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Gustav Kiepenheuer Verlag | Hesse-Auktionen
Gustav Kiepenheuer Verlag

501a  1909 – Anzeige der Geschäftsübernahme der Buchhandlung Ludwig Thelemann durch Gustav Kiepenheuer.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Doppelblatt, Buchdruck mit Ziervignette. 1909. 19,8 : 14,4 cm (gefalzt).

Sehr seltenes Originaldokument zur Gründung eines der einflussreichsten und progressivsten deutschen Verlage des 20. Jahrhunderts. – Per 1. Juni 1909 übernahm Gustav Kiepenheuer (1880–1949) als Verlagsbuchhändler Ludwig Thelemanns »Hof-Buch-, Kunst- und Musikalien-Handlung« in Weimar. »Von hier nahm ab 1. April 1910 der Buchverlag, den er gründete und dem er seinen Namen gab, seinen Ausgang, bevor er ihn Ende 1918 nach Potsdam verlegte und ab 1929 in Berlin-Charlottenburg betrieb. Auf Grund des Kriegsgeschehens in der Reichshauptstadt zog er sich gesundheitlich beeinträchtigt bereits im August 1943 mit seiner Frau Noa nach Hohnstein (bei Pirna) in Sachsen zurück, wagte aber nach Kriegsende 1945 in Thüringen den verlegerischen Neuanfang, der ihn nach Weimar zurückführte« (Volker Wahl, Das kulturhistorische Archiv von Weimar–Jena, 2009, S. 91). – Wir konnten kein Vergleichsexemplar nachweisen. Möglicherweise Fehldruck, da Seite 2 hier unbedruckt ist. Seite 3 mit der Anzeige des Verkaufs durch Thelemann, Seite 4 vakat. – Dazu zahlreiche Verlagsprospekte, Werbeblätter und Bücherverzeichnisse der Jahre bis 1933, u. a. auch das seltene für die frühen Publikationen 1909–1920. – Ich verlege wieder! Anzeige der Wiederaufnahme der Verlagstätigkeit in Weimar 1946.

502  1911 – Hans Christian Andersen. Märchen und Erzählungen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Erster [und] Zweiter Band. – Herausgegeben von Paul Ernst. Drei verschiedene Ausgaben. Weimar und Potsdam 1911, 1917 und 1923.

1911: Erste Ausgabe. Mit der Einleitung des Herausgebers, textgleich am Anfang beider Bände. Florale Titelbordüren. Originalhalbpergamentbände mit Modeldruck-Bezugspapieren. VII, 625; VII, 575 Seiten. – [1917]: Zweite verbesserte Auflage. 6.–15. Tausend. Mit 30 Lithographien und zwei lithographierten Titelblättern von Charlotte Christine Engelhorn. Mit der Einleitung als »Nachwort« in Band 1. Pappbände mit zweifarbig lithographiertem Bezugspapier. 620, [4]; 570, [6] Seiten, 32 Lithographien. – [1923?]: Zweite verbesserte Ausgabe. 22.–24. Tausend. Mit 40 Tafeln und zwei illustrierten Titelblättern nach Federzeichnungen von Axel Lesloschek (diese datiert »23«). Unveränderter Nachdruck des Textes. 620, [4]; 570, [6] Seiten, 42 Tafeln. Originalleinenbände mit Deckelvignette.

17,5 : 12,0 – 19,3 : 13,5 cm. – Alle drei Ausgaben schön erhalten, bei der 1917er-Ausgabe Rücken etwas verfärbt.

Zum Herausgeber: Wilpert/Gühring 54

503  1912 – Die Liebhaberbibliothek.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

52 (von 54 gezählten) Ausgaben sowie 15 der unnummerierten Folgebände. Weimar, Potsdam und Berlin 1912–1927. Viele illustriert. Meist Originaleinbände, teils mit Schutzumschlag.

Nahezu vollständige Reihe der seit 1912 erschienenen Buchreihe, deren Texte von antiken Autoren über die klassische Literatur bis zur Gegenwartsdichtung reichte. Die meisten Bände wurden von namhaften Buchkünstlern der damaligen Zeit illustriert. Der Verlag edierte verschiedenen Einbandvarianten (Pappe, Leinen, Halbleder) und Gestaltungsvarianten. Lediglich das Buchformat dient als »Bindeglied«. – Es fehlen die Bände 22, 51 und 54, unter Bandnummer 21 erschienen zwei verschiedene Titel (beide vorhanden). – Die Reihe wurde 1926–27 mit unnummerierten Bänden fortgesetzt, auch diese erschienen in verschiedenen Einbänden, hier acht Leder-, vier Halbleder- und sechs Leinenausgaben (Dubletten) sowie drei Broschuren, letztere in einem gemeinsamen Schuber. In diesen Jahren erschienen Texte von Arnold Zweig, Stefan Zweig, Bruno Frank u. a. progressiven Autoren. – Beigaben: 24 »Dubletten« in Auflagen- und Einbandvarianten. – 2012 veranstaltete das Weimarer Stadtmuseum eine Ausstellung »100 Jahre Liebhaberbibliothek«. Der bibliographisch ergiebige Katalog, in dem viele der hier vorliegenden Exemplare abgebildet sind, wird zu vertiefender Beschäftigung mit der Reihe hier beigefügt. – Das neue Buch. Potsdam 1921–24. 19 Titel dieser Reihe. Originale Leder-, Leinen- und Pappbände, teils mehrbändig. Vorwiegend Texte russischer Autoren. – Kiepenbücherei. Neun Ausgaben der Reihe. Berlin 1937–1942. Originalpappbände, einige mit Schutzumschlag. Zwei Dubletten.

Alle Reihen ca. 17 : 12 cmTeils mit Gebrauchs- und Altersspuren, Besitzvermerken und Stempeln.

504  1913 – Das Silhouettenbuch der Adele Schopenhauer.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 190

Als Faksimile herausgegeben von Hans Timotheus Kroeber. Weimar 1913. Mit 30 ganzseitigen Faksimileabbildungen der Scherenschnitte, meist auf farbigem Grund, und zahlreichen Textfaksimiles. Brauner Originalkalblederband mit reicher Vergoldung und Schutzpapierumschlag.

Eins von 200 Exemplaren. – Handgebunden bei Sieke & Co., Leipzig. – Die Schwester des Philosophen war für ihre zarten und detailreichen Scherenschnitte berühmt, Goethe besaß zahlreiche ihrer Arbeiten und machte Marianne von Willemer eine Illustration zum »Westöstlichen Divan« zum Geschenk. – Schönes Exemplar. – Erschienen als erster Band der Weimarer Liebhaberdrucke. – Dazu: Die Goethezeit in Silhouetten. 74 Silhouetten … Gesammelt und herausgegeben von Hans Timotheus Kroeber. Weimar 1911. Privateinband. – Sittenbilder von Chodowiecki mit Erklärungen von Lichtenberg. Herausgegeben von Paul Ernst. Bild- und Textband. Illustrierte Originalpappbände mit Schnittvergoldung (Fikentscher) nach den Originalvorlagen. Zweiter Weimarer Liebhaberdruck. – Johannes Höffner. Goethe und das Weimarer Hoftheater. Weimar 1913. Mit zahlreichen Tafeln. Originalpappband. Mit Besitzvermerk Edwin Redslob, damals in Erfurt der jüngste Museumsdirektor in Deutschland. – Wilhelm Hegeler. Tiefurt. Weimar 1913. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalpappband. – Eckermann Gespräche mit Goethe. Illustrierte Ausgabe, besorgt von Hans T. Kroeber. Weimar 1913. Mit zahlreichen Tafeln. Originalhalbpergamentband. Mit handschriftlichem Vermerk »e dono autoris«. – Das Leben in Alt-Weimar. Ein Bilderbuch zusammengestellt und erläutert von Wilhelm Bode. Weimar [1913]. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalpappband.

