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Suchergebnisse für francisco

16  Francisco de Goya y Lucientes. Los caprichos.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 11000

80 Radierungen mit Aquatinta, Kaltnadel und Stichel. 1799. Ca. 20 : 15 cm (31,5 : 23,0 cm)

Ohne den Drucktitel, sonst vollständig. – Wohl die 9. Auflage (um 1910, 180 Exemplare): Auf festem, leicht gelblichem Velin ohne Wasserzeichen, Druck in Braunschwarz. Mit den bei Harris ab der sechsten Auflage beschriebenen Kratzern auf den Platten 19 und 66. Die auf Fälze montierten Radierungen wurden vor der Bindung umlaufend etwas beschnitten. – Dunkelblauer Ecrasélederband mit goldgeprägtem Deckeltitel und Monogramm »HW«, Innendeckel mit Exlibris »Hedwig E. Michels«. – Die bekannteste Folge in Goyas druckgraphischem Werk entstand nach einer Reihe von durchaus satirischen Zeichnungen aus den 1790er Jahren. Goya verspottet darin die Verkommenheit des Volkes, die Verlotterung des Hofes und der Aristokratie, die Verblödung von Mönchen und Pfaffen. Um sich vor der fast zwangsläufig drohenden Anklage durch die Inquisition zu schützen, übergab er die Druckplatten nach einer ersten Auflage von 1799 1803 dem spanischen König für dessen »Real Calcografia«. Erst mehr als 25 Jahre nach Goyas Tod erschien eine zweite Auflage.

Einband mit Schabstellen. – Ränder minimal gebräunt.

Harris 36–115, III. – Delteil 38–117

17  Francisco de Goya y Lucientes. Los desastres de la guerra.

Schätzpreis/Estimate: € 8000

Zuschlag/Hammerprice: € 19000

Coleccion de ochenta láminas inventadas y grabadas al agua fuerte. 60 (der 80) Aquatintaradierungen. 1863. 24,2 : 32,5 cm.

Erste Ausgabe, nach Korrektur einiger Bildtitel gedruckt von der Real Academia de Nobles Artes de San Fernando Madrid. – 1863 erschienen 500 Exemplare, die in Lieferungen zu je zehn Radierungen in farbigen Umschlägen ausgegeben wurden. – Auf festem, leicht chamoisfarbenem Velin mit Wasserzeichen »J. G. O.«. – Gebunden in einen prachtvollen weinroten Kalblederband des 20. Jahrhunderts (signiert »Devauchelle«) mit reicher ornamentaler Gold- und Blindprägung. Dieser enthält die Radierungen der Lieferungen 1–5 und 7 (von insgesamt acht), das gestochene Titelblatt mit handschriftlichem Erscheinungsort und -jahr, das biographische Textblatt und die sechs Deckblätter der grünen Lieferungsumschläge. Vor dem Einbinden wurden die Radierungen in der Breite etwas beschnitten. – Die Suite entstand in den Jahren 1810–1814 unter dem Titel »Fatales consequencias de la sangriente guerra en Espana con Buonaparte« (Verhängnisvolle Folgen von Spaniens blutigem Krieg gegen Bonaparte). Sie gilt in ihrer apokalyptischen Darstellungsweise als die vollendetste Leistung des Künstlers auf dem Gebiet der Radierung. Der Künstler emigrierte 1823/24 nach Bordeaux. Von den in Spanien verbliebenen Druckplatten drucke die Königliche Kunstakademie erst 35 Jahre nach seinem Tod diese erste Auflage. – Im Gegensatz zu den eher bilanzierenden »Caprichos«, der Auseinandersetzung mit der Spätphase der höfischen Kultur in Madrid, sind Goyas »Desastres« ein anklagendes Plädoyer gegen Krieg und Vernichtung, gegen den damit einhergehenden Verlust der Menschlichkeit. – Schönes, wenn leider auch nicht ganz vollständiges Exemplar der seltenen und in ihrer Druckqualität unübertroffenen ersten Auflage.

