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Buchkunst und Bibliophile 1890–1945 | Hesse-Auktionen
Buchkunst und Bibliophile 1890–1945

437  Kelmscott Press – Geoffrey Chaucer. The Works,

€ 750

now newly imprinted. London, Basilisk Press 1974. Faksimile und Kommentarband. Mit zahlreichen Illustrationen, Bordüren und Initialen nach den Holzschnitten von Edward Burne-Jones, Kommentarband mit zahlreichen Abbildungen, darunter 85 montierte. Farbig bedruckte Originalleinenbände in Originalschuber.

Eins von 515 Exemplaren der hervorragenden Faksimileedition, im Buchdruck hergestellt und somit dem Original um Welten näher als spätere Offsetnachdrucke. – Auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Kelmscott Ausgabe. – Der Einbandstoff wurde nach einem Entwurf William Morris’ von 1874 hergestellt. – Mit dem Kommentarband von Duncan Robinson zu den Vorzeichnungen von Edward Burne-Jones, die hier erstmals veröffentlicht wurden. – 1896 erschien der »Kelmscott Chaucer«, Höhepunkt von Morris’ Karriere als Typograph und Designer. »The ›Works of Geoffrey Chaucer‹ represents the culmination of Morris’ lifelong search for the ›Ideal Book‹; it is the kind of book that he and Burne-Jones dreamed of creating when they were undergraduates and that they attempted unsuccessfully to produce during the 1860s and 1870s: ›It should have come out when Morris and I were at Oxford in our first term‹ Burne-Jones wrote, ›and we should have lost our senses with bliss‹. Instead it came at the end of Morris’s life, when he was able to pour into this single volume all his bibliophilic passion and his unmatched skill as a designer of ornaments« (Nachwort).

43,5 : 30,0 cm. [8], 554, [2] Seiten (Faksimile), 146, [2] Seiten.

438  Bernard Sleigh – Amy Mark. The Sea King’s Daughter

€ 200

and other poems. Decorated with designs by Bernard Sleigh. Birmingham, Napier, und London, Tylston & Edwards and Marsden 1895. Mit 39 ganzseitigen Holzschnitten, teils mit Text. Grüner Leinenband der Zeit mit goldgeprägtem Titel.

Wohl nur in kleiner Auflage auf der Presse der »Birmingham Guild of Handicraft Limited« gedruckt. – Auf »Van Gelder Zonen«-Bütten. – Bernard Sleigh (1872–1954) wurde während seiner Ausbildung bei Arthur Gaskin auch durch Edward Burne-Jones beeinflusst. Nachdem Sleigh ein Buch seines Lehrers illustriert hatte (1893), erschien als zweites Werk die Märchensammlung von Amy Mark, welche neben der Titelgeschichte auch »The Flower’s Heaven« und »Night-Winds« enthält. Die Entwürfe, teils als Bordüren und Vignetten neben dem ebenfalls in Holz geschnittenen Text gedruckt, schnitt der Künstler zusammen mit L. A. Talbot in Holz.

22,6 : 17,8 cm. [44] Seiten. – Einband minimal fleckig, Gelenk leicht angeplatzt. – Vorsatzblätter spakig. Leichte Ausfettungen der Druckfarben.

Fanelli/Godoli II, 189 (mit Abbildung)

439  Rysselberghe – Emile Verhaeren. Almanach.

€ 400

Cahier de vers, ornementé par Théo van Rysselberghe. Brüssel, Dietrich 1895. Mit Holzschnitten, davon vier ganzseitig, und Holzschnittvignetten. Originalbroschur, Vorderumschlag mit Holzschnittillustration.

Eins von 250 in Blau gedruckten Exemplaren (Gesamtauflage 1050, davon 50 auf Japan, die übrigen in vier Farbvarianten auf »Papier Ingres«). – Die Gedichte Verhaerens zu den zwölf Monaten werden durch Holzschnittvignetten verziert, jede Jahreszeit mit einem blattgroßen Titelholzschnitt. Das Kalendarium mit reich ornamentierten Bordüren. – Prächtiges Beispiel für den belgischen Jugendstil, zu dessen Hauptvertretern Théodore van Rysselberghe (1862–1926) zählt.

20,8 : 19,3 cm. [48] Seiten. – Äußerste Seitenränder schmal gebräunt.

Langer S. 213

440  Eugen Sue. Works.

€ 2500 ( R7 )

Illustrated with etchings by Mercier, Bicknell, Poiteau, and Adrian Marcel. [20 Bände]. Boston, Francis A. Niccolls 1899, 1900 und ohne Jahr. Mit 98 Radierungen. Rehbraune Ecrasélederbände mit überaus reicher Jugendstil-Vergoldung und kleinen farbigen Lederauflagen.

Vollständiges Exemplar der ersten englischen Werkausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der »Editions des amateurs«. – Diese Luxusausgabe wurde auf feinstes Bütten gedruckt, die Titelblätter und die Frontispizradierungen auf Japan. Von jedem Frontispiz wurde ein zweiter Abzug auf Bütten gedruckt und koloriert. – Statt einer Nummerierung sind hier alle Bände mit roter Tinte als »Publisher’s copy« bezeichnet. – Inhalt: The Mysteries of Paris. – The Wandering Jew. – Arthur. – The Seven Cardinal Sins. – The Knight of Malta. – Am Textende jeder Abteilung vom Drucker (?) monogrammiert. – Eugène Sue (1804–1857) gilt als Begründer des Fortsetzungsromans. »Les mystères de Paris« waren im 19. Jahrhundert das vielleicht erfolgreichste Werk dieses Genres und Wegbereiter für ähnliche Veröffentlichungen von Alexandre Dumas, George Sand und Honoré de Balzac. – Die unsignierten Einbände außen und innen überaus reicht floral vergoldet, Innendeckel mit breiten Bordüren und blauen Ecrasélederspiegeln mit intarsiertem Wappenschild. Vorsätze mit olivgrüner Moiré-Seide bezogen. – Stehkanten und Kapitale mit vergoldeten Fileten, polierte Kopfschnittvergoldung. – Tadellos erhaltene Prachtausgabe.

23,0 : 15,5 cm.

441  Wiener Buchkunst – H[ans] C[hristian] Andersen. Die Prinzessin und der Schweinehirt.

€ 300

Illustrirt von Heinrich Lefler. Wien, Gesellschaft für vervielfältigende Kunst 1897. Titelblatt, farbig lithographierter Bildtitel und 13 farbig lithographierte Tafeln. Zusammen lose in lithographiertem Originalumschlag.

Jahresgabe der Wiener Gesellschaft für vervielfältigende Kunst. – Tafeln mit farbig lithographierten Illustrationen und lithographiertem Text, nummeriert von I–XIII. – »Spielerisch korrespondiert der handgeschrieben Text mit den wechselnden Text- und Bildflächen. Der ironische Tonfall des Andersen-Märchens wird in den Darstellungen und ihrem Zierat heiter reflektiert.« (Bilderwelt, S. 351). – »Mit der bereits 1895 entstandenen Andersen-Mappe ›Die Prinzessin und der Schweinehirt‹ legt L[efler] im deutschen Sprachraum, zumal in Wien, eine der frühesten buchkünstlerischen Arbeiten der Stilbewegung um 1900 vor« (Lex. KJL II, 329f.).

39,5 : 29,5 cm. 15 Blätter. – Mappenränder lädiert. – Einige Blätter mit wenigen kleinen Stockflecken, Titelblatt stockfleckig.

Bilderwelt 463. – Langer, Jugendstil S. 154. – Vgl. Stuck-Villa II, 244

442  Wiener Buchkunst – Andersen Kalender 1911.

€ 300 ( R7 )

Zwölf Märchen, nacherzählt von Hugo Salus, illustriert von Heinrich Lefler und Joseph Urban. Wien, M. Munk [1910]. Mit zwölf ganzseitigen farbigen Illustrationen und reichem Buchschmuck in Grau und Gold. Originalbroschur in -umschlag mit farbiger Vignette.

Bereits 1897 erschien Andersens Märchen »Die Prinzessin und der Schweinehirt« »in einer völlig neuartigen Illustrationstechnik« von Heinrich Lefler für die Wiener »Gesellschaft für vervielfältigende Kunst«. »Mit seinem Schwager, dem Architekten Joseph Urban, illustrierte Lefler noch einige Märchenausgaben des Scholz-Verlages in Mainz, die als ›Lefler- und Urban-Produkte‹ bald großes Ansehen genossen« (Alfred Langer). – Die Märchen-Kalender des Munk-Verlages erschienen seit 1905, mehrfach wurden Andersen-Märchen ausgewählt. – Heinrich Lefler war seit 1902 Vorsitzender des 1899 entstandenen »Hagen-Bundes« (benannt nach dem Wirt des Caféhauses, in dem sich die Künstler regelmäßig trafen), zu dessen Mitgliedern auch Egon Schiele, Gustav Klimt, der junge Oskar Kokoschka und der Graphiker Rudolf Junk gehörten.

30,3 : 26,2 cm. [50] Seiten. – Titelblatt mit Abklatsch ehemaliger Klebestreifen.

Langer, Jugendstil Seite 154

443  Wiener Buchkunst – Andersen Kalender 1917.

€ 250 ( R7 )

Zwölf Märchen, nacherzählt von Hugo Salus, illustriert von Heinrich Lefler und Joseph Urban. Wien, M. Munk [1916]. Mit zwölf ganzseitigen farbigen Illustrationen und reichem Buchschmuck in Grau und Gold. Originalbroschur mit farbiger Deckelvignette.

30,3 : 26,2 cm. [56] Seiten. – Umschlag angestaubt. – Exlibris.

444  Wiener Buchkunst – Oesterreichische Monatsbilder.

€ 400 ( R7 )

XXV Compositionen von H. Lefler und J. Urban. Wien, Artaria 1900. Mit zwölf Farbtafeln. Originalbroschur.

Zwölf Farbtafeln und Monatsblätter mit breiten illustrierten Bordüren, gezeichnet von den Wiener Sezessions-Künstlern Joseph Urban und Heinrich Lefler. – Die beiden Künstler arbeiteten oft zusammen, Urban lieferte dabei stets die dekorative Umrahmung zu Leflers Illustrationen. Beide zählten zu den wichtigsten Künstlern des europäischen Jugendstils. – »Der ›Österreichische Kalender‹ 1898 entstand im Auftrag des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht. Die Originale wurden vom Unterrichtsministerium erworben und der Monatsschrift ›Kunst und Kunsthandwerk‹ des Österreichischen Museums zur monatlichen Veröffentlichung überlassen. Die 25 Farbdrucke waren als Jubiläumskalender aus Anlass des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs gedacht. Im darauffolgenden Jahr, 1899, erschienen die Illustrationen als gesonderte Broschüre. 1900 wurden sie unter dem Titel ›Österreichische Monatsbilder‹ unter Weglassung des Kalendariums erneut publiziert« (Markus Kristan, Joseph Urban. Wien, Böhlau 2000). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Aus dem Besitz des österreichischen Schriftstellers Karl Klammer mit dessen Exlibris. Die Eintragungen geben Einblick in das Privatleben Klammers, aber auch in die Firmengeschichte des Artaria Verlag (dessen Gesellschafter Klammer war und in dem das vorliegende Buch erschien).

31,5 : 27,5 cm. [26] Seiten. – Rücken erneuert. – Exlibris. Titelblatt mit Abklatsch inzwischen entfernter Klebestreifen. Monatsblätter sämtlich mit handschriftlichen Eintragungen.

445  Wiener Buchkunst – Eugen Herbert. Unter Wildenten.

€ 300

Buchschmuck von Berthold Löffler. Wien und Leipzig, Wiener Verlag 1903. Mit zwei ganzseitigen Zwischentiteln, zwei Schlussvignetten und durchgehend mit Kopfvignetten und Ornamenten, gedruckt in Grün und Schwarz. Farbig lithographierter Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Enthält neben der Titelerzählung die dramatische Szene »Am Feuer«. – Von Bertold Löffler (1874–1960), dem Czeschka- und Kolo Moser-Schüler in Wien und bald einer der wichtigsten und stilprägendsten Mitarbeiter der Wiener Werkstätte, ganz im Sinne dieser Bewegung illustriert und gestaltet. – Bertold Löffler illustrierte auch »Des Knaben Wunderhorn« in der Reihe »Gerlachs Jugendbücherei«.

19,2 : 13,5 cm. 77, [3] Seiten. – Rücken fehlt, Ränder des Hinterdeckels gebräunt. Vorderdeckel mit kleiner Nummerierung. – Innengelenke überklebt.

Fanelli/Godoli II, 24

446  C[arl] O[tto] Czeschka. Allerlei Gedanken in Vignettenform.

€ 400 ( R7 )

Wien und Leipzig, Martin Gerlach & Co. [1902]. Mit Titelblatt und 29 teilweise farbigen Tafeln von C. O. Czeschka, lose in Originalhalbleinenmappe mit Schließbändern.

Erste und einzige Ausgabe der ersten selbständigen Publikation Czeschkas. – Erschien als erster Teil des von Martin Gerlach herausgegebenen dreibändigen Mappenwerkes »Die Quelle«. Czeschkas »Vignetten« mit Illustrationen von Exlibris bis zu Menüentwürfen gelten neben Kolo Mosers »Flächenschmuck« als bestes Beispiel für das Grafikdesign der Wiener Secession. Die Publikationen dienten diversen Kunsthandwerkern als Vorlagenwerk. – Carl Otto Czeschka (1878–1960) gehörte zu den wichtigsten Künstlern der Wiener Werkstätte. 1907 kam er nach Hamburg und lehrte an der dortigen Staatlichen Kunstgewerbeschule Lerchenfeld.

25,5 : 29,5 cm. 30 tafeln. – Mappe berieben und fleckig. Vorderdeckel mit Bibliotheksstempeln und -schild. – Titelblatt (und vier Tafeln) ebenfalls mit Bibliotheksstempeln. Wenige Tafeln mit winzigen Randläsuren.

447  Wiener Werkstätte – Drei Drucksachen.

€ 200

Wien 1905–1928.

Zwei Bogen »Einwickel«papiere mit dem »Rosensignet«, einer zweifarbig, einer in der dunklen Variante. Um 1905. Je 29 : 20 cm. Entwurf von Kolo Moser und Josef Hoffmann. Das Rosensignet war seit 1903/04 die registrierte Schutzmarke der Wiener Werkstätte. – Dagobert Peche. Die Stoffe der Wiener Werkstätte kauft man von nun an im Stoffladen 1. Maysederg. 4. Lithographie mit dem WW-Signet. Um 1915. 20,8 : 15,0 cm. – Aus der Wiener Secession hervorgegangen, entwickelte sich die Wiener Werkstätte für etwa 25 Jahre zu einer der führenden Entwurfs- und Produktionsstätten des Jugendstil und Art Déco.

