ChristianHesse

ONLINE – 17. JANUAR 2021 | Hesse-Auktionen
ONLINE – 17. JANUAR 2021

  634    Stefan Balkenhol. Harlekin.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Lithographie. 1994. 56,5 : 18,5 cm (76,0 : 64,5 cm). Signiert und datiert.

Eins von 381 Exemplaren. – Auf Zerkall-Bütten. – Handdruck bei Loeding & Sturm, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 277 C2.

Dobke/Priess 16

  635    Stefan Balkenhol. Stehender Mann. – Frau mit weißer Jacke. – Teddy.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 440

Drei zweifarbige Holzschnitte. 2004. 76 : 56 cm. Signiert.

Auflagen: 1033, 666 und 764 Exemplare. – Aus der ersten Holzdruck-Serie des Künstlers für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Handdrucke Loeding & Sturm, Hamburg. – Auf Somerset-Bütten »newspaper gray«. – »Die originäre Herkunft des Künstlers aus dem Bereich Bildhauerei [ist] deutlich zu spüren, zumal der Druckstock in diesem Fall […] aus dem gleichen Material wie der überwiegende Teil seiner Skulpturen [besteht].«.

Blatt 1 am Oberrand leicht angestaubt.

Dobke 72, 73 und 74. – Griffelkunst 315 C1–3

  636    Stephan Balkenhol. Frau mit weißer Jacke.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Zweifarbiger Holzschnitt. 2004. 43,5 : 32 cm (76 : 56 cm). Signiert.

Eins von 666 Exemplaren. – Auf Somerset-Bütten »newspaper gray«. – Handdrucke Loeding & Sturm, Hamburg. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Dobke/Priess 73. – Griffelkunst 315 C2

  637    Stefan Balkenhol. Junger Mann. – Junge Frau.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Zwei Lithographien. 2015. 65,0 : 51,0cm. Signiert.

Eins von je etwa 1000 Exemplaren. – Auf Alt-Meißen Bütten von Zerkall. – Handdruck bei Loeding & Sturm, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern E 505 und 507. – Blatt 2 rückseitig typographisch bezeichnet.

Dobke/Priess 100 und 101

  639    Eduard Bargheer. Inselfrühe.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Radierung. 1967. 42,0 : 32,0 cm (51,0 : 40,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 86/235. – Auf Velin mit dem Trockenstempel der Edition. – In: Salvatore Quasimodo. Insel des Odysseus. Isola di Ulisse. Gedichte. Edition de Beauclair, Portfolio-Ausgaben mit Originalgraphik zeitgenössischer Meister, 3. – Mit dem Text auf grauem Kupferdruckkarton zusammen in Originalleinenmappe. – Tadellos.

Rosenbach 254. – Spindler 40.41

  642    Eduard Bargheer. Hellas 2.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Zehn Kaltnadelradierungen mit Aquatinta, davon vier farbig. 1973. 40,0 : 53,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar II/XIII, eins der Künstlerexemplare, wie auch die 35 der Auflage auf Bütten. – Alle Blätter auch in der Platte signiert und datiert. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Mit drei Textblättern, u. a. das Vorwort von Herbert V. Buttlar, lose in Originalleinenkassette. – Die Radierungen ausnahmslos mit Figuren der griechischen Mythologie und Antike. – Tadellos erhalten.

Die Kassette minimal fleckig, innen tadellos.

Rosenbach 313–322

  644    Heinz Battke. Platon. Das Gastmahl.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Neun Radierungen (auf acht Blättern). 1965. 43,5 : 23,4 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 25/50. – Auf Japon nacré. – Gedruckt von Hermann Steidle, Essen. – Die Radierungen entstanden für den zwölften Ars librorum Druck, ediert von Gotthard de Beauclair. – Hier als Beilage zu eben diesem Werk: Platon. Das Gastmahl oder Über die Liebe. In der Übertragung von Rudolf Kassner. Frankfurt am Main 1965. Mit neun Radierungen, davon drei blattgroß, fünf Vignetten, eine auf dem Vorderdeckel. Lose Doppelblätter in Originalhalbleinenchemise und -leinenkassette mit gold-braunen Lederschildern auf Vorderdeckel und Rücken (Helmuth Halbach, Niederhöchstadt). – Exemplar XXV. – Auf Velin »BFK Rives«. – Der Druckvermerk nennt 300 Exemplare und 25 weitere, mit A–Z bezeichnete, für den Verlag. Offenbar wurde aber auch zu den 50 Suiten nochmals das komplette Buch ausgegeben. – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Heinz Battke (1900–1966) war in jungen Jahren Schüler von Karl Hofer. Von den Nationalsozialisten als »entartet« abgelehnt, arbeitete er seit 1935 in Florenz. Nach Kriegsende kehrte er nach Frankfurt zurück und lehrte an der Städelschule. Die Platon-Radierungen entstanden 1963 und 1964 und zählen zum reifen Spätwerk. Sie sind zugleich die ersten und einzigen Buchillustrationen des Künstlers. – Makellos.

45,5 : 32,5 cm. 68, [4] Seiten (Buch).

Cüppers 470–478 a und b. – Spindler 40.32. – Tiessen II, 1

  646    Charlotte Berend. Max Pallenberg.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Neun Farblithographien. Um 1918. 56 : 40 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 57/100. – Auf Japan. – Erschienen im Berliner Oesterheld Verlag. – Die Lithographien von der Künstlerin eigenhändig und im Stein signiert, zudem jedes Blatt auch von dem porträtierten Mimen. – Max Pallenberg (1877–1934) spielte seit 1914 unter Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin. Mit Glanzrollen wie dem Jau in Gerhart Hauptmanns »Schluck und Jau« wurde er zum bekannten Charakterkomiker seiner Zeit. 1934 kam er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. – Die eindringlichen Porträts der Künstlerin, die von 1904 bis 1925 mit Lovis Corinth verheiratet war, zeigen Pallenberg unter anderem in Rollen aus Stücken von Ferdinand Raimund, Gerhart Hauptmann (Schluck, Rentier Krüger) und Molière (Argan, Ergaste). – Die Blätter lose in der illustrierten Originalmappe.

Die großformatigen Lithographien an den Ecken teils leicht geknickt, die Ränder leicht angestaubt. Das Textblatt geknittert. – Mappenrücken erneuert, die Deckel etwas fleckig.

Nicht im Katalog Lindenau-Museum

  649    Joseph Beuys. Hut.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Bleistiftzeichnung. 6,8 : 8,0 cm. 1979. Signiert.

Eins der zentralen Motive im Œuvre des Künstlers. – Auf dem Beilageleporello zum Ausstellungskatalog »Joseph Beuys. Zeichnungen · Tekleningen · Drawings« (Museum Boymans-van Beuningen Rotterdam 1979–1980). – Die Ausstellung wurde im Anschluss in der Nationalgalerie Berlin, der Kunsthalle Bielefeld und im Wissenschaftszentrum Bonn gezeigt.

Katalog: 29,7 : 21,0 cm. 293, [1] Seiten. Umschlag mit kleinem Einriss.

  650    Joseph Beuys. Dokumentatie.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Offsetdruck. 1975. 57,7 : 37,3 cm. Signiert und mit drei Stempeln.

Anlässlich der Ausstellung im Maastrichter Bonnefantenmuseum. – Das Plakat farbig gestempelt mit »Deutsche Studentenpartei«, »Hauptstrom« und »Fluxus Zone West«. – Mit einem Textauszug aus »Jeder Mensch ist ein Künstler« in niederländischer Übersetzung.

Rückseitig Klebereste von Anheftung. Leichte Knitter, linker Rand mit winzigem Einriss.

Van der Osten 63. – Weiß/Britsch 43

  651    Paul Ching-Bor. Four Rivers.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Limit: € 240

Buchobjekt mit acht Farbradierungen. 2010. Je 29,5 : 9,8 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Eins von 20 Exemplaren. – Die Radierungen wurden auf Kartons mit Leinengelenken kaschiert. – Rückseitig signiert. – Die vier Flüsse, die je nach Aufstellung des Leporellos ins gleiche Meer fließen oder nicht, sind Themse, Jordan, Huang und Hudson. – Der chinesische Künstler Paul Ching-Bor (geboren 1963) lebte seit 1996 in New York und arbeitet seit etwa 15 Jahren mit der Neuhauser Kunstmühle in Salzburg zusammen, Anfangs im Rahmen eines »artist-in-residency«-Programms.

  652    Carlfriedrich Claus. Wort. – Verdrehung. – Psychisches Feld. – Halbschlaf. – Text. – Nachtgespräch.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Sechs Radierungen. 1990/91. 36,0 : 26,6 cm. Signiert.

Je eins von 515 Exemplaren. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Die vollständige von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierte Folge, Editionsnummern 266 B1–6. – Carlfriedrich Claus (1930–1998) wurde vor allem durch seine »Schriftgraphiken« als Form der visuellen und konkreten Poesie bekannt. Seine Schriftbilder sind moderne Kalligraphien, die sich zu abstrakten Landschaften formen.

Werner/Juppe G 58 IIc3, 127 IIIa3, 128 a3, 129 b3, 130 IIa3 und 131 b3.

  653    Hanne Darboven. Aufzeichnung [1–3] · Kalenderblatt [1–2].

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Fünf farbige Offsetdrucke. 1979. 33,5 : 91,3 bzw. 21,7 : 30,2 cm (29,6 : 40,3 cm). Alle rückseitig signiert.

Die drei gelben »Aufzeichnungen« datieren 25.3.1975, 3.11.1975 und 23.4.1976, die beiden Halbjahreskalender von 1975 wurden von Darboven in typischer Manier überarbeitet. – Die vollständige von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierte Folge, Editionsnummern 216 B1–5.

  654    Alan Davie. Hommage a Picasso.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Farblithographie. 1972. 50 : 60 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 52/90. – Auf Velin »BFK Rives«. – Aus dem gleichnamigen Mappenwerk, das 1973/94 im Berliner Propyläen Verlag und der Pantheon Press in Rom erschien und Arbeiten von mehr als 100 Künstlern enthielt. – Der schottische Maler und Musiker James Alan Davie (1920–2014) gehörte zu den bedeutenden Vertretern der Abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg.

Minimale Knicke am Unterrand.

  656    Franz Eggenschwiler. Eckquartier in Europa. – Spinnfadenspulen. – Rückhalt.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Limit: € 100

Drei Farblinolschnitte. 1990/1992. 50,5 : 36,0 cm (69,0 : 49,0 cm). Signiert, datiert und betitelt, im Stock monogrammiert und datiert.

Je eins von 455–640 Exemplaren. – Auf Velin »BFK Rives«. – 1993 ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 267 A4–6. – Die einzigen drei Arbeiten des Schweizer Künstlers (1930–2000) bei der Griffelkunst.

Eggenberger 1992.5–7

  657    Ayse Erkmen. 6 in Folge.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Sechs Farbserigraphien. 2003. 68 : 48 cm. Rückseitig signiert und datiert.

Die vollständige Folge, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 311 C1–6. – Ayse Erkmen, geboren 1949, lebt seit ihrem DAAD-Stipendium 1993 wechselnd in Deutschland und ihrer türkischen Heimat. »In ihrer Edition hatte sie die spätere Handhabung der Blätter von vorne rein mit einbezogen und die Vorgabe ›sechsteilige Serie auf Papier‹ konzeptuell umgesetzt« (griffelkunst.de).

  659    Felix Martin Furtwängler. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Bemalter Holzstock. 1996. 39,8 : 29,5 cm. Signiert und datiert.

Großformatiger Druckstock aus Birkenholz. Die druckenden Partien mit schwarzer Tusche eingefärbt, die freigeschnittenen mit verschiedenen Farben und Goldbronze bemalt. – Am Unterrand signiert und datiert. – Die Verwendung innerhalb des graphischen Œuvres konnten wir nicht ermitteln. – Dazu: Fünf Ausstellungskataloge und Publikationen zu Furtwänglers Schaffen, davon zwei mit beigelegter Originalgraphik, einer mit Widmung des Künstlers.

  660    Felix Martin Furtwängler. Poeta wohin?

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 260

Neun Farbholzschnitte, einer übermalt. 2002. 29 : 79,5 cm (31,5 : 79,5 cm). Signiert und nummeriert.

Eins von 15 Exemplaren. – Friesähnlicher Bilderzyklus. – Auf Kupferdruckkarton. – Oben rechts signiert. – In der originalen Halbleinenmappe. – Ein Holzschnitt mit verschiedenen Farben übermalt, einer als Zusammendruck verschiedener Stöcke der Folge und bezeichnet »Unica 1 v 15«, die übrigen sieben nummeriert »10/100«. Nach Auskunft des Künstlers wurden nur 15 vollständige Mappen ediert, die Restauflage der Holzschnitte wurde im Laufe der Zeit umgearbeitet. – Die Holzschnitte entstanden als Beilage zur Vorzugsausgabe des umfangreichen monographieartigen Kataloges »Poeta wohin?« (Wolfenbüttel u. a. 2002–2004), der sich besonders dem buchkünstlerischen Œuvre Furtwänglers widmet. Der Katalog (Exemplarnummer 10/100, im Auflagenvermerk signiert) liegt bei.

  661    Leon Golub. Cyber Man. – The Request. – Two Black Men. – Three Men. – Conversation.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 470

Fünf Farbserigraphien. 1992–1993. 31 : 28 cm bis 45 : 62 cm. Signiert.

Signierte Probedrucke, rückseitig unbezeichnet. – Wohl Probedrucke für die Griffelkunst Edition 274 C1–6, die 1994 erschien. – Leon Golub (1922–2004) stellte 1967, 1984 und 2002 auf der Documenta aus.

Blatt 4 mit leichter Knickfalte am Oberrand.

  672    Horst Janssen. Selbst elegisch.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Limit: € 260

Radierung. 1965. 48,3 : 39,2 cm (65 : 49,7 cm). Signiert, datiert, nummeriert und bezeichnet.

Exemplar 52/65. – Auf Kupferdruckkarton. – In der Platte datiert »28 3 65«. – Das erste der beiden Selbstporträts, die am 28. und 29. März 1965 entstanden und bei Wolfgang Ketterer, München, ediert wurden. – Mit dem Trockenstempel des Verlegers. – Am Unterrand vom Künstler mit dem Namen eines Vorbesitzers und dem Hinweis »Holt ab | 3.3.66« bezeichnet.

Ober- und Unterrand etwas gewellt, untere Blattkante gebräunt.

Vogel 333. – Brockstedt R 299

  673    Horst Janssen. Selbst, schreibend.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Limit: € 260

Kaltnadel und Strichätzung in Kupfer. 1970. 26,1 : 18,5 cm (56,0 : 37,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 11/22. – Auf Velin »BFK Rives«. – Die kleine Auflage druckte Hartmut Frielinghaus.

Frielinghaus 1970/103

  677    Oskar Kokoschka. Gitta.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Lithographie. 1953. 42 : 57 cm (52 : 65 cm). Signiert.

Eins von 120 Exemplaren. – Ediert von der Galerie Welz, Salzburg. – Auf chamoisfarbenem Kupferdruckkarton.

Wingler/Welz 199

  678    Oskar Kokoschka. Ezra Pound.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Lithographie. 1964. 51 : 40 cm. Signiert und nummeriert, im Stein datiert.

Exemplar XVIII/XXX. – Auf Japon nacré. – Ediert von Gotthard de Beauclair für die 30 Vorzugsexemplare des nachfolgend beschriebenen Portfolios, das hier aber in einem Exemplar der Normalausgabe vorliegt: Ezra Pound. The Seafarer. From the Anglo-Saxon. With a Portrait of the Poet by Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main 1965. Mit der signierten ganzseitigen Lithographie. Lose Doppelblätter in Originalkassette. – Elfter Ars librorum Druck. Exemplar 158/165 (Gesamtauflage 220, davon 25 für den Verleger). – Auf Velin d’Arches. – Auf dem Vortitel vom Dichter signiert. – Der amerikanische Lyriker Ezra Pound (1885–1972) ließ sich Anfang der 1920er Jahre in Italien nieder und wurde zu einem Anhänger Mussolinis. Wegen profaschistischer und antisemitischer Äußerungen wurde er 1945 verhaftet und 1946 angeklagt. Für geisteskrank erklärt, entging er der drohenden Todesstrafe. Noch 1967 ließ er sich in Paris von Arno Breker porträtieren. Seine »Cantos« zählen trotz dieser Biographie zu den wichtigsten Dichtungen der amerikanischen Moderne. Oskar Kokoschka traf ihn im Dezember 1963, die Lithographie entstand nach einer Fotografie.

Wingler/Welz 293. – Mappe: Spindler 40.31. – Tiessen II, 22

  684    Willy Meyer[-Osburg]. 1968.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Sechs kolorierte Radierungen. 1966. 33,8 : 24,0 cm. Als Buch gebunden, Umschlag mit Temperabemalung und montierter kolorierter Radierung.

Die einer Bildgeschichte ähnelnde Folge entstand, der Signatur und Datierung in der ersten Platte folgend, bereits 1966, wurde aber erst 1968 koloriert und zum Buch gebunden. – Auf festem Velin, zusammen mit zwei leeren Blättern und zwei hellgrünen Bütten-Vorsatzblättern in dem Originalbüttenumschlag. Der Vorderdeckel vom Künstler farbig signiert und »1968« betitelt, als Vignette eine kleine Radierung. – Tadellos erhalten, erwartungsgemäß sehr selten. – Ausstellung: Willy Meyer. Böttcherstraße 1970, Bücher/Mappen 10.

  684a    Willy Meyer-Osburg. There’s The Tempest

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

in the Woodpile. Mit Texten aus Shakespeares ›Sturm‹ eingerichtet und gesetzt von D. E. Sattler and his ›Letter to William‹. Worpswede, Cohrs-Zirus 2004. Mit 20 farbigen Illustrationen nach Holzdrucken. Originalbroschur und Holzschnitte in Originalhalbleinenmappe.

