51  Lovis Corinth. Adams Tod.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Radierung. 1916. 24,8 : 29,8 cm (32,0 : 45,0 cm). Signiert.

Eins von nur wenigen Exemplaren des ersten Zustandes. Noch ohne die Schraffuren des Adams Leichnam tragenden Mannes. – In der Platte betitelt »Todt des Adam«, unten mit der Textzeile »Und zeugte Soehne u. Töchter, dass sein ganzes Alter war 930 Jahre und starb«. – Auf starkem Büttenkarton. – Der endgültige dritte Zustand war das siebte und zugleich letzte Blatt des Radierzyklus »Die ersten Menschen« (Fritz Gurlitt Berlin 1916).

Angestaubt, am Unterrand mit Hinweis zum ersten Zustand und unten links mit »I« bezeichnet. – Rückseitig Anheftungsreste.

Schwarz 81 VII.1 (von 3)

52  Tony Cragg. Dinge. – Current. – Das Nebelige.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

– Drei Radierungen. 1994. 20,4 : 25,0 cm (34,0 : 39,7 cm). Signiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tony Cragg, geboren 1949 in Liverpool, lebt seit 1977 in Wuppertal. 2009–2013 war er als Nachfolger von Markus Lüpertz Rektor der Kunstakademie Düsseldorf.

Blatt 3 mit leichten Atelierspuren.

Griffelkunst 275 B1, 3 und 4

53  Karl Fred Dahmen. Aus »Suite Ibiza«.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Vier Radierungen. 1963. Ca. 50 : 39 cm. Signiert und nummeriert.

Blätter 3 und 5–7 der insgesamt acht Radierungen umfassenden Folge, die 1963 bei der Edition Rothe, Heidelberg, erschien (Auflage 20 arabisch und fünf römisch nummerierte Exemplare). – Blatt 3 und 7 bezeichnet als »Probedruck«, auf abweichendem Papier, Blatt 5 und 6 aus der römisch nummerierten Auflage (Exemplare I/V). – »Die Farbe spricht zu uns durch erlesene Grautöne, durch intensive Abstufungen von Schwarz, durch matte Oberflächen, durch opake Dichte wie durch eine Transparenz, die das Weiß des Papiers als Eigenwert bestehen läßt […]« (Alexandre Cirici-Pellicer im Geleitwort zur Mappe, zitiert nach Rothe).

Ein Blatt im rechten Rand stärker, ein weiteres leicht stockfleckig. – Blatt 1 rückseitig umlaufend mit Papierresten.

Baum 34, 36–38. – Rothe, Druckgrafik des Informel 39 c, e–g

54  Hanne Darboven. K16 (96) – K 27 (57) 12 Blätter.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

Tuschfederzeichnung. 1968. 21,0 : 29,7 cm. Signiert.

Auf kariertem Papier. – Eine der frühesten »Kalenderzeichnungen«, die seit 1968 entstanden. »Mit der Entwicklung der K-Zeichnung entwickelt Hanne Darboven ein bis heute beibehaltenes System, Zeit zu verdichten. Grundlage ist die Quersumme des Tagesdatums, die als K (= Konstruktion) bezeichnet wird. Der K-Wert wird meist dargestellt durch Ziffern […], Quadratkästchen oder wortlose Schreiblinien.« (Ernst A. Busche, 1997).

Auf schwarzen Karton geheftet. Unten links kleiner Eckknick, rückseitig bezeichnet mit »31«.

55  Hanne Darboven. Kalenderblatt 1975

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

[I und II]. Zwei farbige Offsetdrucke. 1979. 21,7 : 30,2 cm (29,6 : 40,3 cm). Rückseitig signiert.

Halbjahreskalender mit typischen Überarbeitungen. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Griffelkunst 216 B4/5

56  Sonia Delaunay-Terk. Scottish.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Farblithographie. 1969. 56,8 : 42,9 cm (75,7 : 55,7 cm). Signiert oder bezeichnet.

Unnummerierter Abzug. – Auf Velin d’Arches. – Irritierender Weise kopfstehend signiert, datiert und gewidmet bzw. bezeichnet »amicalement Sonia Delaunay ´69«.

Rückseitig umlaufend Papierreste von Montierung. – Kleine Druckstelle im Unterrand.

57  Jens Dittmar. Petrifikat.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Buchobjekt (Buch, Lackfarbe, Schnur, Wachs). 25,5 : 15,3 : 5,4 cm.

Der Band mit dem fiktiven Titel des Thomas Bernhard-Forschers und -Bibliographen entzieht sich jeglicher Lektüre. Der Buchblock besteht aus Porenbeton, wie die Einbanddecke schwarz bemalt und mit Wachs überzogen wurde. Zusätzliche Gewissheit bietet die mehrfache Verschnürung.

58  Jens Dittmar. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Buchobjekt (Buch, Zinnblech). 18,0 : 12,8 : 3,5 cm.

Die einem Schuber ähnlich gearbeitete Umhüllung mit Schließe verhindert die Untersuchung oder gar Lektüre. – Das weiche Zinnblech schafft eine irritierende Formbarkeit.

59  Otto Dix. Mädchen mit Katze II (Kopf schräg).

Schätzpreis/Estimate: € 6500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 5500 ( R19 )

Farblithographie. 1956. 53,4 : 41,3 cm (65,3 : 45,0 cm). Signiert, datiert und mit »Probedruck« bezeichnet.

Auf leicht gelblichem Bütten »Van Gelder Zonen«. – Probedruck des ersten Zustandes, die hellgraue Bildbegrenzung am Oberrand ist noch geschlossen, vom Zeichnungsstein wurde in Violettbraun, heller als in den späteren Zuständen, gedruckt. – Gedruckt von Roland Ehrhardt. – Florian Karsch kannte nur ein einziges Exemplar dieses ersten Zustandes, unsigniert im Nachlass. – Mit Expertise von Florian Karsch vom 1. Februar 2013.