Harris 121–170, 181–190, III 1.b. – Delteil 120–169 und 180–189

18  Francisco de Goya y Lucientes. Los desastres de la guerra.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 13000

80 Aquantintaradierungen. 1863/1903. 24 : 32 cm.

Dritte Auflage, eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt in Dunkelbraun und Schwarz, auf Velin, ein Teil der Auflage wurde auf dünnem Bütten gedruckt. – Mit Titelblatt und dem biographischen Textblatt in einem Halbleinenband der Zeit. – Wegen des recht harten Papiers nicht in der Güte der ersten beiden Auflagen.

Deckelkanten beschabt, Ecken und Kapitale etwas bestoßen. – Ränder leicht gebräunt. Vorsatzblätter geknittert.

Harris 121–200 III.3. – Delteil 120–199

19  Francisco de Goya y Lucientes. Los Proverbios.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 6000

Colección de diez y ocho láminas inventadas y grabadas al agua fuerte. 18 Aquatintaradierungen in Sepia. 1930. 38 : 56 cm.

Achte Ausgabe von Goyas letzter großer Radierfolge, die erstmals 1864 erschienen war. – Gedruckt in der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando Madrid, auf leicht getöntem Bütten von Arrches mit dem Wasserzeichen der Real Academia. – Schönes Exemplar. – »Goya präsentiert uns in dieser Serie die Welt inhaltlich als Tollhaus und formal als Chaos von hellen und dunklen Massen, die in der Radierung künstlerisch gebändigt werden und Gestalt gewinnen. Aber die menschlichen Gestalten sind nicht selten entmenschlicht, Tiere und Monstren gewinnen Macht über sie, fressen sie auf, entführen sie. Diese Tollheiten, Torheiten und Absurditäten […] sind aber nicht nur die einer vergangenen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. Sie sind bis heute in uns selbst, in den seelischen Abgründen menschlicher Natur, aus denen sie immer wieder hervorbrechen als Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen, Grausamkeiten, Ängste und Gefühle« (Ewald Gäßler, Oldenburg 1990, Seite 160). – Dazu: Proverbios von Goya. 21 getreue Nachbildungen in Lichtdruck. Herausgegeben von Hugo Kehrer. München 1920. Mit vier Textblättern in Originalhalbpergamentband. Eins von 500 Exemplaren. Mit drei der vier in den ursprünglichen Auflagen nicht enthaltenen Radierungen von 1877. Einband etwas berieben, Gelenke angeplatzt.

Vorderumschlag mit kleiner Klebespur. – Blatt 11 mit kurzem Randeinriss.

Harris 248–265. – Delteil 202–219

20  Francisco de Goya y Lucientes. Tauromachie.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Faksimileausgabe. 43 Heliogravüren. Herausgegeben von Dr. Heinrich Pallmann. München, Delphin 1911. Mit 43 Heliogravüren. Originalhalbpergamentband. Deckelsignet, Rückentitel und Kopfgoldschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

Eins von 325 Exemplaren auf Holländisch Bütten (Gesamtauflage 400). – Einbandentwurf von Walter Tiemann. – Herstellung der Kupferplatten und Kupferdruck von der Graphischen Kunstanstalt J. B. Obernetter, München, Textdruck bei Poeschel & Trepte. – »Tauromachia« war nach »Caprichos« und »Los Desastres de la Guerra« der dritte und letzte zu Lebzeiten des Künstlers vollendete große Radierzyklus. – Die »Tauromachia«, zunächst als Illustration einer Geschichte des Stierkampfes von Don Nicolás Fernández gedacht, erweiterte Goya später, löste sich von der literarischen Vorlage und gab 1816 eine Folge von 33 Blättern heraus. »Zu den von Goya selbst numerierten Blättern treten in unserer Ausgabe 10 neue hinzu. 7 von ihnen hatte bereits der Pariser Kupferstecher und Händler Loicelet in der dritten Ausgabe veröffentlicht hatte, während die übrigen drei Blätter die Biblioteca nacional in Madrid und Dr. Hofmann in früheren Abdrucken besitzt. So finden sich hier zum ersten Male alle Radierungen Goyas, Stierkämpfe darstellend, in einer Ausgabe vereinigt.« (Nachwort). – Sehr schönes Exemplar.

37 : 51 cm. 2, Seiten, 43 Tafeln, [2], 10, [2] Seite.

ChristianHesse