201  Marius-Ary Leblond. Le noël du Roi Mandjar.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Mystère, orné de quatorze aquarelles d’Ary Leblond. Paris, Au Lys Rouge 1926. Mit 14 farbigen Pochoirtafeln und einer kolorierten Titelvignette, alle von J. Saudé nach Aquarellen von Leblond. Roter Halblederband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 216). – Üppiger Druck in Rot und Schwarz, die märchenhaft-surrealen Bilder in kräftigem Pochoirkolorit. – Gemeinschaftswerk der Cousins Georges Athénas (Text) und Aimé Merlot (Aquarelle). Beide wurden auf der französischen Insel La Réunion geboren und veröffentlichten bereits 1909 unter dem gemeinsamen Pseudonym Marius-Ary Leblond die Novelle »En France«. Für diese Lebensgeschichte zweier Kreolen, die in Paris studieren, erhielten sie den Prix Goncourt. In den Folgejahren erschienen viele gemeinsame Werke: Romane, Essays, kunstwissenschaftliche und Sachbücher. – Die Erzählung von Roi Mandjar spielt in der Gegend der Grand Lacs in Westafrika, die beiden Künstlern durch ihre Herkunft vertraut war.

42,3 : 30,0 cm. 51, [5] Seiten, 14 Tafeln. – Minimal berieben.

Monod 6973

202  Fernand Léger – Blaise Cendrars. La fin du monde,

Schätzpreis/Estimate: € 3500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3300

filmée par l’Ange N.-D. Roman. Compositions en couleurs par Fernand Léger. Paris, Éditions de la Sirène 1919. Mit 22 farbigen Pochoirdrucken, darunter Vor-, Haupt- und Zwischentitel sowie Vignette im Druckvermerk, davon sechs mit Typodruck in Schwarz. Illustrierte hellbraune Originalbroschur.

Eins von 1200 Exemplaren auf Lafuma Papier (Gesamtauflage 1225). – »Eines der Hauptwerke des frühen Cendrars […] in welchem Typographie und Illustration zu vollkommener Einheit verschmelzen.« (Hans Bolliger). – »Instead of a simultaneous creation of type and image, Léger embraced Cendrars’s words, attempting through the Cubust idiom to simulate the filmic procession of moving forms. The pictorial matter is made from line-block reproductions of drawing made by Léger to fit into the text and colorful abstract images printed […] by pochoir. Interspersed throughout the text, set in a decorative type similar to that used for titles in silent films, are the bright pochoirs constisting of letters or geometric forms printed without black, contrasting with the predominantly black-and-white images on the text pages.« (Riva Castleman, Seite 64). – Blaise Cendrars (eigentlich: Frederic Saucer, 1887–1961) veröffentlichte auch in zahlreichen Schweizer und Pariser Dada-Publikationen. – Schönes Exemplar, in privater dunkelblauer Lederchemise mit farbigen Applikationen und Schuber.

31,5 : 25,0 cm. [60] Seiten – Die erste und letzte Seite im Falz etwas mit den grauen Pappdeckeln verklebt, Vorderdeckel mit leichter Quetschfalte.

Saphire S. 299. – Skira 197. – Monod 2395. – Castleman S. 170. – Dokumentations-Bibliothek IV, 249

203  Fernand Léger. Cirque.

Schätzpreis/Estimate: € 15000

Zuschlag/Hammerprice: € 11000

Lithographies originales. Paris, Tériade, Les Éditions Verve 1950. Mit 63 Lithographien, davon 34 farbig und fünf doppelblattgroß, und 44 Seiten lithographierter Handschrift. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und priavter Lederchemise mit Schuber.

Originalausgabe. – Eins von 280 Exemplaren, weitere 20 kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Auch der gesamte Text wurde nach der Handschrift des Künstlers, die von ihm mit Vignetten und Zierstücken ausgeschmückt wurde, lithographisch gedruckt. »It is an attractive landmark among ›livres amnuscrits‹« (W. J. Strachan). – »Léger’s master graphic work […] almost half his print output. The text is Léger’s own and his themes are the circus and the countryside; from these touchstones of his inspiration Léger extracts the priciples of his art and life. There can bei no doubt that ›Cirque‹ stands as his testament. […] ›Go to the circus, quit your rectangles, your geometric windows and you go to the land of circles in action.‹« (Lawrence Saphire). – Während der Kriegsjahre 1940–1945 lebte Léger in Nordamerika, wo seine Faszination für das Fahrrad und den Zirkus gleichermaßen entflammte. Beide Dinge wurden zu zentralen Themen in seinem künstlerischen Werk, »Cirque« ist sein Loblied auf alles, was rund ist. »Légers Figuren sind monumental, ihre Zeichnung von großer Simplizität; […] Die Grenze zwischen Objekt und menschlicher Figur verflüchtigt sich.« (Beatrice Hérnad). – Das graphische Hauptwerk Légers in einem ausgesprochen schönen Exemplar.

42,5 : 32,5 cm. [2], 111, [3] Seiten. – Vorblätter minimal stockfleckig.

Saphire 44–106. – Garvey 164. – Castleman 95. – Monod 7047. – Papiergesänge 71

204  Alfred Manessier – Les cantiques spirituels de Saint Jean de la Croix.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Lithographies originales de Manessier. Paris, Le Sept 1958. Mit zwölf blattgroßen Lithographien. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -leinenkassette.

Eins von zwölf Dedikationsexemplaren, dieses für Pierre de Harting, den Verleger (Gesamtauflage 157). – Mit zwei zusätzlichen Suiten aller Lithographien, eine auf Japan, eine auf Velin und fünf Probedrucken mit ausführlichen Anmerkungen des Künstlers (zwei bzw. drei Zustände der dritten und vierten Lithographie der Folge). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt in großen Versalien der Astrée und mit blau-weißen Initialen, gedruckt auf Vélin d’Rives. – Das berühmte »Cántico espiritual« des spanischen Karmeliters Juan de la Cruz (1542–1591), hier in der Übersetzung von Cyprien de la Nativité de la Vierge (1605-1680), der ersten Fassung in französischer Sprache. – Die großformatigen, fast blattfüllenden Lithographien Manessiers erinnern in ihrem Kontrast zwischen schwarz und leuchtenden Farben nicht von ungefähr an Glasfenster in Sakralbauten. – Mit einem Vorwort von Abbé (Maurice) Morel, der bereits 1941 gemeinsam mit Jean Bazaine, Alfred Manessier u. a. abstrakten Künstlern ausgestellt hatte.

51,0 : 39,0 cm. [72] Seiten, 24 zusätzliche Lithographien.

Nicht bei Monod

205  Henri Matisse – James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

With an Introduction by Stuart Gilbert and Illustrations by Henri Matisse. New York, Limited Editions Club 1935. Mit sechs Radierungen und 20 Tafeln nach Zeichnungen. Originalleinenband mit Goldprägung auf Vorderdeckel und Rücken, im Schuber.

