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Bibliophilie und Pressendrucke 1900 – 1945 | Hesse-Auktionen
Bibliophilie und Pressendrucke 1900 – 1945

227  Altdeutscher Schwank und Scherz

€ 600

aus dem sechszehnten und siebenzehnten Jahrhunderte. Zusammengestellt vom Verfasser des »Altdeutscher Witz und Verstand« [L. Forck]. Bielefeld und Leipzig, Velhagen & Klasing 1878. Dunkelgrüner Ecrasélederband mit ornamentaler Vergoldung, floralen Innenkantenbordüren und orangefarbenen Marmorpapiervorsätzen.

Eins von 77 Exemplaren der Liebhaber-Ausgabe auf stärkerem holländischen Büttenpapier. Weitere 22 Liebhaber-Exemplare wurden auf Chinapapier gedruckt, die allgemeine Auflage erschien auf deutschem Bütten. – Das mit zahlreichen Holzschnittvignetten verzierte Werk bildete einen der ersten deutschen Vorzugsdrucke, der schöne Handeinband stammt nach Notiz auf dem Vorsatz von Paul Kersten.

19,5 : 13,2 cm. XIII, [3], 199, [5] Seiten.

Holzmann/Bohatta VII, 11514

228  Avalun-Drucke – Stendhal. Vanina Vanini.

€ 250 ( R7 )

Mit zwölf Original-Radierungen von Karl M. Schultheiß. Wien und Hellerau, Avalun 1922. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen, darunter die Titelradierung, und einer Kopf- und Schlussvignette. Roter Originalmaroquinband mit reicher Fileten- sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: Handband Enders, Leipzig).

22. Avalun-Druck. – Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der Originalen Fleischmann-Antiqua von 1732. – Laut Druckvermerk sollten die Einbände in der Werkstatt Richard Oesterreich jun., Dresden, gebunden werden – auch Rodenberg nennt aber Enders, Leipzig.

18,4 : 12,7 cm. 86, [6] Seiten. – Bünde und Kanten leicht berieben. – Exlibris.

Rodenberg 334, 22. – Schauer II, 97. – Sennewald 22,4

229  Avalun-Drucke – Adalbert Stifter. Nachkommenschaften.

€ 300

Wien, Avalun 1923. Mit 16 Radierungen von Karl Max Schultheiss, davon eine als Titel, neun blattgroß und sechs im Text, die zehn ganzseitigen signiert. Hellbrauner Kalblederband mit vergoldeten Fleurons und Fileten und schwarz-goldenem Rückenschildchen (signiert: E. A. Enders, Leipzig). Im Originalschuber.

23. Avalun-Druck. – Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder, weitere 200 wurden nur im Druckvermerk signiert und in Halbleder gebunden. – Gesetzt aus der Jean-Paul-Fraktur. – Druck der Graphiken unter Aufsicht des Künstlers in der Münchener Graphischen Gesellschaft Pick & Co., des Textes bei Jakob Hegner, Dresden-Hellerau. – Entgegen dem Druckvermerk stammen die Einbände (auch von Vergleichsexemplaren) nicht aus der Werkstatt Richard Österreich jun., Dresden.

18,6 : 12,5 cm. 140, [4] Seiten.

Rodenberg 335, 23. – Sennewald 23,5

230  Officina Bodoni – Ernst Grosse. Casa Rossa.

€ 450 ( R7 )

Phantasie über das Bild von Niklaus Stoecklin. Verona 1927. Mit sieben blattgroßen Heliogravuren. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Privatdruck für Georg Reinhart, dem Freund Mardersteigs und wichtigem Mäzen der Officina Bodoni. – Eins von 220 Exemplaren. – Das zweite Buch, das Hans Mardersteig in Verona, dem neuen Domizil der Presse, drucken ließ. 50 Jahre später erinnerte er an die Entstehung des Buches: Der Freiburger Kunsthistoriker Ernst Grosse bewunderte das eindrucksvolle Gemälde »Casa Rossa« von Niklaus Stoecklin, das in Reinharts Treppenhaus hing. Der Hausherr schickte Fotografien des Bildes an Grosse, verbunden mit der Bitte, dazu ein Märchen zu erfinden. Der Erzähler widmete sechs Details aus dem Bild je ein Kapitel (Maler, Paar, Pferd, Haus, Meer und Stadt. Georg Reinhart verfasste das Nachwort, das zugleich ein Nachruf auf den Dichter wurde: Ernst Grosse war neun Tage nach Abschluss des Manuskripts verstorben. – Die Gestaltung des Privatdrucks (dem viele folgen sollten) überließ Reinhart Hans Mardersteig, der sieben hervorragende Heliogravuren (eine Gesamtansicht des Bildes und die sechs Bildausschnitte) anfertigen ließ und diese zusammen mit dem Text, gesetzt aus der 20pt Bodoni Casale, auf Fabriano Bütten druckte.

36,0 : 25,5 cm. 55, [7] Seiten. – Rücken minimal angestaubt.

Mardersteig/Schmoller 24

231  Officina Bodoni – Terenz. Andria oder Das Mädchen von Andros.

€ 300

Eine Komödie. Übertragen von Felix Mendelssohn Bartholdy. Mit fünfundzwanzig Illustrationen von Albrecht Dürer. Verona 1971. Mit 25 Holzschnitten von Fritz Kredel. Originalhalbpergamentband; Rückentitel, Deckelfileten und -vignette vergoldet. Im Originalleinenschuber.

Eins von 160 Exemplaren (Gesamtauflage 170). – Gesetzt aus der 1954 von Hans Mardersteig entworfenen Dante-Schrift. – Auf Magnani-Bütten. – Die Illustrationen zur Andria wurden von Albrecht Dürer für eine in Basel geplante Terenz-Ausgabe auf Holzstöcke gezeichnet, jedoch nie geschnitten. Nach den im Kunstmuseum Basel aufbewahrten Originalstöcken wurden die Zeichnungen von Fritz Kredel auf neue Stöcke übertragen und erstmals geschnitten. – Die Textrevision besorgte Rudolf Hagelstange. – Tadellos.

35,0 : 25,5 cm. 119, [5] Seiten.

Mardersteig/Schmoller 174. – Spindler 42.9. – Salter 1.360.3

232  Bremer Presse – Albius Tibullus. Elegiae.

€ 750

Tölz 1920. Originalpergamentband. Rückentitel, Fileten der Rückenfelder und Deckelkanten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei).

Eins von 270 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten. – Titel und Initialen von Anna Simons gezeichnet.

27,0 : 17,5 cm. LXXXII, [6] Seiten. – Deckel minimal aufgebogen.

Lehnacker 5. – Rodenberg 57, 5

233  Bremer Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 800

Nach ältester Aufzeichnung 1771–1775. Bad Tölz 1920. Originalpergamentband. Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei F. TH.). Im Schuber.

Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Nach der Abschrift der Luise von Goechhausen (Urfaust) mit Übertragung in Goethes Schreibweise, herausgegeben von Max Hecker. – Titel und Initialen von Anna Simons. – Nicht von ungefähr verweist Julius Rodenberg hier auf die Faust-Drucke von Cobden-Sandersons Doves Press: Auch beim Druck der Bremer Presse übernahm man z.B. die in Hammersmith übliche Bogensignatur »a« auf der ansonsten leeren und unpaginierten ersten Seite. – Tadellos.

27,4 : 18,0 cm. [6], 110, [8] Seiten. – Vorsatzblatt mit handschriftlichem Eintrag.

Lehnacker 7. – Rodenberg 57, 7

234  Bremer Presse – [Johann Gottlieb] Fichte. Reden an die Deutsche Nation.

€ 400

Herausgegeben von Carl Georg von Maassen. München 1922. Originalpergamentband. Rückentitel, Fileten sowie Kopfschnitt vergoldet (Frieda Thiersch, signiert: Bremer Binderei. F. Th.).

Ein von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Einer der besonders geschätzten großformatigen Drucke der Presse.

32,3 : 22,3 cm. [6], 318, [8] Seiten. – Hinterdeckel mit wenigen kleinen Stockflecken.

Lehnacker 11. – Rodenberg 58, 11

235  Bremer Presse – Reflexions et maximes.

€ 900 ( R7 )

La Rochefoucauld / Vauvenargues / Chamfort. München 1931. Rotbrauner Oasenziegenlederband mit schwarz-goldenem Rückenschild.

Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel zeichnete Anna Simons. – Der elegante und perfekt gearbeitete Einband ist unsigniert, könnte aber von Kurt Londenberg stammen. – Provenienz: Sammlung F. B. Schmetz, Herzogenrath.

29,7 : 20,3 cm. [6], 295, [7] Seiten. – Hinterdeckel mit leichter Druckstelle im Leder, wohl bei der Herstellung entstanden.

Lehnacker 36

236  Cranach-Presse – [Homer]. Die Odyssee.

€ 1800

Neu ins Deutsche übertragen von Rudolf Alexander Schröder. Erster bis zwölfter Gesang [und] Dreizehnter bis vierundzwanzigster Gesang. Zwei Bände. Leipzig, Insel [1907–1910]. Mit Titeln und Initialen von Eric Gill und fünf Holzschnitten von Aristide Maillol. Originalhalbpergamentbände mit Rückenvergoldung, goldgeprägter Bordüre und Buntpapierdeckelbezügen.

Eins von 425 Exemplaren, von denen 350 für den Verkauf bestimmt waren. – Satz aus der Caslon-Antiqua. – Druck auf Bütten unter Leitung von Harry Graf Kessler bei R. Wagner Sohn, Weimar. – Eric Gill entwarf die Titelblätter – jeweils mit einer Holzschnittvignette von Maillol – und die Holzschnittinitialen, von denen drei von Maillol ornamentiert wurden. – Die Titel- und Zwischentitelzeilen sowie die Ornamentierungen der Initialen wurden in Rot gedruckt. – Die Bezugspapiere der Deckel sollte nach Kesslers Plan (und langjährigen Annahmen der Fachwelt) Mario Fortuny liefern. Da sich dies aber für Kessler unannehmbar lange verzögerte, übernahm Eric Gill auch die Gestaltung nach einem alten mykenischen Muster. – Die Odyssee kann als das erste große Druckwerk der Cranach-Presse gelten, auch wenn ihr Name im Buch noch nicht genannt wird. – Mit dem großformatigen Exlibris der Sammlung Leopold Biermann. Der kleinwüchsige Sohn des Bremer »Zigarettenkönigs« war eng mit Alfred Walter Heymel befreundet und einer der engagiertesten Kunstmäzene seiner Vaterstadt. Als Mitglied mehrerer Kunstvereinigungen stiftete er u. a. der Kunsthalle Bremen etliche Werke bedeutender Impressionisten und Expressionisten. – Tadellos schönes Exemplar.

28,2 : 21,7 cm. [4], 178, [2] Seiten; [6], 169, [3] Seiten.

Müller-Krumbach 17 u. 17 a. – Brinks 29 u. 30. – Schauer II, 50. – Sarkowski 784. – Gill 301

237  Cranach-Presse – Honoré de Balzac. Der Succubus.

€ 300

Mit zehn Radierungen von Walther Klemm. Weimar, Reiher [1924]. Mit zehn signierten Radierungen. Halblederband mit Marmorpapierdeckelbezügen.

Eins von 170 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 200). – Gesetzt aus der Caslon-Schrift der Cranach-Presse. – Erste Ausgabe der Übersetzung von Benno Rüttenauer. – »Die Ausführung scheint ein Entgegenkommen für den Reiher-Verlag in Weimar, dessen Mitbegründer Otto Dorfner war, gewesen zu sein« (Müller-Krumbach S. 40). – Da abweichend gebunden, wurde der Hinweis auf Otto Dorfner im Druckvermerk gestrichen.

25,5 : 18,5 cm. [2], 74, [4] Seiten, 10 Radierungen.

Müller-Krumbach 36. – Brinks 54. – Sennewald 24, 2. – Kat. Lindenau-Museum 2155–2164. – Fromm I, 1678

238  Cranach-Presse – Paul Valery. Gedichte.

€ 600

Übertragen durch Rainer Maria Rilke. Leipzig, Insel 1925. Originalhalbpergamentband mit blauen Kleisterpapierdeckelbezügen; Rückentitel, Deckelinitiale und Kopfschnitt vergoldet.

Erste deutsche Ausgabe der »Poésies«. – Eins von 400 Exemplaren, auf Bütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 450). Sowohl Kessler als auch Rilke selbst sollen diese Ausgabe auf dem starken, unbeschnittenen und leicht getönten Bütten deutlich mehr geschätzt haben als die Japanexemplare. – Handdruck unter Leitung und nach Satzanordnung von Harry Graf Kessler und Georg Alexander Mathéy. – Eric Gill entwarf die floral verzierte und goldgeprägte Vorderdeckelvignette sowie die rot gedruckten Initiale am Textanfang, die Inselschiff-Titelvignette und die Colophon-Vignette am Ende. – 1924 hatte Harry Graf Kessler versucht, Anton Kippenberg zur Herausgabe einiger Handpressendrucke zu bewegen, günstiger als die »Großprojekte« wie Vergil und Hamlet und damit in größerer Auflage absetzbar. Die Vignette »Handdruck der Cranach-Presse« entwarf Eric Gill wohl speziell für diesen Reihen-Plan. 1925 lehnte Kippenberg mit Verweis auf den schlechten Absatz des Valery-Buches allerdings weitere Drucke ab.

27,4 : 19,2 cm. 60, [4] Seiten. – Vorsatzblätter leicht stockfleckig.

Müller-Krumbach 38. – Brinks 59. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 40.– Sarkowski 1798. – Schauer II, 75. – Gill 326. – Fromm VI, 25924

239  Cranach Presse – Publius Vergilius Maro. Les Éclogues.

€ 2000

Texte original et Traduction nouvelle par Marc Lafargue. Imprimées par Harry de Kessler. Bois dessinés et exécutés par Aristide Maillol. Paris, Galerie Druet 1926. Mit Illustrationen gezeichnet und geschnitten von Aristide Maillol. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -halbpergamentmappe.

Eins von 250 Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten, davon 225 für den Handel (Gesamtauflage 292). – Die französische Ausgabe wurde in den Jahren 1912 bis 1914 und dann im Jahr 1925 in Banyuls gestaltet. – Nach den ersten Vorarbeiten zur Satzanordnung, die Harry Graf Kessler schon 1912 begann, schuf Maillol 1912–1914 und 1925 die Holzschnitte. Maillol verlangte für seine Arbeiten ein besonders kostbares Papier. Nachdem zahlreiche Druckproben auf holländischem, deutschem und englischem handgeschöpftem Bütten sowie auf China und Japan ihn nicht befriedigt hatten, richtete Harry Graf Kessler eigens die Papiermühle in Monval bei Marly ein, wo er unter Mitwirkung von Maillols Neffen Gaspard nach vielerlei Versuchen ein Maillols Ansprüchen genügendes Papier produzierte. – Entgegen vielen Exemplaren der deutschen Ausgabe ist die hier vorliegende französische fleckenfrei. – Der Vergil, eines der Hauptwerke der Presse und zugleich eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts, wurde 1927 auf der Leipziger Buchkunst-Ausstellung ausgezeichnet. Die ursprünglich von Kessler geplanten »Georgica« erschienen nicht mehr in der Cranach-Presse, sondern erst später bei Gonin (siehe KatNr. 736).

34,2 : 26,3 cm. 110, [8] Seiten. – Mappe leicht fleckig. Rücken an den Kapitalen erneuert.

Brinks 65. – Müller-Krumbach 41. – Gill 328

240  Cranach Presse – William Shakespeare. Die tragische Geschichte von Hamlet Prinzen von Dænemark.

€ 1200

Neu übersetzt und eingerichtet von Gerhart Hauptmann. Begleitet von Auszügen, die den Geschichten von Saxo Grammaticus und François de Belleforest und der Hystorie of Hamblet entnommen sind. Mit Figurinen und Holzschnitten gezeichnet und geschnitten von Edward Gordon Craig. Weimar 1929. Mit 74 Holzschnitten im Text und einer figürlichen Initiale. Originalhalbpergamentband mit rot geprägten Titeln. Im originalen Schuber.

