854  HAP Grieshaber. Totentanz von Basel

€ 300

mit den Dialogen des mittelalterlichen Wandbildes. Dresden, Verlag der Kunst 1966. Mit 40 Farbholzschnitten. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe der großartigen Holzschnittfolge. – Druck der Leipziger Presse in den Werkstätten der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. – Texte in deutscher, französischer und englischer Sprache. – Grieshaber dienten Matthias Merians Kupferstiche nach den monumentalen Fresken an der Friedhofsmauer des Baseler Dominikanerklosters als Vorlage. Die Originale wurden 1805 abgerissen, weil die mittelalterlichen Malereien den Stadtvätern als »Kinderschreck« und »Leutescheuche« galten. – Die Übersetzungen der alten deutschen Reime entstanden im frühen 19. Jahrhundert, Albert Kapr, der Leipziger Schriftkünstler, entwarf die Schrifttafeln und schnitt sie mit seinen Studenten in Holz. – Schönes Exemplar.

46 : 35 cm. [130] Blätter.

Fuerst 66/1–40 c. – Fichtner/Bartelke 55. – Isphording II, 584. – Spindler 65.4

855  HAP Grieshaber – Der Engel der Geschichte.

€ 500

Nummer 19/20: Wacholderengel. Sonderdruck. Hannover, Galerie Brusberg 1974. Mit elf Holzschnitten von HAP Grieshaber, teils doppelblattgroß, meist farbig, und vier farbigen Typographiken von Josua Reichert. Lose Doppelblätter in farbigen Originalumschlägen, einer mit Farblithographie von Rolf Szymanski, einer mit Farboffsetlithographie von Horst Antes, alle 17 Graphiken signiert. Im Originalpergaminumschlag.

Eins von 120 Exemplaren für den Handel, weitere 100 erschienen als »Geschenksendung, keine Handelsware« für die DDR, 180 Künstlerexemplare wurden nur im Druckvermerk signiert. – Der seltene Sonderdruck des Doppelhefts »Wacholderengel« erhielt zwei neue Umschläge. – Das Heft widmet sich der Verhaftung der britischen Theatergruppe »Living Theatre« während ihres Aufenthalts in Brasilien. – Mit Texten von Rose Ausländer, Volker Braun, Rainer Kirsch, HAP Grieshaber, Margarete Hannsmann und Wilhelm König.

43,0 : 31,0 cm. 30, [2] Seiten. 4 Typographiken, 2 Doppelumschläge. – Antes-Offset am Oberrand minimal bestoßen.

Fichtner/Bartelke 97. – Fuerst WV 74/1 (73/2-12). – Lutze, Antes 747. – Pfäfflin/Maurice, Reichert PT 73/74

856  Judith Herzberg. Tagesreste.

€ 150

Gedichte. In Übertragungen von Günter Grass, Karin Kiwus, Michael Krüger, Gregor Laschen, Johannes Schenk und Rosemarie Still. Mit einer Rede als Nachwort von Christoph Meckel. Berlin, Agora 1986. Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

24. Erato-Druck. – Eins von 100 Vorzugsexemplaren, die im Druckvermerk von der Autorin, Christoph Meckel und allen sechs Übersetzern signiert wurden (Gesamtauflage 1000). – Titelblatt mit Widmung der Dichterin »zur Erinnerung an eine Lesung«, datiert 1992. – Niederländisch-deutscher Paralleltext. – Judith Herzberg (geboren 1934) zählt in ihrer niederländischen Heimat »unter den wichtigsten Autorinnen und Autoren zu den herausragendsten« (Verlagswerbung). In Deutschland wurde sie vor allem durch die biographischen Arbeiten über die in Auschwitz ermordete Künstlerin Charlotte Salomon bekannt.

24,0 : 15,0 cm. 96 Seiten. – Makellos.

857  Karl-Georg Hirsch – Johann Peter Hebel. Kannitverstan.

€ 250

Acht Kalendergeschichten. Mit sieben Originalholzstichen von Karl-Georg Hirsch. Neu-Isenburg 1989. Mit sieben Holzstichen im Text und einer Holzstich-Titelvignette. Originalpappband mit Buntpapierbezug (Theophil Zwang, Oberroden).

57. Druck der Edition Tiessen. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer Suite der sieben Holzstiche, davon sechs auf einem Blatt, dieses signiert, und einer koloriert und signiert (Gesamtauflage 201). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

24,3 : 16,8 cm. 25, [3] Seiten.

Tiessen ET 57. – Kästner/Lübbert A 70.1.a

858  Karl-Georg Hirsch – Konstantin Wecker. Der alte Kaiser.

€ 200 ( R7 )

Sieben Gedichte. Mit drei Holzstichen von Karl-Georg Hirsch. Garching, Antinous Presse 1992. Schwarzer Originalpappband mit Blindprägung. Im Schuber.

Dritter Druck der Antinous Presse von Matthias Loidl. – Eins von 120 Exemplaren im Pappband (Gesamtauflage 205). – Im Druckvermerk von Dichter und Künstler signiert. – Auf schwarzem Bütten und Giju Shoju Japanpapier. – Gesetzt aus der Erbar-Grotesk, Handpressendruck. – Die Einbanddecke, gearbeitet von Roland Meuter, mit blindgeprägtem Text nach Weckers Handschrift bzw. in Typographie. – Sehr reizvolles Künstlerbuch.

23 : 26 cm. [48] Seiten, 3 Holzstiche.

Kästner/Lübbert A 84.1

859  Alfred Hrdlicka – Bettina Secker. Alfred Hrdlicka. Neolithikum.

€ 150

Text von Alfred Hrdlicka. Nachwort von Bernhard Buderath. München, Kindler 1984. Mit zahlreichen meist ganzseitigen fotografischen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten Radierung »Neolithikum« (33,3 : 28,0 cm, signiert und nummeriert). – Bettina Secker, geboren 1947, arbeitete u. a. als Fotografin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Über mehrere Jahre dokumentierte sie Hrdlickas Schaffen in seinem Wiener Atelier.

34,5 : 30,5 cm. 157, [3[ Seiten, 1 Radierung.

