ChristianHesse

Alte Drucke,Naturwissenschaften,Völkerkunde,Architekur | Hesse-Auktionen
Alte Drucke,Naturwissenschaften,Völkerkunde,Architekur

150  Philipp Melanchthon. Vom ampt der weltlichen Fürsten,

€ 800

das jn aus befelh des wort Gottes gebüren wöll, alle mißbreuch in jren Kirchen abzuthun. Nürnberg, Petreus 1539. Mit Holzschnitt-Titelbordüren und zwei Holzschnitt-Initialen. Moderner Pappband.

Erste deutsche Ausgabe, übersetzt durch Vitus Diethrich. – »De officio principum« (so der Titel der kurz zuvor gedruckten lateinischen Fassung) zählt zu den Hauptwerken Melanchthons. – Sehr schönes breitrandiges Exemplar.

19,9 : 15,5 cm. [58] Seiten. – Untere Ecken anfangs mit winzigen Verlusten, Titel mit Resten eines Blattweisers und kleinem Einriss am Oberrand. Wenige Seitenränder ganz leicht stockfleckig.

VD 16 M 3973. – Knaake II, 571

151  Philipp Melanchthon. Loci theologici recens recogniti.

€ 800

Wittenberg, Petrus Seitz 1543/1544. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. Marmorierter Papierumschlag mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Sehr seltener erster Druck der dritten Fassung der »Loci communes«. In dieser letzten Gestalt wurden sie zum Vorbild der Systeme der altprotestantischen Orthodoxie. – Trotz des fehlenden Einbands sehr gut erhaltenes, fleckenfreies und breitrandiges Exemplar.

15,1 : 10,5 cm. [14], [910] Blätter. – Ohne Einband. – Es fehlt jeweils das leere Blatt nach der Einleitung und am Ende (Blätter alpha 8 und Bbb 8). – Die ersten Blattecken mit kleinem Knick.

VD16 M 3638. – Knaake II, 588

152  Peder Palladius. Enarrationes lectionum Evangelicarum,

€ 300

iuxta dominicarum ordinem, scriptae a reverendo viro P. Palladio Wittenberg, Johannes Crato 1560. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 55 etwa halbseitigen Holzschnitten im Text (einige wiederholt). – Vorgebunden: In Evangelia quae usitato more diebus dominicis et festis proponuntur, annotationes Philippi Melanthonis. Leipzig, Valentin 1555. – Pergamentband der Zeit mit Blindprägung.

Erste lateinische Ausgabe. – Erschienen im Todesjahr von Peder Palladius, dem ersten lutherischen Bischof von Seeland (Kopenhagen). Er hatte unter Luther und Melanchthon in Wittenberg studiert und promovierte 1537 zum Doktor der Theologie. Auf Befehl König Christians III. ordinierte ihn Johannes Bugenhagen. – Selten. – Im vorgebundenen Werk fehlen leider mindestens 15 Seiten mit großen Holzschnitten, vorhanden sind noch etwa 40. – Schönes breitrandiges Exemplar. Der Einband auf dem Vorderdeckel mit Bildnis des Heiligen Georg, Hinterdeckel mit Lutherporträt.

17,0 : 11,5 cm. [16], 466, [2] Seiten. – Vorgebundene »Evangelia« unvollständig, nicht abschließend kollationiert. – Einband berieben, fleckig, Vorderdeckel am Unterrand restauriert.

VD 16 ZV 5567 (Evangelia: VD 16, E 4551)

153  Isabella Sforza. Della vera tranqvillita dell’animo.

€ 1500

Opera utilissima, & nuouamente composta. Venedig, Aldus (Paul Manutius) 1544. Mit der Aldus-Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, diese wiederholt auf dem letzten Blatt. Halblederband des 19. Jahrhunderts mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe, herausgegeben von Ortensio Lando, »sous le nom supposé de Tranquillo« (Renouard) und gewidmet dem Bischof von Augsburg, Otho Truxes. – Isabella Sforza (1503–1561) war die uneheliche Tochter von Giovanni Sforza, geboren nach der Annullierung seiner Ehe mit Lucrezia Borgia und vor der Heirat mit Ginevra Casa Tiepolo. – Sehr selten.