19,5 : 12,5 cm. [46], 6, [4] Seiten.

505  1913 – Arabische Nächte.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Erzählungen aus Tausend und Eine Nacht. Mit 50 farbigen Bildern von Edmund Dulac. Weimar, Gustav Kiepenheuer [1913]. Mit 50 montierten Farbtafeln nach Aquarellen. Originalpergamentband; Rückentitel- und Deckelillustration farbig gedruckt und goldgeprägt. Im Schuber mit Rückenschild.

Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Gedruckt bei Dietsch & Brückner, Weimar, auf Japan-Bütten. – Die erste englische Ausgabe mit den 50 Dulac-Illustrationen erschien 1907 bei Hodder and Stoughton, London. – Sehr schönes Exemplar. – Dazu: Erzählungen aus Tausend und Eine Nacht. Mit 24 farbigen Bildern von Eduard Dulac. Weimar 1913. Originalleinenband. Inhaltlich abweichend.

24,0 : 18,8 cm. [6], 346, [6] Seiten. – Die Hornschließen fehlen.

Vgl. White 3

506  1913 – Börries Freiherr von Münchhausen. Der Hofball.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Eine Ballade für meine Jungens mit Bildern von Hans Alexander Müller. Weimar, Gustav Kiepenheuer [1913]. Mit farbig lithographiertem Titel und neun ganzseitigen Farlithographien. Neuer Leinenband, das Originalbezugspapier mit der farbigen Deckelillustration aufgezogen. – Widmungsexemplar.

Die seltene erste Ausgabe, siehe die vorherige KatNr. – Mit einem originellen eigenhändigen Widmungsgedicht des Verfassers zu seiner »durchaus münchhausenschen Wundergeschichte« auf dem Vorsatzblatt, datiert Januar 1917.

29,6 : 22,0 cm. [20] Seiten. – Bezug fleckig. – Ränder leicht gebräunt und teils leicht stockfleckig.

Stuck-Villa 451. – Slg. Brüggemann I, 563. – Eichhorn/Salter 1.7

507  1913 – Börries Freiherr von Münchhausen. Der Hofball.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Eine Ballade für meine Jungens mit Bildern von Hans Alexander Müller. Weimar [1913]. Mit zehn ganzseitigen Farblithographien, davon eine mit der Titelschrift. Originalpappband mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Seltenes, in kleiner Auflage erschienenes Bilderbuch, wegen zahlreicher Druckfehler und Auslassungen wurde auf Anweisung von Münchhausen fast die gesamte Auflage wieder eingestampft. – »Dieser Beitrag B. von Münchhausens zur Kinder- und Jugendliteratur ist der Jugendliteraturgeschichtsschreibung nicht bekannt« (Brüggemann).

29,6 : 22,0 cm. [20] Seiten. – Rücken beschädigt, Ecken leicht bestoßen. – Ränder leicht fleckig.

Stuck-Villa 451. – Slg. Brüggemann I, 563. – Eichhorn/Salter 1.7

508  1914 – Ernst Borkowsky. Unser Heiliger Krieg.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 75

Weimar 1914. Mit Holzschnittfrontispiz von Walther Klemm sowie zwölf Tafeln und zwölf illustrierten Zwischentiteln nach Holzschnitten und Zeichnungen von Walter Klemm und Emil Preetorius. Originalbastardlederband mit Vergoldung.

Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten und im Ledereinband (Anmerkung: Indische Bastardschafe haben statt Wolle Haare wie Ziegen). – Dazu: Unser Heiliger Krieg. Erweiterte Neuausgabe. Erster und Zweiter Teil. Weimar 1915. Mit 14 Holzschnitten von Walther Klemm, 24 Tafeln nach Klemm, Preetorius und Balluschek sowie 13 Karten. Halbpergament- und Halbleinen (mit Bauchbinde). – Heldenkämpfe 1914–1915. Band I-IV (von 6). 1914–15. Mit Illustrationen von Walther Klemm, Hans Baluschek, A. T. Pariser und Hugo Steiner-Prag. Illustrierte Originalleinenbände. – Paul Rohrbach. Woher kam der Krieg? Wohin führt er? Weimar [1916]. Originalbroschur.

23,3 : 16,8 cm. [6], 202, [6] Seiten, 25 Tafeln. – Kanten beschabt. – Unbeschnittene Ränder etwas gebräunt und stockfleckig.

vgl. Sennewald 15,1 (nur die 2. Auflage) und 14,2

509  1915 – Nachtwachen von Bonaventura.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Nach Rahel Varnhagens Exemplar mit einem Nachwort herausgegeben von Raimund Steinert. Mit 16 Originallithographien von Karl Thylmann. Weimar 1915. Originalhalblederband mit Seidendeckelbezügen (H. Fikentscher, Leipzig).

Eins von 50 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, gebunden in Halbleder. – Der Text wurde auf Bütten gedruckt, die Lithographien auf der Pan-Presse auf getöntes Japanpapier. – Dazu: Christoph Martin Wieland. Geschichte des Prinzen Biribinker. Mit 10 Radierungen von Karl Thylmann. Weimar 1914. Mit radiertem Titelblatt und zehn Radierungen. Originalhalbpergamentband (H. Fikentscher, Leipzig). Eins von 150 Exemplaren in Halbpergament (Gesamtauflage 500). Auch der Druck dieser Radierungen erfolgte auf der Pan-Presse, Berlin.

29,8 : 20,5 cm. 157, [3] Seiten, 16 Lithographien. – Kanten und Bünde stellenweise leicht berieben.

Sennewald 15,2 und 14

510  1916 – Johann Wolfgang von Goethe. Reineke Fuchs.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Mit Originalholzschnitten von Walther Klemm. Weimar 1916. Mit 47 Holzschnitten, davon 22 monogrammiert und 25 im Text. Originalkalblederband mit blindgeprägter Deckelvignette (Fikentscher, Leipzig) und Originalumschlag mit Deckelholzschnitt.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten und im Ganzlederband (Gesamtauflage 650). – Mit einer Suite von 46 Probedrucken auf Japan, einer monogrammiert (44 der 47 im Buch verwendeten sowie der Deckelholzschnitt, der bei den Vorzugseinbänden als Klischee geprägt wurde, und der Titelholzschnitt vom Suitenumschlag). – Gesetzt aus der Alten Drugulin-Fraktur. – Die Kiepenheuer-Edition bildet einen Höhepunkt der Reineke-Illustrationen im frühen 20. Jahrhundert. – 1913 hatte Klemm Gustav Kiepenheuer kennengelernt: »Wir wurden schnell gute Freunde und er verlegte alsbald meine Holzschnitte […] Vor allem aber hatten es ihm meine 1912 entstandenen Holzschnitte zu Goethes ›Reineke Fuchs‹ angetan. 1916, mitten im ersten Weltkrieg, erschien dann auch der Groß-Folio-Liebhaberband, meisterhaft von Drugulin von den Originalstöcken in den Text gedruckt«. (zitiert nach Berger 763).

38,0 : 28,0 cm. 171, [5] Seiten, 22 Holzschnitte; 46 Holzschnitte in Originalumschlag. – Deckelkanten leicht berieben, Rücken etwas aufgehellt. – Vorsätze etwas stockfleckig und mit gebräunten Rändern.

Sennewald 16,2. – Lang, Impressionismus 101. – Vgl. Kat. Lindenau-Museum 2165-2209

511  1917 – Moritz August von Thümmel. Wilhemine,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

ein prosaisch-komisches Gedicht. Weimar 1917. Mit Gravüren nach den Kupfern und Vignetten von Oeser, Geyer und Stock. Roter Originalecrasélederband mit Vergoldung im Stil der Zeit.

Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten in Ganzleder (Gesamtauflage 500). – Wie auch der Leipziger Insel Verlag einige Jahre zuvor, versuchte sich Gustav Kiepenheuer an Faksimiledrucken deutscher Klassiker. – Dazu: Dasselbe, Exemplar der einfachen Ausgabe in Halbleder. – Anekdoten von Friedrich dem Großen. Herausgegeben von Hans Wahl. Mit 27 Tafeln nach den Kupfern von Chodowiecki. Grüner Originalecrasélederband (Kunstgewerbeschule Weimar). Unnummeriertes Exemplar auf Bütten aber im Einband der 100 Vorzugsexemplare (Gesamtauflage 500). – Christoph Martin Wieland. Die Grazien. Potsdam 1920. Mit Gravüren nach den Kupfern und Vignetten von Oeser. Originalhalblederband mit Vergoldung und im Schuber. Eins von 400 Exemplaren. Auf Bütten. – Michel Jean Sedaine. Der Deserteur. Eine Operette in drey Aufzügen. Potsdam 1921. Mit zwölf Lichtdrucken nach farbigen Handzeichnungen von Daniel Chodowiecki. Originalhalbpergamentband. Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Jacomo Callot. Balli di Sfessania. Mit 24 Heliogravüren nach den Kupferstichen. Potsdam 1921. Mit dem Essay von Victor Manheimer als Beiband. Zwei Originalbroschuren.

Meist ca. 16 : 10 cm. – Hübsch erhaltene Ausgaben.

512  1917 – Ernst Pariser. Das religiöse Element in Brentanos Lyrik. – Aus Feridans poetischem Tagebuch. – Huckele.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Eine Fastenpredigt. Leipzig [und Weimar] 1917. Grauer Originalkalblederband und Originalhalbpergamentband, beide mit goldgeprägten Vignetten und Titeln.

Erste Auflagen, als Privatdrucke bei W. Drugulin in Leipzig gedruckt und [zumindest »Huckele«] durch den Kiepenheuer Verlag zu beziehen. – I. Unnummeriert, wie die 30 Vorzugsexemplare bei E. A. Enders in Ganzleder gebunden. – II und III. Zusammen in einem Band. Keine Auflagenhöhe angegeben. – Alle auf Bütten. – Ernst Pariser (1883–1915, Theologe und Literaturwissenschaftler) war Sohn eines jüdischen Berliner Textilfabrikanten und Privatbankiers und kam 1912 mit Henry van de Velde in Kontakt. Gut bekannt war er mit Rudolf Pannwitz und Rilke, der dem früh gefallenen Ernst Pariser im September 1915 ein leidenschaftliches Gedicht widmete. – Die Texte entstanden 1908 in Heidelberg, »Huckele« ist Karl Vosseler gewidmet. Die Einband- und Titelvignette der Brentano-Ausgabe ist stark von van de Velde inspiriert.

22,6 : 13,6 cm. 140, [4] Seiten; 10, [2]; 47, [1] Seiten. – Lederband leicht berieben fleckig. – I vereinzelt, II etwas häufiger stockfleckig.

513  1917 – Zeitgenössische Erzähler des Auslandes. Sechs Ausgaben der Reihe.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Weimar 1917–1918. Illustrierte Originalpappbände, zwei mit Schutzumschlag, zwei Originalhalbpergamentbände.

I. Otto Rung. Geheime Nächte. – II. Alexej Remisow. Prinzessin Mymra. Mit zwei Lithographien von Robert L. Leonhard. – III. Ernst Didring. Pioniere. Mit vier Lithographien von Walter Klemm. – IV. Laurids Bruun. Aus dem Geschlecht der Byge. Zwei Bände. – V. Fjodor Szologub. Der Kuß des Ungeborenen. – VI. Michail Kusmin. Die grüne Nachtigall. – Während der Erste Weltkrieg Europa verwüstet und die Völker aufeinanderhetzt, verlegt Gustav Kiepenheuer Übersetzungen aus dem Dänischen und Russischen. – Dazu: Zwei Bände der Reihe Erzähler der jungen Zeit (Potsdam 1919): Bruno Goetz. Das Reich ohne Raum. – Upton Sincalir. Jimmie Higgings. 1919. Die Restauflage wurde in den Malik-Verlag übernommen.

20,0 : 13,2 cm.

514  1912–1918 – 40 Werke aus den Jahren 1912 bis 1918.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Auswahl aus dem Konvolut: Robert Schumann. Aphorismen. Hrsg. von E. L. Schellenberg. 1912. Leder. – H. H. Kritzinger. Die Errungenschaften der Astronomie. 1912. – Gustav von Allesch. Die Renaissance in Italien. 1912. – Augusta Weldler-Steinberg. Rahel Varnhagen. Ein Frauenleben in Briefen. 1912. – Wilhelm Bode. Das Leben in Alt-Weimar. Ein Bilderbuch. [1913]. Leder. – Erika von Watzdorf-Bachoff. Das Jahr und neue Gedichte. 1913. Zweite erweiterte Auflage. Widmungsexemplar. – Madame de Staël. Über Deutschland. 1913. Halbleder. – Hans Landsberg. Henriette Herz. Ihr Leben und ihre Zeit. 1913. Leder. – Arabische Nächte. Erzählungen aus Tausend und eine Nacht. Mit 30 farbigen Bildern von Edmund Dulac. 1914. – Eugène Fromentin. Die alten Meister (Belgien – Holland). Übertragen durch Ernst Ludwig Schellenberg. 1914. – Caroline und Dorothea Schlegel in Briefen. Hrsg. von Ernst Wieneke. 1914. – Die wunderlichen Abenteuer des Blaise Gaulard. Mit den Handzeichnungen von Chodowiecki. 1915. – Salomon Gessner. Idyllen. Mit Gessners Kupfern und Vignetten. 1916. Lederband. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Nora Braun. Balladen und Sonette. 1916. – Leonhard Frank. Der Mensch ist gut. [1917]. Broschur. – Anekdoten von Friedrich dem Großen. Mit 27 Kupfern von Daniel Codowiecki. 1917. – Deutsche Politik. Wochenschrift für Welt- und Kultur-Politik. Heft 8, 11, 16 und 19. 1917. – Eckermann. Gespräche mit Goethe. Erster [und] Zweiter Band. 1918. 6.–10. Tausend. – Eine Dublette.

515  1918 – 21 kunstwissenschaftliche Publikationen und Monographien.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Potsdam 1918–1927. Mit zahlreichen Abbildungen. Originaleinbände, teils mit Schutzumschlag.

Paul Westheim: Die Welt als Vorstellung. Ein Weg zur Kunstanschauung (1918), Oskar Kokoschka [1918], Wilhelm Lehmbruck [1919], Das Holzschnittbuch (1921), Für und Wider. Kritische Anmerkungen zur Kunst der Gegenwart (1923). – Kurt Pfister: Hieronymus Bosch (1922), Vincent van Gogh (1922 und zweite Auflage 1929), Katakombenmalerei (1924), Irische Buchmalerei (1927), Cézanne (1927). – Umanskij. Neue Kunst in Russland (1920). – Leopold Zahn. Paul Klee (1920). – Archipenko-Album (1921). – Colin, James Ensor. – Efross, Chagall (1921). – Vier weitere Publikationen. – Beigabe: Drei Jahrgänge bzw. Sammelbände »Das Kunstblatt«, meist ohne Originalgraphiken.

516  1918 – Die Dichtung.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Herausgegeben durch Wolf Przygode. Erste [und] Zweite Folge. München, Roland 1919, und Potsdam, Kiepenheuer 1920–1923. Zwei Originalhalbpergamentbände mit vergoldeten Titeln.

