Ergebnisse der Auktion 22/2, 16./17. Januar

Auktion 22/1 (Lose 1-632 Buchsammlung der Achilles-Stiftung) versteigern wir, der Corona-Einschränkungen wegen, erst im Mai 2021

732  Gerhard Kerff. Rügen Waldbild.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Fotografie. 29,0 : 23,5 cm. Rückseitig signiert und betitelt.

Sehr schöne Aufnahme, die Kerffs große Begeisterung für Landschaftsaufnahmen beweist. Diese, wie auch die Abneigung gegen Porträtfotografie, teilte er mit Albert Renger-Patzsch. – Rückseitig – außer der Bezeichnung »Foto Kerff« und dem Titel – mit mehreren Nummern und Maßangaben.

733  Gerhard Kerff. Nachtaufnahme.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Fotografie. Silbergelatine, vintage print. Um 1950. 23,2 : 17,2 cm. Rückseitig stempelsigniert und eigenhändig betitelt.

Auf Agfa-Brovira. – I. Rückseitig mit dem Atelierstempel des Fotografen und detallierter Bezeichnung: »Nachtaufnahme || Baum, von Scheinwerfern eine Ausstellung angestrahlt || 9/12 Aufn. Bl 22 4 Minuten«. – Dazu: Gerhard Kerff. Welkes Schilf. Fotografie. Um 1950. 17,2 : 23,2 cm.

  734    Gerhard Kerff. Landschaft in Osttirol bei Sillian.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Fotografie. 29,8 : 39,8 cm. Rückseitig betitelt.

Rückseitig mit Atelierstempel und betitelt. – Aus dem Nachlass der Lebensgefährtin des Fotografen.

735  Gerhard Kerff. Fischernetze bei Flensburg.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Fotografie. Silbergelatine, vintage. 58,5 : 48,3 cm.

Aufgezogen und mit Aufhängern versehen. – Rückseitig von fremder Hand betitelt, datiert und bezeichnet. – Aus dem Nachlass der Lebensgefährtin des Fotografen.

Links oben leicht fleckig, durch die Montage an den Rändern leicht gewellt.

736  Gerhard Kerff. Reihungen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Vier Fotografien. 24 : 30 cm, ein Hochformat.

Fischräucherei. – Eisenketten. – Bäume. – Dachfenster. – Alle auf dünnem Agfa-Papier. – Eine Fotografie rückseitig mit Schenkungsvermerk.

737  Gerhard Kerff. Hamburg. Unilever-Hochhaus. Gängeviertel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 90

Zwei Fotografien. Um 1965. 29,6 : 21,5 cm und 27,3 : 22,3 cm.

Georg Kerff war von 1967 bis 1973 Baudirektor in Hamburg. Die Fotografie dokumentiert künstlerisch gestaltet den Gegensatz zwischen dem damals neuen Bürohochhaus (erbaut 1964) und einer der langjährigsten »Wunden« im Hamburger Stadtbild, dem Häuserkomplex des Gängeviertels Valentinskamp.

  738    Daniel Gustav Kramer. Untitled (from Woodland).

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 650

Fotografie, C-Print. 2004. 41 : 41 cm. Auf dem Rahmenaufkleber signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 1/5. – In Museumsrahmung. – Rahmen rückseitig mit Aufkleber »Büro für Fotos | Köln«, das die Serie »Woodland« gemeinsam mit Domobaal Gallery, London, und Casa D´Os Dias da Agua, Lissabon präsentierte. – Daniel Gustav Kramer, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. – In Galerierahmung, zur Bearbeitung nicht geöffnet.

740  Ernst Jünger – Stefan Moses. Ernst Jünger Wilflingen Trauerzug.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Fotografie (Vintage). 1998. 30,4 : 40,6 cm. Rückseitig siginert und betitelt.

Großformatiger Abzug vom überarbeiteten Negativ. – Rückseitig mit silbernem Faserstift signiert und betitelt, mit dem Copyright-Aufkleber des Fotografen und von fremder Hand nochmals mit Bleistift betitelt. – Am 17. Februar 1998 war Ernst Jünger, kurz vor seinem 103. Geburtstag, gestorben. Am 21. Februar fand in seinem langjährigen Wohn- und Schaffensort, dem oberschwäbischen Wilflingen, die Beisetzung statt. – Stefan Moses (1928–2018), der Jünger mehrfach porträtiert hatte, dokumentierte auf der vorliegenden Aufnahme die rege Beteiligung an diesem Ereignis.

Rechter Rand mit minimal Griffspuren.

741  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Sieben Fotografien. Silbergelatine, vintage prints auf Agfa-Brovira-Papier. 1935. Ca. 17 : 23 cm.

I. Blick über die Piazza San Zeno mit Abtei- und Glockenturm. – II. Westfassade. – III. Portal mit den Reliefs und Bronzetüren. – IV. Die die Basilika-Säulen tragenden Löwen. – V. Lettner mit den Figuren von Christus und den Aposteln, unten der Abgang zur Krypta. – VI und VII. Drei Apostel (zwei Aufnahmen). – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und nummeriert. – Albert Renger-Patzsch (1897–1966) gilt als Fotopionier der Neuen Sachlichkeit. 1928 erschien sein wegweisendes Buch »Die Welt ist schön«, angeregt durch seine Bekanntschaft mit Carl Georg Heise und Hans Mardersteig im Kurt Wolff Verlag. Hans Mardersteig, mittlerweile mit seiner Officina Bodoni in Verona ansässig, plante Mitte der 1930er Jahre einen Fotoband über Verona und die dortige Kirche San Zeno, eine der schönsten romanischen Kirchen Italiens. Das Projekt wurde nie realisiert, die Fotografien verblieben im Familienbesitz des Verlegers.

  742    Jaroslav Rössler. Abstrakte Photographie.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Sechs Fotografien. 1923–1961/2009. 30,5 : 24,0 cm.

Die vollständige Auswahlfolge. – Abzüge von den Originalnegativen im Nachlass des Künstlers. – Jaroslav Rössler (1902–1990) stellte 1924 in Paris aus. 1926 wurde er eines der jüngsten Mitglieder in der Prager Künstlergruppe »Devetsil«, lebte damals aber bereits in Paris. Erst 1966 wurde man durch die Surrealismus-Fotoausstellungen in Brünn und Bratislava wieder auf ihn und sein Nachkriegsœuvre aufmerksam. – Die abstrakten Stillleben entstanden teils vor, teils nach dem Zweiten Weltkrieg. – Mit dem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 336 A1–6.

  743    J. Roseman. 31 Fotografien von Gemälden Moïse Kislings.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Limit: € 500

Silbergelatine, vintage prints. Um 1925. Ca. 25 : 20 cm. Rückseitig mit dem Atelier- und dem Copyright-Stempel des Fotografen und alle eigenhändig(?) betitelt.

