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Handschriften, Heraldik, Buchwesen | Hesse-Auktionen
Handschriften, Heraldik, Buchwesen

140  Bremen – Namen, Nachrichten und Wappen der Bremer Ratsherren und Bürgermeister.

€ 3000

Handschrift auf Papier mit 717 meist kolorierte Wappenstichen. Bremen, Ende 17. Jahrhundert.

Das umfangreiche Verzeichnis nennt mehr als 700 Bremer Ratsherren und Senatoren, mit drei Ausnahmen jeweils mit biographischen Angaben und den Jahreszahlen der Wahl in den Senat. Die Texte sind neben die gestochenen Wappenvorlagen geschrieben, 436 der 717 Wappen wurden koloriert. – Der erste Eintrag gilt Alardus de Wunestorpe (Ratsherr seit 1225), gefolgt von Heinricus de Borken, Walterus Ottonis filius, Heinricus de Verda, Rudolfus Osterlandi filius und Ludolfus de Nienburg. Die letzten ausgeführten Einträge widmen sich Hermannus Vasmer, Henricus Balleer und Henricus Werenberg. Dieser wurde 1554 in den Rat gewählt und verstarb 1578. – Die Texte sind teils knapp, teils ausführlich, vielfach mit Verweisen auf Familienmitglieder, die ebenfalls Bremer Ratsherren waren. – Das Werk besteht aus 64 gefalzten Bogen und einem Einzelblatt, fast jede Seite mit drei gestochenen Wappenkartuschen. Eingeschaltet sind sechs reine Textseiten mit Ergänzungen zu einzelnen Familien und 13 leere Seiten. Es folgen (oben nicht mitgezählt) zwölf Seiten mit weiteren 36 Wappenkartuschen ohne Text, von denen zwölf koloriert wurden. – Im Jahr 1139 wurde die Stadt Bremen erstmals als »civitas« bezeichnet und bald danach ein Bürgerausschuss eingerichtet. 1186 verbriefte Friedrich I. Barbarossa das erste bürgerliche Gesetz der Stadt: Im »Gelnhauser Privileg« wurde festgelegt, dass nur der Kaiser und der Senat Regierungsgewalt über die Stadt haben. Bremen wurde damit freie Reichsstadt. Anfang des 13. Jahrhunderts erfolgte der erste Vertragsabschluss durch die »consules«, die Ratsherren.

42,0 : 26,5 cm. [270] Seiten. Lose in Leinenkassette. – Beeindruckend gut erhalten.

141  Bremen – Verzeichnus Aller und Jedweder Herren Burgermeister, Syndicorum und Rahtsverwandten der Stadt Bremen.

€ 2000

Mit deren Nahmen Zunahmen vnd Wappen so viele nachrichtung hin und wieder in alten documentis befunden worden. Handschrift auf Papier mit etwa 1200 Wappenkupfer, davon 950 koloriert, und drei Aquarellen auf Pergament. Wohl Bremen, um 1650–1760. Pergamentband des 18. Jahrhunderts.