Band I erschien in einer Auflage von 1.000, Band II von 500 Exemplaren; Band II hier als unnummeriertes Archiv-Exemplar des Verlages. – Von der bibliophilen, dem Expressionismus nahestehenden Zeitschrift erschienen nur sechs Hefte: Die vier der erste Folge im Münchner Roland Verlag, zwei umfangreiche Teile der zweiten Folge 1920 und 1923 im Kiepenheuer Verlag. – Mit Texten, teils Erstdrucke, von Gottfried Benn (»Querschnitt« und »Der Garten von Arles«), Rudolf Borchardt, Hatzfeld, Max Herrmann-Neiße, Hofmannsthal, Georg Kaiser, Kasack, Loerke, Heinrich Mann, Rilke, Lothar Treuge und anderen mehr. – Beigabe: Der Zustand Karl Kraus. Beilage zur Dichtung, Zweite Folge, Erstes Heft. – Einzelheft Erste Folge, Erstes Buch. 1918. Originalbroschur. – Dazu: Hermann Kasack. Der Gesang des Jahres. Potsdam, Verlag der Dichtung 1921. Originalbroschur. Erste Einzelausgabe. Eins von 800 Exemplaren. – Paul Baudisch. Ehebruch. Tragische Operette in einem Akt. 1922. Originalbroschur. Unnummeriertes Archiv-Exemplar des Verlages.

32,0 : 24,5 cm. – Sehr gut erhalten, nur ganz vereinzelt leicht stockfleckig.

Dietzel/Hügel 778. – Laakmann/Tgahrt 90. – Raabe, Zeitschriften 43. – Benn: Lohner/Zenner 2.17 u. 2.19a

517  1918 – Georg Kaiser. Zwölf Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Weimar, Potsdam und Berlin 1918. Originalhalbpergamentband mit Deckelvignette und elf Originalpappbände und -broschuren, teils nach Entwurf von Georg Salter.

I. Claudius · Friedrich und Anna · Juana. 1918. Eins von 500 Exemplaren, Halbpergament. – II. Kanzlist Krehler. 1922. – III. Noli me tangere. 1922. – IV. Der Geist der Antike. 1923. – V. Gilles und Jeanne. 1923. – VI. Nebeneinander. 1923. – VII. Der Präsident. 1927. – VIII. Die Lederköpfe. 1928. – IX. Oktobertag. 1928. – X. Hellseherei. 1929. – XI. Mississippi. 1930. – XII. Der Silbersee. 1933. – Dazu: Gesammelte Werke I (von 3), Georg Kaiser zum 50. Geburtstag (1928) sowie acht Werke in Nachauflagen, darunter ein Widmungsexemplar (Die Bürger von Calais, 1926). – Eine Beigabe.

Raabe/Hannich-Bode 147.15, 26, 27, 29–31, 36, 39–42, 45 und 67

518  1919 – Der dramatische Wille.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Hefte 1–7 und 10 von insgesamt elf erschienenen. Potsdam 1919–1921. Gelbe Originalbroschuren mit Titelschild, fünf mit Originalschutzumschlag.

I. Ludwig Rubiner. Die Gewaltlosen. 1919. – II. Georg Kaiser. Hölle, Weg, Erde. 1919. – III. Ernst Toller. Die Wandlung. 1920. – IV. Eduard Trautner. Haft. 1920. – V. Iwan Goll. Die Unsterblichen. 1920. – VI. André Gide. Bathseba. Deutsch von Franz Blei. 1920. – VII. Hans Ganz. Der Lehrling. 1920. – X. Eduard Trautner. Nacht. 1921. – Heft 3 in dritter, sonst in erster Auflage. – Sammlung expressionistischer Theaterstücke. »Das Drama ist der geistige Ausdruck unserer Zeit. Der heutige Mensch liest das Drama, wie man gestern noch die Erzählung las, als fesselndes, einfaches Buch.« (Verlagswerbung).

Hefte 18,5 : 11,8 cm. 1, 2, 4, 6 und 7 mit Schutzumschlag. – Titelblätter rückseitig mit Stempel Hauptarchiv der NSDAP (Heft 4 und 6), Heft 5 mit dem des Leo Back Institutes New York. Vortitelblatt von Heft 1 entfernt.

Raabe 162

519  1919–1920 – Vier Ausgaben französischer Dichter.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Potsdam 1919–1920. Originaleinbände mit Rückenvergoldung.

I. Gustave Flaubert. Tagebücher. Gesamtausgabe in drei Bänden. Einzige autorisierte deutsche Gesamtausgabe, aus dem Nachlaß hrsg. von E. W. Fischer. Potsdam 1919-20. Halbleder. Einbandgestaltung von E. R. Weiss. – II. Jean Jacques Rousseau. Emil oder über die Erziehung. – III. Jean Jacques Rousseau. Die neue Heloise. – Potsdam 1919/1920. Zusammenfasst herausgegeben und mit Vorwort von Stefan Zweig bzw. Felix Braun. Mit Tafeln nach den Kupfern von Moreau le Jeune. Halbpergamentbände. Eins von 400 bzw. 1000 Exemplaren (Gesamt 500 bzw. 1200). – IV. Voltaire. Die Romane und Erzählungen. Vollständige Ausgabe [in zwei Bänden] mit Kupferstichen von Moreau le Jeune. Potsdam 1919. Halbpergamentbände. – Dazu: Diderot. Die Romane und Erzählungen [in drei Bänden]. Potsdam 1920. Private grüne Japanpapier-Pappbände. – Sechs weitere Werke von Flaubert, Voltaire und Zola als Beigabe.

Fromm 9266, 22755, 22783 und 26881 sowie 7239

520  1919–1921 – 18 Werke aus den Jahren 1919 bis 1921.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Potsdam 1919–1921. Originaleinbände.

Auswahl aus dem Konvolut: Gustave Flaubert, Tagebücher. Drei Bände. 1919. – Kameraden der Menschheit. Dichtungen zur Weltrevolution. Herausgegeben von Ludwig Rubiner. 1919. Friedrich Hölderlin. Elegien. 1920. – Paul Gaugin. Briefe an Georges-Daniel de Monfred. 1920. – Alt-Berliner Humor um 1830. Eins von 100 Exemplaren im Seideneinband mit handkolorierter Deckelvignette. [1920]. – E. T. A. Hoffmann. Die Königsbraut. [Um 1920]. – Max Hochdorf. Die Deutsche Bühnengenossenschaft. Fünfzig Jahre Geschichte. 1921. – Drei Beigaben.

521  1920 – Friedrich Hölderlin. Elegien.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Potsdam 1920. Schwarzer Originalbastardlederband mit Vergoldung (Werkstatt Otto Dorfner, Weimar).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japanpapier und im Ganzlederband. – Herausgegeben von Hermann Kasack. – Druck in Blau und Schwarz, die Vorsätze aus blau-schwarz-rotem Kleisterpapier. – Dazu: Friedrich Hölderlin. Gesammelte Werke. Herausgegeben von Friedrich Seebass und Hermann Kasack. Erster [bis] Vierter Band. Potsdam 1921. Mit Porträt und zwei Brieffaksimiles. Schwarze Originalpappbände mit Vergoldung. Enthält neben Gedichten, Hyperion und Empedokles auch den philosophischen Nachlass, Übersetzungen und Briefe. – Dasselbe. 4.–6. Tausend. Potsdam 1922. Originalhalbpergamentbände mit Rückenvergoldung. – Gustav Landauer. Friedrich Hölderlin in seinen Gedichten. Potsdam 1922. Originalbroschur. Erste Ausgabe. – Vortrag, gehalten […] 1916. – Eine Beigabe.

25,0 : 19,8 cm. 59, [5] Seiten. – Lederband leicht berieben, die Beigabe nahezu tadellos.

