64  Felix Klipstein. Segovia.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Bleistiftzeichnung. 1909. 44,7 : 50,2 cm. Betitelt und datiert.

Auf festem Aquarellpapier. – Aus dem Besitz von August Klipstein, dem Bruder des Künstlers, verso mit zwei kleinen Sammlerstempeln »AK«. – Felix Klipstein (1880–1941), Maler und Radierer, verbrachte zwischen 1906 und 1908 legendäre Wanderjahre in Spanien. In Madrid lernte er 1908 die Künstlerin Editha Blaß kennen, die u. a. auch eine Malausbildung bei den Berliner Sezessionisten Lepsius und Corinth genossen hatte. Das Paar heiratete und lebte danach mehrere Monate in Segovia, einer Kleinstadt in der Nähe von Madrid. Editha Klipstein wandte sich von der Malerei ab und der Schriftstellerei zu, Felix Klipstein vollzog eine radikale Abkehr von seinen bis dahin gültigen spätimpressionistischen Kunstvorstellungen und rückte in die Nähe der Heimatkunstbewegung. In das Jahr 1911 fällt der Beginn seiner Freundschaft mit Le Corbusier, der in Laubach zu Gast in seinem Wohnturm in der mittelalterlichen Stadtmauer war. (Vgl. matrikel.adbk.de, Biografie Felix Klipstein). Er entwarf erste Pläne zu einem Haus mit Atelier für das Künstlerpaar in Laubach. »Ich war beim Bruder meines Freundes Klipstein zu Gast: der Bruder, ein großartiger Maler. Wirklich sehr interessant, ich versichere es Ihnen. Eine aufbauende Mentalität. Offenheit, Fröhlichkeit, Lebensfreude, eine grenzenlose Ehrlichkeit!« (Le Corbusier an William Ritter, 1911, zitiert nach: Le Corbusier. Reise nach dem Orient. Zürich 1991, S. 432f.).

Wenige schwache Stockflecken am Oberrand, winziger Einriss links. – Verso umlaufend Montierungsreste.

ChristianHesse