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Buchwesen | Hesse-Auktionen
Buchwesen

309  Buchwesen und Bibliographie – [Uffo Daniel Horn]. Oesterreichischer Parnass

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 160

bestiegen von einem heruntergekommenen Antiquar. Frey-Sing, Athanasius & Comp [das ist Hamburg, Hoffmann & Campe um 1838]. Mit 16 Stahlstichporträts. Marmorierter Pappband der Zeit.

Erste Ausgabe. – Unikates Exemplar mit eingebundenen Stahlstichporträts von 16 der beschriebenen Dichter. Die Porträtstiche stammen von verschiedenen Künstlern, stimmen aber in Format und Gestaltung überein, jeweils mit der gestochenen Unterschrift des Porträtierten. – »Eine der seltensten literarischen Schmähschriften, in der 92 Schriftsteller [des österreichischen Vormärz] Revue passieren« (Hayn/Gotendorf). – Ausgezeichnete satirische Schilderungen, u. a. über Grillparzer, Lenau, Nestroy und Feuchtersleben. – »Vorliegende Skizzen hat uns ein durchreisender Antiquar übergeben, ein kleines Jüdchen, das nach München ging, um sich taufen zu lassen« (Vorwort der Veleger). Der böhmische Schriftsteller Uffo Horn (1817–1860) lebte seit 1839 zeitweise in Hamburg. – Auch im Neudruck von 1913 waren diese Porträts nicht enthalten. – Mit Anmerkungen zur Editionslage auf dem letzten, leeren Blatt. – Sehr schönes Exemplar, aus Besitz des Berliner Antiquars Gerd Rosen erworben 1971 von Lothar Rossipaul.

19 : 11 cm. 45, [3] Seiten.

Holzmann/Bohatta III, 8348. – Hayn/Gotendorf V, 457. – Österr. Biographisches Lexikon II, 422 (datiert 1840)

310  [Hermann Kaiser]. Gegen den sogenannten Antiquar-Buchhandel.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 240

(Als Manuscript für Buchhändler gedruckt.) Berlin, E. H. Schröder 1856. Geheftete Originalbroschur in späterem Umschlag.

Seltene Originalausgabe. – Der Berliner Verleger Hermann Kaiser, Prokurist des Schröder-Verlages, rief zum Boykott solcher »Sortiments- und Antiquarbuchhandlungen« auf, die »zum Zwecke haben, dem Publikum alle, auch die neuesten, Erscheinungen der Literatur weit unter dem Ladenpreise zu verkaufen«. Seine Kritik richtet sich nicht gegen die Antiquare im klassischen Sinne: »Es braucht hier nicht erst erörtert werden, daß das eigentliche buchhändlerische Antiquargeschäft an sich ein höchst ehrenwerther, großes Capital und sehr umfassende Kenntnisse erfordernder Zweig des Buchhandels ist.« – Zu den Hintergründen dieser Bemühungen empfehlen wir den Artikel von Torsten Sander in »Aus dem Antiquariat« (Jahrgang 2010, Heft 3/4, Seiten 123ff. – Dazu: Deutscher Buchhändler-Almanach auf das Jahr 1862. Leipzig, B. Hermann [1861]. Leinenband der Zeit. Mit interessanten Beiträgen über Johann Philipp Palm, Buchdruck in China, die Göttinger Bibliothek und die Holzschneidekunst in China.

20 : 13 cm. 33, [1] Seiten. – Teils stock- und wasserfleckig.

311  Ernst Lemberger. Die Bildnis-Miniatur in Deutschland

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 420

von 1550 bis 1850. München, F. Bruckmann 1909. Mit 65 teils mehrfarbigen Lichtdrucktafeln und 100 Abbildungen im Text. Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und Moiréseidenvorsätzen und -spiegeln. In samtgefütterter Originalkassette.

Eins von 400 Exemplaren, weitere 20 römisch nummerierte kamen nicht in den Handel. – Das Werk gliedert sich nach den einzelnen deutschen Ländern und wird erschlossen durch mehrere Register. – Prachtvoll gedruckte, opulente Monographie. Besonders die farbigen Lichtdrucke beeindrucken durch ihre anmutig wirkende Feinheit. – Auf starkem, leicht getönten Kunstdruckpapier gedruckt, die farbigen Lichtdrucke auf geprägte Velinkartonblätter aufgewalzt. – Den Einband fertigte R. Oldenbourg, München.

