ChristianHesse

Die Moderne beginnt | Hesse-Auktionen
Die Moderne beginnt

250  Alfons Mucha – Svatopluk Cech. Adamité.

€ 500

(tschechisch: Die Adamiten). Illustroval Alfons Mucha. Prag, F. Simacek 1897. Mit zwei Doppeltafeln und zahlreichen Illustrationen, davon 14 blattgroß, zwei Initialen und einer Vignette, alle von Alfons Mucha. Weißer Originalleinenband mit reicher Blind- und Goldprägung und Messing-Eckbeschlägen.

Erste Ausgabe. – Mit Autotypien und Holzstichen nach Muchas Gemälden und Zeichnungen zu Cechs alttestamentarischem Versdrama. – Schönes Exemplar in historisierendem Originaleinband.

26,2 : 18.0 cm. [4], 124, [4] Seiten, 2 Doppeltafeln. – Hinterdeckel angestaubt. Kapitale minimal bestoßen.

Mucha-Katalog Darmstadt S. 401. – Thieme/Becker XXV, 210

251  Alfons Mucha – Mistr Jan Hus na koncilu Kostnickém.

€ 250

Jeho vyslech, odsouzeni a upálení dne 6. Cervence 1415. (tschechisch: Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil. Sein Verhör, Verurteilung und Verbrennung am 6. Juli 1415). Prag, J. Otto 1902. Mit fünf Tafeln nach Alfons Mucha und zahlreichen Textabbildungen nach Zeichnungen von Jan Dedina. Blauer Originalleinenband mit vergoldeten Titeln.

Erste Ausgabe. – Erschienen auf Kosten der beiden Künstler. – Im Stil der Jahrhundertwende und mit durchaus religiös-verklärenden Momenten illustriert.

33,5 : 24,0 cm. 87, [1] Seiten, 5 Tafeln. – Minimal bestoßen. – Innengelenke geplatzt. Titel etwas stockfleckig.

252  Auguste Rodin – Léon Maillard. Auguste Rodin.

€ 200

Statuaire. Paris, H. Floury 1899. Mit zwei Radierungen und zahlreichen Abbildungen im Text und auf Tafeln. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erschien in der Reihe »Études sur quelques Artistes originaux«. – Mit einer Kaltnadelradierung von Rodin (Porträt Antonin Proust; gedruckt in Rötel) und der Radierung »Buste de Rodin« von Courtry. – Der Originalbroschurumschlag eingebunden.

26,4 : 21,0 cm. IV, [6], 158, 20 Tafeln, 2 Radierungen.

253  Charles Baudelaire – Armand Godoy. Stèle pour Charles Baudelaire.

€ 250

Paris, Ronald Davis 1926. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren auf Holländischem Bütten (Gesamtauflage 212). – Vortitelblatt mit eigenhändiger Widmung des Dichters für Jules Donzel (wohl der Maler und spätere Redakteur der »Correspondence Havas«, der unter anderem auch Artikel zu Nietzsche veröffentlichte. – Armand Godoy (1880–1964) wurde in Havanna geboren und wanderte aus Bewunderung für Baudelaire und seine Dichtungen nach Frankreich aus. Er trug eine beeindruckende Sammlung von Büchern, Manuskripten, Bildnissen und Skulpturen Baudelaires zusammen. – Sehr selten.

25,3 : 19,5 cm. [4], 14, [6] Seiten. – Umschlag angestaubt.

254  William Butler Yeats – A Book of Images.

€ 200

Drawn by William T. Horton & introduced by W[illiam] B[utler] Yeats. London, Unicorn Press 1898. Mit 23 blattgroßen Illustrationen nach Zeichnungen. Gelber Originalleinenband mit schwarzer Deckelillustration.

Seltene Originalausgabe. – Unicorn Quartos, Number 2. – In der Einleitung befasst sich Yeats mit der symbolistischen Kunst in England und dem Werk seines Freundes Horton, der neben Aubrey Beardsley zu den wichtigsten Beiträgern der Zeitschrift »The Savoy« zählte. – Beigabe: Wheels 1917 [und] 1918. Oxford [1916 und 1917]. Illustrierte Originalhalbleinenbände. Jahrgänge 2 und 3 von insgesamt sechs, herausgegeben von Edith Sitwell. Mit Beiträgen von Aldous Huxley, Osbert und Sacheverell Sitwell, Arnold James u. a. – Selten.