Prachtvolle und inhaltsreiche Handschrift, die nach Schriftduktus und den enthaltenen Daten über viele Jahrzehnte fortgesetzt wurde. Begonnen wurde die Niederschrift wohl Mitte des 17. Jahrhunderts, die letzten Ein- und Nachträge datieren um 1760, das große Wappenaquarell auf dem ersten Blatt signiert »G v Post« und datiert »1782«. – Der kalligraphierte Titel mit aquarellierter Bordüre und, wie zwei aquarellierte Wappenbilder (das der Familie Hermann Wachmann und das Bremer Stadtwappen), auf Pergament. – Das Buch umfasst etwa 450 Seiten, die meisten mit je drei gestochenen Wappenkartuschen, die vielfach sehr detailliert mit den Familienwappen der Bürgermeister und Ratsherren koloriert wurden. In jedem der drei Teile am Ende einige Seiten ohne Einträge und Ausmalung. – Am Anfang eine Einleitung zur Stadtgeschichte vom Jahr 1000 bis 1656 und zur Entwicklung des Senats. – Enthält folgende drei Teile: Bürgermeister (62 Seiten, davon 43 mit 139 Wappen und Kurzbiographien) aus den Jahren 1350 bis etwa 1725. – Verzeichnuß der Stadt Bremen bestalter Syndicorum (16 Seiten, davon neun mit 27 Wappen und Kurzbiographien) aus den Jahren 1497–1717. – Verzeichnus Aller Herrn, So zu Bremen in den Raht gekohren sein, unter welchen auch dieselben, so zu Bürgermeistere erkohren, mit deren Nahmen undt Wapen, so viel man nach sichtung, hin und wieder, in alten documentis befunden wurden. (318 Seiten, davon 287 mit 861 Wappen und Kurzbiographien). Verzeichnet die Jahre um 1300–1760. – Es folgen mehrere Namensregister. – Generell sind alle Passagen, die das 16. und 17. Jahrhundert betreffen, besonders ausführlich und die entsprechenden Wappen fast vollständig und besonders fein koloriert. Für die Zeiten davor sind die Angaben spärlich, beschränken sich meist nur auf Namenseinträge, für die Jahre ab 1700 fehlt meist die Kolorierung und die Handschrift ist sehr flüchtig und schwer leserlich. – Einzigartiges Quellenwerk zur Geschichte des Bremer Senats und zugleich zur Genealogie zahlreicher bedeutender Familien der Hansestadt. – Möglicherweise ursprünglich im Besitz der Familie Hermann Wachmanns, der 1622 in den Rat gewählt und 1632 Bürgermeister wurde. Mit dem Wachmannschen Familienwappen und der Widmung »Anno 1642«. – Später im Besitz der Familie Christian Abraham Heineken (Bürgermeister 1792–1810 und 1813–1818).

35 : 23 cm, zusammen etwa 450 Seiten. – Der Einband mit Lagerspuren. – Einige Blätter gelockert, eins lose. – Teil 3 teils mit Bleistiftpagienierung, danach fehlt dort Seite 85/86. – Am Anfang leichte Wasserränder.

142  Bremen – Vortekenus Fast aller Erwelten Rahtsherenn tho Bremen Namen sampt dersuluen wapen.

€ 1500

Darbi Anthomercken Dat alle, So vth den Rahtsherenn volgents tho Borgermeisteren geharenn worden, mit einenn roden B getekent syn. Handschrift auf Papier mit mehr als 600 meist aquarellierten Wappen. Bremen, um 1600–1820. Pergamentband des 17. Jahrhunderts mit blindgeprägten Wappensupralibros, Initialen H WM und »1604«.

Sehr umfangreiches, bis ins frühe 19. Jahrhundert fortgesetztes Verzeichnis der Bremer Senatoren und Bürgermeister. – Über die Amtsträger des 13.–15. Jahrhunderts scheinen die Quellen nicht sehr ergiebig gewesen zu sein. Zu diesen Personen finden sich meist nur sehr knappe, meist auf Namen und Jahreszahlen beschränkte Angaben. Für die Jahre von 1500 bis 1660 sind die Angaben ausführlich, die Familienwappen, die zu jedem Eintrag eingemalt und koloriert wurden, sind hier besonders detailliert. Ab 1662, fortgesetzt bis 1730, bleiben die Angaben umfangreich, es wurden aber keine Wappen mehr eingemalt. Es folgen sporadische Einträge zu den Jahren bis 1821 und mehrere große unkolorierte Wappen. Nach einigen ausführlichen Registern am Ende noch weitere 52 Seiten mit je fünf Wappen mit Verweisen auf die vorherigen Abschnitte. – Mit Besitzvermerken von 1604, 1737, 1743, 1800 und 1809. Der vordere Innendeckel mit prächtig aquarellierten und goldgehöhten Wappen der Familie Harmen [Hermann] Wachmann (siehe die vorherige KatNr) und der Datierung »Anno 1632«. – Dazu: Wappenbuch des BremernSenats. Handschrift auf Papier mit aquarellierten Wappen. Beinhaltet »Elenchus Syndicorum Civitatis Bremensis de Anno 1497« (7 Seiten, ohne Wappen), »Elenchus Consulum et Senatorum Bremensium« (220 Seiten mit etwa 650 Einträgen und etwa 140 aquarellierten Wappen). Halbpergamentband um 1700. – Die Einträge betreffen die Jahre von 1500–1660 mit einigen Nachträgen vom Ende des 17. Jahrhunderts. Im Vergleich zu den vorherigen Bänden sind hier nur wenige Wappen detailliert ausgeführt, bei der Mehrzahl wurde nur das Wappenschild mit Bleistift umrissen, einige wurden ankoloriert. Mit einigen Leerblättern insgesamt etwa 250 Seiten.