36 : 27 cm. XXI, [3], 396, [4] Seiten, 100 Tafeln. – Oberkante des Vorderdeckels mit leichter Schabspur, sonst tadellos. – Die Kassette etwas berieben.

312  Einladung zum Eintritt in die Maximilian-Gesellschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Berlin Pfingsten 1912. Originalpergamentbroschur mit vergoldeter Deckelvignette (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig. – Auf Bütten. – Der Pergamentumschlag mit dem Maximilian-Signet nach Entwurf von Walter Tiemann beinhaltet zwei Teile: Die eigentliche Einladung zum Eintritt und die Satzung. – Bei den Unterzeichnern der Einladung finden sich G. A. E. Bogeng, Walter de Gruyter, Alfred Lichtwark, Jean Loubier, Ida Schoeller, Paul Schwenke u. a. – 1911 war auf der Gründungsversammlung ein amtierender Vorstand gewählt worden, 1912 wurde zur ersten Jahresversammlung eingeladen. – »Das inzwischen längst vergriffene und sehr selten gewordene Einladungsschreiben verdient hier noch besonders aufgeführt zu werden«, betont bereits das Verzeichnis »Deutsche Bibliophilie in drei Jahrzehnten« (Leipzig 1931). – Dazu zwei weitere frühe Publikationen, beide in Originalbroschur: August Böckh. Über Friedrichs des Großen classische Studien. Berlin 1926. Eins von 200 Exemplaren. Auf Bütten. Gestiftet von Richard Labisch, Walter Metzenberg und Max Lefson. – Fritz Homeyer. Die heutigen Aufgaben der deutschen bibliophilen Gesellschaften. Hamburg 1930. Eins von 350 Exemplaren. Auf Bütten. – Zwei Beigaben.

28 : 21 cm. [8] und [8] Seiten. – Einband etwas wellig und fleckig, innen gut erhalten.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seiten 118, 129 und 135

313  Bibliophile Novellen.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Herausgegeben von der Gesellschaft der Bibliophilen. – Mynona [Salomo Friedländer]. Biblianthropen. Weimar 1934. Zwei Halbpergamentbände, einer original, ein neuerer.

Erste Ausgabe dieser Sammlung, hier zusätzlich mit der ausgesonderten Novelle Mynonas. – Gesetzt aus der erstmals verwendeten Elisabeth-Antiqua der Bauerschen Gießerei, gedruckt in der Officina Serpentis von E. W. Tieffenbach auf Zerkall-Bütten mit dem Wasserzeichen »GdB«. Die figürlichen Initialen nach Zeichnungen von Else Marcks wurden von Oskar Bangemann in Holz geschnitten und in Rot eingedruckt. – Der Vorstand der Bibliophilengesellschaft hatte von eingesandten Arbeiten zunächst fünf Novellen zur Aufnahme in diesen Band ausgewählt. Noch während des Drucks entschied man sich aber, die Novelle von Mynona auszulassen, da der Verfasser nicht abgesprochene Änderungen vorgenommen habe, »die geeignet sind, das Ansehen sowohl der für die Beurteilung und Veröffentlichung der Novelle verantwortlichen Personen als auch die Gesellschaft in der Öffentlichkeit zu gefährden.« (Nachwort). An Stelle der entfallenen Seiten wurden zwei Novellen (Otto F. Babler, »Bibliofons«, und Peter Bolt, »Erlebnis«) eingefügt. Von den ausgesonderten Druckbogen (Seiten 65–102) blieben wohl etwa 25 Exemplare erhalten und wurden zum Teil aufgebunden.

24 : 17 cm. 190, [2]; Seiten [65]–102, [2] Seiten.

