Zum Sonderkatalog “Die Sammlung der Achilles-Stiftung”

Die 2010 gegründete Barbara Achilles-Stiftung Hamburg hat sich entschlossen, ihre Buchsammlung durch eine Versteigerung aufzulösen und die Erlöse für die weitere Arbeit der Stiftung einzusetzen. Wir freuen uns, dass Frau Edith Achilles und die Stiftung uns mit dieser Auktion beauftragt haben. Nur wenige Tage nach Vertragsabschluss verstarb, trotz hohen Alters unerwartet, die 95jährige Sammlerin am 7. August 2020, zehn Jahre nach ihrer Tochter Barbara. Da sie die Auktion nicht mehr miterleben wird, ist es uns eine besonders ehrenvolle Verpflichtung, den Verkauf der ebenso wertvollen wie persönlichen Sammlung im Sinne beider Sammlerinnen durchzuführen. Es war stets deren Wunsch, die Bücher durch einen vereinzelnden Verkauf wieder in neue Sammlungen zu “befördern”.

Die Versteigerung der Achilles-Sammlung mit ihren kostbaren Pressendrucken, Einbänden und illustrierten Büchern der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts darf zu Recht in einer Reihe mit anderen bedeutenden Auktionen genannt werden: Hermann Hesse-Sammlung Martin Bodmer (Venator 1973), Bibliothek Salman Schocken (Hauswedell, 1975/76), Insel Verlag Alfred Bergmann (Hauswedell & Nolte, 1982), Bibliothek Victor Achter (Hauswedell & Nolte, 1992), Bibliothek Hans L. Merkle (Reiss & Sohn, 2002-2004), Pressendrucke F. B. Schmetz (Venator & Hanstein, 2008) sowie in unserem Haus der Nachlass Victor Günthert (2014-2016) und Teile der Sammlung Herbert Kästner (2016).

2012 haben wir den damaligen Bestand der Achilles-Sammlung in dem opulenten Dokumentationskatalog „Wege zum Idealen Buch“ beschrieben. In Vorbereitung der Auktion bieten wir die Restauflage zu Sonderpreisen: Die gebundene Ausgabe für 38 EUR, die Broschur für 19 EUR (zzgl. Porto). Ihre Bestellung nehmen wir gern entgegen.


Wichtiger Hinweis:

  So    markierte Katalognummern werden in einer Online-Auktion am Sonntag, 17. Januar, ab 15 Uhr versteigert.

Schriftliche Vorgebote sind möglich, telefonische Teilnahme nicht.

884  Gottfried Benn – Ilse Benn, dritte Ehefrau Gottfried Benns. Drei eigenhändige Briefe und fünf eigenhändige Brief- und Ansichtskarten, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Limit: € 400

Berlin, 18. VI. 1957, Wolfschlugen, 24. I. 1978 und 30. I. 1985 sowie verschiedene Orte.

Ilse Benn (1913–1995) war Zahnärztin und seit 1946 die dritte Ehefrau des Schriftstellers. – Alle an Marguerite Schlüter, Lektorin und spätere Inhaberin des Limes-Verlags, der nach Kriegsende zum Hausverlag Gottfried Benns wurde. – »Marguerite Schlüter war wahrlich das, was man eine ›femme des lettres‹ nennt – nicht nur eine hervorragende Lektorin Benns, sondern auch ein literarisches ›Trüffelschwein‹ […], eine streitbare Kämpferin für die Wahrung von Urheberrechten, und eine vielsprachige, hervorragende Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen« (Carsten Pfeiffer, buchmarkt.de, 20. Mai 2018). – Alle Briefe behandeln die Werk- und Brief-Editionen von Gottfried Benn. »Danke für die letzten Umbruch-Seiten, die heute kamen. […] Sagen Sie bloß Niedermayer noch einmal, dass er sich im Urlaub Ruhe u. Muße gönnen soll. Gut für sein Manager-Herz. […]«. – 1978 schreibt Ilse Benn über die Aufführungen von Benn/Hindemiths Oratorium »Das Unaufhörliche«, 1985 über die Herausgabe des Briefwechsels zwischen Gottfried Benn und Tilly Wedekind »Bin allmählich gespannt auf diesen Band.« – Die Ansichtskarten meist in Berlin abgeschickt, mit kurzen Grüßen und Nachrichten, z. B. »der Raddatz-Artikel Arno Schmidt – Jan Reemtsma. Das ist ein Jahrhundert-Ereignis in der Literatur«. – Beilage: Typoskriptdurchschlag »Gottfried Benn – Bibliographie«. Ca. 1958. Vier Seiten mit eigenhändigen Ergänzungen von Ilse Benn.

  885    Gottfried Benn – Alexander Lernet-Holenia. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Limit: € 120

Wien, 6. Januar 1957.

An den Limes Verlag in Wiesbaden. – Der Dichter teilt auf Anfrage des Verlegers Max Niedermayer (im Hinblick auf die Gottfried Benn-Briefausgabe) mit, dass er »trotz sorgfältigen Suchens, keinen Brief von Gottfried Benn mehr finden konnte. Er hat mir nicht viele Briefe geschrieben; nur Gott weiß, wohin die wenigen Stücke, infolge von all den Besetzungen, Eroberungen, Verlagerungen an anderem dergleichen von uns erlebten Unsinn mehr, geraten sein mögen«. – Im Literaturarchiv Marbach finden sich die Briefe Lernet-Holenias an Gottfried Benn, nicht aber die schon 1957 vermissten Briefe von Benn an ihn. – Dazu: Monologische Kunst – ? Ein Briefwechsel zwischen Alexander Lernet-Holenia und Gottfried Benn. Im Anhang: Nietzsche nach 50 Jahren. Wiesbaden, Limes 1953. Originalbroschur. Erste Buchausgabe. Aus dem Besitz des Barlach-Bibliographen Friedrich Schult.

Heftlöcher.

Lohner/Zenner 2.130. – Raabe/Hannich-Bode 24.39

  886    Gottfried Benn – Briefe von drei engen Freuden des Dichters, fünf eigenhändig, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Limit: € 400

1956–1958 und 1983. Zusammen zwölf Seiten.

I. Frank Maraun (1903–1981, Literatur- und Filmkritiker). Vier maschinengeschriebene Briefe mit Unterschrift. Stuttgart-Zuffenhausen, 9. XII. 1956 bis 20. VII. 1958. – Alle an den Limes-Verleger Max Niedermayer, bezüglich einer Auswahl aus Gottfried Benns Briefen. Meint, »… daß der Brief vom 11. Mai 1936 an mich wegen seiner Dramatik, seiner streithaften Polemik und seiner Sorge um das deutsche Geisteserbe in dieser Sammlung gute Figur machen würde«. Erteilt Auskünfte und erinnert daran, dass er im Bombenkrieg alle Korrespondenzen verloren habe, die »ich nicht zufällig im Keller hatte«. – II. Erich Pfeiffer-Belli (1901–1989, Schriftsteller und Journalist). Vier eigenhändige Briefe. München, 4. I bis 9. V. 1957. Fünf Seiten. – Alle an Max Niedermayer zu dessen Briefedition: »Ich habe einen sehr eigenartigen Brief Benns aus dem Jahre 1936 […] darüber hinaus Briefe und Karten aus den 40er Jahren«. – Mit Niedermayers Gegenbriefen (Typoskriptdurchschläge). – III. Carl Werckshagen (1903–2001, Dramaturg, Schriftsteller und Kritiker, bedeutender Freund und Sammler Benns). Eigenhändiger Brief. Bothel/Rothenburg, 15. VI. 1983. An die Lektorin Marguerite Schlüter, mit Abschrift einer »handschriftlichen Gedichtaufzeichnung« und einer Fotokopie eines Briefes von Ilse Benn an ihn. Berichtet, dass ein privater Sammler für seine Benn-Sammlung, die er dem DLA Marbach anvertraute, 20.000 DM geboten habe. »Ein bekanntes Berliner Auktionshaus hat mir sogar einen noch höheren Versteigerungserlös in Aussicht gestellt […]«. Werckshagen und Benn hatten sich bereits 1924 kennengelernt, nachdem Werckshagen einen Artikel über Benns »Gesammelte Werke« in der Vossischen Zeitung veröffentlicht hatte.