Erste und einzige Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 1500 Exemplaren für die Mitglieder der New Yorker Bibliophilenvereinigung. – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen in der von Henri Matisse häufig verwendeten Vernis mou-Technik. Jeder Radierung sind 2-5 faksimilierte Vorzeichnungen auf blauem und gelbem Papier vorgebunden. – Zweispaltig, teils in Braun gedruckt. – Gesamtgestaltung von George Macy. – Matisse wurde durch die Gide-Übersetzerin Dorothy Bussy, die den Künstler auch auf die Parallelen zwischen Joyce’ Text und Homers Odyssee hinwies, auf den Text aufmerksam. Dies inspirierte Matisse zu den Figuren, die er für diese Ausgabe des Ulysses schuf: Calypso, Polyphème, Circé und Ithaque. »One of the few American ›livres de peintres‹ issued before World War II« (Garvey).

XV, [3], 363, [5] Seiten, 6 Radierungen, 20 Tafeln.

Duthuit 235–240. – Duthuit/Garnaud 6. – Slocum/Cahoon A 22. – Garvey 197. – Skira 257

206  Henri Matisse – André Rouveyre. Repli.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Gravures de Henri Matisse. Paris, Bélier 1947. Mit zwölf blattgroßen Lithographien, vier Linolschnittvignetten und zwei roten Linolschnitt-Initialen von Henri Matisse. Lose gefalzte Bogen in pochoirkoloriertem Originalumschlag, Originalhalbleinenchemise und -schuber.

Eins von 20 namentlich dedizierten Exemplaren für Mitarbeiter (hier »pour Madame Deroubaix«), auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 370). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – In Anlehnung an das ausgeglichene Genderverhältnis in Rouveyres beiden Texten schuf Matisse für das Buch sechs weiblichen Porträtstudien, bei denen Andrée Pardon Modell saß, lithographiert auf helles Papier »Ile-de-France«, und ebenso viele männliche, Porträtstudien des Autors, mit dem Matisse eine Jugendfreundschaft verband, gedruckt auf graues »Lana pur chiffon«. – Die Lithographien wurden bei Mourlot paarweise auf je sechs Doppelblätter gedruckt. Auch das scherenschnittartige Umschlagpochoir entwarf Matisse.

25,8 : 17,0 cm. [2], 163, [7] Seiten. – Wie meist, außen und innen vereinzelt leicht stockfleckig.

Duthuit/Garnaud 20. – Monod 10006

207  Joan Miró – Tristan Tzara. Parler seul.

Schätzpreis/Estimate: € 9000

Zuschlag/Hammerprice: € 7500

Poème. Lithographies de Joan Miró. Paris, Maeght 1948–1950. Mit 72 meist farbigen Lithographien im Text, teils blattgroß, und je eine als Bezugspapier von Chemise und Schuber, eine Farblithographie mit Collage auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Umschlag, Chemise, zusammen im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren auf Velin »Malacca pur Chiffon« (Gesamtauflage 253). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Originalausgabe des 1945 entstandenen Gedichts Tzaras. Mit dem Druck von Text und Lithographien wurde 1948 begonnen, der Druck der auf der Handpresse abgezogenen Lithographien, die vielfach auf den Textseiten eingedruckt wurden, war erst 1950 abgeschlossen. – »This book represents a particulary effective collaboration between artist and author. Miró’s brillantly spontaneous and amorphous images, drawn directly on the stone with very few preparatory sketches, have the inventive verve of Tzara’s random verses« (Eleaonor M. Garvey). – Die Dichtungen Tzaras entstanden laut Impressum im »Hospital psychiatrique de Saint-Alban«. Tzara hatte »auf Einladung des Chefarztes und Direktors dieser Anstalt seine dortigen Beobachtungen aufgezeichnet. Es handelt sich hier um eine Art Selbstgespräch bzw. die poetische und seelenvolle Schilderung von Traumgebilden. […] Text und Bild, Autor und Künstler sprechen sozusagen dieselbe Sprache« (Sybille Bock, 1999, in »Französische Malerbücher […] Sammlung Christa und Wolfgang Classen«). – Eines der schönsten Malerbücher Mirós.

37,0 : 28,0 cm. – Schuber mit leichten Alterungs- und Lagerspuren, auch die Chemise am Rücken gebräunt.

Cramer, Miro Books 17. – Mourlot 102, 104 und 107.1-70. – Monod 10809. – Garvey 206. – Classen 1999, Nr. 13

208  Joan Miró. Peintures sur Cartons. – Peintures sur Papier.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

– Derrière le miroir 151/152 [und] 193/194. Paris, Maeght 1965 und 1971. Mit insgesamt 25 farbigen Lithographien, fünf doppelblattgroß, je eine davon auf dem Umschlag. Lose Blätter in Originalumschlag.

I. Mit 22 farbigen Lithographien, drei doppelblattgroß, eine davon auf dem Umschlag. Mit einem Text von Jacques Dupin und der Beilage. – II. Mit drei Farblithographien. Mit einem Text von Pierre Alechinsky und der Beilage. – Dazu: DLM 207: Cinq Livres gravés. Mit einer Lithographie von Pablo Palazuelo.

38,0 : 28,0 cm. 27, [3] Seiten. – 31, [5] Seiten.

Cramer 102 und 145. – Mourlot 360–381 und 738–740

209  Joan Miró – Jacques Dupin. Miró Radierungen. – Miró Engraver.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 480

I [–] IV. Genf und Paris, Weber Lelong 1984–2001. Mit zwölf Holzschnitten, davon acht farbig, einer auf allen vier Umschlägen variiert wiederholt, und zahllosen Abbildungen. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

Bände I–III in deutscher Ausgabe (1500 Exemplare), der spät erschienene Band IV (Miró Engraver 1976-1983, in Zusammenarbeit mit Ariana Lelong-Mainaud) in englischer Sprache. – Maßgebliches Verzeichnis der Radierungen, hier mit dem oft fehlenden Schlussband. – Tadellos erhalten.

32,8 : 25,5 cm.

Cramer 255 (nur noch Band I)

210  Fernand Mourlot. Joan Miró. Lithograph.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Barcelona, New York und Genf 1972–1977. Mit 27 teils doppelblattgroßen Farblithographien. Originalleinenbände mit -schutzumschlägen.

Drei Bände des maßgeblichen Werkverzeichnisses. – Die Katalogbeschreibungen von Fernand Mourlot und Patrick Cramer. – Mit Texten von Fernand Mourlot, Michel Leiris und Raymond Queneau. – Band I (deutsche Ausgabe): 1930–1952. – Band II (amerikanische Ausgabe): 1953–1963. – Band III (spanische Ausgabe): 1964–1969. – Bände I und II enthalten je elf, Band III fünf Farblithographien, drei weitere auf den Schutzumschlägen. – Dazu: Patrick Cramer. Joan Miró. The illustrated Books. Catalogue raisonnée. Genf, Cramer 1989. Preface by Rosa Maria Malet. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit Schutzumschlag.

32,7 : 25,7 cm.

211  Henry Moore. Heads, Figures and Ideas.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

With a comment by Geoffrey Grogson. London, George Rainbird, und Greenwich, New York Graphic Society 1958. Mit einer Farblithographie und zahlreichen farbig faksimilierten Zeichenstudien. Illustrierter Originalhalbleinenband mit -schutzumschlag.

Mit der Farblithographie »Thirteen standing figures«, auf Velin gedruckt und auf Falz eingeheftet. – Gedruckt von der Curwen Press, London. – Bei 150 Vorzugsexemplaren wurde die Lithgographie signiert.

48,0 : 33,5 cm. 32 Blätter, 1 Lithographie. – Ränder des Umschlags etwas gebräunt und mit winzigen Läsuren.