Am Oberrand leichte Griffknitter.

Karsch 216/ I (von III)

60  Otto Dix. Matthäus Evangelium

Schätzpreis/Estimate: € 8000

Zuschlag/Hammerprice: € 9000

in 37 Originallithographien. Berlin, Käthe Vogt 1961. 37 signierte Lithographien. Mit Titelblatt lose in Originalhalbleinenmappe.

Eins von nur 30 Exemplaren. – Jede Lithographie und auch der Druckvermerk signiert und nummeriert. – In kräftigem Schwarz auf feinstes Japanpapier gedruckt. Handabzüge bei Klibor, Berlin. – Enthält neben den 33 Lithographien der ebenfalls 1961 erschienenen Buchausgabe weitere vier, die dort nicht enthalten sind. – »Dix hielt sich in diesem letzten Zyklus von sklavischer Texttreue wie von illustrativer Gefälligkeit frei. Was ihn interessierte, war der szenische Reichtum des Stoffes, die Fülle an Ereignissen, an merkwürdigen und tragischen Situationen. So ist eine eher naive als im orthodoxen Sinne gläubige Interpretation entstanden, die an eine bekenntnishafte Äußerung von Dix erinnert. Befragt, ob er in der Religion wurzele, entgegnete er: ›In der Geschichte der Bibel. Es sind so wunderbare Bilder. […] Es ist das Bildhafte – das andere, das Moralische, das hat mich gar nicht interessiert.« (Hans Kinkel, zitiert nach Karsch). – Tadellos schönes Exemplar der seltenen Mappenausgabe.

43 : 35 cm (Mappe). – Vorderdeckel der Mappe mit zwei minimalen Farbspuren.

Karsch 235–271. – Tiessen II, 1

61  Peter Doig. Black Palms.

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Zuschlag/Hammerprice: € 6000

Sechs Farbradierungen. 2004. 19,5 : 14,5 cm (53,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Vollständiges Exemplar der Radierfolge. – Titel: Pelican; Haus der Bilder; Figure by a River; Black Palm; Fisherman; Boathouse. – Auf Velin, alle sehr gut erhalten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg. – Peter Doig, Jahrgang 1959, lebte, studierte und arbeitete im Laufe der Jahre in Trinidad, Kanada und England. Bevor er sich im Jahr 2000 auf Trinidad niederließ, war er in der Tate Gallery tätig. 2005–2012 hatte er eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf inne.

Griffelkunst 313 A1–6

62  Felix Droese. Drei Holzschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1986–1993. Signiert und datiert.

I. dodenakker. Schwarz auf weißem Papier. 50,1 : 70,0 cm. Auf Karton montiert. Möller/Klein nennen nur 20 Exemplare auf schwarzem Fotokarton. – II. hemelse vrede 3.6.1989. Farbiger Holzschnitt und Siebdruck auf schwarzem Karton. 1989. 50 : 70 cm. Eins von 610 Exemplaren, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – III. Wahrlich kein schöner Tod I. Schwarz auf Papier. 1993. 61,0 : 37,0 cm. Exemplar 21/60. Handdruck des Künstlers, ediert vom Verein für Originalgraphik, Zürich.

Möller/Klein 47, 70 und 172

63  Jean Dubuffet. Faste.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Farblithographie. 1959. 50,0 : 38,0 cm (66,3 : 50,2 cm). Signiert, datiert, betitelt und nummeriert.

Exemplar 8/30. – Auf Velin d’Arches. – Die erste von zehn Lithographien der Folge »Spectacles«. Nur von vier Motiven wurde eine Suitenauflage auf großem Papier gedruckt, die Mappenauflage (24 Exemplare) war kleinerformatig.

Leicht gebräunt, die äußersten Blattränder stärker. – Rückseitig Anheftungsreste.

Webel 695

64  Jean Dubuffet. La botte à nique.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Collection dirigée par Albert Skira avec la collaboration de Gaëtan Picon. Genf, Albert Skira 1973. Teils farbige Heliogravüren nach Handschriften, Zeichnungen und Collagen. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -halbpergamentchemise mit goldgeprägtem Titel. Zusammen in Originalkassette mit illustriertem Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 165 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Vélin d’Arches à la cuve mit der beigelegten Farbserigraphie (»Quatres figures«) (Gesamtausgabe 1175). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Erschien als Band 21 der Reihe »Les sentiers de la création«. – Im Frühjahr 1972, während eines Aufenthalts in Vence, entstanden einige »Figures botaniques« und ein Text zur Botanik. »Es ist die Geburtsstunde des illustrierten Buches ›La botte à nique‹ (La botanique)« (Andreas Franzke, in: J. D. Künstlerbücher, München 2009, S. 55).

21,5 : 16,5 cm. [124] Seiten.

Webel 1100– 1156. – Nicht bei Monod

65  Georg Ehrlich. Madonna.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Radierung. 1921. 23,2 : 16,8 cm (37,5 : 25,2 cm). Signiert und betitelt.

Vom Künstler als »Probedruck« bezeichnet. – Auf Kupferdruckkarton. – Aus der Sammlung Heinrich Stinnes, mit dessen Monogrammstempel (Lugt 1376a) und von ihm am Unterrand ausführlich bezeichnet, u. a. mit »Probedruck in braun auf gelbl. Büttenkarton« und dem Kaufvermerk »Nierendorf VI. 1922«. – Georg Ehrlich (1897–1966) wurde in den 1920er Jahren Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und des Hagenbundes. 1937 emigrierte er nach England. Er entwarf das Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung Coventrys.

