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Ex libris Hans Mardersteig | Hesse-Auktionen
Ex libris Hans Mardersteig

330  Harry Graf Kessler. Notizen über Mexico.

€ 200

Berlin, F. Fontane 1898. Mit drei Heliogravüren nach Fotografien, einem zweifarbig lithographierten Titel und Buchschmuck nach mexikanischen Mustern. Originalpappband mit Deckelsignet und Rückentitel in Goldprägung.

Erste Ausgabe von Kesslers erster literarischer Veröffentlichung, seinem äußerst erfolgreichen Reisebericht. – Das Titelblatt entwarf Georg Lemmen, der schon ein Jahr später für die Zeitschrift »Die Insel« arbeitete. Kessler zuliebe übernahm Kippenberg Restbestände dieser ersten und einer zweiten Auflage (Berlin, Egon Fleischel 1903) in den Insel Verlag und lieferte sie umgebunden mit dem Insel-Signet auf dem Vorderdeckel aus, noch bevor 1921 eine eigene Nachauflage gedruckt wurde. – Mit Hans Mardersteigs Erwerbungsnotiz »Leipzig Herbst 1918«. – Angesichts eines globalisierten Tourismus zitieren wir aus Kesslers 120 Jahre zurückliegender Einleitung: »Unsere Zeit ist möglicherweise die letzte gewesen, zu der man noch reisen konnte; schon wir kommen kaum noch aus unserer Zivilisation hinaus; das Bild bleibt sich von Weltteil zu Weltteil erstaunlich gleich.«.

21,8 : 14,5 cm. [10], 195, [1] Seiten, 3 Tafeln. – Rücken verblasst, sonst schönes Exemplar.

Brinks 2. – Sarkowski 903

331  Cranach Presse – Jean de Rotonchamp. Paul Gauguin 1848-1903.

€ 600

Paris, Edouard Druet 1906. Mit einem zweifarbigen Holzschnitt von Jacques Bertrand nach einer Maori-Maske Gauguins als Titelvignette und acht Heliogravüren nach Kunstwerken Gauguins. Späterer Halblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Wohl eins der 50 nicht für den Handel bestimmten Exemplare (Gesamtauflage 300), laut Bleistiftnotiz Mardersteigs auf dem Vorblatt erhielt er das Buch 1919 als Geschenk von Harry Graf Kessler. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der Caslon, die Emery Walker für Kessler geschnitten hatte, und gedruckt bei R. Wagner, Weimar. – Schon dieses erste größere Druckvorhaben Kesslers in Eigenregie zählte Rudolf Alexander Schröder zu den »Vorstufen der Drucke der Cranach-Presse« (Imprimatur 1931, Seite 107). Es war »von Stilelementen geprägt, die für die Cranach Presse gültig bleiben werden: Eric Gill schreibt ein anspruchsvolles Titelblatt, auf dem die Beteiligung Kesslers an prominenter Stelle genannt wird. […] Die Druckausführung ist ein Anfang und eine Festschreibung bestimmter Gestaltungsprinzipien: sie vollendet das, was in den kleinen Museumsdrucken bescheiden und behutsam probiert wurde.« (Renate Müller-Krumbach in: Das Buch als Kunstwerk, S. 40). – 1905 hatte Kessler im Weimarer Kunstmuseum eine Gauguin-Ausstellung organisiert, zu der er einen kleinen Katalog druckte. – Unbeschnitten, der Vorderdeckel der Originalbroschur ist eingebunden.

25 : 19 cm. [4], 227, [3] Seiten, 8 Tafeln. – Die Ränder der Heliogravüren teils stärker verfärbt, die erste lose.

Müller-Krumbach 16. – Brinks 21. – Mück 1.4.1. – 100 Jahre Cranach Presse 11. – Gill 302b

332  Astolat Press – Ralph Waldo Emerson. Friendship.

€ 400

London, Astolat Press 1903. Dunkelblauer flexibler Originalwildlederband mit Blindprägung und goldgeprägtem Titel.

Auf Bütten. – Einige Vignetten und zahlreiche Initialen wurden in Rot eingedruckt. – Die 1903 gegründete Presse wurde nach dem legendären Geburtsort von Elaine, »the fair maiden of Astolat« aus der Arthur-Sage Thomas Malorys, benannt. Ransom erwähnt sie eher beiläufig. – Selten.

18,0 : 11,7 cm. [6], 25, [1] Seiten.

Nicht bei Tomkinson

333  Ernst Ludwig-Presse – Das Buch Esther.

€ 500

Übersetzt von Dr. Martin Luther. Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Doppeltitel und zehn ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Grüner Originalkalblederband mit hellen Wildseidenvorsätzen; Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Erstes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 275 Exemplaren auf Van Gelder Zonen-Bütten mit dem EL-Wasserzeichen (Gesamtauflage 300). – Breitrandiger Handpressendruck unter Leitung von F. W. und C. H. Kleukens. – Die gesamte Ausstattung des Buches einschließlich des Einbandes übernahm Friedrich Wilhelm Kleukens: Der berühmte Doppeltitel und die zehn ornamentierten Initialen wurden in Schwarz und, wie auch die Kapitelüberschriften und das Pressensignet, in Gold gedruckt. – Im Doppeltitel ist die Schlüsselszene der alttestamentarischen Ahasver-Erzählung dargestellt.

25,2 : 16,3 cm. [10], XXIX, [5] Seiten. – Ränder etwas verfärbt, Rücken stärker.

Stürz 1. – Sarkowski 238. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63

334  [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 300

Eine Tragödie. Jena, Eugen Diederichs 1908/1909. Brauner Original-Lederband über Holzdeckeln mit reicher Blindprägung, goldgeprägtem Deckeltitel, zwei Messingschließen und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Eins von 1000 Exemplaren. – Jubiläumsausgabe des Goetheschen Faust. – Gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig auf Van Gelder-Bütten. – Satzanordnung und Ausstattung von F. H. Ehmcke. – »Zu den bedeutendsten Unternehmungen, denen F. H. Ehmcke im Verlag Eugen Diederichs die Gestalt gab, gehört die Jubiläumsausgabe des Faust von 1909. Die im Buchschmuck wie in der Satzanlage kühne Form, die Ehmcke dem mächtigen Band gab, war sehr umstritten« (Schauer I, S. 77).

26,7 : 19,7 cm. 405, [3] Seiten. – Ränder, Ecken und Deckel minimal berieben. Rücken etwas verblasst.

Schauer II, 21 (mit Abbildung)

335  Friedrich Nietzsche. Gedichte und Sprüche.

€ 200

Leipzig, Naumann 1908. Originalleinenband. – Widmungsexemplar der Schwester Nietzsches.

Titelblatt mit eigenhändiger Widmung der wegen ihrer editorischen Vorgehensweise heftig umstrittenen Schwester des Philosophen »Herrn stud. jur. H. Mardersteig zur Erinnerung | Elisabeth Förster-Nietzsche | Nietzsche-Archiv 1911«. – 17.–20. Tausend, einer der »Einzeldrucke im Miniatur-Format«, hier in der Einbandvariante »Amerikanisch Leinen«.

15,8 : 11,3 cm. XVII, [1], 218, [12 Anzeigen-]Seiten.

WNB 66

336  Einbände – Gelber Büttenpapier-Pappband mit schwarzgeprägten Ornamentfileten auf dem Vorderdeckel und Pergamentkapitalen

€ 300

(signiert: Grossh. KGW Institut Weimar). – Inhalt: Shakespeare Sonnette. Umdichtung von Stefan George. Berlin, Georg Bondi 1909.

Der Entwurf des in der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Weimar entstandenen Einbandes könnte von Henry van de Velde stammen, der das Institut seit der Gründung 1908 bis 1915 leitete. In van de Veldes Entwürfen dieser Jahre vollzog sich die bei Dieter Brinks beschriebene Wandlung »Vom Ornament zur Linie«. – Erste Ausgabe von Georges Übertragung der 154 Shakespeare-Sonette, von denen einige zuvor in den »Blättern für die Kunst« erschienen waren. – Gedruckt in der Stefan-George-Schrift bei Otto von Holten, Berlin. – Die Gestaltung des Titels stammt von Melchior Lechter und wurde auf den Originaleinbänden wiederholt. – Tadellos erhalten.

22,0 : 16,2 cm. [3]–160, [4] Seiten.

Landmann 295. – Raub A 80

337  Marcus Behmer. Tierchen.

€ 2000

Kleine Radierungen. Acht Radierungen, davon ein Titelblatt. 1908–1913. Signiert und nummeriert.

Exemplar 28/30 auf Bütten (Gesamtauflage 40). – Erschienen 1913 im Graphischen Kabinett J. B. Neumann, Berlin. – Auf dem Vorderdeckel der Mappe mit eigenhändiger und signierter Widmung »Für Hans Mardersteig 30. Mai 13«. – Beiliegend eine weitere kleine signierte Radierung »Der Bastard – für H. M. 30. V. 13 M. B.«. – Sieben Radierungen auf gefalzten Doppelblättern mit Passepartoutausschnitt. Zusammen mit radiertem Deckblatt lose in Originalhalbleinenmappe mit Deckeltitel. – Hübsche Miniaturen von Mücke, Heuschreckenlarve und Co. mit teils bissigen Untertiteln: »Familie der Aaswanzen«, »Der gemeine Kunsthistoriker (Männchen, stark vergr.) bohrt die Leichen großer Tiere an und zieht daraus seine Nahrung«, »Famile d. Schönwanzen«, »Der Edel-Kunsthistoriker (popul: Honigfloh)« u. a. m. – »Behmer begann seine künstlerische Tätigkeit mit den gezeichneten Tierchen im ›Simplicissimus‹. Diese Tierchen […] beweisen schon den recht eigenen Charakter der Behmerschen Grotesk-Kunst gegen den floralen und kristallbeseelten Jugendstil. Das groteske Tier ist ein wesentliches Element seiner Kunst.« (Marcus Haucke).

27,5 : 22,5 cm (Mappenformat). 9 Radierungen. – Rand leicht gebräunt. – Passepartout des Deckblatts gebräunt.

Haucke 94. – Œuvre-gravé B 53, 85, 91, 100, 107, 172, 191 und 193

338  Gustav Kiepenheuer – Das Silhouettenbuch der Adele Schopenhauer.

€ 150

Als Faksimile herausgegeben von Hans Timotheus Kroeber. Weimar, Gustav Kiepenheuer 1913. Originalkalblederband mit vergoldeten floralen Deckelbordüren und Goldschnitt (L. Sieke & Co., Leipzig). Im Originalumschlagpapier und -schuber mit Titelschild.

Der Weimarer Liebhaberdrucke erster Band. – Eins von 200 Exemplaren. – Druck der Scherenschnitte auf farbigen Papieren. – Nahezu tadelloses Exemplar.

12,5 : 19,3 cm. 43 Blätter, 6, [4] Seiten.

339  Kurt Wolff – Der Neue Pan.

€ 2500

Eine Monatsschrift für Alte & Werdende Kunst. Leipzig, Kurt Wolff Januar 1917. Mit 54 montierten Abbildungen auf Tafeln und Seiten, davon sieben farbig, fünf montierten Originalschutzumschlagfragmenten und zwei Textabbildungen. Ziegelfarbene Originalbroschur mit weiß lithographiertem Deckeltitel.

Auf dem Vorblatt zwei eingeklebte Notizblätter: »Als Manuskript in zehn Exemplaren gedruckt und nicht für den Handel bestimmt. Das vorliegende Exemplar trägt die Nummer [ ] und ist nach Einsichtnahme umgehend an Kurt Wolff Verlag, Leipzig zurückzusenden«. – »Der Textteil dieses Heftes, das lediglich als Atrappe gewertet werden darf, gibt in keiner Weise ein Bild von Art und Wesen der geplanten Kunstzeitschrift ›Der neue Pan‹. [… Vielmehr] will das vorliegende Heft den zur Mitarbeit Aufzufordernden in der typographischen Gestaltung, im Umfang, der Papierqualität usw. ein annäherndes äußeres Bild der zu begründenden Zeitschrift geben. […] Der Bild-Teil darf ebenfalls nur als andeutendes Beispiel für die illustrative Gestaltung des ›Neuen Pan‹ beurteilt werden.« – Auch die äußere Gestaltung (Format, Titeleinfassung, Versalschrift, &-Zeichen) des Umschlagtitels von Emil Preetorius entspricht schon fast dem Erscheinungsbild des späteren »Genius«. Statt der Vignette verwendete er hier das von ihm 1916 überarbeitete Verlagssignet (lt. Salzmann, 1914 von Walter Tiemann entworfen) und ein kreisförmiges Signet mit den Titelinitialen »DNP«. – Wie später beim »Genius« findet sich das Inhaltsverzeichnis der Texte und Bilder auf einer vorn eingehefteten schmalen Drittelseite.

Es waren »der junge Kunsthistoriker Carl Georg Heise und dessen Freund Hans Mardersteig, die Wolff für den […] Plan einer repräsentativen, sowohl historisch als auch die Gegenwart umfassenden Kunstzeitschrift gewannen. […] Während des Krieges faßten die beiden Freunde Zeitschriftenpläne, für die sie einen Verleger suchten« (Göbel). Carl Georg Heise schildert das schon vor Kriegsbeginn angedachte Konzept: »Es sollte eine Zeitschrift werden nach dem Muster des ›Pan‹, sehr vornehm ausgestattet. Nur das Beste war uns gut genug. Dann kam der Krieg und verlangsamte unsere Bemühungen. […] Kurz entschlossen fuhr ich nach Leipzig, um dem damals schon renommierten Verleger Kurt Wolff unsere Pläne zu entwickeln. Nach anfänglichem Zögern […] gelang es mir, ihn soweit zu interessieren, daß wir detaillierte Pläne vorlegen durften« (Heise). – Anfang 1917 trat Mardersteig in den Verlag ein, »übernahm die Initiative für die Herstellungsarbeiten, gewann Emil Preetorius für die Schaffung des schönen Signets und hat Druck- und Satzanordnung selbständig bestimmt, auch die damals noch relativ seltenen, guten Farbreproduktionen […]« (Heise). »Kurt Pinthus, der auch den Titel der an den Vorbildern ›Pan‹, ›Insel‹ und ›Hyperion‹ orientierten Zeitschrift fand, […] notierte Ende 1918 in sein Tagebuch »Der Titel ›Genius‹ wird geboren« (Göbel). – Der erste Halbjahresband des »Genius« erschien erst 1919, also deutlich nach Kriegsende. Bis 1921 erschienen sechs Halbjahresbände (siehe die folgende Katalognummer).

Außer dem hier vorliegenden unnummerierten Exemplar aus dem Besitz von Hans Mardersteig konnten wir via KVK nur noch ein weiteres in der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek nachweisen. In keinem der von uns konsultierten Texte von und über Wolff, Mardersteig und Heise werden das Projekt oder der Arbeitstitel erwähnt.

35,5 : 26,2 cm. 80 Seiten, 9 Tafeln. – Umschlag mit leichten Knickfalten.

Nicht bei Göbel, nicht bei Dietzel/Hügel. – Literatur: Karl H. Salzmann, Der Verleger Kurt Wolff, in: Imprimatur XI, 1953. – Carl Georg Heise, Der junge Hans Mardersteig, in: Imprimatur NF III, 1962. – Wolfram Göbel, Der Kurt Wolff Verlag, 1977

340  Kurt Wolff – Genius.

€ 1200

Zeitschrift für alte und werdende Kunst. Herausgegeben von Hans Mardersteig, Carl Georg Heise und Kurt Pinthus. Jahrgang I–III (alles). München, Kurt Wolff 1919–1921. Mit 16 Originalgraphiken und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen, montiert in den Text oder auf Tafeln. Originalbroschuren mit Rückenschild und jeweils in Originalschutzkartons mit Titelschildern.

»Eine der reichst ausgestatteten und repräsentativsten Zeitschriften des Expressionismus« (Dokumentations-Bibliothek VI, 764). – Hans Mardersteig zeichnete für den Gesamtinhalt verantwortlich, er gewann Emil Preetorius für den Entwurf des Signets und überwachte Satz, Druck und Farbreproduktionen. – Teils unaufgeschnittene Exemplare.

Originalgraphiken:
Jahrgang I: Karl Schmidt-Rottluff. Kopf. Holzschnitt. 1915. – Richard Seewald. Der Hirte. Holzschnitt, schablonenkoloriert. 1918. – Karl Caspar. Johannes auf Patmos. Lithographie. 1918. – Franz Marc. Tierlegende. Holzschnitt. 1912. – Heinrich Nauen. Mutter und Kind. Radierung. 1919. – Ignaz Epper. Mädchenkopf. Lithographie. 1919.
Jahrgang II: Erich Heckel. Mädchenkopf. Holzschnitt. 1913. – Georg Ehrlich. Tröstung. Lithographie. 1920. – Frans Masereel. Business-Man. Holzschnitt. 1920. – Max Kaus. Kopf. Holzschnitt. 1920. – André Rouveyre. Kopf. Holzschnitt. 1920.
Jahrgang III: Edwin Scharff. Die Brüder. Lithographie. 1920. – Alexander Archipenko. Figürliche Komposition. Lithographie. 1920. – Karl Hofer. Das Nest. Lithographie. 1920. – Karl Schmidt-Rottluff. Lesender Mann. Holzschnitt. 1921. – Alexander Kanoldt. Klausen. Lithographie. 1921.

35,3 : 26,8 cm. – Im Schnitt stellenweise minimal stockfleckig. Es fehlen 6 der montierten Abbildungen.

Söhn HDO 120. – Raabe, Zeitschriften 74. – Jentsch 72. – Göbel 419

341  Kurt Wolff. – Verlag der Weißen Bücher – Georg Biermann. Deutsches Barock und Rokoko.

€ 150

Herausgegeben im Anschluss an die Jahrhundert-Ausstellung Deutscher Kunst 1650–1800 Darmstadt 1914. Band I [und] II. Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1914. Mit insgesamt 32 Heliogravüren und unzähligen Abbildungen. Originalhalblederbände mit Rücken- und Deckelvergoldung.

Mit Textbeiträgen von G. Biermann, A. Feulner, A. Brinckmann und A. Kippenberg über die Malerei, Plastik, Miniatur und Silhouette in Barock und Rokoko.

33,4 : 26,8 cm. LXIX, [3], 385, [1]; XCVIII, [386]–745 Seiten; 32 Tafeln. – Einbände etwas fleckig. Rücken verblasst und berieben.

Göbel 832

342  Kurt Wolff – Ernst Blass. Die Gedichte von Trennung und Licht.

€ 150

Leipzig, Kurt Wolff 1915. Originalhalblederband, Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Der Frühexpressionist Ernst Blass (1890–1939) publizierte zwei Lyriksammlungen bei Kurt Wolff. – Hübsches Exemplar der selteneren Halbledervariante.

23,3 : 15,6 cm. 45, [3] Seiten.

Göbel 190. – Raabe/Hannich-Bode 31.2

343  Kurt Wolff – Charles de Orleans. Poesies.

€ 180

Edité par Georges Tournoux. Leipzig, Kurt Wolff 1914. Originalpergamentband mit handgemalter und goldgehöhter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 300 Exemplaren. – Gedruckt im Auftrag des noch jungen Verlages bei Joh. Enschedé en Zonen à Haarlem. – Auf starkem, unbeschnittenem Bütten. – Gesetzt in Gotischen Typen. – Die in Frankreich besonders hoch geschätzte höfische Lyrik des Herzogs von Orleans (1394–1465) regte immer wieder Verleger und Buchkünstler an: Hier den jungen Kurt Wolff zu einer am Inkunabelzeitalter orientierten Ausgabe, 35 Jahre später edierte Tériade die Texte kalligraphiert und spielerisch illustriert von Henri Matisse.

28,6 : 19,4 cm. CCXXXIV, [2] Seiten.

Göbel 153

344  Kurt Wolff – Carl Einstein. Negerplastik.

€ 180

Mit 119 Abbildungen. Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1915. Mit Abbildungen nach Fotografien auf 111 Tafeln. Maroquinband mit Blindprägung, Vergoldung und Rückenschild.

Erste Ausgabe »dieser frühen Pionierschrift zur Kunst der Neger. Hervorragendes Abbildungsmaterial.« (Hans Bolliger). – Einsteins Essay fachte nicht unerheblich »die Faszination an der ›Kunst der Primitiven‹ an. Die Negerplastik zeigte ihm am deutlichsten das ›plastische Sehen‹, die ›Kunst rein plastischer Formen‹, die ›Kunst des Kubischen, der kubischen Raumanschauung, der Absolutheit der Form‹, entgegen der ›Plastik des Kontinentalen‹, die von ›malerischen Surrogaten stark durchkreuzt ist‹.« (Die Zeit, 10. Oktober 1980).

25,5 : 19,8 cm. [2], XXVII, [3], 111, [1] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt und mit schwachen Schabspuren, Deckel mit kleinen Kratzern. Hinteres Gelenk oben angeplatzt.

Göbel 851. – Dokumentations-Bibliothek VI, 520

345  Kurt Wolff – Paul Gauguin. Avant et Après.

€ 200

Leipzig, Kurt Wolff 1918. Mit zahlreichen, teils montierten, Abbildungen Illustrierter Originalpappband (E. A. Enders). Im Originalschuber.

Eins von 100 Exemplaren. – Faksimile des letzten Tagebuchs von Paul Gaugin. Ein paar Monate vor seinem Tod beschloss Gauguin, seine Erinnerungen zu sammeln. Von allen seinen Schriften, die er während seiner Südsee-Aufenthalte verfasste, ist »Avant et Après« die einzige Autobiographie. Er kehrt zurück zu seiner Kindheit und den Begegnungen mit befreundeten Malern. Er beschwört seine Freundschaft mit Van Gogh und seinen berühmten und tragischen Besuch in Arles. Gauguin schickte sein 1903 illustriertes Manuskript zur Bearbeitung seinem Freund André Fontainas, der allerdings keinen Verleger fand und es später an Gaugins Witwe zurücksandte. Nur sechs Wochen nach Vollendung des Manuskripts war Gauguin am 8. Mai 1903 verstorben. – Kurt Wolff veröffentlichte das Faksimile getreu nach dem Original, das zwischenzeitlich in Besitz von Erik Ernst Schwabach, dem Verleger der »Weißen Bücher«, gelangt war.

30,3 : 22,4 cm. 212 Seiten.

Göbel 366

346  Kurt Wolff – Jean Paul. Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz

€ 150

mit fortgehenden Noten. Mit acht Kupfern von Karl Thylmann. Karlsruhe, Dreililien Verlag 1912. Mit acht Radierungen. Brauner Originalkalblederband mit Vergoldung. Mit Schutzpapierumschlag und Schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen, möglicherweise wurden Restbestände 1912 in den Rowohlt Verlag übernommen. 1917 erschien eine Ausgabe mit abweichender Kollation, aber ebenfalls mit Radierungen Thylmanns in Kurt Wolffs Reihe »Die graphischen Bücher«. – Der katechetische Professor Attila Schmelzle, ein »Angsthase«, berichtet mit Heldenpose von seiner Feigheit vor dem Feind in napoleonischer Zeit (vgl. Günter de Bruyn, Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter, S. 309). – Sehr schönes Exemplar der entzückenden Ausgabe.

16,5 : 10,5 cm. XII, 119, [1] Seiten, 8 Radierungen.