21 : 15 cm. 53 (paginiert 52) und ein unnummeriertes Blatt. – Ränder leicht fleckig, Titelblatt mit leichter Quetschfalte.

Adams S 1044. – Renouard 129.1

154  Melchior Pfintzing. Die Ehr und man(n)liche Thaten, Geschichten vnnd Gefehrlichaitenn des Streitbaren Ritters vnnd Edlen Helden Tewerdanck.

€ 2000

Zu Ehren dem hochloblichen Hause zu Osterreich, vnd Burgundien, etc. Zum Exempel aber vnnd Vorbilde allen Fürstlichenn Blut vnnd Adels genossen Teutscher Nation. New zugericht, Mit schönen Figuren vnnd lustigen Reimen volendet. Frankfurt am Main, Christian Egenolff 1553. Mit 118 großen Textholzschnitten sowie einem Wappen- und einem Titelholzschnitt von Leonhard Beck, Hans Burgkmair, Hans Leonhard Schäufelein, Jörg Breu u. a. Späterer Pergamentband mit rot-goldenem Lederrückenschild.

Vierte Ausgabe, von Burkhart Waldis herausgegeben und in Frankfurt gedruckt. – Im berühmten »Theuerdanck« werden die Abenteuer und Heldentaten Kaiser Maximilians I. auf der Reise zu seiner Braut Maria von Burgund beschrieben. Der Kaiser hatte, als Förderer von Kunst und Literatur, maßgeblichen Einfluss auf das Werk. Als gesichert gilt, dass weite Passagen von ihm selbst verfasst und redigiert wurden. Der Erstdruck des Theuerdank gilt als bedeutsame typographische Leistung, gewann doch die dafür von Vinzenz Rockner geschnittene Frakturtype, die sogenannte »Theuerdank«, gegenüber der Schwabacher für die weitere Entwicklung der Frakturtypen großen Einfluss. – Mit den großartigen und großformatigen Holzschnitten der Erstausgabe von 1517, mit denen die Reiseerlebnisse detail- und spannungsreich illustriert wurden.

29,0 : 19,0 cm. [4], CX Blätter. – Leicht berieben. – Vereinzelt leicht fleckig, einige alt überklebte kleine Randeinrisse. Letztes Blatt neu gefasst, etwas geknittert und mit gelöschtem Sammlerstempel.

VD 16 M 1653. – STC German 690. – Vgl. Goed. I, 336, 1. – Lipperheide Cg 12. – Adams P 962ff

155  Gaspare Tagliacozzi. De Curtorum Chirurgia per insitionem,

€ 15000

libri duo. In quibus ea omnia, quae ad huius Chirurgiae, Narium scilicet, Aurium, ac labiorum per insitionem restaurandorum cum Theoricen, tum Practicen pertinere videbantur […]. Venedig, Gaspare Bindoni 1597. Mit 23 Holzschnitten, davon 21 ganzseitig im »Tafelteil«. Moderner weißer Schweinslederband mit vergoldetem Rückentitel. In schwarzer Leinenkassette mit vergoldetem Rückentitel.

Originalausgabe des ersten Lehrbuchs zur plastischen Chirurgie und eines der schönsten medizinischen Werke des 16. Jahrhunderts. – Die hervorragenden großen Holzschnitte veranschaulichen chirurgische Instrumente der Zeit und deren Verwendung. – Gaspare Tagliacozzi (1546–1599) beschrieb in dem vorliegenden Werk erstmals die bis heute als »italienische Methode« bezeichnete Operationstechnik, bei der duell- oder kriegsbedingte oder durch syphilitischen Zerfall entstandene Verstümmelungen der Nase durch Hautlappen aus der Innenseite des Oberarms rekonstruiert wurden. Tagliacozzi erläuterte auch die Wiederherstellung verstümmelter Ohren und Lippen. Er gilt, auch wenn er die dokumentierten Methoden nicht selbst erfunden hatte, wegen der wissenschaftlichen Exaktheit seiner Darlegungen als Pionier der plastischen Chirurgie in Europa. – Sehr seltener Meilenstein der frühen chirurgischen Literatur.

