ChristianHesse

im Nachverkauf (Stand 03.06.2019) | Hesse-Auktionen
im Nachverkauf (Stand 03.06.2019)

2  Giovanni de Angelis. Testa.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Aquarell. 1971. 61,0 : 46,5 cm. Signiert und datiert.

Auf Bütten »C M Fabriano«. – Giovanni de Angelis wurde 1938 auf Ischia geboren. Bereits in jungen Jahren entstanden erste Kunstwerke. Auf Ischia lebende Künstler wie Werner Gilles und Hans Purrmann beeinflussten seinen Werdegang. – Erworben auf der Ausstellung der Westdeutschen Landesbank Münster 1976.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

3  Giovanni de Angelis. Cavallo e cavaliere.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Tusche und Aquarell. 1975. 56,5 : 75,5 cm. Signiert und datiert.

Großformatige, sehr dynamisch-expressive Zeichnung . – Auf Bütten »C M Fabriano«. – Erworben auf der Ausstellung der Westdeutschen Landesbank Münster 1976.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

6  Emanoel Araujo. Bahia.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R19 )

Sieben Farbholzschnitte. 1964. 53,5 : 37,0 cm. Signiert und datiert.

Exemplar 264/500. – Prächtige Farbholzschnitte, bis zu vier Farbstöcke wurden über die schwarzen Zeichnungsstöcke gedruckt. – Emanuel Araujo (geboren 1940 als Sklavennachfahre in Bahia) arbeitet als Bildhauer, Zeichner, Maler und Graphiker und kämpft zeitlebens gegen die Apartheid in Brasilien. Er leitet das von Oscar Niemeyer für São Paulo projektierte Museum für afro-brasilianische Kunst. – Die sieben großen Farbholzschnitte und drei gefalzte Textblätter, davon eins mit einem Farbholzschnitt als Titelvignette, lose in illustrierter Originalleinenmappe. Mit einem Begleittext von Odorico Tavares. – Ediert 1965 von in Sao Paulo bei Editôra Cultrix.

54,5 : 38,0 cm (Mappe).

8  Edgar Augustin. Szenen im Atelier.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Acht Radierungen. 1970. Ca. 33 : 24 cm (50 : 37,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 24/30. – Auf Velin »Rives«. – Die vollständige Folge der schönen Radierungen mit den mechanischen Figuren im Atelier. – Herausgegen von Evelyn Hagenbeck, Hamburg. – Jede Radierung in Passepartout eingelegt, alle zusammen mit dem Textblatt in der aufwändigen Leinen-Holz-Kassette, gefertigt von der Buchbinderei Metz, Hamburg. – Als Gesamtzyklus selten geworden. – Während seines Aufenthaltes in der Villa Massimo 1967 wandelt sich Augustins Zeichenstil: Die Formen werden schematischer, vermitteln den Eindruck von Konstruktionszeichnungen und erinnern, gerade in dieser fast technisch anmutenden Reduktion, an die 40 Jahre früher entstanden Werke Oskar Schlemmers und anderer Bauhauskünstler.

15  Eduard Bargheer. Sophokles Antigone.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Zehn Aquatintaradierungen. 1967. 43,5 : 38,0 (bzw. 30,8) cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar XLIII/75, eins von 50 signierten Suitenexemplaren ohne Text. – 25 Suiten erschienen mit Text, ferner 175 Buchausgaben. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, und ediert von Gotthard de Beauclair in seinem Verlag Ars librorum. – Das Porträt von Athena in Ocker gedruckt, die von Ismene, Kreon, Antigone und Haimon in Rötel. – Als signierte Suite selten.

Rosenbach 242–251

16  Eduard Bargheer. Inselfrühe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. 1967. 42,0 : 32,0 cm (51,0 : 40,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 86/235. – Auf Velin mit dem Trockenstempel der Edition. – In: Salvatore Quasimodo. Insel des Odysseus. Isola di Ulisse. Gedichte. Edition de Beauclair, Portfolio-Ausgaben mit Originalgraphik zeitgenössischer Meister, 3. – Mit dem Text auf grauem Kupferdruckkarton zusammen in Originalleinenmappe. – Tadellos.

Rosenbach 254. – Spindler 40.41

17  Eduard Bargheer. Gärten und Felsen auf Ischia.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Zwei Kaltnadel- und drei Farbradierungen. 1968. 38,0 : 55,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 10/30. – Auf Bütten, weitere sieben Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Die vollständige Suite, mit dem Titelblatt in der Originalleinenmappe. – Tadellos erhalten, selten.

Rosenbach 260–264

20  Eduard Bargheer. Hellas 2.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Zehn Kaltnadelradierungen mit Aquatinta, davon vier farbig. 1973. 40,0 : 53,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar II/XIII, eins der Künstlerexemplare, wie auch die 35 Exemplare der Auflage auf Bütten. – Alle Blätter auch in der Platte signiert und datiert. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Mit drei Textblättern, u. a. das Vorwort von Herbert V. Buttlar, lose in Originalleinenkassette. – Die Radierungen ausnahmslos mit Figuren der griechischen Mythologie und Antike. – Tadellos erhalten.

Die Kassette minimal fleckig, innen tadellos.

Rosenbach 313–322

21  Eduard Bargheer. 7 Beispiele zum graphischen Werk.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Vier Farblithographien, zwei Farb- und eine Kaltnadelradierung. 1974. 53,5 : 40,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 73/75. – Auf Velin, weitere 25 Exemplare wurden auf Bütten abgezogen. – Die Beilage zur Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses der Druckgraphik enthält: »Selbstbildnis« (Kaltnadel 1970), »Blankenese« und »Südlicher Garten« (Farbradierungen 1973) sowie »Torrione«, »Griechische Inselwelt«, »Wüstendorf« und »Kamele in der Wüste« (Farblithographien 1973). – Tadellos erhalten.

Rosenbach 280 und 336–341

22  Lothar Baumgarten. Eklipse.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

Düsseldorf, Richter 1997. Mit zahlreichen meist farbigen Illustrationen. Originalbroschur.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigegebenen, großformatigen zweifarbigen Graphik. Diese und der Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. Die Graphik bezieht sich auf die Schriftinstallation »Eklipse« im Frankfurter Portikus. – Die Monographie dokumentiert die Projekte »Frankfurter Brief« (1989–1991), »Entenschlaf« (1991–1992) und »Eklipse« (1992–1993). Die Einleitung schrieb Thomas Wagner. – Der Beuys-Schüler Baumgarten (geboren 1944) lebt und arbeitet in Berlin, seit 1994 auch als Professor der dortigen Universität der Künste.

34,0 : 27,0 cm. 64, [8] Seiten. – Graphik: Auf Velin d’Arches, 75,7 : 56,0 cm.

26  Jonas Hafner und Joseph Beuys. Plakat-Kreuz Friedensfeier.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Mixed Media (Papier, Pappe, Heftklammern, Klarsichtfolie, Wollfäden). 1972. 93 : 38 : 1 cm. Signiert, datiert, nummeriert und mit Text von Hafner, von Beuys monogrammiert.

Exemplar 32/33. – Das seltene Multiple entstand aus zwei fotokopierten Fotografien von Ute Klophaus, aufgenommen bei der Aktion »Friedensfeier« (Mönchengladbach, Karfreitag 1972) und einer fotokopierten Radierung des Beuys-Schülers Josef Hafner. Die drei Blätter wurden auf Kartonblätter geklammert und diese zu einem Kreuz verbunden. – Mit grünen Linolschnittverzierungen (Palmzweige) und eigenhändigem Text von Hafner. – Von Joseph Beuys monogrammiert und mit dem »Hauptstrom«-Stempel versehen. – Das kreuzförmige Objekt in einer Folienhülle, die an den angebrachten farbigen Wollfäden aufgehängt werden kann.

Schellmann 63

27  Joseph Beuys. Esse. 1951.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Holzschnitt. 1973-74. 27 : 25,5 cm (50 : 65 cm). Signiert, nummeriert und mit »1951« bezeichnet.

Exemplar 5/50. – Handabrieb des 1951 entstandenen Holzstocks in schwarzer Farbe. – Blatt 4 der fünfteiligen Folge der frühen Holzschnitte, die der Propyläen Verlag Berlin 1973/74 edierte. Es erschienen je 50 Exemplare in Braun und Schwarz. – Sehr gut erhalten.

Oben an den Ecken hinter Passepartout montiert.

Schellmann 94

29  Joseph Beuys. Dokumentatie.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Offsetdruck. 1975. 57,7 : 37,3 cm. Signiert und mit drei Stempeln.

Anlässlich der Ausstellung im Maastrichter Bonnefantenmuseum. – Das Plakat farbig gestempelt mit »Deutsche Studentenpartei«, »Hauptstrom« und »Fluxus Zone West«. – Mit einem Textauszug aus »Jeder Mensch ist ein Künstler« in niederländischer Übersetzung.

Rückseitig Klebereste von Anheftung. Leichte Knitter, linker Rand mit winzigem Einriss.

Van der Osten 63. – Weiß/Britsch 43

30  Joseph Beuys. Hut.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Bleistiftzeichnung. 6,8 : 8,0 cm. 1979. Signiert.

Eins der zentralen Motive im Œuvre des Künstlers. – Auf dem Beilageleporello zum Ausstellungskatalog »Joseph Beuys. Zeichnungen · Tekleningen · Drawings« (Museum Boymans-van Beuningen Rotterdam 1979–1980). – Die Ausstellung wurde im Anschluss in der Nationalgalerie Berlin, der Kunsthalle Bielefeld und im Wissenschaftszentrum Bonn gezeigt.

Katalog: 29,7 : 21,0 cm. 293, [1] Seiten. Umschlag mit kleinem Einriss.

31  Georges Braque. La femme à la mandoline.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Farblithographie. 1945. 34,3 : 17,0 cm (36,5 : 28,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 220/225. – Auf Velin. – Das Frontispiz zur ersten Auflage von »Braque, Le Patron« von Jean Paulhan, 1945 gedruckt und verlegt bei Mourlot, Paris.

Etwas verblasst, die Ränder hinter dem Passepartout gebräunt.

Vallier 27. – Hatje V

35  Georges Braque. Oiseaux noir, fleurs jaune.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farblithographie. 1963. 42,7 : 32,0 cm (66,7 : 49,5 cm).

Exemplar 109/300. – Gedruckt bei Mourlot auf Velin »BFK Rives«. – Wurde mit Text als Plakat für die 5. Biennale in Menton verwendet. – Dazu: George Braque. Oiseaux et lotus. Farblithographie, wohl nach einem Gemälde. 1963. 60,3 : 42,3 cm (70,7: 48,3 cm). Auf Velin. Gedruckt bei Maeght, Paris, anlässlich einer Braque-Ausstellung, hier in der Variante ohne Text. Das Motiv findet sich bereits 1949 als Lithographie in Illiazds »Poésie de mots inconnus« und erneut 1961 auf dem Plakat zur Louvre-Ausstellung »L’Atelier de Braque«. Unterrand mit zwei Fehlstellen.

36  Peter Brüning. Legende.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Farbserigraphie. 1965. 69,5 : 60 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 36/50. – Auf Velin. – Aus der gleichnamigen Mappe, die insgesamt fünf »Legenden« enthielt. – Das Motiv der fiktiven Landkarte findet sich Mitte der 1960er Jahre vielfach variiert in Brünings graphischem Œuvre. – Sehr farbfrisch.

Unten links Beschädigung der Papieroberfläche, Ränder leicht geknittert.

Otten DG 57

37  Peter Brüning. Umleitung.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Fünf Farbserigraphien. 1969. Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Die ersten vier auf glattem, weißem Karton gedruckt und am Unterrand vom Künstler bezeichnet mit »U – B-I« bis »U – B-IV«, was die Reihenfolge im Werkverzeichnis korrigiert. – I. 79 : 59,5 cm. Ex. 94/100. – II. 59,5 : 69,5 cm. Ex. 32/100. – III. 84 : 59,5 cm. Ex. 10/100. – IV. 53 : 84 cm. Ex. 88/100. – V. 77,5 : 59,3 cm. Ex. 120/300. Auf dünnerem Papier.

Blätter I und V mit kleinem Eckknick, linker Rand von Blatt IV leicht angestaubt.

Otten 69, 72, 71, 73, 70

38  Wolff Buchholz. Artistischer Rundtanz.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Tempera und Bleistift auf weißer Malpappe. 1967. 51 : 69,5 cm. Signiert, datiert und mit Widmung.

Schwungvolle und großformatige Arbeit, das Motiv findet sich mehrfach in Wolff Buchholz’ graphischem Œuvre dieser Zeit. – Unten mit Widmung »für Walter Aue«. – Rückseitig nochmals signiert, datiert und betitelt sowie mit »Nr. 81 (Bochumer Katalog) Nr. 5« und »Sammlung Walter Aue (Leichlingen)« bezeichnet. – 1967 erschien für die Ausstellung in der Städtischen Kunstgalerie Bochum ein Katalog mit einem Text von Walter Aue.

39  Alexander Calder. Red, Blue and Yellow Spheres.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farblithographie. 1967. 65 : 50 cm. Im Stein signiert und datiert, nummeriert.

Exemplar 99/200. – Auf Velin »Rives«.

41  Marc Chagall. L’oiseaux vert.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Farblithographie nach einem Gemälde. 1962. 65 : 50 cm (70,0 : 53,4 cm ).

Eins von 1500 Exemplaren. – Gedruckt von Mourlot für die Einzelausstellung der Galerie Maeght im Sommer 1962. – Dazu: Verkleinerter Offsetdruck des Plakats »Vence, Cité des arts et des fleurs (1954, vgl. Sorlier 26).

Die äußersten Ecken leicht geknittert, unten links mit Ausdünnung durch ehemalige Anheftung.

Sorlier 40

42  Corneille [Cornelis van Beverloo]. Image de New York. Seize dessins.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

16 Photolithographien nach Zeichnungen. 1958/59. 43 : 34 cm. In den Platten signiert und datiert.

Exemplar 5/5 der Vorzugsausgabe auf Japon nacré (Gesamtauflage 85). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Ediert 1959 von Georges Fall, Paris. – 16 Blätter in einem Umschlagblatt und einem Doppelblatt mit Titel, Druckvermerk und Nachwort des Künstlers. – Corneille (1922–2010) gründete zusammen mit Karel Appel, Constant Nieuwenhuys und anderen Neo-Expressionisten die internationale Künstlergruppe »CoBrA«.

Einige Ecken leicht geknickt.

43  Alan Davie. Hommage a Picasso.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farblithographie. 1972. 50 : 60 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 52/90. – Auf Velin »BFK Rives«. – Aus dem gleichnamigen Mappenwerk, das 1973/94 im Berliner Propyläen Verlag und der Pantheon Press in Rom erschien und Arbeiten von mehr als 100 Künstlern enthielt. – Der schottische Maler und Musiker James Alan Davie (1920–2014) gehörte zu den bedeutenden Vertretern der Abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg.

Minimale Knicke am Unterrand.

52  Otto Dix. Lachendes Mädchen.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Farblithographie. 1964. 58,7 : 33,5 cm (76,0 : 51,8 cm).

Unsignierter Probedruck, ehemals im Besitz von Dix’ Drucker Roland Erhardt. – Auf Van Gelder Zonen-Bütten. – Der in Hellblau gedruckte Zeichnungsstein noch im zweiten Zustand (mit dem Fleck an der rechten Achsel), die übrigen Farbsteine (Hellbraun, Ocker und Rosa) im endgültigem Zustand (III). – Mit einer Expertise von Florian Karsch. – Rückseitig von Roland Erhardt betitelt und mit Widmung »Für Werner herzlichst von Roland«.

Minimale Griffspuren.

Karsch 295 II-III A

55  Friedrich Einhoff. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 340 ( R19 )

Acryl und Fettkreide auf Sand. 1988. 31 : 36 cm. Signiert und datiert.

Durch die strukturelle Vielschichtigkeit und die Verwendung von teils eingefärbtem Sand erreichte Einhoff eine sehr differenzierte Bildwirkung. – Friedrich Einhoff (1936–2018) studierte in Hamburg unter anderem bei Alfred Mahlau und Willem Grimm. Von 1978 bis 1991 unterrichtete er an der dortigen Fachhochschule für Gestaltung, 1985 wurde er Mitglied der Freien Akademie der Künste.

56  Friedrich Einhoff. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R19 )

Acryl und Sand auf Papier. 1990. 38 : 29,5 cm. Signiert und datiert.

Die skizzenhafte Arbeit hinterlässt den Betrachter etwas ratlos: Ostern? Alice im Wunderland?.

58  Max Ernst. Fleurs coquillages.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farblithographie. 1960. 39,7 : 49,4 cm (57,6 : 54,2 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 86/100. – Auf Vélin d’Arches. – Die Fotolithographie nach einem Gemälde wurde ergänzt mit dem Text am Unterrand als Plakat für die Ausstellung der »Galerie Der Spiegel« (Köln 1960) verwendet. – Spies/Leppien zählen als signierte Exemplare »avant la lettre« 100 nummerierte, »einige e.a.« und »10 h.c.« – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Gerahmt. – Äußere Ränder mit zwei Braunflecken und leichten Griffspuren.

Spies/Leppien A 6 A (von D)

59  Max Ernst. Rote Blume I.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farblithographie. 1960. 24 : 19 cm (36 : 27 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar »HC 10/20«. – Auf Vélin d’Arches. – Die Fotolithographie nach einem Gemälde erschien als Beilage zur Mappe »Geh durch den Spiegel 24/1960«, dort 300 unsignierte Exemplare. Spies/Leppien zählen als signierte Exemplare 20 nummerierte, 3 »e.a.« und »einige h.c.« – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Im Passepartoutausschnitt minimal gebräunt.

Spies/Leppien A 7 C (von D)

62  Jeane Flieser. Weiße Sonne.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R19 )

Aquarell auf Malpappe. Um 1955. 73 : 50,5 cm. Signiert.

Jean Flieser (1912–2007) begann 1936 ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Wegen ihrer jüdischen Abstammung erhielt sie Mal- und Arbeitsverbot und konnte erst nach Kriegsende ihre Ausbildung fortsetzen, nun als Meisterschülerin von Karl Schmidt-Rottluff, dem sie zeitlebens verbunden blieb. – Das wahrscheinlich in ihrem Sommerdomizil Kitzeberg an der Kieler Förde entstandene Aquarell ist, wie zahlreiche Aquarelle Schmidt-Rottluffs, durch kräftige schwarze Einfassungslinien akzentuiert.

Die kleinen Stockflecken beeinträchtigen den Gesamteindruck kaum.

63  Johnny Friedlaender. Les deux soleils.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

Farbradierung. 1970. 76,8 : 56,7 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 1/99. – Auf Velin. – Ediert von »L’Œuvre gravée«, Locarno. – Gedruckt mit zehn Farben, die durch Lichteinfluss verblasst und um das Braun des lichtgetönten Papiers ergänzt sind. – Trotz allem noch immer recht eindrucksvoll, besonders durch den kräftigen Prägedruck.