  887    Gottfried Benn – 31 Briefe verschiedener Absender an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Meist 1956–1957..

Nach der Briefausgabe 1957 hatte der Limes Verlag zur Einsendung von weiteren Briefen für eine Neuausgabe gebeten. Fast alle Schreiben beziehen sich auf Briefveröffentlichungen, das Schicksal der Originalbriefe, Verhinderungsgründe und Vorbehalte. – Inhalt: Kadidja Wedekind (1911–1994, Schriftstellerin, Tochter von Frank und Tilly Wedekind). Drei eigenhändige Briefe 1985–1993. Zur Bekanntschaft zwischen Gottfried Benn und ihren Eltern. – Oskar Jancke (Schriftsteller, 1898–1957). Brief mit Unterschrift. – Clemens von Podewils (Schriftsteller, 1905–1978). Drei Briefe mit Unterschrift, einer mit eigenhändigem Zusatz. Der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sieht »aber die Schwierigkeit, die einer Veröffentlichungen im Wege steht«, da die Briefe vertrauliche Fragen berühren. – Gertrud Hindemith (Ehefrau und Nachlassverwalterin von Paul Hindemith, 1900–1967). Beschwert sich über die Veröffentlichung eines Briefes, der sie ausdrücklich widersprochen habe. – Ewald Wasmuth (Philosoph, 1890–1963). Drei Briefe mit Unterschrift. Über sehr persönliche Briefe, einer zum Selbstmord von Benns Freundin Lilli scheine verloren gegangen. – Jürgen Eggebrecht (1898–1982, Schriftsteller). Zwei Postkarten und ein eigenhändiger Brief. – Weitere Briefe von Wolfgang Wilhelm, Frieda, Ulrich Riemerschmid, Bruno Erich Werner (seit 1952 Kulturattaché in Washington): »zum Teil recht ins Prinzipielle gehende Handschreiben sind mir leider durch Krieg + Nachkrieg in Berlin verloren gegangen«, Karl von Finckenstein (enger Freund der Familie), Lutz Weltmann, Werner Damköhler, Maria Proelss, Friedrich Siems, Sven Kluwe, Hilde Körber und Thomas Harlan-Körber (Ehefrau und Sohn des Regisseurs Veit Harlan).

  888    Gottfried Benn – 28 Briefe an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Meist 1956–1957. Meist maschinengeschrieben, alle mit Unterschrift.

Alle Briefe ähnlichen Inhalts, teils mit Gegenbriefen als Entwurf. – Egon Vietta (Schriftsteller, 1903–1959). Eigenhändiger Brief und zwei Postkarten. Über die Positionierung Benns »gegen die Nazis … Wichtig für die alten Angriffe gegen Benn ] […] Positive Reaktionen auf meine Einwendungen gegen den Biologismus und Rassenlehre Hitlers«. – Armin Mohler (Ernst Jüngers Sekretär, 1920–2003). Sechs Schreiben zum Verhältnis zwischen Jünger und Benn. – Pamela Wedekind (Schauspielerin, 1906–1986). Stimmt einer Sichtung der Familienbriefe zu. – Walter Höllerer (Literaturwissenschaftler, 1922–2003). Habe von Ernst Jünger erfahren, dass eine Neuausgabe geplant sei. – Heinz Ullstein (Verleger, 1893–1973). – Karl Schwedhelm (Journalist). Übersendet Abschriften von Benn-Briefen. – Weitere Briefschreiber: Frank Benseler, Wigbert Holle, Johannes Weil, Wilhelm Adams, Hans-Jürgen Blenskens, Hannah Peter-Reeck, Richard Gabel, Richard Gabel, Wilhelm Allgayer, Fritz Martini, Ilse Curtius. – Beigaben: Porträtfotografie.– Magnettonband. Karton beschriftet: »Gottfried Benn liest Gedichte. Mono 38 cm. || Ein Wort, ein Satz | Was bedeuten diese Zwänge […].

  889    Max Peiffer Watenpuhl. Vier eigenhändige Briefe, zwei mit Unterschrift, zwei mit Paraphe »M. P. W.«

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 260

Salzburg, 7. IX. 1968, und Rom, Februar 1971. Zusammen sieben Seiten.

Alle an die Benn-Lektorin Marguerite Schlüter, zunächst zum Tod von Max Niedermayer, dessen Limes-Verlag sie dann weiterführte: »Betrübt hat mich nur, dass Sie nicht über den Verlust von M. N. hinauskommen. Denken Sie immer, dass er bei Ihnen ist, auch wenn er abwesend ist.« – Der Künstler berichtet von seiner Arbeit an den Venedig-Mappen für Gotthard de Beauclair (»Es ist viel, aber schöne Arbeit«) und ein Aquarell, das für sie reserviert sei. – Aus Rom schreibt er über verlorene Post, seine Erkrankung (»Maschine kann ich nicht mehr schreiben, sehr miserabel mit der Hand«), dankt für eine nun angekommene Sendung und berichtet über eine Künstlerfreundschaft: »Mit Schwitters war ich sehr befreundet. Er war ein Original, sehr komisch und zog immer mit einem Rucksack voller Bilder herum. Dann zitierte er Anna Blume – Du tropfes Tier, ick liebe Dir […]«. – Zwei adressierte Kuverts. – Beilage: Entwurf eines Antwortbriefes von Marguerite Schlüter an Peiffer Watenpuhl.

  890    Heinrich Böll. Das Vermächtnis.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 200

Kurzroman. Mit einer Porträt-Lithographie von Celestino Piatti und einem Nachwort von Heinz Friedrich. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1981. Mit einer signierten Lithographie in eingebundenem Passepartoutblatt. Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Der bis dahin unveröffentlichte Kurzroman von Böll erschien anlässlich des 20. Jubiläums der Reihe »dtv-Taschenbücher« in bibliophiler Ausstattung und Großformat.

42,7 : 33,2 cm. 55, [5] Seiten, 1 Lithographie.

891  Hermann von Boetticher. »Tomasio!«

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Novelle. Mit fünfzehn Zeichnungen von Otto Schoff. Berlin, S. Fischer 1926. Ohne Illustrationen. Privater Lederband, Blockbuch mit Durchstichheftung.

Aufgebundene Korrekturbögen, der zweite und dritte Bogen mit Datumsstempel »22. März 1926«. Entgegen der Angabe auf dem Titelblatt noch ohne Illustrationen. Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Unikum, geplant war lt. Druckvermerk eine Startauflage von 3000 Exemplaren, jedoch dürften nur wenige Korrekturabzüge gedruckt worden sein. Kein Exemplar in KVK, im Verlagsarchiv oder im Boetticher-Nachlass der USB Göttingen. – Dazu: Hermann von Boetticher. Das Bild. Novelle. Berlin, S. Fischer 1924. Halbleinenband. Erste Ausgabe. – Noch im Dezember 1924 hatte sich Klabund begeistert über den Vorabdruck »Tomasio« in »Der Neue Merkur« geäußert. Diese von Fischer geplante Fortsetzung des ersten Novellenbandes »Das Bild«, Boettichers letzter Buchpublikation, ist nicht mehr erschienen. 1925 wurde der Verfasser erstmals wegen Schizophrenie behandelt. 1930 erkrankte Boetticher erneut und wurde für Jahre in eine Heilanstalt in Hildesheim aufgenommen. 1934 erzielte Gustav Gründgens mit der Inszenierung »Der König« nach Boettichers Theaterstück »Friedrich der Große« beachtliche Erfolge. Der Dichter jedoch wurde ein Opfer der nationalsozialistischen »Rassenhygiene«. Nach jahrelanger Verwahrung in einer geschlossenen Anstalt wurde er 1941 vermutlich in der NS-»Tötungsanstalt« Pirna-Sonnenstein ermordet.

21,2 : 13,5 cm. 59, [5] Seiten. – 22,6 : 14,8 cm. 84, [4] Seiten.