32,3 : 22,0 cm. [28], 94, [2 leere]; 95, [1 leer]; 47, [1 leer], [32] Seiten. – Ohne das Frontipsiz, dort ein leeres Blatt mit alter Notiz, Titelblatt mit Besitzvermerk, einige leicht, 2 stärker gebräunt. Einige Blätter mit Feuchtigkeitsspur. 1 kleiner Randausriss.

Wellcome I, 6210. – Hirsch V, 607f

156  Sonnenuhren – Christoff Zwicker. Compendium horologico-sciotericum et geometricum Oder kurtzer Begriff von Abtheilung allerhand Sonnen Uhren (…) wie auch von Abmessung allerley Felder.

€ 2500

Compendium horologico-sciotericum et geometricum. Oder kurtzer Begriff von Abtheilung allerhand SonnenUhren […] Wie auch Von Abmessung allerley Felder. […] Zum andernmal wiederumb aufgelegt. Nürnberg, Paul Fürstens Witwe und Erben 1675. Mit gestochenem Titel 31 Kupfertafeln. – Nachgebunden: Abschrift des späten 17. Jahrhunderts: [Burkhard Leemann]. Instrumentum Instrumentorum: Horologium sciotericorum. Erstlich werden gelehrt auffreißen die Hauptsonnenuhren ohne einige verenderung dess Circkels, außgenommen was das Fundament anlangt; Darnach wie man durch dieß New und zuvor nie erlebte Instrument, auffreißen möge […] allerley sort Sonnenuhren […]. neulich beschrieben und an den tag gegeben. Basel, Ludwig König 1606. 16 Seiten mit gezeichneter Titelvignette und sieben Tuschfederzeichnungen. – Pergamentband der Zeit.

Handschrift: Sauber ausgeführte Abschrift der seltenen Abhandlung, mit den beiden ganzseitigen Abbildungen des vorgestellten Gerätes zur Herstellung von Sonnenuhren und seiner Anwendung. Burkhard Leemann (1531–1613) war reformierter Theologe und verfasste neben einer Reihe theologischer Werke auch einige mathematische und astronomische Schriften. Beides verband er in seinem Kampf gegen die gregorianische Kalenderreform. Seine erstmals 1604 erschienene Schrift über Sonnenuhren, hier in der Abschrift der zweiten Ausgabe von 1606, liefert eine praktische Konstruktionsanleitung. – Vorgebunden: J. de Alence. Abhandlung Dreyer so nothwendig- als nützlichen Instrumenten, Nemlich deß Barometri, Thermometri, und Notiometri, oder Hygrometri. Mainz, Ludwig Bourgeat 1688. Mit gestochenem Titel und 35 Kupfertafeln. – Erste deutsche Ausgabe des frühen physikalischen Werkes von dem französischen Astronomen und Physiker Joachim d’Alence (auch Dalence), erschienen im gleichen Jahr wie die französische Originalausgabe. »The earliest account dealing exclusively with the subject, and especially valuable as the first work laying down rules for the graduation of the Thermometer« (Sotheran).

Kollation im Sammelband: Kupfertitel, [8], 51, [1] Seiten, 35 Kupfer; Kupfertitel, [2], 162, [6] Seiten, 31 Kupfer; 16 Seiten (Handschrift). – Einband fleckig, Pergament mit Fehlstellen. – Innendeckel und Vorblätter mit Wurmgängen. Durchgehender großer, meist jedoch leichter, Wasserrand. Einige Blätter der Handschrift gebräunt. 1 Falttafel mit Randausriss (ohne Bildverlust), 1 Blatt lose. – Ein Kupfertitel mit Besitzvermerk, einer ankoloriert.

Zwicker: VD17 12:195249R. – Handschrift: vgl. VD17 23:257680T und Poggendorff I, 1403. – Alence: vgl. VD17, 39:120069Y und Wellcome II, 28

157  Botanik – William Woodville. Medical Botany,

€ 1800

containing systematic and general Descriptions, with Plates, of all medical Plants, indigenous and exotic, comprehended in the catalogues of the Materia Medica. In three Volumes [and] A Supplement to Medical Botany, or, Part the Second. London, James Phillips 1790–1794. Mit 274 kolorierten Kupfertafeln. Marmorierte Kalblederbände der Zeit mit vergoldeten Rückenschildern und -fileten.