Seebass S. 20

522  1921 – Jacomo Callot. Balli di Sfessinia.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

– Victor Manheimer. Die ›balli‹ von Jacques Callot. Potsdam 1921. Mit 24 Heliogravüren nach den Kupferstichen. Grüner Originallederband mit Vergoldung (Werkstatt Otto Dorfner, Weimar) und Originalbroschur, zusammen im Originalschuber.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzlederband der Dorfer-Werkstatt. – Vorsätze des Fakimiles und Umschlag des Begleithefts aus rot-marmoriertem Kleisterpapier. – Hübsches Exemplar. – Dazu: Michel Jean Sedaine. Der Deserteur. Eine Operette in drey Aufzügen. Potsdam 1921. Mit zwölf Lichtdrucken nach farbigen Handzeichnungen von Daniel Chodowiecki. Originalhalbpergamentband im Originalschuber. Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Die Zeichnungen Ernst Theodor Amadeus Hoffmanns. Zum ersten Mal gesammelt und mit Erläuterungen versehen von Leopold Hirschberg. Potsdam 1921. Mit 49 (statt 50) losen Tafeln, teils koloriert, und einigen Textabbildungen. Mit dem Textheft in Originalkassette (beschädigt). Mit Porträts des Dichters und seiner Zeitgenossen sowie Vignetten, Kupfern und Umschlägen seiner Werke.

12,3 : 9,4 cm. 24 Tafeln mit je einem leeren Zwischenblatt, 1 Textblatt; [2], 64, [2] Seiten. – Lederrücken etwas verfärbt.

523  1923 – Alexander Tairoff. Das entfesselte Theater.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Aufzeichnungen eines Regisseurs. Potsdam 1923. Mit zwölf Tafeln, davon drei farbig. Originalhalbleinenband mit Deckelillustration nach Entwurf von El Lissitzky.

Erste Ausgabe der wichtigen theatertheoretischen Pubilkation. – Schönes Exemplar mit der seltenen Bauchbinde »Zum Siegeszug des Moskauer Kammertheaters!«. – Dazu: [Jacob Levy Moreno]. Das Stegreiftheater. Potsdam 1924. Mit einer Falttafel und mehreren Textabbildungen. Originalbroschur. Erschienen im »Verlag des Vaters« als erstes Heft der »Reihe der reinen Örter«. Der österreichisch-amerikanische Psychologe Moreno (1889–1974) begründete in den 1940er Jahren die Gruppenpsychotherapie. Seiner Idee eines »Spontantheaters«, das er in den 1920er Jahren entwickelte und hier erstmals vorstellte, war kein großer Erfolg beschieden. – Dazu: Das Testament des Vaters. Die erste Ausgabe. [1920].

24,7 : 18,2 cm. [8], 112 Seiten. – Deckel leicht angestaubt und minimal berieben. – 20,2 : 14,2 cm. 100, [8] Seiten.

Berger 153 und 154

524  1923 – Ernst Toller. Sieben Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Potsdam und Berlin 1923–1930. Drei Originalpappbände, ein -leinenband, drei -broschuren.

I. Der entfesselte Wotan. Eine Komödie. 1923. Broschur. – II. Das Schwalbenbuch. 1924. – III. Tag des Proletariats. Requiem den gemordeten Brüdern. Zwei Sprechchöre. 1925. Broschur. – IV. Hinkemann. Eine Tragödie. 1925. 24.–28. Tausend. Broschur. – V. Hoppla, wir leben! ein Vorspiel und fünf Akte. 1927. – VI. Quer durch. Reisebilder und Reden. 1930. – VII. Feuer aus den Kesseln. Historisches Schauspiel. 1930. Einbandentwurf von Georg Salter. Exlibris Victor Achter.

Broschurränder etwas brüchig. Einige Seiten lose.

Holstein, Salter 153

525  1924 – Carl Meyer. Sylvester.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Ein Lichtspiel. Potsdam 1924. Mit zwölf Bildtafeln. Originalbroschur.

Das Drehbuch – Eine Sammlung ausgewählter Film-Manuskripte, Band 1 (mehr nicht erschienen). – Dieses erste gedruckte Filmmanuskript erschien zur Aufführung des Rexfilms, Regie Lupu Pick. – Mit Szenenfotos und Entwürfen und einer Einleitung des Herausgebers Ernst Anel. – Carl Mayer (1894–1944) verfasste viele Drehbücher, u. a. zu den Filmklassikern »Das Cabinet des Dr. Caligari« (zusammen mit Hans Janowitz) und Murnaus »Der letzte Mann« und »Sonnenaufgang«.

22,3 : 18,5 cm. 96 Seiten, 12 Tafeln. Umschlag bestoßen und geknickt, kleine Ein- und Ausrisse.

Berger 243. – Rössler, Filmfieber S. 175

526  1924 – Rudolf Belling. Skulpturen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Potsdam 1924. Mit 19 meist ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

Sehr seltene Originalausgabe. – Mit den Einleitungen von Carl Einstein und Paul Westheim. – Durch ein beigelegtes Doppelblatt mit Titelbild und einem Text von Alfred Kuhn diente die Publikation als Katalog zur Belling-Ausstellung in der Berliner National-Galerie (März-April 1924). – Rudolf Belling (1886–1972) schuf bereits ab 1912 kubistisch-expressive Plastiken. Er zählte zu den Mitbegründern der »Novembergruppe« und hatte 1919 bei Gurlitt eine erste Einzelausstellung.

31,0 : 23,3 cm. 24 und [4] Seiten. – Am und im Falz etwas wasserrandig.

Berger 207

527  1924 – Einladung zum 4. Verleger-Tee.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Neues u. unveröffentlichtes aus dem Kiepenheuer-Verlag. Veranstaltet von der Landsberg Kunst- und Buchhandlung […] in der Rampe. Buch- und Klischeedruck. 1924. 15,1 : 21,7 cm. 1924.

Sehr seltene Einladung zu einer Veranstaltung am 30. August 1924: Im Sommer 1924 richtete die Berliner Buchhandlung Landsberg mehrere solcher Veranstaltungen aus. Eine Woche zuvor hatten in der Buchhandlung Sturm-Dichter gelesen, nun folgten im Kabarett »Die Rampe« Kasack, Kaiser, Ringelnatz u. a. mit eigenen Texten und solchen von Brecht, Toller u. a. – Gesamtleitung: Johann O. Trebicz. – Die Gestaltung der Karte könnte von Walter Dexel oder Kurt Schwitters stammen. – Gefaltetes Doppelblatt, rückseitig unbedruckt. Links mit Heftlöchern. – Dazu: Die Schaffenden. Werbeprospekt. Offsetdruck. 1929. 26,5 : 16,8 (gefaltet). Seltenes ephemeres Dokument, erschienen anlässlich des sechsten Jahrgangs. Ausgegeben vom Euphorion Verlag, der die Reihe ab Jahrgang IV vom Kiepenheuer Verlag übernommen hatte. – Beigabe: Einladung zum Verlagsfest. 1920 oder 1925. Zweifach gefaltetes Büttenblatt.

528  1924 – Die Augsburger Passion von 1480.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Herausgegeben und mit Nachwort von Kurt Pfister. Potsdam [1924]. Mit 28 kolorierten Abbildungen. Originalschweinslederband mit Blindprägung und zwei Messingschließen.

Das alte Bilderbuch, Band 2. – Auf Zanders-Bütten. – Unnummeriertes Exemplar, wie die 50 Exemplare der ersten Vorzugsausgabe in Schweinsleder gebunden. Die Einbände wurden nach Entwurf von F. H. Ehmcke von Otto Dorfner, Weimar, handgebunden. – Gedruckt von der Hoboken-Presse, Berlin. – Die Holzschnitte sind der Ausgabe von Anton Sorg (Augsburg 1480) entnommen, der Text aus dem Evangelium des Johannes folgt der Septemberbibel von Martin Luther. – Sehr schönes Exemplar.

23,2 : 14,9 cm. [64] Seiten.