Schmücking 360

66  Werner Gilles. Vöcklabruck.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Aquarell. Um 1946. Ca. 45 : 63 cm.

Farbenfrohe Studie des zeitweiligen Heimatortes des Künstlers. 1943 hatte Gilles Berlin endgültig verlassen und war nach mehreren kurzen Zwischenstationen in die kleine Stadt an der Oberdonau gelangt. Als »Reichsdeutscher« hätte er nach Kriegsende Österreich verlassen müssen, wegen seiner Einstufung als »entarteter Künstler« wurde er aber als »politisch verfolgt« anerkannt »und erhielt sogar ein Angebot aus Linz für eine Professur an der dortigen Akademie, das er jedoch ablehnte wie alle späteren ähnlichen Möglichkeiten«. Gilles fand damals endlich Anerkennung und Resonanz, es folgten kleinere und größere Ausstellungen und »die Bilder der Jahre nach dem zweiten Weltkrieg [wurden] zu einem Höhepunkt in seinem Werk« (Alfred Henze, Werner Gilles, Köln 1960, S. 113f.) – Rückseitig: Männlicher Akt. 1938. Rohrfederzeichnung.

Am linken Rand und im unteren Teil der Darstellung jeweils kleiner restaurierter Einriss.

67  Werner Gilles. Schwarzenbach.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Aquarell. 1946. 31,5 : 41,5 cm. Signiert.

Im Mai 1946 hatte Werner Gilles Vöcklabruck verlassen und war durch Deutschland gereist, »um Freunde wiederzusehen und um eine Vorstellung zu gewinnen, was auf dem Felde der deutschen Kunst damals geschah«. Schließlich ließ er sich für etwa zwei Jahre in Schwarzenbach an der Saale, unweit Hof »und nicht allzu fern von München«, nieder. Hier entstanden nach Alfred Henzes Einschätzung »die entscheidenden Werke der ersten Nachkriegsjahre, die Landschaften, die Stilleben, die mythologischen und christlichen Kompositionen und vor allem der Orpheus-Zyklus« (Henze, S. 114. – Vom Vorbesitzer 1965 durch Vermittlung und mit Echtheitsbestätigung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Umlaufend fest in Passepartout montiert.

74  Ursula Hanke-Förster. Tanzende.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R19 )

Bronze. 1965. 25 : 9 : 9 cm. Signiert und datiert.

Schöner Guss der spannungsreichen Figur. – Auf der Plinthe die Signatur und Datierung. – Ursula Hanke-Förster (1924–2013) studierte in Berlin bei Max Kaus und Gustav Seitz. Sie war Meisterschülerin von Renée Sintenis.

75  Thomas Hartmann. Nord – Sued.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Gouache. 1988. 24 : 16 cm. Rückseitig signiert und betitelt. Freiburg u. a. 1988.

Als Beilage zu 20 Vorzugsexemplaren des gleichnamigen Kataloges zur Ausstellung im Kunstverein Freiburg und der Kunsthalle Wilhelmshaven schuf der Künstler 20 Originalarbeiten. – Auf dem Unterlagekarton nochmals betitelt und nummeriert und im bemalten Originalrahmen. Der reich illustrierte Katalog auf dem Vortitel signiert, datiert und nummeriert »1/20«. – Katalog und Bilderrahmen in bemalten Originalschuber. – Thomas Hartmann, geboren 1950, gelang mit »Nord – Süd« der auch internationale Durchbruch.

Katalog: 32,0 : 24,0 cm. 55, [3] Seiten.

76  Rudolf Hausner. Adam proportional.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1972. 45,3 : 64,2 cm (70 : 100 cm). Signiert, datiert, betitelt und mit »E.A.« bezeichnet.

Künstlerexemplar. – Auf glattem Karton. – In der Darstellung vom Künstler mit »Proportionspyramide des Adambewußtseins« erläutert. – Tadellos.

77  Rudolf Hausner. Laokoon.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Farbserigraphie. 1973. 58,0 : 79,2 cm (102 : 73 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 100/300. – Auf Velin «BFK Rives«. – Blattkanten minimal gebräunt.

80  Hannah Höch. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Tuschfeder. Um 1918. 26 : 15 cm (29,5 : 21,0 cm). Monogrammiert.

Aus der Dada-Merz-Schaffensphase der Künstlerin. – Hannah Höch (1889–1978) lernte im Frühjahr 1915 Raoul Hausmann kennen, zu dem sie eine dramatische Liebesbeziehung entwickelte. Nach schweren emotionalen Krisen begaben sich im November 1921 die Paare Hausmann-Höch sowie Kurt und Helma Schwitters auf eine gemeinsame Prag-Reise, die am Beginn einer auch künstlerisch bedeutenden Freundschaft zum Merz-Begründer stand. 1923 folgen die Bekanntschaften mit den Bauhaus- und De Stijl-Protagonisten. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel.

Im Passepartoutausschnitt leicht gebräunt.

83  Hans Hollein. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Collage. 1973. 27 : 39 cm (29,7 : 42 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 29/90. – Collage aus zwei verschieden farbigen Millimeterpapieren. – Hans Hollein (1934–2014) war führendes Mitglied der Wiener Künstlergruppe »Coop Himmelb(l)au«, die 1968 von Wolf D. Prix und Helmut Swiczinsky gegründet wurde und versuchte, Architektur und bildende Kunst zu verbinden.

84  Horst Hussel. Erinnerungen an Holland.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

13 Radierungen [und eine Titelradierung]. 1994. 28,0 : 35,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 4/90, davon 75 für den Verkauf. – Auf Bütten Richard de Bas. – Die vollständige, in ihrer reduzierten Feinlinigkeit beeindruckende, graphische Folge. – Jeweils mit der Blattnummer bezeichnet und teils in der Platte betitelt. – Die in den Vorjahren entstandenen Radierungen wurden 1994 von der Büchergilde Frankfurt als »Gutenberg Pressendruck Nummer 3« ediert. – Die achte Radierung (Waterland) ist koloriert, die zehnte (In Marken) wurde auf altes Bütten gedruckt und in Passepartout montiert. – Gedruckt von Dieter Béla, Berlin. – Das Textheft mit einem Essay von Christian Scheffler, Direktor des Klingspor-Museums Offenbach. – In der Originalleinenmappe.

28,5 : 17,5 cm. [80] Seiten, 1 Radierung.

89  Willy Jaeckel. Geborgenheit.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Kaltnadelradierung. 1914. 19,8 : 29,8 cm (30 : 40 cm). Signiert.

Auf festem Kupferdruckkarton. – Die schöne frühe Radierung entstand, bevor sich Jaeckel den ersten biblischen Themen widmete. – Mit schönem Plattenton, gratiger, tiefschwarzer Druck. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 9

90  Willy Jaeckel. Judith.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Kaltnadelradierung. Um 1915. 12 : 17 cm (31,3 : 41 cm). Signiert.

Einzelabzug außerhalb der Auflage für die »Zeitschrift für Bildende Kunst«. Dort im Heft 11 unsigniert, auf kleinerem Papier und typographisch bezeichnet. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 13

96  Joseph Kosuth. Kein Ding, Kein Ich, Keine Form, Kein Grundsatz (Sind Sicher). Das Arbeitszimmer von Robert Musil.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Serigraphie auf Glasplatte. 1992. 37,5 : 50,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert. Mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen. Originalpappband.

Exemplar 22/40. – Beilage zur Vorzugsausgabe von: Joseph Kosuth. Kein Ding, Kein Ich, Keine Form, Kein Grundsatz (Sind Sicher). Herausgegeben von Renate Damsch-Wiehager. Ostfildern, Cantz 1993. Mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen. Deutsch-englischer Paralleltext. Originalpappband. – Kosuth kombinierte die historische Fotografie mit dem Faksimile eines Originalbriefes von Musil. Auf einem Etikett signiert, datiert und nummeriert. – Das Buch erschien nach der gleichnamigen Installation mit Musil-Zitaten in der Esslinger Villa Merke und enthält weitere Beiträge sowie ein Werkverzeichnis. – Beides zusammen sicher verpackt im Originalkarton.

99  Max H. Mahlmann. Serielle Einheit Zentral.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Drei Serigraphien. 1975. 21 : 21 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 55/100. – Die vollständige Folge der in Weiß auf weißen Karton gedruckten Serigraphien, jede in Passepartout. Diese liegen zusammen mit drei Transparentblättern (»Informationsblätter zu dem reliefierten Triptychon, in welchem die Abwicklung als flächige Modulation dargestellt ist«) und einem Textblatt in der Originalchemise. – Erschienen in der Edition Hoffmann. – Max Hermann Mahlmann (1912–2000) wandte sich der gegenstandslosen Malerei und geometrisch-konstruktivistischen Kompositionen zu. – Tadellos erhalten.

101  Zum Lobe des Bilderhändlers Otto Lutz.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 800 ( R7 )

Stuttgart, Hatje 1962. Mit 36, davon 24 signierten Original-Graphiken und einigen Textillustrationen. Originalbroschur mit Holzschnitten auf den Deckeln und gelbem Pergaminumschlag.

Almanach zum 60. Geburtstags des Stuttgarter Galeristen, der nur wenige Monate später verstarb. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Graphiken und der Trökes-Radierung. – Der ausführliche Druckvermerk, der auf die Varianten des Almanachs hinweist, wurde von Margot Fuerst zusammengestellt. – Jede Graphik mit einem Seidenpapiervorblatt mit der faksimilierten Signatur. – Enthält sieben Holzschnitte, drei Farblinolschnitte, 22 Lithographien und vier Radierungen, u. a. von Erich Heckel (Stillleben mit Holzfigur, Dube I 432 b), Ida Kerkovius, Adolf R. Fleischmann, Max Ackermann (nur in der Platte signiert), Georg Muche, Camille Grasser, Walter Wörn, Albrecht von Urach (Plattensignatur), Walter Renz, Fritz Ruoff (Plattensignatur), Oskar Koller, Cuno Fischer, Walter Grab (Plattensignatur), Alfred Wais, Gustav Schleichen, Kurt Weinhold (Plattensignatur), Heinz E. Hirscher (Plattensignatur), Irma Nesch (Plattensignatur), Willi Vogt, Asta Ruth Soffner, Hans-Martin Erhardt, Willi Hahn, Jürg Spiller, Lothar Quinte (Plattensignatur), Zao Wou-Ki (Plattensignatur), Emil Kiess, Heinz Trökes, Emil Schumacher (Plattensignatur), Heinz Schanz, Walter Stöhrer, Horst Antes, Wolfgang Barth (Plattensignatur), Alfred Eichhorn, Gudrun Krüger, Werner Schreib (Plattensignatur) und HAP Grieshaber. – Beilage: Traueranzeige Otto Lutz November 1962. – Vorzugsexemplare sind sehr selten geworden. – Sehr schön erhalten.

22,0 : 16,2 cm. 90 Seiten (einschließlich der paginierten Seidenblätter), 36 Graphiken. – Buchblock neu eingehängt.

Spindler 119, 26. – Fürst 62/14-16. – Fichtner-Bartelke 170

102  Dé-coll/age 5.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Happenings – Stücke – Partituren. 1966.

Eins von 500 Exemplaren. – Herausgegeben von Wolf Vostell erschienen von 1962–1968 sieben Ausgaben im Frankfurter Typos Verlag. – Nahezu vollständiges Exemplar – ohne Joseph Beuys’ »Zwei Fräulein mit leuchtendem Brot« (die berühmte Textrolle mit montierter Schokolade). – Enthalten sind die Arbeiten von René Block, Claus Bremer, Henning Christiansen (doppelt vorhanden), Hansjoachim Diederich (Plastikhaken auf gelbem Karton, rückseitig signiert), Ludwig Gosewitz (Papierobjekt), Dick Higgins, Bernhard Hoeke, Allan Kaprow, Franz Mon, Ben Patterson (Papierobjekte), Eckart Rahn (Tonbandfragment mit Aufnahme des berühmten Happenings »24 Stunden«), Gerhard Ruehm, Vagelis Tsakiridis, Ben Vautier (»Spucke«, Heftpflastercollage), Wolf Vostell (Skelett, Farbpigment in Folienhülle), Zeitungsfaksimile und von fünf Mitgliedern der Gruppe ZAJ. – Bei Objekten ohne Angabe handelt es sich um Offsetdrucke. – Lose in der Originalumschlagmappe.

28,0 : 21,5 : 3,5 cm. – Mappe mit zwei Einrissen, im Deckel und in einer Lasche. Die Umschlagmappe etwas flachgedrückt.

Archiv Sohm 111

108  Mappenwerke – Pro Deutsches Architektur-Museum.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Acht Farbserigraphien. 1994. 60,5 : 80,0 cm. Alle signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 48/100. – Ediert von der Deutschen Bank Bauspar AG. – Mit vielfarbig serigraphierten künstlerisch gestalteten Entwürfen und Plänen folgender Architekten: Josef Paul Kleihues (Maasprojekt Rotterdam), Heinz Hilmer, Oswald Mathias Ungers (Haus Glashütte), Heinz Bienefeld, Gottfried Böhm (Wohnbebauung Berlin Hasenheide), Otto Steidle, Frei Otto (Atlantis-Projekt »Mariposa«, Teneriffa) und Jochem Jourdan. – Auf BFK Rives. – Jede Graphik in bedrucktem Doppelblatt, zusammen mit einem Textblatt (Einleitungen von Vittorio Magnago Lampugnani und Hans Wielens sowie das Inhaltsverzeichnis) in der Originalholzkassette.

115  Joan Miró. Pour »Miró Lithograph I«.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000

Zwei Farblithographien. 1972. 33,0 : 26,0 cm (33,0 : 51,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplare 141/150. – Auf Velin d’Arches, jeweils auf gefaltetem Doppelblatt. – Als Beilagen der hier vorliegenden Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses Michel Leiris und Joan Mourlot. Joan Miró. Der Lithograph I. Paris, Maeght 1972. Mit weiteren zwölf blatt- und doppelblattgroßen Farblithographien im Buch und auf dem Umschlag. Originalleinenband im Schuber.

Mourlot 855–856 sowie 854 und 857–867

117  [José] Ortega. La Moisson.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Acht Farblithographien (in je zwei Abzügen) und eine Farblithographie. 1965. 22 : 18 cm (50 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar XVIII/XXVI. – Aus der dritten Vorzugsausgabe, mit der Radierung und den Lithographien auf Japon nacré und einer zusätzlichen Suite der Lithographien auf »Vélin d’Arches«. – Gedruckt bei Desjobert et Leblanc in Paris, die Texte nach der Handschrift des Künstlers. Kupferplatte und Lithosteine wurden nach dem Druck zerstört. – Zusammen mit Titelblatt und Druckvermerk in Originalleinenkassette mit Deckelschild. – José Ortega (1921–1990), bei Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges fünfzehn Jahre alt, war zu dieser Zeit schon ein oppositioneller Künstler. Als Mitglied der Kommunistischen Partei Spaniens wurde er 1947 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Begnadigung erhielt er 1953 ein Stipendium der französischen Regierung, um an der Ecole Estienne und später an der Kunsthochschule in Paris zu studieren, auch als Schüler von Picasso. Nach einigen Jahren im Untergrund 1960 bis 1970 ging er nach Paris ins Exil. Er zählte zu den herausragendsten und oft ausgezeichneten spanischen Künstler der neuen Generation. – Sehr selten.

Mappeaußenkante mit größerem Fleck.

118  Hans Ostendorf. Acht Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

1968. 62 : 49 cm. Signiert und nummeriert. Lose Blätter zusammen mit Titelblatt in Originalleinenmappe.

Exemplar 12/20. – Privatdruck, ediert und mit einer Einleitung des Beuys-Sammlers und Kunsthistorikers Franz Josef van der Grinten: »Hans Ostendorfs Verhältnis zur Schrift ist vor allem dieses formale. […] Das große A also ist Gegenstand der ganzen Suite. […] Zur Hälfte beziehen sich die Zeichen aus der mittelalterlich deutschen Fraktur, zur Hälfte aus der klassisch lateinischen Antiqua. […] Alle Blätter streben ins Monumentale, heben die Schriftzeichen über das zweckdienliche von Bedeutungsträgern hinaus, präsentieren sie als Große, Umfassende, in sich Vollständige, das sie, wenn sie sich selbst darstellen, sein können.« – Hans Ostendorf (1924–1969) studierte an der Kunstakademie und den Kölner Werkschulen. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.

63,5 : 50,5 cm (Mappenformat). 8 Radierungen, 1 Textblatt.

123  Sigmar Polke. Chinatown. – Hauswand/Chinatown.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Zwei farbige Offsetdrucke. 1974. 10,4 : 14,8 cm. Signiert.

»Originalgrafik · Serie 7 · New York«, Karten 1 und 2, erschienen in der Edition Staeck. – Beide mit rotem Kugelschreiber signiert.

Von der Osten 41 und 42 (»5000 Exemplare, nur wenige signiert«)

128  Eun-Nim Ro. Vogel, grün-schwarz.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 540 ( R19 )

Acryl und Tusche auf Papier. 1986. 64 : 95 cm. Signiert, datiert und rückseitig bezeichnet.

Großformatige, typische Arbeit. – Eun-Nim Ro, geboren 1946, lebt und arbeitet seit 1970 in Hamburg (und Michelstadt). Seit 1990 lehrte sie als Professorin an der hiesigen HAW und leitete mehrere Jahre deren internationale Sommerakademie »Pentiment«.

130  Dieter Roth. Taschenzimmer.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Materialcollage. 1968. 10,7 : 7,3 : 1,8 cm. Monogrammiert und datiert.

Seit 1968 in unnummerierter Auflage innerhalb der Reihe »Kleinkunst im Haushalt« erschienen. – Auf die gestempelte Zeichnung eines Tisches wurde eine Bananenscheibe genagelt, die »bis heute zu ungewöhnlicher Bildhaftigkeit verweste« (Düsseldorfer Kollegenkatalog 2013). Die Banane hier in ungewöhnlich gut konserviertem Zusatnd. – In der originalen Kunststoff-Spielkartenkassette und der Originalpappschachtel des VICE-Verlages mit dem Stempel des Verlegers.

Dobke, Bücher + Editionen, Seite 25 mit zwei Abbildungen. – Slg. Schnepel R5-49. – Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 165

133  Dieter Roth. Komposition I – V.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 470

Fünf Kaltnadelradierungen. 1991. Ca. 30 : 22 cm (56 : 38 cm). Signiert, datiert und mit Auflageangabe gestempelt.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (590–880 Exemplare). – Auf Velin. – Die vollständige Serie der nochmals überarbeiteten Kupferplatten. – Datiert »1977/92«, Teile der Auflage wurden bereits 1991 signiert und ausgegeben. – Dazu: 1 Bericht mit Kommentar. Fotoradierung, Serigraphie und Stempel. 1991. 40 : 50 cm. Signiert und datiert. Exemplar 84/535. – Kombinationsdruck. Kaltnadelradierung. 1992. Signiert und datiert. Eins von 248 Exemplaren. Zusammendruck aller fünf Platten der Serie. – Die fünf Blätter der Serie druckte Henning Bergmann, die beiden Ergänzungsblätter zusammen mit Thomas Sanmann, alle sieben ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – »Alle fünf Platten druckte Roth 1992 zusammen übereinander auf ein Blatt, wodurch der langjährige Variationsprozess in einem fast monochromen schwarzen Druck endet. […] Es ist ein besonders schöner Tiefdruck, bei dem die schlicht schwarz erscheinende Fläche erst auf den zweiten Blick preisgibt, dass sie aus vielen Schichten feiner linearer Einzeldrucke besteht.« (Dirk Dobke). Die Fingerspuren auf allen sechs Kompositionen entstanden durch den Drucker auf Anweisung des Künstlers. – Auf der reproduzierten Doppelseite seines Tagebuchs aus dem Jahr 1990 dokumentierte Roth seine Überlegungen zu den Griffelkunst-Editionen und der Auflagen»politik« der Vereinigung. – Die vorliegenden Graphiken sind die letzten für die Griffelkunst entstandenen des Künstlers.

