1  Wobbe Alkema. Ohne Titel.

€ 1200 ( R19 )

Aquatintaradierung. 1923. 10,6 : 10,3 cm (25,0 : 21,7 cm). Signiert, datiert und mit »Eigendruck 14/14« bezeichnet.

Handabzug aus einer kleinen Auflage. – Der niederländische Künstler Wobbe Alkema (1900–1984) wurde 1920 Mitglied der Künstlergruppe »Kader«. Er hatte Kontakt zur belgischen Avantgarde-Zeitschrift »Het Overzicht« und entwickelte in den 1920er Jahren seinen rein geometrisch-abstrakten Stil.

Gebräunt, rechts neben der Darstellung Braunfleck. – Rückseitig Farbspuren. – Kann mit Rahmen erworben werden (Aufpreis 60 EUR).

2  Hans Arp. Knossos.

€ 450

Farbiger Holzschnitt. 1956. 17,6 : 14,7 cm (24,8 : 20,2 cm). Signiert.

Wie die erste Auflage von 60 Exemplaren auf dünnem Bütten, hier ein unnummerierter Künstlerabzug. – Der Holzschnitt wurde, nach Entwurf Arps, von Karl Schmid geschnitten. Eine weitere Auflage von 100 Exemplaren wurde für die Vorzugsausgabe der Neuauflage von »Onze Peintres« verwendet. – Auf Karton aufgezogen. – Dekorativ.

Arntz 300 a (von c)

3  Heinz Battke. Hiddensee – Alt Bessin.

€ 300

Tuschfeder. 1931. 33 : 59 cm. Signiert und datiert »A31«.

Nach dem Werkkatalog entstanden im Sommer 1931 mehrere Zeichnung auf Hiddensee. – Auf Bütten. – »Was bleibt vom Werk Heinz Battkes? […] Eine Anzahl von Zeichnungen, die in der vielfältigen und hektischen Szene der Kunst nach 1945 ihren eigenen Platz beanspruchen dürfen. Gewiß, keinen Platz im Zentrum – die Hauptentwicklungslinien der modernen Kunst zielten in andere Richtungen als das Battkesche Œuvre. Und dennoch keinen unbedeutenden.« (Wieland Schmied, in: Cüppers, Werkkatalog, Hamburg 1970).

Stärker gebräunt, einige Partien in grauer Tusche stark durchschlagend.

Cüppers 39

4  Max Beckmann. Die Enttäuschten I.

€ 9000

Lithographie. 1922. 49 : 37,6 cm (68 : 53,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 4/100. – Auf leicht getöntem Velin. – Blatt 2 der »Berliner Reise«. Diese Folge von zehn Lithographien hatte Beckmann im April 1922 abgeschlossen und beschrieb sie in einem Brief an I. B. Neumann, der die Mappe verlegen sollte, als »eine gute und ganz amüsante Sache«. – Der versammelte Kreis Berliner Konservativer scheint nach der Lektüre der ihren Kreisen eigentlich gewogenen »Neuen Preussischen Kreuz-Zeitung« (die auf dem Tisch liegt) erstarrt. – Auch die durchaus progressivere Lektüre (Liebknecht, Marx, Luxemburg) auf »Die Enttäuschten II« kann die dort Versammelten, u. a. Paul Cassirer, Tilla Durieux und Max Slevogt, nicht sonderlich begeistern.

Ränder leicht stockfleckig und etwas angestaubt. Rückseitig einige Montierungsreste und -spuren.

Hofmaier 214 B (von B)

5  Brücke – Ausstellung der Künstlergruppe Brücke

€ 20000

m Kunstsalon Fritz Gurlitt Berlin [April] 1912. Mit zehn Holzschnitten, davon einer auf dem Umschlag, und sechs Bildtafeln. Blaue Originalbroschur mit Titelholzschnitt.

Die 1905 gegründete Künstlergruppe »arrangierte bis 1912 über 30 Kollektiv-Ausstellungen. Lediglich für drei Ausstellungen sind jedoch Kataloge mit Beiträgen in Original-Holzschnitten publiziert worden: 1910 für die Ausstellung der Galerie Arnold in Dresden und 1912 für die Ausstellungen bei Gurlitt in Berlin und Commeter in Hamburg. Die Auflage dieser Kataloge ist nicht bekannt, wird jedoch die Zahl von 200 kaum überschritten haben. Original-Exemplare haben die Zeiten nur noch in ganz geringem Umfang überdauert.« (Gerhart Söhn). – Mit den Holzschnitten von Erich Heckel (»Badende am Teich« und »Sich Waschende«, Dube 227 und 228), Ernst Ludwig Kirchner (Titelholzschnitt, »Schleudertanz« und »Toilette« (Dube 727, 728 und 730), Otto Müller (»Drei sitzende Mädchen«, Karsch 4, und einer reproduzierten Zeichnung), Max Pechstein (Landschaft mit Turm und Reitern« und »Schwermut« (Krüger H 158 und 159) sowie Karl Schmidt-Rottluff (»Kämmende Frauen« und »Sitzendes Mädchen«, Schapire 97 und 98). – Vor der Folgeausstellung in Hamburg kam es zu Auseinandersetzungen in der Gruppe, in deren Konsequenz Max Pechstein ausgeschlossen wurde. Seine beiden Holzschnitte wurden im sonst nahezu identischen Commeter-Katalog durch Arbeiten von Heckel und Schmidt-Rottluff ersetzt und sind somit nur in den Berliner Exemplaren verwendet worden und erhalten geblieben. – Kaum ein anderes Motiv hat sich als Verkörperung expressionistischer Buchgestaltung so ins 
visuelle Gedächtnis eingeprägt, wie der blaue Umschlag mit Kirchners »Brücke«-Holzschnitt auf dem collagierten rosa Papierstreifen. – Insgesamt sehr gut erhaltenes Exemplar des seltenen Kataloges.

