183  Georges Braque – Hesiode. Theogonie.

Schätzpreis/Estimate: € 10000

Zuschlag/Hammerprice: € 8000

Eaux-fortes de Georges Braques. Paris, Maeght 1955. Mit 20 Radierungen, davon eine fünffarbige gefirniste auf dem Umschlag, eine zweifarbige als Frontispiz, zwei als Vignetten und 16 ganzseitige im Text sowie einem radiertem »Inhaltsverzeichnis« der Graphiken. Lose Doppelblätter und Radierungen in Originalumschlag. Schwarze Originalchemise und -schuber, beide mit farbigen Applikationen.

Eins von 150 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf handgeschöpftem »Auvergne«-Papier. – Der Verleger Ambroise Vollard hatte »Braque vorgeschlagen, einen Text für ihn zu illustrieren. Braque war sofort damit einverstanden. Er hatte die ›Theogonie‹ von Hesiod ›mit großer Bewunderung gelesen und diesem Werk ein größeres Interesse entgegengebracht als Aischylos oder Sophokles‹ (G. Limburg […] nach Braques Aussagen). Vollard erklärte sich damit einverstanden. So sollte einer der ältesten Texte griechischer Sprache zum Träger einer Reihe von Radierungen werden, die nicht nur ein Ereignis im graphischen Werk Braques, sondern in der Graphik des 20. Jahrhunderts waren.« (Dora Vallier). – » […] allow us to compare Braque’s idiom of his early cubist days with his return to a screner and more classical mood« (W. J. Strachan in: »The Artist and the Book in France« (London 1969, S. 126). – 16 Radierungen entstanden bereits für die Vollard-Folge von 1932, das Werk wurde aber 1939 unvollendet eingestellt. Für die Maeght-Ausgabe entfernte Braque die »Randnotizen« bei diesen Platten, lediglich bei einer Radierung, die 1932 nicht verwendet wurde, blieben sie erhalten. Mit farbiger Aquatinta ergänzt, bildet dieses Blatt nun das Frontispiz. Neu entstanden auch die beiden Vignetten am Anfang und Ende des Textes sowie die aufwändige Radierung auf dem Umschlag, in fünf Farben gedruckt und vom Künstler eigenhändig mit Firnis übermalt. – Der griechische Text wurde aus der 16pt Europe gesetzt und bei Fequet et Baudier gedruckt, die Radierungen druckte Visat unter Aufsicht des Künstlers, jedes Blatt mit dem Trockenstempel »GB«. – Eins der wichtigsten »Livre d’artiste« der Moderne in einem sehr gut erhaltenen Exemplar.

44,5 : 33,5 cm. [6], 79, [5] Seiten (die Radierungen wurden in die Paginierung eingeschlossen). – Innenseiten des Umschlags mit wenigen kleinen Stockflecken.

Vallier 23. – Hatje, Bücher XIV. – Rauch 108. – Garvey 38. – Französische Maler illustrieren Bücher (Stuttgart 1965) Seite 68/69. – Papiergesänge 75. – Castleman 40

ChristianHesse