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Buchkunst und Bibliophilie des 20. Jahrhunderts | Hesse-Auktionen
Buchkunst und Bibliophilie des 20. Jahrhunderts

648  Kelmscott Press – Thomas More. Utopia.

€ 2500

Hammersmith, Kelmscott Press 1893. Mit Holzschnittbordüren und zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Flexibler Originalpergamentband mit Schließbändern, Rückentitel vergoldet.

Eins von 300 Exemplaren. – Druck in Rot und schwarz auf kräftigem breitrandigen Bütten. – Mit einem Vorwort und Buchschmuck von William Morris. – Herausgegeben von F. S. Ellis und vertrieben durch Reeves & Turner. – Im England des 16. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Renaissance, der Reformation und der Glaubenskriege, in dem ständig Kunde von neu entdeckten Weltgegenden nach Europa drang, trieb den englischen Juristen Thomas More (1478–1535) die Frage um: Kann es ein gerechtes Staatswesen geben, das alle Menschen glücklich und wohlversorgt leben lässt? Vor diesem Hintergrund entstand »Utopia«, der angeblich wahre Reisebericht eines Seefahrers, der ein ideales Staatswesen auf einer Insel jenseits des Äquators erlebt haben will. More diskutiert über Privateigentum und soziale Gleichheit. Das Leben der Utopier ist geprägt vom Streben nach Bildung, Gleichheit und Fleiß, aller Besitz ist gemeinschaftlich, Juristen braucht das Land nicht. Im Gegensatz zur vorherrschenden Auffassung eines jedem Menschen vorbestimmten und unentrinnbaren Schicksals, glaubte der Humanist Thomas Morus an Vernunft und Handlungsfreiheit, die jedem Menschen von Gott gegeben sei. – Mit »Utopia« entstand ein neues Kapitel der Literaturgeschichte, der utopische Roman. – Innen tadellos.

21,0 : 15,0 cm. [6], XIV, 282, [6] Seiten. – Pergament leicht angestaubt.

Sparling 16. – Tomkinson 16

649  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust. Eine Tragoedie.

€ 2500 ( R7 )

Zweiter Theil. Doves Press, Hammersmith 1910. Karminroter Originalecrasélederband mit Rücken-, Deckel-, Stehkanten-, Innenkanten- und Schnittvergoldung. Buchschnitt vergoldet. Im gefütterten Originalschuber mit roten Lederkanten (signiert: Frieda Thiersch).

Eins von 250 Exemplaren auf Batchelor-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse (Gesamtauflage 272). – Handpressendruck der Doves Press von Cobden-Sanderson und Emery Walker mit der Doves Press Type in Rot und Schwarz. – Die Titelschriften und die großen Initialen wurden von Edward Johnston gezeichnet und von Eric Gill in Holz geschnitten. – Der umfangreichste von sechs deutschsprachige Goethe-Drucke Cobden-Sandersons. – Marianne Tidcombe bezeichnet den »Faust« als »one of the most beautiful books produced at the Doves Press«. – Die junge Buchbinderin Frieda Thiersch war nach ersten Studien an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München nach London gegangen, um bei Cobden Sanderson und Charles McLeish das Buchbinderhandwerk zu erlernen. Entgegen der gängigen Signatur »The Doves Bindery C – S« signierte die gerade einmal 19jährige Frieda Thiersch souverän mit eigenem Namen. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss mit dessen Monogrammstempel auf dem fliegenden Vorsatz. – Tadelloses Exemplar.

23,5 : 16,5 cm. 260, [2]; 373, [3] Seiten. – Kleines Nummernschildchen auf dem Vorsatzblatt.

Tidcombe DP 20. – Tomkinson 56, 20

650  Doves Press – Goethe. Auserlesene Lieder, Gedichte und Balladen. Ein Strauss.

€ 1200 ( R7 )

Ein Strauss. Hammersmith 1916. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 175 Exemplaren auf Bütten, daneben erschienen zehn Exemplare auf Pergament. – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Zwischen- und Kolumnentitel sowie die Initialen wurden in Rot gedruckt. – Beiliegend die Originalrechnung der Doves Press, Hammersmith für J. R. MacDonald Esq. M. P. (1866–1937, Mitbegründer der Labour Party und deren erster Premierminister), mit handschriftlichem Zusatz und Steuermarke und eigenhändiger Quittierung: »1 copy Goethe Gedichte £ 3·3·0 Rec d with thanks Oct 12th 1916 The Doves Press p.p. A. M.« – Thomas James Cobden-Sanderson gilt neben William Morris als der maßgebliche Erneuerer der englischen und darauf folgend der europäischen Buchkunst um 1900. Durch die Weimarer Goethe-Ausgabe angeregt und auf deren Textfassung basierend, edierte er im Laufe der Jahre sechs deutschsprachige Goethe-Drucke: 1906 und 1910 die beiden Teile des »Faust«, 1911 »Die Leiden des jungen Werther«, 1912 »Iphigenie auf Tauris«, 1913 »Torquato Tasso« und schließlich als einen der letzten Drucke der Presse 1916 die vorliegende Auswahl. – Schönes Exemplar, das Pergament etwas dunkler gefärbt als üblich.

23,8 : 17,0 cm. [8], 226, [12] Seiten.

Tidcombe DP 39. – Tomkinson 58, 48

651  Avalun-Drucke – Bibliomanen [I und II].

€ 750

Drei Erzählungen von Nodier, Flaubert, Asselineau. – Zwei Erzählungen von Paul Lacroix (P. L. Jacob) und Charles Newil. Wien/Leipzig 1921 und 1923. Mit elf signierten Radierungen von Hugo Steiner-Prag bzw. zwölf signierten Radierungen, davon eine als Titel- und eine als Schlussvignette, von Walter Tiemann. Braune marmorierte Originalkalblederbände mit Rücken- und Deckelvergoldung sowie grün-goldenem Rückenschildchen (Leipziger Buchbinderei AG, vorm. Gustav Fritzsche bzw. E. A. Enders, Leipzig).

Avalun-Drucke 11 und 27. – Eins von 200 bzw. 250 Exemplaren der Vorzugsausgaben mit den signierten Radierungen und in Ganzleder (Gesamtauflagen 400 bzw. 450). – »Die Bibliomanenfratze ist die Selbsterkenntnis des Bibliophilen, den die bedeutenden Ereignisse in seinem Leben, die für ihn Bücher sind, nicht zu überwältigen vermögen. Er versteht den Bibliomanen und verzeiht ihm […] Jeder Bibliophile hat seinen Bibliomanen in sich, die absonderliche Art der Büchernarren ist Menschenwesen.« (G. A. E. Bogeng im Vorwort).

19 : 13 cm. 114 Seiten, 11 Radierungen. – Ränder minimal berieben, Gelenke von I etwas stärker. Deckel mit wenigen winzigen Kratzspuren.

Rodenberg 332, 11 und 336, 27. – Sennewald 21,3 (Steiner-Prag)

652  Bremer Presse – Immanuel Kant. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

€ 600 ( R7 )

Herausgegeben von Erich Becher. München 1925. Originalpergamentband mit Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Bremer Binderei. F. Th.). Im Schuber mit Pergamentkanten.

Eins von 285 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Erstmals wurde hier die 11pt Antiqua der Bremer Presse verwendet. – Titel und Initialen von Anna Simons. – Sehr schönes Exemplar.

28,0 : 19,2 cm. [4], 122, [8] Seiten. – Vorsätze leicht stockfleckig.

Lehnacker 19. – Rodenberg 485, 19. – Schauer II, 68

653  Bremer Presse – Aischylos. Prometheus desmontes

€ 600

(griechisch: Der gefesselte Prometheus). München 1926. Mit 18 Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Blauer Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägten Fileten auf Deckel-, Steh- und Innenkanten, sowie Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 250 Exemplaren. – Handpressendruck auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben von Albert Rehm. – Gesetzt aus der Griechisch Type der Presse.

27,0 : 19,2 cm. [80] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. Vordergelenk unten angeplatzt. – Exlibris.

Lehnacker 20 (mit Abbildungen). – Rodenberg 485, 20. – Schauer II, 68

654  Bremer Presse – Walther von der Vogelweide. Gedichte.

€ 900 ( R7 )

Herausgegeben von Carl von Kraus. München 1931. Originalpergament mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt (signiert: Bremer Presse F. Th.). Im Originalschuber mit Pergamentkanten.

Siebter Sonderdruck für die Vereinigung von Freunden der Bremer Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Gesetzt aus der 14pt Deutschen Schrift (Fraktur), gedruckt auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Titel und eine Initiale zeichnete Anna Simons. – Dieser Ausgabe ist im Wesentlichen der Text der achten Lachmannschen Ausgabe von 1923 zugrunde gelegt. – Druckfrisches Exemplar.

28,5 : 19,4 cm. [6], 158, [8] Seiten.

Lehnacker 35. – Schauer II, 69

655  Bremer Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Hermann und Dorothea.

€ 700 ( R7 )

Herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus. München 1922. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelkantenfileten (signiert: Bremer Binderei, F. Th.).

Eins von 500 Exemplaren. – Handpressendruck für den Verlag der Bremer Presse. – Gesetzt aus der 1922 neu geschnittenen 12p Antiqua. – Den Titel und die neun Initialen zeichnete Anna Simons. – Seit dem Sommer 1922 erschienen in dem Verlag der Bremer Presse Drucke, »die aus eigenen Schriften […] gesetzt und auf einer Handpresse gedruckt werden« (Verlagswerbung, zitiert nach Rodenberg). – Schönes Exemplar in einem der klassischen Pergamentbände der Hausbinderei.

28,2 : 20,8 cm. [6], 62, [8] Seiten. – Vorsätze stockfleckig, die drei ersten Blätter mit zwei winzigen Braunfleckchen.

Lehnacker 41. – Rodenberg 59, 3

656  Bremer Presse – Anna Simons. Titel und Initialen für die Bremer Presse.

€ 1500

München 1926. 23 lose Blätter in Originalhalbleinenmappe mit Titelschild.

Eins von 220 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Enthält drei Blätter mit Titel, Vorwort und Inhaltsverzeichnis sowie 20 Tafeln mit den Titelschriften zu 35 Werken der Bremer Presse und (lt. Lehnacker) 615 Initialen. – Anna Simons (1871–1951) studierte in England unter anderem bei Edward Johnston und brachte dessen Auffassungen von Typographie und Kalligraphie mit nach Deutschland. Sie lehrte in Vertretung Johnstons gemeinsam mit Peter Behrens und Fritz Helmuth Ehmcke an der neu eingerichteten Kunstgewerbeschule Düsseldorf, später auch an anderen Kunsthochschulen. In München lernte sie Willy Weigand kennen und arbeitete lange Jahre für dessen Bremer Presse. »Da die 1911 gegründete Bremer Presse, bei der ich seit 1913 tätig bin, bis vor wenigen Jahren nur über eine, nach den Zeichnungen von Dr. Willy Wiegand geschnittene Schrift in einem einzigen Schriftgrade verfügte, hing die Kenntlichmachung des Charakters der einzelnen Bücher in fast allen Fällen […] von der Gestaltung des Titels und der Initialen ab, die bei dem rein typographischen Gepräge der Presse eine ziemlich enge Begrenzung hatte« (Anna Simons im Vorwort). – Die legendäre Mappe, vollständig und sehr gut erhalten. Wir konnten seit 1989 kein Exemplar auf einer deutschen Auktion nachweisen.

46,5 : 36,5 cm. 23 Blätter. – Zwei der sechs Schließbänder abgerissen. – Nur ganz vereinzelte kleine Stockflecken, am Unterrand des Titels etwas stärker. – Beilage: Doppelblatt (S. 229–232) aus Augustinus’ »De civitate Dei« (1925).

Lehnacker 51 und sieben ganzseitige Abbildungen

657  Henry van de Velde – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

€ 3000

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit üppigem Buchschmuck in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde. – Schönes Exemplar.

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Äußerste Ränder ganz vereinzelt mit wenigen winzigen Stockflecken. – Hinteres Gelenk geplatzt.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

658  Kunstschulfest 1910. Götter und Halbgötter.

€ 250

Zweifarbige Lithographie von »Peres«. 11,3 : 17,3 cm (13,0 : 20,6 cm).

Eintrittskarte zum Schulfest am 5. März 1910 im Russischen Hof Weimar, ausgestellt für Ilse Meyn. – 1910 wurden in Weimar Henry van de Veldes Kunstgewerbeschule und die dortige Kunstschule zur Hochschule für Kunst zusammengeschlossen, Fritz Mackensen wurde deren neuer Direktor. 1919 ging aus dieser Institution das Staatliche Bauhaus hervor. – Emma Mathilda Ilse Meyn (Lebensdaten unbekannt) war 1909/10, 1917 und 1920/21 als Schülerin eingeschrieben. – Tadellos. – Dazu: Die Lustigen von Weimar und Jena. Kurzweilige Beschreibung und Folge von Belustigungen der Thüringer Werkbundgruppe am 7. Juni 1913. Mit farbigen Bildern von Erich Gruner. Originalbroschur. Origineller Tagesplan mit neun kolorierten Abbildungen. Einige Korrekturen und Anmerkungen mit Bleistift, z. B. »von dort mit dem Leiterwagen durch die Stadt usw. zum Festplatz«. Nach Ulf Diederichs Bibliographie erschien das Werk als Privatdruck im Eugen Diederichs Verlag.

659  Cranach Presse – Harry Graf Kessler. The Children’s Hell in Berlin.

€ 300

Translated from ›Die Deutsche Nation‹. Berlin 1920. Mit acht ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

Erste und einzige englische Ausgabe von »Die Kinderhölle Berlin«. – Hier begegnet uns einmal mehr der politisch engagierte Harry Graf Kessler. Seine erschütternde Bestandsaufnahme versteht sich gleichsam als Erläuterung der Fotografien. – Gesetzt von Walter Tanz aus der Caslon-Antiqua, gedruckt von Max Kopp. – »Mit diesem Druck stellte Kessler seine Presse für eine sozialpolitische Aufklärungsschrift bereit [… Die deutsche Ausgabe war] die erste in einer Reihe von Akzidenzdrucken, also nicht bibliophil gestalteter Werke, die nach dem Ersten Weltkrieg auf der Cranach-Presse erschienen.« »Wahrscheinlich setzte Kessler auf den gemäßigten und vermittelnden Einfluss der britischen Diplomatie, denn nach dem Friedensschluss von Versailles war die Stimmung der französischen Besatzer noch wenig aufgeschlossen für humanistische Apelle.« (Katalog 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, S. 102 und 106). – Sehr gut erhalten.

23,0 : 15,2 cm. 7, [9] Seiten (einschließlich Umschlag). – Ränder minimal gebräunt. Links oben schwacher diagonaler Knick.

100 Jahre Cranach-Presse 30. – Nicht bei Müller-Krumbach, Brinks und Mück

660  Cranach Presse – Sanctum Jesu Christi

€ 2000

Evangelium secundum Matthaeum: Caput V cum commentario Sancti Eusebii Hieronymi. Weimar 1928. Mit zwei orange-roten ornamentierten Initialen von Aristide Maillol und Eric Gill. Ungefaltetes Doppelblatt.

Eins von 15 nummerierten Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten, weitere fünf (A–E) wurden auf Pergament gedruckt, ein weiteres Dutzend ohne Nummerierung. – Das legendäre »Vater Unser« der Cranach Presse, gedruckt unter Kesslers Aufsicht für die internationale Buchausstellung »Pressa« 1928 in Köln. – Die beiden Versalien »A« und »P« von Eric Gill wurden von Aristide Maillol ornamentiert. Diese Zusammenarbeit hatte sich schon wiederholt in den Drucken der Presse manifestiert. Die Verwendung der neuen Fraktur von Edward Johnston, die bald »Hamlet-Fraktur« genannt werden sollte, verwies bereits auf den nächsten Höhepunkt der Cranach-Presse. – Gesetzt von Walter Tanz und gedruckt von Harry Gage-Cole. – Recto die Passage aus dem Matthäus-Evangelium (Schluss Kapitel 5 und Anfang Kapitel 6) in der Vulgata-Fassung und der Kommentartext des Eusebius Hieronymus, verso der in Orange-Rot gedruckte Editionsvermerk. Kessler suggerierte mit dem Auszug einen größeren Bibeldruck. – Sehr schön und sehr selten.

35,5 : 47,8 cm. – Die Bleistiftanmerkungen am Unterrand stammen wohl von Kessler selbst.

Brinks 68. – Müller-Krumbach 44. – Gill/Corey/Mackenzie 392a

661  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Ophelia Sane.

€ 200

Holzschnitt auf Pergament. 1930. 14,0 : 6,5 cm (35,5 : 23,5 cm).

Der schöne Holzschnitt illustriert die 3. Szene des ersten Akts. – Nur den jeweils acht auf Pergament gedruckten Exemplare der deutschen und englischen Ausgabe wurden Extrasuiten der Holzschnitte auf Pergament beigelegt.

Ränder etwas geknickt, oben stärker, und fleckig. Schwacher vertikaler Knick durch die Blattmitte.

662  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Zwei Holzschnitte zu »Hamlet«,

€ 200

davon einer monogrammiert. Weimar um 1926/1930.

I. Court Scene. Act 1, Scene 2. – II. Fortinbras with Army (monogrammiert). Act 4, Scene 4. – Auf gelbem Japan. – Der Druck der Holzschnitte erfolgte teils mit mehreren »Zurichtungen«, um die feinen Farbnuancen in einem Druckvorgang zu erzielen. Fachleute bewunderten diese Leistung: »Poeschel sagte mir privatim, der ›Hamlet‹ habe ihm eine schlaflose Nacht bereitet, so habe er sich über ihn aufgeregt. Er begreife nicht, wie wir die Zweifarbendrucke von einem einzigen Holzstock gemacht hätten«.

Ca. 36 : 24 cm (Blattformate).

663  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Vier Holzschnitte zu »Hamlet«,

€ 400

davon einer monogrammiert. Weimar um 1926/1930.

I. Hamlet on Cushions. Frontispiz. – II. Rosencrantz and Guildenstern (monogrammiert). Act 2, Scene 2. – III. Hamlet with Sword. Act 2, Scene 4. – IV. Ophelia Mad. Act 4, Scene 4. – Auf gelbem Japanpapier. – Die ausdrucksstarken figürlichen Holzschnitte Craigs waren, neben der von Harry Graf Kessler gestalteten Typographie, das entscheidende Moment für die Entstehung eines der bedeutendsten Bücher des 20. Jahrhunderts. – Die insgesamt 50 Vorzugsexemplare der deutschen und englischen Ausgabe auf Pergament bzw. Japan enthielten Extrasuiten der Holzschnitte.

Ca. 36 : 24 cm (Blattformate).

664  Cranach-Presse – Marcus Behmer. Giton am Feldweg. – Eumolp dichtet. – Enkolp am Meeresstrande.

€ 450

Drei Holzschnitte zum »Satyricon« von Titus Petronius. 1930/31. 8,5 : 7,0 cm (auf einem Blatt 25,5 : 35,0 cm).

Probedrucke auf einem Blatt. – Drei der dreizehn Holzschnitte, die Behmer für den berühmten Roman »Satyricon« des römischen Senators Titus Petronius Arbiter noch ausführte. – Als eines der großen Buchprojekte der Cranach-Presse vorgesehen, konzipierte Harry Graf Kessler ab Frühjahr 1927 Umfang und Typographie. Von Behmer erwartete er »sämtliche Illustrationen und Initialen« (lt. Brinks waren 46 Holzschnitte vorgesehen). – Die Arbeiten verzögerten sich, Behmer blieb unbezahlt (»ich werde nun versuchen, Druck zu machen […] von Kessler nichts!!«. Neben einer Fortsetzung des Vergil, Daniel Defoes »Robinson« und den Straparola-Novellen mit Illustrationen von Richard Doelker, wurde auch dieses großartige Projekt der Cranach-Presse nicht mehr realisiert. – Nur wenige Probedrucke sind erhalten.

Ränder etwas geknickt und leicht fleckig.

Œuvre gravée 395, 403 und 393. – Vgl. Brinks 96

665  Deutsche Musterdrucke – William Shakespeare. Hamlet

€ 200 ( R7 )

Prinz von Dänemark. Düsseldorf, Ernst Ohle [1912]. Mit fünf kolorierten Initialen. Flexibler Originalpergamentband mit Rückenschild, vergoldeter und blindgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jr, Leipzig).

Deutscher Musterdruck 1. – Eins von 180 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 200). – Gedruckt in der Reichsdruckerei in einer eigens hierfür gegossenen Fraktur. – Ausstattung und Druckanordnung von Karl Köster. Der Schüler von Peter Behrens übernahm die Typographie der Deutschen Musterdrucke, »wie auch andere bibliophile Erscheinungen des Verlages typographische Meisterwerke« (Julius Rodenberg).

27,9 : 19,0 cm. 145, [5] Seiten. – Eine Vorderdeckelecke etwas gestaucht. – Vorderes Innengelenk angerissen.

Rodenberg 344, 1

666  Drugulin-Drucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Torquato Tasso.

€ 400 ( R7 )

Ein Schauspiel. Leipzig, Ernst Rowohlt 1910. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Erster Drugulin-Druck. – Druck in Rot und Schwarz. – Die Drugulin-Drucke bilden den bibliophilen Auftakt für eine der erfolgreichsten und wechselhaftesten Verlagsgeschichten des 20. Jahrhunderts. Ernst Rowohlt hatte als Autoren bereits Paul Scheerbart, Max Dauthendey und Herbert Eulenberg gewonnen. Im Sommer 1910 wurde der Verlag ins Handelsregister eingetragen und Kurt Wolff stiller Teilhaber. Die Geschäftsräume befanden sich im Vorderhaus der Offizin Drugulin, ab Herbst erschienen die ersten sechs Drugulin-Drucke.

25,7 : 18,0 cm. [12], 123, [9] Seiten. – Vorderes Innengelenk oben angeplatzt.

