Zum Sonderkatalog “Die Sammlung der Achilles-Stiftung”

Die 2010 gegründete Barbara Achilles-Stiftung Hamburg hat sich entschlossen, ihre Buchsammlung durch eine Versteigerung aufzulösen und die Erlöse für die weitere Arbeit der Stiftung einzusetzen. Wir freuen uns, dass Frau Edith Achilles und die Stiftung uns mit dieser Auktion beauftragt haben. Nur wenige Tage nach Vertragsabschluss verstarb, trotz hohen Alters unerwartet, die 95jährige Sammlerin am 7. August 2020, zehn Jahre nach ihrer Tochter Barbara. Da sie die Auktion nicht mehr miterleben wird, ist es uns eine besonders ehrenvolle Verpflichtung, den Verkauf der ebenso wertvollen wie persönlichen Sammlung im Sinne beider Sammlerinnen durchzuführen. Es war stets deren Wunsch, die Bücher durch einen vereinzelnden Verkauf wieder in neue Sammlungen zu “befördern”.

Die Versteigerung der Achilles-Sammlung mit ihren kostbaren Pressendrucken, Einbänden und illustrierten Büchern der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts darf zu Recht in einer Reihe mit anderen bedeutenden Auktionen genannt werden: Hermann Hesse-Sammlung Martin Bodmer (Venator 1973), Bibliothek Salman Schocken (Hauswedell, 1975/76), Insel Verlag Alfred Bergmann (Hauswedell & Nolte, 1982), Bibliothek Victor Achter (Hauswedell & Nolte, 1992), Bibliothek Hans L. Merkle (Reiss & Sohn, 2002-2004), Pressendrucke F. B. Schmetz (Venator & Hanstein, 2008) sowie in unserem Haus der Nachlass Victor Günthert (2014-2016) und Teile der Sammlung Herbert Kästner (2016).

2012 haben wir den damaligen Bestand der Achilles-Sammlung in dem opulenten Dokumentationskatalog „Wege zum Idealen Buch“ beschrieben. In Vorbereitung der Auktion bieten wir die Restauflage zu Sonderpreisen: Die gebundene Ausgabe für 38 EUR, die Broschur für 19 EUR (zzgl. Porto). Ihre Bestellung nehmen wir gern entgegen.


Wichtiger Hinweis:

  So    markierte Katalognummern werden in einer Online-Auktion am Sonntag, 17. Januar, ab 15 Uhr versteigert.

Schriftliche Vorgebote sind möglich, telefonische Teilnahme nicht.

101  Kleukens Presse – Wilhelm Klemm. Entfaltung.

€ 250

Gedichtfolge. Darmstadt [1919]. Originalpergamentband mit dezenter Vergoldung.

Zweiter Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Gedruckt auf Bütten. – Gesetzt aus der Cicero-Kleukens-Antiqua. – Titel und Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens.

25,5 : 17,5 cm. [4], 80, [6] Seiten.

Rodenberg 103,2

102  Kleukens-Presse – [Rudolf Binding]. Traurede.

€ 1000

Einer Freundschaft gehalten. Frankfurt am Main 1919. Mit einer vergoldeten Initiale von Luise Kleukens. Bordeauxroter Maroquinband mit blindgeprägtem Rückentitel und Deckel- und Innenkantenfileten.

Dritter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 18 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament (Gesamtauflage 225). – Im April 1919 wurde die Presse durch Christian Heinrich Kleukens und Rudolf G. Binding in Frankfurt gegründet, im April 1922 erfolgte der Umzug nach Darmstadt und es begann die Zusammenarbeit mit der dortigen Ernst Ludwig Presse.

26,2 : 17,6 cm. [20] Seiten. – Ecken und Gelenke minimal berieben. – Schnitt mit wenigen winzigen Stockflecken.

Rodenberg 103, 3. – Schauer II, 67

  103    Kleukens-Presse – Rede des Perikles für die Gefallenen.

€ 300

Frankfurt am Main 1920. Mit einer vergoldeten Initiale. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Deckel- und Innenkantenfileten und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Daneben erschienen 225 Exemplare auf Bütten. – Der Text aus Thukydides zweitem Buch über den Peleponnesischen Krieg wurde übertragen von Rudolf Binding. – Ein Jahr später erschien eine typographisch verkleinerte Fassung in der Ernst Ludwig-Presse. – Der Einband stammt wohl von Ernst Rehbein, dem Leiter der Kleukens-Binderei. – Tadelloses Exemplar.

29,7 : 19,3 cm. [24] Seiten.

Rodenberg 104, 5. – Schauer II, 67, mit Abbildung

104  Kleukens-Presse – Gotthold Ephraim Lessing. Fabeln.

€ 450

Drey Bücher 1759 · 1777 und Anhang. [Frankfurt a. M.] 1920. Mit 22 kolorierten Textholzschnitten und drei kolorierten Initialen von Kay H. Nebel. Roter Maroquinband. Rücken-, Steh- und Innenkantenbordüren, Eckfleurons, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: F. Meink, Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Sechster Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 225 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 250). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Kay Nebel (1888–1953) wurde 1920 Professor an der Staatlichen Werk-Akademie in Kassel (Thieme-Becker XXV, 371). – Sehr schönes Exemplar.

19,7 : 12,6 cm. [2], 71, [11] Seiten. – Rücken nur schwach verfärbt.

Rodenberg 104, 6

105  Kleukens-Presse – Das Evangelium S. Johannis.

€ 600

Letzte Fassung der Übertragung Martin Luthers. Frankfurt a. M. 1920. Mit elf kolorierten Holzschnitten und einer Holzschnitt-Initiale von Kay H. Nebel. Originalpergamentband mit grünen Seidenvorsätzen. Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

Siebter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 250 Exemplare). – Der Einband stammt wohl aus der Kleukens-Binderei Ernst Rehbeins. – Druckfrisches Exemplar.

20,2 : 13,5 cm. 99, [5] Seiten.

Rodenberg 104, 7. – Schauer II, 67

106  Kleukens-Presse – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

€ 1000

Ein Trauerspiel. Frankfurt am Main 1921. Originalpergamentband mit Fileten, Bordüren und Kopfschnitt sowie Rückentitel vergoldet (signiert: Kleukens-Binderei). Im Originalschuber mit Rückenschildchen.

Achter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit der handvergoldeten Initiale (Gesamtauflage 250). – Erstdruck der vom Dichter diktierten und eigenhändig verbesserten Urfassung nach der in der Preußischen Staats-Bibliothek Berlin verwahrten Handschrift. – Sehr schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe.

25,4 : 17,0 cm. [6], 169, [9] Seiten.