Erste Ausgabe des prachtvollen Medizinalwerkes. – Alle Kupfer stammen von dem englischen Naturforscher und Illustrator James Sowerby (1757–1822), der vor allem durch seine »English Botany« bekannt wurde. – Die Tafeln wurden sorgfältig und zart koloriert und veranschaulichen zahlreiche Pflanzen in ihrem Blütenstand, darunter dekorative Abbildungen von Lilien, Rosen, Orchideen, Veilchen, Mohn, Orange, Zitrone, Weintrauben und eine Artischocke. – Alle Bände mit dem gestochenem Exlibris Isaac George Manley auf dem vorderen und dem seines Vaters John Manley auf dem hinteren Innendeckel. Isaac Goerge Manley (1755–1837) war unter anderem Begleiter von James Cook auf dessen Seereisen mit der »Endeavour« und wurde 1812 zum »Rear Admiral of the Red«, dem achthöchsten Rang in der englischen Flotte, ernannt. – Insgesamt schönes Exemplar mit bedeutender Provenienz.

23,2 : 18,8 cm. – Rücken erneuert und mit den alten Rückenschildern. Kanten etwas berieben. – Tafeln teils leicht gebräunt und etwas stockfleckig, die Vorsätze und angrenzende Blätter stärker betroffen.

Nissen 2183. – Pritzel 10398. – Sitwell/Blunt S. 152. – Hirsch/Hübotter V, 992

158  Naturwissenschaft – Thomas Bewick. A History of British Birds.

€ 300

Vol. I [and] II. Containing the History and Description of Land Birds [and …] Water Birds. Newcastle, R. E. Bewick, und London, Longman 1832. Mit zahlreichen Textholzstichen. Dunkelviolette Kalblederbände mit Blind- und reicher Goldprägung.

Erste Ausgabe. – Die Holzstiche mit den Darstellungen der Vogelarten und kleinen Zierstücken. – Prachtvoll gebunden mit reicher Rückenvergoldung auf vier Feldern und zwei farbigen Rückenschildern. Deckel-, Steh- und Innenkanten mit vergoldeten Bordüren, allseitige Schnittvergoldung, marmorierte Vorsatzpapiere.

21,7 : 14,3 cm. XL, 386; XXII, 424 Seiten. – Beide Rücken unauffällig ausgeblichen. Vorderdeckel von Band 2 mit leichter Kratzspur. – Vereinzelte leichte Stockflecken. Zwei Vorbesitzervermerke auf Vorblättern, kleiner Sammlerstempel (L. F. Maddison auf beiden Titeln und je einer Textseite.

159  [Georg Philipp Harsdörffer]. Der Grosse Schau-Platz Lust- und Lehrreicher Geschichte.

€ 450

Das erste [und] Das zweyte hundert. Mit vielen merckwürdigen Erzehlungen, klugen Sprüchen, scharffsinnigen Hofreden, neuen Fabeln, verborgenen Räthseln, artigen Schertzfragen, und darauff wolgefügten Antworten etc. außgezieret und eröffnet Durch Ein Mitglied der Hochlöblichen Fruchtbringenden Gesellschafft. Zum fünfftenmahl gedruckt, corrigiret, und mit Fleiß übersehen. Hamburg, Johann Naumann 1664. Mit blattgroßem Kupfertitel. Halblederband mit Rückenvergoldung.

Gedruckt in Frankfurt bei Johann Georg Spörlin. – Die erste Ausgabe war 1648 in Nürnberg erschienen, die folgenden, auf den doppelten Umfang angewachsenen, verlegte Johann Naumann in Hamburg. – Harsdörffers Erzählungen regten u. a. Grimmelshausen zu einigen seiner eigenen Texte an. Im Gegensatz zu Karl Goedeke, der Harsdörffer (1607–1658) als epigonalen und unbegabten Literaten abkanzelte, anerkennt die neuere Forschung zur Barockliteratur, unter anderem Italo Michele Battafaroni, ihn als »europäische[n] Dichter deutscher Zunge« und einen der »originellsten Dichter des Barock überhaupt« (zitiert nach Stefan Manns, »Grenzen des Erzählens«, Berlin 2013). 1641 war Harsdörffer unter dem Namen »Der Spielende« in die »Fruchtbringende Gesellschaft«, die größte und bedeutendste deutsche Sprachakademie, aufgenommen worden. – Die »Schauplätze« enthalten kurze Erzählungen mit so Interesse weckenden Titeln wie »Die verliebte Feindin«, »Die Winckel-Ehe«, »Die listigen Betrüger«, »Die Vollsäufer« usw. – Innen sehr sauberes Exemplar.