Exemplar 20/50, eins von 50 der Vorzugsausgabe mit einer signierten Suite von zehn kolorierten Holzdrucken auf Velin »Somerset England«. – Nach dem Druckvermerk sollte in den Suiten der Exemplare 11–50 nur ein Holzdruck koloriert sein, hier aber alle zehn. Die Nummerierung der Einzelblätter unterschiedlich, wahrscheinlich wurde bei einigen Stöcken die Auflage nicht erreicht. – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die Holzdrucke entstanden von nur minimal bearbeiteten Ausschnitten aus Baumscheiben, deren Umrisse das Profil menschlicher Köpfe bilden.

30 : 21 cm. [24] Seiten, 10 Holzdrucke.

  692    Alexander Olbricht. Sechs Pflanzenzeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Lithographien nach Originalen im Städtischen Museum zu Erfurt. Mit einem Geleitwort von Reichskunstwart Dr. Edwin Redslob. Weimar, Reiher 1922. Mit sechs ganzseitigen Lithographien und vier Vignetten. Originalbroschur mit gelben Japanpapierbezügen und dunkelblauer Seidenband-Durchstichsheftung.

Eins von 80 Exemplaren der Ausgabe B auf dünnem Japanpergamentpapier (Gesamtauflage 100). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Als Blockbuch gebunden. – Edwin Redslob über Olbrichts Arbeiten: »sie sind zart und kostbar, man möchte sich ihrem Genuss still und ohne Worte hingeben«. – Alexander Olbricht (1876–1942) war zu dieser Zeit Professor an der Weimarer Hochschule für bildende Künste. Zusammen mit Walther Klemm, der zu den ersten Lehrern des Weimarer Bauhauses gehörte, war er künstlerischer Mitarbeiter des Reiher-Verlags, den Otto Dorfner 1922 gegründet hatte.

38,7 : 26,3 cm. [16] Seiten. – Das gelbe Japanbezugspapier mit wenigen leichten Stockflecken, sonst sehr schön erhalten.

Müller-Krumbach (Weimar 1976) 530

  696    Dieter Roth. Mein Auge ist ein Mund.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Zweifarbige Radierung. 1966/1968. 50,0 : 39,5 cm (75 : 36 cm). Signiert.

Eins von 750 Exemplaren. – Auf weißem Bütten. – Im Entstehungsjahr wurden nur wenige Probe-Handabzüge gedruckt. – Die erste Dieter Roth-Arbeit in der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Kann mit Rahmen erworben werden, Mehrkosten: 80 EUR. – Freistehend gerahmt, nicht außerhalb des Rahmens begutachtet. – Farbfrisch und sehr gut erhalten.

Dobke 66 II (von II). – Griffelkunst 172 A4

  697    Dieter Roth. 4 Löwen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Farbserigraphie. 1973. 64,0 : 77,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 85/100. – Auf weißem Bütten. – Durch unterschiedliche Kombination der sechs verwendeten Druckfarben entstanden 100 Unikate, weitere 30 waren dem Künstler vorbehalten. – Gedruckt von Frank Kicherer, Stuttgart. – Ediert vom Kunstverein Hamburg.

Kann mit Rahmen erworben werden, Mehrkosten: 80 EUR. – Freistehend gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet. Kleine Flecken (eventuell durchschlagende Montierungsspuren) am äußersten linken und am oberen Rand.

Dobke 271

  698    Dieter Roth. Taschenzimmer.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Materialcollage. 1987. 10,7 : 7,3 : 1,8 cm. Monogrammiert und datiert.

Seit 1968 in unnummerierter Auflage innerhalb der Reihe »Kleinkunst im Haushalt« erschienen. – Auf die gestempelte Zeichnung eines Tisches wurde eine Bananenscheibe genagelt, deren stets unterschiedlicher Verfallsprozess bildhafte Wirkung erreicht. – In der originalen Kunststoff-Spielkartenkassette. – Ediert vom VICE-Verlag. – Ohne die Kartonschachtel. – Der Acrylglasdeckel etwas matt.

Dobke, Bücher + Editionen, Seite 25 mit zwei Abbildungen. – Slg. Schnepel R5-49

  699    Christian Schad. Sechs Holzschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 950

1915–1917/1971. Ca. 18: 12 cm (35 : 30 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Eins von 100 Exemplaren. – Die vollständige Folge, erschienen in der Edition Panderma von Carl Laszlo, Basel, enthält folgende Holzschnitte: Selbstbildnis. 1915. – Vor dem Ballett. 1915. – Midinette. 1915. – Mme. de B. 1915. – Verräterin. 1917. – Mrs. de Marville. 1917. – Lose in der Originalumschlagmappe. – Von seinen frühen Holzschnitten druckte der Künstler in der Entstehungszeit meist nur einzelne Handabzüge.

Zwei Blätter mit schmalem Knick am linken Rand.

  703    Heinrich Siepmann. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 440

Collage (Wellpappe und Karton), bemalt und auf Gouache montiert. 1989. 28,0 : 39,5 cm (50,0 : 39,5 cm). Signiert und datiert.

Mehrschichtig erweitert sich die Bildgröße, erst auf dem vollen weißen Bogen signiert und datiert. – Heinrich Siepmann (1904–2002) studierte an der Folkwang-Schule Essen. Beeinflusst von den geometrisierten Bildkompositionen der Bauhauszeit setzte er nach Kriegsende, inzwischen Mitglied der Recklinghausener Künstlergruppe »junger westen«, dieses Gestaltungsprinzip konsequent fort und blieb ihm bis ins hohe Alter treu.

  704    Renée Sintenis. Junge mit Fohlen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Radierung. 21,8 : 17,0 cm (38,2 : 27,3 cm). Signiert.

Auf festem, leicht getöntem Karton. – Unten rechts Besitzvermerk »Erich Lüth«, wohl der Hamburger Publizist (1902–1989).

Leicht gebräunt, rückseitig umlaufend Montierungsreste.

  705    Jiri Sliva. Kamikatze. – Patent. – Chat Neuf du Pape.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Drei Farblithographien. Signiert und nummeriert.

Aus Auflagen von 55 bis 65 Exemplaren. – Formate: 24 : 19 cm (50 : 40 cm). – 31,5 : 39,5 (47 : 53 cm). – 24 : 32 cm (43 : 33 cm). – Jiro Sliva (geboren 1947) ist einer der bekanntesten tschechischen Karikaturisten und Illustratoren. Er vermengt in seinen Arbeiten naive mit surrealistischen Motiven.

Können in den gleichartigen Rahmen erworben werden, Aufpreis inkl. Versand 150 EUR. – Auf glattem Karton. – Alle gerahmt, im Passepartoutausschnitt unterschiedlich stark gebräunt, Blatt 2 mit kleinem Braunfleck im Unterrand.

  710    Théo Tobiasse. Les fruits de Brugges.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Farblithographie. Um 1980. 50,0 : 65,5 cm (57,5 : 77,5 cm). Signiert und nummeriert.

»EA XXV/XXV«. – Eins von 25 Künstlerexemplaren, auf Japon nacré. – Farbenprächtige Lithographie des französischen Künstlers (1927–2012), der bereits als Kind mit seinen Eltern aus Palästina nach Paris kam.

Vier Anheftungen leicht durchschlagend.

  714    Karl-Heinz Bast. Ezra Pound.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Fotografie. Silbergelatine, vintage print. 1972. 38,7 29,7 cm. Signiert, rückseitig betitelt und mit dem Copyright-Stempel des Fotografen.

Das markante Porträtfoto entstand im Todesjahr des Dichters in Venedig. – Karl-Heinz Bast (geboren 1937) war seit 1960 als freier Bildjournalist in Bonn u. a. für FAZ, Süddeutsche, Stern und Die Zeit tätig. Bekannt wurde er auch durch seine Porträtfotografien von Konrad Adenauer, Oskar Kokoschka, Mark Tobey, Leonor Fini, Antoni Clavé, Max Ernst, Ezra Pound, Heinrich Böll, Günter Grass, Marcel Marceau u. a.

  715    Anna und Bernhard Blume. Waldeslust. – Im Holz. – Auf der Schwarzwaldhöhe.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Duplex-Offsetdrucke mit Lack, nach Fotografien. 1982–1985/2000. 50,0 : 31,5 cm (65,0 : 43,2 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Fast schonungslos dokumentarische Fotografien des Künstlerpaars, die Bildinhalte konterkarieren die Bildtitel (oder umgekehrt). – Auf festem Offsetkarton. – Die vollständige von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierte dreiteilige Folge, Editionsnummern 298 B4–6. – Tadellos erhalten.

  716    Anna und Bernhard Blume. 6 eingefleischte Tatsachen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 190

Sechs Farboffsetdrucke nach Polaroidfotos. 1996/97. 15,8 : 12,4 cm (50,0 : 35,5 cm). Signiert.

Vollständige Folge mit Titel- und Textblatt im Originalumschlag. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 286 A1–6.

  727    Nan Goldin. April in the window, N. Y. C.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Fotografie, Cibachrome. 1983/1996. 30,5 : 40,5 cm. Rückseitig signiert.

Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 282 A3. – Tadellos.

  728    Nan Goldin. Kee in bed, E. Hampton, N. Y.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Fotografie, Cibachrome. 1988/1996. 30,5 : 40,5 cm. Rückseitig signiert.

Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 282 A5. – Tadellos.

  734    Gerhard Kerff. Landschaft in Osttirol bei Sillian.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Fotografie. 29,8 : 39,8 cm. Rückseitig betitelt.

Rückseitig mit Atelierstempel und betitelt. – Aus dem Nachlass der Lebensgefährtin des Fotografen.

  738    Daniel Gustav Kramer. Untitled (from Woodland).

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 650

Fotografie, C-Print. 2004. 41 : 41 cm. Auf dem Rahmenaufkleber signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 1/5. – In Museumsrahmung. – Rahmen rückseitig mit Aufkleber »Büro für Fotos | Köln«, das die Serie »Woodland« gemeinsam mit Domobaal Gallery, London, und Casa D´Os Dias da Agua, Lissabon präsentierte. – Daniel Gustav Kramer, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. – In Galerierahmung, zur Bearbeitung nicht geöffnet.

  742    Jaroslav Rössler. Abstrakte Photographie.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Sechs Fotografien. 1923–1961/2009. 30,5 : 24,0 cm.

Die vollständige Auswahlfolge. – Abzüge von den Originalnegativen im Nachlass des Künstlers. – Jaroslav Rössler (1902–1990) stellte 1924 in Paris aus. 1926 wurde er eines der jüngsten Mitglieder in der Prager Künstlergruppe »Devetsil«, lebte damals aber bereits in Paris. Erst 1966 wurde man durch die Surrealismus-Fotoausstellungen in Brünn und Bratislava wieder auf ihn und sein Nachkriegsœuvre aufmerksam. – Die abstrakten Stillleben entstanden teils vor, teils nach dem Zweiten Weltkrieg. – Mit dem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 336 A1–6.

  743    J. Roseman. 31 Fotografien von Gemälden Moïse Kislings.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Limit: € 500

Silbergelatine, vintage prints. Um 1925. Ca. 25 : 20 cm. Rückseitig mit dem Atelier- und dem Copyright-Stempel des Fotografen und alle eigenhändig(?) betitelt.

Der für die fotografische Reproduktion von Kunstwerken der Moderne bekannte J. Roseman (bekannt sind von ihm Aufnahmen mit Skulpturen Archipenkos und Rodins), war im Paris der 1920er Jahre tätig. Sein Atelier befand sich am Boulevard Raspail. – Moïse Kisling (1891–1953) studierte in Krakau bevor er 1910, als junger Mann, nach Paris kam. Nach dem ersten Weltkrieg verkehrte er in der berühmten Künstlerkolonie »La Ruche« (der Bienenkorb), im 15. Arrondissement, zeitweise mit Guillaume Apollinaire, Alexander Archipenko, Ossip Zadkine, Marc Chagall, Max Pechstein, Amedeo Modigliani (der ihn porträtierte) u. v. a. – Der dokumentarische Wert der 31 großformatigen Fotografien wird durch Angaben zu den damaligen Eigentümern auf jedem Foto gesteigert. Namentlich werden Sammler in Berlin, Köln, Paris, Oslo und Philadelphia genannt – die DSGVO galt damals noch nicht. – Alle sehr gut erhalten. – Aus einer Berliner Privatsammlung.

  744    Christian Schad. Schadographien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Sechs Photogramme. 1962–1975/2000. 21,5 : 16,5 cm (30,3 : 23,8 cm).

Die vollständige Auswahlfolge mit den Schadographien 44, 57, 59, 63 und 75b, entstanden 1962/63 und 126, entstanden 1975. – Christian Schad (1894–1982) hatte bereits in seiner Dada-Zeit 1919 erste Photogramme geschaffen. Diese Bilder entstanden durch die Belichtung von Fotopapier mit aufgelegten Objekten. In den 1960er Jahren wandte er sich dieser künstlerischen Gestaltungsform nochmals zu. – Mit dem Textblatt in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 297 A1–6.

  746    Ré Soupault. Photographin der magischen Sekunde.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Sechs Fotografien. 1934–1936/2011. 30,5 : 23,8 cm.

Die vollständige Auswahlfolge. – Abgezogen von den Originalnegativen aus dem Nachlass der Fotografin (1901–1996). – Die Folge beinhaltet zwei Straßenszenen, zwei Aufnahmen des Bahnhofs St. Lazare in Paris und zwei von einem Fest zum Wahlsieg der Volksfront unter Léon Blum, Paris 1936. – Mit dem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 343 B1–6.

  747    Karin Szekessy. Paul Wunderlich mit Hund.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Limit: € 120

Lichtdruck nach Fotografie. 1975. 65 : 50 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 88/100. – Das berühmte Hamburg-Porträt der Fotografin Karin Szekessy (geboren 1938). Sie unterrichtete Ende der 1960er Jahre Modefotografie an der Werkkunstschule Hamburg. 1971 heiratete sie den Hamburger Künstler Paul Wunderlich (1927–2010). In den folgenden Jahrzehnten entstanden viele Gemeinschaftsarbeiten.

  748    Raoul Ubac. Ein tachistischer Photograph avant la lettre.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Sechs Fotografien. 1932–1949/2008. 25,5 : 19,0 cm (30,5 : 24,0 cm).

Die vollständige Auswahlfolge. – Abzüge von den Originalnegativen im Nachlass des Künstlers. – Raoul Ubac (1910–1985) zählte zu den jüngsten und bis 1942 zugleich zu den engagiertesten Mitgliedern der Pariser Surrealisten. – Enthält folgende Fotografien: Agui au miroir au tain endommagé. 1932–33. – Le combat de Penthésilée. 1937. – Le combat de Penthésilée. Triomphe de la stérilité. 1937. – Photo-relief. 1938. – L’envers de la face. 1939. – Le objets fossiles. 1939/40. – Mit dem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 331 B1–6.

  749    Tobias Zielony. Jenny, Jenny.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Sechs Farbfotografien, Ink-jet. 2013. 47 : 32 cm. Rückseitig signiert.

Vollständige Folge mit folgenden Motiven: Licht. – Haare. – Front. – Piercing. – Bett. – Himmel. – In der farbig illustrierten Originalmappe. – »Wie im Film wechselt Tobias Zielony [geboren 1973] in seinen photographischen Serien verschiedene Einstellungen von disparaten Momenten ab, die erst durch das Nebeneinander zu einem Zeit-Raum-Kontinuum und damit zu einer Erzählung zusammengeführt werden.« (Stephanie Bunk auf griffelkunst.de). – 2015 ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 357 C1–6.

  752    Künstlerschallplatten – Dorothy Iannone. Dear Dieter. Miss my muse.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Langspielplatte. Berlin, Tochnit Aleph 2015.

Exemplar 5/15. – Auf dem Backcover von der Künstlerin signiert und nummeriert. – Mehr ein Multiple als nur eine LP: Doppelcover mit zwei doppelseitigen Farboffsetdrucken in Fotoecken, recto nach einer Zeichnung der Künstlerin, verso ein gemeinsames Foto mit Dieter Roth. Die Schallplatte aus glasklarem Vinyl, als Beilage ein gefaltetes Poster. Auf der Schallplatte veröffentlichte die Künstlerin ihre für Dieter Roth gesprochenen Texte während eines Wiedersehens in Berlin nach langen Trennungsjahren. – In der signierten Vorzugsedition sehr selten und längst vergriffen. – Mit dem Buttonsticker mit einem Ausschnitt des Fotos.

  753    Künstlerschallplatten – Helmut Newton – Melissa Manchester. Emergency.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

LP. New York, Arista Records 1983.

Front-, Back- und Innencover nach drei Fotografien von Helmut Newton, Frontcover mit Silberstift signiert. – Dazu drei weitere LPs: Francesco Clemente – Mick Jagger. Primitive cool. 1987. CBS 460123 1. – Julian Schnabel – Red Hot Chili Peppers. By the Way. 2002. Warner Bros. LC 00392. – Richard Prince – Sonic Youth. Sonic Nurse. Doppel-LP. 2004. Geffen Records. – Alle sehr gut erhalten.

  754    Künstlerschallplatten – Andy Warhol. Drei LP-Cover nach seinem Entwurf.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Zusammen fünf LPs. 1967–1977.

Andy Warhol’s Velvet Underground featuring Nico. Doppel-LP. Polydor/MGM 1967–1969. – The Rolling Stones. Sticky Fingers. Electrola 1971. 1C 064-63152. Das wohl berühmteste Cover aller Zeiten mit dem eingearbeiteten Reißverschluss. Mit dem Beilageblatt. – The Rolling Stones. Love your Live. Doppel-LP. Musidor 1977. CBS 450208 1. Das Doppelcover nach einer überarbeiteten Serigraphie von Warhol. – Gut erhalten.