Backe/Köppen 181 und 182. – Raabe/Hannich-Bode 217.22

314  G[ustav] A[dolf] E[rich] Bogeng. Die großen Bibliophilen.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 140

I. [–] III. Band. Geschichte der Büchersammler und ihrer Sammlungen. Leipzig, E. A. Seemann 1922. Mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. Drei Originalleinenbände mit goldgeprägten Deckelvignetten und Rückentiteln. Zusammen im Schuber.

Erste Ausgabe. – I: Die Geschichte. – II: Die Bilder. – III: Anmerkungen. – Bibliophilie und Bucheinband gehörten zu den vorrangigen Themen von Bogengs zahlreichen Veröffentlichungen, deren bekannteste die vorliegende von 1922 ist. Ca. 90 Jahre nach Erscheinen dieses monumentalen Hauptwerkes hat Johannes Saltzwedel, Hamburg, ein hervorragendes 75-seitiges Personenregister, das vor allem auch den Anmerkungsband erschließt, erarbeitet: http://www.venturus.de.

27 : 20 cm. – Rücken etwas verblasst.

315  Leopold Hirschberg. Erinnerungen eines Bibliophilen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Eine Ergänzung zu dessen »Erinnerungen eines Bibliophilen«. Berlin, Goldschmidt-Gabrielli [1919]. Mit zwölf Bildtafeln. Originalhalblederband mit handgeschriebenem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe der immer wieder lesenswerten Erinnerungen des Bibliophilen Leopold Hirschberg (1867–1929). – Eins von 200 Exemplaren der Luxusausgabe auf Bütten, in Halbleder gebunden und vom Verfasser signiert und dediziert. – Das Exemplar für Maximilian Runze, den Herausgeber der Werke des Stettiner Komponisten Carl Loewes. – Mit blattfüllendem eigenhändigem Widmungsgedicht Hirschbergs anlässlich des 70. Geburtstag des Empfängers auf dem Vorsatzblatt. – Mit den aufschlussreichen Subskribentenverzeichnissen der Luxus- und Normalausgabe. – Dazu: Erinnerungen eines Bibliophilen. – Katalog der Büchersammlung Leopold Hirschberg. Berlin 1920 und 1922. Originalpappbände. – Die »Erinnerungen« in zweiter Auflage, »in ihr sind kleinere Irrtümer der ersten gebessert«. – Beigabe: Fotokopieexemplar von: »Das Antiquarische Buchkabinett Berlin. Katalog 3. Deutsche Literatur, darin enthalten Teile der Sammlung Leopold Hirschberg. 1923«.

21 : 16 cm. [2], X, 207, [1] Seiten, 12 Tafeln.

316  Georg Kurt Schauer. Dienst am Buch.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 460

1922–1972. Frankfurt am Main 1973. Halblederband mit Buntpapierbezügen (signiert: R. Meuter, Ascona). Rückentitel, Kapitalfileten und Kopfschnitt vergoldet, Kapitalbändchen dreifarbig handumstochen. In gefüttertem Schuber mit Lederkanten und Holzfurnierbezug.

Das erste von elf vom Verfasser eigenhändig römisch nummerierten und signierten Exemplaren. – Der Druckvermerk spricht von einer kleinen, nicht für die Öffentlichkeit bestimmten, Auflage und 250 arabisch nummerierten und signierten Exemplaren. – Enthält Texte von Georg Kurt Schauer, Romano Guardini und Paul Valéry sowie ergänzende Notizen und Bibliographsches. – Im Ganzen ein bibliophiles Kleinod: durchn mustergültiger Typographie gesetzt aus der Dante-Antiqua von Giovanni Mardersteig, gedruckt von Heinrich und Johannes Weisbecker in deren Offizin in Frankfurt auf Bütten. Das vorliegende Exemplar zudem in elegantem Handeinband von Roland Meuter.

30 : 19 cm. 94, [2] Seiten.

317  Karl Goedeke. Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 500

aus den Quellen. 2. und 3. Auflage. 15 Teile und Register in 22 Bänden. Dresden, später Berlin bzw. Düsseldorf 1884–1966. Handgebundene dunkelgraue Halblederbände mit Rückenvergoldung und Buntpapierbezügen.