Vgl. Abbildungen in Schweiger S. 40 und 80 und Angela Völker, Die Stoffe der WW, S. 156, Abbildung der Entwurfszeichnung

448  Wiener Buchkunst – Rudolf von Larisch. Beispiele künstlerischer Schrift.

€ 400 ( R7 )

Erste [bis] Fünfte Serie [alles Erschienene]. Wien, Anton Schroll und Österreichische Staatsdruckerei 1900–1926. Originalhalbleinenband, Originalbroschur und zwei Originalhalbleinenmappen.

Erstausgaben. – Mit kurzer eigenhändiger Widmung des Herausgebers auf dem Titelblatt der dritten Serie »In Verehrung Larisch. – Während die bis 1906 erschienenen ersten drei Serien zeitgenössische Beispiele künstlerischer Schrift zeigen, tragen die 1910 bzw. 1926 erschienenen Serien 4 und 5 den Titelzusatz »Beispiele künstlerischer Schrift aus vergangenen Jahrhunderten«. – Mit Schriftproben von George Auriol, Leopold Bauer, Peter Behrens, J. V. Cissarz, Walter Crane, C. O. Czeschka, Emil Doepler, Otto Eckmann, F. H. Ehmcke, Fidus (Höppener), Rudolf Geyer, Otto Hupp, Raphael Kirchner, Max Klinger, Rudolf Koch, Melchior Lechter, Ch. Mackintosh, Koloman Moser, Alphons Mucha, Joseph Olbrich, Emil Orlik, Alfred Roller, Theo v. Rysselberghe, Viktor Schufinsky, Felix Valloton, Heinrich Vogeler, Emil Rudolf Weiss, Otto Wagner u.a.

Verschiedene Formate. – Einbände etwas berieben und fleckig.

Schauer I, S. 40 (nur I und II)

449  Remigius Geyling – Ball der Stadt Wien 1909.

€ 300 ( R7 )

Gedenktage aus dem Jahre 1909. Eine Erinnerung. Den Damen Wiens gewidmet vom Ballkommitee der Stadt Wien. Wien [1909]. Originalecrasélederband mit reicher Deckelvergoldung und Goldschnitt (signiert: Wilhelm Melzer, Wien). In Originalkassette.

Erstausgabe dieser berühmten Ballspende mit den schönen farbigprächtig lithographierten Jugendstil-Illustrationen von Remigius Geyling aus der Geschichte Wiens im Jahre 1809. – Remigius Geyling (1878–1974) besuchte ab 1898 die Kunstgewerbeschulen in Wien und München. Er war Gründungsmitglied des Österreichischen Werkbunds und von 1922 bis 1945 Ausstattungschef des Wiener Burgtheaters. Dort führte er die szenischen Wechselbilder mittels Großwechselbild-Projektion ein. Die Spannbreite seines künstlerischen Schaffens reicht vom Jugendstil über den Expressionismus bis zum Art Déco.

14,7 : 16,8 cm. 14 Kartontafeln. – Ränder der Kassette etwas berieben. – Einband minimal fleckig.

Langer, Jugendstil 158

450  Gustav Klimt – Lukian [von Samosata]. Die Hetaerengespraeche.

€ 5000

Deutsch von Franz Blei. Mit funfzehn Bildern von Gustav Klimt. Leipzig, Julius Zeitler 1907. Mit 15 Heliogravüren nach Federzeichnungen. Grauer Originalsämischlederband mit einer goldenen Deckelplakette und Kopfschnittvergoldung (signiert: Wiener Werkstätte J[osef] H[offmann]). In Halbleinenkassette. – Widmungsexemplar der Übersetzers.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe, gebunden in der Wiener Werkstätte in Sämischleder, ein speziell gegerbtes Wildleder, und auf chamoisfarbenem Zanders-Bütten (Gesamtauflage 450, sämtlich nur für Subskribenten). – Gedruckt in Schwarz und Gold in der Offizin W. Drugulin, Leipzig. Klimts erotische Zeichnungen wurden als Lichtdrucke faksimiliert. Jeder der 15 Dialoge wird durch eine der prächtigen Zeichnungen eröffnet. Klimt entwarf auch die Einbandzeichnung, also die Kalligraphie der Deckelplakette. Der Einband stammt von Josef Hoffmann, dem führenden Designer der Wiener Werkstätte, auf dem Hinterdeckel sein vergoldeter Monogrammstempel. – »Immer war es das Prickelnde, was [Julius Zeitler] reizte, die Besonderheit im romantischen Sinne und nicht selten das Gewagte aus dem erotischen Bereich, wie etwa die kühne Ausgabe der Hetärengespräche des Lukian (1907) mit den überfeinert genialen Zeichnungen von Gustav Klimt« (Georg Schauer). »Das Werk ist ein treffliches Gegenstück zu der Ausgabe des ›Jardin des Supplices‹, die Rodin mit Zeichnungen schmückte« (Hayn/Gotendorf). – Auf dem Vorsatzblatt die eigenhändige Widmung von Franz Blei für »Meinen lieben Emil Preetorius in Freundschaft und Verehrung«, datiert »24. 12. 1907«. – Tadellos schönes Exemplar.

37,0 : 29,5 cm. [4], 37, [3] Seiten, 15 Tafeln.

Hayn/Gotendorf IV, 294. – Schauer I, 158. – Hofstätter S. 214. – Langer, Jugendstil 153. – Eyssen S. 177. – Abbildung von Hoffmanns Monogramm: Reschke, buntpapier als pART der WW, 2018, S. 162

451  Fidus [eigentlich Hugo Höppener]. Reigen. Berliner Tageblatt 1909.

€ 600 ( R19 )

Tuschfeder. Wohl 1908. 27,4 : 38,0 cm. Betitelt.

Auf gelblichem Velin. – Erste Vorzeichnung für die Winterseite eines Jahreskalenders des Berliner Tageblatts. – Unten rechts mit Bleistift betitelt »Reigen«. – Der Lübecker Konditorsohn Hugo Höppener (1868–1948) brach sein 1887 begonnenes Studium an der Münchner Akademie nach kurzer Zeit ab und verschrieb sich zunächst dem »Naturapostel« Karl Wilhelm Diefenbach, der ihm den Namen »Fidus« (der Getreue) verlieh. Die von Diefenbach verfolgten Prinzipien des Vegetarismus, der »Lichtgläubigkeit«, der Freikörperkultur und einer generell naturgemäßen Lebensweise beherrschten die Geisteswelt des jungen Fidus. Beide wurden 1888 wegen ihrer Freikörperkultur zu Kerkerhaft verurteilt. Dies war Fidus offensichtlich Anlass, sich wieder seinem Kunststudium zuzuwenden. Aktdarstellungen blieben aber ein zentrales Motiv seiner Bildwelten.

Leicht stockfleckig.

452  Fidus [eigentlich Hugo Höppener]. Reigen. Berliner Tageblatt 1909.

€ 900 ( R19 )

Aquarell und blaue Tuschfeder. Wohl 1908. 27,4 : 38,0 cm. Betitelt.

Auf blassgrauem Velin. – Schöne detailliert ausgeführte Vorzeichnung für die Winterseite eines Jahreskalenders des Berliner Tageblatts. – Gegenüber der schwarzen Fassung (siehe die vorherige Katalognummer) nun mit schemenhaften Bäumen im Hintergrund. Die umlaufende Bordüre mit minimalen Abweichungen. – Unten rechts mit Bleistift betitelt »Reigen«, in der Zeichnung mit der Anweisung »Ausdruck nur auf Kontur!«. – Eine gedruckte Fassung konnten wir nicht nachweisen, wohl aber die Vorzeichnung zur Sommerseite mit sechs unbekleideten jungen Tänzerinnen.

453  Reinhold Geidel. Kalender.

€ 300

Gouache. Wohl 1924. 44,2 : 32,7 cm. Signiert.

Originalvorlage für den Hintergrundprospekt eines Abreißkalenders, konzipiert als Werbemittel der Kunstdruckanstalt Eschebach & Schäfer in Leipzig-Stötteritz. – Reinhold Geidel (1889–1976) schuf Gemälde, Buchumschläge, Gebrauchs- und Werbegraphiken. Bekannt wurde er vor allem durch seine ornament- und formenreichen Art déco-Einbandentwürfe für die Reisewerke des Brockhaus-Verlages. – In Gelb, Blau und verschiedenen Rottönen, einige Zierstücke mit Goldbronze gehöht. Mittelfeld mit angedeutetem Kalenderblatt. – Auf festem Karton, Seidendeckblatt mit dem Atelierstempel.

454  Philippe Robert. Feuilles d’automne.

€ 400

Preface de Philippe Godet. Bienne/Biel 1909. Mit 18 farbig lithographierten Tafeln sowie farbigem Buchschmuck. Originalleinenband mit farbig geprägter Vorderdeckelillustration. Im Originalkarton.

Erste Ausgabe. – Nummeriertes Exemplar einer nicht genannten Auflage. – Philippe Robert (1881–1930) stammt aus einer bedeutenden Schweizer Künstlerfamilie. Seine Arbeiten waren zunächst rein botanischen und zoologischen Darstellungen gewidmet, gewannen aber – wie auch das vorliegende Portfolio beweist – vom Jugendstil beeinflusst, zunehmend ornamentalen Charakter. – Das »ganz von ihm geplante bibliophile ›Feuilles d’Automne‹ sah als Muster für handwerkliche Motive (Keramik, Textilien, Tapeten usw.) die Steigerung von Blatt- und Blütenformen in strenge Ornamente vor« (Stiftung Sammlung Robert, www.collection-robert.ch). – Die außergewöhnliche Typographie verwendet eine von Eugène Grasset geschnittene Schrifttype, reich mit farbigen Bordüren verziert. – Die 18 leuchtend farbigen Tafeln wurden auf Kunstdruckpapier gedruckt und auf hellgraues Fabriano-Bütten montiert, auf das auch der Text von Philippe Godet gedruckt wurde. – Jede Tafel mit den Pflanzennamen in Französisch und Latein, gedruckt mit kleiner Bordüre auf einem Seidenvorblatt. – Selten und tadellos erhalten.

37,5 : 50,0 cm. 45, [3] Seiten, 18 Tafeln.

455  Georg Hulbe. Fotoalbum; Lederband mit farbigen Lederschnittverzierungen und Vergoldung.

€ 300 ( R19 )

Um 1900. 33,5 : 21,0 : 4,8 cm.

Hellbrauner Kalblederband, Rücken mit fünf Bünden, Vorderdeckel mit partiell bemaltem Lederschnittdekor (Fliederzweige vor stilisierten Wolken). Das Wolkenlineament vergoldet, die Blätter der Zweige erhaben modelliert – insgesamt typische Gestaltung des Hamburger Buchbinders. »Seine Werkstatt, die 200 Angestellte beschäftigte, hatte in der Zeit der Protorenaissance der 1880er und 90er Jahre internationale Bedeutung« (Thieme/Becker XVIII, 105). – Er galt als »einer der erfolgreichsten Kunstgewerbler seiner Zeit in Deutschland mit dem bleibenden Verdienst der Wiederbelebung historischer Ledertechniken. […] Hulbe revitalisiert die künstlerische Behandlung des Leders, die im 15./16. Jh. in Hochblüte stand und seit dem 18. Jh. in völlige Vergessenheit geraten war. […] Motive findet er in historischen und zeitgenössischen Bild- und Ornamentvorlagen […] die in Hulbes Atelier sämtlich stilsicher und ›ledergerecht‹ adaptiert werden« (AKL LXXV, 442). – Hinterdeckel mit dem Kogge-Prägestempel Hulbes, das Vorsatzpapier farbig und in Gold lithographiert ebenfalls mit dem Kogge-Motiv. – 14 starke Kartonblätter mit Schnittvergoldung, alle mit Kulissenpassepartouts für insgesamt 18 Fotografien im Kabinett-Format und 40 im »carte-de-visit«-Format.

Leicht fleckig und berieben. Schließen fehlen. – Einige Passepartouts mit kleinen Einrissen, einige mit Filmoplastspuren.

Vgl. Deutsche Kunst und Dekoration I, 193f

456  Einbände – Roter Ecrasélederband mit Vergoldung und blauen Intarsien.

€ 900

– Inhalt: Thomas Mann. Der Tod in Venedig. Novelle. Zwölfte Auflage. Berlin, S. Fischer 1913.

Der außergewöhnliche Einband stammt sicher aus dem Umfeld von Henry van de Velde während seiner Tätigkeit an der Weimarer Kunstgewerbeschule. Besonders das vergoldete Zierstück, das 42fach wiederholt die umlaufende Deckelbordüre bildet, geht auf seinen Entwurf oder seine Anregung zurück. Zwischen den Zierstücken wurden kleine blau intarsierte Herzen eingefügt. Die Mittelfelder beider Deckel mit dem vergoldeten Titel, wobei die Versalien TOD und V mit blauem Leder intarsiert und die Umrisse vergoldet wurden. – Vorsätze aus Buntpapier. – Ein Vorblatt mit längerem Textzitat »Kunst ist ein erhöhtes Leben. Sie gräbt in das Antlitz ihres Dieners die Spuren …«, datiert »9. Januar 1914«, monogrammiert »L«.

18,3 : 11,8 cm. 145, [3] Seiten. – Rücken leicht, Gelenke stärker brüchig. Rücken wohl früher neu aufgelegt und dadurch bis um die Gelenke reichend etwas verfärbt. – Vorsatzränder gebräunt, sonst innen sehr schön.

Vgl. »Zwischen van de Velde und Bauhaus«, Abb. 91 und 93 (Schülerarbeit aus der KGS Weimar bzw. Einband von Otto Dorfner)

457  Einbände – Dunkelroter Saffianlederband, signiert »W. Gerlach«,

€ 700

mit reicher Fileten-, Bordüren-, Rückentitel- und Schnittvergoldung. – Inhalt: J. W. Goethe. Das Tagebuch. Berlin, Officina Serpentis 1913.

