Zum Sonderkatalog “Die Sammlung der Achilles-Stiftung”

Die 2010 gegründete Barbara Achilles-Stiftung Hamburg hat sich entschlossen, ihre Buchsammlung durch eine Versteigerung aufzulösen und die Erlöse für die weitere Arbeit der Stiftung einzusetzen. Wir freuen uns, dass Frau Edith Achilles und die Stiftung uns mit dieser Auktion beauftragt haben. Nur wenige Tage nach Vertragsabschluss verstarb, trotz hohen Alters unerwartet, die 95jährige Sammlerin am 7. August 2020, zehn Jahre nach ihrer Tochter Barbara. Da sie die Auktion nicht mehr miterleben wird, ist es uns eine besonders ehrenvolle Verpflichtung, den Verkauf der ebenso wertvollen wie persönlichen Sammlung im Sinne beider Sammlerinnen durchzuführen. Es war stets deren Wunsch, die Bücher durch einen vereinzelnden Verkauf wieder in neue Sammlungen zu “befördern”.

Die Versteigerung der Achilles-Sammlung mit ihren kostbaren Pressendrucken, Einbänden und illustrierten Büchern der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts darf zu Recht in einer Reihe mit anderen bedeutenden Auktionen genannt werden: Hermann Hesse-Sammlung Martin Bodmer (Venator 1973), Bibliothek Salman Schocken (Hauswedell, 1975/76), Insel Verlag Alfred Bergmann (Hauswedell & Nolte, 1982), Bibliothek Victor Achter (Hauswedell & Nolte, 1992), Bibliothek Hans L. Merkle (Reiss & Sohn, 2002-2004), Pressendrucke F. B. Schmetz (Venator & Hanstein, 2008) sowie in unserem Haus der Nachlass Victor Günthert (2014-2016) und Teile der Sammlung Herbert Kästner (2016).

2012 haben wir den damaligen Bestand der Achilles-Sammlung in dem opulenten Dokumentationskatalog „Wege zum Idealen Buch“ beschrieben. In Vorbereitung der Auktion bieten wir die Restauflage zu Sonderpreisen: Die gebundene Ausgabe für 38 EUR, die Broschur für 19 EUR (zzgl. Porto). Ihre Bestellung nehmen wir gern entgegen.


Wichtiger Hinweis:

  So    markierte Katalognummern werden in einer Online-Auktion am Sonntag, 17. Januar, ab 15 Uhr versteigert.

Schriftliche Vorgebote sind möglich, telefonische Teilnahme nicht.

1034  Burgart-Presse – Jan Volker Röhnert. Sonnenquartette.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Radierungen von Max Uhlig. Rudolstadt 2006. Mit sieben blattgroßen Radierungen, sechs davon signiert. Originalpappband im Schuber (Ludwig Vater, Jena).

34. Druck der Burgart-Presse. – Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe B mit einer zusätzlichen überzeichneten Radierung, lose beigelegt und signiert (Gesamtauflage 80). – Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Dieses erste Buch mit originalgraphischen Arbeiten von Max Uhlig erschien anlässlich seines 70. Geburtstags. – »Die Texte sind eigens für dieses Buch entstanden, ausgehend von einer Zeile, die Baudelaires Sonett ›Le vin des amants‹ beschließt.« (Jens Henkel). – Tadellos.

40,0 : 29,0 cm. [29] Seiten.

  1035    Donkey-Press – Gottfried Keller. Eugenia.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Köln, Eduard Prüssen 1992. Mit acht signierten Farbradierungen von Eduard Prüssen und einigen Linolschnitten. Originalpappband mit eingelegtem Linolschnitt-Titelschild.

21. Druck der Donkey-Press. – Eins von 15 Vorzugsexemplaren mit den farbig abgezogenen Radierungen (Gesamtauflage 30). – Die Texte wurden von Hand gesetzt und abgezogen und mit Linolschnittvignetten verziert. – Die Radierungen auf Velin, der Text auf Werkdruck und als Blockbuch gebunden. – Eduard Prüssen (geboren 1930) gründete die Donkey Press 1962, seit 1967 erschienen seine Handpressendrucke, stets mit eigenen Originalgraphiken.