Dobke 484–488, 489 und 501. – Griffelkunst 263 C1–5, E 197 und E 204

134  Reiner Ruthenbeck. Rotes Tuch mit Spannrahmen.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Mixed Media (Leinen, Holz, Metall in Kartonbox). 1973. 70 : 70 : 3,5 cm. Signiert und nummeriert.

Das weinrot gefärbte Leinentuch ist in einen Stickrahmen aus schwarzem Holz eingespannt. – Auf der Rahmeninnenseite mit Klebeschild, dort signiert und nummeriert. – Ediert vom Städtischen Museum Abteiberg, Mönchengladbach. – Im nummerierten Originalkarton.

Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 170

135  Konrad Balder Schäuffelen. Deus ex skatola.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Entwicklungsroman. 1964. Zweite, durchgesehene und vermehrte Auflage. 1975.

Schäuffelens Lotterie Romane 1. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem Titelschild im Kassettendeckel vom Künstler monogrammiert. – Der Text entstand in den Jahren, als Schäuffelen (1929–2012) als Psychiater am Max-Planck-Institut tätig war. In seinem dichterischen Œuvre dominieren experimentelle und visuelle Poesie. – Die implizierte Auflage von 1964 konnten wir nicht nachweisen. – Der Künstler druckte den Text seines Romans auf etwa 300 hellblaue Kartonblättchen, die wie Lotterielosen gerollt wurden und in der Originalholzbox stehen. In gleicher Ausstattung edierte Schäuffelen noch im selben Jahr Thomas Manns Erzählung »Gladius dei« (siehe KatNr. LAGER 476).

15,0 : 11,0 : 5,5 cm.

136  Ursula Schultze-Bluhm. Medienkopf.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Acryl auf Leinwand, mit Fell- und anderen Applikationen. 1993. 30 : 30 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt.

Seit 1950 arbeitete Ursula Bluhm (1921–1999) als Künstlerin und reiste in den Folgejahren häufig nach Paris. Dort wurde sie 1954 von Dubuffet als »Art Brut«-Malerin entdeckt. Seit 1955 war sie mit Bernard Schultze verheiratet. – Erste Pelz-Öl-Assemblagen entstanden bereits um 1960, vorliegend ein Spätwerk mit einer Rückbesinnung auf den späten Surrealismus der Pariser Jahre.

137  Ursula Schultze-Bluhm. Ohne Titel (Amorphes Wesen).

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

Acryl auf Leinwand. 1993. 30 : 30 cm. Signiert und datiert.

142  Heinrich Siepmann. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Collage (Wellpappe und Karton), bemalt und auf Gouache montiert. 1989. 28,0 : 39,5 cm (50,0 : 39,5 cm). Signiert und datiert.

Mehrschichtig erweitert sich die Bildgröße, erst auf dem vollen weißen Bogen signiert und datiert. – Heinrich Siepmann (1904–2002) studierte an der Folkwang-Schule Essen. Beeinflusst von den geometrisierten Bildkompositionen der Bauhauszeit setzt er nach Kriegsende, inzwischen Mitglied der Recklinghausener Künstlergruppe »junger westen«, dieses Gestaltungsprinzip konsequent fort und blieb ihm bis ins hohe Alter treu.

148  Théo Tobiasse. Les fruits de Brugges.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Farblithographie. Um 1980. 50,0 : 65,5 cm (57,5 : 77,5 cm). Signiert und nummeriert.

»EA XXV/XXV«. – Eins von 25 Künstlerexemplaren, auf Japon nacré. – Farbenprächtige Lithographie des französischen Künstlers (1927–2012), der bereits als Kind mit seinen Eltern aus Palästina nach Paris kam.

Vier Anheftungen leicht durchschlagend.

151  Rosemarie Trockel. Komposition mit Kleidern, Kreisen und Kreuz.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Siebdruck auf Seidentuch. 1993. 86 : 86 cm. Monogrammiert und nummeriert.

Exemplar 50/100. – Im typographisch signierten Originalkarton, dieser nochmals nummeriert.

156  Günther Uecker. Kabinett für aktuelle Kunst.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Weiße Serigraphie auf weißem Karton. 1970. 50 : 48 cm. Signiert.

Originalgraphisches Plakat zur Ausstellung in der Kunsthalle Bremerhaven. – Die vom Künstler für eine Teilauflage gewählte »Farbigkeit« beeinträchtigte damals die Informationsvermittlung und heute die Reproduzierbarkeit. – Unten rechts signiert »Uecker 70«.

166  Feri (Ferenz) Varga – Zwei Ausstellungskataloge mit Lithographie bzw. mit Zeichnung, beide mit Widmung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

I. Varga. Cercle Volney 1956. Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Farblithographie (signiert, datiert und nummeriert »195/200«, gefalzt). Druckvermerk mit eigenhändiger Widmung des Künstlers. – II. Ferenc Varga. Kollektiv-Ausstellung Kölnischer Kunstverein 1957. Titelblatt mit eigenhändiger Widmung, Vorderumschlag mit einer Kugelschreiberzeichnung des Künstlers. – Eine signierte Beigabe.

168  Wolf Vostell. 2 de-coll/age-happenings.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Multiple (Serigraphierter Text auf 13 Papptafeln, Schraubzwinge). 1965. 21 : 13 : 15 cm.

Exemplar 53/150. – Edition 1 der Galerie René Block, Berlin. – Bericht von den Happenings »Phaenomene« (Berlin, Autofriedhof Sperber, 27. März 1965) und »Berlin/100 aktionen« (Berlin, 10. November 1965). – Die Texte zu den Aktionen wurden in Schreibmaschinentype auf die Papptafeln serigraphiert (Siebdruck Hochacker Wuppertal). – An »Phaenomene« wirkten folgende Künstler mit: Brehmer, Artmann, Petersen, Tsakiridis, Chotjewitz, Gosewitz, Hoedicke, Sauerbier, Nitsch, Luepertz, Vostell und Block. – »100 aktionen ereignete sich am 10.11.1965 von 9 bis 16.10 uhr im stadtgebiet Berlin […] auffuehrende: wolf vostell – vagelis trakiridis – reinhard lettau«. – 1962 hatte Vostell die Zeitschrift »de-coll/age« gegründet, 1964 initiierte er in der neu gegründeten Berliner Galerie René Block Fluxusveranstaltungen.

Mit angemessenen und nicht störenden Alterungsspuren.

Nicht in Slg. Schnepel, nicht im Archiv Sohm

169  Wolf Vostell. Vietnam-Sinfonie.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Vier Farbserigraphien. 1971. 48,5 : 69 cm. Signiert und nummeriert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Vier abfotografierte und überarbeitete Fernsehbilder von der ersten bemannten Mondlandung 1969. – Gedruckt in Rot, Grau und Schwarz auf Bristol-Karton. – Die Drucke entstanden als »Partituren« zu dem gleichnamigen Happening.

Tadellos erhalten.

Vomm 1971 : 7 / 1–4

171  Gerhard Wind. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Gouache und Tusche. 1956. 22 : 47 cm. Signiert und datiert.

Dynamische Komposition in leuchtender Farbigkeit. – Auf Büttenkarton und in Passepartout montiert. – Gerhard Wind (1928-1992) studierte von 1952 bis 1954 an der Landeskunstschule Hamburg bei Karl Kluth, Fritz Winter und Ernst Wilhelm Nay und von 1954 bis 1958 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Otto Coester. – Nach Förderpreisen und -stipendien (Villa Massimo 1958) nahm er 1959 erstmals an der documenta teil. – Frühe, noch während seiner Ausbildung entstandene Arbeit.

172  Mac Zimmermann. Kommunikation.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

13 Farbradierungen. 1967–1979. Ca. 25 : 16 cm (ca. 30 : 22 cm). Signiert und nummeriert.

Je eins von 100–200 Exemplaren. – Jeweils auf einem gefalzten Büttenblatt, auf der linken Seite ein eigenhändiger Neujahrswunsch von Nobert Handwerk, Chef der Münchner Firma Insel-Film. In seinem Auftrag und meist mit einem erläuternden Textblatt versehen erschienen die Graphiken von 1967 bis 1979 als Neujahrswünsche.

Waldberg 63, 64 und 71 (die anderen sind nach Erstellung des Werkverzeichnisses erschienen)

173  Zen 49.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Erste Ausstellung im April 1950. Central Art Collecting Point. Arcis-Strasse 10. München 1950. Gelbe Originalbroschur.

Sehr seltener und wichtiger Katalog. – Mit einer Einleitung von Franz Roh. – Zur Künstlergruppe gehörten bei Gründung sechs Maler und eine Bildhauerin: Willi Baumeister, Fritz Winter, Gerhard Fietz, Rolf Cavael, Rupprecht Geiger und Willi Hempel sowie Brigitte Meier-Denninghoff. – Der Katalog listet von jedem Künstler sechs bis acht Arbeiten, ergänzt um »Notizen zum Katalog« von John Anthony Thwaites. – Die Gestaltung des Kataloges übernahm Stefan Munsing, der damals den Münchner Art Collecting Point leitete. – Mit Bleistiftnotizen eines Ausstellungsbesuchers am Oberrand. – Beilage: Hektographiertes Typoskript des Vorwortes der Künstler.

13,7 : 21 cm. 15, [1] Seiten. – Umschlagränder leicht fingerfleckig.

175  Ver Sacrum.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Neue Hefte für Kunst und Literatur. Herausgegeben von Hilde Spiel, Otto Breicha und Georg Eisler. [Fünf Bände, alles Erschienene]. Wien und München, Jugend und Volk 1969–1974. Mit 45 Originalgraphiken und zahlreichen farbigen Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Serie dieses mehr oder weniger erfolgreichen Versuchs, eine bibliophil ausgestattete Bestandsaufnahme der österreichischen Nachkriegskunst und -literatur zu etablieren. In Format und Ausstattung der berühmten gleichnamigen Vorgängerin verpflichtet, erschienen allerdings nur fünf Ausgaben (1973 nicht, 1974 dafür in deutlich größerem Umfang). – Jeweils eins von 500–1500 Exemplaren der Ausgabe mit den unsignierten Graphiken von Georg Eisler, Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka, Bernhard Jäger, Maria Lassnig, Rudolf Schönwald, K. R. H. Sonderborg, Hinz Stangl und Fritz Wotruba (teils mehrfach vertreten). – Zu den namhaften Autoren zählten Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Wolf Biermann, Heimito von Doderer, Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Friderike Mayröcker, Albert Paris-Gütersloh, Gerhard Rühm u. a.

30,5 : 28,0 cm. – Die ersten Blätter in IV lose.

181  Hans Bellmer. Petit traité de morale.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000

Zehn zweifarbige Radierungen. 1968. 38,0 : 28,5 cm. Signiert.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 170). – Prachtvolle, kräftige Drucke, jeweils auf einem breitrandigen Doppelbogen »Velin d’Arches«. – Erschien bei Georges Visat, Paris. – Lose Doppelbogen in Originalumschlag, -seidenchemise und -seidenschuber. – Hans Bellmer wurde von Texten des Marquis de Sade zu dieser Suite inspiriert: Dialogue entre un Prêtre et un Moribond. – Aline et Valcour. – Les Infortunes de la Vertu. – Les 120 Journées de Sodome. – Notes pour la nouvelle Justine. – L’Aigle Mademoiselle. – Idée sur les Romans. – Les Crimes de l’Amour. – La Philosophie dans le Boudoir. – Juliette ou les Propérités du Vice.

Chemise am Rücken verfärbt.

Denoël 78–87. – Bibliothek Filipacchi 21

193  Marc Chagall – Les Céramiques et Sculptures de Chagall.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Préface de André Malraux. Note et Catalogue de Charles Sorlier. Monaco, André Sauret 1972. Mit einer Farblithographie und zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband.

Erste Ausgabe des maßgeblichen Verzeichnisses des plastischen Werkes. – Die Lithographie »Devant St-Jeannet« schuf Chagall extra für dieses Werk. – Tadelloses Exemplar.

33,0 : 25,0 cm. 249, [7] Seiten, 1 Farblithographie.

Cramer 89. – Mourlot 646

194  Sonia Delaunay-Terk – Tristan Tzara. Juste présent.

Schätzpreis/Estimate: € 3500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3300

Eaux-fortes de Sonia Delaunay. [Paris], La Rose des Vents 1961. Mit acht blattgroßen Farbradierungen. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, farbig serigraphierter Chemise und ebensolchem Schuber.

Eins von 90 Exemplaren auf »grand vélin de rives« (Gesamtauflage 140). – Im Druckvermerk von Künstlerin und Dichter signiert. – Erschienen als dritte Edition von »La Rose des Vents«. – »The controlled gaiety of her colour etchings to ›Juste Présent‹, text by Tzara, reminds one that she began as a costume designer for the stage. The abstract shapes form interesting contrasts of flat colour and black, hatched areas, and link with such paintings as the ›Rhythme Sans Fin‹. It was included in the ›Fifty books of 1961’.« (Strachan, S. 195). – Die zweite der beiden Publikationen, die Delaunay und Tzara – nach langjähriger künstlerischer Nähe – im Alter gemeinsam konzipierten. – Die Radierungen druckte Lacourière et Frélaut. – Tadellos schönes Exemplar, vollständig sehr selten.

39,3 : 29,5 cm. 41, [15] Seiten. – Das aufgepolsterte Bezugspapier des Schubers mit winziger Druckstelle.

Monod 10802. – Strachan 239, Abb. 95. – Harwood 58

196  André Dunoyer de Segonzac – Pierre de Ronsard. Quelques Sonnets.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000

Eaux-fortes de Dunoyer de Segonzac. Paris 1955. Mit 51 Radierungen. Violetter Ecasélederband mit überaus reicher Vergoldung auf beiden Deckeln und dem Rücken, Spiegel und Vorsätze aus Wildleder, Schnittvergoldung, beim Kopfschnitt poliert (signiert: Thérèse Moncey | Fach doreur).

Eins von 40 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit einer Suite der Radierungen auf Japan, auf dem Zwischentitel vom Künstler signiert (Gesamtauflage 210). – Getrüffelt mit einer signierten Tuschfederzeichnung (Sitzender Akt, 22 : 22 cm). – Auf Velin d’Arches mit Wasserzeichen »feuille de ronce«. – Pierre de Ronsard zählt zu den wichtigsten Dichtern der französischen Renaissance. Seine stark von Petrarca beeinflussten Sonnette gelten als »Höhepunkte der europäischen Renaissance-Lyrik« (H.W. Wittschier. Die Lyrik der Pléiade. 1971). Zahlreiche Künstler haben im Lauf der Jahrhunderte diese Liebesgedichte illustriert. Die zarten Frauenfiguren, Landschaften und Blumen von Dunoyer de Segonzac zählen sicher zu den schönsten Kreationen. Nach den Georgique des Vergil wandte sich Dunoyer de Segonzac 1948 den Ronsard-Sonnetten zu. – »Im Jahr 1946 wurden Thérèse Monceys Einbände der Öffentlichkeit bekannt. Bis Ende der fünfziger Jahre nahm sie an verschiedenen namhaften Ausstellungen teil und bekam 1950 den ›Grand prix de la reliure française‹. Ihre große Vorliebe galt den modernen Malerbüchern, für die sie zahlreiche Arbeiten entwarf und realisierte, stets bemüht, Einband in Inhalt in Einklang zu bringen.« (Béatric Hernad, in: Außenansichten. Bucheinbände aus 1000 Jahren. Bayerische Staatsbibliothek München, Wiesbaden 2006, S. 88). – Tadellos erhalten, in Halblederchemise und gefüttertem Schuber mit Lederkanten.

32,0 : 16,5 cm. [106] Blätter. – Rücken der Chemise verfärbt, Schuber etwas berieben.

Monod 9925. – Rauch 123

197  Max Ernst – René Char. Dente prompte.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Poème. Paris, Galerie Lucie Weill 1969. Mit elf farbigen Lithographien nach Collagen von Max Ernst, davon eine auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 240 Exemplaren (Gesamtauflage 290). – Von Autor und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Gedichte von René Char erschienen erstmals 1938 in »Dehors la nuit est gouvernée« unter dem Titel »Versions«.

49,0 : 41,0 cm. [58] Seiten. – Kassette mit Gebrauchsspuren, Ränder berieben. Umschlaglithographie gebräunt. – Lithographien durchschlagend und teilweise mit Abklatsch auf der gegenüberliegenden Seite.

Spies/Leppien A 19c

198  Juan Gris – Tristan Tzara. Mouchoir de Nuages.

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Ausrufpreis/Starting bid: € 6600

Tragédie en 15 actes. Ornée d’eaux-fortes par Juan Gris. Paris, Éditions de la Galerie Simon 1925. Mit neun Radierungen, davon vier ganzseitig und eine auf dem Vorderdeckel. Originalbroschur.

Unnummeriertes, von Künstler und Verfasser signiertes Exemplar, wie weitere 90 auf Bütten von »Arches« (Gesamtauflage 112). Tzara ergänzte seine Signatur mit einer kleinen Vignette. – Auf dem Titel die Holzschnittvignette des Verlegers Daniel-Henry Kahnweiler. – Das Stück Tzaras wurde im Mai 1924 uraufgeführt, der Text erschien zunächst unillustriert in der Zeitschrift »La Revue Sélection«. Tzara »had long wanted drawings from Gris and this publication is their only collboration« (Garvey). Makellos erhalten. – Ehemals Bibliothek Jacques Matarasso (Auktion Loudmer, 4. Dezember 1993, Lot 656).

19,2 : 12,7 cm. [80] Seiten. – In privater Lederchemise und -schuber.

Harwood 9. – Skira 144. – Rauch 99. – Garwey 126. – Monod 10806

202  Fernand Léger – Blaise Cendrars. La fin du monde,

Schätzpreis/Estimate: € 3500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3300

filmée par l’Ange N.-D. Roman. Compositions en couleurs par Fernand Léger. Paris, Éditions de la Sirène 1919. Mit 22 farbigen Pochoirdrucken, darunter Vor-, Haupt- und Zwischentitel sowie Vignette im Druckvermerk, davon sechs mit Typodruck in Schwarz. Illustrierte hellbraune Originalbroschur.

Eins von 1200 Exemplaren auf Lafuma Papier (Gesamtauflage 1225). – »Eines der Hauptwerke des frühen Cendrars […] in welchem Typographie und Illustration zu vollkommener Einheit verschmelzen.« (Hans Bolliger). – »Instead of a simultaneous creation of type and image, Léger embraced Cendrars’s words, attempting through the Cubust idiom to simulate the filmic procession of moving forms. The pictorial matter is made from line-block reproductions of drawing made by Léger to fit into the text and colorful abstract images printed […] by pochoir. Interspersed throughout the text, set in a decorative type similar to that used for titles in silent films, are the bright pochoirs constisting of letters or geometric forms printed without black, contrasting with the predominantly black-and-white images on the text pages.« (Riva Castleman, Seite 64). – Blaise Cendrars (eigentlich: Frederic Saucer, 1887–1961) veröffentlichte auch in zahlreichen Schweizer und Pariser Dada-Publikationen. – Schönes Exemplar, in privater dunkelblauer Lederchemise mit farbigen Applikationen und Schuber.

31,5 : 25,0 cm. [60] Seiten – Die erste und letzte Seite im Falz etwas mit den grauen Pappdeckeln verklebt, Vorderdeckel mit leichter Quetschfalte.