Eins von 50 Exemplaren »für die Freunde der Presse hergestellt«. – Auf Old Stratford-Velin. – Nach zwei Mappenwerken und einem Buch über »Die neue Kunst in Berlin« erschien mit dem vorliegenden Versuchsdruck der erste eigentliche Pressendruck Tieffenbachs. – Die erste Initiale und das Monogramm der Presse unter dem Druckvermerk wurden in Rot gedruckt. – Der Einband Walter Gerlachs mit umlaufenden vierfachen Fileten und Bordüren auf beiden Deckeln, die breiten Innenkanten wurden mit floralen Bordüren überaus reich vergoldet. Farbiges Marmorpapier ziert Spiegel und Vorsatzblätter. – Kalligraphiertes Exlibris Franz Jaobi.

23,8 : 16,0 cm. [16] Seiten. – Kanten vereinzelt minimal berieben. – Das letzte Blatt mit dem Kolophon mit restaurierter Schabstelle.

Backe/Köppen 4

458  Einbände – Preußisch-blaue Maroquinbände mit reicher Vergoldung.

€ 300

– Inhalt: E. und J. de Goncourt. Gavarni. Der Mensch und das Werk. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, Hyperion [1919]. Mit 107 Tafeln und 36 Textabbildungen.

Erste deutsche Ausgabe der reich illustrierten Monographie, deren Originalausgabe 1870 erstmals in Paris erschienen war. Die Übersetzung stammt von Stefanie Strizek, die Einleitung vom Herausgeber Max Boehn. – Gedruckt auf starkem, leider etwas holzhaltigem Papier, die Tafeln auf weißem Kunstdruck. – Die opulent vergoldeten Einbände blieben unsigniert, auf den hinteren Vorsatzblättern gestempelt »Coll. Leder«.

22,4 : 16, 0 cm. [4], 263, [1]; [4], 189, [1] Seiten, 107 Tafeln. – Rücken minimal verfärbt.

Fromm III, 11298

459  Einbände – Preußischblauer Saffianlederband von Bruno Scheer,

€ 500

mit reicher floraler Rücken- und Bordürenvergoldung. Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Edmond Rostand. Cyrano von Bergerac. Berlin, Wohlgemuth & Lissner 1923. Mit acht signierten blattgroßen Radierungen von Ernst Oppler.

Meistereinband von Bruno Scheer (1889–1968). Scheer war Schüler von Paul Kersten und Franz Weiße und Mitglied des Jakob Krause-Bundes wie auch des Bundes der »Meister der Einbandkunst«. Viele seiner Einbände wurden ausgezeichnet. 1962 wurde er Ehrenmitglied der Berliner Buchbinderinnung. – Eins von 300 Exemplaren auf Zanders-Bütten. Zusätzlich wurden zwölf römisch nummerierte Exemplare auf Japan gedruckt. – Gesetzt in der Winckelmann-Antiqua, gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig.

28,7 : 19,5 cm. [8], 207, [9] Seiten. – Rücken und äußere Ränder minimal verfärbt. Vorsätze und Vorsatzblätter mit Feuchtigkeitsspur, vorn etwas gelöst, hinten innere Lederkante leicht gewellt.

460  Einbände – Blauer Saffianlederband mit vergoldeten Titeln und Fileten.

€ 900

– Inhalt: Nal und Damajanti. Eine indische Geschichte [übersetzt] von Friedrich Rückert. Hamburg 1926. Mit 33 Bleischnitten von Hugo Meier-Thur im Text. In samtgefüttertem Schuber mit blauen Lederkanten.

Neuntes Buch der Hamburger Handdrucke der Werkstatt Lerchenfeld für den Buchbund Hamburg. – Eins von 150 Exemplaren, hier römisch »X« nummeriert, möglicherweise also Belegexemplar. – Auf Hadernpapier. – Die Buchgestaltung leitete Johannes Schulz, gesetzt wurde der Text aus der Hansa-Fraktur von Gentzsch & Heyse, Hamburg. – Der unsignierte Einband beeindruckt durch das kräftig genarbte Leder und die auf typographische Gestaltung reduzierte Vergoldung mit dem Titel der Episode aus dem »Mahabarata« auf Vorderdeckel und Rücken und wenigen, starken Fileten an den Deckelrändern, Steh- und Innenkanten. – Vorsatzpapiere aus Japon nacré. – Der Einband könnte in der Werkstatt der Hamburger Kunstgewerbeschule entstanden sein. Dort hatte in den Jahren 1914–1921 u. a. Ignatz Wiemeler bei Franz Weiße studiert. Auch Wiemeler wandte sich in den späten 1920er Jahren zeitweilig vom Ornamentalen ab und einer typographischen Einbandgestaltung zu. Er band u. a. den ein Jahr später erschienenen 8. Hamburger Handdruck, Rückerts »Mystische Ghaselen«. – Die Bleischnitte, die als große Kopfvignette die 30 Gesänge zieren – mit zwei zusätzlichen Vignetten im 18. Gesang und einer 33. mit der Frontansicht der Hochschule über dem Druckvermerk – stammen von Hugo Meier-Thur (1881–1943). Nach seinem Studium in Hamburg und Fronteinsatz unterrichtete er von 1919 bis 1943 an der Hochschule am Lerchenfeld. Wegen regimekritischer Äußerungen wurde er 1943 von der Gestapo verhaftet und ermordet. Den »Buchbund Hamburg« gründeten die Leiter der Werkstatt Lerchenfeld 1922.

24,5 : 17,3 cm. 259, [1] Seiten. – Rücken minimal verfärbt. – Hinteres Vorsatzblatt mit Anmerkung »Mainz 52« (Kaufvermerk?).

Deutsche Bibliophilie 1898–1930 Seite 171. – Isphording I, 380

461  René Kieffer – [Denise] Diderot. Les bijoux indiscrets.

€ 750

Avec vingt-cinq eaux-fortes coloriées de Sylvain Sauvage. Paris, Éditions René Kieffer 1923. Mit 25 kolorierten Radierungen. Schwarzer Originallederband mit reicher Narben- und ornamentaler Blindprägung, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: René Kieffer, Paris).

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Breitrandiger Druck auf chamoisfarbenem Velin mit dem Wasserzeichen der Edition. – Der Originalbroschurumschlag wurde eingebunden.

26,7 : 21,0 cm. 255, [5] Seiten, 25 Radierungen.

Monod 3768. – Carteret IV, 138

462  René Kieffer – Anatole France. Les Contes de Jacques Tournebroche.

€ 900

Eaux-fortes coloriées de Sylvain Sauvage. Paris, Éditions René Kieffer 1924. Mit drei Folgen von 20 Radierungen. Grüner Ecrasélederband mit Deckelillustrationen in Gold- und Schwarzprägung (signiert: René Kieffer, Paris).

Eins von 30 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit den Radierungen in jeweils drei Zuständen: Umriss, mit Aquatinta und koloriert (Gesamtauflage 550). – Der Originalbroschurumschlag eingebunden. – Breitrandiger Druck in Schwarz und Blau auf chamoisfarbenem Velin. – Sylvain Sauvage (1888–1948) zählt mit seinen karikaturhaften Illustrationen, die er meist zu den großen Texten der französischen Nationalliteratur des 19. Jahrhunderts entwarf, zu den typischen Vertretern dieser Richtung der französischen Buchkunst der 1920er-1940er Jahre. – Sehr gut erhaltenes Exemplar in schönem Kieffer-Einband.

25,9 : 17,0 cm. 166, [8] Seiten, 57 Radierungen.

Monod 4876. – Carteret IV, 167

463  René Kieffer – Anatole France. Pierre Nozière.

€ 750

Eaux-fortes de Vigoureux. Paris, René Kieffer 1925. Mit 20 kolorierten Radierungen. Grüner Originallederband mit goldgeprägten Illustrationen auf Rücken und Deckeln sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: René Kieffer, Paris).

Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Breitrandiger Druck auf chamoisfarbenem Velin. – Alle Radierungen mit zartem Kolorit, alle mit Remarquen. – Der Originalbroschurumschlag wurde eingebunden. – Sehr schönes Exemplar in prächtigem Kieffer-Einband.

25,7 : 17,5 cm. 284, [4] Seiten.

Monod 4935. – Carteret IV, 169

464  Einbände – Revorim-Einband von Jean de Gonet

€ 450

– Inhalt: Gerhard Roth. Erinnerungen an die Menschheit. Texte. Bühnenbild- und Kostümentwürfe Günter Brus. Graz, Droschl 1985. Mit 26 Farbabbildungen nach Zeichnungen und 16 nach Fotografien, teils gefaltet.

Erste Ausgabe. – Mit Aufnahmen von der Uraufführung des Stücks. – Eins von 200 Exemplaren im Gonet-Einband, auf dem Vorderdeckel mit geprägtem Hinweis auf die zweite Serie seiner Revorim-Einbände »souscription no. 2«, auf dem Innendeckel mit der von Gonet signierten Nummerierung. – Jean de Gonet (geboren 1950) zählt zu den besten zeitgenössischen französischen Einbandkünstlern. Seine »Kunstwerke« wurden seit 1982 bei vielen Ausstellungen in Frankreich und dem Ausland gezeigt. Bei den Revorim-Einbänden wird eine schwarze Kunststoffmasse mit Hilfe einer gefrästen Matrize in die gewünschte Form und Struktur gegossen. Der Rücken hier klassisch in Leder mit rotgeprägtem Titel, zwei Gurtbänder als Gelenke, Vorderdeckel mit genieteter Intarsie. – Der Originalumschlag wurde eingebunden.

21,3 : 15,0 cm. 136, [4] Seiten.

465  Guido Moriell-Einband – Oscar Wilde. Der glückliche Prinz.

€ 900

Mit Illustrationen von Rudolf Stuckert. Radolfzell 1991. Mit zehn kolorierten signierten Radierungen und 40 kolorierten Initialen. Grüner Saffianlederband mit Blindprägung, Lederintarsien und partieller Bemalung. Mit einer VHS-Videokassette in Originalleinenkassette.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe B, weitere 50 erschienen als Vorzugsausgabe A mit anderen Radierungen. Nur die Vorzugsausgaben enthielten zehn Originalradierungen, jedes der 100 Exemplare wurde unikat gebunden. – Im Druckvermerk von Künstler und Buchbinder signiert. – Erschienen aus Anlass des 25jährigen Bestehens der Handbuchbinderei Guido Moriell. – Gesetzt aus der Futura, die Initialen aus Hermann Zapfs Optima. – Auf handgeschöpftem Steinort-Bütten. – Das beigelegte Video dokumentiert die Buchherstellung.

31,2 : 23,7 cm. 55, [1] Seiten. – Kassettenrücken verblasst.

466  Officina Serpentis – Johann Wolfgang von Goethe. Achilleis.

€ 1000

Berlin, Ernst Rowohlt 1922. Mit einer farbig eingemalten Initiale, entworfen von Hanns Thaddäus Hoyer. Schwarzer Ecrasélederband (Otto Dorfner, Weimar). In gefütterter Originalhalbleinenkassette.

Der zweite von fünf Goethe-Drucken der Officina Serpentis. – Eins von 50 Exemplaren mit dem handgemalten farbigen Initial. – Handpressendruck E. W. und E. H. Tieffenbach auf Bütten, gedruckt in Rot und Schwarz. – Hoyer entwarf auch den Titel, der wie das Pressensignet von Bruno Rollitz in Holz geschnitten wurde. – Der prächtige Handeinband stammt von Otto Dorfner, blieb aber unsigniert. Titel, Stehkanten, zehnfache Fileten auf den Deckeln und der Kopfschnitt wurden handvergoldet.

28,0 : 20,0 cm. 29, [3] Seiten. – Innenseite der Kassette mit wenigen schwachen Stockflecken. – Wenige Seiten und Vorsätze gering stockfleckig.

Backe/Köppen 69. – Rodenberg 114

467  Officina Serpentis – Johann Wolfgang von Goethe. Prometheus.

€ 800

Berlin, Ernst Rowohlt 1922. Mit drei Initialen, entworfen von Hanns Thaddäus Hoyer. Schwarzer Ecrasélederband mit reicher Vergoldung (Otto Dorfner, Weimar). In gefütterter Originalhalbleinenkassette.

Der dritte Goethe-Druck der Officina Serpentis. – Handpressendruck auf Bütten, gedruckt in Rot und Schwarz. – Hoyer entwarf auch den Titel und die drei Zwischentitel; dieser wurden wie das Pressensignet von Bruno Rollitz in Holz geschnitten. – Der prächtige Handeinband stammt von Otto Dorfner, blieb aber unsigniert. Titel, Stehkanten, zehnfache Fileten auf den Deckeln und der Kopfschnitt wurden handvergoldet. – Identische Gestaltung und naheliegende Ergänzung zu der vorherigen Katalognummer.

28,0 : 20,0 cm. 29, [3] Seiten. – Innenseite der Kassette mit wenigen schwachen Stockflecken.

Backe/Köppen 70. – Rodenberg 114

468  Einbände – Pergamentband mit vergoldeten Titeln und Durchstichheftung (signiert: O. Dorfer, Weimar).

€ 400

– Inhalt: Iphigenie auf Tauris. Ein Schauspiel von Goethe. Leipzig, Rowohlt 1911.

Elfter Drugulin-Druck. – Ganz nach dem Vorbild der Doves Press – deren »Iphigenie« im Folgejahr erschien – gesetzt und in Rot und Schwarz gedruckt. – Bis 1913 erschienen 17 Drugulin-Drucke, die letzten dann schon bei Kurt Wolff. Ab 1919 folgte eine »Neue Reihe«. – Otto Dorfners sicher erst in den 1950er Jahren entstandener Einband wiederholt den in Versalien gesetzten Titel auf dem Vorderdeckel, der Rückentitel beschränkt sich auf den Verfassernamen. – Grüne Büttenvorsätze, Leinenfalze in den Gelenken. – Geheftet auf vier durchgezogene Pergamentstreifen. – Mit Schutzpapierumschlag und Schuber, von Dorfner eigenhändig beschriftet. – Tadellos erhalten.

25,8 : 17,0 cm. [6], 81, [3] Seiten.

Göbel 42. – Rodenberg 379, 11

469  Einbände – Leuchtend grüner Saffianlederband mit ornamentaler Vergoldung (signiert: O. Dorfner, Weimar).

€ 450

– Inhalt: Goethe. West-östlicher Divan. Leipzig, Insel 1923. Mit einem Titelbild.

Prächtiger Handeinband mit reicher Rückenvergoldung in sieben Feldern, davon drei mit Titeln. Vorderdeckel mit vergoldeter Vignette. Kopfschnitt, Deckel- und Innenkantenfileten vergoldet. – Vorsätze und Spiegel aus schwarz-goldenem Marmorpapier. – Aus dem 15. Tausend der erstmals 1912 erschienen Neuausgabe durch Hans Gerhard Gräf. – Schön erhalten, im Pappschuber.