Lewin 1015

860  Jörg Immendorff – Männer Leben.

€ 150 ( R7 )

Wien, Zsolnay Edition 1994. Fünf Originalleinenbände mit farbig illustriertem Schutzumschlag. Zusammen in Originalholzbox.

Eins von 500 Exemplaren. – Ein Band vom Künstler signiert. – Schutzumschläge und Vorsatzpapiere wurden von Jörg Immendorff gestaltet, ähnliche Kassetten edierte der Verlag mit Illustrationen von A. R. Penck (siehe KatNr. LFDNR 390) und Markus Lüpertz. – Die I. Graham Greene. Der Honorarkonsul. – II. Martin Amis. Gierig. – III. Harold Robbins. Die Gnadenlosen. – IV. John Casey. Der Traum des Dick Pierce. – V. Budd Schulberg. Schmutziger Lorbeer.

22,5 : 20,0 cm (Box).

861  Karl Jaspers. Die Atombombe und die Zukunft des Menschen.

€ 400 ( R7 )

Politisches Bewußtsein in unserer Zeit. München, R. Piper & Co 1958. Originalleinenband mit vergoldetem Rückentitel und -schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Autors auf dem Vorsatzblatt: »Herrn Kollegen Reichstein mit freundlichem Gruss Karl Jaspers Basel 2/ 58.« – Tadeus Reichstein (1897–1996) erhielt 1950 den Nobelpreis für Medizin. Seine nachhaltigste Entdeckung gelang ihm Anfang der dreißiger Jahre mit der Synthese der Ascorbinsäure aus Glucose, Grundlage für die industrielle Herstellung von Vitamin C. – »Dieses Buch ist in mehrfacher Hinsicht ein ungewöhnliches Ereignis. Ausgehend von der Bedrohung der Menschheit durch die Atombombe gibt Karl Jaspers eine ebenso tiefdringende wie umfassende Diagnose der Gegenwart: von der weltpolitischen Situation bis zur geistigen und seelischen Not des Einzelnen« (Klappentext). – Dazu: Wohin treibt die Bundesrepublik? Tatsachen · Gefahren · Chancen. München. Piper 1966. Mit eigenhändiger Signatur des Autors auf dem Vortitelblatt. – Karl Jaspers (1883–1969) trug als Mediziner grundlegend zur wissenschaftlichen Entwicklung der Psychiatrie bei. 1913 veröffentlichte er das Ergebnis seiner psychiatrischen Studien, die »Allgemeine Psychopathologie«. Das Werk machte ihn über Nacht berühmt machte und gilt heute noch als Standardwerk, es begründete die Psychopathologie als Fachwissenschaft, indem es erstmals Begriffe, Phänomene und Methoden in einer offenen Systematik ordnet. Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus schafft er als Herausgeber der Zeitschrift »Die Wandlung« ein Forum, »in dem sich deutsche Autoren – vor allem jene, die sich in der Nazizeit nicht äußern durften – wieder über politische und kulturelle Themen austauschen können. Doch von der politischen Entwicklung Deutschlands ist Jaspers enttäuscht: Die ›Umkehr‹ bleibt in seinen Augen aus«. (Karl-Jaspers-Gesellschaft.de) 1948 folgte er dem Ruf an die Universität Basel.

22,5 : 14,5 cm. 506, [6] Seiten; 21,7 : 14,0 cm. 280, [8] Seiten. – Kanten etwas berieben.

862  John F. Kennedy. To turn the Tide.

€ 1500 ( R7 )

Edited by John W. Gardner. Foreword by Carl Sandburg. Introduction by President Kennedy. New York, Harper & Brothers 1962. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Mit eigenhändiger Signatur von Präsident John F. Kennedy. – A selection from President Kennedy’s public statements from his election through the 1961 adjournment of congress, setting forth the goals of his first legislative year. – »Rarely has an American President stated the nation’s problems with such clarity, or voiced its aspirations so movingly. The reader of these pages runs no danger of getting entangled in thickets of bureaucratic prose. He will find here a lucid, instructive and eloquent introduction to the problems facing a great nation in a troubled century« (Klappentext).

21,7 : 14,8 cm. 235, [1] Seiten.

863  Per Kirkeby. 2 Digte/2 Gedichte. 4 Trasnit/4 Holzschnitte.

€ 300

Aus dem Dänischen von Ursula Schmalbruch. Münster, Kleinheinrich 1991. Mit vier blattgroßen Holzschnitten. Originalbroschur. – Widmungszeichnung.

Erste deutsche Ausgabe. – Band 1 der bei Kleinheinrich konzipierten Kirkeby-Werksammlung. – Eins von 300 Exemplaren. – Druckvermerk vom Künstler monogrammiert und nummeriert. – Vortitel mit formatfüllender Bleistiftzeichnung, signiert und datiert »19-11-91 | Münster«. – Verlagsfrisches, unaufgeschnittenes Exemplar.

23,7 : 17,8 cm. 156, [4] Seiten.

864  Sarah Kirsch. Eigenhändiges Manuskript und Aquarell, beide signiert und datiert.

€ 450

1992/1993. Je eine Seite. 30 : 30 cm und 21 : 15 cm.

Sehr dekorativer Autograph der großen deutschen Lyrikerin Sarah Kirsch (1935–2013). – »Flogen gestern die großen Abendsegler in angemessener Zahl. Über den Pappeln und Silberweiden am Ufer der Eyder. Wir sind stets glücklich wenn wir die Fledermäuse erblicken. Ambrosius hat dann Augen wie Enziane. […] Ging mit dem Kater die Schafe zählen unter den kreisenden Raben.« – Unten mit der Signaturzeichnung »Sarah«, rechts datiert »92«. – Das kleine Aquarell, mit Gold gehöht, auf Japanpapier (12 : 8,7 cm) auf Karton montiert und dort signiert, datiert und mit »März« betitelt. – Sarah Kirsch hatte Ende der 1960er Jahre erste Gedichte in Ost- und Westdeutschland veröffentlicht. 1977, nach ihrem Protest gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann wurde sie aus der SED und dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen und verließ tief enttäuscht die DDR. Ab 1983 lebte sie in Tielenhemme an der Eider. – Das Schriftblatt und das Aquarell entstanden für die Ausstellung »Besonderheiten« in der Hamburger Galerie Hoeppner.

