667  Thomas Bernhards Kommilitonen am Salzburger »Mozarteum« – Zwei amtliche Schriftstücke, zwei Briefe.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Salzburg und Linz 1956–1957.

Alle an den österreichischen Schauspieler und Regisseur Ludwig Skumautz (1929–1987). – Ablehnungsbescheid der Kärntner Landesregierung vom 17.2.1956. Hektographiertes Typoskript, maschinenschriftlich adressiert: »Ludwig Skumautz in Salzburg / bei Bernhard Radetzkystraße Nr. 10«. Um den Jahreswechsel 1955/56 hatte sich Skumautz offenbar erfolglos um ein Stipendium beworben. Thomas Bernhard, der nun offenbar im Vorderhaus der großelterlichen Wohnung residierte, studierte 1956–57 gemeinsam mit Skumautz, Sybille Schneider (später Dahms), Klaus Gmeiner u. a. am Salzburger Mozarteum Schauspiel und Regie. – Maschinengeschriebenes Zulassungsschreiben zur Prüfung des Mozarteums, datiert Mai 1957 mit Namen der neun Studenten und Unterschrift des Akademie-Präsidenten Bernhard Paumgartner. Neben Bernhard, Skumautz, Gmeiner und Schneider wurden auch Astrid Koller, Karin Schroeder, Lotte Dobler, Charlotte Kolb und Hanno Ribitsch zugelassen. – Eigenhändiger Brief mit Unterschrift »Franzl«. Linz, 8. 10. 1956. Sieben Seiten. Sehr persönlicher Brief an Ludwig Skumautz (»Es tut mir auch so leid, daß ich nicht mehr in der Schule bei Euch bin. Es zieht mich schon oft nach Salzburg und bald werde ich bei Euch aufkreuzen«). Sehr eindrücklich schildert er seine innige Verbundenheit mit Skumautz, drückt seine Bewunderung aus und erwähnt die gemeinsame Theater-Begeisterung. Er solle in Linz unter Walleck die Hauptrolle in Schnitzlers »Liebelei« spielen, in Innsbruck habe er »mit großem Erfolg die ›Verkündigung‹ aufgeführt … Schmidtchen und meine Frau waren einfach großartig«. Fragt nach Skumautz‘ Plänen und bittet zum Schluss »Grüß mir alle die ich mag und niemand mehr. Du weißt ja wen ich mögen hab und noch mag? Den Bernhard zum Beispiel.« – Klaus W. Gmeiner. Brief mit Unterschrift. Salzburg, 26. Dez. 1957. Zwei Seiten. Ausführlicher Bericht über die berufliche Entwicklung und verschiedene Theaterprojekte.

ChristianHesse