295  René Ahrlé – 99 Millionen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Werbefaltblatt. Offset und Lithographie, beide zweifarbig. Berlin 1928. 36 : 32,5 cm (gefaltet 13,5 : 20 cm)

Faltblatt der Epoche GmbH, welche die Werbeflächen auf dem Ausstellungsgelände der legendären Pressa-Ausstellung in Köln vermietete. – Innenseite mit Fotomontage, Außenseite mit lithographiertem Dekor, beides entworfen und in der Platte signiert von René Ahrlé (1893–1976), dem deutschen Pionier der Fotomontage. »Die besondere Überzeugungskraft seiner Arbeiten beruht nicht zuletzt darauf, daß ihre an sich heterogenen Aufbauelemente der Photographie und der Graphik nicht etwa nur lose formal gebunden, sondern durchaus organisch verschmolzen sind.« (Eberhard Hölscher, in »Photographik«, Heft 1/1933, S. 9). Roland Jaeger misst Ahrlé gar eine so große Bedeutung bei, dass er dessen »Abwesenheit« in »Gefesselter Blick« der Gebrüder Rasch ausdrücklich erläutert (Autopsie II, 365). – Die von Ahrlé für die Fotomontage des Faltblatts fiktiv konstruierte Köln-Silhoutte erinnert eher an Manhattan, die dort eingedruckten Werbeplakate werden von einer unüberschaubaren Menschenmenge bestaunt. »Nach Berechnungen eines Ausstellungs-Statistikers werden 99 Millionen Blicke der ungezählten Pressa-Besucher auf die Reklame-Schau geworfen« (Werbetext). – Den Vertrieb des Faltblatts, als Großbrief verschickt, übernahm der Verlag Guido Hackebeil, Berlin.

Gefaltet, adressiert an die Berlin-Anhaltische Maschinenbau AG in Dessau. – Mit zwei Poststempeln.

ChristianHesse