Rodenberg 104, 8. – Schauer II, 67

107  Kleukens-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Prometheus.

€ 400

Frankfurt am Main 1922. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten. Im Originalschuber.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan, die Exemplare 51–250 wurden auf Bütten gedruckt. – Wohl der letzte Druck der Presse vor ihrem Umzug nach Darmstadt. – Der Einband stammt wohl von Ernst Rehbein, dem Leiter der Kleukens-Binderei, und blieb wie viele seiner Arbeiten unsigniert.

24,5 : 16,3 cm. [32] Seiten.

Rodenberg 104, 9. – Schauer II, 67

108  Kleukens-Presse – Honoré de Balzac. Une passion dans le desert.

€ 600

Frankfurt am Main 1922. Blauer Ecrasélederband mit reicher ornamentaler Vergoldung (signiert: Kleukens-Binderei Ernst Rehbein).

Zehnter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 250). – Schönes Exemplar.

18,9 : 12,7 cm. [2], 26, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst. – Exlibris und Sammler-Prägestempel auf dem Vorsatz. – Vorsatzränder leicht leimschattig.

Rodenberg 104, 10

109  Kleukens-Presse – [William] Shakespeare. Ein Sommernachtstraum.

€ 1000

Übersetzt von A. W. von Schlegel. Darmstadt 1923. Dunkelgrüner Maroquinband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie vergoldeten Steh- und Innenkantenfileten (signiert: P. A. Demeter, Hellerau).

Elfter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 250). – Schöner Handeinband der bekannten Binderei aus der berühmten Gartenstadt Hellerau, nördlich von Dresden.

28,0 : 19,2 cm. [4], 105, [7] Seiten. – Bünde und Ecken kaum merklich berieben. Vorsatzblätter mit schwachem Leimschatten.

Rodenberg 104, 11. – Schauer II, 67

110  Ratio-Presse – Friedrich Wilhelm Kleukens. Das Vogel-ABC

€ 1000

in 52 Bildern. Darmstadt 1920. Mit 54 handkolorierten Lithographien, davon eine Titel- und eine Schlussvignette. Originalhalbleinenband mit kolorierter Deckelillustration. Kordelheftung.

Erstes Buch der Ratio-Presse. – Unnummeriertes Exemplar, über die Auflage von 110 hinaus gedruckt. – Von Friedrich Wilhelm Kleukens im Druckvermerk signiert, alle Lithographien von ihm eigenhändig koloriert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – 1919 gingen die Kleukens-Brüder getrennte geschäftliche Wege: Christian Heinrich gründete die Kleukens-Presse, Friedrich Wilhelm die Ratio-Presse. Diese »will sich nicht auf rein typographische Bücher beschränken, sondern in der Hauptsache illustrierte Drucke mit Originalgraphik (Holzschnitt, Lithographie oder Radierung) bringen. Friedrich Wilhelm Kleukens ist kein ›unentwegter Typograph‹. Es tritt also bei der Ratio-Presse im Gegensatz zur Ernst Ludwig-Presse eine Abkehr von dem rein typographischen Ideal der Doves Press ein« (Julius Rodenberg).

24,5 : 24,2 cm. [54] Seiten. – Deckelränder am Rücken mit wenigen schwachen Stockflecken. – Exlibris. Vorsatzblätter etwas gebräunt.

Rodenberg 121, 1. – Schauer II, 66

111  Ratio-Presse – Dat Wettloopen twischen den Swinegel un den Haasen

€ 600

up de lütje Haide bi Buxtehude. Eene ole Geschichte up Plattdütsch vertellt von Dr. Willem Schröder. Mit bunte Biller utstafeert von F. W. Kleukens. Darmstadt 1921. Mit 16 kolorierten Lithographien im Text. Originalpergamentband mit kolorierter Deckelillustration und vergoldetem Buchschnitt.

Drittes Buch der Ratio-Presse. – Eins von 30 Exemplaren der im Druckvermerk vom Künstler signierten Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit den kolorierten Illustrationen. – Insgesamt wurden 200 Exemplare gedruckt.

18,3 : 14,3 cm. 16, [4] Seiten. – Ränder schwach berieben. Deckel minimal fleckig.

Rodenberg 121, 3. – Schauer II, 66

112  Ratio-Presse – Johann Fischart. Die Flohhatz.

€ 250

Darmstadt 1922. Mit 15 kolorierten Illustrationen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Originalhalbpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Viertes Buch der Ratio-Presse. – Eins von 150 Exemplare auf Hadernpapier (Gesamtauflage 200).

18,7 : 13,0 cm. [2], 170, [4] Seiten. – Vorderdeckel mit schwachem Lichtrand.

Rodenberg 121, 4

  113    Ratio-Presse – Drei Veröffentlichungen der »Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse«.

€ 200

Darmstadt 1927 bis 1931. Originaleinbände mit Kopfschnittvergoldung.

I. Johann Wolfgang von Goethe. Venetianische Epigramme. Mit Zeichnungen von Friedrich Wilhelm Kleukens. 1927. Mit acht Radierungen im Text und einer auf dem Titel. Blauer Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette. Erste Veröffentlichung, eins von 150 Exemplaren. Auf Bütten. – II. Arno Holz. Sieben Lieder des Dafnis. 1928. Mit Titelvignette und figürlichen Initialen. Grüner Originalwildseidenband mit Deckelvignette. Dritte Veröffentlichung. Eins von 175 Exemplaren, dieses für Hans G. Stempel. Die »Daphnis-Lieder«, lyrische Porträts des deutschen Barock, erschienen erstmals 1903 und wurden von Arno Holz bis 1924 mehrfach erweitert.– III. Conrad Ferdinand Meyer. Die Versuchung des Pescara. Eine Novelle. Mit einer Titelvignette und einer Initiale. Roter Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette. Sechste Veröffentlichung. Eins von 150 Exemplaren. Exemplar für Hans G. Stempel, den Sohn des Firmengründers, der 1927 nach dessen Tod die Firma übernahm. – Alle mit Buchschmuck von Friedrich Wilhelm Kleukens.

Rücken von III leicht verblasst.

Rodenberg 532 und Nachtrag 552. – Schauer II, 66

114  Ratio-Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Torquato Tasso.

€ 450

Ein Schauspiel. Darmstadt 1929. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Titelvignette.