Cramer 41

212  Pablo Picasso. Suite de 180 dessins, Novembre 28, 1953.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Paris 1954. Mit 13 Farblithographien, davon eine als Titelillustration, und 167 Abbildungen, davon drei farbig, alle nach Zeichnungen von Pablo Picasso. Farbig lithographierter Originalpappband.

Verve. Revue artistique et littéraire. Vol. VIII, No. 29 et 30. – Die Zeichnungen entstanden 1953 bis 1954 in Vallauris. – Die Einbandillustration entwarf Picasso extra für diese Ausgabe. – Enthät auch einen Text von Michel Leiris sowie Einleitungen von Tériade und Rebecca West.

36,0 : 27,0 cm. [184] Seiten, 12 Lithographien. – Rücken gebräunt und stärker beschädigt. Ränder berieben.

Kibbey 266 (amerikanische Ausgabe)

213  Pablo Picasso. Carnet de la Californie.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Mit einer Einführung von Georges Boudaille. Köln, Dumont Schauberg 1960. Mit 25, teils farbig lithographierten Tafeln. Spiralgebundene Originalbroschur und -umschlag in illustrierter -mappe.

Eins von 500 Exemplaren der deutschen Ausgabe. – Faksimile des Skizzenheftes, das Picasso im Winter 1955/56 in seiner Villa »La Californie« bei Cannes führte. Er lebte dort von 1955 bis 1959 mit seiner Lebensgefährtin Jaqueline Roque. – Das Skizzenheft beinhaltet farbige Kreidezeichnungen zu den Themen »Das Atelier« und »Frau in türkischer Tracht« und anderes mehr. – Die Farbtafeln wurden teils als Lithographien bei Duval und Mourlot gedruckt.

43,0 : 28,5 cm. 25 teils beidseitig bedruckte Blätter. – Rücken und Vorderdeckel der Mappe gebräunt.

Kibbey 265

214  Pablo Picasso – Jaime Sabartés. »A los toros« mit Picasso.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Monte-Carlo, André Sauret 1961. Mit vier Lithographien, davon eine farbig, und 103 ganzseitigen, teils farbigen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Deckelillustration im roten Originalpappschuber.

Exemplar der deutschen Ausgabe, übertragen von U. M. Hemmerich nach der französischen Ausgabe. – Die auf mehr als hundert Tafeln reproduzierten Tuschzeichnungen beschäftigen sich mit zwei zentralen Themen Picassos: Stierkampf und Frauen. – Auf Wunsch des Verlegers schuf Picasso für dieses Werk vier Lithographien und kolorierte dann »Le Picador« mit allen 24 Farben eines Wachsstiftkastens. Mourlot berichtete von den Schwierigkeiten, die Wachsfarben auf Stein zu übertragen – Picasso selbst war von dem guten Ergebnis überrascht. – Die Lithographien »bereits« aus der Bindung gelöst, ansonsten tadellos.

25,5 : 32,5 cm. 153, [3] Seiten. – Schuber mit kaum merklichem Lichtrand.

Bloch 1014–1017. – Goeppert/Cramer 113

215  Pablo Picasso [et] André Villers. Diurnes.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Découpages et photographies. Texte de Jacques Prévert. Paris, Berggruen 1962. 30 Tafeln mit Foto-Demontagen. Mit den Textseiten lose in Originalumschlag und farbig illustriertem Originalleinenschuber.

Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Die außergewöhnlichen Fotografiken waren Gemeinschaftarbeiten: Picasso schuf Scherenschnitte mit Silhouetten von Köpfen, Menschen und Tieren, die der Fotograf André Villers bei der Belichtung seiner Fotografien als Schablonen verwendete. – Das Buch entstand im Rahmen eines von dem Blechschneider Lionel Prejger ausgerufenen Wettbewerbs. Ihm lieferte Picasso mit der »Erklärung eines tintenfischartigen Papiergebildes […] ganz beiläufig eine ebenso simple wie überzeugende Beschreibung dieses Phänomens [der von Werner Spies als »Klappskulpturen« bezeichneten »Flachskulpturen«]: ›Das ist ein Stuhl […] und sehen sie, das ist auch eine Erklärung des Kubismus! Stellen Sie sich einen Stuhl vor, der unter eine Dampfwalze gekommen ist.‹« (Petra Kipphoff, Die Zeit, 14.X.1983). – Die farbige Titelschrift auf dem Umschlag, auf der Kassette um Zeichnungen ergänzt, wurde nach Picassos Entwurf mit Schablonen gedruckt.

41,0 : 31,0 cm. 18, [2] Seiten, 30 Tafeln, 30 Doppelblätter. – Schuber etwas fleckig.

Vgl. Goeppert/Cramer 115. – Bloch livres 112. – Kibbey 1463

216  Georges Bloch. Picasso. Catalogue de l’œuvre gravé et lithographié.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Tome I–IV. Bern, Kornfeld 1972–1984. Originalleinenbände, I–III mit illustriertem Schutzumschlag.

Maßgebliches Verzeichnis des graphischen und keramischen Werkes 1904–1971, in verschiedenen Auflagen. – Mit einem Vorwort von René Wehrli und Einführungen von Georges Bloch. – Die Texte und Inhaltsverzeichnisse in französisch-englisch-deutschem Paralleltext. – Dazu: Sebastian und Herma Goeppert, Herma Goeppert-Frank und Patrick Cramer. Pablo Picasso. Les Livres illustrés. Collection Steinhauslin. Genf, Cramer 2006. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit Schutzumschlag. Anlässlich der Ausstellung in der Fondation Martin Bodmer erschienene erweiterte Neuausgabe des Standardwerkes.

217  Joseph Sima – Au temps de Jesus Christ.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Contes populaires tchécoslovaques mis en français par Louse-Denise German. Préface de Charles Vildrac. Gravur sur bois de Joseph Sima. Paris, Kauffmann 1922. Mit 22 Holzschnitten, davon zehn blattgroß, zwölf als Vignetten. Originalbroschurumschlag.

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 350). – Auf starkem Bütten. – Die Stöcke wurden nach dem Druck der Holzschnitte zerstört. – Josef Sima (1891–1971) lebte ab 1921 in Frankreich. Anfangs war er von Paul Cézanne und den Kubisten inspiriert. »Die Kontakte nach Prag bleiben jedoch erhalten. […] Simas früheste Illustrationsarbeit ist 1922 nachweisbar: ›Au temps de Jésus Christ‹. Die Holzschnitte stehen dem Surrealismus noch fern« (Lothar Lang, in: Surrealismus und Buchkunst, S. 70).

24,7 : 19,5 cm. [68] Seiten. – Rücken verfärbt. – Durchgehend stockfleckig.

