51  Robert le Noir – Georges Turpin. La Foire.

€ 750

Avec 10 eaux-fortes de Robert le Noir. Paris 1931. Zehn signierte Aquatintaradierungen und Einleitungstext. Zusammen lose in Originalumschlag.

Eins von 200 Exemplaren. – Auf Velin de Rives. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Schöne und seltene Radierfolge des französischen Künstlers Le Noir (1896–1973), der für seine Straßenszenen berühmt und berüchtigt war. 1929 hatte sein Gemälde »Madame est malade« bei einer Ausstellung in Paris einen Skandal ausgelöst. – Die Radierungen einzeln signiert und mit dem Monogrammstempel des Künstlers. – Die zweifarbige Titelillustration wird auf dem Umschlag wiederholt.

32,8 : 25,4 cm. [8] Seiten, 10 Radierungen.

52  Otto Nückel. Reitendes Paar.

€ 1800 ( R19 )

Aquarell über Bleistift. Um 1920. 25 : 20 cm (31 : 23,6 cm). Signiert, in der Darstellung monogrammiert.

Otto Nückel (1888–1955) arbeitete u. a. als Illustrator die Satirezeitschrift »Simplicissimus«, aber auch die »Jugend«. – Seine Zeichnungen sind oft von skurrilen Typen und Situationen beherrscht: Hier reist ein Paar recht anachronistisch zu Pferde, wird aber absehbar von der Eisenbahn im Hintergrund überholt. – Auf Velin.

Rückseitig Montierungsreste.

53  Paul Ohnsorge. Stillleben mit Glasflaschen.

€ 600

Aquarell über Bleistift. 1950. 44 : 62 cm. Signiert und datiert.

Schöne großformatige Arbeit, die durch strenge Gliederung und geometrische Akzentuierung der transparenten Glaskörper beeindruckt. – Auf dünnem Japanbütten. – Dazu: Paul Ohnsorge. Zwei Berliner Ansichten. Zwei Temperazeichnungen über Bleistift. Um 1960. Ca. 25 : 50 cm. Auf Zeichenpapier, mit Deckweiß eingefasst. – Die beiden Straßenszenen waren möglicherweise Vorlagen für Wandbilder, ein Blatt mit Bemaßungen an den Rändern. – Paul Ohnsorge (1915–1975) studierte 1934–38 in Berlin an der Hochschule für bildende Künste. Kurz vor Kriegsende geriet er in Gefangenschaft und kehrte 1949 nach Berlin zurück. »Eine Orientierung in der Kontroverse zwischen gegenständlicher und ungegenständlicher Kunst für sein Schaffen zu finden, gelang ihm durch Künstler, welche ihm schon vor dem Krieg bekannt gewesen waren, wie Carl Hofer, Werner Heldt und Werner Gilles, aber auch durch die Kollegen der Künstlergemeinschaft ›Der Ring‹, welche er 1951 u. a. mit Hannah Höch, Peter Fischer und Karl Rössing begründete.« Ab 1950 nahm er an verschiedenen Ausstellungen teil, seit 1952 folgten Aufträge für Betonreliefs, Sgraffittos, Wandbilder und Stukkaturen (www.kulturportal-west-ost.eu).

Ränder etwas geknittert, rechte obere Ecke mit restauriertem Ausriss.

54  Alexander Olbricht. Ober-Weimar.

€ 1000

Sieben kolorierte Radierungen. Um 1920. Ca. 5 : 6 bis 8 : 11 cm. Signiert, betitelt und bezeichnet.

Auf dünnem Japanpapier. – Von Olbricht in der Mappe eigenhändig als »handkolorierte Vorzugsdrucke« bezeichnet und dort signiert. – Diese Mappe enthält die Radierungen: »Haus Nr. 40«, »Kirche zu Ehringsdorf«, »Weimar-Geraer Bahn«, »Berggasse in Weimar«, »Mauerecke«, »Seifengasse in W.« und »Eingeschneites, Haus No. 189a zu OberWeimar«. – Alle Radierungen signiert, mit Reihen- und Einzeltitel, dem Zusatz »Vorzugsdr.« sowie einer Exemplarnummer bezeichnet. Alle in Passepartouts und diese in flaschengrüner Kalbledermappe. Die Mappe wurde von Otto Dorfner angefertigt und signiert. Der Rückentitel, Olbrichts Monogramm auf dem Vorderdeckel, Deckelkantenfileten und Eckverzierungen wurden vergoldet. Die Innendeckel und Mappenflügel sind mit gelbem Kleisterpapier bezogen. – Alexander Olbricht (1876–1942) kam 1899 nach Weimar und studierte an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule. 1902 begegnete er Marcus Behmer, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. In den 1920er Jahren war er Professor an der Weimarer Hochschule für bildende Künste. – Tadellos schönes Exemplar.

17,5 : 23,0 cm (Kassette). – Im Originalschuber (dieser mit Radierspuren).

55  Alexander Olbricht. Sechs Pflanzenzeichnungen.

€ 250

Lithographien nach Originalen im Städtischen Museum zu Erfurt. Mit einem Geleitwort von Reichskunstwart Dr. Edwin Redslob. Weimar, Reiher 1922. Mit sechs ganzseitigen Lithographien und vier Vignetten. Originalbroschur mit gelben Japanpapierbezügen und dunkelblauer Seidenband-Durchstichsheftung.