Rodenberg 379, 1. – Göbel 16

667  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Hermann und Dorothea.

€ 750

Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Titel und neun ornamentierten un kolorierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband; Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Zweites Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 180 Exemplaren auf Bütten, aber wie die 20 Vorzugsexemplaren in helles Kalbleder gebunden und die blattvergoldeten Initialen mit grün koloriertem Ornamentschmuck. Die Vergoldung der Deckelvignette wie bei den Einbänden der Normalausgabe. – Das Titelblatt, eines der berühmtesten der deutschen Buchkultur des 20. Jahrhunderts, wurde in Schwarz gedruckt und blattvergoldet. – Gesetzt aus der Cicero Römische Antiqua.

28,2 : 19,3 cm. [4], 57, [3] Seiten. – Einband, da ohne die schützende Kassette und etwas nachlässig aufbewahrt, fleckig und beschabt, am Rücken mit Kratzspuren.

Stürz 2. – Sarkowski 587. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Kleukens-Archiv ELP 3 u. I, Seite 96 (Notiz von Kleukens zur Handkolorierung der Initialen)

668  Ernst Ludwig-Presse – Das Hohe Lied von Salomo.

€ 300 ( R7 )

Leipzig, Insel 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und acht ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt.

Fünftes Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 300 Exemplaren, alle auf Japan. Sarkowski nennt 40 Exemplaren in violettem Saffianleder und 260 in Kalbleder. – Breitrandiger Handpressendruck in Schwarz und Gold, erstmals wurde die von F. W. Kleukens entworfene Cicero Kleukens Antiqua verwendet. Kleukens entwarf auch den Doppeltitel, die ornamentierten Initialen und die Einbandschrift. – Textbearbeitung von Rudolf Alexander Schröder nach der Übertragung von Emil Kautzsch.

25,2 : 16,3 cm. XXI, [3] Seiten. – Einband berieben und stark angestaubt. – Vorderer Vorsatz mit Kleberesten und Spuren eines entfernten Exlibris.

Stürz 5. – Sarkowski 1392. – Rodenberg 74, 5

669  Ernst Ludwig-Presse – Longus. Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe.

€ 400 ( R7 )

Leipzig, Insel 1910. Pergamentband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: K. Ebert, München).

Zehntes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf starkem Japan und mit den vergoldeten Initialen (Gesamtauflage 300). – Friedrich Wilhelm Kleukens entwarf den Titel mit schmückender Bordüre, die vier großen Initialen, die gesamte Typographie und der Einbandentwurf. – Der deutsche Text dieser Ausgabe stammt von Ludwig Wolde.

26,8 : 18,0 cm. 167, [7] Seiten. – Papier etwas gebräunt.

Stürz 10. – ELP 13 (10). – Rodenberg 75, 10. – Sarkowski 1039

670  Ernst Ludwig-Presse – Joseph von Eichendorff. Die Glücksritter.

€ 250 ( R7 )

Eine Novelle. Leipzig, Insel 1911. Originalpergamentband mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung sowie Seidenschließbändern.

13. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 150 Exemplaren auf Old Stratford-Bütten (Gesamtauflage 200). – Die Einbandgestaltung und Buchausstattung stammt von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Druck des Titels und der Initialen in Braun. – Innen sehr gut erhalten.

24,2 : 16,5 cm. 75, [5] Seiten. – Einband etwas berieben und fleckig. Ein Schließband abgerissen. – Vorsätze schwach.

Stürz 13. – Sarkowski 341. – Rodenberg 75, 13

671  Ernst Ludwig-Presse – Klaus Groth. Quickborn.

€ 250

Volksleben in plattdeutschen Gedichten dithmarscher Mundart. Leipzig, Insel 1912. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

16. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse und in Ganzpergament gebunden(Gesamtauflage 500). – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Korpus Kleukens Fraktur, die von Friedrich Wilhelm Kleukens gezeichnet und in diesem Buch zum ersten Mal verwendet wurde.

24,1 : 16,5 cm. 318, [10] Seiten. – Einband etwas fleckig, Ränder schwach berieben. – Vorsätze und äußerste Ränder leicht stockfleckig.

Stürz 16. – Sarkowski 637. – Rodenberg 75,16

672  Ernst Ludwig-Presse – Ernst Elias Niebergall. Datterich.

€ 500

Lokalposse in sechs Bildern in der Mundart der Darmstädter. Leipzig, Insel 1913. Mit sieben Lithographien von Emil Preetorius. Farbig illustrierter Originalpergamentband. Im Schuber.

18. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 75 Exemplaren der selten angebotenen Vorzugsausgabe auf Japanbütten und im illustrierten Pergamentband (Gesamtauflage 400). – Die Schrift des Titels und der Zwischentitel entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Gesetzt aus der Kleukens-Fraktur. – Niebergalls »Datterich« nimmt zusammen mit dem »Reineke Fuchs« von Kleukens eine Ausnahmestellung innerhalb der typographisch ausgerichteten Ernst Ludwig Presse ein. Gegen den Widerstand der Brüder Kleukens verlangte Kippenberg, die Illustrationen an Emil Preetorius zu übertragen.

23,7 : 20,3 cm. 104, [4] Seiten. – Vorderdeckel etwas fleckig. – Hintere Vorsatzpapiere und äußerste Ränder schwach stockfleckig.

Stürz 18. – Sarkowski 1192. – Rodenberg 76, 18. – Schauer II, 63 (mit Abbildung). – Ohr 14

673  Ernst Ludwig-Presse – Christian Kleukens. Reinke Voß

€ 400

eene ole Geschichte, upt Nee vertellt von Christian Kleukens mit bunte Biller von F. W. Kleukens. Leipzig, Insel 1913. Mit zahlreichen farbig lithographierten Textillustrationen. Originalhalbpergamentband mit farbig illustrierten Deckeln und Rückentitel. Im Schuber.

20. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Erste Ausgabe dieser Textfassung und mit diesen Illustrationen. – Eins von 350 Exemplaren im illustrierten Halbpergamentband (Gesamtauflage 400). – Auf Bütten mit Wasserzeichen »EL«. – Die frühere der beiden von Friedrich Wilhelm Kleukens illustrierten Reineke-Ausgaben. Noch war man in der Presse bestrebt, der »Typographie Raum und Freiheit vom Dekorativen« zu verschaffen – es erschienen nur zwei illustrierte Drucke. Erst in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich des Reineke Fuchs von 1929, waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert« (vgl. Schauer I, 66).

28,3 : 19,0 cm. 115, [5] Seiten. – Deckel etwas gebräunt und fleckig.

Stürz 20. – Sarkowski 934. – Rodenberg 76, 20. – Schauer I, 65f. und II, 66

674  Ernst Ludwig-Presse – Georg Britting. Der verlachte Hiob.

€ 300 ( R7 )

Darmstadt-Traisa, Arkaden 1921. Originalpergamentband mit Vergoldung (signiert: Kleukens-Binderei).

Erste Ausgabe von Brittings erster Buchveröffentlichung. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1000). – Gedruckt auf der Ernst Ludwig-Presse, gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua, den Titel zeichnete Hans Schreiber. – Der bayerische Dichter Georg Britting (1891–1964) veröffentliche damals in mehreren Zeitschriften, besonders seine Gedichte und Erzählungen fanden Anerkennung. Der Verleger des Buches war Ludwig Coellen, der in seinem Arcaden Verlag auch mehrere eigene kunstwissenschaftliche Werke veröffentlichte.

22,7 : 15,8 cm. [2], 49, [7] Seiten.

Stürz 46. – Kleukens-Archiv ELP 77. – Rodenberg 80

675  Ernst Ludwig-Presse – Friedrich Rückert. Fünf Märlein.

€ 150

Zum Christfest 1813 für sein Schwesterlein geschrieben. Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli 1921. Originalhalbpergamentband mit Titelschild und Kopfgoldschnitt.

Eins von 1000 Exemplaren der Buchhandelsausgabe, gedruckt in Rot und Schwarz auf der Ernst Ludwig-Presse. – Auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Erstmals zu Weihnachten 1920 in nur drei Exemplaren für die Kinder von Kleukens, Schreiner und Uzielli gedruckt.

25,3 : 19,4 cm. 25, [3] Seiten. – Einband etwas lichtrandig.

Stürz 48. – Kleukens-Archiv ELP 74

676  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 300

– Der Tragödie erster Teil. – Der Tragödie zweiter Teil. – Der Tragödie ursprüngliche Gestalt (Urfaust). [Drei Teile in einem Band]. Darmstadt 1922–1924. Pergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung.

Druck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt für die Kleukens Presse zu Frankfurt am Main. – Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1.000). – Gesetzt aus der Kleukens Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz. – Das Papier für diese Ausgabe wurde von den beiden Frankfurter Bürgern Moritz von Bethmann und Hans Passavant gestiftet, die Hälfte der Verkaufserlöse konnte dadurch dem dortigen Goethehaus gestiftet werden.

27,6 : 19,3 cm. 214, [6]; 323, [5]; 147, [5] Seiten.

Stürz 51. – Kleukens-Archiv ELP 82. – Rodenberg 81. – Schauer II, 65

677  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 300

Der Tragödie erster Teil. Darmstadt 1922. Pergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung.

Druck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt. Unternommen von der Kleukens Presse zu Frankfurt am Main. – Das Papier wurde von Moritz von Bethmann und Hans Passavant gestiftet. – Gesetzt aus der Antiqua von Christian Heinrich Kleukens. – Es erschienen noch der zweite Teil und der Urfaust.

27,6 : 19,3 cm. 214, [6] Seiten. – Einband leicht angestaubt. – Vorsätze etwas stockfleckig.

Stürz 51. – Rodenberg 81. – Schauer II, 65

678  Ernst Ludwig-Presse – Ein Trostbüchlein für Vormänner.

€ 300

Darmstadt 1941. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Holzschnittdeckelvignette.

Eins von sieben Exemplaren, hergestellt »für Freunde des Verfassers, Mainz Weihnachten 1941«. – Am Textende vom Verfasser signiert. – Die erste Auflage des »Trostbüchleins« erschien 1937. Laut Stürz hat Ch. H. Kleukens die Fabelsammlung 1938, 1940, 1941, 1943 und 1944 jeweils um einige Fabeln vermehrt und stets in wenigen, nicht für den Handel bestimmten, Exemplaren wieder gedruckt. – Nahezu verlagsfrisch. – Beilagen: Von Kleukens signierter Probedruck der Seite 65 (»Zurechtweisung«) mit eigenhändiger Satzkorrektur. – Fotografie Ch. H. Kleukens am Schreibtisch, 1941/42.

16,5 : 11,5 cm. 63, [7] Seiten.

Vgl. Stürz 111. – Kleukens-Archiv ELP 166

679  Kleukens-Presse – Gotthold Ephraim Lessing. Fabeln.

€ 1500

Drey Bücher. 1759, 1777 und Anhang. Holzschnitte von Kay H. Nebel. [Frankfurt am Main] 1920. Mit kolorierten Holzschnitten, davon 19 im Text, und drei Initialen. Roter Originalmaroquinband. Rückentitel blindgeprägt, Kopfschnitt vergoldet. Mit Schutzumschlag und Schuber.

Sechster Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 25 Luxusexemplaren auf Pergament (Gesamtauflage 250). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Die Presse will ›bewußt dem spielerischen, wahllosen, snobistischen, merkantilen, abgegriffenen Gebaren der vielen schaustellenden Sonderdarbietungen entgegentreten, die den Interessen und der Anteilnahme des wahren Bücherfreundes stracks zuwiderlaufen‹.« (Julius Rodenberg). – Kay Nebel (1888–1953) wurde 1920 Professor an der Staatlichen Werk-Akademie in Kassel (Thieme/Becker XXV, 371).

20,0 : 12,5 cm. [2], 71, [11] Seiten.

Rodenberg 104, 6

680  Kleukens-Presse – Honoré de Balzac. Une passion dans le desert.

€ 150

Frankfurt am Main, Kleukens-Presse 1922. Originalpergamentband mit reicher geometrischer Deckel- und Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt (signiert Kleukens-Binderei Ernst Rehbein).

Zehnter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 250).

19,0 : 13,0 cm. 26, [3] Seiten. – Ränder etwas gebräunt.

Rodenberg 104, 10

681  Mainzer Presse – Ch[ristian] H[einrich] Kleukens. Uli Kleukens zum 18. Juni 1933.

€ 200

Mainz 1938. Originalkartonumschlag mit Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren auf Japan, gedruckt am 7. März 1938. – Druck der Mainzer Presse auf der Presse des Gutenberg-Museums Mainz. – Kleukens schrieb den Text zum 15. Geburtstag seiner Tochter Ulrike und druckte ihn lt. Kleukens-Archiv, in abweichender Typographie, 1933 und 1934 auf der Ernst Ludwig-Presse sowie im August 1938 auf der Mainzer Presse. Die vorliegende Ausgabe blieb dem Archiv unbekannt.

27,5 : 17,0 cm. [8] Seiten.

Vgl. Kleukens Archiv ELP 137 und 139 sowie MP V, 86

682  Mainzer Presse – Hermann Burte. Deutsche Sendung des Wortes und der Letter.

€ 200

Mainz 1942. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 200 Exemplaren. – Vortrag zur Eröffnung der Gutenberg-Festwoche 1942. Hermann Burte wurde spätestens 1933 bekennender Nationalsozialist und Antisemit. – Gesetzt aus der Burte-Fraktur, die Kleukens bereits 1928 entworfen hatte und für mehrere Drucke der Mainzer Presse verwendete. Das Kleukens Archiv dokumentiert z. B. zum Gutenbergjahr 1940 entstandene Probedrucke einer bibliophilen Monumentalausgabe von Hitlers »Mein Kampf«. – Beiliegend maschinengeschriebener Neujahrsgruß auf Visitenkarte »Alles Gute für das so dunkle Jahr 1943!« – Dazu: Die Kunst Gutenbergs. Der Deutschen Jugend erzählt von Christian Heinrich Kleukens. Mainz, Joh. Falk & Söhne 1940. Originalbroschur.

24,8 : 16,8 cm. 52, [4] Seiten. – Vorsätze mit kleinen Stockflecken und mit Abklatsch des Umschlagpapiers. – Beigabe: Umschlag leicht angestaubt.

Nicht im Kleukens-Archiv nachweisbar

683  Alfred Gelbhaar. Die alte Markgrafenstadt Meißen

€ 500

wie sie sich präsentieret im Jahre 1921. Meißen, Truhe 1921. Sieben signierte kolorierte Kupferstiche auf Pergament, lose in Originalpergamentkassette mit vergoldeten Bordüren und montiertem Porzellan-Wappen auf dem Vorderdeckel.

Eins von 38 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe A (Gesamtauflage 213). – Die Mappe enthält ein gestochenes Titelblatt mit heraldischer Verzierung und sechs Landschafts-Miniaturen (Ansichten der Stadt, der Albrechtsburg, Marktplatz, Burgplatz u. a.), jede mit üppiger allegorischer Umrahmung, gedruckt auf Pergament »und fein säuberlich mit der Hand illuminiert« (Titel). – Das bei den Vorzugsexemplaren montierte Wappen aus unglasiertem Porzellan wurde extra für diese Ausgabe in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen angefertigt und mit Gold und Platin verziert. Die Kassetten fertigte »mit besonderer Sorgfalt und Liebe« Hans Koehler, Dresden. – Die Pergamentblätter auf Unterlagekartons montiert. – Biographisch konnten wir den Künstler Alfred Gelbhaar nicht nachweisen. – In Leinenkassette.

29,5 : 24,5 cm. 7, Kupferstiche. – Kassettendeckel etwas verzogen. – Unterlagekarton leicht wellig, die Blätter tadellos sauber.

684  Fritz Gurlitt Verlag – Zwei Titel der Reihe »Der Venuswagen«.

€ 300

Berlin, Fritz Gurlitt 1919. Jeweils mit Lithographien und Buchschmuck. Originalhalbpergamentbände mit rosa Seidenbezügen und Pergamentschließen; Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt. Jeweils in der Originalkassette.

VI. Heinrich Lautensack. Erotische Votivtafeln. Mit sieben Lithographien von Willy Jaeckel. – IX. J.-K. Huysmans. Gilles de Rais. Mit 16 Lithographien von Willi Geiger. – Erschienen als Privatdrucke des Gurlitt-Verlages. – Jeweils eins von 700 Exemplaren. – Beide im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Alle Lithographien wurden auf der Gurlitt-Presse gedruckt.

30,5 : 24,5 cm. I. 32, [2] Seiten, 7 Lithographien. Einige Seiten stockfleckig. – II. 39, [3] Seiten, 16 Lithographien. – Beide Kassetten etwas angestaubt, mit Lichtrand, Kanten beschädigt. Vordere Ränder der Einbände etwas berieben, winzige Fehlstellen im Seidenbezug.

Hayn/Gotendorf IX, 600. – I: Stilijanov-Nedo 86. II: Lang, Expressionismus 70

685  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zehn Lieder.

€ 300 ( R7 )

Berlin 1916. Originalpergamentumschlag mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Erster Daphnis-Druck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Druck in Blau, Grün und Schwarz auf Kaiserlich Japan. – Satz aus einer Type von Schoeffer von Gernsheim. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Alfred Hoennickes (1878–1955) schuf »Pressendrucke im besten Sinne dieser Bezeichnung […] weitgehend unter Verzicht auf industrielle Techniken, meistens auf der Handpresse gedruckt […]« (Arnulf Backe). Verwunderlicherweise und von unserem verehrten Kollegen Heribert Tenschert bereits in seinem Katalog XI (1982) bemängelt, widmet Georg K. Schauer dem Buchinitiator Hoennicke gerade einen knappen Satz. Ein Drittel aller seiner Publikationen verwendet Texte des Weimarer Dichterfürsten.

20,2 : 15,4 cm. [2], 14, [4] Seiten.

Backe 1. – Rodenberg 322, NF 1 (der die Drucke der ersten und der Neuen Folge vertauscht auflistet)

686  Hundertdrucke – Hans Sachs. Zwölf Fastnachtspiele.

€ 250

Mit Urholzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1922. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Hellbrauner Schweinslederband im Schuber mit Lederkanten (signiert: Albert Günther, Wien).

33. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher, gedruckt bei Dietsch & Bruckner, Weimar. – Der rustikale Einband ergänzt die kongeniale Ausstattung der Volksstücke von Hans Sachs mit den derb-drolligen Holzschnitten seines Landsmanns Bruno Goldschmitt. – Unbeschnittenes, innen tadelloses Exemplar.

20,3 : 14,5 cm. 226, [6] Seiten. – Rücken durch laienhafte Lederpflege mit ungewollt starker Patina.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61. – Sennewald 22,2

687  Hyperiondrucke – Dante Alighieri. Göttliche Comödie.

€ 200

Übertragen von Philalethes. Die Hölle. – Das Fegefeuer. – Das Paradies. München, Hans von Weber 1914–1916. Drei blaue Maroquinbände mit rotem Rückenschild.

Fünfter Hyperiondruck. – Eins von 500 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (zusätzlich 100 römisch nummerierte für die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert«). – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), der seinem Bruder Friedrich August II. 1854 auf den sächsischen Thron folgte. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit – daher auch sein Beiname »Der Wahrhaftige«) übersetzte er Dantes Komödie.

27,5 : 19,4 cm. [6], 189, [3]; [6], 191, [1]; [6], 196 Seiten. – Einbände an den Rändern leicht fleckig. Rücken schwach verfärbt. – Schnitt gebräunt.

Rodenberg 414, 5. – Schauer II, 62

688  Janus-Presse – Adelbert von Chamisso. Peter Schlemiels Schicksale.

€ 200 ( R7 )

Leipzig, Insel 1922. Originalhalbmaroquinband mit Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Fünfter und offiziell letzter Druck der Janus-Presse. – Eins von 315 Exemplaren, weitere 20 nicht für den Handel. – Erste Veröffentlichung der Urschrift. – Titelzeichnung, Initialen und Einband entwarf Walter Tiemann.

26,8 : 19,4 cm. [6], 84, [6] Seiten.

Rodenberg 95, 5. – Sarkowski 304

689  Janus-Presse – Goethes Meister-Prosa.

€ 200

Auswahl des Wortlauts [und Nachwort] von A[nton] K[ippenberg] und G[eorg] W[itkowski]. Leipzig 1926. Originalbroschur mit farbig marmoriertem Umschlag.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Das schmale Quartheft vereint kleinere Prosaschriften Goethes, darunter einige Eingaben in seiner Funktion als Rechtsanwalt, Rezensionen, Briefe und Auszüge aus einer Bibliotheksverordnung. – Für die Teilnehmer des Leipziger Bibliophilen-Abends am 11. Februar 1926 »hinter dem fünfzigjährigen Rücken Walter Tiemanns von Carl Ernst Poeschel mit gleichfalls ermattenden Kräften hergestellt« (Druckvermerk). – Der tatsächlich letzte Druck der Janus-Presse, der 1907 begründeten ersten deutschen Privatpresse, die bereits im Frühjahr 1923 mit dem »Schlemihl« ihre Tätigkeit eingestellt hatte. »Ihre Seele, die Schrift, war versenkt, nicht wie Cobden Sanderson’s Doveslettern in die Themse, sondern in ein Paket mit grauem Packpapier« im Archiv des Insel-Verlages. Für den seltenen Privatdruck wurde sie noch ein letztes Mal verwendet.

24,9 : 17,8 cm. 30, [2] Seiten. – Umschlagpapier mit Falzeinrissen und zwei kleinen Fehlstellen. – Das Originaldeckelschild liegt bei.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 83

690  Insel Verlag – Gabriele d’Annunzio. In memoriam Friedrich Nietzsche.

€ 400

Dichtung. Leipzig, Insel 1906. Flexibler Originalpergamentband mit goldgeprägtem Titel.