18,0 : 10,0 cm. [16], 370, [20] Seiten, 1 leeres Blatt; [8], 408, [16] Seiten. – Ursprünglicher Pergamentrücken wohl noch zeitgenössisch durch Leder ersetzt. Deckel etwas berieben und fleckig, oberes Kapital mit Verlust. – Innendeckel und die ersten und letzten Blätter mit kleinem Wurmgang bzw. kleinen -löchern.

Dünnhaupt III, 2004, 60.5. – Vgl. Goedeke III, 109, 10. – VD 17 39:120604 D

160  Militär – Ordonnance provisoire

€ 450

sur l’exercice et les manoeuvres de la cavalerie, rédigée par ordre du Ministre de la Guerre du 1er Vendémiaire an XIII. Nouvelle édition. Paris, Anselin et Pochard 1820. Mit 126, meist mehrfach gefalteten, Kupfertafeln. Marmorierter Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung und -schild.

Seltener Tafelband, das Tafelverzeichnis am Anfang mit Verweis auf die entsprechenden Seiten im Textband. – Abgebildet sind Pferde, Zaumzeug, Uniformen und zahlreiche Exerzierformationen.

17,5 : 10,0 cm. 12 Seiten, 126 Kupfer. – Etwas berieben und bestoßen. – Ränder vereinzelt etwas unfrisch, am Seitensteg leicht bestoßen, die letztem 8 Kupfer mit Randverlusten. – Zwei alte Besitzeinträge am Ende des Textes und rückseitig auf einem Kupfer.

161  Reiterei – Joseph de Barros Paiva e Moraes Pona. Manejo real, escola moderna da Cavallaria da Brida.

€ 750

[…] Novo methodo para desembaraçar os potros, unir os Cavallos, vencer os resabiados, e reduzillos a huma total obediencia […] Ao illustrissimo, e Excellentissimo Senhor Henrique Joseph de Carvalho e Mello. Lissabon, Francisco Luiz Ameno 1762. Mit 16 Kupfertafeln und sieben Textholzschnitten. Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Ebenso seltenes wie berühmtes portugiesisches Reitlehrbuch mit prachtvollen Kupfertafeln, von denen 14 Ross und Reiter in verschiedenen Posen, die weiteren zwei sowie die Textholzschnitte Reitfiguren abbilden. – Das erste Kupfer in der Platte signiert »Hylario Joze de Payua«.

20,3 : 14,5 cm. [32], 296 Seiten, 16 Kupfertafeln. – Leicht bestoßen, Rücken etwas brüchig. – Vorsatzpapiere gewellt und fingerfleckig, vorderes Vorsatzblatt mit längerer alter Anmerkung. – Titelblatt unten mit ergänztem Eckabschnitt. Ränder stellenweise leicht fingerfleckig, insgesamt aber sehr schönes Exemplar.

162  Alpen – [Adolf von Schaden]. Alpenblumen;

€ 1500

oder fünfundzwanzig malerische Ansichten interessanter Berge, Seen, Städte, Burgen, Thäler etc. im bayerischen Hochlande. Fleurs des Alpes ou vingt cinq vues pittoresques de montagnes, de lacs, de villes, de châteaux, de vallées etc. dans les pays haut de la Bavière. München, Joseph Lindauer 1837. 25 Lithographien von Gustav Kraus und das Textheft. Grüne Originalbroschur mit in Rot lithographierten Deckelillustrationen.