Der für die fotografische Reproduktion von Kunstwerken der Moderne bekannte J. Roseman (bekannt sind von ihm Aufnahmen mit Skulpturen Archipenkos und Rodins), war im Paris der 1920er Jahre tätig. Sein Atelier befand sich am Boulevard Raspail. – Moïse Kisling (1891–1953) studierte in Krakau bevor er 1910, als junger Mann, nach Paris kam. Nach dem ersten Weltkrieg verkehrte er in der berühmten Künstlerkolonie »La Ruche« (der Bienenkorb), im 15. Arrondissement, zeitweise mit Guillaume Apollinaire, Alexander Archipenko, Ossip Zadkine, Marc Chagall, Max Pechstein, Amedeo Modigliani (der ihn porträtierte) u. v. a. – Der dokumentarische Wert der 31 großformatigen Fotografien wird durch Angaben zu den damaligen Eigentümern auf jedem Foto gesteigert. Namentlich werden Sammler in Berlin, Köln, Paris, Oslo und Philadelphia genannt – die DSGVO galt damals noch nicht. – Alle sehr gut erhalten. – Aus einer Berliner Privatsammlung.

  744    Christian Schad. Schadographien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Sechs Photogramme. 1962–1975/2000. 21,5 : 16,5 cm (30,3 : 23,8 cm).

Die vollständige Auswahlfolge mit den Schadographien 44, 57, 59, 63 und 75b, entstanden 1962/63 und 126, entstanden 1975. – Christian Schad (1894–1982) hatte bereits in seiner Dada-Zeit 1919 erste Photogramme geschaffen. Diese Bilder entstanden durch die Belichtung von Fotopapier mit aufgelegten Objekten. In den 1960er Jahren wandte er sich dieser künstlerischen Gestaltungsform nochmals zu. – Mit dem Textblatt in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 297 A1–6.

745  Andreas Slominski. Ohne Titel [Brennende Mühle].

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Serigraphie nach einem Foto. 1996. 32,1 : 41,8 cm (50: 60 cm). Recto und verso mit dem Fingerabdruck des Künstlers signiert, rückseitig nummeriert.

Exemplar 30/100. – Erschienen zur Vorzugsausgabe des Kataoges »Mühlen/Mills«, herausgegeben von der Galerie Jablonka, Köln. – Der Fingerabdruck auf der Bildseite farblos, der rückseitige in Blau. – Andreas Slominski (geboren 1959) studierte in Hamburg. Nach einer Professur in Karlsruhe übernahm er 2004 an der Hamburger Hochschule die Nachfolge von Franz Erhard Walther.

Kleiner Lackfleck im linken Papierrand, sonst sehr gut erhalten.

  746    Ré Soupault. Photographin der magischen Sekunde.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Sechs Fotografien. 1934–1936/2011. 30,5 : 23,8 cm.

Die vollständige Auswahlfolge. – Abgezogen von den Originalnegativen aus dem Nachlass der Fotografin (1901–1996). – Die Folge beinhaltet zwei Straßenszenen, zwei Aufnahmen des Bahnhofs St. Lazare in Paris und zwei von einem Fest zum Wahlsieg der Volksfront unter Léon Blum, Paris 1936. – Mit dem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 343 B1–6.

  747    Karin Szekessy. Paul Wunderlich mit Hund.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Limit: € 120

Lichtdruck nach Fotografie. 1975. 65 : 50 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 88/100. – Das berühmte Hamburg-Porträt der Fotografin Karin Szekessy (geboren 1938). Sie unterrichtete Ende der 1960er Jahre Modefotografie an der Werkkunstschule Hamburg. 1971 heiratete sie den Hamburger Künstler Paul Wunderlich (1927–2010). In den folgenden Jahrzehnten entstanden viele Gemeinschaftsarbeiten.

  748    Raoul Ubac. Ein tachistischer Photograph avant la lettre.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Sechs Fotografien. 1932–1949/2008. 25,5 : 19,0 cm (30,5 : 24,0 cm).

Die vollständige Auswahlfolge. – Abzüge von den Originalnegativen im Nachlass des Künstlers. – Raoul Ubac (1910–1985) zählte zu den jüngsten und bis 1942 zugleich zu den engagiertesten Mitgliedern der Pariser Surrealisten. – Enthält folgende Fotografien: Agui au miroir au tain endommagé. 1932–33. – Le combat de Penthésilée. 1937. – Le combat de Penthésilée. Triomphe de la stérilité. 1937. – Photo-relief. 1938. – L’envers de la face. 1939. – Le objets fossiles. 1939/40. – Mit dem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 331 B1–6.

  749    Tobias Zielony. Jenny, Jenny.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Sechs Farbfotografien, Ink-jet. 2013. 47 : 32 cm. Rückseitig signiert.

Vollständige Folge mit folgenden Motiven: Licht. – Haare. – Front. – Piercing. – Bett. – Himmel. – In der farbig illustrierten Originalmappe. – »Wie im Film wechselt Tobias Zielony [geboren 1973] in seinen photographischen Serien verschiedene Einstellungen von disparaten Momenten ab, die erst durch das Nebeneinander zu einem Zeit-Raum-Kontinuum und damit zu einer Erzählung zusammengeführt werden.« (Stephanie Bunk auf griffelkunst.de). – 2015 ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 357 C1–6.

750  Fotografie – G. K. Chesterton. London.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 500

With ten Photographs by Alvin Langdon Coburn. London 1914. Mit zehn montierten Fotogravuren. Originalhalbleinenband mit Original(?)-Schutzpapierumschlag.

Erste Ausgabe. – Privatdruck für den Fotografen, Edmund D. Brooks und einige Freunde, auf Bütten gedruckt vonder Chiswick Press, London. – Der amerikanisch-britische Fotograf Alvin Langdon Coburn (1882–1966) hatte sich seit 1906 an der London County Council School of Photoengraving mit der Technik der Fotogravure vertraut gemacht und experimentierte im eigenen Studio mit Abzügen auf verschiedenen Papiersorten. – Bereits 1909 war ein Folioband seiner atmosphärisch eindrucksvollen London-Ansichten erschienen. – Der Verfasser der Liebeserklärung an die Themse-Metropole, Gilbert Keith Chesterton, wurde vor allem durch seine Pater Brown-Kriminalromane bekannt.

22,5 : 15,8 cm. 19, [1] Seiten, 10 Tafeln. – Vorsätze teils gebräunt, sonst tadellos und unaufgeschnitten.

Vgl. Koetzle, S. 78 und Parr/Badger I, 74

  752    Künstlerschallplatten – Dorothy Iannone. Dear Dieter. Miss my muse.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Langspielplatte. Berlin, Tochnit Aleph 2015.

Exemplar 5/15. – Auf dem Backcover von der Künstlerin signiert und nummeriert. – Mehr ein Multiple als nur eine LP: Doppelcover mit zwei doppelseitigen Farboffsetdrucken in Fotoecken, recto nach einer Zeichnung der Künstlerin, verso ein gemeinsames Foto mit Dieter Roth. Die Schallplatte aus glasklarem Vinyl, als Beilage ein gefaltetes Poster. Auf der Schallplatte veröffentlichte die Künstlerin ihre für Dieter Roth gesprochenen Texte während eines Wiedersehens in Berlin nach langen Trennungsjahren. – In der signierten Vorzugsedition sehr selten und längst vergriffen. – Mit dem Buttonsticker mit einem Ausschnitt des Fotos.