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament, weitere 375 Exemplare wurden auf Velin gedruckt. – Schöner, breitrandiger Druck in Rot und Schwarz. – Übertragung ins Deutsche von Otto Freiherr von Taube. – D’Annunzio war glühender Wagner- und Nietzsche-Verehrer, nach Aussagen von Nietzsche-Kenner Masini jedoch ohne jedwede Nietzsche-Kenntnis: »einer jener lästigen Nachfolger, denen schon Zarathustra mit dem Knüppel drohte.« (Bruno Hillebrand, Nietzsche, Göttingen 2000).

25,9 : 17,6 cm. [30] Seiten. – Das Pergament materialbedingt sehr unterschiedlich gefärbt und etwas gewellt.

Sarkowski 31

691  Insel Verlag – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

€ 350

Deutsche Übertragung von Ernst Hardt. Zeichnungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1904. Mit zehn Tafeln und Buchschmuck nach Zeichnungen. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (A. Köllner Buchbinderei Leipzig). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten, die Illustrationen als Zinkographien auf Japanpapier. – Behmer entwarf auch die große Deckelvignette und die braun-gold gedruckten Vorsatzpapiere. – Nach Oscar Wildes »Salome« die zweite umfangreiche und selbständige buchillustratorische Arbeit des damals gerade 25jährigen Künstlers.

21,9 : 18,0 cm. [14], 91, [5] Seiten. 10 Tafeln. – Einband leicht berieben und, besonders an den Rändern, gebräunt.

Haucke 5. – Sarkowski 86. – Schauer II, 45. – Fromm 1533

692  Insel Verlag – Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron.

€ 250 ( R7 )

[Leipzig], Insel 1912. Mit zahlreichen Abbildungen im Text. Schwarzer Originalecrasélederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung (signiert: A. Köllner, Leipzig).

Eins von 825 Exemplaren, eines der seltenen Exemplare in Ganzleder. – Großformatige Jubiläumsausgabe zum 600. Geburtstag des Dichters. – Übersetzung von Albert Wesselski. – Illustriert nach den Holzschnitten der Venezianischen Ausgabe von 1492 und Initialen der Zeit. – Auf Bütten. – Der Einbandentwurf stammt von Emil Rudolf Weiß.

31,6 : 22,4 cm. [10], 415, [7] Seiten. – Bünde, Gelenle und Kanten etwas berieben.

Sarkowski 186 D. – Hayn/Gotendorf IX, 71

693  Insel Verlag – Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron.

€ 300

Leipzig, Insel 1912. Mit zahlreichen Abbildungen im Text. Dunkelbrauner Originalecrasélederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung.

Eins von 825 Exemplaren, nur wenige Exemplare dieser Auflage wurden in Ganzleder gebunden. – Übersetzung von Albert Wesselski. – Die Jubiläumsausgabe zum 600. Geburtstag des Dichters wurde mit den Holzschnitten der Venezianischen Ausgabe von 1492 und Initialen der Zeit illustriert und auf Bütten gedruckt. – Der Einbandentwurf stammt von Emil Rudolf Weiß.

31,6 : 22,4 cm. [10], 415, [7] Seiten. – Ränder berieben, Rücken stärker.

Sarkowski 186 D. – Hayn/Gotendorf IX, 71

694  Insel Verlag – Gottfried August Bürger. Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande.

€ 250

Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen […]. Mit den Holzschnitten von Gustave Doré. Leipzig, Insel 1918. Mit 154 Holzschnitten, davon 32 blattgroß. Originalhalblederband mit reicher Rückenvergoldung und goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder, 100 weitere wurden in Ganzleder gebunden. – Breitrandiger Druck auf handgeschöpftem Bütten. – Die Holzschnitte wurden von den wieder aufgefundenen Originalstöcken der ersten französischen Ausgabe gedruckt. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß.

32,3 : 23,5 cm. 185, [7] Seiten. – Ränder des Einbandes und der seitliche Buchschnitt etwas fleckig.

Sarkowski 259 VA

695  Insel Verlag – Die Geschichte von Kagsagsuk.

€ 200

Leipzig, Insel 1914. Mit Zeichnungen, Vignetten und Initialen im Text von Charlotte Veit. Illustrierte Originalhalbleinenbroschur mit Kordelheftung. Im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren. – Kalligraphie, Illustrationen und Vignetten stammen von Charlotte Veit, einer Schülerin an der von Henry van de Velde geleiteten Kunstgewerbeschule in Weimar, die an der Schule 1911–1913 für ihre Buchillustrationen mehrfach ausgezeichnet wurde. – Die für den Insel-Verlag ungewöhnlich ausgestattete Edition wurde als Blockbuch gedruckt und gebunden.

30,5 : 17,4 cm. [56] Seiten. – Deckelränder mit winzigen Einrissen.

Sarkowski 520

696  Insel Verlag – [Johann Wolfgang von] Goethe. Italienische Reise.

€ 250

Mit den Zeichnungen Goethes, seiner Freunde und Kunstgenossen. Mit Unterstützung des Goethe-National-Museums herausgegeben von Georg von Graevenitz. Leipzig, Insel 1912. Mit 122 Tafeln. Dunkelbrauner Originalecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Erste Auflage. – Auf Bütten, die Bildtafeln in Lichtdruck. – Anton Kippenbergs Schaffen ist mit dem Werk Goethes über Jahrzehnte aufs Engste verbunden, 1919 wurde er Vorstandsmitglied der Goethe-Gesellschaft, 1938 bis 1950 war er deren Präsident. – Nach mehreren Anläufen brach Goethe im Spätsommer 1786 endlich nach Italien auf. Er reiste über Karlsbad, Eger, Regensburg und Innsbruck und erreichte am 8. September 1786 den Brenner: »Von Innsbruck herauf wird es immer schöner, da hilft kein Beschreiben«. Das Werk erschien, stark überarbeitet, jedoch immer noch in Tagebuchform, erstmals zwischen 1813 und 1817. Neben »Dichtung und Wahrheit« bildet die »Italienische Reise« den wichtigsten autobiographischen Text von Goethes Hand. Sein künstlerisches Bemühen spiegelt sich in unzähligen Zeichnungen und Skizzen, die in der vorliegenden Ausgabe um Schöpfungen von Angelika Kauffmann, Philipp Hackert, Tischbein, Kniep, Joh. G. Schütz (Römisches Carneval) und anderen erweitert wurden.

35,4 : 23,8 cm. [6], 356, [4] Seiten, 122 Tafeln. – Rücken und Ränder berieben, Deckel mit einigen kleinen Kratzern.

Sarkowski 591

697  Insel Verlag – Kinder- und Hausmärchen.

€ 180

Gesammelt durch die Brüder Grimm. Kleine Ausgabe. Mit sieben Kupfern. [Leipzig, Insel 1911]. Mit sieben Illustrationen von Ludwig Grimm. Illustrierter Originalpappband.

Eins von 500 Exemplaren. – »Buchstabengetreuer« Nachdruck der bei G. Reimer, Berlin, erschienenen Ausgabe von 1825. – Die Tafeln wurden in Lichtdruck wiedergegeben. – Titelblatt rückseitig mit Exlbrisstempel Dr. Gottfried Doehler (1863–1943, deutscher Germanist und Schriftsteller, unter anderem dramaturgischer Beirat am Hoftheater München). – Schönes Exemplar.

13,4 : 11,2 cm. 316, [4] Seiten. – Ränder minimal berieben.

Sarkowski 625

698  Insel Verlag – [Jacob Hersleb. Stammbuch.]

€ 150

[Leipzig], Insel [1913]. Mit 77 Abbildungen auf Tafeln. Bordeauxroter Originalmaroquinband mit breiten vergoldeten floralen Deckelbordüren, Rücken- und Schnittvergoldung.

Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 275). – Die Einbände wurden unter Verwendung alter Stempel hergestellt. – Lichtdruck-Faksimile eines Stammbuchs des Norwegers Jacob Hersleb nach dem Original aus der Sammlung Kippenberg. Es enthält Einträge von Klopstock, Moses Mendelssohn, Chodowiecki, Casanova, Geyser, Goethe, Wieland, Schleiermacher, Tischbein u. v. a. – Dazu: Various Designs. Collected by Le Baron d’Offenberg … Is presented by his much obliged humble servant George Frederick Herbst. Leipzig, Insel 1919. Mit zahlreichen Lichtdrucktafeln. Originalpappband mit reicher Vergoldung. Eins von 254 Exemplaren. – Das eindrucksvolle Stammbuch mit Zeichnungen und Eintragungen von Kant, Chodowiecki, Lavater, Salomon Geßner, Pestalozzi u. v. a. entstand in den Jahren 1773 bis 1788. Das Original befand sich im Museum der lettischen Stadt Jelgava (ehemals Mitau). – Beide Faksimiles sehr gut erhalten.

11,8 : 18,5 cm. [6], 77 Tafeln, [12] Seiten.

Sarkowski 721 und 1209

699  Insel Verlag – Hans Holbein. Bilder des Todes.

€ 400

Leipzig, Insel [1913]. Mit 41 ganzseitigen Abbildungen nach Holzstichen. Brauner Originalsaffianlederband mit reicher Vergoldung, u. a. ein Holbein-Porträt von Walter Tiemann als Deckelvignette (E. A. Enders, Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 800). – »Generationen hatten an dem Thema des ›Totentanzes‹ geistig und künstlerisch gearbeitet, bis Hans Holbein in seinem Volksbuch von den ›Bildern des Todes‹ die endgültige, klassische Formulierung fand.« (Emil Waldmann). – Gedruckt wurde die vorliegende Ausgabe nach den Probedrucken zur ersten Ausgabe, die sich im Berliner Kupferstichkabinett befanden. – Sehr schönes Exemplar.

18,3 : 13,3 cm. [100] Seiten. –.

Sarkowski 780 VA

700  Insel Verlag – Gotthold Ephraim Lessing. Minna von Barnhelm

€ 200

oder das Soldatenglück. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel 1920. Originallederband (P. A. Demeter) mit Rückenvergoldung.

Nachdruck der Ausgabe von 1767, mit Nachbildungen der Kupferstiche im Genealogischen Kalender auf das Jahr 1770 von Daniel Chodowiecki. – Dazu: Nathan der Weise. Ein Dramatisches Gedicht, in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel 1910. Nachdruck der ersten Ausgabe von 1779. Eins von 400 Exemplaren. Beiliegend das Faksimile der Subskriptionseinladung von 1778.

I. 16,5 : 11,0 cm. [10], 189, [5] Seiten. Rücken etwas verblasst. – II. 16,5 : 10,2 cm. [6], 276, [6] Seiten, 1 Doppelblatt.

Sarkowski 1023 und 1024

701  Insel Verlag – Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise.

€ 300

Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel [1910]. Zwei Originallederbände mit vergoldeten floralen Bordüren (P. A. Demeter, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, hier vollständig mit allen vier »Teilen«: Faksimile des Erstdrucks von 1779 (Auflage 400), Faksimile der einzig erhaltenen Subskriptionseinladung (1 loses Doppelblatt), Faksimile der Handschrift (Ledereinband) und Transkription der Handschrift (Beilageheft). – So vollständig äußerst selten.

18,4 : 10,4 cm. [6], 276, [6] Seiten; 1 Doppelblatt. – 22,1 : 17,3 cm. [40], [2] Seiten; [40] Seiten. – Ränder leicht berieben, Deckel mit winzigen Kratzern.

Sarkowski 1024 VA

702  Insel Verlag – [Friedrich] Schiller. Musen-Almanach für das Jahr 1797.

€ 200

Leipzig, Insel 1907. Mit Frontispiz und acht gefalteten Notenblättern. Bordeauxroter Originallederband mit vergoldeten Deckelbordüren und Kopfschnittvergoldung und Originalbroschur. Zusammen im Schuber.

Faksimile und Kommentarheft. – Eins von 250 Exemplaren im Ledereinband (Gesamtauflage 300), der faksimilierte Broschurumschlag eingebunden. – Kommentarheft mit einem Begleitwort zur neuen Ausgabe von Hanns Holzschuher. – »Es sind Bücher und Bände über diesen Almanach geschrieben worden – über dies merkwürdige, seltene und kostbare Buch der Weltliteratur. Kostbar, weil es als Sammelstätte Dichtungen und Werke unserer größten Dichter birgt« (Begleitwort). – Sehr schönes Exemplar.

16,8 : 10,6 cm. [22], 302, [10] Seiten, 8 gefaltete Tafeln. – Rücken minimal verblasst.

Sarkowski 1176

703  Insel Verlag – Navigare necesse est.

€ 300

Eine Festgabe für Anton Kippenberg zum zweiundzwanzigsten Mai MCMXXIV. Leipzig, Insel 1924. Mit sechs Originalgraphiken, drei Faksimiles, zwei Tafeln nach Zeichnungen und einer Musiknotenbeilage. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 500 Exemplaren. – Die Festschrift zum 50. Geburtstag des Insel Verlagsleiters wurde von dessen Ehefrau Katharina herausgegeben. – Mit Radierungen von Marcus Behmer (im Œuvreverzeichnis »Die Insel« betitet) und Georg A. Mathey, Holzschnitten von Walter Tiemann, Frans Masereel und Ludwig von Hofmann sowie einer Lithographie von Emil Rudolf Weiss (Exlibris Anton Kippenberg). – Mit Textbeiträgen von Rudolf Alexander Schröder (Aus den Kinderjahren der Insel), Harry Graf Kessler, Peter Jessen, Henry van de Velde u. a. – Einbandentwurf von Walter Tiemann.

29,0 : 19,5 cm. 275, [1] Seiten, 6 Graphiken, 6, teils gefaltete Tafeln. – Ränder minimal verblasst.

Sarkowski 1186. – Söhn HDOG 271. – Bibliogr. Kippenberg 112. – Sammlung Kippenberg 1785 a. – Rodenberg 291

704  Insel Verlag – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

€ 2000

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit Buchschmuck (ornamentaler Doppeltitel, Titelvignetten, vier Zwischentitel, zahlreiche Kopfleisten und Schlussstücke) in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde. – Harry Graf Kessler hatte sich schon 1897 mit der Herstellung eines Luxusdruckes von Nietzsches »Zarathustra« beschäftigt und recht bald Henry van de Velde, den er im November 1897 kennenlernte, mit einem Entwurf und Georges Lemmen mit der Schriftentwicklung beauftragt. – »Im feierlichen Prunk kam ›Also sprach Zarathustra‹ (1908) daher, für den Insel-Verlag in den drei Farben Schwarz, Purpur und Gold gedruckt, monumental im Format des Foliobandes, monumental in der typographischen Gebärde […] Der dekorative Doppeltitel unterstreicht […] van de Veldes Absicht, auch dem Gegenstand ›Buch‹ eine künstlerische Form aufzuprägen, die diesem Leben gab. […] Der Rückgriff auf die Texte Nietzsches hing übrigens eng mit der Berufung van de Veldes nach Weimar zusammen. Hier war ja das Nietzsche-Archiv […] beheimatet. Hier residierte aber auch mit Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach ein kunstsinniger Landesfürst […]« (Jürgen Eyssen S. 17).

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Einband etwas fleckig. – Äußerste Ränder leicht stockfleckig.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

705  Insel Verlag – Pauline Fürstin zur Lippe. Zur Frauenzimmer-Moral.

€ 120

Leipzig, Insel 1903. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erste Buchausgabe der beiden Aufsätze der Prinzessin von Anhalt-Bernburg und späteren Fürstin zur Lippe, die 1788 in dem Hannoveraner »Jahrbuch für die Menschheit« erschienen waren. Von ihrem Vater für die damalige Zeit umfassend ausgebildet, errang Pauline als regierende Fürstin später Anerkennung wegen ihrer Reformbestrebungen im Bildungs- und Sozialwesen. – Das Nachwort stammt von Hans Schulz (1870–1939), Direktor der Bibliothek des Reichsgerichts und Leipziger Bibliophiler, der das Vorsatzblatt mit einem langem Opitz-Zitat zierte. – Exlibris der Dichterin Helene Voigt-Diederichs, der Ehefrau des Verlegers Eugen Diederichs.

17,3 : 11,3 cm. 48 Seiten. – Einband, einige Seiten und äußerste Ränder gering stockfleckig.

Sarkowski 1226

706  Insel Verlag – Alexander Pope. Der Lockenraub.

€ 200

Ein komisches Heldengedicht. Mit neun Zeichnungen von A[ubrey] Beardsley. Leipzig, Insel 1908. Mit neun meist blattgroßen Illustrationen. Schwarzer Originalpappband, Deckelillustration, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Gedruckt auf starkem Holländisch Bütten. – Die Übersetzung stammt von Rudolf Alexander Schröder. – Schönes Exemplar dieser berühmten Beardsley-Ausgabe.

29,0 : 22,5 cm. [10], 43, [7] Seiten. – Vordere Ecken schwach gestaucht, Ränder minimal berieben.

Lasner 105 c. – Sarkowski 1258

707  Insel Verlag – Jan van Ruisbroek. Die Zierde der geistlichen Hochzeit.

€ 200

Leipzig, Insel [1919]. Originalpergamentband mit Rückenschild und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Unnummeriertes Dedikationsexemplar, wie die 50 Vorzugsexemplare in Ganzpergament gebunden und gedruckt in Rot und Schwarz auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 500). – Die Luxusausgabe enthält das Hauptwerk des flämischen Mystikers Jan van Ruisbroeck (1293–1381) in einer Übertragung des expressionistischen Dichters Friedrich Markus Huebner. – Laut Sarkowski wurde erschien die Ausgabe kriegsbedingt erst 1919.

28,2 : 21,7 cm. 162, [2] Seiten. – Deckel mit schwachem Lichtrand und etwas fleckig. – Erste und letzte Seiten an den Rändern schwach stockfleckig.

Sarkowski 1378 VA

708  Insel Verlag – Rudolf Alexander Schröder. Elysium.

€ 1200

Ein Buch Gedichte. Leipzig, Insel-Verlag 1906. Flexibler Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 25 Exemplaren der sehr seltenen Vorzugsausgabe auf Pergament (Gesamtauflage 300). – Die Gestaltung übernahm Alfred Walter Heymel, Druck in Rot und Schwarz. – Alfred Walter Heymel gründete zusammen mit dem Redakteur Otto Julius Bierbaum die Zeitschrift »Die Insel«, aus der bald der Insel-Verlag erwachsen sollte. 1901 schied Schroeder aus der Insel-Redaktion aus. »Die frühe Lyrik Schroeders stand im Zeichen eines Skeptizismus und romantisierenden Ästhetizismus; dabei bediente er sich vor allem klassischer Formen wie Oden und Sonetten.« (www-rudolf-alexander-schroeder-stiftung.de).

24,5 : 16,5 cm. [40] Seiten. – Einband etwas fleckig.

Sarkowski 1535. – Adolph 7

709  Insel Verlag – Tausend und ein Tag.

€ 900

Orientalische Erzählungen. Band 1 [bis] 4. Leipzig, Insel 1909/1910. Mit je einem illustrierten Doppeltitel in Grün, Schwarz und Gold von Marcus Behmer. Originalpergamentbände mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Vignette auf den Vorderdeckeln und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe auf Insel-Bütten von Van Gelder. – Marcus Behmer entwarf auch für die prächtige Vorzugsausgabe Doppeltitel, üppige Rückenvergoldung und Deckelvignetten. Die Doppeltitel verzierte er mit dem Porträt des Königs Schahryar und der Erzählerin Schahrazad. Die Innendeckel der Vorzugsexemplare wurden mit goldener Wildseide bezogen. – Felix Paul Greves und Paul Hansmanns Übersetzungen nach englischen Vorlagen sind hier erstmals veröffentlicht. – Sehr selten, in identischer Ausstattung mit der Vorzugsausgabe der Erzählungen aus »Tausendundein Nächten«.

18,6 : 12,0 cm. – Einbände stellenweise etwas fleckig und schwach berieben.

Sarkowski 1725 VA

710  Insel Bücherei – Sophokles. Antigone.

€ 250

Eine Tragödie. Übertragen von August Böckh. Leipzig, Insel [1912]. Ockerfarbener Originalziegenlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Insel-Bücherei 27 [1A]. – Erste Ausgabe innerhalb der Insel-Bücherei.

18,5 : 12,4 cm. 61, [1] Seiten. – Kanten schwach berieben und minimal verfärbt.

711  Insel Bücherei – Ruth.

€ 200

Leipzig, Insel [1914]. Originalhalbpergaminband mit vergoldetem Rückentitel und Buntpapierbezügen.

Insel-Bücherei 152 [1]. – In der Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der Deutschen Bibel 1545. – »Ein Unikum der Buchgeschichte« nennt der Marbacher Katalog »Die Insel« diesen Druck der Darmstädter Ernst Ludwig Presse: Sagenhafte 10.000 Exemplare wurden für die Insel-Bücherei auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse gedruckt. – Titel, Pressensignet und die vier Initialen in Rot gedruckt. – Als Titelvignette wurde ein alter Holzschnitt reprouziert.

19,2 : 13,5 cm. 21, [3] Seiten. – Deckelränder schwach gebräunt.

Kästner 152 [1]. – Stürz 43b

712  Insel-Bücherei – Rainer Maria Rilke. Der ausgewählten Gedichte erster [und] anderer Teil.

€ 400

Berlin, Insel 2016/2017. Illustrierte Originaleinbände.

IB 400 [1B] und 480 [1C]. – Je eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt waren. – Beide mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich, beide Bände zudem mit einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

713  Insel Bücherei – Ernest Hemingway. Die Sturmfluten des Frühlings.

€ 200

Ein romantischer Roman zu Ehren des Verschwindens einer Großen Rasse. Zweite Auflage. Leipzig, Insel 1980. Mit 13 Abbildunge nach Holzstichen von Hans-Joachim Walch. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Insel-Bücherei 902 [1B]. – Nur diese zweite Auflage erschien mit Illustrationen. – Unikates Exemplar mit einer Suite aller 13 Holzstiche, Handabdrucke von den Originalstöcken auf China, und mit eigenhändiger Widmung des Künstlers für den Vorbesitzer. – Die Holzstiche in Passepartouts montiert und zusammen mit dem Buch in Kartonmappe.