865  Helge Leiberg – Das Hohe Lied Salomon

€ 450 ( R7 )

in der Übertragung von Helmut Lamparter. Zeichnungen Helge Leiberg. Berlin und Mainz 1991. Lithographierter Text und teils farbig lithographierte und mit Farbkreide überarbeitete Illustrationen. Bemalter Originalleinenband (Lachenmaier, Reutlingen). Im Leinenschuber.

Erster Druck der Edition Ligatur. – Eins von 16 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren mit einer beigelegten signierten Zeichnung und im bemalten Einband (Gesamtauflage 92). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der Dresdner Künstler Helge Leiberg (geboren 1954) gründete 1979 mit A. R. Penck eine Malerband. 1984 reiste er in die Bundesrepublik aus.

39,4 : 29,2 cm. [48] Seiten.

866  Kurt Mühlenhaupt. Ein Sammelsurium aus seinem Leben.

€ 450 ( R7 )

Band I [bis] XI. Museum Bergsdorf 1999–2006. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Illustrierte Originalpappbände.

Erste Auflage. – Vollständiges Exemplar der »Volksausgabe«, es erschien eine bibliophile Ausgabe von 33 Exemplaren auf Bütten. – Hier ein vom Künstler getrüffeltes Exemplar: Neun Bände mit je einer signierten Bleistiftzeichnung, die posthum erschienenen Bände IX und XI mit der Nachlasssignatur der Witwe. – Kurt Mühlenhaupt (1921–2006) studierte Malerei an der Berliner Hochschule der Künste, als er jedoch Meisterschüler bei Karl Schmidt-Rottluff werden wollte, sprach dieser ihm jegliche künstlerische Begabung ab. Er etablierte sich als Milieu-Maler in Kreuzberg und eröffnete dort 1961 die Künstlerkneipe »Leierkasten«, wo bald Wolfgang Schnell, Artur Märchen, Günther Bruno Fuchs u. a. regelmäßig verkehrten. Später gehörte er zur 1972 gegründeten Gruppe der Berliner Malerpoeten. Die Freundschaften mit malenden Schriftstellern – den oben genannten, aber auch Günter Grass, Christoph Meckel, Wolfdietrich Schnurre, Oskar Pastior u. a. brachten ihm neue Anregungen. Fast erblindet malte der Meister mit Hilfe einer Assistentin unermüdlich weiter bis zu seinem Tod 2006.

26,0 : 19,5 cm.

867  Hermann Naumann – Meine jüdischen Augen.

€ 200 ( R7 )

Grafischer Zyklus von Hermann Naumann. Jiddische Dichtung aus Polen übertragen und zusammengestellt von Hubert Witt. [Hamburg und Düsseldorf], Claassen 1969. Mit 13 signierten Punzenstichen. Originalmaroquinband mit montiertem Punzenstich auf dem Vorderdeckel (Gerhard Prade, Leipzig) Im Schuber.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Graphiken und im Ledereinband (Gesamtauflage 1.000). – Die Vorzugsexemplare 1–50 erschienen im Leipziger Reclam Verlag, die Nummern 51–150 als Lizenzausgabe im Claassen Verlag. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Enthält vier Zyklen mit je 15 Gedichten.

30,0 : 21,5 cm. 132, [8] Seiten. 13 Punzenstiche. – Rücken etwas verfärbt.

Tiessen III, 3

868  Pablo Neruda. At procitne drevorubec.

€ 450 ( R7 )

(tschechisch: Holzfäller, wach auf!) Prelozil (Übersetzt von) Jan Pilar. Prag, Ceskoslovensky Spisovatel 1950. Mit einem wiederholten Holzschnitt von Leopolda Méndeze und Buchschmuck von Antonina Dvoraka. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste tschechische Ausgabe dieser Auswahl aus Nerudas »Canto General«, gedruckt im Jahr der spanischen Gesamtausgabe, die während Nerudas damaligem Exil in Mexiko erschien. – Vorblatt (Rückseite des Titelholzschnitts) mit eigenhändiger Widmung Nerudas »a Jozeff Dvorak« in grüner Tinte. – Vorwort von Jana Drdy, Nachwort von Jorge Amado. – Meist noch unaufgeschnitten.

24,0 : 19,5 cm. 47, [1] Seiten. – Widmungsblatt mit kleinem Randeinriss.

869  Pantalon ouvert.

€ 200 ( R7 )

Dramatische Gespräche. Anläßlich der gemeinsamen großen Zeichnung »Die (drei) Künstler« berichten die berühmten Dargestellten über ihre wahren Erlebnisse im Reich der Kunst. Hamburg, Merlin 1978. Mit 15 montierten fotografischen Abbildungen. Originalpappband mit montierter Deckelvignette und vergoldeten Titeln.

Erste Auflage. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit je einer signierten und nummerierten Graphik von Johannes Grützke, Jan Peter Tripp und Arno Waldschmidt (Gesamtauflage 1100). – Niedergeschrieben von den drei Künstlern in Karlsbad 1978 während eines gemeinsamen Aufenthalts im feudalen Hotel Pupp in Karlsbad, das damals den Namen »Hotel Moskau« führte. Das Werk kommentiert eine fast überlebensgroße Aktzeichnung, die entstand, als sich die drei Künstler gegenseitig porträtierten.

23,8 : 18,0 cm. 79, [1] Seiten.

870  Parkett.

€ 500 ( R7 )

Kunstzeitschrift. Buchreihe für Gegenwartskunst. Nummer 12 [bis] 52. Zürich 1987–1998. Mit zahlreichen Abbildungen, die meisten Hefte auch mit gefalteten Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Umfangreiche und lückenlose Folge einer der wichtigsten Zeitschriften zur Gegenwartskunst. – Jedes Heft, stets mit zweisprachigen Texten in Englisch und Deutsch, entstand in Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Künstlern: Andy Warhol (12), Rebecca Horn (13), Gilbert & George (14), Mario Merz (15), Robert Wilson (16), Peter Fischli/David Weiss (17), Ed Ruscha (18), Jeff Koons/Martin Kippenberger (19), Tim Rollins (20), Alex Katz (21), Christian Boltanski/Jeff Wall (22), Richard Artschwager (23) sowie Günther Förg, Franz Gertsch, Louise Bourgeois, John Baldessari, Imi Knoebel, Rosemarie Trockel, Gerhard Richter, Stephan Balkenhol, Francesco Clemente, Lawrence Weiner und vielen weiteren. – Etliche Hefte der Reihe sind vergriffen und entsprechend gesucht. – Mit dem Jubiläumsheft 40/41 mit dem Index zu den Heften der ersten zehn Jahre und dem Sonderband »Silent & Violent. Ausgewählte Künstlereditionen«, herausgegeben von Peter Noever für MAK, Wien, in Zusammenarbeit mit Parkett, Zürich u. a. 1995. – Nach Erscheinen der 100. Ausgabe wurde die Reihe 2017, nach Aussage der Herausgeber wegen der »radikalen Veränderung des Leseverhaltens, die das Digitalzeitalter mit sich bringt« (monopol, 24.2.2017), eingestellt. – Sehr gut erhalten.

