ChristianHesse

Auktion 22: 16. Januar 2021

Die 2010 gegründete Barbara Achilles-Stiftung Hamburg hat sich entschlossen, ihre Buchsammlung durch eine Versteigerung aufzulösen und die Erlöse für die weitere Arbeit der Stiftung einzusetzen. Wir freuen uns, dass Frau Edith Achilles und die Stiftung uns mit dieser Auktion beauftragt haben. Nur wenige Tage nach Vertragsabschluss verstarb, trotz hohen Alters unerwartet, die 95jährige Sammlerin am 7. August 2020, zehn Jahre nach ihrer Tochter Barbara. Da sie die Auktion nicht mehr miterleben wird, ist es uns eine besonders ehrenvolle Verpflichtung, den Verkauf der ebenso wertvollen wie persönlichen Sammlung im Sinne beider Sammlerinnen durchzuführen. Es war stets deren Wunsch, die Bücher durch einen vereinzelnden Verkauf wieder in neue Sammlungen zu “befördern”.

Die Versteigerung der Achilles-Sammlung mit ihren kostbaren Pressendrucken, Einbänden und illustrierten Büchern der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts darf zu Recht in einer Reihe mit anderen bedeutenden Auktionen genannt werden: Hermann Hesse-Sammlung Martin Bodmer (Venator 1973), Bibliothek Salman Schocken (Hauswedell, 1975/76), Insel Verlag Alfred Bergmann (Hauswedell & Nolte, 1982), Bibliothek Victor Achter (Hauswedell & Nolte, 1992), Bibliothek Hans L. Merkle (Reiss & Sohn, 2002-2004), Pressendrucke F. B. Schmetz (Venator & Hanstein, 2008) sowie in unserem Haus der Nachlass Victor Günthert (2014-2016) und Teile der Sammlung Herbert Kästner (2016).

2012 haben wir den damaligen Bestand der Achilles-Sammlung in dem opulenten Dokumentationskatalog „Wege zum Idealen Buch“ beschrieben. In Vorbereitung der Auktion bieten wir die Restauflage zu Sonderpreisen: Die gebundene Ausgabe für 38 EUR, die Broschur für 19 EUR (zzgl. Porto). Ihre Bestellung nehmen wir gern entgegen.

Bis zum Erscheinen des Kataloges, der auch alle Zukäufe der Stiftung in den vergangenen Jahren enthalten wird, veröffentlichen wir hier eine Vorschau auf ausgewählte Höhepunkte der Sammlung.





1  Doves Press – John Milton. Paradise regain’d.

€ 5000

A Poem in IV Books to which are added Samson Agonistes & Poems, both English and Latin compos’d on several Occasions. Hammersmith 1905. Roter Originalmaroquinband mit reicher ornamentaler Rücken- und Innenkantenvergoldung, vergoldeten Deckel- und Stehkantenfileten sowie Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber.

Eins von 22 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Es erschienen weitere drei Pergamentexemplare mit vergoldeten Initialen und 300 Exemplare auf Bütten. – Mit zahlreichen großen in Rot gedruckten Initialen, so auch einige Textpassagen. Einige Textstellen in der griechischen Type von Selwyn Image. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss, mit dessen Monogrammstempel auf dem Vorsatzblatt.

23,4 : 16,5 cm. [6], 343, [7] Seiten.

Tidcombe DP 7. – Tomkinson 54, 5

2  Doves Press – Thomas James Cobden-Sanderson. Credo.

€ 5000

Pleni sunt coeli et terra gloria tua. Hammersmith 1908. Ziegelfarbener Originalecrasélederband. Deckelvignette, Titel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: The Doves Bindery).

Eins von zwölf Exemplaren auf Pergament. Zusätzlich wurden 250 Exemplare auf Bütten gedruckt. – »Credo«, »a statement of his philosophical beliefs« (Tidcombe S. 51) entstand im Herbst 1906, als Cobden-Sanderson beschloss, sich von Emery Walker, dem Mitbegründer und Drucker der Presse, zu trennen, und während des Engagements Cobden-Sandersons für die englische Frauenbewegung, besonders angefacht durch die Inhaftierung seiner Ehefrau Annie. – Bereits 1906 hatte Cobden-Sanderson sein »Credo« in wenigen Exemplaren als Einblattdruck abgezogen. 1907 druckte er »a small number of copies in small octavo for his family and friends«, die meisten dieser wenigen Exemplare wurden zerstört. Die hier vorliegende Auflage differiert geringfügig von diesem Druck. – Eingeleitet und beschlossen mit dem Zitat aus dem »Sanctus« der lateinischen Messe. Nur bei den Pergamentexemplaren wurden diese beiden Doppelzeilen in Rot gedruckt. – Mit dem Besitzvermerk von Heinrich Stinnes (1867–1932), dessen legendäre Sammlung von Graphiken und Büchern des 19. und 20. Jahrhunderts nach seinem Tod durch die Nachkommen in mehreren Auktionen versteigert wurde. Neben dem ausladenden Namenszug auf dem ersten Vorblatt mit seinen Bleistift-Anmerkungen zur Auflage unter dem Druckvermerk.

16,5 : 11,5 cm. [4], [8], [6] Seiten. – Rücken minimal verblasst. Deckel mit schwachen (Stock)Flecken.

Tidcombe DP 16. – Tomkinson 55, 16 (nennt irrtümlich erst 1909 als Erscheinungsjahr)

3  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Die Leiden des jungen Werther.

€ 1500

Hammersmith 1911. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten, daneben wurden 25 Exemplare auf Pergament gedruckt. – Druck in Rot und Schwarz mit zwei großen Initialen in Rot. – Aufgrund des großen deutschen Interesses an den Luxusdrucken der Presse edierte Cobden-Sanderson im Laufe der Jahre sechs deutschsprachige Goethe-Drucke: 1906 und 1910 die beiden Teile des »Faust«, 1911 »Die Leiden des jungen Werther«, 1912 »Iphigenie auf Tauris«, 1913 »Torquato Tasso« und schließlich als einen der letzten Drucke der Presse 1916 die »Auserlesenen Lieder, Gedichte und Balladen«.

23,6 : 17,0 cm. [8], 187, [11] Seiten.

Tidcombe DP24. – Tomkinson 56, 26

4  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Iphigenie auf Tauris.

€ 12000

Ein Schauspiel. Hammersmith 1912. Hellroter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Fileten auf Rücken, Deckeln, Steh- und Innenkanten sowie teils gepunzter Schnittvergoldung (signiert: The Doves Bindery 19 C – S 12).

Eins von 20 Exemplaren auf Pergament. Daneben wurden weitere zwölf Pergamentexemplare mit vergoldeten Initialen und 200 Exemplare auf Bütten gedruckt. – Satzanordnung von William Jenkins, gedruckt von H. Gage-Cole und Albert Lewis. – Titel, Personen, Regieanweisungen und die Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt – wie alle Goethe-Drucke der Presse – der Weimarer Ausgabe, die 1887–1919 erschien und nach der Herausgeberin, der Großherzogin Sophie von Sachsen auch als »Sophienausgabe« bezeichnet wird. – Die Pergamentexemplare wurden ausschließlich durch die Doves Bindery gebunden und zum schon damals stolzen Preis von etwa 10–25 Pfund verkauft. – Exlibris Lucy Spiegl.

23,5 : 16,8 cm. [8], 110, [10] Seiten. – Rücken kaum merklich aufgehellt.

Tidcombe DP 28. – Tomkinson 57, 30

5  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Torquato Tasso.

€ 15000

Ein Schauspiel. Hammersmith 1913. Hellroter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkanten- sowie teils gepunzter Schnittvergoldung (signiert: The Doves Bindery 19 C – S 13).