Album II mit leichtem Wasserrand.

  755    Künstlerschallplatten – Emmett Williams. Poems 1950 – 2003.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Langspielplatte. Berlin, Edition RZ 2004.

Exemplar 110/150. – Auf dem Frontcover Filzstiftzeichnung des Künstlers, rückseitig nummeriert, und kleine Zeichnung. – Als Beilage eine Einladungskarte zu einer Ausstellung in Bremen 1994, diese übermalt, signiert, datiert »2004«, betitelt »Poet at work« und nummeriert »110/150«. In ebenfalls bemaltem und nummeriertem Umschlag. – Die LP farbig bedruckt. – Tadellos erhalten.

  756    Künstlerschallplatten – Sechs von Künstlern gestaltete Plattencover.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Insgesamt zehn LPs.

I. Horst Janssen – Franz Josef Degenhardt. Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen. Polydor 1973. 2371 380. – II. John Cage Live. Mainz, Wergo 1976. WER 60074. – III. Gottfried Helnwein – Franz Morak. Morak’n Roll. Polydor 1981. 2376 123. – IV. Bon Gruen – Yoko Ono. It’s alright. Polygram 1982. Polydor 2391 559. – V. Lynn Goldsmith – Laurie Anderson. United States Live. Fünf LPs in Originalbox. Warner Bros. 1984. LC 0392. – VI. Robert Rauschenberg – Talking Heads. Speaking in Tongues. Sire Records Company 1983. Cover verfärbt.

  771    Bernhard Kellermann. Der Tunnel.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Roman. 1.–25. Tausend der ungekürzten Sonderausgabe. Berlin, S. Fischer 1931. Orangefarbener Originalleinenband mit farbig illustriertem Schutzumschlag nach Entwurf von Georg Salter.

Der Druckvermerk nennt bereits für diese erste Auflage der Sonderausgabe »Einband- und Schutzumschlag-Entwurf von Georg Salter«. Dies steht in irritierendem Widerspruch zu den Anmerkungen Jürgen Hosteins, der diesen Umschlag erst für die Folgeauflage (26.–50. Tausend) nennt. Zudem wird bei dem vorliegenden Exemplar auf der vorderen Umschlagklappe die Gesamtauflage des Romans mit 308.000 beziffert, was ebendieser zweiten Auflage entspricht. – Kellermanns berühmter Roman vom Bau eines transatlantischen Tunnels war bereits 1913 erschienen. Nahezu 20 Jahre zierte die Umschlagillustration von Hans Baluschek den Einband. 1931 wurde diese etwas »altbackene« Stadtansicht durch Salters atemberaubend dynamische Zeichnung, die bildhaft über den gesamten Umschlag reicht, ersetzt. – Das Buch sehr gut, der Umschlag gut erhalten.

18,8 : 13,2 cm. [3]–402 Seiten (so korrekt). – Schutzumschlag am Rücken oben mit kleinen, sorgsam restaurierten Fehlstellen.

Holstein 73, Abbildung S. 85. – Holstein, Blickfang 325. – Pfäfflin 133

  772    Octave Uzanne. Son Altesse la Femme.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Illustrations de Henri Gervex, J.-A. Gonzalés, L. Kratké, Albert Lynch, Adrien Moreau et Félicien Rops. Paris, A. Quantin 1885. Mit zehn Farbradierungen, zwei radierten Zwischentiteln und acht figürlichen Bordüren. Grauer Ecrasélederband mit Vergoldung. Mit dem eingebundenen Originalumschlag.

Erste Ausgabe dieses historisch-fundierten Lobgesangs auf das weibliche Geschlecht. – Eins von 100 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf breitrandigem Japan und mit den Radierungen in mehreren Zuständen, teils farbig gedruckt, teils koloriert. Die zehn Farbradierungen in jeweils zwei Zuständen, einmal ohne Schrift. Es gibt weitere 100 Exemplare auf Japan ohne Zustandsdrucke und eine ungezählte Auflage auf Velin. – Octave Uzanne (1851–1931), einer der größten Bibliophilen, Schriftsteller und Verleger, veröffentlichte zahlreiche Werke zur Buchkunde. Er zählt zu den Mitbegründern der »Societé des bibliophiles contemporains«.

29,4 : 21,0 cm. [4], 312, [4] Seiten, 10 und 28 zusätzliche Radierungen.

Monod 10843. – Carteret IV, S. 384 (»Ouvrage documentaire du plus vif intérêt«)

  773    Rudolf von Delius. Mary Wigman.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Dresden, Carl Reissner 1925. Mit einem Frontispiz und 38 Abbildungen auf Tafeln. Orignalhalbleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung »Mary Wigman 22/23. März 1952 bei M. M. in Hamburg«. 1919 feierte die Tänzerin, nachdem sie Rudolf von Laban und die Zürcher Dadaisten verlassen hatte, in Hamburg ihre ersten großen Erfolge, die sie schlagartig auch international bekannt machten. – Dazu: Reinhold Rudolf Junghanns. Bildnis Mary Wigman (Kopf mit Hut). Radierung. Um 1925. 28,5 : 21,8 cm (52,5 : 34,0 cm). Monogrammiert, als »Probedruck« und und am Unterrand mit Korrekturangaben bezeichnet. Auf Kupferdruckkarton, gebräunt. Gerahmt. – Charlotte Rudolph. Mary Wigman. Fotografie. Silbergelatine, Vintage. Um 1925. 13,7 : 8,7 cm. Mit dem Prägestempel der Fotografin, rückseitig mit Postkartenaufdruck. Knickspuren, etwas fleckig.

25,8 : 19,5 cm. 56, [4] Seiten, 38 Tafeln. – Innen und außen minimal stockfleckig. –Vorsatzblatt mit Schenkungsvermerk.

  774    William Senior. The Thames

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 260

from Exford to the Tower. Illustrated with thirty original painters-etchings by Francis S. Walker. London, John C. Nimmo 1891. Mit 30 Radierungen nach Gemälden. Dunkelgrüner Originalkalikoband mit Goldprägung und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 260 Exemplaren auf »superfine paper«, die Radierungen auf Bütten. – Die Ölgemälde des irischen Malers Francis Sylvester Walker (1848–1916) wurden vom Künstler selbst als Radierungen reproduziert. Stimmungsvoll illustrieren seine Bilder von der Themse-Landschaft den Text des Journalisten William Senior, der bis dato vor allem durch Publikationen zum Angelsport bekannt geworden war. Sein Spitzname »Red Spinner« und mehrere Holzschnitt-Schlussvignetten mit Fisch-Motiven verweisen auf diese große Leidenschaft des Autors.

29,8 : 23,8 cm. XII, 120 Seiten, 30 Radierungen. – Einband leicht fleckig, Kapitale minimal bestoßen. – Buchblock gelockert, Innengelenke angeplatzt. Zwei Druckstellen in den unbeschnittenen Seitenrändern.

  775    The English Lakes.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Painted by A. Heaton Cooper. Described by W. T. Palmer. London, Adam and Charles Black 1905. Mit 75 Chromolithographien und einer Karte. Cremefarbener Originalkalikoband, Deckel und Rücken mit Jugendstildekor in Grün, Rot und Silberprägung.

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren der »Edition de luxe«, gedruckt auf starkes Bütten. – Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Der englische Aquarellmaler Alfred Heaton Cooper (1863–1929) war nach ausgedehnten Reisen 1894 aus Norwegen in seine Heimat zurückgekehrt. Er ließ sich im »Lake District«, der schon damals bei Touristen beliebten Gegend im Nordwesten Englands, nieder und hoffte, dort seine Bilder an Reisende verkaufen zu können. Viele Arbeiten dienten auch als Vorlage für Illustrationen von Büchern und Reiseführern. – Opulent ausgestattet und gut erhalten.

27,5 : 22,2 cm. [2], IX, [1], 230, [2] Seiten, 75 Tafeln mit Seidenvorblättern. – Kapitale und eine Ecke leicht bestoßen. – Die Seidenblätter vor den Tafeln teils leicht stockfleckig.

  776    Scaramanga Brothers. Private Code 1911.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

London, William Brown [1911]. Dunkelroter Originalleinenband mit Gold- und Blindprägung.

Codierliste für den telegrafischen Geschäftsverkehr der weltweiten Niederlassungen der Reederei Scaramanga Brothers, gegründet von der gleichnamigen griechischen Familie mit Hauptsitz in London. – Um die Kosten für telegrafische Nachrichten zu senken und den Informationsfluss zu beschleunigen, verwendete man seinerzeit Zahlencodes und Kurzworte für die gängigsten Geschäftsausdrücke. Der Band enthält Hunderte solcher Sätze und Codeworte, an einigen Stellen wurden aktualisierte oder nachträgliche Ergänzungen maschinengeschrieben eingeklebt. – 1965 war Francisco Scaramanga der Gegner von James Bond in »The Man with the Golden Gun«, in der Verfilmung von 1975 verkörpert von Christopher Lee.

38,5 : 25,4 cm. [2], 50 Seiten.

  779    Jean de La Fontaine. Choix de Fables.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Illustrées par un groupe des meilleurs artistes de Tokio. Sous le direction de P. Barboutau. Tome premier [et] second. Tokio, Tsoukidji für Flammarion Paris 1894. Mit 28 doppelblattgroßen Farbholzschnitten und Buchschmuck. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Originelle Kombination von französischen Texten mit japanischen Holzschnitten, verstärkt durch die gesamte Buchgestaltung (Blockbuchbindung, Seidenpapierumschlag, Kordelheftung). Ende des 19. Jahrhunderts beförderte die Fernost-Sehnsucht des kultivierten Europas manch sonderbares Produkt. 1896 erschien eine ähnliche Ausgabe mit Fabeln von Claris de Florian. – Die Illustrationen zu den 28 Fabeln stammen von den japanischen Künstlern Kadji-Ta Han-Ko, Kawa-Nabe Kiyo-Soui, Oka-Koura Shiou-Soui, Kano Tomo-Nobou und Eda Sada-Shiko.

25,0 : 18,2 cm. Je [50] Seiten. – Minimal fleckig, Seitenränder in Band 1 etwas wasserrandig.

Metzner/Raabe/Bodemann 373.1. – Carteret IV, 228

  780    [Friedrich] Schiff. Maskee.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 650

A Shanghai Sketchbook. [Shanghai, Eigenverlag?, um 1940]. Mit kolorierten, teils blattgroßen Illustrationen. Leporello mit pinkfarbenen Originalseidendeckeln.

Aus einer »limited and numbered edition«, auf dem Titel signiert. – Die in Schwarz gedruckten Karikaturen wurden vom Künstler koloriert und sind auf die starken Leoprellokartons mit Leinenfälzen aufgezogen. – Der Wiener Künstler Friedrich Schiff (1908–1968) lebte lange in Shanghai, wo die vorliegenden reizenden Karikaturen entstanden. »Schiff sympathisiert aber auch mit der leidenden chinesischen Bevölkerung. Er setzt diesen sozial so Benachteiligten in seinem Werk ein Denkmal – zeichnet Kulis, Altwarensammlerinnen, Blumenmädchen, Straßenakrobaten, Bettler und Prostituierte« (schiff-galerie.at).

26,7 : 19,0 cm. 22 Leporelloblätter, davon 20 mit Illustrationen. – Ränder und Falze leicht stockfleckig. – Deckel und Seiten teils mit Griffspuren.

  781    Führer durch die Ausstellung »Entartete Kunst«.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Berlin, Verlag für Kultur- und Wirtschaftswerbung [1937]. Mit 59 Abbildungen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe des Führers durch die berüchtigte Wanderausstellung des NS-Propagandaministeriums, die zeitgleich mit der »Großen Deutschen Kunstausstellung« stattfand. – Verantwortlich für den Inhalt des Hefts zeichnete Fritz Kaiser, der auch die Ziele der Ausstellung formulierte. Mit einer Rede Adolf Hitlers zur Eröffnung des »Hauses der Kunst« in München. – Es existierten drei Ausagben, hier mit den bei Barron beschriebenen Merkmalen der ersten. Preisangabe auf dem Vorderumschlag aber schon mit »Preis 30 Pfg.« überklebt.

21,0 : 14,8 cm. 30, [2] Seiten. – Durchgehend mit geglätteter senkrechter Mittelfalte.

Barron Seite 356ff

  782    Mao Zhu Yu Lu

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 750

(chinesisch: Zitate des Vorsitzenden Mao). [Peking 1964]. Mit Porträt und Faksimileblatt. Rote Originalkunststoffbroschur mit blindgeprägtem Deckeltitel.

Wohl Exemplar aus der zweiten Bindequote der Erstausgabe, nun in dem weltbekannt gewordenen roten Kunststoff-Einband. – Nur die Erstausgabe erschien ohne Datierung, mit der hier vorliegenden Kollation und in dem etwas größeren Format. Bereits die zweite Auflage von 1965 wurde um zwei Kapitel erweitert und das Faksimile der handgeschriebenen Widmung Lin Biaos mit dem »Schreibfehler« in der zweiten Spalte gegen eine korrigierte Fassung ausgetauscht. – Vortitel in Rot, Haupttitel in Grün und Rot gedruckt. – Die Sammlung von Aussprüchen des Führers der chinesischen Volksrevolution erschien auf Anregung des Armeegenerals Lin Biao (1907–1971). Auf seine Initiative hin sollten die Soldaten der Roten Armee Mao-Zitate auswendig lernen, was schlussendlich 1964 zur vorliegenden Sammlung führte. Bis 1967 wurden mehr als 720 Millionen Exemplare und Übersetzungen in mehr als 35 Sprachen gedruckt – nur die christliche Bibel hat weltweit größere Verbreitung gefunden. Wegen seiner zunehmenden Machtfülle misstraute Mao seinem Stellvertreter Lin Biao, der 1971 unter ungeklärten Umständen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Um sein Andenken zu tilgen, wurden die Einwohner Chinas, denen der Besitz der »Mao-Bibel« staatlich verordnet war, aufgefordert, Widmungsblatt und Vorrede aus den bis 1971 erschienenen Exemplaren zu entfernen. – Trotz der weltweit riesigen Auflage sind unkorrigierte Exemplare des Erstdrucks sehr selten. – Eines der folgenreichsten Bücher der Weltgeschichte. – Beigabe: Ein Exemplar der deutschen Erstausgabe (Worte des Vorsitzenden Mao Tse Tung, Peking 1967). Roter Kunststoffeinband. Mit Widmung »To the best communist of the N.Y. Stock Exchange, 28.4.69«.

14 : 10 cm. [4], 2, 2, 250, [2 leere] Seiten. – Porträt und das hintere Vorsatzblatt leicht fleckig.

  804    Eugen Diederichs Verlag – Atlantis.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Volksmärchen und Volksdichtungen Afrikas. Herausgegeben von Leo Frobenius. Band I [bis] XII [alles Erschiene]. Jena, Eugen Diederichs 1921–1928. Mit zahlreichen Tafeln, Karten und Illustrationen. Illustrierte Originalhalbleinenbände mit farbiger und goldgeprägter Rückenverzierung.

Die vollständige Reihe, herausgegeben als Veröffentlichungen des Forschungsinstituts für Kulturmorphologie. – Inhalt: I–III. Volksmärchen der Kabylen. – IV. Märchen aus Kordofan. – V. Dichten und Denken im Sudan. – VI. Spielmannsgeschichten der Sahel. – VII. Dämonen des Sudan. VIII. Erzählungen aus dem West-Sudan. – IX. Volkserzählungen und Volksdichtungen aus dem Zentral-Sudan. – X. Die atlantische Götterlehre. – XI. Volksdichtungen aus Oberguinea. – XII. Dichtkunst der Kassaiden. Weitere Bände (XIII–XV) waren geplant, sind aber nicht mehr erschienen. – Im Jahre 1898 gründete der Ethnologe und Forschungsreisende Leo Frobenius (1873–1938) in Berlin das »Afrika Archiv« als private Stiftung. Nach dem ersten Weltkrieg wurde es als »Forschungsinstitut für Kulturmorphologie« nach München, 1925 nach Frankfurt am Main verlegt. – Die Buchgestaltung stammt von F. H. Ehmcke, der maßgeblich für die Bedeutung des Diederichs Verlages in der deutschen Buchkunst war. – Beilage: Brief des Forschungsinstituts München, 24. IX. 1921: »Auf Veranlassung von Herrn Leo Frobenius übersenden wir Ihnen fünf Abgüsse afrikanischer Terrakotten.

21,4 : 15,0 cm. – Vereinzelte Besitzvermerke.

  805    Chrysos-Druck – E. T. A. Hoffmann. Ignaz Denner.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit 12 handkolorierten Originallithographien von Walter Wellenstein. Berlin, Carl P. Chryselius 1923. Mit zwölf signierten Lithographien, eine davon als Textillustration. Originalhalbpergamentband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Erster Chrysos-Druck. – Eins von 200 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Walter Wellenstein (1898–1970) studierte u. a. bei Emil Orlik. Er veröffentlichte Zeichnungen u. a. im »Simplicissimus« und »Eulenspiegel«, illustrierte das Gesamtwerk von E. T. A. Hoffmann, russische Literatur und Kinderbücher. – Sehr schönes Exemplar.

30,4 : 24,8 cm. 44, [4] Seiten, 11 Lithographien.

Sennewald 23,1

  806    Dreiangeldrucke – Gottfried August Bürger. Balladen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

München, Hans von Weber 1919. Mit zahlreichen Lithographien von Franz Kolbrand im Text, davon sieben ganzseitig. Preußischblauer Maroquinband mit Vergoldung (signiert: O. Herfurth, MdE).

