922  Thomas Mann. Tristan.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

Sechs Novellen. Berlin, S. Fischer 1903. Hellbrauner Originalkalikoband mit schwarz geprägten Jugendstilornamenten, goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und Kopfgoldschnitt. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vortitelblatt: »seinem lieben Carl Ehrenberg. Siehe auch Seite 19«. – Enthält neben dem Erstdruck der Titelnovelle die Novellen »Der Weg zum Friedhof«, »Der Kleiderschrank«, »Luischen«, »Gladius Dei« und »Tonio Kröger«. Jeder der sechs Novellen stellte Thomas Mann eine gedruckte Widmung voran, u. a. für Arthur Holitscher, Richard Schaukal, Carl Ehrenberg, Kurt Martens und seine Schwester Carla. – Über die Idee zum hier erstmals abgedruckten »Tristan« berichtet Thomas seinem Bruder Heinrich schon 1901. – Einbandentwurf von A. Schäffer. – Die Brüder Paul (Maler, 1876-1949) und Carl Ehrenberg (Komponist und Dirgent, 1878-1962) zählten zu den engsten Freunde des Junggesellen Thomas Manns. In der Figur des Geigers Rudi Schwerdtfeger, der in »Doktor Faustus« (1947) eine entscheidende Rolle spielt, setzte Thomas Mann den beiden und ihrer Freundschaft ein literarisches Denkmal. Mit Carl wurde im Haus der Senatorswitwe Julia Mann gelegentlich musiziert: »…der Abend begann meist mit Musik, dann lasen wir, das heißt, Tommy las aus Tolstoi, Knut Hamsun oder aus eigenen Werken vor.« (Dagmar von Gersdorff, Julia Mann: Eine Biographie). – Carl Ehrenberg selbst erinnert sich:, »So wurde oft bis tief in die Nacht hinein musiziert, dazwischen las uns wohl ›Thomy‹ aus einem neuen im Entstehen begriffenen Werke und meist mußte ich zum Abschluß auf seinen Wunsch noch irgend etwas von R. Wagner spielen, für dessen Musik er besonders empfänglich war. (Zur Erinnerung hieran widmete er mir später seine Novelle ›Tristan‹)«.

18,8 : 13,0 cm. [8], 264, [8] Seiten. – Einband fleckig, Kanten etwas berieben. – Äußerer Rand im hinteren Drittel mit Feuchtigkeitsfleck.

Potempa B 2. – Zum Einbandkünstler vgl. Roland Stark in »Einbandforschung« (Berlin Heft 42/2018)

ChristianHesse