  753    Künstlerschallplatten – Helmut Newton – Melissa Manchester. Emergency.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

LP. New York, Arista Records 1983.

Front-, Back- und Innencover nach drei Fotografien von Helmut Newton, Frontcover mit Silberstift signiert. – Dazu drei weitere LPs: Francesco Clemente – Mick Jagger. Primitive cool. 1987. CBS 460123 1. – Julian Schnabel – Red Hot Chili Peppers. By the Way. 2002. Warner Bros. LC 00392. – Richard Prince – Sonic Youth. Sonic Nurse. Doppel-LP. 2004. Geffen Records. – Alle sehr gut erhalten.

  754    Künstlerschallplatten – Andy Warhol. Drei LP-Cover nach seinem Entwurf.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Zusammen fünf LPs. 1967–1977.

Andy Warhol’s Velvet Underground featuring Nico. Doppel-LP. Polydor/MGM 1967–1969. – The Rolling Stones. Sticky Fingers. Electrola 1971. 1C 064-63152. Das wohl berühmteste Cover aller Zeiten mit dem eingearbeiteten Reißverschluss. Mit dem Beilageblatt. – The Rolling Stones. Love your Live. Doppel-LP. Musidor 1977. CBS 450208 1. Das Doppelcover nach einer überarbeiteten Serigraphie von Warhol. – Gut erhalten.

Album II mit leichtem Wasserrand.

  755    Künstlerschallplatten – Emmett Williams. Poems 1950 – 2003.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Langspielplatte. Berlin, Edition RZ 2004.

Exemplar 110/150. – Auf dem Frontcover Filzstiftzeichnung des Künstlers, rückseitig nummeriert, und kleine Zeichnung. – Als Beilage eine Einladungskarte zu einer Ausstellung in Bremen 1994, diese übermalt, signiert, datiert »2004«, betitelt »Poet at work« und nummeriert »110/150«. In ebenfalls bemaltem und nummeriertem Umschlag. – Die LP farbig bedruckt. – Tadellos erhalten.

  756    Künstlerschallplatten – Sechs von Künstlern gestaltete Plattencover.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Insgesamt zehn LPs.

I. Horst Janssen – Franz Josef Degenhardt. Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen. Polydor 1973. 2371 380. – II. John Cage Live. Mainz, Wergo 1976. WER 60074. – III. Gottfried Helnwein – Franz Morak. Morak’n Roll. Polydor 1981. 2376 123. – IV. Bon Gruen – Yoko Ono. It’s alright. Polygram 1982. Polydor 2391 559. – V. Lynn Goldsmith – Laurie Anderson. United States Live. Fünf LPs in Originalbox. Warner Bros. 1984. LC 0392. – VI. Robert Rauschenberg – Talking Heads. Speaking in Tongues. Sire Records Company 1983. Cover verfärbt.

757  Prä-Bauhaus – Faschings-Zeitung für das Indische Fest Weimar.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Herausgegeben von den Schülern der Grossherzogl. S. Hochschule für Bildende Kunst. Weimar 1913. Mit zahlreichen Illustrationen. Originalbroschur mit Deckelillustration.

Mit Illustrationen von Rudolf Riege (später Bauhaus-Schüler), K. Leitholf und Heinrich Stegemann sowie Texten von Börries von Münchhausen, W. Leitholf und Franz Kaibel. – Das von der Indien-Begeisterung der Jahrhundertwende inspiriertes Fest der Schüler an Van de Veldes Bauhaus-Vorgänger, mit exotischen Kostümen und einer realistisch wirkenden lebensgroßen Elefantenskulptur, fand am 4. Februar 1913 statt. Bemerkenswert und recht unbekannt ist, dass die erste große Ausstellung von Bauhaus-Arbeiten in Indien stattfand (Kalkutta 1922), initiiert durch die Kunsthistorikerin Stella Kramrisch, die Johannes Itten in Wien kennengelernt hatte. »Das Bauhaus in seinen spirituellen und künstlerischen Experimenten war von Anfang an von der Idee Indiens inspiriert. Im Kontext einer Kunstschule stellte die Aufmachung als Inder(in) – oder als kulturell Andere(r) – allerdings auch eine Möglichkeit dar, um die Ablehnung der europäischen Vergangenheit erkennen zu lassen.« (Elisabeth Otto. Das Bauhaus und Indien. OnlineFassung unter artsandculture.google.com). – Seltenes Ephemera.

33,5 : 21,0 cm. [8] Seiten. – Umschlag lose und mit Randläsuren, Unterrand mit Filmoplast überklebt.

758  Programm des Staatlichen Bauhauses in Weimar. – Lyonel Feininger. Kathedrale.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Holzschnitt. 1919. 30,4 : 18,9 cm (32,0 : 19,7 cm).

Das berühmte vierseitige Flugblatt vom April 1919 mit dem von Walter Gropius verfassten Manifest (»Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! […]« und dem Programm des Bauhauses (Gründung, Ziele, Grundsätze, Lehre, Aufnahme). – Prasse kennt Abzüge auf grauem, hellrotem, gelbem und – wie hier – grünem Papier. – Die erste offizielle Verlautbarung des Bauhauses. Es entstand – unter Leitung von Gropius – im Frühjahr 1919 aus der Vereinigung der Großherzoglichen Hochschule für bildende Kunst und Henry van de Veldes Kunstgewerbeschule. Lyonel Feininger (1871–1956) wurde durch Gropius unmittelbar nach der Gründung des Bauhauses dorthin berufen. Als Konsequenz nach Angriffen der rechtsnationalen Landesregierung in Thüringen, die sich sowohl verleumderisch gegen die Person Gropius’ als auch die Institution selbst richteten, erfolgte der Umzug der Schule nach Dessau. – Das Exemplar aus dem Besitz von Otto Dorfner (1885–1955), dem Buchbinder des Weimarer Bauhauses.

Faltspuren. – Kleine Knitter und Einrisse in den Rändern, zwei Falzeinrisse am Unterrand restauriert.

Wingler 562, A 1. – Prasse, Feininger W 144. – Abbildungen: Wingler Seiten 38–41. – Fleischmann S. 38. – Bauhaus Utopien S. 10

759  Bauhaus – Gerhard Marcks. Das Wielandslied

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

der älteren Edda in der Übersetzung von R. Simrock. Holzschnitte von Gerhard Marcks. München-Weimar, Bauhaus-Verlag 1923. Zehn Holzschnitte, zwei monogrammiert und datiert, einer betitelt. Mit dem Titelblatt mit Holzschnitt-Signet lose in Originalhalbpergamentmappe (Otto Dorfner).