Neunter Dreiangeldruck. – Auf glattem Japanpapier, »höchstens 80« Exemplare wurden auf Velin gedruckt. – Das Beiheft (Nachwort von Erich Ebstein) wurde am Ende eingebunden. – Eleganter Einband von Otto Herfurth, Deckel-, Steh- und Innenkanten und Rückenfelder mit vergoldeten Fileten. Vorderdeckel mit dem vergoldeten Monogramm des Buchbinders, seine eigentliche Signatur mit dem Zeichen der Innung »Meister der Einbandkunst« im hinteren Innendeckel. – Kopfschnittvergoldung, marmorierte Vorsätze. – Mit dem radierten und signierten Exlibris eines Berliner Sammlers von Horst Hussel.

24,0 : 18,0 cm. [4], 131, [1] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Rodenberg 417, 9

  807    Drucke der Pforte – Das Lied von S. Anno.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Übertragen von Richard Benz. Heidelberg und Offenbach, Wilhelm Gerstung 1924. Hellbrauner Originalkalblederband mit Blindprägung (Helene Fanck, Stuttgart).

Erster Druck der Pforte. – Eins von 400 Exemplaren, nach Rodenberg wurden nur die Vorzugsexemplare in Leder gebunden. – Auf Bütten. – Druck in Dunkelrot und Schwarz, gesetzt aus der »Liturgisch«, einer von Otto Hupp entworfenen gotischen Fraktur. – Der literarischen Gemeinschaft der »Pforte« gehörten unter anderem Hans Thoma und Alfred Mombert an. Unter Leitung von Gustav Wolf errichtete man eine Werkstatt für Graphik und Buchkunst. In Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Buchbinderei Helene Fanck entstanden die ersten Pressendrucke. Die literarische Leitung hatte dabei Richard Benz, welcher die bis heute maßgebliche Übersetzung der »Legenda aurea« anfertigte.

29,0 : 20,7 cm. XLVII, [5] Seiten. – Vorsätze im Falz leimschattig.

Rodenberg 234, 1

  810    Ernst Ludwig-Presse – Francis Jammes. Die Gebete der Demut.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und Marmorpapiervorsätzen.

Stundenbücher 4. – Eins von 350 Exemplaren. – Die Übertragungen von Ernst Stadler erschienen zuerst 1913 in Kurt Wolffs expressionistischer Reihe »Der jüngste Tag«. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Der Einbandentwurf der »Stundenbücher«, einem bibliophilen Seitenstück des Verlages, stammt von Emil Preetorius. – Das leere Vorblatt mit Widmung vom 5. Dez. 1931 »zur Erinnerung an die christliche ›Demut‹ …«, sonst tadellos.

18,3 : 12,2 cm. [48] Seiten.

Stürz 30. – Göbel 533. – Rodenberg 77, 4. – Schauer II, 64. – Fromm III, 12981

  811    Mainzer Presse – Rede des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler vor dem Deutschen Reichstag am 7. März 1936.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 80

Mainz 1936. Originalpappband mit Pergamentkapitalen und goldgeprägter Deckelvignette.

Erschienen Weihnachten 1936 auf Anregung des Mainzer Bürgermeisters zur Erinnerung an den Einmarsch der deutschen Wehrmacht ins entmilitarisierte Rheinland. – Gesetzt aus der von Kleukens entworfenen Burte Fraktur. – 1927 wurde Christian Heinrich Kleukens an die von der Stadt Mainz gegründete Presse berufen. Dort erschienen auch noch die wenigen späten Drucke der Ernst Ludwig-Presse, deren Leitung Kleukens weiterhin inne hatte. 1945 wurde Kleukens, der dem Gedankengut der Nationalsozialisten durchaus nahestand, als Leiter der Mainzer Presse, die noch bis 1953 existierte, suspendiert.

25,0 : 16,5 cm. 53, [3] Seiten.

  813    Janus-Presse – Goethes Meister-Prosa.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Auswahl des Wortlauts [und Nachwort] von A[nton] K[ippenberg] und G[eorg] W[itkowski]. Leipzig 1926. Originalbroschur mit farbig marmoriertem Umschlag.

Für die Teilnehmer des Leipziger Bibliophilen-Abends am 11. Februar 1926 »hinter dem fünfzigjährigen Rücken Walter Tiemanns von Carl Ernst Poeschel mit gleichfalls ermattenden Kräften hergestellt« (Druckvermerk). – Der tatsächlich letzte Druck der Janus-Presse, der 1907 begründeten ersten deutschen Privatpresse, die bereits im Frühjahr 1923 mit dem »Schlemihl« ihre Tätigkeit eingestellt hatte. »Ihre Seele, die Schrift, war versenkt, nicht wie Cobden Sanderson’s Doveslettern in die Themse, sondern in ein Paket mit grauem Packpapier« im Archiv des Insel-Verlages. Für den seltenen Privatdruck wurde sie noch ein letztes Mal verwendet. – Keiner der Texte stammt wirklich von Goethe, die Herausgeber schoben dem Dichterfürsten diverse Briefe, Ansprachen etc. unter. – Dazu vier weitere Gaben des Leipziger Bibliophilenabends: I. 1908: Ein Halbes Dutzend Leipziger Promotions-, Hochzeits-, Liebes- etc. etc. Gedichte aus der Barockzeit. Originalbroschur. Schriftprobe verschiedener Unger-Frakturen. Stifter: Carl Poeschel und Julius Zeitler. – II. 1910: Herz mein Herz was soll das geben? Faksimile der Handschrift. Ein Blatt in Büttenumschlag. Eins von 99 Exemplaren. Stifter: Kurt Wolff. – III. 1922: Briefe berühmter Meister der Musik aus meiner Autographensammlung. Originalbroschur. Faksimiles von acht Briefen. Stifter: Henri Hinrichsen. – IV. 1933: Theodor Fontane. Kleine Geschichte aus dem Riesengebirge. Originalpappband. Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 300). Stifter: Gerhard Schulze.

24,9 : 17,8 cm. 30, [2] Seiten. – Broschurumschlag mit kleinen Fehlstellen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 83 sowie S. 72 und S. 79

  821    Inselbücherei – Gottfried August Bürger. Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen […]. 11.–25. Tausend. Leipzig, Insel 1913. Mit einem Titelbild. Brauner Originalkalblederband. Rückentitel, Inselschiff-Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Die einzige Lederausgabe von Inselbändchen 7 [1A]. – Vorsatzpapier Jenne 36.3. – Schönes Exemplar.

18,5 : 12,0 cm. 103, [1] Seiten. – Kanten minimal berieben.

Kästner IB, S. 231. – Jenne II, 131

  822    Inselbücherei – Hugo von Hofmannsthal. Der Tod des Tizian.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Bruchstück. 1892. 61.–68. Auflage. Leipzig, Insel [1926]. Blauer Originallederband. Rückentitel, Inselschiff-Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eine von drei Lederausgaben des frühen Inselbändchens, das von 1908 bis 1948 erschien. – Vorsatzpapier Jenne 68. – Auf festem Velin. – Sehr schönes Exemplar.

18,5 : 12,0 cm. 39, [1] Seiten.

Kästner IB, Seite 231, 8. – Jenne II, 131

  830    Inselbücherei – Die Geschichte von Aucassin und Nicolette.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Limit: € 130

[Leipzig], Insel 1956. Mit 16 kolorierten Holzschnitten, zehn Motive teils wiederholt, und Holzschnitt-Musiknoten von Fritz Kredel im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (Gerhard Prade, Leipzig). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Vorzugsausgabe zu dem 30 (!!) Jahre später erschienenen Inselbändchen 1071. – Die Holzschnitte dieser Leipziger Ausgabe wurden von Martin Schauer nach Vorlagen von Fritz Kredel koloriert. – Bereits 1954 erschien eine einfarbige Fassung innerhalb der Inselbücherei (IB 14.1B), die kolorierten Sonderausgaben (Wiesbaden 1955 und Leipzig 1956) wurden allerdings jeweils neu gesetzt. Da 1986 ein Reprint der Leipziger Variante in der Inselbücherei erschien, verzeichnet Jenne die vorliegende als Vorzugsausgabe. – Tadellos erhalten.

21,5 : 13,8 cm. 70, [4] Seiten.

Sarkowski 519 A. – Jenne II, 60. – Vgl. Kästner IB, S. 236 (nennt aber nur die Wiesbadener Ausgabe). – Salter 1.230.4

  833    Inselbücherei – Österreichische Bibliothek.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Herausgegeben von Hugo von Hofmannsthal und anderen. Alle 26 Bände der Reihe. Leipzig, Insel 1915–1917. Gelbe Originalpappbändchen mit Deckel- und Rückenschildern.

Vollständige Folge; alle Titel der Österreichischen Bibliothek innerhalb der Reihe nur in einmaliger Auflage. – »Seitenstück der Insel-Bücherei« in gleichem Format und ähnlicher Ausstattung. – Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Reihe nicht fortgesetzt, Restbestände wurden in roter Broschur verkauft oder in die Insel-Bücherei übernommen: Die tatsächlich in der Originalausstattung ausgelieferten Auflagenhöhen dürften also fast durchweg niedriger als die bei Kästner angegebenen »meist je zehntausend Exemplare« sein. – Insgesamt gut erhalten. – Mit dem achtseitigen Beilageprospekt zur Reihe mit einem längeren Text von Hugo von Hofmannsthal.

18,3 : 12,0 cm. – Rücken und vereinzelte Deckelränder etwas angestaubt. Drei Deckel und ein Deckelschild mit kleinen Schabstellen. – Acht Bände mit Besitzvermerk, zwei mit dem Leipziger Zensurstempel. – Vereinzelt leicht stockfleckig.

Kästner S. 249f. – Houghton Library Catalogue 497 und 498ff

  837    Georg Müller Verlag – Meisterwerke orientalischer Literaturen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 550

In deutschen Originalübersetzungen herausgegeben von Hermann von Staden. Erster [bis] Neunter Band [alles Erschienene]. München, Georg Müller 1913–1923. Mit farbigen Bordüren der Doppeltitel. Originalhalblederbände mit ornamentaler Rückenvergoldung, rotem bzw. schwarzem Rückenschild und farbigen Modeldruck-Bezugspapieren.

Vollständige Reihe in der besseren Einbandvariante. – Das ambitionierte Verlagsprojekt enthält folgende Bände: I. Mesnevi oder Doppelverse des Scheich Mewlana Dschelal ed din Rumi. Aus dem Persischen. – II. Chinesische Novellen. – III. Sukasaptati. Das indische Papageienbuch. Aus dem Sanskrit. – IV/V. Katharatnakara. Das Märchenmeer. Eine Sammlung indischer Erzählungen von Hemavijaya. – VI. Asobi. Altjapanische Novellen. – VII/VIII. Hikayat Hang Tuah. Die Geschichte von Hang Tuah. Aus dem Malayischen. – IX. Vetala-Pantschavinsati. Die fünfundzwanzig Erzählungen eines Dämons. – Aufgrund des langen Erscheinungszeitraums wurden verschiedenfarbige Leder für die Einbände benutzt. Zudem sind vollständige Exemplare selten.

21,4 : 13,5 cm. – Rücken minimal berieben, ein unteres Kapital mit kleinen Einrissen.

25 Jahre Georg Müller Verlag S. 175

  839    Rowohlt Verlag – Honoré de Balzac. Gesammelte Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 300

[45 in 40 Bänden]. Reinbek bei Hamburg, Rowohlt 1953–1964. 40 blaue Originalleinenbände mit rot-goldenen Rückenschildern und Rückenvergoldung.

Die vollständige Hamburger Ausgabe. Im Kleinformat und als Dünndruckausgabe fast so platzsparend wie ein e-Book, allerdings haptisch deutlich angenehmer. – Die Übersetzungen stammen von Walter Benjamin, Franz Hessel, Else von Hollander, Walter Mehring, Max Krell, Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Otto Flake u. a. – 1. Der Alchimist. 2. Albert Savarus. 3. Die Geschichte der dreizehn. 4. Beatrix. 5. Buch der Mystik. 6. Caesar Barotteau. 7. Eine dunkle Geschichte. 8. Ehefrieden. 9. Der Ehekontrakt. 10. Eugenie Grandet. 11. Die Frau von 30 Jahren. 12. Die Geheimnisse der Fürstin von Cadignan. 13. Die Bauern. 14/15. Glanz und Elend der Kurtisanen. 16. Heimliche Könige. 17. Honorine. 18. Junggesellenwirtschaft. 19. Katharina von Medici. 20/21. Die Kleinbürger. 22. Die Königstreuen. 23. Künstler und Narren. 24. Der Landarzt. 25. Der Landpfarrer. 26. Zwei Frauen. 27. Modeste Mignon. 28. Nebenbuhler. 29. Oberst Chabert. 30. Pariser Novellen. 31. Pierette. 32. Sarrasine. 33/34. Tante Lisbeth. 35. Die tödlichen Wünsche. 36/37. Trollatische Geschichten. 38. Ursula Mirouet. 39. Vater Goriot. 40/41. Verlorene Illusionen. 42. Vetter Pons. 43. Der Volksvertreter. 44. Die Lilie im Tal. 45. Maitre Cornelius. Der verstoßene Sohn.

14,5 : 9,0 cm. – Einige Rücken verfärbt, zwei leicht berieben, zwei leicht fleckig.

Fromm S. 122–143

  840    Rupprechtpresse – Christoph Martin Wieland. Geron der Adlige.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Eine Erzählung. München 1918. Pergamentband mit farbiger Deckelbemalung (signiert: ., Berlin).

Viertes Buch der Rupprechtpresse. – Eins von 200 Exemplaren. – Auf dem weichen Hadern-Bütten, von dem Ehmcke trotz Kriegsmangel im Sommer 1918 einen größeren Posten erwerben konnte. Gleich drei aufeinander folgende Drucke (der zweite bis vierte) wurden auf diesem Papier gedruckt. – Ab 1917 übernahm der Verleger Walther Hirth den Vertrieb der Drucke der Presse. – Insgesamt schönes Exemplar in einem unikalen Einband.

24,0 : 14,7 cm. 55, [3] Seiten. – 1 Blatt mit Einriss im Text. – Die Blätter teils mit umlaufenem Feuchtigkeitsrand.

Backe S. 122f. – Rodenberg 130, 4. – Günther/Zeilinger 415

  851    Einbände – Blindgeprägter Schweinslederband von E. A. Enders, Leipzig

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

(signiert). – Inhalt: Felix Wolff. Ægypten und der Hafen der Ewigkeit. [Leipzig, Insel] 1914.

23. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 70 Exemplaren auf Old Stratford-Velin (Gesamtauflage 100). – Der Titel wurde in Gold gedruckt. – Die deutschen Texte wurden nach der englischen Übersetzung von Wallis-Budge übertragen. – Die ornamentale Blindprägung und das weiße Schweinsleder erinnern an Einbände von Enders’ Hamburger Kollegen Franz Weiße.

21,3 : 14,8 cm. 143, [5] Seiten. – Einband etwas nachgedunkelt und an den Gelenken etwas berieben. Deckel leicht verzogen.

Stürz 23. – Rodenberg 76. – Schauer II, 64. – Sarkowski 1929a

  852    Einbände – Cremefarbener Schweinslederband von Walter Gerlach

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

mit ornamentaler Blindprägung, Buntpapiervorsätzen und -spiegeln sowie Schnittbemalung und -vergoldung. – Inhalt: Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift deutsch von Martin Luther. 1. Band [mehr nicht erschienen]. Berlin, Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser Verlag [1927]. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen, farbiger Titelbordüre und farbigen Initialen.

Meisterdruck für die Mitglieder des Volksverbandes der Bücherfreunde. – Es erschien lediglich dieser erste Band, der die Geschichtsbücher und die poetischen Bücher des Alten Testaments enthält. – Prachtausgabe der sogenannten »Cranach-Bibel«, der Text nach der Ausgabe von 1545, die Illustrationen von Lucas Cranach nach dem Pergamentexemplar der Ausgabe von 1541 aus dem Besitz der Staatsbibliothek Berlin. – Walter Gerlach schuf einen unikaten Einband, dessen Blindprägung etwas zurückhaltender und moderner wirkt als der Originalentwurf von Kurt Siebert. Die Schnittverzierung in Gold, Rot und Schwarz, mehrfarbig handumstochene Kapitale. – Sehr gut erhalten.

31,2 : 21,5 cm. 967, [1] Seiten. – Deckel minimal angestaubt.

MNE II, 405

  861    Einbände – Willy Baur. Vier zollerische Historien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Privatdruck der Firma Heinrich Maute, Bisingen/Hohenzollern. Bisingen 1953. Mit acht Illustrationen und vier figürlichen Initialen von Herbert Günterberg. Zweifarbiger Ecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Unnummeriertes Exemplar, über die sicher nur kleine Auflage gedruckt und hier wohl unikal gebunden. – Auf Japanpapier gedruckt, die Vorsätze aus Pflanzenfaser-Papier. – Beide Deckel werden durch ein vergoldetes Filetenlineament verziert, der Vorderdeckel mit großem Mittelfeld aus grünem Leder und einem aus rotem Leder applizierten »M«. – Der Privatdruck erschien zum 65. Geburtstag des Inhabers der Textilfirma Reinhold Maute, am Ende faksimilierte Unterschriften der Angestellten. – Tadellos.

21,1 : 17,7 cm. 75, [5] Seiten.

  863    Einbände – Neun Werke über Einbandkunst.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

London, Paris, Berlin u. a. 1900–2004. Alle mit zahlreichen, teils farbigen, teils montierten Tafeln und Abbildungen. Meist Originaleinbände.