892  Wolfgang Borchert. Die Hundeblume.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Erzählungen aus unseren Tagen. Hamburg, Hamburgische Bücherei 1947. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe der ersten Prosaveröffentlichung Borcherts. – Auf dem Vortitel signiert und datiert »August 1947«. – Wolfgang Borchert (1921–1947) traf wenige Tage nach Kriegsende in seiner Heimatstadt Hamburg ein. Von den Strapazen des Krieges und der Flucht – Borchert hatte 600 km zu Fuß zurückgelegt – gesundheitlich stark angegriffen, schrieb er 1946 die vorliegenden Prosastücke sowie wenige Gedichte und das Drama »Draußen vor der Tür«. Im September 1947 reiste Borchert nach Basel und erhoffte dort bessere medizinische Behandlung, verstarb jedoch am 20. November. – Eines der ganz seltenen von Borchert signierten Bücher.

17,8 : 11,2 cm. 132 Seiten. – Der Broschurumschlag minimal geknittert.

Burgess 4

893  Rolf Dieter Brinkmann. Standphotos.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Limit: € 800

Vier zweiteilige Farbätzungen von Karolus Lodenkämper. Duisburg, Guido Hildebrandt 1969. Mit vier signierten, jeweils zweiteiligen Farbätzungen. Originalbroschur mit weißem Folienumschlag, im Originalschuber.

Hundertdruck VI. – Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert und nummeriert, jede der vier, jeweils in zwei Farbstellungen gedruckten, Farbätzungen wurde vom Künstler signiert. – »Vollends ästhetizistisch geriet ›Standphotos‹, großformatig und gefertigt aus transparenter PVC-Folie. Die Texte verschwimmen mit den Radierungen von Karolus Lodenkämper abgestuft ineinander. Dermaßen geschmackvoll verpackt wird Lyrik wieder zu einer esoterischen Angelegenheit. Um so überraschender, daß einige der hier enthaltenen Gedichte zu den freundlichsten und entspanntesten gehören« (Otto F. Riewoldt in KLG). – Die acht Farbätzungen und die 13 Textseiten wurden auf transparente Folien gedruckt. – Eine der seltensten Brinkmann-Editionen und einer der gesuchtesten Hundertdrucke.

40 : 27 cm. 13 Textfolien, 8 mit Radierungen. – Der Schuber etwas lädiert, sonst tadellos.

Seinsoth 16. – Geduldig/Wehebrink 128. – Spindler 157.6

894  Paul Celan. Der Sand aus den Urnen.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Zuschlag/Hammerprice: € 9000

Gedichte mit 2 Originallithographien von Edgar Jené. Wien, A. Sexl 1948. Mit zwei Lithographien. Halbleinenband mit Papierbezügen, Vorderdeckel mit rotgeprägtem Titel.

Erste Ausgabe von Celans erster Buchveröffentlichung, eins von nur wenigen Exemplaren. – Drei Seiten mit kleinen Bleistiftkorrekturen, eventuell vom Dichter selbst. – Enthält die drei Zyklen »An den Toren«, »Mohn und Gedächtnis« und »Todesfuge«. – Laut Druckvermerk erschienen 500 nummerierte Exemplare. »Wegen der zahlreichen Satzfehler, auch wegen des Einbandes und der beiden Lithographien Edgar Jenés fühlte sich Celan sofort nach Erhalt genötigt, das Buch telegraphisch aus dem Handel nehmen zu lassen. Die im Nachlaß erhaltene […] Schlußrechnung […] weist insgesamt neun in den Handel gelangte Bände nach« (Andreas Lohr). – Das vorliegende Exemplar ist unnummeriert und befand sich ursprünglich im Besitz des österreichischen Surrealisten Max Hölzer (1915–1984), der 1950 zusammen mit Edgar Jené die »Surrealistischen Publikationen« herausgab, u. a. mit Gedichten von Paul Celan. Aus dem Nachlass Hölzers erworben von dem Germanisten und Celan-Biographen Theo Buck (1930–2019).

22,0 : 14,7 cm. 61, [3] Seiten. 2 Lithographien. – Deckelkanten etwas, die Deckel selbst nur leicht berieben. – Seitenschnitt und vier Seitenränder mit kleinen Flecken.

Heuline 1-1. – Glenn B 1. – Vgl. Werkausgabe Bd. II/III, 2. Abteilung, S. 48

  895    Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Kapitale und Ecken minimal berieben. – Auf dem vorderen Vorsatzblatt Schabspur von getilgtem Sammlerstempel.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

  896    Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbig, und einer doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Ecken und Kapitale leicht, das untere stärker bestoßen, dort die Gelenke angeplatzt. – Vortitel mit Besitzvermerk, hinterer Innendeckel mit Widmung der Vorbesitzerin. – Ränder leicht verfärbt bzw. angestaubt.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

  897    Marc Chagall – Julien Cain, Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithographe.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Band I [bis] VI. Monte-Carlo, André Sauret 1960–1986. Mit insgesamt 28, meist farbigen Lithographien, davon vier auf den Umschlägen, und zahllosen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Das vollständige Werkverzeichnis der Lithographien, in deutscher Sprache. – Der Katalog wurde maßgeblich von Chagalls Drucker Mourlot erarbeitet und in den originalgraphischen Teilen von diesem gedruckt. – Mit Vorworten von Marc Chagall (Band I), Fernand Mourlot (II), Julien Cain (III), Charles Sorlier (IV), Robert Marteau (V) und Roger Passeron (VI). – Die ersten beiden Bände mit je elf Lithographien im Buch, die nächsten beiden mit je einer Lithographie als Frontispiz, alle vier mit originallithographischen Umschlägen. – Unverzichtbares Œuvreverzeichnis in üppiger Ausstattung und tadelloser Erhaltung, nahezu druckfrisch.

33,0 : 25,0 cm.

Cramer 43, 56, 77 und 94

898  Walter Cyliax – Friedrich Hölderlin. An die Natur.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Leipzig 1922. Mit einem Holzstichporträt. Durchstichgehefteter Originalseidenband in Kassette.

Eins von nur 25 Exemplaren. – Gesetzt und gedruckt von Walter Cyliax (1899–1945), damals Student an der Staatlichen Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. Wahrscheinlich stammen auch das kleine Hölderlin-Porträt und die Druckermarke »W C« von ihm. Beide wurden, wie auch die Initialen und zwei kleine Zierstücke, in Rötel gedruckt. – Auf Chinapapier, als Blockbuch gebunden. – Ab 1924 arbeitete Walter Cyliax in Zürich und wurde künstlerischer Leiter und Prokurist der Druckerei der Gebrüder Fretz. Durch seinen Lehrer Jan Tschichold kam er unter anderem in Kontakt zu Schwitters »ring neue werbegestalter«. – Sehr selten, das Buch tadellos erhalten.

17,5 15,7 cm. [18] Seiten. – Kassette berieben. – Innendeckel mit dem Monogrammstempel des Kalligraphen MK Neudold.

899  Jürgen Czaschka – Gottfried Benn. Statische Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Jürgen Czaschka. Kupferstiche. Berlin, Handpresse Gutsch 1987. Zehn signierte Kupferstiche und lose Doppelblätter in blauer Originalleinenkassette mit montierter Kupferstichvignette.

Eins von 20 Exemplaren in der Leinenkassette (Gesamtauflage 25 und drei Künstlerexemplare). – Jürgen Czaschka (1943–2018) eröffnete 1983 die Galerie »Il burino« mit einer Ausstellung des Leipziger Graphikers Baldwin Zettl, der Czaschkas graphisches Werk deutlich beeinflusste. – Die Kupferstiche (20 : 15 cm) mit Tonplatte auf schwerem Zerkall-Bütten, jeder eingelegt in ein Doppelblatt mit dem in Blau gedruckten Text. – Alle Kupferstiche betitelt und nummeriert. – Mit einem Nachwort von Curt Grützmacher. – Exlibris. – Beilage: Ausstellungskatalog zu einer Präsentation des Mappenwerks durch den Schering Kunstverein 1987.

41,8 : 30,7 cm. 15 lose Doppelblätter, 10 Kupferstiche.

Spindler 103.18

  900    Gertrude Degenhardt. Fiddle & Pint.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Pinselzeichnungen · Tempera auf Holz · Radierungen. Mainz, Edition GD 2000. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Im Schuber.

Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe C mit der Radierung »Encore«, zusätzlich mit einer Bleistiftzeichnung der Künstlerin auf dem vorderen Vorsatz. – Katalog der Ausstellung »Fiddle & Pint« in der Kenny Gallery, Galway, September 1999.