Monod 600

218  Antoni Tàpies – Alexander Mitscherlich. Sinnieren über Schmutz.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 700

St Gallen, Erker-Presse 1976/78. Mit neun Farblithographien von Antoni Tàpies, acht im Buch und eine auf dem Umschlag, davon fünf doppelblattgroß, sowie eine einfarbige als Titel. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und Schuber.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 240). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Drei der Lithographien mit Papiercollagen. – Gedruckt auf Rives-Bütten in den Werkstätten der Erker-Presse. – Beigelegt eine Schallplatte, auf der Alexander Mitscherlich seinen Text spricht. – »›Sinnieren über Schmutz‹ ist der Titel einer Rede von Alexander Mitscherlich, die er anlässlich des »Erker-Treffen 2« 1974 in St. Gallen hielt. Für die vorliegende Buchausgabe hat der Autor den Text der Rede eigenhändig auf Stein geschrieben. Antoni Tàpies schuf dazu 8 Originallithografien« (Druckvermerk). – Alexander Mitscherlich (1908–1982), Psychoanalytiker und Schriftsteller, war Beobachter der Nürnberger NS-Prozesse. Im Lauf seines Lebns veröffentlichte er zahlreiche Bücher hauptsächlich sozialpsychologischen Inhalts. 1969 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

45,5 : 34,0 cm. 20 Seiten, 8 Lithographien. – Rücken gebräunt.

Galfetti 647–655

219  Antoni Tapies – José-Miguel Ullán. Anular.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

Paris, Éditions R.L.D. 1981. Mit fünf Radierungen, davon vier signiert und eine als Umschlag, und grafischen Arbeiten von Antoni Tapies. Leporello in Originalumschlag und Chemise, zusammen im Schuber.

Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Gedruckt auf verschiedenen schweren Büttenpapieren, die Seiten wurden zu einem Leporello montiert. – »Anular (Annullierung oder Ungültigkeit) präsentiert den Text einer frühen spanischen Verfassung als maschinengeschriebenes Manuskript mit hervorgehobenen kurzen poetischen Sätzen Ulláns und Tàpies’ symbolartigen Buchstaben. […] Teile des Textes werden zerrissen, auf den Kopf gestellt oder sogar durch Tàpies’ ›Graffiti‹ verdeckt. Der visuelle Gesamteindruck erzeugt ein Gefühl von Widerspruch und Weigerung, während er gleichzeitig einen Akt der Aufhebung beinhaltet« (vgl. MoMA.org).

33,2 : 25,8 cm.

Galfetti 823–827

220  Michel Timoleontos – Alain Robbe-Grillet. L’année dernière a Marienbad.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Paris, Société de Bibliophile et Graveurs d’Aujourd’hui 1963. Mit zwölf blattgroßen Kombinationsdrucken aus Radierungen und Farblithographien. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 120 Exemplaren für die Bibliophilenvereinigung. – Auf Velin »BFK Rives«. – Mit je einer Suite der Lithographien und Radierungen, alle ohne Text. – Typographisch souverän gestaltet, lebt das Buch von der Kombination der ornamentalen Farblithographien und der zeichnungsgleich darüber gedruckten Radierungen des jung verstorbenen französischen Künstlers Michel Timoleontos (1929–1972). Die Suiten bilden eine de-collage dieser Bildbestandteile.

32,3 : 25,6 cm. 82, [6] Seiten, 12 Lithographien, 12 Radierungen. – Die erste und letzte Seite leicht stockfleckig.

Monod 9782

221  Feri Varga – Hommages.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Poêmes de Jean Cocteau. Lithographies de Varga. Paris, Éditions de minuit [1955]. Zwölf doppelblattgroße Farblithographien, teils mit Pochoirkolorit, und zwei farbig lithographierte Titelblätter. Lose in Umschlag und Leinenmappe.

Eins von 50 Exemplaren. – Auf Velin. – Der farbig lithographierte Auflagenvermerk wurde von Dichter und Künstler signiert und datiert. – Die teils mehrteiligen »Hommages« sind Hieronymus Bosch, Gaudi, van Gogh, Goya, Greco, Jarry, Kafka, Picasso, Rilke und Velasquez gewidmet. – Die Texte wurden von Feri Varga kalligraphiert und lithographiert und sind Bestandteil der großformatigen und farbenprächtig kolorierten Lithographien. – Feri Varga (1906–1989) lebte seit 1924 in Paris und gehörte ab 1950 zum Freundeskreis von Jean Cocteau und Picasso. – Beilage: Typoskripte der Texte und handschriftliche Übersetzung von einigen Auszügen.

38,0 : 30,0 cm. 13 Doppelblätter. – Umschlag mit leichtem Wasserrand. – Titellithographie minimal fleckig.

Monod 2908

222  Pierre-Yves Trémois – Stéphane Mallarmé. L’après-midi d’un faune.

Schätzpreis/Estimate: € 4800

Ausrufpreis/Starting bid: € 3200

Eaux-fortes originales de Pierre-Yves Trémois. Commentaire par Léon-Paul Fargue. Paris, Société des Amis des Livres 1948. Mit 22 Kaltnadelradierungen im Text, teils doppelseitig, und einem Farbholzschnitt nach einer Zeichnung auf dem eingebundenen Originalumschlag. Pergamentband mit zwei Tuschpinselzeichnungen von Pierre-Yves Trémois auf den Deckeln.

Eins von 88 Exemplaren für die Mitglieder der Bibliophilenvereinigung, weitere 17 erschienen als Künstlerexemplare. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen der »Société«. – Mallarmés bekannteste Dichtung entstand um 1865 und wurde 1876 erstmals veröffentlicht. Weltweit berühmt wurde die Schilderung der rauschhaften Erlebnisse eines Fauns durch das gleichnamige Musikstück von Claude Debussy und Nijinskys Ballet-Inszenierung. – Pierre-Yves Trémois (geboren 1921) illustriert Mallarmés Text recht freizügig. In die lasziven Szenen brechen allerdings immer wieder unvermittelt surrealistische Bildelemente ein. – Unikates Exemplar, der Einband auf beiden Deckeln mit prächtiger Tuschezeichnung und kalligraphierten Titeln von Trémois. – Die Innendeckel und Vorsatzblätter sind mit leuchtend grüner Seide bespannt. – In einer dunkelgrünen Seidenkassette, Innendeckel mit Wildleder bezogen, auf dem Kassettenrücken ein Pergamentstreifen mit goldgeprägtem Titel. – Beilage: Brief von Trémois, datiert 3. Oktober 1952, in dem er anbietet, den Einband zu gestalten: »Monsieur, Je jouirais de décorer votre ›Faune‹ et de l’habiller d’une façon décente!«.

40,5 : 32 cm. [4], 39, [5] Seiten. – Der Name des Erstempfängers wurde getilgt.

Monod 7670

223  Jacques Villon. Huit lithographies originales.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 

[Présenté par] Lionello Venturi. Paris, Louis Carré 1962. Acht signierte Farblithographien. Originalleinenband.

Eins von 175 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 225). – Sieben der acht leuchtend farbigen, abstrakten Lithographien schuf Villon nach Gemälden aus den Jahren 1932–1955, eine (Le vase jaune) explizit für dieses Werk. – Alle gedruckt bei Mourlot, Paris. – Jede Lithographie ist auf einem Seidenvorblatt betitelt. – Mit dem biographischen Text des Herausgebers. – Prachtvoll, selten und tadellos erhalten.

43,0 : 53,0 cm. [32] Seiten, 8 Lithographien.

Ginestet/Pouillon App. 65–72. – Monod 11311

224  Maurice de Vlaminck – Georges Duhamel. Les hommes abandonnés.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Illustré de lithographies par M. de Vlaminck. Paris, Editions Marcel Seheur 1927. Mit einer Radierung als Frontispiz und 24 Lithographien, davon 16 im Text. Halbmaroquinband (signiert: Lobstein-Laurenchet) mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt, Deckel mit Marmorpapierbezug.