Eins von 80 Exemplaren der Ausgabe B auf dünnem Japanpergamentpapier (Gesamtauflage 100). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Als Blockbuch gebunden. – Redslob über Olbrichts Arbeiten: »sie sind zart und kostbar, man möchte sich ihrem Genuss still und ohne Worte hingeben«. – Alexander Olbricht (1876–1942) war zu dieser Zeit Professor an der Weimarer Hochschule für bildende Künste. Zusammen mit Walther Klemm, der zu den ersten Lehrern des Weimarer Bauhauses gehörte, war er künstlerischer Mitarbeiter des Reiher-Verlages, den Otto Dorfner 1922 gegründet hatte.

38,7 : 26,3 cm. [16] Seiten. – Das Seidenband teils durchgerissen. Das gelbe Seidenpapier des Umschlags mit wenigen und leichten Stockflecken. – Innen tadellos.

56  Otto Pankok. Rundgang im Gefängnishof. – Gefangener.

€ 600

Zwei Radierungen. 1923. 19,0 : 13,5 cm (31,5 : 23,5 cm). Signiert.

Je eins von 50 signierten Vorzugsexemplaren. – Aus der Folge der fünf Radierungen Pankoks zur Buchausgabe »Oskar Wilde. Ballade des Zuchthauses zu Reading, von C. 3.3.«, ediert vom Juncker-Verlag, Berlin. Neben den Vorzugsausgaben erschienen weitere 250 nur im Druckvermerk signierte. – Die Platten wurde nach dem Druck vernichtet.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Blatt I am Oberrand Durchschlag der Montierungsstreifen. – Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

Jäger WR 289 und 290

57  Max Pechstein. Selbstbildnis mit Pfeife.

€ 2000

Holzschnitt. 1921. 34,1 : 28,0 cm (70,2 : 55,8 cm). Signiert, datiert und mit »P1« als Probedruck bezeichnet.

Auf festem Japanpapier. – Wohl der erste Probeabzug »P1«, auf besonders großem Papier. – Sehr differenzierter Druck mit wirkungsvollen Aufhellungen z. B. im Pfeifenrauch und der rechten Schläfe. – Das bedeutende Selbstporträt verlegte 1924 der Euphorion Verlag in seinem Mappenwerk »Die Schaffenden«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Linker Papierrand mit leichten Stockflecken, der äußerste rechte etwas geknittert. Oben rückseitig montiert.

Krüger H 250

58  Max Peiffer Watenphul. Tanger.

€ 3800 ( R19 )

Bleistift und Aquarell auf Bütten. 1956. 32 : 48,5 cm. Monogrammiert, betitelt und datiert »Tanger 14.3.56«

Schöne Zeichnung, entstanden während der Marokko-Reise des Künstlers. – Bis 1958 lebte Peiffer Watenphul (1896–1976) bei seiner Schwester in Venedig, dann übersiedelte er nach Rom. – Paqualucci verzeichnet acht in diesen Wochen entstandene Tanger-Aquarelle.

59  Pablo Picasso. Pigeonneau dans son nid

€ 1200

Lithographie. 1947. 21,5 : 39,5 cm (32,7 : 50 cm).

Abzug nach der Auflage von 55 Exemplaren, gedruckt vom gestrichenen Stein. – Aus dem Besitz von Picassos Drucker Desjobert. – Picasso hatte mit Pinsel und Schaber auf Lithopapier gezeichnet, die Darstellung wurde auf den Stein abgeklatscht. – Auf einem halben Bogen Velin d’Arches.

Bloch 427. – Mourlot 71. – Güse/Rau 174

60  Pablo Picasso – Pindar. VIIIe pythique.

€ 15000

Alès, PAB 1960. Mit vier Kaltnadelradierungen von Pablo Picasso, davon drei ganzseitig und eine auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, in Originalchemise und -schuber.

Eins von 44 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Picasso signiert und vom Verleger P. A. Bénoit nummeriert und signiert. – Auf unbeschnittenen Bogen »Velin d’Arches«, jeweils mittig gefalzt. – Die Radierungen wurden mit der Kaltnadel in Zelluloidfolien geritzt, ein Verfahren, das Bénoit auf Anraten von Douglas Cooper Picasso nahelegte. Den Druck führte Bénoit selbst aus. Den Text, in Griechisch und französischer Nachdichtung von Jean Beaufret, setzte und druckte die Imprimerie Union, Paris.
»Pindar’s ›Eighth Pythian Ode‹ was, after Ovid’s ›Metamorphoses‹ (illustrated by Picasso 1931) and Aristophanes’s ›Lysistrata‹ (1934), the third and last text from classical antiquity which Picasso illustrated. […] The ›Eighth Pythian Ode‹ was presented (i. e. sung) in 446 B.C. at Aegina, in honor of a certain Aristomenes who had won the wrestling competition at the Pythian Games at Delphi. Pindar celebrates the youth’s splendid victory,but also mourns the transience of happiness and glory by evoking the sad fate of the defeated. […] Picasso’s engravings illustrate three aspects of the athletic contest: a young athlete about to begin the match; the triumphant athlete radiating beauty and strength, and, finally, the vanquished athlete of Pindar’s ›Ode‹, a short, stocky man with foldfet arms and dark face. The drypoint mounted on the front cover […] might well be ab imaginary portrait of the poet.« (Herma Goeppert-Frank). – Nach Sebastian Goeppert »das bedeutendste der von PAB in Zusammenarbeit mit Picasso […] publizierten 17 Bücher« (IB 1245, S. 69).
Dazu: Pindar. Achte Pythische Ode. Frankurt am Main und Leipzig, Insel 2003. Mit Abbildungen. Originalkalblederband. Inselbücherei 1245, eins von 850 Exemplaren der Vorzugsausgabe. Herausgegeben von Sebastian Goeppert und Herma Goeppert-Frank. Dem Buch lag das oben beschriebene Exemplar als Vorlage zugrunde. Das Inselbändchen enthält neben den beiden Textfassungen auch eine deutsche Nachdichtung von Johannes Malms und Herma Goeppert-Frank.