Saphire S. 299. – Skira 197. – Monod 2395. – Castleman S. 170. – Dokumentations-Bibliothek IV, 249

206  Henri Matisse – André Rouveyre. Repli.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Gravures de Henri Matisse. Paris, Bélier 1947. Mit zwölf blattgroßen Lithographien, vier Linolschnittvignetten und zwei roten Linolschnitt-Initialen von Henri Matisse. Lose gefalzte Bogen in pochoirkoloriertem Originalumschlag, Originalhalbleinenchemise und -schuber.

Eins von 20 namentlich dedizierten Exemplaren für Mitarbeiter (hier »pour Madame Deroubaix«), auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 370). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – In Anlehnung an das ausgeglichene Genderverhältnis in Rouveyres beiden Texten schuf Matisse für das Buch sechs weiblichen Porträtstudien, bei denen Andrée Pardon Modell saß, lithographiert auf helles Papier »Ile-de-France«, und ebenso viele männliche, Porträtstudien des Autors, mit dem Matisse eine Jugendfreundschaft verband, gedruckt auf graues »Lana pur chiffon«. – Die Lithographien wurden bei Mourlot paarweise auf je sechs Doppelblätter gedruckt. Auch das scherenschnittartige Umschlagpochoir entwarf Matisse.

25,8 : 17,0 cm. [2], 163, [7] Seiten. – Wie meist, außen und innen vereinzelt leicht stockfleckig.

Duthuit/Garnaud 20. – Monod 10006

208  Joan Miró. Peintures sur Cartons. – Peintures sur Papier.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

– Derrière le miroir 151/152 [und] 193/194. Paris, Maeght 1965 und 1971. Mit insgesamt 25 farbigen Lithographien, fünf doppelblattgroß, je eine davon auf dem Umschlag. Lose Blätter in Originalumschlag.

I. Mit 22 farbigen Lithographien, drei doppelblattgroß, eine davon auf dem Umschlag. Mit einem Text von Jacques Dupin und der Beilage. – II. Mit drei Farblithographien. Mit einem Text von Pierre Alechinsky und der Beilage. – Dazu: DLM 207: Cinq Livres gravés. Mit einer Lithographie von Pablo Palazuelo.

38,0 : 28,0 cm. 27, [3] Seiten. – 31, [5] Seiten.

Cramer 102 und 145. – Mourlot 360–381 und 738–740

211  Henry Moore. Heads, Figures and Ideas.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

With a comment by Geoffrey Grogson. London, George Rainbird, und Greenwich, New York Graphic Society 1958. Mit einer Farblithographie und zahlreichen farbig faksimilierten Zeichenstudien. Illustrierter Originalhalbleinenband mit -schutzumschlag.

Mit der Farblithographie »Thirteen standing figures«, auf Velin gedruckt und auf Falz eingeheftet. – Gedruckt von der Curwen Press, London. – Bei 150 Vorzugsexemplaren wurde die Lithgographie signiert.

48,0 : 33,5 cm. 32 Blätter, 1 Lithographie. – Ränder des Umschlags etwas gebräunt und mit winzigen Läsuren.

Cramer 41

220  Michel Timoleontos – Alain Robbe-Grillet. L’année dernière a Marienbad.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Paris, Société de Bibliophile et Graveurs d’Aujourd’hui 1963. Mit zwölf blattgroßen Kombinationsdrucken aus Radierungen und Farblithographien. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 120 Exemplaren für die Bibliophilenvereinigung. – Auf Velin »BFK Rives«. – Mit je einer Suite der Lithographien und Radierungen, alle ohne Text. – Typographisch souverän gestaltet, lebt das Buch von der Kombination der ornamentalen Farblithographien und der zeichnungsgleich darüber gedruckten Radierungen des jung verstorbenen französischen Künstlers Michel Timoleontos (1929–1972). Die Suiten bilden eine de-collage dieser Bildbestandteile.

32,3 : 25,6 cm. 82, [6] Seiten, 12 Lithographien, 12 Radierungen. – Die erste und letzte Seite leicht stockfleckig.

Monod 9782

221  Feri Varga – Hommages.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Poêmes de Jean Cocteau. Lithographies de Varga. Paris, Éditions de minuit [1955]. Zwölf doppelblattgroße Farblithographien, teils mit Pochoirkolorit, und zwei farbig lithographierte Titelblätter. Lose in Umschlag und Leinenmappe.

Eins von 50 Exemplaren. – Auf Velin. – Der farbig lithographierte Auflagenvermerk wurde von Dichter und Künstler signiert und datiert. – Die teils mehrteiligen »Hommages« sind Hieronymus Bosch, Gaudi, van Gogh, Goya, Greco, Jarry, Kafka, Picasso, Rilke und Velasquez gewidmet. – Die Texte wurden von Feri Varga kalligraphiert und lithographiert und sind Bestandteil der großformatigen und farbenprächtig kolorierten Lithographien. – Feri Varga (1906–1989) lebte seit 1924 in Paris und gehörte ab 1950 zum Freundeskreis von Jean Cocteau und Picasso. – Beilage: Typoskripte der Texte und handschriftliche Übersetzung von einigen Auszügen.

38,0 : 30,0 cm. 13 Doppelblätter. – Umschlag mit leichtem Wasserrand. – Titellithographie minimal fleckig.

Monod 2908

222  Pierre-Yves Trémois – Stéphane Mallarmé. L’après-midi d’un faune.

Schätzpreis/Estimate: € 4800

Ausrufpreis/Starting bid: € 3200

Eaux-fortes originales de Pierre-Yves Trémois. Commentaire par Léon-Paul Fargue. Paris, Société des Amis des Livres 1948. Mit 22 Kaltnadelradierungen im Text, teils doppelseitig, und einem Farbholzschnitt nach einer Zeichnung auf dem eingebundenen Originalumschlag. Pergamentband mit zwei Tuschpinselzeichnungen von Pierre-Yves Trémois auf den Deckeln.

Eins von 88 Exemplaren für die Mitglieder der Bibliophilenvereinigung, weitere 17 erschienen als Künstlerexemplare. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen der »Société«. – Mallarmés bekannteste Dichtung entstand um 1865 und wurde 1876 erstmals veröffentlicht. Weltweit berühmt wurde die Schilderung der rauschhaften Erlebnisse eines Fauns durch das gleichnamige Musikstück von Claude Debussy und Nijinskys Ballet-Inszenierung. – Pierre-Yves Trémois (geboren 1921) illustriert Mallarmés Text recht freizügig. In die lasziven Szenen brechen allerdings immer wieder unvermittelt surrealistische Bildelemente ein. – Unikates Exemplar, der Einband auf beiden Deckeln mit prächtiger Tuschezeichnung und kalligraphierten Titeln von Trémois. – Die Innendeckel und Vorsatzblätter sind mit leuchtend grüner Seide bespannt. – In einer dunkelgrünen Seidenkassette, Innendeckel mit Wildleder bezogen, auf dem Kassettenrücken ein Pergamentstreifen mit goldgeprägtem Titel. – Beilage: Brief von Trémois, datiert 3. Oktober 1952, in dem er anbietet, den Einband zu gestalten: »Monsieur, Je jouirais de décorer votre ›Faune‹ et de l’habiller d’une façon décente!«.

40,5 : 32 cm. [4], 39, [5] Seiten. – Der Name des Erstempfängers wurde getilgt.

Monod 7670

223  Jacques Villon. Huit lithographies originales.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 

[Présenté par] Lionello Venturi. Paris, Louis Carré 1962. Acht signierte Farblithographien. Originalleinenband.

Eins von 175 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 225). – Sieben der acht leuchtend farbigen, abstrakten Lithographien schuf Villon nach Gemälden aus den Jahren 1932–1955, eine (Le vase jaune) explizit für dieses Werk. – Alle gedruckt bei Mourlot, Paris. – Jede Lithographie ist auf einem Seidenvorblatt betitelt. – Mit dem biographischen Text des Herausgebers. – Prachtvoll, selten und tadellos erhalten.

43,0 : 53,0 cm. [32] Seiten, 8 Lithographien.

Ginestet/Pouillon App. 65–72. – Monod 11311

224  Maurice de Vlaminck – Georges Duhamel. Les hommes abandonnés.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Illustré de lithographies par M. de Vlaminck. Paris, Editions Marcel Seheur 1927. Mit einer Radierung als Frontispiz und 24 Lithographien, davon 16 im Text. Halbmaroquinband (signiert: Lobstein-Laurenchet) mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt, Deckel mit Marmorpapierbezug.

Eins von 300 Exemplaren auf Velin d’Arches. – Getrüffeltes Exemplar, wie die der Vorzugsausgabe mit zwei Suiten der Lithographien und der Radierung, eine auf Velin d’Arches, eine zweite von den gekreuzten Steinen bzw. der Platte auf China. Beide Suiten enthalten auch jeweils die vier nicht im Buch verwendeten Lithographien. – Diese vier zusätzlichen Lithographien weist Walterskirchen als Teil einer alle 29 Graphiken enthaltenden Folge nur in einem Exemplar im Kunstmuseum Bern nach. – Der Originalumschlag und die Suiten eingebunden. – Gedruckt von Mourlot Freres.

29,0 : 24,5 cm. 208, [6] Seiten, 3 Radierungen, 64 Lithographien.

Walterskirchen XII bzw. 122, 202–225 und 226–229

225  Marcel Sauvage. Vlaminck.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Sa vie et son message. Genf, Pierre Cailler 1956. Mit zahlreichen Abbildungen, teils farbig und auf Tafeln montiert. Originalpappband mit farbig illustriertem Umschlag.

Les grandes monographies, Band 4, innerhalb der umfangreichen Reihe »Peintres et sculpteurs d’hier et aujourd’hui«. – Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe mit drei lose beigelegten Suiten von drei Lithographien, die Vlaminck für diese Monographie schuf. Je eine Suite auf Japan, Marais Papier und von den gestrichenen Platten. Jede Suite in einem Umschlagblatt.

32,3 : 24,0 cm. 116, [1], 205 Seiten, 26 Tafeln. – Umschlag an den Rändern etwas berieben und geknittert.

Walterskirchen 40–42 a und b

226  Ossip Zadkine. Les travaux d’Hercule. The Labours of Heracles. Die Arbeiten des Herakles.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

28 Illustrationen von Ossip Zadkine. Paris [1960]. Mit drei signierten Farblithographien, 28 Tafeln nach Lithographien, einer Porträtfotografie, einem gefalteten Faksimile und einer beigelegten Falttafel. Schwarzer Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und blindgeprägter Deckelillustration nach einer Zeichnung von Ossip Zadkine. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Unnummeriertes Exemplar der Buchausgabe mit den drei jeweils signierten Farbvarianten der Lithographie »La belle Nue« (Auflage 150, davon 134 in dieser Ausstattung). – Ossip Zadkine (1890–1967) schuf die 28 Lithographien, die als großformatigerer Mappenausgabe ediert wurden, unter dem Eindruck der Ereignisse des Krieges in den Jahren 1943/1944. – Gesetzt aus der Mageren Rockwell Palatino und der Phidias der Stempel AG, von Hans A. Halbey typographisch gestaltet. – Auf festem Velin. – Enthält biographische Essays von Christoph Czwiklitzer und Jacques Gontier, Tagebuchnotizen des Künstlers und Auszüge aus Euripides Herakles-Dichtung.

25,7 : 17,5 cm. [92] Seiten, 3 Lithographien, 28 Tafeln. – Rücken minimal verblasst.

Monod 11573. – Czwiklitzer 130

227  Ossip Zadkine – Pierre Albert-Birot. Silex.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Poèmes des Cavernes. Frontispice de Ossip Zadkine. Avant-Propos de Max Pons. Bonaguil, Éditions du Cercle Culturel et Arsinal 1966. Dunkelbrauner Halblederband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: D.-H. Mercher). Im Originalschuber. – Widmungsexemplar der Vorzugsausgabe.

Cahiers de la Barbacane II. – Exemplar 1 von 50 der großformatigen Vorzugsausgabe auf Velin »BFK Rives«. – Im Druckvermerk mit eigenhändiger Widmung des Dichters für Robert Altmann »le plus cordialement possible«. – Am Ende auf einem nachgebundenen Blatt die Seiten 11–34 einer kleinformatigeren Ausgabe auf einfachem Papier. – Das Frontispiz nach einer Zeichnung von Zadkine, möglicherweise der Vorzeichnung für die Radierung »Le gesticulateur« (C. 63). – Sehr seltene bibliophile Edition des dada- und surrealistischen Dichters und Künstlers, der bereits in den 1920er Jahren in allen führenden Dada-Zeitschriften (DADA, 391, SIC etc.) veröffentlicht hatte. – Unikates Exemplar in einem Einband von Mercher junior.

31,8 : 23,5 cm. [6], 40, [4] Seiten, 1 Frontispiz.

Monod 122

228  Ossip Zadkine – Guillaume Apollinaire. Sept calligrammes.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 

Ossip Zadkine. Dix eaux-fortes originales. Paris, Christophe Czwiklitzer 1967. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen und einigen Siebdruck-Illustrationen. Lose Doppelblätter in Originalleinenumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 75 Exemplaren der französischen Ausgabe. Es erschienen ebenso 75 englische und 75 deutsche Exemplare, wobei sich die Mehrsprachigkeit auf den ausführlichen Druck- und Auflagenvermerk beschränkt, sowie sieben Exemplare »h.c.« – Gedruckt auf abwechselnd weiß belassenem bzw. schwarz gefärbtem »Vélin d’Arches«, die Texte der Apollinaire-Dichtungen wurden entsprechend in Schwarz bzw. Weiß serigraphiert. – Auch Zadkines Radierungen greifen dieses Wechselspiel auf: Fünf sind in Schwarz, fünf als Weißlinien auf schwarzem Plattengrund gedruckt. – Außer den Radierungen wurde auch der Druckvermerk signiert, letzterer von Künstler und Verleger in weißer Kreide und nummeriert. – Die Gesamtkonzeption lag bei Christophe Czwiklitzer, der mit dieser Apollinaire-Ausgabe seines Freundes Zadkine eines der schönsten »Livre d’artiste« dieses Künstler schuf.

45,0 : 32,5 cm. [76] Seiten. – Rücken der Chemise verfärbt, Schuber leicht fleckig.

Monod 370

229  Surrealismus – André Breton. Second Manifeste du Surréalisme.

Schätzpreis/Estimate: € 4500 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 3300 ( R7 )

Frontispice de Salvador Dali. Paris, Éditions Kra 1930. Mit einem pochoirkolorierten Frontispiz. Lose Bogen in Originalumschlag mit Pergaminumschlag und -schuber. – Widmungsexemplar.

Erste Buchausgabe. – Erste Publikation der Collection »Club des Soixante«, eins von 60 namentlich dedizierten Exemplaren für die Mitglieder mit dem kolorierten Dali-Frontispiz (Gesamtauflage 110). – »Imprimé pour Thérèse Bertrand-Fontaine« (französische Ärztin, 1895–1987), auf dem Vortitel widmete Breton das Buch seiner früheren Kommilitonin mit mehreren eigenhändigen Zeilen: »en souvenir d’un amphithéatre de la faculté de médicine fin 1914, une triste pièce, ma foi, qu’ échairement à peu près seuls ses chereux | très respecteux hommage | Andrè Breton, Octobre 1930«. – Unter dem Einfluss der Dichtungen von Paul Valéry, Stéphane Mallarmé, Jacques Vaché, Arthur Rimbaud und Comte de Lautréamont und nachdem er Guillaume Apollinaire kennengelernt hatte, brach Breton 1918 sein Medizinstudium ab, um freiberuflicher Schriftsteller zu werden. Er wurde zur zentralen Figur der Pariser Surrealisten und formulierte mit den beiden Manifesten von 1924 und 1929 deren intellektuelle Grundlagen. – 1924 hatte er den Begriff »Surrealität« als Verbindung zwischen Traum und Wirklichkeit definiert. 1929 erweiterte er die Auffassungen um sozialrevolutionäre Aspekte. Das zweite Manifest wurde zunächst in der Zeitschrift »Révolution Surréaliste« abgedruckt. – Sehr selten, zumal so tadellos und mit so persönlicher Widmung.

28,4 : 23,0 cm. [2], 103, [5] Seiten. – Der Rücken der Pappchemise fehlt, der Schuber angeplatzt.

Monod 1938. – Nicht in der Dokumentations-Bibliothek

230  Le Surréalisme en 1947. Exposition Internationale du Surréalisme.

Schätzpreis/Estimate: € 28000

Ausrufpreis/Starting bid: € 26400

Présentée par André Breton et Marcel Duchamp. Paris, Pierre a Feu · Maeght 1947. Mit 24 Originalgraphiken und 44 Tafeln. Originalbroschur mit montiertem Deckelobjekt von Marcel Duchamp. In schwarzer Originalpappchemise und privater roter Lederkassette.

Originalausgabe. – Eins von 950 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den 24 Originalgraphiken und eins der wenigen mit dem Originalobjekt von Duchamp auf dem Vorderdeckel, beim größten Teil der Vorzugsausgabe wurde dieses durch eine Fotografie ersetzt. Die Nachbildung einer weiblichen Brust aus bemaltem Schaumgummi auf schwarzem Samt zählt zu den bedeutendsten Buchgestaltungen des 20. Jahrhunderts. – Die Vorzugsausgabe des wichtigen Kataloges enthält 17 Lithographien (davon fünf farbige) von Max Ernst, Wifredo Lam, Joan Miró, Alexander Calder, Matta und anderen, fünf Radierungen, u. a. von Hans Bellmer, Yves Tanguy und Dorothea Tanning und zwei Holzschnitte von Hans Arp. – Mit wichtigen Textbeiträgen von Arp, Bellmer, Breton, Péret u. a. – »Ein visuelles und haptisches Demonstrationsobjekt des Surrealismus« (Lothar Lang). Und Herbert Moldering schreibt (im Vorwort zum Katalog der Surrealismus-Sammlung Bokelberg) gar: »Gibt es ein schöneres Symbol für die taktile Dimension der Wissensaneignung durch das Buch, für jene sinnliche Nähe, die in den elektronischen Bibliotheken der Zukunft neutralen Bildschirmdaten Platz machen wird? Die Bibliothek der Zukunft ist die Platonische Höhle, in der alle Bücher der Welt präsent sein werden, aber nur als körperlose Schatten«. – Nicht nur der Katalog zählt zu den Meilensteinen der Buchkunst, auch die Gestaltung der Ausstellung war außergewöhnlich: Während Breton das Gesamtkonzept erarbeitete, gestaltete Kiesler die »Salle de Superstition« als eiförmig fließenden Raum. – Tadellos erhaltenes Exemplar. Der titelgebenden Aufforderung »Prière de toucher« auf dem Deckelschild wurde bisher Folge geleistet. – Einbandvariante ohne Rückentitel und in schwarzer Chemise, das Warnschild lose beigelegt, unaufgeschnittenes Exemplar. – Erworben 1996 in der Auktion Kornfeld, seitdem in deutscher Privatsammlung.

24 : 20,5 cm. 139, [3] Seiten, 24 Graphiken.