Eins von zwölf Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf Pergament mit sieben vergoldeten Initialen. Zudem wurden weitere 15 Pergamentexemplare ohne Vergoldung und 200 Exemplare auf Bütten gedruckt. – Satzanordnung von William Jenkins, gedruckt von H. Gage-Cole und Albert Lewis. – Die Initialen wurden von Graily Hewitt handvergoldet. – Titel, Personen, Regieanweisungen und der Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt der Weimarer Ausgabe.

23,5 : 16,8 cm. [6], 163, [13] Seiten. – Rücken unmerklich aufgehellt. Vergoldung auf dem Vorderdeckel mit zwei winzigen Fehlstellen.

Tidcombe DP 31. – Tomkinson 34

6  Doves Press – John Keats. [Selections]. 1914.

€ 10000

Selected, arranged, and printed at The Doves Press. Hammersmith [1915]. Roter Maroquinband mit reicher ornamentaler Rücken- und Innenkantenvergoldung. Deckel- und Stehkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: Frieda Thiersch).

Eins von zwölf Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Weitere 200 Exemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Druck in Rot und Schwarz. – Mit einer Danksagung an J. W. Mackail, der die späten Editionen der Presse (Wordsworth, Shelley, Keats) korrigierte; »has saved me from many an error and oversight« (Druckvermerk). – Charles F. Carter hatte sich eine Kleinoktavausgabe von Keats Dichtungen gewünscht, Cobden-Sanderson lehnte dies aber mit Hinweis auf die Größe der Doves-Type (»my only fount«) bedauernd ab. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss, mit dessen Monogrammstempel auf dem Vorsatzblatt.

23,4 : 16,7 cm. [6], 203, [9] Seiten.

Tidcombe DP 36. – Tomkinson 58, 45

7  Florence Press – Robert Louis Stevenson. Virginibus puerisque

€ 1500

& other Papers. With twelve illustrations in colour after designs by Norman Wilkinson. London, Chatto & Windus 1910. Mit zwölf Farbtafeln nach Aquarellen. Originalpergamentbroschur mit vergoldeten Titeln und grünen Schließbändern.

Eins von zwölf Exemplaren auf Pergament, von denen zehn in den Handel kamen. Weitere 250 Exemplare wurden auf Aldwych Handpapier gedruckt. – Die 1908 von den beiden Verlegern Chatto und Windus gegründete Presse ließ ihre Bücher auf anderen Handpressen drucken, die ersten zwölf Editionen auf der Arden Press in Letchworth. – Für alle Drucke wurde die »Florence Press Type« verwendet, die Herbert P. Horne nach alten italienischen Schriften im Auftrag der Presse gezeichnet hatte.

26,2 : 19,8 cm. [12], 120, [4] Seiten. 12 Tafeln. – Ein Seidenpapiervorblatt leicht geknickt.

Tomkinson 85, 6

8  Golden Cockerel Press – Geoffrey Chaucer. Troilus and Criseyde.

€ 3000

Edited by Arundell del Re with Wood Engravings by Eric Gill. Berkshire 1927. Mit Holzschnitttitel, neun -illustrationen, zahlreichen -bordüren und farbigen -initialen. Halblederband mit Buntpapierdeckelbezügen (signiert: Sargorski & Sutcliffs, London).

50. Druck der Golden Cockerel Press. – Eins von 225 Exemplaren. Die ersten sechs Exemplare wurden auf Pergament gedruckt. – Auf Kelmscott hand-made paper. – Von Eric Gill stammt der gesamte Buchschmuck der Ausgabe: Titel und Zwischentitel, fünf blattgroße und vier kleinere Holzschnitte sowie 60, mehrfach wiederholte figürliche Bordüren auf allen Textseiten. Die Initialen wurden in Blau und Rot gedruckt. – Ende der 1920er Jahre erschienen die großen Illustrationsfolgen von Eric Gill: Chaucers »Troilus« folgten 1929 auch dessen »Canterbury Tales«, 1931 druckte Harry Graf Kessler das »Canticum Canticorum« und 1933 Shakespeares »Hamlet«. – Die 1920 gegründete Presse war 1924 von Robert Gibbings übernommen worden, die hohen Ansprüche der Gründer der Presse wurden von ihm konsequent – und in vorliegendem Werk deutlich sichtbar – fortgesetzt.

31,6 : 20,1 cm. [4], XI, [1], 309, [11] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Gill 279. – Nicht mehr bei Tomkinson

  9    Eugen Diederichs Verlag – Wladyslaw Stanislaw Reymont. Die polnischen Bauern.

€ 450

Herbst. Winter. Frühling. Sommer. Der Bauernspiegel. Berechtigte Übersetzung aus dem Polnischen von Jean Paul d’Ardeschah. Jena, Eugen Diederichs 1912. Mit Buchschmuck von Anna Gramatyka-Ostrowska. Vier Originalmaroquinbände. Rückenverzierung, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten mit dem Löwenwasserzeichen des Verlages und in Ganzleder gebunden. – Erste deutsche Ausgabe. – Das monumentale Bauernepos des polnischen Schriftstellers Reymont (1867–1925), das im Original von 1902 bis 1908 erschien, »gilt der Weltliteratur als eine der künstlerisch vollendetsten und vielfältigsten Gestaltungen bäuerlichen Lebens« (A. Schmaus nach KNLL). 1924 wurde der Autor dafür mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. – Den Buchschmuck (Doppeltitel, Initialen und Einbandverzierung) entwarf die polnische Graphikerin Anna Gramatyka-Ostrowska (1882–1958). – Schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe. – Aus der Bibliothek Heinrich Stinnes mit dessen Besitzvermerk auf den Vorblättern.

20,5 : 14,5 cm. – Rücken mit kleinen Stockflecken.

KNLL XIV, 54

10  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

€ 600

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig). In Originalschutzumschlag und -kassette mit Deckelschild.

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe. – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, auf unbeschnittenem Zerkall-Einhorn-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – »Die prächtigen Schriften aus dem reichen Typenvorrat von Enschedé en Zonen in Haarlem stehen auf handgeschöpftem Bütten und behaupten sich bravourös neben den Illustrationen von Bayros, der sich hier, eine Entdeckung Bierbaums, erstmals auf dem deutschen Buchmarkt vorstellte und einen glücklichen Tag gehabt haben muß, da er einmal ohne die sonstige süßliche Parfümierung seiner Zeichenfeder ausgekommen war« (Eyssen, S. 65). – Bierbaum gehörte zu den Hauptautoren der ersten Verlagsjahre von Georg Müller. »Er war es, der die lange Reihe schöner Drucke […] eröffnete, und zwar mit den Ausgaben seines erst rein typographisch, schließlich dann illustriert erscheinenden Buches ›Das schöne Mädchen von Pao‹ (1910).« (Georg K. Schauer). – Nahezu makelloses Exemplar.

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten. 7 Tafeln. – Schuber ganz schwach berieben. – Eine Seite mit leichtem Knick.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

11  Insel-Verlag – Otto Julius Bierbaum. Gugeline.

€ 120

Ein Bühnenspiel in fünf Aufzügen. Mit Buchschmuck von E. R. Weiß. Berlin, Schuster und Loeffler 1899. Illustrierter Originalpappband mit Japanbezügen und Deckel- und Rückenillustrationen in Schwarz, Gelb und Grün.

Erste Ausgabe der »Ersten Buchveröffentlichung der ›Insel‹«. – Gedruckt auf Holländischem Bütten. – Erstmals wurde hier das im Sommer 1899 von Peter Behrens entworfene Insel-Signet verwendet. Im September 1899 gründeten Alfred Walter Heymel, Rudolf Alexander Schröder und Otto Julius Bierbaum den Verlag. »Die Ungeduld, mit der Heymel zu Werke ging, unterstreicht der Umstand, daß das erste Buch erschien, bevor am 19. September 1899 die offzielle Verlagsgründung erfolgte« (Theo Neteler). – In der Folgezeit war es Bierbaum als der Ältere und Erfahrenere, der vorrangig Kontakte zu Autoren vermittelte, die für Jahrzehnte zum Verlagsprogramm zählen sollten: Richard Dehmel, Hugo von Hofmannsthal, Paul Scheerbart und nicht zuletzte Rainer Maria Rilke (vgl. Theo Netelers Beitrag »Schöne Bücher improvisiert man nicht« in John Dieter Brinks Monographie »Vom Ornament zur Linie« über den frühen Insel-Verlag). – E. R. Weiß entwarf den Einband und die berühmten blau-grünen Vorsatzpapiere und zeichnete die Bordüren und Vignetten für die Zwischentitel und Zierleisten.