I. Modern Book-Plates [… and:] Modern Book-Bindings and their Designers. The Studio, Special Winter-Number 1899–1900. – II. Jean Loubier. Der Bucheinband in alter und neuer Zeit. Berlin und Leipzig [1905]. – III. Deutsche Pressen- und Bibliophile Reihendrucke. Sonderheft vom »Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik. Leipzig 1924. – IV. Festschrift Hübel & Denck. Leipzig 1925. – V. Catalogue de l’exposition la Reliure originale. Paris, Bibliotheque Nationale 1947. – VI. Julius Rodenberg. Otto Dorfner. 1955. –VII. Un demi-siecle de reliures d’art contemporain en France et dans le monde. Exposition.1984. – VIII. 400 Jahre Buchbinder-Innung. München 1996. Festschrift und Katalog in einem Band. Nummeriertes Vorzugsexemplar im Pergamenteinband. – IX. Handeinbände. Internationale Beispiele aus den Jahren 1970 bis 2000, vorgestellt von der Vereinigung »Meister der Einbandkunst«. Hamburg 2004.

  864    Einbände – Zwei Werkverzeichnisse zur französischen Buchbindekunst.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Paris, Auguste Blaizot 1965, und Toulouse, Arts et forms 1984. Mit hunderten Tafeln.

I. Pierre Legrain Relieur. Répertoire desriptif et bibliographique de 1236 reliures. Introduction par Jacques Millot. Études sur l’œuvre et l’homme. Paris, Auguste Blaizot 1965. Mit 78 Tafeln, davon sechs farbig. Leinenband. Eins von 600 Exemplaren. Ausführliche Dokumentation des Schaffens des berühmten, jung verstorbenen Buchbinders Pierre-Émile Legrain (1889–1929). – Beschreibung der Einbände nach Verfasseralphabet. Auf Velin von BFK Rives. – II. Marcel Garrigou. Georges Cretté. Études par Harry Vinckenbosch. Toulouse, Arts et Forms 1984. Mit 204 teils farbigen Tafeln und einigen Textabbildungen. Lose Bogen in Originalumschlag in -schuber. Eins von 450 Exemplaren. Ausführliche Dokumentation des berühmten Buchbinders Cretté (1893–1969). Beschreibung von 679 Einbänden, geordnet nach Verfasseralphabet.

33,5 : 26,5 cm. XLVIII, 204, [2] Seiten, 78 Tafeln. – 35,0 : 25,5 cm. [8], 265, [6] Seiten, 204 Tafeln.

  875    Georges Badin – Serge Mestre. Naissance d’un paysage.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Interventions originales de Georges Badin. [Béthune], Collection Ecbolade [um 1978]. Mit zwei Originalgouachen. Lose Bogen in Originalumschlag.

Collection Ecbolade 16. – Eins von 80 Exemplaren (Gesamtauflage 95) mit den beiden Gouachen von Badin, beide mit Collage. – In Schwarz und Blau gedruckt. – Der französische Schriftsteller Georges Badin (1927–2014) hatte sich in den 1970er Jahren der Malerei zugewandt. Er lebte und arbeitete in seiner Heimatstadt Ceret. Serge Mestre, geboren 1952, war seit Anfang der 1970er Jahre literarisch tätig.

33,5 : 23,7 cm. [9] Doppelblätter. – Umschlag mit kleinen Druckstellen.

  878    Marcus Behmer – Homer. Ilias.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Deutsch von J[ohann] H[einrich] Voss. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Askanischer Verlag 1923. Mit Titelholzschnitt und 46 Textholzschnitten. Originalschweinslederband mit Rückenvergoldung und -blindprägung. Deckelvignetten und Kopfschnitt vergoldet.

Fünftes Buch der »Behmer-Drucke« bei Otto von Holten. – Eins von 100 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren, bei denen der Druckvermerk von Marcus Behmer, der Titelholzschnitt vom Künstler signiert wurde. – Auf starkem Zanders-Bütten. – In den Jahren 1920–1924 wurden bei Otto von Holten sechs Bücher unter Verwendung der von Marcus Behmer gezeichneten und bei Klingspor geschnittenen Antiqua gedruckt. Die Vignette auf dem Hinterdeckel mit einer für Behmer typischen »Anagramm-Vignette« der Initialen »LvH«, »AV«, »MB« und »OvH«. – Innen sehr gut erhalten.

30,5 : 24,0 cm. 420, [8] Seiten. – Deckel stockfleckig, Rücken aufgehellt und unten mit kleinem Einriss. – Vorsätze etwas fleckig.

Schauer II, 43. – Rodenberg 244, 5

  885    Gottfried Benn – Alexander Lernet-Holenia. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Limit: € 120

Wien, 6. Januar 1957.

An den Limes Verlag in Wiesbaden. – Der Dichter teilt auf Anfrage des Verlegers Max Niedermayer (im Hinblick auf die Gottfried Benn-Briefausgabe) mit, dass er »trotz sorgfältigen Suchens, keinen Brief von Gottfried Benn mehr finden konnte. Er hat mir nicht viele Briefe geschrieben; nur Gott weiß, wohin die wenigen Stücke, infolge von all den Besetzungen, Eroberungen, Verlagerungen an anderem dergleichen von uns erlebten Unsinn mehr, geraten sein mögen«. – Im Literaturarchiv Marbach finden sich die Briefe Lernet-Holenias an Gottfried Benn, nicht aber die schon 1957 vermissten Briefe von Benn an ihn. – Dazu: Monologische Kunst – ? Ein Briefwechsel zwischen Alexander Lernet-Holenia und Gottfried Benn. Im Anhang: Nietzsche nach 50 Jahren. Wiesbaden, Limes 1953. Originalbroschur. Erste Buchausgabe. Aus dem Besitz des Barlach-Bibliographen Friedrich Schult.

Heftlöcher.

Lohner/Zenner 2.130. – Raabe/Hannich-Bode 24.39

  886    Gottfried Benn – Briefe von drei engen Freuden des Dichters, fünf eigenhändig, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Limit: € 400

1956–1958 und 1983. Zusammen zwölf Seiten.

I. Frank Maraun (1903–1981, Literatur- und Filmkritiker). Vier maschinengeschriebene Briefe mit Unterschrift. Stuttgart-Zuffenhausen, 9. XII. 1956 bis 20. VII. 1958. – Alle an den Limes-Verleger Max Niedermayer, bezüglich einer Auswahl aus Gottfried Benns Briefen. Meint, »… daß der Brief vom 11. Mai 1936 an mich wegen seiner Dramatik, seiner streithaften Polemik und seiner Sorge um das deutsche Geisteserbe in dieser Sammlung gute Figur machen würde«. Erteilt Auskünfte und erinnert daran, dass er im Bombenkrieg alle Korrespondenzen verloren habe, die »ich nicht zufällig im Keller hatte«. – II. Erich Pfeiffer-Belli (1901–1989, Schriftsteller und Journalist). Vier eigenhändige Briefe. München, 4. I bis 9. V. 1957. Fünf Seiten. – Alle an Max Niedermayer zu dessen Briefedition: »Ich habe einen sehr eigenartigen Brief Benns aus dem Jahre 1936 […] darüber hinaus Briefe und Karten aus den 40er Jahren«. – Mit Niedermayers Gegenbriefen (Typoskriptdurchschläge). – III. Carl Werckshagen (1903–2001, Dramaturg, Schriftsteller und Kritiker, bedeutender Freund und Sammler Benns). Eigenhändiger Brief. Bothel/Rothenburg, 15. VI. 1983. An die Lektorin Marguerite Schlüter, mit Abschrift einer »handschriftlichen Gedichtaufzeichnung« und einer Fotokopie eines Briefes von Ilse Benn an ihn. Berichtet, dass ein privater Sammler für seine Benn-Sammlung, die er dem DLA Marbach anvertraute, 20.000 DM geboten habe. »Ein bekanntes Berliner Auktionshaus hat mir sogar einen noch höheren Versteigerungserlös in Aussicht gestellt […]«. Werckshagen und Benn hatten sich bereits 1924 kennengelernt, nachdem Werckshagen einen Artikel über Benns »Gesammelte Werke« in der Vossischen Zeitung veröffentlicht hatte.

  887    Gottfried Benn – 31 Briefe verschiedener Absender an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Meist 1956–1957..

Nach der Briefausgabe 1957 hatte der Limes Verlag zur Einsendung von weiteren Briefen für eine Neuausgabe gebeten. Fast alle Schreiben beziehen sich auf Briefveröffentlichungen, das Schicksal der Originalbriefe, Verhinderungsgründe und Vorbehalte. – Inhalt: Kadidja Wedekind (1911–1994, Schriftstellerin, Tochter von Frank und Tilly Wedekind). Drei eigenhändige Briefe 1985–1993. Zur Bekanntschaft zwischen Gottfried Benn und ihren Eltern. – Oskar Jancke (Schriftsteller, 1898–1957). Brief mit Unterschrift. – Clemens von Podewils (Schriftsteller, 1905–1978). Drei Briefe mit Unterschrift, einer mit eigenhändigem Zusatz. Der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sieht »aber die Schwierigkeit, die einer Veröffentlichungen im Wege steht«, da die Briefe vertrauliche Fragen berühren. – Gertrud Hindemith (Ehefrau und Nachlassverwalterin von Paul Hindemith, 1900–1967). Beschwert sich über die Veröffentlichung eines Briefes, der sie ausdrücklich widersprochen habe. – Ewald Wasmuth (Philosoph, 1890–1963). Drei Briefe mit Unterschrift. Über sehr persönliche Briefe, einer zum Selbstmord von Benns Freundin Lilli scheine verloren gegangen. – Jürgen Eggebrecht (1898–1982, Schriftsteller). Zwei Postkarten und ein eigenhändiger Brief. – Weitere Briefe von Wolfgang Wilhelm, Frieda, Ulrich Riemerschmid, Bruno Erich Werner (seit 1952 Kulturattaché in Washington): »zum Teil recht ins Prinzipielle gehende Handschreiben sind mir leider durch Krieg + Nachkrieg in Berlin verloren gegangen«, Karl von Finckenstein (enger Freund der Familie), Lutz Weltmann, Werner Damköhler, Maria Proelss, Friedrich Siems, Sven Kluwe, Hilde Körber und Thomas Harlan-Körber (Ehefrau und Sohn des Regisseurs Veit Harlan).

  888    Gottfried Benn – 28 Briefe an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Meist 1956–1957. Meist maschinengeschrieben, alle mit Unterschrift.

Alle Briefe ähnlichen Inhalts, teils mit Gegenbriefen als Entwurf. – Egon Vietta (Schriftsteller, 1903–1959). Eigenhändiger Brief und zwei Postkarten. Über die Positionierung Benns »gegen die Nazis … Wichtig für die alten Angriffe gegen Benn ] […] Positive Reaktionen auf meine Einwendungen gegen den Biologismus und Rassenlehre Hitlers«. – Armin Mohler (Ernst Jüngers Sekretär, 1920–2003). Sechs Schreiben zum Verhältnis zwischen Jünger und Benn. – Pamela Wedekind (Schauspielerin, 1906–1986). Stimmt einer Sichtung der Familienbriefe zu. – Walter Höllerer (Literaturwissenschaftler, 1922–2003). Habe von Ernst Jünger erfahren, dass eine Neuausgabe geplant sei. – Heinz Ullstein (Verleger, 1893–1973). – Karl Schwedhelm (Journalist). Übersendet Abschriften von Benn-Briefen. – Weitere Briefschreiber: Frank Benseler, Wigbert Holle, Johannes Weil, Wilhelm Adams, Hans-Jürgen Blenskens, Hannah Peter-Reeck, Richard Gabel, Richard Gabel, Wilhelm Allgayer, Fritz Martini, Ilse Curtius. – Beigaben: Porträtfotografie.– Magnettonband. Karton beschriftet: »Gottfried Benn liest Gedichte. Mono 38 cm. || Ein Wort, ein Satz | Was bedeuten diese Zwänge […].

  889    Max Peiffer Watenpuhl. Vier eigenhändige Briefe, zwei mit Unterschrift, zwei mit Paraphe »M. P. W.«

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 260

Salzburg, 7. IX. 1968, und Rom, Februar 1971. Zusammen sieben Seiten.

Alle an die Benn-Lektorin Marguerite Schlüter, zunächst zum Tod von Max Niedermayer, dessen Limes-Verlag sie dann weiterführte: »Betrübt hat mich nur, dass Sie nicht über den Verlust von M. N. hinauskommen. Denken Sie immer, dass er bei Ihnen ist, auch wenn er abwesend ist.« – Der Künstler berichtet von seiner Arbeit an den Venedig-Mappen für Gotthard de Beauclair (»Es ist viel, aber schöne Arbeit«) und ein Aquarell, das für sie reserviert sei. – Aus Rom schreibt er über verlorene Post, seine Erkrankung (»Maschine kann ich nicht mehr schreiben, sehr miserabel mit der Hand«), dankt für eine nun angekommene Sendung und berichtet über eine Künstlerfreundschaft: »Mit Schwitters war ich sehr befreundet. Er war ein Original, sehr komisch und zog immer mit einem Rucksack voller Bilder herum. Dann zitierte er Anna Blume – Du tropfes Tier, ick liebe Dir […]«. – Zwei adressierte Kuverts. – Beilage: Entwurf eines Antwortbriefes von Marguerite Schlüter an Peiffer Watenpuhl.

  890    Heinrich Böll. Das Vermächtnis.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 200

Kurzroman. Mit einer Porträt-Lithographie von Celestino Piatti und einem Nachwort von Heinz Friedrich. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1981. Mit einer signierten Lithographie in eingebundenem Passepartoutblatt. Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Der bis dahin unveröffentlichte Kurzroman von Böll erschien anlässlich des 20. Jubiläums der Reihe »dtv-Taschenbücher« in bibliophiler Ausstattung und Großformat.

42,7 : 33,2 cm. 55, [5] Seiten, 1 Lithographie.

  895    Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Kapitale und Ecken minimal berieben. – Auf dem vorderen Vorsatzblatt Schabspur von getilgtem Sammlerstempel.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

  896    Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbig, und einer doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Ecken und Kapitale leicht, das untere stärker bestoßen, dort die Gelenke angeplatzt. – Vortitel mit Besitzvermerk, hinterer Innendeckel mit Widmung der Vorbesitzerin. – Ränder leicht verfärbt bzw. angestaubt.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

  897    Marc Chagall – Julien Cain, Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithographe.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Band I [bis] VI. Monte-Carlo, André Sauret 1960–1986. Mit insgesamt 28, meist farbigen Lithographien, davon vier auf den Umschlägen, und zahllosen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Das vollständige Werkverzeichnis der Lithographien, in deutscher Sprache. – Der Katalog wurde maßgeblich von Chagalls Drucker Mourlot erarbeitet und in den originalgraphischen Teilen von diesem gedruckt. – Mit Vorworten von Marc Chagall (Band I), Fernand Mourlot (II), Julien Cain (III), Charles Sorlier (IV), Robert Marteau (V) und Roger Passeron (VI). – Die ersten beiden Bände mit je elf Lithographien im Buch, die nächsten beiden mit je einer Lithographie als Frontispiz, alle vier mit originallithographischen Umschlägen. – Unverzichtbares Œuvreverzeichnis in üppiger Ausstattung und tadelloser Erhaltung, nahezu druckfrisch.

33,0 : 25,0 cm.

Cramer 43, 56, 77 und 94

  900    Gertrude Degenhardt. Fiddle & Pint.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Pinselzeichnungen · Tempera auf Holz · Radierungen. Mainz, Edition GD 2000. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Im Schuber.

Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe C mit der Radierung »Encore«, zusätzlich mit einer Bleistiftzeichnung der Künstlerin auf dem vorderen Vorsatz. – Katalog der Ausstellung »Fiddle & Pint« in der Kenny Gallery, Galway, September 1999.

23,0 : 21,3 cm. [8], XI, [5], 69, [1] Seiten, 1 Radierung.

  902    Jim Dine. Gedichte und Zeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Aus dem Amerikanischen von Heiner Bastian. Frankfurt am Main, März 1971. Mit einem farbigen Titelbild und zehn blattgroßen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Auf dem Titelblatt die Widmungen vom Übersetzer, dem späteren Kunstsammler und -händler, und dem Künstler höchstselbst »25 Years later in Berlin || Jime Dine 1995«. – Die Texte in Englisch und Deutsch. Das Motiv »Heart«, das hier zwölfmal viariiert wird, war damals ein zentrales in Dines Œuvre. – Heiner Bastian wurde in den 1960er Jahren als Übersetzer amerikanischer Underground-Lyriker bekannt.

26,5 : 19,2 cm. 96 Seiten, 1 Tafel. – Das Titelbild etwas gelockert.

  908    Dietz Edzard – Nikolai Vasilewic Gogol. Wij.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Eine Volkslegende. Mit sechs Radierungen von Dietz Edzard. München, Pflüger 1924. Mit sechs signierten Radierungen. Originalbroschur und sechs Passepartouts lose in Originalhalbpergamentmappe.

Eins von 100 Exemplaren, weitere fünf kamen nicht in den Handel. – Text und Radierungen wurden auf Büttenpapier gedruckt, die Radierungen auf chamoisfarbenes und in Passepartouts eingelegt. – »In ›Wij‹ erreicht die aus folkloristischen Quellen schöpfende Phantastik Gogols […] ihren Höhepunkt und gleichzeitig ihren Abschluß« (KNLL VI, 561). – Ins Deutsche übertragen von Karl Nötzel.

42,3 : 30,3 cm (Mappe). [10], 32, [6] Seiten. – Die Mappe etwas berieben und verzogen, Textheft und vier Radierungen stockfleckig, eine stärker.

Katalog Lindenau-Museum 482-487. – Sennewald 24,2. – Lang E 44. – Jentsch, Expressionismus 144

  909    T. S. Eliot. Triumphal March.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Drawings by E. McKnight Kauffer. London, Faber & Faber 1931. Mit einem Frontispiz und einer blattgroßen farbigen Illustration. Originalpappband mit goldgeprägtem Titel.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe (»large-paper edition, printed on English hand.made paper«), vom Verfasser unter dem Editionsvermerk signiert. –Erschienen als No. 35 der Reihe »The Ariel Poems«. – Sehr schönes Exemplar.