Sennewald 12,3. – Berend/Krogoll 289. – Vgl. Göbel 78 und Sp. 1386

347  Kurt Wolff – Franz Kafka. Das Urteil.

€ 400

Eine Geschichte für Fräulein Felice B. – In: Arkadia. Ein Jahrbuch für Dichtkunst. Herausgegeben von Max Brod. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Illustrierter Originalpappband.

Erstdruck der Erzählung. – Abgedruckt auf den Seiten 53–65 des Almanachs. – Franz Kafka schrieb die Geschichte im September 1912 in nur einer Nacht. »Mehrmals in dieser Nacht trug ich mein Gewicht auf dem Rücken. […] Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollständigen Öffnung des Leibes und der Seele […] Schon während des Entstehens ist die als Durchbruch zum eigentlichen Schreiben erlebte Geschichte […] für Brods Jahrbuch ›Arkadia‹ bestimmt« (zitiert nach Dietz).

25 : 16 cm.

Göbel 109. – Dietz 20. – Raabe, Zeitschriften 102

348  Kurt Wolff – Franz Kafka. Betrachtung.

€ 4500

Leipzig, Ernst Rowohlt 1913. Blaugrüner Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe von Kafkas erster Erzählungssammlung. – Gedruckt in einer Auflage von 800 nummerierten Exemplaren, von denen allerdings 1915 noch mehr als die Hälfte unverkauft war. Diese Restauflage wurde durch ein neues Titelblatt mit dem Verlagsnamen Kurt Wolff zur zweiten Auflage umgearbeitet. – Die auf Kafkas Wunsch hin verwendete ungewöhnlich große Schrift bezeichnet der Dichter selbst Felice gegenüber als »ein wenig übertrieben schön«, in einem Brief an seinen Verleger als »wunderschön«. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt« (Dietz). – Innen sehr schön.

24,0 : 15,8 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Rücken verfärbt und beschabt. Deckelränder gebräunt.

Dietz 17. – Raabe/Hannich-Bode 146.1. – Göbel 91

349  Kurt Wolff – Franz Kafka. Das Urteil.

€ 400

Eine Geschichte. Leipzig, Kurt Wolff 1916. Originalpappband. Titel und -vignette goldgeprägt.

Der jüngste Tag, Band 34. – Erste Ausgabe. – Kafka schätzte die erstmals 1913 in der Zeitschrift »Arkadia« erschienene Erzählung sehr und setzte sich bei seinem Verleger mit Nachdruck für eine Einzelveröffentlichung ein: »Sie ist auch die mir liebste Arbeit und es war daher immer mein Wunsch, daß sie, wenn möglich, einmal selbständig zur Geltung komme. Jetzt […] wäre dafür die beste Gelegenheit« (Kurt Wolff. Briefwechsel eines Verlegers. 1966/67. Seite 39f.). – Mit dem bei Dietz nicht erwähnten Anzeigenblatt »Von demselben Verfasser erschien ferner […] «.

21,2 : 13,2 cm. 28, [4] Seiten. – Rücken mit Fehlstelle. Oberrand leicht gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 146.4. – Dietz 31. – Smolen/Stammerjohann 34.1.B

350  Kurt Wolff – Franz Kafka. Die Verwandlung.

€ 250

Leipzig, Kurt Wolff [1918]. Schwarze Originalbroschur mit blauem Deckelschild.

Der Jüngste Tag, Band 22/23. – Zweite Auflage, »Copryright 1917«, in den Anzeigen wird »vorauseilend« bereits »Der Landarzt« genannt. Zum Druckdatum äußert sich Ludwig Dietz ausführlich. – Schönes, unaufgeschnittenes Exemplar.

21,7 : 13,0 cm. 74, [6] Seiten.

Dietz 47. – Göbel 212 Anmerkung. – Smolen/Stammerjohann 22/23.2A

351  Kurt Wolff – Franz Kafka. In der Strafkolonie.

€ 600

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und grün-braunen Buntpapierdeckelbezügen.

Erste Ausgabe. – Drugulin-Drucke, Neue Folge, Band IV. – Eins von 1000 Exemplaren. – In der braun-grünen Einbandvariante. – Gedruckt in Blau und Schwarz. – Die 1914 entstandene Erzählung steht in direktem Zusammenhang mit Kafkas posthum erschienenen Roman »Der Prozeß«. – Kafka schrieb über die Erzählung an seinen Verleger Kurt Wolff , »daß nicht nur sie peinlich ist, daß vielmehr unsere allgemeine und meine besondere Zeit gleichfalls sehr peinlich war und ist […]« (K. W. Briefwechsel S. 41).

23,3 : 15,5 cm. 68, [4] Seiten. – Rücken und Gelenke mit kleinen Schabspuren. Ecken berieben.

Göbel 427. – Dietz 50. – Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

352  Kurt Wolff – Franz Kafka. Ein Landarzt.

€ 450

Kleine Erzählungen. München und Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel, Vorderdeckel mit Titel in Schwarzdruck.

Erste Ausgabe, die seltene Halbledervariante. – Die Erzählungssammlung wurde, sehr zu Kafkas Freude, wieder in dem übergroßen Tertia-Schriftgrad gesetzt und gedruckt. – Die kleine Auflage – nach Kurt Wolffs späten Erinnerungen nur 1000 Exemplare – wurde wohl erst 1920 ausgeliefert. Der Absatz stagnierte jedoch und noch 1926 war die Erstausgabe lieferbar. Die Verzögerungen und der Rückgang der Verkaufszahlen bei Kurt Wolff mag ein Grund für Kafkas Wechsel zum Verlag »Die Schmiede« gewesen sein.

23,3 : 15,5 cm. [8], 189, [3] Seiten. – Rücken verfärbt und berieben. Deckel lichtrandig und an den Rändern gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 146.6. – Dietz 53. – Göbel 426

353  Kurt Wolff – Franz Kafka. Das Schloss.

€ 450

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blauer Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Der zweite Teil der Romantrilogie erschien wieder bei Kurt Wolff. – Wie alle drei posthum erschienenen Romane mit einem Nachwort des Freundes und Herausgebers Max Brod.

19,7 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken verblasst und wie die Deckel leicht stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663

354  Kurt Wolff – Else Lasker-Schüler. Die gesammelten Gedichte.

€ 350

Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1917. Gelber Halblederband mit Rückenschild, farbig gemustertem Seidenbezug und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe der Gedichtsammlung. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf unbeschnittenem Bütten. – Mit der würdigenden Einleitung »Else Lasker-Schüler ist die jüdische Dichterin. Von großem Wurf« von Peter Hille, verfasst wohl 1903/04. – Else Lasker-Schüler wiederum widmete das Buch »meiner teuren Mutter und ihrem Enkel Paul«, das Umschlagbild der Sammlerin und Mäzenin Gertrud Osthaus und ein Kapitel dem Dichterfreund Karl Kraus. – Der Band erschien in dem 1913 von Erik-Ernst Schwabach gegründeten Verlag der Weißen Bücher, der von Anfang an programmatisch und organisatorisch mit dem Kurt Wolff Verlag verbunden war. 1917 übernahm letzterer den Verlag zur Gänze und einen Teil der Titel in sein eigenes Programm. – Gedruckt bei W. Drugulin, Leipzig. – Schönes Exemplar in außergewöhnlichem Einband.

24,5 : 17,5 cm. 224, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Vorderer Vorsatz und erste Seiten mit Bräunung von eingelegtem Zeitungsausschnitt.

Raabe/Hannich-Bode 182,11

355  Kurt Wolff – Heinrich Mann. Gesammelte Romane und Novellen.

€ 400

Erster [bis] Zehnter Band. Leipzig, Kurt Wolff [1917]. Rote Originalhalblederbände mit vergoldetem Rücken und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste umfangreiche Werksammlung, ein früherer Versuch bei Paul Cassirer kam nicht über vier Bände hinaus. – Die einzelnen Auflagenangaben beziehen sich auf die vorherigen Einzelausgaben des jeweiligen Textes. – I. Im Schlaraffenland. – II–IV. Die Göttinnen I-III. Diana. Minerva. Venus. – V. Die Jagd nach Liebe. – VI. Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen. – VII. Zwischen den Rassen. – VIII. Die kleine Stadt. – IX–X. Novellen I/II. – Schönes Exemplar der seltenen Halblederausgabe.

18,9 : 13,5 cm. – Wenige Deckel gering fleckig, Deckelränder teils minimal gebräunt.

Zenker 2. – Göbel 334

356  Frans Masereel. 25 images de la passion d’une homme.

€ 300

Dessinées et gravées sur bois. Deusième édition. [Genf], Frans Masereel 1918. Mit 25 Holzschnitten und einem Titelholzschnitt. Leinenband.

Eins von 150 Exemplaren auf Velin (Gesamtauflage 153). – Die zweite, noch immer nicht öffentliche, Ausgabe von Masereels frühester der berühmten Bildergeschichten. Zuvor waren 53 durchsignierte Exemplare gedruckt worden, beide Ausgaben erschienen im Eigenverlag des Künstlers.

27,5 : 23,8 cm. [28] Blätter. – Der private spätere Einband etwas stockfleckig. – Papierbedingt etwas gebräunt, obere Ecken leicht gestaucht.

Ritter B a 5.I

357  Frans Masereel. Die Passion eines Menschen.

€ 500

25 Holzschnitte. München, Kurt Wolff 1921. 25 Holzschnitte. Preußischblauer Originalmaroquinband, Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: E. A. Enders, Leipzig). Im Originalschuber mit Deckelschild.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der vom Künstler im Druckvermerk signierten Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 750). – Auch die Holzschnitte dieser Ausgabe wurden, wie die der beiden zuvor erschienenen französischen, von den Originalstöcken gedruckt, alle späteren Drucke erfolgten von galvanisierten Holzstöcken. – »Die Passion eines Menschen« führt in 25 Stationen von der Geburt und Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, den Repressalien in Schule und Lehre, über Verhaftung und Gefängnis zum Führen eines Aufstandes gegen die Unterdrückung, schließlich jedoch erneuter Verurteilung und Hinrichtung. – Eine der wichtigsten und zugleich frühesten Holzschnittfolgen Masereels, mit der er auch im Nachkriegsdeutschland schlagartig bekannt wurde.

28,2 : 22,8 cm. [8] Seiten, 25 Holzschnitte. – Schuberkanten gebräunt. Rücken etwas verfärbt.

Ritter B a 5.II. – Göbel 535

358  Frans Masereel. Mon livre d’heures.

€ 1800

167 images dessinées et gravées sur bois. [Ohne Ort,] Se trouve chez l’auteur 1919. Mit 167 blattgroßen Holzschnitten. Dunkelroter Originalmaroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). – Widmungsexemplar mit großer Zeichnung.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren auf Velin (Gesamtauflage 209). – Mit einer formatfüllenden Tuschfederzeichnung Masereels auf einem Vorblatt und seiner eigenhändigen Widmung »à l’ami Hans Mardersteig bien cordialement | Munich Octobre 1921«. – Wie bereits »La Passion d’un homme« erschien auch Masereels »Livre d’heures« nur im Eigenverlag. Gedruckt wurde die kleine Auflage bei Albert Kundig in Genf. Erst für »Le Soleil« konnte Masereel Sablier als Verleger gewinnen. – Prächtiges Exemplar mit der schönen Widmungszeichnung und exquisit gebunden: Geglättetes Maroquin mit dezenter Vergoldung, dunkelgraue Seidenvorsätze und -spiegel und im passenden Schuber mit Lederkanten. – 1919 hatte »Kurt Wolff – der Münchner Verleger, der gewissermaßen der Mann gewesen ist, der mich als Künstler entdeckt und hauptsächlich in Deutschland bekannt gemacht hat –, ich weiß nicht wie, ein Exemplar vom Stundenbuch in die Hände bekommen und ist davon sehr beeindruckt gewesen. Er hat mir sogleich seinen Herstellungsleiter und künstlerischen Direktor, Hans Mardersteig, nach Genf geschickt, der später mein Freund geworden ist, und wir haben sofort einen Vertrag […] geschlossen« (Frans Masereel im Gespräch mit Pierre Vorms, Ausgabe Dresden 1967, S. 48).

15,5 : 12,0 cm. [176] Blätter.

Ritter B a 6

359  Frans Masereel. Mein Stundenbuch.

€ 1500

167 Holzschnitte. [München], Kurt Wolff 1920. Mit 167 blattgroßen Holzschnitten, davon einer signiert. Ziegelfarbener Ecrasélederband mit reicher ornamentaler Vergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste deutsche Ausgabe, wobei sich dies auf die beiden Titelblätter und den Druckvermerk beschränkt. – Unnummeriert, wie die 50 Vorzugsexemplare auf Kaiserlich Japan gedruckt. Für Hans Mardersteig von einer der besten deutschen Buchbinderinnen der Zeit unikal gebunden. – Nur die ersten wenigen hundert Exemplare wurden von den Originalstöcken gedruckt, die nachfolgenden »Volksausgaben« aus verständlichen Gründen von Klischees. Aus Zensurgründen wurden für die Volksausgaben zwei Holzschnitte entfernt, dafür enthielten diese die Einleitung von Thomas Mann. – Tadellos schönes Exemplar der umfangreichsten Bildergeschichte Masereels.

14,3 : 11,5 cm. [176] Blätter.

Ritter B a 6.I. – Göbel 477

360  Frans Masereel. Die Sonne.

€ 600

63 Holzschnitte. München, Kurt Wolff 1920. Mit 63 blattgroßen Holzschnitten. Grüner Originalmaroquinband. Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 50 handschriftlich nummerierten und vom Künstler signierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 800). – Masereels Holzschnitte entfalten auf dem samtig glänzenden Japanpapier einen besonderen Reiz. – Innen tadellos.

17,4 : 12,5 cm. [68] Blätter. – Rücken leicht aufgehellt, Deckelränder minimal nachgedunkelt.

Ritter B a 7.I. – Göbel 536

361  Frans Masereel. Histoire sans paroles.

€ 500

60 images dessinées et gravées sur bois. Genf, Sablier 1920. Mit 60 blattgroßen Holzschnitten. Blauer Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren auf Ingres von Arches (Gesamtauflage 155). – Mit eigenhändiger Widmung Masereels für Hans Mardersteig. – Unbeschnittenes Exemplar, der Einband könnte von Hübel & Denck stammen, wo die deutschen Ausgaben gebunden wurden.

16,3 : 12,5 cm. [64] Blätter, [2] Seiten. – Rücken leicht verblasst. – Ränder der Vorblätter leimschattig.

Ritter B a 10

362  Frans Masereel. Geschichte ohne Worte.

€ 250

60 Holzschnitte. München, Kurt Wolff 1922. 60 ganzseitige Holzschnitte. Blauer Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 750 auf Büttenpapier (Gesamtauflage 800). – Nach der originalen französischen wurde nur diese limitierte Auflage von Kurt Wolff von den Originalstöcken gedruckt, für alle folgenden wurden Klischees verwendezt. – Dazu: Dasselbe. Wiesbaden, Insel 1952. Originalpappband. Inselbücherei 433. 16.–25. Tausend dieser Ausgabe. Widmungsexemplar für Hans Mardersteig, signiert in Nizza 1956.

15,8 : 11,5 cm. [64] Blätter. – Vorsätze leicht stockfleckig, sonst tadellos.

Ritter B a 10.I. – Göbel 674 (irrtümlich erst 1927)

363  Frans Masereel. Idée.

€ 500

Sa naissance, sa vie, sa mort. 83 images, dessinées et gravées sur bois. Paris, Edition Ollendorff 1920. Mit 83 blattgroßen Holzschnitten. Roter Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren auf »Velin volumineux anglais« (Gesamtauflage 878). – Mit eigenhändiger Widmung Masereels für Hans Mardersteig. – Unbeschnittenes Exemplar, der Einband könnte von Hübel & Denck stammen, wo die deutschen Ausgaben gebunden wurden.

16,4 : 12,0 cm. [90] Blätter. – Rücken minimal verblasst.

Ritter B a 11

364  Frans Masereel. La ville.

€ 750

Cent bois gravés. Paris, Pierre Vorms · Galerie Billiet 1928. Mit 100 blattgroßen Holzschnitten. Roter Maroquinband, Rückentitel, Stehkanten- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Officina Bodoni fec).

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Madagascar Papier (Gesamtauflage 630). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die erste Ausgabe war 1925 in 275 Exemplaren gemeinsam bei Morancé, Paris, und Kurt Wolff in München erschienen. Pierre Vorms, Masereels neuer Verleger, bescherte der abwechslungsreichen Bildfolge eine zweite bibliophile Ausgabe. – Tadellos schönes Exemplar.

23,8 : 18,8 cm. [107] Blätter.

Ritter B a 17.I

365  Frans Masereel. La sirène.

€ 200

Vingt-huit bois gravés. Paris, Pierre Vorms 1932. Mit 28 blattgroßen Holzschnitten. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 600 Exemplaren auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 640). – Die Bildfolge schildert die Erlebnisse eines Matrosen, der den Reizen einer Meerjungfrau verfällt. – Schönes, unbeschnittenes Exemplar.

26,3 : 20,5 cm. [32 Blätter. – Rücken oben mit kleinem Einriss. – Lockere Interimsbindung.

Ritter B a 22

366  Frans Masereel. Mon pays.

€ 200

Cent bois gravés. Brüssel 1956. 100 Holzschnitte. Originalbroschur im -schuber.

Erste Ausgabe der Bildfolge. – Eins von 850 Exemplaren der französischen Ausgabe, es erschienen auch 400 Exemplare mit niederländisch-flämischem Text. – Im Druckvermerk signiert. – Privatdruck der Bank von Paris und der der Niederlande. – Auf Montgolfier Annonay pur Lin. – Sehr schönes unaufgeschnittenes Exemplar.

24,0 : 19,0 cm. [104] Blätter.

Ritter B a 50

367  Frans Masereel. Das Gesicht Hamburgs.

€ 200

80 Original-Holzschnitte. Hamburg, Asmus 1964. Mit 80 blattgroßen Holzschnitten. Originalbroschur in -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 1.025). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – »…anschaulicher, moderner und aufregender als alle noch so ausgeklügelten Fotos es einfangen können … dieses Werk gehört in die große Reihe seiner ›romans en images‹« (aus dem Vorwort von Hans Bütow). – Unaufgeschnitten.

24,5 : 18,2 cm. [86] Blätter.

Ritter B a 59

368  Frans Masereel – Romain Rolland. Liluli.

€ 300

Avec trente deux boix dessinés et gravés par Frans Masereel. Genf, Sablier 1919. Mit 32 Holzschnitten um Text. Petrolfarbener Ecrasélederband, Rückentitel, Stehkantenfileten, Buchschnitt und die breiten, reich verzierten Innenkanten vergoldet (signiert: H. Fikentscher, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 750 Exemplaren auf »Velin volumineux anglais« (Gesamtauflage 800). – Das erste von Masereel illustrierte Buch von Romain Rolland, in einem schönem Handeinband, den Hans Mardersteig wohl selbst in Auftrag gab.

15,7 : 11,5 cm. 149, [3] Seiten. – Rücken verfärbt.

Ritter C a 8. – Monod 9835

369  Frans Masereel – Stefan Zweig. Der Zwang.

€ 180

Eine Novelle. Mit zehn Holzschnitten von Frans Masereel. Leipzig, Insel 1920. Mit zehn ganzseitigen Holzschnitten. Originalhalbpergamentband mit Holzschnitt-Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Eins von 410 Exemplaren (Gesamtauflage 470).

20,7 : 13,7 cm. 84, [4] Seiten.

Ritter C a 18. – Klawiter F 169. – Sarkowski 1973

370  Frans Masereel – Charles de Coster. Die Geschichte von Ulenspiegel und Lamme Goedzak

€ 150

und ihren heldenmäßigen, fröhlichen und glorreichen Abenteuern im Lande Flandern und anderwärts. Deutsch von Karl Wolfskehl. Mit Holzschnitten von Frans Masereel. Erster [und] Zweiter Band. München, Kurt Wolff 1926. Mit 150 teils blattgroßen Holzschnitten und 18 Holzschnitt-Initialen. Originalleinenbände mit schwarzgeprägtem Rückentitel und Deckelvignette.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Mit eigenhändiger Widmung des Verlegers »Weihnachtsgruß 1926 Kurt Wolff« auf dem fliegenden Vorsatz. – Mit einem »Vorklang« von Romain Rolland, übertragen von Paul Ammann, und einem »Vorwort der Eule«. – »Der ausgesprochene Sinn Masereels für Freiheit und Gerechtigkeit war bestimmt von den farbenfrohen Schilderungen der ›heldenmäßigen, fröhlichen und glorreichen‹ Taten des Tyll Ulenspiegel des Charles de Coster angesprochen worden. […] Und knapp 40 Jahre später betrachtete der Künstler seine damaligen Bilder als seine gelungensten Illustrationen überhaupt« (Papiergesänge, Seite 150).

25,8 : 19,0 cm. [4], XLIII, [1], 496, [6] Seiten; [8], 534, [8] Seiten. – Rücken etwas gebräunt, Einband mit einigen wenigen Stockflecken.

Ritter C a 33. – Göbel 657

371  Frans Masereel – Françoys Villon. Le Testament.

€ 300

Édition ornée de douze bois dessinés et gravés par Frans Masereel. Paris, Pierre Vorms 1930. Mit zwölf ganzseitigen Holzschnitten. Originalbroschur mit -umschlag und -chemise. Mit -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 150 für den Handel bestimmten Exemplaren (Gesamtauflage 165). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handpressendruck bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Pannekoek-Bütten. – Schönes Exemplar mit den großartigen ganzseitigen Holzschnitten. – Unbeschnitten.

28,5 : 19,5 cm. [10], 78, [4] Seiten. – Schuberränder gebräunt.

Ritter C a 45

372  Frans Masereel – Victor Hugo. Notre-Dame de Paris.

€ 200

Translated by Jessie Haynes. With a critical Introduction by Andrew Land and with Wood-Cut Illustrations by Frans Masereel. Volume One [and] Two. [New York], Limited Edition Club 1930. Mit 23 Holzschnitten, davon zwölf blattgroß, sowie einer (vierfach verwendeten) Holzschnitt-Vignette. Zwei Originalbroschuren. In Pappchemise und -schuber.

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Eins von 1500 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Mit einem Frontispiz in Band I und je zwei Holzschnitten zu den elf Büchern des Textes; die kleine Notre-Dame-Vignette wurde auf beiden Titelblättern und beiden Umschlägen verwendet. – Gedruckt von R. Coulouma, Paris-Argentueil für die New Yorker Bibliophilenvereinigung. – Unaufgeschnittenes Exemplar in den Originalbroschuren, nach französischer Sitte überließ man die Wahl des Buchbinders dem Käufer. – Schönes Exemplar, erstaunlicherweise illustrierte Masereel nur diese englische Übersetzung.

25,5 : 19,7 cm. [4], XXIX, [1], 308, [2] und [4], 376, [2] Seiten.

Ritter C a 46

373  Kurt Wolff – Die Weißen Bücher – Mynona [Samuel Friedländer]. Rosa, die schöne Schutzmannsfrau.

€ 120

Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1913. Originalhalbpergaminband.

Erste Ausgabe des Erstlings von Mynona, der hier mit nicht weniger als 44 Grotesken debütierte. – Sehr schönes Exemplar.

20,7 : 14,4 cm. 202, [6] Seiten. – Voderdeckel oben leicht lichtrandig.