Erstes Mappenwerk von Gerhard Marcks. – Die vollständige Folge, acht Holzschnitte auf gelblichem Japan-, zwei auf geripptem Büttenpapier. – Der erste Holzschnitt monogrammiert, datiert und betitelt »Die Walküren«, der neunte monogrammiert, datiert und mit »IX« bezeichnet. – Anstelle des vierseitigen Textblatts liegt hier ein vom Künstler eigenhändig so bezeichneter »Musterbogen für den Satz« mit einigen Anmerkungen vor. Die Korrekturangabe »groß groß« beim Titel wurde für die endgültige Fassung berücksichtigt (vgl. Abbildung Lammek S. 77). – Alle Holzschnitte auf Büttenkartons (34 : 25 cm) montiert, das Titelblatt 32 : 25 cm. – Die Mappe mit Spritzdekorpapier bezogen und mit Schwarz gedrucktem Titel wie bei Lammek abgebildet, eine Variante wurde von Anny Wottitz typographisch gestaltet. Innendeckel und Mappenflügel mit dunkelblauem Stempeldruckpapier. – »Das schönste Dokument der Begegnung dieses Künstlers mit dem Expressionismus ist die von Otto Dorfner gebundene Mappe mit den zehn Holzschnitten zum Wielandslied der älteren Edda […], die in 110 Abzügen auf der Handpresse im Staatlichen Bauhaus zu Weimar gedruckt worden sind. Ihr Stil erinnert an die naiven Illustrationen alter Märchen« (Lang, Expressionistische Buchillustration, S. 26). – »Nicht nur wegen der hohen Auflage, sondern auch wegen ihres in den Auseinandersetzungen am Bauhaus nahezu programmatischen Charakters, besitzt die Graphikfolge ›Das Wielandslied‹ […] ein besonderes Gewicht im Frühwerk.« (Lammek, S. 24). – Unikates Exemplar in einer frühen Fassung.

35,8 : 29,8 cm. 10 Holzschnitte, 1 Blatt. – Titelblatt und einige Kartonblätter, teils auch die Holzschnitte, mit wenigen kleinen Stockflecken. Titelblatt mit schwachen Knickspuren.

Lammek H 77.1–11. – Katalog Lindenau-Museum 3014-3023. – Vgl. A und O des Bauhauses, Kat. 137, Abb. 23

760  Bauhaus – Walter Gropius. Idee und Aufbau des Staatlichen Bauhauses Weimar.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

München, Bauhausverlag [1923]. Mit zwei schematischen Abbildungen. Originalbroschur.

Sehr seltener Separatdruck aus dem im gleichen Jahr erschienenen Band »Staatliches Bauhaus Weimar 1919–23«, dort als Seiten 7–18, hier mit eigener Paginierung. – Gropius’ wichtige Programmschrift des Bauhauses beschreibt neben der grundsätzlichen Idee die Gliederung der Ausbildung in Vor-, Werk-, Form- und Baulehre sowie Bauhaus-Bühne, -Küche und -Siedlung. – Provenienz: Ehemals Dr. Lothar Frede (Jurist, später Kultur- und Kunsthistoriker, 1889–1970), mit Namensstempel. – Gut erhalten.

25,0 : 24,7 cm. 12 Seiten, 2 Abbildungen. – Seitenränder etwas geknittert und mit kleinen Einrissen, Hinterumschlag mit hinterlegtem kurzem Randeinriss.

Fleischmann S. 86. – Dokumentations-Bibliothek II, 29

761  Bauhaus – Arno Müller. Das Staatliche Bauhaus Weimar und sein Leiter.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

Weimar, April 1924. Gelbe Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Die berüchtigte »Gelbe Broschüre«. Die »Hetzschrift aus der deutschnationalen Ecke mit einer umfangreichen Sammlung entsprechender Zeitungskritiken zur Bauhaus-Ausstellung 1923« (Fleischmann) enthielt auch persönlich diffamierende Angriffe gegen Walter Gropius. – Arno Müller, Obermeister der Weimarer Schlosser-Innung, gab lediglich seinen Namen für dieses Anti-Bauhaus-Pamphlet, der eigentliche »Informant« über die Interna der Hochschule war jedoch Hans Beyer, der jüngst zuvor entlassene Jurist des Bauhauses. Die Wirkung der Schrift in der konservativen Weimarer Öffentlichkeit war erheblich, nur wenige Monate später schloss Gropius die Weimarer Schule und eröffnete das Bauhaus in Dessau neu. – Gedruckt wurde das Heft in der Hof-Buchdruckerei Weimar. – Tadellos erhalten, aus dem Nachlass des Bauhaus-Buchbinders Otto Dorfner.

22,5 : 14,7 cm. 46, [2] Seiten.

Fleischmann 95. – Vgl. Wingler 99 und 139

762  Bauhaus – Kundgebungen für das Staatliche Bauhaus Weimar.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Weimar, Panses 1924. Originalbroschur.

Der abschließende dritte Teil der Erwiderungen des Bauhauses auf die Vorwürfe und Angriffe der neu gewählten rechten thüringischen Landesregierung und Gegner des Bauhauses verzeichnet 32 in- und ausländische Kundgebungen und Protestschreiben. – Die typographische Gestaltung aller drei Teile stammt von Laszlo Moholy-Nagy. Die Paginierung schließt an die »Pressestimmen« und deren »Nachtrag« an. – »Gropius sorgte für eine gedruckte Dokumentation positiver Urteile über das Bauhaus, die er systematisch seit der großen Ausstellung von 1923 anforderte und sammelte, um sie im Kampf um die Existenz des Weimarer Bauhauses einsetzen zu können.« (Ute Brüning, in »Das A und O des Bauhauses, S. 86). – Sehr selten. – Provenienz: Ehemals Dr. Lothar Frede (Jurist, später Kultur- und Kunsthistoriker, 1889–1970), mit Namensstempel. – Sehr gut erhalten.

23,0 : 14,6 cm. Seiten 105–[144]. – Vorderumschlag mit Einschnitt (ca. 4 cm) und einer Ritzspur.

Fleischmann S. 100. – A und O des Bauhauses, KatNr. 129/3

763  Bauhaus – Die Arbeit des Staatlichen Bauhauses.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Sonderbeilage der »Thüringer Allgemeinen Zeitung«. Erfurt, Sonntag, 19. Oktober 1924. Mit 13 Abbildungen. Einblattdruck, gefaltet.

Sehr seltenes Originaldokument, das auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen um das Bauhaus erschien. – Enthält die beiden Texte »Ziele und Bestrebungen« von Georg Muche, damals Leiter der Bauhaus-Weberei, und »Die Arbeit der Bauhaus-Werkstätten« von Laszlo Moholy-Nagy. – Die Abbildungen präsentieren die ganze Bandbreite des Bauhauses: Architektur (Versuchshaus am Horn), Mobiliar (Schreibtisch, Stuhl, Küchenschrank) sowie Lampe, Teekanne, Kinderspielzeug u. a. m. – Dazu: Zwei Originalzeitungsbogen aus dieser Zeit: »Allgemeine Thüringische Landeszeitung« vom 30. XII. 1924 mit dem Artikel »Thüringische Staatsregierung und Staatliches Bauhaus« und »Das Volk« vom 3. I. 1925 mit dem Artikel »Die Erdrosselung des Bauhauses« von Max Greil (SPD-Abgeordneter im thüringischen Landtag (1922–1932). Beide Doppelblätter gefaltet und mit leichten Alterungsspuren. – Alle drei ehemals Sammlung Dr. Lothar Frede (Jurist, später Kultur- und Kunsthistoriker, 1889–1970), mit Namensstempel.