22,0 : 14,3 cm. [12] Seiten. – Vorderdeckel mit winzigen Flecken.

  912    Anatole France. Les poèmes dorès.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Paris, Edouard-Joseph 1920. Hellbrauner Ecrasélederband mit reicher Fileten-, Rückentitel- und Kopfschnittvergoldung (signiert: L. Bernard). Gold-marmorierte Vorsatzpapier und Spiegel. Der vollständige Originalumschlag eingebunden.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1100). – Schöner breitrandiger Druck in Gold und Schwarz auf chamoisfarbenem Bütten. – Auch der elegante Handeinband von L. Bernard widmet sich der titelgebenden ersten Abteilung. – Enthält auch »Idylles et légendes«, »Leuconoé« und weitere Dichtungen. – Exlibris Stig Wilton.

19,8 : 15,8 cm. 183, [9] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Vorderdeckel mit leichten Wasserflecken. – Unbeschnitten.

Talvart/Place VI, 134, 3 B. – Mahé II, 127

  916    Bartley Freedman – Barnett Freedman. Eight Proof Lithographs for »Oliver Twist«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Acht Farblithographien. 1939. 17,7 : 11,3 cm (ca 25 : 16 cm). Im Stein signiert und datiert.

Probedrucke der Illustrationen zur Buchausgabe der Heritage Press im Limited Edition Club. – Der englische Graphiker Barnett Freedman (1901–1955) illustrierte eine Vielzahl von Büchern. Die vorliegende Folge der Hauptcharaktere des Romans enthält alle acht Illustrationen der 1939 erschienenen Buchausgabe. – Die losen Blätter in einem vom Künstler eigenhändig betitelten Umschlag mit Widmung »For Jack Beddington« und mit einem eigenhändigen Brief an diesen Empfänger »I hope you will have these rough proofs of a job I did just before ›war‹ broke out.« Jack Beddington (1893–1959) war in den 1930er Jahren Manager von »Shell-Mex and BP«. – Dazu: Eine zweite Folge, am Unterrand typographisch bezeichnet »Printed in Great Britain«, eine Lithographie mit eigenhändiger Widmung des Künstlers, datiert 1943. Diese Folge mit leichten Knickfalten.

  918    Wolfgang Gerner – Lao-Tse. Tao te king.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Aus dem Chinesischen ins Deutsche übertragen von Victor von Strauss, mit Aquarellen von Wolfgang Gerner. Denklingen, Fuchstaler Presse 1989. Mit zwei signierten Aquarellen, betitelt »Sinn« und »Leben«. Weißer Originalhalblederband, Deckelbezüge aus weißem Japan-Faser-Papier. In der Originalhalbleinenmappe.

23. Druck der Fuchstaler Presse. – Eins von 15 Exemplaren, »für jedes entstanden eigene Arbeiten, sodaß jedes Buch als Unikat gelten kann« (Druckvermerk). – Wolfgang Gerner, geboren 1942, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und ist seit 1974 freischaffender Maler und Graphiker. – Der Text, jedes der 81 Kapitel auf einer eigenen Seite, wurde aus der Koch Antiqua gesetzt und auf blütenweißes Van Gelder-Zonen-Bütten gedruckt. – Makellos und sehr selten.

46,5 : 33,8 cm. 90, [6] Seiten, 2 Aquarelle.

  919    Erich Glas. Phaedrus Augusti libertus. Aesopische Fabeln.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Sechs Holzschnitte. 1920. 11,5 : 9,5 cm (21,0 : 16,5 cm). Signiert, datiert, mit »Handdruck« bezeichnet und auf dem Passepartout betitelt. Lose in Originalhalbpergamentflügelmappe mit vergoldetem Rückentitel und marmorierten Japanpapierbezügen.

Künstler- oder Belegexemplar aus dem Nachlass von Otto Dorfner, Weimar, der die Mappen der Suite fertigte. – Die Mappe erschien laut Sennewald als Vorzugsausgabe zu der Buchausgabe (Berlin, Amsler & Ruthardt 1920), die acht Holzschnitte enthielt. – Alle sechs Holzschnitte und der Holzschnitttitel auf Japan, die Holzschnitte mit der Nummer des Abzugs und »Handdruck« bezeichnet. Alle in Passepartout und auf diesem mit einem Zitat aus der jeweiligen Fabel betitelt. – Erich Glas (1897–1973) studierte zunächst an der Kunsthochschule in München bei F. H. Ehmcke, bevor er 1919 ans Bauhaus nach Weimar kam, dort im Vorkurs von Johannes Itten studierte und in die von Walter Klemm geleitete Druckereiwerkstatt übernommen wurde. 1921 wurde er Mitglied in der Künstlergruppe »Das junge Rheinland«.

28,5 : 22,0 cm (Mappe).

Sennewald 20 b

  920    Günter Grass. Der Schatten. Skyggen.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R16 )

Limit: € 500 ( R19 )

Zehn Lithographien zu Märchen von Hans Christian Andersen. 2005. 53,5 : 39,5 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 120 Exemplaren. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Christian Müller, Leipzig, jede Lithographie mit dessen Trockenstempel. – Das Mappenwerk entstand in Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin aus Anlass des 200. Geburtstags von Hans Christian Andersen. – Ediert vom Kunsthaus Lübeck, der Stuttgarter Manus Presse und der Galerie M Bogense. – Die Lithographien illustrieren die Märchen »Der Schatten«, »Däumelinchen«, »Der fliegende Koffer«, »Das Feuerzeug«, »Der Halskragen«, »Die kleine Meerjungfrau«, »Des Kaisers neue Kleider«, »Der standhafte Zinnsoldat«, „Die Nachtigall« und »Die wilden Schwäne«. – Mit einem lithographiertem Titelblatt und dem Inhaltsverzeichnis lose in der Originalleinenmappe. – Makellos.

  922    Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R5 )

Limit: € 200 ( R7 )

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Der Umschlag – entgegen einem Vergleichsexemplar – mit der Fotografie einer Zeichnung von 1934 (!). Titel mit Besitzvermerk »Franz Oertel«, zwei Tafeln mit dessen kenntnisreichen handschriftlichen Ergänzungen der Titel (Namensnennung von zwei Geraer Persönlichkeiten). – 1925 war Kurt Günther nach seiner Dresdner Dadazeit und drei kurzen Ehejahren in Bad Reichenhall wieder in seine Heimatstadt Gera zurückgekehrt. Er folgte dabei Otto Dix, mit dem er seit den Dresdner Jahren befreundet war. Nach Machtantritt der Nationalsozialisten erhielt Günther Malverbot. Ab 1934 entstanden deshalb vorrangig Porträtzeichnungen seiner Tochter (eine solche hier auf dem Umschlag).

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Kleine Läsuren an den Ecken, etwas fleckig. – Das leere Vorblatt stark stockfleckig, der Titel leicht.

  924    Rainer Maria Rilke. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Beek, In de Roozetak Johan Souverin 1994. Mit vier signierten Aquatintaradierungen, davon drei farbig, von Eva Haskova. Originalhalblederband mit goldgeprägten Titeln.

Eins von zwölf Vorzugsexemplaren in Halbleder und mit einer signierten Extrasuite der Radierungen. – Die erste einfarbig gedruckte Radierung mit einem Rilke-Porträt bildet die Titelvignette. – Eva Haskova (geboren 1946) zählt zu den anerkanntesten tschechischen Graphikerinnen. – Die opulent gesetzte und auf Zerkall-Bütten gedruckte Ausgabe von Rilkes bekannter Dichtung erschien als siebter Druck der Edition »In de Roozetak«. – Makellos erhalten.

32,3 : 24,4 cm. [48] Seiten, 4 lose Radierungen.

  933    Friedrich Heubner – Daniel Defoe. Robinson Crusoe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit 20 Originalradierungen von F. Heubner. München, Der Bücherwinkel 1922. Mit 21 signierten Radierungen, davon eine auf dem Titel, ein Initial und eine Schlussvignette,. Blauer Halblederband mit marmorierten Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg).

Erstes Werk der »Drucke des Bücherwinkels«. – Eins von 100 Exemplaren, »gedruckt für L. Friederichsen & Co., Hamburg« (Verlagsbuchhandlung). – Gesetzt aus der Breitkopf-Fraktur. – Friedrich Heubner (1886–1974) war unter anderem Mitarbeiter der Münchner Zeitschriften »Simplicissimus« und »Jugend«. – Seine Robinson-Radierungen erschienen anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums der Erstausgabe, ein Anlass, der nicht nur in Deutschland eine ganze Reihe von illustrierten und bibliophilen Robinson-Ausgaben »hervorbrachte«.

31,9 : 26,0 cm. [6], 239, [7] Seiten. Leicht berieben, die Ecken etwas bestoßen. – Exlibris und Prägestempel. Ränder der Radierungen teils stockfleckig.

Rodenberg 350, 1. – Sennewald 22,1

  936    Ludwig von Hofmann – Homer. Odyssee.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Deutsch von J. H. Voss. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Askanischer Verlag 1924. Mit Titelholzschnittund zahlreichen Holzschnitten im Text. Originalpergamentband mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Sechstes Buch der »Behmer-Drucke« bei Otto von Holten. – Auf starkem Zanders-Bütten. – Eins von 1000 unsignierten Exemplaren.

30,4 : 25,4 cm. 337, [7] Seiten.

Schauer II, 43. – Rodenberg 244

  937    Hugo von Hofmannsthal – Eranos.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Hugo von Hofmannsthal zum 1. Februar 1924. München, Verlag der Bremer Presse 1924. Mit drei Originalgraphiken. Pergamentband mit vergoldetem Rücken, goldgeprägten Fileten und Bordüren sowie Kopfgoldschnitt. Im gefütterten Schuber.

Eins von 1050 Exemplaren. – Festschrift zu Hofmannsthals 50. Geburtstag. – Mit einer Radierung von Ludwig von Hofmann und je einer Lithographie von Max Liebermann (»Der Fischer und das Weib«. Achenbach 80, aus: Goethe, Gedichte) und Emil Orlik. – Mit Textbeiträgen u. a. von Rudolf Borchardt, Rudolf Kassner, Thomas Mann und Rudolf Alexander Schröder. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Schönes Exemplar in einem, den Arbeiten von Frieda Thiersch sehr nahen, Pergamentband.

28,8 : 20,5 cm. [8], XXXVI, 159, [7] Seiten, 3 Graphiken. – Einband und Buchschnitt minimal stockfleckig. – Exlibris.

Houghton Library Catalogue 264. – Lehnacker 58. – Rodenberg 60

  941    James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Vom Verfasser geprüfte deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [bis] Dritter Band. Basel, Rhein-Verlag 1927. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Rückenschildern und Kopfgoldschnitt.

Erste deutsche Ausgabe des Jahrhundertromans. – Eins von 1000 Exemplaren auf Bütten, weitere 100 Presse-Exemplare wurden auf Dünndruckpapier gedruckt. – Privatdruck durch Vermittlung des Pariser Büros des Rhein-Verlags in Basel.

20,6 : 14,8 cm.

Slocum/Cahoon D 45.2

  946    Ernst Jünger. Die Zwille. – Aladins Problem. – Autor und Autorschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Stuttgart, Klett-Cotta 1973, 1983 und 1984. Originalleinenbände mit -schutzumschlägen. – Widmungsexemplare.

Erste Ausgaben. – I. »Für Alfred Ott mit herzlichem Dank für das prächtige Gewand des Manuscripts«. Alfred Ott hatte 1968 die sieben Xerokopie-Exemplare von »Carabus Rutilans« (vgl. C/M. B 61) gebunden. – II. »Karl Korn zum 75. Geburtstag mit herzlichen Wünschen in alter Verbundenheit.« – III. »Fritz Lindemann, nach langer Abwesenheit und in Erinnerung an gemeinsam erlebte Tage […]«. Mit eingeklebter Porträtpostkarte, rückseitig von Jünger datiert »Wilflingen 65«. – Dazu: Die Schere. 3. Auflage. 1990. Signiertes Exemplar.

21,8 : 13,5 cm. 329, [5], 121, [3] bzw. 277, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 70a, 82 und 85

  948    Ernst Jünger. Die Schere.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Stuttgart, Klett-Cotta 1990. Roter Originalmaroquinband, Rückentitel vergoldet, Deckelvignette blindgeprägt. Mit Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Vorzugsexemplaren, in Leder gebunden und vom Verfasser signiert. – Tadellos.

21,8 : 13,5 cm. 186, [2] Seiten.

  950    Ernst Jünger. Der Baum.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Essay. – In: Bäume. Photographien schöner und merkwürdiger Beispiele aus deutschen Landen. Ingelheim am Rhein, C. H. Boehringer Sohn 1962. Mit 65 Tafeln. Originalleinenband mit graphischen Beigaben in eleganter Halbleinenkassette.

Erste Ausgabe des Essays, der als Geleitwort zur Bildfolge von Alfred Renger-Patzsch entstand. – Dazu: Radierungen von Susanne Theumer (Exlibris Ernst Jünger Sammlung Wolfgang Wissing, zwei Radierungen mit Ernst Jünger-Zitaten) und Claudia Berg (fünf Radierungen zum Thema »Bäume«).

35,5 : 27,0 cm. [2], 17, [1] Seiten, 65 Tafeln.

Des Coudres/Mühleisen C 27 a

  956    Rockwell Kent – Beowulf.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Verse translation by William Ellery Leonard. New York, Random House 1932. Mit acht Lithographien von Rockwell Kent, davon sechs ganzseitig, eine als Titel- und eine als Schlussvignette. Schwarz-weiß melierter Originalleinenband mit weißgeprägter Deckelillustration und dem Originalschutzumschlag.

Eins von 950 nummerierten Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler mit dessen Daumenabdruck signiert. – Gesetzt aus der Hammer Unziale und gedruckt in Rot und Schwarz, die verzierten Initialen in Blau. – Auf chamoisfarbenem Bütten. – Rockwell Kents (1882–1971) Bilder vermengen historisierende Elemente mit surrealistischen Details. Einige seiner Bildschöpfungen erinnern an William Blake. – Die »Unciale« des österreichischen Typographen und Graphikers Victor Hammer (1882–1967) zählt zu den markantesten Druckschriften des 20. Jahrhunderts. 1923 hatte er sie für die Gießerei Klingspor entworfen, nach seiner Emigration in die USA entwickelte er 1943 die »Neue« oder auch »Amerikanische« Version.

34,5 : 27,1 cm. [4], 145, [3] Seiten. – Schutzumschlag mit kleinen Ein- und Ausrissen. – Blattränder minimal gebräunt. Exlibris und Prägestempel.

  959    Kinderbücher – Kling-Klang Gloria.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Deutsche Volks- und Kinderlieder. Ausgewählt und in Musik gesetzt von W. Labler. Illustriert von H. Lefler und J. Urban. Wien und Leipzig, F. Tempsky und G. Freytag 1907. Mit 16 ganzseitigen farbigen Illustrationen und Buchschmuck. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – »Dieses bekannteste der Bücher, die aus der Kooperation von Heinrich Lefler und seinem Schwager Joseph Urban hervorkam, kann als hervorragendes Beispiel für die Verschmelzung dekorativer Stilisierung (die wahrscheinlich von Urban stammt) und erzählender Illustrationsgraphik (Leflers Anteil) gelten« (Bilderwelt). – Die beiden Wiener Sezessions-Künstler Joseph Urban und Heinrich Lefler arbeiteten oft zusammen, Urban lieferte dabei stets die dekorative Umrahmung zu Leflers Illustrationen. Beide zählen zu den wichtigsten Künstlern des europäischen Jugendstils.

25,5 : 32,0 cm. 64, [2] Seiten. – Deckelkanten etwas berieben, insgesamt sehr schön.

Bilderwelt 545. – Seebaß I 1089 und II, 1040. – Stuck-Villa I, 421

  961    Kinderbücher – Hans Leip. Das Zauberschiff. The Magic Ship.

Schätzpreis/Estimate: € 150 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Ein Bilderbuch nicht nur für Kinder. A Picture Book not only for Children. Hamburg, Hammerich & Lesser 1946/1947. Mit 13 blattgroßen Illustrationen. Neuerer Pappband.

Erste Ausgabe. – Der Originalbroschurumschlag wurde eingebunden. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Seit zwanzig Jahren geplant, entstanden im Galtenberghaus zu Alpach bei Brixlegg in Tirol, Mai/Juni 1946« und noch im gleichen Jahr veröffentlicht. – »Das ursprünglich nur seinen vier Töchtern zugedachte Bilderbuch enthält zu dreizehn von ihm selbst entworfenen klarfarbigen expressionistischen Kompositionen kleine Texte als Erlebnisfolge eines Kindes, in deutscher und englischer Sprache.« (M. Dierks, zit. nach Lex. KJL). – »Für Halbey ›[…] ein Hauptwerk des deutschen Expressionismus‹, das bewußt dort anschließt, wo durch den Nationalsozialismus die freie Entwicklung der Kunst in Deutschland unterbrochen war.« (Hoffmann/Thiele, Künstler illustrieren Kinderbüchern 206).

28 : 26 cm. [32] Seiten.

Lex. KJL II, 333. – Stuck-Villa II, 248. – Bilderwelt 785

  964    Walter Klemm – H. J. Christoffel von Grimmelshausen. Ausführliche und wunderseltsame Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Mit 10 ganzseitigen Radierungen von Walter Klemm. Weimar, Weimarschau 1923. Mit zehn signierten Radierungen. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel und marmorierten Deckelbezügen.

Drittes Werk des Weimarschau-Verlages. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Die Radierungen wurden in der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst in Weimar gedruckt. – Im Weimarschau-Verlag erschienen 1923 drei von Klemm illustrierte Bücher. Walther Klemm (1883–1957) war bereits seit 1913 Leiter der Graphikabteilung der Weimarer Großherzoglich Sächsischen Hochschule, aus der 1919 das Bauhaus hervorging. Er zählte von Anfang an zu dessen Meistern. »Große Verdienste erwarb er sich als Illustrator von Werken der Weltliteratur. Seine Bildbeigaben […] sind Meisterwerke der Buchillustrationskunst […]« (Tesch/Völkel, Kleines Lexikon Bauhaus).