23,0 : 21,3 cm. [8], XI, [5], 69, [1] Seiten, 1 Radierung.

901  Charles Despiau – Charles Baudelaire. Poèmes.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Illustration de Charles Despiau. Paris, Éditions Gonin Freres 1933. Mit 50 Illustrationen, teils blattgroß, davon 43 Lithographien von und sieben Holzstiche nach Despiau. Kobaltblauer Saffianlederband mit reicher ornamentaler Filetenvergoldung, roten Lederspiegeln mit goldgeprägter Illustration und roten Seidenvorsätzen. In Halblederchemise und Schuber mit Lederkanten (signiert: W. Ewert). – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von fünf römisch nummerierten Künstlerexemplaren auf holländischem Bütten (Gesamtauflage 99 und 15 Künstlerexemplare, je auf drei unterschiedlichen Papieren). – Im Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Das Frontispiz mit eigenhändiger Widmung für den Berliner Verleger Erich Steinthal (1890-1963) »en toute sympathie«. – Charles Despiau (1874–1946) zählt neben Auguste Rodin, Aristide Maillol und Antoine Bourdelle zu den wichtigsten französischen Bildhauern des frühen 20. Jahrhunderts. In den feinlinigen Aktzeichnungen, die hier Baudelaires Dichtungen illustrieren, wird besonders seine Nähe zu Maillol sichtbar. – Prächtiger Handeinband.

31,5 : 26,0 cm. [4], 105, [7] Seiten. – Seitenkante des Vorderdeckels mit kleiner Druckstelle, oberes Kapital mit kleinem Einriss.

Monod 1158. – Skira 92. – Rauch 175. – Garvey 83 »carefully balanced pages« (mit ganzseitiger Abbildung). – Strachan 330

  902    Jim Dine. Gedichte und Zeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Aus dem Amerikanischen von Heiner Bastian. Frankfurt am Main, März 1971. Mit einem farbigen Titelbild und zehn blattgroßen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Auf dem Titelblatt die Widmungen vom Übersetzer, dem späteren Kunstsammler und -händler, und dem Künstler höchstselbst »25 Years later in Berlin || Jime Dine 1995«. – Die Texte in Englisch und Deutsch. Das Motiv »Heart«, das hier zwölfmal viariiert wird, war damals ein zentrales in Dines Œuvre. – Heiner Bastian wurde in den 1960er Jahren als Übersetzer amerikanischer Underground-Lyriker bekannt.

26,5 : 19,2 cm. 96 Seiten, 1 Tafel. – Das Titelbild etwas gelockert.

903  Otto Dix. Das Evangelium nach Matthäus.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Luther-Übersetzung revidiert 1956. Originallithographien. Berlin, Käthe Vogt 1960. Mit 33 Lithographien, davon 25 blattgroß. Orginalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel. Im Schuber.

Eins von 300 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, gebunden in Halbpergament und, wie die ersten 100, auf dem Titelblatt von Otto Dix signiert (Gesamtauflage 2.000). – »Dix hielt sich in diesem letzten Zyklus von sklavischer Texttreue wie von illustrativer Gefälligkeit frei. Was ihn interessierte, war der szenische Reichtum des Stoffes, die Fülle an Ereignissen, an merkwürdigen und tragischen Situationen.« (Hans Kinkel, zitiert nach Karsch). – Tadellos schönes Exemplar.

29,5 : 23,5 cm. 104, [4] Seiten. – Innendeckel und Schuber mit kleinem Monogrammstempel.

Karsch 235–271. – Tiessen II, 1

904  DDR-Literatur – Bernd Jentzsch. Drei Erstausgaben, alle mit Widmungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

1961–1978.

I. Alphabet des Morgens. Halle/Saale, Mitteldeutscher Verlag 1961. Mit acht Illustrationen nach Holzschnitten von Peter Meyer. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Erste Ausgabe des Erstlingswerkes. – II. Jungfer im Grünen und andere Geschichten. Rostock, Hinstorff 1973. Illustrierte Originalpappband. – III. Quartiermachen. Gedichte. München und Wien, Carl Hanser 1978. Originalbroschur. – Alle Titelblätter mit eigenhändiger Widmung des Verfassers für einen Berliner Sammler, entstanden 1986 und Anfang der 1990er. – Bernd Jentzsch (geboren 1940) ist sowohl als Lyriker und Erzähler als auch als Herausgeber tätig. Legendär ist die von ihm in Ostberlin herausgegebene Lyrikreihe »Poesiealbum« (siehe KatNr. 905). 1976 protestierte er gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Da man ihm in der DDR Strafverfolgung androhte, kehrte er 1976 von einem Studienaufenthalt in der Schweiz nicht in seine Heimat zurück.

Oberrand des Schutzumschlags mit winzigen Läsuren.

905  Poesiealbum.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Nummern 1–275 [alles Erschienene], 15 Sonderhefte und das »abschließende« Heft 276. Berlin, Verlag Neues Leben 1967–1990, und Assenheim, Brennglas 1991. Mit je einer doppelseitigen Illustration nach Zeichnungen und Graphiken. 294 farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Reihe mit allen Sonderheften, dazu zwei veränderte Nachauflagen der Hefte 1 (Bert Brecht) und 32 (Karl Marx) und das abschließende Heft 276 (Bernd Jentzsch, Begründer und langjähriger Herausgeber der Reihe, von ihm signiert). – Die Reihe vereint deutsche Klassiker, Autoren der Weltliteratur und viele DDR-Autoren, teils mit Erstveröffentlichungen. Jedes Heft enthält bio-bibliographische Anmerkungen zum Autor. Die Illustration und der Umschlag jedes Hefts stammt von bekannten Graphikern und Buchillustratoren der DDR. Die ersten 121 Hefte wurden von Bernd Jentzsch herausgegeben, wobei dessen Name schon seit 1977 (Heft 112) nicht mehr genannt wurde, nachdem er sich gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann solidarisiert hatte. – Herbert Kästner schrieb einmal, »dass das ›Poesiealbum‹ in späteren Jahrzehnten den Rang erhält, den wir heute etwa der Reihe ›Der jüngste Tag‹ zusprechen« (Marginalien, zitiert nach Kollegenkatalog). – Die Liste der Autoren ist so umfangreich und vielfältig, dass jedwede Auswahlauflistung vermessen wäre. Wir nennen dafür die Sonderhefte: Gedichte für Vietnam. – Mikis Theodorakis. – Alle 13 Ausgaben zu »Poetenseminar« 1971, 1972 und 1979–1989. – Das seltene Bukowski-Heft 225 hier mit Widmung und Monogramm des Illustrators Volker Pfüller. – Durchgehend sehr gut erhalten.

21,6 : 12,4 cm.

906  Sarah Kirsch. Landaufenthalt. – Zaubersprüche. – Rückenwind.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Berlin und Weimar, Aufbau 1967, 1973 und 1976. Originalleinenband und zwei Originalpappbände, alle mit Schutzumschlag. – Widmungsexemplare.

Erste Ausgaben. – Alle mit eigenhändiger Widmung, »Rückenwind« zudem mit eigenhändigem Gedichtzitat, für einen Berliner Leser und Sammler, entstanden bei Lesungen nach 1980. – Dazu vier weitere Erstausgaben, alle mit Widmungen: Drachensteigen. Ebenhausen, Langewiesche-Brandt 1979. – La Pagerie. Stuttgart, DVA 1980. – Erdreich. 1982. – Irrstern. 1986. – Die Widmungen teils mit Zitaten und kleiner Zeichnung. – Interessantes Konvolut mit dem Erstling Sarah Kirschs, ihrem letzten vor ihrer Ausreise in die BRD erschienenen Gedichtband und der ersten Publikation in Westdeutschland nach ihrer Übersiedlung. – 1976 gehörte Sarah Kirsch zu den Mitunterzeichnern der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Seitdem von der Staatssicherheit überwacht, entschloss sie sich 1977 zur Ausreise in die BRD. – »Sarah Kirsch ist von uns fortgegangen, weil sich hier keine Zeile mehr fügen wollte, und keine Zeitung, kein Rundfunkkommentar, keine Aktuelle Kamera hat (oder irre ich mich doch?) es für nötig befunden, diese Tatsache unserem Publikum mitzuteilen« (Franz Fühmann 1977 in einem erst 1990 veröffentlichten »Offenen Brief« an den Leiter der Abteilung Buchhandel im Ministerium für Kultur der DDR, Klaus Höpcke). – Dazu: Zaubersprüche. 2., erweiterte Ausgabe. 1976. Widmungsexemplar. – Alle gut und sehr gut erhalten.

