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CHRISTIAN HESSE AUKTIONEN Osterbekstraße 86 a 22083 Hamburg Deutschland Telefon (+49) (0)40 694 542 47 Fax        (+49) (0)40 694 542 66 mail(at)hesse-auktionen.de

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Auktion 14 – Ergebnisse

Unsere Novemberauktion wurde mit einem sehr guten Gesamtergebnis abgeschlossen.
Die Sammlung Kästner verkaufte sich fast vollständig, wertmäßig mit 120% der Schätzpreissumme.

Auch in Teil 2 wurden teils herausragende Steigerung erzielt.

Alle Ergebnisse finden Sie nun im Online-Katalog, dort können Sie auch die unverkauften Nummern mit den Ausruflimiten durchsuchen.

  

Schätzpreis/Estimate: € 

Zuschlag/Hammerprice: € 200

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Vorwort des Sammlers

Am 30. Dezember 1935 schrieb Stefan Zweig an seinen Verleger – und Konkurrenten auf dem Autographen-Markt – Anton Kippenberg: »Wenn man einmal 54 Jahre geworden ist, mengt sich in die Freude am Besitz schon gefährlich der Gedanke, was aus solchem Besitz wird, und auf diese Frage sehe ich eine so völlige Nicht-Antwort vor mir, daß dieser Entschluß mit vielen anderen allmählich reifte.« Gemeint ist die Absicht, Teile seiner Autographen-Sammlung abzugeben, wie es dann auch geschah (Antiquariat Heinrich Hinterberger, Wien 1936).
Wie nachdrücklich Zweigs Mahnung für alle Eigner größerer Sammlungen auch ist, so wird sie doch oft und (zu) lange aus dem Bewusstsein verdrängt. Aber um wie vieles zwingender muss der Entscheidungsdruck werden, wenn man als einer, »dessen Kahn sich so vollgepackt hat, dass er jeden Augenblick fürchten muss, mit der ganzen Ladung unterzugehen« (Goethe), sein neuntes Dezennium eröffnet hat. Soll man einen rigorosen Schnitt machen oder doch lieber einen Abschied auf Raten wählen? Soll man zunächst das Entbehrliche ausscheiden oder ganze geschlossene Teilbereiche komplett auflösen? Ein Entschluss scheint so schwierig wie unvermeidlich.
In meiner Sammlung unter dem Generalthema Deutsche Literatur und Buchkunst des 20. Jahrhunderts sind die aus den ersten Jahrzehnten stammenden Objekte einst dem antiquarischen Kreislauf entzogen worden, wodurch ich gewissermaßen zu deren Treuhänder wurde. Ihr Besitz und ihre ständige Verfügbarkeit waren für viele Jahrzehnte eine tiefe Freude und Quelle geistigen Gewinns. Bei diesen soll nun auch, schweren Herzens, der Abschied schrittweise beginnen, und sie mögen wiederum in den antiquarischen Kreislauf zurückfließen – in der Hoffnung, dass sie in einer anderen Bücherwelt willkommen sind.

Leipzig, am 20. September 2016 Herbert Kästner

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Katalog 14 ist im Druck

Seit vorgestern Nacht sind die beiden Kataloge unserer Novemberauktion in der Druckerei. Wir versenden die Kataloge an alle Abonnenten und Besteller am 21. Oktober.

Ab sofort sind die pdf-Dateien online – Sie finden diese zum Download im Menu AUKTIONEN. Die Datenbankeinträge der Auktion folgen in der kommenden Woche.

Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen der Kataloge – und manchen Fund!

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Aus der Sammlung Herbert Kästner, Leipzig

In unserer Auktion 14 (18. und 19. November 2016) versteigern wir

Deutsche Erstausgaben, illustrierte Bücher und Pressendrucke
aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts – Aus der Sammlung Herbert Kästner, Leipzig

Mit Verweis auf Stefan Zweig, der sich schon im sechsten Lebensjahrzehnt von Teilen seiner Autographen-Sammlung trennte, begründet der Leipziger Bibliophile, Wiederbegründer des Leipziger Bibliophilenabends und Herausgeber mehrere bibliographischer Standardwerke, Herbert Kästner, seinen Entschluss, aus Anlass seines 80. Geburtstages Teile seiner Bibliothek versteigern zu lassen: »Objekte, die einst dem antiquarischen Kreislauf entzogen wurden, nun wiederum in den antiquarischen Kreislauf zurückfließen zu lassen – in der Hoffnung, dass sie in einer anderen Bücherwelt willkommen sind«.

Der Sonderkatalog verzeichnet mehr als 600 Titel in etwas mehr als 300 Katalognummern. Das Angebot reicht von der Erstausgabe von Thomas Manns »Buddenbrooks«, einem Vorzugsexemplar von Littmanns »Der morgenländische Floh« mit Radierungen von Marcus Behmer (neben weiteren von diesem illustrierten Büchern), mehreren Drucken der Cranach-Presse und der Ernst Ludwig-Presse über Erstausgaben Franz Kafkas mit den seltenen Schutzumschlägen und seiner »Betrachtung« in der Originalbroschur bis hin zu hunderten Erstausgaben. Der Katalog verzeichnet Erstdrucke von Bertolt Brecht, Gottfried Benn (u. a. ein tadelloses Exemplar seines Erstlings »Morgue«), Else Lasker-Schüler, Georg Heym – dabei auch ein verlagsfrisches Exemplar seiner Gedichtsammlung »Umbra vitae« mit den Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner –, Georg Trakl, Joachim Ringelnatz, Robert Walser u.v. a. Unter den Illustratoren sind besonders George Grosz, Hans Alexander Müller und Hugo Steiner-Prag mit Vorzugs- und unikaten Künstlerexemplaren vertreten.