419  Ivan Goll. La chanson de Jean sans Terre.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

[Première,] deuxième [et] troisième livre. Paris, Èditions Poésie & Cie. 1936, 1938 und 1939. Drei Originalbroschuren, zwei mit Deckelillustration. – Widmungsexemplare.

Erste Ausgaben der ersten drei Sammlungen. – Je eins von 500 bzw. 600 (III) Exemplaren auf Velin d’Arches. – Jeder Band mit mehrzeiliger eigenhändiger Widmung von Ivan Goll für den französischen Dichter Léon Paul Fargue (1876–1947) auf dem Vortitelblatt, bei Band 1 signiert mit »Jean sans Terre«, die beiden anderen mit Ivan Goll. Die Widmung in Band 2 enthält zudem ein vierzeiliges Gedicht. – Die Deckelillustration zu Band 1 zeichnete Marc Chagall, die Zeichnung von Galanis auf dem Umschlag von Band 3 mit dem fröhlich grüßenden Freund Hein wird im Heft blattgroß wiederholt. – »In den beiden großen Spätwerken ›Jean sans Terre‹ und ›Traumkraut‹ schuf G. sein Eigenstes und Persönlichstes« (NDB VI, 624). – Die Gedichte entstanden kurz vor seiner Emigration nach Amerika und wurden im Exil fortgesetzt. Die vollständige Sammlung erschien erst 1957, lange nach dem Tod des Dichters. Die Figur des »Johanns ohne Land« trägt autobiographische Züge, Goll selbst beschrieb sich bereits 1920 als »keine Heimat, durch Schicksal Jude, durch Zufall in Frankreich geboren, durch ein Stempelpapier als Deutscher bezeichnet« (in »Menschheitsdämmerung«, zitiert nach KNLL). Yvan Goll (1891–1951) musste als Deutsch-Franzose 1914 ins Schweizer Exil fliehen. Dort begegnete er den Dadaisten, die ihn wesentlich prägten. Er pflegte freundschaftliche Beziehungen zu James Joyce, Stefan Zweig und Hans Arp. 1919 ging er nach Paris, wo er einer der Wortführer der surrealistischen Bewegung wurde. – Léon-Paul Fargue (1876–1947), französischer Dichter, gründete mit Valéry Larbaud und Paul Valéry die Zeitschrift »Commerce«. Im Haus seines ehemaligen Lehrers Stéphane Mallarmé traf er regelmäßig die intellektuelle und kulturelle Elite Frankreichs zur Jahrhundertwende wie Valéry, Schwob, Claudel, Debussy und Gide.

20,5 : 13,5 cm. 61, [3]; 60, [4]; 43, [5] Seiten. – Ränder teils leicht stockfleckig. Stehkanten mit minimalen Knickspuren. – Gute unbeschnittene Exemplare.

Raabe/Hannich-Bode 86.31, 34 und 35. – Monod 5560. – KNLL VI, 614

ChristianHesse