Vierter Druck der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse Darmstadt. – Es erschienen 150 nummerierte Exemplare. Das vorliegende wurde wohl über diese Auflage hinaus gedruckt für Hans G. Stempel. – Satz aus der Garamond-Antiqua der D. Stempel AG. – Druck auf festem Japanbütten. – Den Titel mit Vignette, die Initialen und den Einband entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Die Ratio-Presse wurde 1919 von Kleukens gegründet, der seit 1907 die Ernst Ludwig-Presse geleitet hatte. Mit der Ratio-Presse wollte er sich von der rein typographischen Gestaltung abwenden und veröffentlichte eine ganze Reihe von ihm selbst illustrierte Bücher. Das vorliegende verzichtet, von der Titelvignette abgesehen, auf Bildschmuck. Der »Torquato Tasso« wurde zu einem der »50 schönsten Bücher« des Jahres 1929 gewählt. – Nach zahlreichen Übernahmen zählte die D. Stempel AG Ende der 1920er Jahre zu den international bedeutendsten Schriftgießereien. Die zahlreich erworbenen Matrizen wurden sorgsam weiterentwickelt und somit Schriftklassiker der Moderne erhalten und geschaffen.

30,6 : 21,5 cm. 176, [4] Seiten.

Rodenberg 552. – Schauer II, 66 (zählt irrtümlich nur 105 Exemplare)

115  Ratio-Presse – Reineke Fuchs.

€ 450

Nach der plattdeutschen Dichtung ins Hochdeutsche übertragen von D. W. Soltau und mit vielen Zeichnungen versehen von F. W. Kleukens. Darmstadt 1929. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelvignette.

Fünfter Druck der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse Darmstadt. – Eins von 150 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die zahlreichen humorigen Illustrationen wurden von Paula Kleukens-Raitz von Frenz, der Ehefrau Kleukens’, eigenhändig koloriert. – Erst in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich des Reineke Fuchs von 1929 waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert.« (vgl. Schauer I, 66).

30,8 : 21,5 cm. 127, [1] Seiten.

Rodenberg Nachtrag 552. – Schauer I, 66 und II, 66 mit Abbildung

116  Ratio-Presse – Honoré de Balzac. Des lustigen Pfarrherrn von Meudon schnurrig-possierliche Hof- und Mäusepredigt.

€ 500

Mit vielen Zeichnungen verziert von F. W. Kleukens. Darmstadt 1930. Mit zahlreichen kolorierten Illustrationen. Originalpergamentband mit kolorierter Deckelvignette. Mit Umschlag im Schuber.

Siebtes Buch der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse. – Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Kleukens signiert. – Auf Velin. – »Die ›Mäusepredigt‹ von Balzac wurde zu einem charakteristischen Beispiel für das Vergnügen des Künstlers an witzigem, behenden Geschehen« (Georg K. Schauer ). – Die Mäuse von Kleukens beherrschen die breiten Ränder nahezu jeder Doppelseite. Der breitrandige Druck – der Satzspiegel nimmt gerade ein Viertel des Seitenformats ein – ließ ihnen und dem Künstler dazu allen Raum. – Makellos.

29,8 : 21,5 cm. 30, [2] Seiten.

Schauer I, 65 und II, 66. – Rodenberg II, 533 Anmerkung

117  Mainzer Presse – Goethes Balladen.

€ 1200

Mainz 1928. Leuchtend roter Maroquinband mit blindgeprägten und vergoldeten Rücken-, Deckel- und Innenkantenfileten, Rückentitel und Buchschnitt vergoldet (signiert: E. Kretz, Basel). Im Schuber mit Lederkanten.

Erster Druck der Mainzer Presse. – Gesetzt aus der Burte-Fraktur. – Der Titel wurde in Gold gedruckt. – Tadellos. – Dazu: Johann Peter Hebel. Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes. Originalhalbleinenband mit rot geprägtem Pressensignet auf dem Vorderdeckel. Dritter Druck der Mainzer Presse. – 1927 wurde Christian Heinrich Kleukens, der Leiter der Ernst Ludwig-Presse, »der ja als der eigentlichen Altmeister der deutschen Pressen-Arbeit gelten darf« (Aufruf zur Gründung der Presse, zitiert nach Rodenberg), an die von der Stadt Mainz gegründete Presse berufen. Für die Ernst Ludwig-Presse bedeutete dies lediglich einen Ortswechsel, ihre in den wenigen Folgejahren erschienenen Drucke trugen nun als Druckort Mainz.

26,7 : 18,7 cm. [2], 76, [6] Seiten; 27,7 : 18,8 cm. 179, [9] Seiten. – Vorsatzblätter von I mit schwachem Leimschatten.

Rodenberg 511 und 511, 3. – Schauer II, 67

118  Thomas Theodor Heine – Jacques Cazotte. Biondetta, der verliebte Teufel.

€ 250

Spanische Novelle. München, Hans von Weber 1907. Mit einer farbigen Titelillustration und Buchschmuck von Thomas Theodor Heine. Mittelbrauner Originalkalblederband mit reicher Vergoldung.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan im Ganzledereinband. – Die Heine-typische Titelzeichnung wird auf dem Vorderdeckel in Goldprägung wiederholt. – Die Übersetzung von Eduard von Bülow wurde von Franz Blei durchgesehen. – Dazu: Friedrich Hebbel. Judith. Eine Tragödie in 5 Akten. 1908. Mit zehn Vignetten, zehn Tafeln und einer Einbandzeichnung von Thomas Theodor Heine. Originalleinenband mit Vergoldung. Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 1000 Exemplaren mit dem Text auf Van Gelder-Bütten, die Tafeln auf Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 1100). – »Die an Beardsley erinnernde überschlanke Titelfigur, die sich vom abgeschlagenen Haupt des Holofernes abwendet, ist zu einer der meistverbreiteten Jugendstilillustrationen geworden« (Alfred Langer, in: »Jugendstil und Buchkunst«, Leipzig 1994). – Mit dem Exlibris des Antiquars und Initiator der Hundertdrucke Emil Hirsch, entworfen von Thomas Theodor Heine.

17,7 : 12,7 cm. [1], 104, [1] Seiten; 21,9 : 18,3 cm. [4], 71, [1] Seiten. 10 Tafeln (Beigabe). – Rücken schwach verfärbt. Kanten etwas berieben.

Hayn/Gotendorf I, 582. – Schauer II, 10 (Beigabe)

119  Hundertdrucke – Die histori von herren Tristrant vnd der schönen Isalden von irlannde.

€ 700

München, Hyperion 1909. Mit 60 Abbildungen nach alten Holzstichen. Hellbrauner Maroquinband mit Blindprägung auf Rücken, Steh- und Innenkanten (signiert: Gerbers, Hamburg).