Rechter Rand etwas stockfleckig.

66  Johann Fischer. Die Haahlenthermenbadenwassern Antsaltenhaahlen!!

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Zeichnung (Blei- und Farbstifte). 44,0 : 62,5 cm.

Typische großformatige Arbeit des bekannten österreichischen Vertreters der »Art brut«. Johann Fischer (1919–2008) war Weinbauer, bevor er sich als Maler versuchte. »Nach Zeichnungen einzelner Gegenstände und oft amüsant anzusehender Tiere, teilt er sich in seinem Werk auch schriftlich mit. Mit zum Teil verschrobenen Wortungetümen ist von der Ordnung der Welt ebenso die Rede wie von sozialem Engagement und dem menschlichen Miteinander. Die vorher genau gezogenen Striche erinnern an sein früheres Leben als Weinbauer, an die in Linien gepflanzten Weinstöcke.« (Webseite Museum Gugging). – Das vorliegende Blatt bildet ein eindrückliches, amüsantes Beispiel für diese Schrift-Zeichnungs-Verwebungen. Gleichermaßen detailversessen wie verschroben notiert Fischer hier Bauanleitungen für eine Schwimmanlage. »Der 14m hohe Turm, der Schutz für die 5 und 10 m sich befindenten Kunstspringer und Kunstspringerinnen. Unser Sovärenes Austria Österreich! […] Die Thermenbadewasserbasine und Prominaden sind zu wärmenden Fließen zu legen. 75m breite Prominaden! Mit geheizten, gewärmten Lehnstühle!« – Auf festem Kunstdruckkarton von Schoellershammer.

67  Johann Fischer. Unser Bundesstaat: „Österreich“ […] Die Entstehung durch jeweils 2 Fernrohre, inklusive Feldstechern.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Zeichnung (Blei- und Farbstifte). Um 1990. 44,0 : 62,0 cm. Paraphiert »F. Joh.«

Die schöne figürliche Zeichnung wird ergänzt durch zwei lange Texte des Künstlers von technik- bzw. militär-historischer Bedeutung: Im Jahr 1924 forderte der »völkerabtrünnige Johann Julius Schachenhuber von Gott Vater Höchster Allmächtigkeit« Rauchpilze, die ihm aber verweigert wurden. Nun folgt ein Hinweis auf deutsche Rüstungsexporte zur damaligen Zeit, denn »diese Johann Julius Schachenhuber Atombomben, Atomkugeln wurden seit dem Jahr 1924, theoretisch und praktisch, vom Jahr 1924 angefangen, in Deutschland draußen erzeugt, produziert! Und unser Austria […] haben nichts nicht nein nichts zu tun […] mit diesen […] Völkerfeindlichen in Deutschland draußen erzeugten Atombomben […]«. – Der zweite Text erläutert die Herstellung von Feldstechern, 1860 erfunden, aber erst zwischen den Jahren 1905 und 1917 produziert. Diese Verzögerung war Lieferengpässen geschuldet: »Die Fernsichtlinsen, Verstellbar, fehlten ganz und gar.« – Dieses zivile Produkt wurde (im Gegensatz zu den deutschen Nuklearwaffen) »in unserem Eigenständigem-Feierlichen-Selbstständigem-Freiem-Unabhängigäm-Austria-Autriche-Awtrice Österreich« hergestellt. – Auf Kunstdruckkarton von Schoellershammer. – Zeichnungen von Johann Fischer (1919–2008) zählen zu den gesuchtesten Arbeiten aus der österreichischen »Art brut«-Szene.

68  Lili Fischer. Räuchergang.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mischtechnik (Zeichnung, Collage, Serigraphie) auf Papier. 1984/86. 48 : 70 cm. Signiert.

Aus »Gewürzpredigt für Pfeffersäcke«. – Verlegt von der Edition Gross, Bergen/Moosburg. – Nach Angaben der Künstlerin entstanden 50 Exemplare. – Gefalztes Doppelblatt mit serigraphierten Texten nach Handschrift und Typoskript der Künstlerin, mit Farbstiftmarkierung. – Auf der Innenseite zwei Blätter mit serigraphierter »Räucherzeichnung« und Texten, sowie einem collagierten Lorbeerblatt über der Räucherzeichnung. – Lili Fischer (geboren 1947) beschäftigte sich in den 1970er und 80er Jahren mit den Verwandlungsmöglichkeiten der Natur und thematisierte Hexen, Teufelswerk u. a. Phänomene als Teil ihrer Feldforschungen. Im Herbst 2018 wird ihr die Hamburger Kunsthalle eine Ausstellung widmen. – Doppelverglast gerahmt.

69  Adolf Frohner. Fünf Radierungen, davon drei farbig.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Alle signiert und nummeriert.

Kleider einer Dame. Farbradierung mit Aquatinta. 1969. 69,5 : 53,5 cm. Rückseitig betitelt und datiert. Ex. 13/100. Auf Velin. – Figurengruppe. Radierung mit Tonplatte. 66 : 50 cm. Ex. 31/150. Auf Velin «BFK Rives«. Trockenstempel »Zein-Print Vienna«. – Posierende. Radierung mit Materialdruck. 65 : 50 cm. Ex. 79/80. Auf Velin «BFK Rives«. – Vor der Toilette. Zweifarbige Radierung. 66 : 50 cm. Ex. 45/120. Auf Velin «BFK Rives«. – Figurengruppe. Farbradierung mit Aquatinta. 76 : 54 cm. Ex. 73/100. Auf Velin. Trockenstempel »Zein-Print Vienna«. Leichte Knickspuren. – Zunächst war Adolf Frohner (1934–2007) Anhänger der Wiener Aktionskunst. Nach einem Parisaufenthalt als Assistent Daniel Spoerris wandte er sich Ende der 1960er Jahre der Graphik zu. – Alle gut, meist tadellos erhalten.