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Eins von 230 Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 255). – Gesetzt aus der von Edward Johnston entworfenen Hamlet-Fraktur. – Kesslers Vorhaben, eine Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten von Craig zu drucken, reicht bis in das Jahr 1910 zurück. Aber erst das Zusammentreffen mit Gerhart Hauptmann und Anton Kippenberg im Mai 1927 auf der BUGRA in Leipzig brachten die Pläne in eine konkrete Realisierungsphase. – Die Holzschnitte Craigs entstanden ganz im Hinblick auf seine Bühnenbildentwürfe, sie waren zum Teil wirkliche Figurinen und Versatzstücke für das kleine Modelltheater von Craig in Florenz. – Der Satz der Schrift mit den verschiedenen Text- und Kommentarblöcken und der oft aus mehreren Stücken bestehenden Holzschnitte stellte höchste Anforderungen an Walter Tanz. Der Druck der Holzschnitte erfolgte teils mit mehreren »Zurichtungen«, um die feinen Farbnuancen in einem Druckvorgang zu erzielen. Fachleute bewunderten diese Leistung: »Poeschel sagte mir privatim, der ›Hamlet‹ habe ihm eine schlaflose Nacht bereitet, so habe er sich über ihn aufgeregt. Er begreife nicht, wie wir die Zweifarbendrucke von einem einzigen Holzstock gemacht hätten. Da Poeschel wohl der beste deutsche Drucker ist, will das allerhand heißen, wenn er mir das sagt.« (Harry Graf Kessler, Tagebücher, 14. III. 1930; ausführliche Bilddokumentation bei Brinks, S. 323ff.).

36,5 : 24,8 cm. [2], 202, [4] Seiten. – Rücken mit wenigen Stockflecken. – Die Ränder der Seiten 9–23 durch einen misslungen Restaurierungsversuch teils sehr stark braunfleckig, acht weitere Seiten mit einzelnen Braunflecken.

Müller-Krumbach 48. – Brinks 76. – Sarkowski 1585. – Schauer II, 74 (Abb.). – Eyssen Seite 95: »zweifellos der typographisch interessanteste Druck Kesslers«. – Gill 340a

241  Cranach-Presse – Aristide Maillol. Tityrus mit Flöte.

€ 300

Holzschnitt. Um 1913. 9,3 : 10,3 cm (30,0 : 23,2 cm).

Der erste Holzschnitt der Vergil-Ausgabe Kesslers, hier ohne Text. – Mit eigenhändiger, jedoch unleserlicher Anmerkung Kesslers, wohl zum Druckstadium. – Unter dem Holzschnitt mit dem Namen des Künstlers in Versalien bezeichnet. – Auf Maillol-Kessler-Bütten.

Am Unterrand Bleistiftanmerkung.

Guérin 18

242  Cranach-Presse – Zwei Blätter mit Probedrucken zu Vergil »Les Éclogues«.

€ 300

Weimar, um 1914.

Zwei Blätter zur französischen Ausgabe aus einem sehr frühen Stadium. – Beide auf Maillol-Kessler-Bütten. – Jeweils paginiert 27 (recto) und 7 (verso). – Beide Vorderseiten mit vier Versen aus der ersten Ecloge von Ménalque und Damète, wobei hier die Namen der Personen noch nicht als zentrierte Einzelzeilen über dem Text stehen, sondern im Blocksatz die jeweils erste Zeile eröffnen. Bei einem der Blätter über diesem Text der Holzschnitt, der in der französischen Ausgabe endgültig erst auf Seite 68 verwendet wurde. – Beide Blätter mit identischer Rückseite: Ankündigung des (noch zweibändig konzipierten) Werkes mit Angabe des französischen Verlegers Druet und Auflagen und Preisen, die von der endgültigen Ausführung abweichen.

Ein Blatt mit kleinen Stockflecken, eins mit Hinweisen zum Satz.

243  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Drei Holzschnitte zu »Hamlet« auf Pergament.

€ 900

Weimar 1926–1928. Ca. 16 : 8 cm (35,3 : 23,5 cm).

I. Yorick (Act V, Scene 1). – II. Laertes (Act V, Scene 1). – III. Osric (Act V, Scene 2). – »Yorick« noch ohne die kleine, zu seinen Füßen sitzende Figur. – Tadellos erhalten.

244  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Acht monogrammierte Holzschnitte zu »Hamlet« auf gelbem Japanpapier.

€ 800

Weimar 1926–1928. Ca. 16 : 8 cm (36 : 24 cm).

I. Ghost (Act I, Scene 1). – II. Polonius (Act I, Scene 3). – III. King sleeping. (Act III, Scene 2). – IV. Ghost with Bones (Act III, Scene 4). – V. King Claudius. (Act IV, Scene 1). – IV. Hamlet with Skull (»To be, or not to be, this is the question«). (Act V, Scene 1). – VII. Laertes (Act V, Scene 1). – VIII. A Lord. (Act V, Scene 2). – Tadellos erhalten.

245  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Gesammelte Gedichte.

€ 5000

Erster [bis] Vierter Band. Leipzig, Insel 1930–1934. Originalhalbpergamentbände mit vergoldeten Rückentiteln (signiert: Gerhard Prade, Leipzig). In den originalen Schubern.

Eins von 200 Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 225). – Die Bände I–III wurden unter Aufsicht von Max Goertz und Harry Graf Kessler auf der Weimarer Cranach-Presse gedruckt. Nach deren Auflösung erfolgte der Druck von Band IV unter Verwendung der Schriften der Cranach-Presse in der Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig. Die Aufsicht über den Druck dieses abschließenden Bandes hatte bis zu seiner Emigration Kessler selbst. – Die Titelzeilen der Gedichte und die Zwischentitel wurden in Rot gedruckt. – Die Titelschrift und Initialen zeichnete Eric Gill, die Initialen wurden von Aristide Maillol ornamentiert. – Sehr schöne Exemplare.

27,0 : 18,0 cm. [4], 271, [7] Seiten; [2], 282, [8] Seiten; [6], 222, [8] Seiten; [2], 265, [5] Seiten.

Brinks 82, 83 und 94. – Müller-Krumbach 52. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1348. – Ritzer G 2. – Gill 342

246  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Gesammelte Gedichte.

€ 1200

Erster [bis] Vierter Band. Leipzig, Insel 1930–1934. Spätere olivgrüne Maroquinbände mit rotbraunen Rückenschildern, vergoldeten Stehkantenfileten und blindgeprägter Bordürenverzierung auf Rücken und Deckeln (Theophil Zwang, Offenbach/Main).

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 200 Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 225). – Die Bände I–III wurden auf der Weimarer Cranach-Presse gedruckt, Band IV nach deren Auflösung unter Verwendung der gleichen Schriften in der Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig, teils noch unter Aufsicht von Kessler selbst. – Die Titelzeilen der Gedichte und die Zwischentitel wurden in Rot gedruckt. – Die Titelschrift und Initialen zeichnete Eric Gill, die Initialen wurden von Aristide Maillol ornamentiert. – Theophil Zwang (1924–2019) arbeitete zunächst in der Werkstatt seines Vaters Friedrich Zwang, einem Schüler von Paul Kersten. 1955 wurde er Schüler von Kurt Londenberg (1914–1995), der in diesem Jahr Nachfolger von Ignatz Wiemeler als Leiter der Einbandklasse der Hamburger Landeskunstschule wurde. Noch im gleichen Jahr gründeten die Brüder Theophil und Christian Zwang die bis heute berühmte Hamburger Werkstatt.

27,0 : 18,8 cm. [2], 271, [3]; [2], 282, [8]; [2], 222, [4]; 265, [7] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. – Vereinzelt mit wenigen schwachen Stockflecken.

Müller-Krumbach 52. – Brinks 82, 83 und 94. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1348. – Ritzer G 2. – Gill 342

247  Cranach-Presse – Das Hohelied Salomo.

€ 2000 ( R7 )

Leipzig, Insel 1931. Mit elf blattgroßen Holzschnitten und 13 Holzschnitt-Initialen von Eric Gill. Originalhalbpergamentband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 100 Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage dieser deutschen Ausgabe 158). – »Der text dieser ausgabe des Hohen Liedes ist wörtlich nachgedruckt der ersten ausgabe der Lutherischen bibelübersetzung; seine dramatische gestaltung der Vulgata entnommen« (Druckvermerk). – Die Kolumnentitel wurden in Rot, die Holzschnitte mit zartgelber Tonplatte gedruckt. – Den unsignierten Einband fertigte Gerhard Prade, Leipzig. – Makelloses Exemplar mit dem originalen Schutzpapier und Schuber.

26,2 : 13,5 cm. [2], 31, [7] Seiten.

Brinks 89. – Müller-Krumbach 55. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1393. – Gill 284

248  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 1500

Eine Tragoedie. [Erster und] Zweiter Theil. Hammersmith 1906 und 1910. Zwei flexible Originalpergamentbände mit vergoldeten Rückentiteln (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 300 bzw. 200 Exemplaren auf Bütten, von beiden Teilen erschienen jeweils auch 25 Exemplare auf Pergament. – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Druck in Rot und Schwarz mit acht großen Initialen. – Durch die Weimarer Ausgabe der Werke Goethes angeregt und auf deren Textfassung basierend edierte T. J. Cobden-Sanderson, der unter anderem deutsche Philosophie studiert hatte, im Laufe der Jahre sechs deutschsprachige Goethe-Drucke: 1906 und 1910 die beiden Teile des »Faust«, 1911 »Die Leiden des jungen Werther«, 1912 »Iphigenie auf Tauris«, 1913 »Torquato Tasso« und schließlich als einen der letzten Drucke der Presse 1916 die »Auserlesenen Lieder, Gedichte und Balladen« (siehe die folgenden vier Katalognummern). – Marianne Tidcombe bezeichnet den »Faust« als »one of the most beautiful books produced at the Doves Press. Johnston’s four-line heading, in black, with the words ›Die Tragoedie‹ standing alone on the page following the preliminaries, is especially fine«.

23,4 bzw. 23,8 : 17,0 cm. [2], 260, [6] und [8], 373, [13] Seiten. – Rücken an den Kanten schwach berieben und mit leichten vertikalen Knickfalten. Umschläge wie meist etwas wellig und materialbedingt schwach verfärbt.

Tidcombe DP 10 und 20. – Tomkinson 55, 10 und 56, 20

249  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Die Leiden des jungen Werther.

€ 800

Hammersmith 1911. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 225). – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Gedruckt in Rot und Schwarz und mit zwei großen Initialen in Rot. – Der Text folgt, wie auch die übrigen fünf Goethe-Drucke von Cobden-Sanderson, der Weimarer Sophien-Ausgabe.

23,3 : 16,7 cm. 188 Seiten. – Umschlag wie meist etwas wellig und materialbedingt verfärbt. Rücken mit schwachen Knickfalten. – Obere Ecken der Seiten durchgehend kaum merklich geknickt.

Tidcombe DP 24. – Tomkinson 56, 26

250  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Iphigenie auf Tauris.

€ 800

Ein Schauspiel. Hammersmith 1912. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 232). – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Titel, Personen, Regieanweisungen und die Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Mit drei Initialen. – Der Text folgt, wie auch die übrigen fünf Goethe-Drucke von Cobden-Sanderson, der Weimarer Sophien-Ausgabe.

23,4 : 16,9 cm. 110, [2] Seiten. – Umschlag wie meist etwas wellig.

Tidcombe DP28. – Tomkinson 57, 30

251  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Torquato Tasso.

€ 800

Ein Schauspiel. Hammersmith 1913. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 227). – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Titel, Personen, Regieanweisungen und der Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt, wie auch die übrigen fünf Goethe-Drucke von Cobden-Sanderson, der Weimarer Sophien-Ausgabe.

23,8 : 17,0 cm. [8], 163, [7] Seiten. – Umschlag wie meist etwas wellig.

Tidcombe DP 31. – Tomkinson 57, 34

252  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Auserlesene Lieder, Gedichte und Balladen.

€ 800

Ein Strauss. Hammersmith 1916. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 175 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 185). – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Zwischen- und Kolumnentitel sowie die Initialen wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt, wie auch die übrigen fünf Goethe-Drucke von Cobden-Sanderson, der Weimarer Sophien-Ausgabe.

23,8 : 17,0 cm. [8], 226, [12] Seiten.

Tidcombe DP 39. – Tomkinson 58, 48

253  Riccardi Press – Quintus Horatius Flaccus. Opera omnia.

€ 250

Cura E. C. Wickham. London, Philipp H. Lee Warner 1910. Flexibler Originalpergamentband, Titel und Kopfschnitt vergoldet, mit grünen Schließbändern.

Erster Druck der Reihe »Scriptorum Classicorum Bibliotheca Riccardiana«. – Eins von 1000 Exemplaren (Gesamtauflage 1016). – Auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Teile des Titels, das Pressensignet und alle Initialen wurden in Blau eingedruckt. – Schönes Exemplar dieses Londoner Pressendrucks, der wie nahezu alle Drucke der Riccardi Press von dem Verleger der dortigen Medici Society herausgegeben wurden. – Gebunden in »limp Kelmscott vellum«.

25,0 : 17,2 cm. [10], 290, [2] Seiten.

Tomkinson 149, II, 1

254  Dreiangeldrucke – Julius R. Haarhaus. Maculaturalia.

€ 400

Ein Märchen für Bücherfreunde. München, Hans von Weber 1919. Mit Federzeichnungen im Text von Wilhelm Heise. Pergamentband mit vergoldetem Rückentitel, vergoldeten Fileten und Kopfgoldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Pergamentkanten.

14. Dreiangeldruck. – Eins von 600 Exemplaren (Gesamtauflage 725). – Gesetzt aus der Tiemann-Fraktur. – Zunächst hatte Hans von Weber nur 25 Vorzugs- und weitere 100 Exemplare gedruckt, erhielt aber von Haarhaus’ Verleger Haessel die Erlaubnis, weitere 600 Exemplare als Dreiangeldruck abzuziehen. – Das Werk wurde dem Münchner Buchbinder Kurt Ebert gewidmet.

18,7 : 13,6 cm. [8], 72 Seiten.

Rodenberg 417, 14

255  Ernst Ludwig-Presse – Klaus Groth. Quickborn.

€ 300

Volksleben in plattdeutschen Gedichten dithmarscher Mundart. Leipzig, Insel 1912. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

16. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten und in Ganzpergament (Gesamtauflage 500). – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Korpus Kleukens Fraktur, die von Friedrich Wilhelm Kleukens gezeichnet und in diesem Buch zum ersten Mal verwendet wurde.

24,1 : 16,5 cm. 318, [10] Seiten.

Stürz 16. – Sarkowski 637. – Rodenberg 75,16

256  Ernst Ludwig-Presse – Friedrich Hölderlin. Hyperion

€ 750

oder der Eremit in Griechenland 1797–1799. Leipzig, Insel 1912. Originalpergamentband mit Rückenschild und vergoldetem -titel sowie Kopfgoldschnitt.

17. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 150 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 200). – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Korpus Kleukens-Antiqua. – Mit 61 ornamentierten Initialen, gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens, deren Verzierungen und die Titelzeile wurden in Gold gedruckt. – Textrevision von Franz Zinkernagel. – Nahezu druckfrisches Exemplar, breitrandig und zweiseitig unbeschnitten.

24,6 : 19,0 cm. [6], 255, [7] Seiten.

Stürz 17. – Sarkowski 745. – Rodenberg 76, 17

257  Ernst Ludwig-Presse – Georg Trakl. Der Herbst des Einsamen.

€ 500

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher 1. – Eins von 350 Exemplaren. – Gesetzt aus der Petit Kleukens-Antiqua, Handpressendruck von C. H. Kleukens auf Bütten, die Einbände der Reihe entwarf Emil Preetorius. – 1919 gründete Christian Heinrich Kleukens zusammen mit Rudolf G. Binding die »Kleukens-Presse« in Nieder-Ramstadt bei Darmstadt und übernahm bald darauf auch wieder die Leitung der Ernst Ludwig Presse, die der Verleger Kurt Wolff vorübergehend gepachtet hatte. Für ihn wurden innerhalb von drei Jahren die zehn »Stundenbücher« gedruckt. Es finden sich Gedichtbände eigener Autoren (Trakl, Tagore, Jammes, Werfel) neben Texten von Goethe, Eichendorff, Mörike, Hölderlin u. a. – Schönes Exemplar.