19,8 : 14,5 cm. [8], 105, [3] Seiten. – Einband leicht fleckig.

Sarkowski 167

12  Insel-Verlag – Heinrich Vogeler-Worpswede. Dir.

€ 4500

Gedichte. Berlin, Verlag der Insel bei Schuster & Löffler 1899. Mit zahlreichen kolorierten Illustrationen und Bordüren des Dichters. Originalpergamentband mit blindgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von sechs Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe: 40 Exemplare wurden auf Van Gelder-Bütten gedruckt, jedoch nur die ersten sechs vom Künstler eigenhändig koloriert, signiert und nummeriert und in Pergament gebunden. – Heinrich Vogeler stand, wie auch andere Worpsweder Künstler, Illustrationsaufträgen skeptisch, ja ablehnend gegenüber. Noch 1898 äußerte er gegenüber Gerhart Hauptmann und dem Verleger Eugen Diederichs seine Bedenken, durch »plumpe Hand« Dichtung zu »vergröbern und verderben«. Seine Zeichnungen in »Dir« wurden von dem überschwänglichen Rezensenten Johannes Schlaf als »Offenbarung der Seele des jeweils Dargestellten« goutiert, die Dichtungen als »Glossen, die erläutern« (vgl. Worpswede-Moskau, Ausstellungskatalog Worpswede 1989, Seite 131f.) – »Vogeler […] brachte die empfindsame und zugleich gegenständliche Richtung des Jugendstils zu vollkommenem Ausdruck. Die von ihm selbst verfaßten und niedergeschriebenen Verse des Bandes ›Dir‹ von 1899, feinstrichig, schlank und dicht, bilden die wahre Mitte des rahmenden Liniengespinstes aus Blütengewächsen und Geäst« (Schauer I, 47). – Eines der typischsten Bücher des deutschen Jugendstils. – Sehr schönes Exemplar.

24,5 : 18,5 cm. [64] Seiten.

Sarkowski 1842 VA. – Neteler 21 VA. – Schauer II, 12. – Langer, Jugendstil, Seite 130

13  Insel-Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Der Kaiser und die Hexe.

€ 5000

Mit Zeichnungen von Heinrich Vogeler-Worpswede. Berlin, Verlag der Insel bei Schuster & Löffler 1900. Mit illustriertem farbigen Doppeltitel, einer figürlichen Initiale und kleinen Zierstücken. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel, breiter vergoldeter Innenkantenbordüre und farbig und in Gold gedruckten Vorsatzpapieren.

Erste Buchausgabe. – Eins von 200 Exemplaren. – Breitrandiger Druck in Rot und Schwarz auf starkem Insel-Bütten. – Gedruckt bei Otto von Holten im Auftrag von Alfred Walter Heymel. – »Vogeler entwarf Buchschmuck und Doppeltitel zu Hofmannsthals lyrischem Einakter. […] Die Wirkung des phantasievollen Doppeltitels wird von der klassisch anmutenden Schlichtheit der Römischen Antiqua und des Druckbildes des Textes noch gesteigert.« (Papiergesänge). – »Als Buchkünstler hat er dann eine ganze Reihe von Werken ausgestattet, wie beispielsweise seine eigenen Gedichte oder die ersten Buchausgaben des jungen Gerhart Hauptmann. Nie wieder übertraf er die Leistung von ›Der Kaiser und die Hexe‹. Der ›Lyriker des Jugendstils‹ (Walter Tiemann) verwandelte den Doppeltitel hier unter Zuhilfenahme der sechs Farben Gold, Mattrot, Violett, Lindgrün, Braun und Hellblau in einen romantischen Zaubergarten […] Beim Betrachten glaubt man die jugendfrische Begeisterung zu spüren, von der eine ganze Künstlergeneration um die Jahrhundertwende getragen wurde.« (Jürgen Eyssen). – Ein Höhepunkt der Buchkunst des Jugendstils.

23,8 : 15,3 cm. 58, [6] Seiten.

Sarkowski 765. – Neteler 32. – Jacoby 14. – Schauer I, 47 und II, 11 (Abbildung). – Papiergesänge 14. – Vom Jugendstil zum Bauhaus 34. – Langer, Jugendstil S. 126

  14    Insel-Verlag – Fünf Drucke mit Buchschmuck und Illustrationen von Heinrich Vogeler-Worpswede.

€ 450

Berlin und Leipzig 1900–1905. Originaleinbände.

I. Alfred Walter Heymel. Ritter Ungestüm. 1900. Mit einem Frontispiz und farbigem Vorsatzpapier. Originalpappband mit Titel- und Rückenschild. – II. Irene Forbes Mosse. Mezzavoce. Gedichte. 1901. Mit sechs blattgroßen Illustrationen, darunter die Titelillustration, und zwei Vignetten. Originalleinenband mit Deckel- und Rückenillustration. Erste Ausgabe des Erstlings der Dichterin. 1904 erschien im inzwischen selbstständigen Insel-Verlag ihre zweite Gedichtsammlung, »Peregrina’s Sommerabende«, ebenfalls mit Illustrationen von Heinrich Vogeler. – III. [Iwan] Turgenjeff. Gedichte in Prosa. 1903. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck. Originalleinenband. Titel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. – IV. Oscar Wilde. Das Granatapfelhaus. 1904. Mit illustriertem Titel, vier blattgroßen Illustrationen, vier figürlichen Initialen und zwei Vignetten. Dunkelblauer Halbmaroquinband mit Rückenvergoldung, marmorierten Buntpapierbezügen und eingebundenem Originalumschlag. – V. Irene Forbes-Mosse. Peregrina’s Sommerabende. Lieder für eine Dämmerstunde sowie dreissig Übersetzungen mit vielen Zeichnungen geschmückt. [1905]. – Vgl. auch KatNr. 370.

Rücken etwas verfärbt (I) bzw. verblasst (III, V). Exlibris, Bindung zwischen einigen Lagen gelockert (III). Handschrifitlicher Besitzvermerk auf dem Umschlag (V).

Sarkowski 728, 1786, 1910 und 474

15  Insel-Verlag – Arno Holz. Die Blechschmiede.

€ 1500

Leipzig, Insel 1902. Mit Buchschmuck von Julius Diez. Dunkelroter Maroquinband mit reicher Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: O. Herfurth, MDE). Originalumschlag eingebunden. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Einer der frühen Drucke des Verlages, der noch auf dem Bütten der Zeitschrift »Die Insel« mit dem Behrens-Signet als Wasserzeichen gedruckt wurde. – Arno Holz’s großartige Literatursatire,dieser »›Riesenpapierkorb‹ der Weltliteratur« – parodiert den Goethekult und die zeitgenössische Literatur der Jahrhundertwende. Von dieser ersten Ausgabe bis zur endgültigen Fassung 1921 erweiterte der Verfasser das Werk, »ein Vorgang, der sich bei allen Werken von Holz beobachten läßt« (KNLL). – Der schöne, mit zahlreichen, Rhomben bildenden, Fileten verzierte Einband von Otto Herfurth entstand wohl Mitte der 1920er Jahre, nachdem Herfurth Mitglied des berühmten Bundes »Meister der Einbandkunst« geworden war.

24,4 : 18,3 cm. [4], 147, [1] Seiten. – Rücken minimal verfärbt. Vorderes Gelenk oben etwas brüchig.