529  1924 – [Giovanni di] Boccaccio. Buch Von den fürnembsten Weibern

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 250

mit den 78 Holzschnitten der Ulmer Ausgabe von 1473 und einem Nachwort von Kurt Pfister. Potsdam 1924. Mit 78 kolorierten Abbildungen. Originalhalbpergamentband mit grün-schwarzen Kleisterpapierbezügen. Im Schuber.

Das alte Bilderbuch, Band 1. – Eins von 125 Exemplaren der der zweiten Vorzugsausgabe auf Zanders-Bütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 350). – Die Einbände der Vorzugsexemplare wurden nach Entwurf von F. H. Ehmcke bei E. A. Enders von Hand gebunden. – Boccacios »De mulieribus claris« über das Wirken von Frauen »von Adams Zeiten an« wurde durch Heinrich Steinhöwel übersetzt und erschien 1473/74. Mit seinen prächtigen Holzschnitten gilt es als eines der schönsten Bücher der Inkunabelzeit. – Schönes Exemplar.

27,5 : 19,3 cm. [8], 285, [7] Seiten.

530  1925 – Pieter Brueghel der Ältere. Die sieben Todsünden und die sieben Haupttugenden.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Herausgegeben und eingeleitet von Otto Zoff. Potsdam [1925]. 14 Lichtdrucke nach den Kupferstichen, mit Textheft lose in Originalhalbpergamentmappe mit vergoldeten Titeln (Otto Dorfner, Weimar). Im Originalkarton.

Eins von 100 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe in der Halbpergamentmappe von Otto Dorfner, der auch die leuchtend hellroten Bezugsbüttenpapiere einfärbte. – Die Tafeln jeweils in Passepartout. – Die Lichtdrucke entstanden bei Albert Fritsch, das Textheft drucke Otto von Holten.

33,2 : 42,0 cm. [8] Seiten, 14 Tafeln. – Mappenflügel innen etwas stockfleckig, sonst tadellos.

531  1925 – Die Premiere.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Blätter für wesentliches Theater. Herausgeber Hanns Horckheimer. Erstes [bis] Drittes Heft [alles Erschienene]. [Potsdam] 1925. Mit zahlreichen Porträts, Szenen- und Bühnenbildern. Illustrierte Originalbroschuren.

Sehr seltene und kurzlebige Theaterzeitschrift des Verlages. – Die Umschlagillustrationen stammen von Hans Bellmer, Willy Baumeister und Lotte Pritzel. – Mit Beiträgen zu Aufführungen und Theatertheorie, Textabdrucken und Anzeigen. – Dazu: Dublette von Heft 3.

34,2 : 25,1 cm. Je 40 Seiten. – Umschläge am Rückenfalz gerissen und mit kleinen Einrissen.

Dietzel/Hügel 2426. – Berger 157, 242 und 258

532  1925 – Europa Almanach.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Herausgeber: Carl Einstein [und] Paul Westheim. Potsdam [1925]. Mit 164 Abbildungen und einer Musikbeilage (Feiningers »Fuge VI«). Farbig illustrierte Originalbroschur.

»Eigentlich ein Verlagsalmanach, tätsächlich eine Anthologie der modernen europäischen Künste. Mit wichtigen Texten von Malern, Architekten, Dichtern usw. sowie Abbildungen nach fast jedem bedeutenden Künstler der Moderne« (Jürgen Holstein), »ausserdem nicht unwichtige Nebenbemerkungen«. – Die berühmte Umschlagillustration entwarf Fernand Léger, den Titel Kurt Siebert. – Das Verzeichnis der Mitarbeiter in Wort und Bild liest sich wie ein »Who-is-who« der Moderne, so dass wir auf beispielhafte Aufzählungen verzichten. – Hinterdeckel mit der Leibniz-Keksfabrik-Werbeanzeige von Kurt Schwitters und Martel Schwichtenberg.

23,2 : 15,3 cm. 282, [14] Seiten, 4 Faksimileblätter. – Etwas bestoßen, Ecken leicht geknickt, hinten unten mit Eckverlust. – Obere Ecken leicht geknickt, Schnitt etwas stockfleckig.

Holstein 35 (mit ganzseitiger Abbildung)

533  1925 – Jakob Haringer. Die Dichtungen.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Der erste [und einzige] Band. Potsdam 1925. Mit einem Porträt. Blauer Originalleinenband mit rot geprägten Titeln.

Erste Ausgabe. – Ein geplanter zweiter Band dieser Werkausgabe ist nie erschienen. Das Fragment blieb die einzige Veröffentlichung des Außenseiters Haringer im Kiepenheuer Verlag. Lediglich die Restbestände von zwei zuvor im Eigenverlag erschienenen Ausgaben wurden zeitgleich übernommen. – Mit dem seltenen Beilageheft Alfred Döblin. Einen Gruß für Jakob Haringer als Vorrede zu seinen Dichtungen.

20,7 : 14,2 cm. 244, [4]; 8 Seiten. – Vereinzelt leicht fleckig.

Raabe/Hannich-Bode 104.27

534  1925 – Hugo Jacobi. Die Ahnenden.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Gedichte. Potsdam 1925 [1926]. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vortitelblatt mit langer eigenhändiger Widmung des Dichters für den Reichskunstwart Edwin Redslob und dessen Ehefrau Charlotte, beiliegend eine eigenhändige Ansichtskarte aus Paris von Jacobi an das Ehepaar Redslob (Juni 1927). – Dazu: Hugo Jacobi. Nefretete. Gedichte. Berlin 1933. Originalleinenband. – Der hauptberufliche Jurist und Regierungsrat Hugo Jacobi (1882–1954) hinterließ ein schmales lyrisches Œuvre: Ein Gedichtband entstand während seiner Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg, gefolgt von den beiden hier vorliegenden Bänden bei Kiepenheuer. Nach seiner Emigration in die USA und die Schweiz erschien 1951 ein letzte Sammlung zu Lebzeiten. Der Dichter stiftete im Testament den Hugo-Jacobi-Preis für »junge, um Stil und Existenz ringende Dichter«.

24,1 : 16,2 cm.45, [3] Seiten. – Leicht angestaubt.

Berger 511 und 518

535  1922–1926 – 33 Werke aus den Jahren 1922 bis 1926.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Potsdam 1922–1926. Originaleinbände.

Auswahl aus dem Konvolut: Ernst Toller. Masse-Mensch. Ein Stück aus der Sozialen Revolution des 20. Jahrhunderts. 1922. – Upton Sinclair. Der Liebe Pilgerfahrt. 1922. – Max Glass. Don Juans Puppen. 1923. Einband von Otto Dorfner. – Tagebücher der Henker von Paris. 1685 bis 1847 von Henry Sanson. Zwei Bände. 1923. – Hermann Kasack. Vincent. Ein Schauspiel in fünf Akten. 1924. – Bernhard Shaw. Künstlerlieber. 1924. – Boccaccio. Von den fürnembsten Weibern. 1924. – Karin Michaelis. Das Mädchen mit den Scherben. 1925. – Carl Sternheim. Oskar Wilde. Sein Drama. 1925. Broschur. – Walter Mehring. Neubestelltes Abenteuerliches Tierhaus. 1925. – H. G. Wells. Die Geschichte einer Ehe. 1925. – O. Henry. Bluff. Kurzgeschichten. 1926. – Paul Cohen-Portheim. Der Geist Frankreichs und Europa. 1926.

536  1926 – Hans Kayser. Orpheus.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Vom Klang der Welt. Morphologische Fragmente einer allgemeinen Harmonik. Einleitung. Potsdam 1926. Originalpappband.