18 :12 cm. [2], 43, [7] Seiten. – Gelenke kaum merklich berieben.

Stürz 27. – Göbel 506. – Ritzer 1983 2.4. – Raabe/Hannich-Bode 304.5

258  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Lieder.

€ 300

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher 2. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. [4], 135, [9] Seiten.

Stürz 28. – Göbel 469. – Rodenberg 77, 2. – Schauer II, 64

259  Ernst Ludwig-Presse – Francis Jammes. Die Gebete der Demut.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 4. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Tadellos.

18,3 : 12,2 cm. [48] Seiten. – Widmung auf Vorblatt.

Stürz 30. – Göbel 533. – Rodenberg 77, 4. – Schauer II, 64

260  Ernst Ludwig-Presse – Joseph von Eichendorff. Lieder.

€ 400

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Stundenbücher 5. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. [2], 78, [8] Seiten. – Einige Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Stürz 31. – Göbel 525. – Rodenberg 77, 5. – Schauer II, 64

261  Ernst Ludwig-Presse – Eduard Mörike. Gedichte.

€ 400

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung.

Stundenbücher 6. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Schönes Exemplar.

18,6 : 12,6 cm. 66, [6] Seiten. – Besitzeintrag vom Titelblatt getilgt.

Stürz 32. – Göbel 538. – Rodenberg 77, 6. – Schauer II, 64

262  Ernst Ludwig-Presse – Matthias Claudius. Gedichte des Wandsbecker Boten.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 7. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 86, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Stürz 33. – Göbel 524. – Rodenberg 77, 7. – Schauer II, 64

263  Ernst Ludwig-Presse – Ludwig Hölty. Gedichte.

€ 500

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 8. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 84, [8] Seiten. – Obere Ecken mit ganz schwachem kleinem Knick.

Stürz 34. – Göbel 572. – Rodenberg 77, 8. – Schauer II, 64

264  Ernst Ludwig-Presse – Franz Werfel. Arien.

€ 400

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 9. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck von Christian Heinrich Kleukens, gedruckt in Rot und Schwarz auf Bütten. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 40, [8] Seiten. – Deckel mit schwacher Druckspur.

Stürz 35. – Göbel 587. – Rodenberg 77, 9. – Schauer II, 64

265  Ernst Ludwig-Presse – Friedrich Hölderlin. Gedichte.

€ 500

München, Kurt Wolff 1922. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 10. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Sehr schönes Exemplar. – Der abschließende zehnte Band der Reihe.

18,5 : 12,7 cm. 88, [8] Seiten.

Stürz 36. – Göbel 571. – Rodenberg 77, 10. – Schauer II, 64

266  Ernst Ludwig-Presse – Ch[ristian] H[einrich] Kleukens. Die Fabel vom Wind

€ 300

und andere Fabeln. [Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli] 1923. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel, vergoldeten Stehkantenfileten und Kopfgoldschnitt.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 250). – Gedruckt auf Einhorn-Bütten. – Die Kleukens-Fabeln wurden in »einer neuen eigenartigen Schrift, der Judith-Type« gedruckt (Julius Rodenberg). Jede Seite wurde in der von Christian Heinrich Kleukens entworfenen Schrift von Oskar Becker in Holz geschnitten.

19,0 : 14,5 cm. [20] Seiten. – Schnitt gering stockfleckig.

Stürz 52. – Rodenberg 80. – Schauer II, 65

267  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Balladen.

€ 300

Darmstadt, Kleukens 1924. Originalpergamentbad mit vergoldetem Rückentitel, vergoldeten Stehkantenfileten und Kopfgoldschnitt (signiert: E. Rehbein).

Eins von 500 Exemplaren. – Breitrandiger Handpressendruck in Rot und Schwarz, gesetzt aus der Kleukens Antiqua. – Titel und Initialen zeichnete H. Schreiber. – Einer der wenigen Drucke der Presse, die Christian Heinrich Kleukens unter eigenem Namen verlegte. – Mit Exlibris C. A. Kleukens.

19,4 : 13,2 cm. 89, [5] Seiten. – Exlibris.

Stürz 55

268  Ernst Ludwig-Presse – Shakespeare’s Works.

€ 800

Band I [bis] VII. Darmstadt 1925–1931. Originalhalbpergamentbände mit vergoldeten Deckelvignetten und Rückentiteln sowie Kopfgoldschnitt. Jeweils im Schuber.

Eins von 250 (Band VII nur 200) Exemplaren, davon 100 für den Kreis der Freunde der Ernst Ludwig-Presse, 150 für den Vertrieb durch den Insel-Verlag. – Breitrandig gedruckt auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Englischer Text aufgrund der Textrevision von Friedrich Brie. – I. The Poems. 1925. – II. Troilus and Cressida. Romeo and Juliet. 1927. – III. Macbeth. Julius Caesar. Timon of Athens. 1927. – IV. Antony and Cleopatra. Coriolanus. 1928. – V. Othello. Cymbeline. 1928. – VI. Hamlet. King Lear. 1930. – VII. Titus Andronicus. Pericles. Measure for Measure. 1931. – Mit der Widmung für Cobden-Sanderson, »den Drucker des deutschen Faust, in memoriam«. Ursprünglich plante Christian Heinrich Kleukens eine 16-bändige Shakespeare-Monumentalausgabe als Dank der deutschen Buchkünstler an Thomas James Cobden-Sanderson (1840–1922), der in seiner Doves Press sechs Werke Goethes in deutscher Sprache gedruckt hatte. Bis 1931 erschienen aber nur sieben Bände, dann wurde das Projekt eingestellt. – Der typografisch wohl aufwändigste und umfangreichste Druck der Ernst Ludwig-Presse.

29,0 : 19,7 cm. – Ein Schuber nicht original (VI).

Stürz 62. – Rodenberg 499. – Schauer II, 65

269  Ernst Ludwig-Presse – Rudolf G. Binding. Keuschheitslegende.

€ 200

[Darmstadt 1919]. Mit einer handvergoldeten Initiale von Luise Kleukens. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Deckelsignet sowie Kopfgoldschnitt.

Eins von 135 Exemplaren. – Auf handgeschöpftem Bütten. – »Als Sonderdruck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt aus der unveröffentlichten Handschrift […] hergestellt durch C. H. Kleukens.« (Druckvermerk). – Gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua. – Schönes Exemplar, der Einband wohl von Ernst Rehbein.

27,6 : 20,4 cm. 50, [4] Seiten. – Unteres Kapital ganz schwach gestaucht.

Stürz 89. – Rodenberg 80

270  Kleukens Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.

€ 250

Frankfurt am Main 1919. Roter Saffianlederband mit Blindprägung und Kopfgoldschnitt.

Erster Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Auf Japan. – Mit diesem Druck begann die Kleukens Presse ihre Arbeit, an der neben Christian Heinrich Kleukens auch Rudolf G. Binding sowie die schon von der Ernst Ludwig Presse bekannten Buchkünstler Hans Schreiber (Schrift), Ernst Rehbein (Einbände) und der Frankfurter Buchhändler Tiedemann beteiligt waren.

19,1 : 13,0 cm. [2], 181, [3] Seiten. – Gelenke, Bünde und Kapitale minimal berieben.

Rodenberg 103, 1. – Schauer II, 67

271  Kleukens-Presse – Gotthold Ephraim Lessing. Fabeln.

€ 400

Drey Bücher. 1759, 1777 und Anhang. Holzschnitte von Kay H. Nebel. [Frankfurt am Main] 1920. Mit kolorierten Holzschnitten, davon 19 im Text, und drei Initialen. Bordeauxroter Originalmaroquinband; Rückentitel und Fileten blindgeprägt.

Sechster Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 225 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 250). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Die Presse will ›bewußt dem spielerischen, wahllosen, snobistischen, merkantilen, abgegriffenen Gebaren der vielen schaustellenden Sonderdarbietungen entgegentreten, die den Interessen und der Anteilnahme des wahren Bücherfreundes stracks zuwiderlaufen‹.« (Julius Rodenberg).

20,0 : 12,8 cm. [2], 71, [11] Seiten.

Rodenberg 104, 6. – Slg. Achilles 97

272  Kleukens-Presse – Das Evangelium S. Johannis.

€ 200

Letzte Fassung der Übertragung Martin Luthers. Frankfurt am Main, 1920. Mit elf Holzschnitten und einer Holzschnitt-Initiale von Kay H. Nebel. Roter geglätteter Maroquinband; Rückentitel, Fileten auf Rücken, Deckel, Innen- und und Stehkanten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Buchb. Meink · Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Siebter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 200 Exemplaren auf Haesbeek-Bütten (Gesamtauflage 250). – Kay Nebel (1888–1953) wurde 1920 Professor an der Staatlichen Werk-Akademie in Kassel. – Schönes Exemplar.

20,2 : 13,5 cm. 99, [5] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 104. – Schauer II, 67

273  Ratio Presse – Dat Wettloopen twischen den Swinegel un den Haasen

€ 250

up de lütje Haide bi Buxtehude. Eene ole Geschichte up Plattdütsch vertellt von Dr. Willem Schröder. Mit bunte Biller utstafeert von F. W. Kleukens. Darmstadt 1921. Mit 16 kolorierten Lithographien im Text von Friedrich Wilhelm Kleukens. Originalhalbpergamentband mit kolorierter Deckelillustration und vergoldetem Buchschnitt.

Drittes Buch der Ratio Presse. – Eins von 170 Exemplaren, die ersten 30 Exemplare wurden im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Laut Druckvermerk sollten ausschließlich die Exemplare der Vorzugsausgabe koloriert werden.

18,2 : 14 cm. [2], 16, [6] Seiten.

Rodenberg 121, 3. – Schauer II, 66

274  Euphorion – Alexander [Sergejewitsch] Puschkin. Maerchen vom Zaren Saltan.

€ 300y

Uebersetzt von Friedrich Bodenstedt. Berlin, Euphorion 1921. Mit einem Holzschnitt-Doppeltitel und einer -Initiale von F. H. Ehmcke. Dunkelroter Originalkalblederband mit farbigen Lederintarsien und Vergoldung (signiert: Euphorion Einband Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 300 Exemplaren. – Gesetzt aus der Ehmcke-Rustika, gedruckt bei Knorr & Hirth, München. – Auf Zanders-Bütten. – »Bei diesem Einband haben wir versucht, dem Volksmärchen-Charakter der Dichtung gerecht zu werden«. – »Die eigentlich bibliophile Tätigkeit des Euphorion Verlages hat nur gut vier Jahre gedauert: 1920 bis 1924. Es sind in dieser Zeit nicht mehr als 35 Bücher erschienen.« (Horodisch). Seinen Namen erhielt der Verlag in Anlehnung an Goethes »Faust«; Euphorion war der Sohn von Helena und Faust, »die Figur des kompromißlosen Idealisten«.

15,0 : 10,0 cm. [6], 60, [8] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig.

Horodisch 9

275  Handgeschriebene Bücher – Frühlingslieder verschiedener Dichter.

€ 200

Margret Kranz schrieb und schmückte dieses Büchlein im März 1929. Mit elf Aquarellen. Originaler Pergamentband mit aquarellierter Vignette auf dem vorderen und dem kalligraphierten Monogramm der Künstlerin auf dem hinteren Deckel. Im originalen Schuber.

Auf Zanders-Bütten. – Die reizende Handschrift enthält acht Gedichte von Goethe, Mörike, Heine, Hofmannsthal u. a., jedes in Tusche kalligraphiert, meist mit großen Aquarellen verziert. Deren Gestaltung erinnert an die Zeichnungen Rudolf Kochs für das berühmte »Blumenbuch«, das ebenfalls 1929 in der Mainzer Presse erschien. – Margret Kranz (1888-1973) lebte und arbeitete im hessischen Butzbach. – Mit Exlibris Tet Arnold von Borsig (1888–1973). Der Sohn des Lokomotivbau-Unternehmers entwickelte schon während seines Studiums künstlerische Ambitionen. Er war mit vielen Personen des späteren Widerstands befreundet. Nachdem er 1933 Deutschland verlassen hatte, machte er sein Hobby des Fotografierens zum Beruf.

28,0 : 20,3 cm. [16] Seiten.

276  Hildegard Hudemann – Hans im Glück.

€ 150

Ein Märchen von Gebrüder Grimm. Zeichnungen von Hildegard Hudemann. [Hamburg], Athos Script, ohne Jahr. Kalligraphie mit kolorierten Zeichnungen. Originalhalbleinenband.

Unikatbuch. – Durchgehend sehr fein kalligraphierter Text, alle Versalien zweifarbig. – Die Handschrift des Grimmschen Märchens wurde entzückend und regelrecht liebevoll mit Bordüren und Illustrationen geschmückt. – Hildegard Hudemann (1914– 2005), Malerin, Graphikerin und Illustratorin in Hamburg gestaltete und illustrierte etliche Bücher, vornehmlich Beschreibungen ihrer norddeutschen Heimat.

25,0 : 21,0 cm. [16] Seiten.

277  Hesperos-Drucke – Wilhelm Hauff. Die Bettlerin vom Pont des Arts.

€ 2500

München, Hesperos [1921]. Mit 24 aquarellierten Tuschfederzeichnungen und 22 Radierungen von Carl Rabus, alle signiert. Originalschweinslederband mit Blindprägung nach Entwurf des Künstlers, Kopfschnitt vergoldet (A. Köllner, Leipzig).

Unikale Variante des zwölften Hesperos-Druckes. – Laut Druckvermerk »Privatdruck in einem Exemplar«. – Der Band enthält zwei alternative Vorzeichnungen für die Einbandgestaltung und zweimal elf »Paare« der aquarellierten Vorzeichnungen und Radierungen, einschließlich des Titelblatts. Er vereint die eigentliche Buchausgabe (Text und Radierungen) mit einer weiteren Folge »nach einer zweiten Auffassung« und zudem alle Vorzeichnungen. Die Radierungen, die schließlich für den 12. Hesperos-Druck verwendet wurden, erinnern in ihren etwas gefälligeren Entwürfen an Arbeiten von Hugo Steiner-Prag. Die als Suite hier nachgebundene zweite Folge zeigt hingegen den Carl Rabus, den man z. B. als Illustrator der Zeitschrift »Orchideengarten« kennt: expressiv und gespenstisch-düster. Mag sein, dass Rabus diese Fassungen bevorzugte und seine Entwürfe nach der gegenteiligen Verlegerentscheidung bewahren wollte. – Carl Rabus (1898–1983) stellte bereits 1919 in den führenden Galerien aus: Goltz, Thannhauser, Sturm. Er arbeitete für verschiedene Zeitschriften, neben dem »Orchideengarten« auch für »Jugend«, »Querschnitt« und »Eulenspiegel«. – Rodenberg erwähnt einen Privatdruck in drei Exemplaren mit den Radierungsvarianten, das Exemplar mit den Vorzeichnungen war ihm unbekannt. – Die Vorzeichnungen auf dünnem Papier und auf Kartonblätter montiert, die Radierungen und der Text auf Bütten. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher, gedruckt bei der Mandruck AG. – Der schöne Handeinband mit ornamentaler Blindprägung, Spiegel und Vorsätze aus farbig bedruckter Seide.

28,7 : 20,8 cm. 167, [5] Seiten, 3 Blätter, zusammen 46 Tafeln. – Leder mit leichtem Weißschleier, Vorsatzblatt rückseitig mit Sammlerstempel.

Vgl. Rodenberg 403, 12 und Sennewald 21,2

278  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zehn Lieder.

€ 300

Berlin 1916. Originalpergamentumschlag mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Erster Daphnis-Druck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Druck in Blau, Grün und Schwarz auf Kaiserlich Japan. – Satz aus einer Type von Schoeffer von Gernsheim. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Alfred Hoennicke (1878–1955) schuf »Pressendrucke im besten Sinne dieser Bezeichnung […] weitgehend unter Verzicht auf industrielle Techniken, meistens auf der Handpresse gedruckt […]« (Arnulf Backe). Ein Drittel aller seiner Publikationen verwendet Texte des Weimarer Dichterfürsten. Verwunderlicher Weise widmete Georg K. Schauer dem Buchinitiator Hoennicke gerade einen knappen Satz.

