ChristianHesse

Fotografie | Hesse-Auktionen
Fotografie

180  John Baldessari. Throwing three balls in the air to get a straight line.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 2800

(Best of thirty-six attempts). Zwölf Offsetdrucke nach Fotografien. 1973. 24,4 : 32,2 cm.

Eins von 2000 Exemplaren. – Ediert von Giampolo Preraro/Galleria Toselli, Milano. – Lose Tafeln zusammen in Originalumschlag mit Ausstanzung und goldgeprägtem Titel. – Seit Ende der 60er Jahre bearbeitet der Konzept- und Medienkünstler Baldessari Bildmaterial aus Massenmedien. Er gilt als Pionier und wichtigster Vertreter der so genannten »Pictures Generation«. Die Bilderindustrie ist für ihn ein wichtiger Bezugspunkt. Er untersucht in seinem konzeptuellen Werk die Wechselwirkung von Bild und Wort.

181  Christian Boltanski. Menschlich.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 140

Köln, Thouet und Walter König 1994. Mit unzähligen Abbildungen nach Fotografien. Originalbroschur.

Erschienen anlässlich der Verleihung des Kunstpreises Aachen 1994 an Christian Boltanski. – Vereint die Werkserien »Le College d’Hulst«, »L’Album famille D.«, »Le Club Mickey«, »La plage de Bercy«, »Les Enfants de Dijon«, »Detective«, »Le Lycee Chases«, »La Fete du Pourim«, »El Caso«, »Le Suisses Morts«, »La famille de Berlin«, »Grosse Hamburger Strasse«, »Sans Soucis«, »Ces enfants recherchent leurs parents«, »Les Regards« und »Avant – maintenant« in Telefonbuch-artigem Druck.

27 : 21 cm. Ca. 1000 Seiten. – Rücken gebräunt, Deckel schwach geknickt.

182  Günther Förg. Moskau – Moscow.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit einem Vorwort von Heinrich Klotz. Köln, Snoeck 1995. Mit einer signierten Originalfotografie und zahlreichen, meist blattgroßen und teils farbigen Abbildungen nach Fotografien. Originalleinenband in -pappkassette.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf dem Vortitel vom Künstler signiert und nummeriert. – Mit einer beigelegten Originalfotografie (Palast der Kultur des Proletarsky Distrikt), rückseitig signiert, datiert und nummeriert »2/5« sowie mit dem Archiv- und Titelstempel. – Die Fotografie stammt aus dem Zyklus von insgesamt 1000 Aufnahmen, die Günther Förg während seiner 14tägigen Reise in der russischen Metropole aufnahm. Die etwa 300 im Band reproduzierten Bilder bilden eine ebenso schonungslose wie beeindruckende Dokumentation der russischen Architektur der 1920er–30er Jahre in ihrem Zustand nach 70 Jahren real existierendem Sozialismus. »Günther Förg schaut wie jedermann, aber sein Blick ist der wissende und der desolate Blick dieses Jedermann.« (Jean-Christophe Ammann, in Koetzle, S. 126). – Tadellos erhalten.

30 : 24 cm. 287 Seiten.

183  Richard Hamilton. Polaroid Portraits.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Vol. 1 [–] 4. Stuttgart, London, Reikjavik, Edtion Hansjörg Mayer [1972–2002]. Mit insgesamt 132 Abbildungen nach Fotographien. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Jeder Band enthält ein Selbstporträt und von jeweils 32 von Künstlern aufgenommene Fotografien. – Viele seiner »Künstlerkollegen« porträtierten Richard Hamilton im Laufe der Jahre, die Liste liest sich wie ein »Who’s Who« der Kunst des 20. Jahrhunderts: Roy Lichtenstein, Dieter Roth, Francis Bacon, Jasper Johns, Gilbert und George, Joseph Beuys, Christo, Robert Rauschenberg, Allan Kaprow, Yoko Ono, John Cage, Sam Francis, Daniel Spoerri, Gerhard Richter, Max Ernst, Robert Indiana, Max Bill, Peter Blake David Hockney, Man Ray, Emmet Williams, Andy Warhol u. v. a. m. – Hamilton begann die Serie 1968, bis ins Jahr 2000 ließ er sich in jeder erdenklichen Situation von seinen Künstlerfreunden ablichten. Im Wesentlichen war das Projekt eine zeitfotografische Autobiographie durch das Medium Polaroid. In den Bildern huldigen die Berühmten und Begabten einem Mann, der die Popkultur dokumentierte. – Das Fotoprojekt wurde 2001 in der IKON Gallery ausgestellt.