Göbel 826. – Raabe/Hannich-Bode 217.1

374  Kurt Wolff – Joachim Ringelnatz. Kuttel-Daddeldu. – Turngedichte.

€ 200

– Mit 25 [bzw.] 17 Zeichnungen von Karl Arnold. München, Kurt Wolff 1923. Mit ganzseitigen Illustrationen. Illustrierte Originalpappbände.

Erste illustrierte Ausgaben dieser beiden wohl bekanntesten Gedichtsammlungen des Dichters.

18,7 : 12,5 cm. [4], 118, [8] bzw. [4], 82, [8] Seiten. – Rücken gebräunt.

Kayser/des Coudres 22 und 21. – Göbel 610 und 611

375  Kurt Wolff – Rabindranath Tagore. Gesammelte Werke.

€ 150

Erster [bis] Achter Band. München, Kurt Wolff 1921. Rote Originalhalblederbände mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Einzig autorisierte deutsche Ausgabe. – Herausgegeben in Verbindung mit dem Dichter von Heinrich Meyer-Benfey und Helene Meyer-Frank. – Nach der von Rabindranath Tagore selbst veranstalteten englischen Ausgabe ins Deutsche übertragen von Hans Effenberger. – I. und II. Lyrik. – III. Dramen. – IV. Erzählungen. – V. Der Schiffbruch. Roman. – VI. Das Heim und die Welt. Roman. – VII. Sadhana. Nationalismus. – VIII. Lebensweisheit. – Der bengalische Dichter, Philosoph, Maler, Komponist und Musiker Rabindranath Tagore (1861–1941) erhielt 1913 als erster asiatischer Dichter den Nobelpreis für Literatur. Kurt Wolff publizierte seine Werke im Zeitalter der großen Hinwendung zu indischen Lebensauffassungen in Europa.

18,6 : 12,9 cm. – Einige Deckel leicht berieben, ein Kapital oben beschädigt.

Göbel 548

376  Kurt Wolff – Georg Trakl. Sebastian im Traum.

€ 300

Gedichte. Leipzig, Kurt Wolff 1915. Dunkelblauer Originalrohseidenband mit vergoldeten Titeln und Deckelbordüren.

Erste Ausgabe. – 1913 hatte Georg Trakl, die »unbestrittene Hauptgestalt des österreichischen Frühexpressionismus« (Raabe) bei Kurt Wolff seinen ersten Gedichtband veröffentlicht. Wie Georg Heym, erlebte auch Trakl das Erscheinen der zweiten Gedichtsammlung nicht mehr. Im November 1914 setzte er, erst 27jährig, im Garnisonsspital Krakau seinem Leben mit einer Überdosis Gift ein Ende. – »Georg Trakl erlag im Krieg | von eigener Hand gefällt. | So einsam war es in der Welt. | Ich hatt ihn lieb« (Else Lasker-Schüler).

23,8 : 16,4 cm. 88, [8] Seiten. – Rücken leicht, Ränder minimal verfärbt.

Ritzer 3.2. – Raabe/Hannich-Bode 304.4. – Göbel 226

377  Kurt Wolff – Georg Trakl. Die Dichtungen.

€ 600

Erste Gesamtausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1917]. Brauner marmorierter Originalkalblederband. Rückentitel, Fileten, Deckelvignette uns Kopfschnitt vergoldet (signiert: E. A. Enders · Leipzig).

Erste Ausgabe dieser Sammlung, posthum erschienen. – Eins von 100 Exemplaren der sehr seltenen Vorzugsausgabe auf echtem Bütten. – Druck in Schwarz und Blau.

24,0 : 17,0 cm. [2], 201, [11] Seiten. – Ränder berieben, Rücken beschabt.

Ritzer 3.3/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.8. – Göbel 448

378  Kurt Wolff – Franz Werfel. Wir sind.

€ 250

Neue Gedichte. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Preußischblauer Originalkalblederband mit Vergoldung.

Der zweite Gedichtband Werfels. – Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan-Bütten. – Vom Verfasser rückseitig auf dem Titelblatt signiert. – »Das Buch ›Wir sind‹ ist das erste in der Steigerung von Büchern, die einmal, als ein Werk den Titel ›Das Paradies‹ tragen sollen.« (Nachwort). – Franz Werfel (1890–1945) kam früh mit den Dichtern des Prager Kreises, wie Franz Kafka und Max Brod, in Berührung. In den Jahren 1912 bis 1914 war er Verlagslektor bei Kurt Wolff in Leipzig, 1913 begründete er mit Kurt Pinthus und Walter Hasenclever die Sammlung »Der jüngste Tag«.

24,4 : 18,4 cm. 127, [1] Seiten. – Ränder und Rücken etwas berieben und stärker verblasst.

Raabe/Hannich-Bode 518.3

379  Kurt Wolff – Franz Werfel. Einander.

€ 300

Oden, Lieder, Gestalten. Leipzig, Kurt Wolff 1915. Gelber Maroquinband mit vergoldeten Filten, Bordüren sowie Rückentitel und -ornamenten, Kopfschnitt vergoldet (signiert: Gertrud Zacharias und mit dem Monogrammstempel »HWFB«).

Erste Ausgabe. – Unnummeriert, wie die 100 Vorzugsexemplare auf Bütten gedruckt und in Leder gebunden. – Einen identischen Einband in schwarzem Maroquin beschreibt John Spalek für das Exemplar der Universiätsbibliothek Kansas, zwei weitere ähnliche mit dem HWFB-Stempel jedoch mit Signatur von Elisabeth Michahelles für die Houghton Library und Los Angeles Public Library.

24,3 : 16,8 cm. 107, [5] Seiten. – Ränder und Rücken etwas gebräunt.

Göbel 227. – Spalek 38. – Raabe/Hannich-Bode 330.5

380  Kurt Wolff – Voltaire. Kandide

€ 180

oder Die beste Welt. Eine Erzählung. Mit 26 Federzeichnungen von Paul Klee. München, Kurt Wolff 1920. Mit 26 Illustrationen im Text. Originalhalbleinenband mit Fileten- und Deckelvergoldung.

Erste Ausgabe mit den Illustrationen von Paul Klee. – Die 1911 entstandenen Federzeichnungen in »spinnwebenfeinem zeichnerischen Stil« wurden lithographiert. »Ein Vergleich der Federzeichnungen mit dem Text macht offenkundig, daß Klee recht eigenwillig illustriert hat. Am ausgeprägtesten ist dieser schwebende Strich, der wie ein feiner Hauch die Blätter berührt, in den Candide-Illustrationen. Er findet sich später nirgendmehr im Werk des Künstlers« (Lang, S. 51).

25,6 : 19,8 cm. 86, [6] Seiten. – Schönes Exemplar.

Göbel 509. – Lang, Expressionismus 176

381  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Georg Trakl. Der Herbst des Einsamen.

€ 600

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher des Kurt Wolff Verlages, Band 1. – Eins von 350 Exemplaren. – Gesetzt aus der Petit Kleukens-Antiqua, Handpressendruck von C. H. Kleukens auf Bütten, die Einbände der Reihe entwarf Emil Preetorius. – 1919 gründete Christian Heinrich Kleukens zusammen mit Rudolf G. Binding die »Kleukens-Presse« in Nieder-Ramstadt bei Darmstadt und übernahm bald darauf auch wieder die Leitung der Ernst Ludwig Presse, die der Verleger Kurt Wolff vorübergehend gepachtet hatte. Für ihn wurden innerhalb von drei Jahren die zehn »Stundenbücher« gedruckt. Es finden sich Gedichtbände eigener Autoren (Trakl, Tagore, Jammes, Werfel) neben Texten von Goethe, Eichendorff, Mörike, Hölderlin u. a.

18 :12 cm. [2], 43, [7] Seiten. – Rücken verblasst. Gelenke berieben, vorderes oben angeplatzt.

Stürz 27. – Göbel 506. – Ritzer 1983 2.4. – Raabe/Hannich-Bode 304.5

382  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Lieder.

€ 300

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Stundenbücher 2. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. [4], 135, [9] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Stürz 28. – Göbel 469. – Rodenberg 77, 2. – Schauer II, 64

383  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Rabindranath Tagore. Die Gabe des Liebenden.

€ 300

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 3. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 52, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Stürz 29. – Göbel 502. – Rodenberg 77, 3. – Schauer II, 64

384  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Francis Jammes. Die Gebete der Demut.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Stundenbücher 4. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Schönes Exemplar.

18,3 : 12,2 cm. [48] Seiten.

Stürz 30. – Göbel 533. – Rodenberg 77, 4. – Schauer II, 64

385  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Matthias Claudius. Gedichte des Wandsbecker Boten.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 7. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 86, [6] Seiten. – Rücken verblasst.

Stürz 33. – Göbel 524. – Rodenberg 77, 7. – Schauer II, 64

386  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Franz Werfel. Arien.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher, Band 9. – Eins von 350 Exemplaren. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Druck in Rot und Schwarz. – Innen druckfrisch.

18,6 : 12,4 cm. 40, [8] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Stürz 35. – Göbel 587. – Raabe/Hannich-Bode 330.14

387  Kurt Wolff – Pantheon – Fünf Ausgaben des Pantheon Verlages.

€ 250

Florenz, Pantheon · Casa Editrice und Paris, Pegasus Press 1927–1930. Originalhalblederbände mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

I. Tancred Borenius und E. W. Tristram. Englische Malerei des Mittelalters. Florenz, Pantheon und München, Kurt Wolff 1927. Mit 101 Lichtdrucktafeln. – II. A. Kingsley Porter. Spanish Romanesque Sculpture. 1928. Zwei Bände. Mit zusammen 222 Lichtdrucktafeln. – III. Pietro Toesca. Die florentinische Malerei des Vierzehnten Jahrhunderts. 1929. Mit 119 Lichtdrucktafeln. – IV. Curth H. Weigelt. Die sienesische Malerei des Vierzehnten Jahrhunderts. 1930. Mit 120 Lichtdrucktafeln. – V. Arthur Haseloff. Pre-Romanesque Sculptur in Italy. 1930. Mit 80 Lichtdrucktafeln. – Kurt Wolff entschloss sich 1924 zur Gründung des Kunstverlags »Pantheon« mit Sitz in Florenz. Er verfolgte den Plan, einen neuen Typus des Kunstbuchs zu schaffen. »Sie herauszuheben und im Licht einer gereiften Kunstforschung allen in ihre Sprache aufleuchten zu lassen – das ist das Ziel, um dessentwillen der Verlag international sein will« (Verlagsprospekt). Um einen internationalen Markt zu erreichen, wurden die Editionen auch ins Englische übersetzt. Qualität sollte vor Quantität stehen, gedruckt wurden die großformatigen Bücher von Hans Mardersteig – Kurt Wolffs typographischem Berater – in Verona.

31,5 : 23,5 cm. – Rücken meist verblasst.

Vgl. Göbel 804, 809, 817, 820 und 822

388  Avalun-Drucke – Miguel de Cervantes. Galatea.

€ 200

In neuer Bearbeitung und mit den Steinzeichnungen von Otto Hettner. Wien und Leipzig 1922. Mit 53 Lithographien im Text und drei weiteren auf dem Einband. Originalpergamentband mit Kopfgoldschnitt (P. A. Demeter).

21. Avalundruck. – Eins von 150 Exemplaren in Ganzpergament (Gesamtauflage 250). – Im Druckvermerk von Künstler und Buchbinder signiert. – Die Einband- und Titellithographien des Buchs wurden in Rötel gedruckt. – Gesetzt bei Jakob Hegner, Dresden-Hellerau, aus der Original Didot-Antiqua und gedruckt auf Bütten. – Die Lithographien wurden auf der Handpresse der Dresdner Akademie eingedruckt. – Otto Hettner (1875–1931), von dem auch die Textbearbeitung stammt, lehrte seit 1917 an der Dresdner Kunstakademie Aktzeichnen und erhielt 1919 dort eine Professur.

36,0 : 25,5 cm. [6], 112, [6] Seiten. – einige Seiten leicht stockfleckig.

Rodenberg 333, 21. – Schauer II, 97. – Sennewald 22

389  Avalun-Drucke – Johann Wolfgang von Goethe. Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand.

€ 300

Ein Schauspiel. Mit siebzehn Originalholzschnitten von Bruno Goldschmitt. Hellerau und Wien, Avalun 1923. Mit 16 Holzschnitten im Text, davon zehn ganzseitig und monogrammiert, einer Holzschnittvignette und einer Holzschnittdeckelvignette. Originalpergamentband (P. A. Demeter, Hellerau).

26. Avalun-Druck. – Eins von 200 Exemplaren mit den monogrammierten Holzschnitten und in Ganzpergament gebunden (Gesamtauflage 350). – Im Druckvermerk von Künstler und Buchbinder signiert. – Auf festem, chamoisfarbenem Velin gedruckt; alle Exemplare wurden bei Demeter handgebunden. – Sehr schönes Exemplar.

32,0 : 24,0 cm. 115, [5] Seiten.

Rodenberg 336, 26. – Sennewald 23,2

390  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser

€ 300

in die verwebt ist eine ausführliche Schilderung der Sitten am Hofe der Frau Venus […] und die Abenteuer Tannhäusers daselbst. Ohne Ort [1926]. Mit Frontispiz, Titelbordüre und sieben blattgroßen Illustrationen. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rücken, Rückentitel und Deckelvignetten (signiert: K. Ebert, München). In Kassette mit goldgeprägter Deckelvignette.

Unnummeriertes Exemplar. – 350 nummerierte Exemplar erschienen als Privatdruck »für die Freunde Beardsleys« (Druckvermerk). – Auf Bütten.

18,6 : 11,6 cm. [6], 68, [10] Seiten.

Hayn/Gotendorf IX, 571. – Lasner 151 B

391  Bremer Presse – Francis Bacon. The Essays.

€ 750

Tölz 1920. Originalpergamentband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Originalschuber.

Sechstes Buch der Bremer Presse. – Eins von 270 Exemplaren. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Titel und Initialen von Anna Simons. – Ernst Schulte-Strathaus lobt dieses Werk »Ich gestehe, […] daß für mich der Bacon der Bremer Presse der schönste von allen Drucken ist, die uns die letzten Jahre gebracht haben« (Die Bücherstube 1920, S. 181). – Sehr gutes Exemplar.

26,8 : 17,7 cm. 242, [6] Seiten.

Lehnacker 6. – Rodenberg 57, 6. – Schauer II, 72

392  Bremer Presse – [Rudolf Borchardt]. Biblia: Das ist: Die Gantze Heilige Schrifft-Deudsch. D. Martin Luther.

€ 200

Verlagsankündigung der Bremer Presse. München, Dezember 1926. Gefalzte Doppelblätter.

Selten erhalten gebliebene Verlagswerbung für das Mammutprojekt der Presse, die fünfbändige Bibelausgabe. – Ein Doppelblatt im Format des Buches mit Titel und dem dreiseitigen Einführungstext zur Edition. Diese am Ende mit Angaben zu Umfang, Einbänden und Preisen. – Beigelegt sind hier zwei gefalzte Rohbogen aus dem ersten Band. – Auf dem Büttenpapier, das auch für die Bücher verwendet wurde, gesetzt aus der Bibel-Type der Bremer Presse, die extra für dieses Werk von Louis Hell geschnitten wurde. Den Titel und eine Initiale zeichnete, wie bei der Buchausgabe, einmal mehr Anna Simons.

35,5 : 25,0 cm. [4 und 12] Seiten.

Lehnacker 101

393  Bremer Presse – Homer. Ilias [griechisch].

€ 800

München 1923. Originalpergamentband mit Vergoldung (signiert: Bremer Binderei F. TH.). Im Originalschuber.

Eins von 615 Exemplaren (durchgehend römisch nummeriert). – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Gesetzt aus der Griechisch Type, die von Willy Wiegand entwickelt und hier zum ersten Mal verwendet wurde. – Den Titel zeichnete Anna Simons. – Herausgegeben von Eduard Schwartz. – Mit einem Beilageblatt der Buchhandlung Leo S. Olschki, Florenz, mit Ankündigung der beiden Homer-Drucke der Bremer Presse.

34,5 : 22,5 cm. [6], [488], [6] Seiten; [6], 368, [22] Seiten.

Lehnacker 15. – Rodenberg 58, 15. – Schauer II, 70 (mit Abbildung)

394  Cranach-Presse – Paul Valery. Gedichte.

€ 600

Übertragen durch Rainer Maria Rilke. Leipzig, Insel 1925. Originalhalbpergamentband mit blauen Kleisterpapierdeckelbezügen; Rückentitel, Deckelinitiale und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Erste deutsche Ausgabe der »Poésies«. – Eins von 400 Exemplaren, auf Bütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 450). Sowohl Kessler als auch Rilke selbst sollen diese Ausgabe auf dem starken, unbeschnittenen und leicht getönten Bütten deutlich mehr geschätzt haben als die Japanexemplare. – Handdruck unter Leitung und nach Satzanordnung von Harry Graf Kessler und Georg Alexander Mathéy. – Eric Gill entwarf die floral verzierte und goldgeprägte Vorderdeckelvignette sowie die rot gedruckten Initiale am Textanfang, die Inselschiff-Titelvignette und die Colophon-Vignette am Ende. – 1924 hatte Harry Graf Kessler versucht, Anton Kippenberg zur Herausgabe einiger Handpressendrucke zu bewegen, die sich qualitativ zwischen den einfachen Drucken der Presse (wie Verwey oder Nostitz) und den »Großprojekten« wie Vergil und Hamlet bewegen sollten. Kessler hoffte dadurch die finanziell schwierige Lage der Cranach-Presse zu verbessern. Kippenberg schlug zu Kesslers Freude vor, die Valery-Übersetzungen Rilkes in solcher Form drucken zu lassen. Die Vignette »Handdruck der Cranach-Presse« entwarf Eric Gill wohl speziell für diesen Reihen-Plan. 1925 lehnte Kippenberg allerdings weitere Drucke mit Verweis auf den schlechten Absatz des Valery-Buches ab.

27,4 : 19,2 cm. 60, [4] Seiten.

Müller-Krumbach 38. – Brinks 59. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 40.– Sarkowski 1798. – Schauer II, 75. – Gill 326. – Fromm VI, 25924

395  Cranach Presse – P[ublius] Vergilius Maronis. Die Eclogen.

€ 1800

In der Ursprache und Deutsch übersetzt von Rudolf Alexander Schröder. Mit Illustrationen gezeichnet und geschnitten von Aristide Maillol. Leipzig, Insel 1926. Mit 43 Holzschnitten von Aristide Maillol sowie einem Holzschnitt-Titel und 17 -Initialen von Eric Gill, letztere ornamentiert von Aristide Maillol. 17 Gefalzte unbeschnittene Druckbogen, zusammen lose in Originalumschlag und -halbpergamentmappe mit Titeln in Rotdruck.

Eins von 250 Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten, davon 225 für den Handel (Gesamtauflage 294). – Der Druck wurde im Frühjahr 1914 auf der Weimarer Handpresse begonnen und, durch den Weltkrieg unterbrochen, erst im Juni 1925 wieder aufgenommen. – Neben der lateinisch-deutschen Fassung erschienen auch Übersetzungen ins Französische und Englische. – Nach den ersten Vorarbeiten zur Satzanordnung, die Harry Graf Kessler schon 1912 begann, schuf Maillol 1912–1914 und 1925 die Holzschnitte. Maillol verlangte für seine Arbeiten ein besonders kostbares Papier. Nachdem zahlreiche Druckproben auf holländischem, deutschem und englischem handgeschöpften Bütten sowie auf China und Japan ihn nicht befriedigt hatten, richtete Harry Graf Kessler eigens die Papiermühle in Monval bei Marly ein, wo unter Mitwirkung von Maillols Neffen Gaspard nach vielerlei Versuchen ein Maillols Ansprüchen genügendes Papier produziert. Angesichts dieser Mühen mutet als tragikomisch an, dass besonders dieser Druck der Cranach-Presse fast immer mehr oder weniger stockfleckig ist. – Der Vergil, eines der Hauptwerke der Presse und zugleich eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts, wurde 1927 auf der Leipziger Buchkunst-Ausstellung ausgezeichnet. Die im Reihentitel angekündigten »Georgica« erschienen nicht mehr in der Cranach-Presse. – Beiliegend der Ankündigungsprospekt für das Werk.

31,8 : 24,5 cm. [6], 110, [12] Seiten. – Durchgehend leicht stockfleckig.

Brinks 63. – Müller-Krumbach 40. – Schauer II, 73 (mit 3 Abbildungen). – Sarkowski 1813. – Gill 328

396  Cranach Presse – Prospekt zu »Die Eclogen des Vergil«.

€ 250

Weimar 1926. Doppelblatt mit einem Holzschnitt von Aristide Maillol und zwei Initialen.

Erster Prospekt zur deutschen Ausgabe der »Eclogen« (1926/27): Gefalztes Doppelblatt. Gesetzt aus der Caslon Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz auf MK-Bütten im Format des Buches. Titelseite mit Holzschnitt (Flöte spielender Hirte), Innenseiten mit der Beschreibung des Druckvorhabens, Rückseite mit Angaben zur Auflagenhöhe der einzelnen Ausgaben und den Preisen. Mit zwei von Eric Gill geschnittenen und Aristide Maillol ornamentierten Initialen. – Dazu: Rudolf Alexander Schröder. The Cranach Press in Weimar. [New York 1968?]. Mit Abbildungen. Originalbroschur. Erste amerikanische Ausgabe der von Schröder eingeleiteten frühen Bibliographie der Presse. Die deutsche Originalfassung erschien 1931 in Imprimatur II (übrigens mit eingeklebten Originalbeispielen).

Brinks 32. – Müller/Krumbach 40 Anmerkung

397  Arno Holz und sein Werk.

€ 900

Deutsche Stimmen zu seinem 60. Geburtstage herausgegeben von Ferdinand Avenarius, Max Liebermann und Max von Schillings. Berlin, Werk-Verlag 1923. Mit sechs signierten Originalgraphiken und einer Tafel. Originalhalbpergamentband mit Deckelholzschnitt und Schutzumschlag.

Zweiter Druck des Werk-Verlags. – Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und mit sechs signierten Arno Holz-Porträts von Lovis Corinth (Lithographie, Müller 586), Max Liebermann (Lithographie, Schiefler 350b), Max Pechstein (Holzschnitt, Krüger H 296) sowie Emil Stumpp (zwei Lithographien, 1920 und 1923) und Heinrich Wolff (Radierung). – Die Texte druckte Otto von Holten, die sechs Graphiken Fesling und Roll auf China. Als Frontispiz diente ein illustriertes Grußwort von Walther Klemm. – Die ornamentale Einbandillustration zeichnete Hans Thaddäus Hoyer, in Holz geschnitten wurde sie von Bruno Rollitz. – Mit Lobreden auf Arno Holz von Herwarth Walden, Alfred Richard Meyer, Leo Perutz, Franz Werfel, Hermann Hesse, Alfred Döblin, Julius Meier-Gräfe, Bruno Frank, Klabund, Richard von Schaukal, Kurt Tucholsky, Gustav Stresemann, Erich Mühsam, Hermann Struck und vielen anderen. – Dazu: Alfred Richard Meyer. Weniger feierliche denn wesentliche Worte zum 60. Geburtstag von Arno Holz gesprochen am 26. April 1923 im Lessing-Museum Berlin. Berlin, Werk-Verlag 1923. Kordelgeheftete Originalbroschur. Eins von 250 Exemplaren. Sechster Druck des Werk-Verlages. – Beide sehr gut erhalten.