20,2 : 15,4 cm. [2], 14, [4] Seiten.

Backe 1. – Rodenberg 322, NF 1 (der die Drucke der ersten und der Neuen Folge vertauscht auflistet)

279  Alfred Hoennicke – Goethes Sonette.

€ 250

Berlin 1917. Lose Doppelseiten in Originalumschlag mit Buntpapierdeckelbezug.

Dritter Daphnis-Druck. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Kaiserlich Japan. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck aus dem Jahr 1650. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Titel und Initialen zeichnete Hans Volkert, gedruckt in Rot und Gold. – Schönes Exemplar.

23 : 17 cm. 23, [1] Seiten.

Backe 8. – Rodenberg 322, 3 (irrtümlich unter N.F.)

280  Alfred Hoennicke – Goethes Sonette.

€ 250 ( R7 )

Berlin 1917. Originalpergamentband mit vergoldeten Fleurons und Deckelkantenfileten, Rückentitel und Buchschnitt ebenfalls vergoldet. Im modernen Schuber.

Dritter Daphnis-Druck. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Kaiserlich Japan. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck aus dem Jahr 1650. – Titel und Initialen zeichnete Hans Volkert, gedruckt in Rot und Gold. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Sehr schönes Exemplar, in dieser Einbandvariante selten.

23 : 17 cm. 23, [1] Seiten.

Backe 8. – Rodenberg 322, 3 (irrtümlich unter NF)

281  Hoennicke-Drucke – Ossian / Goethe. Die Gesänge an Selma.

€ 450

Berlin 1917. Dunkelgrüner Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung (Daphnis-Binderei, O. Herfurth). In der Originalkassette mit lithographiertem Bezugspapier und Deckelschild.

Vierter Daphnis-Druck. – Eins von 80 Exemplaren. – Goethes Übertragungen wurden aus einer französischen Renaissance-Type (N. P. Gandos) gesetzt und bei Drugulin, Leipzig, in Grün und Schwarz auf »Kaiserlich Japanpergament«-Papier gedruckt. – Der Einband mit vergoldeten Fileten, Punzlinien, Fleurons und Kopfschnittvergoldung. – So tadellos erhalten wohl nahezu unauffindbar.

17,2 : 23,8 cm. [28] Seiten.

Backe 9. – Rodenberg 322, 4 (irrt. unter N. F.)

282  Alfred Hoennicke – Reise der Söhne Megaprazons.

€ 300 ( R7 )

Fragmente von Goethe. Mit Kupferstichen Berlin 1920. Mit sechs signierten Kupferstichen von Fritz Janowski. Moderner marmorierter Pappband, schwarz-goldenes Rückenschild. Im Schuber.

Eins von 50 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 60). – Die Radierungen wurden in Grün gedruckt. – Gedruckt von Alfred Hoennicke bei Otto von Holten, also noch auf fremden Pressen. – Nicht von ungefähr erinnert die Typographie (Schwabacher von Egenoff, Fisch-Zierstück) an Behmers »Von dem Fischer un syne Fru«, das man bei Otto von Holten im gleichen Jahr druckte. – Innen, wie auch der neue Einband, tadellos erhalten.

21,0 : 14,2 cm. 35, [1] Seiten. 6 Radierungen.

Backe 30. – Rodenberg 325

283  Alfred Hoennicke – Nikolaus Lenau. Schilflieder

€ 400

Mit 5 Radierungen und einem Titelkupfer von Hans Volkert. München, Alfred Hoennicke 1919. Sechs signierte Radierungen, alle unter Passepartout, in Originalhalbpergamentmappe mit Deckelschild (signiert: Daphnis-Binderei O. Herfurth).

Dapnis-Druck, erster Druck der Stern-Presse. – Eins von 50 Exemplaren. – Den Gedichtzyklus »Schilflieder« edierte Hoennicke mehrfach in ganz unterschiedlichen Gestaltungen. Hier wurden die Texte gemeinsam mit ornamentalen Bordüren und romantischen, die Natursymbolik widerspiegelnden Illustrationen als Radierungen gedruckt. – Hans Volkert (1878–?) Maler, Graphiker und Medailleur studierte in Hamburg und München, er gilt als Vertreter des Jugendstils und der Romantik. 1914 arbeitet er für Rudolf Steiner als Kulissenmaler für dessen Mysteriendramen. – Tadellos schönes Exemplar.

18,0 : 13,5 cm (23,0 : 17,5 cm). – Mappenflügel mit Monogrammstempel.

Backe 34

284  Alfred Hoennicke – Wolfgang von Goethe. Rikchen.

€ 250

Zehn Liebes-Gedichte 1770–71. Berlin 1921. Mit Buchschmuck von Fritz Janowski. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Eins von 100 Exemplaren. – Als Handschrift für Freunde von Alfred Hoennicke herausgegeben. – Druckvermerk vom Künstler nummeriert und signiert. – Auf Schreibbütten von van Gelder Zonen. – »Vom Radierer Fritz Janowski, Charlottenburg, geschrieben und verzieret«: Nach der handgeschriebenen Fassung wohl lithographisch gedruckt, die Initialen und kleiner Zierstücke koloriert. – Die nach dem Wohnort von Rikchen benannten »Sessenheimer Lieder« entstanden während seiner kurzen aber leidenschaftlichen Liaison mit der Pfarrerstochter Friederike Elisabeth Brion und begründeten Goethes Ruf als Lyriker.

19,8 : 14,8 cm. 1 leeres Blatt, 9 Blätter.

Backe 48. – Rodenberg 326

285  Alfred Hoennicke – Paul Verlaine. Schäferfeste.

€ 250

Berlin 1921. Originalpappband mit floralem Buntpapierbezug (signiert: Daphnis-Binderei).

Eins von 60 Exemplaren, hier ohne Nummerierung. – Alfred Hoennicke kreierte innerhalb seiner Drucke verschiedene, meist kurzlebige Reihen. Von den Drucken »Die Unsterblichen« erschien gar nur dieser erste und einzige. – Übertragung von Wolf von Kalckreuth. – Satz aus der Renaissance-Kursiv. – Auf Einhorn-Bütten von Zanders. – Titel, Initialen und Schlussvignette in Grün gedruckt. – Schönes Exemplar, selten. – Der Einband mit dem Stempel »Daphnis-Binderei«.

20,0 : 15,0 cm. 15, [1] Seiten, je 2 leere Vor- und Nachblätter. – Vorderer Vorsatz im Falz leicht gebräunt.

Backe 52. – Rodenberg 326

286  Hundertdrucke – Die histori von herren Tristrant und der schönen Isalden von irlannde.

€ 300

München, Hans von Weber 1909. Brauner Originalholzdeckellederband mit abgeschrägten Kanten und Metallschließen. Deckel und Rücken mit reicher Blindprägung, Stempeln und Streicheisenlinien.

Erster Druck für »Die Hundert«. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus Huttlerschen Frakturschriften, gedruckt auf handgeschöpftem Büttenpapier. – Die Originaltypen der ersten Ausgabe von 1484 fand von Weber im Lagerbestand der Druckerei Manz. Von diesen alten Matern wurde der Neusatz reproduziert und in der Offizin der Verlagsanstalt gedruckt. – Die Wiedergabe der 60 Holzschnitte aus der ältesten Ausgabe der Tristanerzählung von 1484 erfolgte in Originalgröße. – Einband wie bei Vergleichsexemplaren wahrscheinlich von Carl Sonntag jun., Leipzig. – Hans von Weber ließ den Subskribenten seiner Hundertdrucke bei der Wahl der Buchbinder freie Hand. Auch wenn er besonders den Leipziger Carl Sonntag empfahl, finden sich – und dies macht einen besonderen Reiz für Sammler aus – zahlreiche andere namhafte Vertreter der Buchbinderzunft.

20,5 : 15,2 cm. [386] Seiten. – Kanten und Bünde schwach berieben, Ecken leicht bestoßen. – Vorsatzpapier mit Leimschatten.

Rodenberg 410

287  Hundertdrucke – Her Walther von der Vogelweide.

€ 300

Die Lieder […] nach der Ausgabe Karl Lachmanns. München, Hyperion 1910. Brauner Originalecrasélederband. Deckelvignette, Fileten auf Rücken, Deckel-, Steh- und Innenkanten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Zweiter Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Gotisch von William Morris. – Gedruckt auf Hundertbütten in der Offizin W. Drugulin, Leipzig. – Aus der Bibliothek des Literaturwissenschaftlers und Schriftstellers Ernst Bertram (1884–1957) und mit dem Nachlass-Stempel seines Lebensgefährten Ernst Glöckner (1885-1934), den er 1906 während seiner Bonner Studienzeit kennengelernt hatte. Bertram gewann durch ihn Kontakt zum Kreis um Stefan George, auch war er eng mit Thomas Mann befreundet, was Glöckner als George-Verehrer missbilligte. Bertram übernahm die Pa­tenschaft für Thomas Manns Toch­ter Eli­sa­beth. Den Paten be­schreibt Mann im »Ge­sang vom Kind­chen« (1919) durch­aus mit Sym­pa­thie: »Der an­häng­li­che Freund, im wohl­ge­schnit­te­nen Geh­rock, bür­ger­lich vor­nehm, ein we­nig alt­frän­kisch, der deut­sche Ge­lehr­te und Po­et, voll kind­lich ar­ti­gen Frohmuts, jedoch dem Lei­den ver­traut, dem Geis­te en­ger ver­bun­den durch Krank­heit, die ihm dem Le­ben ver­mählt und periodisch ihn martert.« – Nach dem frühen Tod seines Lebenspartners verblieb das Buch in Bertrams Besitz. Auf die leeren Vor- und Nachblätter schrieb er zwölf Gedichte, die er mit »Aus der Folge ›Denkmal Herrn Walther 1925/1939« betitelte. – Auf dem Vorblatt eine Widmung von Frau C. von Wäthen, Düsseldorf 1922, und ein weiterer Schenkungsvermerk Bertrams, für seinen Patensohn, datiert 1946.

28,3 : 19,4 cm. [III]-CXLVII, [7] Seiten. – Vorsatzblätter mit schmalem Leimschatten.

Rodenberg 410. – Schauer II, 60 (mit Abbildung)

288  Hundertdrucke – Gassenhawerlin. – Reutterliedlin.

€ 300

– Nach der im Jahre 1535 zu Frankfurt am Main bei Christian Egenolff erschienenen ersten Ausgabe herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus. München, Hyperion 1911. Brauner Schweinslederband mit ornamentaler Blindprägung (signiert: K. Ebert München).

Neunter und Zehnter Druck für die Hundert. – Vorliegendes das Exemplar des Verlegers der Hundertdrucke, laut Druckvermerk gedruckt für Hans von Weber. – Gesetzt aus Egenolffschen Schriften. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Druckvermerke in Rot gedruckt. – Beiliegend: Die Bücher der Hundert. Bibliographische Anmerkungen. II: Gassenhawerlin · Reutterliedlin. – Mit dem Beiheft »Bibliographische Anmerkungen« des Herausgebers zur Editionsgeschichte der frühen Stimmhefte. – Gassenhauer und Reiterlieder entstanden im 16. Jahrhundert aus dem Minnesang. Als Gassenhauer bezeichnete man zunächst einen zu nächtlicher Stunde das Pflaster Tretenden, später auch die Lieder, die auf allen Gassen gesungen werden.

19,5 : 14,5 cm. [8], [76] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig.

Rodenberg 411. – Schauer II, 60

289  Hundertdrucke – Giovanni Boccaccio. Der Decamerone.

€ 1200

Deutsch von Heinrich Conrad […] Mit den Kupfern und Vignetten von Gravelot, Boucher und Eisen der Ausgabe von 1757. Erster [bis] Fünfter Band. München und Leipzig, Georg Müller und Hans von Weber [1912–13]. Mit 110 Heliogravüren und zahlreichen Textvignetten. Dunkelrote Originalecrasélederbände mit reicher Vergoldung (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe für die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert« auf Van Gelder-Velin mit dem Wasserzeichen der »Hundert«. – Weitere 100 Vorzugsexemplare wurden auf Bütten mit dem Boccaccio-Wasserzeichen gedruckt. – Die schönen Gravüren nach den Originalkupfern der Ausgabe von 1757–1761 druckte Obernetter, München. – So schön sehr selten.

20,8 : 13,2 cm. Zusammen etwa 1300 Seiten. – Rücken minimal aufgehellt. Gelenke kaum merklich berieben. – Vorsätze mit schmalem Leimschatten.

Hayn/Gotendorf IX, 72. – Schauer II, 54 (mit Abbildung). – Nicht bei Rodenberg

290  Hundertdrucke – Lieder der alten Edda.

€ 300

Deutsch durch die Brüder Grimm. München, Hyperion 1912. Originalecrasélederband mit vergoldeter Deckelvignette, Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

Elfter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus »den Typen des Henric Lettersnider aus dem Ende des xv. Jahrhunderts«. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Schönes Exemplar.

19,2 : 14,2 cm. 151, [1] Seiten. – Rücken verfärbt. – Hinterdeckel mit winziger Fehlstelle in der Lederepidermis.

Rodenberg 411, 11. – Schauer II, 60

291  Hundertdrucke – Blumm vnd Außbund Allerhandt Außerlesener Weltlicher, Züchtiger Lieder vnd Rheymen,

€ 400

Welche bey allen Ehrlichen Gesellschaften können gesungen, vnd auff allen Instrumenten gespiellt werden. (Liederbuch des Paul von der Aelst, herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus). München, Hyperion 1912. Graugrüner Maroquinband mit vergoldeter Deckelvignette, Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: E. Ludwig, Frankfurt a/M.).

14. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt in einer Fraktur des 18. Jahrhunderts, vermutlich von William Cupy. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die erste Ausgabe des Liederbuches erschien 1602 in Deventer. – So bekannte Lieder wie beispielsweise das »Heideröslein« von Johann Wolfgang von Goethe gehen auf Texte dieser Sammlung zurück. – Ohne das bibliographische Beiheft.

19,3 : 14,8 cm. 422, [2] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 412. – Schauer II, 60

292  Hundertdrucke – Jörg Wickram. Das Rollwagenbüchlin.

€ 400

Ein neüws, vor vnerhörts Büchlein, darinn vil guter schwenck vnd Historien begriffen werden, so man in schiffen vnd auff den rollwegen, deßgleichen in scherheüseren vnnd badstuben, zu langweiligen zeiten erzellen mag […] an tag bracht vnd zusamen gelesen durch Jörg Wickrammen, Stattschreiber zu Burckhaim, Anno 1555. München, Hyperion 1913. Brauner Schweinslederband mit blindgeprägten Vignetten und Fileten (signiert: Oskar Blenkner, Emmendingen i. B.).

15. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus einer Schwabacher der Mitte des 16. Jahrhunderts von Christian Egenolff. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Text der Erstausgabe von 1555, erweitert um Zusätze späterer Ausgaben. – Wickrams Schwänke schildern pointiert den Alltag der Bürger und Bauern in den Umbruchszeiten des frühen 16. Jahrhunderts.

19,3 : 14,5 cm. 264, [16] Seiten.

Rodenberg 412. – Schauer II, 60

293  Hundertdrucke – [Gotthold Ephraim] Lessing. Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück.

€ 400

Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. München, Hans von Weber 1913. Dunkelblauer Maroquinband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Lederkanten.

17. Druck für »Die Hundert«. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Gedruckt von Otto v. Holten, Berlin. – Sehr schönes Exemplar.

28,3 : 19,5 cm. 174, [6] Seiten. – Kleine Buchhändlermarke. Einige Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Rodenberg 412, 17

294  Hundertdrucke – Johann Fischart. Geschichtklitterung I und II. Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung.