48,1 : 31,8 cm.

764  Bauhaus – Joost Schmidt. Feier des 5. Bauhausjahres.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 4000

Eintrittskarte. Farbige Lithographie nach Entwurf von Joost Schmidt. 1924. 15 : 12 cm.

Sehr seltenes Dokument einer der letzten Veranstaltungen des Weimarer Bauhauses. – Nachdem sich die Angriffe auf das Bauhaus im Sommer 1924 von Seiten der neuen bürgerlichen Landesregierung verschärft hatten, am 1. September allen Bauhaus-Meistern per April 1925 gekündigt worden war und im November der Etat um zwei Drittel gekürzt wurde, mutet die Ausrichtung des Jubiläumsfestes am 28./29. November als ein trotziges »Nun gerade« an. – Programmpunkte des Abends im Ilmschlösschen waren die Farbenspiele von Hirschfeld-Mack, eine Premiere der Bauhausbühne und ab 10.38 (!) Kaffee-Tafel, Tanz, Tombola u. a. – Gestaltet wurde die Eintrittskarte (und die sehr ähnliche Einladung – siehe unsere Auktion 20, Lot 270) vom damals wichtigsten Typographen des Bauhauses, Joost Schmidt. Mit dem Signet von Joost Schmidt. – Provenienz: Otto Dorfner, Weimar. – Tadellos erhalten.

Vgl. Fleischmann, S. 101 (nur die Einladung). – Nicht in »Das A und O des Bauhauses«, nicht bei Wingler

765  Bauhaus – Die „WAG“-Lampe. Beleuchtungskörper Staatl. Bauhaus Weimar.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Einblattdruck. 29,7 : 21,0 cm. Weimar, um 1924.

Seltenes Werbemittel für die frühen Fassungen der Wagenfeld-Lampen, hier mit der flacheren Schirmform. – Mit Werbetexten zu beiden Typen. Die Lampe wurde mit Glasfuß und -stab gebaut, für den Schirm wurde Seide (Type S) oder Glas (Type G) verwendet. – Die sogenannte »Bauhaus-Lampe« wurde von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker unter Verwendung von Bauteilen Gyula Paps in der Weimarer Metallwerkstatt entworfen. Walter Gropius hatte gegen die Auffassungen von Johannes Itten durchgesetzt, dass die Werkstätten mehr massenproduzierbare Produkte entwerfen sollten. Bei der berühmten Lampe, als Designklassiker des 20. Jahrhunderts in der Sammlung des MoMA verewigt, scheiterte man, da die Einzelteile in der Werkstatt des Bauhauses in Handarbeit entstanden. – Ehemals Sammlung Dr. Lothar Frede (Jurist, später Kultur- und Kunsthistoriker, 1889–1970), mit Namensstempel. – Auf Anfrage teilte uns das Wilhelm Wagenfeld-Archiv mit, dass dieser Einblattdruck dort bisher unbekannt war.

Quer gefaltet, links kurzer Falz-, rechts kleiner Randeinriss.

766  Bauhaus – Staatliche Bauhochschule Weimar. Metallwerkstatt.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

[Weimar, um 1926]. Mit 15 Abbildungen. Originalbroschur mit Deckelillustration.

Der kleinformatige Katalog stellt Tisch-, Decken- und Wandleuchten von Wilhelm Wagenfeld (9) und Richard Winkelmayer (6) vor, jeweils mit Abbildungen und technischen Angaben. – Die Staatliche Bauhochschule Weimar gilt auch wegen der personellen Kontinuität als Nachfolgeinstitution des Bauhauses. Viele ehemalige Bauhäusler, die nicht nach Dessau wechseln wollten oder konnten, traten 1926 in die von Otto Bartning geleitete Bauakademie ein. Zu ihnen zählten neben Wilhelm Wagenfeld und Richard Winkelmayer, Otto Lindig, Erich Dieckmann, Ewald Dülberg und die Weberin Hedwig Heckemann. Bereits 1930 wurde auch diese Institution ein Opfer der nationalsozialistischen Kulturpolitik und Otto Bartning durch den NS-Ideologen Paul Schultze-Naumburg abgelöst. – Auf dem Umschlag die M29-Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld.

20,7 : 14,8 cm. [15] Blätter. – Es fehlt der wohl unbedruckte Hinterumschlag.

767  Bauhaus – Ernst Kállai. Neue Malerei in Ungarn.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Leipzig, Klinkhardt & Biermann 1925. Mit 83 Abbildungen auf 80 Tafeln. Originalhalbleinenband mit dem rot-schwarzen Originalschutzumschlag (Entwurf: Laszlo Moholy-Nagy).

Erste Ausgabe. – Band II der gestalterisch an den Bauhausbüchern orientierten Reihe »Die junge Kunst in Europa«, die von Georg Biermann herausgegeben wurde. – Umschlag, Einband und Innentitel entwarf Laszlo Moholy-Nagy. – Der ungarische Kunsthistoriker und Publizist Ernst Kállai (1890–1954) hatte bereits in Lajos Kassaks Zeitschrift »MA« publiziert. Von 1920 bis 1935 lebte er in Deutschland, wurde 1928 Schriftleiter der Zeitschrift »Bauhaus« und 1929 Herausgeber der Zeitschrift »Kunstnarr«, von der allerdings nur eine einzige Ausgabe erschien.

22,5 : 16,3 cm. 124 Seiten, 80 Tafeln. – Oberrand des Schutzumschlags mit zwei kleinen hinterlegten Randeinrissen, sonst tadellos.

Dokumentations-Bibliothek VI, 549 (»Ausgezeichnete Monographie«). – Vgl. Das A und O des Bauhauses, KatNr. 292 und 293, Abb. 199/200 (mehrfarbige Entwürfe)

768  Joost Schmidt – Offset.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Buch- und Werbekunst. Das Blatt für Drucker, Werbefachleute und Verleger. Jahrgang 1926, Heft 7. Bauhaus-Heft. Leipzig 1926. Mit 18 teils farbigen Tafeln und zahlreichen Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Das legendäre Bauhaus-Heft der Leipziger Zeitschrift »Offset«. – Der von Joost Schmidt entworfene Umschlag wurde bei C. Dünnhaupt, Dessau, mit neun (!) Farben gedruckt. Er zierte 2010 den MoMA-Katalog »Bauhaus – Workshop for Modernity«. – Den Bauhaus-Teil des Hefts konzipierte Moholy-Nagy. Buchschmuck und Typographie des zweiten Teils stammen von Otto Horn. – Das Heft enthält Beiträge von Walter Gropius, Marcel Breuer, Moholy-Nagy, Josef Albers, Herbert Bayer, Gunta Stölzl und Oskar Schlemmer, auf 13 Tafeln und vielen Abbildungen werden Arbeiten des Bauhauses vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf Typographie und Design liegt (u. a. Joost Schmidt »Ÿko«, Moholy-Nagy »Bauhaus-Bücher«, Herbert Bayer »Reklame«), ergänzt um architektonische und kunsthandwerkliche Projekte sowie Malerei und Graphik. – Der zweite Teil enthält Texte und Bilder zum Druckgewerbe.