Eins von 300 Exemplaren auf Velin d’Arches. – Getrüffeltes Exemplar, wie die der Vorzugsausgabe mit zwei Suiten der Lithographien und der Radierung, eine auf Velin d’Arches, eine zweite von den gekreuzten Steinen bzw. der Platte auf China. Beide Suiten enthalten auch jeweils die vier nicht im Buch verwendeten Lithographien. – Diese vier zusätzlichen Lithographien weist Walterskirchen als Teil einer alle 29 Graphiken enthaltenden Folge nur in einem Exemplar im Kunstmuseum Bern nach. – Der Originalumschlag und die Suiten eingebunden. – Gedruckt von Mourlot Freres.

29,0 : 24,5 cm. 208, [6] Seiten, 3 Radierungen, 64 Lithographien.

Walterskirchen XII bzw. 122, 202–225 und 226–229

225  Marcel Sauvage. Vlaminck.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Sa vie et son message. Genf, Pierre Cailler 1956. Mit zahlreichen Abbildungen, teils farbig und auf Tafeln montiert. Originalpappband mit farbig illustriertem Umschlag.

Les grandes monographies, Band 4, innerhalb der umfangreichen Reihe »Peintres et sculpteurs d’hier et aujourd’hui«. – Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe mit drei lose beigelegten Suiten von drei Lithographien, die Vlaminck für diese Monographie schuf. Je eine Suite auf Japan, Marais Papier und von den gestrichenen Platten. Jede Suite in einem Umschlagblatt.

32,3 : 24,0 cm. 116, [1], 205 Seiten, 26 Tafeln. – Umschlag an den Rändern etwas berieben und geknittert.

Walterskirchen 40–42 a und b

226  Ossip Zadkine. Les travaux d’Hercule. The Labours of Heracles. Die Arbeiten des Herakles.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

28 Illustrationen von Ossip Zadkine. Paris [1960]. Mit drei signierten Farblithographien, 28 Tafeln nach Lithographien, einer Porträtfotografie, einem gefalteten Faksimile und einer beigelegten Falttafel. Schwarzer Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und blindgeprägter Deckelillustration nach einer Zeichnung von Ossip Zadkine. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Unnummeriertes Exemplar der Buchausgabe mit den drei jeweils signierten Farbvarianten der Lithographie »La belle Nue« (Auflage 150, davon 134 in dieser Ausstattung). – Ossip Zadkine (1890–1967) schuf die 28 Lithographien, die als großformatigerer Mappenausgabe ediert wurden, unter dem Eindruck der Ereignisse des Krieges in den Jahren 1943/1944. – Gesetzt aus der Mageren Rockwell Palatino und der Phidias der Stempel AG, von Hans A. Halbey typographisch gestaltet. – Auf festem Velin. – Enthält biographische Essays von Christoph Czwiklitzer und Jacques Gontier, Tagebuchnotizen des Künstlers und Auszüge aus Euripides Herakles-Dichtung.

25,7 : 17,5 cm. [92] Seiten, 3 Lithographien, 28 Tafeln. – Rücken minimal verblasst.

Monod 11573. – Czwiklitzer 130

227  Ossip Zadkine – Pierre Albert-Birot. Silex.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Poèmes des Cavernes. Frontispice de Ossip Zadkine. Avant-Propos de Max Pons. Bonaguil, Éditions du Cercle Culturel et Arsinal 1966. Dunkelbrauner Halblederband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: D.-H. Mercher). Im Originalschuber. – Widmungsexemplar der Vorzugsausgabe.

Cahiers de la Barbacane II. – Exemplar 1 von 50 der großformatigen Vorzugsausgabe auf Velin »BFK Rives«. – Im Druckvermerk mit eigenhändiger Widmung des Dichters für Robert Altmann »le plus cordialement possible«. – Am Ende auf einem nachgebundenen Blatt die Seiten 11–34 einer kleinformatigeren Ausgabe auf einfachem Papier. – Das Frontispiz nach einer Zeichnung von Zadkine, möglicherweise der Vorzeichnung für die Radierung »Le gesticulateur« (C. 63). – Sehr seltene bibliophile Edition des dada- und surrealistischen Dichters und Künstlers, der bereits in den 1920er Jahren in allen führenden Dada-Zeitschriften (DADA, 391, SIC etc.) veröffentlicht hatte. – Unikates Exemplar in einem Einband von Mercher junior.

31,8 : 23,5 cm. [6], 40, [4] Seiten, 1 Frontispiz.

Monod 122

228  Ossip Zadkine – Guillaume Apollinaire. Sept calligrammes.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 

Ossip Zadkine. Dix eaux-fortes originales. Paris, Christophe Czwiklitzer 1967. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen und einigen Siebdruck-Illustrationen. Lose Doppelblätter in Originalleinenumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 75 Exemplaren der französischen Ausgabe. Es erschienen ebenso 75 englische und 75 deutsche Exemplare, wobei sich die Mehrsprachigkeit auf den ausführlichen Druck- und Auflagenvermerk beschränkt, sowie sieben Exemplare »h.c.« – Gedruckt auf abwechselnd weiß belassenem bzw. schwarz gefärbtem »Vélin d’Arches«, die Texte der Apollinaire-Dichtungen wurden entsprechend in Schwarz bzw. Weiß serigraphiert. – Auch Zadkines Radierungen greifen dieses Wechselspiel auf: Fünf sind in Schwarz, fünf als Weißlinien auf schwarzem Plattengrund gedruckt. – Außer den Radierungen wurde auch der Druckvermerk signiert, letzterer von Künstler und Verleger in weißer Kreide und nummeriert. – Die Gesamtkonzeption lag bei Christophe Czwiklitzer, der mit dieser Apollinaire-Ausgabe seines Freundes Zadkine eines der schönsten »Livre d’artiste« dieses Künstler schuf.

45,0 : 32,5 cm. [76] Seiten. – Rücken der Chemise verfärbt, Schuber leicht fleckig.

Monod 370

229  Surrealismus – André Breton. Second Manifeste du Surréalisme.

Schätzpreis/Estimate: € 4500 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 3300 ( R7 )

Frontispice de Salvador Dali. Paris, Éditions Kra 1930. Mit einem pochoirkolorierten Frontispiz. Lose Bogen in Originalumschlag mit Pergaminumschlag und -schuber. – Widmungsexemplar.

Erste Buchausgabe. – Erste Publikation der Collection »Club des Soixante«, eins von 60 namentlich dedizierten Exemplaren für die Mitglieder mit dem kolorierten Dali-Frontispiz (Gesamtauflage 110). – »Imprimé pour Thérèse Bertrand-Fontaine« (französische Ärztin, 1895–1987), auf dem Vortitel widmete Breton das Buch seiner früheren Kommilitonin mit mehreren eigenhändigen Zeilen: »en souvenir d’un amphithéatre de la faculté de médicine fin 1914, une triste pièce, ma foi, qu’ échairement à peu près seuls ses chereux | très respecteux hommage | Andrè Breton, Octobre 1930«. – Unter dem Einfluss der Dichtungen von Paul Valéry, Stéphane Mallarmé, Jacques Vaché, Arthur Rimbaud und Comte de Lautréamont und nachdem er Guillaume Apollinaire kennengelernt hatte, brach Breton 1918 sein Medizinstudium ab, um freiberuflicher Schriftsteller zu werden. Er wurde zur zentralen Figur der Pariser Surrealisten und formulierte mit den beiden Manifesten von 1924 und 1929 deren intellektuelle Grundlagen. – 1924 hatte er den Begriff »Surrealität« als Verbindung zwischen Traum und Wirklichkeit definiert. 1929 erweiterte er die Auffassungen um sozialrevolutionäre Aspekte. Das zweite Manifest wurde zunächst in der Zeitschrift »Révolution Surréaliste« abgedruckt. – Sehr selten, zumal so tadellos und mit so persönlicher Widmung.