25,5 : 20,5 cm. 15 Blatt rosa Werkdruck, 6 Blatt Kunstdruckpapier. – Kleiner Tintenfleck im Umschlagschriftzug, verso leicht durchschlagend.

Söhn HDOG 608.1-9 und 609.9. – Reed 245, 7. – Vgl. Jentsch 4 (Commeter-Katalog) mit Abbildung des Umschlags auf dem Schutzumschlag

6  Marc Chagall. Vier Radierungen aus »La Fontaine Fables«.

€ 1200

1952. Ca. 29 : 24 cm (39 : 30 cm). In den Platten signiert.

Aus der Folge von 100 Radierungen für die 1952 bei Ambroise Vollard erschienene Buchausgabe. Je eins von 200 unsignierten Exemplaren auf Velin »BFK Rives«. – I. L’homme et son image. Blatt 6 der Folge. – II. Le lion et l’âne chassant. Blatt 26. – III. Le cerf se voyant dans l’eau. Blatt 66. – IV. Les obsèques de la lionne. Blatt 84. – »Man verstand nicht, daß ich einen Russen wählte, um unseren französischen Dichter in Bildern zu deuten. Aber gerade, weil der Orient die ursprüngliche Heimat der Fabel ist, suchte ich mir einen Künstler, der durch seine Abstammung und seine Kultur mit dessen Zauber vertraut war« (Ambroise Vollard, Erinnerungen, 1957, zitiert nach Katalog Chagall Slg. Sprengel, Bottrop 1982). – Alle gerahmt und nicht außerhalb der Rahmung begutachtet, augenscheinlich aber tadellos erhalten.

Kat. Bottrop 152, 172, 212 und 230. – Aus Cramer 22

7  Lovis Corinth. Das ABC in Bildern.

€ 1800 ( R19 )

25 Lithographien. 1917. 46,0 : 37,0 cm.

Eins von 125 Exemplaren, laut Schwarz eins von 100 der Ausgabe B. – Erschienen als zweites Werk der »Neuen Bilderbücher«, Folge 1. – Auf leicht getöntem Bütten. – Mit dem Titelblatt, dort rückseitig der signierte Druckvermerk, in der Originalhalbleinenmappe mit einer 26. Lithographie als Titel. – Die schwungvoll gezeichneten Initialen mit reicher figürlicher Ausschmückung, z. B. Adam, Bacchanten, Drache, Engel, Kuss, Löwenritt, Schwäne, Paradies, Unterwelt, Venus, Zebra. Da er »Don Quixote« für das »X« verwendet, musste Corinth beim »Q« improvisieren: Er deutet den Buchstaben phonetisch und schmückt ihn mit … »Die Kuh«. – Die Lithographien tadellos erhalten.

Mappendeckel gebräunt und etwas fleckig.

Schwarz L 315

8  Salvador Dali. Philosophe écrasé par le cosmos.

€ 900

Farbige Kaltnadelradierung über Farblithographie mit Prägedruck. 1974. 75,5 : 55,5 cm (99,0 : 69,5 cm). Signiert und nummeriert, im Stein monogrammiert.

Exemplar 120/195. – Auf Velin d’Arches. – Aus der zwölfteiligen Folge »La Conquête du cosmos«, Blatt 2. – Mit der Gegensignatur des Verlegers der Folge, Jean Lavigne. – Farbfrisch.

Ränder leicht fleckig.

Michler/Löpsinger 642

9  Salvador Dali. L’unicorne laser désintègre les cornes de rhinocéros cosmiques.

€ 900

Farbige Kaltnadelradierung auf Farblithographie mit Prägedruck . 1974. 74,5 : 55,5 cm (99,0 : 69,5 cm). Signiert und nummeriert, im Stein monogrammiert.

Exemplar 43/195. – Auf Velin d’Arches. – Aus der zwölfteiligen Folge »La Conquête du cosmos«, Blatt 6. – Farbfrisch.

Michler/Löpsinger 646

10  Sonia Delaunay-Terk. Ohne Titel (aus: IAA / AIAP, UNESCO).

€ 1200

Farblithographie. 1971. 45 : 31 cm (63,0 : 45,2 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar XXIII/XXV. – Aus einem der 25 Künstlerexemplare des UNESCO-Portfolios, neben der allgemeinen Auflage von 75 Exemplaren. – Die Mappe mit Graphiken verschiedener Künstler erschien auf Initiative der UNESCO-Organisation »International Association of Art (IAA/AIAP)«. – Mit dem Trockenstempel »IAA/AIAP«. – Schön und farbfrisch erhalten.

11  Sonia Delaunay-Terk. Ohne Titel (Courbe verte).

€ 1800

Farblithographie. 1972. 55,5 : 39,2 cm (66 : 50 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 45/75. – Auf Velin d’Arches.

Kleiner Riss neben dem Wasserzeichen. – Farbfrisch.

12  Josef Eberz. Assisi. – Assisi II.

€ 400

Zwei Radierungen. 1920/21. 9,8 : 17,8 cm (26,5 : 38,3 cm) bzw. 24,8 : 32,5 cm (37 : 50 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Jeweils Exemplar 11/40. – Auf Velin. – Dazu zwei weitere Radierungen von Josef Eberz (»Landschaft« und »Im Garten«). 1920 und 1922. Signiert und datiert, nummeriert »22/30« bzw. »3/6«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Leichte Alterungs- und Lagerspuren.

13  Max Ernst. Têtes d’aigles.

€ 900

Farblithographie. 1962. 31,8 : 24,6 cm (38,0 : 28,4 cm). Signiert.

Probedruck vor den Auflagen. – Auf Velin. – Der Hintergrundstein hier in Gelb druckend, der rote und blaue Stein noch mit den Passermarken und oben rechts den Steinnummerierungen. – Für die signierten Auflagen von 75 und 16 »h.c.«-Exemplaren druckte Mourlot den Hintergrund in Ocker, für »Art de France« wurde die Lithographie wieder in Gelb, Blau und Rot gedruckt, blieb aber unsigniert. – Tadellos.