30,7 : 23,3 cm. [4], 353–428, [20] Seiten. 18 Tafeln. – Umschlagränder etwas unfrisch, Rücken mit restaurierten Fehlstellen. – Ränder innen teils leicht fingerfleckig.

A und O des Bauhauses 131, Abb. 266/267. – Wingler S. 426. – Fleischmann S. 313. – Lang K S. 53

769  Herbert Bayer – Ausstellung Europäisches Kunstgewerbe 1927 […] im Grassimuseum.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Neue Auflage. Leipzig 1927. Mit 44 Abbildungen auf Tafeln und einem gefalteten Stadtplan. Dreifarbig lithographierte Originalbroschur (Entwurf: Herbert Bayer).

»Diese neue Auflage des Katalogs enthält Ergänzungen in mehreren Gruppen der Ausstellung«. – Die Ausstellung fand im Neubau des Grassimuseums statt. Dieser entstand auf Anregung des Museumsdirektors Richard Graul von 1925 bis 1929. An der von Graul geleiteten Ausstellung waren Künstler und Firmen aus zehn Ländern beteiligt. – Mit Beilagekarte: »Überreicht von der Direktion des Kunstgewerbemuseums«. – Der Vorderumschlag und das identische Ausstellungsplakat wurden nach Entwurf von Herbert Bayer, dem führenden Bauhaus-Typographen und -Graphiker, gedruckt.

20,8 : 14,0 cm. 66, [2, 40, 22] Seiten, 1 Faltplan. – Vordergelenk minimal berieben.

Bayer 1982, 155. – Vgl. Cohen S. 213, Fleischmann 275 (Plakat), Bayer 1982, 156 und A und O des Bauhauses 281 (alle nur das Plakat)

770  George Kobbe – Victor Wittner. Sprung auf die Straße.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Limit: € 340

Gedichte. Berlin, Die Schmiede 1924. Originalpappband mit farbiger Deckelillustration von George Kobbe.

Erste Ausgabe, äußerst selten. – George G. Kobbe (1902–1934) war an der Dada-Messe Berlin 1920 beteiligt (mit der Entwurfszeichnung zum Umschlag von Walter Petrys »Die dadaistische Korruption«), veröffentlichte u. a. in »Schall und Rauch« und zählte neben Georg Salter zu den wichtigsten Graphikern des jungen Verlages »Die Schmiede«. Später arbeitete er für Magazine wie »Uhu« und »Die Dame«. – Victor Wittner (1896–1949) hatte erste Gedichte bereits 1914 in dem schmalen Band »Klüfte, Klagen, Klärungen« veröffentlicht. Die vorliegende Sammlung enthält größtenteils Gedichte aus den Jahren 1914/15 und 1919/20.

23,4 : 18,3 cm. 70, [2] Seiten. – Deckel, besonders der hintere, etwas angestaubt. Rücken oben leicht bestoßen und dort eventuell auch unauffällig fixiert.

Holstein, Blickfang 476. – Hermann/Schmitz 185

  771    Bernhard Kellermann. Der Tunnel.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Roman. 1.–25. Tausend der ungekürzten Sonderausgabe. Berlin, S. Fischer 1931. Orangefarbener Originalleinenband mit farbig illustriertem Schutzumschlag nach Entwurf von Georg Salter.

Der Druckvermerk nennt bereits für diese erste Auflage der Sonderausgabe »Einband- und Schutzumschlag-Entwurf von Georg Salter«. Dies steht in irritierendem Widerspruch zu den Anmerkungen Jürgen Hosteins, der diesen Umschlag erst für die Folgeauflage (26.–50. Tausend) nennt. Zudem wird bei dem vorliegenden Exemplar auf der vorderen Umschlagklappe die Gesamtauflage des Romans mit 308.000 beziffert, was ebendieser zweiten Auflage entspricht. – Kellermanns berühmter Roman vom Bau eines transatlantischen Tunnels war bereits 1913 erschienen. Nahezu 20 Jahre zierte die Umschlagillustration von Hans Baluschek den Einband. 1931 wurde diese etwas »altbackene« Stadtansicht durch Salters atemberaubend dynamische Zeichnung, die bildhaft über den gesamten Umschlag reicht, ersetzt. – Das Buch sehr gut, der Umschlag gut erhalten.

18,8 : 13,2 cm. [3]–402 Seiten (so korrekt). – Schutzumschlag am Rücken oben mit kleinen, sorgsam restaurierten Fehlstellen.

Holstein 73, Abbildung S. 85. – Holstein, Blickfang 325. – Pfäfflin 133

  772    Octave Uzanne. Son Altesse la Femme.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Illustrations de Henri Gervex, J.-A. Gonzalés, L. Kratké, Albert Lynch, Adrien Moreau et Félicien Rops. Paris, A. Quantin 1885. Mit zehn Farbradierungen, zwei radierten Zwischentiteln und acht figürlichen Bordüren. Grauer Ecrasélederband mit Vergoldung. Mit dem eingebundenen Originalumschlag.

Erste Ausgabe dieses historisch-fundierten Lobgesangs auf das weibliche Geschlecht. – Eins von 100 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf breitrandigem Japan und mit den Radierungen in mehreren Zuständen, teils farbig gedruckt, teils koloriert. Die zehn Farbradierungen in jeweils zwei Zuständen, einmal ohne Schrift. Es gibt weitere 100 Exemplare auf Japan ohne Zustandsdrucke und eine ungezählte Auflage auf Velin. – Octave Uzanne (1851–1931), einer der größten Bibliophilen, Schriftsteller und Verleger, veröffentlichte zahlreiche Werke zur Buchkunde. Er zählt zu den Mitbegründern der »Societé des bibliophiles contemporains«.

29,4 : 21,0 cm. [4], 312, [4] Seiten, 10 und 28 zusätzliche Radierungen.

