957  Julius Pascin – Heinrich Heine. Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 4800

Mit lithographischen Zeichnungen von Julius Pascin. Berlin, Paul Cassirer 1910. Mit 35 Lithographien, davon acht blatt- und eine doppelblattgroß, sechs koloriert und neun signiert, eine als Titel. Originalpergamentband mit kolorierter Deckellithographie und Kopfgoldschnitt.

Vierter Druck der Pan-Presse. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Alt Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 310). – Der Druckvermerk von Pascin signiert und nummeriert. – »Es war, wenn ich mich recht erinnere, das erste kostbare Buch der ›Pan-Presse‹, die wir gegründet hatten. Seine Bilder illustrierten Heine nicht nur, sondern schufen auch eine ganz neue Welt voll von übermütigem Witz, Grazie, Kühnheit und zartesten Linien« (Wilhelm Herzog, zitiert nach Feilchenfeldt/Brandis). – »Hier passen einmal Bild und Textsatz harmonisch zusammen, auch trifft die Illustration restlos den Heineschen Stil« (Hans Loubier, Buchkunst, S. 107). – Julius Pascin, geboren 1885 in Bulgarien als Julius Pincas, studierte in Wien und München, wo er bald Illustrator beim »Simplicissimus« wurde. Heines »Schnabelewopsky«, Pascins erstem und einzigem illustrierten Buch, bescheinigt Eleanor M. Garvey: »The deceptive simplicity of his drawing, recalling German illustration of a hundred years earlier, gives the plates a mock innocence.« – Der Künstler lebte einige Jahre in den USA, ging 1920 nach Paris und beging dort 1930 Selbstmord. Die Teilnahme am Trauerzug soll überwältigend gewesen sein: »Am Tag der Beerdigung des ›Prinzen von Montparnasse‹ blieben alle Pariser Galerien geschlossen […]« (Ann-Katrin Hahn, in: Slg. Classen). – Makellos, mit Schutzpapierumschlag in Holzfurnierschuber mit Pergamentkanten.

31,5 : 24,0 cm. [2], 83, [7] Seiten.

Garvey 219. – Slg. Classen 60. – Feilchenfeldt/Brandis 96.0.A. – Rodenberg 452, 4

ChristianHesse