€ 600

Von Thaten vnd Khaten der […] Helden vnd Herzen Grandgoschier Gorgellantua und deß […] Fürsten Pantagruel von Durstwelten, Königen in Utopien […] Etwan von M. Frantz Rabelais Frantzösisch entworffen: Nun aber vberschrecklich lustig in einen Teutschen Model vergossen […] Durch Huldrich Elloposcleron. Mit 22 Ur-Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1914–1915. Mit 22 blattgroßen Holzschnitten. Braune Kalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln. Fileten, Rückentitel, das Hundertdruck-Signet auf den Vorderdeckeln und Kopfschnitt vergoldet (signiert: E. Ludwig, Frankfurt a. M.) und Originalhalbleinenmappe mit Hundertdrucksignet.

19. und 20. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren, hier eines der seltenen mit einer Extrasuite der 22 Holzschnitte. – Gedruckt auf Hundertbütten. – 1575 erschien die erste Ausgabe Fischarts »Nachdichtung« des Rabelais’schen »Gargantua«. »Wer seinen Sprachfundus etwas auffüllen will mit originellen Wortbildungen, witzigen Metaphern, derben Anachronismen und ›affentheuerlichen‹ Sprachspielen (mit besonderer Berücksichtigung des Skatologischen), der sollte beim Lesen dieses Werks Augen und Ohren offen, Papier und Bleistift bereit halten. Da wimmelt es nur so von ethymologischen Kostbarkeiten wie ›Pißkachel‹ und ›Bruntzscherbe‹ (Nachttopf), ›Strohfidel‹ (Schlampe), ›Haußhagel‹ (zänkische Ehefrau) – und dem gar zu schönen ›Bettanstand‹ (weibliche Willfährigkeit).« (Frank Schäfer. Rezension zur Eichborn-Ausgabe 1997). – Bücher und Mappe mit Exlibris Lucy Spiegel.

Je 28,3 : 19,7 cm. [8], 195, [1] und [8], 203, [3] Seiten; 22 Holzschnitte.

Rodenberg 412. – Schauer II, 60. – Eyssen 141

295  Hundertdrucke – Christoph von Grimmelshausen. Das wunderbarliche Vogel-Nest.

€ 750

Der Springinsfeldischen Leyerin. Voller Abentheuerlichen, doch Lehrreichen Geschichten, auf Simplicianische Art sehr nutzlich zu lesen ausgefertigt durch Michael Rechulin von Sehmsdorff. Mit zwölf Ur-Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1917. Mit Holzschnitt-Frontispiz und -Schlussvignette sowie zehn Textholzschnitten, davon fünf blattgroßen. Blauer Ecrasélederband mit vergoldeten Innenkantenbordüren, Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch).

23. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Knorr & Hirth, München. – Schlicht-eleganter Einband der Bremer Meisterin, tadellos erhalten.

19,7 : 15,1 cm. 168, [6] Seiten. – Vorblatt mit kleiner Buchhändlermarke. Äußerste Ränder etwas gebräunt.

Rodenberg 412, 23. – Schauer II, 6

296  Hundertdrucke – Friedrich Schiller. Wallenstein.

€ 900 ( R7 )

Ein dramatisches Gedicht. Erster [und] Zweiter Band. München, Hans von Weber (1917–1919). Mit 24 Lithographien von Walo von May im Text und sechs lose beiliegenden von Bruno Goldschmitt. Violette Oasenziegenlederbände mit vergoldeten Deckelvignetten. Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet. Jeweils in späterem Leinenschuber. Mit einer Originalbuntpapiermappe mit Deckelschild.

24. und 25. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren, dieses gedruckt für Carl St. A. Geibel, wohl aus der Leipziger Verlegerfamilie. – Walo von May konnte die Illustrationsarbeiten nicht abschließen, so dass Bruno Goldschmitt weitere sechs Zeichnungen für Band II schuf. »Sie wurden, um die Einheitlichkeit des Werkes nicht zu stören, in einer Mappe beigegeben« (Druckvermerk). – Gesetzt aus der Ehmcke-Fraktur, gedruckt auf Hundert-Velin. – Erstmals wurde hier für einen Hundertdruck das neue, von Thomas Theodor Heine entworfene Verlagssignet Hans von Webers verwendet. – Die Vorderdeckel der prächtigen, leider unsignierten, Handeinbände mit einem lorbeerbekränzten Schwert als Vignette, Hinterdeckel mit einem Lorbeerkranz. – Exlibris (nur in der Mappe) Guidotto Fürst von Donnersmarck (1888–1959).

28,2 : 19,2 cm. [8], 170, [6], 160, [4] Seiten. – Die Rücken gebräunt, Rückenfalz der Mappe verschlissen, sonst sehr gut erhalten.

Rodenberg 413. – Schauer II, 60

297  Hundertdrucke – Das Weimarer Liederbuch.

€ 300

Herausgegeben von Max Adolf Pfeiffer. München, Hans von Weber 1918–1920. Brauner Schweinslederband mit blindgeprägtem Rückentitel (signiert: EM).

28. und 29. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Maximilian-Fraktur von Rudolf Koch. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei Knorr & Hirth, München. – »Dieser wortgetreue Neudruck umfaßt sämtliche Volkslieder-Einzeldrucke des unter dem Namen des Weimarer Liederbuches bekannten, etwa aus dem Jahre 1540 stammenden Mischbandes der Landes-Bibliothek Weimar« (Druckvermerk). – Kopfschnitt vergoldet, sonst unbeschnitten.

19,6 : 15,0 cm. [4], 404, [4] Seiten. – Rücken minimal aufgehellt, Gelenke angeplatzt.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61

298  Hundertdrucke – Wolfram von Eschenbach. Parzival

€ 300

in der Neudichtung von Wilhelm Hertz. München, Hans von Weber 1920–1921. Grüner Kalblederband mit vergoldeter Deckelvignette, Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Herkomer München).

30. und 31. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Maximilian-Fraktur von Rudolf Koch. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei R. Oldenbourg, München.

19,6 : 15,3 cm. [4], 421, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61

299  Hundertdrucke – Hans Sachs. Zwölf Fastnachtspiele.

€ 500

Mit Urholzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1922. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Weißer Schweinslederband im Schuber mit Lederkanten (signiert: K. Ebert, München). Im Schuber mit Lederkanten.

33. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher, gedruckt bei Dietsch & Bruckner, Weimar. – Der rustikale Einband ergänzt die kongeniale Ausstattung der Volksstücke von Hans Sachs mit den derb-drolligen Holzschnitten seines Landsmanns Bruno Goldschmitt. – Sehr schönes Exemplar.

20,3 : 14,5 cm. 226, [6] Seiten. – Rücken minimal verfärbt und kaum merklich berieben.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61. – Sennewald 22,2

300  Hundertdrucke – [Johann] Wolfgang [von] Goethe. Märchen.

€ 450

Drei Märchen: Die neue Melusine. Die smaragdene Schlange. Der neue Paris. Mit Urzinkzeichnungen von G[ustel] Königer. München, Hans von Weber 1922. Mit 27 Textillustrationen. Roter Ecrasélederband mit Rücken-, Fileten- und Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch).

35. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Mörike-Fraktur. – Gedruckt bei Gebr. Klingspor, Offenbach. – Die Mörike-Fraktur, die hier erstmal verwendet wurde, zeichnete Ernst Engel. Gegossen wurde sie bei Gebr. Klingspor, der berühmten Offenbacher Schriftgießerei, die spätestens um 1900 mit dem Eintritt von Karl und Wilhelm Klingspor zu einer der künstlerisch führenden Schriftgießereien und zugleich Druckereien geworden war. »Die schwierigsten Satzprobleme scheinen hier in geistreichen Beispielen spielend gelöst […]« (Ludwig Sternaux, in: »Das Sammlerkabinett«, Heft 3, 1922, zitiert nach Rodenberg, S. 248f.).

19,5 : 14,2 cm. 150, [2] Seiten. – Unterkante des Vorderdeckels mit winziger Schabspur.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61

301  Hundertdrucke – Jacob Frey. Die Garten Geselschafft. Ein New hübsches vnd schimpflichs büchlin […]

€ 450

darinn vil frölichs gespechs, Schimpff reden, Spaywerck vnd sunst kurtzweilig bossen, von Historien vnd Fabulen, gefunden werden. Neulich durch Jacoben Freyen, Stattschreibern zu Maurßmünster, an vilen vnd mancherley orten, zusamen gesucht und colligiert. München, Hans von Weber 1923. Bordeauxroter Maroquinband mit vergoldeter und farbig intarsierter Deckelvignette, Fileten- und Schnittvergoldung (signiert: Oskar Blenkner, Emmendingen i. B.). Im Schuber mit Lederkanten.

37. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher.

19,8 : 14,0 cm. 210, [6] Seiten.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61

302  Hundertdrucke – Hans Carossa. Eine Kindheit.

€ 300

München, Hans von Weber 1923. Preußischblauer Ecrasélederband mit vergoldeten Fileten auf Deckeln, Rücken und Innenkanten sowie Kopfgoldschnitt (signiert: Heyne-Ballmüller).

39. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der »wiederaufgefundenen« Härtel-Fraktur. – Gedruckt bei Breitkopf & Härtel, Leipzig. – Dies war der letzte von Hans von Weber herausgegebene Hundertdruck. Der berühmte Verleger und Mäzen starb im April 1924; sein Sohn Wolfgang setzte die Reihe noch mit fünf Drucken bis 1929 fort.

28,0 : 17,8 cm. 113, [7] Seiten. – Rücken schwach verfärbt. Gelenke oben und unten leicht angeplatzt.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61

303  Hundertfünfzigdrucke – Gerhart Hauptmann. Hanneles Himmelfahrt.

€ 400

Traumdichtung in zwei Teilen. Berlin, S. Fischer, und München, Hans von Weber 1913. Dunkelblauer Maroquinband Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung (signiert: A. Köllner, Leipzig).

Zweiter Druck für die Hundertfünfzig. – Eins von 150 Exemplaren. – Gesetzt aus einer alten Schwabacher. – Gedruckt auf Hundertfünfzig-Velin bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem.

28,7 : 19,6 cm. 71, [5] Seiten. – Rücken an den Bünden minimal berieben.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61

304  Hundertfünfzigdrucke – Henrik Ibsen. Peer Gynt.

€ 200

Ein dramatisches Gedicht. Berlin, S. Fischer und München, Hans von Weber 1913. Weinroter Maroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: Albert Günther, Wien). Im Schuber mit Lederkanten.

Dritter Druck für »Die Hundertfünfzig«. – Eins von 150 Exemplaren. – Auf Velin, gesetzt aus der Deutschen Didot Type. – Gedruckt auf Hundertfünfzig-Velin bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Der Titel wurde in Hellblau gedruckt. – Die kurzlebige Reihe der Hundertfünfzigdrucke entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Berliner Verleger Samuel Fischer. Es erschienen lediglich vier Drucke.

28,4 : 19,5 cm. [8], 191, [5] Seiten.

Rodenberg 414, 3

305  Hundertfünfzigdrucke – Peter Altenberg. Wie ich es sehe.

€ 750

Berlin, S. Fischer und München, Hans von Weber 1913. Originalpergamentband mit braun-goldenem Rückenschild. Deckelvignette, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: H. Fikentscher, Leipzig).

Vierter Druck für die Hundertfünfzig. – Eins von 150 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Tiemann-Kursiv. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin, auf Velin mit dem Doppelsignet beider Verleger. – Die kurzlebige Reihe der Hundertfünfzigdrucke entstand aus der Zusammenarbeit Hans von Webers mit dem Berliner Verleger Samuel Fischer. Es erschienen lediglich vier Drucke.

28,0 : 19,5 cm. [8], 278, [2] Seiten.

Rodenberg 414, CL 4. – Schauer II, 61

306  Insel Verlag – Honoré de Balzac. Die Menschliche Komödie.

€ 200

Deutsche Ausgabe in zehn Bänden. Erster [bis] Zehnter Band. Leipzig, Insel 1923–1925. Mit einer Tafel. Flexible rote Originalmaroquinbände mit Vergoldung.

Dünndruckausgabe. – Übersetzung von Felix Paul Greve u. a. – Mit einer Einleitung von Hugo von Hofmannsthal und einem Essay von Wilhelm Weigand. – Die Haupttitel in Grün gedruckt, die Tafel in Band 1 nach einer Fotografie der Balzac-Büste von Auguste Rodin. – Der schöne Einbandentwurf stammt von Walter Tiemann.

18,7 : 12,3 cm. – Ein Rücken stärker verfärbt.

Sarkowski 70. – Fromm 1408

307  Insel Verlag – Charles Baudelaire. Blumen des Bösen.

€ 750

In deutsche Verse übertragen von Graf Wolf v. Kalckreuth. Leipzig, Insel 1907. Mit illustriertem Titel und sechs Vignetten im Text von Heinrich Wilhelm Wulff. Originalpergamentband. Titel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 850). – Auch der Einbandentwurf stammt von Heinrich Wilhelm Wulff. – Sehr schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe. – Einige Jahre zuvor hatte Stefan George den berühmten Zyklus erstmals ins Deutsche übertragen. – Schönes Exemplar.

19,5 : 14,5 cm. [8], 155, [5] Seiten.

Sarkowski 99. – Fromm II, 2224

308  Insel Verlag – Richard de Bury. Philobiblon

€ 180

das ist der Traktat […] über die Liebe zu Büchern. Erstmalig aus dem Lateinischen in das Deutsche übertragen und eingeleitet von Franz Blei. Leipzig, Insel 1912. Brauner geglätteter Originalschweinslederband, Rückentitel und Deckelvignette blindgeprägt (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Eins von 400 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten. – Die Lobpreisung der Bücher und der Liebe zu ihnen, verfasst von dem englischen Bischof Richard Aungerville. – In Franz Bleis Übersetzung werden die Bücher mit »Brüsten voll der Milch des Lebens«, gar mit dem »Baum des Lebens und dem vierfachen Fluß des Paradieses«, mit Noahs Arche und Jakobs Leiter verglichen. – Mit einer Bibliographie des »Philobiblon«. – Tadellos schön.

21,8 : 15,0 cm. [6], XII, 104, [2], XXIX, [7] Seiten. – Vorsatzblätter mit schmalem Leimschatten.

Sarkowski 262. – Schauer II, 28

309  Insel Verlag – Ein kurtzweilig lesen von Dyl Ulenspiegel

€ 300

gebore uß dem land zu Brunßwick. Wie er sein leben volbracht hatt. XCVI seiner geschichten. [Leipzig, Insel 1911]. Mit 86 handkolorierten Holzschnitten und Initialen. Illustrierter Originalpergamentband mit schwarz geprägten Titeln.

Eins von 100 Exemplaren der kolorierten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 400). – Die Faksimile-Ausgabe wurde nach dem einzig erhaltenen Exemplar des Eulenspiegel-Buches von 1515, das im Britischen Museum in London aufbewahrt wird, hergestellt. Das Papier wurde der Originalausgabe von 1515 nachgebildet. Die fotografische Reproduktion besorgte William Morris’ Drucker Emery G. Walker in London. – Tadelloses Exemplar.

20,3 : 13,8 cm. [258], 39, [1] Seiten.

Sarkowski 432

310  Insel Verlag – Gerhart Hauptmann. Der grosse Traum.

€ 300

Leipzig, Insel 1942. Originalpappband mit vergoldetem Titel. Im Schuber.

Sonderausgabe zum 80. Geburtstag Gerhart Hauptmanns. – Eins von 300 Exemplaren. – In Rot und Schwarz auf unbeschnittenes Bütten gedruckt. – Auf dem Vorsatzblatt eigenhändige Widmung von Anton Kippenberg »Meinem lieben Mitarbeiter, Gotthard de Beauclair, zu Ostern 1943 übereignet!«. Beauclair war seit 1928 Buchgestalter und Herstellungsleiter im Insel-Verlag. 1972 verschenkte er das Buch mit folgender Widmung »Und im Herbst 1972 weitergereicht an Leo Heuter, dem bewährten Bewahrer, Heger und Pfleger«.

28,1 : 19,1 cm. 160, [4] Seiten.

Sarkowski 685

311  Insel Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Die ägyptische Helena.

€ 1200

Oper in zwei Aufzügen. Leipzig, Insel 1928. Roter Originalmaroquinband; Titel, Rückenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Gerhard Prade, Leipzig).