Das bis heute unübertroffene und unentbehrliche Standardwerk zur deutschen Literaturgeschichte in den maßgeblichen Auflagen. – Zehn Bände im Neudruck von 1975, einer im Nachdruck von 1957. – Ohne Teil IV/5 und die Neue Folge. – Mit dem Indexband von Rambaldo. – Von Irmgard Meyenberg, Buchbinderei Holm, München, dekorativ gebunden und somit über die unbestrittene Bedeutung als Nachschlagewerk hinaus auch eine optisch ansprechende Bereicherung jeder germanistischen Sammlung. – Die Handbibliothek des Antiquars Gunnar A. Kaldewey wurde 1986 bei Hauswedell & Nolte, Hamburg, in der 262. Auktion versteigert (dies dort KatNr 132).

23 : 16 cm. – Die Rücken etwas aufgehellt und mit unbedeutend kleinen Flecken.

318  Jean George Théodore Graesse. Trésor de livres rares et précieux

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 450

ou Nouveau dictionnaire bibliographique. Tome premier [–] VIII. [Dresden 1859–1869] Mailand 1950. Handgebundene leuchtend rote Halblederbände mit zwei grünen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (Irmgard Meyenberg, Buchbinderei Holm, München).

Vollständige Ausgabe mit dem Nachtragsband. – Sehr gut erhalten und äußerst dekorativ gebunden.

30 : 21 cm. Zusammen etwa 4000 Seiten.

319  Bibliotheca Germanorum Erotica & Curiosa.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Verzeichnis der gesamten deutschen erotischen Literatur mit Einschluß der Übersetzungen, nebst Beifügung der Originale. Herausgegeben von Hugo Hayn und Alfred N. Gotendorf. Band I [–] VIII. München, Georg Müller 1912–1914. Schwarze Originalmaroquinbände, Rückentitel, Fileten, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Exemplar der seltenen, im Druckvermerk nicht erwähnten Luxusausgabe auf Van Gelder-Bütten und im edlen Ganzlederband. – Das bis heute unübertroffene Standardwerk erschien als »dritte, ungemein vermehrte Auflage von Hugo Hayns ›Bibliotheca Germanorum erotica«. Die zeitgenössische Presse bescheinigte, das Werk habe sich »einen Ehrenplatz in jeder Bibliothek wie in den Büchereien der Sammler und Antiquare erorbert« (Börsenblatt 5. Okotber 1914). – 1929 erschien noch ein Nachtragsband, allerdings nicht mehr in der hier vorliegenden Luxusausstattung. – Unbeschnitten und perfekt erhalten.

25 : 17 cm. Zusammen mehr als 5.000 Seiten. – Kopfschnitt von Band VI mit leichter Feuchtigkeitsspur.

320  Hermann Kopp. Die Alchemie

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

in älterer und neuerer Zeit. Ein Beitrag zur Culturgeschichte. Erster [und] Zweiter Theil [in einem Band]. Heidelberg, Carl Winter 1886. Handgebundener roter Halblederband mit Rückenvergoldung, Rückenschild und Buntpapierbezügen (Irmgard Meyenberg, Buchbinderei Holm, München).

Teil 1 beinhaltet die Zeiten bis etwa 1770, in Teil 2 die nachfolgenden Jahrzehnte. – Mit ausführlichem Personenregister. – Dekorativ gebundenes Exemplar. – Erworben bei Hauswedell & Nolte, Auktion 262, KatNr 299.

22 : 15 cm. XVII, [1], 260; VI, 425, [1] Seiten. – Besonders Teil 2 papierbedingt gebräunt.

321  Zeitschrift für Bücherfreunde.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

Monatshefte für Bibliophilie und verwandte Interessen. Herausgegeben von Feodor von Zobeltitz, Carl Schüddekopf und Georg Wittkowski. Jahrgänge I–XII und Neue Folge, Jahrgänge 1–23. In zusammen 52 Bänden. Bielefeld und Leipzig, Velhagen & Klasing, später Drugulin und Seemann 1897–1931. Mit zahlreichen Tafeln, Abbildungen, Faksimiles und Beilagen sowie einigen Originalgraphiken. Handgebundene dunkelrote Halblederbände mit Rückenvergoldung (Irmgard Meyenberg, Buchbinderei Holm, München).