17 : 13 cm.

184  Candida Höfer. Zwölf – Twelve.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

München, Schirmer-Mosel 2001. Mit zahlreichen, teils ganzseitigen Farbabbildungen. Originalpappband mit -schutzumschlag und -leinenchemise in -leinenschuber.

Eins von 100 Exemplaren der »Collector’s Edition« mit der beigelegten Originalfotografie »Ny Carlsberg Glyptotek Copenhagen III, 2000« (C-Print, signiert und nummeriert). – Mit Texten von Annette Haudiquet und Pascal Beausse. – Candida Höfer dokumentierte die zwölf legitimen Abgüsse von Auguste Rodins berühmter Bronze »Die Bürger von Calais« an ihren weltweit verteilten Standorten. Diese Arbeit entstand im Auftrag der Stadt Calais, um nach Abschluss der Güsse ein neues, zeitgemäßes Kunstwerk zu schaffen. – Tadellos erhalten.

29 : 24 cm. 85, [3] Seiten, 1 Fotografie.

185  Candida Höfer. Bibliotheken.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Mit einem Essay von Umberto Eco. München, Schirmer/Mosel 2005. Mit 137 ganzseitigen Abbildungen. Originalpappband mit -schutzumschlag und -chemise, zusammen im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren der »Collector’s Edition« mit der beigelegten Originalfotografie »Rijksarchief Limburg Maastricht I 2003« (C-Print, signiert und nummeriert). – »Zunehmend verschwanden […] die Menschen aus ihren Bildern, und dennoch gewann in den ›leeren‹ Räumen die menschliche Präsenz immer spürbarer an Intensität – als Abwesenheit derer, für die sie gebaut und eingerichtet wurden. Candida Höfers Beziehung zur Architektur steht in der Tradition der Neuen Sachlichkeit. Ihre Aufnahmen von öffentlichen Räumen, deren spezifische Atmosphäre weder von Besuchern noch Nutzern gestört wird, wirken nüchtern, fast asketisch und verzichten auf jede spektakuläre Inszenierung des Blicks. […] In Candida Höfers photographischem Konzept […] tritt der Autor der Architektur unmerklich hinter den Autor der Bilder zurück« (Verlagstext). – Tadelloses Exemplar.

30 : 25 cm. 271, [1] Seiten, 1 Fotografie.

186  Izima Kaoru. Hosokawa Fumie wears Tiffany (066).

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausruflimit/Reserve price: € 700

Farbfotografie, Cibachrome. 1995. 35,0 : 27,5 cm (40,2 : 30,2 cm). Auf dem Verlegeretikett signiert, typographisch betitelt und nummeriert.

Exemplar 2/10. – Aus der Serie »Landscapes With a Corpse«. – Ediert von der Galerie Emmanuel Perrotin, Paris. – Aufwändig gerahmt, das Etikett unter Passepartout abgedeckt.

Unterer Bildrand mit kleiner Blendstelle.

187  Allan Kaprow. Assemblage, Environments & Happenings.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

With a selection of scenarios by: 9 Japanese of the Gutai Group, Jean-Jacques Lebel, Wolf Vostell, George Brecht, Kenneth Dewey, Milan Knízák, Allan Kaprow. New York, Harry N. Abrams [1966]. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen. Originalsackleinenband mit farbig geprägten Titeln.