51,3 : 34,0 cm. [32] Seiten.

Goeppert/Cramer 108. – Bloch 995–998, livre 104

61  Pablo Picasso – Honoré de Balzac. Père Goriot. – Leo Tolstoi. La guerre et la paix.

€ 450

Traduit du Russe de vivant de l’auteur. Trois tomes. – [Beide:] Préface de André Maurois. Lithographie originale de Picasso. Paris, André Sauret 1952 und 1956. Mit zusammen zwei Lithographien als Frontispiz. Originalbroschuren in illustrierten Originalschubern.

Jeweils eins vom 3.000 Exemplaren auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 3.400). – Die beiden einzigen Werke aus der Reihe »Grand prix des meilleurs romans du XIX. siècle«, die von Picasso illustriert wurden. Jede Ausgabe mit dem lithographierten Porträt des jeweiligen Verfassers, im Stein signiert. – Unbeschnitten.

22,5 : 16,5 cm. – Eine Schuberkante angeplatzt. Rücken leicht gebräunt.

Goeppert/Cramer 65 und 76. – Bloch 714 und 825, livres 63 und 72. – Mourlot 216 und 287

62  Pablo Picasso – Sebastian Goeppert, Herma Goeppert-Frank und Patrick Cramer. Pablo Picasso. The Illustrated Books: Catalogue raisonné.

€ 5000

Genf, Patrick Cramer 1983. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -leinenmappe. Zusammen im Originalleinenschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 20 Exemplaren der englischen Vorzugsausgabe mit der Kaltnadelradierung »Homme debout avec masque devant femme assise«, nummeriert und mit Stempelsignatur, weitere 20 Exemplare mit der gleichen Radierung enthalten zusätzlich einen japanischen Text. – Bis heute maßgebliches und unübertroffenes Werkverzeichnis der von Picasso originalgraphisch illustrierten Bücher.

32,0 : 23,0 cm. 425, [7] Seiten, 1 Radierung.

Bloch 983

63  Pablo Picasso. Le picadore II.

€ 4000

Farblithographie. 1961. 20 : 26 cm (26 : 36,5 cm). Signiert.

Das Hauptblatt aus »A los toros avec Picasso«. – Auf Velin. – Einer der Künstlerabzüge. – Auch diese Lithographie hatte Picasso wie drei weitere für die Buchausgabe zunächst einfarbig entworfen (vgl. Mourlot 347). Auf Anregung Mourlots kolorierte er eine davon mit 24 Wachskreiden. – Mit der Passermarke am linken Oberrand.

Bloch 1017. – Mourlot 350. – Güse/Rau 714

64  Pablo Picasso. Peintre, modèle au chapeau de paille, et gentilhomme.

€ 4500

Radierung. 1968/1979. 27,9 : 38,7 cm (45,5 : 53,0 cm).

Einer von nur drei Abzügen von der 1979 gestrichenen Platte, hier das Exemplar des Druckers Crommelynck. Laut Baer befinden sich die beiden anderen Exemplare in öffentlichem Besitz. – Blatt 293 aus »347 gravures«. – Auf Velin. – Von größter Seltenheit.

Bloch 1773. – Baer 1790 C (von C)

65  Pablo Picasso. Peintures 1955–1956.

€ 450

Farblithographie. 1957. 37 : 52 cm (73 : 54,2 cm).

Eins von 1500 Exemplaren des originalgraphischen Plakats. – Der Künstler zeichnete auch den Text des Plakates, dieser wurde aber photolithographisch gedruckt. – Zur Ausstellung in der Pariser Galerie Louise Leiris. – Gedruckt von Mourlot, Paris.

Bloch 1275. – Mourlot 299. – Güse/Rau 636 (»Bachanale«). – Czwiklitzer-dtv 24

66  Pablo Picasso. Suite de 180 dessins.

€ 600 ( R7 )

Paris 1954. Mit 13 Farblithographien, davon eine als Titelillustration, und 167 Abbildungen, davon drei farbig, alle nach Zeichnungen von Pablo Picasso. Farbig lithographierter Originalpappband.

Verve. Revue artistique et littéraire, VIII, 29/30. – Die Zeichnungen entstanden im Winter 1953/54 in Vallauris. – Die Einbandillustration entwarf Picasso extra für diese Ausgabe. – Enthält auch einen Text von Michel Leiris sowie Einleitungen von Tériade und Rebecca West. – Schönes Exemplar.

36,0 : 27,0 cm. [184] Seiten, 12 Lithographien.

Kibbey 266 (amerikanische Ausgabe)

67  Pablo Picasso. Faune féminine.

€ 1500

Lithographie nach Tuschzeichnung. 1960. 18 : 9 cm (46,5 : 39,7 cm). Mit Rotstift signiert.

Auf Bütten »Richard de Bas«. – Aus »Femmes et Faunes, 12 dessins, lavis, aquarelles« (1960). – Gedruckt von Jacomet, mit Gefälligkeitssignatur.

Gleichmäßig gebräunt. – Ränder etwas unfrisch.

Vgl. Kibbey 164

68  Pablo Picasso. Exposition Vallauris – 57.

€ 800

Farbiger Linolschnitt. 1957. 63,0 : 53,0 cm (95,5 : 67,0 cm). Signiert.