70  Dimitrios Galanis. Quatre natures-mortes.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

Dont une d’apres Picasso et trois originales dessineés et gravées sur bois. Vier Holzschnitte. 1919. 46,2 : 31,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 18/50. – Die vollständige Folge, gedruckt auf Japan bei Emile Fequet. – Mit einem signierten Doppelblatt (Druck- und Auflagenvermerk) im Originalumschlag. Der Umschlag und das Textblatt mit insgesamt vier Holzschnittvignetten. – Dimitrios Galanis (1879–1966) wurde in Athen geboren und studierte seit 1900 in Paris. Dort hatte er rasch einige Ausstellungserfolge und arbeitete im Anschluss u. a. für verschiedene Satirezeitschriften. Seine Arbeiten wurde neben denen von Matisse, Braque, Gris, Dufy und Chagall sowie Pablo Picasso international ausgestellt – mit letzterem verband ihn eine lebenslange Freundschaft. – Selten so vollständig.

Der Umschlag etwas angestaubt und geknittert, die Blätter tadellos.

Vgl. Vollmer II, 187f

71  Rupprecht Geiger. 61/27.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

(Fallendes Rund). Bleistift. 62,5 : 44,7 cm. Rückseitig signiert und mit der Werknummer betitelt.

Auf leichtem chamoisfarbenem Karton. – Recto, allerdings kopfstehend, nochmals signiert oder mit »Geiger« bezeichnet. – Gegenstück zu einer Zeichnung »Schwebendes Rund« von 1962 (vgl. Van Ham Auktion 372, Lot 641).

Leichte Knickspuren.

72  Gilbert & George. Side by Side.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

London, Art for all und Köln/New York, Gebr. König 1972. Mit 85 ganzseitigen Abbildungen nach Fotografien und Zeichnungen. Marmorierter Originalleinenband mit schwarzgeprägten Titeln.

Erste Ausgabe. – Eins von 600 Exemplaren, das Vorwort von den beiden Künstlern signiert.

19,4 : 13,0 cm. 170 und einige ungezählte Zwischenseiten.

73  The World of Gilbert and George. – The Secret Files of Gilbert & George.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Un film de Hans-Ulrich Obrist. – Zwei VHS-Kassetten. Amsterdam, Éditions à vois 1981 bzw. Paris, Edition bdv-Artview 2000. Beide in der Originalkunststoffbox mit farbigem Cover. – Auf der VHS-Kassette bzw. der Boxrückseite von den beiden Künstlern signiert.

I. Die Originalfassung der unter Regie des Künstlerduos entstandenen Selbstdarstellung. – II. Der Film entstand für die Ausstellung »Voilà. Le monde dans la tête« im Auftrag des Musée d’Art Moderne de la Ville Paris. – Anlässlich einer Vernissage 2002 signiert. Aus dem Nachlass eines holländischen Sammlers, der zu solchen Gelegenheiten stets Kataloge u. ä. der jeweiligen Künstler mitbrachte.

Signatur von II leicht verwischt.

74  Raimund Girke. Progression Grau.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Aquarell auf Bütten. 1975. 30,8 : 25,2 cm. Rückseitig signiert und datiert.

Verso mit Richtungspfeil für korrekte Hängung. – Makellos.

75  Karl Otto Götz. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 3800

Gouache. 1988. 24,9 : 32,5 cm. Signiert, rückseitig nochmals signiert und datiert.

Auf weißem Malkarton. – Informelle Zeichnung von spannungsgeladener Dynamik. – Dazu: Ohne Titel. Lithographie. 1984. 25,3 : 19,2 cm (30 : 23 cm). Signiert, datiert und mit »Probedruck Aufl. 100 Exempl.« bezeichnet. Auf Velin. Mit Trockenstempel »mh Handpresse«– Rückseitig beide mit dem Stempel »Sammlung Rissa-Götz«.

76  Hubertus Gojowczyk. Lesemappe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Neun Offsetdrucke. 1984. 39,8 : 34,8 cm. Alle signiert.

Exemplar 87/90. – Hubertus Gojowczyk (geboren 1943) studierte Ende des 1960er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf, u. a. bei Dieter Roth und Joseph Beuys. Seit damals erscheinen, besonders von Dieter Roths Auffassungen geprägte, Buchobjekte und Künstlerbücher. – Die »Lesemappe« spielt mit den Möglichkeiten der Textzerstörung (verfremdete Satzzeichen, Kontrastverlust, Spiegelschrift und Schwärzung). – Auf Kunstdruckkarton. – Mit dem Textkartonblatt lose in der Originalmappe. – Ediert vom Künstler, 40 Exemplare erschienen als Jahresgabe des Kunstvereins Düsseldorf.

77  Friedrich Karl Gotsch. Gebet.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Holzschnitt. 1964. 50,2 : 35,0 cm (63,8 : 49,3 cm). Signiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, mit deren Wasserzeichen.

Griffelkunst 117.15. – Kruglewsky-Anders S. 30.

78  Gotthard Graubner. Ohne Titel

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

(Anthrazit). Aquatintaradierung. 1975. 27,2 : 23,2 cm (61,7 : 46,3 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 6/30. – Auf sehr breitrandigem Hadernbütten. – Tadellos erhalten.