Sarkowski 781. – KNLL VIII, 10f

  16    Insel-Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Das kleine Welttheater oder die Glücklichen.

€ 200

Leipzig, Insel 1903. Mit illustrierten Vorsätzen und Einbandzeichnung von Aubrey Beardsley. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelillustration und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf Holländischem Bütten. – Die Vorsatzillustration wurde aus dem Nachlass von Beardsley hier erstmals verwendet. – Stefan George, dem gegenüber sich Hofmannsthal für seine »Theilnahme an der Unternehmung ›Insel‹, [die] Ihnen und anderen Freunden vielleicht besondere Ungeduld erregte« rechtfertigte, äußerte sich über das Buch des Freundes: »die heranziehung anders gedachter gebilde eines toten zeichners für ein heutiges ihm fremdes buch – ein missgriff. aber … das ganze wirkt doch einfach und vornehm« (Briefwechsel zwischen HvH und SG, zitiert nach Insel-Katalog Marbach, S. 36f.).

20,2 : 15,0 cm. [44] Seiten. – Vereinzelt winzige Stockflecken.

Sarkowski 768

17  Insel Verlag – Ernst Hardt. Aus den Tagen des Knaben.

€ 450

Leipzig, Insel 1904. Mit einer Titelillustration von Jan Toorop. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Im Schuber. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren auf Japan (Gesamtauflage 530). – Die Widmungsinitiale (für Hardts Frau Polyxena) zeichnete Marcus Behmer. – Auf den Vortitelblättern ein eigenhändiger Vorabauszug aus seinem Stück »Ninon von Leclos«, das 1905 im Insel Verlag erschien, gewidmet »seinem lieben Hans von Müller« (1875–1944), Germanist und Schriftsteller, Mitherausgeber der Werkausgaben von E.T.A. Hoffman und Nietzsche. – Ernst Hardt (1876–1947), Schriftsteller, Übersetzer, Theater- und Rundfunkintendant, bezeichnete sich selbst als »in der Art geblieben wie aus der Art geschlagen«. Nach einigen Jahren als Schriftsteller – im späten Kai­ser­reich ge­hör­te er zu den meist ge­spiel­ten Dra­ma­ti­kern auf deut­schen Büh­nen – übernahm er zum Jahreswechsel 1918/19 die Leitung des Weimarer Landestheaters, das er in »Deutsches Nationaltheater« umtaufte. Gemeinsam mit Walter Gropius, der im Frühjahr 1919 zum Leiter des »Staatlichen Bauhauses in Weimar« berufen wurde, wollte er im weltbekannten Weimar aus der Spannung von Tradition und Moderne den »Grundstein einer Republik der Geister« legen. 1925 übernahm er die Leitung des Kölner Stadttheaters, 1926 bot der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer ihm die Intendanz der West­deut­schen Rundfunk AG an. Im März 1933 wur­de Ernst Hardt von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten aus dem Amt entfernt, seine Bücher wurden verbrannt. Nach dem Krieg scheiterten die Pläne, im neu entstehenden deutschen Rundfunk eine ihm angebotene leitende Stelle zu übernehmen an seinem Gesundheitszustand – er starb 1947 an Lungenkrebs.

17,0 : 13,0 cm. [8], 85, [3] Seiten.

Sarkowski 662

18  Insel Verlag – Gockel Hinkel Gackeleia.

€ 450

Märchen wiedererzählt von Clemens Brentano. Leipzig, Insel 1905. Mit Buchschmuck von Friedrich Wilhelm Kleukens und 15 Tafeln nach den Lithographien der Originalausgabe. Olivgrüner Originalkalblederband mit reicher Rückenvergoldung, vergoldeter und rot-intarsierter Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber mit Rückenschildern.

Eins von 300 Exemplaren. – Neudruck der Originalausgabe von 1838, mit einem Nachwort von Franz Deibel. – Auf Bütten. – Doppeltitel, Zueignung, Buchschmuck und Einbandentwurf von Friedrich Wilhelm Kleukens. Es war seine erste Arbeit für den Insel-Verlag. »Dass der Illustrationsauftrag […] an F. W. Kleukens ging, hing sicherlich mit der außerordentlichen Qualität von Tierzeichnungen zusammen, die Kleukens bekannt gemacht hatte.« (Theo Neteler, in: Die Pressen der Brüder Kleukens, Stuttgart 2015, S. 6f.). Im Folgejahr berief Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Kleukens nach Darmstadt, wo er 1907 die Ernst Ludwig Presse gründete. – Die Lithographien der Originalausgabe nach Entwürfen von Clemens Brentano wurden hier im Lichtdruck reproduziert.

22,1 : 15,0 cm. [4], 378, [2] Seiten, 15 Tafeln. – Rücken etwas verblasst. Ecken minimal berieben, oberes Kapital mit winziger Läsur.

Sarkowski 221

19  Insel-Verlag – Alfred Walter Heymel. Zwölf Lieder (für meine Frau).

€ 800

Leipzig, Insel 1905. Mit illustriertem Doppeltitel und Einbandzeichnung von Karl Walser. Illustrierte Originalbroschur mit vergoldetem Deckeltitel. In roter Originalkalblederchemise mit goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Insel-Bütten. Zusätzlich erschienen 500 Exemplare auf einfachem Bütten. – Eine der frühesten Illustrationsarbeiten von Karl Walser. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert und datiert »Bremen 1905«, das Gedicht »Kinder kommt und fasst mit an« mit eigenhändiger monogrammierter Textkorrektur. – In der Vorzugsausgabe sehr selten. – Dazu: Alfred Walter Heymel. Die Fischer und andere Gedichte. Berlin, Verlag der Insel bei Schuster & Loeffler 1899. Mit Buchschmuck von E. R. Weiß. Originalhalbpergamentband mit Goldschnitt. Erste Ausgabe. Gedruckt auf Insel-Bütten. Emil Rudolf Weiß gestaltete Titelblatt, Widmungsblatt für Bierbaum, Zwischentitel mit Vignetten, zahlreiche Initialen, Bordüren, Einbanddeckel und Vorsatzpapiere. – Das Buch wurde zeitgleich mit dem ersten Heft der »Insel« im Oktober 1899 ausgeliefert.

18,3 : 12,2 cm. [44] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt.

Sarkowski 732 und 726. – Badorrek-Hoguth B 30. – Schauer II, 57

  20    Insel-Verlag – Friedrich von Schiller. Sämtliche Werke.

€ 300

Band 1 [bis] 6. Leipzig, Insel 1905/06[–1924]. Ziegelrote flexible Originalkalblederbände mit vergoldeten Rücken- und Deckeltiteln und Kopfschnittvergoldung.

Großherzog Wilhelm Ernst Ausgabe, herausgegeben im Auftrag von Alfred Walter Heymel. – Mischauflage, teils in den Nachdruck um 1920, die Rückengestaltung einheitlich. – Dazu: Dubletten der Bände I und V, aus der ersten Auflage, aber mit abweichender Rückengestaltung. – Dünndruckpapier. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig unter der Druckleitung von Harry Graf Kessler und Emery Walker. – Titel und Überschriften entwarf Eric Gill, die Einbände entwarf Douglas Cockerell. – Enthält: Dramatische Dichtungen I und II, Gedichte und Erzählungen, Philosophische Schriften, Historische Schriften und Übersetzungen. – Noch vor seinem frühen Tod hatte Rudolf von Poellnitz zusammen mit Harry Graf Kessler die Herausgabe von Werken deutscher Klassiker geplant. Die Edition wurde von Kessler dem Großherzog von Sachsen-Weimar vorgeschlagen, der im März 1904 die Schirmherrschaft übernahm und seinen Namen für den Reihentitel freigab. Der Reinerlös der Ausgabe sollte an Kesslers Museum in Weimar fließen. Zu Weihnachten 1905 wurden die beiden ersten Bände der Schiller- und der Goethe-Ausgabe vom Insel Verlag ausgeliefert. Bis 1912 waren Kessler und Emery Walker für die Druckleitung und die Gesamtausstattung verantwortlich. Eric Gills Titelschriften sind dessen früheste typographische Arbeit. Unter dem Reihentitel erschienen in gleicher Ausstattung 34 Bände (Schiller, 6. – Schopenhauer, 5. – Koerner. – Goethe, 16. – Kant, 6).