35,8 : 20,0 cm. [34] Seiten, 8 Radierungen.

1036  Edition Eichthal – Die alte Geschichte vom Fischer und seiner Frau

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 550

neu erzählt und auf den Kopf gestellt von Feridun Zaimoglu, in Stein gezeichnet von Hans-Ruprecht Leiß. Eckernförde 2008. Mit 26 Lithographien im Text, davon sechs doppelblattgroß. Illustrierter Originalleinenband im bemalten Originalschuber (Thomas Zwang, Hamburg).

Künstlerexemplar neben der 150er-Auflage. Wie die zehn Luxusexemplare wurde auch dieses vom Künstler individuell gestaltet. Hier mit einer beigelegten aquarellierten Lithographie, signiert und betitelt, und in einem allseitig mit Tempera bemalten Schuber. – Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Auf Zerkall-Bütten. – Satz, Typographie und Herstellung übernahm Claus Lorenzen von der Officina Ludi, gedruckt wurde im Hamburger Museum der Arbeit. – Feridun Zaimoglu (geboren 1964) ist seit Ende der 80er Jahre als freier Schriftsteller in Kiel tätig. Hans-Ruprecht Leiß (geboren 1954) lebt und arbeitet in Flensburg. – Es geht die Anekdote, der in diesem Frühjahr verstorbene Quetsche-Verleger Scheuble habe seinen Eichthal-Kollegen Jess auf der Frankfurter Buchmesse ob des niedrigen Preises für diese Vorzugsausgabe glatt für »verrückt« erklärt. Er hätte für eine solche Edition 2.000 EUR genommen (und auch bekommen).

32,5 : 22,5 cm. [36] Seiten, 1 Zeichnung.

  1037    Edition Fundamental – Acht Drucke.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Köln 1985–1991. Teils originalgraphisch illustriert. Originaleinbände.

Die Edition Fundamental wurde von der gleichnamigen Kölner Künstlergruppe um 1980 gegründet. Seit 1982 erschienen etwa 20 Bücher, in experimenteller Typographie und teils mit Originalarbeiten, in kleinen Auflagen. – Meist von Künstler und Verfasser signiert. – I. Karlheinz Richard [Müller]. Col-la-gen. Gedichte & Übermalungen. 1985. 47 Exemplare, hier Vorzugsausgabe mit signierter Original-Textcollage. – II. Ad Reinhardt. Dreizehn Regeln zu einem ethischen Kodex für bildende Künstler. 1986. 70 Exemplare. – III. Jürgen Schablitzky. Spalten, biegen und brechen. 1987. Mit 15 Graphiken und einer Zeichnung. 111 Exemplare. – IV. K. Richard Müller. Dirty Story. 1987. Faksimilierte Bild-Text-Collagen. 100 Exemplare. – V. K. Richard Müller. Der Buchstabenfresser. 1988. 40 Exemplare. – VI. Reinhold Koehler. Contratexte. Mit Nachwort herausgegeben von Karl Riha und Angela Koehler. 1988. 150 Exemplare. – VII. V. O. Stomps. Der streitbare Pegasus. 1989. 110 Exemplare. – VIII. Fritz Widhalm. Happy End. 1991. 350 Exemplare. – Ein weiterer Druck. – Alle tadellos.

Spindler 141.8, 13, 14, 21, die vier weiteren nach 1988

  1038    Edition Lafranca – Jean Arp. Ich lasse mich von der Arbeit führen […].

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

[Cerentino] 1985. Mit fünf signierten Holzschnitten, zwei von Peter Hächler, drei von François Lafranca. Lose mit zwei Textblättern in Originalumschlag.

Eins von 50 Exemplaren. – Von beiden Künstlern auch im Druckvermerk signiert. – Auf schwerem Bütten, handgeschöpft von François Lafranca. – Die Textpassage stammt aus Arps Dichtung »Mit gesenkten Lidern«.