29,3 : 23,0 cm. 83, [5] Seiten, 10 Radierungen.

Sennewald 23,5

  966    Alfred Kubin. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Wernstein, 8. I. 1930. Zwei Seiten.

An den Berliner Bibliophilen und Lektor Emil Tuchmann. – Kubin stellt detaillierte Fragen zu zwei Büchern, die aus Anlass des 25. Jubiläums des Berliner Bibliophilenabends erschienen (Otto Stoessl »Der bedenkliche Kauf« und »Der Dichter und das Buch«, herausgegeben von Emil Tuchmann und Karl Schönberg). »[…] soll es ein Umschlag, Einbandzeichnung oder ein Innentitel, Frontispice werden – soll 4. in die betreffende Zeichnung Schrift […] 5. Zum Abzeichnen der Lithographien würde ich die Firma O. Felsing (Charlottenburg) oder H. Birkholz (Berlin W 35) empfehlen. Ich habe bei Qualität und Preis die besten Erfahrungen besonders auch mit Felsing. […] – Mit Absenderstempel. – Die Herausgeber folgten Kubins Empfehlung, die Lithographie wurde bei Felsing gedruckt.

Vgl. Marks A 121 und A 124 und Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seiten 104 und 106

  971    [René] Magritte.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

[La boîte bleue. Die blaue Schachtel. The Blue Box]. Paris und Gent/Amsterdam, Ludion 2003. Katalogbuch mit zahlreichen, meist farbigen, Illustrationen und drei »Portfolios« in blauer Originalhalblederkassette mit Objektdeckel und Titel in Silberprägung.

Eins von 950 Exemplaren der Vorzugsedition zum Ausstellungskatalog, herausgegeben von Daniel Abadie und Ronny van de Velde. – Der Katalog erschien zur Ausstellung in der Galerie nationale du Jeu de Paume, Paris, im Frühjahr 2003. – Die aufwendige und originelle Luxusedition enthält drei Umschlagmappen. I: Drei Originalradierungen auf Velin, stempelsigniert und nummeriert. – II: Fünf Ausschnitte aus dem Gemälde »L`Evidence éternelle«, reproduziert in Originalgröße auf Leinwand. – III: Farbdrucke von zwei Gouachen, je acht Stück auf Klebefolie. – Im Vorderdeckel der Kassette ein farbig reproduziertes trompe-l`œil unter Plexiglas. – Makellos.

36,5 : 32,0 : 8 cm (Kassette).

  982    Henri Matisse – Marguerite Duthuit-Matisse und Claude Duthuit. Henri Matisse. Catalogue raisonné de l’œuvre gravé […]

Schätzpreis/Estimate: € 750

Limit: € 500

Tomes I et II. – Catalogue raisonné des ouvrages illustrés […] établi avec la collaboration de Françoise Garnaud. Preface de Jean Guichard-Meili. Paris 1983 und 1988. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenbände, einer mit Schutzumschlag.

Die bis heute maßgeblichen und unverzichtbaren Werkkataloge zur Graphik (Band 1: Radierungen, Band 2: Lithographien u. a.) und illustrierten Büchern.

»L’œuvre gravé« mit Folienumschlag, mit Filmoplast auf den Innendeckeln fixiert. – Stempel auf Vorsatzblättern. – »Ouvrages illustrés« mit Schutzumschlag. Bindung etwas gelockert.

  983    André Maurois. Introduction a la méthode de Paul Valéry.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R5 )

Limit: € 170 ( R7 )

Paris, Éditions des Cahiers Libres 1933. Halblederband mit Marmorpapierbezug. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von zehn römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe auf festem »Japon nacré«, weitere 35 wurden auf Bütten gedruckt (Gesamtauflage 1045). – »Ce texte est celui d’une conférence prononcée à l’Université des Annales, le 13 Décembre 1932«. – Die Texte der seit 1907 von Yvonne Sarcey unter dem Namen »Université des Annales« initiierten Konferenzen wurden in einer gleichnamigen Zeitschrift veröffentlicht. Einige Einzelausgaben erschienen in Buchform. – Maurois’ Titel zitiert den von Valérys berühmter Abhandlung »Introduction à la mèthode de Leonardo da Vinci«. – Selten, sehr schön auf dem edlen Japanpapier.

17,5 : 11,5 cm. [6], 109, [7] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt und mit winzigen Bereibungen. Die oberen Ecken leicht bestoßen.

Talvart/Place XIV, 25, 58

  984    Joan Miró – Jacques Dupin. Miró Radierungen. – Miró Engraver.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 360

I [–] IV. Genf und Paris, Weber Lelong 1984–2001. Mit zwölf Holzschnitten, davon acht farbig, einer auf allen vier Umschlägen variiert wiederholt, und zahllosen Abbildungen. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

Bände I–III in deutscher Ausgabe (1500 Exemplare), der spät erschienene Band IV (Miró Engraver 1976-1983, in Zusammenarbeit mit Ariana Lelong-Mainaud) in englischer Sprache. – Maßgebliches Verzeichnis der Radierungen, hier mit dem oft fehlenden Schlussband. – Tadellos erhalten.

32,8 : 25,5 cm.

Cramer 255 (nur noch Band I)

  985    Fernand Mourlot. Kunst im Plakat der Pariser Schule.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Paris, André Sauret, und Genf, Weber 1959. Mit 102 Farbtafeln. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Kenntnisreicher Katalog mit blattgroßen Farbtafeln nach Originalplakaten von Braque (12), Chagall (14), Dufy (4), Léger (7), Matisse (10), Miró (8) und Picasso (42) sowie fünf Nachträge. – Mit Beschreibungen der Plakate. – Die deutsche Übersetzung stammt von Karl Georg Hemmerich.

32,5 : 24,5 cm. 247, [5] Seiten (einschließlich der 102 Tafeln). – Schutzumschlag oben leicht bestoßen.

  986    Robert Motherwell. L’humanisme de l’abstraction.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Traduction de Joël Dupont. Caen, Le Échoppe 1991. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – Eins von 50 von Motherwell signierten Vorzugsexemplaren auf Velin (Gesamtauflage 1000). – Der von Motherwell selbst sehr hoch geschätzte Essay »On the Humanism of Abstraction« gilt als eine der verständlichsten und überzeugendsten Aussagen über die Abstraktion in der Malerei. Diese offenbar einzige Übersetzung des Textes erschien kurz vor Motherwells Tod (1915–1991). – Tadellos erhalten.

15,2 : 11,2 cm. [32] Seiten. – Unaufgeschnitten.

  988    Rolf Münzner – Miguel de Cervantes [Saavedra]. Don Quixote.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Fünf Lithographien von Rolf Münzner. Zehn Text-Auszüge und eine Nachbemerkung von Peter Gosse. Leipzig 1997. Mit fünf blattgroßen Lithographien. Originalhalbleinenband mit blindgeprägtem Deckeltitel (Bettina Wija-Stein). Im Originalschuber.

Eins von 70 Exemplaren, weitere 30 kamen nicht in den Handel. – Typographie von Günter Jacobi. – Impressum von Künstler und Typograph signiert. – Die Lithographien wurden vorrangig in Asphaltschabmanier gefertigt und von Klaus Göbel, Chemnitz, vom Stein gedruckt. – Als Text wurde die Übersetzung von Ludwig Tieck gewählt, als Einleitung Auszüge aus Heinrich Heines »Einleitung zum Don Quixote« von 1837.

42,5 : 30,5 cm. 50, [4] Seiten. – Schuber mit leichter Farbspur, sonst tadellos.

  991    Emil Orlik – Tilla Durieux. Spielen und Träumen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Mit fünf Radierungen und einer Lithographie von Emil Orlik. [Düsseldorf], Galerie Flechtheim 1922. Mit sechs signierten Originalgraphiken. Halblederband, Originalseidendeckelbezug mit goldgeprägten Vignetten.

20. Druck der Ausgaben der Galerie Flechtheim. – Eins von 25 Vorzugsexemplaren mit den signierten Graphiken. Der Druckvermerk wurde von Tilla Durieux und dem Künstler signiert. – Druck der Radierungen auf der Pan-Presse. – Tilla Durieux (1880–1971), ebenso erfolgreiche wie politisch engagierte Schauspielerin, war seit 1910 in zweiter Ehe mit dem Verleger Paul Cassirer verheiratet. – Emil Orlik porträtierte die Schauspielerin mehrfach, seine Radierungen hier mit schönen Aquatintapartien, die fünfte Radierung mit einer nächtlichen Spielszene.

32,0 : 24,5 cm. [16] Seiten. 6 Graphiken. – Rücken und Deckel erneuert, Seide neu aufgezogen.

Rodenberg 355, 20. – Schauer II, 118

  992    Jürgen Partenheimer – Cees Nooteboom. De slapende goden. Les dieux dormants. Jürgen Partenheimer. Sueños y otras mentiras.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Limit: € 550

Gent, Ergo Press 2005. Mit zwei farbigen blattgroßen Lithographien und Illustrationen von Jürgen Partenheimer. Farbig illustrierte Originalbroschur im Acrylglasschuber.

Eins von 24 Exemplaren der niederländisch-französischen Ausgabe, weitere 24 erschienen mit deutschem Paralleltext. – Mit einer signierten Suite der beiden Lithographien. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Gedruckt auf Velin »Saunders Waterford«. – Ein Künstlerbuch, »in which the minimalism of Partenheimer is juxtaposed to Nooteboom’s ›poetry of place‹« (Webseite der Ergo Press). – Tadellos erhalten.

28,5 : 38,7 cm. [52] Seiten.

  993    Boris Pasternak. Devjatsot pjatij god.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

(russisch: Das Jahr 1905). Moskau und Leningrad, Gosidat 1927. Originalbroschur, zweifarbige Umschlagillustration nach Entwurf von W. O. Roskin.

Erste Ausgabe. – Enthält auch die dreiteilige Dichtung »Leutnant Schmidt«. – Im Jahr 1905 begannen die heftigen Proteste gegen Zar Nikolaus II., die 1917 in die Februar- und Oktoberrevolution mündeten. Deren Ereignisse und Eskalationen bewegten Boris Pasternak nach dem Zweiten Weltkrieg zu seinem wohl berühmtesten Buch. »Doktor Schiwago«, sein einziger Roman, durfte in der Sowjetunion erst 1988 erscheinen.

17,0 : 13,1 cm. 100 Seiten. – Beschabt und bestoßen, Rücken erneuert. – Titel mit Schabstelle und Stempel.

  997    Pablo Picasso – Jaime Sabartés. »A los toros« mit Picasso.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Monte-Carlo, André Sauret 1961. Mit vier Lithographien, davon eine farbig, und 103 ganzseitigen, teils farbigen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Deckelillustration im roten Originalpappschuber.

Exemplar der deutschen Ausgabe, übertragen von U. M. Hemmerich nach der französischen Ausgabe. – Die auf mehr als hundert Tafeln reproduzierten Tuschzeichnungen beschäftigen sich mit zwei zentralen Themen Picassos: Stierkampf und Frauen. – Auf Wunsch des Verlegers schuf Picasso für dieses Werk vier Lithographien und kolorierte dann »Le Picador« mit allen 24 Farben eines Wachsstiftkastens.

25,5 : 32,5 cm. 153, [3] Seiten.

Bloch 1014–1017. – Goeppert/Cramer 113

  998    Pablo Picasso – Fernand Mourlot. Picasso Lithographe.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

I [–] IV. Monte-Carlo, Sauret 1949–1964. Mit acht Lithographien, davon eine farbig, auf den vier Umschlägen und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen. Originalbroschuren, drei mit Schuber.

Maßgebliches Werkverzeichnis der Lithographien bis 1963. – Die Lithographien für Umschläge und Frontispize wurden von Picasso eigens für diese Edition geschaffen. – Mit einem Vorwort von Jaime Sabartes. – Alle Bände mit den Originalpergaminumschlägen und sehr gut erhalten.

32 : 25 cm. – Bei III Frontispiz im Falz etwas gelockert.

Goeppert/Cramer 55, 60, 77 und 125

  999    Karl Rössing – Nikolai Gogol. Taras Bulba.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Mit 30 Holzschnitten von Karl Rössing. Wien, Leipzig und München, Rikola 1922. Mit 30 Holzschnitten im Text, davon acht ganzseitig und zwölf als figürliche Initialen, und Holzschnittvorsatzpapieren. Grüner Saffianlederband mit ornamentaler Schwarzprägung, Schnittvergoldung und Marmorpapiervorsätzen (signiert: O. Herfurth). Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Eins von 150 der Vorzugsausgabe auf »besserem Papier«, entgegen dem Druckvermerk ohne Signatur Rössings im Druckvermerk, dafür in einem schönen Handeinband des Leipziger Buchbinders. – Gesetzt aus der Ehmcke-Schwabacher und gedruckt unter Aufsicht von F. H. Ehmcke, Rössings Lehrer an der Königlichen Kunstgewerbeschule München, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. – Karl Rössing (1897–1987) gilt als Wiedererwecker der Technik des Holzstichs, »einer Technik, die […] im 19. Jahrhundert zur rein mechanischen Wiedergabe von Reproduktionskunst verflacht war.« (Roswitha Mair) – Sehr schönes Exemplar dieser frühen Illustrationsfolge, in der Vorzugsausgabe selten.

23,8 : 18,2 cm. [2], 148, [6] Seiten. – Rücken aufgehellt.

Eichhorn/Mair 1.10.1

  1008    Max Slevogt – C[arl] Witt. Die tapferen 10000.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Mit Federzeichnungen von M. Slevogt. [Berlin], Bruno Cassirer [1921]. Mit 34 Federlithographien, davon eine als Titel und eine weitere ganzseitig. Senffarbener Originalkalblederband mit lithographierter Deckelvignette.

Eins von 400 Vorzugsexemplaren. – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der Philologe Karl Witt (1815–1891) wurde wegen seiner liberalen Ansichten nach einer Denunziation suspendiert und verdingte sich als Privatlehrer in Königsberg. In der Einleitung rühmt E. Hoffmann seine Erzählkunst »[…] und wer ihn nicht gehört hat, möchte man sagen, hat nie einen Erzähler gehört.«.

30,6 : 23,5 cm. [8], 157, [3] Seiten.

Söhn 347–380. – Rümann 109 b

  1009    Max Slevogt. Fünfzehn Federlithographien zu dem Märchen »Das blaue Licht«.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

15 Federlithographien. 1924. Signiert.

Exemplar 40/100. – Die seltene und schöne Mappenausgabe, ediert vom Verlag Bruno Cassirer, zeitgleich erschien auch die Buchausgabe mit Text. – Handpressendruck von M. W. Lassally, Berlin. – Alle Lithographien auf dünnem Japan und signiert, jede im Originalpassepartout. – Mit dem Text-Doppelblatt (Titel und Druckvermerk) lose in der Originalhalbpergamentkassette mit lithographierter Deckelvignette. – Innen tadellos.

39,2 : 29,0 cm (Kassette). – Die Kassette etwas beschädigt.

Rümann 37b. – Söhn 671-685. – Lang I 223

  1010    John Steinbeck. The Short Reign of Pippin IV.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 420

A Fabrication. New York, The Viking Press 1957. Mit sechs Illustrationen von William Pène du Bois. Zweifarbiger Originalleinenband mit Blindprägung und dem farbig illustrierten Originalschutzumschlag. – Signiertes Exemplar.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vortitel vom Verfasser signiert. – Mit dem Schutzumschlag, der ebenfalls von William Pène du Bois gestaltet wurde.

21,0 : 14,0 cm. 188, [4] Seiten. – Schutzumschlag mit Knickfalte und kleinen Fehlstellen, teils hinterlegt. – Kapitale leicht bestoßen. – Umschlagklappe mit Eindruck »Book-of-the-Month-Club Selection«.

Goldstone/Payne A36a

  1013    Kurt Tucholsky. Rheinsberg.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Ein Bilderbuch für Verliebte. Mit einer Vorrede zum fünfzigsten Tausend. Mit Kupfern von Kurt Szafranski. Berlin, Axel Juncker [1921]. Mit sechs blattgroßen Radierungen und zwei radierten Vignetten. Farbig illustrierter Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 750 Exemplaren der Jubiläumsausgabe auf Velin (Gesamtauflage 1.000). – Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – »Tucholskys erstes und unbeschwertestes Buch [EA 1912], das […] einer seiner größten Erfolge wurde, hat die Freude am Da-Sein, am Jung-Sein und an der Liebe zum Thema, der sich jedoch die wehmütige Einsicht hinzugesellt, daß dem Liebenden auch in der intensivsten Begegnung die letzte Erfüllung versagt bleibt.« (KLL X, 8157).

21,3 : 15,5 cm. 101, [3] Seiten. – Rücken etwas verblasst, Deckel teils gebräunt und etwas stockfleckig. – Auch innen teils etwas stockfleckig.

Bonitz/Wirtz C 1.3

  1014    Ver Sacrum.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Neue Hefte für Kunst und Literatur. Herausgegeben von Hilde Spiel, Otto Breicha und Georg Eisler. [Fünf Bände, alles Erschienene]. Wien und München, Jugend und Volk 1969–1974. Mit 45 Originalgraphiken und zahlreichen farbigen Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren, jeweils in Originalschutzumschlag.