18,3 : 12,2 cm. 139, [1] Seiten, 13 Holzstiche.

714  Insel-Bücherei – Goethes schönste Gedichte.

€ 300

Herausgegeben von Jochen Schmidt. Berlin, Insel 2018. Illustrierter Originaleinband.

IB 1013. – Exemplar 1 von gerade einmal zehn der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt war. – Mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich sowie einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

715  Insel-Bücherei – Friedrich Schiller. Die seligen Augenblicke.

€ 300

Gedichte. Auswahl und Nachwort von Sigrid Damm. 6.–7. Tausend. Frankfurt und Leipzig, Insel 2005. Illustrierter Originaleinband.

IB 1263. – Eins von 25 Exemplaren der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt war. – Mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich sowie einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

716  Insel Verlag – Heinz Sarkowski. Der Insel Verlag.

€ 120

Eine Bibliographie. Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage. Leipzig, Insel 1999. Zwei [!] Originalleinenbände.

Durchschossenes Exemplar, nicht für den Handel bestimmt, so nur in einigen Exemplaren für den Verlag und für Antiquare hergestellt. – Nach Auskunft des kenntnisreichen Vorbesitzers wurden die Offsetfilme der Erstauflage in Leipzig in Handarbeit zerschnitten und die Ergänzungen für die zweite Auflage eingeklebt.

21,4 : 13,4 cm. Zusammen 451, [1]; Seiten.

717  Leipziger Bibliophilen-Abend – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zwölf Gedichte.

€ 200

Leipzig 1932. Orangefarbener Originalsaffianlederband, Rücken, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 99 stets namentlich bezeichneten Exemplaren für die Leipziger Bibliophilenvereinigung, das vorliegende für Julius Rodenberg – je ein weiteres wurde für die Deutsche Bücherei und den Verleger Hans von Weber gedruckt. – Auf Japanbütten. – Druck des Haupttitels und der Gedichttitel in Blau. – Sehr schönes Exemplar des Drucks im Goethe-Jahr 1932.

29 : 21 cm. [36] Seiten.

718  Maximilian-Gesellschaft – Johann Wolfgang von Goethe. Gedichte.

€ 900 ( R7 )

Herausgegeben von Hans Gerhard Gräf. Erster [bis] Vierter Band. Berlin, Maximilian-Gesellschaft 1924–1925. Blaue Maroquinbände; Rückentitel, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet (signiert: Maria Lühr).

Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus der Tiemann-Antiqua. – Druck unter Leitung von Fritz Homeyer und Hans Loubier bei Otto von Holten, Berlin. – Auf Bütten von JW Zanders mit dem Wasserzeichen der Maximilian-Gesellschaft. – Neben »Effi Briest« mit den Lithographien von Max Liebermann bilden die Goethe-Gedichte den wohl opulenteste Druck für die Mitglieder der Gesellschaft. Je nach Vorliebe des jeweiligen Mitglieds wurden verschiedene Buchbinder mit den Einbänden beauftragt, die vorliegende Reihe stammt von Maria Lühr (1874–1969). Nach ihrer Ausbildung in den traditionsreichen Buchbindereien Collin, Berlin, und Cobden-Sanderson in England wurde sie die erste deutsche Buchbindermeisterin. Von 1913–1957 betrieb sie ihre eigene Werkstatt in Berlin selbständig und war Ehrenmitglied des Bundes »Meister der Einbandkunst« (vgl. Moessner/Kriechel S. 73).

28,7 : 20,5 cm. Zusammen etwa 1500 Seiten. – Rücken etwas verfärbt und leicht berieben, Band I am Rücken etwas fleckig, Band III unten bestoßen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 120. – Nicht mehr bei Rodenberg

719  Georg Müller Verlag – Die Bücher der Abtei Thelem.

€ 1000

Herausgegeben von Otto Julius Bierbaum. 21 Werke in 34 Bänden (alles erschienene). München und Leipzig, Georg Müller 1910–1923. Originalhalblederbände mit reicher Vergoldung und Buntpapierbezug.

Der Herausgeber, der Mitbegründer des Insel Verlages Otto Julius Bierbaums, benannte die Reihe nach der Abtei Thelem, die Rabelais in seinem »Gargantua« beschrieben hatte. In diesem Kloster waren alle Lustbarkeiten und Freizügigkeit Pflicht und es galt der Kodex: »Tu was du willst!« – Mit Neuausgaben folgender geistreicher und teils freizügiger Romane der Weltliteratur, viele in Übersetzungen von W. Mylius, einem der wichtigsten Übersetzer des 19. Jahrhunderts: I.–III. Laurence Sterne. Tristram Schandis Leben und Meynungen. 1910. – IV. Laurence Sterne. Yoricks empfindsame Reise. 1910. – V. Johann Gottwerth Müller. Siegfried von Lindenberg. Eine komische Geschichte. 1918. – VI./VII. Denis Diderot. Jakob und sein Herr. 1911. – VIII./IX. Lord Chesterfield. Briefe an seinen Sohn. 1912. – X. Voltaire. Kandide. 1912. – XI. Gräfin La Fayette. Die Prinzessin von Cleve. 1918. – XII. Erasmus. Lob der Narrheit. 1918. – XIII./XIV. Tobias George Smollet. Roderich Random. 1914. – XV./XVI. Tobias George Smollet. Peregrine Pickle. – XVII./XVIII. Dulaurens. Gevatter Matthies oder die Ausschweifungen des menschlichen Geistes. 1918. – XIX.–XXI. Henry Fielding. Geschichte des Thomas Jones eines Findelkindes. Roman. 1918. – XXII.–XXIV. Moritz August von Thümmel. Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich. 1918. – XXV. Moritz August von Thümmel. Wilhelmine. – XXVI./XXVII. Johann Gottfried Schnabel. Der im Irrgarten der Liebe herumtaumelnde Kavalier. 1920. – XVIII. Denis Diderot. die geschwätzigen Kleinode oder Die Verräter. 1921. – XIX./XXX. Laurence Sterne. Yoricks Predigten. 1921. – XXXI. H. R. Mencken. Verteidigung der Frau. 1923. – XXXII. Machard. Titine. 1923. – XXXIII. Ch. M. Wieland. Die Geschichte des Prinzen Biribinker. 1923. – XXXIV. Johann Gottlieb Schummel. Spitzbart eine komi-tragische Geschichte. 1920. – Die Halbledereinbände sind gestaltet nach Entwürfen von Paul Renner, fünf Bände erschienen in größerem Format, einige mit variierender Rückenvergoldung. – Dazu die manchmal als Band XXXV gezählte einbändige Neuausgabe von Diderots »Jakob und sein Herr« (1921, mit dem Reihentitel und in reihentypischer Ausstattung, ohne Bandnummerierung). – Insgesamt sehr schön erhalten und so vollständig selten angeboten.

Einige Ränder minimal berieben. Exlibris in IV.

Hayn/Gotendorf IX, 582

720  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

€ 350

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe, die Exemplarnummer hier geschwärzt. – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, auf unbeschnittenem Zerkall-Einhorn-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – »Die prächtigen Schriften aus dem reichen Typenvorrat von Enschedé en Zonen in Haarlem stehen auf handgeschöpftem Bütten und behaupten sich bravourös neben den Illustrationen von Bayros, der sich hier, eine Entdeckung Bierbaums, erstmals auf dem deutschen Buchmarkt vorstellte und einen glücklichen Tag gehabt haben muß, da er einmal ohne die sonstige süßliche Parfümierung seiner Zeichenfeder ausgekommen war« (Eyssen, S. 65). – Bierbaum gehörte zu den Hauptautoren der ersten Verlagsjahre von Georg Müller. »Er war es, der die lange Reihe schöner Drucke […] eröffnete, und zwar mit den Ausgaben seines erst rein typographisch, schließlich dann illustriert erscheinenden Buches ›Das schöne Mädchen von Pao‹ (1910)«. (Georg K. Schauer).

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten, 7 Tafeln. – Rücken verfärbt. Ränder leicht berieben, Deckel mit schwachen Schabspuren. – Äußerste Ränder leicht gebräunt.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

721  Georg Müller Verlag – Karl Philipp Moritz. Anton Reiser.

€ 120

Ein psychologischer Roman. Neu herausgegeben und eingeleitet von Dr. Fred B. Hardt. Mit den vier Titelvignetten der Original-Ausgabe und zwei Porträtkupfern. Erster [und] Zweiter Band. München und Leipzig, Georg Müller 1911. Originalecrasélederbände mit Rückenschild und reicher Vergoldung.

Reprint der vierteiligen Erstausgabe (Berlin, Maurer 1785–1790). – »Ein komplexes, gefährliches Buch, weil es einen hineinzieht in seine bodenlose Trauer, gegen die man sich wehren will und sich doch nicht wehren kann. Ein Buch, das Angst macht vor den eigenen Verletzungen, die man hinieinphantasiert« (Peter Laemmle, Die Zeit, 47/1979). – Noch mehr als Kippenbergs Insel Verlag widmete sich Georg Müller der Neuausgabe von Werken des 18. und 19. Jahrhunderts. – Sehr dekorativ gebunden und schön erhalten.

15,7 : 10,5 cm. LXXII, [8], 191, [3] Seiten, 1 Tafel; [4], 203, [3] Seiten, 1 Tafel. – Rücken und äußerster Oberrand von II minimal verblasst.

722  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Plutarch. Vermischte Schriften. – Lebensbeschreibungen.

€ 600 ( R7 )

– Mit Anmerkungen nach der Übersetzung von Kaltwasser bearbeitet von Hanns Floerke. München und Leipzig, Georg Müller 1911 und 1913. Neun rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – Reihe I, Bände 1–3 und Reihe II, Bände 1–6.

22,4 : 14,3 cm. – Einige Rücken etwas verblasst.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95 und 96

723  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Vier Editionen der Reihe in Vorzugsausgaben.

€ 500 ( R7 )

München und Leipzig, Georg Müller 1911–1918. Neun rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – I. Horaz. Satiren und Episteln. Mit Anmerkungen. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland bearbeitete und ergänzt von Heinrich Conrad. Reihe I, Bände 5 und 6. – II. Sueton. Die zwölf Cäsaren. Nach der Übersetzung von Adolf Stahr. Reihe II, Band 13. – III. Xenophon. Schriften über Sokrates. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland neu herausgegeben. Reihe I, Band 16. – IV. Platon. Ausgewählte Werke. Deutsch von Schleiermacher. – Reihe I, Bände 23 bis 27.

22,3 : 14,2 cm. – Einige Rücken leicht verblasst, die von IV etwas beschabt.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95

724  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Drei Editionen der Reihe in Vorzugsausgaben.

€ 500 ( R7 )

München und Leipzig, Georg Müller 1912–1918. Acht rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – I. Thukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges. Deutsch von Heilmann. Erstes bis Achtes Buch. Reihe I, Bände 14 und 15. – II. Cicero. Briefe. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland. Reihe I, Bände 17–20. – III. Tacitus. Historien und Annalen. Nach der Übersetzung von Karl Friedrich Bahrdt neu herausgegeben. Reihe II, Bände 21 und 22.

22,3 : 14,2 cm. – Rücken minimal verblasst, zwei an den Bünden verfärbt. Ein Kapital von III mit Fehlstelle.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95

725  Officina Serpentis – Wolfram von Eschenbach. Parzival.

€ 300

München, Georg Verlag 1921. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Karl Ebert, München).

Erster Druck der Legenden vom Gral. – Eins von 100 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf schwerem Zanders-Bütten (Gesamtauflage 313). – Handpressendruck von E. H. und E. W. Tieffenbach in der Officina Serpentis. – Die in Grün gedruckten Titelzeilen und Initialen entwarf Ansgar Schoppmeyer.

35,0 : 20,0 cm. 661 Spalten. – Einband etwas fleckig und berieben. – Durchgehend leicht stockfleckig, Vorsätze und Schnitt stärker.

Backe/Köppen 51

726  Officina Serpentis – Tres Epistolae Platonis.

€ 400

Berlin 1926. Mit sechs in Rot ornamentierten Initialen von Hanns Thaddäus Hoyer. Pergamentband der Zeit, Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

Handpressendruck für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Eins von 340 Exemplaren auf Zerkall-Bütten (Gesamtauflage 347). – Gesetzt aus der Griechischen Tischendorf-Type, die hier erstmals für einen fortlaufenden Text verwendet wurde, und der Elzevir-Cursiv von Gentzsch & Heyse. – Hanns Thaddäus Hoyer, Lehrer an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbe-Museums entwarf auch den Titel dieser Platon-Ausgabe. – »Alle Kritiker vollends zum Verstummen bringen sollte die Ausgabe der ›Tres Epistolae Platonis‹ (1926). Angesichts der Harmonie dieser Seiten im sorgfältig ausgependelten Gleichgewicht der Satzblöcke […] und den beiden beschwingten, ›geschrieben‹ wirkenden Initialen, ist es wohl erlaubt, von einer typographischen Höchstleistung zu sprechen.« (Jürgen Eyssen). – Tadellos erhalten. – Beilage: Brief von Paul Rauert, der wie der Empfänger von Buch und Brief, Robert Johannes Meyer, Jurist, Kunstsammler und Mäzen in Hamburg war und zu den Stiftern der opulenten Gabe gehörte.

38,6 : 27,5 cm. 43, [5] Seiten.

Backe/Köppen 114. – Rodenberg II, 517. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 130. – Eyssen Seite 90ff. mit doppelblattgroßer Abbildung

727  Oltner Bücherfreunde – Oltner Liebhaber Drucke.

€ 1800

[Alle 22 erschienenen Ausgaben]. Olten 1963–1970. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezug und Kopfschnittvergoldung (Hugo Peller, Solothurn).

Vollständige Folge aller 22 Oltner Liebhaberdrucke. – Je eins von etwa 100 Exemplaren der Halbleder-Vorzugsausgaben, die (außer Nr. 8) von den Autoren signiert wurden. – 1936 gründete der Schweizer William Matheson in Olten/Schweiz einen bibliophilen Kleinverlag. Die »Vereinigung Oltner Bücherfreunde« edierte etwa 100 Titel, ferner Sonderausgaben und jährlich erscheinende Stiftungsdrucke zu den »Goethe-Feiern« der VOB. In den späten Jahren erschienen die 22 »Liebhaberdrucke«. – 1. Ernst Jünger. Sturm. 1963. – 2. Hans Leip. Pentamen. 1963. – 3. Max Mumenthaler. Die Liebe von der Katze stammt. 1964. – 4. Wolfram von den Steinen. Kaiserin Elisabeth. 1964. – 5. Edgar Schumacher. Der Eroberer Mensch. – 6. Ernst Jünger. Grenzgänge. 1965. – 7. Hermann Claudius. Meister Bertram. 1965. – 8. Hermann Hesse. Erwin. 1965. – 9. Carl Burckhard t. Ein Brief. 1966. – 10. Hanno Helbling. Umgang mit Italien. 1966. – 11. Arnold Kübler. Cognac. 1966. – 12. Ernst Jünger. Im Granit. 1967. – 13. Rudolf Adolph. Umgang mit Dichtern. 1967. – 14. Konrad Kahl. Adalbert Stifter in seinen Briefen. 1967. – 15. Gerhard Jung. Wurzle un Blatt. 1968. – 16. Ernst Jünger. Zwei Inseln. 1968. – 17. Willi Schuh. Der Rosenkavalier. 1968. – 18. Fritz Usinger. Das unwahrscheinliche Glück. 1969. – 19. Karl Schmid. Mitmenschlichkeit des Dichters. 1969. – 20. Richard Zürcher. Meisterwerke abendländischer Baukunst. 1969. – 21. Ernst Jünger. Lettern und Ideogramme. 1970. – 22. William Matheson. Dank und Erinnerung. 1970. – Die Erzählung Hermann Hesses »Erwin« (Nr. 8) entstand schon um 1907/08 und wurde hier erstmals aus dem Nachlass veröffentlicht.

20,0 : 12,7 cm. – Einige Rücken ganz leicht verblasst, insgesamt aber sehr schön.

Jünger: de Coudres/Mühleisen B 47.a, B 52, B 58, B 60 und B 63. – Hesse: Mileck II/147

728  Phantasus-Druck – Honoré de Balzac. Paz

€ 500

oder Freundschaft um Liebe. Mit Illustrationen von Max Neumann. München, Phantasus 1923. Mit 22 ganzseitigen Zinkographien. Dunkelroter Originalmaroquinband auf fünf Bünden mit Rückenschild, Rücken- und Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Neunter Phantasus-Druck. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren im prächtig vergoldeten Ganzledereinband von Friede Thiersch (Gesamtauflage 450). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung von »La Fausse Maitresse« von Carl von Stetten und Max Michael Oswald.

18,5 : 12,3 cm. [6], 135, [7] Seiten. – Ränder etwas verfärbt, vereinzelt leicht berieben.

Fromm I, 1505. – Rodenberg 459, 9

729  Pan-Presse – Heinrich Heine. Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky.

€ 1500

Mit lithographischen Zeichnungen von Julius Pascin. Berlin, Cassirer 1910. Mit 35 Lithographien, davon acht blatt- und eine doppelblattgroß, sechs koloriert und neun signiert. Originalpergamentband mit kolorierter Deckellithographie und Kopfgoldschnitt.

Vierter Druck der Pan-Presse. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Alt Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 310). – Der Druckvermerk von Pascin signiert und nummeriert. – 1919 und 1920 erschienen Volksausgaben in verkleinertem Format mit Reproduktionen der Lithographien. – »Es war, wenn ich mich recht erinnere, das erste kostbare Buch der ›Pan-Presse‹, die wir gegründet hatten. Seine Bilder illustrierten Heine nicht nur, sondern schufen auch eine ganz neue Welt voll von übermütigem Witz, Grazie, Kühnheit und zartesten Linien. Ich war glücklich, mit ihm [Julius Pascin] zusammen die Herstellung des Druckes und die Ausstattung besorgen zu können.« (Wilhelm Herzog, zitiert nach Feilchenfeldt/Brandis). – Das Buch war Paul Cassirers Diskussionsbeitrag zu der aus antisemitischen Gründen umstrittenen Errichtung eines Heine-Denkmals in Düsseldorf. – Sehr selten.

31,5 : 24,0 cm. [2], 83, [7] Seiten. – Die oben angeplatzten Gelenke fachmännisch restauriert.

Rodenberg 452, 4. – Feilchenfeldt/Brandis 96.0.A

730  Rudolfinische Drucke – Fritz Reuter. Hanne Nüte

€ 400

und de lütte Pudel. ´ne Vagel- un Minschengeschicht. Offenbach am Main 1911. Originalhalbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel.

Erster Rudolfinischer Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus der von Rudolf Koch entworfenen Deutschen Schrift. – Druck von Rudolf Koch und Rudolf Gerstung bei Wilhelm Gerstung, Offenbach. – »Die Rudolfinischen Drucke […] gehören unstreitig mit zu den hervorragendsten Schöpfungen der neuen deutschen Buchkunst« und beweisen »was bei einer innigen Zusammenarbeit von Künstler und Drucker geleistet werden kann«. (Rodenberg, S. 123). – Die Titelzeilen und Kapitelnummern wurden von Koch in Holz geschnitten und in Rot eingedruckt, das Kolophon in Blau, das Bezugspapier in Wasserfarbendruck, alle Rückentitel wurden von Koch selbst kalligraphiert. – Sehr schönes Exemplar. – Dazu drei weitere Rudolfinische Drucke: I. 8. Druck: [Martin Luther.] Das Gesicht des Jesaja. [1919]. Originalhalbpergamentband. 22 Holzschnitte von Rudolf Koch, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – II. 12. Druck: Jesaja. [1920]. Doppelblatt von Wilhelm Gerstung in Holz geschnitten, auf einen Büttenbogen gedruckt und handkoloriert. Eins von 200 Exemplaren. – III. 16. Druck: Die Zehn Gebote. [1922]. Doppelholzschnitt von Rudolf Koch, auf handgefärbtem Büttenbogen gedruckt. Eins von 200 Exemplaren.

16 : 12 cm. [8], 296, [36] Seiten.

Rodenberg 124ff., 1, 8, 12 und 16

731  Einbände – Hermann von Boetticher. Sonette des Zurückgebliebenen.

€ 250

Mit Originallithographien von Max Thalmann. Weimar, Bruno Wollbrück 1919. Mit neun Lithographien, eine davon als Titelvignette, acht ganzseitig. Schwarzer Originalkalblederband mit Titel-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (Otto Dorfner, Weimar).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Den Druck des Textes und der Lithographien besorgten Dietsch & Brückner. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

27,6 : 20,4 cm. [24] Seiten. – Deckelränder etwas verfärbt, Rücken stärker.

732  Einbände – Grüner Maroquinband von Otto Dorfner

€ 400

(signiert) mit ornamentaler Vergoldung und Wappensupralibros. – Inhalt: August Reitz. Von des Neckars Quelle. Ein Heimatbuch von Schwenningen. Zweite Auflage. Schwenningen, Selbstverlag des Verfassers [1925]. Mit 34 Bildern auf Tafeln und einem Anhang mit Musiknoten.

Der Handeinband des Weimarer Meisterbinders mit vergoldeten Bordüren, die beide Deckel gliedern. Breite Innenkanten mit doppelter vergoldeter Filete, Vorsätze aus grün marmoriertem Papier. – Der Vorderdeckel mit dem geprägten und vergoldeten Stadtwappen von Schwenningen.

21,5 : 14,2 cm. 279, [1], 32 Seiten. – Rücken etwas verblasst. – Vorsatzpapier an den Innengelenken brüchig.

733  Einbände – Ziegelroter Maroquinband von Otto Dorfner

€ 250

(signiert) mit Gold- und Blindprägung sowie Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Herbert Kühnert. Urkundenbuch zur Thüringischen Glashüttengeschichte. Jena, Fromannsche Buchhandlung Walter Biedermann 1934. Mit einigen Abbildungen auf Tafeln und einem gefalteten Faksimile.