Spies/Leppien 88, vor A–C

14  Max Ernst – Kleist · Brentano · Arnim. Caspar David Friedrich. Paysage marin avec un Capucin. Seelandschaft mit Kapuziner.

€ 600

Illustré et traduit de l’allemand par Max Ernst. Zürich, Hans Bolliger 1972. Mit zwei blattgroßen signierten Lithographien und sechs Tafeln nach Collagen. Originalbroschur.

Exemplar XXIX/XXX, eins der 30 römisch nummerierten Künstlerexemplare, wie die 77 Vorzugsexemplare mit zwei signierten Abzügen der Lithographie, eine zweifarbig in Blau und Grau und eine (wie in der Normalausgabe) nur in Grau. – Von den insgesamt 580 Exemplaren erschien die Hälfte in französisch-deutscher Fassung, die andere Hälfte in deutsch-französischer. – Auf Velin von BFK Rives. – Der Text von Arnim und Brentano entstand unter dem Eindruck des Gemäldes von Caspar David Friedrich. Heinrich von Kleist überarbeitete die erste Fassung stark und veröffentlichte den Text in den von ihm herausgegebenen »Berliner Abendblättern«. Max Ernst übertrug die Texte erstmals in Französische und illustrierte das Werk mit sechs Collagen. – Nachwort von Werner Spies. – Tadellos erhalten.

33,7 : 26,0 cm. 33, [3] Seiten.

Spies/Leppien 219 I und II, C. – Brusberg/Völker 174

15  Lyonel Feininger. Troistedt (Lehnstedt · Dorf mit strahlender Sonne).

€ 4500

Holzschnitt. 1919. 17,2 : 22,1 cm (31 : 41 cm). Signiert.

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. – Aus »Die Schaffenden« (VIII. Jahrgang, Mappe 2, dort betitelt »Lehnstedt«, ebenfalls ein Ort im Weimarer Umland). – Es erschienen 100 Exemplare auf Bütten und 30 auf Japan. – Ohne den Trockenstempel des Euphorion-Verlages.

Unterrand mit geglätteter Knickfalte, sonst tadellos. – Museumsrahmung, nicht geöffnet.

Prasse W 192. – Söhn HDOG 72724-1

16  Lyonel Feininger. Gelbe Dorfkirche 3 (Dorfkirche).

€ 4500

Holzschnitt. 1931. 18,9 : 22,6 cm (31 : 41 cm). Signiert.

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. – Aus »Die Schaffenden« (VIII. Jahrgang, Mappe 2). – Es erschienen 100 Exemplare auf Bütten und 30 auf Japan. – Ohne den Trockenstempel des Euphorion-Verlages.

Unterrand hinterlegt und mit geglätteten Knickfalten, sonst tadellos. – Museumsrahmung, nicht geöffnet.

Prasse W 270. – Söhn HDOG 72724-2

17  Adolf Richard Fleischmann. Komposition Oval.

€ 6000

Gouache auf schwarzem Papier. 1959. 62,5 : 47,5 cm. Signiert.

Adolf Fleischmann (1892–1968) wandte sich den 1930er Jahren vom Expressionismus ab und der abstrakten Kunst zu. Um einer darin »begründeten« Verfolgung in Nazideutschland zu entgehen, übersiedelte er 1938 – nach langen Reisejahren – nach Paris. Konsequent geometrische Arbeiten entstanden ab 1950, Fleischmann bediente sich der seriellen Malerei. Er gilt heute als früher Vorläufer der Op-Art. – Ausstellungen: Galerie Günter Fuchs Düsseldorf 1972 und 1982, seitdem in Privatbesitz.

Rückseitig Montierungsreste, unten links winziger, hinterlegter Einriss.

Fischer B 59/57

18  Johnny Friedlaender. Paysage boise.

€ 250

Farbradierung. 1951/1955. 34,0 : 48,2 cm (50 : 65 cm). Signiert und als »epreuve d’artiste« bezeichnet, in der Platte nochmals signiert und mit »III Avril 1955« datiert.

Entstanden 1951 und verlegt in einer Auflage von 60 Exemplaren bei »L’Œuvre gravée«. – Auf Velin »BFK« mit dem Wasserzeichen und dem Trockenstempel der Verleger. – Rückseitig mit einem Verlegeretikett, dort maschinenschriftlich bezeichnet »[…] en 4 couleurs / 1951« (Schmücking »3 Farben«). – Schönes Exemplar.

Schmücking 98

19  Paul Friedrichsen. Sechs Scherenschnitte.

€ 3000

Um 1925. Ca. 10 : 10 cm. Signiert und mit »handgeschnitten« bezeichnet.

Reizende Motivfolge des Hamburger Meisters der »Schwarzen Kunst«: Der Kavalier. – Im Café. – Rendezvous unterm Schirm. – Abschiedskuss. – Lesen ist gefährlich (Taschendiebstahl). – Beim Chef. – Sehr fein ausgeführte Scherenschnitte aus schwarzem Tonpapier, auf bräunlichen Karton montiert und passepartouriert. – Tadellos erhaltene Originale, wohl aus der frühen Schaffensphase.

20  Paul Friedrichsen. Vier Scherenschnitte.

€ 2000

Um 1925. 7 : 13 cm bis 10 : 16 cm. Signiert und mit »handgeschnitten« bezeichnet.

Sehr fein ausgeführte Scherenschnitte aus schwarzem Tonpapier, auf bräunlichen Karton montiert und passepartouriert. – Drei Szenen in einem Büro, der vierte Scherenschnitt mit dem heimkehrenden Angestellten. – Paul Friedrichsen (1893–1969) studierte in Berlin an der Kunstakademie zeitweilig bei Lovis Corinth, danach auch in Breslau. Später ließ er sich in Hamburg nieder und wurde durch seine Scherenschnitte bekannt und erfolgreich. Zunächst fertigte er diese in ganz traditionellem Stil, später mit den von ihm eingeführten grauen Hintergrundmotiven. Seinen künstlerischen Durchbruch erlangte er erst nach Kriegsende, wobei er sich damals bereits von der »Schwarzen Kunst« abwandte und Ölbilder und Aquarelle mit Hamburger Motiven malte. – Tadellos erhaltene Originale, wohl aus der frühen Schaffensphase.