25,5 : 21,0 cm.

871  Galerie Parnass Wuppertal – Treffpunkt Parnass Wuppertal 1949 – 1965.

€ 300

Herausgegeben von Will Baltzer und Alfons W. Biermann. Köln, Rheinland Verlag und Rudolf Habelt 1980. Mit zahllosen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Ausstellungskatalog des Von der Heydt-Museums Wuppertal. – Umfangreiche Dokumentation der für die künstlerische Nachkriegsavantgarde und den rheinländischen Kunstmarkt so bedeutenden Galerie, die 1949 von Rolf Jährling gegründet worden war. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung. – Dazu: Crossroads Parnass. London, Goethe-Institut 1982. Mit zahllosen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar. Englischsprachiger Auszug, der Katalog erschien anlässlich einer Ausstellung in Paris, Borges, London und Edinburgh. Titelei mit mehreren eigenhändigen Widmungen von Rolf Jährling. – Dazu mehr als 60 Ausstellungsflyer, Einladungskarten und Kleinplakate zu Ausstellungen der Galerie Parnass. – Alle sehr gut erhalten. – Aus dem Nachlass des Berliner Architekten Karl Hebecker, Widmungen und Einladungen an ihn adressiert.

29,7 : 21,0 cm. 320 bzw. 92 Seiten. Die Flyer meist 21 : 14,8 cm.

872  Max Peiffer Watenphul – Goethes Buch Suleika

€ 500 ( R7 )

gefolgt vom Schenkenbuch. Dem Westöstlichen Divan entnommen und mit vierzehn auf den Stein gezeichneten Farblithographien versehen von Max Peiffer Watenphul. Frankfurt am Main 1966. Mit 13 Farblithographien, davon fünf blattgroß. Rehbrauner Maroquinband, Deckelvignette und Rückentitel goldgeprägt (K. + D. Lappe, Düsseldorf). Im Schuber mit Lederkanten.

14. Ars librorum Druck. – Eins von 380 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Auf Velin d’Arches. – Innerhalb der Auflage existieren verschiedene Einbandvarianten. – Der passionierte Buchgestalter Gotthard de Beauclair (1907–1992) gründete 1962 nach langjähriger Tätigkeit für den Insel- und den Propyläen-Verlag und die Trajanus-Presse seinen eigenen Verlag. Mit »Ars librorum« konnte er seine Vorstellungen von buchgestalterischer Qualität und dem Buch als Gesamtkunstwerk realisieren. Peiffer Watenphuls zarttonige Lithographien illustrieren teils blattgroß, teils in den großzügigen Satzspiegel eingedruckt, Goethes Dichtungen. – Durch den Handeinband entfiel die erste Lithographie, die auf dem Original als Vignette montiert war.

41,0 : 27,7 cm. 37, [3] Seiten.

Spindler 40.34. – Tiessen III, 1. – Watenphul/Pasqualucci D 77–89

873  A. R. Penck – Perry Rhodan.

€ 150 ( R7 )

[Fünf Bände]. Wien, Zsolnay Edition 1994. Originalleinenbände mit farbig illustriertem Schutzumschlag. Zusammen in Originalholzbox.

Eins von 500 Exemplaren. – Ein Band vom Künstler signiert. – Schutzumschläge und Vorsatzpapiere wurden von A. R. Penck gestaltet. – Die Kassette enthält folgende Perry Rhodan-Romane: I. Die dritte Macht. – II. Das Mutanten-Korps. – III. Vorstoß nach Arkon. – IV. Der Unsterbliche. – V. Der kosmische Lockvogel. – Ralph Winkler (1939–2017) wurde unter dem Pseudonym A. R. Penck (nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck) Kandidat des Verbandes bildender Künstler der DDR. Seit 1969 bekam er zunehmend Probleme mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR, seine Bilder wurden beschlagnahmt und die Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) abgelehnt. 1980 übersiedelte er nach Westdeutschland. – Ähnliche Kassettenboxen gestalteten Jörg Immendorff (siehe KatNr. LFDNR 388) und Markus Lüpertz.

22,5 : 20,0 cm (Box).

875  Rainer Pöhlitz – Laotse. Das Taoteking.

€ 600 ( R7 )

Das Buch vom rechten Wege und von der rechten Gesinnung. 81 Sprüche und (dazu) 81 Radierungen von Rainer Pöhlitz. – Das Taoteking. Ergänzungsband. 21 signierte Radierungen. [Frankfurt am Main] 1988 und 1992. Mit 81 signierten Radierungen. Zwei weiße Originalhalbleinenbände und weiße Originalhalbleinenmappe, alle drei mit getuschten Titeln.

Eins von nur 25 Exemplaren. – Die 81 Radierungen entstanden in den Jahren 1985–1988, die 21 nachträglichen, ursprünglich verworfen, überarbeitete Pöhlitz bis 1992. – Alle 102 Radierungen wurden vom Künstler auf Hahnemühle-Büttenkarton gedruckt und einzeln signiert , datiert und nummeriert. – Die ca. 90 Textblätter wurden nach der Handschrift des Künstlers fotolithographisch auf Bütten gedruckt. – Die Ergänzungsmappe enthält außer den 21 Radierungen ein Textheft zur Editionsgeschichte und einen Brief an den Vorbesitzer. – Am Ende der signierte und handschriftlich vervollständigte Druckvermerk. – Rainer Pöhlitz, geboren 1952, studierte in Nürnberg. Ab Mitte der 1970er Jahre war er auf nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten.