16,8 : 10,3 cm. – Rücken minimal berieben.

Sarkowski 1460. – Gill 302

21  Insel-Verlag – Johann Wolfgang von Goethe. Sämtliche Werke

€ 400

in siebzehn Bänden. – Briefe und Tagebücher. Zwei Bände. – Herausgegeben von Hans Gerhard Gräf und anderen. Leipzig, Insel [1926–28]. 19 ziegelrote flexible Originalkalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln und Verlagssignets auf den Vorderdeckeln.

Zweite Werkausgabe im Inselverlag, inhaltlich nahezu übereinstimmend mit der »Großherzog-Wilhelm-Ernst-Ausgabe« von 1905–1917. – Die Titelschrift entwarf für diese Ausgabe Anna Simons, die Einbandentwürfe sind eine Gemeinschaftsarbeit von Walter Tiemann und E. R. Weiß. – Dünndruckausgabe mit Kopfschnittvergoldung. – Enthält »Romane und Novellen«, »Autobiographische Schriften«, »Dramatische Dichtungen«, »Kunstschriften«, »Übersetzungen und Bearbeitungen«, »Aufsätze«, »Lyrische und epische Dichtungen« und »Naturwissenschaftliche Schriften« (nun in zwei Bänden). – Vollständig und sehr gut erhalten. – Dazu in identischer Ausstattung: Heinrich von Kleist. Sämtliche Werke. Herausgegeben von Friedrich Michael. 9.-13. Tausend. [1938]. – Friedrich Hölderlin. Sämtliche Werke. – Gesammelte Briefe. [1925 und 1935].

17,5 : 10,5 cm. – Rücken der Goethe-Ausgabe mit unbedeutenden Kratzern, zwei Rücken minimal berieben.

Sarkowski 541 und 547 sowie 928, 740 und 744

22  Insel Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Der weiße Fächer.

€ 800

Ein Zwischenspiel. Mit vier Holzschnitten von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel 1907. Mit vier ganzseitigen Holzschnitten. Originalpergamentband mit fliederfarbenen Seidenvorsätzen, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erste Buchausgabe. – Eins von 50 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 800). – Druck in Gelb und Schwarz. – 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu einer Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an. Die Planungen begannen schon 1910, das Buch der Cranach-Presse erschien aber erst zwanzig Jahre später.

35,0 : 25,8 cm. [36] Seiten. – Einband minimal angestaubt.

Houghton Library Catalogue 760. – Sarkowski 776 VA

23  Insel Verlag – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

€ 1800

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit üppigem Buchschmuck in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde 1900 von Georges Lemmen gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde.

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten.– Kanten etwas berieben, vorn oben kleine Stauchungen. Rücken restauriert, Gold des Rückentitels abgerieben. – Vorsätze erneuert.

Sarkowski 1193. – Brinks 79. – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

24  Insel-Verlag – Miguel de Cervantes Saavedra. Don Quixote.

€ 3000

Drei Bände. – Novellen. Zwei Bände. – Besorgt von Konrad Thorer. Leipzig, Insel 1908. Mit ornamental verzierten, farbig gedruckten Doppeltiteln. Rote Originalmaroquinbände mit Rückenvergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf fein geripptem Insel-Bütten und im Maroquineinband. – Die Bordüren der Doppeltitel, die in Blau und Schwarz gedruckt wurden, und die schöne ornamentale Rückenvergoldung der Einbände entwarf Carl Czeschka, der damals gerade nach Hamburg berufen worden war und an der dortigen Staatlichen Kunstgewerbeschule Lerchenfeld unterrichtete. – Aus dem Besitz von Heinrich Stinnes, mit dessen »dezentem« eigenhändigem Besitzvermerk auf allen Vortitelblättern.

18,5 : 12,5 cm. – Drei Rücken leicht verfärbt, einer verblasst.

Sarkowski 299 VA und 301 VA. – Schauer II, 49 (Abbildungen)

25  Insel-Verlag – Friedrich Nietzsche. Ecce Homo.

€ 750

Leipzig [1908]. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Henry van de Velde. Originalhalbpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 1100 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten, 150 Vorzugsexemplare wurden auf Japan gedruckt. – Buchschmuck und Einband zeichnete Henry van de Velde, gebunden wurden die Bücher in der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule, Weimar. – Van de Velde war ein großer Verehrer Nietzsches und seit seiner Ankunft in Weimar nun auch in räumlicher Nähe zu dem von der Schwester des Philosophen umstritten geleiteten Archiv. Die Umgestaltung der Villa Silberblick, Sitz des Archivs, lag in seinen Händen. Henry van de Velde gestaltete alle drei großen Nietzsche-Ausgaben des Insel-Verlages: 1908 »Ecce Homo« und »Also sprach Zarathustra«, 1914 dann die »Dionysos Dithyramben«, allesamt Meilensteine der deutschen Buchkunst am Anfang des 20. Jahrhunderts. – Nietzsches autobiographischer Text (»Wie man wird, was man ist«) erschien in dieser bibliophilen Ausgabe erstmals; aus dem Nachlass herausgegeben von Raoul Richter, der auch das ausführliche Nachwort schrieb.

25,0 : 19,5 cm. 154, [4] Seiten.

Sarkowski 1201. – Brinks 81. – Schauer II, 15. – Schaberg 61 b. – WNB 320

26  Insel-Verlag – [Henry van de Velde]. Amo.

€ 600

[Leipzig] 1909. Mit Initialen von Henry van de Velde. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 130 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 150). – Henry van de Veldes »innigstes Credo, sein ekstatischer Text« ist ein Auszug aus seinem Essay »Über die vernunftgemäße Schönheit«. – Zweifarbiger Druck in Rot (Titelzeile und die dreizehn Initialen »I«) und Schwarz. – Einbandentwurf von Henry van de Velde. – 1915 druckte Harry Graf Kessler – bemerkenswert im zweiten Kriegsjahr in der Sprache des Feindes – die französische Ausgabe in ganz ähnlicher Typographie auf seiner Cranach-Presse.

22,4 : 17,4 cm. [16] Seiten. – Rücken leicht angestaubt. Vorderdeckel mit Feuchtigkeitsspur und Fleck. – Exlibris.

Sarkowski 1808. – Brinks, Velde 87

27  Insel-Verlag – Emile Verhaeren. Les heures du soir.

€ 300

Leipzig, Insel 1911. Originalhalblederband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel.

Eins von 550 Exemplaren, davon die ersten 50 auf Japan. – Einbandentwurf von Henry van de Velde. – Gedruckt auf starkem Bütten von Spamer in Leipzig.

26,5 : 19,5 cm. 36, [4] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst. – Vorsätze erneuert. Erste und letzte Seiten leicht stockfleckig.

Sarkowski 1822. – Brinks, Velde 98

  28    Insel-Verlag – Joseph Bédier. Der Roman von Tristan und Isolde.

€ 200

Leipzig, Insel 1911. Schwarzer Originalkalblederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung; Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung von Rudolf G. Binding. – Das erste von 100 Vorzugsexemplaren auf Van Gelder-Bütten. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß. – Nicht Sammlung Stinnes, was man bei der Exemplarnummer hätte erwarten dürfen, sondern Exlibris Leopold Biermann (1875–1922). Der vermögende Bremer Kaufmannserbe war Kunstmäzen und Mitglied in mehreren Kunstvereinigungen. – Sehr schönes Exemplar. – Ehemals Sammlung Victor Günthert, München.

18,8 : 12,3 cm. [6], 226, [2] Seiten.