Vollständige Serie dieses mehr oder weniger erfolgreichen Versuchs, eine bibliophil ausgestattete Bestandsaufnahme der österreichischen Nachkriegskunst und -literatur zu etablieren. In Format und Ausstattung der berühmten gleichnamigen Vorgängerin verpflichtet, erschienen allerdings nur fünf Ausgaben (1973 nicht, 1974 dafür in deutlich größerem Umfang). – Jeweils eins von 500–1500 Exemplaren der Ausgabe mit den unsignierten Graphiken von Georg Eisler, Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka, Bernhard Jäger, Maria Lassnig, Rudolf Schönwald, K. R. H. Sonderborg, Hinz Stangl und Fritz Wotruba (teils mehrfach vertreten). – Zu den namhaften Autoren zählten Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Wolf Biermann, Heimito von Doderer, Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Albert Paris-Gütersloh, Gerhard Rühm u. a.

30,5 : 28,0 cm. – Exlibris. Einige Seiten aus der Bindung gelöst (II).

  1015    Max Vonessamieh. Menschen.

Schätzpreis/Estimate: € 150 ( R5 )

Limit: € 100 ( R7 )

48 Bleistiftzeichnungen. Herausgegeben und mit einem Kommentar und zeitkritischen Texten versehen von Jürgen Seuss. Assenheim, BrennGlas 1998. Mit 48 Tafeln und Textblättern. Lose in Originalpappkassette.

Das erste von zwölf Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit einer beigelegten monogrammierten Original-Bleistiftzeichnung, im Druckvermerk von Künstler und Herausgeber signiert. – Nanna Max Vonessamieh, 1970 in Lübeck geboren, studierte von 1991 bis 1997 Buchgestaltung und Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. – Die teils skurrilen Porträts, jeweils auf einem Büttenkartonblatt reproduziert, ergänzte der Herausgeber durch Zitate von Hölderlin, Nietzsche, Adorno, Bloch, Sloterdijk und vielen anderen Philosophen. Die Texte jeweils auf rotes Transparentpapier gedruckt und mit dem Bild in einem Büttenumschlagblatt.

32,8 : 23,5 cm (Kassette).

  1023    Klaus Zylla – Ernst Jünger. Weiße Nächte.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Vorwort Heino Schwilk. Grafik und Schrift Klaus Zylla. Berlin, Galerie auf Zeit 1997. Mit elf blattgroßen Serigraphien, teils zweifarbig gedruckt, und 13 Seiten mit serigraphiertem Text. Weißer Originalleinenband mit Serigraphie auf dem Vorderdeckel. Im Originalschuber mit serigraphiertem Titel.

Eins von 103 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Der Text wurde nach der Handschrift des Künstlers serigraphiert. – Die Texte sind den Kapiteln »Weiße Nächte« und »Opium« aus Ernst Jüngers Buch »Annäherungen. Drogen und Rausch« entnommen.

46,0 : 34,4 cm. [28] Seiten. – Tadelloses Exemplar.

Katalog Würth 2003, Seite 120ff

  1024    Antinous Presse – Konstantin Wecker. Der alte Kaiser.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Sieben Gedichte. Mit drei Holzstichen von Karl-Georg Hirsch. Garching, Antinous Presse 1992.

Dritter Druck der Antinous Presse von Matthias Loidl. – Eins von 120 Exemplaren (Gesamtauflage 205). – Im Druckvermerk von Dichter und Künstler signiert. – Handpressendruck auf schwarzem Bütten und Giju Shoju Japanpapier. – Die Einbanddecke, gearbeitet von Roland Meuter, mit blindgeprägtem Text nach Weckers Handschrift bzw. in Typographie. – Sehr reizvolles Künstlerbuch. – Dazu: Johann Wolfgang von Goethe. Das Märchen. Mit acht Holzstichen von Karl-Georg Hirsch. 1999. Achter Druck der Antinous Presse. Eins von zehn Rohbogenexemplaren (Gesamtauflage 135). Im Druckvermerk vom Künstler und vom Verfasser des Nachworts, Friedhelm Kemp, signiert.

23 : 26 cm. [48] Seiten, 3 Holzstiche.

Kästner/Lübbert A 84.1

  1025    Antinous Presse – Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Einleitung: Wolfgang Koeppen. Die Beschwörung der Liebe. Nachwort: Terence James Reed. Dichternöte – ein Spiel mit Leben und Tod. Textvarianten aus der früheren Fassung. Unterreit bei Wasserburg 1993. Mit acht signierten Radierungen von Kurt Steinel. Lose Bogen in blauer Originalchemise und -schuber.

Vierter Druck der Antinous Presse Matthias Loidl. – Eins von zehn Rohbogen-Exemplaren (Gesamtauflage 115) . – Im Druckvermerk von Wolfgang Koeppen, Thomas Reed und Kurt Steinl signiert. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Der Text folgt dem Erstdruck in der »Neuen Deutschen Rundschau« von 1912, die Varianten zur Hundertdruckausgabe (siehe Katalognummer 132) werden ausführlich kommentiert. – Dazu: Thomas Mann. Mario und der Zauberer. Ein tragisches Reiseerlebnis. 1998. Mit sieben blattgroßen Farbradierungen im Text und zwei beigelegten, eine für den Einband und ein zweiter Abzug einer Radierung in anderer Farbstellung, alle signiert. Lose Bogen. Siebter Druck der Antinous Presse. – Eins von zehn Rohbogenexemplaren (Gesamtauflage 115). Im Druckvermerk von den Autoren des Vor- bzw. Nachworts, Elisabeth Mann Borgese und Hans Mayer, signiert. Gedruckt auf Zerkall-Kupferdruckbütten. – Thomas Mann. Der Kleiderschrank. Eine Geschichte voller Rätsel. 1991. Mit zwei ganzseitigen Holzstichen von Andreas Brylka. Originalpappband mit Oleographiepapierbezügen. Zweiter Druck der Prosa-Blätter der Antinous-Presse. Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 145). Druckvermerk vom Künstler signiert. – Wohl erste Einzelausgabe der 1898 entstandenen Erzählung. – Alle tadellos erhalten.

  1028    Bear Press – Lukian [von Samosata]. Hetärengespräche.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Zweifarb-Radierungen von Eberhard Schlotter. Bayreuth 1999. Mit 16 zweifarbigen Radierungen, davon 14 blattgroß. Originalhalbpergamentband; Rückentitel und Deckelvignette, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. Im marmorierten Originalschuber.

25. Druck der Bear Press. – Eins von 113 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der Text in der Übersetzung von Wieland, Nachwort vom Verleger. – Tadellos schönes Exemplar.

28,0 : 19,5 cm. [8], 93, [5] Seiten.

  1035    Donkey-Press – Gottfried Keller. Eugenia.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Köln, Eduard Prüssen 1992. Mit acht signierten Farbradierungen von Eduard Prüssen und einigen Linolschnitten. Originalpappband mit eingelegtem Linolschnitt-Titelschild.

21. Druck der Donkey-Press. – Eins von 15 Vorzugsexemplaren mit den farbig abgezogenen Radierungen (Gesamtauflage 30). – Die Texte wurden von Hand gesetzt und abgezogen und mit Linolschnittvignetten verziert. – Die Radierungen auf Velin, der Text auf Werkdruck und als Blockbuch gebunden. – Eduard Prüssen (geboren 1930) gründete die Donkey Press 1962, seit 1967 erschienen seine Handpressendrucke, stets mit eigenen Originalgraphiken.

35,8 : 20,0 cm. [34] Seiten, 8 Radierungen.

  1037    Edition Fundamental – Acht Drucke.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Köln 1985–1991. Teils originalgraphisch illustriert. Originaleinbände.

Die Edition Fundamental wurde von der gleichnamigen Kölner Künstlergruppe um 1980 gegründet. Seit 1982 erschienen etwa 20 Bücher, in experimenteller Typographie und teils mit Originalarbeiten, in kleinen Auflagen. – Meist von Künstler und Verfasser signiert. – I. Karlheinz Richard [Müller]. Col-la-gen. Gedichte & Übermalungen. 1985. 47 Exemplare, hier Vorzugsausgabe mit signierter Original-Textcollage. – II. Ad Reinhardt. Dreizehn Regeln zu einem ethischen Kodex für bildende Künstler. 1986. 70 Exemplare. – III. Jürgen Schablitzky. Spalten, biegen und brechen. 1987. Mit 15 Graphiken und einer Zeichnung. 111 Exemplare. – IV. K. Richard Müller. Dirty Story. 1987. Faksimilierte Bild-Text-Collagen. 100 Exemplare. – V. K. Richard Müller. Der Buchstabenfresser. 1988. 40 Exemplare. – VI. Reinhold Koehler. Contratexte. Mit Nachwort herausgegeben von Karl Riha und Angela Koehler. 1988. 150 Exemplare. – VII. V. O. Stomps. Der streitbare Pegasus. 1989. 110 Exemplare. – VIII. Fritz Widhalm. Happy End. 1991. 350 Exemplare. – Ein weiterer Druck. – Alle tadellos.

Spindler 141.8, 13, 14, 21, die vier weiteren nach 1988

  1038    Edition Lafranca – Jean Arp. Ich lasse mich von der Arbeit führen […].

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

[Cerentino] 1985. Mit fünf signierten Holzschnitten, zwei von Peter Hächler, drei von François Lafranca. Lose mit zwei Textblättern in Originalumschlag.

Eins von 50 Exemplaren. – Von beiden Künstlern auch im Druckvermerk signiert. – Auf schwerem Bütten, handgeschöpft von François Lafranca. – Die Textpassage stammt aus Arps Dichtung »Mit gesenkten Lidern«.

41 : 47 cm. 12 Blätter.

  1039    Edition Tiessen – Gotthold Ephraim Lessing. Ausgewählte Fabeln.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R5 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Mit 5 Radierungen von Simon Dittrich. Neu-Isenburg 1977. Mit vier signierten blattgroßen Radierungen. Rostroter Originalseidenband mit montierter Radierung auf dem Vorderdeckel (Helmuth Halbach, Königstein). Im Schuber.

Vierter Druck der Edition Tiessen. – Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 240). – Alle Radierungen wurden signiert. – Vorderes Vorsatzblatt mit Lessing-Porträtzeichnung von Simon Dittrich. – Druck in den Werkstätten der Trajanus-Presse, die Radierungen bei Max Dunkes, München. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

33,3 : 22,5 cm. 21, [3] Seiten.

Spindler 41.4. – Tiessen V, 3

  1043    Leipziger Drucke – Voltaire. Candide

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 360

oder Der Optimismus. Leipzig 1999. Mit elf Holzschnitten von Rolf Kuhrt, zehn blatt- und einer doppelblattgroß, dieser auf gelbem Bütten und signiert, und weiteren auf dem Japanpapierumschlag. Originalpergamentband mit Umschlag, in Originalkartonkassette.

Neunter »Leipziger Druck«. – Eins der ersten zehn von 30 römisch nummerierten Künstlerexemplaren, in der Ausstattung der zehn arabisch nummerierten Vorzugsexemplare mit einem beigelegten signierten Farbholzschnitt (doppelblattgroß, auf Japan, nummeriert XIV/20) und in Pergament gebunden. – Herausgegeben von Herbert Kästner. – Gesamtgestaltung Angelika Kuhrt. – Im Druckvermerk vom Künstler und der Buchgestalterin signiert. – Als Blockbuch gebunden. – Die deutsche Textfassung stammt von Stephan Hermlin. – Als Vorzugsexemplar sehr selten und tadellos erhalten. – Dazu die ersten drei Drucke der Reihe »SchriftBild«. Leipzig 2011. Originalhalbleinenbände. Je eins von 95 Exemplaren (Gesamtauflage 125), jeweils eine Graphik und der Druckvermerk signiert. – I. Jens Sparschuh/Klaus Raasch. Schreib-Akte. Mit fünf Farbholzschnitten. – II. Thomas Rosenlöcher/Henning Wagenbreth. Ich habe ein Buch bekommen. Mit fünf Farbserigraphien. – III. Bertolt Brecht/Baldwin Zettl. Kinderkreuzzug 1939. Mit sechs Kupferstichen, auf dem Leporello signiert. Ohne Druckvermerk.

36,0 : 20,5 cm. 94, [2] Seiten.

  1045    Christoph Meyer – Bertolt Brecht. Der Paß.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R5 )

Limit: € 400 ( R7 )

Zeichnungen von Christoph Meyer. Berlin, Alligatorpess 2007. Mit fünf farbigen Zeichnungen. Originalbroschur mit grünem Büttenumschlag.

Edition mote 1. – Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Den Text druckte Peter Rensch auf der Andante Handpresse, die Illustrationen zeichnete der Künstler in Rot und Schwarz mit Kugelschreiber und Tusche. Jedes Exemplar innerhalb der Auflage ist somit ein Original. »In der Wiederholung entwickeln sich Variationen […] so dass jedes Exemplar unverwechselbar gezeichnet ist – anders als der Pass, der den Menschen durch eine Reihe von normierten Aspekten identifiziert« (Michael Lailach, in einem Werbetext der Edition).

32,8 : 24,3 cm. [12] Seiten.

  1046    Christoph Meyer – Nelly Sachs. Faustschlag.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R5 )

Limit: € 400 ( R7 )

Zeichnungen von Christoph Meyer. Berlin, Alligatorpress 2008. Mit fünf Zeichnungen. Originalbroschur.

Edition mote 2 – Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Den Text druckte Peter Rensch auf der Andante Handpresse, die Illustrationen fügte der Künstler mit rotem, bei einer Zeichnung zusätzlich mit blauem, Kugelschreiber ein. Jedes Exemplar innerhalb der Auflage ist somit ein Original.

32,8 : 24,3 cm. [12] Seiten.

  1047    Christoph Meyer – Ernst Jandl. Erwarte von Wörtern nichts.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R5 )

Limit: € 600 ( R7 )

Berlin, Edition B.L.4 2015. Mit drei farbigen Zeichnungen (Tusche und Aquarell) und vier farbigen Walzendrucken. Roter Originalleinenband mit silbergeprägtem Rückentitel. Im Originalschuber mit blindgeprägtem Monogramm.

Edition mote 11. – Künstlerexemplar »(E.A) 3«, neben der Auflage von gerade einmal zehn Exemplaren. – Der Text im Buchdruck, die Illustrationen von Hand eingezeichnet. – Als Blockbuch gebunden.

32,0 : 24,8 cm. [14] Seiten.

  1049    Neuhauser Kunstmühle – Markus Krön. Ansichten der Stadt Salzburg.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 700

12 Lithographien. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle 2007. Zwölf ganzseitige Farblithographien. Mit Titel und Druckvermerk in orangefarbenem Originalleinenband mit montierter Deckellithographie.

Eins von zwölf Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Die Lithographien wurden vom Künstler direkt auf den Stein gezeichnet und an der Reiberpresse von Thomas Franke auf Zerkall-Bütten gedruckt. – Der Künstler überrascht den erwartungsvollen Betrachter durch banale Bildobjekte, die hier in den Vordergrund »treten« und die gewohnten, touristisch vermarktbaren, Motive als Nebensächliches erscheinen lassen. Über seine dieser Gestaltung zugrunde liegenden Gedanken schreibt der Österreicher Markus Krön (geboren 1970) auf seiner Webseite: »Thujenhecken, Schallschutzwände, Einfamilienhäuser, Silos usw. betrachte ich vor allem als menschliche Zeichen in der Landschaft. Alles befindet sich an dem von Menschen bestimmten Ort«.

33 : 42 cm. 14 Blätter.

  1050    Neuhauser Kunstmühle – Michael Hedwig. Sterntaler.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Limit: € 800

Lithographien und Radierungen zu einem Text von Karin Peschka. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle 2008. Mit neun Farblithographien und acht Radierungen im Text, davon eine blattgroß. Leporellobuch.

Eins von 21 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Centaur, gedruckt auf Zerkall-Bütten. Insgesamt 20 Blätter wurden auf zehn mit Leinenfälzen verbundene Pappelsperrholzplatten aufgezogen. – Die eine Seite des Leporellos bietet die farbige Bildgeschichte, die andere den mit Radierungen illustrierten Text. – Der Österrreicher Michael Hedwig (geboren 1957) ist vor allem durch Kunstwerke im öffentlichen Raum bekannt. Seit 1985 ist er zugleich Lehrender an der Akademie der bildenden Künste Wien. – Karin Peschka (geboren 1967), deren erste Veröffentlichung dieses Künstler-Buch-Objekt darstellt, wurde unter anderem 2017 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. – Das großformatige und dabei unerwartet leichte Buch beeindruckt durch den Gegensatz der leichten, fast fröhlichen Lithographien und der eleganten Strenge der Textseiten.

53 : 40 cm. [20] Seiten.

  1051    Neuhauser Kunstmühle – Josef Zenzmaier. Mein Weg zur Großmutter.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Limit: € 600

[Ein Weg in Bildern]. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle [um 2015]. Neun Farblithographien und drei Textblätter. Gelber Originalleinenband mit zweifarbig lithographierter Einbandbanderole.

Eins von 35 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Auf BFK Rives. – Gedruckt von Joe Holzner, gestaltet von Nikolaus Topic-Matutin. – Der österreichische Bildhauer Josef Zenzmaier (geboren 1933) wandte sich erst in den 1990er Jahren der Lithographie zu.

39,4 : 57,0 cm. 12 Blätter.

  1052    Otto Rohse Presse – Andreas Gryphius. Ausgewählte Sonette, Gedichte und Epigramme.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Mit Holzstichen und Kupferstichen von Otto Rohse. [Zwei Bände]. Hamburg 1970–1971. Mit elf Kupfer- und elf Holzstichen im Text, meist blattgroß. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Titeln und blindgeprägten Deckelvignetten nach einem Holzschnitt (Christian Zwang, Hamburg). Band II im Schuber.

Zehnter und elfter Druck der Otto Rohse Presse. – Je eins von 170 Exemplaren (Gesamtauflage je 195). – Beide Bände im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Tadellos erhalten.

28,7 : 18,9 cm. 59, [5]; 52, [8] Seiten.

Hack/Schwarz 1.10 und 11. – Spindler 44.15 und 16