Wichtiges Dokument der Happening-Bewegung, enthält auch Beiträge zu Jim Dine, Claes Oldenburg, Jackson Pollock, Robert Rauschenberg u. a. Die zahlreichen Fotoabbildungen entstanden anlässlich berühmter Happenings der frühen 1960er Jahre. – Textteil auf Packpapier gedruckt.

31 : 31 cm. 341, [3] Seiten.

188  Erika Kiffl. Joseph Beuys 1978. Drakeplatz Düsseldorf.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Fotografie. Silbergelatine. 2003. 28,7 : 28,7 cm (40,0 : 30,0 cm). Rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Die berühmte Aufnahme entstand 1978 im Wohnatelier des Künstlers, »das Joseph Beuys 1961 mit seiner kleinen Familie bezog, nachdem er als Professor für monumentale Bildhauerei an die Kunstakademie in Düsseldorf berufen worden war, war ein magischer Ort. Hier vermischte sich die Arbeit an bahnbrechenden Kunstkonzepten mit Kindererziehung, hier wurde gekocht und diskutiert, standen Familie und fremde Besucher staunend vor bildhauerisch umwerfenden Schöpfungen. Von hier aus ging die Wirkung des Beuys’schen Kunst- und Menschenbildes schließlich in die ganze Welt. Bis dann der Druck der Welt zu groß wurde und die Familie in ein Nachbarhaus umziehen musste« (Verlagstext Schirmer/Mosel zu einem Fotoband von Eva Beuys). – Erika Kiffl (geboren 1939) wurde vor allem durch ihre Künstlerporträts bekannt. Eine erste Auswahl (»Künstler in ihrem Atelier. Eine Fotodokumentation«) erschien 1979.

189  Andreas Magdanz. Dienststelle Marienthal.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Eine Gebäudemonographie. Aachen, Magdanz 2000. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotographien. Originalleinenband mit -schutzumschlag. In Originalpappkassette.

Eins von 150 Exemplaren, auf dem Vorblatt vom Künstler signiert (Gesamtauflage 1500). – Andreas Magdanz (geboren 1963) fotografierte im ehemaligen geheimen Regierungsbunker der Bundesrepublik Deutschland, der so genannten Dienststelle Marienthal. »Wie schon in früheren Arbeiten widmete sich Magdanz den Details. [… und fand] in den kilometerlangen Gängen vor tonnenschweren Stahltoren, den wahren Charakter des Bunkers« (Klappentext).

33 : 39 cm. [160] Seiten.

190  Daido Moriyama. The Complete Works.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Volume 1 [–] 4. Toyo, Taka Ishii Gallery 2003–2004. Mit unzähligen Abbildungen. Originalpappbände mit Schutzumschlag und Schuber.

Werkverzeichnis eines der wichtigsten japanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts. – Daido Moriyama (geboren 1938) ist bekannt für dichte Straßenfotografie, mit der er das Chaos des urbanen Raumes thematisiert. »Ein Jäger auf der Suche nach nur scheinbar banalen Momentaufnahmen, nach Fotos die mehr sind als alltägliche Bilderflut. Moriyama dokumentiert die Veränderungen eines mutierenden urbanen Raums, indem er seine Motive von Plakatwerbung, Körperfragmenten, Schaufenstern, Märkten, Autos, Geschäften als Großaufnahmen isoliert und so hervorhebt« (art-magazin.de).

28 : 23 cm.

191  Sigmar Polke. Die Waschung der Lineale.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Sieben Fotographien. 1972/1999. 26,1 : 36,0 cm (30,0 : 40,0 cm).

Mit dem Textblatt mit einem Text von Ernst Mitzka und Druckvermerk in lose in der Originalhalbleinenmappe. – Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Ediert von der Griffelkunst Hamburg, E 313. – Tadellos erhalten.