Erster Druck der Mainzer Presse. – Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und im Ganzledereinband (Gesamtauflage 231). – Im Jahr der Erstausgabe und der Uraufführung erschienen. – Handdruck durch Christian Heinrich Kleukens. 1927 wurde der Leiter der Ernst Ludwig-Presse an die von der Stadt Mainz gegründete Presse berufen.

26,3 : 17,6 cm. 95, [5] Seiten. – Rücken minimal aufgehellt, sonst makellos.

Houghton Library Catalogue 16. – Rodenberg 511. – Sarkowski 758

312  Insel Verlag – Navigare necesse est.

€ 400

Eine Festgabe für Anton Kippenberg zum zweiundzwanzigsten Mai MCMXXIV. Leipzig, Insel 1924. Mit sechs Originalgraphiken, drei Faksimiles, zwei Tafeln nach Zeichnungen und einer Musiknotenbeilage. Handgebundener Halbmaroquinbandband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 500 Exemplaren. – Die Festschrift zu Kippenbergs 50. Geburtstag wurde von seiner Frau Katharina herausgegeben. – Mit Radierungen von Marcus Behmer und Georg A. Mathey, Holzschnitten von Walter Tiemann, Frans Masereel und Ludwig von Hofmann und einer Lithographie von Emil Rudolf Weiss. – Textbeiträge von Rudolf Alexander Schröder, Harry Graf Kessler, Peter Jessen, Henry van de Velde u. a.

29,0 : 19,5 cm. 275, [1] Seiten, 6 Graphiken, 6 teils gefaltete Tafeln. – Rücken leicht verblasst, Bünde schwach berieben.

Sarkowski 1186. – Söhn HDOG 271. – Bibliogr. Kippenberg 112. – Sammlung Kippenberg 1785 a. – Rodenberg 291

313  Insel Verlag – Des Knaben Wunderhorn.

€ 750

Alte deutsche Lieder, gesammelt von Achim von Arnim und Clemens Brentano. Erster [bis] Dritter Band. – Kinderlieder. Leipzig, Insel 1910. Drei rote Originalchagrinlederbände mit Rückenschildern und reicher Vergoldung (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

Eins von 50 Exemplaren der seltenen Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 800). – Die Liedersammlung »Des Knaben Wunderhorn« ist das unbestrittene Hauptwerk der Heidelberger Romantik. Die Sammlung enthielt insgesamt 723 Lieder und übertraf vom Umfang her alle früheren Sammlungen dieser Art. Goethe äußerte sich mehrfach lobend, ja überschwänglich zu dieser Sammlung. – Die berühmten gestochenen Titelblätter der Originalausgabe gehen teils auf Vorlagen und Zeichnungen von Clemens Brentano zurück und zeigen unter anderem den reitenden Knaben und das Oldenburger Horn mit dem Heidelberger Schloss. – Eine reizvolle Alternative zur seltenen Originalausgabe.

22,3 : 13,0 cm.

Sarkowski 941

314  Insel Verlag – Friedrich Nietzsche. Ecce Homo.

€ 300

Leipzig, Insel [1908]. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Henry van de Velde. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Deckelsignet, sowie Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Eins von 1100 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1250). – Druck in Braun und Schwarz. – Van de Velde gestaltete alle drei großen Nietzsche-Ausgaben des Insel-Verlages: 1908 zunächst »Ecce homo« und »Also sprach Zarathustra«, 1914 dann die »Dionysos Dithyramben«, allesamt Meilensteine der deutschen Buchkunst am Anfang des 20. Jahrhunderts. – Nietzsches autobiographischer Text (»Wie man wird, was man ist«) erschien in dieser bibliophilen Ausgabe erstmals; aus dem Nachlass herausgegeben von Raoul Richter, der auch das ausführliche Nachwort schrieb. Einige Passagen waren noch zu Lebzeiten Nietzsches vorabgedruckt worden (vgl. KatNr. 560).

24,8 : 19,5 cm. 154, [4] Seiten. – Einband etwas fleckig und an den Ecken berieben. – Ränder etwas angestaubt bzw. im Schnitt gebräunt, leichte Fingerflecken.

Brinks 82. – Weber 49 A. – Sarkowski 1201. – Schauer II, 15. – Schaberg 61 b

315  Insel Verlag – Friedrich Schiller. Sämtliche Werke

€ 400

in sieben Bänden. Leipzig, Insel [1924]. Ziegelrote flexible Originalkalblederbände mit Vergoldung. Zusammen im Schuber.

Nach der sechsbändigen »Großherzog Wilhelm Ernst Ausgabe« erschienen auch Schillers Werke in leicht veränderter inhaltlicher Abfolge und nun in neuer Gestaltung der Titelblätter: Nachdem Eric Gill für die frühen Ausgaben zeichnete, entwarfen nun Anna Simons und Jan Tschichold die Titelschriften. – Enthält: »Dramatische Dichtungen 1–3«, »Gedichte und Erzählungen«, »Philosophische Schriften«, »Historische Werke«, »Kleinere Schriften«. – Der Verlag knüpfte mit diesen, wiederum flexibel in weiches Kalbleder gebunden »handschmeichlerischen« Dünndruckausgaben an den Erfolg der »Großherzog Wilhelm Ernst Ausgaben« an. – Makellos erhalten, so wohl nur noch selten zu finden.

17,6 : 10,8 cm.

Sarkowski 1461

316  Insel Verlag – Adalbert Stifter. Gesammelte Werke

€ 400

in sieben Bänden. [Sechs Bände, Band 7 nicht erschienen]. Leipzig, Insel 1939–1942. Sechs flexible rote Originalmaroquinbände, Deckelvignette, Rücken und Kopfschnitt vergoldet.

Enthält »Studien I und II«, »Bunte Steine. Erzählungen«, »Der Nachsommer«, »Witiko« und »Kleine Schriften«. – Schönes Exemplar der seltenen Lederausgabe.

18,8 : 11,8 cm.

Sarkowski 1665

317  Insel Verlag – Die Erzählungen aus den Tausendundein Nächten. – Erzählungen aus Tausendundein Tag.

€ 400

Frankfurt am Main, Insel 1961–1966. Zusammen sieben blaue und zwei rote flexible Originallederbände mit vergoldeter Rückenverzierung.

I. Vollständige deutsche Ausgabe […] nach dem arabischen Urtext der Calcuttaer Ausgabe. Sechs Bände. 16. und 17. Tausend. 1961. – II. Zum ersten Male aus dem arabischen Urtext der Wortley-Montague-Handschrift der Oxforder Bodleian Library übertragen. Ergänzung zur sechsbändigen Ausgabe. 1966. – III. Orientalische Erzählungen. Vermehrt um andere morgenländische Geschichten. Zwei Bände. – Dünndruckausgaben, tadellos erhalten, in den von Hellmuth Tschörtner neu gestalteten Lederbänden.

18,0 : 11,3 cm.

Sarkowski 1719 B, 1721 und 1725 D

318  Insel Verlag – Emile Verhaeren. Les heures du soir.

€ 300

Leipzig, Insel 1911. Originalhalblederband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel.

Eins von 500 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 550). – Gesetzt aus der Didot-Antiqua und bei Spamer in Leipzig gedruckt. – Einbandentwurf von Henry van de Velde. – Schönes Exemplar.

26,5 : 19,5 cm. 36, [4] Seiten.

Sarkowski 1822. – Brinks, Velde 98

319  Insel Verlag – [Francois Marie Arouet] Voltaire. Candid

€ 450

oder Der Optimismus. Eine Erzählung. Mit 12 Holzschnitten und Initialen von Max Unold. Leipzig, Insel 1913. Mit zwölf blattgroßen Holzschnitten und 29 figürlichen Initialen im Text. Roter Originalmaroquinband mit Rückenschild, Marmorpapiervorsätzen, Rückenvergoldung und Goldschnitt.

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Chinapapier und in Ganzleder (Gesamtauflage 800). – Auch die Initialen wurden von Max Unold gezeichnet und von ihm selbst in Holz geschnitten. – Sehr schönes Exemplar.

21,5 : 15,7 cm. [2], 177, [5] Seiten. – Ecken minimal berieben.

Sarkowski 1851. – Sennewald 13,3

320  Insel Verlag – 43 Verlagsverzeichnisse, Prospekte und Werbezettel aus den ersten Jahrzehnten des Verlages.

€ 250

Leipzig 1899–etwa 1924. Einblattdrucke, Faltblätter und Broschüren, teils illustriert von Heinrich Vogeler, Georg Lemmen u. a. und mit Abbildungen.

Umfangreiche Sammlung mit einigen sehr seltenen Dokumenten. – Bücherveröffentlichungen des Inselverlags (Schuster & Loeffler), Oktober 1900. – Graphische Publikationen, Weihnachten 1900. – Titelverzeichnis unserer Buch- und Kunstpublikationen, 1903. – Erster Gesamtkatalog, 1910. – Die Tätigkeit des Insel-Verlages, Mai 1911. – Liebhaber-Ausgaben, Herbst 1911. – Einladung zur Subskription aus sechs Liebhaber-Ausgaben, März 1913. – Faksimile-Ausgaben, Sommer 1913. – Liebhaber-Ausgaben, Frühjahr 1914. – Werbung für einzelne Titel, darunter Boccaccios Dekameron, Zeitschrift »Die Insel«, Vogelers »Dir« (1899), das Faksimile der Gutenberg-Bibel (1910) und 30 weitere, teils ehemals als Beilagen und Lesezeichen. – Meist gut erhalten.

321  Insel-Bücherei – Rundschreiben des Insel-Verlages über die von ihm zu begründende Insel-Bücherei.

€ 500

Verlagswerbung, Doppelblatt. Leipzig, Insel 1912.

In Rot und Schwarz gedruckt bei Breitkopf & Härtel, Leipzig. – Sehr seltenes und frühes Dokument, weder im Insel-Archiv noch in der Deutschen Nationalbibliothek nachweisbar. – Wohl die erste öffentliche Ankündigung der erfolgreichsten Buchreihe der deutschen Verlagsgeschichte. Das vorliegende großformatige Faltblatt war wohl für den Buchhandel und dessen Kundschaft gedacht. Es enthält den programmatischen Text, eine Titelliste und Angaben zu Preisen. »Die Insel-Bücherei soll unsere gesamte Verlagstätigkeit widerspiegeln. […] Am besten wird die Tendenz des Unternehmens durch Nennung der ersten 12 Bände umschrieben, die Anfang Juni erscheinen sollen […] Wir hoffen, daß der Erfolg des Unternehmens uns ermöglichen wird, es in rascher Folge fortzusetzen. In dem oft geschüttelten Sieb ist Stoff erlesener Art für unbeschränkte Zeit geblieben«. – Am 23. Mai 1912 kündigte der Verlag die Insel-Bücherei im »Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel« an. – Nach mehr als 100 Jahren erscheint die Reihe in fast unveränderter Form.

32,4 : 22,4 cm. [4] Seiten. – Vormals gefaltet, an den Falzen durchgerissen und mit kleinen Randverlusten. Fachkundig restauriert und stabilisiert.

Vgl. Käster, Insel-Bücherei, Seite 7

322  Insel-Bücherei – Zwei Lederbändchen.

€ 250

Leipzig, Insel 1913. Grüner bzw. roter Originalkalblederband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

I. Jens Peter Jacobsen. Mogens. Erweiterte Ausgabe, 15. – 25. Tausend. Inselbücherei 11 [1B]. – I. Ricarda Huch. Lebenslauf des heiligen Wonnebald Pück. Erste Auflage. Inselbücherei 58.

18,5 : 12,0 cm. – Beide minimal berieben, II am Unterrand leicht wasserrandig.

323  Insel-Bücherei – Historie eines edeln Fürsten Herzog Ernst von Bayern und von Österreich.

€ 400

Leipzig, Insel [1913]. Mit 31 kolorierten Abbildungen nach alten Holzschnitten. Originalpappband mit kolorierter Deckelvignette.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe von Inselbändchen 71, auf Bütten und mit den kolorierten Abbildungen. – Gedruckt nach der Augsburger Ausgabe von 1480. – Sehr schönes Exemplar.

18,8 : 12,5 cm. 121, [1] Seiten.

Kästner IB 71 [1]

324  Insel-Bücherei – Felix Timmermans. Das Tryptichon

€ 500

von den Heiligen drei Königen. Übertragen von Anton Kippenberg. Leipzig, Insel 1923. Mit sieben Illustrationen und drei figürlichen Initialen nach Zeichnungen des Verfassers. Originalhalbleinenband mit schwarz-goldenem Deckelschild.

Eins von 250 Exemplaren der sehr seltenen Vorzugsausgabe von Inselbändchen 362, »auf Büttenpapier abgezogen und den Freunden des Insel-Verlages […] auf den Weihnachtstisch gelegt«. – Die eigentliche Auflage erschien erst 1924.

18,5 : 12,5 cm. 47, [5] Seiten. – Vorsatzblatt mit dezentem Besitzvermerk, zwei Seiten mit kleinem Monogrammstempel.

Kästner, IB 362

325  Insel-Bücherei – Rainer Maria Rilke. Der ausgewählten Gedichte

€ 300 ( R7 )

erster [und] anderer Teil Berlin, Insel 2017 und 2016. Zwei Originalpappbände.

Insel-Bücherei 400 und 480. – 46. bzw. 32. Auflage. – Je eins von zehn Exemplaren der 2018 edierten Karl-Georg Hirsch-Sonderausgabe B, die nicht in den Handel kamen. – Beide Bände mit einem beigelegten zweifarbigen Holzstich, signiert, datiert, nummeriert und betitelt, und einer zusätzlichen Bleistiftzeichnung auf dem Vorblatt bzw. Vortitel.

18,5 : 12,0 cm. – Makellos.

326  Insel-Bücherei – John Heartfield. Fotomontagen aus den Jahren 1924 bis 1944.

€ 15000

Herausgegeben von Roland März. Leipzig, Insel 1978. Mit 30 ganz- und einer doppelseitigen Abbildung. Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild und orangefarben gemustertem Bezugspapier.

Eins von nur zwei (!) Exemplaren. – Innerhalb der Inselbücherei existieren, mehr oder weniger bekannt, sehr seltene Ausgaben. Die meisten davon sind die sogenannten »kriegszerstörten« Bände, etwa ein Dutzend Titel, die bei einem Bombenangriff auf Leipzig 1943 im Insel-Lager und in Druckereien und Buchbindereien vernichtet wurden, darunter der legendäre Band 313 [2] »Gedichte des deutschen Barock«. Der Grund für die annähernde »Nicht-Existenz« des vorliegenden Bändchens 1023 ist sehr viel banaler: Nach Ausdruck der Auflage (25.000 Exemplare) und der Bindung einiger Vorab-Exemplare (sogenannter »Aushänger«) zur Prüfung, erhoben die Witwe des Künstlers und der Herausgeber überraschend Einspruch gegen die Retuschen und die in Grautönen gedruckten Abbildungen, die den Werkstattcharakter der Klebevorlagen »verfälschen« würden. »Die Buchbinderei wurde daraufhin angewiesen, die Rohbögen zu makulieren und ging dabei mit einer derart DDR-untypischen Eile zu Werke, daß der wenig später ›vor Ort‹ eintreffende ehemalige Herstellungsleiter, Hans-Joachim Walch, schon nichts mehr retten konnte. Es verblieben die wenigen [nach neuesten Nachforschungen Herbert Kästners nur zwei] Signalexemplare, die im Verlag von Hand in die vorbereiteten Einbanddecken eingehängt wurden.« (Herbert Kästner, in: Mitteilungen für Freude der IB, Nummer 8, Seiten 37ff.) – Eins der beiden Exemplare befand sich im Besitz von Hans-Joachim Walch (1927–1991), von Herbert Kästner aus dessen Nachlass erworben. – Mit dem kolorierten Herfurth-Holzstich-Exlibris »Insel-Bücherei Herbert Kästner«.

18,5 : 12,0 cm. [4], 54, [2] Seiten. – Gelenke minimal berieben.

Vgl. Jenne II, 533 (Abb. 1419/1420)

327  Insel-Bücherei – Ernst Büchner. Versuchter Selbstmord mit Stecknadeln.

€ 250 ( R7 )

Herausgegeben von Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz. Berlin, Insel 2013. Originalpappband.