18,0 : 11,0 cm. 338 cm.

Sarkowski 612 A

470  Einbände – Rostroter Ecrasélederband (signiert O. Dorfner, Weimar) mit ornamentaler Vergoldung.

€ 600

– Inhalt: Eugen Roth. Ein Mensch. Unveröffentlichte Gedichte. Leipzig 1942.

Privatdruck für die Mitglieder des Graphischen Bundes, herausgegeben von der Jungmannschaft Leipziger Meisterschüler. – Auf dem Titelblatt die gedruckte rätselhafte Widmung »Unsern Bkn als Geburtstagsgruß für das Jahr 1942«. Der Graphische Bund Leipzig wurde 1899 gegründet. – Enthält 14 Gedichte von Eugen Roth, jedes beginnt »Ein Mensch …«, das erste betitelt »Für die Buchdrucker«. – Auf Japanpapier. – Reizvoller kleinformatiger Einband Dorfners: Beide Deckel mit großzügigem vergoldetem Bogenmuster; Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt ebenfalls vergoldet. – Mit Schutzpapierumschlag und Schuber, von Dorfner eigenhändig beschriftet. – Tadellos erhalten.

21,0 : 10,3 cm. 16 Seiten.

471  Alexander Olbricht. Ober-Weimar.

€ 1000

Sechs kolorierte Radierungen. Um 1920. Ca. 5 : 6 bis 8 : 11 cm. Signiert, betitelt und bezeichnet.

Auf dünnem Japanpapier. – Enthält folgende Radierungen: »Haus mit Laube«, »Am Viadukt in Weimar«, »Seifengasse in Weimar«, »OberWeimar«, »Mauerecke«, »Eingeschneites Haus No. 189a zu OberWeimar«, blattweise signiert und mit Reihen- und Einzeltitel, »Vorzugsdr.« sowie einer Exemplarnummer bezeichnet. Alle in Passepartouts und diese in dunkelgrüner Kalbledermappe. Innendeckel mit Olbrichts eigenhändigem und signiertem Hinweis »handkolorierte Vorzugsdrucke«. – Die Mappe wurde angefertigt und signiert von Otto Dorfner, Weimar. Der Rückentitel, die Deckelkantenfileten und Eckverzierungen sowie Olbrichts Monogramm auf dem Vorderdeckel wurden vergoldet. Die Innendeckel und Mappenflügel sind mit gelbem Kleisterpapier bezogen. – Alexander Olbricht (1876–1942) kam 1899 nach Weimar und studierte an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule. 1902 begegnete er Marcus Behmer, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. In den 1920er Jahren war er Professor an der Weimarer Hochschule für bildende Künste.

17,9 : 23,5 cm (Kassette). – Vier Radierungen mit kleinen, kaum merklichen Stockflecken.

472  Reiher-Verlag – Stille Musik.

€ 300

26 Original-Holzschnitte von Alexander Olbricht mit Versen deutscher Dichter. Weimar, Reiher 1922. Mit 13 ganzseitigen und 13 Holzschnitten im Text, davon fünf koloriert. Ohne Einband.

Unnummeriertes Exemplar. – Auf Bütten. – Einen Teil der Holzschnitte, die auf der Reiher-Presse gedruckt wurden, kolorierte der Künstler.

22 : 18 cm. [48] Seiten. – Eine Seite mit kleinem Einriss (1,5 cm).

473  Reiher-Verlag – Alexander Olbricht. Holzschnitte.

€ 500

Acht kolorierte Holzschnitte. Ca. 5: 5 bis 13 : 13 cm. Signiert und bezeichnet.

Auf dünnem Japanpapier. – Alle Holzschnitte signiert sowie mit »orig. Handdr.« und Werknummer bezeichnet. – Fünf der Motive wurden verwendet für »Stille Musik« (26 Original-Holzschnitte mit Versen deutscher Dichter, erschienen 1922 im Reiher-Verlag). – Alle unter Passepartout. – Die Passepartouts lose in handgefertigter Halbledermappe von Otto Dorfner: Schwarzer Kalblederrücken mit vergoldetem Titel, blaue Kleisterpapierbezüge und vergoldete Schmuckkanten.

27,5 : 24,0 cm (Mappe).

474  Reiher-Verlag – Alexander Olbricht. Dreissig Radierungen.

€ 1500

Weimar, Reiher 1923. 30 Radierungen und eine Titelvignette, alle koloriert, 29 signiert, sowie ein gestochener Druckvermerk. Roter Originalsaffianlederband mit vergoldeten Titeln, Fileten und Stehkantenbordüren; Kopfschnitt vergoldet (signiert: O. Dorfner, Weimar). Mit Schutzpapierumschlag und Schuber.

Eins von 50 Exemplaren. – Sehr seltene Folge der meist kleinformatigen Radierungen. – Gedruckt auf verschieden farbigem Bütten und vom Künstler zart koloriert. – Alexander Olbricht (1876–1942) war zusammen mit Walther Klemm, der zu den ersten Lehrern des Weimarer Bauhauses gehörte, künstlerischer Mitarbeiter des Reiher-Verlages. Diesen hatte Otto Dorfner 1922 gegründet und leitete ihn zusammen mit seiner Frau Margarethe. – Tadellos schönes Exemplar.

12,8 : 16,5 cm. 32 Radierungen.

475  Reiher-Verlag – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

€ 300

Weimar, Reiher 1924. Mit sieben signierten Radierungen von Walther Klemm, davon eine als Titelvignette. Roter Originalhalbmaroquinband mit schwarz-goldenen Buntpapierbezügen. Rückentitel, Deckelfileten und Kopfschnitt vergoldet (Otto Dorfner, Weimar).

Eins von 100 Exemplaren der Ausgabe B (Gesamtauflage 150). – Otto Dorfner hatte 1922 den Reiher-Verlag gegründet. Künstlerische Mitarbeiter waren Alexander Olbricht und Walther Klemm. – Den Text druckte die renommierte Weimarer Druckerei Deitsch & Brückner, die Radierungen H. Wetteroth, München. – Auf feingeripptem Bütten.

25,3 : 16,9 cm. [2], 101, [3] Seiten, 6 Radierungen. – An den Kapitalen minimal berieben. – Die äußersten Ränder leicht angestaubt.

Sennewald 24, 1. – Fromm I, 1537

476  Weimarschau-Verlag – Gottfried August Bürger. Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen,

€ 750

wie er dieselben bei der Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt. Mit vielen Holzschnitten von Walther Klemm. Weimar, Weimarschau-Verlag 1923. Mit 52 signierten und kolorierten Holzschnitten, davon fünf blattgroß. Dunkelbrauner Ecrasélederband mit reicher Steh- und Innenkanten-, sowie Rückentitel- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Johannes Gerbers Hamburg 1923). Im samtgefütterten Schuber mit Lederkanten.

Erster Druck des Weimarschau-Verlages, in dem 1923 drei von Klemm illustrierte Bücher erschienen. – Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen, von der nur 100 nummerierte Exemplare mit signierten Holzschnitten erschienen sind. Hier eins der wenigen Exemplare mit kolorierten Holzschnitten, also eine Vorzugsausgabe der Luxusedition. – Walther Klemm (1883–1957) war bereits seit 1913 Leiter der Graphikabteilung der Weimarer Großherzoglich Sächsischen Hochschule, aus der 1919 das Bauhaus hervorging. Er zählte von Anfang an zu dessen Meistern. »Große Verdienste erwarb er sich als Illustrator von Werken der Weltliteratur. Seine Bildbeigaben zu Goethes »Reiner Fuchs« und Cervantes’ »Don Quixote« sind Meisterwerke der Buchillustrationskunst […]« (Tesch/Völkel, Kleines Lexikon Bauhaus). – Gedruckt in der dem Bauhaus nahestehenden Utopia-Druckerei. – Auf Bütten, Teile des Titels und die Kapitelüberschriften wurden in Blau gedruckt. – Gebunden in der Hamburger Meisterbuchbinderei, außen zurückhaltend, innen mit breiten vergoldeten Bordüren und Marmorpapierspiegeln und -vorsätzen prächtig. – Vom leicht aufgehellten Rücken abgesehen – tadellos erhalten.

29,6 : 23,0 cm. 95, [5] Seiten.

Wackermann 1.112 (»Sehr seltene Ausgabe«). – Sennewald 23,1

477  Weimarschau-Verlag – Miguel de Cervantes Saavedra. Leben und Taten des scharfsinnigen Junkers Don Quixote de la Mancha.

€ 300

Mit vielen Original-Steinzeichnungen von Walther Klemm. Weimar, Weimarschau-Verlag 1923. Mit 52 monogrammierten Lithographien im Text, davon sechs blattgroß. Späterer Halblederband mit Rückenschild.

Zweiter Druck des Weimarschau-Verlages. – Wohl neben der Auflage von nur 100 nummerierten Exemplaren gedruckt, vom Künstler im Druckvermerk signiert und mit »wurde als Sonderdruck hergestellt« bezeichnet. – Gedruckt in der dem Bauhaus nahestehenden Utopia-Druckerei. – Auf Bütten. – Die Lithographien mit Tonplatte gedruckt und alle monogrammiert. – Alle blattgroßen Lithographien mit dem Sammlerstempel von Heinrich Stinnes (Lugt 4437), zwei mit Bleistiftanmerkungen des Künstlers »Sonderdruck vor der Auflage«, zwei mit »1/100 Bütten«.

29,5 : 23,5 cm. [3]-286, [4] Seiten. – Es fehlt wohl das Vortitelblatt. Das erste und letzte Blatt minimal geknickt.

Sennewald 23,2

478  Walther Klemm – Gustave Flaubert. Die Sage von St. Julian dem Gastfreien.

€ 200

Holzschnitte von Walther Klemm. Weimar, Martin Biewald [1923]. Mit acht kolorierten und signierten blattgroßen Holzschnitten. Originalhalbpergamentband mit kolorierter Holzschnitt-Deckelvignette.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 165). – Auf blütenweißem Japanbütten »Zonen Van Geldern« und wie die Vorzugsexemplare koloriert und signiert. – Die Einbände der 15 Vorzugsexemplare fertigte Anny Wottitz, es kann vermutet werden, dass die 150 Halbpergamentbände in der Werkstatt Dorfner entstanden. – Der Weimarer Verleger Martin Biewald übernahm auch die Auslieferung für Publikationen des Utopia-Verlags. – Die Übersetzung von Bruno Maria Adler war bereits die sechste deutsche Fassung. Der Text wurde in diesen Jahren auch von Max Kaus und Max Unold illustriert.

24,3 : 17,0 cm. [70!] Seiten.

Rodenberg 166, Anm. 8. – Sennewald 23, 4. – Katalog Lindenau-Museum 1990–1997 (datiert 1928). – Fromm III, 9317

479  Walther Klemm. Das Tierbuch.

€ 300 ( R7 )

60 Lithos. [München um 1940?]. Mit 60 Lithographien. Originalhalbleinenband mit Deckelillustration.

Eins von 50 mit der Hand noch vor der öffentlichen Ausgabe abgezogenen Exemplaren. – Mit eigenhändigem und signierten Druckvermerk von Walther Klemm und seiner eigenhändigen Widmung »zur freundlichen Erinnerung« für die Schweizer Künstlerin Elly Bernet-Studer auf dem Vorsatzblattt. – Die Deckelillustration der Ausgabe von 1943 (München, Einhorn) ist abweichend, die hier vorliegende Version diente dort als Titelillustration. Bereits 1929 erschien eine Ausgabe mit 150 Illustrationen in anderem Format. – Sehr selten.

27,0 : 39,0 cm. 60 Blätter. – Leinenrücken mit kleinen Stockflecken, unteres Kapital leicht bestoßen. – Vorsatzblätter mit Spuren von entfernten Klebestreifen. Drei Tafeln mit restaurierten Einrissen, eine mit Knick. Ränder papierbedingt etwas gebräunt, vereinzelt mit winzigen Randläsuren.

Sennewald 43,6 (ungenau und irreführend)

480  Bremer Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 500 ( R7 )

Nach der Abschrift der Luise von Goechhausen (Urfaust) mit Übertragung in Goethes Schreibweise. Bad Tölz 1920. Originalpergamentband. Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei F. TH.).

Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben von Max Hecker. – Titel und Initialen von Anna Simons. – Nicht von ungefähr verweist Julius Rodenberg hier auf die Faust-Drucke von Cobden-Sandersons Doves Press: Auch beim Druck der Bremer Presse übernahm man z.B. die in Hammersmith übliche Bogensignatur „a“ auf der ansonsten leeren und unpaginierten ersten Seite.

27,4 : 18,0 cm. [6], 110, [8] Seiten.

Lehnacker 7. – Rodenberg 57, 7

481  Bremer Presse – Biblia.

€ 2500 ( R7 )

Das ist: Die Gantze Heilige Schrifft – Deudsch. D. Martin Luther. Erster [bis] Fünfter Band. München 1926–1928. Handgebundene terrakottafarbene Lederbände mit Filetenvergoldung der Rückenfelder und Deckelkanten und je zwei braun-goldenen Rückenschildern.

Eins von 365 nummerierten Exemplaren. – Auf unbeschnittenem Zanders-Bütten. – Gesetzt aus der für diese Bibel-Ausgabe geschnittenen »Deutschen Schrift«, der danach sogenannten »Bibel-Type«, die wie alle Druckschriften der Presse 1944 bei einer Bombardierung Münchens vernichtet wurde. – Die Titel und alle Initialen zeichnete Anna Simons. – Dieses umfangreichste Werk der Bremer Presse erschien anlässlich der 400 Jahre zuvor abgeschlossenen Luther-Übersetzung. Die Textdurchsicht auf Grundlage der Luther-Ausgaben von 1545 und 1546 übernahm der Münchner Germanist Carl von Kraus, der bereits andere Ausgaben der Bremer Presse betreut hatte. – Gliederung: Die fünf Bücher Mose; Die historischen Bücher des Alten Testaments; Die prophetischen Bücher und die Apokryphen; Die Propheten; Das Neue Testament. – Tadellos erhaltenes Exemplar dieser typographischen Großtat in schönen Handeinbänden im Stil der Bremer Binderei.

36,2 : 26,2 cm. Zusammen etwa 2200 Seiten.

Lehnacker 22–26. – Rodenberg 485, 22. – Schauer II, 69 (mit Abbildungen)

482  Bremer Presse – Corona.

€ 300

Erstes Jahr. Erstes [bis] Sechstes Heft. München-Zürich, Bremer Presse 1930/1931. Sechs Originalbroschuren in Büttenumschlägen mit goldgeprägten Titeln.

Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders-Bütten. – Im ersten Heft der erste Vorabdruck von Thomas Manns »Jaakobsgeschichten.« – Titel und Initialen wurden von Anna Simons gezeichnet. – Mit Beiträgen von Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke Rudolf Alexander Schröder, Rudolf Borchardt, Lafcadio Hearn, Thomas Hardy, Hermann Hesse, Thornton Wilder, Paul Valéry, Selma Lagerlöf, Hans Carossa u.v.a. – Als 1927 die »Neuen Deutschen Beiträge« von Hugo von Hofmannsthal ihr Erscheinen einstellen mussten, plante Martin Bodmer als Nachfolge die Zeitschrift »Corona«. Durch den Tod Hofmannsthals zerschlug sich der Plan zunächst, erst 1930 erschien nun die neue Zeitschrift, deren Anspruch es war, die geistige Krise Europas zu analysieren und eine hohe literarische Kultur in dunkler Zeit zu bewahren, im Verlag der Bremer Presse. – Sehr schöne Exemplare.

28,5 : 19,5 cm. – Einige Ränder schwach gebräunt.

Lehnacker 84. – Dietzel/Hügel 575. – Potempa D 4.11

483  Büchergilde Gutenberg – Moritz Hartmann. Der Krieg um den Wald.

€ 300

Eine Historie. Leipzig, Büchergilde Gutenberg 1925. Mit einem blattgroßen Titelholzschnitt und Buchschmuck von Curt Reibetanz. Grüner (Original?)-Maroquinband mit Vergoldung.

Das vierte Buch der Büchergilde, der Roman mit historisch interessanten Berichten von den Reisen des Autors (1821–1872) erschien erstmals 1850. – Neben dem Frontispiz steuerte Reibetanz große, in Blau gedruckte Initialen sowie Holzschnitt-Vignetten und -Bordüren bei. – Beide Deckel mit Fileten-Rhomben-Muster mit Fleurons, wie der Rückentitel und die Innenkantenfileten goldgeprägt. Eventuell stammt der Einband aus der Binderei Gustav Fritzsche, Leipzig, was auf eine Vorzugsausgabe der Büchergilde hinweisen würde. – Mit einem eigenhändigen Brief von Elisabeth Schröder an einen Herrn Braunsdorf, einen langjährigen Mitarbeiter der Büchergilde. Die Schwiegereltern von Elisabeth Schröder waren beide für die Büchergilde tätig. Sie übersendet ihm das Buch aus der Bibliothek ihres Schwiegervaters, der sich »über Ihre Arbeit für die Büchergilde immer gefreut hat«.

22,5 : 17,0 cm. 192, [4] Seiten. – Rücken stark verfärbt, sonst tadellos.

Sieh www.spd.berlin/partei/unsere-geschichte/personen/l-z/schroeder-elisabeth/

484  Chrysos-Druck – E. T. A. Hoffmann. Ignaz Denner.

€ 350

Mit 12 handkolorierten Originallithographien von Walter Wellenstein. Berlin, Carl P. Chryselius 1923. Mit zwölf signierten handkolorierten Lithographien, eine davon als Textillustration. Originalhalbpergamentband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Erster Chrysos-Druck. – Eins von 200 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Druck der Lithographien auf der Handpresse des Staatlichen Kunstgewerbemuseums in Berlin. – Text auf Bütten in der Manuskript-Gotisch. – Walter Wellenstein (1898–1970) studierte an der Kunsthochschule Berlin bei Emil Orlik und der Berliner Akademie. Er veröffentlichte Zeichnungen u. a. im »Simplicissimus« und »Eulenspiegel«, illustrierte das Gesamtwerk von E. T. A. Hoffmann, russische Literatur und Kinderbücher. – Bis auf wenige kleine Stockflecken auf den Vorsätzen tadellos schönes Exemplar.

30,4 : 24,8 cm. 44, [4] Seiten, 11 Lithographien.

Sennewald 23,1

485  Harry Graf Kessler – Georges Lemmen. Werbeprospekt zu Kesslers »Notizen über Mexico«

€ 150

Strichätzung in Rot und Schwarz. 1898. 16,1 :11.3 cm. Im Druck monogrammiert.

Sehr seltener Verlagsprospekt für Kesslers Erstlingswerk, das 1898 bei dem Verleger der Zeitschrift »Pan«, F. Fontane in Berlin, erschien. Den Buchschmuck entwarfen Georges Lemmen und J. Burn, Einband und Titel zeichnete George Lemmen. Der belgische Künstler (1865–1916) wurde kurz darauf einer der ersten künstlerischen Mitarbeiter des Insel-Verlages. – Auf Bütten. – Rückseitig Werbetext der Kunstanstalt Albert Fritsch, Berlin.

Brinks, Kessler 2015, S. 12 mit Abbildung

486  Harry Graf Kessler. Kunst und Religion.

€ 300

I: Die Kunst und die religioese Masse. [Berlin 1899?]. Originalbroschur.

Erste Einzelausgabe. – Sonderabdruck aus der Zeitschrift »Pan« (Heft V, 3), Neusatz in deutlich kleinerem Format. – Gedruckt bei W. Drugulin, Leipzig, auf festem Bütten. – »Kesslers 1897 begonnener Vergleich der Phänomene ›Kunst‹ und ›Religion‹ erscheint […] mit einem Plädoyer für die Kunst als (neue) Religion bzw. Religionsersatz, was ihm v. a. das Lob seines gleichgesinnten Freundes Bodenhausen einbringt, der ihm daraufhin rät, seine immer noch angestrebte Karriere als Diplomat aufzugeben, und ›ganz hinein in die Kunst‹ zu springen, da diese ein ›großer, bestimmender Kulturfaktor‹ sei« (zitiert nach Katalog Burgk). – Kessler unterstützte die Zeitschrift finanziell, konnte sich aber nie zu einem leitenden Engagement entschließen. Auf der auf sein Betreiben hin einberufenen General-Versammlung am 4. November 1899 versuchte er erfolglos eine Fusion mit der neuen Zeitschrift »Die Insel« zu erwirken – im Sommer 1900 erschien das letzte Pan-Heft.

23,5 : 16,5 cm. 47, [1] Seiten. – Umschlag mit kleinen Randläsuren. Rücken oben an den Gelenken eingerissen.

Vgl. Kat. 100 Jahre Cranach Presse (Weimar 2013), S. 32, und Kat. Museum Schloß Burgk 1999, S. 15

487  Cranach-Presse – Aristide Maillol. Tityre [pour Première églogue de Virgile].

€ 200

Holzschnitt. 1913/14. 9,0 : 10,3 cm.

Probedruck, wohl sechste und nahezu endgültige Fassung. – Auf Maillol-Kessler-Bütten mit Wasserzeichen. – Fassung vor dem Text, mit kleiner eigenhändiger Anmerkung Kesslers. – Bereits 1913/14 begannen die Vorarbeiten zum ersten großen Druck der Cranach-Presse, Vergils »Eclogen«. Erst 1926 waren die Arbeiten an Holzschnitten, Typographie und Papier, verzögert durch Krieg, Krankheit und finanzielle Schwierigkeiten, abgeschlossen.

Guérin 18

488  Cranach Presse – Maurice Maeterlinck. La puissance des morts.

€ 1800

Weimar 1916. Gefalteter Bogen.

Exemplar 3 von 50. – Auf Van Gelder-Bütten. – Im Auftrag von Henry van de Velde von der Cranach Presse angefertigter Kriegsdruck, der als Manuskript gedruckt wurde und nicht in den Handel gelangte. – Henry van de Velde, der auch die typographische Gestaltung übernahm, ließ hier – während des Ersten Weltkriegs – mit Maeterlinck einen der wichtigsten belgischen Schriftsteller zu Wort kommen, zwei Jahre nachdem deutsche Truppen die Universitätsbibliothek Löwen in Belgien niedergebrannt hatten. – Aufgrund der kleinen Auflage und des ephemeren Charakters sehr selten. Selbst Renate Müller-Krumbach konnte kein Exemplar nachweisen, ihre Beschreibung beruht auf den Angaben in Kesslers Titelverzeichnis.

21,8 : 13,5 cm. [2], 5, [1] Seiten. – Vereinzelt wenige, letze Seite mit einigen Stockflecken.

Müller-Krumbach 24. – Brinks, Cranach Presse 40. – Brinks, van de Velde 132. – Weber 74

489  Cranach-Presse – Harry Graf Kessler. Krieg und Zusammenbruch aus Feldpostbriefen 1914–18.

€ 1200

Weimar 1921. Originalbroschur, Vorderumschlag mit Lithographie von Georg Mathéy.

Privatdruck der Cranach-Presse, Weimar. – Eins von 30 nummerierten Vorzugsexemplaren auf Bütten, ohne Namen des Empfängers (Gesamtauflage 130). – Handpressendruck unter Leitung von Harry Graf Kessler, der mit diesem Buch nach den Kriegsdrucken wieder die Verantwortung für eine Publikation der Presse übernahm. – Die Umschlagillustration ist die erste Arbeit von Georg Mathéy für die Cranach-Presse. – »Dieser Druck ist vertraulich. Es wird gebeten, ihn nicht zu verleihen oder aus der Hand zu geben« (Druckvermerk). Enthalten sind 24 Briefe von Kessler an Gustav Richter, Hugo von Hofmannsthal und seinen Freund Eberhard von Bodenhausen. Der letzte Brief vom 12. November 1918 an Fritz von Schöler in Bern endet: »Sollten die Waffenstillstandsbedingungen nicht gemildert werden, so wird die Katastrophe nicht zu vermeiden sein und der Bolschewismus Europa verschlingen«. Kesslers Befürchtung bewahrheitete sich nicht, die Verführung des Deutschen Volkes durch Adolf Hitler unter Berufung auf den Versailler »Schandfrieden« führte dennoch in die Katastrophe des 20. Jahrhunderts. – Eines der seltensten Bücher der Cranach Presse, hier unbeschnitten und in der Originalbroschur.

25,4 : 16,8 cm. [4], 134, [2] Seiten.

Müller-Krumbach 33. – Brinks 53. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 32. – Schauer II, 75

490  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Duineser Elegien.

€ 2500

Elegies from the Castle of Duino. Translated from the German of Rainer Maria Rilke by V. Sackville-West and Edward Sackville-West. London, Hogarth Press & Leipzig, Insel 1931. Mit 20 Holzschnitt-Initialen von Eric Gill. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe der englisch-deutschen Parallelausgabe. – Eins von 230 nummerierten Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 238). – Im Druckvermerk von den Übersetzern Victoria Mary Sackville-West und ihrem Vater Edward signiert. – Satz aus der Johnston-Kursiv und Jenson-Antiqua in teils verwegener Kombination, gedruckt auf der Cranach Presse, einige Zeilen in Rot. – Rilke schrieb die meisten der zehn Elegien auf Schloss Duino, wo er sich mehrfach länger aufhielt. Die Schlossherrin Teresa Thurn-Hofer Valsassina und ihre Tochter Maria von Thurn und Taxis eröffneten Ende des 19. Jahrhunderts einen Salon der internationalen Kunst, Literatur, Kultur und Politik. Franz Liszt, Johann Strauss, Gabriele d`Anunzio, Victor Hugo, Franz Joseph und Sisi und Erzherzog Franz Ferdinand zählten zu den Gästen, Maria von Thurn und Taxis war lange Jahre mit Rilke befreundet. Beendet wurden die Elegien im Februar 1922, 1923 erschien die deutsche Ausgabe.

25,3 : 16,3 cm. [2], 132, [2] Seiten. – Rücken mit einigen winzigen Braunflecken. Obere Ecken minimal bestoßen. – Die unbeschnittenen Ränder minimal stockfleckig, ein Blatt mit kleinem Braunfleck am Seitenrand.

Müller-Krumbach 54. – Brinks 87. – Schauer II, 75 (Abbildung). – Sarkowski 1338a. – Gill 347. – Mises 601

491  Cranach-Presse – Pierre de Margerie. Allocution prononcée à l’ouverture de l’exposition »Le Salon des Bibliophiles« à Berlin le XIII. Octobre MCMXXIX.

€ 1200

Éloge de la typographie prononcé. Paris, Edition de Cluny 1931. Mit einer großen Initiale von Eric Gill, figürlich ornamentiert von Aristide Maillol, in Rot gedruckt und vergoldet. Originalinterimspappband.

Erste Ausgabe, erster Druck. – Auf Monval-Bütten mit Wasserzeichen »MK«. – Sechs einseitig bedruckte Doppelblätter, somit Schön- und Wiederdruck getrennt, aber in korrekter Seitenfolge geheftet. Nach der unpaginierten Seite 14 mit dem Druckvermerk ist ein weiteres Doppelblatt eingeheftet: Linke Seite mit dem Titel, rechts die Seite 4 mit der Initiale »C«, diese wie bei den Pergament- und einigen Büttenexemplaren handvergoldet und von Max Goertz mit Lapislazuli gehöht. Bei dem Doppelblatt handelt es sich eventuell um einen Probedruck oder ein Werbeblatt auf Auflagenpapier. – Eins der im Januar 1931 gedruckten Exemplare mit Angabe der geplanten Auflagen von 170 Bütten- und 15 Pergamentexemplaren. Im Februar, noch während des Fortdrucks, korrigierte Kessler wohl angesichts geringerer Nachfrage Auflage und Druckvermerk auf 115 Bütten- und 14 Pergamentexemplare. – Die Rede des französischen Botschafters in Berlin anlässlich der Eröffnung einer von der Deutsch-Französischen Gesellschaft ausgerichteten Ausstellung wurde auf der Cranach Presse in Weimar gedruckt. Harry Graf Kessler stand Roland de Margerie, dem Sohn des Botschafters, nahe. Als französischer Gesandtschaftssekretär in Berlin warnte dieser im März 1933 Kessler, er solle von seiner Parisreise nicht nach Deutschland zurückkehren.

29,3 : 18,3 cm. Blätter [3]–12, 2 ungezählte Blätter, 1 Doppelblatt. – Das letzte Doppelblatt mit leichtem Bräunungsabklatsch einer entfernten Beilage.

Brinks 84. – Müller-Krumbach 53. – Schauer II, 75. – Guerin 63.I. – Gill 347a

492  Cranach Presse – The Song of Songs

€ 300

in Latin with eleven wood-engravings and eighteen initials designed and cut by Eric Gill. Weimar, Cranach Presse 1931. Gefalzter Doppelbogen.