Die drei Schutzumschläge der Aufbau-Ausgaben mit winzigen Randeinrissen.

907  DDR-Literaten – Uwe Kolbe. Drei Erstausgaben und eine »zensierte« Neuausgabe, alle mit Widmung.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Berlin und Weimar, Aufbau 1980–1986. Originalpappbände mit illustrierten Schutzumschlägen.

I. Hineingeboren. Gedichte 1975–1979. 1980. Umschlag mit Titelbild von Trakia Wendisch. Mit der Widmung »Wir leben mit Rissen in den Wänden, ist es dir aufgefallen?«, datiert 1994. – II. Abschiede und andere Liebesgedichte. 1981. Mit zehn ganzseitigen Illustrationen von Trakia Wendisch. – III. Abschiede. 2. Auflage. 1985. Mit ausführlicher Widmung von 1985 »Erinnerung tritt dämmrig auf, verweist ins Leuchten der Kindheit«. In dieser Nachauflage durfte der Brief Kolbes an Lothar Walsdorf nicht mehr abgedruckt werden. – IV. Bornholm II. Gedichte. 1986. Umschlagillustration von Sabine Grzimek. – »Hineingeboren«, Kolbes Erstlingswerk, enthält das Nachwort von Franz Fühmann »Was soll ich noch sagen? Ecce poeta – siehe, da ist ein Dichter!« Fühmann setzte sich in der DDR für unangepasste junge Lyriker wie Uwe Kolbe, Wolfgang Hilbig und Lothar Walsdorf ein. »In der Akademie der Künste plädierte er außerdem dafür, Nachwuchstalente als Meisterschüler erfahrener Kollegen aufzunehmen und ein Gremium einzurichten, das regelmäßig vielversprechende Begabungen vorstellen sollte. Fühmann selbst bot Uwe Kolbe an, ihn als Meisterschüler aufzunehmen, doch scheiterte die Einführung des Mentorenmodells letztlich an Widerständen unter den verantwortlichen AdK-Mitgliedern« (Katharina Deloglu, Diss. Berlin 2015). – Uwe Kolbe, Jahrgang 1957, hielt 1984 die Trauerrede ans Fühmanns Grab.

Umschlagränder teils leicht gebräunt, zwei unten mit kleinem Wasserfleck.

  908    Dietz Edzard – Nikolai Vasilewic Gogol. Wij.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Eine Volkslegende. Mit sechs Radierungen von Dietz Edzard. München, Pflüger 1924. Mit sechs signierten Radierungen. Originalbroschur und sechs Passepartouts lose in Originalhalbpergamentmappe.

Eins von 100 Exemplaren, weitere fünf kamen nicht in den Handel. – Text und Radierungen wurden auf Büttenpapier gedruckt, die Radierungen auf chamoisfarbenes und in Passepartouts eingelegt. – »In ›Wij‹ erreicht die aus folkloristischen Quellen schöpfende Phantastik Gogols […] ihren Höhepunkt und gleichzeitig ihren Abschluß« (KNLL VI, 561). – Ins Deutsche übertragen von Karl Nötzel.

42,3 : 30,3 cm (Mappe). [10], 32, [6] Seiten. – Die Mappe etwas berieben und verzogen, Textheft und vier Radierungen stockfleckig, eine stärker.

Katalog Lindenau-Museum 482-487. – Sennewald 24,2. – Lang E 44. – Jentsch, Expressionismus 144

  909    T. S. Eliot. Triumphal March.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Drawings by E. McKnight Kauffer. London, Faber & Faber 1931. Mit einem Frontispiz und einer blattgroßen farbigen Illustration. Originalpappband mit goldgeprägtem Titel.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe (»large-paper edition, printed on English hand.made paper«), vom Verfasser unter dem Editionsvermerk signiert. –Erschienen als No. 35 der Reihe »The Ariel Poems«. – Sehr schönes Exemplar.

22,0 : 14,3 cm. [12] Seiten. – Vorderdeckel mit winzigen Flecken.

910  Max Ernst – René Char. Dente prompte.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Poème. Paris, Galerie Lucie Weill 1969. Mit elf farbigen Lithographien nach Collagen von Max Ernst, davon eine auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 240 Exemplaren (Gesamtauflage 290). – Von Autor und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Gedichte von René Char erschienen erstmals 1938 in »Dehors la nuit est gouvernée« unter dem Titel »Versions«.

49,0 : 41,0 cm. [58] Seiten. – Kassette mit Gebrauchsspuren, Ränder berieben. Umschlaglithographie gebräunt.

Spies/Leppien A 19c

911  Max Ernst – Werner Heisenberg. Die Bedeutung des Schönen in der exakten Naturwissenschaft. The meaning of beauty in exact natural science.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Mit drei Original-Farblithographien von Max Ernst. Stuttgart, Belser 1971. Mit drei Farblithographien. Originalleinenband mit rot-goldenem Lederrückenschild. Im Originalleinenschuber mit blau-goldenem Büttendeckelschild.

Siebter Druck der Belser-Presse. – Eins von 185 Exemplaren, weitere 20 Exemplare waren nicht für den Handel bestimmt. – Der Druckvermerk von Max Ernst, das Titelblatt von Werner Heisenberg signiert. – Festvortrag zur öffentlichen Jahresversammlung der Bayerischen Akademie der Künste, München, am 9. Juli 1970. Die Übertragung ins Englische besorgte Enrico Cantore, New York. – Die Farblithographien schuf Max Ernst im Frühjahr 1971, gedruckt wurden sie von Pierre Chave in Vence. – Auf festem Velin, gedruckt in der 18p Univers, Druck und Handbindearbeiten von Christian Belser, Stuttgart. – Sehr gutes Exemplar.

39,0 : 29,0 cm. 79, [5] Seiten, 3 Lithographien.

Spies/Leppien 198 I–III D (von D). – Spindler 64.7

  912    Anatole France. Les poèmes dorès.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Paris, Edouard-Joseph 1920. Hellbrauner Ecrasélederband mit reicher Fileten-, Rückentitel- und Kopfschnittvergoldung (signiert: L. Bernard). Gold-marmorierte Vorsatzpapier und Spiegel. Der vollständige Originalumschlag eingebunden.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1100). – Schöner breitrandiger Druck in Gold und Schwarz auf chamoisfarbenem Bütten. – Auch der elegante Handeinband von L. Bernard widmet sich der titelgebenden ersten Abteilung. – Enthält auch »Idylles et légendes«, »Leuconoé« und weitere Dichtungen. – Exlibris Stig Wilton.

19,8 : 15,8 cm. 183, [9] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Vorderdeckel mit leichten Wasserflecken. – Unbeschnitten.

Talvart/Place VI, 134, 3 B. – Mahé II, 127

913  Bruno Frank. Sechzehntausend Francs.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Los Angeles, Pazifische Presse 1943. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Eins von 150 Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 250), in Halbleder gebunden und vom Verfasser signiert. – Privatdruck der Pazifischen Presse, die 1942 von Felix Guggenheim und Ernst Gottlieb gegründet worden war. Die Auswahl beruhte hauptsächlich auf persönlichen Beziehungen zu den Autoren. Insgesamt erschienen elf Werke. Beide Verleger sahen voraus, dass die Pazifische Presse mit Kriegsende ihre historische Bedeutung verlieren würde; die Arbeit in dieser Zeit legte den Grundstein für den weiteren Berufsweg der beiden Verleger – Ernst Gottlieb wurde Antiquar, Felix Guggenheim Literaturagent. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers: Unter dem Gedicht »Ein Dichter sagt: Der Torweg bin ich nur […]« folgt der Gruß »Für Ernst Gottlieb, in dankbarer Freude über die ›Pazifische Presse‹«, datiert 11. März 1943.

24,8 : 17,0 cm. [8], 53, [3] Seiten. – Rücken berieben, oben mit Filmoplaststreifen fixiert.