12 leere Blätter, 320, teils alt paginierte Seiten. – Deutliche Altersspuren: Einband wellig und eingerissen, Bindung stark gelockert, einige Lagen und Blätter lose, durchgehend etwas fingerfleckig.

143  Heraldik und Genealogie – Familienchronik von Jacob Gottfried Hippius, Glückstadt/Holstein.

€ 450

Handschrift auf Papier mit lavierter heraldischer Tuschpinselzeichnung. Reval 1820. Halblederband der Zeit.

Verfasst von Christian Friedrich Hippius, dem Enkel von Jacob Gottfried Hippius (1640–1691). Dieser hatte 1670 die aus dem estländischen Oesel stammende Maria von Poll geheiratet und wurde Notar beim Estländischen Oberlandesgericht in Reval. – Das erste Blatt mit den beiden Familienwappen Hippius und Poll mit einigen Lebensdaten, rückseitig Verfasserangaben. Es folgen 34 Seiten mit biographischen Angaben sowie ein eingelegtes Doppelblatt mit stichwortartigen Notizen, geschrieben 1816.

35,0 : 22,0 cm. [36] Seiten, 1 loses Doppelblatt. – Stellenweise etwas fleckig.

vgl. http://gedbas.genealogy.net/person/show/1149104019

144  Buchmalerei – Adolph Goldschmidt. Die Deutsche Buchmalerei.

€ 150

Erster Band: Die karolingische Buchmalerei in Deutschland. – Zweiter Band: Die ottonische Buchmalerei in Deutschland. Florenz, Pantheon, und München, Kurt Wolff 1928. Mit zusammen 200 Lichtdrucktafeln. Rote Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt (Hübel & Denck, Leipzig).

Kurt Wolff entschloss sich 1924 zur Gründung des Kunstverlags »Pantheon« mit Sitz in Florenz. Er verfolgte den Plan, einen neuen Typus des Kunstbuchs zu schaffen. »Sie herauszuheben und im Licht einer gereiften Kunstforschung allen in ihre Sprache aufleuchten zu lassen – das ist das Ziel, um dessentwillen der Verlag international sein will« (Verlagsprospekt). Qualität sollte vor Quantität stehen. Die ersten Bände wurden 1926 bei Hans Mardersteig – Wolffs typographischem Berater – in Verona gedruckt.

31,5 : 23,5 cm. [12], 68, [2] Seiten, 88 Tafeln; [10], 85, [3] Seiten, 112 Tafeln. – Deckel und Ränder leicht berieben.

Göbel 808

145  Buntpapiere – Album mit 92 Marmorpapieren

€ 300

des 18. und 19. Jahrhunderts.

Wohl private Sammlung von 92 Papierproben, meist alte Vorsatzpapiere, montiert in ein Sammelalbum. – Anregende Zusammenstellung von Oleographie-, Kamm-Marmor- und einigen Modeldruckpapieren. – Alle im üblichen Oktavformat. – Meist nur an einer Kante angeheftet, auf 35 starken Doppelblättern. – Meist gut erhalten.

33,5 : 23,5 cm. – Deckel leicht berieben.

146  Faksimile – The Holkham Bible Picture Book.

€ 450

Introduction and Commentary by W. O. Hassall. London, Dropmore Press 1954. Mit 84, teils farbigen Tafeln. Dunkelroter Originalnigerziegenlederband mit blindgeprägten Deckelvignetten; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: W. H. Smith, London).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe, gedruckt auf handgeschöpftem Arnold & Foster-Velin, im Prachteinband und im Druckvermerk vom Herausgeber signiert. – Ausführlich kommentiertes Faksimile der bedeutenden Bibelhandschrift, die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand. Reich illustriert schildert sie auf 42 Blättern die Weltgeschichte von der Schöpfung über die Geburt Jesu bis zum Jüngsten Gericht. Die Texte sind in Anglo-Normannisch, der damaligen Sprache des englischen Adels, geschrieben. – Im 19. Jahrhundert gelangte das Manuskript durch Erwerb von Thomas William Coke in die Holkham Library Norfolk. Seit 1952 befindet es sich in der British Library (Ms 47682).