Umfangreiche Folge der wichtigen Zeitschrift für Bibliophilie, Buchgraphik, Einbandkunde etc., die bis heute eine Fundgrube für zeitgenössische Kritiken, Aufsätze und versteckte Bibliographien ist. – Es erschienen im Laufe von vier Jahrzehnten drei Folgen: Jahrgänge 1–12, Neue Folge 1–23 (hier ohne 5/1. Hälfe) und (die hier nicht vorliegende) Dritte Folge 1–5. – Mit dem Gesamtregister 1897–1931 und 1932–1936 von Hans Ruppert bzw. Conrad Höfer, hier im Nachdruck (Hildesheim 1964, Originalleinenband). – Prachtvoll, dekorativ, inhaltsreich und mit schöner Provenienz.

29 : 20 cm. – In den Bänden NF 5 und 7 insgesamt 154 Seiten als Kopie.

Diesch 3508. – Kirchner 15581. – Hauswedell & Nolte, Auktion 262, KatNr 183

322  Katalog der Sammlung Kippenberg.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 340

[Bearbeitet von Alfred Bergmann und mit einem] Vorwort von Anton Kippenberg. Zweite Auflage. Erster, Zweiter [und] Register-Band. Leipzig, Insel 1928. Mit 73, teils farbigen, montierten und gefalteten Faksimiles und Tafeln. Rote Originalhalbmaroquinbände, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. – Widmungsexemplar.

Eins von 600 Exemplaren der maßgeblichen zweiten Auflage. – Auf dem Vorsatzblatt von Band 1 die eigenhändige Widmung von Anton Kippenberg für »Frau Elle Weisbach-Timmerding in Dankbarkeit! Leipzig, 28. November 1932«. – Elle Weisbach-Timmerding war wohl Mitarbeiterin im Goethe-Schiller-Archiv, im Literaturarchiv Marbach ist ein Brief von ihr an Anton Kippenberg registriert. – Die weltweit größte Goethe-Privatsammlung des langjährigen Leiters des Insel-Verlages wurde 1953 von den Erben gestiftet und bildete soden Grundstock des Goethe-Museums Düsseldorf. – Einband und Titelschrift entwarf Walter Tiemann. – Sehr schönes Exemplar.

29 : 21 cm. XVIII, 316, [2]; VIII, 329, [3]; 207, [5] Seiten, 73 Tafeln. – Kleiner Kratzer auf Rücken von Band 1.

Sarkowski 919 A

323  John Dieter Brinks. Vom Ornament zur Linie.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Der frühe Insel-Verlag 1899 bis 1924. Ein Beitrag zur Buchästhetik im frühen 20. Jahrhundert. Laubach und Berlin, Triton 2000. Mit zahlreichen, meist farbigen, Abbildungen und Tafeln. Originalleinenband und -mappe im Schuber.

Wichtige Monographie zu dem die deutsche Buchkunst der Moderne prägendsten Verlag. – Mit Beiträgen von Susanne Buchinger, Marcus Haucke, Kurt Ifkovits, Renate Müller-Krumbach, Theo Neteler, Lindsay Newman, Gerhard Schuster, Juergen Seuss, Barbara Stark, Roland Stark , Klaus Weber und dem Herausgeber. – Neben den zahlreichen, meist farbigen Abbildungen und Tafeln mit 20, in einer Mappe lose beigegebenen, Faksimiledrucken von Originalvorsatzpapieren und Prospekten des Insel-Verlages. – Tadellos.

30 : 24 cm. 391, [5] Seiten, 21 Tafeln.

324  John Dieter Brinks. Das Buch als Kunstwerk. Die Cranach Presse des Grafen Harry Kessler.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Laubach und Berlin, Triton 2003. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit Schuber.

Eins von 800 Exemplaren der ersten Ausgabe. – Neben der Bibliographie von Renate Müller-Krumbach das Standardwerk zu einer der bedeutendsten deutschen Pressen des 20. Jahrhunderts. – Mit Beiträgen von Renate Müller-Krumbach, Anne Hyde Greet, Lindsay Newman, Thomas Föhl und Gunnar A. Kaldewey. – Mit einem Katalog der Presse sowie zahlreichen Abbildungen von Einband- und Druckvarianten. – Tadellos.