Seltene, komplette Folge der hervorragenden stimmungsvollen Ansichten von Gustav Kraus, dem »Bildberichterstatter der Biedermeierzeit« (Eugen Roth). – Deutsch-französischer Paralleltext. – Die »Alpenblumen« erschienen als Fortsetzung der »Alpenröslein« und beschreiben unter anderem in Wort und Bild Starnberg, das obere Isartal mit dem Karwendelgebirge, Tutzing, Diessen am Ammersee, Schleedorf mit dem Kochelsee, Walchensee, Garmisch mit der Ruine Werdenfels, Loisachthal bei Greinau, Eibsee, Kaltbrunnertal, Füssen, Hohenschwangau, Tölz, Hohenburg, Tegernsee, Königs-Alpe, Schliersee, die Otto-Kapelle bei Kiefersfelden, Hohen- und Niederaschau, Herrnchiemsee, Frauenchiemsee und weiteres. – Eine gefaltete Lithographie bietet die Panoramaaussicht vom Peissenberg. – Adolf von Schaden (1791–1840) versuchte sich zunächst als Schriftsteller bevor er, mehrfach gemeinsam mit Gustav Kraus, Reiseführer und topographische Werke seiner bayerischen Heimat verfasste. – Vollkommen fleckenfrei und so gut erhalten sehr selten.

20,5 : 25,5 cm. 31, [1] Seiten, 25 Lithographien. – Rückenfalz des Textheftes erneuert. Die Tafeln am linken Rand mit kleinen Heftlöchlein.

Pressler 257–281

163  W[ilhelm] Butté. Statistisch-politisch- und Kosmopolitische Blikke in die Hessen-Darmstädtischen Lande.

€ 400

– Beilagen, oder Exkurse zur Iten Lieferung der Blikke in die Hessen-Darmstädtischen Lande. Gießen und Darmstadt, Georg Friedrich Heyer 1804. Zwei dunkelgrüne Kalblederbände der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelkantenvergoldung, rot-goldenen Rückenschildern und allseitiger gepunzter Schnittvergoldung.

Erste Ausgabe, alles Erschienene. – »Ein gedanken- und kenntnißreicher Schriftsteller, der aber durch seine unfruchtbare Speculation und metaphysische Auffassung der staatlichen Verhältnisse fast ungenießbar ist« (ADB). – Nach Erscheinen des Werkes, das in seiner Wetterauer Heimat auf wenig Begeisterung stieß, wurde Butté als Professor für Statistik und Staatswissenschaft an die Universität Landshut berufen. – Selten, zumal so gut erhalten und ansprechend gebunden.

17,5 : 10,5 cm (Band I etwas kleiner). 323, [1]; 296 Seiten. – Deckel mit kleinen dunklen Flecken. – Vorsatzblätter verso mit Stempel »von Leonhardische Fideicommiss-Bibliothek«.

ADB III, 654

164  [Johann Heinrich Schütte]. Kleefsche Waterlust,

€ 450 ( R7 )

Ofte Beschryving van de lieflyke Vermaekelykheden aen de Wateren te Kleef. Ontworpen en vermeerdert door een Medelid der Brongenooten. Amsterdam, Isaac Buyn 1752. Mit gestochener Titelvignette und acht gefalteten Kupfertafeln mit elf Ansichten von S. Fokke nach Jan de Beijer. Dunkelbrauner Kalblederband der Zeit mit schwarz-goldenem Rückenschild.

Erste holländische Ausgabe und die erste illustrierte. – Das Buch war 1748 ohne Illustrationen unter dem Titel »Amusemens des Eaux de Cleve« in Lemgo erschienen. – »Es war offensichtlich, daß man den – was Illustrationen anging – verwöhnten Holländern mehr bieten mußte […] Das Buch enthält deshalb eine ausführliche Verherrlichung der Klever Quelle sowie eine Beschreibung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kleve und Umgebung« (Guido de Werck, Jan de Beijer, Kleve 1980, S. 20f.) sowie die feinen, meist doppelblattgroßen, nach Vorlagen von Jan de Beijer gestochenen Ansichten verschiedener Städte am Niederrhein, darunter mehrere auf Kleve, die dortige Kirche St. Maria Himmelfahrt und der Klever Fischmarkt, Wasserburg Riedern, Schenkenschanz, Griethausen und mehrere auf den Eltenberg bei Emmerich. – Selten, zumal so gut erhalten.