Über die Auflage von 175 Exemplaren hinaus gedruckt. – Auf festem Velin. – Mit rotem Fettkreidestift signiert. – Gedruckt bei Arnéra, Vallauris. – Der Linolschnitt mit Motiven aus einer Keramikwerkstatt. Für seine Keramiken war der südfranzösische Ort Vallauris schon seit Jahrhunderten bekannt, als Picasso während seines Aufenthaltes in den 1950er Jahren dieses Handwerk künstlerisch beeinflusste.

Die Ränder mit Knick- und Knitterfalten, Flecken und kleinen Einrissen. Rückseitig Montierungsreste, ein Einriss im weißen rechten Rand mit Filmoplast hinterlegt.

Bloch 1277. – Czwiklitzer 24

69  Pablo Picasso. 45 linoléums gravés.

€ 350

Farblithographie nach Farblinolschnitt. 1960. 38 : 46 cm (63 : 49 cm).

Eins von 1800 Exemplaren. – Druck von Mourlot, Paris, nach dem Linolschnitt »Bacchanal au taureau noir« von 1959. – Ausstellungsplakat der Pariser Galerie Louise Leiris.

Czwiklitzer dtv 174. – Vgl. Bloch 935

70  Pablo Picasso. Zwei Ausstellungsplakate

€ 500

Farboffsetdrucke. 1958–1964. 78 : 50 cm und 64 : 46 cm.

I. Vrede. Stockholm 16–22 Juli 1958. Offset nach farbiger Zeichnung. Auflage in sechs Textvarianten, insgesamt 100.000 Exemplare. Czwiklitzer dtv 147. Ränder oben und unten etwas geknittert. – II. Picasso Peintures 1962–1963. Paris, Galerie Louise Leiris 1964. Farblichtdruck und Farbphotolithographie nach Tuschzeichnung, gedruckt von Mourlot. Auflage 2650 Exemplare. Czwiklitzer dtv 231.

71  Pablo Picasso. Drei Ausstellungsplakate.

€ 600

Farblithographien nach Picasso. 1969–1971. 65 : 50 cm – 79 : 53 cm.

I. Picasso d’aujourd’hui. Arles, Musée Réattu. 1969. Zweifarbige Lithographie von Mourlot. Auflage 1000. Czwiklitzer dtv 340. – II. Hommage a René Char. Musée d’art moderne de Ceret. 1969. Farblithographie von Henri Deschamps, Druck bei Moulot. Auflage 3000. Czwiklitzer dtv 348. – III. Donation Picasso. 57 dessins. Arles, Musée Réattu 1971. Farblithographie von Henri Deschamps, Druck bei Mourlot. Vgl. Czwiklitzer dtv 394, dieses Plakat blieb ihm unbekannt. Zeitgleich wurden die »Dessins inédits« aus der Zeit 31.12.70 – 4.2.71 gezeigt.

72  Fernand Mourlot. Kunst im Plakat der Pariser Schule.

€ 400

Paris, André Sauret, und Genf, Weber 1959. Mit 102 Farbtafeln. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Kenntnisreicher Katalog mit blattgroßen Farbtafeln nach Originalplakaten von Braque (12), Chagall (14), Dufy (4), Léger (7), Matisse (10), Miró (8) und Picasso (42) sowie fünf Nachträge. – Mit Beschreibungen der Plakate. – Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Karl Georg Hemmerich.

32,5 : 24,5 cm. 247, [5] Seiten (einschließlich der 102 Tafeln). – Umschlagränder etwas gebräunt, oben mit kleinen Einrissen.

73  Derriere le miroir. 10 ans d’edition.

€ 600

1946–1956. Paris, Maeght 1956. Mit sechs Originalgraphiken. Illustrierte Originalbroschur.

Großartiger Rückblick auf das erste Jahrzehnt der wichtigen Pariser Galerie. – Mit den wichtigen Verzeichnissen der Galerie Maeght, einer Einleitung von Georges Limbour und den Graphiken von Marc Chagall (L’Écuyère, doppelblattgroße Farblithographie, Mourlot 153), Joan Miró (Femme au miroir, doppelblattgroße Farblithographie, M. 174; L’Aigrette, Radierung, Dupin 105), Alberto Giacometti (Annette de face, Radierung, Lust 62) und Bazaine (Lithographie) im Heft sowie einem Farbholzschnitt von Raoul Ubac auf dem Vorderumschlag. – Die Radierungen wurden von den gestrichenen Platten gedruckt, innerhalb der Auflage wurden drei verschiedene Radierungen von Miró verwendet. –.

38,0 : 28,3 cm. 75, [5] Seiten, 1 Lithographie, die übrigen in der Paginierung. – Pergaminumschlag etwas gebräunt und lädiert, sonst tadellos.

74  Hans Purmann. Berg mit Ruine (Beilstein).

€ 300

Radierung. 1914/15. 5,1 : 7,2 cm (25 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 16/24. – Auf Japanpapier. – Sehr frühe graphische Arbeit Purmanns, der nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit seiner Frau Mathilde aus Paris nach Deutschland zurückkehren musste und dann für längere Zeit im württembergischen Beilstein bei den Schwiegereltern lebte. Hier entstanden Purmanns erste Radierungen. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Heilmann 3

75  Hans Purmann. Bildnis Frau E. Wittenstein (I und III).

€ 400

Zwei Kaltnadelradierungen. 1915. 7,5 : 5,4 cm (32,8 : 27,0 cm) und 13,5 : 8,4 cm (40 : 26,5 cm). Signiert und nummeriert.