21  Hans Fronius. Hiob.

€ 600 ( R7 )

12 Kaltnadelradierungen. 1980. 27,5 : 19,0 cm (54 : 40 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 46/60, weitere 14 römisch nummerierte kamen nicht in den Handel. – Mit dem Vorwort von Hans A. Halbey, lose in Originalumschlag und Originalleinenkassette. – Erschienen in der Edition Grüner, Linz, in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bibelwerk, Klosterneuburg. – »Das Hiob-Thema durchzieht das gesamte malerische und graphische Werk von Hans Fronius […] das Fronius für diese, in geradezu unheimliche Ausdruckskraft gesteigerte Bildfolge die Technik der Kaltnadel benutzte, ist nicht allein in stilistischen Eigenheiten des gesamten Œuvres begründet. So hebt sich schon die Gestalt des klagenden Hiob im Frontispice-Blatt in bizarren und aufgesplitterten Linien und tiefdunklen ›Gräben‹ gleichsam gequält aus der Radierplatte heraus, nicht von ihr lösbar und doch zugleich aufstrebend wie auch niedersinkend in demütigen Kniefall« (Vorwort).

Rethi R 207–218

22  Willi Geiger. Porträt eines jungen Mannes.

€ 2500

Öl auf Leinwand. 1926. 90 : 60 cm. Signiert und datiert »München 1926«.

Großes Porträt, detailliert ausgeführt. – Nach seiner Ausbildung in München war Willi Geiger (1878–1971) erfolgreich in Berlin tätig. Mit Kriegsbeginn kehrte er 1914 in seine Heimat zurück und wurde Professor an der Münchner Kunstgewerbeschule. Nachdem er zu Studienzwecken Gemälde von Goya, Velasquez und El Greco kopiert hatte, wandte sich Geiger der Porträtmalerei zu. – Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland. – Ketterer, München, Auktion 389, Lot 575 (2012). – Seitdem in Hamburger Privatsammlung. – Auf altem Keilrahmen, dieser mit dunkelbrauner offener Kehlleiste umrahmt.

23  George Grosz. Stehender weiblicher Akt.

€ 4000

Bleistift. 1943. 62,8 : 48,8 cm. Signiert.

Über Grosz’ Malstil der späten amerikanischen Jahre hatte sich Felix Weil, mit dem Grosz seit den 1920er Jahren befreundet war, wohl Ende der 1930er Jahre abwertend geäußert. Dem linksintellektuellen Mäzen proletarischer Kunst, der mittlerweile nach Argentinien emigriert war, antwortete George Grosz 1941 in einem Brief: »Lieber Lix, von »Kunst« verstehst Du nichts […] Hast Du jemals eine Ahnung gehabt, was es heißt, einen Arm oder eine Schulter modellieren zu können? […] Mann, wie wunderbar war Van Gogh, wie herrlich Renoir, wie gewaltig Delacroix – Degas, Dich bete ich an – und den großen Ingres nicht zu vergessen – gut, für Dich sind es dumme Malersknechte. […] Ich wollte immer Maler werden. […] Wenn später der ganze Inhaltszimt vergessen sein wird, wird die Linie, die Farbe noch leben wie eine Melodie« (George Grosz, Briefe, Reinbek 1979, Seite 295f.) – Auf bräunlichem Bütten. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel, dieser mit Werknummer »4 – 194 – 3«, und dort von fremder Hand datiert. – Rückseitig eine weitere Bleistiftzeichnung (Stehender weiblicher Akt). – Mit Expertise von Ralf Jentsch.

Linker Rand leicht geknittert, rechter mit einigen Farbspritzern.

24  George Grosz. Ecce homo.

€ 1800 ( R7 )

Berlin, Malik 1923. 16 Farboffsetdrucke nach Aquarellen. Zusammen mit beiden Textblättern lose in der Originalbüttenkartonmappe.

Exemplar der Ausgabe B II, die alle sechzehn Aquarelle von Grosz auf besserem Papier als die »Normalausgaben« enthielt. Trotz der von Dückers errechneten hohen Auflage betont auch er die große Seltenheit dieser Variante. – Sofort nach Erscheinen der Bildfolge wurden George Grosz und die Verleger Gumperz und Herzfelde angeklagt, da eine Reihe der Bilder geeignet seien, »das Scham- und Sittlichkeitsgefühl eines normal empfindenden Menschen in geschlechtlicher Beziehung zu verletzen«. – »Ecce Homo« war das erste und bis heute sicher bekannteste der beiden großen Sammelwerke des Künstlers.

37,0 : 27,2 cm. 18 Blätter.

Dückers S I, I–XVI. – Lang, Grosz 38. – Hermann 155. – Lang, Expressionismus 38

25  Erich Heckel. Segelboot.

€ 1200

Holzschnitt. 1907. 15,7 : 21,8 cm (30,2 : 38,8 cm). Signiert, datiert, im Stock monogrammiert.

Wohl eins von 30 Exemplaren, die 1919/20 zeitgleich mit dem Abdruck in der »Zeitschrift für Bildende Kunst« für den Seemann Verlag auf Japanpapier gedruckt wurden. – Der frühe Holzschnitt war 1908 in der dritten Brücke-Mappe erschienen. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt, schwach durchschlagend), seitdem in Familienbesitz. – Tadellos erhalten und so sehr selten.

Das Japanpapier an den Seitenrändern noch jeweils 3 cm umgeschlagen (Papierbreite somit 45 cm).