20,3 : 12,5 cm. [8], 264 Seiten, 8 Faltkupfer. – Vordergelenk minimal angeplatzt, Kapitale mit kleinen Fehlstellen. – Die ersten drei Blätter mit minimalem Wasserrand.

165  [Edward Bulwer-Lytton]. The Pilgrims of the Rhine.

€ 1000 ( R7 )

By the Author of »Pelham«, »Eugene Aram«, etc. London, Saunders and Otley 1834. Mit 27 Stahlstichen, davon 14 auf Tafeln, die übrigen im Text. Dunkelbrauner Halbmaroquinfranzband mit reicher Rückenvergoldung, dreiseitigem Goldschnitt und vergoldeten Deckelfileten (signiert Alfred Matthews).

Exemplar einer Luxusausgabe, gebunden von dem englischen Kunstbuchbinder Alfred Matthews, mit einer zweiten Folge aller 27 Stahlstiche, jeweils denen im Text vorgebunden. Die Extrasuite auf starkem India Paper, noch ohne den endgültig gestochenen Titel und mit leicht variierenden Signaturen von Zeichner und Stecher. – Die Stahlstiche wurden unter Aufsicht von E. I. Roberts nach Vorlagen von David Roberts und wenigen anderen Zeichnern gestochen. Ein Beilagezettel des Verlegers nennt verschiedene Zustände der Extrasuiten. – Mit stimmungsvollen Ansichten der berühmtesten Rheingegenden und -stätten. – Bekannter Briefroman der Rheinromantik, die in den Reisen englischer Adliger auf den Kontinent im 17. und 18. Jahrhundert ihren Ursprung hatte, bevor sie mit Beginn des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland populär wurde.

23,0 : 15,5 cm. XXXVI, 341, [1] Seiten, 14 Stahlstichtafeln. – Vereinzelte Tafeln schwach stockfleckig, sonst tadellos erhalten.

166  Album mit zwölf chinesischen Aquarellen zu Seidenproduktion und -verarbeitung.

€ 300

Auf Reispapier. Mitte des 19. Jahrhunderts. Mappe mit Brokatpapierbezug.

Die schönen Aquarelle zeigen die verschiedenen Stationen der Seidenherstellung: Ernte der Raupen, Sortierung der Fäden, Trocknung, Spinnen, Färben, Weben. – Jedes Blatt mit hellblauem Seidenband umrahmt. – Derartige Alben wurden wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem für Touristen gefertigt. – Mit Kaufvermerk »Singapore, November 1878 A Bossert« und einer Anmerkung auf dem Innendeckel. – Selten und sehr gut erhalten.

23,0 : 32,5 cm. – Bezugspapier der Mappendeckel mit Fehlstellen. – Tafel 1 mit nicht störenden Farbausbrüchen.

167  W[ilhelm] Heine. Japan.

€ 500

Beiträge zur Kenntniss des Landes und seiner Bewohner in Wort und Bild. Dresden, im Selbstverlag des Verfassers und Kommission bei Woldemar Urban, Leipzig 1880. Mit 50 Bildtafeln, meist nach Fotografien. Brauner Originalkalikoband mit Gold- und Schwarzprägung.

Erste Ausgabe. – Je zehn Tafeln zu Geschichte, Religion, Ethnologie sowie Naturgeschichte, zehn weitere mit Ansichten des Landes. Jede Tafel mit ein bis zwei Erläuterungsblättern. – Am Ende wurde der Textteil eingebunden. Die Tafeln und Erläuterungsblätter auf Leinenfalzen. – Wilhelm Heine (1827–1885) kam als Landschaftsmaler 1849 nach New York und reiste bald darauf nach Zentralamerika. 1852 nahm er an der wichtigen Japan-Expedition von Commodore Perry teil, 1860 an der preußischen nach Ostasien. In Folge erschienen mehrere Japan-Publikationen von ihm, die hier vorliegende bezeichnete Friedrich Embacher als »Prachtwerk«.