30,0 : 24,0 cm. [2], 57, [9] Seiten, 1 Tafel, 6 Graphiken. – Unter- und hinterer Seitenrand mit winzigen Fehlstellen im Bezugspapier. Umschlagpapier mit kleinen Einrissen. – Vorsatzpapier mit Abklatsch des Schutzumschlags.

Söhn HDOG 234

398  Insel Verlag – Charles Baudelaire. Blumen des Bösen.

€ 200

In deutsche Verse übertragen von Graf Wolf v. Kalckreuth. Leipzig, Insel 1907. Mit illustriertem Titel und sechs Vignetten von H. W. Wulff. Flexibler, bordeauxroter Originalkalblederband mit goldgeprägter Vignette, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Unnummeriertes Exemplar, über die Auflage von 800 gedruckt (Gesamtauflage 850). – Titelblatt, Vignetten und Einband entwarf von Heinrich Wilhelm Wulff. – Einige Jahre zuvor hatte Stefan George den berühmten Zyklus erstmals ins Deutsche übertragen.

18,7 : 13,8 cm. [6], 155, [5] Seiten. – Rücken etwas verfärbt und wie die Ränder berieben, oberes Kapital stärker.

Sarkowski 99. – Fromm I, 2224

399  Insel Verlag – Goethes Italienische Reise.

€ 200

Mit den Zeichnungen Goethes, seiner Freunde und Kunstgenossen. Neu herausgegeben vom Goethe-Nationalmuseum. Leipzig, Insel 1925. Mit 174 teils farbigen Abbildungen auf Tafeln und im Text. Roter Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und blauen marmorierten Vorsätzen.

Exemplar der unbezeichneten Vorzugsausgabe in Ganzleder. Insgesamt wurden 2400 Exemplare gedruckt. – Nach mehreren Anläufen brach Goethe im Spätsommer 1786 endlich nach Italien auf und erreichte am 8. September 1786 den Brenner: »Von Innsbruck herauf wird es immer schöner, da hilft kein Beschreiben«. Goethe hielt sich bis Mai 1788 in Italien auf. Nach naturwissenschaftlichen Beobachtungen traten nach dem ersten Venedig-Aufenthalt kulturelle Themen in den Vordergrund. – Das Werk erschien, stark überarbeitet, jedoch immer noch in Tagebuchform, erstmals zwischen 1813 und 1817. Neben »Dichtung und Wahrheit« bildet die »Italienische Reise« den wichtigsten autobiographischen Text von Goethes Hand. – Goethes künstlerisches Bemühen spiegelt sich in unzähligen Zeichnungen und Skizzen, die in der vorliegenden Ausgabe um Schöpfungen von Angelika Kauffmann, Philipp Hackert, Tischbein, Kniep, Joh. G. Schütz (Römisches Carneval) und anderen erweitert wurden. – Die zweite Ausgabe des Insel Verlages erschien ohne das Nachwort von Georg von Graevenitz.

35,3 : 23,5 cm. [8], 343, [5] Seiten, 126 Tafeln. – Ecken und besonders die Stehkanten bestoßen. Rückenschild verblasst.

Sarkowski 591 A

400  Insel Verlag – Rainer Maria Rilke. Das Stundenbuch,

€ 300

enthaltend die drei Bücher: Vom moenchischen Leben/Von der Pilgerschaft/Von der Armut und vom Tode. Leipzig [1921]. Originalpergamentband mit Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Erster Druck der Insel Presse. – Eins von 440 Exemplaren. – Gedruckt von Poeschel & Trepte, Leipzig, auf Van Gelder-Bütten. – Zweifarbiger Titel von Walter Tiemann. – Für die drei Drucke der Insel-Presse wurde eine eigene Schrift verwendet: Die von Carl Ernst Poeschel in England wiederaufgefundene gotische Schrift von William Caslon – eine der ersten dieser 1720 gegründeten englischen Schriftgießerei – wurde neu gegossen. – Sehr schönes Exemplar.

28,0 : 18,5 cm. [6], 105, [5] Seiten.

Sarkowski 1360. – Rodenberg 96, 1

401  Insel Verlag – Emile Verhaeren. Ausgewählte Gedichte. – Drei Dramen. – Stefan Zweig. Emile Verhaeren.

€ 150

Leipzig, Insel 1910. Drei schwarze Originalkalblederbände mit reicher ornamentaler Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelvignetten und -fileten.

Erste bzw. zweite Auflage (Ausgewählte Gedichte) dieser Nachdichtungen bzw. der Biographie von Stefan Zweig. – Auf festem, glatt gestrichenen Papier. – Entwurf der Einbände von Emil Rudolf Weiß. – Bereits 1904 erschien im Insel-Verlag – übernommen von Schuster und Löffler – eine Ausgabe der Gedichte in der Nachdichtung von Stefan Zweig mit Buchschmuck von Théo van Rysselberghe.

Je 20,0 : 13,0 cm. – Rücken etwas verblasst. – Vortitelblatt der Gedichte mit langem handschriftlichem Eintrag.

Sarkowski 1816, 1817 und 1956. – Klawiter I 80, I 81 und G 284. – Fromm 26226 und 26211

402  Insel Verlag – Paul Verlaine. Ausgewählte Gedichte.

€ 200

Übertragen von Graf Wolf v. Kalckreuth. Leipzig, Insel 1906. Originalpergamentband; Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 850). – Deckelillustration, Titel und die zahlreichen Vignetten zeichnete Heinrich Wilhelm Wulff. – Sehr schönes Exemplar.

19,5 : 14,7 cm. [4],156, [8] Seiten.

Sarkowski 1831. – Fromm VI, 26308

403  Marées-Gesellschaft – [Publius] Ovid Naso. Amores.

€ 450

Libri tres. München, R. Piper 1918. Mit zahlreichen radierten Vignetten von André Lambert und Text nach der Kalligraphie von Heinrich Wieÿnck in Kupferätzung. Pergamentband der Zeit; Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Sechster Druck der Marées-Gesellschaft. – Unnummeriertes Exemplar, wie weitere 50 der zweiten Vorzugsausgabe auf Velin von Wiggins, Teape & Co. mit Wasserzeichen »Hand mit Tulpe« (Gesamtauflage 240, davon 212 für den Handel). – Letztes Blatt mit dem Dedikationsvermerk »Rudolf Freiherr von Simolin ließ dieses Exemplar drucken für Elisabeth Breitling. – Lateinisch-deutscher Paralleltext. Die Übersetzung stammt von Rudolph Schott. – Der gesamte Text wurde nach der Kalligraphie Heinrich Wieÿnck auf Kupfer übertragen und geätzt. Heinrich Wieÿnck (1874–1931) gehörte neben Eckmann, Peter Behrens, Ernst Rudolf Weiß und Rudolf Koch zu den Pionieren der neuzeitlichen Schriftkunst. – Die Radierungen von André Lambert bilden die Titel- und Zwischentitel sowie Kopf- und Schlussvignetten zu jedem Gesang. Jede Seite des Buches wurde von einer Kupferplatte gedruckt. Insofern entspricht auch dieser Druck der Marées-Gesellschaft Rodenbergs idealer Vorstellung von der Verbindung zwischen Wort und Illustration. – Sehr schönes, absolut breitrandig belassenes Exemplar.

26,5 : 20,5 cm. [8], 281, [7] Seiten.

Rodenberg 363f. – Schauer II, 88

405  Officina Serpentis – Johann Wolfgang von Goethe. Helena.

€ 450

Klassisch-romantische Phantasmagorie, Zwischenspiel zu Faust. Berlin-Steglitz 1922. Roter Maroquinband mit Filetenvergoldung, Lederspiegeln und Seidenvorsätzen (signiert: Th. Jirasko).

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Handpressendruck der Officina Serpentis, in Rot und Schwarz. – Die 1911 von E. W. Tieffenbach gegründete Handpresse wurde durch die konsequente Verwendung alter Druckschriften bekannt. Der hier verwendete »lateinische« Type, die in der Bauerschen Gießerei eigens für die Officina Serpentis geschnitten wurde, diente die Schöffersche Bibeltype von 1462 als Vorbild (vgl. Rodenberg S, 108). – 1922 druckte Tieffenbach fünf Goethe-Ausgaben, alle mit roten Titeln und Initialen nach den Entwürfen von Hanns Thaddäus Hoyer von Bruno Rollitz in Holz geschnitten. Bei »Helena« kam Hoyers berühmtes Schlangensignet der Presse erstmals zur Anwendung.

28,8 : 20,5 cm. 76, [4] Seiten. – Deckel mit kaum sichtbaren Spuren der Schuberbenutzung (!).

Backe 68. – Rodenberg 114

406  Georg Schrimpf – Eduard Mörike. Gedichte.

€ 200

Mit Originalholzschnitten von Georg Schrimpf. München, Verlag der Münchner Drucke 1924. Mit neun Textholzschnitten von Georg Schrimpf. Originalinterimspappband mit schwarz-weißen Holzschnittbezügen und gold-schwarzem Titelschild.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 190 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Als dritter Holzschnitt hier »Liebesvorzeichen« statt »Wanderer«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Nach ersten Erfolgen durch die Ausstellungen in Herwarth Waldens Galerie »Der Sturm« ging Georg Schrimpf 1917 nach München. Dort stellte er regelmäßig in der Galerie Neue Kunst Hans Goltz aus, für den er auch zahlreiche Drucke illustrierte und die bekannten Einbandaquarelle schuf. Die Mörike-Holzschnitte dokumentieren Schrimpfs Übergang vom Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit. – Bis auf den leicht gebräunten Rücken tadellos erhalten und unbeschnitten.

26,0 : 16,2 cm. [96] Seiten. – Schuberränder und Rücken etwas gebräunt.

Hofmann/Praeger, S. 237. – Mörike Slg. Berge, S. 108

407  Shakespeare Head Press – [Giovanni] Boccaccio. Decameron.

€ 250

Volume The First [and] The Second. Oxford, Basil Blackwell 1934. Mit breiten Holzschnitt-Titelbordüren und zahlreichen Holzschnitt-Illustrationen im Text. Originalhalblederbände mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 328). – Gedruckt in Blau und Schwarz auf der Shakespeare Head Press, Oxford. – I. The Modell of Wit, Mirth, Eloquence and Conversation framed in ten Days, of an hundred curious Pieces, by seven honourable Ladies, and three noble Gentlemen. – II. Containing a hundred pleasant Novels. […] The last five Dayes. – Die Holzschnitte und Initialen von Beedham und Joyce Francis sind Nachschnitte der in der Gregorius-Ausgabe (Venedig 1492) verwendeten. Diese erste illustrierte italienische Boccaccio-Edition gilt als eines der besten venezianischen Holzschnittbücher des 15. Jahrhunderts. – Der Text stammt aus der anonymen englischen Übersetzung, die 1625 von Isaac Jaggard, der auch für die Herausgabe des ersten Folios von Shakespeare verantwortlich war, gedruckt wurde. Die Shakespeare Head Press wurde 1904 von A. H. Bullen gegründet und nach dessen Tod 1920 von Basil Blackwell und seinem Partner Bernard Newdigate übernommen.

29,0 : 21,0 cm. [4], XV, [1], 318, [8] Seiten; [4], XVI, 268, [6] Seiten. – Einbände fleckig, Ecken und Kanten etwas berieben.

Ransom 19, 83. – Franklin 351 (beide datieren 1935). – Healey, Italian in English Translation 3404

408  Stendhal [Marie-Henri Beyle]. Œuvres complètes.

€ 2000

Pupliées sous la direction d’ Édouard Champion [de l’année 1919: et] Paul Arbelet. 34 tomes. Paris, Librairie Ancienne Honoré Champion 1913–1934. Mit zahlreichen Tafeln und Faksimiles. Dunkelblaue Halbmaroquinbände mit vergoldeten Rückenfileten, zwei braun-goldenen Rückenschildern und Kopfschnittvergoldung.

Erste Gesamtausgabe, mit Anmerkungen und Kommentaren. – Exemplar 128, eins von 100 der dritten Vorzugsausgabe auf holländischem Bütten mit einer zusätzlichen Suite aller Tafeln auf Japon Impérial (Gesamtauflage 1235). – Vor dem Ersten Weltkrieg begonnen und sogleich wieder unterbrochen, erschienen insgesamt 32 Bände mit Werken sowie fünf Bände mit Biographie und Bibliographie. Es fehlen hier die 1938–1940 erschienenen abschließenden drei Bände »Promenades dans Rome«. Jeder Band mit Faksimiles der Titelblätter der Originalausgaben und einigen Bildtafeln und Porträts. – Werke: Vie de Henri Brulard (2), Rome, Naples et Florence (2), La vie de Rossini (2), Le rouge et noir (2), Journal (5), Histoire de la peinture en Italie (2), Racine et Shakespeare (2), Armance (1), De l’amour (2), Lucien Leuwen (4), Vie de Napoléon (1), Mémoires sur Napoléon (1), Mémoires d’un touriste (3). – Supplemente: Adolphe Paupe. La vie littéraire de Stendhal. – Henrio Cordier. Bibliographie Stendhalienne. – Paul Arbelet. La jeunesse de Stendhal (2). – Makellos, inhaltsreich und dekorativ.

22,3 : 14,3 cm, ca. 160 cm »breit«. – Die Rücken der sieben zuletzt erschienenen Bände in minimal abweichendem Blauton, einige andere minimal verblasst.

409  Pierre Bonnard – Longus. Les pastorales ou Daphnis et Chloé.

€ 4500

Traduction de J. Amyot. Revue, corrigée […] par P.-L. Courier. Lithographies originales de P. Bonnard. Paris, Ambroise Vollard 1902. Mit 151 Lithographien im Text. Grüner Maroquinband mit Seidenvorsätzen; Rückentitel, Stehkantenfileten und fünffache auf den Innenkanten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: H. Fikentscher, Leipzig 1920). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen – Eins von 200 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen »Daphnis et Chloé«. – Neben »Parallèlement« von Paul Verlaine das zweite große Frühwerk des Künstlers, beide erschienen im Verlag seines Freundes Ambroise Vollard. – Bonnards Lithographien zeichnen sich einmal mehr durch eine besondere Weichheit aus, die meisten füllen großformatig je etwa zwei Drittel der rechten Buchseiten aus. – Insgesamt sehr schönes Exemplar dieses Frühwerks der modernen französischen Buchillustration.

30,0 : 25,2 cm. [2], X, 294, [6] Seiten. – Rücken stark verblasst. – Wie in zwei weiteren Vergleichsexemplaren die Blätter der Lagen 5 und 7 mit stärkeren Verfärbungen.

Garvey 28. – Rauch 22. – Skira 22. – Bouvet 75. – Monod 7262

410  Auguste Rodin – Octave Mirbeau. Le Jardin des Supplices

€ 4500

Vingt compositions originales de Auguste Rodin. Paris, Ambroise Vollard 1902. Mit fünf Lithographien von Rodin und 15 Lithographien nach seinen Aquarellen und Zeichnungen, 18 der insgesamt 20 Lithographien farbig. Dunkelgrüner Maroquinband (signiert: Frieda Thiersch) mit reicher Vergoldung des Rückens, der Deckel- und Stehkantenfileten und der Innenkanten mit Fileten und Fleurons. Kopfschnitt vergoldet, Vorsätze und Spiegel mit hellroter Seide bezogen, in gefüttertem Schuber mit Lederkanten.

Eins von 155 Exemplaren auf speziell angefertigtem Velin von Masure et Perrigot mit dem Wasserzeichen »Le Jardin des Supplices« (Gesamtauflage 200). – Laut Delteil sind fünf Lithographien von Rodin direkt auf den Stein gezeichnet, die übrigen wurden nach seinen Vorlagen von M. A. Clot auf die Steine übertragen. – Octave Mirbeaus Roman erschien erstmals 1899 (und schon damals mit einem Frontispiz von Rodin). Dessen Aquarelle und Zeichnungen voll zarter Lieblichkeit lassen kaum vermuten, dass Mirbeaus Text von Grausamkeiten und Zivilisationshass geprägt ist. Der »hybride Katalog von ausgeklügelten Foltermethoden« (KLL 10722), denen der anonyme Ich-Erzähler im Garten seiner Geliebten, der Engländerin Miss Clara, beiwohnen muss, soll Kafka zu seiner Erzählung »In der Strafkolonie« angeregt haben. – Jede Lithographie mit einem Seidenpapiervorblatt mit der entsprechenden Textpassage und einer verkleinerten Wiedergabe der Zeichnung. – Nahezu perfektes Exemplar.

32,5 : 25,5 cm. [4], 167, [5] Seiten, 20 Lithographien, 20 Zwischenblätter. – Rücken verfärbt, eine Schuberkante aufgeplatzt, sonst tadellos.

Jentsch, Vollard 3. – Garvey 261. – Monod 8201. – Delteil VI, 13–17

411  Ambroise Vollard. Paul Cézanne.

€ 1200

Paris, Ambroise Vollard 1914. Mit einer Radierung von Cezanne, 56 Tafeln, teils farbig, teils Heliogravüren, und zahlreichen Textabbildungen nach seinen Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden. Halbmaroquinband mit vergoldetem Rückenschild und Kopfgoldschnitt (H. Fikentscher, Leipzig).

Eins von 650 Exemplaren auf getöntem Velin (Gesamtauflage 1000). – Mit der Radierung »Tête de femme« (Venturi 1160) aus dem Jahr 1873, posthum von der Originalplatte für diese Ausgabe gedruckt. – Als Jurastudent kam 1890 Vollard nach Frankreich. Er wurde zu einem der bedeutendsten Kunsthändler und Verleger des 20 Jahrhunderts. »Mit sicherem Gespür entdeckte er unter der Vielzahl der Pariser Künstler die wichtigsten und sicherte sich deren Werke zu einem Zeitpunkt, als kein Mensch sich für diese Kunst interessierte. So war es Vollard, der Picasso 1901 seine erste Einzelausstellung ausrichtete. Auch Cézanne, Bonnard und Matisse ermöglichte er ihre ersten Einzelpräsentationen. Von Derain und Vlaminck kaufte er deren gesamte Ateliers leer. Seine Galerie in der Rue Lafitte, die er 1895 mit der ersten umfassenden Ausstellung von Gemälden van Goghs eröffnet hatte, war vollgestopft mit Kunst. Bilder und Graphiken stapelten sich vom Boden bis zur Decke. Zusammengerollt lagen Leinwände herum, die heute der Stolz bedeutender Museen in der ganzen Welt sind« (Ralph Jentsch, Ambroise Vollard Éditeur, Einführung). – Der Einband wurde (lt. beiliegender Rechnungskopie) 1918 für Hans Mardersteig c/o Kurt Wolff Verlag in der Handbindeabteilung bei H. Fikentscher ausgeführt. Der illustrierte Originalumschlag wurde am Ende eingebunden. – Tadelloses Exemplar.

32,8 : 25,5 cm. [12], 187, [3] Seiten, 56 Tafeln.

Monod 2465. – Jentsch, Vollard 10

412  Paul Gauguin. Noa Noa.

€ 750

Voyage de Tahiti. [Faksimile des Manuskripts]. Herausgegeben von Julius Meier-Graefe. München, R. Piper 1926. Mit zahlreichen, meist montierten farbigen Abbildungen nach Aquarellen, Holzschnitten und Fotografien. Originalraffiabasteinband mit Deckel- und Rückentitel.

45. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 320 Exemplaren im Strohbasteinband (Gesamtauflage 400). – Bereits in den Jahren 1897 und 1901, während Gauguins zweitem Tahiti-Aufenthalt, veröffentlichte Charles Morice, der an der Entstehung des Werkes beteiligt war, erste Teile. »Meanwhile, Gauguin recopied and amplified his manuscript, adding watercolors, woodcuts, and an occasional photograph. The later manuscript, now in the Louvre, is the basis for this facsimile« (Eleanor M. Garvey). Die Druckqualität dieser Edition, die von Kurt Wolffs Faksimile von »Avant et aprés« inspiriert wurde, mit ihren prachtvollen und farblich fein differenzierten Reproduktionen und der durch Einklebung der Bilder entstandenen Authentizität, blieb unübertroffen. – Der Editionsvermerk im Innendeckel eingeklebt.

31,8 : 24,2 cm. [4], 204 [recte 210] Seiten. – Titel auf dem Einband verblasst.

Garvey 115 (mit ganzseitiger Abbildung). – Monod 5158. – Skira 129. – Dokumentations-Bibliothek II, 586 (irrtümlich als 6. Druck der Marées-Gesellschaft bezeichnet)

413  Emil Nolde – Gustav Schiefler. Das graphische Werk Emil Noldes bis 1910.

€ 1200

Berlin, Julius Bard 1911. Mit einem Titel- und 25 Textholzschnitten sowie einer Lithographie. Originalpappband mit Holzschnitt-Deckelvignette.

Erste Ausgabe des bereits im sechsten Jahr des künstlerischen Schaffens erschienenen Verzeichnisses. – Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 435). – Mit dem Holzschnitt »Ägypterin I« und der Lithographie »Der Pflüger«, 25 (Druckvermerk irrig: 26) Textholzschnitten und einer Holzschnittvignette auf dem Vorderdeckel. – Druck der Holzschnitte von den Originalstöcken, die Lithographie wurde bei W. Genthe, Hamburg, gedruckt. – Der Hamburger Richter Gustav Schiefler (1857–1935) war ausgewiesener und engagierter Kunstsammler und Mäzen. Sein Kunstverständnis wurde vor allem von dem damaligen Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, geprägt. Besonders engen Kontakt pflegte er zu den Brücke-Künstlern. 1906 lernte er Nolde kennen. Mit dem frühen Verzeichnis der Graphik Emil Noldes wollte er »Zeugnis ablegen, wie ich seine Kunst schätze, und gleichzeitig versuchen, den Kreis derjenigen zu erweitern, welche an seinen Werken Anteil nehmen und sie sammeln.« (Vorwort). Es erschienen von ihm akribisch ediert (Jentsch: »von den Bearbeitern der Ergänzungsbände auch nicht annähernd erreicht«) auch Verzeichnisse der Graphik von Liebermann, Munch, Laage, Kirchner und Illies.

25,0 : 19,7 cm. [2], 139, [1] Seiten, 1 Holzschnitt, 1 Lithographie. – Ränder gebräunt und etwas fleckig. Ecken und Kapitale leicht bestoßen. Hinterdeckel mit stärkerem Lichtrand.

Jentsch 3. – Schiefler/Mosel H 41–48, 50, 53–58, 60–62, 66–70, 72, 76, 86 III und 96 sowie L 35

414  Wassily Kandinsky. Über das Geistige in der Kunst

€ 250

insbesondere in der Malerei. Mit acht Tafeln und zehn Holzschnitten. Dritte Auflage. München, Piper 1912. Mit zehn Holzschnitten im Text, acht Tafeln und drei Tabellen. Originalpappband mit Holzschnittdeckelvignette.

Kandinskys grundlegende Arbeit zur abstrakten Malerei erschien erstmals im Januar 1912 und war so erfolgreich, dass bereits wenige Wochen später eine überarbeitete zweite Auflage erschien, die im Herbst des Jahres unverändert nchgedruckt werden musste. Kandinsky behandelt »Wirkung der Farbe«, »Formen- und Farbensprache« und »Kunstwerk und Künstler«; seine Betrachtungen sind die Frucht der Notizen aus zehn Jahren. Bereits so früh »hatte er die bis heute relevanten Möglichkeiten abstrakten Gestaltens im Ansatz theoretisch vorformuliert« (KNLL IX, 109f). – Auf unbeschnittenem Maschinenbütten.