Monod 10843. – Carteret IV, S. 384 (»Ouvrage documentaire du plus vif intérêt«)

  773    Rudolf von Delius. Mary Wigman.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Dresden, Carl Reissner 1925. Mit einem Frontispiz und 38 Abbildungen auf Tafeln. Orignalhalbleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung »Mary Wigman 22/23. März 1952 bei M. M. in Hamburg«. 1919 feierte die Tänzerin, nachdem sie Rudolf von Laban und die Zürcher Dadaisten verlassen hatte, in Hamburg ihre ersten großen Erfolge, die sie schlagartig auch international bekannt machten. – Dazu: Reinhold Rudolf Junghanns. Bildnis Mary Wigman (Kopf mit Hut). Radierung. Um 1925. 28,5 : 21,8 cm (52,5 : 34,0 cm). Monogrammiert, als »Probedruck« und und am Unterrand mit Korrekturangaben bezeichnet. Auf Kupferdruckkarton, gebräunt. Gerahmt. – Charlotte Rudolph. Mary Wigman. Fotografie. Silbergelatine, Vintage. Um 1925. 13,7 : 8,7 cm. Mit dem Prägestempel der Fotografin, rückseitig mit Postkartenaufdruck. Knickspuren, etwas fleckig.

25,8 : 19,5 cm. 56, [4] Seiten, 38 Tafeln. – Innen und außen minimal stockfleckig. –Vorsatzblatt mit Schenkungsvermerk.

  774    William Senior. The Thames

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 260

from Exford to the Tower. Illustrated with thirty original painters-etchings by Francis S. Walker. London, John C. Nimmo 1891. Mit 30 Radierungen nach Gemälden. Dunkelgrüner Originalkalikoband mit Goldprägung und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 260 Exemplaren auf »superfine paper«, die Radierungen auf Bütten. – Die Ölgemälde des irischen Malers Francis Sylvester Walker (1848–1916) wurden vom Künstler selbst als Radierungen reproduziert. Stimmungsvoll illustrieren seine Bilder von der Themse-Landschaft den Text des Journalisten William Senior, der bis dato vor allem durch Publikationen zum Angelsport bekannt geworden war. Sein Spitzname »Red Spinner« und mehrere Holzschnitt-Schlussvignetten mit Fisch-Motiven verweisen auf diese große Leidenschaft des Autors.

29,8 : 23,8 cm. XII, 120 Seiten, 30 Radierungen. – Einband leicht fleckig, Kapitale minimal bestoßen. – Buchblock gelockert, Innengelenke angeplatzt. Zwei Druckstellen in den unbeschnittenen Seitenrändern.

  775    The English Lakes.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Painted by A. Heaton Cooper. Described by W. T. Palmer. London, Adam and Charles Black 1905. Mit 75 Chromolithographien und einer Karte. Cremefarbener Originalkalikoband, Deckel und Rücken mit Jugendstildekor in Grün, Rot und Silberprägung.

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren der »Edition de luxe«, gedruckt auf starkes Bütten. – Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Der englische Aquarellmaler Alfred Heaton Cooper (1863–1929) war nach ausgedehnten Reisen 1894 aus Norwegen in seine Heimat zurückgekehrt. Er ließ sich im »Lake District«, der schon damals bei Touristen beliebten Gegend im Nordwesten Englands, nieder und hoffte, dort seine Bilder an Reisende verkaufen zu können. Viele Arbeiten dienten auch als Vorlage für Illustrationen von Büchern und Reiseführern. – Opulent ausgestattet und gut erhalten.

27,5 : 22,2 cm. [2], IX, [1], 230, [2] Seiten, 75 Tafeln mit Seidenvorblättern. – Kapitale und eine Ecke leicht bestoßen. – Die Seidenblätter vor den Tafeln teils leicht stockfleckig.

  776    Scaramanga Brothers. Private Code 1911.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

London, William Brown [1911]. Dunkelroter Originalleinenband mit Gold- und Blindprägung.

Codierliste für den telegrafischen Geschäftsverkehr der weltweiten Niederlassungen der Reederei Scaramanga Brothers, gegründet von der gleichnamigen griechischen Familie mit Hauptsitz in London. – Um die Kosten für telegrafische Nachrichten zu senken und den Informationsfluss zu beschleunigen, verwendete man seinerzeit Zahlencodes und Kurzworte für die gängigsten Geschäftsausdrücke. Der Band enthält Hunderte solcher Sätze und Codeworte, an einigen Stellen wurden aktualisierte oder nachträgliche Ergänzungen maschinengeschrieben eingeklebt. – 1965 war Francisco Scaramanga der Gegner von James Bond in »The Man with the Golden Gun«, in der Verfilmung von 1975 verkörpert von Christopher Lee.

38,5 : 25,4 cm. [2], 50 Seiten.

777  Al Hirschfeld. Manhattan Oases.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 950

New York’s 1932 speak-easies. With a Gentleman’s Guide to Bars and Beverages by Gordon Kahn. With an Introduction by Heywood Broun. New York, E. P. Dutton 1932. Mit 36 ganzseitigen Illustrationen und einem fotografischen Frontipsiz. Hellblauer Originalleinenband mit Titelschildern und illustriertem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe des ersten Buches von Al Hirschfeld (1903–2003) zählt zu den einflussreichsten und bekanntesten Cartoonisten Amerikas, der als eine der sechs New Yorker »Sehenswürdigkeiten« bezeichnet wurde. – Die »Speakeasies« (Flüsterkneipen) entstanden während er Alkoholprohibition in den USA. Durch das Gebot, leise zu sprechen, sollten Passanten (und patrouillierende Ordnungshüter) nichts vom Barbetrieb hören. – Hirschfeld porträtierte 36 Barkeeper ausgewählter Bars, jedes Porträt wird durch ein Cocktail-Rezept und eine Beschreibung der Bar ergänzt. – Ein originelles Dokument des erfolglosen Versuchs, den Alkoholkonsum durch staatliche Restriktion einzuschränken. – Gut erhalten, hier mit dem seltenen Schutzumschlag.

31,0 : 23,0 cm. 82, [2] Seiten. – Schutzumschlag mit minimal Randläsuren, der Leinenbezug leicht fleckig.

778  Zwei bewegliche Cocktail-Rezeptkarten

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 550

aus dem Amerika am Ende der Prohibition. New York, Mitte der 1930er Jahre.

I: A Good Mixer – Meyers Hotel »Known the World Over 1884–1934«. Zwei montierte Scheiben, Durchmesser 120 bzw. 145 mm, bedruckt in Blau und Schwarz. Durch Drehen der oberen Scheibe auf den gewünschten Drink werden in zwei Ausschnitten die Zutaten angezeigt. – Das legendäre Meyers Hotel, an der Ecke Hudson River und 3rd Street, war mit Aufzügen, Dampfheizung und elektrischer Beleuchtung 1884 eines der modernsten Hotels der Welt. – II: Fourty famous cocktails. Being a compendium of reliable recipes, carefully compiled for use in this arid era. – The path to perdition or A scene from the back room in the days when life was simple. – Engraved (by John Boland) with humble apologies to hat master engraver John Held Jr. Eine beidseitig bedruckte Karte kann aus dem illustrierten Umschlag (142 : 96 mm) geschoben werden. Dabei werden die Coktails und deren Zutaten angezeigt. – Beide mit minimalen Gebrauchsspuren und sehr selten.