28,4 : 23,0 cm. [2], 103, [5] Seiten. – Der Rücken der Pappchemise fehlt, der Schuber angeplatzt.

Monod 1938. – Nicht in der Dokumentations-Bibliothek

230  Le Surréalisme en 1947. Exposition Internationale du Surréalisme.

Schätzpreis/Estimate: € 28000

Ausrufpreis/Starting bid: € 26400

Présentée par André Breton et Marcel Duchamp. Paris, Pierre a Feu · Maeght 1947. Mit 24 Originalgraphiken und 44 Tafeln. Originalbroschur mit montiertem Deckelobjekt von Marcel Duchamp. In schwarzer Originalpappchemise und privater roter Lederkassette.

Originalausgabe. – Eins von 950 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den 24 Originalgraphiken und eins der wenigen mit dem Originalobjekt von Duchamp auf dem Vorderdeckel, beim größten Teil der Vorzugsausgabe wurde dieses durch eine Fotografie ersetzt. Die Nachbildung einer weiblichen Brust aus bemaltem Schaumgummi auf schwarzem Samt zählt zu den bedeutendsten Buchgestaltungen des 20. Jahrhunderts. – Die Vorzugsausgabe des wichtigen Kataloges enthält 17 Lithographien (davon fünf farbige) von Max Ernst, Wifredo Lam, Joan Miró, Alexander Calder, Matta und anderen, fünf Radierungen, u. a. von Hans Bellmer, Yves Tanguy und Dorothea Tanning und zwei Holzschnitte von Hans Arp. – Mit wichtigen Textbeiträgen von Arp, Bellmer, Breton, Péret u. a. – »Ein visuelles und haptisches Demonstrationsobjekt des Surrealismus« (Lothar Lang). Und Herbert Moldering schreibt (im Vorwort zum Katalog der Surrealismus-Sammlung Bokelberg) gar: »Gibt es ein schöneres Symbol für die taktile Dimension der Wissensaneignung durch das Buch, für jene sinnliche Nähe, die in den elektronischen Bibliotheken der Zukunft neutralen Bildschirmdaten Platz machen wird? Die Bibliothek der Zukunft ist die Platonische Höhle, in der alle Bücher der Welt präsent sein werden, aber nur als körperlose Schatten«. – Nicht nur der Katalog zählt zu den Meilensteinen der Buchkunst, auch die Gestaltung der Ausstellung war außergewöhnlich: Während Breton das Gesamtkonzept erarbeitete, gestaltete Kiesler die »Salle de Superstition« als eiförmig fließenden Raum. – Tadellos erhaltenes Exemplar. Der titelgebenden Aufforderung »Prière de toucher« auf dem Deckelschild wurde bisher Folge geleistet. – Einbandvariante ohne Rückentitel und in schwarzer Chemise, das Warnschild lose beigelegt, unaufgeschnittenes Exemplar. – Erworben 1996 in der Auktion Kornfeld, seitdem in deutscher Privatsammlung.

24 : 20,5 cm. 139, [3] Seiten, 24 Graphiken.

Monod 10513. – Schwarz II, 523. – Dokumentations-Bibliothek V, 46. – Lang, Surrealismus S. 125ff

231  Surrealismus – Almanach surréaliste du demi-siècle.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1100 ( R7 )

Numéro spécial de ›La Nef‹. Paris, Éditions du Sagittaire 1950. Mit zwei Farblithographien von Max Ernst und zahlreichen Illustrationen, davon acht auf Tafeln. Originalbroschur mit farbiger Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 65 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den beiden Farblithographien von Max Ernst. Weitere 50, ebenso ausgestattete, kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk von André Breton und Max Ernst signiert. – Der von André Breton und Benjamin Péret herausgegeben Almanach blickt auf die Ursprünge der surrealistischen Bewegung und ihre Entwicklung in der ersten Jahrhunderthälfte zurück. Die Protagonisten, die 1950 der Bewegung noch verbunden waren, kommen zu Wort oder sind mit abgebildeten Kunstwerken vertreten: Artaud, Cravan, Hérold, Levy, Waldberg, Chirico, Duchamp, Heisler, Kubin, Dorothea Tanning, Toyen u. v. m. – Tadellos.

23,0 : 14,5 cm. 226, [8] Seiten, 2 Lithographien.

Spies/Leppien 35 B (von D). – Monod 201. – Dokumentations-Bibliothek VI, 123

232  Walasse Ting. One Cent Life.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Edited by Sam Francis. Bern, Kornfeld 1964. Mit 62 Farblithographien, teils doppelblattgroß, teils im Text. Lose Doppelbogen in farbig serigraphierter Originalleinenchemise mit illustriertem Originalumschlag und im blauen Originalleinenschuber.

Eins von 2000 nummerierten Exemplaren. – Herausgeber Sam Francis vereinte die 61 Gedichte des amerikanischen Malerpoeten Walasse Ting mit eigenen Farblithographien und weiteren von Pierre Alechinsky, Antonio Saura, Asger Jorn, Robert Indiana, Riopelle, Karel Appel, Tom Wesselmann, Bram van Velde, Allan Kaprow, Andy Warhol, Robert Rauschenberg, K. R. H. Sonderborg, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Jim Dine, Mel Ramos und weiteren zwölf Künstlern. – Druck bei Maurice Baudet, Paris, nach der Typographie von Georges Girard. – Großartiges Malerbuch der Nachkriegszeit, eines der wichtigsten und schönsten Zeugnisse des abstrakten Expressionismus und der Pop Art.

41 : 30 cm. 170, [4] Seiten. – Ränder des Schutzumschlags etwas berieben, oben und unten am Rücken winzige Einrisse.

233  Verve.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Revue artistique et littéraire. Vol. VII, Nos. 27 et 28. Paris 1952. Mit acht Lithographien von Marc Chagall und einer von Joan Miro sowie 24 teils farbigen und doppelblattgroßen Lithographien und Tafeln nach Braque, Matisse, Laurens, Giacometti, Masson, Léger, Miro, Borès und Gromaire. Illustrierter Originalpappband.

Einer der umfangreichsten und wegen der Originalgraphik, neben den Chagall-Bibeln gesuchtesten Bände der wichtigen Kunstzeitschrift. – Mit Texten von Pierre Reverdy, Alberto Giacometti, Albert Camus, W. Sandberg, André Masson, Jean-Paul Sartre, Frantz Calot und anderen.

36,3 : 27,0 cm. 153, [3] Seiten, die Lithographien und Tafeln sind mitgezählt. – Rücken gebräunt. Deckel etwas fleckig.