Sarkowski 118 VA. – Fromm I, 2719

29  Insel Verlag – Jean Paul. Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch.

€ 800

Almanach für Matrosen wie sie sein sollten. Leipzig, Insel 1912. Mit Frontispiz und 15 Tafeln nach Zeichnungen von Emil Preetorius, alle koloriert. Farbig illustrierter Originalpergamentband mit Kopfgoldschnitt. Mit Originalschutzumschlag und im Schuber.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den kolorierten Illustrationen und im Ganzpergamenteinband, dessen Illustrationen ebenfalls von Preetorius stammen. – Tadelloses Exemplar.

20,0 : 13,2 cm. [46], 136, [4] Seiten, 15 Tafeln.

Sarkowski 837 VA. – Schauer II, 48. – Ohr 12

30  Insel Verlag – Emile Verhaeren. Les Villages illusoires.

€ 5000

Avec 15 gravures à l’eau forte par Henry Ramah. Leipzig, Insel 1913. Mit 15 signierten Aquatintaradierungen. Karminroter Originalmaroquinband mit ornamentaler vergoldeter und intarsierter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung (signiert: KGS Weimar).

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 230). – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Gebunden in der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Weimar nach einem Entwurf Henry van de Veldes. – »Neben Henry van de Velde war Emile Verhaeren in den letzten Jahren vor dem ersten Weltkrieg der zweite Belgier, der im deutschen Sprachraum Weltgeltung besaß. Verhaeren galt als der belgische Richard Dehmel und seine Dichtungen, auch sie stark geprägt von dem Erlebnis »Nietzsche«, gehörten zu den populärsten Übersetzungen … 1913 erschien dann ›Les villages illusoires‹ mit Radierungen des belgischen Künstlers Henry Rademaker. Die Wahl des Künstlers, dem die Gestaltung … [des Buches] anvertraut werden sollte, fiel Anton Kippenberg … nicht schwer. Henry van de Velde schien für die Aufgabe prädestiniert … So lädt dieser Einband, dank der Vignette, die mit der Leuchtkraft eines Fixsterns in einem grenzenlosen Raum steht, aber auch durch die Wahl der Farben und die lebendige Struktur des Materials dazu ein, die Seiten eines außergewöhnlichen Buches zu öffnen, das die Deutschen ganz den Belgiern, dem Dichter Verhaeren, dem Radierer Ramah, dem Buchkünstler van de Velde verdankten, wenige Monate, bevor es ihnen unumgänglich erschien, Belgien mit Krieg zu überziehen.« (Dieter Brinks, a. a. O., S. 181 ff.). – Sehr selten. – Breitrandiger Druck, sehr schönes Exemplar.

34,6 : 26,8 cm. 63, [5] Seiten, 15 Radierungen. – Rücken minimal verfärbt, Vorderdeckel mit winziger Fehlstelle im Leder. – Exlibris.

Brinks 109 (Abb S. 185). – Sarkowski 1828. – Schauer II, 16

  31    Insel-Verlag – Die Schön Magelona.

€ 200

Eine fast lustige Historie von dem Ritter mit den silbern Schlüsseln und von der Schönen Magelona, gar lustig zu lesen. Auswahl und Nachwort von Severin Rüttgers. Leipzig, Insel [1913]. Mit 37 kolorierten Abbildungen nach alten Holzschnitten. Originalpergamentband mit kolorierter Deckelvignette und blindgeprägten Fileten. Im Schuber.

Eins von 205 Exemplaren mit den kolorierten Holzschnitten und auf Bütten. – Vorzugsausgabe von Inselbändchen 39.1. – Die Holzschnitte wurden nach der Ausgabe von 1598 gedruckt. – Sehr schönes, frisches Exemplar.

19,0 : 12,7 cm. [2], 100, [2] Seiten.

Sarkowski 1520 (nennt 200 Exemplare). – Kästner IB, S. 238. – Jenne II, 44

32  Insel-Verlag – Friedrich Nietzsche. Dionysos Dithyramben.

€ 2000

Leipzig, Insel [1914]. Mit großer vergoldeter Titelvignette und einigen Zierstücken. Brauner Originalecrasélederband. Deckelvignette, Deckelkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Weimar KGS).

Eins von 150 Exemplaren auf englischem Aldwych-Bütten, davon 50 in dieser Einbandvariante. – Henry van de Velde entwarf die große Titel- und die Einbandvignette. Die Vergoldung der Titelvignette wurde bei Graily Hewitt in England ausgeführt. Neben den Pergamentexemplaren ließ Kippenberg auch zahlreiche der Büttenexemplare zum Vergolden schicken. – Für die Deckelvignette verwendete die Buchbinderei in der Kunstgewerbeschule in Weimar zwei verschiedene Fassungen, wobei die hier vorliegende kleinere Variante laut Brinks die seltenere ist.

28,2 : 22,2 cm. [8], 32, [6] Seiten. – Vereinzelt schwache stockfleckig – Vorsätze, erste und letzte leere Seiten stärker.

Brinks 124 und ausführlich auf Seite 192f. – Sarkowski 1200

  33    Insel-Verlag – Die vier Zweige des Mabinogi.

€ 250

Ein keltisches Sagenbuch. Leipzig, Insel 1914. Brauner Originalschweinslederband mit Blindprägung. Kopfschnitt ziegelrot eingefärbt.

Deutsch von Martin Buber, erste Ausgabe seiner Nachdichtung und Einleitung. – Auf HInsel-Bütten. – Eins der seltenen Exemplare in Ganzleder, Einbandentwurf stammt von E. R. Weiß.

21,1 : 14,7 cm. 121, [3] Seiten. – Rücken etwas nachgedunkelt, insgesamt aber sehr schön. – In privater Kassette.

Sarkowski 1837

34  Insel Verlag – [Johann Wolfgang von] Goethe. Werke

€ 600

in sechzehn Bänden. Leipzig, Insel [um 1920]. Ziegelrote flexible Originalkalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln, Deckelvignetten und Kopfschnittvergoldung.

Großherzog-Wilhelm-Ernst-Ausgabe, herausgegeben im Auftrag von Alfred Walter Heymel unter dem Beirat von Bernhard Suphan. – In den Nachauflagen um 1920 (Erstausgabe 1905–1917), dabei die Bände 1, 2 und 14 in den veränderten Fassungen. Die Einzelbände wurden Hans Gerhard Gräf, Max Hecker, Kurt Jahn u. a. herausgegeben. – Die Ausstattung der legendären Werkausgaben lag bei Emery Walker. Neben seiner Tätigkeit für die Kelmscott und Doves Press beriet er auch deutsche Drucker und Verleger, hier in Zusammenarbeit mit Harry Graf Kessler. Beiden gelang es den jungen Eric Gill für die Entwürfe der Titelschriften zu gewinnen. – Die Einbände stammen aus der Werkstatt von Douglas Cockerell. – Die besonders in den flexiblen Lederbänden »handschmeichlerischen« Dünndruckausgaben sind bis heute ein Beispiel für die enge Zusammenarbeit des Leipziger Verlages mit führenden englischen und deutschen Buchkünstlern der Jahrhundertwende. – Es erschienen unter dem Reihentitel in identischer Ausstattung auch Werkausgaben von Schiller, Schopenhauer, Körner und Kant. – Schön erhaltene Reihe.

17,5 : 10,7 cm. – Die Rücken ganz leicht verblasst. – Die ersten Seiten in Band 1 mit Eckknick.

Sarkowski 540. – Müller-Krumbach 10. – Brinks 20

35  Insel-Verlag – Die Geschichte von Tobia.

€ 300

Nach einer hebräischen Fassung herausgegeben von M. J. bin Gorion. Verdeutscht von Rahel Ramberg. Mit drei Steinzeichnungen von Max Liebermann. Leipzig, Insel 1920. Mit drei Lithographien, zwei blattgroß. Originalpappband mit Marmorpapierdeckelbezügen und Deckelschild.

Eins von 150 Exemplaren, davon wurden 30 vom Künstler signiert und in Pergament gebunden. – Auf ZVG-Bütten. – Den Einband entwarf Emil Rudolf Weiß.