22,2 : 17,5 cm. 61, [3] Seiten. – Minimal angestaubt und leicht bestoßen.

255  W[illiam] B[utler] Yeats. The Shadowy Waters.

€ 400

London, Hodder and Stoughton 1900. Dunkelblauer Originalleinenband; Deckelvignetten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe, sehr selten. – Gedruckt von T. und A. Constable auf der Edinburgh University Press. – Die erste Fassung des Einakters in Vers und Prosa. »Das Drama zählt zum Frühwerk Yeats’ und gilt als der klarste Ausdruck der romantisch-ästhetisierenden Tendenzen dieser Periode des Dichters. Die Uraufführung fand 1904 in Dublin statt, eine einschneidend überarbeitete Fassung folgte 1906/07. – Besonders das okkulte Element, »das in der ursprünglichen Fassung stark vertreten war, tilgte Yeats in einer einschneidenden Revision weitgehend …« (KNLL). – Dazu: T. S. Eliot. The Dry Salvages. – Little Gidding. London, Faber and Faber 1941 und 1942. Originalbroschuren. Erste Ausgaben.

24,5 : 17,5 cm. 57, [3] Seiten. – Deckel am Oberrand mit Feuchtigskeitsspuren. Leicht bestoßen. – Vorsätze stockfleckig. – Zeitgenössischer Besitzvermerk.

KNLL XVII, 937

256  Gabriele d’Annunzio. Gesänge

€ 500

in Nachdichtung von Else Schenkl mit Buchschmuck E. M. Lilien. Berlin und Leipzig, Schuster & Löffler 1904. Mit einem Porträt d’Annunzios, einem Frontispiz und ornamentalem Buchschmuck. Originalpappband mit Deckelillustration und Kopfgoldschnitt.

Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe auf echt Japan (Gesamtauflage 375). – Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzerin signiert. – Druck in Rot und Schwarz. – Gabriele d’Annunzio (1863–1938), Dichter des Fin de Siècle und spätromantischer Vertreter des Symbolismus, debütierte schon als 16jähriger Gymnasiast als Lyriker. Als dichtender Patriot mit großen Sympathien für Mussolini, entschlossener Krieger und empfindsamer Über-Ästhet wird d’Annunzio heute noch von vielen Italienern verehrt. – Ephraim Moses Lilien (1874–1925) wurde vor allem durch seine ornamentalen grafischen Arbeiten im Jugendstil und seine Exlibris bekannt. Nach dem Studium an der Kunstschule in Krakau ging er 1894 nach München und 1899 nach Berlin, wo er sich nach Jahren der Not erfolgreich als Werbegrafiker etablierte und in den Kreisen der Bohème verkehrte.

25,4 : 16,8 cm. 107, [5] Seiten. – Ränder und Rücken leicht verblasst.

Hofstätter 144 (mit Abbildung)

257  Melchior Lechter – Karl Wolfskehl. Ulais.

€ 300

Berlin, Verlag der Blätter für die Kunst 1897. Originalbroschur, Vorderumschlag mit Illustration von Melchior Lechter.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 200 Exemplaren auf gelblichem Bütten (Gesamtauflage 207). – Die frühe buchkünstlerische Arbeit steht in ihrer dekorativen Symbolik vollgültig neben Lechters Einbandzeichnungen für Stefan Georges »Das Jahr der Seele«, das im gleichen Jahr erschien. – Schönes unbeschnittenes Exemplar mit dem empfindlichen Japanumschlag.

20,0 : 16,8 cm. 78, [2] Seiten. – Die erste und letzte Seite leicht stockfleckig.

Raub A 10. – Landmann 82

258  Stefan George – Johann Anton. Dichtungen.

€ 200 ( R7 )

Berlin, Blätter für die Kunst 1935. Mit einer Porträtfotografie. Hellgrauer Originalpappband mit Deckelvignette.

