ChristianHesse

Expressionismus | Hesse-Auktionen
Expressionismus

270  Ernst Barlach – Reinhold von Walter. Der Kopf.

€ 300

Ein Gedicht. Mit zehn Holzschnitten von Ernst Barlach. Berlin, Paul Cassirer 1919. Mit zehn Holzschnitten im Text. Originalhalbwildlederbroschur mit goldgeprägtem Rückentitel und weinrot strukturierten Batikdeckelbezügen (Ulber, Berlin).

Erste Ausgabe, sowohl des Textes als auch der Holzschnitte. – 16. Druck der Panpresse. – Eins von 160 Exemplaren (Gesamtauflage 180). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Auf Old-Stratford-Papier, Druck der Holzschnitte von Hand auf der Pan-Presse. – Reinhard von Walter (1882–1965), der in einem Kriegsgefangenenlager bei Güstrow als Dolmetscher arbeitete, und Barlach hatten sich kurz nach Kriegsende in Güstrow kennengelernt. Barlachs Hauptwerk aus jener Zeit, die lebensgroße Holzfigur des »Moses« trägt von Walters Züge. 1929 erschien im Berliner Furche-Verlag seine Barlach-Monographie. (vgl. Feilchenfeldt/Brandis).

32,5 : 24,5 cm. 36, [4] Seiten. – Rücken etwas verblasst und berieben.

Feilchenfeldt/Brandis 203. 0. B. – Rodenberg 454, 16. – – Laur 55.02–11. – Schult 102–111. – Papiergesänge 33. – Jentsch 59

271  Gottfried Benn. Gehirne.

€ 150

Novellen. Leipzig, Kurt Wolff 1916. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Der jüngste Tag, Band 35. – Frühe Veröffentlichung von Gottfried Benn, seine ersten Prosaarbeiten, nach seiner Dissertation 1912 und den Gedichtbänden »Morgue« und »Söhne« (1912/1913). – In der »halbpergamentartigen« Einbandvariante.

21,5 : 13,0 cm. 52, [4] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt, Gelenke und Rücken am oberen Kapital restauriert, Vorsätze erneuert. Monogrammstempel auf Vorsatzblatt.

Lohner/Zenner 2.6. – Raabe/Hannich-Bode 24.4. – Smolen/Stammerjohann 35.1.B

272  Felix Grafe. Ruit Hora. – Idris.

€ 300

Neue Gedichte. München, Hyperion Hans von Weber 1910 und 1916. Pergamentband mit Vergoldung und Originalpergamentband mit Rückenschild. Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgaben der beiden einzigen eigenen literarischen Arbeiten Grafes. – I. Eins von 101 nicht für den Handel bestimmten Exemplaren. Gedruckt auf Van Gelder-Bütten. Vorliegendes Exemplar mit (falschen!) Titelschildern »Ruit Hora«. – II. Eins von 300 Exemplaren auf Drei-Angel-Velin von Van Gelder-Zonen, ein Exemplar wurde auf Pergament gedruckt. – Felix Grafe, eigentlich Felix Löwy (1888–1942), übersetzte unter anderem Shakespeare, Oscar Wilde und Verlaine. Eigene Dichtungen wurden zuerst in der Zeitschrift »Die Fackel« von Karl Kraus veröffentlicht. Als im Eigentlichen unpolitischer Dichter – schon im ersten Weltkrieg hatte er sich aus der Massenpsychose heraushalten können – verfasste er auf Wunsch seines Schwagers, der führender Kopf einer Widerstandsgruppe war, ein Gedicht gegen Hitler, weswegen er 1941 von der Gestapo verhaftet, im Schnellverfahren verurteilt und 1942 hingerichtet wurde.

II. 24,9 : 19,6 cm. 110, [4] Seiten. Innen Stockfleckig, erste und letzte Seiten stärker. – II. 29,1 : 19,5 cm. 60, [4] Seiten. Einband minimal berieben. Schnitt mit wenigen kleinen Stockflecken.

Raabe/Hannich-Bode 90.1 und 2

273  Erich Heckel. Bilderdrucke.

€ 180

1911 [bis] 1949. Mannheim 1950. Mit zwei Holzschnitten von Erich Heckel (Umschlag und Titelblatt) und einigen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Ausstellungskatalog des Kunstvereins Freiburg und der Städtischen Kunsthalle Mannheim.

21,2 : 15,0 cm. 24 Seiten.