33,3 : 27,0 cm. [6], 29, [3] Seiten.

Sarkowski 522. – Schiefler 310–312. – Lang I 111

36  Insel-Verlag – Beatrix.

€ 200

Eine brabantische Legende. Verdeutscht durch Friedrich Markus Huebner. Mit sechs Radierungen von Felix Timmermanns. Leipzig [1921]. Mit sechs Radierungen. Originalhalbpergamentband mit Japan-Buntpapierbezug. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 310). – Der flämische Dichter und Maler Felix Timmermanns (1886–1947) illustrierte auch viele seiner eigenen Romane und Erzählungen.

27,9 : 20,8 cm. 39, [1] Seiten. 6 Radierungen.

Sarkowski 103

37  Insel-Verlag – Daniel Defoe. Das Leben und die ganz ungemeinen Begebenheiten des weltberühmten Engelländers Robinson Crusoe.

€ 450

Mit 31 Steinzeichnungen von Richard Janthur. Leipzig, Insel 1922. Mit 31 Farblithographien. Originalpergamentband mit schwarzgedruckter Deckelvignette und Rückentitel.

Eins von 800 Exemplaren, dabei eines der wenigen in Ganzpergament. – Auf Japanbütten. – Richard Janthur, Mitglied der Berliner Sezession, begründete 1912 zusammen mit Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt die Künstlergruppe »Die Pathetiker« (Ausstellung in Waldens Galerie »Der Sturm«). 1918 war er Mitglied der »Novembergruppe« und trat 1919 dem »Arbeitsrat für Kunst« bei. In den 1920er Jahren widmete sich Janthur verstärkt der Buchillustration und erst zwanzig Jahre später wieder der Malerei. – 200 Jahre nach der Originalausgabe und der ersten deutschen Übersetzung erschienen mehrere bedeutende illustrierte Robinson-Ausgaben: 1919 mit Zeichnungen von Richard Seewald, 1922 mit Illustrationen von Friedrich Heubner bzw. Hans Pape. – Sehr schönes Exemplar.

31,3 : 23,8 cm. 104, [2] Seiten. 31 Farblithographien.

Sarkowski 363 A. – Jentsch, Expr. 122. – Sennewald 22, 1

38  Rainer Maria Rilke. Die Sonette an Orpheus.

€ 600

Geschrieben als ein Grab-Mal für Wera Ouckama Knoop. Leipzig, Insel 1923. Originalhalblederband mit Rückenschild, -titel und Kopfschnitt vergoldet (H. Sperling, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Ebenfalls 1923 erschienen die »Duineser Elegien«, von denen auch eine Vorzugs- und eine öffentliche Ausgabe gedruckt wurde. – Hier in der Einbandvariante in Halbleder, mit Bezugspapier, das bei den Ganzlederbänden für die Vorsätze verwendet wurde.

21,8 : 14,2 cm. 63, [5] Seiten. – Ränder etwas berieben. – Vorderes Vorsatzblatt mit handschriftlichem Besitzvermerk.

Mises 99. – Sarkowski 1357 VA

39  Insel-Verlag – Rainer Maria Rilke. Duineser Elegien.

€ 1000

Leipzig, Insel 1923. Dunkelgrüner Maroquinband mit goldgeprägten Titeln und Fileten. Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe, gedruckt in nur 300 Exemplaren auf Einhorn-Bütten von J. W. Zanders und etwa fünf Exemplaren auf Japan. – Wie die »Sonette des Orpheus«, die ebenfalls 1923 erschienen, wurde zunächste eine bibliophile und dann die öffentliche Ausgabe gedruckt. – Der Text folgt der Handschrift, die sich im Besitz der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe befand. – Schönes unbeschnittenes Exemplar in einem bemerkenswerten, aber unsignierten Handeinband. – Ehemals Sammlung Viktor Achter, Köln (Auktion Hauswedell & Nolte 295, Juni 1992, KatNr. 1841). – Dazu: Rainer Maria Rilke. Vom lieben Gott und Anderes. An Große für Kinder erzählt. Leipzig, Insel 1901. Mit Titelillustration und Buchschmuck von Emil Rudolf Weiß. Originalpappband mit lithographiertem Bezugspapier und Rücken- und Deckelschild. Titelauflage der ersten Ausgabe, die Weihnachten 1900 noch »im Insel-Verlage bei Schuster & Löffler« erschienen war. Der Druck entstand im Auftrag von A. W. Heymel, die gesamte Buchausstattung wurde von Emil Rudolf Weiß gezeichnet. – Das erste und für lange Zeit auch populärste Buch von Rilke, das im Insel Verlag veröffentlicht wurde. Ab der Folgeauflage 1904 lautete der Titel »Geschichten vom lieben Gott«.

29,0 : 19,9 cm. [4], 52, [8] Seiten. – Kanten, Ecken und Kapitale berieben. Deckel schwach fleckig, Rücken minimal verfärbt. – 22,2 : 15,7 cm. [8], 119, [3] Seiten. – Rücken etwas gebräunt und bestoßen. – Erste und letzte Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Sarkowski 1338 und 1363. – Mises 94 und 12

  40    Insel-Verlag – Rainer Maria Rilke. Sämtliche Werke.

€ 300

Herausgegeben vom Rilke-Archiv. In Verbindung mit Ruth Sieber-Rilke besorgt durch Ernst Zinn. Erster [bis] Sechster Band. Wiesbaden und Frankfurt am Main, Insel 1955 – 1966. Hellbraune Originalkalblederbände mit Rückenblindprägung und blaugrauem Rückenschild mit Vergoldung.

Vollständiges Exemplar, Dünndruckausgabe.

18,5 : 11,5 cm.

Sarkowski 1296. – Mises 154

41  Insel-Verlag – Die Spielkarten Philipp Otto Runges.

€ 900

Leipzig, Insel 1924. 32 Spielkarten, davon 24 koloriert. In Original-Pappschuber und -kassette mit Deckelschildchen.

Eins von 330 Exemplaren, den ersten 20 Exemplaren wurde je ein unkolorierter Handabzug beigegeben. – Das bis dahin unveröffentlichte Kartenspiel wurde nach den wiederaufgefundenen, von Gubitz geschnittenen, Originalstöcken Runges in der Spielkartenfabrik Altenburg gedruckt und handoloriert. – Philipp Otto Runge, der neben seinen künstlerischen Arbeiten auch an der Gestaltung von Alltagsgegenständen arbeitete (Tapeten, Buchumschläge, Theatervorhänge) erfand das noch heute allgemein verwendete Prinzip der spiegelbildlichen Figuren auf den Spielkarten. – Trotz der Auflage sehr selten. – Dazu: Philipp Otto Runge. Entwürfe zu Spielkarten. Nach den wiederaufgefundenen Holzschnitten für Albert Köster zum 7. November 1922 in Druck gegeben. Mit sechs ganzseitigen Abbildungen und einem Text von Anton Kippenberg. Originalpappband mit Deckelvergoldung. Eins von nur 50 Exemplaren.

8,9 : 5,9 cm (Karten); 12,3 : 9,5 cm (Kassette). 32 Karten und ein Titelblatt. – Kanten des Schachteldeckels angeplatzt.

Sarkowski 1381 und 912

42  Insel-Verlag – Robert Louis Stevenson. Das Flaschenteufelchen.

€ 400

Eine Erzählung. Mit Holzschnitten von Hans Alexander Müller. Leipzig, Insel 1925. Mit 25 Holzstichen im Text. Gelber Originalsaffianband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und Kopfschnittvergoldung.

Vorzugsausgabe des Inselbändchens 302.2. – Eins von 120 Exemplaren, dabei eins der wenigen in Leder. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Gedruckt auf Japan, die Holzschnitte wurden nur bei dieser Vorzugsausgabe von den Originalstöcken gedruckt. – »Selbst begeisterter ›Hobby-Segler‹, gelingen ihm prachtvolle Blätter mit Schiffen und Strandszenen, gleichermaßen setzt er aber auch sowohl das Exotische der Landschaft wie aktionsreiche Szenen der spannungsgeladenen Erzählung beeindruckend ins Bild« (Kritter).