Eins von 300 Exemplaren. – Gesetzt aus der George-Schrift und gedruckt auf Bütten bei Otto von Holten, Berlin. – Johann Anton (1900–1931) zählte in den 1920er Jahren neben Max Kommerell zu Georges engsten Vertrauten. Max Kommerell erhielt von George den Übernamen »Maxim«, Anton wurde »Prinz«. – Kommerell wurde von George der Kontakt zu seinen Anhängern untersagt – Anton fühlte sich zwischen Freund und »Meister« hin- und hergerissen. Am 29. Geburtstag von Kommerell beging Johann Anton Selbstmord. – Dazu: Melchior Lechter. Zum Gedächtnis Stefan Georges. Berlin, Georg Bondi 1934. Originalhalbleinenband. – Melchior Lechter. Vierte große Sonder-Ausstellung in der Galerie Gurlitt mit einem Gedächtnis-Raum für den Dichter Stefan George. Berlin 1934. Originalbroschur. – Die Typographie und Gestaltung beider Werke übernahm Melchior Lechter, der auch den Druck bei Otto von Holten überwachte. – 1934 starb Stefan George. Der Gurlitt-Katalog mit einem Vorwort von Frommel verzeichnet allein 14 Originalhandschriften des Dichters.

27,0 : 21,8 cm. 79, [1] Seiten, 1 Fotografie. – Die Fotografie wie meist mit Abklatsch der Titelschrift. – Titelblatt der ersten Beigabe mit kleinen Tintenflecken.

Landmann 1245 sowie 1109 und 1110. – Beigaben: Raub A 125 und A 127

259  Stefan George – Hugo von Hofmannsthal. Ausgewaehlte Gedichte.

€ 200

Berlin, Verlag der Blätter für die Kunst 1903. Mit einem Titelbild von Ludwig von Hofmann. Gelber Originalpappband.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 300 Exemplaren, »alle in gleicher Ausstattung«, auf festem Bütten, gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Die Beziehung der beiden Dichter war in den ersten Jahren schwerwiegenden Erschütterungen ausgesetzt: Zunächst lehnte Hofmannsthal das Werben Georges als zu vereinnahmend und dessen Angebot, die Leitung der Zeitschrift »Blätter für die Kunst« zu übernehmen, ab. Erst 1897 veröffentlichte er wieder in Georges Zeitschrift, 1903 folgt dann mit »Ausgewählte Gedichte« die erste eigenständige Veröffentlichung des Dichters in Georges Verlag. – Dazu: Stefan George. Der Krieg. Dichtung. Berlin, Georg Bondi 1917. Gelbe Originalbroschur. Erste Ausgabe. Auf Japanbütten. Mit Besitzvermerk von Erika Schwartzkopff-Wolters, der Ehefrau von Friedrich Wolters, und dessen Exlibris. – Zwei Beigaben.

22,7 : 17,5 cm. 38, [6] Seiten. – Etwas bestoßen und fleckig.

Landmann 204 und 114. – Houghton Library Catalogue 73

260  Marcus Behmer – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

€ 450

Deutsche Übertragung von Ernst Hardt. Zeichnungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1904. Mit zehn Tafeln und Buchschmuck nach Zeichnungen. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (A. Köllner Buchbinderei Leipzig). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten, die Illustrationen als Zinkographien auf Japan. – Behmer entwarf auch die große Deckelvignette und die braun-gold gedruckten Vorsatzpapiere. – Nach Oscar Wildes »Salome« die zweite umfangreiche und selbständige buchillustratorische Arbeit des damals gerade 25jährigen Behmer.

21,9 : 18,0 cm. [14], 91, [5] Seiten. 10 Tafeln. – Einband etwas, Buchschnitt leicht stockfleckig.

Haucke 5. – Sarkowski 86. – Schauer II, 45. – Fromm 1533

261  Marcus Behmer – Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Der Erste Beernhäuter.

€ 400

Nicht ohne sonderbare darunter verborgene Lehrreiche Geheimniß, sowol allen denen, die so zu schelten pflegen und sich so schelten lassen, als auch sonst jedermann […] andern zum Exempel vorgestellet von Illiterato Ignorantio, zugenannt Idiota. Berlin, Brandus 1919. Mit fünf blattgroßen Radierungen und einer radierten Initiale von Marcus Behmer. – Dunkelvioletter Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und marmorierten Japanbuntpapierdeckelbezügen und -vorsätzen.