Dube 396 und 397

274  Arthur Heller. 13 Gedichte und 7 Federzeichnungen.

€ 500

Gedruckt auf Packpapier. [Prag], Bücherstube Paul Steindler & Julius Bunzl-Federn 1931. Mit sieben Illustrationen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Arthur David Heller (1891–1958) war ein Prager Arzt, Psychologe und Schriftsteller. Nachdem er 1938 nach London emigrierte, wurden seine Werke 1939 verboten. – »Die Kafka- und die Prag-Forschung kennen ihn nicht, in Prag weiß man nichts mehr von ihm. […] Heller verkehrte nicht in den literarischen Zirkeln der Prager Kaffeehäuser. Wer sich da ausschließt und stattdessen nachts in den Prager Vorstädten die Treppen zu den Dachböden hinauf- und in die Keller hinabsteigt, um mittellose Patienten zu versorgen, den straft die Literaturgeschichte mit Nichtbeachtung« (H. G. Haasis in »Die unheimliche Stadt. Ein Prag-Lesebuch«). – Die Zeichnungen, signiert »Drah 1930«, könnten von einem der Psychiatriepatienten Hellers stammen. – Ein Gedicht mit handschriftlicher Korrektur. – Sehr selten.

20,5 : 13,2 cm. 28, [4] Seiten. – Titelblatt mit zwei Stempeln alter Schulbüchereien.

275  Daniel Defoe. Das Leben und die ganz ungemeinen Begebenheiten des weltberühmten Engelländers Robinson Crusoe.

€ 200

Mit 31 Steinzeichnungen von Richard Janthur. Leipzig, Insel 1922. Mit 31 Farblithographien. Originalhalbpergamentband mit Kopfgoldschnitt, Rückentitel und Deckelvignette schwarz gedruckt.

Eins von 800 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Richard Janthur, Mitglied der Berliner Sezession, begründete 1912 zusammen mit Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt die Künstlergruppe »Die Pathetiker« (Ausstellung in Waldens Galerie »Der Sturm«). 1918 war er Mitglied der »Novembergruppe« und trat 1919 dem »Arbeitsrat für Kunst« bei. In den 1920er Jahren widmete sich Janthur verstärkt der Buchillustration und erst zwanzig Jahre später wieder der Malerei.

31,5 : 24,2 cm. 104, [2] Seiten. 31 Farblithographien. – Deckelränder gebräunt, kleine Stockflecken. – Vorsätze und Oberränder der ersten Blätter leicht stockfleckig.

Sarkowski 363 A. – Jentsch 122. – Lang, Expressionismus 154. – Sennewald 22,1

276  Franz Kafka. Betrachtung.

€ 3000

Zweite Ausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1913/1915]. Hellrote Originalbroschur mit Holzschnitt-Vignette und -bordüre.

Titelauflage der ersten Ausgabe. – 1913 erschien, noch unter dem Verlagsnamen Rowohlt, Kafkas erste Erzählungssammlung, gedruckt in 800 Exemplaren. Etwas mehr als die Hälfte der unverkauften Exemplare wurde 1915 – anlässlich der Verleihung des Fontane-Preises an Kafka – mit einem neuen Titelblatt (»da die Exemplare bisher noch die Firma Ernst Rowohlt tragen«) versehen. – »Auf den Wunsch Kafkas […] in einem ungewöhnlich großen Schriftgrad (Tertia) gesetzt«, den Kafka Felice gegenüber als »ein wenig übertrieben schön«, in einem Brief an seinen Verleger dann aber vorbehaltlos als »wunderschön« bezeichnete. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt« (alle Zitate nach Dietz). – Schönes unbeschnittenes Exemplar in der seltenen Originalbroschur.

24,5 : 16,3 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Äußerste Umschlagränder und der Rücken minimal geknittert, beide Umschlagdeckel mit vertikalem Knick. Rücken unten mit kleiner restaurierter Fehlstelle. – Vereinzelte kleine Randausrisse und ein -einriss, durch unvorsichtiges Öffnen der unaufgeschnittenen Bogen entstanden.

Dietz 27. – Raabe/Hannich-B. 146.1. – Göbel 91

277  Franz Kafka. Das Urteil.

€ 400 ( R7 )

Eine Geschichte für Fräulein Felice B. – In: Arkadia. Ein Jahrbuch für Dichtkunst. Herausgegeben von Max Brod. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Illustrierter Originalpappband.

Erstdruck der Erzählung. – Abgedruckt auf den Seiten 53–65 des Almanachs. – Franz Kafka schrieb die Geschichte im September 1912 in nur einer Nacht. »Mehrmals in dieser Nacht trug ich mein Gewicht auf dem Rücken. […] Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollständigen Öffnung des Leibes und der Seele… Schon während des Entstehens ist die als Durchbruch zum eigentlichen Schreiben erlebte Geschichte […] für Brods Jahrbuch ›Arkadia‹ bestimmt« (zitiert nach Dietz).

25,5 : 16,0 cm. – Rücken und Ränder verfärbt. Einband berieben.