Titelauflage der Einleitung. – Auf Bütten gedruckt. – Das Werk erschien 1924 im Verlag Kunst und Technik, blieb aber nach nur einer Lieferung unvollendet. Gustav Kiepenheuer übernahm die Restbestände und druckte ein neues Titelblatt. Hier die wichtige Einleitung als Separatausgabe. – MGG VII 765 f.: »Er [Kayser] baut die Lehre von der Weltharmonie auf akustisch-musikalischer Basis unter Hinzunahme neuzeitlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse neu auf […] Die Aufdeckung kosmischer Normen, die auf dem Weg der musikalischen Klänge dem Gefühl zugänglich gemacht werden können, hat der Harmonik die populäre Bezeichnung als ›Lehre vom Klang der Welt‹ eingebracht.«. – Der beeindruckende Versuch einer Neubegründung der Harmonik des Schülers von Humperdinck und Schönberg.

46,8 : 30,8 cm. [8], XXVII, [1] Seiten.

Berger 300

537  1927 – Zehn Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 70

Originaleinbände, einer mit Schutzumschlag.

I. Frank Thiess. Frauenraub. Roman. EA. – II. Hermann Kesten. Josef sucht die Freiheit. Roman. EA. – III. Jacob Paludan. Die Felder reifen. Roman. – IV. Werner Johannes Guggenheim. Das Reich. Tragödie in drei Akten. – V. Werner Johannes Guggenheim. Die Frau mit der Maske. Komödie in drei Akten. – VI. Werner Johannes Guggenheim. Das Dorf Sanct Justen. Schauspiel aus den Bergen in drei Akten. – VII. Constantin Brunner. Die Lehre von den Geistigen und vom Volk. erster [und] Zweiter Halbband. Zweite Auflage. – VIII. Earl Derr Biggers. Das Haus ohne Schlüssel. Roman. – IX. Karin Michaelis. Das Geheimnis. Roman. EA. – X. Karin Michaelis. Die Perlenkette. EA. – Zwei Dubletten als Beigabe.

538  1925 – Arnold Zweig. Sechs Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Potsdam und Berlin 1925–1932. Originaleinbände, eine illustrierte Originalbroschur.

I. Lessing. Kleist. Büchner. Drei Versuche. 1925.– II. Die Umkehr. Schauspiel in fünf Akten. 1927. – III. Caliban oder Politik und Leidenschaft. 1927. – IV. Der Streit um den Sergeanten Grischa. Roman. 1928. – V. Pont und Anna. 1928. – VI. De Vriendt kehrt heim. Roman. 1932. Originalbroschur. – Dazu: Dublette von VI in Originalleinenband.

Raabe/Hannich-Bode 347.17, 14 Anmerkung, 20, 21, 22 und 31

539  1928 – Arnold Zweig. Der Streit um den Sergeanten Grischa.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Roman. Potsdam 1928. Originalleinenband mit Vergoldung. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers auf dem Vorsatzblatt: »Dankbar für das Lesen am 8. 12. 49«. – Das Buch erschien Ende 1927, auf dem Titelblatt bereits das Folgejahr. – »Ich muß sagen, daß unter allen Romanen der letzten Jahre keiner so tief auf mich gewirkt hat und so tief nachwirkt wie der Grischa« (Arthur Schnitzler). – »Das Buch […] wird wahrscheinlich mehr Menschen zum Nachdenken über das Wesen des Krieges bringen als alle Propagandaaufsätze der letzten Jahre« (Kurt Tucholsky).

Raabe/Hannich-Bode 347.21. – Berger 433 (dort beide Zitate)

540  1929 – Arnold Zweig. Der Streit um den Sergeanten Grischa.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Roman. 56.–65. Tausend. Potsdam 1929. Originalleinenband mit Vergoldung und Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Autors auf dem Vortitelblatt: »Ich freue mich, daß dieses Buch begleitet den Hauptmann Richey, wenn er gegen Stumpfheit streitet.« – Eine Beigabe.

Vgl. Raabe/Hannich-Bode 347.21

541  1930 – Arnold Zweig. Vier Werke, davon drei Erstausgaben, mit Einband- und Umschlaggestaltung von Georg Salter.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Potsdam 1930/31. Originalleinenbände, davon drei mit -schutzumschlag.

I. Die Novellen um Claudia. Roman. 1930. 111.–125. Tausend. – II. Junge Frau von 1914. Roman. Erste Ausgabe. 1931. – III. Knaben und Männer. 1931. Erste Ausgabe. – IV. Mädchen und Frauen. 1931. Erste Ausgabe.

Raabe/Hannich-Bode 347.2 (Anmerkung), 27, 28 und 29. – Holstein, Salter 173, 174, 289 und175

542  1951 – Arnold Zweig. Das Beil von Wandsbek.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Roman. Weimar 1951. Originalleinenband mit illustriertem -schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste in Deutschland erschienene Ausgabe. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung des Verfassers für »meinen treuen Fahrer […] gute Fahrt in die zweite Lebenshälfte 46–90!«. – Mit einem Nachwort zur ersten »innerdeutschen Ausgabe«. – Der Roman erschien zuerst während Zweigs Exil in Palästina in hebräischer Übersetzung, 1947 folgte die deutsche Ausgabe in Stockholm. – Sehr gut erhalten.

18,7 : 13,2 cm. 633, [7] Seiten.

543  1929 – Hans Henny Jahnn. Perrudja.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Roman. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1929. Originalleinenbände mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Gedruckt im Auftrag der Lichtwark-Stiftung, Hamburg. – Mit »Perrudja« gelang Jahnn der endgültige Durchbruch in die Moderne. Ein in Aussicht gestelltes »zweites Buch, […] von den späten Monaten des Lebens dieses Perrudja« erschien nicht, denn 1933 brach Jahnn diese Fortsetzung zugunsten von »Fluß ohne Ufer« ab.

22,5 : 15,5 cm. 431, [1] Seiten; 436, [4] Seiten. –.

Raabe/Hannich-Bode 135.7. – Meyer 32

544  1928–1929 – 13 Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Berlin 1928–1929. Originaleinbände, sieben mit Schutzumschlag.

I. Constantin Brunner. Aus meinem Tagebuch. 1928. Mit Schutzumschlag. – II. Colette. Phil und Vinca. Roman. 1928. Mit Schutzumschlag. – III. Arnold Zweig der Streit um den Sergeanten Grischa. Roman. 1928. 16.–25. Tausend. Mit Schutzumschlag. – IV. Claude Farrère. Der letzte Gott. Roman. 1928. – V. Werner Hegemann. Der gerettete Christus oder Iphigenies Flucht vor dem Ritualopfer. 1928. (Georg Salter). – VI. Peter Martin Lampel. Revolte im Erziehungshaus. Schauspiel der Gegenwart in drei Akten. 1929. Broschur. (Georg Salter). – VII. Jungen in Not. Berichte von Fürsorgezöglingen. Herausgegeben von Peter Martin Lampel. 1929. Broschur. – VIII. Gerhard Menzel. Toboggan. Drama. 1928. Broschur. – IX. Adam Oehlenschläger. Aladdin und die Wunderlampe. Dramatisches Märchen. 1928. – X-XII.Bernhard Shaw. Cashel Byrons Beruf. – Der Amateur-Sozialist. – Künstlerliebe. Mit Schutzumschlägen. – XIII. Cheng Tscheng. Meine Mutter. 1929. Leinenbroschur mit Schutzumschlag (Georg Salter). – Fünf Beigaben.

545  1930 – Lion Feuchtwanger. Erfolg.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin 1930. Originalleinenbände mit illustriertem -schutzumschlag und Bauchbinde. Zusammen im Originalschuber.

Entwurf von Einband und Schutzumschlag von Georg Salter. – Dazu zwei weitere Werke von Lion Feuchtwanger: Die häßliche Herzogin Margarete Maultasch. Roman. 1926. Originalleinenband. Ohne Schutzumschlag. – Pep. J. L. Wetcheeks amerikanisches Liederbuch. Illustrierter Originalpappband (beschädigt).