Monod 10513. – Schwarz II, 523. – Dokumentations-Bibliothek V, 46. – Lang, Surrealismus S. 125ff

231  Surrealismus – Almanach surréaliste du demi-siècle.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1100 ( R7 )

Numéro spécial de ›La Nef‹. Paris, Éditions du Sagittaire 1950. Mit zwei Farblithographien von Max Ernst und zahlreichen Illustrationen, davon acht auf Tafeln. Originalbroschur mit farbiger Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 65 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den beiden Farblithographien von Max Ernst. Weitere 50, ebenso ausgestattete, kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk von André Breton und Max Ernst signiert. – Der von André Breton und Benjamin Péret herausgegeben Almanach blickt auf die Ursprünge der surrealistischen Bewegung und ihre Entwicklung in der ersten Jahrhunderthälfte zurück. Die Protagonisten, die 1950 der Bewegung noch verbunden waren, kommen zu Wort oder sind mit abgebildeten Kunstwerken vertreten: Artaud, Cravan, Hérold, Levy, Waldberg, Chirico, Duchamp, Heisler, Kubin, Dorothea Tanning, Toyen u. v. m. – Tadellos.

23,0 : 14,5 cm. 226, [8] Seiten, 2 Lithographien.

Spies/Leppien 35 B (von D). – Monod 201. – Dokumentations-Bibliothek VI, 123

235  Herbert Bayer. Selected images 1928–1931.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 900

Sechs Fotografien. Silbergelatine, wohl von umkopierten Negativen. Um 1970. 19,6 : 29,6 cm bis 29 : 38 cm. Rückseitig alle signiert und nummeriert.

I. Vitrinenstolz. 19,6 : 29,6 cm. Exemplar 18/40. – II. Ober Bayern. 1931. 25,3 : 37,8 cm. Negativabzug. Exemplar 19/40. – III. Fahrradpanne. 1928. 27,6 : 36,4 cm. Exemplar 24/40. – IV. Rathaus. 34,1 : 29,4 cm. Exemplar 15/40. – V. Pont Transbordeur, Marseille. 1928. 37,8 : 25,0 cm. Exemplar 18/40. – VI. Gletscherlandschaft. 29,4 : 38,2 cm. Exemplar 13/40.

236  Ludwig Belitski. Die Petrikirche in Nordhausen.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Zehn Fotografien. Bromsilbergelatine, Vintages. 1904. 20,4 : 16,2 cm.

Möglicherweise unikales Mappenwerk mit zehn Originalfotografien des Fotografen Ludwig Belitski (1830–1902) von der Stadtkirche St. Petri im thüringischen Nordhausen. – Die Mappe enthält vier Außenaufnahmen von Kirche, Pfarrhaus und Garten, fünf Innenansichten der Kirche und eine Gruppenaufnahme der Gemeindevertreter mit dem Pfarrer Paul Richard Raak, dem 1904 diese Mappe geschenkt wurde. – Die Aufnahmen der Stadtkirche St. Petri entstanden sicher in den letzten Lebensjahren des seit den 1850er Jahren in seiner Heimatstadt als Fotograf tätigen Belitski. – Jeder Abzug auf Karton mit Tonplatte aufgezogen, jedes Blatt mit dem Atelieraufdruck. – In rotbrauner Leinenmappe mit goldgeprägtem Titel und Fileten. – Die Fotografien tadellos erhalten.

Einige Kartonecken leicht bestoßen, die Ränder der Kartons etwas gebräunt. Mappengelenke etwas brüchig.

237  Oliver Boberg. Sechs Fotografien.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

C-Prints auf Kodak Professional Endura. 2012. 50 : 40 cm. Rückseitig signiert.

Vollständige Folge folgender Aufnahmen: I. Fabrikmauer. 2005. 37 : 25 cm. – II. Balkon, Nacht. 2005 31 : 23,5 cm. – III. Sitzplatz. 2011. 33 : 26 cm. – IV. Kleine Böschung. 2011. 28,5 : 28,5 cm. – V. Gewerbeneubau. 2012. 33 : 26 cm. – VI. Mauerweg. 2012. 33 : 25 cm. – Oliver Boberg, geboren 1965, »zählt zu den Protagonisten einer inszenierten Photographie, die sich mit der Wirklichkeit in Form von Modellen auseinandersetzt. Der Künstler fertigt aufwendige Modellbauten von fiktiven Orten, die anschließend photographiert werden. Nur bei sehr genauem Hinsehen erkennt man die Täuschung […]« (Stephanie Bunk auf griffelkunst.de). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Lose in Originalmappe (Thomas Zwang, Hamburg) und Versandkarton. – Tadellos erhalten.

Griffelkunst 347 B1–6

238  Hermann Claasen. Trümmerbilder.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Fünf Fotografien. 1947–1949/1990. 18,0 : 25,5 cm.

Exemplar 17/25. – Vollständige Folge der aus dem Nachlass ausgewählten Fotografien: »Heimkehrer«, »Hamsterer«, »Ritterstraße«, »Alter Markt, erster Karneval« und »Hohenzollernbrücke«. – Abgezogen von Axel Thünker auf Agfa Record Rapid, montiert in Passepartouts. Diese rückseitig mit dem Nachlass-Stempel und vom Nachlassverwalter Walter Müller signiert. – Ediert von der Witwe des Künstlers. Das Textblatt von ihr signiert, nummeriert und – wie auch die Passepartoutrückseiten – mit ihrem Editionsstempel. – Hermann Claasens (1899–1987) hatte die nach Kriegsende in seiner Heimatstadt entstandenen Aufnahmen für eine erste Nachkriegsschau »Trümmerbilder« genannt und mit dem warnenden Motto »Nach dem nächsten Krieg gibt’s nichts mehr zu fotografieren« überschrieben. 1947 und 1949 erschienen erste Fotobände mit Aufnahmen von Hermann Claasen. – Textblatt und fünf Fotografien lose in der Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten. – Beilage: Hermann Claasen. Brunnenfigur. Fotografie (Vintage, Bromsilber auf Agfapapier). 14,3 : 10,0 cm. Rückseitig mit Copyright-Stempel, Archivnummer und »25 Expl« beschriftet.

32 : 42 cm (Kassette).

Vgl. Thomas Wigand, Deutschland im Fotobuch, S. 243 und 381

241  Albrecht Fuchs. Bernard Breslauer.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Fotografie. C-Print auf Kodak Endura. 1993/2008. 32,8 : 26,2 cm. Rückseitig signiert, datiert und nummeriert.

Nummeriert als »a.p. 1«. – Die Porträtaufnahme des legendären Antiquars Bernhard Breslauer (1918–2004) entstand 1993 in dessen Firmenräumen in der New Yorker Fifth Avenue. Dort hatte Breslauer, der 1937 mit seinen Eltern Deutschland verlassen und die väterliche Firma aufgeben musste, nach Jahrzehnten in London 1977 sein Antiquariat neu eröffnet. Es folgten spektakuläre Ankäufe und Vermittlungen, u. a. der Erwerb einer Gutenbergbibel für die Württembergische Landesbibliothek (1978). 1992 hatte die Pierpont Morgan Library »The Breslauer Collection of Manuscript Illuminations« ausgestellt, 1997 stiftete er sein Firmen- und Familienarchiv der Berliner Staatsbibliothek. – Albrecht Fuchs (geboren 1964) lebt und arbeitet in Köln. Zwischen 1989 und 1999 entstanden die ersten großen Porträts, u. a. von Martin Kippenberger, Michel Majerus, Joschka Fischer und Ennio Morricone. – Galerierahmung, auf der Rahmenrückwand nochmals signiert, datiert und nummeriert.

244  Jürgen Klauke. Self Performance (I. L. M.)

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

12 Fotografien (Auszüge aus Polaroyd-Sequenzen 1972/73). 1973. 57 : 42 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 10/50. – Die vollständige Folge der frühen fotografischen Arbeiten, großformatig abgezogen und blattweise signiert. – Mit dem Umschlagblatt in der schwarzen Originalleinenkassette mit serigraphiertem Deckelbild. – Ediert von der Galerie Kochs, Köln. – 1973 hatte Jürgen Klauke (geboren 1943), der seit 1968 in Köln lebt und arbeitet, seine ersten Einzelausstellungen.

Leicht gewellt, einige Ränder und Rückseiten leicht verfärbt, eine mit kaum sichtbarer horizontaler Knickfalte.

245  Jürgen Klauke. … auf leisen Sohlen …

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

Vier Radierungen, davon drei koloriert, und eine Fotografie. 1982. 59 : 42 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/10. – Die vollständige Folge mit der in Braun-Gelb-Tönen belichteten Fotoarbeit, abgezogen auf Kodak-Papier. – Erschienen in der Edition Dietmar Werle, Köln. – Mit dem ebenfalls signierten und nummerierten Titelblatt in der Originalleinenkassette. – »Der Tod, der ›uns täglich in die Ohren, in die Augen gehauen‹ wird, ist kaum noch glaubhaft. Klauke selber greift zurück und holt, ironisch genug, eine Uralt-Metapher hervor, ein Bild, das so ›abgepfiffen und abgegriffen‹ ist wie nur irgendeines: das Skelett. Es ist wie jedes Bild bei Klauke ein Spiegelbild. ›Das Skelett‹, sagt er, ›trage ich ja täglich mit mir herum, das bin ich selber, das ist mein Tod.‹ Das Skelett treibt, verkappt und verkleidet, sein Wesen auf den Zeichnungen und tritt dann ganz unverblümt, als Knochenmann, in den Photosequenzen auf« (Der Spiegel 43/1982 zur Ausstellung »Auf leisen Sohlen« in der Kölner Galerie Zwirner, Okt/Nov 1982).

Eine Radierung unten mit winzigem Eckknick, sonst tadellos.

246  Daniel Gustav Kramer. Untitled (from Woodland).

Schätzpreis/Estimate: € 1800 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700 ( R19 )

Fotografie, C-Print. 2004. 41 : 41 cm. Auf dem Rahmenaufkleber signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 1/5. – In Museumsrahmung. – Rahmen rückseitig mit Aufkleber »Büro für Fotos | Köln«, das die Serie »Woodland« gemeinsam mit Domobaal Gallery, London, und Casa D´Os Dias da Agua, Lissabon präsentierte. – Daniel Gustav Kramer, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. – In Galerierahmung, zur Bearbeitung nicht geöffnet.

247  Albert Renger-Patzsch. Arena di Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausrufpreis/Starting bid: € 

Um 1935. Vintage, Gelatinesilberabzug auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 22,7 : 16,7 : cm (22,9 : 16,9 cm).

Die Aufnahme verdeutlicht Renger-Patzschs typische Gestaltungsmittel: Bildausschnitt und starke Hell-Dunkel-Kontraste lenken den Blick des Betrachters mehr auf die Eigenschaften als auf den Anblick des Bauwerks. Einmal mehr entstand damit eine Fotografie, die weit über eine dokumentarische Aufnahme hinausreicht. – Auch die Aufnahmen in der Arena di Verona waren wohl für einen zu dieser Zeit geplanten Italien-Bildband von Renger-Patzsch gedacht, der aber letztlich nicht publiziert wurde. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »26« bezeichnet. – Dazu: Albert Renger-Patzsch. Arnaldo Mondadori. Zwei Porträtfotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm) und 16,7 : 18,5 cm. Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »V 69« bzw. »V 72« bezeichnet. Arnaldo Mondadori war damals Inhaber der gleichnamigen Verlagsdruckerei. Ob der oben erwähnte Italien-Bildband dort erscheinen sollte, ist nicht bekannt.

248  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Zwei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm) und 21,6 : 16,5 cm.

I. Blick über die Piazza San Zeno mit Abtei- und Glockenturm. – II. Westfassade. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »1« bzw. Angaben zur Reproduktion bezeichnet. – Albert Renger-Patzsch fotografierte Mitte der 1930er Jahre für einen geplanten, aber nicht realisierten Fotoband über Verona auch San Zeno, eine der schönsten romanischen Kirchen Italiens. – Albert Renger-Patzsch (1897–1966) gilt als Fotopionier der Neuen Sachlichkeit. 1928 erschien sein wegweisendes Buch »Die Welt ist schön«, in Folge der Bekannschaft mit Carl Georg Heise und Hans Mardersteig im Kurt Wolff Verlag.

249  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Zwei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm).

I. Portal mit den Reliefs und Bronzetüren. – II. Die die Basilika-Säulen tragenden Löwen. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »1« bzw. »5« bezeichnet.

250  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Drei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm).

I. Lettner mit den Figuren von Christus und den Aposteln, unten der Abgang zur Krypta. – II und III. Drei Apostel (zwei Aufnahmen). – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »7«, »9« und »10« bezeichnet.

253  Karin Szekessy. Paul Wunderlich mit Hund.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Lichtdruck nach Fotografie. 1975. 65 : 50 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 88/100. – Das berühmte Porträt vor der Kulisse der Binnenalster und dem Jungfernstieg. – Die Fotografin Karin Szekessy (geboren 1938) unterrichtete Ende der 1960er Jahre Modefotografie an der Werkkunstschule Hamburg. 1971 heiratete sie den Hamburger Künstler Paul Wunderlich (1927–2010). In den folgenden Jahrzehnten entstanden viele Gemeinschaftsarbeiten.

254  Robert Voit. New Trees.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Sechs farbige Bubble-Jet-Prints. 2011. 40,0 : 32,0 cm (50,0 : 42,0 cm). Rückseitig signiert.

Vollständige Folge, ausgewählt aus der Serie »New Trees«: I. City Creek Rd, Mentone, California. 2006. – II. Desert Hills, Las Vegas, Nevada. 2006. – III. Mosselrivier Hermanus, South Africa. 2006. – IV. Scottsdale, Arizona. 2006. – V. Summer Glow Ave, Las Vegas, Nevada. 2009. – VI. Tierrasanta, California. 2005. – »Die Bildserie »New Trees« von Robert Voit thematisiert mit Delikatesse den Zwiespalt unserer rezeptiven Erwartungshaltung. Denn seine Farbaufnahmen zeigen in einem streng dokumentarischen Stil, der mit ironischem Kalkül die Industrieaufnahmen von Bernd und Hilla Becher sowie die Pflanzenphotographien von Karl Blossfeldt rezitiert, allesamt Motive von Baumsolitären, die sich erst auf den zweiten Blick als verkleidete Mobilfunkmasten zu erkennen geben« (griffelkunst.de). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Lose in der grünen Originalumschlagmappe und Versandkarton. – Tadellos.

Griffelkunst 344 C1–6

257  Fotobücher – Leni Riefenstahl. Africa.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Köln u. a., Taschen 2002. Mit unzähligen farbigen Abbildungen nach Fotografien. Originaleinband in -kassette.

Eins von 2500 Exemplaren der Limited Edition. – Erschienen anlässlich von Riefenstahls 100. Geburtstag. – »Dieses monumentale Buch versammelt ihre Bilder der Nuba, Dinka, Shilluk und Massai. … Riefenstahls perfekt inszenierten Fotografien fangen die Schönheit, Ausdruckskraft und uralten Bräuche dem Untergang geweihter Kulturen ein. Von den einen als gänzlich unpolitische Werke von makelloser Qualität bewundert, erkannten andere in der Verherrlichung physischer Vollkommenheit und dem Kult um Virilität, Mut und ein ekstatisches Gemeinschaftsgefühl eine Fortsetzung altbekannter Muster. … Mittlerweile sind diese Aufnahmen wie auch ihre Rezeptionsgeschichte Gegenstand zahlloser kulturwissenschaftlicher Untersuchungen geworden.« (www.taschen.com).

50,0 : 36,0 cm. 564 Seiten.

265  Bauhaus – Studienarbeiten von Franz Ehrlich nach dessen 2. Semester am Bauhaus Dessau.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Ausstellungsfotografie. 1928, späterer Abzug. 32,7 : 24,3 cm.

Franz Ehrlich (1907–1984) begann nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser 1927 sein Studium am Bauhaus in Dessau. Dort besuchte er zunächst den Vorkurs bei László Moholy-Nagy, danach den Unterricht von Paul Klee, Wassily Kandinsky und Joost Schmidt. Bis zum Sommersemester 1930 war er in dessen Plastischer Werkstatt beschäftigt und legte im Wintersemester 1929/30 seine Gesellenprüfung als Tischler vor der Handwerkskammer Dessau ab. Nach Erhalt seines Diploms folgte er Walter Gropius nach Berlin, wo er gemeinsam mit den Bauhäuslern Heinz Loew und Fritz Winter das Werbebüro »Studio Z« eröffnete. Nach Kriegsende arbeite Ehrlich u. a. als Formgestalter der Werkstätten Hellerau in der DDR.

Vgl. eine ähnliche Fotografie aus der Ausstellung in »Bauhaus 2«, Katalog 6 Galerie am Sachsenplatz, 1977, Abb. 170. – www.bauhaus100.de.

268  Laszlo Moholy-Nagy – Christoph Natter. Künstlerische Erziehung aus eigengesetzlicher Kraft.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Gotha und Stuttgart, Friedrich Andreas Perthes 1924. Mit Abbildungen auf Tafeln und im Text, davon neun farbig einheftet. Schwarz-weißer Originalhalbleinenband (Entwurf von Laszlo Moholy-Nagy).

Erste Ausgabe der Lebensbilanz des Bildhauers und Malers Christoph Natter (1880–1941), »meinen Schülern und Schülerinnen gewidmet«. – Der Titel erschien in identischer Ausstattung zeitgleich im Klotz-Verlag Gera, die dortige zweite Auflage (1931) erhielt eine andere Gestaltung.

22,5 : 18,6 cm. [8], 71, [3] Seiten, 15 Tafeln. – Kanten leicht bestoßen. – Stellenweise leicht stockfleckig.

Fleischmann 296. – Vgl. Dokumentations-Bibliothek I, 20

269  Laszlo Moholy-Nagy. 60 Fotos · 60 photos · 60 photographies.

Schätzpreis/Estimate: € 4500 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000 ( R7 )

Herausgegeben von Franz Roh. Berlin, Klinkhardt & Biermann 1930. Mit 60 ganzseitigen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Fototek, Band 1. – Mit eigenhändiger Widmung »für Wagenfeld herzlichst Moholy-Nagy« auf dem Titelblatt. – Wilhelm Wagenfeld (1900–1990) entwarf 1927 (gemeinsam mit Carl Jacob Jucker) seine berühmte Tischlampe – eine der Stilikonen des Bauhauses. Nach dem Weggang des Instituts aus Weimar blieb Wagenfeld an der Nachfolgeeinrichtung, der Staatlichen Bauhochschule Weimar, bis zu deren Schließung 1930. – Die Gesamtgestaltung der Buchreihe leitete Jan Tschichold, die Abbildungen mit Fotogrammen, Fotomontagen und Fotografien Moholy-Nagys. – Am Ende Anzeigen zu der Reihe »Fototek«, einigen Büchern von Jan Tschichold und eine ganzseitige Anzeige zu »foto-auge« von Franz Roh und Tschichold. – »Hervorragender Querschnitt durch das photographische Werk Moholy-Nagys« (Dokumentations-Bibliothek). – Der einleitende Text des Herausgebers, in Deutsch, Englisch und Französisch, verdeutlicht die Bedeutung des Bauhäuslers Moholy-Nagy für die moderne Fotografie. 1925 hatte dieser innerhalb der von ihm zusammen mit Walter Gropius herausgegebenen »Bauhausbücher« seine wegweisende Schrift »Malerei · Fotographie · Film« veröffentlicht. – »Moholys künstlerisches Credo stellte auch die Fotografie absolut in den Rahmen seiner pädagogischen Absicht des ›Neuen Sehens‹« (Andreas Haus, zitiert nach Koetzle).

25,0 : 17,5 cm. 11, 60, [5] Seiten. – Minimal berieben.