Dietz 20. – Raabe, Zeitschriften 102

278  Franz Kafka. Das Urteil.

€ 400 ( R7 )

Eine Geschichte. Leipzig, Kurt Wolff 1916. Originalpappband. Titel und -vignette goldgeprägt.

Der jüngste Tag, Band 34. – Erste Ausgabe. – Kafka schätzte die erstmals 1913 in der Zeitschrift »Arkadia« erschienene Erzählung sehr und setzte sich bei seinem Verleger mit Nachdruck für eine Einzelveröffentlichung ein: »Sie ist auch die mir liebste Arbeit und es war daher immer mein Wunsch, daß sie, wenn möglich, einmal selbständig zur Geltung komme. Jetzt […] wäre dafür die beste Gelegenheit« (Kurt Wolff. Briefwechsel eines Verlegers. 1966/67. Seite 39f.). – Mit dem bei Dietz nicht erwähnten Anzeigenblatt »Von demselben Verfasser erschien ferner […] «.

21,2 : 13,2 cm. 28, [4] Seiten. – Hinteres Gelenk angeplatzt. – Vorsatz mit kleiner Händlermarke.

Raabe/Hannich-Bode 146.4. – Dietz 31. – Smolen/Stammerjohann 34.1.B

279  Franz Kafka. Ein Landarzt.

€ 500

Kleine Erzählungen. München und Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalbleinenband, Deckeltitel in Rotprägung.

Erste Ausgabe. – Die Erzählungssammlung wurde, sehr zu Kafkas Freude, wieder in dem übergroßen Tertia-Schriftgrad gesetzt und gedruckt. – Seine Begeisterung wurde durch die Verzögerung des Drucks arg geschmälert – der Band erschien erst nach mehr als zwei Jahren – und Kafka überlegte mehrfach, sich einen anderen Verleger zu suchen. – Wohl erst 1920 wurde der Band ausgeliefert, gedruckt wurden nicht mehr als 2.000 Exemplare, nach Kurt Wolffs späten Erinnerungen gar nur 1.000. Trotz der niedrigen Auflage stagnierte der Absatz und noch 1926 war die Erstausgabe lieferbar. Dieser Rückgang der Verkaufszahlen bei Kurt Wolff mag ein Grund für den Wechsel zum Verlag »Die Schmiede« gewesen sein.

23,2 : 16,0 cm. [8], 189, [3] Seiten. – Rücken an den Kapitalen etwas verschlissen. Deckelränder leicht gebräunt, Vorderdeckel mit einigen Wasserflecken. – Anfangs und am Ende etwas stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.6. – Dietz 53. – Göbel 426

280  Franz Kafka. Ein Hungerkünstler.

€ 400

Vier Geschichten. Berlin, Die Schmiede 1924. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Enthält die vier Erzählungen: Erstes Leid; Eine kleine Frau; Ein Hungerkünstler; Josefine, die Sängerin. – Das einzige Buch, das Kafka selbst einem anderem Verleger als Kurt Wolff gab – nach seinem Weggang aus Prag kam er Ende 1923 durch Ernst Weiß und weitere ihm bekannte Autoren des jüdischen Schmiede-Verlegers Rudolf Leonhard mit diesem in Kontakt. – Der »Hungerkünstler« erschien erst nach Kafkas Tod, man darf aber annehmen, dass er noch alle vier Geschichten selbst korrigiert hat. » – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«.

19,8 : 13,8 cm. 85, [3] Seiten. – Rücken verfärbt.

Dietz 66. – Caputo-Mayr/Herz S. 28. – Raabe/Hannich-Bode 146.7

281  Franz Kafka. Der Prozess.

€ 500

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. Im Nachwort rechtfertigt der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen im Kurt Wolff Verlag in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Kapitale und Ecken berieben, Rücken und -schild stark verblasst.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

282  Franz Kafka. Der Prozess.

€ 300

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. In dem Nachwort zu »Der Prozess« rechtfertigt der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen im Kurt Wolff Verlag in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Rücken und -schild stark verblasst, leicht lichtrandig.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

283  Franz Kafka. Das Schloss.

€ 3000

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blaue Originalbroschur mit rot gedruckter Deckel- und Rückenvignette (Entwurf von Georg Salter) und dem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Wie alle drei posthum erschienenen Romane Kafkas mit einem Nachwort des Freundes und Herausgebers Max Brod. – Die Auflage wurde bis auf wenige Exemplare in Leinen gebunden. Die vorliegende unbeschnittene Broschurausgabe mit dem typographischen Schutzumschlag scheint so selten, dass sie selbst Wolfram Göbel für seine Bibliographie des Kurt Wolff Verlages unbekannt war. – Der Schutzumschlag mit der Doppellinie an Ober- und Unterrand und den beiden Zitaten von Max Brod (»Franz Kafkas Faustdichtung«) und Hermann Hesse (»Ein heimlicher Meister und König der deutschen Sprache«) über Kafka und den Roman sowie Verlagsanzeigen.