Dube H 143 I C (von II)

26  Erich Heckel. Krummer Kanal.

€ 5000 ( R19 )

Holzschnitt. 1915. 36,7 : 27,2 cm (59 : 47 cm). Signiert und mit »In Ostende 1915 geschnitten und handgedruckt« bezeichnet.

Einer von wenigen Handabzügen der ersten Fassung. – Auf festem glatten Karton. – Von der wechselvollen Geschichte dieses Exemplars zeugen (neben einigen Passepartoutschatten) zwei Stempel auf der Rückseite: Museum Folkwang Essen (ausgestrichen) und »Galerie Ferdinand Möller, Berlin« mit dem handschriftlichen Zusatz »Erworben lt. Vertrag 1940«. – Die Graphik wurde 1937 aus dem öffentlichen Besitz als »entartet« entfernt und der Vermittlung durch den Berliner Galeristen übergeben.

Seitenränder ungleichmäßig beschnitten, 2 cm Einriss am Unterrand, leichte Knickspuren. – Einige Bleistiftnotizen am Unterrand und rückseitig. – Mit vier leicht versetzten Passepartoutbräunungen.

Dube H 288 I (von II)

27  Erich Heckel. Roquairol.

€ 4500

Holzschnitt. 1917. 31,8 : 24,2 cm (58 : 39 cm). Signiert, datiert und unten links betitelt.

Auf Japanbütten. – Druck des endgültigen zweiten Zustandes nach Aufhellungen von Nase, Schläfe und anderen Partien. – Nach Untersuchungen von Mechthild Lucke und Andreas Hüneke zu Heckels Erfurter Wandbild »Lebensstufen«, sah Heckel in Roquairol, dem Widersacher des Jean Paul-Helden Albanos, seinen Brücke-Gefährten Ernst Ludwig Kirchner verkörpert. Kirchner, die künstlerisch überragende Figur der Gruppe, doch ein zwischen Größen- und Verfolgungswahn schwankender Typ, brachte alle Kollegen gegen sich auf. 1913 zerbrach die ›Brücke‹« (vgl. Der Spiegel, 30/1992, SS. 168ff.). – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Linker Papierrand zusätzlich 3 cm umgeschlagen, dort auch mit Montierungsresten. – Unten rechts mehrere Bleistiftanmerkungen.

Dube H 308 II (von II)

28  Erich Heckel. Wintersonne.

€ 1200

Kaltnadelradierung. 1913. 11,2 : 15,4 cm (29,8 : 40,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 3/30. – Auf festem Velin. – Dube nennt eine Auflage von 25 Exemplaren für den Goltz-Verlag und einige Drucke außerhalb der Auflage. – Prächtiger Druck mit sehr differenzierten grauen Schraffuren. – Die stimmungsvolle kleinformatige Radierung entstand wohl im Winter 1913/14, nach Auflösung der »Brücke«. Heckel hielt sich damals zunehmend in Osterholz an der Flensburger Förde auf. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt, doppelt gestempelt), seitdem in Familienbesitz.

Links und rechts mit unregelmäßig gebrochenem Büttenrand.

Dube R 118

29  Erich Heckel. Straße in Ostende.

€ 900

Kaltnadelradierung. 1915. 23,5 : 14,7 cm (47,0 : 32,5 cm). Signiert.

Schöner Druck auf festem Kupferdruckkarton, außerhalb der Auflage von 60 Exemplaren für den Paul Cassirer Verlag. – Der 31jährige Erich Heckel hatte sich zu Beginn des Krieges zum Krankenpfleger ausbilden lassen und leistete, wie andere Künstler, Sanitätsdienst in Flandern, insbesondere in Ostende, wo er u. a. Max Beckmann und James Ensor begegnete. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Dube R 131 A (von B)

30  Erich Heckel. Bildnis E. G.

€ 750

Kaltnadelradierung. 1920. 30,2 : 27,1 cm (55,8: 41,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 25/80. – Der endgültige zweite Zustand mit den Schraffuren. – Auf Bütten. – »Ich stecke ganz in Arbeit, aus der ich mich unmöglich jetzt heraus trennen kann. Angefangene Graphik, Bilder umringen mich […] So eine Lithogr. und Radierung nach meiner Schwester, die einige Tage hier war […]« schrieb Heckel am 26. November 1920 an seinen Freund Walter Kaesbach. Gemeint ist dabei die vorliegende Radierung, mit den Porträts seiner Schwester Elsa, verheiratete Geissler, im Vordergrund, und seinem Bruder Manfred als »Bild im Bild« dahinter. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

31  Erich Heckel. Männerkopf.

€ 2000

Lithographie. 1909. 31,8 : 27,1 cm. Signiert und mit »08« datiert, unten links bezeichnet »Kopf«.

Auf glattem, graugrünlichem Papier. – Der endgültige Zustand mit den schwarzen Partien am Bildrand. – Dube datiert die Lithographie 1909, so auch das einzige Vergleichsexemplar bei Artprice (1. Zustand). – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Ränder minimal geknittert und ganz leicht gebräunt.

Dube L 127 II

32  Willy Jaeckel. Stillende Mutter.

€ 450

Kaltnadelradierung. Um 1913/14. 13,8 : 15,8 cm (29,0 : 39,5 cm). Signiert.

Auf Zanders-Bütten. – Sehr frühe graphische Arbeit Jaeckels, tadellos erhalten und sehr selten. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 7

33  Willy Jaeckel. Geborgenheit.

€ 450

Kaltnadelradierung. 1914. 19,8 : 29,8 cm (30 : 40 cm). Signiert.

Auf festem Kupferdruckkarton. – Die schöne frühe Radierung entstand, bevor sich Jaeckel den ersten biblischen Themen widmete. – Mit schönem Plattenton, gratiger, tiefschwarzer Druck. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 9

34  Willy Jaeckel. Judith.

€ 300

Kaltnadelradierung. Um 1915. 12 : 17 cm (31,3 : 41 cm). Signiert.