Siebter Nibelungendruck. – Eins von 200 Exemplaren im Halbledereinband (Gesamtauflage 320). – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Druck des Textes bei Otto von Holten, Druck der Radierungen bei A. Ruckenbrod, beide Berlin. – Auf Nürnberger Bütten. – Von Marcus Behmer stammen die fünf blattgroßen Radierungen, die in Schwarz mit grauer Tonplatte gedruckt wurden, die große Initiale in Rötel, die Titelzeilen in Holzschnitt sowie die gesamte Typographie einschließlich des berühmten Bären-Zwischenstücks. – »Das beste meiner Bücher […] weil da alles zueinander paßt […] Bärenhäuter ulkig, Kontrast von gewollter Zierlichkeit und burschikoser Aufschneiderei […] so sollten die Illustrationen wirken« (Marcus Behmer an Gottfried Laske, seinen großen Förderer; zitiert nach Ausstellungskatalog Marcus Haucke, Berlin 2001).

19,0 : 12,0 cm. 28, [4] Seiten. – Rücken verblasst. Leder an den Ecken und Kanten berieben und mit kleinen Fehlstellen.

Haucke 33. – Œuvre gravé B. 256, 259–263. – Halbey 7. – Rodenberg 445, 7. – Schauer II, 44 (Abbildung)

262  Marcus Behmer – Probe der hebräischen Bibel.

€ 300

Schrift und Initialen von Marcus Behmer. Berlin, Soncino-Gesellschaft 1929. Mit einer großen ornamentierten Initiale. Lose Doppelblätter.

Eins von 800 Exemplaren. – Auf van Gelder-Bütten. – Gedruckt auf der Handpresse der Officina Serpentis, gesetzt aus deren Gotischer Type und der Hebräisch von Marcus Behmer. – Mit den Geleitworten von Arnold Zweig und Martin Buber sowie einem Text des Verlages zur geplanten Edition. 1930–1933 wurde zunächst das Pentateuch in einer Auflage von 856 Exemplaren gedruckt (vgl. Horodisch 13). Eine Fortsetzung erlebte das Projekt nach 1933 aus bekannten Gründen nicht mehr.

39,8 : 25,8 cm. [8] Seiten. – Äußere Seiten gebräunt.

Backe/Köppen 134. – Rodenberg 519. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 202. – Horodisch, Soncino 29

263  Der Amethyst.

€ 500

Blätter für seltsame Litteratur und Kunst. Herausgegeben von Franz Blei. Heft 1[–]11/12 [in einem Band]. Wien, C. W. Stern Dezember 1905 – November 1906. Mit 18 Tafeln. Dunkelroter Halbmaroquinband mit marmorierten Deckelbezügen. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe, vollständige Folge aller erschienenen Hefte der erotisch-literarischen Zeitschrift. – Eins von 800 Exemplaren. – Auf chamoisfarbenem Bütten, die Tafeln auf Kunstdruckpapier. – Die Tafeln mit erotischen Zeichnungen von Thomas Theodor Heine, Marcus Behmer (unter seinem Pseudonym Maurice Besnaux), Aubrey Beardsley, Alfred Kubin, Karl Hofer, Willi Geiger, Felicien Rops, Franz von Bayros und anderen. – Als Publikation der Östereichischen Bibliophilen herausgegeben und nur für Subskribenten, nicht für den Handel, erschienen. – Hugo Hayn bezeichnete das Werk schon 1912 als »vergriffen«. »Es ist zu einer wahren Seltenheit geworden« (Stern-Szana). – 1907 erschien als Fortsetzung »Die Opale« (siehe die folgende KatNr). – Mit allen Originalumschlägen, dem Haupttitel, Druckvermerk und dem Gesamtinhaltsverzeichnis. – Tadellos schönes Exemplar.

23,3 : 18,5 cm. VIII, 402 Seiten, 18 Tafeln, 20 Anzeigenseiten. – Vorsatzblatt mit kleinem Monogrammstempel »N · K 1921 NB · A« (Buchbinder?).

Hayn/Gotendorf I, 69. – Stern-Szana 54. – Raabe, Zeitschriften 17. – Dietzel/Hügel 106

264  Die Opale.

€ 800

Blätter für Kunst & Literatur. Herausgegeben von Franz Blei. Erster [und] Zweiter Halbband. Erster [bis] Vierter Teil. Leipzig, Julius Zeitler 1907. Mit vier Holzschnitten, davon einer farbig, und 21 teils farbigen Tafeln. Originalpergamentbände mit blindgeprägter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel.