19,5 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken verblasst, der Schutzumschlag leicht gebräunt, hinten etwas fleckig und mit kleinen Randläsuren. Ein Falz fachmänisch restauriert.

Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663. – Breon Mitchell Collection (Lame Duck Books 32) 40 und Abb. 39 (Schutzumschlag)

284  Franz Kafka. Das Schloss.

€ 3000

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blaue Originalbroschur mit rot gedruckter Deckel- und Rückenvignette (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Eins der ganz selten erhaltenen Rezensionsexemplare. – Mit dem gelben Beilagezettel »Kurt Wolff Verlag München erlaubt sich, beifolgend ein Besprechungsexemplar von [handschriftlich] ›Kafka, Schloss 8.-‹ ergebenst zu überreichen …«.

19,7 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken gebräunt und fleckig, Hinterdeckel mit restaurierter Fehlstelle. – Buchblock neu eingehängt.

Caputo-Mayr/Herz S. 24. – Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663

285  Franz Kafka. Amerika.

€ 500

Roman. München, Kurt Wolff 1927. Roter Originalleinenband mit blau-weißem Deckel- und Rückenschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – »Zum Beispiel Banken. Und wenn die groß geworden sind, so groß, dass sie ein Land überschatten, dann heißt das Land Amerika, und nun wollen wir einmal ein Amerika-Buch begucken, das eigentlich gar keines ist und doch eines ist. Es ist von jenem großen Prosaiker Franz Kafka, auf den immer wieder hinzuweisen das schönste Verdienst Max Brods ist – das Buch heißt ›Amerika‹ (und ist bei Kurt Wolff in München erschienen). Das Werk stammt aus der Zeit vor dem Kriege, Brod sagt in seinem Nachwort, dass es schon viele zarte Lichter des Chaplinschen Humors enthält. Es ist etwas ganz und gar Wunderbares, an innerer Musik und dem Pianissimo der Töne nur noch mit Hamsun zu vergleichen.« (Kurt Tucholsky 1929, in »Auf dem Nachttisch«, Gesammelte Werke, Band III, Reinbek 1961, S. 44). – Von Max Brod aus dem Nachlass herausgegeben und mit einem Nachwort versehen, beschließt »Amerika« nach »Der Prozess« und »Das Schloss« die sogenannte »Trilogie der Einsamkeit«.

19,5 : 14,0 cm. 391, [1] Seiten. – Rücken mit Feuchtigkeitsspur, oberes Kapital mit kleinem Einriss, Rückenschild leicht verfärbt. Buchschnitt etwas unfrisch. – Innen teils stockfleckig, erste und letzte Seiten stärker.

Caputo-Mayr/Herz S. 16. – Raabe/Hannich-Bode 146.10. – Göbel 673

286  Franz Kafka. Beim Bau der chinesischen Mauer.

€ 300 ( R7 )

Ungedruckte Erzählungen und Prosa aus dem Nachlaß. Herausgegeben von Max Brod und Hans Joachim Schoeps. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1931. Blauer Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette und rot-goldenem Rückentitel.

Erste Ausgabe dieser Sammlung.

19,5 : 12,3 cm. 266, [6] Seiten. – Rücken verfärbt, Ränder etwas berieben. Deckelvignette nahezu vollständig abgeblättert.

Raabe/Hannich-Bode 146.11

287  Franz Kafka. Vor dem Gesetz.

€ 300

Berlin, Schocken 1934. Originalpappband mit Rücken- und Titelschild. – Dedikationsexemplar des Verlegers.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Mit einer gedruckten Beilagekarte: »Auf Veranlassung des Herrn Salmann Schocken überreicht vom Schocken Verlag Berlin«. Erschienen als Band 19 der »Bücherei des Schocken Verlages«. – Enthält fünf Erzählungen und eine Auswahl »Aus den Aphorismen«. – Herausgegeben und mit einem Nachwort von Heinz Politzer. – Etwa zeitgleich erschien im Schocken Verlag, herausgegeben von Max Brod unter Mitarbeit von Politzer, der erste Band der ersten Werkausgabe Kafkas.

19,5 : 12,0 cm. 80 Seiten. – Deckelränder leicht, Rücken stärker gebräunt.

288  Wassily Kandinsky – Will Grohmann. Kandinsky.

€ 1000

Paris, Cahiers d’Art 1930. Mit einem Farbholzschnitt von Wassily Kandinsky und zahlreichen Abbildungen. Halbleinenband.