Becker / Von der Osten 139

192  Sigmar Polke. Daphne (griechisch).

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 350

400 Xerografien in 24 Folgen. Mit einem Essay von Reiner Speck. Gent und Köln, Snoeck 2004. Durchgehend illustriert. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Umfangreiches und aufwändig gearbeitetes Künstlerbuch des 2010 verstorbenen Malers. – »Ovids Daphne, Petrarcas Laura und Polkes Muse sind die Lesarten eines Buchtitels, der als Metapher steht für eines Gottes Jagd nach der Schönen, für des Dichters formvollendete Lieder an eine nie zu Erreichende, für des Künstlers Kraft, im Wandel Vollendung und Ruhm zu finden. […] Bei kaum einem zeitgenössischen Künstler ist das Thema des Verwandelns so dominant wie bei Sigmar Polke. […] Das zunächst als Photo vorliegende Bild erfährt durch Aufrasterung und in der Bewegung des gesteuerten Kopiervorgangs eine Aufstückelung, eine Fragmentarisierung, die Sujet und Bildträger gleichzeitig auflösen und entstofflichen.« (Reiner Speck, Essay).

43 : 31 cm.

193  August Sander. Der Maler Gottfried Brockmann.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Fotografie. Bromsilbergelatine. 1924/1986. 25,1 : 18,3 cm.

Auf Agfa-Papier. – Links unten mit dem Prägestempel »Aug. Sander Köln Lindenthal«. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, abgezogen 1986 vom Enkel des Künstlers. – Erschien innerhalb des berühmten Porträtswerks »Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts«. – Gottfried Brockmann (1903–1983) hatte gegen erheblichen Widerstand seines Vaters mit freier künstlerischer Arbeit begonnen. Von 1923 bis 1925 hielt Gottfried Brockmann engen Kontakt zur Gruppe »Kölner Progressive«, zu der u. a. Gerd Arntz, Franz Seiwert, Otto Freundlich und eben auch der Fotograf August Sander (1876–1964) gehörten. – Ehemals Selbstporträt-Sammlung Leonie von Rüxleben, Hamburg.

Auf Kartonblatt montiert.

Griffelkunst 247 C 7

194  Waldemar Titzenthaler. Berlin. Kanonen vor dem Zeughaus.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie (Vintage). 1898. 16,3 : 22,6 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1898 und die Plattennummer 2405. – Stimmungsvoller Blick durch das Kastanienwäldchen vor dem Zeughaus. Die verschneiten Kanonen sind Beutestücke aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71. – Waldemar Titzenthaler (1869–1937), Sohn des großherzoglich-oldenburgischen Hoffotografen Franz Hermann Titzenthaler, kam nach seiner Ausbildung in Hannover als 27jähriger nach Berlin. Seine Fotografien wurden von Zeitschriften wie »Berliner Illustrirte« und »Die Woche« zur Illustration verwendet, mit seinen Bildserien, vor allem Stadtaufnahmen, machte er sich in den Bildredaktionen schnell einen Namen. Als er 1937 (von der Fachwelt wenig beachtet) starb, hinterließ er gut 70000 Negative. »Titzenthaler fotografierte gern aus Augenhöhe der Statuen, die auf den klassizistischen Palästen die Stadt bewachen. Das gab nicht nur räumliche Übersicht, sondern vermittelte auch beruhigende Distanz. Dennoch finden sich in seinen Aufnahmen Spuren eines lakonischen Kommentars, mit dem sich der Sohn eines Hoffotografen von einem Propagandisten des wilhelminischen Kaiserreiches absetzte […] Wo der Maler eine vor Eitelkeit und anekdotischer Selbstgefälligkeit strotzende Visitenkarte malte, verschwindet bei Titzenthaler das Publikum in der Anonymität der Großstadt« (»Himmel über Berlin«, Der Tagesspiegel, 9. 2. 2001). – Originalabzüge aus der frühen Schaffenszeit sind sehr selten.