30 : 24 cm. 453, [3] Seiten.

325  John Dieter Brinks. Denkmal des Geistes. Die Buchkunst Henry van de Veldes.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Laubach und Berlin, Triton 2007. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit Schuber.

Erste Ausgabe. – Das Standardwerk zum buchkünstlerischen Schaffen van de Veldes. – Mit Dokumentationsmaterial und einem illustrierten Katalog. – Tadellos.

30 : 24 cm. 460, [4] Seiten.

326  Gerhart Söhn. Handbuch der Original-Graphik

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 400

in deutschen Zeitschriften, Mappenwerken, Kunstbüchern und Katalogen (HDO) 1890–1933. Band I [–] VII [und] Registerband. Düsseldorf, Edition GS 1989–1998. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

Eins von 450 Exemplaren. – Komplette Reihe des in kleiner Auflage erschienenen, unverzichtbaren Standardwerkes mit Registerband und Korrekturzetteln.

28 : 21 cm. – Rücken leicht verblasst, ansonsten tadellos.

327  Albert Haemmerle. Buntpapier.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Herkommen, Geschichte, Techniken, Beziehungen zur Kunst. Unter Mitarbeit von Olga Hirsch. München, Callwey 1961. Mit 18 montierten farbigen Papiermustern und 155 Abbildungen sowie Ansichten und Porträts. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe des Standardwerkes. – Wer wissen will, wie man Stein-Marmorpapier und Kamm-Marmorpapier unterscheidet, was Brokatpapier, Bronzefirnis und Kattunpapier bedeutet und wann welche Holzmodel verwendet wurden, kann auf den »Haemmerle« nicht verzichten. – Erschienen anlässlich des 150. Jubiläums der Aschaffenburger Buntpapierfabrik, deren Firmengeschichte im Anhang gewürdigt wird.

28 : 25 cm. 195, [1], 24 Seiten, 19 Tafeln.

328  Jürgen Holstein. Blickfang.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Bucheinbände und Schutzumschläge Berliner Verlage 1919–1933. 1000 Beispiele, illustriert und dokumentiert. Berlin, Jürgen Holstein 2005. Originalleinenband mit geprägten Titeln und illustriertem -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – In kleiner Auflage erschienen. – Hervorragend gestaltetes, umfangreiches Werk, das sich dem Thema der Umschlaggestaltung erstmals in dieser Ausführlichkeit widmet. Für Jürgen Holsteins »Blickfang« gilt, »was Hermann Kafka seinem Sohn Franz zurief, als dieser ihm seine erste Publikation mitbrachte. ›Leg’s auf den Nachttisch!‹ Denn man kann ein solches Buch nicht einfach lesen und dann beiseite legen. Es ist eine ständige Verlockung, auf der Landkarte der zwanziger Jahre herumzuwandern« (Christoph Stölzl im Vorwort).

28 : 26 cm. 517, [3] Seiten.

329  Faksimile – Early English Manuscripts in Facsimile.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 4600

Volume I – VII und IX–XXI. Kopenhagen, Rosenkilde and Bagger 1951–1983. Mit unzähligen Abbildungen (pro Band ca. 200 teils farbigen Lichtdrucktafeln). 19 Halblederbände mit blindgeprägten Rücken und Buntpapierbezügen, ein weißer Lederband, alle Originalbroschurumschläge eingebunden.