Englischer Prospekt zum »Canticum Canticorum Salomonis«. – Auf Bütten. – Satz, Druck und Schrift wie in der Buchausgabe. – Das Doppelblatt mit dem Titel in Rot und Schwarz, innen die Seiten 26 und 27 mit einem ganzseitigen Holzschnitt und zwei Holzschnitt-Initialen, auf der Rückseite die Angaben zu den drei Ausgaben (Bütten, Japan, Pergament) mit Preisen und Verlegeranschrift. Die dort angekündigte Extrasuite der Holzschnitte für die Pergamentexemplare wurde ebenso wenig realisiert wie eine hier suggerierte englische Ausgabe. – Der vorliegende Bogen besteht aus zwei identischen noch nicht getrennten Exemplaren des Prospekts und umfasst insgesamt acht Seiten. – Dazu: Le Cantique des Cantiques de Salomon. Texte d’apres la traduction française de Lemaistre de Saci. Weimar 1931. – Das erste von zwei Blättern des französischen Prospekts, der Holzschnitt abweichend von dem im englischen Prospekt.

26 : 13 cm.

Brinks 90 und 92. – Nicht bei Müller-Krumbach

493  Harry Graf Kessler. Aristide Maillol.

€ 200

Sculptures – Peintures – Dessins – Gravures sur Bois – Livres. Bruxelles, Galerie Georges Giroux 1929. Mit 20 Abbildungen. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – In dem Katalog anlässlich der Ausstellung vom 23. Februar bis 6. März 1929 in der Galerie Georges Giroux, Brüssel. Gezeigt wurden 21 Skulpturen, ein Gemälde, 31 Zeichnungen, 33 Holzschnitte und der »Vergil« der Cranach-Presse, vieles aus der Sammlung Kesslers. – Im Dezember 1928 zeigte die Düsseldorfer Galerie Flechtheim eine große Werkschau Maillols, der damalige Text hier in französischer Fassung.

23,0 : 19,0 cm. 30, [2] Seiten. – Umschlag am Rückenfalz eingerissen, etwas gebräunt.

494  Aristide Maillol – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

€ 1000

Version d’Aymot revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit 48 Textholzschnitten und sieben Holzschnitt-Initialen, zwei Suiten der Holzschnitte. Pergamentband und Halbpergamentchemise mit kalligraphierten Titeln, zusammen in Schuber. Originalumschläge eingebunden bzw. eingelegt.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Römisch nummeriertes Exemplar »hors commerce«, die für den Handel bestimmte Auflage betrug 500 Exemplare. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten mit Maillols Wasserzeichen. – Mit einer in Rot auf Bütten gedruckten Suite aller 46 Holzschnitte – zwei Vignetten im Buch wurden dort wiederholt verwendet – und 15 ornamentierten Initialen auf einem Blatt sowie einer Folge von 31 in Schwarz gedruckten, darunter einige Zustandsdrucke vor Entfernung der flächigen Bereiche der Holzstöcke. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […] is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan). – Schönes Exemplar mit Suite und Beigaben, die Einbände von schlichter Eleganz.

22,0 : 14,0 cm. [12], 217, [15] Seiten, 116 Holzschnitte.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174. – Vgl. Guérin 76–127

495  Aristide Maillol – Quintus Horatius Flaccus. Carmina. Odes I [et] II.

€ 750

Texte latin et traduction en vers par le Baron Delort. Gravures sur bois d’Aristide Maillol. Paris, Philippe Gonin 1939–1958. Mit 118 Textholzschnitten. Halblederbände mit Furnierapplikationen, Rückentitel, Deckelfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: A. Lobstein). Die Originalumschläge wurden eingebunden.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe, jedoch ohne die Suiten (Gesamtauflage 450). – Auf Maillol-Bütten. – Druckvermerke vom Verleger paraphiert. – Ursprünglich plante Harry Graf Kessler eine Ausgabe des Horaz. Bereits 1930 beauftragte er Maillol mit den Illustrationen, es existieren Probedrucke dieses Vorhabens, die Cranach-Presse wurde aber 1931 geschlossen und das Projekt ad acta gelegt. Die Horaz-Holzschnitte von Maillol entstanden bereits 1939, der Textsatz und Druck des Gesamtwerkes erfolgte aber erst 1958. Gonin hatte zeitgleich (1937–1943) auch die von der Cranach-Presse nur bis zu Probedrucken gelangten »Georgica«, den zweiten Teil des Vergil, herausgebracht. – Sehr gut erhalten und elegant gebunden von Alain Lobstein, Paris.

21 : 14 cm. [8], 179, [5] Seiten; [4], 278, [2] Seiten. – Lederexlibris Francis Kettaneh.

Monod 6091

496  Ernst Ludwig Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Hermann und Dorothea.

€ 2000

Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Titel und neun ornamentierten un kolorierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband; Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. Mit Schutzpapierumschlag in roter Originalseidenkassette mit goldgeprägter Deckelvignette.

Zweites Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 180 Exemplaren auf Bütten, aber wie bei den 20 Vorzugsexemplaren hier die blattvergoldeten Initialen mit grün koloriertem Ornamentschmuck und wie die Vorzugsausgabe in helles Kalbleder gebunden und in der roten Originalseidenkassette. Einband und Kassette mit der Titelvignette in Gold, der Einband hier ohne Rückentitel. – Das Titelblatt, eines der berühmtesten der deutschen Buchkultur des 20. Jahrhunderts, wurde in Schwarz gedruckt und blattvergoldet. – Gesetzt aus der Cicero Römische Antiqua. – Mit Dedikationsblatt der Düsseldorfer Buchbinderei Karl Hanke für Prälat Johannes Braun (1879-1958), der seit 1909 im Dienst des Borromäusvereins Bonn stand. – Insgesamt sehr gut erhaltenes Exemplar in einer wahrscheinlich unikaten Variante.

28,2 : 19,3 cm. [4], 57, [3] Seiten. – Die Seidenkassette am Vordergelenk leicht angeplatzt. – Vorderes Innengelenk leicht angeplatzt. Vorsätze leicht, das Folgeblatt minimal stockfleckig. Wie fast immer mit schwachem Abklatsch der Titelillustration auf die angrenzenden Seiten.

Stürz 2. – Sarkowski 587. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Kleukens-Archiv ELP 3 u. I, Seite 96 (Notiz von Kleukens zur Handkolorierung der Initialen)

497  Ernst Ludwig Presse – Die Psalmen.

€ 250

Leipzig, Insel 1911. Mit zahlreichen Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Originalpergamentband mit reicher Deckelvergoldung und Kopfgoldschnitt. Im neuen Schuber.

15. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 440 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 500). – Gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua. – Die Titel und die 150 Initialen zeichnete Friedrich Wilhelm Kleukens, der auch den Einband entwarf. Die von ihm vorgeschlagene Titelzeichnung wurde von Anton Kippenberg abgelehnt, der damit zum ersten Mal in die Buchgestaltung der Presse eingegriffen hatte. – Breitrandiger eleganter Druck.

33,0 : 23,0 cm. 119, [1] Seiten. – Kanten leicht berieben. – Exlibris, gegenüberliegende Seite mit Abklatsch. Vorsätze mit wenigen winzigen Stockflecken.

Stürz 15. – Sarkowski 1270. – Rodenberg 75. – Schauer II, 65

498  Ernst Ludwig Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Gott und Welt.

€ 300

Darmstadt 1913. Schwarzer Originalkalblederband mit goldgeprägtem Deckeltitel und Kopfgoldschnitt.

21. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 100). – Gesetzt aus der Korpus Helga Antiqua.

23,4 : 16,3 cm. 58, [2] Seiten. – Stehkanten minimal berieben. – Innen makellos.

Stürz 21. – Sarkowski 586. – Rodenberg 76, 21

499  Ernst Ludwig Presse – Georg Trakl. Der Herbst des Einsamen.

€ 600

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher des Kurt Wolff Verlages, Band 1. – Eins von 350 Exemplaren. – Gesetzt aus der Petit Kleukens-Antiqua, Handpressendruck von C. H. Kleukens auf Bütten, die Einbände der Reihe entwarf Emil Preetorius. – 1919 gründete Christian Heinrich Kleukens zusammen mit Rudolf G. Binding die »Kleukens-Presse« in Nieder-Ramstadt bei Darmstadt und übernahm bald darauf auch wieder die Leitung der Ernst Ludwig Presse, die der Verleger Kurt Wolff vorübergehend gepachtet hatte. Für ihn wurden innerhalb von drei Jahren die zehn »Stundenbücher« gedruckt. Es finden sich Gedichtbände eigener Autoren (Trakl, Tagore, Jammes, Werfel) neben Texten von Goethe, Eichendorff, Mörike, Hölderlin u. a. – Innen tadellos.

18 :12 cm. [2], 43, [7] Seiten. – Rücken etwas verblasst und berieben, Gelenke leicht brüchig.

Stürz 27. – Ritzer 1983 2.4. – Raabe/Hannich-Bode 304.5. – Göbel 506

500  Ernst Ludwig Presse – Franz Werfel. Arien.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher, Band IX. – Eins von 350 Exemplaren. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Druck in Rot und Schwarz. – Innen druckfrisch.

18,6 : 12,4 cm. 40, [8] Seiten. – Ecken minimal berieben, Hintergelenk oben angeplatzt. – Exlibris.

Stürz 35. – Raabe/Hannich-Bode 330.14. – Göbel 587

501  Ernst Ludwig Presse – Ch[ristian] H[einrich] Kleukens. Die Fabel vom Wind

€ 250

und andere Fabeln. [Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli] 1923. Originalhalblederband mit Oleographiepapierbezügen mit vergoldetem Rückentitel (signiert: Roland Meuter, Ascona).

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 250). – Gedruckt auf Einhorn-Bütten. – Die Kleukens-Fabeln wurden in »einer neuen eigenartigen Schrift, der Judith-Type« gedruckt (Julius Rodenberg). Jede Seite wurde in der von Christian Heinrich Kleukens entworfenen Schrift von Oskar Becker in Holz geschnitten.

19,0 : 14,5 cm. [20] Seiten.

Stürz 52. – Rodenberg 80. – Schauer II, 65

502  Ratio-Presse – Antoine de La Sale. Die fünfzehn Freuden der Ehe.

€ 350

Mit Zeichnungen von F. W. Kleukens. Darmstadt, Ratio-Presse 1924. Mit 16 Holzschnitten nach Zeichnungen, einer davon auf dem Titel, 15 blattgroß, und 16 Holzschnitt-Initialen. Originalhalblederband mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung. Im Schuber.

Sechster Druck der Ratio-Presse. – Eins von 280 Exemplaren in Halbleder (Gesamtauflage 300). – Die Zeichnungen von F. W. Kleukens wurden von Oskar Bangemann in Holz geschnitten. – Der Einband stammt von Ernst Rehbein. – Der von La Sale 1450 geschriebene Text wurde von Franz Blei ins Deutsche übertragen. – Sehr schönes Exemplar.

19,0 : 14,7 cm. 137, [5] Seiten. – Rücken minimal verblasst. – 2 Seiten mit kleinem Fleck.

Rodenberg 22. – Schauer II, 66

503  Ratio Presse – Reineke Fuchs.

€ 450

Nach der plattdeutschen Dichtung ins Hochdeutsche übertragen von D. W. Soltau und mit vielen Zeichnungen versehen von F. W. Kleukens. Darmstadt 1929. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber. – Widmungsexemplar.

Fünfter Druck der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse Darmstadt. – Eins von 150 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Kleukens-Fraktur der D. Stempel AG. – Mit eigenhändiger Widmung Kleukens’ »Herrn Bildhauer Stock freundschaftlich zugeeignet. Darmstadt, Juli 1940.« – Die zahlreichen humorigen Illustrationen wurden von Paula Kleukens-Raitz von Frenz, Kleukens’ Ehefrau, koloriert. – Tadellos.

30,6 : 21,3 cm. 127, [1] Seiten. – Weiterer handschriftlicher Eintrag auf dem Vorsatzblatt.

Rodenberg Nachtrag 552. – Schauer I, 66 und II, 66 mit Abbildung

504  Alfred Hoennicke – [Nikolaus] Lenau. Schilflieder.

€ 200

[Berlin-]Charlottenburg 1917. Mit einer kolorierten Titelvignette und zwei Vignetten im Text. Originalbroschur, Vorderdeckelillustration von Fritz Janowski.

Eins von 100 nummerierten Exemplaren. – Vom Herausgeber als Sommer-Gabe seiner Gattin gewidmet […] und nicht im Handel. – Für die Freunde der Daphnis-Drucke auf der Handpresse von Joh. Enschedé e Zonen gedruckt. – Eines der bei Backe nur erwähnten Exemplare mit der Eisvogel-Vignette anstelle der Beardsley-Zeichnung. – Selten.

17,7 : 11,2 cm. [16] Seiten. – Vorderdeckel leicht berieben und fleckig.

Backe/Köppen 13

505  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Chinesisch-Deutsche Gedichte.

€ 200

Berlin 1918. Originalhalbleinenband mit rot-weißen Tupfpapier-Deckelbezügen und Deckelschild (signiert: Daphnis-Binderei – O. Herfurth).

Eins von 100 Exemplaren. – Satz aus einer Schreibschrift von Hendrik Leendert de Jonge aus dem 17. Jahrhundert, verziert mit verschiedenen Bordüren. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Pannekoek-Bütten von Van Geldern. – Die Initialen in Grün gedruckt. – Als Blockbuch gebunden. – Die »Chinesisch-Deutschen Gedichte« bildeten den letzten Lyrikzyklus Goethes.

23,8 : 15,2 cm. 18 unnummerierte Doppelblätter (erstes leer). – Deckel leicht aufgebogen, Kanten etwas berieben. Bezugspapier an den Ränder leicht abgegriffen. – Vorsatzblatt mit handschriftlichem Vermerk.

Backe 17. – Rodenberg 325

506  Johann Holtz – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 200

Eine Tragödie. Geschrieben von Johann Holtz, Flensburg. Zollikon, Paul Bender [um 1925]. Mit farbigen Zwischentiteln, Kopfvignetten und zahlreichen Initialen. Hellroter Originalkalblederband, Deckelvignette und Rückentitel goldgeprägt, Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Auf Velin. – Das frühe Faksimile entstand nach der Handschrift von Johann Holtz mit den prachtvollen Illustrationen und Verzierungen. Seine »Faust«-Handschrift gilt als bedeutendste seiner Kalligraphien und wurde mehrfach nachgedruckt.

