647  Hans Bellmer – [Georges Bataille] Lord Auch. Histoire de l’oeil.

€ 5000

Nouvelle version. Avec six gravures originales à l’eau forte et au burin. Sévilla 1940 [1944]. Mit sechs blattgroßen Kaltnadelradierungen von Hans Bellmer und einer zweiten Suite der sechs Radierungen. Originalbroschur in -pergaminumschlag, -chemise und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen und zugleich die erste originalgraphische Folge von Hans Bellmer. – Eins von 50 Exemplaren der dritten Vorzugsausgabe, gedruckt auf Velin »BFK Rives« und mit einer separaten Suite der Radierungen (Gesamtauflage 199, ausschließlich für Subskribenten und Mitarbeiter). – Der Text erschien in abweichender Fassung erstmals 1928. Für die vorliegende Ausgabe verbargen sich Künstler und Dichter sowie der Verleger Alain Gheerbrant, der den Text überarbeitete, hinter Pseudonymen und in der Anonymität. – »Das zentrale Motiv des Auges hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kunst eine auffallende künstlerische ›Behandlung‹ erfahren. Sei es durch angsterfüllt weit aufgerissenes Schauen auf eine als bedrohlich empfundene Außenwelt oder durch eine Substituierung der Augen mit technischem Gerät, sei es durch eine isolierte Präsentation, ein bewusstes Fehlen derselben oder, wie für den Surrealismus der 1920er und 1930er Jahre bemerkenswert, durch einen Angriff auf den über Jahrhunderte anerkannten ›edelsten Sinn‹. […] Der Roman, den André Breton als das ›schönste erotische Werk‹ bezeichnet hat, das er kenne, kreist um wesentliche Aspekte des surrealistischen Kosmos: in psychoanalytischen Termini ausgedrückt, um Eros und Thanatos, und ganz wesentlich für den hiesigen Zusammenhang, um die obsessive Verfolgung der Augenmetapher« (aus einer Verlagswerbung zu Christiane Ladleif »Die Zerstörung des Auges«, Weimar 2003). – Die Radierplatten wurden nach Druck der Auflage zerstört. – Sehr selten, zumal mit der Extrasuite.

25,6 : 16,3 cm. 133, [5] Seiten. – Schuber etwas, Chemise ganz leicht angestaubt. – Unaufgeschnitten. – Bindung in einer Lage gelockert.

Denoël Abbildungen 11–15. – Monod 620. – Nicht in der Sammlung Filipacchi (Christie’s 2005)

ChristianHesse