662  Max Ernst. Rêve d’une petite fille qui voulut entrer au Carmel.

€ 1500

Paris, Editions du Carrefour 1930. Mit einer großen Abbildung und 78 Tafeln, alle nach Collagen von Max Ernst. Neuer dunkelblauer Halblederband mit Rückenvergoldung, die Deckel der hellblauen Originalbroschur mit Titelvignette beigebunden. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren auf getöntem Velin (Gesamtauflage 1060). – »Max Ernst attackiert und benennt auf dem Hintergrund psychoanalytischer Theorien (Freuds Traumdeutung ) und in Anspielung auf die Nonnenmystik des Mittelalters die sexuelle Ambivalenz des Begriffs der Liebe in der Religion.« (Lothar Lang). – Vortitel mit eigenhändiger Widmung von Max Ernst »Für Otto Freundlich freundschaftlich Max Ernst«. Otto Freundlich (1878–1943), der schon in jungen Jahren in Paris mit Picasso und Braque befreundet war, kehrte 1914 nach Deutschland zurück und gehörte 1919 zu den Mitbegründern der Novembergruppe. Zu dieser Zeit organisierte er mit Max Ernst u. a. die erste Kölner Dada-Ausstellung. Von den Nationalsozialisten als entartet verfolgt, floh er wieder nach Frankreich, wurde dort aber 1943 verhaftet, deportiert und ermordet.

23 : 18 cm. [88] Blätter, davon 78 Bildtafeln. – Der eingebundene Umschlag mit Alterungsspuren, sonst tadellos.

Monod 4320. – Lang, Surrealismus 28. – Spiess/Mettken IV, 1587–1666. – Brusberg 30 B

ChristianHesse