Insel-Bücherei 1372. – Erste Buchausgabe nach dem Erstdruck von 1823. – Eins von nur 15 Exemplaren der 2015 edierten Karl-Georg Hirsch-Sonderausgabe A, die nicht in den Handel kamen. – Mit einer beigelegten Tuschzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich, beide signiert, datiert und betitelt, sowie einer weiteren Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt.

18,5 : 12,0 cm.

328  Insel-Bücherei – Marie von Ebner-Eschenbach. Aphorismen.

€ 250 ( R7 )

Ein ganzes Buch – ein ganzes Leben. Berlin, Insel 2016. Mit einem Porträt. Originalpappband.

Insel-Bücherei 1414. – Exemplar der Karl-Georg Hirsch-Sonderausgabe A, von der 25 nicht für den Handel bestimmte Exemplare erschienen. – Beigelegt sind eine Tuschfederzeichnung und ein zweifarbiger Holzstich, beide signiert, datiert und betitelt, der Holzstich »nummeriert« mit »e.a.« – Mit einer weiteren Bleistiftzeichnung auf dem Vortitelblatt.

329  Johannespresse – Das Buch Ruth.

€ 400

[Zürich, 1920]. Mit Titelvignette und vier Initialen, alle handgemalt und vergoldet. Pergamentband mit Kopfgoldschnitt.

Dritter Druck der Johannespresse. – Eins von nur 20 Exemplaren der einmaligen Auflage mit den handvergoldeten und handgemalten Initalen. – In der Übertragung der Zürcherbibel. – Aus der Ehmcke-Antiqua gesetzt und von Hans Vollenweider auf der Handpresse auf Zanders-Bütten gedruckt.

28,9 : 22,8 cm. 29, [5] Seiten. – Einband schwach fleckig. Ränder und Ecken leicht berieben.

Rodenberg 420, 3

330  Johannespresse – Conrad Ferdinand Meyer. Gedichte.

€ 300

Zürich, Orell Füssli 1926. Roter Ecrasélederband mit reicher Filetenvergoldung und Kopfgoldschnitt. Im Schuber mit Lederkanten.

Vierter Druck der Johannespresse. – Eins von 300 Exemplaren auf Zanders-Bütten.

28,8 : 20,5 cm. 413, [11] Seiten. – Rücken schwach verfärbt und minimal fleckig.

331  Maximilian-Gesellschaft – Einladung zum Eintritt in die Maximilian-Gesellschaft.

€ 300

Berlin Pfingsten 1912. Originalpergamentbroschur mit vergoldeter Deckelvignette (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig. – Auf Bütten. – Der Pergamentumschlag mit dem Maximilian-Signet nach Entwurf von Walter Tiemann beinhaltet zwei Teile: Die eigentliche Einladung zum Eintritt und die Satzung. – Bei den Unterzeichnern der Einladung finden sich G. A. E. Bogeng, Walter de Gruyter, Alfred Lichtwark, Jean Loubier, Ida Schoeller, Paul Schwenke u. a. – 1911 war auf der Gründungsversammlung ein amtierender Vorstand gewählt worden, 1912 wurde zur ersten Jahresversammlung eingeladen. – »Das inzwischen längst vergriffene und sehr selten gewordene Einladungsschreiben verdient hier noch besonders aufgeführt zu werden«, betont bereits das Verzeichnis »Deutsche Bibliophilie in drei Jahrzehnten« (Leipzig 1931). – Dazu: Originalgraphische Menükarte des Abendessens der Maximilian-Gesellschaft, Lätaresonntag (2. März) 1913 im Berliner Hotel Adlon. Radierung von Hans Meid (Jentsch 106 a).

28 : 21 cm. [8] und [8] Seiten. – Vorsätze, Titelblatt und letzte Seite mit einigen kleinen Stockflecken.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 118

332  Maximilian-Gesellschaft – Heinrich von Kleist. Prinz Friedrich von Homburg.

€ 400

Ein Schauspiel. Berlin 1913. Mit Holzschnitten nach Zeichnungen von E. R. Weiß. Dunkelroter Originalmaroquinband mit Rückentitel- und Filetenvergoldung, blindgeprägter Deckelvignette sowie hellblauen Seidenvorsätzen.

Eins von 300 Exemplaren für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten. – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur und gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, unter der Leitung von E. R. Weiß. – Dessen Zeichnungen (zum Teil nach alten Vorbildern) wurden von Ernst Böhm, Renée Sintenis (der Ehefrau von E. R. Weiß) und Wilhelm Wagner in Holz geschnitten. – Der Einband wurde bei E. A. Enders, Leipzig, gefertigt, blieb jedoch unsigniert. – Die erste eigenständige Jahresgabe der jungen Bibliophilengesellschaft, die im Jahr zuvor in Berlin gegründet worden war. – Schönes Exemplar.

27,8 : 17,5 cm. [12], 145, [5] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, 119. – Schauer II, 39 (Abbildung)

333  Maximilian-Gesellschaft – Jakob Grimm. Rede auf Wilhelm Grimm.

€ 300

[Hamburg] 1924. Mit zwei vergoldeten Holzschnitt-Initialen. Dunkelgrüner Maroquinband mit vergoldetem Deckelsignet der Maximilian-Gesellschaft, Fileten-, Rücken- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Handband Enders, Leipzig). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 300 Exemplaren, davon eines der wenigen mit goldgehöhten Initialen. – Auf Zanders-Bütten. – Für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft anlässlich der 10. Hauptversammlung am 6.1.1924. – Handpressendruck der Officina Serpentis. – Die Initialen entwarf Marcus Behmer, sie wurden geschnitten von Bruno Rollitz. – Tadellos schönes Exemplar.

26,4 : 18,0 cm. 25, [7] Seiten. – Mit Buchhändlermarke Gunnar Kaldewey.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 126. – Backe/Köppen 94

334  Maximilian-Gesellschaft – C. [Gaius] Sallustius Crispus. Die Catilinarischen Unruhen.

€ 600

Catilinae Coniuratio. [Berlin] 1929. Roter Maroquinband. Rückentitel, Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 400 Exemplaren. – Festgabe zur 15. Jahresversammlung der Maximilian-Gesellschaft am 12. Mai 1929 in Essen. – Gesetzt aus der Original-Didot-Antiqua (lateinischer Text) und der Kleist-Fraktur von Walter Tiemann (deutsche Übersetzung). – Gedruckt von Gebr. Mann, Berlin. – Auf Zerkall-Bütten. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss, (1881–1974, Einbandforscher und Sammler), mit dessen Monogrammstempel auf dem fliegenden Vorsatz. – Makelloses Exemplar.

29,6 : 23,5 cm. 84, [4] Seiten. – Vorsatzblätter mit schwachen Leimschatten, vorderes mit kleinem Sammlerstempel »EK«.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 133

335  Maximilian-Gesellschaft – Bibliothek Walter Metzenberg.

€ 450

Luxus- und Pressendrucke, die Drucke der Maximilian-Ges., Bibliographie und Buchwesen. Berlin [1931]. Originalbroschur, Umschlag mit blau-goldenem Deckelschild.

Katalog 57 des Antiquariats Utopia in Berlin, 795 Nummern. – Walter Metzenberg war Inhaber der Berliner Graphischen Kunstanstalt Richard Labisch. Im Zusammenhang mit der misslichen wirtschaftlichen Lage und dem wenig später folgenden Konkurs seines Unternehmens veruntreute er das Barvermögen der Maximilian-Gesellschaft, deren Schatzmeister er bis zu seinem Freitod 1931 war. Seine Privatbibliothek wurde an die Dresdner Bank verpfändet und im Herbst 1931 durch das Berliner Antiquariat Utopia verkauft. – »Überblicken wir das Ganze dieser Sammlung, so erhalten wir ein eindrucksvolles Bild von dem, was die Buchkunst der letzten Jahrzehnte bedeutet, in stetem Fortschritt von den Zeiten des ›Pan‹ bis zu dem ›Shakespeare der Ernst Ludwig-Presse‹. Vielleicht wird für die künstlerische Kultur dieser Epoche später einmal neben der Architektur nur die Buchkunst als der wesentliche Repräsentant angesehen werden.« (Kurt Freyer, Inhaber des Antiquariats im Vorwort des Kataloges). – Dazu: Drei Versteigerungskataloge mit Luxus- und Pressendrucke: Victor Werner (Hans Götz Hamburg, 1927, 600 Lots, mit Tafeln). – Max Kirdorf (Emil Hirsch München, 1929, 373 Lots, mit Tafeln). – N. N. (Paul Graupe Berlin, 1935, 2526 Lots, mit Tafeln). – Beigabe: Vier Publikationen der Maximilian-Gesellschaft (Jahrbuch 1928/29, Sternaux 1928, Chroniken 1937–1961 und 1961–1986).

27,5 : 19,8 cm. 71, [1] Seiten. – Umschlag leicht fleckig. – Ecken unten teils mit kleiner Knickfalte.

100 Jahre Maximilian-Gesellschaft, S. 86

336  Oltner Bücherfreunde – 179 Drucke der Vereinigung Oltner Bücherfreunde.

€ 2500

87 Publikationen, 22 Liebhaberdrucke, 64 Privatdrucke, 6 Sonderpublikationen. Olten 1939 bis 1970. Originaleinbände.

87 »Publikationen« (von 100 erschienenen), davon 53 Vorzugsausgaben in Halbleder oder -pergament und 34 Normalausgaben. – Alle erschienenen 22 Liebhaberdrucke, davon sieben in Vorzugsausgaben, dazu fünf Dubletten. – 64 Privatdrucke (44 Broschuren, 16 Halbleder- bzw. Halbpergamentbände, 4 Pappbände). – Sechs Sonderpublikationen. – Drei Beigaben. – Von Publikationen und Liebhaberdrucken erschienen jeweils in Auflagen von ca. 500 bis 700 Exemplaren meist in drei unterschiedlichen Ausstattungen: Römisch nummerierte Luxusexemplare in Ganzleder oder -pergament, zumeist mit Autograph oder originaler Zeichnung. – Arabisch nummerierte (meist) signierte Vorzugsexemplare in Halbleder- oder Halbpergament. – Unnummerierte Normalausgaben in Pappbänden mit Buntpapierdeckelbezügen. – Die Einbände fertigte zumeist die Werkstatt Hugo Peller, viel Bezugspapiere sind mit Batik-Modeln bedruckt. – 1936 gründete William Matheson (1895–1978) zusammen mit sieben bibliophilen Freunden die »Vereinigung der Oltner Bücherfreunde« und publizierte in 35 Jahren insgesamt 100 Bücher, 22 Liebhaberdrucke, unzählige Privat- und Sonderdrucke sowie Jahresgaben. Dies alles betrieb er ausschließlich als »Hobby« in seiner Freizeit – hauptberuflich leitete Matheson die Einkaufs-Abteilung der Motorenfabrik BERNA AG in Olten, Schweiz. »Aus Idealismus wurde es mein Hobby, verbunden mit der dafür notwendigen kaufmännischen Begabung, in der Freizeit Bücher herauszugeben, die das Gute und Wahre im schönen Gewand darboten. […] Ich habe nun wirklich mit meinen Publikationen, die entweder ›Erstveröffentlichungen‹ oder ›Erstausgaben‹ in Buchform sind, auch einen neuen Leserkreis als Sammler der Oltner Ausgaben gewinnen können, die sich bis anhin für die schön-geistige Literatur kaum oder überhaupt nicht interessierten, geschweige denn für bibliophile Bücher«. (William Matheson, Die Hundert VOB-Publikationen).

337  Oltner Bücherfreunde – Hans Carossa. Die Schicksale Doktor Bürgers.

€ 150

Mit Federzeichnungen von Karl Schmid. Olten, 1941. Privater Halbmaroquinband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hiltbrunner 1950 AB).

Neunte Veröffentlichung der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. – Eins von 175 auf dem Vortitelblatt signierten Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 533). – Herausgegeben von William Matheson.

338  Oltner Bücherfreunde – Hans Carossa. Aufzeichnungen aus Italien.

€ 600

Sommer 1946. Olten 1946. Mit zwei doppelblattgroßen Illustrationen von Gunter Böhmer. Originaloasenziegenlederband mit Vergoldung und Blindprägung sowie Wildseidenspiegeln und -vorsätzen. Im gefütterten Schuber mit Lederkanten (Hugo Boss, Zürich).

31. Veröffentlichung der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 35 römisch nummerierten Exemplaren der zweiten »Luxus«ausgabe im Ganzlederband, gedruckt auf spanisches Bütten »Guarro Molivell« (Gesamtauflage 1450). – Auf dem Vortitelblatt vom Dichter signiert. – Eine der seltensten Vorzugsausgaben der VOB-Reihe. – Dazu vier weitere Carossa-Titel der VOB in Halbleder-Vorzugsausgaben: I. 9. Die Schicksale Doktor Bürgers. Mit Federzeichnungen von Karl Schmid. 1941. Eins von 175 Exemplaren (Gesamt 533). Auf Zerkall-Bütten. – II. 39. Stern über der Lichtung. 1948. Eins von 125 Exemplaren (Gesamt 925). Auf Marais-Bütten. – III. 54. Der Gang zum grünen Schuh. 1952. Eins von 120 Exemplaren (Gesamt 755). Auf Zerkall-Bütten. – IV. 7. Sonderdruck. Dankesrede in München anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde 1948. 1949. Eins von 300 Exemplaren in Halbpergament. – Alle auf dem Vortitelblatt vom Autor signiert.

19,3 : 14,5 cm. 145, [3] Seiten, 2 Doppelblätter.

Rysavy, Böhmer 54

339  Oltner Bücherfreunde – Albrecht Schaeffer. Die goldene Klinke.

€ 300

Olten 1950. Rostroter Original-Oasenziegenlederband mit reicher Gold- und Blindprägung sowie Schnittvergoldung (signiert: H. Peller). Im Originalschuber mit Lederkanten.

47. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 530), hier das Exemplar des Autors, auf dem Vortitelblatt signiert. – Auf Zerkall-Bütten. – Tadelloses Exemplar.

19,3 : 13,8 cm. 88 Seiten.

340  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Alexander Schröder. Aus meiner Kindheit.

€ 300

Olten 1953. Schwarzer Originalmaroquinband mit Goldprägung und Kopfgoldschnitt (signiert: H. Peller). Im Originalschuber mit Lederkanten.

57. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 32 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem langen eigenhändigem Zitat des Dichters und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 582). – Auf dem Vortitelblatt vom Autor signiert. – Auf Zerkall-Bütten. – Das Exemplar gedruckt für Richard Doetsch-Benziger (siehe KatNr. 215). – Tadellos.

20,2 : 12,7 cm. 93, [9] Seiten.

Nicht mehr bei Adolphe

341  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Hagelstange. Die Beichte des Don Juan.

€ 600

Dichtung. Zeichnungen von Gunter Böhmer. Olten 1954. Mit 22 Illustrationen nach Zeichnungen. Weißer Originalecrasélederband mit Rücken-, Deckel- und Schnittvergoldung (signiert: Hugo Peller). Im Originalschuber mit Lederkanten.

64. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von sechs römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit einer farbigen Tuschzeichnung von Gunter Böhmer, einem eigenhändigen signierten Gedicht von Rudolf Hagelstange auf dem Vorblatt und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 707). – Auf Zerkall-Bütten. – Tadelloses Exemplar.

20,3 : 13,0 cm. 46, [12] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Wilpert/Gühring 594, 20. – Rysavy 85

342  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Hagelstange. Reise nach Katmandu.

€ 300

Mit Zeichnungen von Helmut Bibow. Olten 1962. Roter Originalmaroquinband mit ornamentaler Blind- und Goldprägung sowie Kopfgoldschnitt (signiert: H. Peller). Im Originalschuber mit Lederkanten.

97. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit einem handschriftlichen Zitat des Dichters und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 636). Das Exemplar für Hedie Matheson, wie weitere fünf, mit einem Aquarell und einer Tuschzeichnung Bibows, beide signiert. – Auf dem Vortitelblatt vom Autor signiert. – Auf Zerkall-Bütten. – Makellos.