Mourlot, Miró 189. – Mourlot, Chagall 80–87

234  Prints from the Mourlot Press.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Exhibition sponsored by the French Embassy. Circulated by the Traveling Exhibition Service of the National Collection of Fine Arts Smithonian Institution 1964–1965. Paris, Mourlot 1964. Mit 20 Lithographien, meist farbig und blattgroß, eine davon auf dem Umschlag. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Eins von 200 Künstlerexemplaren. – Auf Velin von Rives. – Mit Lithographien von Chagall (Mourlot 415), Picasso (Mourlot 400), Miró (Mourlot 332/333), Beaudin, Estève, Matisse, Cocteau, Calder, Giacometti, Glarner u. a. – Mit dieser Ausstellung würdigte der französische Staat die Arbeit und Bedeutung eines der wichtigsten Drucker-Verleger des 20. Jahrhunderts.

25,4 : 19,3 cm. 64, [16] Seiten.

235  Herbert Bayer. Selected images 1928–1931.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 900

Sechs Fotografien. Silbergelatine, wohl von umkopierten Negativen. Um 1970. 19,6 : 29,6 cm bis 29 : 38 cm. Rückseitig alle signiert und nummeriert.

I. Vitrinenstolz. 19,6 : 29,6 cm. Exemplar 18/40. – II. Ober Bayern. 1931. 25,3 : 37,8 cm. Negativabzug. Exemplar 19/40. – III. Fahrradpanne. 1928. 27,6 : 36,4 cm. Exemplar 24/40. – IV. Rathaus. 34,1 : 29,4 cm. Exemplar 15/40. – V. Pont Transbordeur, Marseille. 1928. 37,8 : 25,0 cm. Exemplar 18/40. – VI. Gletscherlandschaft. 29,4 : 38,2 cm. Exemplar 13/40.

236  Ludwig Belitski. Die Petrikirche in Nordhausen.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Zehn Fotografien. Bromsilbergelatine, Vintages. 1904. 20,4 : 16,2 cm.

Möglicherweise unikales Mappenwerk mit zehn Originalfotografien des Fotografen Ludwig Belitski (1830–1902) von der Stadtkirche St. Petri im thüringischen Nordhausen. – Die Mappe enthält vier Außenaufnahmen von Kirche, Pfarrhaus und Garten, fünf Innenansichten der Kirche und eine Gruppenaufnahme der Gemeindevertreter mit dem Pfarrer Paul Richard Raak, dem 1904 diese Mappe geschenkt wurde. – Die Aufnahmen der Stadtkirche St. Petri entstanden sicher in den letzten Lebensjahren des seit den 1850er Jahren in seiner Heimatstadt als Fotograf tätigen Belitski. – Jeder Abzug auf Karton mit Tonplatte aufgezogen, jedes Blatt mit dem Atelieraufdruck. – In rotbrauner Leinenmappe mit goldgeprägtem Titel und Fileten. – Die Fotografien tadellos erhalten.

Einige Kartonecken leicht bestoßen, die Ränder der Kartons etwas gebräunt. Mappengelenke etwas brüchig.

237  Oliver Boberg. Sechs Fotografien.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

C-Prints auf Kodak Professional Endura. 2012. 50 : 40 cm. Rückseitig signiert.

Vollständige Folge folgender Aufnahmen: I. Fabrikmauer. 2005. 37 : 25 cm. – II. Balkon, Nacht. 2005 31 : 23,5 cm. – III. Sitzplatz. 2011. 33 : 26 cm. – IV. Kleine Böschung. 2011. 28,5 : 28,5 cm. – V. Gewerbeneubau. 2012. 33 : 26 cm. – VI. Mauerweg. 2012. 33 : 25 cm. – Oliver Boberg, geboren 1965, »zählt zu den Protagonisten einer inszenierten Photographie, die sich mit der Wirklichkeit in Form von Modellen auseinandersetzt. Der Künstler fertigt aufwendige Modellbauten von fiktiven Orten, die anschließend photographiert werden. Nur bei sehr genauem Hinsehen erkennt man die Täuschung […]« (Stephanie Bunk auf griffelkunst.de). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Lose in Originalmappe (Thomas Zwang, Hamburg) und Versandkarton. – Tadellos erhalten.

Griffelkunst 347 B1–6

238  Hermann Claasen. Trümmerbilder.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Fünf Fotografien. 1947–1949/1990. 18,0 : 25,5 cm.

Exemplar 17/25. – Vollständige Folge der aus dem Nachlass ausgewählten Fotografien: »Heimkehrer«, »Hamsterer«, »Ritterstraße«, »Alter Markt, erster Karneval« und »Hohenzollernbrücke«. – Abgezogen von Axel Thünker auf Agfa Record Rapid, montiert in Passepartouts. Diese rückseitig mit dem Nachlass-Stempel und vom Nachlassverwalter Walter Müller signiert. – Ediert von der Witwe des Künstlers. Das Textblatt von ihr signiert, nummeriert und – wie auch die Passepartoutrückseiten – mit ihrem Editionsstempel. – Hermann Claasens (1899–1987) hatte die nach Kriegsende in seiner Heimatstadt entstandenen Aufnahmen für eine erste Nachkriegsschau »Trümmerbilder« genannt und mit dem warnenden Motto »Nach dem nächsten Krieg gibt’s nichts mehr zu fotografieren« überschrieben. 1947 und 1949 erschienen erste Fotobände mit Aufnahmen von Hermann Claasen. – Textblatt und fünf Fotografien lose in der Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten. – Beilage: Hermann Claasen. Brunnenfigur. Fotografie (Vintage, Bromsilber auf Agfapapier). 14,3 : 10,0 cm. Rückseitig mit Copyright-Stempel, Archivnummer und »25 Expl« beschriftet.

32 : 42 cm (Kassette).

Vgl. Thomas Wigand, Deutschland im Fotobuch, S. 243 und 381

239  Robert H. Cumming. Month-old Orange Peels and the Gothic Order.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Fotografie. 1971. 23 : 18,7 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Aus der frühen Schaffensphase des Fotokünstlers. Robert Cummings (geboren 1943) hatte sich anfänglich vor allem mit Konzeptkunst und im Speziellen mit »mail art« befasst. 1970 ging er nach Kalifornien und wendete sich der Fotografie zu. – Auf Karton aufgezogen und auf diesem signiert, datiert und betitelt. – Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

240  Robert H. Cumming. Spot with a nice View.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Fotografie. Silbergelatine. 1973. 25 : 20,3 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Auf Karton aufgezogen, auf diesem signiert, datiert und nummeriert. – Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

241  Albrecht Fuchs. Bernard Breslauer.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Fotografie. C-Print auf Kodak Endura. 1993/2008. 32,8 : 26,2 cm. Rückseitig signiert, datiert und nummeriert.

Nummeriert als »a.p. 1«. – Die Porträtaufnahme des legendären Antiquars Bernhard Breslauer (1918–2004) entstand 1993 in dessen Firmenräumen in der New Yorker Fifth Avenue. Dort hatte Breslauer, der 1937 mit seinen Eltern Deutschland verlassen und die väterliche Firma aufgeben musste, nach Jahrzehnten in London 1977 sein Antiquariat neu eröffnet. Es folgten spektakuläre Ankäufe und Vermittlungen, u. a. der Erwerb einer Gutenbergbibel für die Württembergische Landesbibliothek (1978). 1992 hatte die Pierpont Morgan Library »The Breslauer Collection of Manuscript Illuminations« ausgestellt, 1997 stiftete er sein Firmen- und Familienarchiv der Berliner Staatsbibliothek. – Albrecht Fuchs (geboren 1964) lebt und arbeitet in Köln. Zwischen 1989 und 1999 entstanden die ersten großen Porträts, u. a. von Martin Kippenberger, Michel Majerus, Joschka Fischer und Ennio Morricone. – Galerierahmung, auf der Rahmenrückwand nochmals signiert, datiert und nummeriert.

