17  Francisco de Goya y Lucientes. Los desastres de la guerra.

Schätzpreis/Estimate: € 8000

Zuschlag/Hammerprice: € 19000

Coleccion de ochenta láminas inventadas y grabadas al agua fuerte. 60 (der 80) Aquatintaradierungen. 1863. 24,2 : 32,5 cm.

Erste Ausgabe, nach Korrektur einiger Bildtitel gedruckt von der Real Academia de Nobles Artes de San Fernando Madrid. – 1863 erschienen 500 Exemplare, die in Lieferungen zu je zehn Radierungen in farbigen Umschlägen ausgegeben wurden. – Auf festem, leicht chamoisfarbenem Velin mit Wasserzeichen »J. G. O.«. – Gebunden in einen prachtvollen weinroten Kalblederband des 20. Jahrhunderts (signiert »Devauchelle«) mit reicher ornamentaler Gold- und Blindprägung. Dieser enthält die Radierungen der Lieferungen 1–5 und 7 (von insgesamt acht), das gestochene Titelblatt mit handschriftlichem Erscheinungsort und -jahr, das biographische Textblatt und die sechs Deckblätter der grünen Lieferungsumschläge. Vor dem Einbinden wurden die Radierungen in der Breite etwas beschnitten. – Die Suite entstand in den Jahren 1810–1814 unter dem Titel »Fatales consequencias de la sangriente guerra en Espana con Buonaparte« (Verhängnisvolle Folgen von Spaniens blutigem Krieg gegen Bonaparte). Sie gilt in ihrer apokalyptischen Darstellungsweise als die vollendetste Leistung des Künstlers auf dem Gebiet der Radierung. Der Künstler emigrierte 1823/24 nach Bordeaux. Von den in Spanien verbliebenen Druckplatten drucke die Königliche Kunstakademie erst 35 Jahre nach seinem Tod diese erste Auflage. – Im Gegensatz zu den eher bilanzierenden »Caprichos«, der Auseinandersetzung mit der Spätphase der höfischen Kultur in Madrid, sind Goyas »Desastres« ein anklagendes Plädoyer gegen Krieg und Vernichtung, gegen den damit einhergehenden Verlust der Menschlichkeit. – Schönes, wenn leider auch nicht ganz vollständiges Exemplar der seltenen und in ihrer Druckqualität unübertroffenen ersten Auflage.

Harris 121–170, 181–190, III 1.b. – Delteil 120–169 und 180–189

ChristianHesse