Der Unterlagekarton an den Rändern gebräunt, die Fotografie tadellos.

195  Waldemar Titzenthaler. Reiterstandbild Friedrichs des Großen, Unter den Linden.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie. (Vintage). 1899. 28,7 : 21,4 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1899 und die Plattennummer 4720. – Das Reiterstandbild von Christian Daniel Rauch, entstanden 1840–1851, wurde aus Anlass des 111. Jubiläums der Thronbesteigung des Preußenkönigs enthüllt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Denkmal abgebaut und in Potsdam eingelagert. Nur durch eine Finte gegenüber den politischen Machthabern in Ost-Berlin kam es nicht zur angeordneten Einschmelzung. 1980 wurde das Standbild des Soldatenkönigs in Vorbereitung des 750. Stadtjubiläums und im Zusammenhang mit der »Preußen-Renaissance« in der DDR wieder aufgestellt.

Der Unterlagekarton an den Ränder gebräunt, die Fotografie tadellos.

196  Waldemar Titzenthaler. Quadriga auf dem Brandenburger Tor.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie. (Vintage). 1902. 21,4 : 28,7 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1902 und die Plattennummer 9000. – Teleobjektivaufnahme vom Dachgeschoss eines der Gebäude an der Nordseite des Pariser Platzes.

Der Unterlagekarton an den Ränder gebräunt, die Fotografie tadellos.

197  M. Vorobeichic [Moï Ver]. Ein Ghetto im Osten · Wilna.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 350

65 Bilder. Eingeleitet von S. Chneour. Zürich/Leipzig, Orell Füssli 1931. Mit 64 Bildtafeln nach Fotografien und Fotomontagen. Originalhalbleinenband mit Fotoillustration auf beiden Deckeln.

Schaubücher 27. – Herausgegeben von Emil Schaeffer. – Deutsch-hebräische Version, es erschienen zwei weitere Textvarianten. – 1927/28 hatte der weißrussische Fotograf Moï Ver (1904–1995) am Bauhaus studiert, bevor er nach Paris übersiedelte. Seine Fotocollagen aus dem Ghetto in Vilnius zeigte er 1929 auf einem zionistischen Kongress in Zürich, wo der Herausgeber der »Schaubuch«-Reihe darauf aufmerksam wurde. »Der experimentellste und zugleich für die Geschichte des Fotobuches bedeutendste Band der Reihe […] vereint in einmaliger Weise eine fast archaisch wirkende Motivwelt mit den avantgardistischen Darstellungsmitteln des Neuen Sehens. Sind die Aufnahmen mit ihren alle Perspektiven sprengenden Nah- und Schrägansichten schon bemerkenswert genug, besteht die Innovation vor allem in der Art der Bildpräsentation, die von ganzseitiger Wiedergabe über Ausschnitt und Freistellung bis hin zu Überschneidung, Montage und Sequenz reicht«. (Roland Jaeger in »Autopsie I«). – Sehr schönes Exemplar.

19 : 13 cm. 8, 64, 8 Seiten. – Ecken minimal bestoßen.

Autopsie I, 326. – Heidtmann 15388

198  Alfons von Czibulka. Deutsche Gaue.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Mit 200 Raumbild-Aufnahmen. München, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1938. Mit 200 Raumbildaufnahmen, davon 72 auf Tafeln montiert. Originalpappband mit silbergeprägten Titeln und Steckfächern.