23,8 : 19,0 cm. [12], 125, [5] Seiten. – Ränder gebräunt. Oberes Kapital beschädigt.

Jentsch 6. – Roethel 82–92

415  Der Blaue Reiter.

€ 1800

Herausgeber: Kandinsky [und] Franz Marc. Zweite Auflage. München, R. Piper 1914. Mit 43 Tafeln, davon vier koloriert, 98 Abbildungen, drei Musikbeilagen und acht Initialen bzw. Vignetten. Farbig illustrierter Originalleinenband.

Zweite Auflage, nun mit dem Vorwort der Herausgeber. – Eins von 1000 Exemplaren. – Der berühmte Almanach, namensgebend für die Künstlergruppe, hat die Auffassungen zur modernen Kunst wie kaum eine andere Publikation des 20. Jahrhunderts beeinflusst. Beide Auflagen waren Hugo von Tschudi, dem 1911 verstorbenen Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, gewidmet. – Für die vier Tafeln in leuchtendem Pochoirkolorit wählten die Herausgeber je eine eigenes Aquarell (Kandinskys »Entwurf zu Komposition 4« und Marcs »Pferde« – diese gegenüber der Erstausgabe verändert) sowie zwei volkskünstlerische Motive aus. Für den Einband schuf Wassily Kandinsky den berühmten Holzschnitt, hier in der endgültigen Fassung in drei Farben. Rücken und Hinterdeckel zieren zwei Klischeedrucke nach Tuschzeichnungen Kandinskys. – Textbeiträge lieferten neben den Herausgebern auch August Macke, Arnold Schönberg, David Durljuk und andere, die Illustrationen stammen von Arp, Kandinsky, Marc, Kirchner, Heckel, Nolde, Pechstein, Kubin, Klee u. v. a., die Musikbeilagen von Arnold Schönberg, Alban Berg u. Anton von Webern. Zu Unrecht selten erwähnt werden die von Franz Marc und Hans Arp entworfenen Initialen. – Schönes Exemplar.

29,5 : 22,5 cm. [10], 140 Seiten, 40 Tafeln, 5 Blätter Musiknoten. – Einband leicht fleckig, Rücken gebräunt.

Riedel/Hohberg 105 und Bücher 9. – Roethel 141 III (von III), Anhang V, 12–14 und Seite 450. – Jentsch, Expressionismus 5. – Garvey 139

416  Ernst Ludwig Kirchner – W[ill] Grohmann. Kirchner-Zeichnungen.

€ 500

100 Tafeln und zahlreiche Holzschnitte im Text. Dresden, Ernst Arnold 1925. Mit 18 Holzschnitten, davon drei auf dem Einband und 15 im Text, sowie zwei Abbildungen und 100, teils farbigen Tafeln. Illustrierter Originalleinenband.

Arnolds Graphische Bücher, Zweite Folge, Band 6. – Der Text und die Auswahl der Abbildungen entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Grohmann und Kirchner, der großen Wert darauf legte, nicht zusammen mit anderen Künstlern der »Brücke« publiziert zu werden und überhaupt Grohmann eindringlich seine Beratung anbot. – Insgesamt sehr schönes Exemplar.

27,5 : 21,6 cm. 37, [11] Seiten, 100 Tafeln. – Rücken verfblasst.

Dube 832–849. – Schauer II,120. – Rifkind Collection 1481

417  Buchwesen – Konrad Haebler. Der deutsche Wiegendruck in Original-Typenbeispielen.

€ 2000

115 Inkunabelproben. Band I [und] II. München, Weiss & Co. 1927. 55 bzw. 61 Inkunabelblätter, alle unter Passepartout, und Textheft in je einer Originalleinenkassette.

Eins von 13 römisch nummerierten Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 103). – Hier mit einem zusätzlichen Inkunabelblatt (handschriftlich bezeichnet als Tafel 71a aus Kobergers Nürnberger Chronik, Blatt LXVIII – Verona, Type 24). – Die Sammlung vereint 116 originale Inkunabelblätter von 70 Druckern des deutschsprachigen Raumes zwischen 1468 und 1500. – Der Textband mit Register und einer genauen Beschreibung jedes einzelnen Inkunabel-Blatts. – Konrad Haebler (1857–1946) gilt als Altmeister der Inkunabelforschung. 1904 übertrug man ihm die Leitung der Kommission für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke an der Königlichen Bibliothek zu Berlin, 1914 ernannte man ihn zum Direktor der Handschriftenabteilung. Seine großen Verdienste liegen in der Erfassung und typographischen Erforschung der Inkunabeln. Mit Hilfe des Drucktypenvergleichs wurde es möglich, die Drucke nach Ort, Zeit und Drucker zu bestimmen. – Die Blätter tadellos.

55,0 : 44,5 cm (Kassetten). 116 Inkunabelblätter. – Bezugsleinen stockfleckig.

418  Buchwesen – Konrad Haebler. Der italienische Wiegendruck in Original-Typenbeispielen.

€ 2000

120 Inkunabel-Proben. Band I [und] II. München, Weiss & Co. 1927. 55 bzw. 65 Inkunabelblätter, alle unter Passepartout, und Textheft in je einer Originalleinenkassette.

Eins von 13 römisch nummerierten Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 103). – Die Kassetten enthalten insgesamt 120 originale Inkunabel-Blätter von mehr als 80 Druckern aus dem damaligen Italien. – Der Textband mit Register und einer genauen Beschreibung jedes einzelnen Inkunabel-Blatts. – »Mit voller Deutlichkeit werden die Tafeln zeigen, wie weit weniger abwechslungsreich die Formen des italienischen Frühdrucks gestaltet sind, wenn man sie mit dem vergleicht, was in Deutschland zu derselben Zeit und auf demselben Gebiete geleistet worden ist. Weiter verraten die Tafeln unverkennbar, wie das venezianische Vorbild den italienischen Frühdruck fast erdrückend beherrschte, und wie wenig ihm gegenüber der individuelle Ausdruckswille sich geltend zu machen vermocht hat« (Einführung). – Tadellos erhaltene Sammlung.

55,0 : 44,5 cm (Kassetten). 120 Blätter. – Bezugsleinen an den Rändern gering stockfleckig.

419  Stanley Morison. Meisterdrucke aus vier Jahrhunderten.

€ 200

Die Entwicklung des Buchdrucks in lateinischer Schrift in mehr als sechshundert Abbildungen in Lichtdruck dargestellt nach Druckwerken aus den Jahren 1500–1914 mit Text und Registern. Berlin, Wasmuth 1924. Mit 625 Abbildungen. Originalhalbleinenband mit intarsiertem Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren der deutschen Ausgabe in der Übersetzung von Anna Simons. 390 weitere und 13 Vorzugsexemplare erschienen in englischer Originalfassung. – Gedruckt in der University Press, Cambridge, gesetzt aus einem Nachschnitt der von Aldus Manutius für »Hypnerotomachia Poliphili« entworfenen und verwendeten Antiqua.

48,3 : 35,5 cm. XXIX, [3], 243, [1] Seiten. – Ecken bestoßen. Bezugsleinen leicht stockfleckig. Bezugspapier etwas berieben.

420  Stanley Morison. Modern Fine Printing.

€ 200

An Exhibit of printing issued in England, the United States of America, France, Germany, Italy, Switzerland, Czecho-Slovakia, Holland and Sweden during the Twenteeth Century and with few exceptions since the outbreak of the war. London, Ernest Benn1925. Mit 328 Abbildungen. Originalhalbleinenband mit intarsiertem Deckelschild.

Eins von 650 handschriftlich nummerierten englischen Exemplaren, es erschienen weitere 200 Exemplare in französischer und 150 in deutscher Sprache sowie 15 Vorzugsausgaben. – Gedruckt in der University Press, Cambridge, gesetzt aus einem Nachschnitt der von Aldus Manutius für »Hypnerotomachia Poliphili« entworfenen und verwendeten Antiqua. – Mit Abbildungen von Titeln und Textseiten herausragender internationaler Druckwerke des frühen 20. Jahrhunderts.

48,3 : 35,5 cm. LXIV, [152] Seiten. – Bezugspapier etwas berieben.

421  Die Lehrmeister – Martin Dominique Fertel. La Science pratique de l’Imprimerie.

€ 1000

Contenant des insructions tres-faciles pour se perfectionner dans cet Art. On y trouvera une Description de toutes les Pieces dont une Presse est construite […] Saint-Omer 1723. Mit sechs gefalteten Tafeln und einigen Abbildungen in Kupferstich. Halblederband mit Rückenschild und Marmorpapierbezug.

Erste Ausgabe, im Eigenverlag erschienen. – Martin Dominique Fertel (1684–1752) war Drucker des Bischofs von Saint-Omer. Nach seinem Studium bei Benoît Combe perfektionierte er seine Kunst nicht nur in Frankreich, sondern auch in den Niederlanden, in Savoien und in Italien. Seine wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Herstellung qualitativ hochwertiger Bücher. Er behandelt die Auswahl der Schriften, des geeigneten Formats und gibt Aufschluss über typographischen Methoden und Drucktechniken seiner Zeit. – Die gefalteten Tafeln mit Beispielen von Setzkasten- und Schriftmustern, Titelseiten, Druckerpressen, Alphabeten und Druckproben aus der Druckerei des Verfassers.

25,5 : 20,2 cm. [20], 292, [12] Seiten. – Deckel etwas berieben.

Brunet II, 1237: »la première édition de ce traité, aujourd’hui assez rare«

422  Die Lehrmeister – Antoine-François Momoro. Traité élémentaire de l’imprimerie ou

€ 600

Le manuel de l’imprimeur. Paris, Veuve Tilliard & Fils 1796. Mit 36 Kupfertafeln und einer gefalteten Tabelle. Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung.

Zweite Ausgabe. – Antoine-François Momoro (1756–1794) hatte sich bereits in Paris als Drucker etabliert, als 1789 die französische Revolution ausbrach. Er druckte bald darauf in deren Diensten eine Vielzahl revolutionärer Schriften und engagierte sich auch persönlich. Robespierres 1790 propagiertes Motto der Revolution »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« ergänzte Momoro zu »Unité, Indivisibilité de la République; Liberté, Egalité, Fraternité ou la mort« und sorgte für dessen Verbreitung. – Sein Hauptwerk zur Druckkunst, 1793 im Eigenverlag erschienen, bestätigt bis heute seine fundierten Kenntnisse und praktischen Erfahrungen als Typograph. – Die Kupfer gewähren Einblicke in Papiermacherei, Setzerei und Druckerei und zeigen Details von Werkzeugen und Maschinen. 26 Kupfer mit Ausschießmustern und Korrekturzeichen.

IV, 347, [1] Seiten. 37 Tafeln. – Berieben, kleine Schabstellen, Hinterdeckel fleckig. – Anfangs und die letzten Kupfer etwas stockfleckig, 3 Kupfer gebräunt.

Graesse IV, 572 (nur diese Ausgabe)

423  Die Lehrmeister – C. Fl. Gessner [und J. G. Hager]. Der in der Buchdruckerei wohl unterrichtete Lehr-Junge.

€ 1200

Oder: Bey der löblichen Buchdruckerkunst nöthige und nüzliche Anfangsgründe, darinnen alles, was bey selbiger in Acht zu nehmen und zu lernen vorfällt, von einem Kunstverwandten mitgetheilet wird. – Nachgebunden: Depositio cornuti typographici. – Leipzig, C. F. Geßner 1743. Mit gestochenem Frontispiz und 17, davon neun gefalteten bzw. doppelblattgroßen, Kupferstichen, einer gestochen Kopfvignette und einigen Textholzschnitten. Pergamentband um 1900 mit vergoldetem Rückenschild.

Erste Ausgabe des wichtigen Lehrbuchs, das neben typographischem Grundwissen auch orthographische Regeln zur deutschen und verschiedensten fremden Sprachen und Schriften vermittelt. Ausführlich werden Ausschießvorlagen für den Druck diverser Formate vorgestellt. – Mit zahlreichen Schrift- und Typenproben, Alphabeten, Hieroglyphen, teils auf Kupfertafeln, teils als Holzschnitte im Text. – Die Schriftproben entstammen der Ehrhardt’schen Schriftgießerei sowie von den Wittenberger Schriftgießern C. Zineken & J. W. Boßvögel. – Mit eigenhändiger Widmung von Kurt Wolff auf dem weißen Vorsatzblatt »Das Buch vom ›Lehrjungen‹ dem künftigen Meister mit herzlichem Weihnachtsgruss | Kurt Wolff | XII/22«. Die wohlwollend prophetische Widmung bezieht sich auf die Trennung Hans Mardersteigs vom Müchner Verlag. »Kurt Wolff hatte die Gründung der Officina Bodoni mit lebhaftestem Anteil verfolgt […] Als ich ihm im Januar 1923 den ersten Probedruck der Offizin mit Goethes Urworten gesandt hatte, antwortete er mir bald darauf mit dem Wunsch, die herrliche ›Marienbader Elegie‹ von mir gedruckt zu sehen. Und so geschah es mit großer Freude.« (Hans Mardersteig in der Bibliographie seiner Presse). – Tadellos schönes Exemplar.

17,5 : 10,8 cm. [40], XIII, [17], 462; 112 Seiten, 18 Kupfer. – Titelblatt leicht fingerfleckig.

Bigmore/Wyman I, 265

424  Officina Bodoni – Elizabeth Barrett Browning. Sonnets from the Portuguese.

€ 400

Montagnola 1925. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel, Deckelsignet und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 225 Exemplaren (Gesamtauflage 230). – Satz aus der Bodoni Catania Antiqua. – Gedruckt auf Fabriano-Bütten. – Die Sonette, Zeugnis und Ausdruck der Liebe der Autorin zu ihrem Gatten Robert Browning, entstanden im Winter 1846–47. 1845 hatte das Paar gegen den Willen von Elizabeths Vater geheiratet und lebte seitdem in Florenz.

25,7 : 17,9 cm. [4], 54, [6] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 12. – Schauer II, 78

425  Officina Bodoni – Crito.

€ 1200

A Socratic Dialogue by Plato. Translated by Henry Cary. Paris, Pleiad Press 1926. Bordeauxroter geglätteter Originaloasenmaroquinband; Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Officina Budoni fec). In gefüttertem Originalschuber mit Lederkanten.

Druckvermerk mit dem eigenhändigen Zusatz »Printers copy | One of five copies printed on Japanese Vellum | F. W.«. – Diese Zeilen stammen von Frederic Warde, dem amerikanischen Typographen. Hans Mardersteig hatte den Mitarbeiter von Stanley Morison im Frühjahr 1925 in Paris kennengelernt. Morison und Warde bewunderten den italienischen Schreibmeister Ludovico Arrihgi und Warden entwarf zwei nach diesem Schriften, die kursive Arrighi-Vicenza wurde hier erstmal verwendet. – Die eigentliche Auflage von 475 Exemplaren wurde auf Bütten gedruckt. – Früher Druck der damals noch in Montagnola ansässigen Presse. – In der Vorzugsausgabe nahezu unauffindbar.

23,6 : 15,5 cm. XXXVI, [12] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Schmoller/Mardersteig 16

426  Officina Bodoni – Horace Walpole. Hieroglyphic Tales.

€ 900

London, Elkin Mathews 1926. Bordeauxroter Originaloasenmaroquinband mit rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkanten sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: Officina Bodoni fec.). In gefüttertem Originalschuber mit Lederkanten.

Verlegerexemplar im unikalen Einband, im Druckvermerk monogrammiert »HM«. Die Auflage von 250 Exemplaren erschien in Kleisterpapierpappbänden. – Gesetzt aus der Bodoni Cuneo, gedruckt in Montagnola, auf Binda-Büttenpapier. – Englischer Originaltext der sechs Erzählungen von Walpole mit Vorwort, Nachwort und Anmerkungen des Autors nach der ersten Ausgabe von 1785.

23,7 : 16,3 cm. 85, [7] Seiten. – Rücken minimal aufgehellt. – Einige Lagen stockfleckig.

Schmoller/Mardersteig 18

427  Officina Bodoni – Carlo [Charles] Ricketts. Dell’arte della stampa.

€ 1000

Verona, Stabilimenti Grafici Mondadori 1926. Rostroter Originalmaroquinband mit dezenter Rücken- und Filetenvergoldung (signiert: Officina Bodoni fec). Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Unikales Exemplar für Hans Mardersteig auf Japan und im Ganzledereinband. Die Auflage von 125 Exemplaren wurde auf Fabriano-Bütten gedruckt und in Halbpergament gebunden. – Italienische Übersetzung von Charles Ricketts’ »A defense of the revival of printing«. – Einer der letzten Drucke in Montagnola, schon für den Veroneser Verleger. – Gesetzt aus der Bodoni Cuneo Antiqua und Kursiv.

20,6 : 13,6 cm. 41, [9] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 19

428  Officina Bodoni – Carlo Ricketts. Dell’arte della stampa.

€ 300

Montagnola 1926. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Exemplar »E«, wie die 125 Exemplare auf Fabriano-Bütten und in Halbpergament gebunden. – Italienische Übersetzung des Textes »A defense of the revival of printing« von Charles Ricketts. – Gesetzt aus der 12pt Bodoni Cuneo Antiqua und Kursiv, gedruckt für Stabilimenti Grafici Mondadori di Verona.

20,6 : 13,6 cm. 41, [9] Seiten. – Schuber angestaubt.

Schmoller/Mardersteig 19

429  Officina Bodoni – A newly discovered Treatise on classic Letter Design

€ 700

printed at Parma by Damanius Moyllus circa 1480. Reproduced in Facsimile with an Introduction by Stanley Morison. Paris, Pegasus Press 1927. Roter geglätteter Originalmaroquinband auf fünf Bünden mit vergoldeten Fileten und Kopfgoldschnitt (signiert: Officina Bodoni fec). Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Wohl unikaler Einband in Ganzleder. – Eins von 50 Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 350), gedruckt auf Arches-Bütten. – »Das kleine Büchlein enthält die erste bisher bekannte gedruckte Konstruktion eines römischen Alphabets aus dem Quattrocento. Das Exemplar [der Ausgabe Parma 1480] wurde von Leo Olschki entdeckt und befindet sich heute als Gabe von Tammaro De Marinis in der Biblioteca Palatina von Parma« (Schmoller/Mardersteig, S. 34). – Das Original wurde bei Albert Fritsch, Berlin, in Lichtdruck faksimiliert und ergänzt mit einer Einleitung von Stanley Morison und der englischen Übersetzung des Textes.

18,9 : 12,8 cm. 23, [3], 81, [3] Seiten, 24 Blätter Faksimile. – Rücken leicht verblasst. – Vorsatzpapiere mit Leimschatten.

Schmoller/Mardersteig 21

430  Officina Bodoni – Beethovens Heiligenstädter Testament.

€ 250

Montagnola 1927. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Unnummeriertes Exemplar eines kleinen Privatdrucks »für Freunde«, dieses für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 33). – Originaltext des Testaments, geschrieben in Heiligenstadt am 6. Oktober 1802. – Gesetzt aus der Bodoni Casale Antiqua, gedruckt auf Marais-Bütten. – Das schmale Bändchen war der letzte Druck der Officina Bodoni in Montagnola vor Mardersteigs Umzug nach Verona.

29,2 : 19,8 cm. 13, [7] Seiten. – Innen schwach stockfleckig.

Schmoller/Mardersteig 22

431  Officina Bodoni – Antonio Cippico. Musa limitaris.

€ 450

Mailand, Mondadori 1928. Originalpergamentband; Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 115 Exemplaren auf Fabriano Bütten (Gesamtauflage 147). – Gedichte in italienischer Sprache. – Einer der ersten Drucke Mardersteigs in Verona. – Selten und tadellos erhalten.

29,1 : 20,3 cm. 49, [11] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 26

432  Officina Bodoni – Das Weihnachtsmärchen

€ 300

aus den beiden Evangelien Lukas & Matthaeus. Verona 1928. Fadengebundene Originalbroschur mit roter Deckelvignette.

Eins von nur 40 Exemplaren. – Privatdruck, nicht für den Handel bestimmt. – Auf Montval Bütten. – Vorsatzblatt mit den Bleistift -Initialen von Hans Mardersteig.

26,3 : 18,0 cm. 6, [2] Seiten. – Vorderumschlag mit kleinem Fleck.

Schmoller/Mardersteig 29

433  Officina Bodoni – Die Officina Bodoni.

€ 500

Das Werkbuch einer Handpresse in den ersten sechs Jahren ihres Wirkens. Paris, Pegasus 1929. Mit zwölf ganzseitigen Holzschnitten im Text, sowie 13 Tafeln mit Schriftproben. Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Mit Originalschutzumschlag.

Eins von 350 Exemplaren der deutschen Ausgabe, weitere 500 Exemplare erschienen in englischer Sprache, 200 in italienischer. – Der frühe Katalog der Presse enthält das »Credo« von Hans Mardersteig, den ausdrucksstarken Holzschnittzyklus von Frans Masereel zu »Wie ein Buch in der Offizin entsteht« und ein Verzeichnis der Editionen 1923–1929. – Handpressendruck mit originalen Bodoni-Schriften, gedruckt auf Lafuma-Papier. Auch die montierten Schriftproben wurden auf der Handpresse gedruckt. – Dazu: Zahlreiche Schriftproben und Prospekte der Officina Bodoni und anderer Druckerein.

30,2 : 21,7 cm. 80, [4] Seiten, 13 Tafeln.

Schmoller/Mardersteig 31. – Ritter C a 44

434  Officina Bodoni – Georg Reinhart. Aus meinem Leben.

€ 750

Winterthur MCMXXXI. Als Manuskript gedruckt. Verona 1931. Mit einem Porträt, zwei Textholzschnitten und 17 Tafeln bzw. blattgroßen Lichtdrucken nach Zeichnungen des Verfassers sowie einem montierten Etikett. Dunkelblauer Originalecrasélederband; Rückentitel, Stehkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber mit Lederkanten. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe des Privatdrucks, den Hans Mardersteig in einhundert Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten auf der Handpresse der Officina Bodoni in Verona druckte. – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung Reinharts für Hans Mardersteig »Dem unübertrefflichen Drucker meines kleinen Werkes mit vielem Dank für seine Mühewaltung […]«. – Der Winterthurer Mäzen Georg Reinhart (1877––1955) war stiller Teilhaber der Officina Bodoni und ermöglichte Hans Mardersteig im Jahr 1922 die Gründung der Handpresse in Montagnola, mit der Mardersteig 1926 nach Verona übersiedelte. Reinharts Kunstsammlung, die neben Arbeiten zeitgenössischer Schweizer Künstler auch Kunstwerke von Hofer, Kolbe, Liebermann, Masereel, Picasso, Renoir, Rousseau, Vlaminck und anderen enthielt, dokumentierte der Sammler bereits 1922 in einem üppigen Katalog, dessen Gestaltung und Druck Hans Mardersteig leitete: Georg Reinhart. Katalog meiner Sammlung. Winterthur 1922. Mit 55 Lichtdrucktafeln nach Hermann Lincks Fotografien der Kunstwerke. Originalhalbpergamentband mit Rückenschild. – Georg Reinhart 1877–1955 Zum Gedächtnis. Verona 1956. Originalhalbpergamentband. Satz der Officina Bodoni, Druck der Stamperia Valdonega. Mit Originalbeilagen. – C. F. Ramuz. Die Geschichte vom Soldaten. Frei Nachdichtung von Hans Reinhart. Zürich 1924. Originalbroschur. Mit eigenhändiger Widmung des Übersetzers, dem Bruder von Georg Reinhart.