Beiträge zur Thüringischen Geschichte, Band 2. – Gewidmet dem Begründer des Jenaer Glaswerks Schott und Genossen zum 50jährigen Bestehen. – Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

23,7 : 16,2 cm. XVII, [1], 352 Seiten, 8 Tafeln, 1 Faksimile. – Deckelkantenfilete mit geringfügigen Verlusten der Vergoldung.

734  Einbände – Ziegelfarbener Saffianlederband von Otto Dorfner

€ 600

(signiert) mit reicher Filetenverzierung in Gold- und Blindprägung. Rückentitel, Deckelkalligraphie und Kopfschnitt vergoldet. – Vicke Schorler. Warhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberumten alten See- und Hensestadt Rostock, Heubtstadt im Lande zu Meckelnburg 1578–1586. Rostock, Carl Hinstorff 1939. Mit einem 16-seitigen farbigen Leporello und zahlreichen Abbildungen im Text.

Ausführlich kommentierte Faksimileausgabe der berühmten Stadtansicht, die der Rostocker Chronist Vicke Schorler 1578–1586 zeichnete. Das 18 Meter lange Original befindet sich im Stadtarchiv Rostock. Die farbige Wiedergabe im Faksimile erfolgt auf einem 16seitigen Leporello mit einer Gesamtlänge von 6,7 Metern. Herausgegeben vom Rostocker Oberbürgermeister. – Vorderdeckel mit der goldgeprägten Signatur Vicke Schorlers, Innendeckel mit Pergamentspiegeln. Das Leporello, hier mit Lederfalzen, mit einer auf dem hinteren Innendeckel fixierten Pergamentbanderole. – Mit Schutzpapierumschlag und im Originalpappschuber. – Das erste Exemplar der Faksimileausgabe, gedruckt auf Pergament, erhielt Adolf Hitler als Geschenk. Für wen dieses Exemplar im prächtigen Dorfner-Einband bestimmt war, bleibt unklar.

31,0 : 44,0 cm. 53, [3] Seiten, 1 Leporello.

735  Einbände – Orangefarbener Saffianlederband mit vergoldeten Filten und Titeln, teils mit Lederintarsien

€ 900

(Thilo Schoder oder Otto Dorfner ?). – Inhalt: Rainer Maria Rilke. Das Buch der Bilder. Leipzig, Insel 1922. 20.–22. Tausend.

Auf feines weißes Velin gedruckt und in einem meisterhaften, leider unsignierten Einband. – Außer der schwungvollen Deckelvignette mit farbig abgesetztem Namen des Dichters zieren vergoldete Deckel- und Innenkantenfileten sowie Stehkantenbordüren und Kopfschnitt den Einband. Der Rücken ist durch vier echte Bünde (und einen ausgelassenen) asymetrisch gegliedert, der Rückentitel in einer verschränkten Grotesk-Type geprägt. – Die souveräne Gestaltung und Ausführung des Einbandes, besonders des Vorderdeckels, lassen vermuten, dass es sich um einen Einband aus der Dorfner-Werkstatt oder von Thilo Schoder handelt. Schoder war von 1912 bis 1914 Assistent von Henry van de Velde in Weimar. »Einbände Thilo Schoders und deren Entwicklung weisen einige Verwandschaft zu Dorfners Arbeiten auf. […] Neben seinen expressiven Schriftentwürfen, die sich in eine vom Art Deco beeinflußte Gestaltung einfügen, hat Schoder Titelschriften entworfen, die der Bauhausästhetik nahestehen. So sind Buchstaben des Titels […] ineinandergestellt wie dies von Feiningers und Wottitz’ Schriftentwürfen bekannt ist.« (Nina Wiedemeyer, in: Zwischen van de Velde und Bauhaus, 1999, S. 123 mit mehreren Abbildungen). – Mit dem radierten Exlibris von Wilhelm Kesten. – Tadellos erhalten.

22,8 : 15,2 cm. [4], 188, [4] Seiten.

Mises

736  Einbände – Christoph Martin Wieland. Musarion

€ 400

oder Die Philosophie der Grazien. Ein Gedicht in drey Büchern. Radierungen von Hans Gött. München, Drei Masken 1924. Mit zwölf radierten signierten Vignetten, davon eine Titel- und eine Schlussvignette. Blauer Originalmaroquinband mit Rückenschild, ornamentale Deckelbordüren und Innenkantenfileten, Rücken und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber.

Neunter Obelisk-Druck. – Eins von 70 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen entstanden 1923 und wurden unter Aufsicht des Künstlers gedruckt.

29,5 : 20,0 cm. 72, [6] Seiten. – Ecken und Kapitale berieben. Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 448, 9

737  Einbände – Dunkelblauer Maroquinband von Maria Lühr, Berlin, mit Fileten-, Rücken- und gepunzter Kopfschnittvergoldung.

€ 600

– Inhalt: Macbeth, ein Schauspiel in fünf Aufzügen nach Shakespeare von Gottfried August Bürger. Mit den zwölf Kupfern von Daniel Chodowiecki. Berlin, Trowitzsch & Sohn 1923. Mit zwölf auf Tafeln montierten Abbildungen nach Chodowiecki.

Eins von 20 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und in Maroquin gebunden (Gesamtauflage 500). – Bürgers Macbeth-Nachdichtung erschien erstmals 1783 in Göttingen, die zwölf Kupfer von Chodowiecki dann in der zweiten Auflage 1784 und zugleich im »Taschenbuch zum Nutzen und Vergnügen fürs Jahr 1785«. – Beilage: Subskribenten-Verzeichnis mit dem genauen Auflagenvermerk. – Maria Lühr (1874–1969) wurde nach ihrer Ausbildung in den traditionsreichen Buchbindereien Collin, Berlin, und Cobden-Sanderson in England die erste deutsche Buchbindermeisterin. Von 1913–1957 betrieb sie ihre eigene Werkstatt in Berlin und war Ehrenmitglied des Bundes »Meister der Einbandkunst« (vgl. Moessner/Kriechel S. 73). – Tadellos erhalten.

16,9 : 10,8 cm. 132 Seiten.

Vgl. Engelmann 514, Rümann 1074 und Goedeke IV/1, 1008, 37

738  Einbände – Grüner Maroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung und goldgeprägtem Rückentitel.

€ 600

(signiert Elisabeth Michahelles). – [Johann Gottlieb] Fichte. Reden an die Deutsche Nation. München, Bremer Presse 1922.

Walter Passarge dokumentierte in »Deutsche Werkkunst der Gegenwart« (1938) Spitzenwerkstätten der Vorkriegszeit und stellte die Hamburger Buchbinderin Elisabeth Michahelles in eine Reihe neben die Meister Otto Dorfner, Frida Schoy, Franz Weiße und Ignaz Wiemeler. – Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Herausgegeben von Carl Georg Maassen. – Einer der besonders geschätzten großformatigen Drucke der Presse.

32,2 : 22,4 cm. [8], 318, [10] Seiten. – Rücken verblasst.

Lehnacker 11. – Rodenberg 58, 11

739  Einbände – Anthrazitfarbener langnarbiger Saffianlederband (signiert: A. Wedel)

€ 450

mit vielfarbigen Lederapplikationen auf dem Vorderdeckel – Inhalt: Francis Carco. Nuits de Paris. Avec vingt-six compositions gravées a l’eau-forte par Dignimont. Paris, Au Sans Pareil 1927. Mit 26 Radierungen, davon 13 blattgroß, die erste als Frontispiz koloriert.

Eins 360 Exemplaren auf Vélin Montgolfier d’Annonay (Gesamtauflage 430). – Grande Collection, Livre 4. – Jedes der zwölf Kapitel entführt den Leser in eine Szenerie des Pariser Nachlebens. Der erfolgreiche Autor Francis Carcopino-Tusoli (1886–1956) wurde durch seine Schilderungen der französischen Metropole berühmt. Als sein Pendant im graphischen Bereich kann sicher André Dignimont (1891–1965) gelten, so dass hier ein kongenial illustriertes Werk entstand. Zu Titel und Einleitung sowie zu den zwölf Kapiteln entstanden je eine ganzseitige und eine den Text umrahmende Radierung. – Der Einband, wohl um 1970 entstanden, ist auf dem Vorderdeckel mit etwa 50 kleinen Lederapplikationen verziert, Rückentitel und Kopfschnitt sind versilbert, die Spiegel und Vorsatzblätter mit violetter Wildseide bezogen. – Der Namen des Buchbinders auf dem hinteren Vorsatzblatt in Gold, am Unterrand des hinteren Innendeckels in Blindprägung. – Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

28,7 : 22,5 cm. [4], XIII, [3], 139, [11] Seiten. – Rücken minimal verfärbt. – Vortitel leicht gebräunt, die letzten Blätter mit kaum sichtbaren Stockflecken.

Monod 2262. – Carteret IV, 90 (»Édition originale et premier tirage recherché et coté«)

740  Einbände – Blauer Saffianlederband mit vergoldeter Deckelillustration und -verzierung.

€ 450

– Inhalt: Max Barthel. Das Spiel mit der Puppe. Roman. Leipzig, Büchergilde Gutenberg 1925. Mit 18 großen Zwischentitelinitialen von C. H. Meyer.

Erste Ausgabe. – Eins der ersten Bücher der Büchergilde, die 1925 mit einem Band von Mark Twain ihr Programm eröffnete. – Ob es sich bei dem unsignierten, aber recht überzeugend gestalteten Einband um eine private Auftragsarbeit oder einen der seltenen »Vorzugseinbände« der Büchergilde handelt, konnten wir nicht eruieren. – Jedes Kapitel wird mit einer bildhaften Holzschnittinitiale des Zwischentitels eingeleitet. – Auf blütenweißem Maschinenbütten. – Tadellos. – Max Barthel (1893–1975) zählt zu den bekanntestem Arbeiterdichtern der Weimarer Republik. 1923 sagte er sich vom Kommunismus los und trat aus der KPD aus (weshalb Brigitte Melzwigs Bibliographie der deutschen sozialistischen Literatur seine Werke nach 1922 mit Missachtung straft).

24,3 : 17,5 cm. 262, [2] Seiten.

741  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

€ 2500

Traduction d’Aymot. Revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit 46 Holzschnitten im Text, davon einer auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von nur 25 römisch nummerierten nicht für den Handel bestimmten Vorzugsexemplaren »H.C. japon ancien«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Mit einer Suite von 42 Holzschnitten, 40 in Rot gedruckt, zwei Zustandsdrucke in Schwarz. – Unikales Exemplar: Grüner Ecrasélederband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet, dunkelgrüne Velourlederspiegel und -vorsätze. – Vorderdeckel mit einer Illustration aus eingelassenem Golddraht und über den Rücken bis auf den Hinterdeckel verlaufenden vergoldeten Fileten. – Die Suite im Originalumschlag und in Halbmaroquinmappe. – Zusammen mit dem Buch in grüner Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel. Die Kassette mit grünem Velourleder gefüttert und, wie die Suitenmappe mit grünem Leinen bezogen. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […] is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan). – Tadellos erhaltenes Exemplar aus der sehr seltenen Japanauflage und mit einer umfangreichen Extrasuite (die Anzahl der dort beigegebenen Holzschnitte variiert bei Vergleichsexemplaren).

22,0 : 13,5 cm. [8], 217, [7] Seiten, 42 Holzschnitte.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174. – Vgl. Guérin 76–127

742  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

€ 4500

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tome prémier [et] séconde [et] Suites de bois originaux. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit drei Folgen der 122 Holzschnitten, davon ein in den Büchern. Originalumschläge der beiden Bücher eingebunden, die der Suiten eingelegt.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren mit den beiden Suiten der 122 Holzschnitte, eine in Schwarz, eine in Rot gedruckt. – Alle Holzschnitte der Suiten und die beiden Umschläge nummeriert und mit Maillols Monogrammstempel. – Auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Unikales Exemplar: Dunkelbraune Maroquinbände, Rückentitel sowie Deckel- und Stehkantenfileten vergoldet, rostrote Büttenvorsätze. – Alle Deckel mit rechteckigem Mittelfeld, mit Dornenmuster in Blindprägung und von doppelter vergoldeter Filete umrahmt. Kopfschnittvergoldung mit floraler Punzenverzierung. – Je eine Suite lose in Halbledermappe und zusammen mit einem der beiden Bände in Halblederkassette, Rücken aus dem braunen Maroquin der Einbände, Deckel und Innenseiten wie die der Suitenmappen mit rotem Leinen bezogen. – Eines der schönsten Bücher Maillols, die Fortsetzung der »Eclogen« Vergils, die ebenfalls mit seinen Holzschnitten 1926 in der Cranach-Presse erschienen. Die vorliegende, von Kessler geplante, Fortsetzung wurde nach Schließung der Cranach-Presse und Kesslers Tod erst in Paris vollendet.

32,8 : 24,5 cm. [12], 174, [12] Seiten; [12], 154, [10] Seiten; 244 lose Holzschnitte.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

743  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Marc Chagall. Bible.

€ 3500

Paris, Verve 1956. Mit 30 Lithographien, von den 18 farbigen eine als Titel und eine auf dem eingebundenen Bezugspapier des Originaleinbands.

Die erste »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 33/34 der Reihe »Verve« kurz nach der von Tériade edierten Bibel mit 105 Radierungen Chagalls. Im Doppelheft seiner Zeitschrift »Verve« wurden diese als Lichtdrucke reproduziert und um dreißig Lithographien erweitert, die Chagall zeitgleich geschaffen hatte. Mit einer Einleitung von Meyer Schapiro und einer Bildlegende zu den Radierungen. – Unikales Exemplar: Dunkelbrauner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Stehkantenfileten sowie der gepunzte Kopfschnitt vergoldet. – Vorderdeckel mit »Illustration« in mehrfarbiger Lederintarsie und, wie der Hinterdeckel, mit vergoldeten Streicheisenfileten. – Halblederkassette mit Leinenbezug, gefüttert mit grünem Velourleder. – Innen und außen tadellos erhaltenes Gesamtkunstwerk.

36,2 : 26,7 cm. [24] Seiten, 105 Tafeln, 29 Lithographien. – Ränder minimal berieben.

Cramer 25. – Mourlot 117–146

744  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

€ 3500

Paris, Verve 1960. Mit 96 Tafeln und 48 Lithographien, von den 25 farbigen eine auf dem eingebundenen Bezugspapier des Originaleinbands.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«, enthält die Reproduktionen von Chagalls 1958/59 entstandenen neuen Zeichnungen zur Bibel und 24 Farblithographien, jede rückseitig mit einer einfarbig lithographierten Vignette. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den Zeichnungen. – Unikales Exemplar: Dunkelblauer geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie der gepunzte Kopfschnitt vergoldet. – Vorderdeckel mit »Illustration« in mehrfarbiger Lederintarsie und, wie der Hinterdeckel, mit vergoldeten Streicheisenfileten. – Halblederkassette mit Leinenbezug, gefüttert mit blauem Velourleder. – Das fast zwingend zu erwerbende Pendant zur vorherigen Katalognummer.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Kassettenrücken minimal verblasst.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

745  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Antonin Artaud. Galapagos.

€ 6000

Les iles du bout du monde. Eaux-fortes originales de Max Ernst. Paris, Louis Broder 1955. Mit zehn, meist farbigen und teils blattgroßen Radierungen, zwei Tafeln sowie einer elften Radierung auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 95 Exemplaren (Gesamtauflage des Buches 135). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Vélin de Rives. – Eins der schönsten Max Ernst-Bücher der 1950er Jahre mit den Farbradierungen, die an sein »Schnabelpaar« und die »Paramythen« erinnern. – Unikaler Einband: Blaues Saffianleder, Rückentitel und der gravierte Kopfschnitt vergoldet. – Das blaue Leder wird von einer hauchdünnen weißen Lederapplikation überzogen. Beide Deckel mit schwungvollen ellipsenförmigen vergoldeten Fileten, mt denen Roland Meuter einmal mehr die Graphiken des Buches zitiert. – »An extreme refinement of design and technique, the result of many years’ experimentation, characterizes the recent graphic work of Ernst.« (Eleanor Garvey). – Tadellos.

21,2 : 15,5 cm. 42, [6] Seiten, 2 Tafeln.

Spies/Leppien 59 I–XI G. – Garvey 101. – Lang, Surrealismus 39. – Monod 541

746  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Léna Leclercq · Alberto Giacometti. Pomme endormie.

€ 2500

Décines Isère, Marc Barbezat 1961. Mit acht ganzseitigen Lithographien von Alberto Giacometti. Titel nach Giacomettis Handschrift lithographiert auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 100 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 131). – Im Druckvermerk von Künstler und Dichterin signiert. – Handsatz der Gedichte aus der Elzévier ancien, gedruckt bei Imprimerie Union, Paris. – Unikales Exemplar: Graubrauner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Stehkantenfileten und der gepunzte Kopfschnitt versilbert. – Beide Deckel »illustriert« mit amorphen Figuren in Blindprägung und Lederätzung, eine mit eingelegten Silberdrähten. – Spiegel und Vorsätze mit rotem Velourleder bezogen, Spiegel mit Silberauflage umfasst. – In Halblederkassette mit silbergeprägtem Rückentitel, Leinenbezug und mit rotem Velourleder gefüttert.

31,5 : 25,3 cm. 62, [10] Seiten.

Lust 128–135. – Monod 6994

747  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Erik Satie. Léger comme un œuf.

€ 1800

Paris, Louis Broder 1957. Mit einer Farbradierung von Georges Braque. Der Originaljapanpapierumschlag eingebunden.

Eins von 100 Exemplaren, weitere 20 waren nicht für den Handel bestimmt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf »Japon ancien«. – Unikaler Einband: Orangefarbener Ecrasélederband. – Rückentitel, Stehkanten- und Kapitalfileten vergoldet. – Beide Deckel zitieren Braques Musiknoten-Radierung mit einer Deckelvignette aus weißen Lederintarsien und vergoldeter stilisierter Notenzeile. – Innendeckel mit weißem goldgepunztem Kalbleder bezogen, fliegende Vorsätze aus roséfarbenem Wildleder. – In passender Halblederkassette, wildledergefüttert und mit vergoldetem Rückentitel. – Das kleinformatige Buch erschien als erster Band der Reihe »Miroir du poète«.

16,7 : 13,5 cm. 26, [6] Seiten, 1 Radierung.

Vallier 113. – Hatje livres XXI. – Monod 10174

748  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Rainer Maria Rilke. Les Roses.

€ 1800

Vingt-cinq eaux-fortes de Imre Reiner. Paris, Alexandre Loewy 1959. Mit 25 blattgroßen Radierungen, davon eine auf dem eingebunden Originalumschlag.

Eins von 15 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit einer Extrasuite der Radierungen, gedruckt in Rot auf Hosho Papier (Gesamtauflage 150). – Auf Auvergne-Bütten von Richard-de-Bas. – Jeder Radierung wurde ein Textblatt vorgebunden. – Unikales Exemplar: Dunkelgrüner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkanten sowie Kopfschnitt vergoldet, beide Deckel mit stilisierter »Rosen-Illustration« in Gold- und Blindprägung, beigelegt eine lavierte Tuschfederzeichnung von Imre Reiner (25 : 20 cm, signiert, betitelt, in Passepartout). – Spiegel, Vorsatzblätter und die Innendeckel der dunkelgrünen Halbmaroquinkassette mit gelbem Wildleder bezogen. – Die Kassette mit vergoldetem Rückentitel und, wie die eingelegte Suitenmappe, mit dunkelgrünem Wildseidenbezug.

32,4 : 26,0 cm. [108] Seite, 25 Radierungen, 1 Zeichnung.

Monod 9734. – Reiner-Bibliographie III, 19. – Tiessen II, 19

749  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Rainer Maria Rilke. Les roses.

€ 2500

Gravures originales de [Gerard de] Palézieux. Lausanne, André et Pierre Gonin 1989. Mit 13 Radierungen. Originalumschlag eingebunden.

Eins von 13 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf Pergament (Gesamtauflage 160) mit folgenden Beilagen: monogrammierte Suite der Radierungen auf »Duchêne«-Bütten, eine der 13 Kupferplatten und eine lavierte Tuschzeichnung (21,5 : 15,0 cm, monogrammiert, in Passepartout). – Die Radierungen wurden auf getöntes Chinapapier gedruckt und auf die Pergamentblätter mit Plattenrandprägung aufgewalzt. – Gedruckt bei Kundig, Genf. – Unikales Exemplar: Hellroter geglätteter Maroquinband; Rückentitel, Fileten und Fleurons vergoldet. – Beide Deckel mit weißer Ledervignette, darauf die stilisierte Rosenillustration in vergoldeten Streich- und Bogeneisenfileten. – Weißer Wildlederspiegel und -vorsätze. – Suite und Beigaben in Halbmaroquinmappe, Buch und Mappe in roter Halbmaroquinkassette mit Leinenbezug und mit weißem Wildleder gefüttert. – Gérard de Palézieux (1919–2012) »produziert ein diskretes Werk, das vor allem Landschaften und Stillleben umfasst. Er gehört eindeutig zu den ›Peintres du silences‹.« (Armelle Droval, zitiert nach der Webseite des Künstlers). Mit »Les roses« zitierte er die Arbeiten Imre Reiners, der wie er im Tessin lebte.

25,7 : 17,7 cm. [40] Blätter.

750  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Mark Twain. Journal d’Ève et d’Adam.

€ 200

Nouvelle traduction de Berthe Vulliemin. Illustrations de Charles Clément. Montreux, La Tramontane 1946. Mit sechs Gravuren nach lavierten Tuschfederzeichnungen. Illustrierter Originalbroschurumschlag in Pappband mit Tupfpapierbezug, goldgeprägter Rückentitel auf Lederapplikation, Kopfschnitt braungefärbt.