Aus der Reihe »Die Welt im Raumbild«. – Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille und jeweils 200 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – »Die Zusammenstellung der Aufnahmen betont Tradition und Modernität gleichermaßen, und so sind neben Stereobildern der Wartburg auch Symbole des technischen Fortschritts wie eine der ersten Großbrücken für die Reichsautobahn, der Nürburgring oder Flugzeuge auf dem Frankfurter Flughafen zu sehen.« (Autopsie). – Das Bildmaterial bietet zugleich eine Bestandsaufnahme zahlreicher im 2. Weltkrieg zerstörten Bauwerke. – »Als 1935 mit ›Venedig, ein Raumerlebnis‹ ein neuartiges Fotobuch erschien, war dies der Beginn einer kurzen und außergewöhnlichen Verlagsgeschichte. Denn mit den sogenannten ›Raumbildwerken‹, auf die der Verleger Otto Schönstein sogar ein Patent hielt, sollte die bekannte und einstmals populäre Stereofotografie in neuer Form für ein solventes Publikum vermarktet werden. Dass Schönstein sich mit seiner Idee von großformatigen Raumbildbänden, in denen Textbeiträge durch Stereofotografien plastisch bebildert sind, zunächst nicht durchsetzen konnte, jedoch zwei Jahre später sogar der Reichsbildberichterstatter Heinrich Hoffmann als Gesellschafter in den Verlag eintrat, kennzeichnet eine wechselhafte Verlagsgeschichte, die nicht frei von Widersprüchen und Verstrickungen in die NS-Propaganda ist.« (Sebastian Fitzner in: Autopsie I, S. 456).

29 : 20 cm. 189, [2] Seiten, 72 Stereobilder auf Tafeln, 128 lose.

Heidtmann 18566. – Autopsie 1, S. 468

199  Karl Bartz. Großdeutschlands Wiedergeburt.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Weltgeschichtliche Stunden an der Donau. Geleitwort Hermann Göring. Diessen am Ammersee, Raumbild-Verlag [1938]. Mit 100 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln, zwei davon farbig. Originalleinenband mit vergoldeten Titeln und Steckfächern.

Aus der Reihe »Raumbild-Zeitgeschichte«. – Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – Alle Aufnahmen stammen von Hitlers »Hoffotograf« Heinrich Hoffmann, der Gesellschafter des Raumbild-Verlages war. – Diese Ausgabe wurde im angegliederten Österreich durch den Verlag der Wiener Neuesten Nachrichten vertrieben.

29 : 20 cm. 87, [1] Seiten, 8 Tafeln, 100 Stereobilder.

Heidtmann 18582. – Autopsie 1, S. 470, 6

200  Hasso von Wedel. Der Kampf im Westen.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Die Soldaten des Führers im Felde. Band II. – Heinz Orlovius. Fliegen und Siegen. Ein Raumbildwerk unserer Luftwaffe. München, Raumbild Otto Schönstein 1940 und 1942. Mit jeweils 100 Raumbildaufnahmen und acht Farbtafeln. Originalleinen- und Originalpappband mit Steckfächern.

Aus der Reihe »Große Ereignisse im Raumbild«. – Exemplare der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und jeweils 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen verschiedener Kriegsberichterstatter der Deutschen Wehrmacht), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen.

29 : 20 cm. 80 bzw. 87, [1] Seiten. – Ein Deckel mit zwei kleinen Feuchtigkeitsflecken.

Heidtmann 18577 und 18591. – Autopsie 1, S. 470, 16 und 20

201  Kurt Lother Tank. Deutsche Plastik unserer Zeit.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Herausgegeben von Wilfrid Bade. Geleitwort von Albert Speer. München, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1942. Mit 135 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. Originalpappband mit silbergeprägten Titeln und Steckfächern.

Aus der Reihe »Die Welt im Raumbild«. – Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 135 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle Bilder nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – »In keinem der Raumbildbände werden die kunsttheoretischen Vorstellungen der Stereofotografie so explizit thematisiert wie in dem […] Band ›Deutsche Plastik unserer Zeit‹ (1942). Jeder der insgesamt zehn Beiträge zu einem Bildhauer enthält eine Serie von Stereoaufnahmen« (Autopsie).

29 : 20 cm. 118, [2] Seiten, 8 Tafeln, 135 Stereobilder.