Exilarchiv 1552b

914  Bruno Frank. Eigenhändige Postkarte und drei eigenhändige Briefe, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Limit: € 340

Dresden, Aigen/Salzburg und Beverly Hills 1930–1944.

I. Karte, Dresden 5. IX. 1930: An Manuel Gasser in Arles-en-Provence. Dankt für einen Brief und bittet um Geduld hinsichtlich der Antwort »Wie Sie sehen, befinde ich mich auf Reisen«. Die Ansichtskarte mit der Fassade des Deutschen Hygiene-Museums Dresden. – II. Brief, Aigen, 25. XII. 1935: An einen Herrn Frey. Dankt für ein Geschenk. »Ich finde beide Blätter ganz großartig, wunderbar gemacht, hochwitzig und von einem ganz originellen Zauber.« – III. Brief, Beverly Hills 27. VIII. 1942: Saschalein, was wir wünschen, ist ja so klar: Gesundheit, begeisterte Patienten […]«. – Brief, Beverly Hills 28. XII. 1944: An Herrn Gottlieb, wohl den Herausgeber der Pazifischen Presse: »wenn’s Ihnen nicht zu viel Mühe macht – würden Sie mir von meinem Lieblingsportrait 10 oder 12 Abzüge auf Glanzpapier machen und zwar im Postkartenformat? Man braucht doch hie und da so etwas, […]« – Dazu: Zwei Porträtfotografien, rückseitig mit Paraphe »G«, und ein Beilageblatt »Herzlich dankend und grüssend Ihr B.F.« – Beigabe: Danksagung der Witwe Elisabeth (»Liesl«) Frank. Maschinengeschrieben und signiert, auf der Rückseite des gedruckten Gedichts »In jedem Hause«, »das bei der Beisetzung gesprochen wurde«.

915  Bruno Frank. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Aigen bei Salzburg, 12. August 1936. Zwei Seiten.

An den Filmproduzenten Paul Kohner (1902–1988) in Hollywood. » […] Frau Dagmar Wolfski fordert mich auf, Ihnen das Stück ›Zwölftausend‹ zu schicken, an dessen Filmmöglichkeiten sie glaubt. Auch mir scheint, dass gerade unter amerikanischen Gesichtspunkten da eine Aussicht sein sollte. Sie werden, wenn Sie das Stück durchsehen, sofort erkennen, wo der Accent liegen müsste: auf dem Unabhängigkeitskrieg und der Erklärung der Menschenrechte […] in der richtigen Hand könnte geradewegs ein amerikanischer National-Film zu Stande kommen.« – Dazu: Zwölftausend. Schauspiel in drei Akten. 5.–6. Tausend. Berlin, Ernst Rowohlt um 1928. Originalpappband. Der Hinweis auf die Bühnenrechte des Drei Masken Verlages wurde von Bruno Frank gestrichen und durch den eigenhändigen Zusatz »All rights repurchased by the Author, Dr. Bruno Frank. Aigen bei Salzburg, Austria« korrigiert. – Eine Verfilmung des Stücks entstand erst 1950 in England, 1956 folgte eine deutsche Fassung.

  916    Bartley Freedman – Barnett Freedman. Eight Proof Lithographs for »Oliver Twist«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Acht Farblithographien. 1939. 17,7 : 11,3 cm (ca 25 : 16 cm). Im Stein signiert und datiert.

Probedrucke der Illustrationen zur Buchausgabe der Heritage Press im Limited Edition Club. – Der englische Graphiker Barnett Freedman (1901–1955) illustrierte eine Vielzahl von Büchern. Die vorliegende Folge der Hauptcharaktere des Romans enthält alle acht Illustrationen der 1939 erschienenen Buchausgabe. – Die losen Blätter in einem vom Künstler eigenhändig betitelten Umschlag mit Widmung »For Jack Beddington« und mit einem eigenhändigen Brief an diesen Empfänger »I hope you will have these rough proofs of a job I did just before ›war‹ broke out.« Jack Beddington (1893–1959) war in den 1930er Jahren Manager von »Shell-Mex and BP«. – Dazu: Eine zweite Folge, am Unterrand typographisch bezeichnet »Printed in Great Britain«, eine Lithographie mit eigenhändiger Widmung des Künstlers, datiert 1943. Diese Folge mit leichten Knickfalten.

917  Willi Geiger – Johann Wolfgang von Goethe. Römische Elegien 1788.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

14 Steinzeichnungen von Willi Geiger. München [und Feldwies bei Übersee 1943]. Mit 14 signierten Lithograhien, davon zehn ganzseitig. Hellbrauner Schweinslederband mit montiertem Pergamentdeckelschild mit kalligraphiertem Titel.

Eins von 100 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Breitrandiger Pressendruck auf unbeschnittenem Bütten. – Herausgegeben von Herbert Kluger, der nach Kriegsende u. a. die umstrittene Buchausgabe von Jakob Littners und Wolfgang Koeppens »Aufzeichnungen aus einem Erdloch« verlegte. – Gedruckt bei C. Wolf & Sohn, jeweils München. – Die Illustrationen entstanden bereits während der Lehrtätigkeit Geigers an der Staatlichen Akademie der Künste und Buchgewerbe in Leipzig (1928–1933), erschienen aber erst zehn Jahre später im Eigenverlag. – Mit der gedruckten Widmung »Für meinen Freund Walter Gagg«.

32,2 : 23,8 cm. [4], 56, [4] Seiten.

  918    Wolfgang Gerner – Lao-Tse. Tao te king.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Aus dem Chinesischen ins Deutsche übertragen von Victor von Strauss, mit Aquarellen von Wolfgang Gerner. Denklingen, Fuchstaler Presse 1989. Mit zwei signierten Aquarellen, betitelt »Sinn« und »Leben«. Weißer Originalhalblederband, Deckelbezüge aus weißem Japan-Faser-Papier. In der Originalhalbleinenmappe.

23. Druck der Fuchstaler Presse. – Eins von 15 Exemplaren, »für jedes entstanden eigene Arbeiten, sodaß jedes Buch als Unikat gelten kann« (Druckvermerk). – Wolfgang Gerner, geboren 1942, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und ist seit 1974 freischaffender Maler und Graphiker. – Der Text, jedes der 81 Kapitel auf einer eigenen Seite, wurde aus der Koch Antiqua gesetzt und auf blütenweißes Van Gelder-Zonen-Bütten gedruckt. – Makellos und sehr selten.

46,5 : 33,8 cm. 90, [6] Seiten, 2 Aquarelle.

  919    Erich Glas. Phaedrus Augusti libertus. Aesopische Fabeln.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Sechs Holzschnitte. 1920. 11,5 : 9,5 cm (21,0 : 16,5 cm). Signiert, datiert, mit »Handdruck« bezeichnet und auf dem Passepartout betitelt. Lose in Originalhalbpergamentflügelmappe mit vergoldetem Rückentitel und marmorierten Japanpapierbezügen.

Künstler- oder Belegexemplar aus dem Nachlass von Otto Dorfner, Weimar, der die Mappen der Suite fertigte. – Die Mappe erschien laut Sennewald als Vorzugsausgabe zu der Buchausgabe (Berlin, Amsler & Ruthardt 1920), die acht Holzschnitte enthielt. – Alle sechs Holzschnitte und der Holzschnitttitel auf Japan, die Holzschnitte mit der Nummer des Abzugs und »Handdruck« bezeichnet. Alle in Passepartout und auf diesem mit einem Zitat aus der jeweiligen Fabel betitelt. – Erich Glas (1897–1973) studierte zunächst an der Kunsthochschule in München bei F. H. Ehmcke, bevor er 1919 ans Bauhaus nach Weimar kam, dort im Vorkurs von Johannes Itten studierte und in die von Walter Klemm geleitete Druckereiwerkstatt übernommen wurde. 1921 wurde er Mitglied in der Künstlergruppe »Das junge Rheinland«.

28,5 : 22,0 cm (Mappe).