I. Exemplar 5/23. Auf Kupferdruckpapier. – II. Exemplar 16/26. Auf Japanbütten. – Im Laufe des Jahres 1915 radierte Purmann mehrere Porträts seiner Schwägerin Elisabeth Wittenstein, zeitgleich arbeitete er an ihrem Porträtgemälde. – Dazu: Blumen in der Vase. Kaltnadelradierung. Um 1920. 9,5 : 6,7 cm (40 : 26 cm). Signiert und nummeriert. Exemplar 3/17. Auf Japan. – Alle ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Einige Ränder leicht geknickt.

Heilmann 32, 34 und 64

76  Carl Rabus. Drei Zeichnungen für Umschläge der Zeitschrift »Der Orchideengarten«.

€ 1500

Um 1919/1920.

I. Das Ständchen. Tusche und Aquarell. Um 1919. 30 : 22 cm. Links unten monogrammiert. – II. Die Hinrichtung. Tusche und Aquarell. Um 1919. 30 : 22 cm. Links unten monogrammiert. – III. Tod und elf Scharfrichter. Aquarell und Tusche über Bleistift. 1919. 18,0 : 13,5 cm. – Blatt III ist die Vorzeichnung zum Umschlag von Heft II/12 (1920), eine Umsetzung der beiden ersten Zeichnungen konnten wir nicht nachweisen. – Carl Rabus (1898–1983) stellte bereits 1919 in den führenden Galerien aus: Goltz, Thannhauser, Sturm. Er arbeitete für verschiedene Zeitschriften, neben dem »Orchideengarten« (siehe KatNr. ## 906) auch für »Jugend«, »Querschnitt« und »Eulenspiegel«.

77  Karl Ritter. Drei Zeichnungen, zwei für Umschläge der Zeitschrift »Der Orchideengarten«.

€ 1500

1920.

I. Die Verehrer. Aquarell und Tusche auf Karton. 1920. 38,5 : 31,0 cm. Signiert. – II. Galantes Abenteuer. Aquarell und Deckweiß über Bleistift. 1920. 36,0 : 26,5 cm. Signiert. – III. Tod mit Harfe. Bleistift und rote Kreide. 1920. 31,5 : 30,5 cm. Signiert, monogrammiert und datiert und mit »Entwurf zu Rad. ›Ballade‹« bezeichnet. – Blatt 1 wurde auf dem Umschlag von »Der Orchideengarten« Heft II/9 (1920) abgedruckt, die beiden übrigen konnten wir nicht nachweisen. – Karl Ritter (1888–1977) war ein Multitalent oder versuchte sich zumindest auf vielen Gebieten: Zunächst arbeitete er in der bayerischen Armee als Flugzeugkonstrukteur, begann aber nach dem Ersten Weltkrieg mit einem Architekturstudium. Zeitgleich wandte er sich graphischen Arbeiten zu und illustrierte viele Umschläge der phantastischen Zeitschrift »Der Orchideengarten« (siehe die folgende KatNr.). – Sehr gut erhalten. Originalarbeiten von Karl Ritter werden selten angeboten.

78  Walter Schnackenberg. Vor dem Café.

€ 1200 ( R19 )

Bleistiftzeichnung. Um 1950. 38 : 27 cm. Signiert.

Eine der surrealen Szenen, die Walter Schnackenberg (1880–1961) in seiner letzten Schaffensphase zu Papier brachte. Anlässlich einer Ausstellung im Münchner Lenbachhaus (1949) schrieb Wolfgang Petzer: »Alpträume eines eleganten Großstadtbummels: geschnäbelte Menschenleiber, aufgedunsene Mißgeburten, halb Vögel, halb Reptilien, laszive Brüste und Beine, die Gespenster einer Seuche, des Hungers, des Mordens und der Unzucht – eine lange Galerie des Schreckens […] nicht ohne Schmiß des erfahrenen, schon etwas blasierten Virtousen, der selbst aus dem Gräßlichen noch ein Quäntchen Lust zu saugen weiß.« (zitiert nach walter-schnackenberg.com). – Aus einem Skizzenblock, links und rechts perforiert. – In Passepartout.

79  Fritz Winter. Ohne Titel.

€ 4500

Monotypie und Gouache auf dünnem Transparentpapier. 1950. 37,8 : 50,0 cm. Rückseitig signiert »FWinter« und datiert.

Ausdrucksstarke Arbeit der frühen Phase graphischer Arbeiten. – Möglicherweise verwendete Fritz Winter für den Druck der dunkelgrauen Partien auch hier noch Wachstuch statt Radierplatten. Zu dieser Technik hatte ihm Paul Klee während der gemeinsamen Zeit am Bauhaus geraten, da Metallplatten damals für den Künstler unerschwinglich teuer waren (vgl. Gabler 1968, S. 1). Die hellgrauen und schwarzen Gouachepartien entstanden wohl im Pochoirverfahren. – Tadellos erhalten. – Aus einer südwestdeutschen Privatsammlung.

Die Bleistiftsignatur ist auf dem schwarzen Grund so schwach sichtbar, dass sie nicht reproduzierbar ist.

80  Bernard Aubertin. Feuerzeichnung (Dessin de feu).

€ 1200

Collage auf monochromer Gouache. 1974. 64,3 : 47,2 cm. Signiert und datiert.

1961 schuf der französische Künstler Bernard Aubertin (1934–2015) erste Feuerbilder, bei denen er serielle Streichholzsequenzen auf farbige Untergründe montierte. Dieses Motiv entwickelte er in den folgenden Jahren weiter und kombinierte seine Collagen mit monochrom roten Flächenbildern. – Aus einer Berliner Privatsammlung.