»Les Grands Peintres d’aujourd’hui«, Band 6. – Erste Ausgabe der wichtigen, reich illustrierten Monographie mit dem prachtvollen, im Stock monogrammierten Holzschnitt. – Eins von 500 Exemplaren auf Vélin de Torpes (Gesamtauflage 610). – »Das bunte Blatt im (Grohmann) Buch ist keine bunte Reproduktion, sondern ein Originalholzschnitt, direkt von den Stöcken gedruckt« (Wassily Kandinsky an Galka Scheyer, 18. Juli 1931).

28,0 : 22,7 cm. XXXVII, [3], 58, [14] Seiten. – Ränder mit Lichtrand, Rücken verfärbt. – Einige Seiten mit kleinen Stockflecken, der Holzschnitt tadellos.

Roethel 193

289  Ernst Ludwig Kirchner – Will Grohmann. Das Werk Ernst Ludwig Kirchners.

€ 600

München, Kurt Wolff 1926. Mit fünf Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner, 100 losen Tafeln und zahlreichen Abbildungen im Text. Originalbroschur und Tafeln in rot-blauer Originalleinenkassette.

Eins von 800 Exemplaren (Gesamtauflage 850). – Titelholzschnitt in Blau und Schwarz, die vier Holzschnitt-Zwischentitel nur in Blau gedruckt. – Die buchtechnische Gestaltung und Ausstattung dieses seltenen Künstlerbuchs hatte Kirchner selbst übernommen. – Die zweite Kirchner gewidmete Veröffentlichung von Grohmann, dessen Künstlermonographien und Œuvrekataloge »Meilensteine in der Kunstpublizistik des 20. Jahrhunderts« darstellen (Ralph Jentsch).

28,5 : 27,0 cm (Kassette). 58, [2] Seiten, 1 Holzschnitt, 100 Tafeln. – Kassettenbezug ausgeblichen und berieben, Gelenke brüchig. – Der lose Holzschnitt mit kleinem Eckknick.

Dube 852-53 und 855-57. – Göbel 662. – Jentsch 160. – Schauer II, 120

290  Paul Klee – [François-Marie Arouet de] Voltaire. Kandide

€ 200

oder Die beste Welt. Eine Erzählung. Mit 26 Federzeichnungen von Paul Klee. München, Kurt Wolff 1920. Mit 26 Illustrationen im Text. Originalhalbleinenband mit Fileten- und Deckelvergoldung.

Erste Ausgabe mit den Illustrationen von Paul Klee. – Die 1911 entstandenen Federzeichnungen in »spinnwebenfeinem zeichnerischen Stil« wurden lithographiert. »Ein Vergleich der Federzeichnungen mit dem Text macht offenkundig, daß Klee recht eigenwillig illustriert hat. Am ausgeprägtesten ist dieser schwebende Strich, der wie ein feiner Hauch die Blätter berührt, in den Candide-Illustrationen. Er findet sich später nirgendmehr im Werk des Künstlers« (Lang, S. 51).

25,6 : 19,8 cm. 86, [6] Seiten. – Ecken minimal berieben.

Lang, Expressionismus 176

291  Wilhelm Klemm. Traumschutt.

€ 200

Gedichte. Hannover, Paul Steegemann 1920. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Die Silbergäule, Band 65/66. – Schönes Exemplar mit der Umschlagzeichnung von Walther Klemm.

23,3 : 15,3 cm. 30, [2] Seiten. – Unterrand des Vorderumschlags mit minimalen Feuchtigkeitsspuren. – Bleistiftmonogramm auf dem Titel.

Raabe/Hannich-Bode 159.7. – Raabe 163, 65/66. – Meyer, Steegemann 34

292  Rudolf Kayser. Moses Tod.

€ 200

Legende. München, Kurt Wolff 1921. Schwarze Originalbroschur mit grünem Deckelschild.

Erste Ausgabe des literarischen Erstlings. – Mit diesem Text beendete Kurt Wolff seine berühmte Reihe zur expressionistischen Dichtung, die seit 1913 erschienen war und vielen teils noch jungen und völlig unbekannten Dichtern eine Publikationsmöglichkeit bot. – Der letzte Band der Reihe wird nur selten angeboten. – Dazu: Verkündigung. Anthologie junger Lyrik. Herausgegeben von Rudolf Kayser. München, Roland 1921. Originalhalbleinenband. Erste Ausgabe der spätexpressionistischen Anthologie, die Lyrik von Becher, Benn, Däubler, Ehrenstein, Heym, Lasker-Schüler, Trakl, Zech u. v. a. enthält. – Vorrede mit einigen restaurierten Einrissen.

21,0 : 13,0 cm. 30, [2] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Smolen/Stammerjohann 86.1.A. – Raabe/Hannich-Bode 152.2 und 152.12. – Raabe, Zeitschriften 145.86 und 129

293  Oskar Kokoschka. Ann Eliza Reed.

€ 150

Erzählung und Lithographien. Hamburg, Maximilian-Gesellschaft 1952. Mit zehn blattgroßen Lithographien. Originalpappband mit Deckellithographie. Im Originalschuber.

