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462  Else Lasker-Schüler. Theben.

€ 12000

Gedichte und Lithographien. Frankfurt a.M. und Berlin, Querschnitt-Verlag 1923. Mit zehn kolorierten signierten Lithographien und 13 Seiten lithographiertem Text. Hellgrauer Originalseidenband, Vorderdeckelillustration und Verlagssignet auf dem Hinterdeckel blau geprägt. Original-Bastheftung. Mit braunem Schutzumschlag und in der Originalhalbleinenkassette mit goldgeprägter Vorderdeckelillustration.

24. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den kolorierten Lithographien (Gesamtauflage 250). – Nicht nur die zehn Lithographien, auch der Druckvermerk von Else Lasker-Schüler signiert. – Gedruckt bei A. Ruckenbrod, Berlin, nach den Zeichnungen und der Handschrift der Künstlerin. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Dichterin war 1923 auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit und Anerkennung als Lyrikerin und als Künstlerin. Schon 1910 hatte Karl Kraus sie als »die stärkste und unwegsamste lyrische Erscheinung des modernen Deutschland« gepriesen, später prophezeite Arnold Zweig: »Aber eine gibt es, die niemals sterben wird – niemals … Sie ist so unzeitlich wie die Worte, die einstmals morgenfrisch aus ihrer sprechenden Seele brachen«. Daran konnten auch die Nationalsozialisten nichts ändern, die 1933 alle Werke der Dichterin als zu beschlagnahmend auflisteten. – In der Einheit von Bild und Schrift, in seiner spontan wirkenden Gestaltung und trotzdem bibliophilen Aufmachung einer der Höhepunkte der expressionistischen Buchkunst. – »Die zehn Gedichte, die zu den schönsten der Dichterin gehören, stammen aus verschiedenen früheren Sammlungen und sind mit ihrem Familien- und Freundeskreis eng verbunden. […] Die wichtigsten Gestalten, die die private Phantasiewelt der Künstlerin bevölkern, ziehen in Text und Bild durch das Werk, in schnellen, nervösen, eigenwilligen Zügen in Silhouetten gezeichnet, die sich von der Realität entfernt haben.« (Papiergesänge). – Die Dichterin widmete das Buch »Paolo Pedrazzini, dem Dogen von Locarno«, einem dreißigjährigen Halbmexikaner, zu dem Else Lasker-Schüler während ihres ersten Tessinaufenthaltes in Liebe entbrannte, wenn er auch »ganz ganz ganz unantastbar« für sie war. – Sehr schönes Exemplar der seltenen und gesuchten Vorzugsausgabe.

32,5 : 25,0 cm. [28] Seiten. – Innendeckel mit kalligraphiertem Exlibris August Trümper (eventuell der Maler, 1874–1956) und überklebter Schabstelle. – Die Kassette mit winzigen Schabstellen am Rücken.

Raabe/Hannich-Bode 182.15. – Jentzsch 136. – Lang, Expressionismus 217. – Papiergesänge 41

ChristianHesse