Ein hinterlegter Riss an einem der Brandlöcher. Rückseitig Montierungsreste.

81  Enrico Baj – Osvaldo Patani. Poi ancora un giorno.

€ 450

Mailand 1956. Mit drei Radierungen, zwei ganzseitig und nummeriert, eine als Titelvignette. Lose Doppelblätter in schwarzer serigraphierter Originalbroschur.

Eins von 51 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Auf Fabriano-Bütten. – Das dritte von Enrico Baj illustrierte Buch. – Das Exemplar gedruckt »per Rolando Marchi«. Der Empfänger, wohl der Marathonläufer Marchi, gab das ihm dedizierte Buch bereits nach kurzer Zeit als Weihnachtsgeschenk weiter. Unter seinen eingedruckten Namen schrieb er »e da me dedicato a Gian Vittorio Fossati Bellani, Natale 1956« (wohl der damalige technische Leiter der italienischen Ski-Nationalmannschaft).

38,5 : 26,0 cm. [16] Seiten.

82  Enrico Baj. La cravate ne vaut pas une médaille.

€ 2000

Genf, Rousseeau 1972. Mit Collagen, eine in Folienumschlag beigelegt, die übrigen im Buch, und zahlreichen Farblitho- und Farbserigraphien. Lose Doppelblätter in Originalkartonumschlag mit Deckelschild. In der weißen Originalkunstlederchemise und dem -schuber mit der LEGO-Installation.

Eins von 160 nummerierten Exemplaren, wobei den ersten 75 verschiedene signierte Collagen beigelegt wurden. Hier mit einem unsignierten als Beilage. – Im Druckvermerk vom Künstler nummeriert und signiert. – Auf Velin d’Arches. – Wohl eins der originellsten Malerbücher der 1970er Jahre. – »Im Jahre 1894 erfand der Schriftsteller Alfred Jarry die Pataphysik, die Wissenschaft der ›imaginären Lösungen‹. Knapp 70 Jahre später, 1963, wurde Enrico Baj (1924–2003) in das ›Collège de Pataphysique de France‹ aufgenommen und kurz darauf Mitbegründer des ›Institutum Pataphysicum Mediolanense‹ in Mailland. Die Pataphysik sollte eine nicht zu unterschätzende Rolle in seinem Werk spielen. Besonders in seinem Buch ›La Cravate ne vaut pas une médaille‹ macht sich ihr Einfluß bemerkbar. Mit satirischem Elan und polemischem, destruktivem Humor hat der Künstler den Text verfaßt und die Bilder ausgeführt. Das Buch bietet ein Repertoire seiner oft wiederkehrenden Motive und veranschaulicht die Vielfalt seiner technischen Mittel. In einer grotesken Revue treten die verunstalteten Monster und die ordenbehangenen, degenerierten Generäle auf, die seit Anfang der sechziger Jahre sein Werk bevölkern. Die bunte Krawatte aus Celluloid ist eine Replik der ›Krawatte des Jackson Pollock‹ von 1969. Um seine phantasievolle Welt darzustellen, griff Baj zu den verschiedensten künstlerischen Mitteln. Den Farblithographien und -serigraphien wurden Collagen aus verschiedenartigen Materialien wie Stoffen, Papieren, Kunststoff und Alufolie hinzugefügt, auf der Buchkassette klebt ein Multiple aus Legoplatten und -steinen, das mit einem militärischen Orden versehen ist.« (Papiergesänge). – Sehr schönes Exemplar.

37,8 : 37,8 cm. [84] Seiten.

Monod 737. – Papiergesänge 118

83  Stephan Balkenhol. Häuserlandschaft. – Kirchenschiff.

€ 3600

Zwei Siebdrucke. Auf Sperrholz. 1998. Jeweils 200 : 125 : 1,8 cm. Rückseitig signiert.

Künstlerexemplare, außerhalb der Auflage von jeweils fünf Exemplaren. – Rückseitig mit Signaturaufkleber Balkenhols. – Gedruckt bei GrossDruckArt, Rheinstetten, nach einem Ausschnitt einer Fotografie Balkenhols.

Dobke/Priess 30 und 32

84  Stephan Balkenhol. Tanzende Paare.

€ 1800

Siebdruck auf Sperrholz. 1998. 200 : 125 : 1,8 cm. Rückseitig signiert.

Künstlerexemplar, außerhalb der Auflage von fünf Exemplaren. – Rückseitig mit Signaturaufkleber Balkenhols. – Gedruckt bei GrossDruckArt, Rheinstetten, nach einem Ausschnitt einer Fotografie Balkenhols.

Dobke/Priess 31

85  Stephan Balkenhol. Klavierspieler. – Blaskapelle.

€ 3600

Zwei Siebdrucke. Auf Sperrholz. 1998. Jeweils 200 : 125 : 1,8 cm. Rückseitig signiert.

Künstlerexemplare, außerhalb der Auflage von jeweils fünf Exemplaren. – Rückseitig mit Signaturaufkleber Balkenhols. – Gedruckt bei GrossDruckArt, Rheinstetten, nach einem Ausschnitt einer Fotografie Balkenhols.