Holstein, Salter 34

546  1930 – Joseph Roth. Hiob.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Roman eines einfachen Mannes. [Drei Ausgaben]. Potsdam 1930. Originaleinbände.

I. Lesexemplar. Originalbroschur. – II. Erste Ausgabe. Originalleinenband, jedoch ohne Schutzumschlag. – III. 11.–20. Tausend. Originalbroschur mit Originalschutzumschlag. – Die ersten 10.000 Exemplare waren bereits nach acht Wochen verkauft. – Dazu: Radetzkymarsch. Berlin 1932. Originalleinenband. Lesespuren. – Die Einband- und Umschlagentwürfe stammen von Georg Salter.

II und III mit Gebrauchs- und Alterungsspuren.

Holstein, Salter 154 und 156

547  1932 – Bertolt Brecht. Die drei Soldaten.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Ein Kinderbuch mit Zeichnungen von George Grosz. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1932. Mit 25 Illustrationen, davon 16 blattgroß. Originalbroschur.

Erste Ausgabe, sowohl des Textes als auch der Grosz-Zeichnungen. Dessen drastische Darstellungen wollte wohl selbst Brecht den Erwachsenen vorbehalten: »Das Buch soll, vorgelesen, den Kindern Anlaß zu Fragen geben.« (Vortitel). – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Kurz nach Erscheinen von den Nazis beschlagnahmt und vernichtet, entsprechend selten. – Hier als Teil folgender Reihe: Bertolt Brecht. Versuche Hefte 1–6 und 9–14 sowie ein Sonderheft. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930–32, und Berlin, Aufbau 1951-60. Originalbroschuren. Versuche 1 und 12 in zweiter, das Sonderheft in fünfter, die übrigen in erster Auflage. Es fehlen Heft 7 (weitgehend vernichtet), Heft 8 (nicht erschienen) und das abschließende Heft 15. Die Nachkriegsausgaben erschienen im Suhrkamp Verlag und zeitlich versetzt im Aufbau Verlag, die Redaktion lag bei Elisabeth Hauptmann. Nach Brechts Tod wurde die Reihe 1957 eingestellt. Mehrere Hefte mit Abbildungen von Bühnenbildern und Aufführungen. – Dazu: Nachdruck-Sammelbände der Hefte 1–8 (Aufbau) sowie drei Ausgaben des Suhrkamp Verlags.

24,0 : 16,2 cm. 59, [1] Seiten. – Umschlagrücken mit Fehlstellen, Ränder leicht gebräunt. – Obere Ecken leicht geknickt. – Die übrigen Hefte teils mit Gebrauchsspuren.

Lang, Grosz 62. – Stuck-Villa II, 195. – Versuche: Seidel 6.1–6.6 und 8.9–14 und 8.16

548  1930–1932 – 21 Ausgaben der Jahre 1930 bis 1932.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Berlin 1930–1932. 14 Originalleinenbände, fünf Broschuren.

I. Barrie. Peter Pan im Waldpark. 1930. – II. 25 Jahre Berliner Theater und Victor Barnowsky. Herausgegeben von Julius Berstl. 1930. Broschur. – III. Neue französische Erzähler. Herausgegeben von Felix Bertaux und Hermann Kesten. 1930. – IV. Jean Cocteau. enfant terribles. Roman. 1930. – V. Marieluise Fleisser. Mehlreisende Frieda Geier. Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und verkaufen. 1931. – VI. Julien Green. Leviathan. 1930. – VII. Sammy Gronemann. Tohuwabohu. 1930. – VIII. Willy Haas. Gestalten der Zeit. 1930. – IX. Werner Hegemann. Das steinerne Berlin. Geschichte der größten Mietkasernenstadt der Welt. 1931. – X. Hermann Kesten. Glückliche Menschen. Roman. 1931. – XI. Alexander Lernet-Holenia. Die Abenteuer eines jungen Herrn in Polen. Roman. 1931. – XII. Heinrich Mann. Fünf Reden und eine Entgegnung zum sechzigsten Geburtstag. 1931. Broschur. – XIII. Valeriu Marcu. Männer und Mächte der Gegenwart. 1930. – XIV. Hans Reimann. Vergnügliches Handbuch der deutschen Sprache. 1931. – XV. Hans Reimann. Quartett zu dritt. Alles andere als ein Roman. 1932. Broschur. – XVI. Anna Seghers. Auf dem Wege zur amerikanischen Botschaft und andere Erzählungen. 1930. – XVII. Frank Thieß. Die Verdammten. Roman. [1930]. – XVIII. Ernst Glaeser und F. C. Weiskopf. Der Staat ohne Arbeitslose. Drei Jahre ohne »Fünfjahresplan«. 1931. – XIX. Karin Michaelis. Eine Frau mach sich frei (Gunhilds Reife). Roman. 1931. – XX. F. C. Weiskopf. Das Slawenlied. 1931. Broschur (S, SU). – XXI. Karin Michaelis. Die kleine Lügnerin. Berlin [1932]. – Eine Beigabe. – Einige Einbände (III, IV, V, VIII, X, XIII, XIV, XV, XVI, XVII und XIX) nach Entwurf bzw. mit Schutzumschlag (XIV, XVII und XX) von Georg Salter.

549  1932–1933 – Zehn Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Originalleinenbände, drei davon mit Schutzumschlag.

I. Essad Bey. Mohammed. Eine Biographie. 1932. – II. Hans Reimann. Quartett zu dritt. Alles andere als ein Roman. 1932. – III. Hans Stock. Das Erbe des Kapitäns. Roman. 1932. – IV. Ludwig Tügel. Die Treue. Erzählung. 1932. – V. Alexander Lernet-Holenia. Ljuba’s Zobel. Roman. 1932. – VI. Essad Bey. Stalin. 1932. – VII. Hermann Kesten. Der Scharlatan. Roman. 1932. – VIII. Alexander Lernet-Holenia. Jo und der Herr zu Pferde. 1933. – IX. Heinar Schilling. Weltgeschichte. 1933. – X. Frank Thiess. Frauenraub. Roman. 1933. 35.–65. Tausend. – Bei II, III und IV Einbände nach Entwurf von Georg Salter. – Eine Dublette. – Zwei Beigaben.

Holstein, Salter 196, 265, 280 und 281 (I bis IV)

550  1933–1950 – 58 Publikationen 1933–1945 sowie der ost- und westdeutschen Nachkriegszeit.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

1933–1950.

1933 wurden 75% der Verlagsproduktion verboten und zum Teil vernichtet. Die meisten Autoren emigrierten, ihre Werke wurden öffentlich verbrannt. Unter schwierigsten Bedingungen setzte man die Arbeit fort. 1944 wurde der Verlag auf Anordnung der Reichsschrifttumskammer geschlossen. – Besonders bemerkenswerte Publikationen: Sigmund Freuds »Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse« erschien noch 1933, während Otto Pankoks »Passion in 60 Bildern« 1936 sogleich verboten wurde. Die »Caprichos« von Goya verbildlichten 1942 möglichst unverfänglich die (noch nicht nach Deutschland zurückgekehrten) Schrecken des Krieges. – Nach Kriegsende wurde der Verlag wie auch das Land in Ost und West geteilt. Aus der Westproduktion in Hagen, Köln und Berlin: Verwundetes Europa. Die photographische Übersicht der zerstörten Kunstdenkmäler« erschien 1946, 1948 zwei Werke, für die der junge und bettelarme Emil Schumacher Schutzumschläge entwarf: Ricarda Huchs »1848« und die Neuauflage von Franz Kafkas »Beim Bau der Chinesischen Mauer«. – 15 Ausgaben der frühen Nachkriegsjahre des wieder nach Weimar zurückgekehrten Stammhauses runden das inhaltsreiche Konvolut ab.