Sehr seltener Einzelabzug. – Die Radierung erschien auch in der »Zeitschrift für Bildende Kunst«, dort aber unsigniert, auf kleinerformatigem Papier und typographisch bezeichnet. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 13

35  Willy Jaeckel. Sitzender Mann, nach rechts. – Selbstbildnis.

€ 500

Zwei Radierungen. Um 1916. Ca. 12 : 9 cm (28 : 19,5 cm). Signiert.

Zwei frühe Porträtradierungen, beide auf Zanders-Bütten. – Hervorragende gratige Drucke mit schönem Plattenton. – Sehr selten und tadellos erhalten. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 16 und 17

36  Willy Jaeckel. Ohne Titel.

€ 400

Kaltnadelradierung. 19,4 : 24,5 cm (28,3 : 39,3 cm). Signiert.

Der frühen Schaffensphase in den Kriegsjahren 1915-16 zuzuschreibende Radierung. – Auf Bütten »J W Zanders«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Ecke rechts unten leicht geknickt.

Nicht bei Stilijanov-Nedo

37  Anatoli L. Kaplan. Rogatschow. Sapochnik Fabla.

€ 450

(Der Schuster in Rogatschow). Kohle auf Büttenkarton. 1974. 38 : 57 cm. Signiert und datiert, im Bild und rückseitig betitelt, dort nochmals signiert und bezeichnet.

Anatoli Lwowitsch Kaplan (1902–1980) erinnert mit der Zeichnung an das Leben in seinem westrussischen Heimatdorf Rogatschew, wo sich der ortsansässige Schuster über mangelnde Kundschaft offenbar nicht beklagen musste. Mit einem Bildtitel in hebräischer Schrift, rückseitig in kyrillischer Schrift betitelt. – Dazu: Drei Lithographien von Anatoli Kaplan. Ca. 75 : 55 cm. Zwei signiert. Wohl aus der »Stempenju«-Folge (1963–1967).

38  Anatoli L. Kaplan. Acht Radierungen aus »Erinnerungen an Rogatschow«.

€ 400

1975–1978. 45 : 35 cm. Signiert, meist in Russisch betitelt, in der Platte monogrammiert und datiert.

In den Jahren 1973–1980 entstanden 154 Radierungen, der Zyklus war Kaplan umfassendste Hommage an seine Heimat. Laut Mayer/Strodt wurden nur kleine Auflagen (10 bis 15 Exemplare) gedruckt. – Hier vorhanden: Kamnata (Interieur). 1975. – Talmuduchitatjel (Talmud-Leser). 1975. – Schenschina c ptizej (Frau mit Vöglein). 1975. – Kuznets (Schmied). 1978. – Sapochnik (Schuster). 1978. – Uschin (Abendessen). 1978. – Melnik (Müller). 1978. – Unbetitelt (Modelle). 1978. – Bereits die fünf Radierungen von 1978 wurden hier mit Textilstruktur abgezogen (vgl. Mayer/Strodt, die dies ab 1979 erwähnen). – Eine Auswahl von zwölf (anderen) Radierungen aus dem Zyklus erschien 1976 in einer Auflage von 20 Exemplaren im Dresdner Verlag der Kunst.

Mayer/Strodt XV, 15, 18, 29, 77, 94, 115, 121 und 124

39  Ernst Ludwig Kirchner. Weiblicher Akt vor einem Schrank.

€ 4500

Holzschnitt. 1916. 27 : 21 cm. Signiert.

Die beigelegte Graphik zur Vorzugsausgabe von Will Grohmanns »Kirchner-Zeichnungen«, das 1925 in der Reihe »Arnolds Graphische Bücher« als Band II/6 erschien. – Das Buch enthält weitere 17 originale Holzschnitte im Text. Eins von 200 Exemplaren. Diese Vorzugsexemplare wurden in Halbpergament gebunden, die Holzschnitte für Vorder- und Hinterdeckel der Normalausgabe (Dube 832 und 834) fanden deshalb hier keine Verwendung. – Der Text und die Auswahl der Abbildungen entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Grohmann und Kirchner, der großen Wert darauf legte, nicht zusammen mit anderen Künstlern der »Brücke« publiziert zu werden und überhaupt Grohmann eindringlich seine Beratung anbot.

Oben links zwei kleine Braunflecken. – Buch: 27,5 : 21,6 cm. 37, [11] Seiten, 100 Tafeln, 1 Holzschnitt. – Pergament leicht angestaubt und der Rücken leicht nachgedunkelt. Oberkante des Hinterdeckels mit kleinem Fleck. – Oberränder der ersten und letzten Blätter mit leichten Feuchtigkeitsspuren, der Holzschnitt nicht betroffen.

Dube 287 II, im Buch 355, 833 und 835–849. – Jentsch 153. – Rifkind Collection 1481. – Schauer II,120

40  Oskar Kokoschka. Die Macht der Musik

€ 450

(Morgen und Abend). Lithographie. 1966. 46,1 : 57,8 cm (57 : 80 cm). Signiert und nummeriert, im Stein datiert und nochmals signiert.

Exemplar 154/300. – Auf »Handmade«-Velin. – Jahresgabe des Hamburger Kunstvereins, rückseitig mit dem Stempel. – Gedruckt von J. E. Wolfensberger, Zürich.

Im Passepartoutausschnitt leicht gebräunt. – Rückseitig Anheftungsreste.

Wingler/WelZ 366

41  Käthe Kollwitz. Nachdenkende Frau.

€ 1800

Lithographie. 1920. 54,0 : 37,0 cm (59,0 : 44,2 cm). Signiert.