38,5 : 26,5 cm. [160] Seiten. – Rücken verblasst.

507  Insel Verlag – Alexander Pope. Der Lockenraub.

€ 750

Ein komisches Heldengedicht. Mit neun Zeichnungen von A. Beardsley. Leipzig, Insel 1908. Mit neun Illustrationen, davon sieben blattgroß. Blauer Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelillustration. Rückentitel, Deckelfileten und Kopfschnitt vergoldet. In grünem Originalwildseidenumschlag und -schuber.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 800). – 1714 erschien der Text von Pope erstmals in der vorliegenden »Five Cantos«-Fassung. Seine größte Verbreitung hat er sicher mit den kongenialen Beardsley-Illustrationen erlebt. – Übersetzung und Nachwort von Rudolf Alexander Schröder. – Auch die großartige Einbandgestaltung mit der formatfüllenden Illustration in Goldprägung stammt von Aubrey Beardsley. – Sehr schönes Exemplar.

28,8 : 22,5 cm. [10], 43, [7] Seiten. – Winzige Bereibung am unteren Kapital, sonst makellos.

Sarkowski 1258. – Lasner 105 c. – Schauer II, 1

508  Insel Verlag – Oscar Wilde. Salome.

€ 900

Tragödie in einem Akte. Ins Deutsche übertragen von Hedwig Lachmann. Mit fünfzehn Zeichnungen von Aubrey Beardsley. Leipzig, Insel 1907. Mit elf blattgroßen, rückseitig unbedruckten Illustrationen sowie dem illustrierten Doppeltitel, einer illustrierten Bordüre und einer Schlussvignette. Flexibler brauner Originalwildlederband mit grün-goldenem Lederdeckelschild und grünen Seidenspiegeln.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 825). – Wohl kaum ein anderes Illustrationswerk Beardsleys hat so zu seinem Ruhm beigetragen wie die unzählige Male nachgedruckte »Salome«. Nachdem die Bilder 1893 in »The Studio« erschienen waren, wurden sie vom Zensor beanstandet und fanden in England keinen Verleger. – 1903 erschien »Salome« bereits ein erstes Mal im Insel-Verlag, illustriert von Marcus Behmer.

27,5 : 21,3 cm. [10], 65, [5] Seiten. – Die Originalkassette durch eine Halbleinenkassette ersetzt. – Das Vorsatzblatt unten leicht berieben, vereinzelte Blätter mit winzigen Stockflecken im Rand.

Sarkowski 1914. – Lasner 59 J. – Papiergesänge 18

509  Insel Verlag – Clemens Brentano. Gockel Hinkel Gackeleia.

€ 250 ( R7 )

Märchen wiedererzählt von Clemens Brentano. Leipzig, Insel 1905. Mit Buchschmuck von Friedrich Wilhelm Kleukens und 15 Tafeln nach den Lithographien der Originalausgabe. Olivgrüner Originalkalblederband mit reicher Rückenvergoldung, vergoldeter und rot-intarsierter Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber mit Rückenschildern.

Eins von 300 Exemplaren. – Neudruck der Originalausgabe von 1838, mit einem Nachwort von Franz Deibel. – Auf Bütten. – Doppeltitel, Zueignung, Buchschmuck und Einbandentwurf von Friedrich Wilhelm Kleukens. Es war seine erste Arbeit für den Insel-Verlag. »Dass der Illustrationsauftrag […] an F. W. Kleukens ging, hing sicherlich mit der außerordentlichen Qualität von Tierzeichnungen zusammen, die Kleukens bekannt gemacht hatte.« (Theo Neteler, in: Die Pressen der Brüder Kleukens, Stuttgart 2015, S. 6f.). – Die Lithographien der Originalausgabe nach Entwürfen von Clemens Brentano wurden hier im Lichtdruck reproduziert.

22,1 : 15,0 cm. [4], 378, [2] Seiten, 15 Tafeln. – Einband etwas verblasst. Ränder etwas berieben, beide Deckel mit Kratzern.

Sarkowski 221

510  Insel Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Der weiße Fächer.

€ 1200

Ein Zwischenspiel. Mit vier Holzschnitten von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel 1907. Mit vier ganzseitigen Holzschnitten. Originalpergamentband mit fliederfarbenen Seidenvorsätzen, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. In Originalwildseidenkassette.

Erste Buchausgabe. – Eins von 50 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 800). – Druck in Gelb und Schwarz. – 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu einer Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an. Die Planungen begannen schon 1910, das Buch der Cranach-Presse erschien aber erst zwanzig Jahre später. – Tadellos schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe, hier auch die empfindliche Seidenkassette mit in der Farbe der Vorsatzpapiere eingeprägten Vignetten »HvH«, »EGC« und »I.V« perfekt erhalten.

35,0 : 25,8 cm. [36] Seiten.

Houghton Library Catalogue 760. – Sarkowski 776 VA

511  Insel Verlag – Stephan Phillips. Marpessa.

€ 150

Deutsche Umdichtung von Gustav Noll. Leipzig, Insel 1904. Mit Doppeltitel und Initiale, illustriert und ornamentiert von Walter Tiemann. Originalpergamentband. Vorderdeckelverzierungen, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 300 nummerierten Exemplaren. – Auf Japan. – Mit der überbordenden floralen Ornamentik des Doppeltitels und der Rosen pflückenden Marpessa als Titelbild verband Walter Tiemann die englischen Vorbilder eines Edward Burne-Jones mit Elementen des Jugendstils. – Zwei Titelzeilen und die Initiale wurden in Rot gedruckt. – Schönes Exemplar dieses oft unterbewerteten Kleinods deutscher Buchkunst.

16,1 : 12,3 cm. 41, [3] Seiten. – Vorderer Innendeckel mit leichten Klebespuren. – Falz beim Vorblatt mit Abklatsch des Lesebändchens.

Sarkowski 1245 »Stephen [nicht Stephan!]«

512  Insel Verlag – Walter Tiemann. Geschichte der Abderiten.

€ 400

Tuschzeichnung und zweifarbige Kalligraphie. 1907. Ca. 11 : 6 cm. Zwei Blätter, eins monogrammiert und datiert.

Aus dem Nachlass eines Mitarbeiters des Künstlers. – Originalvorlagen für den Doppeltitel zum dritten Band (»Geschichte der Abderiten«) von Wielands »Ausgewählten Werken«, alle drei Bände zierte ein Doppeltitel von Tiemann. – Für den Druck vorbereitet mit einigen zarten Deckweiß-Korrekturen. Die Ausgabe erschien 1905–1907 im Insel Verlag (Sarkowski 1903). – Dazu: Walter Tiemann. Die Gedichte und kleinen Dramen von Hugo von Hofmannsthal. Zweifarbige Kalligraphie. 1911/1912. 16,2 : 9,7 cm. Monogrammiert. In Schwarz und Rot auf Karton. Entwurf für das Titelblatt der 1912 im Insel Verlag erschienenen Ausgabe.

513  Insel-Bücherei – Philipp Otto Runge. Von dem Fischer un syner Fru.

€ 180 ( R7 )

Ein Märchen. [Leipzig, Insel ohne Jahr]. Mit sieben Illustrationen nach Radierungen von Marcus Behmer. Privater Halbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel und Marmorpapierbezügen.

IB 315 [1A]. – Nach der Originalausgabe von 1914. – Der Insel-Klassiker in hübschem unikatem Einband.

18,1 : 12,0 cm. 24, [6] Seiten. – Deckelränder gebräunt.

514  Insel-Bücherei – 24 Lederausgaben.

€ 450

Frankfurt am Main und Berlin, Insel 1992–2017. Farbige Originallederbände mit Blind- und Goldprägung, einige im Originalschuber.

Vollständige Reihe aller 24 Lederausgaben, die seit 1999 erschienen. Mit Band-Nummer 1003 kehrte der Verlag zu dieser Tradition seiner Frühzeit zurück. Von ausgewählten Bändchen wurden je 500–800 Exemplare mit neu gesetztem Druckvermerk von Christiane Hiemenz in farbiges Leder mit goldgeprägtem Rückentitel gebunden. Die Vorderdeckel zierte meist eine blind- oder goldgeprägte Vignette. 2017 stellte der Verlag diese Sonderausgaben wieder ein, so dass hier ein abgeschlossener, vollständiger Satz in tadelloser Erhaltung vorliegt. – IB 1003 [2B]: Vergil/Maillol, Hirtengedichte. – 1031 [2]: Balzac/Picasso, Das unbekannte Meisterwerk. – 1137: Verlaine/Wulff, Ausgewählte Gedichte. – 1150: Rilke/Okun, Wie soll ich meine Seele halten. – 1151: Apollinaire, Bestiarium. – 1175: Heine/Kietz, Neue Melodien spiel ich. – 1188: Unseld, Goethe und der Gingko. – 1212: Hesse, Wege nach Innen. – 1225: Chamisso/Hirsch, Peter Schlemihl. – 1235: Michelangelo Buonarroti, 42 Sonette. – 1245: Pindar/Picasso, Achte Pythische Ode. – 1255: Joyce/Paladino, Ulysses. – 1260: Büchner/Heisig, Woyzeck. – 1270: Traxler, Mein Morgenstern. – 1287: Vogeler, An den Frühling. – 1293: Seemann, Die Anna Amalia Bibliothek. – 1308: Grünbein, Lob des Taifuns. – 1323: Tellkamp, Reise zur blauen Stadt. – 1337: Ein rabenschwarzer Schnee, Hirsch/Simm. – 1383: Lewitscharoff/Meckseper, Pong redivivus. – 1401: Aristophanes/Picasso, Lysistrate. – 1409: Merck, Literarische Briefe. – 1421: Luther/Triegel, Tischreden. – 1437: Lewitscharoff/Meckseper, Pong am Ereignishorizont.

18,5 : 12,0 cm.

515  Insel-Bücherei – Hermann Hesse. Wege nach Innen.

€ 120

25 Gedichte. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Siegfried Unseld. Frankfurt am Main, Suhrkamp 2003. Mit zwölf ganzseitigen farbigen Illustrationen nach Aquarellen von Hermann Hesse und zwölf Faksimileseiten seiner Manuskripte. Dunkelgrüner Originallederband im Schuber, Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt.

Einmalige, unnummerierte Sonderausgabe von Insel-Bändchen 1212 für den Suhrkamp Verlag. – Tadellos. – Dazu zwei IB-Vorzugsausgaben mit Illustrationen nach Holzstichen von Karl-Georg Hirsch: IB 1165: Norbert Elias. Die Ballade vom Armen Jakob. Frankfurt am Main 1996. Originalhalbleinenband im Schuber. Eins von 900 Exemplaren mit einem beigelegten signierten Holzstich. – IB 1350: Rainer Maria Rilke. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke. Berlin, Insel 2012. Originalpappband. Eins von 650 Exemplaren in Kleisterpapier von Gisela Reschke gebunden. Im Druckvermerk von Karl-Georg Hirsch illustriert.

18,3 : 12,0 cm. 74, [6] Seiten.

516  Insel-Bücherei – Goethes schönste Gedichte.

€ 300

Herausgegeben von Jochen Schmidt. Leipzig, Insel 2018. Farbig illustrierter Originalpappband.

Insel-Bücherei 1013, 20. Auflage. – IB-Sonderausgabe von Karl-Georg Hirsch, von ihm durch drei signierte graphische Beigaben »getrüffelt« und nicht im Handel. – Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren mit der Kugelschreiberzeichnung »Dem aufgehenden Monde«, dem dreifarbigen Holzstich »zu ›Mailied‹, von J. W. Goethe« und einer Bleistiftzeichnung auf dem Vortitelblatt.

18,5 : 12,0 cm. 59, [5] Seiten.

517  Georg Müller Verlag – [Jean Anthelme] Brillat-Savarin. Physiologie des Geschmacks

€ 200

oder Betrachtungen über transzendentale Gastronomie. Erster [und] Zweiter Band. München, Georg Müller 1913. Marmorierte Originalkalblederbände mit Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung.

Gastrosophische Bücherei, herausgegeben von Heinrich Conrad, Band 1 und 2. – Der französische Schriftsteller und Gastrosoph widmete sein Hauptwerk, ein Kompendium literarischen, philosophischen und leiblichen Genusses, als »Theoretisches, historisches und zeitgenössisches Werk allen Pariser Feinschmeckern«. Zu den zahlreichen Aphorismen, die von ihm überliefert sind, zählt »Sag mir, was du isst, und ich sag dir, wer du bist«.

19,3 : 14,0 cm. [2], XIV, [2], 291, [1] Seiten; [4], 323, [3] Seiten.

Fromm 4122

518  Georg Müller Verlag – 14 bibliophile Ausgaben des Verlags.

€ 750

München 1906–1922. Teils mit Illustrationen. Alle in Originaleinbänden.

Französische Autoren: Franz Rabelais. Gargantua und Pantagruel. 1911. Zwei Bände. Halbleder. – Margarete von Valois. Erinnerungen. 1913. Halbleder. – Honoré de Balzac. Die Kunst, seine Schulden zu zahlen und Eine Theorie des Ganges. 1913. Drei Bände. Halbleder. – Alexandre Dumas. Stille und bunte Welt. 1913. Drei Bände. Ganzleder. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Dulaurens. Gevatter Matthies oder die Ausschweifungen des menschlichen Geistes. 1918. Zwei Bände. Ganzleder. – Tallemant de Réaux. Geschichten. 1913. Zwei Bände. Halbleder.
Renaissance-Novellen: Poggio Fiorentino. Die Facezien. 1906. Privatdruck. Pergament. – Franco Sacchetti. 1907. Drei Bände. Halbpergament. – Liebesnovellen. 1919. Halbleder. – Das Brevier des Kardinals. 1920. Die Werkstatt der Liebe, fünfter Band. Mit Holzschnitten von Eduard Ege.
Illustrierte Ausgaben: Andreas Schreiber. Die Seltsamkeiten Lord Nightingales. 1920. Mit Kupfern von W. Thöny. Halbleder. Eins von 275 Exemplaren. – Jules Amédée Barbey d’Aurevilly. Teufelskinder. 1921. Mit Illustrationen von Alfred Kubin. Halbleder. – Musaios. Weise von Hero und Leander. 1922. Mit Steinzeichnungen von Erich Stephani. Halbleder. Eins von 380 Exemplaren. – Dazu: Otto Julius Bierbaum. Das seidene Buch. Neue, stark veränderte Ausgabe. 1911. Seideneinband.

Meist gut erhalten, einige Rücken etwas gebräunt. – Nicht kollationiert, kein Rückgaberecht.