Dokumentations-Bibliothek VI, 307. – Koetzle 276. – Heidtmann 5508. – Haus 83, 1

270  L. Moholy-Nagy. Sonderheft »Telehor«.

Schätzpreis/Estimate: € 2400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1800 ( R7 )

Internationale Zeitschrift für visuelle Kultur. Redigiert von Fr. Kalivoda. Brno 1936. Mit 67 häufig ganzseitigen und teils farbigen Abbildungen. Schwarze, spiralgebundene Originalbroschur.

Die seltene von Moholy-Nagy selbst gestaltete Einbandvariante mit dem lackschwarzen Vorderumschlag. Diese als »Sonderheft« bezeichneten Exemplare waren im Eigentlichen ein »Sonderdruck« zu Moholys eigenem Gebrauch. Nach Oliver Botar wurden wohl nicht mehr als 100 Exemplare in dieser Variante hergestellt. – Während Moholy-Nagy den Umschlag für »seine« Exemplare entwarf, den Namen in leuchtendem Weiß und in konsequenter »Bauhaus-Kleinschreibung«, war für die Gesamtgestaltung dieses ersten und einzigen Hefts [1/2] der »Internationalen Zeitschrift für visuelle Kultur« deren Herausgeber verantwortlich. Der noch junge, aber in Kunstkreisen bereits bekannte Architekt František Kalivoda (1913–1971) organisierte Moholy-Nagys Vorlesungs- und Ausstellungstournee in Brünn und Bratislava und widmete die gesamte Telehor-Ausgabe dem wichtigen Bauhauskünstler und -theoretiker. Das Heft enthält ein Vorwort von S. Giedion, mehrere Texte von Moholy-Nagy und einen Brief von ihm an Kalivoda sowie eine Bibliographie.

29,7 : 21,0 cm. 138, [2] Seiten. – Vorderdeckel am Unterrand mit schmaler Knickfalte und an der Spiralbindung mit winzigem Verlust.

Dokumentations-Bibliothek III, 227

277  Die Form.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 350 ( R7 )

Zeitschrift für gestaltende Arbeit. Jahrgang I, Heft 6. Berlin, Hermann Reckendorff März 1926. Mit 30 fotografischen Abbildungen. Originalbroschur, Vorderdeckel nach Entwurf Joost Schmidt.

Bereits das Januarheft, das wie die ersten drei der Zeitschrift für den Kurt Schroeder Verlag gedruckt worden war, hatte Hermann Reckendorff als neuer Verleger übernommen. In seinem Verlag erschienen in den 1920er Jahren die sicher relevantesten Publikationen des Werkbundes und der assoziierten Künstler und Architekten. – Mit einem Artikel von Walter Gropius »Wo berühren sich die Schaffensgebiete des Technikers und Künstlers?« und entsprechendem Bildmaterial.

29,7 : 21,0 cm. [4], 109–132, [4] Seiten. – Hinterdeckel etwas gebräunt.

Dokumentations-Bibliothek VI, 759. – Jaeger 1074

278  Andreas Niessen – 16. Jahresversammlung des Deutschen Werkbundes.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Einladung und Programm. Doppelblatt. Zweifarbiger Buchdruck. Berlin 1927. 29,7 : 21,0 cm.

Konsequent in Rot und Schwarz und nach den Regeln der neuen Typographie gestaltetes Doppelblatt. – Mit dem Programm der Tagung in Mannheim und Stuttgart vom 27. bis 30. September 1927. Am letzten Tag war eine »Fahrt mit bereitstehenden Kraftwagen in die Siedlung am Weißenhof« vorgesehen. Nach einem »zwanglosen Mittagessen im Ausstellungsrestaurant der Siedlung« wurde die Besichtigung fortgesetzt. In den 1920er Jahren hatte sich der Werkbund, nicht zuletzt unter Einfluss der Bauhäusler Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe, verstärkt der Architektur zugewandt. Die Ausstellung »Neues Bauen« und die Stuttgarter Werkbund-Ausstellung »Siedlung am Weißenhof« 1927 dürften als Meilensteine dieser Phase des Werkbundes gelten. – Das Faltblatt entwarf der Berliner Graphiker Andreas Niessen, gedruckt wurde es bei Otto von Holten, Berlin.

Einmal quer gefaltet.

279  Herbert Bayer – Deutscher Werkbund.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Briefumschlag. Buchdruck. 1926. 16,3 : 23 cm.

Minimalistisch gestalteter großer Briefumschlag für den Deutschen Werkbund Berlin aus Bayers Zeit am Dessauer Bauhaus. – Adressiert an einen Empfänger in Dessau, Poststempel 1927. – Im MoMA New York (ehemals Sammlung Elaine Lustig Cohen Collection ) befindet sich das Pendant zu unserem Umschlag, ein von Herbert Bayer gestalteter Briefbogen. – Den Umschlag konnten wir dort und anderswo nicht nachweisen.

Minimale Knickfalten am rechten Rand.

282  Herbert Bayer – Die neue Linie.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 180

Hefte VII/1 und IX/12. Leipzig und Berlin, Otto Beyer, September 1935 und August 1938. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalbroschuren, Umschlaggestaltung von Herbert Bayer.

Ein Umschlag im Druck signiert »herbert bayer dorland«, das zweite »baYer«. – Zwei Hefte des ersten deutschen »Lifestyle«-Magazins, das seit 1929 erschien und an dessen Gestaltung und Typographie mit Herbert Bayer und László Moholy-Nagy zwei führende Bauhaus-Künstler beteiligt waren. Bayer entwarf 26 Umschläge und auch die markante Titelschrift. – Nach 1933 erschien die Zeitschrift weiter, der künstlerische Spielraum der Gestalter wurde jedoch zunehmend eingeengt. 1943 wurde »die neue linie« wegen Papiermangels eingestellt. – 1938 verließ Bayer Deutschland. Das Augustheft 1938 ist der letzte von ihm entworfene Titel. Die Stiefelabdrücke vor einer Alpenidylle könnten seine versteckte Kritik am Anschluss Österreichs sein.

36,6 : 27,0 cm. 56 und 58, VIII Seiten. – Beide Rückenfalze ganz leicht brüchig.

Bauhaus-Archiv 4052 und 4055. – Rössler C-05s und C-05z

286  Fritz Ahlers – Meissner & Buch Qualitäts-Werbedruck.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Werbeblatt. Farblithographie. Leipzig 1921. 27,8 : 21,8 cm.

Gefaltetes Doppelblatt, innen mit Presse-, Künstler- und Kundenstimmen, rückseitig ein Werbetext des Verlages. – Der Vorderumschlag mit dem Firmenlogo der Druckerei und einer Figur in Schwarz und Gold. Der Berliner Graphiker Fritz Ahlers (1890–1973) und seine expressiven Silhouttenfiguren wurden 1924 erstmals ausführlich in der Zeitschrift »Gebrauchsgraphik« vorgestellt. – Dazu: Hübel & Denck. Monatsblätter für Bucheinbände und Handbindekunst. Ausgaben I/11, IV/2 und IV/4. Mit teils montierten Abbildungen. Drei Originalbroschuren. Bibliophil ausgestattete Hauszeitschrift in hervorragender Typographie. Mit zahlreichen Arbeitsproben der Leipziger Edelbuchbinderei. – Beilage: Begleitbrief der Buchbinderei an Paul Crone, Dessau.

Das Werbeblatt mit horizontaler Knickfalte und minimal fleckig.

288  AEG Elektrische Uhren. – AEG Spar-Patronen.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Zwei Werbeblätter. Farblithographien. Um 1912 bzw. 1924. 28,8 : 22,8 cm bzw. 29,8 : 20,8 cm.

I. Frühes Werbeblatt, gestaltet von Louis Oppenheim (1879–1936). Dieser hatte 1910 seine Karriere als Gebrauchsgraphiker begonnen und war bei der AEG tätig, bevor Peter Behrens dort das Gesamtkonzept erneuerte. – II. Werbeblatt für die neu entwickelten schmalen Sicherungen. Rückseite einfarbig bedruckt. – Unter der Regie von Peter Behrens hatte die AEG u. a. das neue wabenförmige Firmenlogo eingeführt, das Wilhelm Deffke (1887–1950) während seiner Tätigkeit im Atelier Behrens entworfen hatte.

I mit leichter senkrechter Knickfalte.

289  Wilhelm Deffke – Der Zucker (Zuckerbiene).

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Lithographie. 1925. 10,5 : 15,8 cm.

In Gold und Schwarz lithographierte Werbekarte für die Magdeburger Ausstellung »Der Zucker« im Sommer 1925. – Das Motiv der »Zucker-Biene« ziert den Umschlag der von Torsten Bröhan herausgegebenen Deffke-Monographie. – Unbenutzt, tadellos, sehr selten. – Dazu: Werbemarke zur Ausstellung. Prägedruck in Goldfolie. 5 : 5 cm. Rückseitig gummiert. Etwas oxidiert.

Vgl. Bröhan, Wilhelm Deffke, S. 300f. – The Avant-Garde applied, S. 92

290  Leipziger Messe.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Vier Einladungskarten. Farblithographien. 1926. 14 : 9,2 cm.

Einladungskarten für Aussteller bestimmter Fachmessen innerhalb der Leipziger Frühjahrsmesse 1926: I. Reklamemesse. – II. Deutsche Schuh- und Ledermesse. – III. Bau-Messe. – IV. Messe für Kino, Photo, Optik, Feinmechanik. – Alle mit dem bekannten Messe-Markenzeichen, dem »Doppel-M«, das Erich Gruner (1881–1966) 1917 entworfen hatte. – Jede Karte mit einer Motivnummer am Unterrand (5, 8, 9 und 14). – Tadellos erhalten.

292  Ringmessehaus Leipzig. – Bugra Messe Leipzig.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Zwei Werbebroschüren. Leipzig 1929 und 1937. 24 : 10,8 cm bzw. 24 : 9,3 cm.

I. Das Ausstellerverzeichnis zur Frühjahrsmesse 1929, wo u. a. Sportartikel, Möbel und Werbemittel gezeigt wurden. [2], 34 Seiten. – II. Dreisprachige Ankündigung der Erweiterung des Deutschen Buchgewerbehauses, die 1938 nach Entwurf von Curt Schiemichen abgeschlossen wurde. Die graphische Gestaltung ist eine frühe Arbeit des österreichischen Graphikers Walter Hofmann (1906–1973), der nach Kriegsende vor allem durch seine Plakate für Kajak-Bademoden bekannt wurde. – Beide verlagsfrisch.

293  39. Ordentliche Hauptversammlung des Deutschen Wasserwirtschafts- u. Wasserkraftverbandes e. V. (DWWV)

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Einladungsflyer. München 1929. 14,8 : 21,0 cm.

Sechsseitiges Leporello mit Fotomontage auf dem Vorderumschlag. – Enthält neben der Einladung und dem Programm auch Werbung des Verlages R. Oldenbourg, München, für die seit 1927 dort erschienene Zeitschrift »Wasserkraft und Wasserwirtschaft«. – Mit adressiertem Anschriftenfeld, sonst tadellos.

295  René Ahrlé – 99 Millionen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Werbefaltblatt. Offset und Lithographie, beide zweifarbig. Berlin 1928. 36 : 32,5 cm (gefaltet 13,5 : 20 cm)

Faltblatt der Epoche GmbH, welche die Werbeflächen auf dem Ausstellungsgelände der legendären Pressa-Ausstellung in Köln vermietete. – Innenseite mit Fotomontage, Außenseite mit lithographiertem Dekor, beides entworfen und in der Platte signiert von René Ahrlé (1893–1976), dem deutschen Pionier der Fotomontage. »Die besondere Überzeugungskraft seiner Arbeiten beruht nicht zuletzt darauf, daß ihre an sich heterogenen Aufbauelemente der Photographie und der Graphik nicht etwa nur lose formal gebunden, sondern durchaus organisch verschmolzen sind.« (Eberhard Hölscher, in »Photographik«, Heft 1/1933, S. 9). Roland Jaeger misst Ahrlé gar eine so große Bedeutung bei, dass er dessen »Abwesenheit« in »Gefesselter Blick« der Gebrüder Rasch ausdrücklich erläutert (Autopsie II, 365). – Die von Ahrlé für die Fotomontage des Faltblatts fiktiv konstruierte Köln-Silhoutte erinnert eher an Manhattan, die dort eingedruckten Werbeplakate werden von einer unüberschaubaren Menschenmenge bestaunt. »Nach Berechnungen eines Ausstellungs-Statistikers werden 99 Millionen Blicke der ungezählten Pressa-Besucher auf die Reklame-Schau geworfen« (Werbetext). – Den Vertrieb des Faltblatts, als Großbrief verschickt, übernahm der Verlag Guido Hackebeil, Berlin.

Gefaltet, adressiert an die Berlin-Anhaltische Maschinenbau AG in Dessau. – Mit zwei Poststempeln.

296  Lucian Bernhard und Fritz Rosen – Reklameschau.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Anzeigenwerbung. Doppelblatt, Farblithographie und Buchdruck. 1929. 20 : 20 cm.

Überzeugender Entwurf aus dem Atelier Bernhard/Rosen. – Einladung zur Anzeigenschaltung im Ausstellungskatalog und -führer der »Reklameschau«, die im September 1929 in Berlin stattfand. – Lucian Bernhard (1883–1972) war eine der wichtigsten Figuren der deutschen Plakatkunst. Er zählte Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur zu den stilistischen Erneuerern, er begründete mit »Das Plakat« auch eine der wichtigsten Publikationsreihen. Ab 1925 arbeitete er vorrangig in den USA, sein Atelier in Berlin führte bis 1933 Fritz Rosen (1890–1980) weiter.

Minimal geknickt.

311  Willi Baumeister. Rechnungsformular »G. Siegle & Co Farben-Fabriken Stuttgart«.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

Zweifarbige Lithographie. 1927. 29,5 : 21 cm.

In »Sieglegelbgrün« und Rot gedruckt. – Rückseitig Produktliste. – 1927 wurde Willi Baumeister Mitglied in dem von Kurt Schwitters gerade gegründeten »Ring neuer Werbegestalter« und gewann, in Stuttgart angesiedelt, dadurch eine Reihe neue Firmenkunden, u. a. auch die Farbenfabrik Siegle.

Heftlöcher, beschrieben und gestempelt.

315  Neue Verwaltung. Die Organisationsschau der Stadt Köln

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

auf der Herbstmesse 1929. Mit einem doppelblattgroßen Organigramm und vier Abbildungen. Originalbroschur.

Auch Köln übernahm für seine Einrichtungen und Ämter Ende der 1920er Jahre die Regeln der Neuen Typographie. – Innerhalb der Ausstellung »Büro und Organisation« stellte die Sondergruppe »Das moderne Büro« neue Organisationsstrukturen und Techniken vor. – 1929 wurde dazu diese zwölfseitige Broschüre konzipiert, zweispaltig gesetzt, mit Abbildungen und einer Tabelle. – Gedruckt bei Ziegler Beckmann, Köln, in Orange und Schwarz. – Dazu: 2. Organisationsschau der Stadt Köln. Herbstmesse 1930. Doppelblatt, zweifach gefalzt. Zur Fachschau »Büro, Vertrieb und Werbung«. In identischer Gestaltung, allerdings nur mit Texten.

23,0 : 20,0 cm (vor der konzipierten vertikalen Faltung).

319  Expressionisten.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 150

Galerie Alfred Flechtheim, Düsseldorf. I. Ausstellung [nach der] Wiedereröffnung 1919. Potsdam, Gustav Kiepenheuer 1919. Mit zwei Holzschnitten und mehr als 60 Abbildungen. Originalbroschur.

Ausstellungskatalog mit Beiträgen von Herbert Eulenberg, Walter Cohen, Wilhelm Hausenstein, Paul Westheim u. a. – Mit je einem Holzschnitt auf gelbem Japanpapier von Eberhard Viegener (»Soest«) und Richard Schwarzkopf (ohne Titel), letzterer entwarf auch die Umschlaggestaltung.

23,0 : 15,5 cm. 80, [8] Seiten, 2 Holzschnitte. – Vorderdeckel und einige Blattecken leicht geknittert.

Rifkind Collection 3046 und 2659

320  Fritz Gurlitt. Das Graphische Jahr.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 900

Berlin, Fritz Gurlitt 1921. Mit neun signierten Originalgraphiken. Originalhalblederband mit farbig lithographierten Deckelillustrationen und vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 40 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit neun signierten Graphiken. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Enthält Radierungen von Lovis Corinth (»Lesender Mönch« und »Des Künstlers Schwiegermutter (Belle mère)«, hier kurioserweise als »Männliches Bildnis« bezeichnet), Felix Meseck, Otto Schoff und Wilhelm Wagner, Lithographien von George Grosz (»Arbeitslose«), Richard Janthur und Paul Scheurich sowie den Holzschnitt »Weiblicher Kopf« von Max Pechstein. – Alle Graphiken wurden auf der Handpresse gedruckt. – Enthält Biographien und einen Katalog zu Einzelgraphiken, Mappenwerken und illustrierten Bücher mit zahlreichen interessanten Preisangaben auch für die verschiedenen Vorzugsausgaben.

27,3 cm : 20,0 cm. [2], 142, [8]; [2], 80, [8] Seiten. 9 Graphiken. – Einband etwas fleckig, Rücken beschabt. – Die Graphiken sämtlich leicht stockfleckig und an den Rändern gebräunt.

Söhn HDOG 513-1 bis 513-9. – Schwarz, Corinth 411. – Dückers, Grosz E 67. – Krüger, Pechstein H 214

321  Werner Schümann. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 150

Vitte/Hiddensee, 14. V. 1924. Eine Seite.

An Max Gundermann. – »Erinnern Sie sich noch des jungen, blonden Mitarbeiters der Galerie von Garvens, den Sie anläßlich Ihrer Besuche nur flüchtig kennen lernten? Ich konnte Ihnen seinerzeit mein warmes Interesse für Sie und Ihre Kunst, aus Gründen der Autorität [Loyalität?] meinem Chef gegenüber, nicht offen zum Ausdruck bringen. Ich freue mich, daß ich diese jetzt nachholen kann […] Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihren Sommerurlaub hier auf dieser schönen Insel verleben würden, wo sich alljährlich die künstlerische Elite Deutschlands einfindet.« – Offensichtlich hatte sich der Mitarbeiter der für Dada, Merz und andere avantgardistische Kunst wichtigen Hannoveraner Galerie Garvens 1924 als Buch- und Kunsthändler im beschaulichen Fischerdörfchen Vitte niedergelassen. In der Tat ist die Liste der Dichter und Maler, die den kleinen Inselort aufsuchten, lang: Erich Heckel, Hans Fallada, Joachim Ringelnatz, Asta Nielsen, Gottfried Benn, Carl Zuckmayer und natürlich Gerhart Hauptmann. – Rückseitig mit einigen Notizen Gundermanns.

Mehrfach gefaltet, eine Falzeinrisse.

323  Futurismus – Cornely Zelinsky, Aleksej Chicherin und Ellj Selvinskij. Mena vsech. Konstruktivisty poety.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

(russisch: Vollkommener Wechsel. Konstruktivistische Dichter). Moskau 1924. Mit drei Fotoporträts der Autoren, einem nach einem Gemälde und fünf konstruktivistischen Illustrationen von Chicherin. Moderner Pappband mit dem aufgezogenen Originalvorderumschlag mit Typographik von N. Kuprejanow. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Von Chicherin eigenhändig dem russischen futuristischen Dichter Vasily Vasilevich Kamensky gewidmet. – Der erste Sammelband der literarischen Gruppe der Konstruktivisten. Er enthält deren erste Deklaration »Znaem« (Wir wissen) sowie Gedichte und theoretische Texte der drei beteiligten Autoren. – Einige Gedichte Chicherins in dynamischer Typographie, ergänzt durch Diagramme und Hinweise zu Vertonungen.