Dobke/Priess 33 und 35

86  Stephan Balkenhol. Ohne Titel.

€ 1000

Bemalte Keramik. 2008. Durchmesser 28,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 51/100. – Auf der Rückseite signiert, datiert und nummeriert. – Einmalige Edition zur Vorzugsausgabe des Ausstellungskataloges »Stephan Balkenhol« in den Deichtorhallen Hamburg. Der Katalog (2008, Snoeck Verlag Köln), auf dem Vortitel vom Künstler signiert und identisch nummeriert, liegt bei. – Katalog und Keramik im Originalkarton. – Stephan Balkenhol (geboren 1957) ist vor allem durch seine großformatigen Holzfiguren bekannt geworden, die auch im öffentlichen Raum breite Aufmerksamkeit finden. Das Rund des Tellers dient als ideale Form für die Darstellung eines »vitruvianischen Menschen« der Gegenwart. – Makellos.

Buch: 24,7 : 17,4 cm. 185, [7] Seiten. Zahlreiche, meist farbige Abbildungen.

87  Joseph Beuys. Fingernagelabdruck aus gehärteter Butter.

€ 1200

Multiple (Butter/Wachs in Plastikdose, auf Graupappe montiert). 1971. 24,0 : 21,0 : 1,8 cm. Signiert und nummeriert.

Frühes und selten gewordenes Multiple. – Ediert von Schellmann, München. – Tadellos erhalten. – Vom Vorbesitzer in Metallobjektkasten montiert.

Schellmann 35

88  Bernhard Johannes Blume. Natürlich.

€ 400

Ein Gespräch mit Joseph Beuys. Multiple. 1989. 49 : 23 : 6 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 3/60. – 1984 hatte der Künstler die Reihe »natürlich« eröffnet, 1985 und 1989 folgten weitere Editionen, die einen zweistündigen Dialog der beiden Künstler in der Düsseldorfer Galerie Ilverich dokumentierten. Beuys und Blume hielten dabei jeder ein grünes Pappkreuz, wie es auch hier beiliegt. (47 : 21,5 : 4 cm, signiert und datiert »1985/89«. – Die neun Serigraphien auf grauem Karton mit Pressefotos des Gesprächs und Auszügen aus dem Dialog. – Mit dem gefalteten Plakat »Beuys natürlich Blume« (zweifarbiger Offset, 62 : 40 cm, vgl. Schellmann 537). – Alles zusammen in der Originalkartonbox mit Deckelschild und Druckvermerk, dort nummeriert. – Ediert vom Balloni Verlag und der Buchhandlung Walter König in Köln. – Tadellos erhalten. – Dazu: Bernhard Johannes Blume. Heilsgebilde. Polaroidfotografie. 1991. Rückseitig signiert, montiert in Passepartout aus Graupappe, dieses signiert und datiert. Aus »Natürlich. 3 ipsoflexive Gesten«.

89  Jürgen Brodwolf. Buchdurchschnitt, Bluttinte.

€ 750

Buchobjekt, Tusche und Stempeldruck. 1979. 21 : 13,5 : 1,2 cm. Signiert, betitelt, datiert. – Paul Celan. Lichtzwang. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1970.

Außergewöhnliches Buchobjekt: Brodwolf durchschnitt alle Blätter des Buches kreuzförmig und färbte die Schnittkanten mit aufgegossener roter Tusche. – Auf dem Vorsatzblatt signiert, datiert und betitelt, auf dem Vorderdeckel von Brodwolf in Graphit mit »Paul Celan« bezeichnet. – Erste Ausgabe des letzten zu Lebzeiten des Dichters erschienenen Buches.

90  Jürgen Brodwolf. Hölderlin, Diotima.

€ 750

Buchobjekt, Nagelzeichnung und Öl. 1988. 19,4 : 11,8 : 1 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Brodwolf bearbeitete die Hölderlin-Biographie von Ulrich Häussermann (Rowohlt 1987): Alle Blätter des Buchblocks durchstach der Künstler mit einer Nadel (oder Schusterahle) und »zeichnete« ein «verblassendes« imaginäres Porträt. Aufgegossenes Öl sickerte durch die Nadellöcher, auch dessen Intensität verringert sich von Seite zu Seite. – Auf dem Doppeltitel des Buches signiert, datiert und betitelt. – Die Originalbroschur in einem Halbleinenband, dieser von Brodwolf nochmals betitelt.

91  Jürgen Brodwolf – Wole Soyinka. Mandelas Erde.

€ 400 ( R7 )

Aus dem Englischen von Hans Dieter Schäfer. Neumarkt, Thomas Reche 2017. Mit elf Offsetlithographien von Jürgen Brodwolf und elf Abbildungen. Originalleinenband mit Blindprägung.

Exemplar V/L, eins der 50 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit vier beigelegten signierten Offsetlithographien (Gesamtauflage 400). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Die deutsche Übersetzung der Gedichte von Wole Soyinka und Brodwolfs Graphiken zum Text sind hier erstmals publiziert. – Ligaturen, Band XI.

30,5 : 20,5 cm. 78, [2] Seiten.

92  Stephen Craig. Underground Cinema.

€ 400

Multiple (Holz, Kunststoff, Acrylglas, Lack). 2005. 27,5 : 41.2 : 29,2 cm. Signiert.

Auf dem Innenboden der Box signiert und mit dem eingeschlagenen Editionsnamen. – Stephen Craig (geboren 1960) über diese Arbeit: »Falls es je einen Weg gegeben hat, im Kunstbereich demokratisch zu sein, dann ist es durch das Medium Kino. Walter Benjamin war, wie wir wissen, wahrscheinlich der Erste oder einer der Ersten, der dieser Tatsache Rechnung getragen hat. Auch Joyce und Beckett waren in einer frühen Phase der Kinogeschichte sehr an den Möglichkeiten […] des Kinos, das potenziell Kunst enthalten und sie einer größeren Öffentlichkeit zugänglich mach kann, interessiert.« – Die schwenkbare Installation vertauscht die Bestandteile des fiktiven Architekturmodells: Kasse und Eingang geraten nach unten, der ursprüngliche »underground«-Saal liegt nun offen. Sichtöffnungen an beiden Seiten des Multiples suggerieren eine Camera obscura. – Tadellos erhalten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer E 414.