Erster Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus Huttlerschen Schriften. – Gedruckt auf Hundertbütten. – Nach dem ältesten Druck besorgt von Ernst Schulte-Strathaus. – Da die Holzstiche formatgetreu reproduziert und die Schriften der 1484 bei Anton Sorg in Augsburg gedruckten Ausgabe benutzt wurden, entstand »bis auf das kleinste Ausmaß eine genaue typographisch hergestellte Wiedergabe der Urausgabe« (Der Winkelhaken. Blätter für die Hundert. Jahrgang II, Seite 36; zitiert nach Rodenberg). – Mit dem eingebundenem Originalumschlag.

19,4 : 14,5 cm. [354] Seiten. – Rücken, Deckel- und äußerste Seitenränder etwas gebräunt.

Rodenberg 410, 1. – Schauer II, 60

120  Hundertdrucke – Walther von der Vogelweide. Die Lieder.

€ 450

Nach der Ausgabe Karl Lachmanns. München, Hyperion 1910. Originalpergamentband. Deckelvignette, Deckelkantenfileten und Rückentitel vergoldet (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig).

Zweiter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Gotisch von William Morris. – Gedruckt auf Hundertbütten.

28,3 : 19,4 cm. [2], CXLVII, [11] Seiten.

Rodenberg 410, 2. – Schauer II, 60 (mit Abbildung)

121  Hundertdrucke – Die Lieder Walthers von der Vogelweide.

€ 300

München, Hyperion 1910. Grüner Kalblederband mit Vergoldung (signiert: J. Richter, Berlin W35).

Zweiter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Gotisch von William Morris. – Gedruckt auf Hundertbütten.

28,3 : 19,4 cm. [III]-CXLVII, [7] Seiten. – Winzige Bereibungen an Ecken und Gelenken. Schnitt etwas gebräunt.

Rodenberg 410, 2. – Schauer II, 60 (mit Abbildung)

122  Hundertdrucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. West-oestlicher Divan.

€ 750

München, Hyperion 1910. Weißer Originalschweinslederband mit vergoldeten Fileten auf Rücken, Deckel- und Stehkanten, vergoldeten Titeln und Deckelvignette sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig). Im Originalschuber.

Dritter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertbütten in der Reichsdruckerei Berlin.

28,4 :19,7 cm. [2], 301, [5] Seiten. – Bünde leicht berieben. – Innengelenke angeplatzt.

Rodenberg 410, 3. – Schauer II, 61 (mit Abbildung)

123  Hundertdrucke – Novalis [Friedrich von Hardenberg]. Hymnen an die Nacht.

€ 750

Handschriftliche Fassung. München, Hyperion 1910. Pergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Rücken- und Deckelkantenfileten (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber.

Vierter Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren, gedruckt für Graf Alfred zur Lippe. – Gesetzt aus der Tiemann-Antiqua. – Gedruckt auf Strathmore Japan bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Der Verfassername und die Kolumnentitel wurden in Blau gedruckt.

31,2 : 23,8 cm. 66, [2] Seiten. – Seitenräner etwas gebräunt.

Rodenberg 410, 4. – Schauer II, 60

124  Hundertdrucke – Charles Baudelaire. Les fleurs du mal.

€ 750

Die Ausgabe besorgte Dr. G. A. E. Bogeng. München, Hyperion 1910–1911. Originalpergamentband. Rückenverzierung und -schild, Deckelkantenfileten, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig). Im gefütterten Schuber.

Fünfter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren, gedruckt für Richard Laukhuff, Cleveland. – Gedruckt auf Aldwych-Handbütten in der Offizin von Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Mit dem Beiheft: Bibliographische Anmerkungen I: Charles Baudelaire. Les fleurs du mal. – In diesem Beiheft erläutert der Herausgeber die Editionsgeschichte der berühmten Baudelaireschen Gedichtsammlung von ihrer Erstausgabe 1857 bis zur »Édition Lemerre« von 1888.

25,2 : 19,2 cm. 242, [2] Seiten und 9, [3] Seiten.

Rodenberg 410, 5. – Schauer II, 60

125  Hundertdrucke – Der Nibelunge Not.

€ 120

München, Hyperion-Verlag Hans von Weber 1910. Originalpergamentband mit handgeschriebenen Titeln und Kopfschnittvergoldung. In Halbleinenschuber.

Ungezählter Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren für die Mitglieder der Vereinigung der Hundert (Gesamtauflage 1600). – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem auf ungebleichtem Hundertbütten. – Monumentalausgabe nach der Hohenems-Handschrift A in der Ausgabe von Karl Lachmann. – Die Drucklegung erfolgte unter Aufsicht von Ernst Schulte-Strathaus. – In gleicher Ausstattung erschien 1911 »Kudrun«, neben dem Nibelungenlied das zweite große Heldenepos der mittelalterlichen deutschen Literatur.

38,6 : 30,0 cm. CDXLVIII, [4] Seiten.

Rodenberg 415. – Schauer I, 103

126  Hundertdrucke – Friedrich Nietzsche. Ausgewählte Gedichte.

€ 1200

München, Hyperion 1911. Dunkelgrüner Originalmaroquinband mit Vergoldung (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig).

Sechster Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus einem frühen deutschen Schnitt der Didot-Antiqua. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Druck des Titels in Purpur. – Die Ausgabe erfolgte mit Genehmigung von Elisabeth Förster-Nietzsche, der Stiftung Nietzsche-Archiv und des Verlages Alfred Kröner, Leipzig. – Einer der frühen Hundertdrucke im Meistereinband der von Hans von Weber prädestinierten »Original«-Binderei Carl Sonntag. – Exlibris Lucy Spiegl.

28,1 : 19,1 cm. [6], 89, [9] Seiten. – Rücken verfärbt. – Vorsatzränder leimschattig.

Rodenberg 411, 6. – Schauer II, 60

127  Hundertdrucke – Richard Dehmel. Die Gottesnacht.

€ 1500

Ein Erlebnis in Träumen. München, Hyperion 1911. Blauer Originalmaroquinband mit Vergoldung (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig).

Siebter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus einer alten Schwabacher. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Zum ersten Mal in Versen gesetzt, das einleitende »Gebet« wurde hier zum ersten Mal gedruckt. – Exlibris Lucy Spiegl.

28,0 : 19,1 cm. [6], 92, [10] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig.

Rodenberg 411, 7. – Schauer II, 60

128  Hundertdrucke – Friedrich Hölderlin. Hyperion

€ 1200

oder Der Eremit in Griechenland. München, Hyperion 1911. Schwarzer Kalblederband mit vergoldetem Rückentitel, vergoldeter Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung (signiert: nauhaus).