79  George Grosz. Ecce homo.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Berlin, Malik 1923. 15 (statt 16) Farboffsetdrucke nach Aquarellen. Zusammen mit beiden Textblättern lose in Originalhalbpergamentmappe mit roten Deckeln und goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 100 im Druckvermerk mit roter Tinte bezeichneten und nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe B I. Diese enthielt die 16 Aquarelle als – laut Druckvermerk signierte – Einzelblätter. – Hier alle Blätter unsigniert, auf Velin und mit dem fingierten Plattenrand, der vom Verlag eingeprägt wurde, um den Farboffsetdrucken eine authentischere Wirkung zu geben. – Der Vorderdeckel der Mappe mit dem in Goldfolie geprägten Schriftzug-Klischee, das Dückers nur für die Vorzugsausgabe A beschreibt. – Ein Vergleichsexemplar (Auktion Nosbüsch & Stucke 2018) war ebenfalls unsigniert und in einer gleichartig gestalteten Mappe, die Blätter dort aber ohne den Prägerand, das zweite Textblatt (Inhalt) fehlte. Man muss diese Abweichungen zu Druckvermerk und Werkverzeichnis vor dem Hintergrund der damaligen Situation der Beteiligten sehen: Sofort nach Erscheinen wurden Grosz und die Verleger Gumperz und Herzfelde angeklagt, da eine Reihe der Bilder geeignet seien, »das Scham- und Sittlichkeitsgefühl eines normal empfindenden Menschen in geschlechtlicher Beziehung zu verletzen«. Sicher gerieten unter diesen Umständen manche Planungen durcheinander und manch bibliophiles Vorhaben blieb unerledigt. Wer misst schon dem Signieren von Graphiken große Bedeutung bei, wenn der Staatsanwalt vorlädt? In der Gerichtsverhandlung wurde den Verlegern auferlegt, bestimmte Tafeln aus den Mappen zu entfernen, was schlussendlich dazu führte, dass auch unvollständige Mappen ausgeliefert wurden. – »Ecce Homo« war das erste und bis heute sicher bekannteste der beiden großen Sammelwerke des Künstlers.

37,0 : 27,2 cm. – Mappe mit Schabstellen. – Es fehlt Blatt 5. Die meisten Blätter am Rand, außerhalb der geprägten Plattenränder, mit Knickfalten, teils auch kurzen Einrissen.

Dückers S I, I–IV und VI–XVI. – Lang, Grosz 38. – Hermann 155. – Lang, Expressionismus 38

80  George Grosz. Mädchenakt mit Halskette, sitzend.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000

Farbige Kreidezeichnung und Aquarell. Um 1945. 63,5 : 48,3 cm.

Über Grosz’ Malstil der späten amerikanischen Jahre hatte sich Felix Weil, mit dem Grosz seit den 1920er Jahren befreundet war, wohl Ende der 1930er Jahre abwertend geäußert. Dem linksintellektuellen Mäzen proletarischer Kunst, der mittlerweile nach Argentinien emigriert war, antwortet Georg Grosz 1941 in einem Brief: »Lieber Lix, von »Kunst« verstehst Du nichts […] Hast Du jemals eine Ahnung gehabt, was es heißt, einen Arm oder eine Schulter modellieren zu können? […] wenn ein ›Arbeeta‹ oder irgendein Dir vertrautes sozialdemokratisches Symbol dargestellt ist – ja dann verstehst Du’s und ›genehmigst‹ es – ich sage extra: genehmigst – ich muß es ein wenig schärfer sagen – damit Du endlich einmal Deine Grenzen besser erkennst. […] Mann, wie wunderbar war Van Gogh, wie herrlich Renoir, wie gewaltig Delacroix – Degas, Dich bete ich an – und den großen Ingres nicht zu vergessen – gut, für Dich sind es dumme Malersknechte. […] Ich wollte immer Maler werden. […] Wenn später der ganze Inhaltszimt vergessen sein wird, wird die Linie, die Farbe noch leben wie eine Melodie. […] Deine etwas banale sozialdemokratische und etwas veraltete Verachtung der Kunst kann ich nicht teilen – es lebe die Malerei und die großen alten Meister« (George Grosz, Briefe, Reinbek 1979, Seite 295f.) – Auf bräunlichem Bütten »MBM – Ingres d’Arches«. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel, dieser mit Werknummer »1 – 61 – 4«, und dort von fremder Hand betitelt und datiert. – Rückseitig eine Bleistiftzeichnung (Männliche Figur über Tisch gebeugt). – Nach Vermutung des jetzigen Eigentümers könnte es sich bei der Dargestellten um die Schwägerin des Künstlers handeln.

Provenienz: Ver Lazuk Gallery, Gold Spring Harbour, Maryland, USA. – Privatsammlung New York. – Privatsammlung Hamburg.

81  George Grosz. Angler.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Tuschfeder und Collage auf Postkarte. 1955. 8,7 : 13,6 cm.

Ansichtspostkarte von »Long Island – Fisherman’s Paradise«, von George Grosz zum Kunstwerk verwandelt: Die beiden fotografierten Angler stattete er mit großen Angelruten aus, eine in Form einer riesigen Schreibfeder. In die Bildmitte klebte Grosz eine kleine Vignette, wie er sie zu Dutzenden aus zerschnittenen Zeitungsanzeigen für ein Trainingsgerät gewann und in dieser Zeit mehrfach verwendete. – Alle drei Figuren sind von Grosz bezeichnet: [Carl] Zuck[mayer], George [Grosz] und Ul[rich] Becher. – Rückseitig eigenhändiger Text und adressiert von George Grosz an Ulrich Becher, Basel: »Dear old Ul: Dies um Dir und Deiner Familie ein herzliches Weihnachten zu wünschen. Nichts Neues kann ich berichten – die Staaten sind immer gleich gross […] Wir vermissen Euch hier – kommt doch mal wieder. Ich lebe immer noch hier – ziemlich einsam auch. […] Dein alter sehr alleinsama Böffel«. – Ulrich Becher und seine Ehefrau lebten von 1944 bis 1948 in New York und hatten dort George Grosz wiedergetroffen. Becher war zeitweise Grosz’ Schüler, auch seine Werke sind teils von Grosz beeinflusst, sein Roman »Das Profil« spiegelt die Freundschaft der beiden wider. – Auch Carl Zuckmayer lebte von 1938 bis 1946 in den USA. Frankiert und mit unleserlichem Poststempel (Dec 1955). – Dazu: Maschinengeschriebener Briefumschlag an Uli Becher mit Absenderstempel von Grosz, Poststempel 17. Nov. 1955.