41 : 47 cm. 12 Blätter.

  1039    Edition Tiessen – Gotthold Ephraim Lessing. Ausgewählte Fabeln.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Mit 5 Radierungen von Simon Dittrich. Neu-Isenburg 1977. Mit vier signierten blattgroßen Radierungen. Rostroter Originalseidenband mit montierter Radierung auf dem Vorderdeckel (Helmuth Halbach, Königstein). Im Schuber.

Vierter Druck der Edition Tiessen. – Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 240). – Alle Radierungen wurden signiert. – Vorderes Vorsatzblatt mit Lessing-Porträtzeichnung von Simon Dittrich. – Druck in den Werkstätten der Trajanus-Presse, die Radierungen bei Max Dunkes, München. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

33,3 : 22,5 cm. 21, [3] Seiten.

Spindler 41.4. – Tiessen V, 3

1040  Edition Dieter Wagner – 16 Ausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Berlin 1982–1989. Teils illustriert, mit Collagen, Typographiken und Übermalungen. Originalbroschuren.

Die nahezu lückenlose Editions-Folge aus den Jahren 1982–1989. – Dieter Wagner (1941–2004) lebte seit 1971 in Berlin und lernte dort V. O. Stomps kennen, dessen Pressendrucke auf Packpapier und Wellpappe ihn inspirierten. Seit 1979 war Dieter Wagner in der Berliner Druckerei Gerike angestellt, »wo nach Feierabend seine Druckexperimente entstehen« (Albert Spindler). Kaum ein anderer zeitgenössischer deutscher Pressendrucker experimentierte derart unkonventionell mit Material (Packpapier, Makulaturbögen, Telefonbuchausschnitten, Seiten aus Pornoheften und Versandkatalogen) und Typo-Graphik. – Alle Ausgaben sind vom Verleger, einige auch von den Autoren signiert. – Alle tadellos erhalten. – I. Harald Schmid. Bin i a Kaschparl? 1982. 200 Exemplare. – II. Friedrich Hölderlin, Bruchstück 16. 1983. 50 Exemplare. – III. Dieter Wagner. 1984. Diese Scheiße kommt auf uns zu. 1983. 50 Exemplare. – IV. Die Frau aus dem immergleichen Blickwinkel. Auf dem Rücken. Die Kunsthure. Frei Reich Au. 1984. 50 Exemplare. – V. Jacop Freyen. Die Gartengesellschaft. 1984. Kaffee-gefärbtes Papier. 150 Exemplare. – VI. Fukujuso. Japanische Kurzerzählung auf Telefonbuchseiten. 1984. 80 Exemplare. – VIII. Wolfgang Nieblich. Makulatur. 1984. 250 Exemplare. – VIII. Hans-Ulrich Treichel. Aus der Zeit des Schweigens. 1984. 200 Exemplare. – IX. Der Traum ist aus. No. 1. 1985. Foto von Wolf Gutbier. 100 Exemplare – X. Is da wirgli a Rua oder Goethes Fettflecken. 1985. 100 Exemplare. – XI. Dieter M. Gräf. Mein Vaterland. 1985. Mit Sprühlack überarbeitet. 130 Exemplare. – XII. Roll over Marylin. 1986. Mit Collagen aus Pornomagazinen. 150 Exemplare. – XIII. Barock – Vergänglichkeit der Schönheit. 1986. 100 Exemplare. – XIV. Robert Wienes. Alles Geschriebene bisher Quark. 1988. 130 Exemplare. – XV. Dieter M. Gräf. Beine hoch Amerika. 1989. 50 Exemplare. – XVI. Jürgen Beckelmann. Der Wasserhahn oder Die Wiederauferstehung des Schrotts. 1989. 50 Exemplare.

Spindler 131.13–20, 22, 23, 25–28 und zwei weitere

1041  FlugBlatt-Presse – 16 Drucke.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Lahnstein 1982–1991. Meist mit Originalgraphiken von Peter Malutzki, Manfred Prochatta und Heidi Hübner-Prochatta. Originaleinbände.

