35  Paul Kleinschmidt. Zirkustänzerinnen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Radierung. 1928. 29,7 : 24,5 cm (43,0 : 36,0 cm). Signiert, datiert und bezeichnet.

Bezeichnet »Probe 4«. – Mit eigenhändiger Widmung: »Meiner lieben Freundin Martha P. K. 31. 7. 29« Kleiner Sammlerstempel »MB« verso (nicht bei Lugt). Ab 1927 war Kleinschmidt im Sommer Gast bei Martha und Wilhelm Bilger in Blaubeuren. Das Sammlerpaar war durch Empfehlung Julius Meier-Graefes auf den Künstler aufmerksam geworden und gestattet ihm, in ihrem Fabrikgelände ein Atelier einzurichten. – Auf Bütten. – Paul Kleinschmidt (1883–1949) hatte 1923 seine erste Einzelausstellung im Euphorion-Verlag. Es folgten weitere u.a. bei Gurlitt und Flechtheim in Berlin. 1936 musste die Familie über die Niederlande nach Frankreich emigrieren. Einen Teil seiner Werke lagerte Kleinschmidt in der Staatlichen Kunstbibliothek in Berlin ein. 1936 wurden diese von der Gestapo aufgespürt und zusammen mit weiteren, aus dem Besitz der Nationalgalerie, zerstört. – »In seinen besten Werken steckt eine elementare malerische Kraft, wie sie seit Corinth in der Deutschen Kunst nicht mehr erlebt worden ist.« (Curt Glaser) »Man könnte sich ihn zwischen Beckmann und Corinth denken. Verpflichtet ist er wohl nur Corinth, dem er der einzige Nachfolger auf neuer Bühne werden könnte […] Beckmann ist kälter und dekorativer […] sachlicher […] Kleinschmidt bejaht ohne jede Reserve« (Meier-Graefe) (beide anlässlich der Ausstellungseröffnung bei Flechtheim 1927, vgl. Webseite der Paul Kleinschmidt Gesellschaft).

Rückseitig Montierungsspuren. Rechter Rand mit winzigen Knittern.

ChristianHesse