82  Renato Guttuso. Frau Welt.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. 1971. 44,1 : 36,6 cm (65,8 : 50,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 19/80. – Auf Velin »BFK Rives«.

83  Friedemann Hahn. Maler.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Ein Aquarell und neun Radierungen, davon zwei aquarelliert. 1988. 49,0 : 38,0 cm. Signiert, datiert und mit »H.C.« bezeichnet.

Exemplar »hors commerce«, außerhalb der kleinen Auflage und wie die zehn Vorzugsexemplare mit einem Aquarell (Stillleben. 1988. 49 : 38 cm. Mit Fettkreide signiert und datiert. – Die Radierungen sind u. a. Cézanne, Kirchner, van Gogh und Monet gewidmet. – Friedemann Hahn, geboren 1949, war u. a. Meisterschüler von Karl Otto Götz an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. – Auf Zerkall-Bütten. – Die Folge enthält zwei Aquatinta- und sieben Kaltnadelradierungen, von denen zwei aquarelliert wurden. Fünf Radierungen auf chamoisfarbenem, aufgewalztem Japan. – Ediert von der manus presse, Stuttgart. – Die vollständige Folge zusammen mit dem Textdoppelblatt in der Originalleinenkassette von G. Lachenmaier, Reutlingen. – Tadellos erhalten.

84  Paul Heimbach. Alphabet.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Multiple. 1989/90. 22,5 : 31,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 12/30. – Inhalt des Mappenwerks: 26 Offsetdrucke nach einem Titelblatt des Kölner Stadt-Anzeigers, jede Variante um einen Buchstaben reduziert, diese in korrekter spiegelbildlicher Anordnung auf der jeweiligen Rückseite, so dass bei Gegenlicht der Lückentext wieder geschlossen wird. – Transparentheft mit den ausgefilterten Buchstaben. 13 Doppelblätter, fadengeheftet. – Zusammenstellung. Xerox-Kopie aus den »Filterblättern«. – Heft für 26 Buchstaben, in dem die Schriftzeichen unter veränderten Größenverhältnissen zusammentreffen. Originalbroschur. – Alles in der Originalkassette, auf deren Deckel zwei Originalseiten des Kölner Stadt-Anzeigers montiert wurden. – Paul Heimbach (1946–2013) »schuf ein umfangreiches Werk von Künstlerbüchern und Auflagenobjekten. Beginnend mit frühen experimentellen Herangehensweisen in den 1960er Jahren, entstanden in der späteren Phase mathematisch und kalendarisch geprägte Werkgruppen« (Zentrum für Künstlerpublikationen Weserburg, online).

85  Paul Heimbach. Die Farbe und nichts als die Farbe.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Multiple (Filmfolien, Tuschzeichnung, Pappe). 1998. 30,5 : 30,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 24/50 der Vorzugsausgabe mit einer signierten farbigen Tuschearbeit (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Edition verdeutlicht »Farbauszüge eines Verlaufs von schwarz nach weiß in allen Konstellationen«. Ein linearer Schwarz-Weiß-Verlauf wurde auf drei Farbfolien (Blau-Rot-Gelb) belichtet und die Kanten der Quadrate nummeriert. Durch permutierende 90°-Drehung der Folien entstanden zahlreiche Kombinationen, die in dem kleinformatigeren Buch abgedruckt wurden. – Die Originalfolien (21 : 21 cm) und die verkleinert für den Druck verwendeten liegen der Edition bei. – Als Vorzugsausgabe zudem mit einer von den Ergebnissen inspirierten Tuschearbeit (20,7 : 20,7 cm, rückseitig signiert und datiert und in Passepartout).

86  André Herteaux. Hommage à Herteaux.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Drei Farbserigraphien. 1982. 14,5 : 39,5 cm.

Exemplar VIII/IX H.C., neben der Auflage von 30. – Auf Vélin d’Arches. – André Herteaux, geboren 1898 in Paris, stellte in seiner Heimatstadt bereits in den 1920er Jahren im »Salon des Independents« aus. Während der Arbeiten an vorliegendem Spätwerk verstarb der Künstler, die Edition übernahm seine Ehefrau. – Erschienen bei Editions Fanal Bâle. – Mit einem Einleitungstext des Künstlers, einer Widmung seiner Ehefrau und einem Blatt Druckvermerk. – Sechs lose Blätter in Originalleinenmappe.

87  Dick Higgins. Dieses ist kein Kunstwerk von mir. This is not an art work by me.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Zuschlag/Hammerprice: € 70

Stempel auf Farboffsetdruck. 21,0 : 29,7 cm.

Auf einem beidseitig bedruckten Werbeblatt der Firma »GAS«, entworfen von Bruno Karberg, dem Hamburger Graphiker, der 1923 das neue (und bis heute verwendete) Hamburger Stadtwappen entwarf. – Dick Higgings (1938–1998) zählt zu den wichtigsten Fluxus-Künstlern. Die lapidare Verneinung seiner Urheberschaft erhebt die Drucksache nun zu einem »echten Higgins«.

88  Damien Hirst. The Beautiful Afterlife.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Ausstellungsplakat. Offsetdruck. 1997. 84,0 : 59,5 cm. Mit eigenhändiger Widmung.

