17  Insel Verlag – Ernst Hardt. Aus den Tagen des Knaben.

€ 450

Leipzig, Insel 1904. Mit einer Titelillustration von Jan Toorop. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Im Schuber. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren auf Japan (Gesamtauflage 530). – Die Widmungsinitiale (für Hardts Frau Polyxena) zeichnete Marcus Behmer. – Auf den Vortitelblättern ein eigenhändiger Vorabauszug aus seinem Stück »Ninon von Leclos«, das 1905 im Insel Verlag erschien, gewidmet »seinem lieben Hans von Müller« (1875–1944), Germanist und Schriftsteller, Mitherausgeber der Werkausgaben von E.T.A. Hoffman und Nietzsche. – Ernst Hardt (1876–1947), Schriftsteller, Übersetzer, Theater- und Rundfunkintendant, bezeichnete sich selbst als »in der Art geblieben wie aus der Art geschlagen«. Nach einigen Jahren als Schriftsteller – im späten Kai­ser­reich ge­hör­te er zu den meist ge­spiel­ten Dra­ma­ti­kern auf deut­schen Büh­nen – übernahm er zum Jahreswechsel 1918/19 die Leitung des Weimarer Landestheaters, das er in »Deutsches Nationaltheater« umtaufte. Gemeinsam mit Walter Gropius, der im Frühjahr 1919 zum Leiter des »Staatlichen Bauhauses in Weimar« berufen wurde, wollte er im weltbekannten Weimar aus der Spannung von Tradition und Moderne den »Grundstein einer Republik der Geister« legen. 1925 übernahm er die Leitung des Kölner Stadttheaters, 1926 bot der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer ihm die Intendanz der West­deut­schen Rundfunk AG an. Im März 1933 wur­de Ernst Hardt von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten aus dem Amt entfernt, seine Bücher wurden verbrannt. Nach dem Krieg scheiterten die Pläne, im neu entstehenden deutschen Rundfunk eine ihm angebotene leitende Stelle zu übernehmen an seinem Gesundheitszustand – er starb 1947 an Lungenkrebs.

17,0 : 13,0 cm. [8], 85, [3] Seiten.

Sarkowski 662

ChristianHesse