40,8 : 37,1 cm. Zusammen etwa 200 Blätter und Radierungen.

876  Der Rabe.

€ 150

Magazin für jede Art von Literatur. Von Gerd Haffmans [und vielen anderen] herausgegeben. Nummer 1 – 63 und »Jubiläums-Rabe«. Zürich, Gerd Haffmans 1982–2001. Mit zahlreichen Illustrationen. Illustrierte, meist rote Originalbroschuren, ein Originalpappband.

1982 hatte Gerd Haffmans im Streit den Diogenes Verlag verlassen, dessen Lektor und Leiter er seit 1970 gewesen war. Noch im gleichen Jahr gründete er seinen eigenen Verlag, der bis 2001 bestand. Die vollständige Reihe des heute legendären Literaturmagazins, zu dem nahezu alle Autoren des neu gegründeten Haffmans Verlages Beiträge lieferten, bietet Texte von Gerhard Polt, F. K. Waechter, Wolfgang Hildesheimer, Robert Gernhardt, Peter Rühmkorf, Hans Wollschläger u. v. a. Enthalten sind aber auch Texte von Arthur Schopenhauer, Laurence Stern, Edgar Allen Poe, Arthur Canon Doyle, Arno Schmidt und Gustave Flaubert, deren Werke im Haffmans Verlag neu übersetzt bzw. herausgegeben wurden. – Dazu: Die Rübe. Magazin für kulinarische Literatur. Herausgeben von Vincent Klink und Stephan Opitz. Nummern 2–4. Zürich, Haffmans 1990–1992. Illustrierte Originalbroschuren.

18,0 : 10,7 cm. Je ca. 240 Seiten.

877  Das Tintenfass.

€ 200

Magazin für Kunst in jeder Form [später: für den überforderten Intellektuellen]. Nummer 1–36. Zürich, Diogenes 1980–2012. Mit zahlreichen Illustrationen und Abbildungen. Originalbroschuren.

Die Reihe geht auf den ersten gleichnamigen Diogenes-Almanach (hier beigegeben) von 1963 zurück, der dann in Form einer Zeitschrift und Almanachreihe (fünf Ausgaben beigegeben) fortgesetzt wurde. 1980 erschien das erste Heft der neugestalteten Magazins, das bis zu seinem Ausscheiden von Gert Haffmans herausgegeben wurde. – Mit Beiträgen vieler Autoren und Künstler des Verlages, z. B. Bunuel, Dörrie, Dürrenmatt, Highsmith, Donna Leon, Loriot, Schlink, Suter, Urs Widmer u. v. a.

Unterschiedliche Formate und Umfänge, meist 18 : 12 cm und 280–560 Seiten.

878  Dieter Roth. die Die DIE verdammte Scheisse. – die Die DIE gesamte Scheisse.

€ 400

Berlin, Rainer, und Stuttgart, Hansjörg Mayer 1974. Mit 52 bzw. 48 ganzseitigen Abbildungen. Zwei weiße Originalleinenbände.

Je eins von 400 nummerierten Exemplaren, ein Druckvermerk mit eigenhändiger Zeichnung, der andere mit Signatur des Verfassers. – 1968 erschien die erste Sammelausgabe »Die gesamte Scheisse«, die vom Dichter in den Folgejahren erweitert und korrigiert wurde, die vorliegenden Bände dokumentieren, teils faksimiliert, den Überarbeitungsprozess.

25,5 : 17,5 cm. – Rücken und Kopfschnitt minimal stockfleckig.

Dobke, Bücher D 8 und 9. – Spindler 28.45 und 46

879  Peter Rühmkorf. Sechs Widmungsexemplare, davon vier mit Selbstporträtzeichnung.

€ 300

Reinbek u. a. 1972–1983. Originalbroschuren und -einband mit Schutzumschlag.

Alle in erster Ausgabe. – I. Die Jahre die Ihr kennt. Reinbek, Rowohlt 1972. Titelblatt signiert, Vortitel mit Zeichnung. – II. Die Handwerker kommen. Berlin, Wagenbach 1974. Titelblatt mit Widmung. – III. Walther von der Vogelweide, Klopstock und ich. Reinbek, Rowohlt 1975. Titelblatt signiert, Vortitel mit Zeichnung. – IV. Strömungslehre I. Reinbek, Rowohlt 1978. Titelblatt mit Signatur und Zeichnung. – V. Phönix voran. Berlin, Volk und Welt 1982. Titelblatt und ein Folgeblatt mit einem langen eigenhändigen Zitat aus »Reisender« »Melk, Sankt Pölten, Wien, the World was magic […] Das ganze Tal roch zwetschig und ich mittendrin.« Vortitel mit formatfüllender Porträtzeichnung. – VI. Der Hüter des Misthaufens. Aufgeklärte Märchen. Reinbek, Rowohlt 1983. Titelblatt mit Widmung. – Die Widmungen stammen aus den Jahren 1987–1996.

880  Eberhard Schlotter. Werkverzeichnis der Radierungen

€ 300 ( R7 )

von 1968–1978. Hofheim/Taunus, Galerie Stübler 1978. Mit zahlreichen Abbildungen. Originallederband mit silbergeprägten Titeln.

Band 2 des Werkverzeichnisses, erschienen anlässlich der Ausstellung »Eberhard Schlotter · Radierungen 1956–1978«. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe B mit vier beigelegten signierten und nummerierten Radierungen und in Ganzleder gebunden. – Mit einem Vorwort von Bernd Krimmel.

22,7 : 23,5 cm. Ca. 200 Seiten.

881  Arno Schmidt. Zettels Traum.

€ 300 ( R7 )

[Stuttgart, Goverts Krüger] Stahlberg 1970. Dunkelgrüner Originalleinenband mit gelben Titelschildern.

Erste Ausgabe. – Eins von 2.000 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – »Faksimile-Ausgabe des einseitig beschriebenen, 1334 Blätter umfassenden Manuskripts«. – Der erste Originalabdruck des im doppelten Sinne »Opus magnum« von Arno Schmidt. – Tadellos erhalten.

44,0 : 32,5 cm. Etwa 1340 Seiten.