15,8 : 10,5 cm. 449, [3] Seiten, 5 Tafeln. – Rücken verfärbt, Vordergelenk leicht brüchig.

Schmoller/Mardersteig 37

435  Hans Linck. Frans Masereels Mosaiken für die Villa Reinhart.

€ 750

14 Fotografien. Vintages, Silbergelantine. Um 1940. 16,5 : 22,5 cm.

Die vollständige Folge mit Abbildungen der 13 Mosaiken von Frans Masereel (und einem Detailfoto). – 1930/31 hatte Frans Masereel für das Sonnenbad der Villa des Kunstsammlers und Mäzens Georg Reinhart hoch über dem Winterthurer Tössertobel dreizehn Mosaiken entworfen, die in den Farben Schwarz, Grau, Weiß und Gold ausgeführt wurden. – Nach den rückseitigen Beschriftungen der Fotografien bilden sie neben dem Eingangsmosaik »La ville« drei Zyklen mit je vier Mosaiken: Jahreszeiten, Tageszeiten und die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde. »Jedes Thema wird durch die Beziehung einer weiblichen Figur zu dem sie jeweils umgebenden Bildinhalt dargestellt.« (Harry Joelson-Strohbach). – Jede Fotografie rückseitig handschriftlich betitelt, nummeriert und mit der Negativnummer sowie mit dem Stempel des Fotografen. Mit dem Freitod des Fotografen Hans Hermann Linck (1902–1949) endet diese seit 1864 bestehende »Winterthurer Fotografendynastie« (www.winterthur-glossar.ch). – 1950 erschien ein Gedichtzyklus von Rudolf Hagenstange, angeregt durch die Mosaiken Masereels (KatNr. 466).

Vgl. auch Harry Joelson-Strohbach in: Librarium 32 (1989), Heft 3

436  Officina Bodoni – P. Ovidius Naso. Amores.

€ 1200

Qui fuerant quinque libelli sunt tres. Verona 1932. Senfgelber Originalziegenlederband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt. In gefüttertem Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von zwölf Exemplaren in gelbem Ziegenleder (Gesamtauflage 123, davon drei auf Pergament). – Lateinischer Text gedruckt auf Magnani-Bütten mit den Wasserzeichen von Papiermühle und Presse – Die Initialen wurden in Rot handgeschrieben. – »Die zierliche und elegante Kursiv des Ludovico Arrighi il Vicentino schien mir besonders gut geeignet für den Druck der anmutigen und leichtfüßigen Verse von Ovids ›Amores‹. Für die vorliegende Ausgabe dieses Textes sind von Charles Malin, dem Nachfolger von Plumet, einige kallgraphische Ornamente und das Majuskelalphabet in einem kleineren Schriftgrad zur Ergänzung geschnitten worden. Die graziösen roten Initiale […] wurden von Claudio Bonacini geschrieben. Als Vorlage dienten dabei die Buchstabenformen, die sich in Vicentinos Schreibbüchlein befinden.« (Schmoller/Mardersteig, S. 49) – Beilage: Probedruck des letzten Doppelblatts mit dem Kolophon auf Pergament.

24,5 : 16,5 cm. 133, [15] Seiten. – Rücken minimal aufgehellt.

Schmoller/Mardersteig 38. – Schauer II, 79 (mit Abbildungen)

437  Officina Bodoni – [Edward James]. Carmina Amico.

€ 500

Opus Quintum. Verona 1932. Originalhalbpergamentband mit Kleisterpapierbezug; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren auf Lafumapapier und in Halbpergament gebunden (Gesamtauflage 150). – Sonette von Edward James im englischen Originaltext. – Edward James (1907–1984) erbte in jungen Jahren ein Millionenvermögen. Er studierte Literatur in Oxford, war Poet, Kunstsammler, Mäzen und Landschaftskünstler. Als Anhänger und früher Mäzen der surrealistischen Bewegung unterstützte er den damals noch unbekannten Dalí, ebenso förderte er ab 1937 René Magritte. Salvador Dalí sagte über James, er wäre der einzig wirklich Verrückte im Kreis der Möchtegern-Surrealisten.

25,3 : 16,9 cm. [72] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 39

438  Gunter Böhmer – Hermann Hesse. Hermann Lauscher.

€ 450

Mit 25 Zeichnungen von Gunter Böhmer. Berlin, S. Fischer 1933. Mit 25 Illustrationen im Text. Sandfarbener Originalleinenband mit -schutzumschlag, Vorderdeckel und -umschlag mit farbiger Illustration von Gunter Böhmer. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Erste illustrierte Ausgabe von Hesses Frühwerk, zugleich das erste von Gunter Böhmer illustrierte Buch. – Vorsatzblatt mit zweifarbiger Tuschfederzeichnung (Künstler und Dichter überbringen das Buch) und eigenhändiger Widmung von Gunter Böhmer. – Erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke«, hier jedoch in der seltenen illustrierten Leinenausgabe. – Sehr schönes Exemplar.

18,8 : 11,8 cm. 194, [6] Seiten. – Schutzumschlag am Rücken etwas gebräunt.

Rysawi . – Mileck I, A-16 bzw. II, 3 D

439  Gunter Böhmer – Adele Gundert. Marie Hesse.

€ 250

Ein Lebensbild in Briefen und Tagebüchern. Mit 16 Original-Lithographien von Gunter Böhmer. Stuttgart, D. Gundert 1934. Mit 16 Lithographien. Hellblauer Originalleinenband mit Vergoldung und illustrierter Originalschutzumschlag, beide nach Entwurf von Gunter Böhmer. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Erste Ausgabe. – Marie Hesse war die Mutter von Hermann Hesse und seiner Schwester Adele. Als Tochter eines schwäbischen Missionars wurde sie 1842 in Indien geboren. – Vorsatzblatt mit Tuschfederzeichnung von Gunter Böhmer (zum zehnjährigen Jubiläum der Officina Bodoni wird ein Bonnard-Buch überreicht) und eigenhändiger Widmung »Den lieben Dr. Mardersteigs in herzlichem Gedenken an die Spätsommertage 1934 von Ihrem Gunter Böhmer, Montagnola 17. VIII. 34«.

18,8 : 13,0 cm. 253, [3] Seiten. – Schutzumschlag am Rücken gebräunt und mit Fehlstelle am Oberrand.

Rysawi 6

440  Hermann Hesse. Vom Baum des Lebens.

€ 1000

Ausgewählte Gedichte. Leipzig, Insel [1934]. Originalpappband mit Buntpapierbezug, Deckel- und Rückenschild. – Widmungsexemplar mit Aquarell und Gedicht..

Erste Ausgabe. – Insel-Bücherei 454 [1A]. – Vorsatzblatt mit einem Aquarell von Hermann Hesse (Landschaft am Luganer See. 6,8 : 7,6 cm), Vortitelblatt mit dem Gedicht »Blätter wehen vom Baume« (Widmungsverse für ein Gedichtbuch), die zwölf Zeilen signiert mit »vom Nachbarn H. H.« und datiert »VIII.34«. – Bei Hermann Hesse, der in Montagnola Mardersteigs Nachbar war, hatte das Ehepaar Mardersteig den jungen Maler Gunter Böhmer kennengelernt. Dieser kam 1933 auf Hesses Einladung nach Montagnola und wurde bald Nachmieter in der Casa Camuzzi. Hermann Hesse war 1932 in die benachbart gelegene Casa Rossa umgezogen.

18,3 : 12,0 cm. 78, [2] Seiten. – Widmungsblatt leicht gebräunt.

Mileck II, 65 und V-D 57

441  Hermann Hesse. Besinnung.

€ 200

[Berlin, Erasmusdruck 1934]. Originalbroschur.

Erste Buchausgabe. – »Aufgezeichnet am 20. November 1933 in Baden (Schweiz) als ein Versuch, die paar Fundamente meines Glaubens zu formulieren, deren ich sicher bin« (Untertitel). – Gedruckt in Rot und Braun auf Hadernbütten, als Blockbuch gebunden. – Auf dem Titelblatt signiert. – Selten.

25,0 : 23,0 cm. [6] Seiten. – Rückenfalz brüchig.

Mileck III, 36

442  Hermann Hesse. 14 Privatdrucke, signiert und meist mit Widmung des Dichters.

€ 800

Zürich, St. Gallen u. a. 1931–1961.

I. Beim Einzug in’s neue Haus. 1931. – II. Zehn Gedichte. 1939. – III. Ein hoffnungsfrohes Weihnachtsfest. 1942. – IV. Brief an Adele. 1946. – V. Traumtheater. 1948. – VI. An einen jungen Künstler. 1949. – VII. Gedenkblatt für Martin. 1949. – VIII. Glück. 1949. – IX. Zum 6. Juni 1950. – X. Brief an einen schwäbischen Dichter. 1951. – XI. Alter Maler in der Werkstatt. 1954. – XII. Freund Peter. 1959. – XIII. Ein paar Aufzeichnungen und Briefe. 1960. – XIV. Schreiben und Schriften. 1961. – Teils mit eigenhändig adressiertem Briefumschlag. – Dazu: Acht weitere Privatdrucke ohne Signatur.

Mileck III, 26, 70, 79, 108, 157, 161, 167, 168, 185, 190, 229, 277, 285 und 293

443  Gunter Böhmer – Karl Hönn. Der Maler Gunter Böhmer.

€ 600

Sonderdruck der Kunst- und Antiquitäten-Rundschau. Ulm, Karl Hönn [um 1936]. Mit sechs Textabbildungen. – Unikat erweitertes Exemplar des Künstlers mit drei Tuschfederzeichnungen, einer vierten, aquarellierten auf dem Vorderdeckel sowie montierten Originalschutzumschlägen und Abbildungen. Halbleinenband.

Mit Widmungszeichnung (Selbstporträt) und eigenhändiger Widmung »Verspätete Weihnachtsgabe von Eurem Josef« (dem Spitznamen des Künstlers im Hause Mardersteig). – Nach dem Sonderdruck wurden mehrere Kartonblätter eingebunden, dort zwei Tuschfederzeichnungen sowie fünf montierte, von Böhmer illustrierte Schutzumschläge sowie einige Abbildungen seiner Werke. – Auf dem Vorderdeckel ein Zweig mit Apfelblüten (Aquarell und blaue Tusche). – 1933 hatte Böhmer Hermann Hesse im Tessin besucht und bald darauf Samuel Fischer kennengelernt, der erste Illustrationsaufträge erteilte. Während einer längeren Studienreise durch Italien lebte und arbeitete Böhmer 1935/36 längere Zeit bei Hans Mardersteig in Verona. – Dazu: Karl Reitz. G. G. Böhmer. Buchgraphische Bestrebungen und Lösungen. Sonderdruck der Typographischen Monatsblätter. Bern 1938. Mit Abbildungen und sechs montierten Originalbeispielen. Originalbroschur. Mit aquarellierter Widmungszeichnung (Selbstporträt an der Staffelei) »für HJKM« auf dem Vorsatzblatt (Hans und Irmi Krayer Mardersteig). – Hermann Hesse. Gunter Böhmer. Sonderdruck der Zeitschrift »Das Werk«. Zürich 1938. Erstdruck, Mileck IV, 648– Gunter Böhmer. Neue Bilder. Sonderdruck des Bodenseebuches. [Ulm] 1940. – Beide mit eigenhändiger Widmung und eingeklebten eigenhändig betitelten Fotografien. – Gunter Böhmer. Tagebuch eines Malers. Olten 1944. Mit 150 Abbildungen auf 140 Tafelseiten, davon 80 farbig. Originalpappband mit -schutzumschlag im -schuber. – Widmungsexemplar. Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung des Künstlers, monogrammiert und datiert »Pfingsten 1950«. Umschlagrücken und Teile des Schubers gebräunt.

444  Gunter Böhmer – Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts.

€ 300

Mit fünfundzwanzig Zeichnungen von Gunter Böhmer. Tübingen, Rainer Wunderlich 1937. Mit 25 teils blattgroßen Illustrationen. Originalleinenband mit illustriertem Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Vorsatzblatt mit aquarellierter Tuschfederzeichnung (Der Eier und Bücher werfende Böhmer auf einem Osterhasen reitend) und eigenhändiger Widmung »Seinen Lieben: Irmi et Giovanni mit herzlichsten Wünschen von Joseph | Montagnola, Ostern 1937«. – Auf den Vorderdeckel kalligraphierte Böhmer im Grün des gedruckten Rückentitels die von ihm für Hans Mardersteig und dessen Ehefrau Irmi Krayer-Mardersteig verwendeten Initialen »HJKM«.

19,0 : 11,8 cm. 181, [3] Seiten. – Schutzumschlag am Rücken gebräunt, sonst tadellos.

Rysawi 16

445  Gunter Böhmer – Gustave Flaubert. Madame Bovary.

€ 100

Translated from the French by Eleanor Marx Aveling, with an introduction by André Maurois and water-color illustrations by Gunter Böhmer. [New York], Limited Editions Club 1938. Mit 49 farbigen Illustrationen. Originalseidenband mit Rückenschild und Schuber.

Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und anstelle der Nummer mit den Initialen »HJKM« (Hans Mardersteig und dessen Ehefrau Irmi Krayer-Mardersteig). – Das Werk wurde bei den Gebrüdern Fretz in Zürich gedruckt. Da diese in engem Kontakt zu Böhmers Freund und Nachbarn Hermann Hesse stand, darf vermutet werden, dass Hesse diesen ersten internationalen Auftritt Gunter Böhmers arrangiert hat.

22,3 : 14,5 cm. 348, [4] Seiten. – Rücken leicht und glecihmäßig verfärbt.

Rysawi 26

446  Officina Bodoni – Giosue Carducci. Visioni d’Italia.

€ 450

Verona 1936. Hellgelber Seidenband in aquarelliertem Pappschuber.

Probeband für ein außergewöhnliches Buchprojekt, das schlussendlich nur in einem Exemplar realisiert wurde. – 1936 druckte Hans Mardersteig anlässlich der Hochzeit von Romualdo Borletti und Luisa Tosi, einem der gesellschaftlichen Höhepunkte im Mailand dieses Jahres, eine Auswahl aus Dichtungen des ersten italienischen Literaturnobelpreisträgers. – Gesetzt aus der Bembo Antiqua und gedruckt auf Pescia-Bütten. – Das Original versah der mit Mardersteig befreundete Gunter Böhmer mit zehn Aquarellen, die hier verständlicherweise nicht vorhanden sind. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

30,0 : 23,1 cm. [8], 37, [3] Seiten.

www.fondazioneboehmer.ch/bibliography

447  Officina Bodoni – [Lorenzo Montano]. San Zeno · Vescovo · Patrono di Verona.

€ 1000

Verona 1937. Mit drei Holzschnitten von Gunter Böhmer, einer davon auf dem Titel. Originalpergamentband mit vergoldetem Deckelsignet, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Unikal gebundenes Verlegerexemplar (einer ohnehin kleinen Auflage) für Hans Mardersteig, mit dessen vergoldeten Initialen auf dem Vorderdeckel (Gesamtauflage 50). – Gedruckt auf Magnani Bütten, gesetzt aus der 16pt Zeno Antiqua. – Die Holzschnitte Böhmers entstanden nach der Statue des Heiligen und den Reliefs seiner Wunder in der veroneser Basilica. – Italienischer Originaltext einer Erzählung von Lorenzo Montano über das Leben und die Wunder des Schutzpatrons von Verona. – »Dieser kleine Druck ist die erste Probe einer Schrift, welche für ein damals geplantes aber später nicht ausgeführtes ›Missale Romanum‹ geschnitten worden ist. […] Der Text wurde auf meine Bitte von Lorenzo Montano geschrieben, […] meine Schrift wurde in der Folge nach dem Namen des Heiligen Zeno genannt. Von diesem Druck an fanden die Handpressen ihre endgültige Aufstellung in meinem Haus.« (Schmoller/Mardersteig, S. 52f).

26,3 : 18,2 cm. 13, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 41. – Rysavi NB 2

448  Officina Bodoni – Due episodi della vita di Felice Feliciano.

€ 500

Ovvero la terza e decimaquarta novella da Le Porretane di Sabadino degli Arienti. Saggio di un nuovo carattere detto Griffo. Verona 1939. Originallinsoneinband mit vergoldeter Deckelvignette und Rückenschild.

Eins von insgesamt nur 35 Exemplaren, von denen einige in Linson, der größere Teil schlicht in Pappe gebunden wurden. – Originaltext zweier Geschichten aus dem Leben Felice Felicianos in der Novellensammlung von Sabadino degli Arienti. – Erste Druckprobe dieses Nachschnitts einer Antiqua von Francesco Griffo da Bologna von 1495, ausgeführt von Charles Malin.

23,8 : 16,6 cm. 14, [4] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 44

449  Officina Bodoni – Torquato Tasso. Aminta.

€ 200

Verona 1939. Mit sieben Radierungen von Francesco Chiapelli, zwei davon blattgroß. Originalpappband mit Pergamentecken und -kapitalen. Im Schuber.

Eins von 100 Dedikationsexemplaren, »stampato per Hans Mardersteig« (Gesamtauflage 120). – Auf unbeschittenem Magnani-Bütten. – Die erste Veröffentlichung der in Florenz gegründeten Vereinigung der »I Cento Amici del Libro«. Bis 1974 druckte Hans Mardersteig alle Drucke der Bibliophilenvereinigung. – Italienischer Text von Tassos beliebter Fabel vom Hirtenleben.

29,5 : 20,5 cm. [8], 127, [9] Seiten. – Einband und Schuber mit schwachen Fingerflecken.

Schmoller/Mardersteig 45

450  Officina Bodoni – Giovanni Boccaccio. Il Ninfale Fiesolano.

€ 800

Con le figure di una perduta edizione fiorentina del Quattrocento ora riuniteda vari libri del Cinquecento e reincise in legno. Verona 1940. Mit 22 Holzschnitten im Text. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 110 Exemplaren. – Der schöne Handpressendruck Mardersteigs vereint den italienischen Originaltext der Dichtung mit den Holzschnitten Fritz Kredels, die dieser nach alten Vorbildern schuf. – Gedruckt auf Magnani-Bütten. – Mit einem Vorwort von Tammaro de Marinis.

27,9 : 20,0 cm. [6], 82, [6] Seiten. – Einige Seiten, erste und letzte stärker, leicht stockfleckig.

Schmoller/Mardersteig 46. – Salter 1.110.1

451  Officina Bodoni – Ricordi dell’Imperatore Romano Marco Aurelio Antonino,

€ 800

scritti durante i fatti d’arme tra i Quadi sulle sponde del Granua e il Carnunto. Verona 1941. Roter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: Torriani & C.S.A., Milano). In gefüttertem Schuber mit Lederkanten.

Eins von 100 Dedikationsexemplaren, dieses für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 120). – Gedruckt auf Magnani-Bütten für »I Cento Amici del Libro«, Florenz. – Die Memoiren des Kaisers sind während seiner Feldzüge in den Jahren 171–174 aufgezeichnet worden. Die Übersetzung wurde durch einige Stellen bereichert, die der ältesten griechischen Handschrift, heute in der Vatikanischen Bibliothek, entnommen sind.

24,7 : 16,4 cm. 220, [10] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Schmoller/Mardersteig 51

452  Officina Bodoni – Rainer Maria Rilke. Lettres à une amie Vénetienne.

€ 350

Verona 1941. Mit einer Titelradierung von Mario Vellani-Marchi. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 420). – Auf unbeschnittenem Magnani-Bütten. – Enthält 34 Briefe Rilkes an Mimi Romanelli und ihren Bruder Pietro, meist in französischer, zwei in deutscher Sprache. – Gesetzt aus der Griffo-Kursiv. – 150 Exemplare erschienen bei Aeschlimann und Hoepli, Mailand, zweihundert bei Johannes Asmus in Leipzig. – Dazu: Lose beigelegtes zweites Titelblatt mit der Radierung und Fotokopien des Originalbriefes von Rilke.

25,4 : 17,3 cm. 83, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 52. – Mises 200

453  Offizina Bodoni – Castello di Monselice.

€ 1000

Raccolta degli antichi libri veneziani figurati. Descritta da Tammaro De Marinis. Verona 1941. Mit Frontispiz, 93 Kupfertafeln, 13 Abbildungen im Text und einem Faksimile. Roter Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Privatdruck. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder (Gesamtauflage 310). – Auf Magnani-Bütten. – Katalog der Sammlung illustrierter venezianischer Bücher des 15. und 16. Jahrhunderts aus dem Castello de Monselice. – Die Faksimiles wurden in Hand-Kupferdruck gefertigt.

32,5 : 25,4 cm. XIV, 406 Seiten. – Ein Bund am Rücken mit kleiner Schabstelle.

Schmoller/Mardersteig 53

454  Officina Bodoni – La gallica historia

€ 350

di »Drusillo« intitvlata jvsta victoria di Felice Feliciano da Verona. Verona 1943. Mit zwei farbigen Miniaturen. Rehbrauner Originallederband mit reicher Blindprägung und Kopfgoldschnitt. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 15 Exemplaren in braunem Leder (Gesamtauflage 130), dediziert für Hans Mardersteig. – Gedruckt auf Bütten in Rot, Blau, Grün und Schwarz. – Italienischer Originaltext einer Novelle (1474), nach dem Manuskript des Autors aus der Biblioteca Riccardiana in Florenz, mit seinen beiden farbigen Miniaturen und einem Nachwort des Verlegers. – Felice Feliciano (1433–1479) war Kalligraph, Inschriftensammler (Antiquarius), Dichter, Alchemist, Drucker und Briefsteller. Das Büchlein seiner hier veröffentlichten Novelle widmete er der Frau seines Freundes Gregorio Lavagnola und schmückte es mit den zwei Miniaturen.

17,4 : 10,8 cm. 74, [2] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 60

455  Officina Bodoni – Cecco Angiolieri. Sonette.

€ 300

Verona 1944. Originalhalbpergamentband mit Rückenschild. Fileten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Unnummeriertes Verlegerexemplar im Halbpergamenteinband (Gesamtauflage 165). – Gedruckt auf Fabriano Bütten. – Italienischer Originaltext mit gegenüberstehender deutscher Übersetzung von Rudolf Freiherr von Simolin, Hans Rheinfelder und Otto Freiherr von Taube. – Mit einer biographischen Übersicht und einem Kommentar.

28,2 : 20,0 cm. 354, [8] Seiten. – Schnitt minimal stockfleckig.