1980 gründeten die drei Wilhelm Neufeld-Studenten in Mainz ihre FlugBlatt-Presse. – Die Bücher entstehen, gesetzt in teils klassischer Typographie aber graphisch überarbeitet, in kleinen Auflagen. 1987 trennte sich Peter Malutzki von dem Ehepaar Prochatta und arbeitete in den Folgejahren mit Ines von Ketelhodt zusammen. – Meist von allen Beteiligten signiert. – Nahezu die gesamte Reihe der editieren Bücher: I. Edward Lear. 15 Limericks. 1982. 150 Exemplare. – II. H. C. Artmann. Der aeronautische Sindtbart. 20. Abendteuer. 1983. 120 Exemplare. –III. Ulrich Raschke. Der Holzweg. 1984. 60 Exemplare. – IV. Heidi Hübner-Prochatta. Bilder zu »Betrug« von Rafael Alberti. 1985. 55 Exemplare. – V. Der gewandte Festredner. 1984. 90 Exemplare. – VI. Sehnsucht. 1985. 110 Exemplare. – VII. Brüder Grimm. Läuschen und Flöhchen. 1985. 110 Exemplare. – VIII. Erde Feuer Luft Wasser. Mit einem Bilderalphabet. 1986. 100 Exemplare. – IX. H. C. Artmann. Der aeronautische Sindtbart. 30. Abendteuer. 1987. 120 Exemplare. – X. Wallace Stevens. Thirteen Ways of Looking at a Blackbird. 1987. 22 Exemplare. – XI. Hölderlin: Vom Abgrund nämlich. 1987. Zehn Exemplare. – XII. Leporello 1 und 2. Fotografien von Ines von Ketelhodt, Überdruckungen von Peter Malutzki. 1989. 60 Exemplare. – XIII. Günter Eich. Unter Wasser. 1990. 100 Exemplare. – XIV. Konrad Bayer. Das tote Kind in der Wiege. 1991. 55 Exemplare. – Zwei weitere Drucke. – Alle tadellos erhalten.

Spindler 143.70, 71, 73– 77, 79 und 81– 83, die fünf weiteren nach 1988

1042  Illustration 63.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Zeitschrift für Buchillustration. Herausgegeben von Curt Visel. Jahrgänge 1–40, vier Register und vier Festschriften. Memmingen 1963–2003. Mit mehr als 600 lose beiliegenden, meist signierten Originalgraphiken und zahlreichen Abbildungen. 128 illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Ausgabe der bekannten Zeitschrift, auch der erste Jahrgang in den Originalausgaben (das Reprint als Beigabe). – Alle Hefte nummeriert, die Auflage stieg von anfänglich nur 100–250 auf schlussendlich 700 Exemplare. – Dazu alle vier Festschriften zu den Dezennien sowie alle Gesamtregister. – Jedes Heft mit drei bis acht Originalgraphiken, meist signierten Holz- bzw. Linolschnitten, aber auch Offset-Lithographien, Holz- und Acrylstichen, Zinkätzungen, Filmschabblättern u. a. m. von Helmut Ackermann, Archibald Bajorat, Anthony Colbert, Klaus Eberlein, Felix Hoffmann, Dieter Huthmacher, Birgit Kannegiesser, Peter Kleinschmidt, Rudolf Koch, Hans Leip, Fritz Möser, Hans Orlowski, Alfred Pohl, Roswitha Quadflieg, Paul Reding, Hans Ticha, Hellmuth Weissenborn, Jens Witt, Heinrich Eugen von Zitzewitz u. v. a. Auch der Reprint von Jahrgang I und die Festschriften enthalten originalgraphische Beilagen. – Jedes Heft mit mehreren Werbebeilagen verschiedener Verlage und Editionen. – 1963 gegründet, sorgte »Illustration 63« dafür, »daß […] die jüngste deutsche Buchkunst in den führenden Bibliotheken und Instituten der ganzen Welt (von San Francisco bis Moskau und von Island bis Pretoria und Canberra) präsent geworden und an die große Tradition der deutschen Buchkunst erinnert worden ist. […] Für die Bücherfreunde des Inlandes hat unsere Zeitschrift ein Fenster auf die Buchkunst anderer Nationen geöffnet […]« (Curt Visel im Vorwort zur Reprintausgabe des ersten Jahrgangs). – Die originalgraphischen Beilagen wurden kollationiert. – Tadellos erhalten.