Sennewald 20 b

  920    Günter Grass. Der Schatten. Skyggen.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R16 )

Limit: € 500 ( R19 )

Zehn Lithographien zu Märchen von Hans Christian Andersen. 2005. 53,5 : 39,5 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 120 Exemplaren. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Christian Müller, Leipzig, jede Lithographie mit dessen Trockenstempel. – Das Mappenwerk entstand in Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin aus Anlass des 200. Geburtstags von Hans Christian Andersen. – Ediert vom Kunsthaus Lübeck, der Stuttgarter Manus Presse und der Galerie M Bogense. – Die Lithographien illustrieren die Märchen »Der Schatten«, »Däumelinchen«, »Der fliegende Koffer«, »Das Feuerzeug«, »Der Halskragen«, »Die kleine Meerjungfrau«, »Des Kaisers neue Kleider«, »Der standhafte Zinnsoldat«, „Die Nachtigall« und »Die wilden Schwäne«. – Mit einem lithographiertem Titelblatt und dem Inhaltsverzeichnis lose in der Originalleinenmappe. – Makellos.

921  George Grosz. Ecce homo.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1750

Berlin, Malik 1923. Mit 100 Tafeln, davon 16 farbig. Illustrierte Originalbroschur.

Exemplar der Ausgabe C mit allen 100 Tafeln, in Büttenkartonbroschur. – Bei den Tafeln handelt es sich um Offsetdrucke, farbige nach Aquarellen und einfarbige nach Zeichnungen. – »Ecce Homo« ist das erste große Sammelwerk des Künstlers, fertiggestellt wohl Ende 1922 und um den Jahreswechsel ausgeliefert. – 1923 wurden Grosz und die Verleger Gumperz und Herzfelde vom Generalstaatsanwalt beim Berliner Landgericht angeklagt, »unzüchtige Abbildungen und Darstellungen feilgehalten […] zu haben«, 23 Blätter wurden konfisziert.

36,5 : 26,5 cm. 2 Blätter (Titel und Inhalt), 100 Tafeln. – Der Broschurumschlag wie meist mit einigen Alterungsspuren, Gelenke unten etwas eingerissen. – Es fehlt das letzte Blatt mit dem Auflagen- und Druckvermerk. – Das leere Vorblatt mit Einrissen an der Klammerheftung, insgesamt vier kleine Randeinrisse.

Dückers S I C. – Hermann 155. – Lang E 38

  922    Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R5 )

Limit: € 200 ( R7 )

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Der Umschlag – entgegen einem Vergleichsexemplar – mit der Fotografie einer Zeichnung von 1934 (!). Titel mit Besitzvermerk »Franz Oertel«, zwei Tafeln mit dessen kenntnisreichen handschriftlichen Ergänzungen der Titel (Namensnennung von zwei Geraer Persönlichkeiten). – 1925 war Kurt Günther nach seiner Dresdner Dadazeit und drei kurzen Ehejahren in Bad Reichenhall wieder in seine Heimatstadt Gera zurückgekehrt. Er folgte dabei Otto Dix, mit dem er seit den Dresdner Jahren befreundet war. Nach Machtantritt der Nationalsozialisten erhielt Günther Malverbot. Ab 1934 entstanden deshalb vorrangig Porträtzeichnungen seiner Tochter (eine solche hier auf dem Umschlag).

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Kleine Läsuren an den Ecken, etwas fleckig. – Das leere Vorblatt stark stockfleckig, der Titel leicht.

923  Hamburger Sezession – Katalog der ersten Ausstellung der Hamburgischen Sezession. – Katalog der zweiten Ausstellung der Hamburgischen Secession.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 3800

Hamburg 1919 und 1921. Beide mit Holzschnitt auf dem Vorderumschlag, Heft 2 mit 16 Originalgraphiken. Originalbroschuren.

1919, und damit vergleichsweise spät, gründete sich die Hamburger Sezession – kriegsernüchert, ohne feste Programmatik, aber auch offen für Beiträge(r) außerhalb der bildenden Kunst. – Die beiden ersten Ausstellungen fanden noch im Altbau der Hamburger Kunsthalle statt. 1933 wurde die Sezession aufgelöst. – I. Katalog: Umschlagholzschnitt von Emil Maetzel. Aus dem Besitz des Hamburger Architekten Georg Opfermann (Stempel und Besitzvermerk auf dem Innendeckel), möglicherweise verwandt mit dem Sezessionsmitglied Karl Opfermann. – II. Katalog: Umschlagholzschnitt und Titelschrift von Dorothea Maetzel-Johannsen (im Stil und Format des berühmten Hamburger Brücke-Katalogs von 1912). 16 Seiten Text, 16 Graphiken von Friedrich Wield, Dorothea Maetzel-Johannsen, Paul Hamann, Gretchen Wohlwill, Emil Maetzel, Carl Blohm, Martin Ernst Friedrich Schwemer, Erich Hartmann, Anita Rée, Friedrich Ahlers-Hestermann, Karl Opfermann, Alma del Banco, Franz Breest, Paul Schwemer, Richard Kuöhl und Johannes Wüsten. – Nach dem innerhalb der Gruppe umstrittenen neuen Konzept wurden auch Arbeiten befreundeter Künstler (Marc Chagall, André Derain, Alexej Jawlensky, Paul Klee, Franz Marc, Pablo Picasso, Maurice Vlaminck u. a.) gezeigt. – Beigaben.

I: 18,5 : 14 cm. [28] Seiten, 12 Tafeln, 6 Anzeigenseiten. Vorderdeckel lose und etwas lädiert, vereinzelte Textblätter mit kleinen Randeinrissen. – II: 27,5 : 22,5 cm. [16] Seiten, 16 Graphiken, 6 Anzeigenseiten. – Umschlag minimal lichtrandig und unbedeutend geknittert.

Söhn HDOG 618 und 619

  924    Rainer Maria Rilke. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Beek, In de Roozetak Johan Souverin 1994. Mit vier signierten Aquatintaradierungen, davon drei farbig, von Eva Haskova. Originalhalblederband mit goldgeprägten Titeln.

Eins von zwölf Vorzugsexemplaren in Halbleder und mit einer signierten Extrasuite der Radierungen. – Die erste einfarbig gedruckte Radierung mit einem Rilke-Porträt bildet die Titelvignette. – Eva Haskova (geboren 1946) zählt zu den anerkanntesten tschechischen Graphikerinnen. – Die opulent gesetzte und auf Zerkall-Bütten gedruckte Ausgabe von Rilkes bekannter Dichtung erschien als siebter Druck der Edition »In de Roozetak«. – Makellos erhalten.

32,3 : 24,4 cm. [48] Seiten, 4 lose Radierungen.

925  Ernest Hemingway – Ken.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 7000

The Insider’s World. Volume I [–] III, 26 Hefte (alles Erschienene). Chicago, April 1938 – März 1939. Mit zahllosen Illustrationen. Drei schwarze Leinenbände mit goldgeprägten Titeln.

Vollständige Folge der kurzlebigen politischen Zeitschrift, die die Situation in Europa zwischen dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs analysierte und kommentierte. – Zu den Mitarbeitern gehörte kontinuierlich Ernest Hemingway, von dem 13 Artikel und eine Erzählung (»The Old Man at the Bridge«) enthalten sind. Die ersten Hefte nennen auch George Grosz als Mitarbeiter. – Viele politische Karikaturen, aber auch Fotos und Fotomontagen illustrieren die Textbeiträge. – Alle Hefte mit den farbigen Originalumschlägen. – Es erschienen halbmonatlich die Hefte I/1–7, II/1–13 und III/1–6, im letzten Heft wurde der Wechsel zu wöchentlichem Erscheinungsrhythmus angekündigt. Sehr gut erhalten und als vollständige Folge sehr selten.

34,5 : 27,0 cm. – Umschlag von Heft I/1 rückseitig mit Filmoplast geklebt.

926  Hermann Hesse. Gedichttyposkript mit Aquarell.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Limit: € 700

Doppelblatt, 14,3 : 10,5 cm.

Das Typoskript auf der Innenseite beginnt mit der vierzeiligen Einleitung »Antwort an Freunde, die mir ein besonders schwieriges Gedicht im neuen Stil gesandt hatten […]«, gefolgt von Hesses Persiflage auf die moderne Lyrik: »Manchem mag, Doch jedem nicht, Gott gegeben Gelblicher Verse Dunkeles Violett zu verstehen. || Zwölf sind der Töne. Mancher versteht Mit oder ohne Adorno Zwölfergesang, Nicht aber, Gelähmt durch Erstaunen, Unterzeichneter. || H.H.« – Außenseite mit aquarellierter Bleistiftzeichnung. – Kleiner Farbfleck im Falz, minimale Abdrucke von Büroklammern. – Dazu: Zwei Porträtfotografien, abgezogen auf Postkartenkarton: Gret Widmann. Hermann Hesse aus der Zeit des »Steppenwolf« 1927. – Heiner Hesse. H. Hesse mit seinem jüngsten Enkel 1956. Diese mit eigenhändiger Widmung »Von Herzen dankt und grüsst Ihr H Hesse«.