Heidtmann 18593. – Autopsie 1, S. 469

202  Hans Felix Zimmermann. Das hunderttürmige Prag.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Die alte Kaiserstadt an der Moldau. Herausgegeben im Einvernehmen mit dem Kulturamt der Hauptstadt Prag. München, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1943. Mit 100 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. Originalpappband mit Steckfächern.

Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – Die Aufnahmen stammen sämtlich von Hermann Schoepf, München.

29 : 20 cm. 189, [2] Seiten, 100 Stereobilder.

Heidtmann 18596. – Vgl. Autopsie 1, S. 461

203  Fritz Buschmann. Lourdes.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Stadt der Bernadette. Wallfahrt zu einem verborgenen Mittelpunkt der Welt. Unter Mitwirkung von Aenne Perl und Ernst Günther Blesch. Saarbrücken und Oberaudorf, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1949. Mit 75 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. Originalpappband mit Steckfächern.

Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 75 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel. – Nahezu nahtlos setzte der Schönstein-Verlag nach Kriegsende seine Publikationsreihe fort.

29 : 20 cm. 141, [3] Seiten, 75 Stereobilder. – Vorderdeckel mit größerem Lichtrand.

Heidtmann 18621

204  Valentin Reisdorf. So kämpften sie!

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Ein Raumbildwerk von den XV. Olympischen Spielen Helsinki 1952. Oberaudorf am Inn, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1952. Mit 100 Raumbildaufnahmen. Originalpappband mit vergoldeten Titeln und Steckfächern.

Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel. – Der Verlag hatte sein Engagement für die Geisteshaltung der Nazizeit ohne größere Probleme überstanden und dokumentierte noch bis 1960er Jahre die neuen Zeiten.

29 : 20 cm. 107, [5] Seiten, 100 Stereobilder.

Heidtmann 18621

205  Das deutsche Lichtbild.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 660 ( R7 )

Jahresschau 1927 [bis] 1938. Elf Bände. Berlin, Robert & Bruno Schultz [1927–1937]. Mit zusammen etwa 1500 ganzseitigen fotografischen Abbildungen in Kupfertiefdruck (Band I) bzw. Tieftondruck. Originalleinenbände mit Deckelvignette in Schwarz und Weiß, fünf mit Originalschutzumschlag.

Vollständige Reihe aller Vorkriegsausgaben der fotografischen Jahrbücher, die letzten fünf mit den Originalsilberpapierumschlägen. – Auf Initiative des Verlegers und Amateurfotografen Bruno Schultz erschien der erste Band anlässlich des 50. Jubiläums seines Verlages. Die Auswahl der je 120–170 Aufnahmen von insgesamt etwa 700 Fotografen erfolgte durch eine Jury. Die ersten drei Jahrgänge (davon 1928/29 als Doppelband) wurden von Hans Windisch herausgegeben. – Jeder Band auch mit Textbeiträgen und Anzeigen. – Die graphische Gestaltung der Reihe, die über alle Jahre nahezu unverändert blieb, zeichnete der Berliner Graphiker und Fotograf Heinz Hajek-Halke. Er entwarf das »ddl«-Logo, das Titelblätter und die Schutzumschläge schmückte. – »Mit seinen rund 1500 Aufnahmen bietet [das Jahrbuch] einen repräsentativen Querschnitt und zugleich eine Auslese der damaligen Bildproduktion von Berufs-, Amateur- und Wissenschaftsfotografen sowie der verschiedenen Gattungen der Fotografie im deutschsprachigen Raum. […] Nicht zuletzt aufgrund ihrer Druck- und Ausstattungsqualität zählen die Bände zu den herausragenden Fotobüchern der Zwischenkriegszeit. Ungeachtet seiner nationalen Tendenz fand ›Das deutsche Lichtbild‹ daher internationale Verbreitung und Anerkennung – und wirkte so vorbildhaft für fotografische Jahrbücher anderer Länder« (Roland Jäger, in »Autopsie«, mit seiner ausführlichen Würdigung der Reihe). – Unter den vertretenen Künstlern die namhaftesten der damaligen Zeit: Renger-Patzsch, Hugo Erfurth, Moholy-Nagy, Bucovich, Paul Wolff, Hoppé, Herbert Bayer, Karl Blossfeldt u. v. a. – Dazu: Roland Jaeger. Index zum fotografischen Jahrbuch »Das deutsche Lichtbild«. Fotografen, Autoren, Inserenten. Berlin 2013.