Vollständige Ausgabe der nur in einem Jahrgang erschienenen Luxuszeitschrift, die die Fortführung des »Amethyst« bildete. – Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 890, gedruckt nur für Subskribenten). – Enthält Holzschnitte von G. Laboureur, E. R. Weiss und J. Höxter sowie Tafeln nach Aubrey Beardsley, Marcus Behmer, Karl Walser, Willy Geiger, C. Somoff, K. Hofer und anderen. – Mit Texten »durchweg erotischen (z.T. fragwürdigen) Charakters« (Schlawe I, 66) von Robert Walser, E. T. A. Hoffmann, Max Brod, Oscar Wilde und anderen. Es handelt sich vielfach um Erstdrucke.

24,7 : 18,7 cm. [4], 216, [4] Seiten; [4], 216, [2] Seiten, 4 Holzschnitte, 21 Tafeln. – Die Einbände leicht verzogen, angestaubt und minimal verfärbt.

Hayn/Gotendorf V, 475. – Dietzel/Hügel 2330. – Diesch 2791. – Söhn HDOG 347/348

265  Das Neue Pathos.

€ 400

Fünftes und sechstes Heft [in einem Band]. Berlin 1913. Mit je einem Holzschnitt von Erich Heckel und Walter Bötticher, je einer Lithographie von Waldemar Rösler und Karl Krebs, einer Radierung und einem Linolschnitt von Jakob Steinhardt. Halbpergamentband mit Rückenschild.

Jahrgang I, Band 4. – Eins von 100 Exemplaren, als Privatdruck herausgegeben von Hans Ehrenbaum-Degele, Robert R. Schmidt und Paul Zech. – Für Inhalt, Redaktion und Verlag war Paul Zech verantwortlich. – In der Officina Serpentis gesetzt aus der Alten Schwabacher und gedruckt auf Bütten. – Mit Texten der Herausgeber und von Albert Vervey, Oskar Loerke, Arno Holz, Emil Verhaeren, Kurt Pinthus, Albert Ehrenstein, Walter Hasenclever u. a. – Der Holzschnitt von Erich Heckel (»Im Gespräch«, Dube 235) unten links monogrammiert. – »Bedeutsame frühexpressionistische Zeitschrift […] Der Titel der Zeitschrift verweist auf den Ansatz in der neuen Dichtung, wie er vom Neuen Club und seinem Neopathetischen Cabaret in Berlin gepflegt wird, aber auch schon von Stefan Zweig aufgegriffen wurde. Dieser schreibt […] ›Eben in unseren Tagen scheint sich wieder eine Rückkehr zu diesem ursprünglichen, innigen Kontakt zwischen dem Dichter und dem Hörer vorzubereiten, ein neues Pathos wieder zu entstehen.‹ […] [Dieser Aufsatz, der der Zeitschrift den Namen gab, ist ein Kapitel aus Stefan Zweigs Buch über Emil Verhaeren (Leipzig 1910)!]« (Paul Raabe).

27,5 : 19,0 cm. 64 Seiten. – Rücken fleckig. – Hinteres Vorsatzblatt mit kleinem Stempel. Seiten gering stockfleckig.

Raabe, Zeitschriften 12. – Backe 14. – Rodenberg 109

266  Der Mistral.

€ 200

Eine lyrische Anthologie. Berlin, Paul Knorr 1913. Marmorierter Pappband mit blau-goldenem Rückenschild, Originalumschlag eingebunden.

Erste Ausgabe dieser wichtigen expressionistischen Anthologie. – Erschienen als Doppelnummer IV/V in »Die Bücherei Maiandros«. Diese kurzlebige Zeitschrift, die von Heinrich Lautensack, Alfred Richard Meyer und Anselm Ruest herausgegeben wurde, stellte schon nach sechs Nummern ihr Erscheinen wieder ein. – Enthält je ein Gedicht von 103 Autoren . – Vorgebunden ist das Beiblatt »An Stelle eines Vorwortes«.

21,8 : 14,0 cm. 7, [1], 69, [3] Seiten.

Raabe, Zeitschriften 114 (diese Anthologie als Einzeltitel) und 11 (die Zeitschrift)

267  Münchner Kriegsblätter.

€ 200

Erstes [bis] Drittes Kriegsflugblatt der Zeitschrift »Der Zwiebelfisch«. München, Hans von Weber 1914. Mit sechs Lithographien von Bruno Goldschmitt. Lose Blätter.