29,7 : 21,0 cm.

  1043    Leipziger Drucke – Voltaire. Candide

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 360

oder Der Optimismus. Leipzig 1999. Mit elf Holzschnitten von Rolf Kuhrt, zehn blatt- und einer doppelblattgroß, dieser auf gelbem Bütten und signiert, und weiteren auf dem Japanpapierumschlag. Originalpergamentband mit Umschlag, in Originalkartonkassette.

Neunter »Leipziger Druck«. – Eins der ersten zehn von 30 römisch nummerierten Künstlerexemplaren, in der Ausstattung der zehn arabisch nummerierten Vorzugsexemplare mit einem beigelegten signierten Farbholzschnitt (doppelblattgroß, auf Japan, nummeriert XIV/20) und in Pergament gebunden. – Herausgegeben von Herbert Kästner. – Gesamtgestaltung Angelika Kuhrt. – Im Druckvermerk vom Künstler und der Buchgestalterin signiert. – Als Blockbuch gebunden. – Die deutsche Textfassung stammt von Stephan Hermlin. – Als Vorzugsexemplar sehr selten und tadellos erhalten. – Dazu die ersten drei Drucke der Reihe »SchriftBild«. Leipzig 2011. Originalhalbleinenbände. Je eins von 95 Exemplaren (Gesamtauflage 125), jeweils eine Graphik und der Druckvermerk signiert. – I. Jens Sparschuh/Klaus Raasch. Schreib-Akte. Mit fünf Farbholzschnitten. – II. Thomas Rosenlöcher/Henning Wagenbreth. Ich habe ein Buch bekommen. Mit fünf Farbserigraphien. – III. Bertolt Brecht/Baldwin Zettl. Kinderkreuzzug 1939. Mit sechs Kupferstichen, auf dem Leporello signiert. Ohne Druckvermerk.

36,0 : 20,5 cm. 94, [2] Seiten.

1044  Lubok.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Herausgegeben von Christoph Ruckhäberle und Thomas Siemon. Leipzig 2007–2012. Mit mehr als 900 Linolschnitten. Originalbroschuren mit Farblinolschnitten des Herausgebers als Umschlag.