Umfangreiche Folge, aufwändig gebunden; nicht nur inhaltsreich sondern ebenso dekorativ. – Die faksimilierten Handschriften spiegeln die Kultur und Wissenschaften der damaligen Zeit und geben einen umfassenden Einblick in Lyrik und Prosa, Theologie, Medizin und Geschichte der englischen Frühzeit. Dies war nicht das erste Mal, dass Pläne in Dänemark für die Veröffentlichung der frühen englischen Manuskripte entwickelt wurden, bereits vor mehr als hundert Jahren stellte sich der dänische Gelehrte N. F. S. Grundtvig dieser Aufgabe. Er war der Auffassung, dass die Entwicklung der modernen zivilisierten Welt niemals ohne Kenntnis der Kultur und Wissenschaft der Angelsachsen erklärt werden könne. Die Idee für die vorliegende Reihe von Reproduktionen Englands wichtigster Manuskripte entstand während des Zweiten Weltkriegs, als viele Bibliotheken zerstört wurden. Inhalt: – I. The Thorkelin Transcripts of Beowulf. – II. The Leningrad Bede: An Eighth-Century Manuscript of the Venerable Bede’s Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum in the Public Library, Leningrad. – III. The Tollemach Orosius: British Museum Additional Manuscript 47967. – IV. The Peterborough Chronicle: The Bodleian Manuscript Laud Misc. 636. – V. Bald’s Leechbook: British Museum Royal Manuscript 12D. XVII. – VI. The Pastoral Care: King Alfred’s Translation of St. Gregory’s Regula Pastoralis. MS Hatton 20 in the Bodleian Library at Oxford, MS Cotton Tiberius B. XI in the British Museum, MS Anhang 19 in the Landesbibliotek at Kassel. – VII. Textus Roffensis: Rochester Cathedral Library Manuscript A.3.5. Part I. – IX. The Moore Bede: An Eighth-Century Manuscript of the Venerable Bede’s Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum in Cambridge University Library Kk.5.16. – X. The Bickling Homilies. – XI. Textus Roffensis: Rochester Cathedral Library Manuscript A.3.5. Part II. – XII. The Nowell Codex: British Museum Cotton Vitellius A. XV, Second MS. – XIII. Ælfric’s First Series of Catholic Homilies: British Museum Royal 7 C. XII. Fols. 4-218. – XIV. The Vespasian Psalter. – XV. The Rule of St. Benedict: Oxford Bodleian Library Hatton 48. – XVI. The Durham Ritual: A Southern English Collectar of the Tenth Century with Northumbrian Additions: Durham Cathedral Library MS A. V 19. – XVII. A Wulfstan Manuscript Containing Institutes, Laws and Homilies: British Museum Cotton Nero A. I. – XVIII. The Old English Illustrated Hexateuch: British Museum Cotton Claudius B. IV. – XIX. The Vercelli Book: A Late Tenth-Century Manuscript Containing Prose and Verse: Vercelli Biblioteca Capitolare CXVII. – XX. The Durham Gospels Together with Fragments of a Gospel Book in Uncial: Durham Cathedral Library Manuscript A. II 17. – XXI. An Eleventh-Century Anglo-Saxon Illustrated Miscellany: British Library Cotton Tiberius B. V, Part I, Together with Leaves from British Library Cotton Nero D. II. – Bis 2002 erschienen weitere acht Bände. – Bände X und XIV zusammen in einem, abweichend gestalteten Einband.

Verschiedene Formate. – Tadellos erhalten.

330  Faksimile – Das Lorscher Evangeliar.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Faksimile mit Begleitheft. Herausgegeben von Wolfgang Braunfels. München, Prestel 1967. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Zusammen mit Originalbroschur in -halbleinenschuber.

Unnummeriertes Exemplar der deutschen Ausgabe (Gesamtauflage 900). – Das Faksimile entstand nach den beiden Teilen der Handschrift aus der Bibliotheca Documentara Batthyaneum (Rumänien) und der Bibliotheca Apostolica Vaticana. – Der umfangreiche Codex entstand bereits im frühen 9. Jahrhundert. Später gelangte sie in den Besitz der Heidelberger »Palatina« und mit deren Beständen im Dreißigjährigen Krieg in die Vatikanische Bibliothek. Erst im 18. Jahrhundert wurden die bereits seit 1479 in zwei Bänden gebundenen Teile auch räumlich getrennt. – Die insgesamt etwa 480 Faksimileseiten wurden teils im Sechsfarbdruck mit Gold und teils einfarbig gedruckt.

38 : 27 cm. [2], 111, 128 (paginiert 126), [2] Blätter.

331  Faksimile – Vaticinia Pontificum.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Cod. Vat. Ross. 374. Milano, Jaca Book 1985/1987. Faksimile und Kommentarband. Originallederband mit reicher Vergoldung und Originalleinenband, zusammen in Orginalleinenkassette.