Zur Ausstellung in der Galerie Bruno Bischofberger, Zürich 1997, erschien das beidseitig bedruckte Plakat. – Mit der recht »direkten« Widmung »For Ruth and Charles. You’re a terrible woman! Love Damien Hirst«, geschrieben mit grünem Faserstift.

89  Karl Hofer. Aus »Zenana«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Lithographie. 1923. 25 : 19 cm (39,8 : 29,5 cm.) Signiert.

Eins von 120 Exemplaren. – Auf getöntem Bütten. – Blatt 1 der Folge, die zehn – in der Vorzugsausgabe sogar elf – Lithographien enthielt und 1923 als 41. Druck der Marées-Gesellschaft erschien. – Mit dem Trockenstempel der Gesellschaft. – Dazu sieben Fotolithographien aus dem Œuvre Karl Hofers, die als Jahresgaben der Karl Hofer Gesellschaft Berlin ausgegeben wurden (Rathenau 22, 28, 35/I, 44, 172, 173 und 182). Mit den faksimilieren Signaturen bzw. Betitelungen. Auf Hahnemühle-Bütten.

Ränder leicht gebräunt.

Rathenau 173

90  Rudolf Hoflehner. Sisyphos.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Hommage à Albert Camus. Stuttgart, manus presse 1965. Mit Farblithographien von Rudolf Hoflehner. Originalpappband im Schuber und Originalleinenmappe mit kleinem Metallrelief auf dem Vorderdeckel.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Extrasuite (Gesamtauflage 120). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin von Rives, gedruckt bei Emil Matthieu, Zürich. – Das Buch ist durchgehend farbig lithographiert, die Suite enthält die fünf doppelblattgroßen Lithographien mit extrabreitem Rand und sieben »Essayblätter« mit den schwarzen Zeichnungspartien ausgewählter Lithographien aus dem Buch. Diese im Buchformat gedruckten Lithographien wurden auf schwarze Kartonblätter im Mappenformat montiert. Alle Lithographien der Suite signiert und nummeriert. – Gebunden bei H. Wennberg, Stuttgart.

Buch: 38,3 : 28,8 cm. [32] Seiten. – Die Mappe minimal berieben, sonst tadellos.

Spindler 161.5

91  Alfred Hrdlicka. Mord und Totschlag.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung (Zinkätzung) 1968. 49,8 : 50,3 cm (71,2 : 65,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 29/95. – Auf leicht getöntem Velin. – Gedruckt von Walter Fischer, ediert von der Galerie Richard P. Hartmann, München. – Nur einige meuchelnde Personen und deren Opfer sind vor dem gnädigen Schraffur-Grau sichtbar.

Lewin 316

92  Alfonso Hüppi. Ohne Titel

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 450

(Stilisierter Baum). Gouache auf Papier. 1968. 44,0 : 31,0 cm. Signiert und datiert.

Schöne und typische Arbeit dieser Zeit, formatfüllend und weiß umrahmt. – Rückseitig nochmals signiert und datiert »10 68«. – Entstand in der längeren freien Schaffensphase Alfonso Hüppis (geboren 1935 in Freiburg/Breisgau), der 1974–1999 eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf übernahm.

Am linken Rand in Passepartout geheftet.

93  Georges Hugnet – Orfeo Tamburi. Fiori.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130 ( R7 )

5 litografie a colori e 5 poesie di Georges Hugnet. Pesaro und Mailand, Pergola – Edizioni d’arte 1970. Mit fünf signierten Farblithographien und einer lithographierten Titelvignette. Mit losen Doppelblättern in roter Originalleinenkassette und -schuber. – Mit Widmungsgedicht von Georges Hugnet..

Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 110). – Mit einem eigenhändigen Widmungsgedicht Georges Hugnets für seinen Freund und Verleger Robert Altmann, datiert 27. VI. 1971. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen des Verlages. – Jedes der fünf Gedichte in französischer Sprache auf einem Doppelblatt mit einer eingelegten Lithographie Tamburis. – Tadellos.

49,5 : 37,0 cm (Mappenformat). [28] Seiten, 5 Lithographien.

94  Jean Cocteau et Georges Hugnet. La nappe du catalan.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Soixante-quatre poèmes et seize lithographies en couleurs Paris 1952. Mit 16 blattgroßen Farblithographien. Fadengeheftet in illustriertem Originalumschlag.

Eins von 80 Exemplaren auf »Velin de Rives« (Gesamtauflage 113). – Auf dem Vortitel von beiden Künstlern signiert. – Ein wahres Gemeinschaftswerk der beiden Pariser Surrealisten: Beide schrieben während einiger Mittagessen die Gedichte auf die Tischdecke des Restaurants, im Text belassene Lücken wurden – jeweils vom anderen – vervollständigt. Bei den Illustrationen zeichneten sie abwechselnd die Umrisse, während der jeweils andere kolorierte. – Das farbenprächtige humorvolle Werk erschien wohl im Eigenverlag. Gedruckt wurde es bei den Pariser »Nobelfirmen« Fequet et Baudier (Text) und Desjobert (Lithographien).

28,2 : 23,2 cm. [2], 165, [9] Seiten. – Schönes Exemplar.

Monod 2942

95  Friedensreich Hundertwasser. 10002 Nights Homo humus come va how do you do.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Mixed media (Farblithographie, Farbserigraphie, farbiger Metallfolienprägedruck). 1984. 69.5 : 50,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 2773/10002. – Auf Cottonvelin von Fabriano. – Aus 100.000 möglichen Farbkombinationen wählte der Künstler 10.002 aus. Jedes Exemplar ist ein Unikat. – Allein das Signieren der Auflage dauerte mehrere Tage. – Gedruckt in Italien und verlegt von Gruener Janura und Volker Huber. – Rückseitig der serigraphierte, ausführliche Editionsvermerk nach der Handschrift des Künstlers. – Tadellos erhalten.