Eins von 660 Exemplaren, gedruckt von Richard von Sichowsky und Paul Wunderlich auf der Handpresse der Landeskunstschule in Hamburg. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

26,5 : 25,0 cm. [40] Seiten. – Rücken leicht, Schuberränder etwas stärker gebräunt.

Wingler/Welz 188-198. – Schauer II, 115

295  Walter Mehring. Westnordwestviertelwest

€ 200

oder über die Technik des Seereisens. Berlin, Elena Gottschalk 1925. Originalhalbleinenband mit farbig illustrierten Deckeln.

Erste Ausgabe. – »Westnordwest« wurde noch im Erscheinungsjahr in den Rowohlt Verlag übernommen. Der legendäre Verlag von Elena Gottschalk, dessen Autorenkreis sich wie ein kleines »Who-is-Who« der deutschen Dadaisten liest, ging 1926 in Konkurs. – Dazu vier weitere Erstausgaben: Das Ketzerbrevier. Ein Kabarettprogramm. München, Kurt Wolff 1921. Originalpappband. – Algier oder die drei Oasenwunder. [Berlin], Die Schmiede [1925]. Originalleinenband. – Paris in Brand. Roman. Berlin, Th. Knaur 1927. Originalleinenband. – Die Gedichte, Lieder und Chansons. Berlin, S. Fischer 1929. Originalpappband.

19,5 : 16,8 cm. 78, [6] Seiten. – Deckel etwas unfrisch, Kanten leicht bestoßen.

Raabe/Hannich-Bode 202.8. – Holstein, Blickfang 241

296  Walter Mehring. Arche Noah S·O·S.

€ 150

Neues trostreiches Liederbuch. Berlin, S. Fischer 1931. Originalpappband mit Farblithographie von Georg Salter als Einbandillustration.

Erste Ausgabe der ursprünglichen Fassung. Nur diese mit der wunderbaren Einbandillustration von Georg Salter »im Stil einer Kinderzeichnung zu schonungslosen zeit- und gesellschaftskritischen Songs, in denen Mehring geistreich die bürgerliche Moral seiner Zeit angreift und kommendes Unheil ›besingt‹, so in dem ›Lied der Hakenkreuzler‹.« (Jürgen Holstein). – Sehr gut erhalten.

19,0 : 12,0 cm. 154, [6] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 202.13. – Holstein, Salter 112 mit ganzseitiger Abbildung auf S. 95 und Blickfang 241

297  Georg Walter Rößner – Arno Holz. Seltzsame und höchst ebentheuerliche Historie von der Insul Pimperle,

€ 150

daran sich der Tichter offt im Traum ergezzt. Berlin-Wilmersdorf, A. R. Meyer [1919]. Mit einer kolorierten Lithographie von Georg Walter Rößner. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 500) im Pappband und mit der kolorierten Lithographie. Auf dem Vorblatt von Künstler und Dichter signiert. – Privatdruck von A. R. Meyer als das 64. seiner »Lyrischen Flugblätter«. – Auf Bütten.

21,0 : 12,5 cm. [8] Seiten, 1 Lithographie auf Doppelblatt. – Deckelränder und Rücken gebräunt. – Exlibris.

Sennewald 19, 5. – Josch D 36.2. – Raabe 144.64

298  Richard Seewald – Die Argonauten.

€ 250

Dem Epos des Apollonius nacherzählt von Gustav Schwab. Mit Originallithographien von Richard Seewald. Berlin, Propyläen 1923. Mit 43 Lithographien, davon elf blattgroß und eine signiert. Grüner Originalhalblederband mit lithographierter Deckelillustration, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Mit Originalschutzumschlag im -schuber.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Das Frontispiz und der Druckvermerk vom Künstler signiert.

32,9 : 26,8 cm. Seiten [3]–74, [6]. – Rücken stark verfärbt, Ränder gebräunt.

Jentsch, Seewald 134–177. – Lang, Expressionismus 329

299  Carl Sternheim. Sieben Erstausgaben.

€ 150

Meist Leipzig bzw. München, Kurt Wolff 1915–1920.