Bock 1.1.20

882  Kurt Steinel – Johann Wolfgang [von] Goethe. Reineke Fuchs. In 12 Gesängen.

€ 300

Offenbach am Main, Kumm 1962. Mit 20 Lithographien von Kurt Steinel. Bordeauxroter Maroquinband mit schöner vergoldeter Deckelillustration sowie Rücken- und Schnittvergoldung. In Halblederkassette.

Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Lithographien wurden in der Werkkunstschule Offenbach auf Büttenkupferdruckpapier gedruckt. – Gesetzt aus der Trump-Mediaeval. – Kurt Steinel (1929–2005) wurde 1971 Professor für figürliches Zeichnen und Illustration an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, ab 1974 Rektor der Hochschule. Bekannt wurde er durch Publikationen, Buchillustrationen und illustrierte Mappenwerke mit Originalgraphik. Steinels Reineke-Illustrationen erinnern im Stil an die Arbeiten von Joseph Hegenbarth. – Der schöne Handeinband blieb unsigniert.

30,0 : 24,0 cm. 132, [4] Seiten, 20 Lithographien. – Kassettenrücken mit (Leim?)spuren.

883  Kurt Steinel – Thomas Mann. Mario und der Zauberer.

€ 600 ( R7 )

Ein tragisches Reiseerlebnis. Mit sieben Farbradierungen von Kurt Steinel. Ascona und Unterreit, Antinous Presse 1998. Mit sieben Farbradierungen im Buch und einer achten als Deckelvignette, alle signiert. Originalhalblederband im Schuber (Roland Meuter, Ascona).

Siebter Druck der Antinous Presse. – Ein von 55 Exemplaren in Halbleder, mit einem beigelegten zweiten, ebenfalls signierten Abzug der siebten Radierung (Gesamtauflage 115). – Im Druckvermerk von den Autoren des Vor- bzw. Nachworts, Elisabeth Mann Borgese und Hans Mayer, signiert. – Enthält auch einen Text von Dino Buzatti (Gabrielli, das Urbild Cipollas) in der Übersetzung von Ulrich Kocher. – Gedruckt auf Zerkall-Kupferdruckbütten. – Üppig gesetzt, opulent gedruckt, ausgestattet und gebunden. – Makellos erhalten.

39 : 28 cm. [2], 71, [7] Seiten, 8 Radierungen.

884  Patrick Süskind. Das Parfum.

€ 200 ( R7 )

Die Geschichte eines Mörders. Zürich, Diogenes 1988. Hellgrüner Originalkalblederband mit Rückenschild. Im Originalschuber.

Exemplar der in Leder gebundenen und vom Autor signierten Sonderausgabe. Sie erschien in 1738 nummerierten Exemplaren, bezugnehmend auf das Geburtsjahr des Protagonisten des Bestsellers, Jean Baptiste Grenuille, anlässlich seines 250. Geburtstages.

18,8 : 12,5 cm. 319, [1] Seiten.

885  Jean Tinguely. Nachtschattengewächse.

€ 500 ( R7 )

Wien, KunstHaus 1991. Mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Katalog anlässlich einer Ausstellung im KunstHausWien. – Auf dem Titelblatt mit eigenhändiger Widmung des Künstlers »für Marie Magdalene Moeller mit Gruss 18. VII 1991«, die von 1988 bis 2017 das Brücke-Museum in Berlin leitete. – Tinguelys Maschinen-Plastiken, seine »méta-méchaniques«, sind aus Schrott-Abfällen angefertigt, kombiniert mit Fundstücken vom Trödel. »Die Ironisierung von übertriebener Maschinengläubigkeit und Perfektionismus, von blindem Technologieoptimismus und eingleisigen Schönheitsidealen ist offensichtlich. Gleichzeitig regen Tinguely Maschinen zu spielerisch-freiem Umgang an und nehmen damit vielleicht die Scheu vor einer oft als unverständlich gefürchteten zeitgenössischen Kunst« (Vorwort).

28,4 : 21,8 cm. 129, [1] Seiten.

886  Tomi Ungerer. Incognito.

€ 200 ( R7 )

Herausgegeben von Philipp Keel. Zürich, Diogenes 2015. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit illustriertem Umschlag und Schuber und die Originalmappe, zusammen in Kassette.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem beigegebenen signierten und nummerierten Siebdruck »Give« (42,0 : 29,5 cm). – Auf dem Vortitelblatt vom Künstler signiert. – Herausgegeben anlässlich der Ausstellung im Kunsthaus Zürich und Museum Folkwang, Essen. – Mit Texten in Deutsch, Englisch und Französisch. – Der Katalog zeigt eine weniger bekannte Seite des 2019 verstorbenen Künstlers: Assemblagen, Collagen und Plastiken waren jedoch seit Ungerers Anfängen in den fünfziger Jahren integraler Bestandteil seines Schaffens.

45,5 : 33,0 cm (Kassette). 424 Seiten; 1 Siebdruck.

887  Andy Warhol. A.

€ 450 ( R7 )

Ein Roman. Köln, Kiepenheuer & Witsch 1971. Originalleinenband mit -schutzumschlag. – Signiertes Exemplar.

Auf dem Titelblatt von Warhol signiert. – Mit diesem, seinem Erstlingswerk bewegte sich Andy Warhol ins literarische Neuland. In seinem berühmt-berüchtigten Atelier »The Factory« ließ er Tag und Nacht über mehrere Monate ein Tonbandgerät laufen, um die Gespräche, Monologe, Streitereien, Späße, Phantastereien aufzunehmen. Dabei ist eine Geschichte entstanden, die dem Leser einen unverblümten, tiefen Einblick in die Welt des Künstlers und seiner Anhänger vermittelt. Der Name des Buches ist Programm, »A« steht für Amphetamin, dessen Wirkungen es dokumentiert. – Exlibris C. L. Sandor, Schweizer Lyriker.

21,9 : 16,4 cm. 473, [3] Seiten. – Erste Seiten mit schwachem vertikalen Knick.

888  Peter Weiss. Från ö till ö.

€ 300

(schwedisch: Von Insel zu Insel). Stockholm, Albert Bonniers 1947. Mit vier Textillustrationen des Verfassers. Originalbroschur mit Deckelvignette.