Eins von 1500 Exemplaren. – Mark Twains Originaltexte waren nach Vorabdrucken in Zeitschriften 1904 und 1906 erstmals in Buchform erschienen. Adam schildert die Einweisung von Eva (»this new creature with the long hair«) in den »paradiesischen Alltag«. Das Tagebuch und Cléments Zeichnungen beschreiben die Ereignisse nach dem Sündenfall. – Die eigenhändige Widmung »Meiner lieben Eva von Adam | Weihnachten 1948« datiert, folgt man James Usshers Berechnungen, leider 5952 Jahre zu spät.

19,0 : 14,2 cm. 106, [6] Seiten, 6 Tafeln.

751  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Pierre Dudan. La peur gigantesque de Monsieur Médiocre.

€ 250

(Histoire folle). Illustrations de Dubout. Monte-Carlo, Éditions du Livre 1947. Mit einem Titelbild und zahlreichen Illustrationen, der farbig illustrierte Originalumschlag eingebunden.

Eins von 1000 Exemplaren auf Velin »BFK Rives«. – Gedruckt bei André Sauret in Monaco. – Unikaler Einband: Leuchtend gelber Halblederband, Rückentitel goldgepägt, Kopfschnitt blau eingefärbt, die Kapitale mit Silberfaden handumstochen, die gelben Bezugspapiere mehrfarbig aquarelliert. – Im Pappschuber. – Albert Dubout (1905–1976) wurde durch Philippe Soupault, dem literarischen Direktor der Pariser Edition Kra, 1929 mit ersten Buchillustrationen beauftragt. Nachdem seine Zeichnungen begeistert angenommen wurden, »bevölkerten« seine skurrilen Typen bald hunderte Bücher. Dubout scheute dabei auch nicht vor den Klassikern der französischen Literatur zurück: Beaumarchais, Mérimée, Rabelais, Villon, Cervantes, Balzac, Racine, Voltaire u. v. a.

24,3 : 15,8 cm. 174, [10] Seiten (einschließlich Umschlag). – Rücken minimal fleckig.

Monod 3992

752  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Molière. La malade imaginaire.

€ 600

Comédie meslée de musique et de danses. Illustration originale gravée sur cuivre a l’eau-forte par Maurice Leroy. Paris, Aux Dépends d’un Amateur · Paul Durupt 1943. Mit 24 großen Farbradierungen im Text, eine als Frontispiz. Eingebundener Originalumschlag.

Eins von 25 Exemplaren »hors commerce«, monogrammiert vom Verleger, wie weitere 100 Vorzugsexemplare mit einer einfarbigen Suite der Radierungen mit Remarquen (Gesamtauflage 375). – Auf »Velin d’Arches«. – Unikaler Einband: Grüner Halbmaroquinband, Rückentitel und gepunzter und bemalter Kopfschnitt vergoldet, graue Büttenvorsätze, Deckel mit aquarelliertem Büttenpapier bezogen. Die Suite in einer Seidenmappe. – Buch und Suite in Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Der in der ersten Jahrhunderthälfte recht produktive Maurice Leroy (Lebensdaten unbekannt) illustrierte Molières bekannte Komödie in karikierender Art, die damals in der französischen Bibliophilie sehr verbreitet war.

27,8 : 23,0 cm. 129, [5] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Monod 8272 (mit vielen Fragezeichen). – Carteret IV, 285

753  Einbände – Roland Meuter, Ascona – [Henri] Alain-Fournier. Le Grand Meaulnes.

€ 350

Vingt eaux-fortes originales de Palézieux. Lausanne, Henri Kaeser 1947. Mit 20 Radierungen und einer Illustration auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf festem Velin »Marais«. – Unikaler Einband: Rehbrauner Halblederband mit Oleaographiepapier-Deckelbezügen, Kopfschnitt vergoldet und mit Gravur. – Rückentitel und -filetenmuster in Blindprägung, Rücken mit zweifarbiger Lederapplikation. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Von Alain-Fourniers Roman (deutsch: Der große Kamerad) erschienen seit 1913 unzählige Ausgaben, Monod zählt allein 27 illustrierte auf, ohne die vorliegende zu kennen.

18,8 ; 14,0 cm. 314, [12] Seiten.

Vgl. Monod 75

754  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Bernardin de Saint-Pierre. Paul et Virginie.

€ 400

Illustrations de E. Othon Friesz. Gravée sur bois en couleurs par Gérard Angiolini. Paris, Éditions de la Maison Française 1947. Mit 17 Farbholzstichen nach Aquarellen, von den drei blattgroßen einer als Titel. Eingebundener Originalumschlag.

Eins von 300 römisch nummerierten Exemplaren, die für die USA und andere Länder bestimmt waren (Gesamtauflage 800). – Auf »Pur Chiffon Corvol L’Orgueilleux«. – Das zweite Buch der Collection »Le Florilège des Chefs-d’œuvre Français«. – Unikaler Einband: Rotbrauner Halbmaroquinband, Rückentitel und gepunzter Kopfschnitt vergoldet, rotbraune Büttenvorsätze, die Deckel mit Oleographiepapier bezogen. – In Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Einer der berühmtesten französischen Romane, verfasst von dem Rousseau-Verehrer Saint-Pierre (1737–1810) nach seiner Mauritius-Reise. In der langen programmatischen Einleitung schreibt der Verfasser »Ich wünschte, mit der Schönheit der Tropennatur die moralische Schönheit einer kleinen Gesellschaft zu verbinden. Dabei beabsichtigte ich den Beweis von mehreren großen Wahrheiten herzustellen, z. B. von der, dass unser Glück einzig und allein auf einem natur- und tugendgemäßen Wandel beruht«. – Othon Friesz (1879–1949) war in den Pariser Künstlerkreisen bestens vernetzt. Am meisten beeinflusste ihn das Werk von Camille Pissarro.

28,0 : 22,8 cm. [8], [LIV], [2], 146, [4] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Monod 1450

755  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Gustave Flaubert. Trois contes.

€ 400

Illustration de André-E. Marty, gravées sur bois en couleurs par Gérard Angiolini. Paris, Éditions de la Maison Française 1948. Mit 28 Farbholzstichen nach Aquarellen, davon vier blattgroße als Frontispiz und Zwischentitel. Eingebundener Originalumschlag.

Eins von 300 römisch nummerierten Exemplaren, die für die USA und andere Länder bestimmt waren (Gesamtauflage 800). – Auf »Pur Chiffon Corvol L’Orgueilleux«. – Das vierte Buch der Collection »Le Florilège des Chefs-d’œuvre Français«. – Unikaler Einband: Olivgrüner Halbmaroquinband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet und mit kleinen floralen Punzen verziert, hellgraue Büttenvorsätze, Deckel mit Oleographiepapier bezogen. – In Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Die drei Märchen von Flaubert, »Un cœuer simple«, »La légende de Saint Julien l’hospitalier« und »Herodias«, illustrierte André Édouard Marty (1882–1974) mit farbenfrohen Art Déco-Aquarellen, die von Gérard Angiolini in Holz gestochen und gekonnt in den opulent gesetzten Text eingefügt wurden.

28,2 : 23,0 cm. Seiten [5]–244, [6] (so komplett). – Rücken minimal verfärbt.

Monod 4722

756  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Auguste Detœuf. Propose de O. L. Barenton »Confiseur«.

€ 300

Ancien élève de l’École Polytechnique. Paris, Éditions du Tambourinaire 1965. Mit einem Porträt nach Zeichnung von Roger Wild. Originalbroschur in hellbraunem Halblederband mit Oleographiepapierbezügen, Rückentitel vergoldet, Kopfschnitt rot gefärbt (signiert: R. Meuter, Ascona).

In Rot und Schwarz gedruckte und mit vielen holzschnittartigen Vignetten verzierte bibliophile Neuausgabe der Sammlung von kleinen Aufsätzen, Maximen und Aphorismen Detœufs. Auf humorvolle Weise behandelte der Wirtschaftsessayist (1883–1947) in dem erstmals 1937 erschienenen Buch die menschliche Natur, Wirtschaft, Unternehmenführung u. v. m. – Tadellos erhalten.

23,3 : 18,8 cm. 230, [6] Seiten.

757  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Hermann Hesse. Wanderung.

€ 600

Aufzeichnungen. Mit farbigen Bildern vom Verfasser. Berlin, S. Fischer 1920. Mit 14 farbigen Illustrationen, davon 13 blattgroß und eine auf dem Titel.

Erste Ausgabe. – Vorblatt mit eingeklebtem Blatt mit dem signierten Typoskript »Märzsonne«, datiert »im März 1948«. – Schwarzer Halblederband mit aquarellierten Bezugspapieren. – Rückentitel und eine kleine Punze auf dem Vorderdeckel vergoldet, Kopfschnitt mit Graphit gefärbt. – Im Pappschuber.

22,5 : 18,1 cm. Seiten [5–]117, [1] Seiten. – Vereinzelte kleine Stockflecken, der Einband tadellos.

Mileck II, 40 und V-D, 509

758  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Hermann Hesse. Knulp.

€ 600

Drei Geschichten aus dem Leben Knulps. Steinzeichnungen von Karl Walser. Berlin, S. Fischer 1922. Mit 16 Lithographien, davon 13 ganzseitig.

Eins von 350 für den Verkauf bestimmten Exemplaren (Gesamtauflage 360). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Auf Bütten. – Die Lithographien wurden auf der Handpresse von M. W. Lassally, Berlin, gedruckt. – Rotbrauner Halbmaroquinband mit Oleographiepapierbezügen, Kopfschnitt vergoldet und mit kleinen floralen Stempeln gepunzt. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – »Die […] Luxusausgabe des Knulp war eine der schönsten bibliophilen Schöpfungen des Verlages und ist seit langem eine große Rarität« (Peter de Mendelssohn, 1970, zitiert nach Badorrek-Hoguth). – Zeitgenössische Kritiker waren ganz anderer Meinung und äußerten sich negativ über den Missklang zwischen Schrift und Bildern.

27,6 : 19,4 cm. [2], 131, [5] Seiten.

Badorrek-Hoguth A 14.1. – Mileck II, 23 A

759  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Hermann Hesse. Orgelspiel.

€ 1500

Hamburg, Hans Dulk [1940]. Originalbroschurumschlag eingebunden.

Der Text war bereits zu Hermann Hesses 60. Geburtstag 1937 als »Erasmusdruck« erschienen. 1940 verzeichnet Mileck zwei bei Hans Dulk verlegte Ausgaben, die erste (hier vorliegende) wurde bei Ellermann gedruckt. – Unikales Exemplar: Zitronengelber Maroquinband. – Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, beide Deckel mit blindgeprägten Notenlinien und vergoldeten geprägten Notenzeichen. – Mit Aquarell von Hermann Hesse (über Tuschfeder, Tessiner Häuser, 6 : 6,4 cm, signiert) auf dem Vorblatt. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

19,0 : 11,8 cm. [2], 11, [3] Seiten.

Mileck III, 72 (falsche Kollation)

760  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Gunter Böhmer. Zeichnungen zu Hans Carossa’s Gedicht »Der alte Brunnen«.

€ 200

St. Gallen, Tschudy [1950]. Mit acht montierten Abbildungen nach Zeichnungen, einem Gedichtfaksimile und einer Vignette auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 300 Exemplaren. – Auf Velin. – Die Zeichnungen zu Carossas Gedicht entstanden bereits 1940, die Titelvignette für diese Ausgabe zeichnete Böhmer 1949. – Unikaler Einband: Schwarzer Halbmaroquinband mit Oleographiepapier als Bezug, Rückentitel vergoldet, der Kopfschnitt mit Graphit gefärbt. – Die bibliophile Ausgabe enthält neben den Illustrationen Böhmers das Gedicht in Carossas Handschrift und Transkription.

38,3 : 27,3 cm. [8] Seiten, 8 Tafeln.

Rysavy 68

761  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Pedro de Alarcón. Der Dreispitz.

€ 1800

Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer. Winterthur 1965. Mit zwölf ganzseitigen Illustrationen nach Tuschpinselzeichnungen.

Zwölfter Neujahrsdruck der Buchdruckerei Winterthur. – Eins von 700 Exemplaren. – Auf unbeschnittenem Velin. – Unikales Exemplar mit einer zweifarbigen Tuschzeichnung von Gunter Böhmer (20 : 13 cm, signiert): Schwarzer geglätterer Maroquinband. – Rückentitel, Stehkanten- und Kapitalfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Mit einen Netz doppelter vergoldeter Fileten über den gesamten Einband, Vorderdeckel mit großem Mittelfeld aus Teakholz. – Innendeckel mit anthrazitfarbenem Büttenbezug, schwarze Velourledervorsätze. – In schwarzer Halblederkassette, mit schwarzem Velourleder gefüttert und mit vergoldetem Rückentitel.

21,5 : 15,2 cm. 144, [8] Seiten.

Rysawi 135

762  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Hermann Hesse. Ausgewählte Werke.

€ 2500

Erster [bis] Sechster Band. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1994.

Dünndruckausgabe, die neben der Prosa (Bände I–IV) auch autobiographische Schriften (V) und ausgewählte Gedichte, Betrachtungen und Briefe an junge Menschen (VI) enthält. – Unikales Exemplar: Gelbe Halbmaroquinbände, Deckelbezüge aus farbigem Tunkpapier, zweifarbig handumstochene Kapitalbändchen. – Alle sieben Bände mit seitlicher farbiger Unterschnittbemalung und jeder mit einer aquarellierten Porträtminiatur von F. Fouche als Vorblatt. – Rückentitel und die über alle sieben Rücken reichende Verzierung vergoldet und mit schwarzer Lederintarsie. – Buchschnitt vergoldet, dabei Kopf- und Fußschnitt gepunzt. – In einer Acrylglaskassette.

18,3 : 11,2 cm. – Rücken leicht und gleichmäßig verblasst, Band VI unten mit kleinem Fleck im schwarzen Leder.

763  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Friedrich Dürrenmatt. Gesammelte Werke

€ 2500

in sieben Bänden. Herausgegeben von Franz Joseph Görtz. Zürich, Diogenes 1988.

Eins von 333 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Autor signiert. – Gliederung: I/II: Stücke. – III: Stücke und Hörspiele. – IV: Roman. – V: Erzählungen. – VI: Stoffe I–III, Zusammenhänge, Essays und Gedichte. – VII: Essays und Gedichte. – Mit dem Beiheft. – Unikales Exemplar: Weinrote Halbmaroquinbände, Deckelbezüge aus rot-schwarzem Oleographiepapier, dreifarbig handumstochene Kapitalbändchen. – Alle sieben Bände mit seitlicher Unterschnittbemalung von P. Diana: Siebenteiliger farbiger Bilderzyklus mit den Symbolen Tod, Eule und Buch. – Rückentitel und die über alle sieben Rücken reichende Verzierung vergoldet und blindgeprägt, Buchschnitt vergoldet, dabei Kopf- und Fußschnitt gepunzt. – In einer Acrylglaskassette.

18,4 : 11,5 cm. – Rücken etwas verblasst, drei kleine Flecken, ein Band am Kapital mit kleinem Einriss.

764  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Friedrich Dürrenmatt. Der Besuch der alten Dame.

€ 3500

Eine tragische Komödie. Originallithographien von Hans Falk. Lausanne, André et Pierre Gonin 1964. Mit 20 meist mehrfarbig übermalten Lithographien, davon acht doppelblattgroß. Lithographierter Originalumschlag eingebunden.

Eins von 149 Exemplaren auf Velin »de Rives« (Gesamtauflage 204). – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Verleger signiert. – Gesetzt aus der Bodoni, Handsatz und Druck bei André Kundig, Genf. – Mit gedruckter Dedikation »Dieses Exemplar wurde eigens gedruckt für Alfred La Roche«. – Unikales Exemplar: Roter Maroquinband, Spiegel mit petrolfarbenen, Vorsätze mit rotbraunen Velourlederbezügen, Rückentitel, Stehkantenfileten und Kopfschnitt in Silber. – Beide Deckel »illustriert« mit verschiedenen, teils gefärbten Lederapplikationen und silbergeprägten Fileten und Kreisstempeln. – Halblederkassette mit silbergeprägtem Rückentitel und Leinenbezug, gefüttert mit rotbraunem Velourleder. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung Dürrenmatts. – Der Schweizer Maler und Graphiker Hans Falk (1918–2002) überarbeitete fast jede der insgesamt 4000 Lithographien in seiner Werkstatt mit Temperafarben, Aquarell und teils collagierten Materialien. Das Dürrenmatt-Buch wurde zu Recht zu einem seiner größten Erfolge.

34,8 : 25,5 cm. Seiten [5]–134, [4] (so komplett). – Kassettenrücken ausgeblichen.

765  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Friedrich Dürrenmatt. Die Physiker.

€ 3500

Originalradierungen von Hans Erni. Lausanne, André und Pierre Gonin [1970]. Mit zwölf blattgroßen Radierungen und einem Prägedruck auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 95 Exemplaren auf Auvergne-Bütten von Richard de Bas (Gesamtauflage 135). – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Verleger signiert. – Gesetzt aus der Plantin, gedruckt bei André Kundig, Genf. – Unikales Exemplar: Marmorierter Pergamenteinband, Rückentitel schwarz geprägt, graue Büttenvorsätze. – Drei Tuschfederzeichnungen von Hans Erni, je eine auf den Deckeln und eine lavierte am Anfang des Buches eingebunden, zwei signiert, eine datiert »92«. – Halbpergamentkassette mit Leinenbezug, gefüttert mit schwarzem Velourleder. – Dieses großartige Buch vereint zwei geniale Schweizer Künstler. Dürrenmatts Text illustrierte Hans Erni mit Zeichnungen, die – wie die Protagonisten des Stückes – zwischen Realität und Traumwelten schweben.

37,8 : 24,8 cm. 112, [4] Seiten.

Tiessen III, 69. – Monod 4137 (die in gleicher Ausstattung und Auflage erschienene französische Ausgabe)

766  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

€ 5000

Ein Trauerspiel. Mit zehn Kaltnadel-Radierungen von Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main, Edition de Beauclair 1970. Mit zehn signierten Radierungen, eine als Titelvignette wiederholt.

Edition de Beauclair 14. – Eins von 100 Exemplaren auf Auvergne-Bütten von Richard-de-Bas (Gesamtauflage 150). Das Wasserzeichen verbindet das Signet der Edition de Beauclairs mit dem Monogramm des Künstlers. – Die Radierungen, die hier zwischen die Textblätter gebunden sind, entstanden 1969 und wurden von Hermann Steidle in der Folkwang-Offizin Essen gedruckt. – Der Text, nach der durchgesehenen Erstausgabe von 1808, wurde aus der Janson-Antiqua gesetzt und in den Werkstätten der Trajanus-Presse gedruckt. – Unikales Exemplar: Schwarz-roter geglätteter Maroquinband, Rückentitel und Filetenmuster auf dem Vorderdeckel in Blindprägung, eine Filetenreihe, die Stehkantenfileten und der Kopfschnitt wurden vergoldet. Die handumstochenen Kapitale in Schwarz-Weiß-Rot. – Innenspiegel und Vorsätze, wie auch die Innenseiten der Halblederkassette mit schwarzem Wildleder bezogen. – Kokoschkas Radierungen beschreiben »ganz in Übereinstimmung mit Kleist das Drama als Personifizierung des Antiklassischen […] Günter Busch bezeichnete das Werk als ›die kühnste und wahrste Anverwandlung von Antike in ein Gegenwärtiges.‹« (Markus Müller, in Slg. Classen). – Tadellos erhaltene Ausgabe in einem imposanten Einband des Schweizers Roland Meuter, auf dem wir den Wandel der deutschen Nationalfarben wiederfinden.

48,0 : 36,5 cm. [2], 123, [3] Seiten, 10 Radierungen.

Wingler/Welz 454–463. – Spindler 40.49. – Tiessen IV, 25. – Slg. Classen 40

767  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

€ 2500

Einleitung: Wolfgang Koeppen. Die Beschwörung der Liebe. Nachwort: Terence James Reed. Dichternöte – ein Spiel mit Leben und Tod. Textvarianten aus der früheren Fassung. Unterreit bei Wasserburg 1993. Mit acht signierten Radierungen von Kurt Steinel.

Vierter Druck der Antinous Presse. – Eins der zehn Rohbogenexemplare (Gesamtauflage 115). – Im Druckvermerk vom Künstler sowie Wolfgang Koeppen und Terence James Reed, den Verfassern von Vor- und Nachwort, signiert. – Auf Hahnemühle Kupferdruck-Bütten. – Unikales Exemplar: Pergamentband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, Kapitale mit schwarzem Leder umfasst, graue Roma-Bütten-Vorsätze. – Vorderdeckel mit Tuschfederzeichnung, Vorblatt mit Bleistiftzeichnung, beide von Kurt Steinel, formatfüllend und signiert. – Mit blau eingedruckten Absatzzeichen (Venezianischer Löwe). Satz aus der Bibeltype der Centaur bei SchumacherGebler, gedruckt in der Offizin Haag-Drugulin auf Hahnemühle-Bütten. – Der Text folgt dem Erstdruck in der »Neuen Deutschen Rundschau« von 1912, die Varianten zum Hundertdruck und den nachfolgenden Editionen (siehe KatNrn. 534f.) werden ausführlich kommentiert. – Tadellos, in Holzfurnierschuber mit Pergamentkanten.

38,4 : 31 cm. 95, [5] Seiten, 1 Zeichnung.

Slg. Classen 93. – Arnold, Wolfenbüttel 2004 1960

768  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Das Hohe Lied.

€ 1500

Das schönste der Lieder Salomos. Zürich und Stuttgart, Flamberg 1964. Mit 22 Farbholzschnitten von Felix Hoffmann, davon neun ganzseitig.

Eins von 400 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die Typographie gestaltete Max Caflisch. Handsatz und Druck auf Zerkall-Kupferdruck-Bütten in der Buchdruckerei Aargauer Tagblatt, Aarau. Der Text folgt der Übersetzung der Zürcher Bibel. – Unikaler Einband: Dunkelblauer Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet, zweifarbig handumstochenes Kapital. – Beide Deckel mit farbigen Lederintarsien und vergoldeten Filetenzeichnungen. – Spiegel mit rotem Büttenbezug, Vorsätze mit grünem Wildleder. – In Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel, die Innenseiten mit grünem Wildleder bezogen. – Felix Hoffmann war für Jahrzehnte einer der bekanntesten und produktivsten Buchillustratoren der Schweiz.