Achter Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren, gedruckt für Herbert von Garvens-Garvensburg, Hannover, auf Hundertbütten bei Otto von Holten, Berlin. – Die Druckaufsicht lag bei Ernst Schulte-Strathaus. – Der Einband stammt von dem Buchbinder Wilhelm Nauhaus (1899–1979). Er war Schüler von Walter Klemm und Ernst Schneidler. Von den Auffassungen Walter Gropius’ beeinflusst, wurde er Buchbinderlehrling bei Walther Frickmann in Erfurt und wechselte nach seiner Gesellenprüfung zu Otto Dorfner nach Weimar. Die Meisterprüfung legte Nauhaus 1924 nach weiterer Ausbildung unter Paul Kersten an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg ab. In den folgenden Jahren leitete Nauhaus die Handbinderei Brockhaus in Elberfeld und wurde 1928 als Dozent für künstlerischen Handeinband an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst (die später Staatliche Hochschule für bildende Künste) in Berlin-Charlottenburg berufen. – Der Einband entstand wohl in den 1920er Jahren als Auftrag des damaligen Besitzers Herbert von Garvens (1883–1957). Garvens war 1916 Mitbegründer der Kestner-Gesellschaft und eröffnete 1920 seine Galerie, die bis 1923 vor allem durch Ausstellungen von Dadaisten, Merzkünstlern und Bauhäuslern wie Walter Dexel, Kurt Schwitters und George Grosz berühmt wurde. Der größte Teil seines Nachlasses wurde 1955 versteigert. – Exlibris Hanns Rabe (deutscher Homöopath, 1890–1959).

28,1 : 19,4 cm. [3]-231, [7] Seiten. – Ecken leicht bestoßen. Vorderdeckel mit einigen schwachen Kratzern.

Rodenberg 411, 8. – Schauer II, 60

129  Hundertdrucke – Gassenhawerlin. – Reutterliedlin.

€ 450

– Nach der im Jahre 1535 zu Frankfurt am Main bei Christian Egenolff erschienenen ersten Ausgabe herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus. München, Hyperion 1911. Brauner Schweinslederband mit ornamentaler Blindprägung (signiert: K. Ebert München).

Neunter und Zehnter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Druckvermerke in Rot gedruckt. – Nachgebunden: Die Bücher der Hundert. Bibliographische Anmerkungen. II: Gassenhawerlin · Reutterliedlin. – In diesem Beiheft erläutert der Herausgeber die Editionsgeschichte der frühen Stimmhefte. – Gassenhauer und Reiterlieder entstanden im 16. Jahrhundert aus dem Minnesang. Als Gassenhauer bezeichnete man zunächst einen zu nächtlicher Stunde das Pflaster Tretenden, später auch die Lieder, die auf allen Gassen gesungen werden.

19,5 : 14,5 cm. [8], [76] Seiten. – [4], [60] Seiten. – 14, [2] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig und mit wenigen Stockflecken. – Äußerste Ränder gebräunt.

Rodenberg 411, 9/10. – Schauer II, 60

130  Hundertdrucke – Lieder der alten Edda.

€ 150

Deutsch durch die Brüder Grimm. München, Hyperion 1912. Originalleinenband mit braun-goldenem Lederrückenschild und vergoldeter Deckelvignette (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

Elfter Druck für die Hundert. – Unnummeriertes Exemplar mit eigenhändiger Widmung des Verlegers: »Herrn Heinrich Schenk zum Christfest 1919 meinem treuen Mitarbeiter in herzlicher Dankbarkeit überreicht«. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem.

19,2 : 14,2 cm. 151, [1] Seiten.

Rodenberg 411, 11. – Schauer II, 60

131  Hundertdrucke – Friedrich Hebbel. Die Nibelungen.

€ 750

Ein deutsches Trauerspiel in drei Abteilungen. München, Hyperion 1912. Grüner Maroquinband mit Rücken-, reicher Deckel- und Kopfschnittvergoldung, Wildseidenvorsätzen und -spiegeln (signiert: H. Fikentscher, Leipzig). Im Schuber mit Lederkanten.

Zwölfter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Druck auf weißem Hundert-Velin bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die früher als »Tauchnitz-Fraktur« bekannte Schrift geht auf den Verleger, Holzschneider und Schriftreformer Johann Friedrich Unger (1753–1804) zurück, der sich um 1790 um eine Einführung der Antiqua-Schriften in die deutschen Druckereien bemühte. Die allgemeine Ablehnung dieser Reformbestrebungen führte zur Entwicklung der Unger-Fraktur, »die der deutschen Druckschrift eine leichtere Form geben und sie der Antiqua annähern sollte«. Bis zur Auflösung seiner Firma 1810 vielfach verwendet, geriet die Schrift für viele Jahrzehnte in Vergessenheit. Erst die Pressendrucker des frühen 20. Jahrhunderts entdeckten sie wieder und sorgten für ihre weite Verbreitung.

27,8 : 19,8 cm. 291, [5] Seiten. – Rücken stark verblasst.

Rodenberg 411, 12. – Schauer II, 60

132  Hundertdrucke – Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

€ 25000

Novelle. München, Hyperion 1912. Blauer Originalecrasélederband mit Vergoldung (signiert: E. Ludwig Frankfurt a/M). Im Originalschuber mit Lederkanten.

13. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren, handschriftlich nummeriert. – Gesetzt in der Tiemann-Kursiv der Gebrüder Klingspor, die hier erstmals verwendet wurde. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Erste Ausgabe der Novelle, die nach der Adriareise von Thomas und Katja Mann 1911 entstand. Im Helden der Novelle, Gustav von Aschenbach, setzt Thomas Mann dem Komponisten Gustav Mahler ein Denkmal, von dessen Tod er während seiner Reise erfuhr. »Leidenschaft als Verwirrung und Entwürdigung war eigentlich der Gegenstand meiner Fabel« (TM an Carl Maria Weber, 4. VI. 1920). – Eine der seltensten und gesuchtesten Thomas Mann-Erstausgaben, sie erschien noch vor dem Abdruck in »Die Neue Rundschau« und der Ausgabe des S. Fischer-Verlags (Vorzugsausgabe unter KatNr. 976). Der Text dort wie in allen späteren Drucken von der hier vorliegenden Textfassung leicht abweichend. – Exlibris Lucy Spiegl. – Ehemals Thomas-Mann-Sammlung Dr. Haack.

28,2 : 19,4 cm. [2], 97, [3] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Rodenberg 412, 13. – Schauer II, 60. – Potempa E 26.1. – Bürgin I, 8

133  Hundertdrucke – Blumm vnd Außbund Allerhandt Außerlesener Weltlicher, Züchtiger Lieder vnd Rheymen,

€ 500

Welche bey allen Ehrlichen Gesellschaften können gesungen, vnd auff allen Instrumenten gespiellt werden. München, Hyperion 1912. Grauer Maroquinband mit Vergoldung (signiert: Heumer & Fuhrmann Chemnitz).

14. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt in einer Fraktur des 18. Jahrhunderts, vermutlich von William Cupy. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Das Liederbuch des Paul von der Aelst, herausgegeben von Ernst Schulte-Strathau, erschien erstmals 1602 in Deventer. So bekannte Lieder wie beispielsweise das »Heideröslein« von Johann Wolfgang von Goethe gehen auf Texte dieser Sammlung zurück. – Ohne das bibliographische Beiheft.

19,3 : 14,8 cm. 422, [2] Seiten.– Rücken verfärbt. – Vorsatzblätter mit Leimschatten.

Rodenberg 412, 14. – Schauer II, 60

134  Hundertdrucke – Jörg Wickram. Das Rollwagenbüchlin.

€ 450

Ein neüws, vor vnerhörts Büchlein, darinn vil guter schwenck vnd Historien begriffen werden, so man in schiffen vnd auff den rollwegen, deßgleichen in scherheüseren vnnd badstuben, zu langweiligen zeiten erzellen mag […] an tag bracht vnd zusamen gelesen durch Jörg Wickrammen, Stattschreiber zu Burckhaim, Anno 1555. München, Hyperion 1913. Pergamentband mit Vergoldung.

15. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Text der Erstausgabe von 1555, erweitert um Zusätze späterer Ausgaben. – Wickrams Schwänke schildern pointiert den Alltag der Bürger und Bauern in den Umbruchszeiten des frühen 16. Jahrhunderts.

19,3 : 14,5 cm. 264, [16] Seiten. – Schnitt mit wenigen winzigen Stockflecken.

Rodenberg 412, 15. – Schauer II, 60

135  Hundertdrucke – Christian Reuter. Schelmuffskys Warhafftige Curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung Zu Wasser und Lande.

€ 2000

Mit Originalholzschnitten von Max Unold. München, Hyperion 1913. Mit neun blattgroßen Holzschnitten. Grüner Maroquinband mit kleinen roten Lederintarsien und überaus reicher Vergoldung und Wildseidenvorsätzen und -spiegeln (signiert: Paul Kersten – Berlin). Im Schuber. Originalpappmappe mit Deckelschild.

16. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Mit einer Extrasuite der neun Holzschnitte. – Gesetzt aus Von Dyckschen Schriften. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die beiden Teile von Christian Reuters Schelmenroman erschienen 1696 und 1697 mit den Druckorten »Schelmerode« bzw. »Padua, eine halbe Stunde von Rom«. – Mit den Holzschnitten Unolds der erste illustrierte Hundertdruck. – Der Einband des Leipziger Buchbindemeisters Paul Kersten in nahezu barocker Pracht und ganz fern der schlichten Gestaltung der originalen Einbände.

19,2 : 14,5 cm. 216, [4] Seiten. Mit einer Holzschnitt-Vignette und 8 blattgroßen Holzschnitten.

Rodenberg 412, 16. – Schauer II, 62 (mit Abbildung)

136  Hundertdrucke – [Gotthold Ephraim] Lessing. Minna von Barnhelm

€ 750

oder Das Soldatenglück. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. München, Hans von Weber 1913. Brauner Saffianlederband mit Rücken- und Schnittvergoldung, doppelten vergoldeten Deckel- und Stehkantenfileten und breiten Innenkantenbordüren.

17. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Drugulin-Fraktur. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Otto von Holten, Berlin. – Sehr schönes Exemplar.

27,5 : 18,7 cm. [3]-174, [4] Seiten. – Rücken ganz leicht verblasst.

Rodenberg 412, 17. – Schauer II, 60

137  Hundertdrucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Reineke Fuchs.

€ 750

[München, Hans von Weber 1913]. Roter Maroquinband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Fileten auf Rücken, Deckel und Innenkanten (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber.

18. Druck für die Hundert, ohne diese Nummerierung im Druckvermerk. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Schönes Gegenstück zu Kleukens illustriertem Reineke, der im selben Jahr in der Ernst Ludwig Presse erschien.

28,4 : 19,4 cm. 176, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 412, 18. – Schauer II, 60

138  Hundertdrucke – [Johann Fischart]. Geschichtklitterung I und II. Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung. Von Thaten vnd Rhaten der […] Helden und Herren Grandgoschier Gorgellantua und deß […] Fürsten Pantagruel von Durstwelten, Königen in Utopien […]

€ 1000

Etwan von M. Frantz Rabelais Frantzösisch entworffen: Nun aber vberschrecklich lustig in einen Teutschen Model vergossen […] Durch Huldrich Elloposcleron. Mit 22 Ur-Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1914–1915. Mit 22 blattgroßen Holzschnitten. Zwei Pergamentbände mit vergoldeten Rückentiteln und Fileten und Kopfgoldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). In Schubern. Originalpappmappe.

19. und 20. Druck für die Hundert. – Verlagsexemplar. – Mit einer Extrasuite der 22 Holzschnitte (Sennewald: »Erstabzüge«). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – 1575 erschien die erste Ausgabe Fischarts »Nachdichtung« des Rabelais’schen »Gargantua«. »Wer seinen Sprachfundus etwas auffüllen will mit originellen Wortbildungen, witzigen Metaphern, derben Anachronismen und ›affentheuerlichen‹ Sprachspielen (mit besonderer Berücksichtigung des Skatologischen), der sollte beim Lesen dieses Werks Augen und Ohren offen, Papier und Bleistift bereit halten. Da wimmelt es nur so von etymologischen Kostbarkeiten wie ›Pißkachel‹ und ›Bruntzscherbe‹ (Nachttopf), ›Strohfidel‹ (Schlampe), ›Haußhagel‹ (zänkische Ehefrau) – und dem gar zu schönen ›Bettanstand‹ (weibliche Willfährigkeit). Fröhliche Renaissance, wo die Menschen bisweilen ›bachschnadrig‹ (naß), ›mollentrollig‹ (verbummelt) sind, eine ›dachtropfige Nase‹ haben, und wo der profane Scherz noch ›Gugelfuhre‹ heißt.« (Frank Schäfer. Rezension zur Eichborn-Ausgabe 1997). – Dazu: Jacob Frey. Die Garten Gesellschaft. Ein New hübsches vnd schimpflichs büchlin […] darinn vil frölichs gespechs, Schimpff reden, Spaywerck vnd sunst kurtzweilig bossen […] München 1923. Halbpergamentband mit Vergoldung und Marmorpapier-Deckelbezügen (signiert: Frieda Thiersch). – 37. Hundertdruck. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher.