I. Das leidende Weib. Drama nach Friedrich Maximilian Klinger. Leipzig, Insel bzw. Kurt Wolff 1915. – II. Napoleon. Eine Novelle. 1915. Roter Originalpappband. – III. Schuhlin. Eine Erzählung. 1916. – IV. Meta. Eine Erzählung. 1916. – V. Ulrike. Eine Erzählung. 1917. – VI. Prosa. Berlin, Die Aktion 1918. – VII. Berlin und Juste Milieu. 1920. – I mit dem Umschlag des Kurt Wolff Verlages, dessen Autor Sternheim 1915 wurde. – II–V in der Reihe »Der jüngste Tage«, dabei II in der »wie Halbpergament«-Einbandvariante, III und IV in illustrierter, V in schwarzer Originalbroschur. – Dazu: Fünf weitere Ausgaben der »Der jüngste Tag« (Bände 2, 20, 24, 32 und 53).

Ca. 21 : 13 cm. – Teils leichte Gebrauchsspuren, einige mit kleinem Sammlerstempel.

Raabe/Hannich-Bode 291.17, 18, 21, 23, 28, 30 und 35

300  Georg Trakl. Sebastian im Traum.

€ 300

Gedichte. Leipzig, Kurt Wolff 1915. Dunkelblaue Originalbroschur mit vergoldeten Titeln und Deckelbordüren.

Erste Ausgabe. – In der seltenen Broschurvariante, teils unaufgeschnitten. – 1913 hatte Georg Trakl, die »unbestrittene Hauptgestalt des österreichischen Frühexpressionismus« (Raabe) bei Kurt Wolff seinen ersten Gedichtband veröffentlicht. Wie Georg Heym erlebte auch Trakl das Erscheinen der zweiten Gedichtsammlung nicht mehr. Im November 1914 setzte er, erst 27jährig, seinem Leben im Garnisonsspital Krakau mit einer Überdosis Gift ein Ende. – Ehemals Sammlung Dr. Fritz Löffler, Dresden.

24,5: 16,5 cm. 88, [8] Seiten. – Ränder und Rücken verblasst. – 2 Seiten mit Rostspur.

Ritzer 3.2. – Raabe/Hannich-Bode 304.4. – Göbel 226

301  Aktions-Lyrik – Oskar Kanehl. Die Schande.

€ 300

Gedichte eines dienstpflichtigen Soldaten aus der Mordsaison 1914–18. Berlin-Wilmersdorf, Die Aktion 1922. Originalbroschur mit Deckelillustration von George Grosz.

Erste Ausgabe. – Die Aktions-Lyrik, Band 7. – Der letzte Band der Reihe, alle weiteren geplanten und teils schon angekündigten Projekte zerschlugen sich. – Oskar Kanehl (1888–1929) war Kampfgefährte des Aktion-Herausgebers Franz Pfemfert. Seine drei Lyriksammlungen illustrierte George Grosz.

22,0 : 13,6 cm. 30, [2] Seiten. – Umschlagränder leicht geknickt.

Raabe/Hannich-Bode 150.3 (mit Abbildung). – Raabe 149, 7. – Lang 32

302  Das Graphische Jahrbuch.

€ 200

Herausgegeben von Hans Theodor Joel. Darmstadt, Karl Lang [1920]. Mit drei Originalgraphiken und 32 Tafeln. Originalpappband mit vergoldeten Titeln.

Enthält u. a. den Holzschnitt »Kleine Prophetin« von Karl Schmitt-Rottluff, einen weiteren von Gottfried Graf und eine Lithographie von Walther Ruttmann. – Mit Beiträgen von Gustav Schiefler, Paul Westheim, Rosa Schapire, Kurt Pfister und anderen.

21,8 : 17,2 cm. 55, [9] Seiten. 32 Tafeln, 3 Graphiken. – Leicht berieben und fleckig. – Eine Seite mit leichtem Abklatsch des Holzschnitts. einige Seite mit kleinen Stockflecken.

Söhn HDOG 121.1–3. – Schapire, Schmidt-Rottluff 253

303  Franz Blei. Das große Bestiarium der modernen Literatur.

€ 300

Berlin, Ernst Rowohlt 1922. Mit 18 kolorierten Lithographien, je sechs von Olaf Gulbransson, Thomas Theodor Heine und Rudolf Großmann. Originalhalblederband mit Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel. Mit illustriertem Originalschutzumschlag und -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 400 Exemplaren der Ausgabe B auf Hadernpapier (Gesamtauflage 430). – »In diesem Bestiarium habe ich, nicht abgeschreckt von vielen Vorgängern, neuerlich den Versuch gemacht, eine so kurze wie anschauliche und genaue Beschreibung derer lebenden Tiere zu geben, so ans Licht der Bücherwelt zu stellen Gott dem Herrn gefallen hat und soweit sie im Gebiete der deutschen Sprache wesen und unwesen. […] Ganz allgemein will ich nur zu einer in der letzten Zeit wieder lebhafter gewordnen Streitfrage kurz Stellung nehmen, der Frage, ob unsere Tiere Intelligenz besitzen oder nicht« (Vorwort). – Die Karikaturen der drei Künstler von Bierbaum, Däubler, Edschmid, Kolb, Lasker-Schüler, Mann, Meyrink u. a. illustrieren den spöttischen Text, der die Literaten als Exoten beschreibt.