  779    Jean de La Fontaine. Choix de Fables.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Illustrées par un groupe des meilleurs artistes de Tokio. Sous le direction de P. Barboutau. Tome premier [et] second. Tokio, Tsoukidji für Flammarion Paris 1894. Mit 28 doppelblattgroßen Farbholzschnitten und Buchschmuck. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Originelle Kombination von französischen Texten mit japanischen Holzschnitten, verstärkt durch die gesamte Buchgestaltung (Blockbuchbindung, Seidenpapierumschlag, Kordelheftung). Ende des 19. Jahrhunderts beförderte die Fernost-Sehnsucht des kultivierten Europas manch sonderbares Produkt. 1896 erschien eine ähnliche Ausgabe mit Fabeln von Claris de Florian. – Die Illustrationen zu den 28 Fabeln stammen von den japanischen Künstlern Kadji-Ta Han-Ko, Kawa-Nabe Kiyo-Soui, Oka-Koura Shiou-Soui, Kano Tomo-Nobou und Eda Sada-Shiko.

25,0 : 18,2 cm. Je [50] Seiten. – Minimal fleckig, Seitenränder in Band 1 etwas wasserrandig.

Metzner/Raabe/Bodemann 373.1. – Carteret IV, 228

  780    [Friedrich] Schiff. Maskee.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 650

A Shanghai Sketchbook. [Shanghai, Eigenverlag?, um 1940]. Mit kolorierten, teils blattgroßen Illustrationen. Leporello mit pinkfarbenen Originalseidendeckeln.

Aus einer »limited and numbered edition«, auf dem Titel signiert. – Die in Schwarz gedruckten Karikaturen wurden vom Künstler koloriert und sind auf die starken Leoprellokartons mit Leinenfälzen aufgezogen. – Der Wiener Künstler Friedrich Schiff (1908–1968) lebte lange in Shanghai, wo die vorliegenden reizenden Karikaturen entstanden. »Schiff sympathisiert aber auch mit der leidenden chinesischen Bevölkerung. Er setzt diesen sozial so Benachteiligten in seinem Werk ein Denkmal – zeichnet Kulis, Altwarensammlerinnen, Blumenmädchen, Straßenakrobaten, Bettler und Prostituierte« (schiff-galerie.at).

26,7 : 19,0 cm. 22 Leporelloblätter, davon 20 mit Illustrationen. – Ränder und Falze leicht stockfleckig. – Deckel und Seiten teils mit Griffspuren.

  781    Führer durch die Ausstellung »Entartete Kunst«.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Berlin, Verlag für Kultur- und Wirtschaftswerbung [1937]. Mit 59 Abbildungen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe des Führers durch die berüchtigte Wanderausstellung des NS-Propagandaministeriums, die zeitgleich mit der »Großen Deutschen Kunstausstellung« stattfand. – Verantwortlich für den Inhalt des Hefts zeichnete Fritz Kaiser, der auch die Ziele der Ausstellung formulierte. Mit einer Rede Adolf Hitlers zur Eröffnung des »Hauses der Kunst« in München. – Es existierten drei Ausagben, hier mit den bei Barron beschriebenen Merkmalen der ersten. Preisangabe auf dem Vorderumschlag aber schon mit »Preis 30 Pfg.« überklebt.

21,0 : 14,8 cm. 30, [2] Seiten. – Durchgehend mit geglätteter senkrechter Mittelfalte.

Barron Seite 356ff

  782    Mao Zhu Yu Lu

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 750

(chinesisch: Zitate des Vorsitzenden Mao). [Peking 1964]. Mit Porträt und Faksimileblatt. Rote Originalkunststoffbroschur mit blindgeprägtem Deckeltitel.

Wohl Exemplar aus der zweiten Bindequote der Erstausgabe, nun in dem weltbekannt gewordenen roten Kunststoff-Einband. – Nur die Erstausgabe erschien ohne Datierung, mit der hier vorliegenden Kollation und in dem etwas größeren Format. Bereits die zweite Auflage von 1965 wurde um zwei Kapitel erweitert und das Faksimile der handgeschriebenen Widmung Lin Biaos mit dem »Schreibfehler« in der zweiten Spalte gegen eine korrigierte Fassung ausgetauscht. – Vortitel in Rot, Haupttitel in Grün und Rot gedruckt. – Die Sammlung von Aussprüchen des Führers der chinesischen Volksrevolution erschien auf Anregung des Armeegenerals Lin Biao (1907–1971). Auf seine Initiative hin sollten die Soldaten der Roten Armee Mao-Zitate auswendig lernen, was schlussendlich 1964 zur vorliegenden Sammlung führte. Bis 1967 wurden mehr als 720 Millionen Exemplare und Übersetzungen in mehr als 35 Sprachen gedruckt – nur die christliche Bibel hat weltweit größere Verbreitung gefunden. Wegen seiner zunehmenden Machtfülle misstraute Mao seinem Stellvertreter Lin Biao, der 1971 unter ungeklärten Umständen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Um sein Andenken zu tilgen, wurden die Einwohner Chinas, denen der Besitz der »Mao-Bibel« staatlich verordnet war, aufgefordert, Widmungsblatt und Vorrede aus den bis 1971 erschienenen Exemplaren zu entfernen. – Trotz der weltweit riesigen Auflage sind unkorrigierte Exemplare des Erstdrucks sehr selten. – Eines der folgenreichsten Bücher der Weltgeschichte. – Beigabe: Ein Exemplar der deutschen Erstausgabe (Worte des Vorsitzenden Mao Tse Tung, Peking 1967). Roter Kunststoffeinband. Mit Widmung »To the best communist of the N.Y. Stock Exchange, 28.4.69«.

14 : 10 cm. [4], 2, 2, 250, [2 leere] Seiten. – Porträt und das hintere Vorsatzblatt leicht fleckig.

783  [Sebastian Meyer]. Von dem pfründtmarckt der Curtisanen vnd Tempelknechten.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

[Basel, Adam Petri] 1521. Neuer Halbpergamentband mit Kleisterpapierbezügen.

Erste und einzige Ausgabe des Berner Theologen (1465–1545), der einer der frühesten und eifrigsten Anhänger der Lehren Luthers in der Schweiz war. Wegen der theologischen Auseinandersetzung mit dem Dominikaner Hans Heim wurden beide der Stadt verwiesen. – In vorliegender Schrift kritisiert Meyer die Geldgier der Geistlichkeit und zeigt deren üble Folgen auf. »Da wöllen sy die besten pferd reiten, die schönsten frouwen haben […] vnd was guts vor der hellen ist, freßen vnd suffen, sy raßeln vnd spilen wie die hippen buben, sy tragen güldin ketten an den selsen, syden vnd damast ist ir gewandt […]«. – Goedeke vermutete noch Wurm von Geydertheim als Verfasser.

20,0 : 14,6 cm. [20 Seiten]. – Minimale Läsuren am ersten und letzten Blatt fachmännisch angerändert.

VD16 M 5120. – Goedeke II, 279, 10

ChristianHesse