Je 28,3 : 19,7 cm. [8], 195, [1] und [8], 203, [5] Seiten; 19,8 : 14,0 cm. 210, [6] Seiten. – Schuberkanten jeweils an einer Seite beschädigt. – Beigabe: Rücken mit roter Farbspur.

Rodenberg 412, 19/20 und 414. – Schauer II, 60 und 61. – Sennewald 60, 14–15

139  Hundertdrucke – Zwei Hundertdrucke mit Illustrationen von Emil Preetorius.

€ 400

München, Hans von Weber 1915 und 1917/18. Halbpergamentbände mit braun-goldenem Rückenschild und Marmorpapierbezügen.

I. 21. Druck. Jean Paul. Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wuz in Auenthal. Eine Art Idylle von Jean Paul. Mit ausgemalten Zeichnungen von Emil Preetorius. Mit sechs blattgroßen kolorierten Illustrationen. Gesetzt aus der 1912 wieder aufgefundenen Jean Paul-Fraktur. Gedruckt auf Hundertbütten bei Breitkopf & Härtel, Leipzig. 1798 wurde die Schrift für Jean Pauls »Palingenesien«, gedruckt ebenfalls bei Breitkopf, erstmals verwendet. Lange Zeit geriet sie in Vergessenheit. Erst 1912 entdeckte Anton Kippenberg die alten Letter auf dem Dachboden der Leipziger Druckerei – 1913 druckte Breitkopf & Härtel mit ihr Jean Pauls »Des Rektors Florian Fälbel’s und seiner Primaner Reise nach dem Fichtelberg« für den Insel Verlag. – II. 26. Druck. Eduard Mörike. Das Stuttgarter Hutzelmännlein. Ein Märchen. Mit Zinkzeichnungen von Emil Preetorius. Mit zwei illustrierten Titeln, 18 Textillustrationen und 30 Bordüren. Druck auf Hundert-Bütten bei Knorr & Hirth, München. Die eingeschlossene »Historie von der schönen Lau« erhielt einen eigenen illustrierten Zwischentitel, der Text wurde mit Kopfbordüren illustriert. – Jeweils eins von 100 Exemplaren.

19,5 : 14,5 cm, 100, [4] Seiten; 19,3 : 14,3 cm. [8], 120, [8] Seiten.

Rodenberg 412, 21 und 413, 26. – Schauer II, 60 und 61 (mit Abbildung eines K. Ebert-Einbandes). – Ohr 18 und 22

140  Hundertdrucke – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

€ 200

München, Hans von Weber 1914. Pergamentband mit schwarzgeprägtem Rückentitel. Mit Schuber.

22. Druck für die Hundert. – Unnummeriertes Exemplar, handschriftlich bezeichnet als »Verlagsexemplar Wolfgang v. Weber«. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Wolfgang von Weber, der Sohn des Verlegers führte die Reihe der Hundertdrucke nach dem Tod seines Vaters 1924 noch bis 1927 fort.

28,4 : 19,6 cm. 155, [5] Seiten.

Rodenberg 412, 22. – Schauer II, 60

141  Hundertdrucke – [Christoph von Grimmelshausen]. Das wunderbarliche Vogel-Nest.

€ 600

Der Springinsfeldischen Leyerin. Voller Abentheuerlichen, doch Lehrreichen Geschichten, auf Simplicianische Art sehr nutzlich zu lesen ausgefertigt durch Michael Rechulin von Sehmsdorff. Mit zwölf Ur-Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1917. Mit Holzschnitt-Frontispiz und -Schlussvignette sowie zehn Textholzschnitten, davon fünf blattgroßen. Pergamentband mit Schwarz- und Goldprägung und Kopfschnittvergoldung (signiert: Joh. Rudel, Elberfeld).

23. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Knorr & Hirth, München. – Sehr schönes Exemplar.

19,7 : 15,1 cm. 168, [6] Seiten.

Rodenberg 413, 23. – Schauer II, 60. – Sennewald 61, 17.3

142  Hundertdrucke – Friedrich Schiller. Wallenstein.

€ 1200

Ein dramatisches Gedicht. Erster [und] Zweiter Band. Mit Ursteindrucken von Walo von May, fortgesetzt von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1917–1919. Mit 24 Lithographien von Walo von May im Text und sechs lose beiliegenden von Bruno Goldschmitt. Pergamentbände mit Vergoldung (signiert: Frieda Thiersch), beide im Schuber. Zwei Originalpappmappen.

24. und 25. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Mit einer zusätzlichen Suite der 24 Lithographien aus Band I auf zwölf Blättern. – Walo von May konnte die Illustrationsarbeiten nicht abschließen, so dass für Band II Bruno Goldschmitt als Illustrator gewonnen wurde. Dessen sechs Lithographien wurden, »um die Einheitlichkeit des Werkes nicht zu stören, in einer Mappe beigegeben« (Druckvermerk). – Gedruckt auf Hundert-Velin. – Erstmals wird hier für einen Hundertdruck das neue, von Thomas Theodor Heine entworfene Verlagssignet Hans von Webers verwendet. – Gesetzt aus der Ehmcke-Fraktur, die 1912 entstanden war. – Tadellos erhalten.

28,2 : 19,2 cm. [8], 170, [8] und [4], 160, [4] Seiten.

Rodenberg 413, 24/25. – Schauer II, 60. – Sennewald 61, 17.4

143  Hundertdrucke – Wilhelm Matthießen. Der Himmelsküster.

€ 750

Ein Märchen. Mit Zinkzeichnungen von Robert Engels. München, Hans von Weber 1920. Mit 33, davon vier blattgroßen, Textillustrationen. Blauer Maroquinband mit Vergoldung (signiert: Heumer & Fuhrmann Chemnitz). Im Schuber mit Lederkanten.

27. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei R. Oldenbourg, München. – Robert Engels war zu dieser Zeit Lehrer an der Münchner Kunstgewerbeschule. – Wilhelm Matthießen (1891–1965) zählte mit seinen Kinder- und Jugendbüchern zu den erfolgreichsten Kinderbuchautoren Deutschlands. In der Zeit des Nationalsozialismus verfasste er zahlreiche antisemitische und kriegsverherrlichende Schriften.

28,3 : 19,3 cm. [4], 49, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 413, 27. – Schauer II, 61

144  Hundertdrucke – Das Weimarer Liederbuch.

€ 450

Herausgegeben von Max Adolf Pfeiffer. München, Hans von Weber 1918–1920. Gelber Maroquinband mit blindgeprägtem Rückentitel und Fileten (signiert: Heyne-Ballmüller).