93  Felix Droese. Frau ohne Schatten.

€ 400

Gefalteter Papierschnitt aus blau-rot bedrucktem Packpapier. 1993. 44 : 35 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 71/100. – Einkaufstüte »See- und Hafenstadt Rostock«, Schnitte durch beide Seiten der Tüte, teils gefaltet. – Ediert von der Kunsthalle Rostock und der Hamburger Produzentengalerie anlässlich der Ausstellung »Felix Droese – Neue Wirklichkeiten, neue Schatten« (Hamburg 1993). – Tadellos erhalten, im Objektrahmen.

Klein 139

94  Günther Förg. Ohne Titel.

€ 600

Vier Farbradierungen. 1991. 34,6 : 24,8 cm (52,3 : 38,0 cm. Alle signiert und datiert »93«.

Auf Velin »CMF« von Fabriano. – Aus der sechsteiligen von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierten Folge, Editionsnummer 267 C1 und C4–6.

95  Rupprecht Geiger – Helmut Heißenbüttel. Die Freuden des Alterns.

€ 250 ( R7 )

13 mehr oder weniger Gedichte. Drei Wendegrafiken. Farbige Siebdrucke von Rupprecht Geiger. Duisburg 1971. Mit drei doppelseitigen signierten Farbserigraphien. Originalbroschur.

Hundertdruck IX. – Eins von 100 Exemplaren. – Auch das Impressum vom Dichter signiert. – Handgesetzt und gedruckt auf Elfenbein-Karton.

40,0 : 27,0 cm. 14 Blätter.

Geiger 168. – Spindler 157.9

96  Herbert Hamak. Ohne Titel.

€ 6000

Kunstharz auf Leinwand. 1991. 110 : 80 : 5 cm. Rückseitig auf dem Keilrahmen signiert, datiert und bezeichnet mit »C202N Kr. 4394 Barytgelb« sowie Richtungspfeil.

Eine der typischen Kunstharzplastiken des 1952 geborenen Künstlers. – Die vorliegende Arbeit erzielt, anders als die deutlich dreidimensional angelegten Plastiken Hamaks, eine nahezu bildhafte Wirkung. – Aus einer Hamburger Privatsammlung.

97  Al Hansen. Satie/rebus.

€ 750

Multiple (Collage, Papier, Filz- und Silberstift). 1982. 20,8 : 29,7 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 2/21, wobei durch Zeichnung und Kalligraphie unikale Exemplare entstanden. – Al Hansen kombiniert ein Porträtfoto des französischen Avantgarde-Komponisten mit einer kleinen Zeichnung und einem Wortspiel.

98  Al Hansen. Venus,

€ 3000

Fünf Zeichnungen (Bleistift, schwarzer und farbige Faserschreiber). 1994. 21,0 : 14,8 cm. Jeweils signiert und datiert.

Abwechslungsreiche Folge dieses in Hansens Œuvre zentralen Motivs. – Auf Zeichenkarton, eine Zeichnung auf dem bedruckten Deckblatt des Blocks. – Aus einer Berliner Privatsammlung.

99  Gerhard Hoehme – Dieter Hülsmanns. Erinnerungen eines Erotomanen

€ 400

mit fünf Radierungen von Gerhard Hoehme. Köln, Wolfgang Hake 1966. Mit fünf signierten farbigen Radierungen. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 für den Handel bestimmten Vorzugsexemplaren mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Die Radierungen in Rosa gedruckt, der Hülsmann-Text, gesetzt aus der halbfetten Helvetica auf rosafarbenem Hintergrund. – Sehr gut erhalten. – Dazu: Dieter Hülsmanns. Das Werden eines Garis mit einem Materialbild von Kano Nishio. Köln Wolfgang Hake 1965. Weiße Originalbroschur. Eins von 100 Exemplaren, die Collage vom Künstler signiert, das Buch vom Verfasser. Erschienen als Band 1 der von Walter Aue herausgegebenen Reihe »Tangenten«.

25 : 25 cm. 15 Blätter, 5 Radierungen.

Heuer 92–96. – Spindler 158.25

100  Alfred Hrdlicka. Santa Maria delle Grazie – Lionardos Abendmahl restauriert für Pier Paolo Pasolini.

€ 1000

Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel. 1984. 59,2 : 99,2 cm (75,5 : 107,3 cm). Signiert, datiert, als »Probedruck« und mit Widmung bezeichnet.

Einer von wenigen Probedrucken des endgültigen Zustands, nach Hinzufügung der beiden Farbaquatintaplatten. – Druck in acht Farben über der schwarzen Zeichnungsplatte. – Auf Velin. – Von der farbigen Fassung erschienen nur 25 nummerierte Exemplare, ediert von der Galerie Hilger, Wien. – 1983 war Hrdlickas Pasolini-Zyklus mit 37 Radierungen abgeschlossen. Im zeitlichen Umfeld und in künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Werk des italienischen Regisseurs entstanden Szenen und Varianten, darunter auch diese großformatige und singuläre Radierung.

Die rechte Ecke am unteren Rand leicht berieben.

Lewin 938 III

ChristianHesse