927  Hermann Hesse. Siddhartha.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer 1922. Originalhalbpergamentband, Batikpapierdeckelbezüge, Rücken- und Deckeltitel goldgeprägt.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren, die für Hermann Hesse abgezogen wurden und »nur vom Dichter selbst (Montagnola, Schweiz) mit seiner Unterschrift zu beziehen sind« (Druckvermerk), dort nummeriert und signiert. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung Hesses. – Sehr schönes Exemplar dieses wichtigen Buchs, das Jahrzehnte später eine ganze Generation beeinflussen sollte. – Innen tadellos.

22,5 : 14,8 cm. 146, [6] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt, der vordere auch minimal stockfleckig.

Mileck II, 43

928  Hermann Hesse. Das Haus der Träume.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Eine unvollendete Dichtung. Olten 1936. Marmorierter Pappband mit Deckelschild. – Widmungsexemplar.

Erste Buchausgabe der bereits 1914 verfassten Erzählung. – Erste Veröffentlichung der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. – Eins von 40 unnummerierten Autorenexemplaren (Gesamtauflage 150, davon 100 nummeriert und signiert für die Vereinigung Oltner Bücherfreunde). – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »Frau Clara Erichson der bewunderten Schreibkünstlerin von ihrem Kollegen«. Mileck erwähnt für die Sammlung Clara Erichson »many letters with small water colours«. Möglicherweise stammte Clara Erichson aus der Familie des langjährigen Inhabers des Rostocker Hinstorff Verlages Peter E. Erichson. – 1936 gründete William Matheson (1895–1978) zusammen mit sieben bibliophilen Freunden die »Vereinigung der Oltner Bücherfreunde« und publizierte in 35 Jahren insgesamt 100 Bücher, 22 Liebhaberdrucke, unzählige Privat- und Sonderdrucke sowie Jahresgaben.

19,3 : 12,0 cm. 85, [7] Seiten (einschließlich der Vorsätze). – Ränder leicht gebräunt. Bezugspapier über den Gelenken mit Fehlstellen.

Mileck II, 67

929  Hermann Hesse. Zwei jugendliche Erzählungen. – Freunde.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Olten 1956 und 1957. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel. Im Schuber.

70. und 75. Publikation der Vereinigung der Oltner Bücherfreunde. Eins von 135 bzw. 150 Vorzugsexemplaren, von Hermann Hesse auf dem Vortitel signiert, in Halbleder. – Beide für Peter Lukas Bertolf, Basel. – I. Inhalt: Hans Amstein. 1903. Sor Acqua. 1904. Nachwort (»Die beiden Erzählungen […] stammen aus der Zeit meiner literarischen Anfänge. Sie sind in Buchform nie erschienen.«) – II. Entstanden 1907/08, 1909 in »Velhagen&Klasings Monatsheften« abgedruckt. Mit einer Titelzeichnung von Gunter Böhmer. – Sehr gut erhalten.

20,2 : 12,8 cm. [4], 56, [4] bzw. [4], 106, [4] Seiten.

Mileck II, 121 und 123

930  Hermann Hesse. Bericht an die Freunde. Letzte Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Olten 1960. Brauner Originalecrasélederband, beide Deckel und der Rücken mit vergoldetem und schwarzgeprägtem Filetenmuster, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

85. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe dieser Zusammenstellung. – Eins von 60 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einem eigenhändigen und signierten Textzitat des Dichters auf dem Vorblatt: »Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind […]« (Gesamtauflage 785). – Auf Zerkall-Bütten. – In der Vorzugsausgabe sehr selten, hier zudem in einer Einbandvariante mit dem Filetenmuster auf dem gesamten Einband.

20,3 : 12,8 cm. [2], 49, [5] Seiten.

Mileck II, 132

931  Hermann Hesse. Erwin.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Olten 1965. Blauer Originalmaroquinband, beide Deckel und der Rücken mit vergoldetem und schwarzgeprägtem Filetenmuster, Rückentitel, Stehkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

Achter Oltner Liebhaberdruck. – Erste Ausgabe. – Eins von 55 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe im Ganzledereinband (Gesamtauflage 765, zusätzlich vierzig nicht für den Handel bestimmte). – Auf starkem Zerkall-Bütten. – Unbeschnitten. – Die Erzählung »Erwin« entstand schon um 1907/08 und wurde hier erstmals aus dem Nachlass veröffentlicht. – Makellos schönes Exemplar der sehr seltenen Vorzugsausgabe.

20,5 : 13,0 cm. [6], 51, [11] Seiten.

Mileck II, 147

932  Otto Hettner – Longus. Daphnis und Chloé.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Mit Steinzeichnungen von Otto Hettner. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit 93 teils blattgroßen Lithographien. Pergamentband, Lederückenschild, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Achter Phantasus-Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten bei Jakob Hegner in Hellerau. – Der Text folgt einer Übertragung von Friedrich Jacobs aus dem Jahr 1832, die mit dem griechischen Text verglichen und frei bearbeitet wurde. – »In dem 8. Phantasusdruck ›Daphnis und Chloe‹ kontrastiert die Fleischmann-Antiqua sehr kühn gegen die flaumigen […] Steinzeichnungen Otto Hettners.« (Schauer). – Sehr schönes Exemplar. – Dazu: Otto Hettner. Die Galatea des Don Miguel de Cervantes. 65 signierte Lithographien. 1922. Lose Abzüge auf Japan, vier in Rötel gedruckt. Jeweils in Passepartout und in Originalhalbpergamentmappe. Die Suite, gedruckt auf der Handpresse der Dresdner Akademie, erschien zu 25 Vorzugsexemplaren der Buchausgabe (21. Avalun-Druck, 1922). Sie enthält auch acht nicht im Buch enthaltene Lithographien. – Otto Hettner (1875–1931) lehrte seit 1917 an der Dresdner Kunstakademie Aktzeichnen und erhielt 1919 dort eine Professur. »In Dresden gelangen Hettner einige bemerkenswerte Beiträge zur Kunst der Illustration. […] Theodor Däubler, mit dem Hettner befreundet war, attestierte dem Maler ›hellenistisches Schauen‹ und meditierte über bisweilen ›traumverlorene Figuren‹. […] Die spannungsvolle Längung der Figuren wird zu einer Besonderheit der lyrischen Sensibilität der Hettnerschen Kunstwelt.« (Lothar Lang).

29,0 : 20,3 cm. 197, [3] Seiten. – 65 Lithographien.

Rodenberg 459, 8. – Schauer I, 239 und II, 99. – Lang I 91 und 90

  933    Friedrich Heubner – Daniel Defoe. Robinson Crusoe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit 20 Originalradierungen von F. Heubner. München, Der Bücherwinkel 1922. Mit 21 signierten Radierungen, davon eine auf dem Titel, ein Initial und eine Schlussvignette,. Blauer Halblederband mit marmorierten Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg).

Erstes Werk der »Drucke des Bücherwinkels«. – Eins von 100 Exemplaren, »gedruckt für L. Friederichsen & Co., Hamburg« (Verlagsbuchhandlung). – Gesetzt aus der Breitkopf-Fraktur. – Friedrich Heubner (1886–1974) war unter anderem Mitarbeiter der Münchner Zeitschriften »Simplicissimus« und »Jugend«. – Seine Robinson-Radierungen erschienen anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums der Erstausgabe, ein Anlass, der nicht nur in Deutschland eine ganze Reihe von illustrierten und bibliophilen Robinson-Ausgaben »hervorbrachte«.

31,9 : 26,0 cm. [6], 239, [7] Seiten. Leicht berieben, die Ecken etwas bestoßen. – Exlibris und Prägestempel. Ränder der Radierungen teils stockfleckig.

Rodenberg 350, 1. – Sennewald 22,1

ChristianHesse