24,0 : 17,8 cm. 83, [1] Seiten. – Vorderumschlag und die ersten beiden Blätter leicht fleckig, die Folgeblätter unten im Falz mit kleinem Wasserrand.

Rowell/Wye 567

325  Galerie der Stadt Kassel.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

[Kassel um 1928]. Mit 22 montierten Originalfotografien von Trude Schaumlöffel. Halbleinenband mit Lederkordelbindung.

Sehr seltene Dokumentation mit 22 ausgewählten Gemälden der Städtischen Galerie, fotografiert von der Kasseler Fotografin Trude Schaumlöffel, die mehrfach für den dortigen Museumsverein tätig war. – Die Bilder sind chronologisch geordnet, von einem Porträt des Landgrafen Philipp des Großmütigen aus dem 16. Jahrhundert über Courbet, Thoma, Slevogt bis zu Lyonel Feininger »Clarissenkirche«. Dieses Werk wurde 1927 erworben und kurz nach 1933 als »entartet« wieder aus der Galerie entfernt. – Das graphische Design, durchaus von den Auffassungen des Bauhauses geprägt, stammt wahrscheinlich von Hermann Virl (1903–1958). Dem Graphiker widmete die Zeitschrift des Ehmcke-Kreises 1928 ein Sonderheft. Er gestaltete auch einen Fremdenführer »Kassel-Wilhelmshöhe«, in dem als Werbung für die Städtische Galerie drei Fotografien aus dem hier vorliegenden Band abgebildet (Corinth, Slevogt und Feininger) und mit »Phot. Trude Schaumlöffel Kassel« bezeichnet wurden. – Nur zwei Nachweise via KVK: UB Saarbrücken und UB Köln, beiden mit falscher Datierung.

23,5 : 19,2 cm. Doppeltitel, 22 Bildtafeln, 23 leere Zwischenblätter. – Deckel leicht berieben.

326  Frankfurter Siedlungstapeten.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

[Marburg oder Frankfurt um 1928]. Tapetenmusterbuch mit 48 Originalmusterblättern und einer Fototafel. Originalleinenband mit Schraubbindung.

Musterbuch mit Tapeten, die Hans Leistikow 1925/26 entworfen hatte, also mehrere Jahre vor den Tapeten aus dem Dessauer Bauhaus. – Die Bildtafel vor den Tapetenmustern mit einer Aufnahme der Siedlung Bruchfeldstraße in Frankfurt-Niederrad. Diese Siedlung wurde 1928 als erste der von Ernst May entworfenen fertiggestellt. – »Ernst May und die »Architekten des Neuen Frankfurt hatten bei der Gestaltung der Innenwände ihrer Siedlungshäuser zwei Möglichkeiten: Sie konnten die Räume entweder anstreichen oder mit Tapeten versehen, ›von denen die einen zu teuer, die anderen zu schlecht und beide meistens unpassend waren‹ kommentierte retrospektiv der Grafiker Hans Leistikow. Nach seinen Farbvorschlägen brachte eine Marburger Tapetenfabrik 1926 eine Serie einfarbiger Normtapeten als ›Frankfurter Siedlungstapeten‹ heraus. Bald darauf erschien die sogenannte Rastertapete, für die die einfarbige Tapete mit einem gleichmäßigen engen Netz in verwandten Farben überdruckt wurde, was großes Aufsehen erregte.« (Webseite der Ernst-May-Gesellschaft). »Leistikows Dessins waren eigens für kleine Räume bestimmt und können als ›Geburtsstunde der modernen, monochromen Tapete‹ gelten« (Hanna Elisabeth Koch, Dissertation Freiburg 2014). – Das Doppel-S-Signet auf dem Musterbuch könnte auf das Frankfurter Einrichtungshaus Schwinn & Starck verweisen, das maßgeblich die neue Innenarchitektur vertrat. – Sehr selten.

15,8 : 22,5 cm. Einband fleckig. – Vorblatt und etwa 15 Musterblätter entfernt, eins zur Hälfte abgerissen.

Vgl. »Das Neue Frankfurt« (Heft 4, 1930, S. 117ff.)

328  Architektur – Wilhelm Riphahn.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Mit einer Einleitung von H[einrich] de Fries. Berlin u. a., Friedrich Ernst Hübsch 1927. Mit 33 Tafeln und einer Textabbildung. Gelber Originalleinenband mit farbiger konstruktivistischer Deckelprägung.

Erste Ausgabe. – Erschienen in der Reihe »Neue Werkkunst«. – Wilhelm Riphahn (1889–1963) war ab 1913 als selbständiger Architekt tätig und wurde als bedeutender Vertreter des »Neuen Bauens« zum einflussreichsten Architekten der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Köln. – Die Tafeln zeigen seine Siedlungsbauten »Mauenheim«, »Grüner Hof« und »Bickendorf« und andere öffentliche und private Bauten, darunter auch Riphahns wohl bekanntestes Bauwerk, »Die Bastei« am Rheinufer.

26,7 : 20,2 cm. [14] Seiten, 33 Tafeln. – Einband leicht angestaubt. – Erste und letzte Seite etwas stockfleckig, ansonsten tadellos.

Jaeger 89 (mit Abbildung 271)

332  Astolat Press – Ralph Waldo Emerson. Friendship.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

London, Astolat Press 1903. Dunkelblauer flexibler Originalwildlederband mit Blindprägung und goldgeprägtem Titel.

Auf Bütten. – Einige Vignetten und zahlreiche Initialen wurden in Rot eingedruckt. – Die 1903 gegründete Presse wurde nach dem legendären Geburtsort von Elaine, »the fair maiden of Astolat« aus der Arthur-Sage Thomas Malorys, benannt. Ransom erwähnt sie eher beiläufig. – Selten.

18,0 : 11,7 cm. [6], 25, [1] Seiten.

Nicht bei Tomkinson

340  Kurt Wolff – Genius.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Zeitschrift für alte und werdende Kunst. Herausgegeben von Hans Mardersteig, Carl Georg Heise und Kurt Pinthus. Jahrgang I–III (alles). München, Kurt Wolff 1919–1921. Mit 16 Originalgraphiken und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen, montiert in den Text oder auf Tafeln. Originalbroschuren mit Rückenschild und jeweils in Originalschutzkartons mit Titelschildern.

»Eine der reichst ausgestatteten und repräsentativsten Zeitschriften des Expressionismus« (Dokumentations-Bibliothek VI, 764). – Hans Mardersteig zeichnete für den Gesamtinhalt verantwortlich, er gewann Emil Preetorius für den Entwurf des Signets und überwachte Satz, Druck und Farbreproduktionen. – Teils unaufgeschnittene Exemplare.

Originalgraphiken:
Jahrgang I: Karl Schmidt-Rottluff. Kopf. Holzschnitt. 1915. – Richard Seewald. Der Hirte. Holzschnitt, schablonenkoloriert. 1918. – Karl Caspar. Johannes auf Patmos. Lithographie. 1918. – Franz Marc. Tierlegende. Holzschnitt. 1912. – Heinrich Nauen. Mutter und Kind. Radierung. 1919. – Ignaz Epper. Mädchenkopf. Lithographie. 1919.
Jahrgang II: Erich Heckel. Mädchenkopf. Holzschnitt. 1913. – Georg Ehrlich. Tröstung. Lithographie. 1920. – Frans Masereel. Business-Man. Holzschnitt. 1920. – Max Kaus. Kopf. Holzschnitt. 1920. – André Rouveyre. Kopf. Holzschnitt. 1920.
Jahrgang III: Edwin Scharff. Die Brüder. Lithographie. 1920. – Alexander Archipenko. Figürliche Komposition. Lithographie. 1920. – Karl Hofer. Das Nest. Lithographie. 1920. – Karl Schmidt-Rottluff. Lesender Mann. Holzschnitt. 1921. – Alexander Kanoldt. Klausen. Lithographie. 1921.

35,3 : 26,8 cm. – Im Schnitt stellenweise minimal stockfleckig. Es fehlen 6 der montierten Abbildungen.

Söhn HDO 120. – Raabe, Zeitschriften 74. – Jentsch 72. – Göbel 419

341  Kurt Wolff. – Verlag der Weißen Bücher – Georg Biermann. Deutsches Barock und Rokoko.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Herausgegeben im Anschluss an die Jahrhundert-Ausstellung Deutscher Kunst 1650–1800 Darmstadt 1914. Band I [und] II. Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1914. Mit insgesamt 32 Heliogravüren und unzähligen Abbildungen. Originalhalblederbände mit Rücken- und Deckelvergoldung.

Mit Textbeiträgen von G. Biermann, A. Feulner, A. Brinckmann und A. Kippenberg über die Malerei, Plastik, Miniatur und Silhouette in Barock und Rokoko.

33,4 : 26,8 cm. LXIX, [3], 385, [1]; XCVIII, [386]–745 Seiten; 32 Tafeln. – Einbände etwas fleckig. Rücken verblasst und berieben.

Göbel 832

342  Kurt Wolff – Ernst Blass. Die Gedichte von Trennung und Licht.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Leipzig, Kurt Wolff 1915. Originalhalblederband, Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Der Frühexpressionist Ernst Blass (1890–1939) publizierte zwei Lyriksammlungen bei Kurt Wolff. – Hübsches Exemplar der selteneren Halbledervariante.

23,3 : 15,6 cm. 45, [3] Seiten.

Göbel 190. – Raabe/Hannich-Bode 31.2

347  Kurt Wolff – Franz Kafka. Das Urteil.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Eine Geschichte für Fräulein Felice B. – In: Arkadia. Ein Jahrbuch für Dichtkunst. Herausgegeben von Max Brod. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Illustrierter Originalpappband.

Erstdruck der Erzählung. – Abgedruckt auf den Seiten 53–65 des Almanachs. – Franz Kafka schrieb die Geschichte im September 1912 in nur einer Nacht. »Mehrmals in dieser Nacht trug ich mein Gewicht auf dem Rücken. […] Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollständigen Öffnung des Leibes und der Seele […] Schon während des Entstehens ist die als Durchbruch zum eigentlichen Schreiben erlebte Geschichte […] für Brods Jahrbuch ›Arkadia‹ bestimmt« (zitiert nach Dietz).

25 : 16 cm.

Göbel 109. – Dietz 20. – Raabe, Zeitschriften 102

348  Kurt Wolff – Franz Kafka. Betrachtung.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000

Leipzig, Ernst Rowohlt 1913. Blaugrüner Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe von Kafkas erster Erzählungssammlung. – Gedruckt in einer Auflage von 800 nummerierten Exemplaren, von denen allerdings 1915 noch mehr als die Hälfte unverkauft war. Diese Restauflage wurde durch ein neues Titelblatt mit dem Verlagsnamen Kurt Wolff zur zweiten Auflage umgearbeitet. – Die auf Kafkas Wunsch hin verwendete ungewöhnlich große Schrift bezeichnet der Dichter selbst Felice gegenüber als »ein wenig übertrieben schön«, in einem Brief an seinen Verleger als »wunderschön«. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt« (Dietz). – Innen sehr schön.

24,0 : 15,8 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Rücken verfärbt und beschabt. Deckelränder gebräunt.

Dietz 17. – Raabe/Hannich-Bode 146.1. – Göbel 91

353  Kurt Wolff – Franz Kafka. Das Schloss.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blauer Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Der zweite Teil der Romantrilogie erschien wieder bei Kurt Wolff. – Wie alle drei posthum erschienenen Romane mit einem Nachwort des Freundes und Herausgebers Max Brod.

19,7 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken verblasst und wie die Deckel leicht stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663

368  Frans Masereel – Romain Rolland. Liluli.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Avec trente deux boix dessinés et gravés par Frans Masereel. Genf, Sablier 1919. Mit 32 Holzschnitten um Text. Petrolfarbener Ecrasélederband, Rückentitel, Stehkantenfileten, Buchschnitt und die breiten, reich verzierten Innenkanten vergoldet (signiert: H. Fikentscher, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 750 Exemplaren auf »Velin volumineux anglais« (Gesamtauflage 800). – Das erste von Masereel illustrierte Buch von Romain Rolland, in einem schönem Handeinband, den Hans Mardersteig wohl selbst in Auftrag gab.

15,7 : 11,5 cm. 149, [3] Seiten. – Rücken verfärbt.

Ritter C a 8. – Monod 9835

373  Kurt Wolff – Die Weißen Bücher – Mynona [Samuel Friedländer]. Rosa, die schöne Schutzmannsfrau.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1913. Originalhalbpergaminband.

Erste Ausgabe des Erstlings von Mynona, der hier mit nicht weniger als 44 Grotesken debütierte. – Sehr schönes Exemplar.

20,7 : 14,4 cm. 202, [6] Seiten. – Voderdeckel oben leicht lichtrandig.

Göbel 826. – Raabe/Hannich-Bode 217.1

374  Kurt Wolff – Joachim Ringelnatz. Kuttel-Daddeldu. – Turngedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

– Mit 25 [bzw.] 17 Zeichnungen von Karl Arnold. München, Kurt Wolff 1923. Mit ganzseitigen Illustrationen. Illustrierte Originalpappbände.

Erste illustrierte Ausgaben dieser beiden wohl bekanntesten Gedichtsammlungen des Dichters.

18,7 : 12,5 cm. [4], 118, [8] bzw. [4], 82, [8] Seiten. – Rücken gebräunt.

Kayser/des Coudres 22 und 21. – Göbel 610 und 611

381  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Georg Trakl. Der Herbst des Einsamen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher des Kurt Wolff Verlages, Band 1. – Eins von 350 Exemplaren. – Gesetzt aus der Petit Kleukens-Antiqua, Handpressendruck von C. H. Kleukens auf Bütten, die Einbände der Reihe entwarf Emil Preetorius. – 1919 gründete Christian Heinrich Kleukens zusammen mit Rudolf G. Binding die »Kleukens-Presse« in Nieder-Ramstadt bei Darmstadt und übernahm bald darauf auch wieder die Leitung der Ernst Ludwig Presse, die der Verleger Kurt Wolff vorübergehend gepachtet hatte. Für ihn wurden innerhalb von drei Jahren die zehn »Stundenbücher« gedruckt. Es finden sich Gedichtbände eigener Autoren (Trakl, Tagore, Jammes, Werfel) neben Texten von Goethe, Eichendorff, Mörike, Hölderlin u. a.

18 :12 cm. [2], 43, [7] Seiten. – Rücken verblasst. Gelenke berieben, vorderes oben angeplatzt.

Stürz 27. – Göbel 506. – Ritzer 1983 2.4. – Raabe/Hannich-Bode 304.5

386  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Franz Werfel. Arien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher, Band 9. – Eins von 350 Exemplaren. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Druck in Rot und Schwarz. – Innen druckfrisch.

18,6 : 12,4 cm. 40, [8] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Stürz 35. – Göbel 587. – Raabe/Hannich-Bode 330.14

387  Kurt Wolff – Pantheon – Fünf Ausgaben des Pantheon Verlages.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Florenz, Pantheon · Casa Editrice und Paris, Pegasus Press 1927–1930. Originalhalblederbände mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

I. Tancred Borenius und E. W. Tristram. Englische Malerei des Mittelalters. Florenz, Pantheon und München, Kurt Wolff 1927. Mit 101 Lichtdrucktafeln. – II. A. Kingsley Porter. Spanish Romanesque Sculpture. 1928. Zwei Bände. Mit zusammen 222 Lichtdrucktafeln. – III. Pietro Toesca. Die florentinische Malerei des Vierzehnten Jahrhunderts. 1929. Mit 119 Lichtdrucktafeln. – IV. Curth H. Weigelt. Die sienesische Malerei des Vierzehnten Jahrhunderts. 1930. Mit 120 Lichtdrucktafeln. – V. Arthur Haseloff. Pre-Romanesque Sculptur in Italy. 1930. Mit 80 Lichtdrucktafeln. – Kurt Wolff entschloss sich 1924 zur Gründung des Kunstverlags »Pantheon« mit Sitz in Florenz. Er verfolgte den Plan, einen neuen Typus des Kunstbuchs zu schaffen. »Sie herauszuheben und im Licht einer gereiften Kunstforschung allen in ihre Sprache aufleuchten zu lassen – das ist das Ziel, um dessentwillen der Verlag international sein will« (Verlagsprospekt). Um einen internationalen Markt zu erreichen, wurden die Editionen auch ins Englische übersetzt. Qualität sollte vor Quantität stehen, gedruckt wurden die großformatigen Bücher von Hans Mardersteig – Kurt Wolffs typographischem Berater – in Verona.

31,5 : 23,5 cm. – Rücken meist verblasst.

Vgl. Göbel 804, 809, 817, 820 und 822

401  Insel Verlag – Emile Verhaeren. Ausgewählte Gedichte. – Drei Dramen. – Stefan Zweig. Emile Verhaeren.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Leipzig, Insel 1910. Drei schwarze Originalkalblederbände mit reicher ornamentaler Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelvignetten und -fileten.

Erste bzw. zweite Auflage (Ausgewählte Gedichte) dieser Nachdichtungen bzw. der Biographie von Stefan Zweig. – Auf festem, glatt gestrichenen Papier. – Entwurf der Einbände von Emil Rudolf Weiß. – Bereits 1904 erschien im Insel-Verlag – übernommen von Schuster und Löffler – eine Ausgabe der Gedichte in der Nachdichtung von Stefan Zweig mit Buchschmuck von Théo van Rysselberghe.

Je 20,0 : 13,0 cm. – Rücken etwas verblasst. – Vortitelblatt der Gedichte mit langem handschriftlichem Eintrag.

Sarkowski 1816, 1817 und 1956. – Klawiter I 80, I 81 und G 284. – Fromm 26226 und 26211

408  Stendhal [Marie-Henri Beyle]. Œuvres complètes.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Pupliées sous la direction d’ Édouard Champion [de l’année 1919: et] Paul Arbelet. 34 tomes. Paris, Librairie Ancienne Honoré Champion 1913–1934. Mit zahlreichen Tafeln und Faksimiles. Dunkelblaue Halbmaroquinbände mit vergoldeten Rückenfileten, zwei braun-goldenen Rückenschildern und Kopfschnittvergoldung.

Erste Gesamtausgabe, mit Anmerkungen und Kommentaren. – Exemplar 128, eins von 100 der dritten Vorzugsausgabe auf holländischem Bütten mit einer zusätzlichen Suite aller Tafeln auf Japon Impérial (Gesamtauflage 1235). – Vor dem Ersten Weltkrieg begonnen und sogleich wieder unterbrochen, erschienen insgesamt 32 Bände mit Werken sowie fünf Bände mit Biographie und Bibliographie. Es fehlen hier die 1938–1940 erschienenen abschließenden drei Bände »Promenades dans Rome«. Jeder Band mit Faksimiles der Titelblätter der Originalausgaben und einigen Bildtafeln und Porträts. – Werke: Vie de Henri Brulard (2), Rome, Naples et Florence (2), La vie de Rossini (2), Le rouge et noir (2), Journal (5), Histoire de la peinture en Italie (2), Racine et Shakespeare (2), Armance (1), De l’amour (2), Lucien Leuwen (4), Vie de Napoléon (1), Mémoires sur Napoléon (1), Mémoires d’un touriste (3). – Supplemente: Adolphe Paupe. La vie littéraire de Stendhal. – Henrio Cordier. Bibliographie Stendhalienne. – Paul Arbelet. La jeunesse de Stendhal (2). – Makellos, inhaltsreich und dekorativ.

