61  Franz Frank. Sommergarten.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Öl auf Leinwand. 1938. 59,5 : 75,0 cm. Monogrammiert und datiert.

Stimmungsvoller Blick in bzw. über einen üppig blühenden Garten. – Franz Frank (1897–1986) studierte an der Stuttgarter Akademie und ließ sich 1926 als freier Maler in Dresden nieder. Auf Empfehlung von Otto Dix wurde Hermann Sandkuhl, der Organisator der Berliner »Juryfreien« auf Frank aufmerksam. Bald waren seine Arbeiten in Ausstellungen in Berlin, aber auch der Stuttgarter Neuen Sezession und dem Deutschen Künstlerbund zu sehen. 1932 erfolgte die Berufung an die Kasseler Pädagogische Akademie, die jedoch wenige Monate später aufgelöst wurde. Schon kurze Zeit nach Machtergreifung der Nationalsozialisten galten Franz Franks Bilder als »entartet«, er selbst wurde mit Inhaftierung bedroht. Schnell wieder aufgelöste Ausstellungen veranstalteten damals noch das Kunsthaus Fischinger in Stuttgart und Hildebrand Gurlitt in Berlin. – »Wie ungenau das Attribut ›naturalistisch‹ sowohl für Rembrandt als auch für Corinth sein kann, ist Frank nicht verborgen, denn er zitiert gern die Corinthsche Definition für Malen – ›Unwirklichkeit üben‹. Und daß sich im Werke Corinths auch Erfahrungen des Impressionismus überliefern, ist für Frank nur ein Beweis dafür, daß sich die schöpferischen Leistungen nicht außerhalb der Tradition vollziehen können. ›Die Anschauungsweise des Impressionismus ist Vergangenheit,‹ schreibt Frank in den Vorbemerkungen zum Katalog seiner Austellung bei GURLITT 1936 in Berlin, ›dennoch verbinden den Maler mit dieser letzten Großzeit der Malerei noch viele Fäden, die nicht abgerissen, sondern weitergeführt sein wollen.‹ « (Zimmermann, S. 34). – Provenienz: Von der Familie des Vorbesitzers beim Künstler erworben, seitdem in niedersächsischem Privatbesitz.

Vgl. Rainer Zimmermann, Franz Frank – Leben und Werk, Berlin 1964

ChristianHesse