934  Thomas Mann. Joseph in Ägypten.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Der dritte Roman. Wien, Bermann-Fischer 1936. Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Erste Auflage. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vorsatzblatt, »Lavinia Mazzucchetti freundschaftlich zugeeignet Küsnacht – Zürich 27. XII. 36. ›Versinke denn! Ich könnt’ auch sagen: steige! ’s ist einerlei.‹ (Faust)«. – Mit der italienischen Germanistin Lavinia Mazzucchetti (1889–1965) verband Thomas Mann eine konstante geistige Freundschaft, Bindeglied war ihrer beider Verehrung für Goethe. Mazzucchettis Goethe-Biographie diente auch als Vorlage für »Lotte in Weimar«. »Mit Mazzucchetti bahnt sich der Leitfaden an, der die Verbindung zu gleichgesinnten italienischen Intellektuellen gekennzeichnet hat, und zwar als eine Achse der Kultur, die sich dem sogenannten Kulturabkommen entgegengestellt hat, das im November 1938 von Hitler und Mussolini abgeschlossen wurde und im ›Doktor Faustus‹ als ›Herrschaft des Abschaums‹ definiert wird. […] Nachdem sie [Mazzucchetti] erfahren hatte, Thomas Mann sei nach seiner Ausbürgerung im Dezember 1936 ›kein Deutscher nach den Papieren mehr‹, drückte sie ihm seine Bedeutung für die italienischen Intellektuellen mit folgenden Worten aus: ›Haben Sie Dank auch dafür, dass wir an Ihnen weiter ›unser Deutschland‹ lieben dürfen.« (Düsseldorfer Beiträge zur Thomas Mann-Forschung: Bd. 2, S 110). – Tagebuchnotiz vom 27.12.1936: »J. i. Ä. an die Mazzucchetti und an Dr. Osborne.«.

19,0 : 12,0 cm. 752, [4] Seiten. – Einband leicht fleckig und an den Rändern etwas gebräunt.

Potempa D 6.1

ChristianHesse