Erste Ausgabe des Erstlings. – Dazu: Dokument I. Stockholm 1949. Originalbroschur. Eins von 350 Exemplaren des Privatdrucks. Erste Ausgabe von Weiss’ dritter Prosaveröffentlichung. Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung des Verfassers. – Peter Weiss (1916–1982) emigrierte während der Zeit des Nationalsozialismus und lebte seit 1940 in Stockholm. Dort arbeitete er als Maler, Graphiker und Schriftsteller, künstlerischer Erfolg blieb ihm in Schweden jedoch versagt. Erst mit den Publikationen Anfang der 1960er Jahre in Deutschland (»Der Schatten des Körpers des Kutschers«, »Abschied von den Eltern« und »Fluchtpunkt«) erlangte er internationale Bedeutung. – Beide unbeschnitten und sehr gut erhalten.

19,5 : 13,0 cm. 80, [4] Seiten und 19,5 : 11,2 cm. 80 Seiten.

889  Ror Wolf. Hans Waldmanns Abenteuer.

€ 450 ( R7 )

Mit einem Nachwort von Ulrike Almut Sandig und Collagen des Autors. Gesamtausgabe. Frankfurt am Main, Schoeffling 2018. Mit sieben auf Tafeln montierten Abbildungen nach Collagen. Schwarzer Originalrindslederband mit weißgeprägtem Rückentitel. Im illustrierten Originalschuber.

Erste Auflage der Gesamtausgabe. – Eins von 25 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren in Ganzleder (Gesamtauflage 175). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Erstmals sind alle fünf Folgen in einem Band vereint, mit Wiedergaben bislang ungedruckter Collagen. – Ror Wolf (geboren 1932), eigentlich Wolf Richard Georg, der 1953 aus der DDR geflohen war, studierte in Frankfurt und wurde 1959 Redakteur der dortigen Studentenzeitung »Diskus«. – »Hans Waldmanns Abenteuer gehören zum Erfreulichsten, was an zugleich zeitgenössischer und komischer Dichtung veröffentlicht worden ist.« (Robert Gernhardt, schoeffling.de).

24,7 : 16,5 cm. 240 Seiten.

890  Faksimiles – Les Belles Heures du Duc de Berry.

€ 1800

Acc. No. 54.1.1. Luzern 2003. Mit 172 goldgehöhten Miniaturen. Brauner Originalsaffianlederband mit reicher Vergoldung. Zusammen mit Originalleinenband im Acrylglasschuber.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Mit dem deutschsprachigen Kommentarband von Eberhard König mit Transkription und Übersetzung. – Mit den Belles Heures schufen die flämischen Malerbrüder Limburg ein Meisterwerk der Buchmalerei, kein anderes Stundenbuch aus der umfangreichen Bibliothek des Herzogs von Berry ist reicher illuminiert. Die Leidenschaft des Auftraggebers für schöne Bücher ist verantwortlich für die denkbar luxuriöseste Ausstattung. – Die Handschrift wird im Metropolitan Museum of Art in der Cloisters Collection, New York, verwahrt. – Eine Beigabe.

25,0 : 18,5 cm. 225 Faksimileblätter; 220, [4] Seiten.

891  Faksimiles – Les Tres Belles Heures de Notre-Dame du Duc de Berry.

€ 2000

Nouv. acq. lat. 3093 Bibliothèque Nationale Paris. Luzern, Faksimile-Verlag 1992. Mit zahlreichen vergoldeten Miniaturen. Weinroter Originalmaroquinband mit überaus reicher Vergoldung. Zusammen mit Originalhalblederband im Acrylglasschuber.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Mit dem zweisprachigen Kommentarband von Eberhard König. – Der ursprünglich erste Teil der Handschrift, die später in das vorliegende Stundenbuch und das Turin-Mailänder Stundenbuch aufgeteilt wurde. – Eine Beigabe.

29,0 : 20,8 cm. 134 Blätter, davon 252 Seiten Faksimiletafeln; 254 Seiten.

892  Faksimiles – Das Buch vom erfüllten Leben.

€ 1000

Jacques Bruyant – Le Livre du Chastel de Labour. Widener 1. Free Library in Philadelphia. Luzern 2005. Mit 46 Miniaturen und 74 Goldinitialen. Weinroter Originalsamteinband mit silbernen Zierecken. Zusammen mit Originalleinenband im Acrylglasschuber.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Die um 1430 angefertigte Bilderhandschrift, Bilderbuch einer weltlichen Dichtung, die Jacques Bruyant, ein Geistlicher aus Paris, um 1342 verfasst hatte, entstand im Umfeld des berühmten Bedford-Meisters aus Paris. Das »Buch vom erfüllten Leben« baut auf dem berühmten Rosenroman auf. – Eine Beigabe.

22,0 : 15,7 cm. 77 Faksimileblätter; 411, [1] Seiten.

893  Faksimiles – Der Egbert Codex.

€ 2000

Ms. 24 Stadtbibliothek Trier. Luzern 2005. Mit 60 vergoldeten Miniaturen und 240 Zierinitialen. Originalseidenband mit versilberter, patinierter Metallplatte. Zusammen mit Originalhalbleinenband in Originalkassette.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Die Handschrift entstand zwischen 980 und 993 Auftrag Egberts, des Erzbischofs von Trier, im Skriptorium des Klosters Reichenau, er gilt als der weltweit älteste Codex. Das Kloster gehörte damals zu den bedeutendsten Kunstzentren Europas, Erzbischof Egbert von Trier war ein großer Buchliebhaber und Schriftensammler. Die Miniaturen stammen vom Gregormeister und den Mönchen Kerald und Heribert von der Reichenau. Bis ins 18. Jahrhundert wurde der Codex in der Kirche St. Paulin in Trier verwahrt. Das Werk wurde im April 2004 in die Liste der UNESCO zum Weltdokumentenerbe aufgenommen. – Eine Beigabe.

34,7 : 29,0 cm (Kassette). 169 Faksimileblätter; 248 Seiten.

