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Cranach-Presse | Hesse-Auktionen
Cranach-Presse

623  Cranach-Presse – Vergil. Eclogen. – Anmerkungen zur Druckgeschichte und Inhaltsverzeichnis.

€ 2000

Einzeldruck auf Pergament. 1926. Zweiseitig bedrucktes Blatt. 32 : 24 cm.

Prominentes Beispiel für die Druckkunst der Cranach Presse und Harry Graf Kesslers Vorstellungen einer perfekten typographischen Umsetzung ihm wichtiger Inhalte: Im ausführlichen Text, sicher einem der längsten Druckvermerke überhaupt, nennt er alle an dem »Jahrhundertbuch« beteiligten Künstler, Schriftschneider und -gießer sowie Papiermacher, erläutert deren Vorlagen und erwähnt zum Schluss die lange Entstehungszeit seines Vergil-Buches von Frühjahr 1914 bis April 1926. Der perfekte Blocksatz erforderte sowohl typographische Meisterleistungen als auch redaktionelle Eingriffe. – Rückseitig das Inhaltsverzeichnis der zehn Eclogen. – Es erschienen, neben den Bütten-Exemplaren zumindest acht Exemplare auf Pergament, das vorliegende Blatt stammt wohl aus dem unvollständigen und vor vielen Jahren aufgelösten Exemplar »B«. – Auf besonders weißem und starkem Pergament gedruckt, bildet das Blatt ein durchaus eigenständiges Kunstwerk. – Tadellos erhalten.

624  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Vier monogrammierte Holzschnitte zu »Hamlet«.

€ 1000

Weimar um 1926/1930.

I. Soldier with Shield. Act I, Scene 1. – II. Hamlet with Certain. Act I, Scene 2. – III. Rosencrantz and Guildenstern. Act II, Scene 2. – IV. Hamlet in Sea-Gown. Act V, Scene 2. – Auf gelbem Japanpapier. – Edward Gordon Craig (1872–1966) war zunächst als Schauspieler und Regisseur tätig, bevor er sich der Bühnenbildnerei, Kostümentwürfen und Graphik zuwandte. 1912 arbeitete er mit Stanislawski in Moskau an dessen Hamlet-Inszenierung, seiner letzen praktischen Arbeit. Seine ausdrucksstarken figürlichen Holzschnitte waren, neben der von Harry Graf Kessler gestalteten Typographie, das entscheidende Moment für die Entstehung eines der bedeutendsten Bücher des 20. Jahrhunderts. – Die insgesamt 50 Vorzugsexemplare der deutschen und englischen Ausgabe auf Pergament bzw. Japan enthielten Extrasuiten der Holzschnitte. – Dazu: Court Scene, Act I, Scene 2. Holzschnitt auf Pergament. Um 1926/1930. Linker Rand leicht fleckig und geknittert. – Erster Prospekt zur deutschen Ausgabe des »Hamlet«: Einblattdruck in Rot und Schwarz auf Bütten. Mit Initiale von Maillol, dem Craig-Holzschnitt »Der Wächter« und Preisangaben.

Ca. 36 : 24 cm (Blattformate).

625  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Vier monogrammierte Holzschnitte zu »Hamlet«.

€ 800

Weimar um 1926/1930.

I. King sleeping. Act III, Scene 2. – II. King Claudius. Act IV, Scene 1. – III. Hamlet with Skull (»To be, or not to be, this is the question«). Act V, Scene 1. – IV. A Lord. Act V, Scene 2. – Auf gelbem Japanpapier.

Ca. 36 : 24 cm (Blattformate).

626  Cranach Presse – Probedrucke für vier nicht mehr realisierte Buchprojekte Harry Graf Kesslers.

€ 1800

Weimar 1930.