Vollständige Reihe der Künstlerbuchreihe. – Namensgebend waren die russischen »Lubki«, die in Russland vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert populären sozialkritischen und satirischen Bilderbogen. – Gedruckt auf einer »Präsident-Zylinder« von Thomas Siemon. – Es sind, mit wenigen Wiederholungen, 140 zeitgenössische Künstler vertreten, darunter Thomas M. Müller, Karl-Georg Hirsch, Volker Pfüller, Katharina Immekus, Christoph Feist, rosa Loy, Stefanie Schilling Tal R, Tobias Lehner, Tilo Baumgärtel und Katrin Stangl (vollständige Künstlerliste in unserem Onlinekatalog: Julika Achtzig, Roxane Alaime, Eliot Anderson, Gitte Bach, Julesde Balincourt, Laurene Barnel, Christiane Baumgartner, Hubert Becker, Camille Benarab-Lopez, Mehdi Besnainou, Robert Brambora, Christian Brandl, Ines Brands, Thelma Cappello, Elliott Causse, Steven Chambers, Leo Chesneau, Come Clerino, Eileen Cooper, Adam Dant, Damien Deroubaix, Benjamin Dittrich, Johannes Eckardt, Marcel van Eeden, Patrick Eicke, Wolfgang Ellenrieder, Markus Färber, Patrick Fauck, Christoph Feist, Juliette Frenay, Monika Gary-Krug, Tino Geiss, Nikolay Georgiev, Theo Ghiglia, Luis Gispert, Rebekka Gnädinger, Sebastian Gögel, Thomas Gosebruch, Martin Groß, Claas Gutsche, Irene Hanenbergh, Malene Hartmann, Stuart Hawkins, Maria Hinze, Karl-Georg Hirsch, Katharina Immekus, Mirjam Jacob, Tobias Jacob, Britta Jonas, Ruprecht von Kaufmann, Roger Kelly, Herbert Klee, Annika Kleist, Andrzej Klimowski, Marie-Carolin Knoth, Jannine Koch, Christoph Koester, Serena Korda, Uta Koslik, Oliver Kossack, Mandy Kunze, Agnes Lammert, Gaspard Laurent, Laureline Le, Corinne von Lebusa, Berenice Lefebvre, Tobias Lehner, Stefanie Leinhos, Franziska Leonhardi, Thomas Lesigne, Justin Lieberman, Markus Liehr, Margarete Lindau, Tereza Lochmannova, Tim Lokiec, Rosa Loy, Betty Rose Manzetti, Stephanie Marx, Bob Matthews, Tom McGrath, Thomas Moecker, Brian Montuori, Paul Moragues, Chelsea Mortenson, Berit Mücke, Thomas Müller, Franziska Neuhofer, Philipp Orlowski, David Orme, Jirka Pfahl, Volker Pfüller, Danica Phelps, Olivia Plender, Petra Polli, Rahel Pötsch, Camille Pozzo di Borgo, Tal R., David Rayson, Ewoud van Rijn, Malena Robin, David Röder, Christoph Ruckhäberle, Sebastian Rug, Marcel Ruijters, Stefanie Schilling, Katharina Schilling, Reiner Schlamp, Alexander Schmidt, Robert Schmiedel, Cindy Schmiedichen, Anna Schmocker, Karoline Schneider, David Schnell, Carolin Schreier, Jens Schubert, Dana Schutz, Robert Schwark, Mercedes Semino, Aaron Spangler, Sebastian Speckmann, Claus Stabe, Thomas Stephanblome, Sophie von Stillfried, Jasper Sebastian Stürup, Koen Taselaar, Anke Theinert, Mark Titchner, Anja Triestram, Tim von Veh, Julie Verhoeven, Steve Viezens, Frank Wahle, Simone Waßermann, Phoebe Washburn, Julia Weck, Matthias Weischer, James Whitman, Richard Woods, Uta Zeidler). – Jeder Band enthält 60 bis 130 Linolschnitte, alle als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Der Lubok Verlag für Kunst- und Künstlerbücher entstand aus der Begegnung des Künstlers Christoph Ruckhäberle mit dem Graphiker und Buchdrucker Thomas Siemon. Aus der gemeinsamen Faszination am Künstlerbuch und der Begeisterung für das Medium Graphik entstand die Idee originalgraphische Bücher in hohen Auflagen mit Linolschnitten zeitgenössischer Künstler zu veröffentlichen. – Die Auflage betrug meist 500 Exemplare, einige Hefte sind inzwischen vergriffen. – Makellos erhalten.

32 : 24 cm.

  1045    Christoph Meyer – Bertolt Brecht. Der Paß.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R5 )

Limit: € 400 ( R7 )

Zeichnungen von Christoph Meyer. Berlin, Alligatorpess 2007. Mit fünf farbigen Zeichnungen. Originalbroschur mit grünem Büttenumschlag.

Edition mote 1. – Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Den Text druckte Peter Rensch auf der Andante Handpresse, die Illustrationen zeichnete der Künstler in Rot und Schwarz mit Kugelschreiber und Tusche. Jedes Exemplar innerhalb der Auflage ist somit ein Original. »In der Wiederholung entwickeln sich Variationen […] so dass jedes Exemplar unverwechselbar gezeichnet ist – anders als der Pass, der den Menschen durch eine Reihe von normierten Aspekten identifiziert« (Michael Lailach, in einem Werbetext der Edition).

32,8 : 24,3 cm. [12] Seiten.