894  Faksimiles – Das Gebetbuch Ottos III.

€ 800

Handschrift Clm 30111 der Bayerischen Staatsbibliothek München. Luzern, Faksimile-Verlag 2008. Mit fünf Miniaturen und 25 Goldinitialen. Originalseidenband und Originalleinenband, zusammen in Lederkassette mit eingelassenem Elfenbeinrelief.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – »Otto war wohl noch keine zwölf Jahre alt, als in Mainz dieses Gebetbuch [ganz in Gold] auf kaiserlich-byzantinischem Purpurgrund für ihn geschrieben wurde. […] Es ist das einzig erhaltene Gebetbuch für einen Herrscher aus der Zeit der ottonischen Kaiser vor rund tausend Jahren. […] Es entstand zu einer Zeit, als das Heilige Römische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht war« (Verlagsprospekt). – Eine Beigabe.

20,9 : 18,1 cm (Kassette). 44 Faksimileblätter; 307, [9] Seiten.

895  Faksimiles – Heures de Bruxelles.

€ 1200

Ms. 11060–61 Bibliothèque Royale Albert Ier Bruxelles. Luzern 1996. Mit 20 vergoldeten Miniaturen. Roter Originalsaffianlederband mit reicher Vergoldung. Zusammen mit Originalhalblederband in Acrylglasschuber.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Mit dem Kommentarband von Bernard Bousmanne, Pierre Cockshaw und Gerhard Schmidt. – Das um 1400 entstandene Brüsseler Stundenbuch spielt für die Buchkunst des französischen Mittelalters eine herausragende Rolle. Die Handschrift wird in der Königlichen Bibliothek in Brüssel verwahrt. Jean de Berry gilt als einer der bedeutendsten Kunstsammler, Bauherren und Mäzene des 14. Jahrhunderts. Er beauftragte die Herstellung mehrerer prächtig illuminierter Stundenbücher. In dem nach seinem heutigen Aufbewahrungsort »Heures de Bruxelles« genannten Stundenbuch ließ er sich auf zwei der ganzseitigen Miniaturen (fol. 10 u. 14 ) porträtieren. – Eine Beigabe.

27,5 : 18,5 cm. 276 Faksimileseiten; 292, [4] Seiten.

896  Faksimiles – Das Krönungsevangeliar des Heiligen Römischen Reiches.

€ 9000

Wien, Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer, Inv.-Nr. XIII 18. Gütersloh 2013. Mit vier goldgehöhten Evangelistenporträts. Originalsamteinband, Vorderdeckel mit vergoldeter Kupferplatte, von Hand patiniert, mit 19 Schmucksteinen (Amethysten, Rauchquarz, Turmalin, synthetischer Saphir), Deckelkanten mit vergoldeten gravierten Rahmen, vergoldete Schließen sowie ein Originalleinenband.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 333 Exemplaren (Gesamtauflage 373). – Mit dem Kommentarband von Franz Kirchweger. – Das Krönungsevangeliar wird seit 1801 in der Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums Wien verwahrt. Im Auftrag des Frankenkaisers entstand das Hauptwerk der Palastschule Karls des Großen um das Jahr 800, es zeigt in den Evangelistenporträts deutlich Anklänge an die spätantik-byzantinische Kunst. Die Evangelien wurden von unbekannten Buchkünstlern in Gold- und Silbertinte auf purprurgefärbtem Pergament niedergeschrieben. Der Buchdeckel wurde dagegen um das Jahr 1500 geschaffen, die vergoldete Silberplatte mit teils vollplastisch gearbeiteten Figuren ist mit 19 Schmucksteinen besetzt. – Glaubt man der Legende vom Codex im Grab, bedeutete Karl dem Großen diese Handschrift besonders viel, denn sie wurde mit ihm bestattet. Als Otto III. das Grab im Jahr 1000 öffnen ließ, soll er der Legende nach das Krönungsevangeliar auf den Knien des unversehrten Leichnams gefunden haben. Jahrhundertelang lag dann die Prachthandschrift in der Aachener Pfalzkapelle. – Besonders prachtvolles Faksimile in vergleichsweise kleiner Auflage. – Tadellos erhalten.

34,0 : 26,5 cm. 472 Seiten; 180 Seiten.

897  Faksimiles – Das Stundenbuch der Katharina von Kleve.

€ 2500

MS M. 917 und MS M. 945 The Pierpont Morgan Library, New York. Gütersloh und München 2009. Mit zahlreichen großen und kleinen Miniaturen und Bordüren in Farbdruck und mit Goldauflage. Originallederband mit Blindprägung, goldgefasstem Schmuckstein auf dem Vorderdeckel und vergoldeten Schließen sowie Originalhalblederband im -schuber. Mit der Acrylglasschaubox.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Im 19. Jahrhundert wurde die schöne und handliche Handschrift in zwei Bände geteilt. Die Pierpont Morgan Library konnte 1963 und 1970 beide Teile erwerben, die in vorliegendem Faksimile erstmals wieder in der ursprünglichen Reihenfolge zusammengebunden präsentiert werden. – Der Einband des Faksimiles wurde nach einem Utrechter Einband des 15. Jahrhunderts (im Besitz der Österreichischen Nationalbibliothek Wien) gefertigt. – Mit dem Kommentarband mit Beiträgen von Rob Dückers, Eberhard König, Anne S. Korteweg u. a. – Eine Beigabe.

20,5 : 14,5 cm. [2], 309, [1], [10] Seiten; 27,0 : 21,0 cm. 360 Seiten.

898  Faksimiles – Das Stundenbuch der Margarete von Orleans.

€ 1500

Paris, Bibliothèque Nationale de France, Ms-latin 1156B. Luzern 2013. Mit 41 Miniaturen und 24 Kalendermedaillons. Weinroter Originallederband mit Lederintarsien und reicher Vergoldung. Zusammen mit Originalleinenband im Plexiglasschuber.

Faksimile und Kommentarband. – Eins von 680 Exemplaren (Gesamtauflage 740). – Der Prachtcodex entstand zwischen 1426 und 1450, er bietet einen künstlerisch hochwertigen Überblick über das Leben im 15. Jahrhundert. Margarete von Orleans ließ das private Stundenbuch von ihrem persönlichen Buchmaler gestalten, der nach seinem Meisterwerk als »Meister der Margarete von Orléans« bekannt wurde. – Eine Beigabe.

20.7 : 15.0 cm. 210 Faksimileblätter; 229, [3] Seiten.

ChristianHesse