I. Titus Petronius Arbiter Satyricon. Holzschnitte von Marcus Behmer. Doppelblatt mit dem Text in Latein, gesetzt aus der Johnston-Kursiv, und zwei Holzschnitten, gedruckt in Rot und mit Gold gehöht. Die Kolumnentitel in Blau gedruckt. Maillol-Kessler-Bütten. 26 : 26 cm. Das bei Brinks abgebildete Exemplar. – II. Voltaire, La princesse de Babylone. Holzschnitte von Mariano Andreú. – Doppelblatt mit dem französischen Text, gesetzt aus der Johnston-Kursiv und der Jenson-Antiqua, und einem Holzschnitt. Kolumnentitel in Rot gedruckt. Maillol-Kessler-Bütten. 26,3 : 32,8 cm. Das bei Brinks abgebildete Blatt. – III. Q. Horatius Flaccus. Carmina et Sapphica. Holzschnitte von Aristide Maillol. Drei Seiten, davon zwei auf einem Doppelblatt, mit dem lateinischen Text, gesetzt aus der Johnston-Kursiv, und einem Holzschnitt. Jeweils der Beginn des dritten bzw. vierten Buchs, paginiert 5/6 (noch ohne Holzschnitt) und 7 (mit einem Holzschnitt). Zwei unterschiedliche Büttenpapiere. 17,5 : 11 cm (geschlossen). Kessler plante drei Ausgaben: Jeweils mit lateinischem Text und den Übersetzungen in Deutsch (von R. A. Schröder), Englisch und Französisch. Bei Brinks das Einzelblatt abgebildet. – IV. Longus, Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe. Übersetzt von Ludwig Wolde. Holzschnitte von Renée Sintenis. – Ein Blatt mit Text aus dem ersten Buch. Kolumnentitel in Rot gedruckt. Auf Bütten. Mit ausradierten Anmerkungen und dem Namenszug von Max Goertz, dem Geschäftsführer der Cranach Presse. Der Probesatz mit 24 Zeilen pro Seite; Kessler schwankte zwischen 33 oder 22 Zeilen. Das Buch erschien 1935 im Verlag Dr. Ernst Hauswedell. – Dieter Brinks nennt in seiner Monographie zur Cranach Presse ein knappes Dutzend geplanter, aber nicht mehr realisierter Buchprojekte Kesslers, von denen sich nur in Einzelfällen Probedrucke erhalten haben. – Dazu: Rilke. Duineser Elegien. Translated by V. and E. Sackville-West. 1929. – Probedruck von vier Seiten (76/77/80/81) auf einem zweifach gefalzten, einseitig bedruckten Bogen, mit zwei ornamentierten Initialen von Eric Gill. Maillol-Kessler-Bütten. 25 : 15 cm. – Die Erkrankung Kesslers im Winter 1930/31 verhinderte eine Fortsetzung der konzipierten Bücher. Zwar wurden im Sommer 1931 noch fünf fertiggestellte Editionen der Presse ausgeliefert, aber bereits ab August erfolgten Entlassungen und am 31. Oktober 1931 schloss eine der bedeutendsten deutschen Privatpressen.

Brinks 96, 98, 99 und 102 sowie 87

627  Harry Graf Kessler. Notizen über Mexico.

€ 200

Berlin, F. Fontane 1898. Mit drei Heliogravüren nach Fotografien, einem zweifarbig lithographierten Titel und Buchschmuck nach mexikanischen Mustern. Originalpappband mit Deckelsignet und Rückentitel in Goldprägung.

Erste Ausgabe von Kesslers erster literarischer Veröffentlichung, seinem äußerst erfolgreichen Reisebericht. – Das Titelblatt entwarf Georg Lemmen, der schon ein Jahr später für die Zeitschrift »Die Insel« arbeitete. Kessler zuliebe übernahm Kippenberg Restbestände dieser ersten und einer zweiten Auflage (Berlin, Egon Fleischel 1903) in den Insel Verlag und lieferte sie umgebunden mit dem Insel-Signet auf dem Vorderdeckel aus, noch bevor 1921 eine eigene Nachauflage gedruckt wurde. – Angesichts des heutigen Massentourismus zitieren wir aus Kesslers Einleitung: »Unsere Zeit ist möglicherweise die letzte gewesen, zu der man noch reisen konnte; schon wir kommen kaum noch aus unserer Zivilisation hinaus; das Bild bleibt sich von Weltteil zu Weltteil erstaunlich gleich.«.

21,8 : 14,5 cm. [10], 195, [1] Seiten, 3 Tafeln. – Rücken etwas aufgehellt und mit kleinem Fleck.

Brinks 2. – Sarkowski 903