35,5 : 26,0 cm. VII, [3], [90], 191, [3] Seiten. – Die unbeschnittenen Ränder minimal stockfleckig. Ränder der Vorsatzblätter mit leichtem Abklatsch der Lederinnenkanten.

147  Faksimiles – Jost Amman. Im Frauwenzimmer Wirt vermeldt von allerley schönen Kleidungen unnd Trachten der Weiber, hohes und niders Stands, wie man fast an allen Orten geschmückt unnd gezieret ist […]

€ 100

Sampt einer kurzen Beschreibung durch […] Thrasibulum Torrentinum Mutisiarensiem. Frankfurt am Mayn, Sigmund Feyerabends 1586 Leipzig, Insel 1972. Faksimile und Kommentar. Mit zahlreichen kolorierten (!) Abbildungen. Dunkelbrauner Originallederband (Gerd Prade) und -broschur im -schuber.

Zweite Auflage der Faksimileausgabe von Jost Ammans Frauentrachtenbuch. Nur ein Teil der Auflage wurde von Gerd Prade in Leder gebunden. – Die mehr als 150 Abbildungen nach den schönen Holzschnitten wurden nach einem Exemplar der Forschungsbibliothek Gotha handkoloriert, passenderweise in der »Handkolorierabteilung des VEB Verlag der Frau«. – Mit dem Kommentarheft von Manfred Lemmer. – Tadellos erhalten.

20,5 : 15,0 cm. [120] Blätter.

148  Faksimile – Wiener Genesis.

€ 500

Faksimile und Kommentar. Frankfurt, Insel 1980. 48 faksimilierte Abbildungen. Weinroter Originalmaroquinband mit Blindprägung (Willy Pingel, Heidelberg) und Originalleinenband. Zusammen in Originalleinenkassette.

Eins von 750 Exemplaren (Gesamtauflage 900). – Faksimile des Codex theol. Gr. 31 aus der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien. – Die Tafeln wurden in bis zu zehnfarbigem Lichtdruck in der Kunstanstalt Max Jaffé, Wien, gedruckt. – Mit dem Kommentarband. – Die »Wiener Genesis« mit dem illuminierten Text des ersten Buches des Alten Testaments ist im sechsten Jahrhundert nach Christus im syrisch-palästinensischen Raum entstanden. »Trotz ihres unvollständigen Erhaltungszustandes bietet sie noch immer den schönsten und größten Zyklus biblischer Bilder. Nach der weitgehenden Zerstörung der sogenannten »Cotton-Genesis«, einer ägyptisch-alexandrinischen Genesishandschrift des 5. oder 6. Jahrhunderts, ist die ›Wiener Genesis‹ zugleich das älteste erhaltenen Dokument eines Genesiszyklus. (Erläuterungstext).

37,5 : 29,8 cm (Kassette). [48] Seiten; 207, [1] Seiten. – Kassette mit Lichtrand.

149  Faksimile – Das Brüsseler Stundenbuch.

€ 1000

Heures de Bruxelles. – Ms. 11060-61 Bibliothèque Royale Albert I., Brüssel. Luzern 1996. Mit 20 ganzseitigen Miniaturen. Faksimile und Kommentarband. Roter Originallederband mit Gold- und Blindprägung und Originalhalblederband. Zusammen in Plexiglaskassette.

Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Mit dem zweisprachigen Kommentarband von Bernard Bousmanne u. a. – Die Handschrift entstand 1401–1403 für Jean de Berry, dem Herzog von Burgund. – Einen Höhepunkt der Handschrift bildet zweifellos die Demigrisaille-Doppelseite. »Der Codex sprengt die Grenzen der französischen Buchmalerei. […] Erstmals zeigt sich hier eine ganz moderne Art der Illumination: Fast scheint es, als wolle der Maler ein Fenster ins Pergament schneiden und den Blick nach außen öffnen« (Verlagsbroschüre).

28,4 : 19,4 cm. 276 Seiten Faksimiletafeln; 292 Seiten.