19,5 : 13,0 cm. 59, [5] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Sarkowski 1663. – Kästner IB, S. 238. – Jenne II, 54. – Eichhorn/Salter 1.27.1. – Schauer II, 107. – Kritter 117

43  Insel-Verlag – Hans Alexander Müller. Das Logbuch.

€ 250

Ein Buch in Holzstichen. Leipzig, Insel 1929. Mit 31 Holzstichen und einer Titelvignette. Originalhalbpergamentbroschur mit Japandeckelbezügen und Kordelbindung.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Auf Japan als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Druck der Holzstiche vom Künstler selbst auf der Handpresse der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, Leipzig.

22,1 : 16,7 cm. [42] Seiten. – Deckel stockfleckig.

Sarkowski 1163. – Eichhorn/Salter 1.46

  44    Insel-Verlag – Rudolf Koch. Das Blumenbuch.

€ 200

Achtzig Zeichnungen. In Holz geschnitten von Fritz Kredel. Leipzig 1942. Mit 80 farbigen Tafeln. Originalhalbpergamentband, Rückentitel und -fileten vergoldet (signiert: Gerd Prade, Leipzig).

Erste Ausgabe der Auswahlausgabe. – 1929/30 erschien die dreibändige Ausgabe mit 250 handkolorierten Holzschnitten, gedruckt auf der Ernst Ludwig-Presse (135 Exemplare) bzw. der Mainzer Presse (1000 Exemplare). Bei diesen beiden Ausgaben wurden die Bildtitel aus Kleukens Shakespeare-Antiqua gesetzt. Seit 1933, als eine Auswahlausgabe in der Insel-Bücherei erschien, wurde für die Bildunterschriften eine Frakturschrift verwendet. Dies blieb bis zur vorliegenden Ausgabe unverändert, was insoweit bemerkenswert ist, dass der Verlag damit den sogenannten »Bormann-Erlass« von 1941 ignorierte, in dem gebrochene Schriften wie die »Schwabacher Judenletter« verboten und die Antiqua wieder zur alleinigen »deutschen Schrift« erhoben wurde.

31,5 : 23,5 cm. [6] Seiten, 80 Tafeln, [10] Seiten.

Sarkowski 951. – Salter, Kredel 1.11.5. – Schauer II, 36

  45    Janus-Presse – Hugo von Hofmannsthal. Das Märchen der 672. Nacht.

€ 300

Leipzig, Insel 1918. Originalpergamentband mit blindgeprägter Deckelvignette, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Drittes Buch der Janus-Presse. – Eins von 150 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 200). – Handpressendruck in Rot und Schwarz von Carl Ernst Poeschel und Walter Tiemann mit der Janus-Pressen-Schrift. – Der Titel und die Initialen wurden von Tiemann gezeichnet und in Holz geschnitten. – Druckfrisches Exemplar.

26,3 : 19,3 cm. [4], 28, [4] Seiten.

Rodenberg 95, 3. – Houghton Library Catalogue 454. – Sarkowski 770. – Schauer II, 31 (Abbildung)

46  Janus-Presse – Adelbert von Chamisso. Peter Schlemiels Schicksale.

€ 600

Leipzig, Insel 1922. Dunkelroter Originalmaroquinband. Rücken und Deckelvignette vergoldet. Im Originalschuber.

Fünfter Druck der Janus-Presse. – Eins von 315 Exemplaren. Daneben erschienen 20 römisch nummerierte, nicht für den Handel bestimmte Exemplare. – Erste Veröffentlichung der Urschrift. – Titelzeichnung, Initialen und Einbandentwurf von Walter Tiemann. – Mit dem Beiheft »Peter Schlemiels Schicksale. Die Urschrift des Peter Schlemihl« von Helmut Rogge. – Dazu zwei von Walter Tiemann gestaltete Drucke des Insel-Verlags: I. Robert Browning. Auf einem Balkon. In einer Gondel. 1903. Bordeauxroter Originallederband mit Vergoldung. Erste deutsche Ausgabe. – II. Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron. Drei Bände. Dritte Auflage, 6.–10. Tausend. Originalleinenbände mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung. Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung.

26,8 : 19,8 cm. [6], 84, [6] Seiten.

Sarkowski 304 sowie 224 und 186 A. – Rodenberg 95, 5

47  Drugulin-Drucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Torquato Tasso.

€ 400

Ein Schauspiel. Leipzig, Ernst Rowohlt 1910. Handgebundener schwarzer Maroquinband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel sowie Schnittvergoldung (signiert: Kretz Basel). Im Schuber.

Erster Drugulin-Druck. – Druck in Rot und Schwarz. – Außergewöhnlich schöner Handeinband von Emil Kretz, Basel, der neben seinen meisterhaften Einbänden besonders durch seine »Kretz-Papiere« (Kleisterbatikpapiere) bekannt wurde. – Die Drugulin-Drucke bilden den bibliophilen Auftakt für eine der erfolgreichsten und wechselhaftesten Verlagsgeschichten des 20. Jahrhunderts. Ernst Rowohlt hatte als Autoren bereits Paul Scheerbart, Max Dauthendey und Herbert Eulenberg gewonnen. Im Sommer 1910 wurde der Verlag ins Handelsregister eingetragen und Kurt Wolff stiller Teilhaber. Die Geschäftsräume befanden sich im Vorderhaus der Offizin Drugulin, ab Herbst erschienen die ersten sechs Drugulin-Drucke.

25,7 : 18,0 cm. [12], 123, [9] Seiten. – Vorsatzränder leimschattig.

Rodenberg 379, 1

48  Ernst Ludwig-Presse – Das Buch Esther.

€ 600

Übersetzt von Dr. Martin Luther. Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Doppeltitel und zehn ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Dunkelgrüner Kalblederband mit hellgrauen Wildseidenvorsätzen. Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Erstes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 275 Exemplaren auf Van Gelder Zonen-Bütten mit dem EL-Wasserzeichen (Gesamtauflage 300). – Der prachtvolle Doppeltitel und die zehn ornamentierten Initialen wurden in Gold und Schwarz, die Zwischentitel und das Pressensignet in Gold gedruckt. – 1906 berief Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Kleukens nach Darmstadt, wo dieser 1907 die Ernst Ludwig Presse gründete. – Dazu: Unvollständiges Exemplar der Vorzugsausgabe auf Japan. Dunkelgrüner Kunstledereinband mit Deckelschild.

25,2 : 16,2 cm. [10], XXIX, [5] Seiten. – Rücken verfärbt, Deckel etwas fleckig, der vordere zudem verfärbt. Ecken und Kapitale berieben.

Stürz 1. – ELP 2. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 238

49  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Hermann und Dorothea.

€ 600

Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Titel und neun ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Hellroter Originalwildlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Zweites Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 180 Exemplaren auf Van Gelder Zonen-Bütten (Gesamtauflage 200). – Druck des Titels und der Initialen in Gold und Schwarz, die Kapitelüberschriften in Grün.

28,5 : 19,5 cm. [4], 57, [3] Seiten. – Rücken verblasst.

Stürz 2. – ELP 3. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 587

50  Ernst Ludwig-Presse – Heinrich Heine. Die Nordsee.

€ 600

1825–1826. Leipzig, Insel 1909. Mit Buchschmuck und Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband. Deckelvignette, Innenkantenfilete und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

Drittes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 300 Exemplaren. – Auf Japan. – Die Titelvignette, die Zwischentitel und die 32 Initialen, gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens, wurden in Gold gedruckt. – Nach Sarkowski wurden nur 50 Exemplare in Leder gebunden. – Exlibris Lucy Spiegl.

23,2 : 15,3 cm. [4], 45, [7] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. Deckel minimal fleckig.

Stürz 3. – ELP 4. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 704