20,4 : 13,3 cm. 252, [8] Seiten. – Schutzumschlag am Rücken etwas gebräunt, Ränder mit wenigen winzigen Einrissen.

304  Jahrbuch der jungen Kunst 1922.

€ 500

Herausgegeben von Georg Biermann. Leipzig, Klinkhardt & Biermann 1922. Mit sechs Originalgraphiken und zahlreichen Abbildungen. Originalhalbleinenband mit Linolschnitt auf dem Vorderdeckel.

Mit der Lithographie »Liebespaar« von Max Beckmann, je einer Lithographie von Robert Kohl, Bernhard Kretzschmar und Wilhelm Kohlhoff, je einem Holzschnitt von Walter Teutsch und F. M. Jansen. – Vorderdeckel mit dem schönen Linolschnitt von Georg Mathéy. Das Jahrbuch erschien von 1920 bis 1924.

28,3 : 20,5 cm. [8], 326, [16 Anzeigen-] Seiten , 7 Graphiken. – Rücken leicht verblasst. – Eine Seite mit kleinem Einriss, insgesamt aber schönes Exemplar.

Söhn HDOG 253

305  Marsyas.

€ 6000

Eine Zweimonatsschrift. Herausgegeben von Theodor Tagger. Erstes [bis] Sechstes Heft [alles Erschienene]. Berlin, Heinrich Hochstim 1917–1919. Mit 83 meist signierten Originalgraphiken, davon 55 mit zwei zusätzlichen Abzügen. Originalbroschuren in unterschiedlichen Grautönen, jeweils mit Titelvignette.

Vollständiges Exemplar, je eins von 35 römisch nummerierten der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 235). – Im Druckvermerk vom Verleger nummeriert und signiert. – Auswahl der Graphiken: Max Pechstein (8 Radierungen, je 4 zu Carl Sternheims »Heidenstam« und Hermann Stehrs »Der Schatten«, 2 Lithographien), Edwin Scharff (5 Radierungen), Hans Meid (5 Radierungen, 1 Lithographie), Willi Geiger (5 Lithographien), Walter Gramatté (4 Radierungen, 1 Lithographie), Willy Jaeckel (3 Lithographien), Robert Genin (10 Radierungen), Rudolf Großmann (4 Radierungen) und Georg Tappert (4 Lithographien) sowie Fingesten, Pellegrini, Pickardt, Pluennecke, Schinnerer, Spiro, Stein und Ines Wetzel. Die Vorzugsausgabe enthält von den meisten Radierungen zwei zusätzliche Abdrucke in Zustandsdrucken, teils mit Remarquen, die Lithographien wurden meist signiert und teils koloriert. – Allein von Max Pechstein sind hier 26 Originalgraphiken, davon elf signiert, enthalten. – »Zuerst als Zweimonatsschrift erschienene, dann in größeren Abständen veröffentlichte, als Luxusdruck ausgestattete Zeitschrift für moderne Literatur und Kunst. Literarische Beiträge (Erzählungen, Gedichte, Szenen, Aufsätze) und Anmerkungen über zeitgenössisches Leben. Jedes Heft enthält ebenfalls in kleinerer Type die ›Chronik› von Theodor Tagger, eine aufschlußreiche Kommentierung der expressionistischen Literatur. Die Graphik nicht nur aus dem Bereich des Expressionismus, vielmehr Beteiligung von Impressionisten und Phanstasten« (Paul Raabe). – »Äußerlich sehr exklusiv enthält sie meist Arbeiten von hohem Niveau« (Schlawe). – Bei den literarischen Beiträgen finden sich Erstdrucke von Kasimir Edschmidt, Ivan Goll, Hugo von Hoffmannsthal (Jacoby 84 a), Franz Kafka (Dietz 29), Carl Sternheim, Alfred Döblin (Huguet 220), Max Herrmann-Neisse, Hermann Hesse, dem Herausgeber u. a. – Dabei: Marsyas. Ankündigung. 1917. Mit vier Originalgraphiken.

39,5 : 29,5 cm. Kollation und Graphiken wie bei Söhn HDOG angegeben. – Umschlagränder etwas bestoßen und leicht gebräunt, Umschlag von Heft 2 leicht stockfleckig. – Teils und meist nur in den Rändern etwas gebräunt und stockfleckig, die Extraabzüge (auf abweichendem Japan gedruckt) meist nicht betroffen.

Söhn HDOG 138 und 338. – Raabe, Zeitschriften 35. – Schlawe II, 45. – Jentsch 32. – Pechstein: Krüger L 177 u. 178, R 92-95, 100, 105-107