Koschatzky 83. – ŒuvreNr 860

96  Dorothy Iannone. Lists IV. A much more detailed than requested reconstruction.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 900

35 Serigraphien auf Kunststoff. 1968. 20,3 : 22,5 cm. Signiert und mit Widmung bezeichnet.

Exemplar 19/30. – Das Künstlerbuch bietet eine Auflistung – in Wort und Bild – der Sexualpartner Dorothy Iannones bis zu ihrer Beziehung mit Dieter Roth. Außer den 30 dazugehörigen Bildern folgende fünf Serigraphien: Titelbild (Dorothy und Dieter Roth), Titelblatt, Editionsvermerk, Widmungszeichnung »for Papa« und die detailreiche Namensliste der Verflossenen. – Die Serigraphien wurden auf weiße Kunststofffolien gedruckt, welche plastikverstärkt die Seiten eines schraubengebundenen Buches bilden. – Ediert von Diver Press, Köln. – Auf dem Innendeckel von der Künstlerin mit rotem Filzstift nummeriert und signiert, dort auch die Widmung »an extra pillow for Renata + Christophe | Dorothy«. – Erotik und ihre teils voyeuristische Darstellung in der Kunst sind bleibendes Hauptthema der amerikanischen Künstlerin (geboren 1933). 1967 lernte sie in Reykjavik Dieter Roth kennen, mit dem sie dann viele Jahre zusammenlebte. Beide schlossen sich der Fluxusbewegung um Robert Filliou, Daniel Spoerri und Emmett Williams an. – Sehr selten.

22,0 : 27,5 : 11,0 cm (Buchobjekt).

97  Jörg Immendorff. Malermut rundrum.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Farbserigraphie. 1980. 120,0 : 90,5 cm (128,0 : 90,5 cm). Signiert und mit datierter Widmung.

Originalgraphisches Plakat zur Immendorff-Ausstellung der Kunsthalle Bern (15.8.–21.9.1980). – Unten rechts in der Darstellung mit eigenhändiger Widmung »Für Frau Schmidt 17.8.80«, darunter signiert, beides mit rotem Kugelschreiber. – Die Widmung richtete sich an Marianne Schmidt-Miescher, die für die Ausstellungskonzeption und Kataloge der großen Ausstellungen der Kunsthalle Bern in den 1970er Jahren verantwortlich war (On Kawara, Copley, Rainer, Penck, Lüpertz, Judd u. v. a.).

Horizontal gefaltet, einige Randeinrisse und leichte Knitter.

98  Robert Indiana. Love. – New York City Center 25th Anniversary.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 400

– Zwei Farbserigraphien. 1966/71 und 1968. 81,5 : 61,0 cm und 89,0 : 63,5 cm.

I. Plakat zu Robert Indianas dritter Einzelausstellung in der Stable Gallery 1966, zugleich Auftragsarbeit für Poster Originals Ltd. – II. Auf Silberfolie gedruckt. Herausgegeben von List Art Poster, copyright »HKL Ltd. 1968«. Rechts unten typographisch signiert.

Domberger P 7 und P 14

99  Robert Indiana · Robert Creeley. Numbers.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 440

Stuttgart, Domberger, und Düsseldorf, Schmela 1968. Mit zehn Farbserigraphien von Robert Indiana. Originalbroschur mit Packpapierumschlag, im Originalschuber.

Eins von 2500 Exemplaren. – Herausgegeben und mit einer Einleitung von Dieter Honisch. – »Creeley hat Indiana seine ›Numbers‹ gewidmet. Indiana wieder hat den Typus dieser ›Number Paintings‹, die Creeley 1967/68 zu seinen Gedichten anregten, 1965 entwickelt.« (Vorwort). – Die prächtigen Serigraphien mit den Ziffern von 1 bis 0, jede begleitet von einem Gedicht und als Abschluss der Text »The Fool/Der Narr«, alle in Englisch und in deutscher Übersetzung von Klaus Renner, gedruckt in Schwarz und Rot auf Packpapier. – Makellos erhalten. – Zeitgleich erschienen die Serigraphien in größerem Format als signiertes Mappenwerk. – Beigabe: Robert Indiana. Druckgraphik und Plakate 1961–1971. Stuttgart 1971.

25,3 : 21,4 cm. 27 Textblätter, 10 Serigraphien. – Umschlagrücken leicht gebräunt.

100  Hans Jaenisch. Auf der Fahrt durch die Wüste in Arizona.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Aquarell über Tusche. Um 1946. 20,3 : 26,5 cm. Monogrammiert und betitelt.

Hans Jaenisch (1907–1989) hatte 1927 erstmals in Herwarth Waldens Sturm-Galerie ausgestellt. Während der Zeit des Nationalsozialismus arbeitete er in innerer Emigration. Als Soldat entdeckte er in Tunis die Farbe als Gestaltungsmittel. Als amerikanischer Kriegsgefangener gelangte er nach Oklahoma, Texas, New Mexico und Arizona, bevor er 1946 in das kriegszerstörte Berlin zurückkehrte. Bereits um 1950 wandte sich Hans Jaenisch immer mehr der Abstraktion zu, so dass das schöne Aquarell wenn nicht vor Ort, wohl spätestens in den späten 1940er Jahren entstanden sein dürfte. – Möglicherweise Teil einer Bildfolge, vor dem Titel bezeichnet mit »6/7«. – Ehemals Sammlung Hans Henseleit, Kunstkritiker und Feuilletonchef der Kieler Nachrichten.

Auf Unterlagekarton geheftet, dieser fest in Passepartout montiert.

ChristianHesse