Auf leichtem glatten hellgrauen Velin. – Harmonischer Druck des endgültigen Zustandes, bei dem der breite Strich in der Mitte nun mit einem horizontalen Abschluss endet. – Aus der Normalausgabe des Mappenwerks »Käthe Kollwitz. Handzeichnungen in originalgetreuen Wiedergaben«, das 1920 im Verlag Richter, Dresden, erschien. – Mit der Signatur unten links, nicht auf Karton aufgelegt (Ausgabe »C«). – Nach dem Ausdruck dieser Auflage wurde der Stein abgeschliffen.

Im Passepartoutausschnitt leicht gebräunt; wenige schwache und winzige Flecken. – Aufwändig gerahmt.

Knesebeck 160 A III (von B)

42  Konvolut – 36 Radierungen und Lithographien,

€ 900

deutsche Künstler um 1920. Alle signiert, teils datiert und betitelt.

Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), meist rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz. – Willi Geiger (1878–1971). Polospieler. Radierung. 1911. – Rudolf Großmann (1882–1941). Dorfstraße. Radierung. – Adolf Edward Herstein (1869–1932). Zwei Blätter. – Jozef Israels (1824–1911). Abendliches Zimmer. Radierung. – Wilhelm Kohlhoff (1893–1971). Drei Lithographien (Pferd, Reiter u. a.). – Heinrich Nauen (1880–1941). Landschaft. Kaltnadelradierung. – Emil Orlik (1870–1932). Programmzettel (Iso Briselli). Lithographie. 1924. – Cornelia Paczka-Wagner (1864–1930?). Weiblicher Akt. Radierung. 1925. Probedruck. – Emil Pottner (1872–1942). Vier Radierungen (Enten). Teils Probedrucke. – Klaus Richter (1887–1948). Sechs Radierungen (Biblisches Szenen, Stadtansicht, Exlibris, Menükarte u. a.). – Walter Ruttmann (1887–1941). Drei Lithographien, eine Radierung (Porträt, Industrielandschaft, Märchenszenen). 1911-1919. Die Radierung bezeichnet mit »Nr 1 von 2 existierenden Drucken«. – Max Slevogt (1868–1932). Programmzettel (Sonntag, 16. März, Westend, Branitzerplatz 1). Lithographie. 1924. – Eugen Spiro (1874–1972). Drei Lithographien (Musiker). Betitelt. – Hermann Struck (1876–1944). Drei Radierungen (Exlibris Siegbert Marzynski, Landschaft). – Rahel Szalit (1896–1942). Die Straße. Lithographie. 1920. Datiert, betitelt und gewidmet. – Hermann Westphal (1885–1954). Vier Radierungen (Porträts). – Einige Beigaben.

Teils mit Alterungs- und Lagerspuren.

43  Konvolut – Sieben Aktdarstellungen.

€ 1200

Zeichnungen. Deutschland, um 1920.

I. Willi Geiger (1878–1971). Kniende. Blaue Fettkreide auf gelbem Papier. Um 1920. 25 : 35 cm. Signiert. Geknittert. – II. Rudolf Großmann (1882–1941). Liegende. Aquarellierte Tuschfeder. Um 1920. 23 : 35 cm. Signiert. – III. Walter Ruttmann (1887–1941). Sitzende. Tuschfeder. 1918. 32 : 24 cm. Signiert und datiert. – IV. Fritz Huf? (1888–1970). Männlicher Rückenakt. 50 : 20 cm. Signiert und bezeichnet. – V. Fritz Huf? Weiblicher Rückenakt. Sepia. 1921. 44 : 30 cm. Signiert und datiert. – VI. Monogrammiert »HH«. Liegende. Zeichenkohle auf Bütten. 1932. 60 : 48 cm. – VII. Anonym. Liegende. Tuschpinsel. 39 : 48 cm.

44  Henri Laurens – Raymond Radiguet. Les Pélican.

€ 7500

Pièce en deux actes. Illustrée d’eaux fortes par Henri Laurens. Paris, Galerie Simon (Henry Kahnweiler) 1921. Mit sieben in der Platte monogrammierten Radierungen, davon zwei blattgroß und eine auf dem Umschlag. Originalbroschur.

Erste Auflage. – Eins von 90 Exemplaren auf Van Gelder Zonen-Bütten (Gesamtauflage 112). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Radiguets Zweiakter wurde noch im Erscheinungsjahr 1921 – der Autor war damals gerade 17 Jahre alt – in Paris uraufgeführt. Die bibliophile Ausgabe war das erste von Henri Laurens (1885–1954) illustrierte Buch, weitere folgten erst zwanzig Jahre später. – »These first book illustrations by Laurens recall his flat, compressed sculptured reliefs. Like the playwright, the artist depicts the Pélican family with a jaunty humour« (Eleanor M. Garvey). – »[…] this thin book is the Cubist sculptor Laurens’s first attempt at printmaking as well as illustration. His figurative compositions […] provide a defining structure to the pages of the irregularly spaced dialogue of the characters they depict« (Riva Castleman). – Trotz der Auflage selten, sehr schön erhalten und hier in einer privaten farbig intarsierten Lederkassette.

32,7 : 22,7 cm. [28] Seiten. – Vorderdeckel mit unbedeutenden Knitterfalten.

Völker 7.1–7. – Monod 9448. – Garvey 156. – Skira 194. – Castleman 174

45  André Masson – Robert Desnos. Mines de rien.

€ 1000

André Masson. Paris, Louis Broder 1957. Mit vier Farbradierungen von André Masson. Lose Bogen in Originalumschlag, -pappchemise und -schuber.

Miroir du poète, VI. – Erste Ausgabe. – Eins von 15 Exemplaren »h.c.« (Gesamtauflage 130). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Auf Vélin de Rives. – »Les aquatintes de Masson, executé treize ans après la mort de Desnos, sont emplies de l’esprit optimiste des l’auteur avec leur couleur et leur calligraphie, mais sur fond noir« (Saphire/Cramer). – Sehr schönes Exemplar.

16,8 : 14,5 cm. 29, [15] Seiten.

Saphire/Cramer 42. – Monod 3704

46  Felix Meseck. Biblische Frauen.

€ 800

Acht (und zwei zusätzliche) Radierungen. 1914. Ca. 32 : 25 cm. Alle signiert.