20,2 : 12,7 cm. 79, [7] Seiten, 1 Aquarell, 1 Zeichnung.

343  Oltner Bücherfreunde – William Matheson. Die Hundert VOB Publikationen.

€ 300

1936 – 1965. Olten 1965. Weißer Originalkalblederband mit roten Lederspiegeln, vergoldeten Fileten und Kopfgoldschnitt (signiert: H. Peller). Im Originalschuber mit Lederkanten.

100. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 45 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 582), dieses mit handschriftlichem Eintrag des Herausgebers: »So schöne Bücher anzufertigen ist einer der herrlichsten Berufe, und als Verleger solche herauszugeben, betrachte ich als eines der schönsten Hobbys. W. Matheson«.

20,2 : 12,4 cm. 69, [9] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

344  Oltner Bücherfreunde – Acht Veröffentlichungen der Oltner Bücherfreunde.

€ 600

Olten 1940 – 1957. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln und Kopfgoldschnitt.

I. 6. Hermann Hesse. Der Novalis. Aus den Papieren eines Altmodischen. 1940. Eins von 100 Exemplaren (Gesamt 1221). – II. 26. Rainer Maria Rilke. Briefe. 1945. Eins von 175 Exemplaren (Gesamt 1175). – III. 32. Ernst Zahn. Ein Läuten. Neue Gedichte. 1946. Eins von 175 Exemplaren (Gesamt 600). – IV. 50. Rudolf Alexander Schröder. Parabeln aus den Evangelien. 1951. Eins von 100 Exemplaren (Gesamt 586). – V. 53. Albert Schweitzer. Aus meiner Kindheit und Jugendzeit. 1952. Eins von 120 Exemplaren (Gesamt 660). – VI. 60. J. Henry Wild. Freude schöner Götterfunken. Ein Sonnenmärchen. 1953. Eins von 110 Exemplaren (Gesamt 525). – VII. 68. William Matheson. Vom Brunnen des Lebens. 1955. Eins von 120 Exemplaren (Gesamt 640). – VIII. 74. Werner Bergengruen. Hubertusnacht. 1957. Eins von 119 Exemplaren (Gesamt 580). – Jeweils aus der Vorzugsausgabe in Halbleder, I, III, IV, V und VIII vom Autor auf dem Vortitelblatt, VII im Vorwort signiert, alle auf Bütten.

Ca. 20 : 13 cm.

345  Oltner Bücherfreunde – Sieben Veröffentlichungen der Oltner Bücherfreunde.

€ 600

Olten 1947 – 1961. Sechs Originalhalblederbände, ein -halbpergamentband, mit vergoldeten Rückentiteln und Kopfgoldschnitt.

I. 36. Ernst Wiechert. Der Große Wald. 1947. Eins von 200 Exemplaren (Gesamt 1490). – II. 45. C. H. Kleukens. Vom Baum der Erkenntnis.1950. Eins von 100 Exemplaren (Gesamt 530). – III. 77. Rudolf Alexander Schröder. Heimat. 1958. Eins von 120 Exemplaren (Gesamt 575). – IV. 80. Gotthard Jedlicka. Ein spanisches Bettelmädchen. 1958. Eins von 120 Exemplaren (Gesamt 572). – V. 84. Gerd Gaiser. Damals in Promischur. 1959. Eins von 105 Exemplaren (Gesamt 570). – VI. 92. Alfred Andersch. Paris ist eine ernste Stadt. 1961. Eins von 110 Exemplaren (Gesamt 575). – VII. 93. Werner Bergengruen. Vater Jewgenij. 1961. Eins von 118 Exemplaren (Gesamt 650). – Jeweils aus der Vorzugsausgabe in Halbleder bzw. -pergament (II), jedes vom Autor auf dem Vortitelblatt signiert, alle auf Bütten.

ca. 20 : 13 cm.

346  Oltner Bücherfreunde – Drei »Luxus-Ausgaben«.

€ 450

Olten 1959 – 1966. Originalmaroquinbände mit Blindprägung, Fileten,Rückentitel- und Kopfschnittvergoldung (signiert: H. Peller). Jeweils im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

I. 82. Fritz Ernst. Erinnerung und Dank. 1959. Eins von 26 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamt 666). – II. 94. Edzard Schaper. Unser Vater Malchus. 1962. Eins von 32 römisch nummerierten Exemplaren mit eigenhändigem Zitat des Autors (Gesamt 547). – III. 11. Liebhaber Druck. Arnold Kübler. Cognac. 1966. Mit zwölf Abbildungen nach Zeichnungen von Arnold Kübler. Eins von 45 römisch nummerierten Exemplaren mit eigenhändigem Zitat des Autors (Gesamt 745). – Alle auf Zerkall-Bütten gedruckt.

20 : 13 cm.

347  Oltner Bücherfreunde – Max Mummenthaler. Die Liebe von der Katze stammt!

€ 300

Olten 1964. Mit Illustrationen nach Zeichnungen von Otto Bachmann. Roter Originalmaroquinband mit roten Ledervorsätzen, grauen Lederspiegeln, Goldprägung und Kopfgoldschnitt (signiert: H. Peller). Im Originalschuber mit Lederkanten.

Dritter Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 40 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem handschriftlichen Zitat des Dichters und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 625), hier getrüffelt mit einer signierten Rötelzeichnung des Künstlers. – Auf Zerkall-Bütten. – Tadellos.

20,3 : 12,7 cm. 67, [11] Seiten.

348  Oltner Bücherfreunde – William Matheson. Dank und Erinnerung.

€ 300

Olten 1970. Grüner Originalmaroquinband mit Blindprägung, vergoldeten Innenkantenfileten und Kopfgoldschnitt (signiert: H. Peller). Im Originalschuber mit Lederkanten.

22. und letzter Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 40 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 575). – Auf der letzten Seite vom Herausgeber signiert.

20,0 : 12,7 cm. 79, [7] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

349  Oltner Bücherfreunde – Vier Oltner Liebhaber Drucke.

€ 300

Olten 1963 – 1969. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln und Kopfgoldschnitt.

I. 2. Hans Leip. Pentamen. 1963. Eins von 100 Exemplaren (Gesamt 545). – II. 13. Rudolf Adolph. Umgang mit Dichtern. Notizen und Erlebnisse eines Bücherfreundes. 1967. Eins von 100 Exemplaren (Gesamt 645). – III. 14. Konrad Kahl. Adalbert Stifter in seinen Briefen. Zum 28. Januar 1968. 1967. Eins von 105 Exemplaren (Gesamt 675). – IV. 18. Fritz Usinger. Das unwahrscheinliche Glück. 1969. Eins von 100 Exemplaren (Gesamt 540). – Jeweils Exemplar der Vorzugsausgabe in Halbleder, vom Autor auf dem Vortitelblatt signiert. Alle auf Zerkall-Bütten gedruckt.

20 : 13 cm.

350  Rabenpresse – Ein hübsche histori von der küniglichen stadt troy, wie sie zerstœret ward.

€ 400

Erneuert von Richard Benz. Berlin 1938. Mit 43 kolorierten Holzschnitten, davon ein Frontispiz, nach alten Originalen geschnitten von Ulla Rossel. Schweinslederband mit blindgeprägter Deckelvignette, Rückenschild und blindgeprägten Fileten. Im Schuber mit Rückenschild.

Erster Bibliophiler Phönix-Druck der Rabenpresse. – Eins von 900 Exemplaren. – Gedruckt bei Wilh. Gerstung in Offenbach, von dem bereits in den Jahren 1925–29 in der »Werkstatt der Pforte« in Heidelberg entstandenen Satz. – Auf Bütten. – V. O. Stomps gründete 1926 die Rabenpresse, musste diese jedoch 1937 verkaufen: Nach einigen Lesungen und Veröffentlichungen jüdischer Autoren war der Verlag auf die Liste der »unerwünschten Literatur« gesetzt worden und der deutsche Buchhandel boykottierte die Publikationen mehrheitlich. – Aus der Bibliotehek von Fritz Lometsch (1900–1992), Buckkünstler und Graphiker, mit dessen Exlibris. Lometsch studierte in der Schriftklasse der Leipziger Kunstakademie, er war ein Schüler von Rudolf Koch.

28,3 : 20,5 cm. [8], 214, [2] Seiten.

351  Stomps – Guten Morgen Vauo.

€ 120

Ein Buch für den weißen Raben V. O. Stomps. Herausgeber Günter Bruno Fuchs, Harry Pross. Vorwort Hermann Kasack. Frankfurt am Main, Europäische Verlagsanstalt 1962. Mit zahlreichen Abbildungen und Faksimiles. Originalbroschur mit weiß serigraphiertem Packpapierumschlag.

Anlässlich des 65. Geburtstages des Büchermachers Stomps erschienene Festschrift, herausgegeben von Freunden und Weggefährten, »eine Anthologie des literarischen Schaffens von der Mitte der zwanziger Jahre bis heute von einmaliger Art. Sie zeigt, wie sehr Stomps, der immer das Neue, den noch nicht arrivierten […] jungen Dichter förderte, einen untrüglichen Sinn für das Wertvolle und letzten Endes Bleibende hat« (Klappentext). – Typographische Gestaltung von Günter Bruno Fuchs und Johannes Vennekamp. – Mit einer radierten Neujahrsgrußkarte 1963 von V. O. Stomps mit eigenhändigem Zusatz »+ alle guten Wünsche Vauo«. – Signierter Exlibrisstempel Günter Rossipaul.

20,0 : 20,0 cm. 255, [9] Seiten.

Spindler, Typen S. 14

352  Rudolfinische Drucke – Fritz Reuter. Hanne Nüte

€ 300

und de lütte Pudel. ´ne Vagel- un Minschengeschicht. – Esaias Tegnér. Die Frihjofs-Sage. Aus dem Schwedischen übersetzt von Gottlieb Mohnike. Offenbach am Main 1911 und 1913. Zwei Originalhalbpergamentbände mit Buntpapierbezug und kalligraphiertem Rückentitel (einer signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig). Beide im Schuber.

Erstes und zweites Buch der Rudolfinischen Drucke. – Je eins von 300 Exemplaren. – Satz aus der von Rudolf Koch entworfenen Deutschen Schrift bzw. Kochschrift. – Druck von Rudolf Koch und Rudolf Gerstung bei Wilhelm Gerstung, Offenbach. – »Die Rudolfinischen Drucke […] gehören unstreitig mit zu den hervorragendsten Schöpfungen der neuen deutschen Buchkunst« (Rodenberg, S. 123). – Mit rot gedruckten Titeln und Kapitelzahlen in Holzschnitt von Rudolf Koch zeilen, die Kolophone in Blau, das Bezugspapier in Wasserfarbendruck, alle Rückentitel von Koch selbst kalligraphiert. – Beide tadellos.

16 : 12 cm. [8], 296, [36] Seiten. – 20,7 : 16,5 cm. 199, [13] Seiten.

Rodenberg 124, 1 und 125, 2

353  Rupprecht-Presse – Einhard. Kaiser Karls Leben.

€ 300

München 1922. Roter Maroquinband mit Filetenvergoldung auf Deckeln und Innenkanten. Rückentitel und Kopfschnitt ebenfalls vergoldet. Im Schuber mit Lederkanten.

22. Buch der Rupprecht-Presse. – Eins von 150 Exemplaren. – Gesetzt aus der Tertia Ehmcke-Fraktur. – Handpressendruck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Die rote Eingangsinitiale »E« wurde von Anna Simons mit der Hand eingemalt. – Innen sehr gut erhalten.

28,5 : 18,6 cm. 39, [1] Seiten.

Backe S. 166. – Rodenberg 131, 22

354  Officina Serpentis – Johann Wolfgang von Goethe. Pandora.

€ 300

Berlin 1922. Grüner Maroquinband mit Fileten-, Rücken- undKopfschnittvergoldung (signiert: Buchb. Meink · Berlin).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit dem handgemalten Zwischentitel und Initial. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf starkem Handbütten. – 1922 erschienen fünf Goethe-Drucke, alle mit rot gedruckten Titeln und Initialen, nach Entwürfen von Hanns Thaddäus Hoyer von Bruno Rollitz in Holz geschnitten. Bei dem Band »Helena« kam erstmals das berühmte Schlangensignet der Presse zur Anwendung, welches ebenfalls von Hoyer entworfen wurde. – Unbeschnittenes, sehr gut erhaltenes Exemplar, in der Vorzugsausgabe selten. – Handschriftlicher Besitzvermerk »Edwin Redslob 1967« auf dem Vorblatt.

28,5 : 20,5 cm. 50, [2] Seiten. – Bünde und Ecken minimal berieben.

Backe 71. – Rodenberg 115

355  Trajanus-Presse – Das Evangelium des Johannes.

€ 300

Griechisch und Deutsch. Frankfurt am Main 1960. Anthrazitfarbener Originalkalblederband mit ornamentaler Blindprägung und grün-goldenem Rückenschild (Willy Pingel, Heidelberg). Im Originalpappschuber.

Elfter Druck der Trajanus-Presse. – Unnummeriertes Belegexemplar (Gesamtauflage 150). – Auf Trajanus-Bütten von Hahnemühle. – Zweispaltiger Druck: Die deutsche Übertragung nach dem Luthertext von 1566 wurde aus der Aldus-Antiqua gesetzt, der griechische Originaltext aus der Heraklit. – Beide Schriften entwarf Hermann Zapf.

31,5 : 20,5 cm. 50, [6] Seiten.

Spindler 40.11

356  Eggebrecht-Presse – Jean de La Fontaine. Die Grille und die Ameise.

€ 250

La Cigale et la Forumi. Mainz 1966. Mit Prägedrucken von Hannes Gaab, davon zwei Doppelseiten farbig. Leporello in Originalleinenband und -schuber.

Eins von 50 für den Handel bestimmten Exemplaren (Gesamtauflage 70). – Auf Zerkall-Bütten. – Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Übertragung des Textes von Hannes Gaab, der Urtext von Äsop wurde vorangestellt. – Handsatz aus der Diotima von Gudrun Zapf-von Hesse. – Einband und Schuber fertigte Erhart Köhler, Mainz. –Typographisch überzeugend gestalteter Pressendruck.

46,5 : 34,2 cm. [10] Blätter.

Spindler 37, 17

357  Hanser Presse – Torquato Tasso. Amyntas.

€ 400

Ein Schäferspiel. Aus dem Italienischen übertragen von Hanns Studniczka. Mit acht Radierungen von Bruno Cassinari. München, Hanser 1966. Mit acht signierten Radierungen, davon vier lose in Mappe. Originalhalbpergamentband und -mappe mit vergoldeten Rückentiteln. Zusammen im Originalschuber.

Erster Hanser Pressendruck. – Eins von 150 Exemplaren, 40 Exemplare gelangten nicht in den Handel. – Im Druckvermerk von Hermann Zapf nummeriert und signiert. – Handsatz aus der Diotima-Antiqua, entworfen 1952/53 von Gudrun von Hesse (seit 1972 verheiratet mit Hermann Zapf), dieser zeichnete die Titelzeilen, besorgte die Typographie und entwarf den Einband. – Druck der Radierungen von Giovanni Mardersteig. – Mit dem Beiheft. – Einer der typographisch schönsten deutschen Pressendrucke der Nachkriegszeit.

32,0 : 21,6 cm. 85, [7] Seiten. 8 Radierungen; 4 Radierungen.

Spindler 63, 1

358  Herbert-Post-Presse – Friedrich Hölderlin. Der Tod des Empedokles.

€ 200

Dritte Fassung. München 1969. Cremefarbener Kalblederband mit Blindprägung (Olaf und Rosemarie Meußling, Augsburg).

Eins von 150 Exemplaren. – Gedruckt von der Peter-Presse Christoph Kreickenbaum in Darmstadt. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf Japan nach typographischen Angaben von Walter Wilkens. – Gesetzt aus der von Herbert Post während seiner Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule Halle/Burg Giebichenstein um 1930 entworfenen Post-Antiqua, die seit ihrer ersten Verwendung 1939 zu einer der verbreitetsten Schriften des 20. Jahrhunderts wurde.

36,0 : 24,0 cm. [30] Seiten. – Ränder minimal verfärbt.

Spindler 54.28