360  J[ohann] W[olfgang von] Goethe. Stella.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Ein Schauspiel für Liebende in fünf Akten. Berlin, August Mylius 1776. Zweifarbiger Lederband im Stil der Zeit mit vergoldeten Bordüren und Fleurons, zwei rot-goldenen Rückenschildchen sowie Blindprägung auf Deckeln und Innenkanten (signiert: Wilh. Gethers Eft. Kannikestr. 15).

Erste Ausgabe, sehr selten. – Die Dreiecksgeschichte zwischen Fernando, Stella und Cezilie gipfelte zur Empörung vieler Zeitgenossen (und bald auch der Berliner Zensur) in einem glücklichen Finale: »Fernando, beide umarmend. ›Mein, Mein!‹ Stella, seine Hand fassend an ihm hangend. ›Ich bin dein!‹ Cezilie, seine Hand fassend, an seinem Hals. ›Wir sind dein!‹« – Das überaus erfolgreiche Stück erlebte noch im Jahr der Erstausgabe sechs unrechtmäßige Nachdrucke. Nach zehn Aufführungen wurde es von preußischen Behörden verboten. Goethe schrieb das Stück 1806 zum »Trauerspiel« um: Fernando erschießt sich, Stella nimmt Gift. – Personenverzeichnis auf Seite 4, Paginierung Seite 80 korrekt (vgl. Hirzel). – Insgesamt sehr schönes Exemplar.

16,5 : 10,3 cm. – Kanten minimal berieben, 1 Gelenk leicht angeplatzt. – Exlibris und Monogrammstempel.

Goedeke IV/3, 131, 113. – Hagen 121. – Hirzel A76/77. – Slg. Kippenberg 353

ChristianHesse