Bruno Goldschmitt. Michel und seine Nachbarn I und II. Vor dem 1. August 1914. – Nach dem 1. August 1914. Einblattdrucke mit je einer Lithographie. Auf gelblichem Maschinenbütten. – Richard Dehmel. Vier Kriegslieder mit Ur-Steindrucken von Bruno Goldschmitt. Zwei Doppelblätter mit vier Lithographien und Text. Auf Maschinenpapier. – Sehr seltene, zumal so gut erhaltene, Folge mit den frühesten Illustrationsarbeiten des bald schon überaus schaffensreichen Künstlers.

44,5 : 29,5 cm bzw. 40,5 : 27,5 (III).

Sennewald 14, 1 und 2 (ungenau)

268  Kriegszeit.

€ 600

Künstlerflugblätter. Herausgegeben von Paul Cassirer und Alfred Gold. No. 1 [–] 65. Berlin, Paul Cassirer 1914–1916. Mit zahlreichen Lithographien, davon eine farbig. Lose Doppelblätter in Originalhalbleinenkassette.

Vollständige Folge der künstlerisch wichtigen, durchgehend lithographierten und reich illustrierten, Publikation, die – wie andere Kunstzeitschriften der damaligen Zeit – die anfänglich allgemeine Kriegsbegeisterung zum Ausdruck bringt. Mit Lithographien von Ernst Barlach, Max Beckmann, Hans Baluschek, Erich Büttner, August Gaul, Rudolph Grossmann, Otto Hettner, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Max Oppenheimer und vielen anderen. – Von insgesamt 65 Heften (31. August 1914 bis Ende März 1916) erschienen zwei als Doppelnummer. – Mit den Beilagen zu Heft 9 (Kriegsbilder von Max Oppenheimer) und Heft 18/19 (Weihnachten 1914). – Heft 6 als »Sondernummer Liebermann« betitelt, Nr. 13 mit einer Beilage zu einem Druck der Pan-Presse. – Die ersten 20 Nummern auf einfachem, die übrigen auf besserem Maschinenpapier. – Die Zeitschrift wurde 1916 eingestellt und durch den »Bildermann« fortgesetzt. – Insgesamt tadellos erhalten.

47,8 : 32,3 cm. – Heft 1 mit winzigen Randeinrissen, sonst sehr gut erhalten.

Söhn HDOG 134. – Feilchenfeldt/Brandis Z3. – Barlach (11): Schult 63–73. – Beckmann (1): Hofmaier 76 7 c. – Kollwitz (1): Knesebeck 132 II. – Liebermann (23): Schiefler 173–180, 182–196

269  Aktions-Lyrik – Der Hahn.

€ 300

Übertragungen aus dem Französischen von Theodor Däubler. Berlin-Wilmersdorf, Die Aktion 1917. Mit sechs ganzseitigen Illustrationen. Roter Originalhalbpergamentband mit Deckelillustration von Conrad Felixmüller. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe dieser Übersetzungen. – Aktions-Lyrik, Band 5. – Das feine Büttenpapier, auf dem Pfemfert diesen Band drucken ließ, in bester Friedensqualität. – Der vordere Vorsatz dokumentiert eine ganze Provenienzkette. Mit zwei eigenhändigen Widmungen »Meinem Mitarbeiter Raoul Hausmann mit herzlichem Gruß Franz Pfemfert 21/6 1917« und »Herrn O. Fahrnlaender zugeeignet R Hausmann 1921« sowie dem handschriftlichen Vermerk »Aus dem Nachlass O. Fahrnlaender 1956 an H. Höch« (vgl. ein ähnliches Widmungsexemplar im Bestand der Berlinischen Galerie Sigel BG-HHC 510/79). – Sehr schönes Exemplar dieser Anthologie mit Texten von Victor Hugo, Arthur Rimbaud, Émile Verhaeren und anderen. Illustriert mit zwei Holzschnitten von Derain, einem von de la Fresnaye sowie reproduzierten Zeichnungen von Daumier, Pailter und Rouveyre.

21,2 : 13,8 cm. 64, [8] Seiten. – Untere Ecke des Vorderdeckels leicht geknickt. – Titel mit Monogrammstempel »M. C.«.

Raabe/Hannich-Bode 55.41. – Raabe 149.5