Faksimile der 30 Weissagungen über die Päpste mit 30 illuminierten Miniaturen. – Italienischsprachiger Kommentarband mit Texten von Robert E. Lerner, Robert Moynihan und Maria Grazia C. D. dal Pogetto. – Die Handschrift der Vatikanischen Bibliothek in Rom entstand im 15. Jahrhundert in Venedig und beruht auf den 15 Prophezeiungen des Gioacchino da Fiore (ca. 1130–1202), Theologe, Abt und Ordensgründer aus Kalabrien. Vermutlich Mitte des 14. Jahrhunderts wurden sie um weitere 15 ergänzt. – Der Faksimileband wurde bereits 1985 für die deutsche Ausgabe bei Belser gedruckt.

21 : 15 cm. 16, [2] Blätter.

332  Faksimile – Die Wenzelsbibel.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 2700

Codices Vindobonenses 2759–2764 der Österreichischen Nationalbibliothek Wien. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1981–1998. Acht Vollfaksimilebände und ein Dokumentenband, diese neun in Originalhalbleder, und zwei Kommentarbände in Originalleinenbindung.

Codices selecti, LXX/1–9. – Eins von 780 Exemplaren, weitere 30 gelangten nicht in den Handel. – Vollständige Ausgabe der prachtvollen Edition. – Die in Prag entstandene Bibel des Königs Wenzel gilt als Höhepunkt der Buchmalerei des 14. Jahrhunderts und zugleich als wichtigste während seiner Regentschaft entstandene Handschrift. Der Text ist eine der ältesten deutschen Übersetzungen des Alten Testaments. – Die acht Bände mit den Faksimiles der etwa 650 farbig illustrierten und mit Vergoldung verzierten Seiten der Handschrift im Originalformat, im »Dokumentenband« die mehr als 600 unillustrierten Seiten in verkleinertem Format. – Die Faksimilebände waren 1991 abgeschlossen, die Herausgabe dauerte also in etwa so lange wie die Entstehung der originalen Handschrift (ca. 1390-1400). – Mit beiden Erläuterungs- bzw. Kommentarbänden und beiden Beiwerken (Julius von Schlosser. Die Bilderhandschriften Königs Wenzel I. Graz 1981. Nachdruck der Ausgabe von 1893 und Thomas/Schmidt. Die Bibel des Königs Wenzel. 1989). – Makelloses Exemplar der Halblederausgabe in den Originalschubern. – »Die immer nur erahnte Pracht der Handschrift kann durch diese Faksimile-Ausgabe umfassend dargelegt werden.« (Verlagswerbung).

55 : 38 cm (Faksimilebände) bzw. 32 : 22 cm (Kommentarbände).

333  Faksimile – Worms Mahzor.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

MS. Jewish National and University Library Heb. 4° 781/1 Vaduz, Cyelar Establishment 1985. Faksimile und Kommentarband. Originallederband mit Metallbeschlägen, Originalhalblederband und zwei lose Tafeln in Originalhalblederchemise. Zusammen in Originalleinenkassette.

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Faksimile in Originalgröße auf 225 beidseitig bedruckten Tafeln. – Der Wormser Mahzor wurde im Jahre 1272 von Rabbinern am Rhein produziert und von den Kantoren von Worms für mehr als 650 Jahre als ihr »offizielles« Festivalgebetsbuch verwendet. Er gehört zu den ältesten bekannten Gebetsbüchern, die für den ashkenazischen Ritus geschrieben wurden – ein bedeutendes Zeugnis der jüdischen Buchmalerei im Mittelalter. Während die frühen Manuskripte dieser Art nur spärlich illustriert wurden, entwickelt der Mahzor von Worms ein ganz besonderes Dekorationsmuster. Ein Mahzor (hebräisch: Zyklus) enthält die Gebete für den liturgischen Gebrauch im Zyklus der besonderen jüdischen Feiertage. Die illuminierten Szenen spiegeln das Leben und die Riten der ashkenasischen Gemeinschaft dieser Zeit wider. – Tadellos.

42 : 32 cm. 225 Blätter,; 2 Tafeln.