Schmoller/Mardersteig 64

456  Officina Bodoni – Voltaire. Candide

€ 1200

ou l’optimisme. Verona 1944. Roter Originalmaroquinband; Deckelvignette, Fileten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von zwölf Vorzugsexemplaren auf Japon Imperial und in Maroquin gebunden (Gesamtauflage 145). – »Der Druck des Voltaire fiel in die schwierigste Zeit des seinem Ende zugehenden Krieges im Herbst 1944 und die Tätigkeit der Offizin war stark beeinträchtigt. […] Fast täglich wurde die Arbeit durch Flugalarm unterbrochen […] Als schließlich im Dezember eine Kiste mit gebundenen Exemplaren der ›Candide‹ nachts in einem Lieferwagen mit gelöschten Lichtern nach Mailand transportiert wurde, geschah es, daß dieser von einem Flugzeug beschossen wurde. Die Kiste wies verschiedene Einschüsse auf, aber erstaunlicherweise war kein Exemplar verletzt. Es brauchte einer großen Konzentration, um sich von allen Umständen nicht ablenken zu lassen und das einmal begonnene Werk zu Ende zu führen, aber schließlich siegte der Optimismus« (Hans Mardersteig).

25,9 : 17,1 cm. 165, [9] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 67

457  Officia Bodoni – [Lorenzo Montano]. San Zeno. Der Schutzheilige der Stadt Verona.

€ 300

Verona 1945. Mit drei Holzschnitten von Gunter Böhmer im Text, einer als Titel. Grauer Originalpappband mit zwei Titelschildern.

Erste deutsche Ausgabe. – Unnummeriert, neben der Auflage von nur 50 Exemplaren. – Auf Magnani Bütten. – Erzählung über das Leben und die Wunder des Heiligen Zeno.

27,5 : 18,0 cm. 15, [3] Seiten. – Stellenweise leicht stockfleckig.

Schmoller/Mardersteig 69. – Rysawi NB 2 (ungenau)

458  Officina Bodoni – Rudolf Hagelstange. Venezianisches Credo.

€ 200

Verona 1945. Originalhalbpergamentband mit blauem Roma-Bütten-Bezug. Mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von wenigen Exemplaren in Halbpergament (Gesamtauflage 155). – Die Sonette entstanden 1944 in Venedig und Breganze. Hans Mardersteig entschloss sich in den letzten Kriegstagen zur Veröffentlichung, »beeindruckt von dem hohen Niveau der Sonette, die aussprachen, was ein jeder fühlte, und wie die Befreiung von einem Alpdruck wirkten« (Hans Mardersteig). – Satz aus der Griffo-Antiqua, gedruckt auf Magnani-Bütten.

28 : 19 cm. [4], 42, [6] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 71

459  Officina Bodoni – Leonardo Giustinian. Strambotti e Canzonette d’amore.

€ 600

Verona 1945. Mit einem Titelholzschnitt und handgeschriebenen Initialen. Roter Originalmaroquinband, Rückentitel, Fleurons auf Rücken, Vorderdeckel und Innenkanten sowie Steh- und Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von zehn Exemplaren auf Japan und in Oasenziegenleder gebunden, hier das »Esemplare dello stampatore« (Gesamtauflage 160). – Mit handgeschriebenen farbigen Initialen von Claudio Bonacini. – Italienischer Originaltext der Liebeslieder des venezianischen Dichters, entstanden in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. – Leonardo Giustinian (1388–1446) wurde berühmt als Musiker und Dichter. Seine Dichtungen waren als volkstümliche Weisen beliebt und wurden als »Le Giustiniane« in ganz Italien zu jeder Zeit gesungen.

18,7 : 12,4 cm. 158, [8] Seiten. – Rücken leicht verblasst und an den Gelenken minimal fleckig.

Schmoller/Mardersteig 72

460  Tammaro De Marinis. La Biblioteca Napoletana dei Re d’Aragona.

€ 2500

Volume I [–] IV. – Supplemento. Tomo I [–] II. Milano, Ulrico Hoepli 1943–1952, und Verona, Stamperia Valdonega 1969. Mit Abbildungen auf Tafeln und im Text sowie etlichen Faksimiles. Sechs rote Originalhalblederbände mit Marmorpapierbezug, vergoldeten Rückentiteln und Kopfgoldschnitt.

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder (Gesamtauflage 200) – Mit seinem aufwendig produzierten Hauptwerk, einer bibliographisch-wissenschaftlichen Darstellung der Bibliothek des Königs Alfonso V. von Aragonien, schuf der hervorragende Kenner dieser Materie Tammaro de Marinis »ein Gesamtbild, das Geschichte, Kultur, Literatur und Kunst von einer geisteswissenschaftlichen Warte betrachtet, im Spiegel der Handschriften, Bücher und Einbände der Bibliothek wiedergab« (Ilse Schunke, Zentralblatt Bibliothekswesen, Jg. 85, 1971, Heft 1). – Band I: Einführung, Tätigkeit der Humanisten, Kalligraphen, Miniaturmaler, Buchbinder und Bibliothekare in Neapel. – Band II: Katalog der Manuskripte der einstigen Bibliothek der Könige von Aragonien und Neapel, neu zusammengestellt nach den heute noch in Bibliotheken Europas und Amerikas erhaltenen Bände. – Band III und IV Tafelbände. – Supplemente mit Texten und Abbildungstafeln. – Gedruckt von Hans Mardersteig in der Druckerei Valdonega in Verona auf Magnani-Bütten. – Der Druck dieses Gesamtwerks »war eine Aufgabe, die das Leistungsvermögen der Handpresse und ihres Druckers […] manchmal beinahe überschritt« (Schmoller/Mardersteig, S. XLVI). – Prachtliebend und als ein Förderer der Künste umgab sich Alfons von Aragon, genannt »el Magnànim« (der Großmütige), mit Künstlern und Dichtern, errichtete eine bedeutende Bibliothek und begründete eine humanistische Akademie. – Bei Torriani, Mailand, uniform und prachtvoll gebunden, hervorragend erhalten.

38,5 : 30,0 cm. – Rücken minimal aufgehellt.

Mardersteig 75 und 101

461  Officina Bodoni – Zwei Drucke der Presse.

€ 400

Verona 1947 und 1976. Originalhalbpergamentbände; Fileten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Beide im Schuber.

I. L’Esopo moderno di Pietro Pancrazi. 1947. Mit 27 Holzstichen von Bruno Bramanti. Unikaler Einband, wohl Verlegerexemplar (Gesamtauflage 120). Gedruckt auf Magnani-Bütten für »I Cento Amici del Libro«, Florenz. – II. Delphika grammata [griechisch]. Sentenze dei sette sapienti greci. 1976. Eins von zehn Exemplaren ad personam, dieses für Hans Mardersteig, handschriftlich im Druckvermerk monogrammiert (Gesamtauflage 160). Mit einigen Abbildungen und einer dopppelseitigen Heliogravüre. Griechischer Originaltext der Sentenzen der sieben griechischen Weisen mit englischer Übertragung von Betty Radice.

I: 26,8 : 18,3 cm. 194, [6] Seiten. – II: 25,3 : 16,7 cm. 55, [5]Seiten.

Schmoller/Mardersteig 76 und 195

462  Officina Bodoni – Drei Drucke der Presse.

€ 500

Verona 1947, 1948 und 1974. Originalhalbpergamentbände mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Alle im Schuber.

I. Farsa dell’uomo che si vuol quietare e vivere senza pensieri. 1947. Mit drei Kupferdrucken. Gedruckt für Erardo Aeschlimann. Eins von 75 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 125). Auf Magnani Bütten. Italienischer Text, nach dem Erstdruck des Giovanni Stefano da Pavia von 1520. Mit einem Vorwort und Anmerkungen von Benedetto Croce und Tammaro De Marinis. – II. Fausto Osiander. La Ramee porte. 1948. Eins von 94 Exemplaren. Gedichte in italienischem Originaltext. Druck in Blau und Schwarz auf Fabriano Bütten. – III. Bernardino Barduzzi. Epistola in lode di Verona. Ristampata nel testo originale latino con la traduzione italiana di Giovanni Battista Pighi. 1974. Unnummeriertes Exemplar (Gesamtauflage 170). Lateinischer Originaltext und Übersetzung ins Italienische. »Das Loblied auf Verona wurde von dem letzten namhaften Frühdrucker der Stadt, Paulus Fridenperger, im Mai 1489 gedruckt und gehört zu ihren seltensten Inkunabeln. Da die Originalausgabe schmucklos und unansehnlich ist, habe ich für diesen ersten Nachdruck wenig bekannte Dekorationen von Felice Feliciano gewählt.« (Schmoller/Mardersteig, S. 181).

I: Erste Seiten und Schnitt mit wenigen Stockflecken. – II: Schuber am Rand schwach gebräunt.

Schmoller/Mardersteig 77, 84 und 190

463  Officina Bodoni – Giambattista Vico. Affetti di un disperato.

€ 300

Canzone riprodotta dalla stampa originale del 1693 con proemio di Benedetto Croce. Verona 1948. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Deckelsignet, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren. – Gedruckt für Philobiblon, Neapel, auf Fabriano Bütten. – Faksimile des Erstdruckes einer Canzone des italienischen Philosophen Giambattista Vico (1693). – Mit einem Vorwort von Benedetto Croce. – Selten.

24,5 : 16,5 cm. [4], 21, [3], 12, [4] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 83

464  Officina Bodoni – Poesie Cinesi dell’epoca dei T’ang.

€ 350

Volte in versi italiani da Giuseppe Zoppi. Verona 1949. Mit roten Vignetten. Originalrohseidenband mit Deckelvignette und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von zehn Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 210), die Auflage teilten sich Erardo Aeschlimann (75) und Ulrico Hoepli, Mailand (125). – Auf unbeschnittenem Fabriano-Bütten. – Mit einer Einführung von Lo Ta-Kang. – Titel und Namen der Dichter in chinesischen Schriftzeichen von Pao-Tschu Shen wurden in Form von Signaturstempeln in Rot eingedruckt.

25,8 : 17,0 cm. 73, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 90

465  Officina Bodoni – Robert Burns. Lieder.

€ 250

Verona 1949. Brauner Originalschweinslederband mit blindgeprägten Fileten, Rückenschild und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Unnummeriertes Exemplar für Hans Mardersteig, im Druckvermerk handschriftlich monogrammiert. – Die 100 Exemplare des Privatdrucks für Georg Reinhart waren nicht für den Handel bestimmt. – Gesetzt aus der Bembo, gedruckt auf Fabriano-Bütten. – Eine Auswahl der Lieder des schottischen Dichters Robert Burns im Originaltext und einer Übertragung ins Schweizerdeutsche von August Corrodi. – Vorwort des Übersetzers, Nachwort von Georg Reinhart.

20,4 : 13,4 cm. [2], 119, [7] Seiten. – Rücken verblasst.

Schmoller/Mardersteig 93

466  Officina Bodoni – Rudolf Hagelstange. Die Elemente.

€ 250

Gedichte zu den Mosaiken von Frans Masereel. Verona 1950. Mit 13 Abbildungen in Kupferdruck. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren. – Gesetzt aus der Griffo Antiqua, gedruckt auf handgeschöpftem, festem Fabriano-Bütten. – Privatdruck von Hans Mardersteig für Georg Reinhart, den Winterthurer Kunstsammler und Mäzen, für dessen Villa Tössertobel die Masereel-Mosaiken zwischen 1930 und 1931 entstanden. 1950 sah Rudolf Hagelstange sie erstmals und dichtete daraufhin den vorliegenden Zyklus. – Tadellos erhalten. – Siehe KatNr. 435.

29,8 : 20,3 cm. [2], 41, [5] Seiten. – Schuberkanten schwach gebräunt.

Schmoller/Mardersteig 95. – Ritter C a 71. – Spindler 42.5

467  Officina Bodoni – Francesco Berni. Capitolo del prete da Povigliano.

€ 300

A messer Ieronimo Frcastoro. Verona 1951. Mit sieben handkolorierten Radierungen von Renzo Sommaruga. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägter Deckelvignette. Im Schuber.

Eins von 122 Exemplaren (Gesamtauflage 125). – Auf Magnani Bütten. – Dichtung im italienischen Originaltext, dem Veroneser Arzt Giralamo Fracastoro gewidmet (1532). – »In der italienischen Literatur der Renaissance nimmt Francesco Berni durch seine humorvoll witzig-sarkastischen ›Kapitel‹ einen einzigartigen Rang ein.« (Schmoller/Mardersteig, S. 92).

25,3 : 16,5 cm. 25, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 98

468  Officina Bodoni – Pfingsten in Blankenburg.

€ 300

Die Geschichte einer Büste des Bildhauers Gustav Blaeser von seinen Töchtern aufgezeichnet. Verona 1952. Mit sechs Abbildungen in Kupfertiefdruck. Originalhalbpergamentband; Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Privatdruck, herausgegeben von Clara Mardersteig-Blaeser (1862–1957), der Mutter von Hans Mardersteig. – Eins von 60 Exemplaren in Halbpergament (Gesamtauflage 110). – Gedruckt auf Magnani-Bütten. – Die Begebenheit hatte sich Pfingsten 1848 in Blankenburg im Harz zugetragen. – Tadellos.

19,9 : 14,5 cm. [2], 41, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 100

469  Officina Bodoni – Giovanni Boccaccio. The Nymphs of Fiesole

€ 500

with the Woodcuts made by Bartolomeo di Giovanni for a lost Quattrocento edition […] Verona 1952. Mit 23 Holzschnitten im Text. Originalhalbpergamentband mit Kleisterpapierbezügen, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 225 Exemplaren auf Fabriano-Bütten. – Gegenüber dem 1940 erschienenen Druck um ein später gefundene Illustration bereichert. – Englische Prosaübersetzung von John Goubourne nach der französischen Übertragung von Antoine Guérin. – Textbearbeitung von R. H. Boothroyd nach dem einzigen erhaltenen Exemplar der Ausgabe, die 1597 in London erschienen ist. – Die Holzschnitte von Bartolomeo di Giovanni, die für viele Boccaccio-Ausgaben als Vorlagen dienten, wurden von Fritz Kredel nachgeschnitten. – Nachwort von Hans Mardersteig mit dem reproduzierten Kupfertitelblatt der Erstausgabe.

28,7 : 19,5 cm. [2], XI, [1], 127, [5] Seiten. – Schuber etwas fleckig. – Schnitt mit wenigen Stockflecken.

Schmoller/Mardersteig 102. – Salter 1.110.2

470  Officina Bodoni – Zwei Drucke der Presse.

€ 400

Verona 1954 und 1974. Originalhalbpergamentbände mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

I. Maurice de Guérin. Poèmes en prose. Les bruits de la nature · Le Centaure · La Bacchante. 1954. Mit einer Titelradierung von Renzo Sommaruga. Eins von 105 Exemplaren, jedoch wie die Vorzugsexemplare in Halbpergament gebunden (Gesamtauflage 120). Drei Erzählungen im französischen Originaltext. – II. Songs from Shakespeare’s Plays. Unnummeriertes Verlegerexemplar, wie die römisch nummerierten der italienischen Ausgabe in Halbpergament gebunden. Englischer Originaltext. Mit einem Nachwort herausgegeben von Brian Deakin. Im Anhang Shakespeare’s Gedicht »The Phoenix and Turtle« in der Lesart des Erstdruckes von 1601.

24,9 : 16,7 cm. 50, [10] Seiten. – 27,1 : 17,7 cm. 47, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 107 und 185

471  Officina Bodoni – [Giovanni] Boccaccio. Trattatello in laude di Dante.

€ 800

Verona 1955. Mit zwei Heliogravüren. Roter Originaloasenmaroquinband; Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

Eins von 125 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 140). – Die Initialen wurden in Rot und Blau gedruckt. – Italienischer Originaltext des kleinen Traktats über Dantes Leben, nach der Handschrift Boccaccios aus der Kapitularbibliothek in Toledo. – Mit einem Nachwort und Anmerkungen herausgegeben von Alfredo Schiaffini. – Die Schrift »Dante« ist in den Jahren 1946–1952 (Hans Mardersteig: »Das Verdienst des guten Gelingens gebührt Charles Marlin, der trotz meinem zahlreichen Korrekturen an dem ersten Schnitt nie die Geduld verlor«) entstanden und wurde hier zum ersten Mal benutzt. Später wurde die Schrift auf Anregung von Stanley Morison der Monotype zum mechanischen Nachschnitt überlassen und hat sich seitdem als sehr erfolgreich erwiesen.

22,0 : 14,0 cm. 125, [7] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 111

472  Officina Bodoni – Luca Pacioli. De divina proportione.

€ 500

Verona 1956. Mit einem Porträt in Heliogravüre, Illustrationen und zwei Faksimiles, teils farbig und blattgroß. Originalmaroquinband mit vergoldeter Deckelvignette, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber mit Lederkanten.

Unnummeriertes Verlegerexemplar in unikalem Einband (Gesamtauflage 280). – Gedruckt auf Magnanipapier für Mediobanca, Mailand. – Italieneischer Originaltext nach dem Codex Ambrosianius, Mailand 1498, mit 60 farbigen Zeichnungen der »corpi regolari« von Leonardo da Vinci. – Herausgegeben und mit Anmerkungen von Franco Riva, sowie einem Nachwort über das Leben und Werk Paciolis von Gioseppina Masotti Biggiogero. – Beiliegend ein Heft mit dem Nachwort in englischer Sprache. – »Der mathematische Traktat scheint das einzige Buch zu sein, für das Leonardo farbige Illustrationen ausgeführt hat. […] Als gegen Ende des Quattrocento Pacioli und Leonardo da Vinci in den Diensten des Herzogs Ludovico il Moro in Mailand standen, unterrichtete Luca seinen Freund Leonardo in der höheren Mathemtik. […] Der im Jahr 1509 erschienene Druck von Paciolis »Divina Proportione« enthält wohl die Körper in Holzschnitten wiedergegeben, doch hat der Schwarz-Weiß-Druck nicht mehr die eindrucksvolle Wirkung der farbigen Zeichnungen aus der Ambrosiana.« (Schmoller/Mardersteig, S. 106).

29,1 : 21,1 cm. 247, [5] Seiten. – Schnitt schwach stockfleckig.

Schmoller/Mardersteig 112

473  Officina Bodoni – Machiavelli. La Mandragola.

€ 300

Commedia. Verona 1957. Mit sieben Lithographien von Amerigo Bartoli, davon eine auf dem Umschlag und eine als Titelvignette. Illustrierte Originalbrioschur.

Eins von 100 Exemplaren ad personam, dieses für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 120). – Gedruckt in Rot und Schwarz auf Magnani-Bütten für »I Cento Amici del Libro«, Florenz.

28,9 : 19,3 cm. 98, [4] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 113

474  Officina Bodoni – Felice Feliciano Veronese. Alphabetum Romanum.

€ 500

Herausgegeben von G. Mardersteig. Verona 1960. Mit zahlreichen Abbildungen und Tafeln, davon 25 kolorierte Versalien. Brauner Originalmaroquinband mit goldgeprägtem Rückentitel und Deckelsignet sowie Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 50 Exemplaren in Ganzleder (Gesamtauflage 160). – Von Mardersteig gesetzt aus der Danteschrift und auf der Handpresse auf Magnani-Bütten gedruckt. – Enthält Felicianos Tractat über die Konstruktion der römischen Versalien. Die Kapitalbuchstaben, faksimiliert nach einem Kodex in der Vatikanischen Bibliothek aus dem Jahre 1460, wurden von Ameglio Trivella nach dem Original handkoloriert. – Mit einem Essay von Mardersteig über Felicianos Bedeutung für die moderne Typographie, Farbenrezepte sowie Übersetzung und Anmerkungen.

23,2 : 15,5 cm. [2], 137, [5] Seiten, 5 Tafeln. – Rücken kaum merklich aufgehellt.

Schmoller/Mardersteig 120. – Schauer II, 79 (mit Abbildungen)

475  Officina Bodoni – Francesco Petrarca. Ascensus Montis Ventosi. Jean-Henri Fabre. Une ascension au Mont Ventoux.

€ 200

Verona 1965. Originallinsoneinband mit vergoldeter Deckelvignette, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 70 Exemplaren ad personam, dieses für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 175). – Petrarcas lateinischer Originaltext mit italienischer Übersetzung von E. Bianchi und Fabres französischer Originaltext mit der farbigen Wiedergabe eines Apolllofalters. – Mit Nachworten von Giuseppe Billanovich und Hans Mardersteig.

25,1 : 16,2 cm. 83, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 136

476  Officina Bodoni – Alessandro Manzoni. Sette lettere inedite.

€ 1000

Verona 1965. Grüner Originalmaroquinband; Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber mit Lederecken.

Eins von vier Exemplaren auf Japan und in Ganzleder (Gesamtauflage 99). – Exemplar von Hans Mardersteig, von diesem im Druckvermerk signiert. – Erste Ausgabe dieser sieben unveröffentlichten Briefe, herausgegeben und mit einem Nachwort von Dante Isella. – Privatdruck, gesetzt aus der Dante Antiqua und Kursiv. – Tadellos.

24,5 : 15,5 cm. 26, [6] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 137

477  Officina Bodoni – Novella del grasso legnaiulo.

€ 300

Cosa molto piacevole e ridiculosa. Verona 1965. Mit acht Textholzstichen von Italo Zetti. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von sieben Belegexemplaren, hier das für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 117). – Gedruckt auf Fabriano Büttenpapier für »I Cento Amici del Libro«, Florenz. – Erzählung in italienischem Originaltext, herausgegeben und mit einem Nachwort von Gianfranco Folena.

25,9 : 18,0 cm. 62, [6] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 138

478  Officina Bodoni – Zwei Drucke der Presse.

€ 300

Verona 1965 und 1967. Originalhalblederbände mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Unnummerierte Verlegerexemplare. – I. Edmund Atwill Wasson. That Gettysburgh Address. Made by President Lincoln on the Battlefield of Gettysburgh on November 19, 1863. 1965. Mit einer Tafel, zwei Faksimileseiten und einer Holzschnittvignette. Gesamtauflage 221 Exemplare. Englischer Originaltext der Gettysburgh Address mit Essay von E. A. Wasson und einem biographischen Nachwort von R. Gordon Wasson. Gedruckt auf Cernobbiopapier. – II. Leonard Baskin. To Colour Thought. Mit zehn Lichtdruck- und Offsettafeln, eine farbig als Frontispiz. Gesamtauflage 300. Gedruckt für Yale University Library, New Haven.

I: 24,8 : 16,4 cm. 108, [6] Seiten, 1 Tafel. – II: 24,1 : 15,8 cm. 27, [7] Seiten, 10 Tafeln.

Schmoller/Mardersteig 139 und 150

479  Officina Bodoni – Guido Cavalcanti. Le Rime.

€ 2000

Verona 1966. Blauer Originalmaroquinband mit Fileten- und Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt.

Eins von nur sechs Exemplaren auf Pergament und in blaues Maroquin gebunden (Gesamtauflage 175). – Exemplar von Hans Mardersteig, im Druckvermerk handschriftlich monogrammiert. – Druck des Titels und der Initialen in Rot. – Italienischer Originaltext der Gedichte, herausgegeben mit einem Essay und Anmerkungen von Gianfranco Contini. – Guido Cavalcanti gilt als einer der bedeutendsten Dicher des »dolce stil nuovo«. Für diese Ausgabe wurde die zarte Schrift »Cancellaresca« von Ludovico Arighi il Vicentino verwendet, deren Originalschnitt auf den Goldschmied Lautizio Perugino zurückgeht.

21,6 : 14,6 cm. 114 Seiten. – Rücken verfärbt.

