66  Werner Gilles. Vöcklabruck.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Aquarell. Um 1946. Ca. 45 : 63 cm.

Farbenfrohe Studie des zeitweiligen Heimatortes des Künstlers. 1943 hatte Gilles Berlin endgültig verlassen und war nach mehreren kurzen Zwischenstationen in die kleine Stadt an der Oberdonau gelangt. Als »Reichsdeutscher« hätte er nach Kriegsende Österreich verlassen müssen, wegen seiner Einstufung als »entarteter Künstler« wurde er aber als »politisch verfolgt« anerkannt »und erhielt sogar ein Angebot aus Linz für eine Professur an der dortigen Akademie, das er jedoch ablehnte wie alle späteren ähnlichen Möglichkeiten«. Gilles fand damals endlich Anerkennung und Resonanz, es folgten kleinere und größere Ausstellungen und »die Bilder der Jahre nach dem zweiten Weltkrieg [wurden] zu einem Höhepunkt in seinem Werk« (Alfred Henze, Werner Gilles, Köln 1960, S. 113f.) – Rückseitig: Männlicher Akt. 1938. Rohrfederzeichnung.

Am linken Rand und im unteren Teil der Darstellung jeweils kleiner restaurierter Einriss.

ChristianHesse