519  Nonesuch Press – Miguel de Cervantes Saavedra. Don Quixote

€ 300

de la Mancha. Motteux’ Translation […] Reprinted with twenty-one Illustrations by E. McKnight Kauffer. Volume I [and] II. London, Nonesuch Press 1930. Mit 21 farbigen Heliogravüren. Hellbraune Originialmaroquinbände mit Rückenschildern. Im Originalschuber.

Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1475, davon 575 für Random House, USA). – Auf handgeschöpftem Casinensis-Papier. – Dieser schöne Druck stützt sich auf die siebte Ausgabe von 1743 mit Erläuterungen von John Ozell. – Der Buchillustrator Edward McKnight Kauffer (1891–1954) ursprünglich Maler, war hauptsächlich als Plakat- und Werbedesigner tätig. Seine Verbindungen zur künstlerischen Avantgarde in Frankreich und Großbritannien brachten ihn in den 1930er Jahren an die Spitze der Entwicklung der visuellen Sprache der Werbung. – Die Nonesuch Press wurde 1923 von Francis Meynell, dessen Ehefrau Vera Mendel und David Garnett gegründet. Man betrieb die Handpresse in den Kellerräumen der Birrell & Garnett-Buchhandlung in London mit der Absicht, Bücher »für diejenigen unter Sammlern zu machen, die die Bücher auch zum Lesen nutzen«.

23,3 : 15,0 cm. IX, [1], 501, [2]; VI, 548, [2] Seiten; 21 Gravüren. – Rücken leicht verfärbt.

Ransom 171, 70

520  Oltner Bücherfreunde – Hans Carossa. Aufzeichnungen aus Italien.

€ 400

Sommer 1946. Olten 1946. Mit zwei doppelblattgroßen Illustrationen von Gunter Böhmer. Originalmaroquinband mit Vergoldung und Blindprägung sowie Wildseidenspiegeln und -vorsätzen. Im Schuber mit Lederkanten (Hugo Boss, Zürich).

31. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe. – Eins von 15 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe im Maroquineinband, gedruckt auf spanisches Bütten »Guarro Molivell« (Gesamtauflage 1450). – Auf dem Vortitelblatt vom Dichter signiert. – Enthält vier Erzählungen Carossas: »Stunden in Padua«, »Erinnerungen an Ravenna«, »Intimes Rom« und »Ausflug nach Ischia«; die beiden Zeichnungen Böhmers mit einer Ansicht Florenz’ und einer toskanischen Landschaft. – Eine der seltensten Vorzugsausgaben der VOB-Reihe.

19,3 : 14,5 cm. 145, [3] Seiten, 2 Doppelblätter. – Ein Bund mit winziger Schabstelle. – Ein leeres Vorblatt leicht geknickt.

Rysavy, Böhmer 54

521  Oltner Bücherfreunde – Emanuel Stickelberger. Neue Gedichte.

€ 250

Olten 1947. Rotbrauner Originaloasenziegenlederband im Schuber mit Lederkanten; Titel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet, Wildseidenspiegel und -vorsätze (Hugo Boss, Zürich).

35. Veröffentlichung der VOB. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe im Maroquineinband, gedruckt auf spanisches Bütten »Guarro Molivell« (Gesamtauflage 1450) und mit dem eigenhändigen und signierten Gedicht »Leuchtender Ginster« auf dem Vortitelblatt. – Selten und tadellos erhalten.

19,2 : 13,3 cm. 64, [8] Seiten.

522  Oltner Bücherfreunde – Friedrich Dürrenmatt. Pilatus.

€ 300

Olten 1949. Originalhalblederband mit Batik-Modeldruck-Buntpapier; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber (Werkstatt Hugo Boss, Zürich).

42. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe des zweiten selbständigen Buchs des Dichters. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe, vom Dichter auf dem Vortitel signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 500). – Tadellos schönes Exemplar der frühen Dürrenmatt-Veröffentlichung.

19,4 : 13,8 cm. 45, [3] Seiten.

523  Oltner Bücherfreunde – Paul Alverdes. Mozart.

€ 300

Olten 1949. Orangefarbener Originaloasenziegenlederband im Schuber mit Lederkanten; Fileten, Fleurons, Rückentitel, Stehkanten und Kopfschnitt vergoldet (Werkstatt Willy Schaffner, Rheinfelden).

43. Veröffentlichung der VOB. – Eins von 32 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe in Ganzleder und mit einem eigenhändigen signierten Textzitat des Dichters (Gesamtauflage 633). – Auf glattem Zerkall-Bütten. – Der Text »Zum Andenken Mozarts am 150. Todestage« entspricht wohl der Fassung von 1941. – Sehr schönes Exemplar.

19,4 : 14,0 cm. [6], 47, [7] Seiten. – Rücken minimal aufgehellt.

524  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Kassner. Die Agonie Platons.

€ 400

Olten 1950. Schwarzer Originalmaroquinband im Schuber mit Lederkanten; Fileten, Titel, Stehkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet (Willy Schaffner, Rheinfelden).

48. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe. – Auf dem Vortitel vom Dichter signiert, auf dem Folgeblatt ein eigenhändiges und signiertes Zitat Kassners »Wenn wirklich der Wille zur Macht der Grund der Dinge wäre, das Principium des Weltlaufs, so müsste das so viel bedeuten, wie dass wir nichts anderes wären als Haut, Oberfläche […] Ist damit nicht gesagt, dass alles Innerste, Letzte nur Gnade sein kann?« – Auf Zerkall-Bütten. – Tadellos.

19,2 : 13,8 cm. 68, [4] Seiten.

525  Oltner Bücherfreunde – Albert Schweitzer. Aus meiner Kindheit und Jugendzeit.

€ 300

Olten 1952. Roter Originalnigerlederband im Schuber mit Lederkanten; blindgeprägte Fileten, Titel und Kopfschnitt vergoldet (Werkstatt Willy Schaffner, Rheinfelden).

53. Veröffentlichung der VOB. – Eins von 40 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten, vom Verfasser auf dem Vortitelblatt signierten Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Die erste Ausgabe erschien kurz zuvor im Beck Verlag.

20,3 : 12,7 cm. [4], 95, [5] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

526  Oltner Bücherfreunde – Hermann Hesse. Freunde.

€ 300

Erzählung. Olten 1957. Mit einer Titelzeichnung von Gunter Böhmer. Originalhalbsaffianlederband mit Batik-Modeldruck-Bezugspapier (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

75. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe in Halbleder (Gesamtauflage 850). – Druck auf Zerkall-Bütten.

20,4 : 13,0 cm. [2], 106, [4] Seiten. – Rücken verblasst und minimal fleckig.

Mileck II, 123. – Rysawy 99

527  Oltner Bücherfreunde – Hermann Hesse. Bericht an die Freunde. Letzte Gedichte.

€ 600

Olten 1960. Brauner Originalecrasélederband mit vergoldeten und schwarzgeprägten Filetenmustern im Schuber mit Lederkanten; Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (Hugo Peller, Solothurn).

85. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe dieser Zusammenstellung. – Eins von 60 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einem eigenhändigen und signierten Textzitat des Dichters auf dem Vorblatt: »Dem Meng Hsiä wurde erzählt, es habe ein junger Literat ihn in einem Pamphlet grimmig verhöhnt. […]« (Gesamtauflage 785). – Auf Zerkall-Bütten. – In der Vorzugsausgabe sehr selten.

20,3 : 12,8 cm. [2], 49, [5] Seiten. – Rücken verblasst und minimal berieben.

Mileck II, 132

528  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Hagelstange. Das Lied der Muschel. – Reise nach Katmandu.

€ 300

Mit Zeichnungen von Helmut Bibow. Olten 1958 und 1962. Zwei Originalhalblederbände mit Batik-Modeldruck-Buntpapier; Rückentitel und -verzierung, sowie Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber (Werkstatt Hugo Peller, Solothurn).

78. und 97. Veröffentlichung der VOB. – Eins von 125 bzw. 115 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgaben, in Halbleder gebunden und vom Dichter signiert (Gesamtauflagen 601 bzw. 636). – Auf Zerkall-Bütten.

20,3 : 12,8 cm. 71, [3] bzw. 79, [5] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

529  Oltner Bücherfreunde – Fünf Publikationen.

€ 450

Olten 1958–1969. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezügen, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. In Schubern.

I. 77. Veröffentlichung. Rudolf Alexander Schröder. Heimat. 1958. – II. 80. Veröffentlichung. Gotthard Jedlicka. Ein spanisches Bettelmädchen. 1958. – III. 82. Veröffentlichung. Fritz Ernst. Erinnerungen und Dank. 1959. – IV. 98. Veröffentlichung. May Rychner. Lennartz. Erinnerungen an einen Arzt. 1963. – V. 18. Oltner Liebhaberdruck. Fritz Usinger. Das unwahrscheinliche Glück. 1969. – Je eins von etwa 120 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, vom Autor signiert und in Halbleder gebunden.

20,3 : 12,8 cm. – V ohne Schuber.

530  Hans Heinrich Tillgner – Das Prisma – Charles Dickens. Londoner Bilder.

€ 250

Mit Steinzeichnungen von Rahel Szalit-Marcus. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1923. Mit 15 Lithographien, davon sechs blattgroß und signiert, und einem lithographierten Titelbild. Brauner Originalmaroquinband. Rückentitel, Deckelvignette, Deckel- und Innenkantenbordüren vergoldet (signiert: Wübben & Co., Berlin).

Fünfter Band der Reihe »Das Prisma«. – Eins von 100 Vorzugsexemplaren mit den signierten Lithographien, auf Bütten gedruckt und in Leder gebunden. Darüber hinaus erschienen (laut Sennewald) ungefähr 200 Exemplare der Normalausgabe. – Der Band vereint die Erzählungen »Eine Dampferfahrt«, »Familie Tuggs in Ramsgate« und »Das Boardinghaus«, übersetzt von Ernst Sander. – Die jüdische Künstlerin Rahel Szalit-Marcus wurde 1894 in Litauen geboren. Nach Studien in München ging sie 1919 nach Berlin, stellte in der Berliner Sezession aus und wurde Mitglied der Novembergruppe. Nach Machtergreifung der Nationalsozialisten floh sie nach Frankreich, wurde jedoch 1942 verhaftet und starb kurz darauf in einem Konzentrationslager. – Schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe.

27,5 : 18,3 cm. [4], 109, [5] Seiten. – Minimal lichtrandig, hintere Oberkante mit Schabstelle.

Sennewald 23, 1 und I, 5

531  Hans von Weber – Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser,

€ 600

worein gewebt ist eine genaue Beschreibung der Sitten am Hofstaate der Frau Venus […] woran die Abenteuer Tannhäusers daselbst […] geschlossen sind. Eine romantische Novelle. München, Hans von Weber [1909]. Flexibler Originalpergamentband mit grün-goldener Lederintarsie und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jun., Leipzig). In Halbleinenkassette mit Japanbezügen.

Erste deutsche Ausgabe. – Exemplar 2 von 246 »für einen privaten Kreis von Subskribenten« (Druckvermerk), hier zusätzlich mit dem handschriftlichen Zusatz »Privatexemplar des Verlegers«. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, in Braun, Rot und Grau auf Bütten. – »In entzückender Ausstattung hergestellt. Die Auflage ist bereits vergriffen und die im Handel vorkommenden Exemplare […] steigen sicher wesentlich noch im Preise« (Hayn/Gotendorf). – Aubrey Beardsley (1872–1998) arbeitete bis 1892 als Angestellter einer englischen Versicherungsgesellschaft. Für die Zeitschrift »The Yellow Book« fertigte er zahlreiche Zeichnungen in Tusche, die als Strichätzungen reproduziert wurden. Die Originalausgabe seiner einzigen unvollendeten Prosaarbeit erschien 1907 in kleiner Auflage als Privatdruck in London mit 250 Exemplaren. – Aus dem Besitz Hans von Webers. – Beilage: Bücherzettel des Verlages mit handschriftlichen Notizen zur Ausgabe und zum Verbleib von zwölf Exemplaren, darunter »5. Ex. […] am 22.12.16 an E[mil] Hirsch | 1 Ex. o. Nummer | 6 Ex. m. d. Verm. ›Handex. d. Verf.‹ [sic!] od. ›unverkäufl. Priv.Ex.‹« – Tadellos schön, druckfrisch und unbeschnitten.

24,4 : 18,5 cm. [16], 64, [4] Seiten.

Hayn/Gotendorf VII, 527 f

532  Dreiangeldrucke – Gottfried August Bürger. G. A. Bürger. Balladen.

€ 300

Mit Ursteindrucken von Franz Kolbrand. München, Hans von Weber 1919. Mit zahlreichen Lithographien von Franz Kolbrand im Text, davon sieben ganzseitig. Halblederband mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt (signiert: Otto Dorfner, Weimar). In Halbleinenkassette.

Neunter Dreiangeldruck. – Exemplar der ungezählten Ausgabe, etwa 80 Exemplare wurden auf Van Gelder-Velin gedruckt. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Eleganter Handeinband von Otto Dorfner: Schwarzer Kalblederrücken mit vergoldetem Titel, rote Marmorpapierbezüge und blaue Schmuckkanten. – Tadellos erhalten.

24,0 : 18,0 cm. [4], 131, [1] Seiten.

Rodenberg 417, 9

533  Zilverdistel – Leopold Andrian. Gedichte.

€ 200 ( R7 )

Haarlem, De Zilverdistel 1913. Originalbroschur in -umschlag mit Titelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren. – Gedruckt bei Johannes Enschedé en Zonen. – Die Gedichte wurden sämtlich in der selben Zeit wie »Der Garten der Erkenntnis« geschrieben.

19,4 : 15,2 cm. 28, [4] Seiten. – Titelschild, erste und letzte Blätter mit einigen kleinen Stockflecken.

Landmann (George) S. 371

534  Zürcher Drucke – Ein hübsch Spiel, gehalten zu Ury in der Eydgnoßschafft

€ 100

von Wilhelm Thellen ihrem Landmann und ersten Eydgenossen. Zürich, Gebrüder Fretz 1926. Mit 13 kolorierten Holzschnittvignetten von Willi Harwerth. Cremefarbener Originalschweinslederband mit kolorierter Deckelvignette, Originalschutzumschlag und Originalkassette mit Deckelschild.

Fünfter Zürcher Druck. – Das erste von 950 nummerierten Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten.

23,3 : 15,2 cm. [8], 32, [8] Seiten. – Kassettenkanten etwas berieben, sonst sehr schön.