Schmoller/Mardersteig 142

480  Officina Bodoni – Benedetto Croce. Aesthetica in nuce.

€ 400

Verona, Vanni Scheiwiller 1966. Mit einem heliogravierten Porträt. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitiel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 200 Exemplaren. – Gedruckt auf Fabriano Bütten, unbeschnitten. – Das Porträtfoto stammt von Herbert List. – Schon 1929 hatte Hans Mardersteig Benedetto Croce gebeten, dessen Essay in der italienischen Originalfassung drucken zu dürfen. Croces amerikanischer Verleger verweigerte aber die Genehmigung. Drei Jahrzehnte vergingen, bis Vanni Scheiwiller zu guter Letzt den Druck anregte.

25,5 : 17,7 cm. 50, [4] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 143

481  Officina Bodoni – Jorge Guillén. Suite italienne.

€ 900

Verona 1968. Blauer Originaloasenmaroquinband mit blindgeprägten Fileten, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von fünf Exemplaren »ad personam« auf Japan und im Ganzledereinband, dieses gedruckt für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 105). – Spanischer Originaltext der Gedichte, gedruckt zum 75. Geburtstag des Dichters, hier mit einem beigelegten gedruckten Widmungsblatt. – Gesetzt aus der Dante Antiqua und Kursiv.

28,9 : 19,8 cm. 81, [5] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Schmoller/Mardersteig 152

482  Officina Bodoni – Jorge Guillén. Suite italienne.

€ 300

Verona 1968. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 50 römisch nummerierten Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 105). – Spanischer Originaltext der Gedichte, gedruckt zum 75. Geburtstag des Dichters. – Gesetzt aus der Dante Antiqua und Kursiv.

28,9 : 19,8 cm. 81, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 152

483  Officina Bodoni – Guido Nobili. Memorie lontane.

€ 300

Racconto. Verona 1969. Mit zehn Radierungen von Alberto Manfredi. Originalpappband mit vergoldeten Titeln. Im Schuber.

Eins von sieben Belegexemplaren (Gesamtauflage 117). – Gedruckt auf Magnani-Bütten für »I Cento Amici del Libro«, Florenz. – Italienischer Originaltext der Erzählung, mit einem Nachwort aus der Ausgabe von 1953 von Pietro Pancrazi.

28,4 : 19,5 cm. 100, [8] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Schmoller/Mardersteig 160

484  Officina Bodoni – Pietro Bembo. De Aetna Liber.

€ 400

On Etna. Verona 1969. Bordeauxroter Originalhalbmaroquinband; Rückentitel, Deckelsignet und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 125 Exemplaren der Ausgabe mit dem lateinischen Originaltext und der englischen Übersetzung von Betty Radice. – Handpressendruck auf Cernobbiopapier. – Der venezianische Humanist Pietro Bembo verfasste die erste ausführliche Beschreibung des feuerspeienden Vulkans als Gespräche über die Besteigung mit seinem Freund Angelo Gabriele. Die Originalausgabe, gedruckt von Aldus Manutius (Venedig 1496) gilt als eines der schönsten Bücher seiner Zeit. Hans Mardersteig verwendete für seine Ausgaben zwei Schriften, die beide auf der »De Aetna«-Type, die Mardersteig als die schönste Antiqua aus der Inkunabelzeit galt, basieren. Die von Francesco Griffo (1450–1518) aus Bologna geschnittene Antiqua wurde von Stanley Morison wiederentdeckt und auf seine Veranlassung von der Monotype Corporation als »Bembo« kopiert. Charles Malin (1883–1955) hatte mit der Hand die »Griffo« geschnitten, die für den lateinischen Text und für viele Drucke der Officina Bodoni verwendet wurde. Die Übersetzung setzte Mardersteig aus der Monotype Bembo. – Alle drei erschienenen Ausgaben (Italienisch, Englisch und Deutsch; siehe KatNr. LAGER 407) enthalten ein Nachwort von Hans Mardersteigund sind dem Andenken seines Freundes Stanley Morison gewidmet.

23,7 : 16,2 cm. [4], 169, [7] Seiten, 1 Tafel.

Schmoller/Mardersteig 163

485  Officina Bodoni – Lo alfabeto delli Villani

€ 200

con il Pater Nostro e il Lamento, che loro fanno, cosa ridiculosa bellissima. Verona 1969. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Im Schuber.

Privatdruck für Alberto Falck, Cecilia Collalto und Giustiniani Recanati. – Eins von nur 55 Exemplaren. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf Magnani Bütten. – Ein volkstümliches Gedicht in vicentinisch-venezianischem Dialekt aus dem Jahr 1524, mit italienischem Text von Emilio Lovarini und einem Nachwort von Hans Mardersteig. – Tadellos und äußerst selten, im Handel nicht nachweisbar.

24,6 : 17,3 cm. 18, [10] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 164

486  Officina Bodoni – Hugh Macdiarmid. A Drunk Man looks at the Thistle.

€ 1200

Illustrated with eight Woodcuts by Frans Masereel. Falkland, Kulgin Duval & Colin H. Hamilton 1969. Mit acht blattgroßen Holzschnitten und einer Suite. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Fileten, goldgprägtem Rückentitel und Kopfschnitt und Originalhalbpergamentmappe. Zusammen im Schuber. – Widmungsexemplar.

Eins von acht Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer Suite der acht Holzschnitte auf Japan und zwei von Macdiarmid eigenhändig geschriebenen Versen (Gesamtauflage 160). Die Suite mit Titel- und Vorblatt lose in Originalumschlag und -halbpergamentmappe. – Der Textband mit eigenhändiger Widmung des Autors für Hans Mardersteig »Signed, with every much regard and best wishes«. – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Verleger signiert. – Gedruckt auf Amalfi Handpapier, gesetzt aus der Dante Antiqua. – Schottische Dichtung, mit Anmerkung und Glossar. – Extrem selten und tadellos erhalten. – Dazu: Hugh Macdiarmid. The Kind of Poetry I want. 1961. Originalhalbpergamentband. Eins von 300 Exemplaren. Im Druckvermerk vom Autor signiert. Mit eigenhändiger Widmung des Autors für Hans Mardersteig »with best wishes and much appreciation of his typographical Genius«. Englischer Originaltext des schottischen Dichters, mit seinem Vorwort und Anmerkung.

29,4 : 20,1 cm. 144, [8] Seiten, 8 Holzschnitte. – 29,7 : 20,5 cm. 57, [9] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 165 und 123. – Ritter C a 87

487  Officina Bodoni – Pietro Bembo. De Aetna Liber.

€ 400

Der Aetna. Verona 1970. Grüner Originalhalbmaroquinband; Rückentitel, Deckelsignet und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 125 Exemplaren mit dem lateinischen Originaltext und der ersten deutschen Übersetzung von Kosmas Ziegler. – Handpressendruck auf Cernobbiopapier.

23,7 : 16,2 cm. [4], 169, [7] Seiten, 1 Tafel.

Schmoller/Mardersteig 167

488  Officina Bodoni – Francesco Torniello. L’Alfabeto.

€ 300

Seguito da un confronto coll’Alfabeto di Luca Pacioli. Verona 1970. Bordeauxroter Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 83 Exemplaren in Halbleder (Gesamtauflage 90). – Italienischer Originaltext des Traktates von Torniello. – Mit dem Titelholzschnitt des Kalligraphen neu geschnitten von Leonardo Farina, sowie den geometrischen Konstruktionen der Buchstaben in Faksimile. – »Das Alphabet des Francesco Torniello aus Novara, auf der Grundlage von Luca Paciolis römischen Alphabet (1509) gezeichnet, wurde von Gotardo da Ponte in Mailand im Jahre 1517 gedruckt. […] Der Druck von diesem Alphabet wird durch einen zweiten Teil vervollständigt, in dem das berühmtere Alphabet von Luca Paioli vergleichsweise, Buchstabe für Buchstabe, mit dem von Tornielli gezeigt wird.« (Schmoller/Mardersteig, S. 156). Die Alphabet-Konstruktion von Tornielli war die erste, die auf der Basis eines rationalen Maßes beruhte.

28,2 : 19,5 cm. 55, [33] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 169

489  Officina Bodoni – Francesco Torniello. The Alphabet.

€ 300

Followed by a Comparison with the Alphabet of Luca Pacioli. Verona 1971. Blauer Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Unnummeriertes Exemplar, gedruckt für Hans Mardersteig (Auflage 160). – Italienischer Originaltext und die englische Übersetzung von Betty Radice. – Mit dem Titelholzschnitt des Kalligraphen neu geschnitten von Leonardo Farina, sowie den geometrischen Konstruktionen der Buchstaben in Faksimile. – »Das Alphabet des Francesco Torniello aus Novara, auf der Grundlage von Luca Paciolis römischen Alphabet (1509) gezeichnet, wurde von Gotardo da Ponte in Mailand im Jahre 1517 gedruckt. […] Der Druck von diesem Alphabet wird durch einen zweiten Teil vervollständigt, in dem das berühmtere Alphabet von Luca Paioli vergleichsweise, Buchstabe für Buchstabe, mit dem von Tornielli gezeigt wird.« (Schmoller/Mardersteig, S. 156). Die Alphabet-Konstruktion von Tornielli ist die erste, die auf der Basis eines rationalen Maßes beruht.

28,2 : 19,5 cm. 55, [33] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 170

490  Officina Bodoni – Le rime di Ser Garzo dall’Incisa.

€ 400

Verona 1972. Originalhalblederband mit Rückenschild und Kopfschnittvergoldung. Im Schuber.

Exemplar gedruckt für Hans Mardersteig, wie die 150 Exemplare der Normalausgabe auf Magnanipapier und in Halbleder gebunden. – Druck in Rot, Grün, Blau und Schwarz. – Italienischer Originaltext, mit einem Nachwort herausgegeben von Ada Ronzini. – Ser Garzo dall’Incisa war der Urgroßvater von Petrarca, hochgeschätzter Notar und Poet, seine gesammelten Schriften sind hier zum ersten Mal veröffentlicht. – Die in den drei Teilen verwandten Farben finden sich in Manuskripten des 13. Jahrhunderts, und auch die Umrahmungen der Titelblätter sind angelehnt an Beispiele aus jener Zeit.

25,3 : 16,8 cm. 126, [6] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Schmoller/Mardersteig 179

491  Officina Bodoni – Aesop. Le Favole.

€ 2500

Stampate in latino con la versione italiana di Accio Zucco e le figure dell’edizione veronese del MCCCCLXXIX di nuovo incise in legno e colorate da un esemplare del Museo Britannico. Verona 1973. Mit 68 kolorierten Holzschnitten nach den Originalvorlagen und einer zweiten unkolorierten Folge. Zwei grüne Originalmaroquinbände; Rückentitel, ornamentale Deckelbordüren und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 10 mit Buchstaben bezeichneten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einem zweiten Exemplar der Edition mit unkolorierten Holzschnitten (Gesamtauflage 160). – Lateinischer Text mit italienischer Übertragung. – Handsatz aus der Centaur und gedruckt auf handgeschöpftem Magnani-Bütten. – Die Holzschnitte wurden nach denen der Giovanni Alvise-Ausgabe von 1479 von Anna Bramanti neu geschnitten und nach dem Exemplar der British Library bei Daniel Jacomet in Paris koloriert. – Hans Mardersteig über diese Ausgabe: »Giovanni Alvise […] hat mit seinem Aesop eines der schönsten illustrierten Bücher des Quattrocento gedruckt. Er war auch der Erfinder der ersten typographischen Ornamente, die wie einzelne Drucklettern in Blei gegossen sind und dadurch seine Drucke von anderen unterscheiden. Sie kehren auch in unserer Ausgabe wieder und wurden von Charles Malin neu geschnitten.« – Das für Giovanni Mardersteig gedruckte Exemplar, entgegen den übrigen Vorzugsexemplaren nicht in rotes sondern in grünes Maroquin gebunden. – Tadellos erhalten.

25,1 : 16,5 cm. Je 277, [5] Seiten.

Mardersteig/Schmoller 181

492  Officina Bodoni – Aesop. Le favole.

€ 900

Stampate in latino con la versione italiana di Accio Zucco e le figure dell’edizione veronese del MCCCCLXXIX di nuovo incise in legno e colorate da un esemplare del Museo Britannico. Verona 1973. Mit 68 kolorierten Holzschnitten nach den Originalvorlagen. Roter Originalhalbmaroquinband mit Pergamentdeckeln; Rückentitel, ornamentale Deckelbordüren und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Unnummeriertes Exemplar des Verlegers, wie 150 der insgesamt 160 Exemplare mit den kolorierten Holzschnitten. – Kolophon mit dem Zusatz »GM 2a scelta modello per legatura«. – Lateinischer Text mit italienischer Übertragung. – Handsatz aus der Centaur und gedruckt auf handgeschöpftem Magnani-Bütten. – Mit beiden Beilagezetteln und hier mit einem Doppelblatt mit Probekolorit zweier Holzschnitte.

25,2 : 16,7 cm. 277, [5] Seiten. – Hinterdeckel mit leichtem Abklatsch der Lederfarbe.

Schmoller/Mardersteig 181

493  Officina Bodoni – Aesop. The Fables.

€ 2000

Printed from the Veronese Edition of MCCCCLXXIX in Latin Verses and Italian Version by Accio Zucco, with the Woodcuts newly Engraved and Coloured after a Copy in the British Museum. – The first three Books of Caxton’s Aesop. Containing the Fables illustrated in the Verona Aesopus of MCCCCLXXIX. Verona 1973. Mit 68 kolorierten Holzschnitten nach den Originalvorlagen. Grüne Originalhalbmaroquinbände mit Pergamentdeckeln; Rückentitel, ornamentale Deckelbordüren und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer Suite der unkolorierten Holzschnitte (Gesamtauflage 160). – Diese »englische« Ausgabe enthält Mardersteigs Epilog im Hauptband in englischer Sprache und den ergänzenden dritten Band mit Caxtons Übersetzungen der Fabeln. – Jeder Band mit gedruckter Dedikation auf einem Vorblatt »This copy has been printed for Giovanni Mardersteig«. – Mit beiden Beilagezetteln. – Tadellos erhalten.

25,3 : 16,5 cm. 277, [3]; 11, [5] Seiten, 68 Holzschnitte; 119, [3] Seiten.

Mardersteig/Schmoller 182

494  Officina Bodoni – Alfred de Musset. Lorenzaccio.

€ 200

Drame. Paris, Compagnie Typographique 1974. Originalpappband mit Titelvignette. Im Schuber.

Unnummeriertes Verlegerexemplar, gedruckt für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 110). – Auf Cernobbiopapier, gesetzt aus der Dante Antiqua und Kursiv. – Französischer Originaltext mit einer bibliographischen Bemerkung.

25,4 : 16,5 cm. 225, [9] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 184

495  Officina Bodoni – Zwei Drucke der Presse.

€ 400

Verona 1974 und 1976. Originalhalbpergamentbände; Fileten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Beide im Schuber.

I. Bernardo Barduzzi. A Letter in praise of Verona. [1489]. In the original Latin text with an English translation by Betty Radice. 1974. Lateinischer Originaltext und Übersetzung ins Englische, Buchschmuck nach Felice Feliciano. Unnummeriertes Exemplar, gedruckt für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 150). »Das Loblied auf Verona wurde von dem letzten namhaften Frühdrucker der Stadt, Paulus Fridenperger, im Mai 1489 gedruckt und gehört zu ihren seltensten Inkunabeln.« (Schmoller/Mardersteig, S. 181). – II. Delphika grammata [griechisch]. The Sayings of the seven Sages of Greece. 1976. Eins von zehn Exemplaren ad personam, dieses für Hans Mardersteig (Gesamtauflage 160). Mit einigen Abbildungen und einer dopppelseitigen Heliogravüre. Griechischer Originaltext der Sentenzen der sieben griechischen Weisen mit englischer Übertragung von Betty Radice. Der hier wiedergegebene Text ist von von dem griechischen Historiker Iohannes Stobaios überliefert worden, der Anfang des fünften Jahrhunderts lebte.

I: 25,3 : 16,7 cm. 55, [5]Seiten. – II: 25,3 : 16,7 cm. 87, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 190 und 196

496  Officina Bodoni – Musaios. Ero e Leandro.

€ 300

Una leggenda greca. Verona 1977. Mit zwei blattgroßen Radierungen von Enrico Paulucci. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 100 Exemplaren auf Cernobbio Bütten und im Halbledereinband (Gesamtauflage 112). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Eine griechische Legende von Enzio Cetrangolo in italienischer Sprache in Verse übertragen mit einer Vorbemerkung und Anmerkungen. – Selten.

28,9 : 19,8 cm. 36, [8] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 197

497  The Albatross Modern Continantel Library.

€ 600

Die ersten 18 Editionen der Reihe, in 19 Bänden. Hamburg, Paris und Mailand, Albatross 1932. Originalhalblederbände mit Rückenschild, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Jeweils eins von nur zehn Exemplaren der »Present Special Edition« in Halbleder gebunden, die nicht für den Verkauf bestimmt war. – Edition 1 bis 10 auf Japan, jedes Exemplar »printed for Hans Mardersteig«, die folgenden auf Bütten und ohne Dedikation. – 1. James Joyce. Dubliners. – 2. Aldous Huxley. The Gioconda Smile and other Stories. – 3. Sinclair Lewis. Mantrap. – 4. Warwick Deeping. The Bridge of Desire. – 5. Hugh Walpole. Rogue Herries. Volume 1 [und] 2. – 6. Eliot Crawshay-Williams. Night in the Hotel. – 7. Virginia Woolf. To the Lighthouse. – 8. A. A. Milne. Two People. – 9. Edgar Wallace. The Man at the Carlton. – 10. Sinclair Lewis. Dodsworth. – 11. Lord Gorell. Gauntlet. – 12. Compton Mackenzie. Buttercups & Daisies. – 13. Joseph Hergesheimer. The Limestone Tree. – 14. Ludwig Lewinson. The Golden Vase Roman Summer. Two Novels. – 15. W. B. Seabrock. The Magic Island. – 16. L. A. G. Strong. The Brothers. – 17. Kathleen Norris. The Love of Julie Borel. – 18. S. S. Van Dine. The Bishop Murder Case. – Die »Albatross Modern Continantel Library« wurde 1932 von Max Christian Wegner und John Holroyd Reece gegründet. Hans Mardersteig war der Designer der Reihe, damals Art Director der italienischen Verlagsdruckerei Mondadori, deren Inhaber Arnaldo Mondadori Vorstandsvorsitzender von Albatross war. Die gewählte Papiergröße (181 : 112 mm) entsprach dem in Kunst und Architektur wichtigen »Goldenen Schnitt«; sie wurde später von »Penguin Books« übernommen und (zumindest in Großbritannien) zur Standardgröße für Taschenbücher.

19,2 : 12,5 cm. – Die einheitlich grünen Rücken der ersten elf Bände stark verfärbt, die übrigen verschiedenfarbig gebundenen kaum.

498  Stamperia Valdonega – Valentina Pavlovna und R. Gordon Wasson. Mushrooms.

€ 600

Russia and History. Volume I [and] II. New York, Pantheon Books 1957. Mit insgesamt 82 Abbildungen auf Tafeln, teils farbig, nach Zeichnungen und Fotografien. farbigen Abbildungen auf Tafeln. Originalleinenbände mit Rückenschild, vergoldetem -titel und Kopfgoldschnitt. Zusammen im Schuber.

Unnummeriertes Verlergerexemplar, wie die 512 Exemplare im Leineneinband. – Gedruckt in der Stamperia Valdonega, Verona auf Magnanipapier. – Buchgestaltung von Giovanni Mardersteig. – Gordon Wasson und seine Frau Valentina konzipierten die Arbeit ursprünglich als Kochbuch. Es entstand allerdings eine umfassende Untersuchung über Pilze und deren Platz in der europäischen, zentral- und südamerikanischen Kultur, Folklore und Literatur. Die Wissenschaft, heute Ethnomykographie genannt unterteilt die Menschen in Mykophobe und Mykophile. Das umngreiche Werk enthält auch Wassons Bericht über den Konsum von halluzinogenen Pilzen bei abgelegenen Stämmen Südmexikos. – Eine spannende bibliophile Umsetzung psychedelischer Wissenschaft. – Beilage: Auszug aus Life Magazine 1957: Seeking the Magic Mushroom. A New York Banker goes to Mexico’s Mountains.

32,5 : 25,0 cm. 213, [7] Seiten; 432, [6] Seiten.

499  Stamperia Valdonega – R. Gordon Wasson. Soma.

€ 400

Divine Mushroom of Immortality. A Helen and Kurt Wolff Book. New York Harcourt, Brace & World 1968. Mit 24 farbigen, teils montierten, Abbildungen auf Tafeln und zahlreichen Textabbildungen. Blauer Originalhalbmaroquinband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Ethno-mycological Studies No. 1. – Eins von 678 Exemplaren (Gesamtauflage 680). – Gedruckt in der Stamperia Valdonega, Verona auf Magnanipapier. – Buchgestaltung von Giovanni Mardersteig. – R. G. Wasson, den man als den Begründer der Ethnomykologie betrachten kann, spekuliert in »Divine Mushroom of Immortality«, dass Fliegenpilze die wichtigste Rolle bei der Rezeptur des mythischen Tranks »Soma« aus dem alten Indien spielten. Er stellte deswegen die Hypothese auf, dass die Grundsubstanz des legendären »Soma« womöglich Urin von Lebewesen war, die Fliegenpilze verspeist hatten. Seine Annahmen gründen auf der Auswertung einer uralten Sammlung von Zauberhymnen, die im Rig-Veda niedergeschrieben wurden. – Beiliegend: Schweizerische Zeitschrift für Pilzkunde. Bulletin Suisse de Mycologie. 48. Jahrgang. No. 11, November 1970. Bern Benteli 1970.

30,4 : 21,7 cm. 380, [6] Seiten, 24 Tafeln.

500  Giovanni Mardersteig. Ein Leben den Büchern gewidmet. – Auguri al nostro Maestro.

€ 400

Mainz, Gutenberg-Gesellschaft 1968 und Verona 1972. Originalbroschur und -pappband.

I. Kleiner Druck Nr. 84 der Gutenberg-Gesellschaft. Ansprache von Hans Mardersteig, gehalten anlässlich der Verleihung des Gutenberg-Preises in Mainz, Juni 1968. Gesetzt in der Dante-Schrift, gedruckt in der Stamperia Valdonega, Verona. »Das Alphabet ist der Spiegel des menschlichen Geistes […] Und den Druckern ist eine der vornehmsten Aufgaben zugefallen: Vermittler des Geistes durch das Buch zu sein.« – II. Festschrift anlässlich des 80. Geburtstags von Hans Mardersteig. Gesetzt aus der Dante-Schrift, zusammengestellt und herausgegeben von den Mitarbeitern der Druckerei Valdonega und Officina Bodoni. Aphorismen von G. Ch. Lichtenberg, Charles Dickens, Giambattista Bodoni, Victor Hugo, Ricarda Huch, Francis Bacon, Rudolf Koch und anderen. – Dazu fünf Drucke der Officina Bodoni: 1. Massimo Bontempelli. Scarlatti. 1940. – 2. Sin Tsi Hia. La vendetta. Favola. 1944.– 3. Umberto Zerbinati. Il giardino di Alice. 1947. – 4. Stornelli e rispetti toscani. Con melodie et illustrazioni incise in legno da Bruno Bramanti. 1947. – 5. Roberto Browning. Il variopinto pifferaro di Hàmeln. Storia per bambini. 1957. – Drei Originalpappbände, zwei -broschuren.

26 : 17 cm. I: 22, [4] Seiten. – II: 17, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 49, 68, 78, 79 und 115 (Beigaben)