  1046    Christoph Meyer – Nelly Sachs. Faustschlag.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R5 )

Limit: € 400 ( R7 )

Zeichnungen von Christoph Meyer. Berlin, Alligatorpress 2008. Mit fünf Zeichnungen. Originalbroschur.

Edition mote 2 – Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Den Text druckte Peter Rensch auf der Andante Handpresse, die Illustrationen fügte der Künstler mit rotem, bei einer Zeichnung zusätzlich mit blauem, Kugelschreiber ein. Jedes Exemplar innerhalb der Auflage ist somit ein Original.

32,8 : 24,3 cm. [12] Seiten.

  1047    Christoph Meyer – Ernst Jandl. Erwarte von Wörtern nichts.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R5 )

Limit: € 600 ( R7 )

Berlin, Edition B.L.4 2015. Mit drei farbigen Zeichnungen (Tusche und Aquarell) und vier farbigen Walzendrucken. Roter Originalleinenband mit silbergeprägtem Rückentitel. Im Originalschuber mit blindgeprägtem Monogramm.

Edition mote 11. – Künstlerexemplar »(E.A) 3«, neben der Auflage von gerade einmal zehn Exemplaren. – Der Text im Buchdruck, die Illustrationen von Hand eingezeichnet. – Als Blockbuch gebunden.

32,0 : 24,8 cm. [14] Seiten.

1048  Unikatbücher – Christoph Meyer. Für Paul Celan.

Schätzpreis/Estimate: € 2500 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

16 Aquarelle, mit Tusche überarbeitet. 2019/20. 51 : 66 cm. Auf dem vorletzten Aquarell betitelt, signiert, mit »Malerbuch« bezeichnet und datiert. Als Buch gebunden.

Unikatbuch, im Eigenverlag erschienen. – Enthält Celans »Hawdalah«, »Schwarzerde« u. a. Gedichte. Christoph Meyer gestaltete sechs Doppelseiten in unterschiedlichsten Techniken: Tempera, farbige Tuschen, Fettkreide, und handgeschriebene Texte. Auch die Vorsätze wurden bedruckt, eingefärbt bzw. bemalt und mit der Hand beschrieben. Auf starkem Velin BFK Rives, jeweils zwei Bogen verklebt zu einem Blatt. – Leuchtend roter Originalleinenband. – Christoph Meyer, geboren 1954 in Greifswald, studierte in Berlin. In den Jahren 2004–2007 entstanden seine zehn »James Joyce Unique Books«, jedes zu einem Gedicht des Künstlers. Die Reihe wurde 2011 in der Neuen Sächsischen Galerie in Chemnitz ausgestellt. – In den letzten Jahren schuf Meyer auch Unikatbücher zu Gedichten und Zyklen von Durs Grünbein, Bob Dylan, Peter Rühmkorf und Uwe Kolbe sowie zahlreiche Künstlerbücher zu Friedrich Nietzsche, Tom Waits, Paul Celan, Michel Houellebecq, Heiner Müller, Bertold Brecht, Johannes Bobrowski, Bert Papenfuß, Simone Schneider und Nelly Sachs. – Seine Arbeiten waren u. a. in Berlin, Frankfurt am Main (Buchmesse) und Peking ausgestellt. – Tadellos.

  1049    Neuhauser Kunstmühle – Markus Krön. Ansichten der Stadt Salzburg.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 700

12 Lithographien. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle 2007. Zwölf ganzseitige Farblithographien. Mit Titel und Druckvermerk in orangefarbenem Originalleinenband mit montierter Deckellithographie.

Eins von zwölf Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Die Lithographien wurden vom Künstler direkt auf den Stein gezeichnet und an der Reiberpresse von Thomas Franke auf Zerkall-Bütten gedruckt. – Der Künstler überrascht den erwartungsvollen Betrachter durch banale Bildobjekte, die hier in den Vordergrund »treten« und die gewohnten, touristisch vermarktbaren, Motive als Nebensächliches erscheinen lassen. Über seine dieser Gestaltung zugrunde liegenden Gedanken schreibt der Österreicher Markus Krön (geboren 1970) auf seiner Webseite: »Thujenhecken, Schallschutzwände, Einfamilienhäuser, Silos usw. betrachte ich vor allem als menschliche Zeichen in der Landschaft. Alles befindet sich an dem von Menschen bestimmten Ort«.