Exemplar V/X der Vorzugsausgabe der vollständigen Folge, gedruckt auf Japanpapier und mit zwei Zustandsdrucken. Weitere 15 Mappen enthielten acht Abzüge auf Bütten, die Restauflagen (20 bzw. 40) erschienen als Einzeldrucke. – Erschien als 45. Werk der Gurlittpresse, Berlin. – Die Radierungen jeweils signiert, nummeriert bzw. als »2. Zust. Probedr.« bezeichnet und in Passepartout. – Mit dem Textblatt (Druckvermerk) in der originalen Halbpergamentmappe mit radierter Titelvignette.

39,5 : 27,5 cm (Mappe). – Die Mappe etwas fleckig und am Rücken wasserrandig. – Die Radierungen etwas stockfleckig, das Textblatt bestoßen.

Sennewald 14,1 (der die Vorzugsausgabe nicht erwähnt)

47  Laszlo Moholy-Nagy. Konstruktion mit Kreuz.

€ 500

Radierung. 1923/1995. 15,0 : 19,9 cm (28,2 : 32,2 cm). In der Platte signiert.

Einmalige Auflage für die Griffelkunst, gedruckt von der gravierten Zinkplatte aus dem Nachlass. – Auf festem Japanbütten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer E 245. – Dazu: Photogramm. 1925/1995. 22,5 : 17,2 cm (23,7 : 18,0 cm). Nach dem Positiv im Nachlass. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer E 246. – Beide rückseitig monogrammiert »HMN«.

48  Henry Moore – Goethe. Prométhée.

€ 9000

Traduction par André Gide. Lithographies de Henry Moore. Paris, Henri Jonquières 1950/1951. Mit 15 Farblithographien, davon acht blattgroß im Buch, eine blattgroße auf dem Vorderumschlag, die Titelzeile, zwei Initialen und drei Vignetten. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -kassette.

Exemplar 9, somit eins von zehn der zweiten Vorzugsausgabe, der laut Druckvermerk eine Suite der Lithographien im endgültigen Zustand beiliegt (Gesamtauflage 183). Das vorliegende Exemplar enthält aber, wie die absoluten Vorzugsexemplare 1 bis 8, eine Suite im ersten Zustand, lose in einem zweiten Originalumschlag, die acht blattgroßen Lithographien sind hier signiert. Die Suite wurde teils in anderen Farbstellungen, teils ohne Zeichnungsstein und zwei Blätter noch mit dem Titel im Unterrand gedruckt. – Das Buch auf Velin de Chiffon von Marais, die Suite auf Velin Malacca von Lana. – Die Lithographien wurden bei und unter Aufsicht von Fernand Mourlot gedruckt. – Das erste von Henry Moore illustrierte Buch bildete sogleich ein europäisches Gemeinschaftswerk: Der Text des deutschen Dichterfürsten in der Übersetzung André Gides, der 1947 den Literaturnobelpreis verliehen bekam, und illustriert von einem Engländer, der nach Kriegsende gerade internationale Anerkennung erlangte. – »Like his sculpture, his lithographs achieve monumentality while remaining small in scale« (Eleanore M. Garvey). – Beilage: Plakat zu einer bereits 1949 geplanten Buchpremiere. Das Buch erschien laut Titelblatt 1950, wurde aber lt. Impressum erst 1951 vollendet. – In dieser Form wohl ein Unikum.

39,5 : 29,0 cm. 64, [12] Seiten, 13 Blätter mit Lithographien als Suite.

Cramer/Grant/Mitchinson 18–32. – Monod 5532. – Garvey 211

49  Otto Müller. Mädchen zwischen Blattpflanzen

€ 1200

(Mädchen im Schilf). Holzschnitt. 1912/nach 1945. 28,0 : 37,5 cm (45,0 : 55,3 cm).

Eins der nach 1945 von Maschka Müller oder dem Sohn Eugen Meyerhofer gedruckten Exemplare, mit dem von Müllers Witwe eingeritzten Monogramm. – Kräftiger Druck auf leichtem Japanbüttenpapier. – Der Stock an den Seitenrändern mit den Einkerbungen der Halteklammern, mit denen er seit 1913 an einem Graphikschrank im Haus des Künstlers befestigt war. – Unter der Darstellung mit Bleistift mit »O. M.« bezeichnet.

Minimale Knickfalten außerhalb des Passepartoutausschnitts.

Karsch 3 II A

50  K. E. Neumann – Aus den Reden und Gleichnissen des Tschuang-Tse.

€ 400

Mit fünf Radierungen von K. E. Neumann. Um 1920. Sechs Blätter Typoskript und fünf lose signierte Radierungen, in Halbwildledermappe mit kalligraphiertem Deckelschild.

Unnummeriertes Exemplar einer wohl nur sehr kleinen, für den Künstler bestimmten Auflage. – Mappeninnendeckel mit handschriftlichem Klebeschild »Nr. 3«. – Die Radierungen (ca. 15 : 10 cm) auf leichtem Bütten (28 : 20 cm), jede in Passepartout und auf diesem betitelt. – Die fünf Texte in der Übersetzung von Martin Buber, die erstmals 1910 im Insel-Verlag erschienen war. – Über den Künstler K. E. Neumann konnten wir keine biographischen Details ermitteln. In den Beständen der Letter-Stiftung Köln findet sich (ebenfalls ohne Lebensdaten) eine Radierfolge von K. E. Neumann zu Novalis’ »Hymnen an die Nacht« aus den frühen 1920er Jahren (Inventar 2010.121). Wir danken Dr. Rieger für freundliche Auskunft.

32 : 25 cm (Mappe). – Die Mappe leicht berieben. – Passepartouts etwas gebräunt, eine Radierung im Passepartoutausschnitt stark gebräunt, zwei etwas stockfleckig.

ChristianHesse