33,5 : 22,0 cm. [48] Seiten.

Tiessen II, 50

769  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Jorinde und Joringel.

€ 200

Ein Märchen der Brüder Grimm. Mit sieben Farbholzschnitten von Felix Hoffmann. Basel, Birkhäuser 1969. Mit sieben blattgroßen Farbholzschnitten. Roter Halblederband mit aquarelliertem Bezugspapier, Rückentitel vergoldet, Kopfschnitt rot gefärbt.

Eins von 600 römisch nummerierten Exemplaren für »Freunde des Birkhäuser Verlages« (Gesamtauflage 1800) – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Tadellos.

28,5 : 18,5 cm. [24] Seiten.

Tiessen III, 58

770  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Die Bergpredigt nach Matthäus.

€ 3000

Schrift und Buchmalerei von Klaus-Peter Schäffel. Basel 1997. Handschrift auf Pergament, mit einer halbseitengroßen Miniatur und 19 ornamentierten Initialen, alle in Farbe und mit Gold gehöht, sowie Randzeichnungen und Zierwerk.

Unikales Exemplar: Schwarzbrauner Ecrasélederband, Rückentitel, Deckelornamente und Fileten vergoldet. – Braune Wildseidenspiegel und -vorsätze. – In olivgrüner Halbleder-Seiden-Kassette, Rückentitel vergoldet, Innnendeckel mit brauner Wildseide gefüttert. – Der Basler Kalligraph und Typograph Klaus-Peter Schäffel (geboren 1966) schrieb und illuminierte seit den 1990er Jahren mehrere alte Textvorlagen in Anlehnung an die großartigen Vorbilder des Mittelalters. Beachtenswert sind, neben der präzisen Kalligraphie und den Marginalien in Perlschrift, seine humorvollen Randzeichnungen, hier z. B. zum Gleichnis vom Splitter im fremden Auge und dem Balken im eigenen. – Als Textvorlage diente die Kölner Bibel von 1618.

22,8 : 14,0 cm. [28] Seiten, 2 leere Blätter. – Deckel leicht bombiert.

771  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Ludwig Tieck. Des Lebens Überfluss.

€ 400

Eine Novelle. Bern, Alain Berlincourt 1961. Mit sechs Originalzeichnungen und eingemaltem Buchschmuck von Angela Colombo. Dunkelblauer Wildseidenband mit Lederrückenschild und gepunzter Kopfschnittvergoldung.

Eins von 290 Exemplaren auf Zerkall-Bütten. – Im Druckvermerk vom Verleger monogrammiert und nummeriert. – Unikales Exemplar: Das ursprünglich nicht illustrierte Buch schmückte die Mailänder Künstlerin Angela Colombo (geboren 1942) mit einigen seitenfüllenden zart kolorierten Tuschfederzeichnungen und kleinen pastellfarbenen Farbstiftvignetten auf allen Textseiten. Die Künstlerin, die viele Jahre an der Brera Academy of Fine Arts in Mailand Ornamentzeichnen unterrichtete, schuf eine Reihe von Unikatbüchern. – Roland Meuters Einband, einer der seltenen in Seide gebundenen, ziert eine kleine Tuschzeichnung, die er vignettenartig in den Vorderdeckel einließ. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

15,8 : 9,5 cm. 116, [8] Seiten.

Zur Künstlerin: www.caldarelli.it/angelacolombo/bio.htm

772  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Joseph von Eichendorff. Mondnacht.

€ 750

Bayreuth, The Bear Press 2000. Mit 17 ganzseitigen Farbholzschnitten von Hanns Studer.

26. Druck der Bear Press Wolfram Benda. – Eins von 113 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf VL-Bütten. – Unikaler Einband: Nachtblauer Halbmaroquinband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. – Deckelbezüge aus blau aquarelliertem Bütten, Vorderdeckel in Gold und Schwarz illustriert. – In Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Hans Studer, laut Horst Hussel »Ikone der Schweizer Buchkultur«, gründete 1953 in Zürich die XYLON-Vereinigung internationaler Holzschnittkünstler. – Tadellos erhalten.

28,4 : 19,5 cm. [6], 103, [11] Seiten.

773  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Von dem Fischer un syner Fru.

€ 1500

Märchen der Gebrüder Grimm. Köln, Donkey-Press 1981. Mit acht signierten Farblinolschnitten von Eduard Prüssen und drei vielfach wiederholten Linolschnittvignetten.

Zwölfter Handpressendruck der Donkey-Press. – Eins von 45 Exemplaren. – In der plattdeutschen Originalfassung von Philipp Otto Runge. – »Fleißig von Anfang bis Ende handgemacht«. – Auf Bütten gedruckt und als Blockbuch gebunden. – Unikales Exemplar: Grüner Ecrasélederband, Rückentitel goldgeprägt, Kopfschnitt versilbert, Kapitalbändchen mit rotem Leder umfasst. – Deckelillustrationen nach Entwurf des Künstlers mit farbigen Lederapplikationen. Mit einer eingebundenen Gouache von Eduard Prüssen (Von dem Fischer un syner Fru, 25 : 18 cm, signiert und datiert »98«, betitelt). – In grüner Halblederkassette. – Eduard Prüssen (geboren 1930) gründete die Donkey Press 1962, seit 1967 erschienen seine Handpressendrucke, stets mit eigenen Originalgraphiken.

31,2 : 22,0 cm. [20] einseitig bedruckte Doppelblätter. – Kassettenrücken etwas verfärbt.

Spindler 160.12

774  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Edgar Allan Poe. The Raven. Le Corbeau.

€ 1800

Traduit par Charles Baudelaire. With Linocuts by Eduard Prüssen. Köln, Donkey-Press 2000. Mit Linolschnittporträt und 18 blattgroßen zweifarbigen Linolschnitten. Blauer Originalecrasélederband, Vorderdeckel mit intarsiertem schwarzem Leder, Rückentitel und Kopfschnitt versilbert. Im blauen Leinenschuber mit Lederkanten.

38. Edition der Donkey-Press. – Eins von fünf römisch nummerierten Exemplaren der »special edition« (Gesamtauflage 55). – »In the special leather-bound edition there are further original illustrations«, hier vier signierte Tuschfederzeichnungen, lose in blauer Leinenmappe, diese zusammen mit dem Buch in blauem Leinenschuber mit Lederkanten. – Eduard Prüssen wagte sich hier an einen der bedeutendsten Texte des Symbolismus, der mit den Illustrationen von Édouard Manet (1875) am Beginn des modernen Künstlerbuches stand. – Text und Linolschnitte in Blau und Schwarz auf Zerkall-Bütten gedruckt, als Blockbuch gebunden. – Die große Vorderdeckelillustration entwarf Prüssen selbst, Roland Meuter prägte dessen Monogramm »EP« daneben. Jeder der fünf Einbände ist ein Unikat.

33,0 : 20,0 cm. [44] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

775  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Jean de La Fontaine. Sämtliche Fabeln.

€ 600

Illustriert von Grandville. München, Artemis & Winkler 1992. Mit zahlreichen Illustrationen.

Dritte Auflage dieser zweisprachigen Ausgabe mit der deutschen Übersetzung von Ernst Dohm und Gustav Fabricius. – Anmerkungen von Hermann Lindner. – Dünndruckausgabe. – Unikales Exemplar: Halblederband mit OIeographiepapierbezügen. – Rückentitel, Kapitalfileten und Buchschnitt vergoldet, Kopf- und Fußschnitt gepunzt. – Seitliche Unterschnittbemalung von A. Colombo zu »Der Rabe und der Fuchs«. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

19,3 : 11,8 cm. 1131, [1] Seiten. – Rücken etwas ausgeblichen und minimal fleckig.

776  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Henry Jaeger. Der Sieger

€ 1200

oder Weit ist der Weg nach Marathon. Mit sechs Lithographien von Alban Welti. Ascona 1993. Mit sechs Farblithographien.

Eins von zehn Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einer signierten und nummerierten Suite der Lithographien, jeweils auf ein gefalztes Doppelblatt gedruckt, und einer Originalzeichnung (Aquarell über Bleistift, 29 : 19 cm, signiert und datiert). – Die gesamte Auflage (65 Exemplare) wurde auf Velin d’Arches gedruckt. – Handsatz aus der Monotype-Garamond, Druck vom Bleisatz auf einer Andruckpresse. – Unikaler Einband: Leuchtend roter Saffianlederband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, dreifarbig handumstochene Kapitale. – Vorderdeckel mit Punzenmuster in Blind- und Goldprägung und mit einem eingelassenen Acrylglasobjekt, das einen Durchblick auf die roten Wildledervorsätze gewährt. – Suite und Zeichnung in Leinenmappe, diese mit dem Buch in roter Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel und mit rotem Wildleder gefüttert. – Die Ascona-Presse wurde 1985 von den beiden Buchbindern Josef Weiß und Roland Meuter gegründet. »Angeregt durch die Vereinigung der Oltner Bücherfreunde und insbesondere durch Gunter Böhmer, der ursprünglich den 1. Druck der Presse illustrieren wollte, aber 1986 verstarb« (Albert Spindler).

30,0 : 20,3 cm. [32] Seiten, 6 Lithographien.

777  Einbände – Dunkelblauer genarbter Ganzlederband von Rudolf Schmid

€ 300

(monogrammiert »R 1989 S«) mit montierten farbigen Fäden. – Inhalt: Robert Descharnes. Die Eroberung des Irrationalen. Dali –Sein Werk, sein Leben. Köln, DuMont 1984. Mit ca. 900 meist farbigen Abbildungen sowie 230 dokumentarischen Fotos.

Auf dem Vorderdeckel bilden die intarsierten Fäden ein Spinnennetz, in dessen Mitte erkennt man das bei Dali immer wiederkehrende Motiv eines Zifferblatts als vergoldete Vignette. Den Rücken ziert der Schriftzug »Dali«, den hinteren Deckel ein bewölkter Horizont. Der Schnitt ist in Regenbogenfarben mit Buntstift bemalt. Mehrere farbige Vorsatzpapiere deuten einen Broschurumschlag an, vorn mit einem Dali-Porträt, hinten mit dessen nachempfundener Signatur geschmückt. Im Spiegelpapier monogrammiert. – Die große Dali-Monographie anlässlich des 80. Geburtstag des Künstlers hier in einem unikalen Einband des Münchner Buchbinders Rudolf Schmid.

36,0 : 26,5 cm. [2], 455, [1] Seiten.

778  Einbände – Blauer Lederband von Jan Perutka, mit Lederapplikationen.

€ 200

– Inhalt: Wolfgang Koeppen. Romanisches Café. Mit einer Originalradierung von Eberhard Lorenz. Garching, Antinous-Presse 1990.

Außergewöhnlich, aber für Jan Perutka typisch gestalteter Handeinband des tschechischen Kunstbuchbinders: Der Vorderdeckel mit einer formatfüllenden mehrschichtigen Collage verschiedenfarbiger, teils handgefärbter Lederzuschnitte. – Rückentitel in Silber auf Blau geprägt. – Vorsätze und Schuber mit blauen Oleographiepapieren bezogen. – Im Schuber mit Lederkanten. – Koeppens Text erschien hier als erster Druck der Prosa-Blätter der Antinous-Presse von Matthias Loidl. – Eins von 120 ursprünglich in Oleographiepapier gebundenen Exemplaren (Gesamtauflage 125). – Im Druckvermerk von Dichter und Künstler sowie hier zusätzlich vom Buchbinder signiert. – Auf Hahnemühle-Bütten.

32,0 : 22,3 cm. [12] Seiten.

Andere Arbeiten von Jan Perutka unter https://www.bibliofilie-edice33.cz/home/

779  Einbände – Straelener Manuskripte 1–10.

€ 250

Erstveröffentlichungen zeitgenössischer Poesie des Auslands 1984–1990. Straelen 1991. Zehn Hefte und eine Einleitung in Pergamentdurchstichheftung (Mechthild Lobisch).

Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe, von Dichtern und Übersetzern signiert und im Handeinband von Mechthild Lobisch. – Seit 1984 erschienen in unregelmäßigen Abständen die großformatigem Hefte der Lyrikreihe. 1990 wurde Mechthild Lobisch, damals Dozentin an der Akademie für Gestaltung und Design der Handwerkskammer München, auf die Reihe aufmerksam und regte die Sammelausgabe mit allen zehn Heften an. – Enthält Dichtungen und Nachdichtungen von Judith Herzber, Sándor Csoóri, Hone Tuwhare, Frantisek Andrascik, Steefan van den Bremt u. a. in Übersetzungen von Maria Csollany, Irmela Brender, Jörn Ebeling, Jochen Lanksch u. a. – Für den außergewöhnlichen Einband wurden die zehn Ausgaben auf geschlitzte gelbe Pergamentstreifen geheftet, die durch die anthrazitfarbenen Pappdeckel gezogen und verankert wurden. Ohne Leimung und ohne Abdeckung am Rücken lässt der Sammelband die ursprünglichen Hefte noch sichtbar. – Mechthild Lobisch wurde 1995 an die Kunsthochschule Burg Giebichenstein berufen, wo sie 1997 das Otto-Dorfner-Institut gründete und bis 2006 leitete. – Tadellos.

42,0 : 30,0 cm. [132] Seiten, heftweise paginiert.

780  Berliner Handpresse – Felicitas Hoppe. Drei Kapitäne.

€ 180

Berlin, Berliner Handpresse 1988. Mit sieben Farblinolschnitten von Ingrid Jörg. Farbig illustrierter Originalpappband.

101. Druck der Berliner Handpresse. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert und nummeriert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

34,5 : 33,4 cm. 21, [1] Seiten.

781  Edition Augenweide – Des Kaisers Bart.

€ 180

Halle/Bernburg 1990. Mit Originalgraphik. Illustrierter Originalpappband in -pappmappe.

Eins von 30 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 150). – Mit farbigen Zinkographien von Frieder Heinze (vier), Ulrich Tarlatt (zwei + Titelblatt) und Klaus Süß (drei + Einbandillustration), alle signiert. – Typographie von Thomas Glöß. – Mit Textbeiträgen von Hans-Ulrich Prautzsch, Peter Huckauf, Jörg Kowalski, Thomas Böhme, Florian Felix Weyh und Wilhelm Bartsch.

36,8 : 30,0 cm.

782  Eremiten-Presse – Günter Bruno Fuchs. Spiel- & Polterbuch.

€ 800

Holzschnitte nebst Goldener Worte für den Tag. [Stierstadt im Taunus] 1965. Mit 16 signierten Holzschnitten, davon drei farbigen, einer auf dem Titel, einer auf dem Vorderdeckel. Originalwellpappbroschur im Originalversandkarton.

Erste Ausgabe. – Eins von 99 Exemplaren. – Alle Holzschnitte und der Druckvermerk vom Künstler signiert. – Wohl eines der schönsten und originellsten Materialbücher des Verlages, das noch heute, nach einem halben Jahrhundert, von unverminderter Modernität zu sein scheint. – Sehr selten geworden.

35,0 : 27,5 cm. 17 Blätter.

Spindler 1.239. – Reske 207 (mit Abbildung)

783  Edition Graphischer Zirkel – 18 x 12.

€ 1200

Alle 58 Bände der Reihe. Wien 1993–2009. Jeder Band mit zahlreichen Graphiken, größtenteils handkoloriert. Originalpappbände mit Buntpapierbezug und Deckelschild.

58 Bände der Reihe, alles bisher Erschienene. – Alle in kleiner Auflage erschienen, signiert und nummeriert. – Sechs Bände in Vorzugsexemplaren (78, 85, 99, 105, 118 und 127) mit mindestens einer zusätzlichen Graphik, ein Autorenexemplar (77). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Reihe »18 x 12« bildet eine in sich geschlossene Folge von gleich gestalteten Bänden, die in dem titelgebenden Format, ihrem Musterpapier und dem aufgeklebten Titelschild an die berühmte Insel-Bücherei erinnern. Erich Fitzbauer gründete 1957 in Wien die Internationale Stefan Zweig-Gesellschaft, deren Präsident er bis 1964 war. Seit 1973 betreibt er die Edition Graphischer Zirkel, in der fast ausschließlich Erstdrucke in Bild und Text, viele von ihm selbst geschrieben und illustriert, erscheinen. Die Bandzählung der »18×12«-Reihe erfolgte innerhalb aller Ausgaben der Edition Graphischer Zirkel. – So geschlossen wurde die Reihe bisher nur sehr selten angeboten.

784  John Gerard – A. R. Penck. Papier · Rapier · Kapier · Klavier.

€ 300

Rheinbach-Hilberath 1994. Zwei Papiergüsse und vier Typendrucke. Drei fadengeheftete Doppelblätter in gelbem Originalbüttenumschlag.

Eins von 30 Exemplaren. – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Das Künstlerbuch entstand in Zusammenarbeit mit dem Papierkünstler John Gerard. Penck selbst oder Gerard nach dessen Vorlagen goss schwarze Farbe in die noch flüssige Papiermasse auf dem Schöpfsieb. – Das Gedicht wurde in leuchtendem Gelb, der Farbe der chinesischen Kaiser, gedruckt.

785  John Gerard – Trans.

€ 300

A series of 7 tableaux by Fritz Best made in collaboration with John Gerard. Berlin 1998. Farbige Siebdrucke und Graphiken auf gefärbtem Papier. Leporello mit schwarzen Originalleinendeckeln.

Eins von nur 20 Exemplaren. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Das starke Büttenpapier wurde von John Gerard noch während des Schöpfvorgangs eingefärbt und mit Collagen und Bildabklatschen »illustriert«. – Die Textpassagen wurden von Radierungen eingedruckt. – Fritz Best, geboren 1964 in London, lebt und arbeitet seit 1985 mit Unterbrechungen in Deutschland.

37,7 : 31,8 cm. [7] Doppelseiten.

786  John Gerard. A Definition of a Square.

€ 300

Fünf farbige Papiergüsse. 1999. 40,0 : 40,0 cm. Signiert und datiert.

Nach Angaben des Vorbesitzers nur in einer Auflage von fünf Exemplaren erschienen. – John Gerard, geboren 1955 in Michigan/USA, lebt und arbeitet seit 1984 in Deutschland. »Kreativer und experimenteller Umgang mit diesem Medium [Papier] bedeutet für John Gerard nicht nur künstlerischen Eingriff in den Schöpfungsvorgang oder Verarbeitung bereits vorhandener Papiere durch Reißen, Collagieren und andere Techniken. Seine Auseinandersetzung mit dem Material beginnt auf elementarster Ebene – bei der Papierfaser selbst« (www.gerard-paperworks.com). – In fünf quadratische Büttenblätter goss Gerard noch während des Schöpfvorgangs verschiedene Bronzefarben. – Lose in Originalleinenmappe mit blindgeprägtem Deckeltitel.

787  Dieter Grauer – Odysseas Elytis. Das Monogramm.

€ 200

Übertragen von Barbara Vierneisel-Schlörb und Antigone Kasolea. Rom und Florenz 1990. Mit zwei signierten Farblithographien des Verfassers. Weinroter Originalkalblederband mit Deckelvignetten in Negativ-Blindprägung nach Zeichnung des Verfassers und vergoldetem Rückentitel (P. Bruscoli, Florenz).

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Bütten. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Der Text entstand 1972 und wurde 1984 erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. 1979 erhielt Elytis (1911–1996) den Literaturnobelpreis.

29,5 : 20,5 cm. [28] Seiten, 2 Lithographien. – Zwei winzige Kratzspuren auf dem Vorderdeckel.

788  Wolfgang Henne. Öligwestbaden Westbadbörse.

€ 200

Leipzig 2000. Mit einer kolorierten Serigraphie, zwei Foliendrucken, 13 Illustrationen, eine signiert, und acht Textblättern, teils mit Collagen. Illustrierte Originalbroschur mit Durchstichheftung.

Exemplar 12/50, laut handschriftlichem Zusatz »1 von 2 Exemplaren in einem Metallkoffer« mit einem beigelegten Objekt (Badehose). – Erschienen als Band 58 (75) der »Neuen deutschen Bodensatzbibliothek«. – Tadellos. – Wolfgang Henne (geboren 1949) studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Bereits 1987 begann er mit der Edition der »Bodensatzbücher«, 1992 folgte die »Neue deutsche Bodensatzbibliothek«, in der bis 2013 177 Bände ediert wurden.

20,7 : 32,5 cm (Buch). – 33,5 : 24,0 : 4,5 cm (Koffer).

789  Wolfgang Henne – Neue deutsche Bodensatzbibliothek.

€ 500

Fünf Ausgaben. Leipzig 1997–2005. Durchgehend farbig illustriert und serigraphiert, teils koloriert und einige Blätter signiert, teils mit montierten Fotografien. Illustrierte Originalbroschuren mit Durchstichheftung.

Band 36 (53): Säulenheilige. 1997. – Band 60 (77): Begleitbuch zur Ausstellung »Winterspalten« mit Michael Kunert in Coburg, mit zwei Zeichnungen von Michael Kunert. 2001. – Band 64 (81): Spieleköpfe im Pollenflug. Begleitbuch zur Ausstellung im Museum Schloss Burgk. 2001. – Band 86 (103): Ohne Titel. 2004. – Band 101 (118). Ohne erkennbaren Titel. 2005. – Je eins von 50 nummerierten Exemplaren.

21,0 : 34,0 cm. Je ca. 50 Blätter. – Tadellos erhalten.

790  Ronald King & Roy Fischer. Anansi Company.

€ 2500

A collection of thirteen hand-made wire and card rod-puppets animated in colour and verse. London, Circle Press 1992. Mit 13 beweglichen Bildassemblagen aus Messingdraht, Kunststoff und Papier, durchgehend mit farbig serigraphierten Texten und Illustrationen. Lose Bogen in Originalumschlag und der mehrfarbigen Originalleinenkassette.