33 : 42 cm. 14 Blätter.

  1050    Neuhauser Kunstmühle – Michael Hedwig. Sterntaler.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Limit: € 800

Lithographien und Radierungen zu einem Text von Karin Peschka. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle 2008. Mit neun Farblithographien und acht Radierungen im Text, davon eine blattgroß. Leporellobuch.

Eins von 21 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Centaur, gedruckt auf Zerkall-Bütten. Insgesamt 20 Blätter wurden auf zehn mit Leinenfälzen verbundene Pappelsperrholzplatten aufgezogen. – Die eine Seite des Leporellos bietet die farbige Bildgeschichte, die andere den mit Radierungen illustrierten Text. – Der Österrreicher Michael Hedwig (geboren 1957) ist vor allem durch Kunstwerke im öffentlichen Raum bekannt. Seit 1985 ist er zugleich Lehrender an der Akademie der bildenden Künste Wien. – Karin Peschka (geboren 1967), deren erste Veröffentlichung dieses Künstler-Buch-Objekt darstellt, wurde unter anderem 2017 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. – Das großformatige und dabei unerwartet leichte Buch beeindruckt durch den Gegensatz der leichten, fast fröhlichen Lithographien und der eleganten Strenge der Textseiten.

53 : 40 cm. [20] Seiten.

  1051    Neuhauser Kunstmühle – Josef Zenzmaier. Mein Weg zur Großmutter.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Limit: € 600

[Ein Weg in Bildern]. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle [um 2015]. Neun Farblithographien und drei Textblätter. Gelber Originalleinenband mit zweifarbig lithographierter Einbandbanderole.

Eins von 35 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Auf BFK Rives. – Gedruckt von Joe Holzner, gestaltet von Nikolaus Topic-Matutin. – Der österreichische Bildhauer Josef Zenzmaier (geboren 1933) wandte sich erst in den 1990er Jahren der Lithographie zu.

39,4 : 57,0 cm. 12 Blätter.

  1052    Otto Rohse Presse – Andreas Gryphius. Ausgewählte Sonette, Gedichte und Epigramme.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Mit Holzstichen und Kupferstichen von Otto Rohse. [Zwei Bände]. Hamburg 1970–1971. Mit elf Kupfer- und elf Holzstichen im Text, meist blattgroß. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Titeln und blindgeprägten Deckelvignetten nach einem Holzschnitt (Christian Zwang, Hamburg). Band II im Schuber.

Zehnter und elfter Druck der Otto Rohse Presse. – Je eins von 170 Exemplaren (Gesamtauflage je 195). – Beide Bände im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Tadellos erhalten.

28,7 : 18,9 cm. 59, [5]; 52, [8] Seiten.

Hack/Schwarz 1.10 und 11. – Spindler 44.15 und 16

1053  Jalaluddin Mohammad Rumi. On the Art of Painting.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Interpreted by Zahra Partovi. Etchings by Annette Senneby. New York, Vincent FitzGerald 1989. Mit einer über 28 Seiten reichende linienförmigen Radierung. Originalleinenband in ebenfalls schwarzer Originalkassette mit eingelassenen Metallplatten in den Deckeln.

Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstlerin signiert. – Gedruckt auf Velin Rives Johannot. – Die Sentenzen des persischen Dichters Rumi (1207–1273) übertrug die junge iranische Künstlerin Zahra Partovi ins moderne Persisch und kalligraphierte diesen Text. Auch die englische Übersetzung stammt von ihr. Die Radierung von Annette Senneby (geboren 1951, schwedische Bildhauerin) zieht sich, einem »grauen Faden« gleich, durch das gesamte Buch.

Ca. 18 : 24 cm (trapezförmig gebunden). [28] Seiten, 2 Zwischenblätter.

ChristianHesse