605  Friedrich der Große, König von Preußen. Brief mit Unterschrift »Fch«.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Potsdam, 31. Januar 1753. 1 Seite.

An seinen Vetter, den Prinzen Friedrich Erdmann von Anhalt-Köthen Liebden. – Recht persönlicher Brief in heikler Angelegenheit: Der jüngere Sohn des Fürsten August Ludwig von Anhalt-Köthen hatte den Preußenkönig wohl um Unterstützung und Fürsprache bei seinem Vater gebeten, mit dem Ziel, eine höhere Apanage zu erhalten. Wieso der Prinz bei der Finanzierung seines Regiments in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, wird hier nicht erörtert. Friedrich der Große jedenfalls lehnte das Ansinnen freundlich aber bestimmt ab: »so gern Ich auch sehen und so angenehm es mir seyn würde, wenn Dero Herrn Vater Durchl. belieben wollten, Euer Liebden einige hinlängliche Zulage zu Dero bisher Ihnen accordirten Pension zu geben, Ich Mich dennoch nicht bemächtigt sehe, […] etwas vorzuschreiben, noch von Deroselben etwas zu fordern […] obgleich Ich sonsten Euer Liebden einige Verbeßerung in Dero Umständen gantz gerne gönne. Ich bin übrigens Euer Liebden freundwilliger Vetter F[riedri]ch«. – Interessant ist, dass die finanziellen Schwierigkeiten des Prinzen erst mit seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst (1754) bekannt wurden. – Gut erhalten.

ChristianHesse