28 : 23 cm. – Einbände teils etwas stockfleckig, die Schutzmschläge teils mit Randeinrissen und -fehlstellen. – Der Textteil einiger Bände leicht, bei den Jahrgängen 1932 und 1933 stärker stockfleckig. Insgesamt schön erhalten, die Tafeln sehr gut.

Autopsie II, 302ff. – Heidtmann 10879

206  Modern Photography.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 660 ( R7 )

The Studio Annual of Camera Art. Edited by C. G. Holme. 1931–1942/43. [Zwölf Bände]. London und New York, The Studio [1931–1942]. Mit mehr als 1000 fotografischen Abbildungen, viele ganzseitig, einige farbig und montiert. Originalleinenbände, zwei mit Originalschutzumschlag.

Vollständige Reihe dieses wichtigen Fotojahrbuchs, herausgegeben von dem über Jahrzehnte stilprägenden Verlag »The Studio«. – »Why cannot the […] British publishers give us sometimes books of pure photography, like the excellent year book of ›Das Deutsche Lichtbild‹ […]?« (nach Autopsie). – In zeitlicher Überschneidung mit »Das deutsche Lichtbild« erschienen, blieb »Modern Photography« der avantgardistischen und vor allem der internationalen Fotografie stärker verbunden als das deutsche Pendant. – Mit einleitenden Texten zur Fotografie und Bildkommentaren zu den hervorragenden Aufnahmen von Herbert Bayer, Cecil Beaton, Andreas Feininger, Man Ray, László Moholy-Nagy, Eduard Steichen, Ann Biermann, Piet Zwart, E. Hoppé, Ansel Adams, Edward Weston, Brassaï u. v. a. – Der erste Band erschien als »Special Autumn Number«, die beiden folgenden als »The Studio Photography Annual«. Ab Band IV erschienen die Bände in etwas kleinerem Format und jeweils für einen Zweijahreszeitraum. – Als vollständige Reihe sehr selten.

29 : 21 cm bzw. 25 : 19 cm. – Bei Band 1 ein Ausschnitt des Originalschutzumschlags auf den Vorderdeckel montiert. Ein Band an den Kapitalen etwas bestoßen und leicht fleckig, ein Rücken leicht gebräunt. – Insgesamt sehr gut erhalten.

Autopsie II, 313 und 323. – Nicht bei Parr/Badger

207  At the Still Point.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Photographs from the Manfred Heiting Collection at The Museum of Fine Arts Houston. 2006, 2008–2012 and 2015 [sieben Kalender]. Berlin [2005–2014]. Jeweils zwölf Bildtafeln nach Fotografien. Mit Titelblatt, Index und Deckblatt mit einer wiederholten Abbildung spiralgeheftet.

Nach Auskunft des Herausgebers jeweils in etwa 300 Exemplaren erschienen. – »This calendar made for friends of the printed photographs and not for sale«. – Meisterwerke der Fotografie des 20. Jahrhunderts aus der berühmten Sammlung Manfred Heiting. Hervorragend reproduziert und gedruckt im Novaton-Verfahren bei Kirchner & Rothe, Berlin. – Jeder Kalender widmet sich einem speziellen Thema: Frauen, Paare, Kinder und Jugendliche, Bauten und Ruinen, Bäume und Landschaften, weiblicher Akt. – Bestens erhalten, in Leinenkassette.

59 : 48 cm.