23,5 : 16,8 cm. [6], [104], 99, [1] Seiten, 50 Lichtdrucke. – Kanten etwas berieben, Gelenke repariert, hinteres überklebt. – Haupttitel fleckig, mit Besitzvermerk und zwei Stempeln. Durchgehend leicht fingerfleckig. Bindung am Ende etwas gelockert.

Embacher I, 143f

168  Architektur – Eugène Viollet-le-Duc. Dictionnaire raisonné de l’architecture française du XIe au XVIe siècle.

€ 450

Tome premier [–] dixième. Paris, Morel [1875]. Mit zahlreichen Textillustrationen nach Zeichnungen des Verfassers. Rote Halblederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung. Marmorierte Deckelbezüge und Vorsätze, Kopfschnitt vergoldet.

Vollständiger und seitengleicher Nachdruck der Erstausgabe von 1854–1868. – Der französische Architekt Eugène Viollet-le-Duc (1814–1879) wurde durch seine Restaurierungen mittelalterlicher Bauwerke und wissenschaftlichen Arbeiten zur Architekturgeschichte auch international berühmt. Sein bedeutendes Werk zur Architektur des Spätmittelalters reicherte er mit zahlreichen Illustrationen nach eigenen Vorlagen an. – Dazu: Viollet-le-Duc. Entretiens sur l’architecture. Tome premier [et] deuxième. Paris, Witwe A. Morel 1872. Mit zusammen 200 Holzstichen, davon 36 auf Tafeln. Halblederbände der Zeit (beschabt). – Anthyme Saint-Paul. Viollet-le-Duc. Ses travaux d’art et son système archéologique. Deuxième édition. Paris, Bureaux de L’Année Archéologique 1881. Halblederband der Zeit (Rücken beschädigt). – Mehrfach nachgedruckt und heute, im 21. Jahrhunderts natürlich auch als »Digitalisat« verfügbar, bezieht die vorliegende Ausgabe von Viollet-le-Ducs »Dictionnaire« ihren besonderen Reiz durch die prachtvollen, gut erhaltenen Einbände.

25,5 : 16,8 cm. – Bezugspapier an den Kanten teils berieben, Hinterdeckel von Band 10 mit Schabstelle.

Vgl. Brunet VIII, 903

169  Mrs. [Margaret Wilson] Oliphant. The Makers of Venice.

€ 400

Doges, Conquerors, Painters and Men of Letters. London, Macmillan 1893. Mit 48 Holzstichen von R. R. Holmes, davon einer als Frontispiz und 21 im Text. Üppig vergoldeter Pergamentband der Zeit mit Schnittvergoldung und Brokatpapiervorsätzen.

Nachdruck der Erstausgabe von 1887, hier in einem Prachteinband mit reicher floraler Vergoldung auf Rücken und beiden Deckeln, der Vorderdeckel mit dem venezianischen Löwen im Mittelfeld. – Die schottische Schriftstellerin Oliphant (1828–1897) verfasste zahlreiche Romane und Erzählungen.

18,8 : 13,2 cm. XIV, [2], 410, [2] Seiten. – Stellenweise leicht stockfleckig.

170  Architektur – Robert L. van Nice. Saint Sophia in Istanbul.

€ 450

An Architectural Survey. Washington DC, The Dumbarton Oaks Center for Byzantine Studies, Trustees for Harvard University, & Dumbarton Oaks Research Library and Collection 1995. Mit 47 Tafeln, davon eine mit der farbigen Ansicht und 46 mit architektonischen Zeichnungen. Lose in Originalleinenmappe.

Monumentales Tafelwerk (91 : 59 cm). – Nachdruck der innerhalb von mehr als 20 Jahren (1965–1986) erschienenen Originalausgabe. – Mit dem Textheft (Vorwort und Tafelverzeichnis). – »So seldom in the history of architecture has there appeared, seemingly without precedent, a monument of such remarkable scale and structural form as Justinian’s Great Church of Saint Sophia that the origin of its conception and the means by which it was constructed within the limitations of experience and materials of its period pose problems of consuming interest« (Vorwort). – Das Projekt wurde 1936 von William Emerson, Dekan der School of Architecture am MIT, initiiert. – Tadellos erhalten.