28. und 29. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei Knorr & Hirth, München. – »Dieser wortgetreue Neudruck umfaßt sämtliche Volkslieder-Einzeldrucke des unter dem Namen des Weimarer Liederbuches bekannten, etwa aus dem Jahre 1540 stammenden Mischbandes der Landes-Bibliothek Weimar« (Druckvermerk).

19,6 : 15,0 cm. [4], 404, [4] Seiten. – Rücken und Kanten leicht verfärbt.

Rodenberg 413, 28./29. – Schauer II, 61

145  Hundertdrucke – Wolfram von Eschenbach. Parzival

€ 300

in der Neudichtung von Wilhelm Hertz. München, Hans von Weber 1920–1921. Schwarzer Halbmaroquinband mit Kopfschnittvergoldung, vergoldetem Rückentitel und blau-weißen Modelldruckpapier-Deckelbezügen (signiert: Johannes Gerbers Hamburg).

30. und 31. Druck für die Hundert. – Unnummeriertes Exemplar. – Gesetzt aus der Maximilian-Fraktur von Rudolf Koch. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei R. Oldenbourg, München.

19,6 : 15,3 cm. [4], 421, [3] Seiten.

Rodenberg 413. 30./31. – Schauer II, 61

146  Hundertdrucke – Nicolaus Lenau. Don Juan.

€ 750

Ein Gedicht. München, Hans von Weber 1921. Erikafarbener Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten, Kopfschnittvergoldung und marmorierten Vorsätzen (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg). Im Schuber.

32. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der hier erstmals verwendeten Winckelmann-Antiqua von Carl Ernst Poeschel. – Druck in Rot und Schwarz auf Einhorn-Bütten von J. W. Zanders bei Poeschel & Trepte, Leipzig.

26,8 : 18,5 cm. [2], 54, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 413, 32. – Schauer II, 61

147  Hundertdrucke – Hans Sachs. Zwölf Fastnachtspiele.

€ 600

Mit Urholzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1922. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Weinroter Maroquinband mit Vergoldung (signiert: Gerhard Prade, Leipzig).

33. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Gedruckt bei Dietsch & Bruckner, Weimar.

20,3 : 14,5 cm. 226, [6] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig.

Rodenberg 413, 33. – Schauer II, 61. – Sennewald 62, 22.2

148  Hundertdrucke – Heinrich Heine. Buch der Lieder.

€ 450

München, Hans von Weber 1922. Grauer Maroquinband mit Rücken-, Kanten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber mit Lederkanten.

34. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Der Text folgt der dritten Ausgabe von Heines berühmter Gedichtsammlung, die 1839 erschien. – Nachdem 1921 für Lenaus »Don Juan« Carl Ernst Poeschels neu gezeichnete Winckelmann-Antiqua erstmal öffentlich verwendet wurde, stellte Hans von Weber in Heines »Buch der Lieder« den nun hinzugenommenen Borgis-Schriftgrad vor. Diese 9-Punkt Schrift soll auf den Drucker Geofroy Tory zurückgehen, der durch diese behutsame Verkleinerung der Schrift bereits im 15. Jahrhundert weniger umfängliche und damit preiswertere Bücher für die Bürger (»bourgeois«) druckte.

19,8 : 14,7 cm. [4], 244, [4] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

Rodenberg 413, 34. – Schauer II, 61

149  Hundertdrucke – Johann Wolfgang von Goethe. Drei Märchen. – Epigramme.

€ 600

Venedig 1790. – Egmont. Ein Trauerspiel. – München, Hans von Weber 1922–1929. Zwei Pergamentbände, ein Halblederband, alle mit Kopfschnittvergoldung.

35. Druck: Enthält die Märchen: Die neue Melusine. Die smaragdene Schlange. Der neue Paris. Mit Urzinkzeichnungen von G[ustel] Königer. 1922. Mit 27 Textillustrationen. Pergamentband (signiert: H. Fikentscher Leipzig 1923). Die Mörike-Fraktur, die hier erstmal verwendet wurde, zeichnete Ernst Engel. – 36. Druck: Herausgegeben von Max Adolf Pfeiffer. 1922/23. Pergamentband mit grau-gelben Marmorpapiervorsätzen (signiert: Stern). Goethe hatte zu Lebzeiten nur etwa zwei Drittel der Epigramme drucken lassen und die übrigen »unter der Bezeichnung ›Politica‹ und ›Erotica‹ seinem Sohne ›als Geheimnis in die Hände gegeben, um solche künftighin mit Beirat der verbündeten Freunde entweder zu zerstören oder sonst darüber zu verfügen«. Die Handschriften gelangten mit dem Nachlass in den Besitz der Großherzogin Sophie, die, wie auch die Direktion des Goethe-Schiller-Archives, einer Veröffentlichung vor 1924 nicht zustimmte. Der Herausgeber stellt in seiner ausführlichen Anmerkung zur vorliegenden Edition einen Nachtrag in Aussicht. – 44. Druck: 1929. Halblederband mit Rückenvergoldung (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg). – Jeweils eins von 100 Exemplaren.

Rodenberg 414, 35 und 36. – Schauer II, 61

150  Hundertdrucke – Heinrich Heine. Florentinische Nächte.

€ 300

Leipzig, Hans von Weber 1923. Mit Urzinkzeichnungen im Text von Franz Kolbrand. Violetter Maroquinband mit Blindprägung und Vergoldung.

38. Druck für die Hundert. – Gesetzt aus der neuaufgefundenen Härtel-Antiqua. – Heines »Florentinische Nächte«, voller »Esprit und funkelnder Ironie« waren der vorletzte zu Lebzeiten Hans von Webers erschienene Hundertdruck, illustriert mit den »gekonnt-schmissigen Umrißzeichnungen« Kolbrands (vgl. Jürgen Eyssen, in Philobiblon XXIV,4, 1980, Seite 290). – Bei dem damals sehr beliebten Druckverfahren der Zinkographie, bei dem von einer geätzten Zinkplatte gedruckt wurde, wurden die Zeichnungen entweder im Umdruckverfahren auf die Platte aufgebracht oder wie bei den »Urzinkzeichnungen« direkt auf die Platte gezeichnet. – Bis auf den vergoldeten Kopfschnitt unbeschnitten, in interessantem, jedoch unsigniertem Einband.

19,3 : 14,8 cm. 112 Seiten. – Rücken stärker, Ränder minimal verfärbt. – Vorsätze erneuert.

Rodenberg 414, 38. – Schauer II, 61

ChristianHesse