242  Edmund Kesting. Herwarth Walden.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

Fotodoppelbelichtung (Postkarte). Um 1930. 10,3 : 9,0 cm (14,7 : 10,3 cm).

Das fotografische Pendant, eventuell auch die Vorlage zu Kestings Gemälde (siehe die folgende KatNr.). – Die Doppelbelichtung bei Porträts war ein Markenzeichen Kestings. – Die Karte wurde vertrieben von der Künstlerselbsthilfe der Dresdner Ortsgruppe »Die Abstrakten«, einer Künstlergruppe die 1925 von Edmund Kesting und Hans-Herwardt Kickebusch im Umfeld von Herwarth Waldens »Internationaler Vereinigung der Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten« gegründet worden war. – Sehr selten.

Kleine Knickfalte am Bildunterrand.

243  Edmund Kesting. Bild Assoziation H. Walden.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Fotografie. Vintage, Silbergelatine. Nach 1932. 13,3 : 11,8 cm. Rückseitig signiert »Kesting Edmund« und betitelt.

Das farbenprächtige Ölgemälde von Eduard Kesting (1892–1970) entstand 1932 als letztes Bildnis Herwart Waldens vor dessen Emigration nach Russland. – 1920 hatte Kesting den Sturm-Verleger kennengelernt, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. Seit 1925 befasste sich Kesting immer stärker mit der Fotografie und experimentierte mit Fotocollagen, Negativmontagen und Mehrfachbelichtungen.

Rückseitig einige Bleistiftanmerkungen, möglicherweise für eine Reproduktion. – Bildfläche mit minimalen Bereibungen.

244  Jürgen Klauke. Self Performance (I. L. M.)

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

12 Fotografien (Auszüge aus Polaroyd-Sequenzen 1972/73). 1973. 57 : 42 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 10/50. – Die vollständige Folge der frühen fotografischen Arbeiten, großformatig abgezogen und blattweise signiert. – Mit dem Umschlagblatt in der schwarzen Originalleinenkassette mit serigraphiertem Deckelbild. – Ediert von der Galerie Kochs, Köln. – 1973 hatte Jürgen Klauke (geboren 1943), der seit 1968 in Köln lebt und arbeitet, seine ersten Einzelausstellungen.

Leicht gewellt, einige Ränder und Rückseiten leicht verfärbt, eine mit kaum sichtbarer horizontaler Knickfalte.

245  Jürgen Klauke. … auf leisen Sohlen …

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

Vier Radierungen, davon drei koloriert, und eine Fotografie. 1982. 59 : 42 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/10. – Die vollständige Folge mit der in Braun-Gelb-Tönen belichteten Fotoarbeit, abgezogen auf Kodak-Papier. – Erschienen in der Edition Dietmar Werle, Köln. – Mit dem ebenfalls signierten und nummerierten Titelblatt in der Originalleinenkassette. – »Der Tod, der ›uns täglich in die Ohren, in die Augen gehauen‹ wird, ist kaum noch glaubhaft. Klauke selber greift zurück und holt, ironisch genug, eine Uralt-Metapher hervor, ein Bild, das so ›abgepfiffen und abgegriffen‹ ist wie nur irgendeines: das Skelett. Es ist wie jedes Bild bei Klauke ein Spiegelbild. ›Das Skelett‹, sagt er, ›trage ich ja täglich mit mir herum, das bin ich selber, das ist mein Tod.‹ Das Skelett treibt, verkappt und verkleidet, sein Wesen auf den Zeichnungen und tritt dann ganz unverblümt, als Knochenmann, in den Photosequenzen auf« (Der Spiegel 43/1982 zur Ausstellung »Auf leisen Sohlen« in der Kölner Galerie Zwirner, Okt/Nov 1982).

Eine Radierung unten mit winzigem Eckknick, sonst tadellos.

246  Daniel Gustav Kramer. Untitled (from Woodland).

Schätzpreis/Estimate: € 1800 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700 ( R19 )

Fotografie, C-Print. 2004. 41 : 41 cm. Auf dem Rahmenaufkleber signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 1/5. – In Museumsrahmung. – Rahmen rückseitig mit Aufkleber »Büro für Fotos | Köln«, das die Serie »Woodland« gemeinsam mit Domobaal Gallery, London, und Casa D´Os Dias da Agua, Lissabon präsentierte. – Daniel Gustav Kramer, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. – In Galerierahmung, zur Bearbeitung nicht geöffnet.

247  Albert Renger-Patzsch. Arena di Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausrufpreis/Starting bid: € 

Um 1935. Vintage, Gelatinesilberabzug auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 22,7 : 16,7 : cm (22,9 : 16,9 cm).

Die Aufnahme verdeutlicht Renger-Patzschs typische Gestaltungsmittel: Bildausschnitt und starke Hell-Dunkel-Kontraste lenken den Blick des Betrachters mehr auf die Eigenschaften als auf den Anblick des Bauwerks. Einmal mehr entstand damit eine Fotografie, die weit über eine dokumentarische Aufnahme hinausreicht. – Auch die Aufnahmen in der Arena di Verona waren wohl für einen zu dieser Zeit geplanten Italien-Bildband von Renger-Patzsch gedacht, der aber letztlich nicht publiziert wurde. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »26« bezeichnet. – Dazu: Albert Renger-Patzsch. Arnaldo Mondadori. Zwei Porträtfotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm) und 16,7 : 18,5 cm. Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »V 69« bzw. »V 72« bezeichnet. Arnaldo Mondadori war damals Inhaber der gleichnamigen Verlagsdruckerei. Ob der oben erwähnte Italien-Bildband dort erscheinen sollte, ist nicht bekannt.

248  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Zwei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm) und 21,6 : 16,5 cm.

I. Blick über die Piazza San Zeno mit Abtei- und Glockenturm. – II. Westfassade. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »1« bzw. Angaben zur Reproduktion bezeichnet. – Albert Renger-Patzsch fotografierte Mitte der 1930er Jahre für einen geplanten, aber nicht realisierten Fotoband über Verona auch San Zeno, eine der schönsten romanischen Kirchen Italiens. – Albert Renger-Patzsch (1897–1966) gilt als Fotopionier der Neuen Sachlichkeit. 1928 erschien sein wegweisendes Buch »Die Welt ist schön«, in Folge der Bekannschaft mit Carl Georg Heise und Hans Mardersteig im Kurt Wolff Verlag.

249  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Zwei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm).

I. Portal mit den Reliefs und Bronzetüren. – II. Die die Basilika-Säulen tragenden Löwen. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »1« bzw. »5« bezeichnet.

250  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Drei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm).

I. Lettner mit den Figuren von Christus und den Aposteln, unten der Abgang zur Krypta. – II und III. Drei Apostel (zwei Aufnahmen). – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »7«, »9« und »10« bezeichnet.

ChristianHesse