Eins von 120 Exemplaren, zehn weitere erschienen als Belegexemplare. – Auf Vélin d’Arches. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert und zudem mit eigenhändiger Widmung für den Vorbesitzer, datiert »Mainz 2006«. – Diese siebte Gemeinschaftsarbeit der beiden Künstler basiert auf Material von Walter Jekyll’s »Jamaican Song and Story« von 1907. Diese bekannten Erzählungen über die karibische Kultur und die dortigen Mythen von Anansi, dem Spinnenmensch, wurden von Roy Fischer in moderne Verse übertragen. – Die beweglichen Puppen von Ronald King können Ziehbildern gleich im Buch, aber auch außerhalb wie in einem Puppentheater bewegt werden. – Das Buch besteht aus dreizehn doppelgefalteten (»french-folded«) Bogen sowie einigen Doppelblättern mit Titel, Druckvermerk und Einleitung. – Makellos erhalten.

40 : 29 cm. [60] Seiten, Kassette: 45 : 34 : 11 cm.

791  Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst – Die verbrannte Taube.

€ 180

Zwölf jiddische Gedichte. Leipzig 1968. Mit 15 ein- und mehrfarbigen Radierungen, zwei nur als Prägedruck, von Rainer Herold. Originalpergamentband mit schwarzgeprägtem Rückentitel. Im Originalhalbleinenschuber.

Eins von ursprünglich 50 Exemplaren. Der Großteil dieser ohnehin kleinen Auflage wurde zudem durch einen Brand vernichtet. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf unterschiedlichen Büttenpapieren als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Auswahl jiddischer Lyrik, nachgedichtet von Werner Günzerodt, wurde dem 25. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto gewidmet. – Rainer Herold (geboren 1940) studierte an der Leipziger Hochschule bei Bernhard Heisig und war später in Berlin Meisterschüler von Werner Klemke. – Die Gesamtgestaltung und die Einbandarbeiten übernahm Kurt Stein, den Satz Dieter Weise.

27,4 : 18,9 cm. [46] Seiten. – Vorderdeckel mit auffälliger, materialbedingter Verfärbung im Pergament.

Seyfert/Weise S. 184 (zählt nur 12 Radierungen)

792  Leipziger Bibliophilen-Abend – Karl Mickel. Das Marmorbild.

€ 100

Leipzig 2000. Mit zwei signierten Farbradierungen von Thomas Ranft. Fadengeheftete Originalbroschur.

24 x 34 Blätter zu Literatur und Grafik, Heft 30, das letzte Heft der 1985 (noch zu DDR-Zeiten) gegründeten Reihe. – Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und der Buchgestalterin signiert. – Der Text ist ein Auszug aus Mickels »Lachmunds Freunde«. – Montierte Faksimiles des Typoskripts und eines Begleitbriefes des im Jahr 2000 verstorbenen Verfassers.

34,0 : 24,0 cm. [8] Seiten, 2 Radierungen.

793  Leipziger Drucke – Bertolt Brecht. Freiheit und Democracy

€ 400

oder Der anachronistische Zug. Mit sechs Kupferstichen von Baldwin Zettl. Leipzig, Leipziger Bibliophilen-Abend 2006. Sechs signierte Kupferstiche in losen Doppelblättern. In Originalkassette.

16. Leipziger Druck. – Eins von gerade einmal zehn Vorzugsexemplaren mit einem zusätzlichen Rötel-Druck des ersten Kupferstichs, vom Künstler signiert, nummeriert, datiert und betitelt (Gesamtauflage 180). – Die Texte wurden in Rot und Schwarz auf transparentes Papier gedruckt, die Kupferstiche auf Bütten. – Gesamtgestaltung von Gert Wunderlich, von ihm im Druckvermerk signiert. – Mit einer CD »Der anachronistische Zug. Ballade für Gesang, Klavier und Schlagzeug«, mit einer Aufnahme von 1957, auf der Paul Dessau seine Vertonung des Brecht-Gedichts vorträgt. – Tadellos erhalten.

30,4 : 43,3 cm. [28] Seite, 7 Kupferstiche.

794  Leipziger Bibliophilen-Abend e. V. Zehn Jahre. – Das zweite Jahrzehnt.

€ 400

– Herausgegeben von Herbert Kästner. Leipzig 2001 und 2011. Mit zusammen 27 signierten Originalgraphiken. Originalpappbände im -schuber.

Je eins von 300 Exemplaren. – Festschriften, jeweils mit Mitglieder- und Veranstaltungsverzeichnis sowie Bibliographie der Publikationen. – Mit 14 bzw. 13 signierten Originalgraphiken von Baldwin Zettl, Karl-Georg Hirsch, Walter Schiller, Gert Wunderlich, Hans Ticha, Horst Hussel, Klaus Süss, Volker Stelzmann, Sabine Golde und anderen. – Tadellos erhalten.

795  The Limited Editions Club – Arthur Miller. Death of a Salesman.

€ 500

Certain private Conversations in two Acts and a Reqiuem. With five Etchings by Leonard Baskin. New York 1984. Mit fünf Radierungen. Rostbrauner Originalziegenlederband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Der Text wurde auf der Wild Carrot Letterpress auf Magnani-Bütten gedruckt, die Radierungen von Bruce Chandler auf der Heron Press.

27,5 : 21,0 cm. [8], 164 Seiten, 5 Radierungen.

796  The Limited Editions Club – Günter Grass. The Flounder.

€ 200

Written and illustrated by Günter Grass. Translated by Ralph Manheim. Volume I [to] III. New York 1985. Mit zahlreichen zweifarbigen Illustrationen nach Radierungen. Originalhalblederbände mit montiertem Deckelschild, zusammen im Leinenschuber mit Rückenschild.

Eins von 1000 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Autor/Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf der Wild Carrot Letterpress.

26,5 : 28,5 cm.

797  The Limited Editions Club – Samuel Beckett. Nohow on.

€ 1500

With Etchings by Robert Ryman. New York 1989. Mit sechs Aquatintaradierungen. Schwarzer Originalziegenlederband mit vergoldeten Titeln. In gefütterter Originalleinenkassette mit Lederrückenschild (signiert: Carol Joyce).

Eins von 550 Exemplaren – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt auf der Shagbark Press auf Magnani-Papier, die Radierungen auf Velin d’Arches. – Die Aquatintaradierungen von Robert Ryman (geboren 1930), der als Vertreter der Analytischen Malerei gilt und sich in seiner Arbeit als Künstler vielfältig mit der Farbe Weiß auseinandergesetzt hat, sind typisch für seine Besessenheit von Licht und räumlichen Beziehungen und ihre körnigen, milchweißen Oberflächen sind eine perfekte Visualisierung von Becketts illusionistischen und paradoxen Kurzgeschichten. Die kurzen Texte »Company«, »Ill see, Ill said« und »Worstward Ho« erschienen erstmals Anfang der 1980er Jahre und hier vereint unter dem Titel »Nohow«. »Die von Ryman bevorzugte äußerste Sparsamkeit der künstlerischen Mittel zeigt Verwandtschaft mit der späten Sprache des Dichters Beckett, der sie fast bis zur Grenze des Schweigens löscht. Endlose, subtilste Unterscheidungen werden im Text sowie im Bild wahrnehmbar« (Papiergesänge).

27,5 : 19,0 cm. [8], 128, [14] Seiten, 6 Radierungen.

Papiergesänge 161. – Castleman 201

798  The Limited Editions Club – Friedrich Dürrenmatt. Oedipus.

€ 150

Photogravures by Marie Cosindas. Translated by Leila Vennewitz. Foreword by the Author. New York 1989. Mit zwei Heliogravüren. Originalhalblederband in -leinenschuber.

Erste englische Ausgabe von Dürrenmatts Oedipus-Version. – Eins von 650 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser und der Fotografin signiert. – Gedruckt auf Magnani-Bütten, die beiden Heliogravüren auf Velin d’Arches. – Die Fotografin Marie Cosindas (1925–2017) zählte zu den wichtigsten Fotokünstlern der USA. Als eine der ersten Fotografinnen widmete das MoMA ihr eine Einzelausstellung. – Mit dem Beileger zum Buch.

37,2 : 27,2 cm. XV, [1], 41, [7] Seiten, 2 Heliogravüren. – Rücken leicht verblasst, sonst tadellos.

799  The Limited Editions Club – Ernest Hemingway. The Old Man and the Sea.

€ 350

Photogravures by Alfred Eisenstaedt. Introduced by Charles Scribner. New York 1990. Mit fünf Fotogravuren. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel. In gefütterter Originalleinenkassette.

Eins von 600 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Der Text wurde auf Magnani-Papier gedruckt, die Fotogravuren nach den Originalfotos von 1952 auf Arches-Bütten. – Die Fotos entstanden für die im »Life«-Magazin veröffentlichte Novelle. Seit früher Jugend war Alfred Eisenstaedt (1989–1995) leidenschaftlicher Fotograf. Zunächst freier Mitarbeiter des »Berliner Tageblatts«, avancierte er Ende der 1920er Jahre zum Fotojournalisten. 1935 emigrierte er in die USA und wurde schnell einer der Starreporter von »Associated Press«. Er fotografierte für »Harper’s Bazaar«, »Vogue« und »Life«. Allein für »Life« lieferte er 92 Titelfotos und zahlreiche Bildreportagen sowie oftmals prämierte Kriegsberichte. 1950 wurde er »Photographer of the Year«.

26,2 : 38,8 cm. VIII, [2], 81, [5] Seiten, 5 Fotogravuren.

800  The Limited Editions Club – Walt Whitman. Song of Open Road.

€ 450

With Photogravures by Aaron Siskind. New York 1990. Mit sechs Heliogravüren. Schwarzer Originalhalblederband mit dunkelgrünen Leinendeckelbezügen, im Leinenschuber.

Eins von 550 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin von Magnani, die Fotogravüren druckte auf Velin »Richard des Bas«. – Aaron Siskind (1903–1991) zählt mit seiner abstrakt-expressionistischen Fotografie zu den wichtigsten US-amerikanischen Künstlern der Nachkriegszeit. »[…] in den 1940er-Jahren wendet sich Siskind endgültig ab von der erzählerischen Fotografie und interessiert sich fortan nurmehr für die formalen Bezüge zwischen Licht, Struktur und Materialität« (Bruce Silverstein, zitiert nach Koetzle, S. 370). – Nahezu tadelloses Exemplar dieses Spätwerks.

44,3 : 27,5 cm. [24] Seiten, 6 Heliogravüren.

801  Christoph Meyer – Hermann Melville. Bartleby.

€ 1500

Berlin, CHM 2009. Mit einer farbigen Zeichnung und fünf in Orange gedruckten Radierungen. Originalhalblederband mit orangefarbenem Deckeltitel.

Frühes Unikatbuch des Berliner Künstlers. – Neben der Zeichnung signiert, datiert und als »Unikat« bezeichnet. – Christoph Meyer zitiert in dem Künstlerbuch den berühmten Satz »I would prefer not to« (Ich möchte lieber nicht), den der Kanzleischreiber Bartleby in Hermann Melvilles Erzählung »Bartleby, the Scrivener« immer und immer wieder von sich gibt und damit bald jegliche Bürotätigkeit einstellt. – Die Radierungen jeweils signiert, datiert und mit enigmatischer Betitelung. – Die letzte Seite mit einer großen mehrschichtigen Zeichnung mit farbigen Faserstiften. – Diese Zeichnung setzt einen Kontrapunkt zur sonst dominierenden Farbe Orange, in der die Radierungen und der Text gedruckt wurden. Auch für Vorsatzpapiere, Lederrücken, Deckeltitel und das Acrylglas des Schubers wählte Christoph Meyer diese Farbe.

29 : 37,7 cm. [13] Blätter.

802  Christoph Meyer – Toyotama Tsuno. Flaumfeder.

€ 750

Berlin, CHM und Schwarzdruck 2018. Mit drei farbigen Zeichnungen, eine doppelblattgroß. Silberfarbener Originalbroschurumschlag.

Edition mote 14. – Unnummeriertes Künstlerexemplar, neben der Auflage von nur 15 Exemplaren. – Auf Bütten, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Nachdichtung aus dem Japanischen stammt von Manfred Hausmann.

23,7 : 19 cm. [8] Seiten.

803  Christoph Meyer – Louis Begley. Maciek.

€ 1200

Berlin, CHM und Edition Schwarzdruck 2018. Mit vier blattgroßen farbigen Zeichnungen von Christoph Meyer. Schwarzer Lederband mit goldgeprägtem Titel.

Edition mote 15. – Auf Bütten. – Unikates Exemplar, im Lederhandeinband, eine Zeichnung mit Tuschfeder doppelblattgroß erweitert. – Der Druckvermerk wurde vom Buchkünstler korrigiert und ergänzt. – Der Text stammt aus Louis Begleys Roman »Lügen in Zeiten des Krieges«. Der Berliner Buchkünstler verwendete den letzten Absatz, der über das Schicksal des Roman-Protagonisten Auskunft gibt. – Als Blockbuch gedruckt.

23,8 : 20 cm. [14] Seiten.

804  Officina Ludi – Die 100 Wörter des Jahrhunderts.

€ 300

Großhansdorf 1999. 99 Blätter mit farbigem Buch- und Typendruck. Lose in der Originalkassette.

Unnummeriertes Verlegerexemplar neben der Auflage von 120. – »Wort/Unwort des Jahres« – mit solch temporären Bewertungen hielt sich Claus Lorenzen, der Pressendrucker in Großhansdorf, nicht auf: »Eine prominent besetzte Jury wählte die hundert Wörter aus, die das 20. Jahrhundert prägten, von Atombombe und Bikini bis zu Weltkrieg und Wolkenkratzer. Die Officina Ludi gestaltete (in Gemeinschaftsarbeit mit [sechs] anderen namhaften Handpressen und dem Hamburger Museum der Arbeit) jedes einzelne dieser Wörter unter bewußtem Verzicht auf graphische Mittel ausschließlich mit den Mitteln des Buchdrucks und der Typographie.« (Webseite der Presse). – Die Folge ist vollständig mit 96 »Wort«-Blättern (teils mehrere Worte auf einem Blatt) sowie Titel, Impressum und Gästeliste. – Hier das Ausstellungsstück des Verlegers, welches in der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst gezeigt wurde. Mit sechs zusätzlichen Blättern (Dubletten bzw. Varianten) in einer offenen Holzkassette.

28,0 : 32,0 cm (Blätter)

805  Rixdorfer – Kerstin Hensel. Sachsen Spiegelungen.

€ 150

Leipzig 2006. Fünf Leporellos mit Holzschnitten von Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt. Zusammen in Originalkarton mit Deckelschild.

Rixdorfer Leipziger Bilderbogen Nr. 19. – Eins von 20 Künstlerexemplaren »e. a.« (Gesamtauflage 120). – Erschienen aus Anlass der Ausstellung der Werkstatt Rixdorfer Drucke im November 2006 im Leipziger »Haus des Buches«. – Vier Gedichte von Kerstin Hensel auf vier gefalteten Kartonblättern (Größe entfaltet: 34,5 : 98,0 cm) mit Holzschnitten von je einem der vier Künstler, davon drei signiert, ein rein typographisch gestaltetes fünftes wurde von der Dichterin signiert.

35 : 25 cm (Karton).

806  Otto Rohse Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Briefe aus Venedig.

€ 500

Kupferstiche von Otto Rohse. Hamburg 1963–1964. Mit 28 blattgroßen Kupferstichen. Flexibler Originalpergamentband mit Rückenvergoldung (Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber mit gestochenem Signet der Presse (Entwurf: Hermann Bunz).

Erster Druck der Otto Rohse Presse. – Exemplar 140 von 300, von denen wohl nur die ersten 200 nummeriert und gebunden wurden. Daneben erschienen 50 Mappenausgaben. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Garamond der Stempel AG. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Der 1925 in Insterburg geborene Künstler studierte an der Landeskunstschule Hamburg bei Richard von Sichowsky und übernahm 1961 ein Lehramt an der Werkkunstschule Offenbach. 1962 gründete er seine eigene Presse in Hamburg.

27,3 : 23,4 cm. [56] Seiten.

Spindler 44.6. – Hack/Schwarz 1.01. – Tiessen II, 14

807  Sisyphos-Presse – Wolfgang Kohlhaase. Erfindung einer Sprache.

€ 300

Mit fünf Originallithographien und vier Federzeichnungen von Bernhard Heisig. Leipzig, Faber & Faber 2005. Mit fünf signierten Lithographien und vier Illustrationen auf den Textblättern. Lose in Originalleinenkassette.

15. Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 112). – Herausgegeben von Elmar Faber. – Die Lithographien wurden auf der Taborpresse, Berlin, gedruckt. – In der Kassette liegt eine zweite Suite der signierten Lithographien.

49,0 : 37,5 cm. 7, [1] Seiten, 10 Lithographien. Textblätter im Unterrand leicht geknickt.

808  Svato Zapletal – Klabund. Der Seiltänzer.

€ 300

Herausgegeben von Jürgen Köchel und Svato Zapletal. Hamburg, Svato 1989. Mit neun signierten blattgroßen und teils farbigen Radierungen von Svato Zapletal. Dunkelroter Originalmaroquinband mit Silber- und Schwarzprägung (Kurt Willscher, Hamburg).

Eins von zehn Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer weiteren, lose beigelegten und signierten Radierung (Gesamtauflage 80). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Nachwort von Jürgen Köchel.

26,5 : 19,0 cm. 53, [7] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

809  Svato Verlag – Wie das Hippo ins Wasser kam.

€ 200

Eine botswanische Erzählung. Aufgeschrieben und aus dem Englischen übersetzt von Susanne Wogart. Hamburg 2005. Mit 16 Farblinolschnitten von Svato Zapletal, davon 13 blatt- und doppelblattgroß und zwei gefaltet. Illustrierter Originalleinenband.

42. Buch des Svato Verlages. – Eins von 70 Exemplaren der Ausgabe C auf Execuditkarton (Gesamtauflage 90). – Im Impressum vom Künstler signiert. – Der handgesetzte Text und die Linolschnitte wurden auf einer Andruckpresse gedruckt. – Anmerkung des Verlegers: »Da der Autor nicht mehr zu ermitteln ist, werden 10% des Reinerlöses an die botswanische Feuerwehr in Maun überwiesen«.

26 : 24 cm. [44] Seiten.

810  Ottfried Zielke. K. Malewitsch. 150 Lubok.

€ 1200

145 Originalgouachen und fünf weitere auf der bemalten Originalbox. 2005. Ca. 11 : 16 cm, alle rückseitig monogrammiert.

Unikates Objekt, eine Hommage des Künstlers an die russischen »Lubki«, die in Russland vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert populären sozialkritischen und satirischen Bilderbogen. Die russischen Futuristen wie Gontscharowa, Larionow und Malewitsch ließen sich von den einfachen Darstellungen inspirieren. – Ottfried Zielke (1936–2016) bemalte 145 postkartengroße Blätter und Pappen in leuchtenden Farben und betitelt fast jede Darstellung mehr oder weniger ausführlich: Ich fahre einen T34 von Maybach. – Kohlenklau. – Blut + Ehre, Kampf dem Vergessen. – Gestern war’s da aß ich Ente. – Mücke fliegt Hund in den Mund und sticht ins Dada-Herz. – Manifest: Sei Lokomotive unter Volldampf. – Streichholz + 2 Nasenhaare. – Die BRD hat es NIE gegeben. – Skandal Faules Ei. Deutschland führte 1930 639 Millionen Eier ein. – Dr. J. G. Seine Kinder nannte er Helga Hilde Helmut Hedda Holde Heide. – Rückseitig durchgehend nummeriert 1–145, die übrigen fünf Gouachen zieren die Seiten und den Deckel der leinenkaschierten Holzbox (20 : 15 : 13 cm).

811  100 x Buchdruckkunst.

€ 400

Eine Kassette mit achtundzwanzig originalen Glückwünschen zur hundertsten Präsentation von Bartkowiaks ›forum book art‹ anno 2000.

Exemplar 9/42. – Mit 28 signierten Originalarbeiten in unterschiedlichsten graphischen Techniken (Radierung, Lithographie, Serigraphie, Buch- und Prägedruck) von Wilfried Bohne, J. M. Jurkowski, Christian Thanhäuser, Axel Hertenstein, Caroline Saltzwedel, Nora Brenneke, Claus Lorenzen, Reinhard Scheuble & Gisela Mott-Dreizler, Emilio und Doris Sdun, Peter Zitzmann, Svato Zapletal u. a. – Mit einem Textdoppelblatt lose in der Originalleinenkassette (Buchmacherey Helserdeich), deren Einklappdeckel mit Büttenpapier von Gangolf Ulbrich bezogen und mit einem Nagelobjekt fixiert wurde. – Die Mappe erschien als Hommage an Heinz Bartkowiak (1939–2015) und seine Familie: »Diese Mappe ist ein Geschenk der beteiligten Künstler an die Familie Bartkowiak aus Anlaß der einhundertsten Präsentation von Pressendrucken, Künstlerbüchern, Malerbüchern und Buchobjekten. ›forum-book-art‹ Präsentationen fanden in den Jahren 1989 bis 2000 in vielen Städten Deutschlands und in anderen Ländern Europas statt. […] Viele Buchkünstler aus aller Welt beteiligten sich […] an diesen Ausstellungen, bei denen die Werke den Besuchern offen präsentiert wurden, […] in die Hand genommen und in Muße betrachtet werden [… sowie ] direkt bei den Händlern bestellt werden können.« (forum book art 19, S. 253). – Sehr selten, da nur zehn Exemplare für den Verkauf bestimmt waren. Wir konnten kein Exemplar im Handel nachweisen.

52,5 : 43,5 cm (Kassette). – Vorderdeckel der Mappe mit leichter Kratzspur und kaum sichtbaren Flecken, innen makellos.

forum book art 19, 2001/2002, S. 250ff