22,3 : 14,3 cm, ca. 160 cm »breit«. – Die Rücken der sieben zuletzt erschienenen Bände in minimal abweichendem Blauton, einige andere minimal verblasst.

409  Pierre Bonnard – Longus. Les pastorales ou Daphnis et Chloé.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000

Traduction de J. Amyot. Revue, corrigée […] par P.-L. Courier. Lithographies originales de P. Bonnard. Paris, Ambroise Vollard 1902. Mit 151 Lithographien im Text. Grüner Maroquinband mit Seidenvorsätzen; Rückentitel, Stehkantenfileten und fünffache auf den Innenkanten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: H. Fikentscher, Leipzig 1920). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen – Eins von 200 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen »Daphnis et Chloé«. – Neben »Parallèlement« von Paul Verlaine das zweite große Frühwerk des Künstlers, beide erschienen im Verlag seines Freundes Ambroise Vollard. – Bonnards Lithographien zeichnen sich einmal mehr durch eine besondere Weichheit aus, die meisten füllen großformatig je etwa zwei Drittel der rechten Buchseiten aus. – Insgesamt sehr schönes Exemplar dieses Frühwerks der modernen französischen Buchillustration.

30,0 : 25,2 cm. [2], X, 294, [6] Seiten. – Rücken stark verblasst. – Wie in zwei weiteren Vergleichsexemplaren die Blätter der Lagen 5 und 7 mit stärkeren Verfärbungen.

Garvey 28. – Rauch 22. – Skira 22. – Bouvet 75. – Monod 7262

420  Stanley Morison. Modern Fine Printing.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

An Exhibit of printing issued in England, the United States of America, France, Germany, Italy, Switzerland, Czecho-Slovakia, Holland and Sweden during the Twenteeth Century and with few exceptions since the outbreak of the war. London, Ernest Benn1925. Mit 328 Abbildungen. Originalhalbleinenband mit intarsiertem Deckelschild.

Eins von 650 handschriftlich nummerierten englischen Exemplaren, es erschienen weitere 200 Exemplare in französischer und 150 in deutscher Sprache sowie 15 Vorzugsausgaben. – Gedruckt in der University Press, Cambridge, gesetzt aus einem Nachschnitt der von Aldus Manutius für »Hypnerotomachia Poliphili« entworfenen und verwendeten Antiqua. – Mit Abbildungen von Titeln und Textseiten herausragender internationaler Druckwerke des frühen 20. Jahrhunderts.

48,3 : 35,5 cm. LXIV, [152] Seiten. – Bezugspapier etwas berieben.

421  Die Lehrmeister – Martin Dominique Fertel. La Science pratique de l’Imprimerie.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Contenant des insructions tres-faciles pour se perfectionner dans cet Art. On y trouvera une Description de toutes les Pieces dont une Presse est construite […] Saint-Omer 1723. Mit sechs gefalteten Tafeln und einigen Abbildungen in Kupferstich. Halblederband mit Rückenschild und Marmorpapierbezug.

Erste Ausgabe, im Eigenverlag erschienen. – Martin Dominique Fertel (1684–1752) war Drucker des Bischofs von Saint-Omer. Nach seinem Studium bei Benoît Combe perfektionierte er seine Kunst nicht nur in Frankreich, sondern auch in den Niederlanden, in Savoien und in Italien. Seine wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Herstellung qualitativ hochwertiger Bücher. Er behandelt die Auswahl der Schriften, des geeigneten Formats und gibt Aufschluss über typographischen Methoden und Drucktechniken seiner Zeit. – Die gefalteten Tafeln mit Beispielen von Setzkasten- und Schriftmustern, Titelseiten, Druckerpressen, Alphabeten und Druckproben aus der Druckerei des Verfassers.

25,5 : 20,2 cm. [20], 292, [12] Seiten. – Deckel etwas berieben.

Brunet II, 1237: »la première édition de ce traité, aujourd’hui assez rare«

431  Officina Bodoni – Antonio Cippico. Musa limitaris.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Mailand, Mondadori 1928. Originalpergamentband; Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 115 Exemplaren auf Fabriano Bütten (Gesamtauflage 147). – Gedichte in italienischer Sprache. – Einer der ersten Drucke Mardersteigs in Verona. – Selten und tadellos erhalten.

29,1 : 20,3 cm. 49, [11] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 26

437  Officina Bodoni – [Edward James]. Carmina Amico.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Opus Quintum. Verona 1932. Originalhalbpergamentband mit Kleisterpapierbezug; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren auf Lafumapapier und in Halbpergament gebunden (Gesamtauflage 150). – Sonette von Edward James im englischen Originaltext. – Edward James (1907–1984) erbte in jungen Jahren ein Millionenvermögen. Er studierte Literatur in Oxford, war Poet, Kunstsammler, Mäzen und Landschaftskünstler. Als Anhänger und früher Mäzen der surrealistischen Bewegung unterstützte er den damals noch unbekannten Dalí, ebenso förderte er ab 1937 René Magritte. Salvador Dalí sagte über James, er wäre der einzig wirklich Verrückte im Kreis der Möchtegern-Surrealisten.

25,3 : 16,9 cm. [72] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 39

446  Officina Bodoni – Giosue Carducci. Visioni d’Italia.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Verona 1936. Hellgelber Seidenband in aquarelliertem Pappschuber.

Probeband für ein außergewöhnliches Buchprojekt, das schlussendlich nur in einem Exemplar realisiert wurde. – 1936 druckte Hans Mardersteig anlässlich der Hochzeit von Romualdo Borletti und Luisa Tosi, einem der gesellschaftlichen Höhepunkte im Mailand dieses Jahres, eine Auswahl aus Dichtungen des ersten italienischen Literaturnobelpreisträgers. – Gesetzt aus der Bembo Antiqua und gedruckt auf Pescia-Bütten. – Das Original versah der mit Mardersteig befreundete Gunter Böhmer mit zehn Aquarellen, die hier verständlicherweise nicht vorhanden sind. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

30,0 : 23,1 cm. [8], 37, [3] Seiten.

www.fondazioneboehmer.ch/bibliography

447  Officina Bodoni – [Lorenzo Montano]. San Zeno · Vescovo · Patrono di Verona.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Verona 1937. Mit drei Holzschnitten von Gunter Böhmer, einer davon auf dem Titel. Originalpergamentband mit vergoldetem Deckelsignet, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Unikal gebundenes Verlegerexemplar (einer ohnehin kleinen Auflage) für Hans Mardersteig, mit dessen vergoldeten Initialen auf dem Vorderdeckel (Gesamtauflage 50). – Gedruckt auf Magnani Bütten, gesetzt aus der 16pt Zeno Antiqua. – Die Holzschnitte Böhmers entstanden nach der Statue des Heiligen und den Reliefs seiner Wunder in der veroneser Basilica. – Italienischer Originaltext einer Erzählung von Lorenzo Montano über das Leben und die Wunder des Schutzpatrons von Verona. – »Dieser kleine Druck ist die erste Probe einer Schrift, welche für ein damals geplantes aber später nicht ausgeführtes ›Missale Romanum‹ geschnitten worden ist. […] Der Text wurde auf meine Bitte von Lorenzo Montano geschrieben, […] meine Schrift wurde in der Folge nach dem Namen des Heiligen Zeno genannt. Von diesem Druck an fanden die Handpressen ihre endgültige Aufstellung in meinem Haus.« (Schmoller/Mardersteig, S. 52f).

26,3 : 18,2 cm. 13, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 41. – Rysavi NB 2

450  Officina Bodoni – Giovanni Boccaccio. Il Ninfale Fiesolano.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Con le figure di una perduta edizione fiorentina del Quattrocento ora riuniteda vari libri del Cinquecento e reincise in legno. Verona 1940. Mit 22 Holzschnitten im Text. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 110 Exemplaren. – Der schöne Handpressendruck Mardersteigs vereint den italienischen Originaltext der Dichtung mit den Holzschnitten Fritz Kredels, die dieser nach alten Vorbildern schuf. – Gedruckt auf Magnani-Bütten. – Mit einem Vorwort von Tammaro de Marinis.

27,9 : 20,0 cm. [6], 82, [6] Seiten. – Einige Seiten, erste und letzte stärker, leicht stockfleckig.

Schmoller/Mardersteig 46. – Salter 1.110.1

452  Officina Bodoni – Rainer Maria Rilke. Lettres à une amie Vénetienne.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Verona 1941. Mit einer Titelradierung von Mario Vellani-Marchi. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 420). – Auf unbeschnittenem Magnani-Bütten. – Enthält 34 Briefe Rilkes an Mimi Romanelli und ihren Bruder Pietro, meist in französischer, zwei in deutscher Sprache. – Gesetzt aus der Griffo-Kursiv. – 150 Exemplare erschienen bei Aeschlimann und Hoepli, Mailand, zweihundert bei Johannes Asmus in Leipzig. – Dazu: Lose beigelegtes zweites Titelblatt mit der Radierung und Fotokopien des Originalbriefes von Rilke.

25,4 : 17,3 cm. 83, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 52. – Mises 200

453  Offizina Bodoni – Castello di Monselice.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Raccolta degli antichi libri veneziani figurati. Descritta da Tammaro De Marinis. Verona 1941. Mit Frontispiz, 93 Kupfertafeln, 13 Abbildungen im Text und einem Faksimile. Roter Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Privatdruck. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder (Gesamtauflage 310). – Auf Magnani-Bütten. – Katalog der Sammlung illustrierter venezianischer Bücher des 15. und 16. Jahrhunderts aus dem Castello de Monselice. – Die Faksimiles wurden in Hand-Kupferdruck gefertigt.

32,5 : 25,4 cm. XIV, 406 Seiten. – Ein Bund am Rücken mit kleiner Schabstelle.

Schmoller/Mardersteig 53

469  Officina Bodoni – Giovanni Boccaccio. The Nymphs of Fiesole

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

with the Woodcuts made by Bartolomeo di Giovanni for a lost Quattrocento edition […] Verona 1952. Mit 23 Holzschnitten im Text. Originalhalbpergamentband mit Kleisterpapierbezügen, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 225 Exemplaren auf Fabriano-Bütten. – Gegenüber dem 1940 erschienenen Druck um ein später gefundene Illustration bereichert. – Englische Prosaübersetzung von John Goubourne nach der französischen Übertragung von Antoine Guérin. – Textbearbeitung von R. H. Boothroyd nach dem einzigen erhaltenen Exemplar der Ausgabe, die 1597 in London erschienen ist. – Die Holzschnitte von Bartolomeo di Giovanni, die für viele Boccaccio-Ausgaben als Vorlagen dienten, wurden von Fritz Kredel nachgeschnitten. – Nachwort von Hans Mardersteig mit dem reproduzierten Kupfertitelblatt der Erstausgabe.

28,7 : 19,5 cm. [2], XI, [1], 127, [5] Seiten. – Schuber etwas fleckig. – Schnitt mit wenigen Stockflecken.

Schmoller/Mardersteig 102. – Salter 1.110.2

480  Officina Bodoni – Benedetto Croce. Aesthetica in nuce.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Verona, Vanni Scheiwiller 1966. Mit einem heliogravierten Porträt. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitiel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 200 Exemplaren. – Gedruckt auf Fabriano Bütten, unbeschnitten. – Das Porträtfoto stammt von Herbert List. – Schon 1929 hatte Hans Mardersteig Benedetto Croce gebeten, dessen Essay in der italienischen Originalfassung drucken zu dürfen. Croces amerikanischer Verleger verweigerte aber die Genehmigung. Drei Jahrzehnte vergingen, bis Vanni Scheiwiller zu guter Letzt den Druck anregte.

25,5 : 17,7 cm. 50, [4] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 143

482  Officina Bodoni – Jorge Guillén. Suite italienne.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Verona 1968. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 50 römisch nummerierten Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 105). – Spanischer Originaltext der Gedichte, gedruckt zum 75. Geburtstag des Dichters. – Gesetzt aus der Dante Antiqua und Kursiv.

28,9 : 19,8 cm. 81, [5] Seiten.

Schmoller/Mardersteig 152

503  1912 – Die Liebhaberbibliothek.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

52 (von 54 gezählten) Ausgaben sowie 15 der unnummerierten Folgebände. Weimar, Potsdam und Berlin 1912–1927. Viele illustriert. Meist Originaleinbände, teils mit Schutzumschlag.

Nahezu vollständige Reihe der seit 1912 erschienenen Buchreihe, deren Texte von antiken Autoren über die klassische Literatur bis zur Gegenwartsdichtung reichte. Die meisten Bände wurden von namhaften Buchkünstlern der damaligen Zeit illustriert. Der Verlag edierte verschiedenen Einbandvarianten (Pappe, Leinen, Halbleder) und Gestaltungsvarianten. Lediglich das Buchformat dient als »Bindeglied«. – Es fehlen die Bände 22, 51 und 54, unter Bandnummer 21 erschienen zwei verschiedene Titel (beide vorhanden). – Die Reihe wurde 1926–27 mit unnummerierten Bänden fortgesetzt, auch diese erschienen in verschiedenen Einbänden, hier acht Leder-, vier Halbleder- und sechs Leinenausgaben (Dubletten) sowie drei Broschuren, letztere in einem gemeinsamen Schuber. In diesen Jahren erschienen Texte von Arnold Zweig, Stefan Zweig, Bruno Frank u. a. progressiven Autoren. – Beigaben: 24 »Dubletten« in Auflagen- und Einbandvarianten. – 2012 veranstaltete das Weimarer Stadtmuseum eine Ausstellung »100 Jahre Liebhaberbibliothek«. Der bibliographisch ergiebige Katalog, in dem viele der hier vorliegenden Exemplare abgebildet sind, wird zu vertiefender Beschäftigung mit der Reihe hier beigefügt. – Das neue Buch. Potsdam 1921–24. 19 Titel dieser Reihe. Originale Leder-, Leinen- und Pappbände, teils mehrbändig. Vorwiegend Texte russischer Autoren. – Kiepenbücherei. Neun Ausgaben der Reihe. Berlin 1937–1942. Originalpappbände, einige mit Schutzumschlag. Zwei Dubletten.

Alle Reihen ca. 17 : 12 cmTeils mit Gebrauchs- und Altersspuren, Besitzvermerken und Stempeln.

506  1913 – Börries Freiherr von Münchhausen. Der Hofball.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Eine Ballade für meine Jungens mit Bildern von Hans Alexander Müller. Weimar, Gustav Kiepenheuer [1913]. Mit farbig lithographiertem Titel und neun ganzseitigen Farlithographien. Neuer Leinenband, das Originalbezugspapier mit der farbigen Deckelillustration aufgezogen. – Widmungsexemplar.

Die seltene erste Ausgabe, siehe die vorherige KatNr. – Mit einem originellen eigenhändigen Widmungsgedicht des Verfassers zu seiner »durchaus münchhausenschen Wundergeschichte« auf dem Vorsatzblatt, datiert Januar 1917.

29,6 : 22,0 cm. [20] Seiten. – Bezug fleckig. – Ränder leicht gebräunt und teils leicht stockfleckig.

Stuck-Villa 451. – Slg. Brüggemann I, 563. – Eichhorn/Salter 1.7

507  1913 – Börries Freiherr von Münchhausen. Der Hofball.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Eine Ballade für meine Jungens mit Bildern von Hans Alexander Müller. Weimar [1913]. Mit zehn ganzseitigen Farblithographien, davon eine mit der Titelschrift. Originalpappband mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Seltenes, in kleiner Auflage erschienenes Bilderbuch, wegen zahlreicher Druckfehler und Auslassungen wurde auf Anweisung von Münchhausen fast die gesamte Auflage wieder eingestampft. – »Dieser Beitrag B. von Münchhausens zur Kinder- und Jugendliteratur ist der Jugendliteraturgeschichtsschreibung nicht bekannt« (Brüggemann).

29,6 : 22,0 cm. [20] Seiten. – Rücken beschädigt, Ecken leicht bestoßen. – Ränder leicht fleckig.

Stuck-Villa 451. – Slg. Brüggemann I, 563. – Eichhorn/Salter 1.7

511  1917 – Moritz August von Thümmel. Wilhemine,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

ein prosaisch-komisches Gedicht. Weimar 1917. Mit Gravüren nach den Kupfern und Vignetten von Oeser, Geyer und Stock. Roter Originalecrasélederband mit Vergoldung im Stil der Zeit.

Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten in Ganzleder (Gesamtauflage 500). – Wie auch der Leipziger Insel Verlag einige Jahre zuvor, versuchte sich Gustav Kiepenheuer an Faksimiledrucken deutscher Klassiker. – Dazu: Dasselbe, Exemplar der einfachen Ausgabe in Halbleder. – Anekdoten von Friedrich dem Großen. Herausgegeben von Hans Wahl. Mit 27 Tafeln nach den Kupfern von Chodowiecki. Grüner Originalecrasélederband (Kunstgewerbeschule Weimar). Unnummeriertes Exemplar auf Bütten aber im Einband der 100 Vorzugsexemplare (Gesamtauflage 500). – Christoph Martin Wieland. Die Grazien. Potsdam 1920. Mit Gravüren nach den Kupfern und Vignetten von Oeser. Originalhalblederband mit Vergoldung und im Schuber. Eins von 400 Exemplaren. Auf Bütten. – Michel Jean Sedaine. Der Deserteur. Eine Operette in drey Aufzügen. Potsdam 1921. Mit zwölf Lichtdrucken nach farbigen Handzeichnungen von Daniel Chodowiecki. Originalhalbpergamentband. Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Jacomo Callot. Balli di Sfessania. Mit 24 Heliogravüren nach den Kupferstichen. Potsdam 1921. Mit dem Essay von Victor Manheimer als Beiband. Zwei Originalbroschuren.

Meist ca. 16 : 10 cm. – Hübsch erhaltene Ausgaben.

512  1917 – Ernst Pariser. Das religiöse Element in Brentanos Lyrik. – Aus Feridans poetischem Tagebuch. – Huckele.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Eine Fastenpredigt. Leipzig [und Weimar] 1917. Grauer Originalkalblederband und Originalhalbpergamentband, beide mit goldgeprägten Vignetten und Titeln.

Erste Auflagen, als Privatdrucke bei W. Drugulin in Leipzig gedruckt und [zumindest »Huckele«] durch den Kiepenheuer Verlag zu beziehen. – I. Unnummeriert, wie die 30 Vorzugsexemplare bei E. A. Enders in Ganzleder gebunden. – II und III. Zusammen in einem Band. Keine Auflagenhöhe angegeben. – Alle auf Bütten. – Ernst Pariser (1883–1915, Theologe und Literaturwissenschaftler) war Sohn eines jüdischen Berliner Textilfabrikanten und Privatbankiers und kam 1912 mit Henry van de Velde in Kontakt. Gut bekannt war er mit Rudolf Pannwitz und Rilke, der dem früh gefallenen Ernst Pariser im September 1915 ein leidenschaftliches Gedicht widmete. – Die Texte entstanden 1908 in Heidelberg, »Huckele« ist Karl Vosseler gewidmet. Die Einband- und Titelvignette der Brentano-Ausgabe ist stark von van de Velde inspiriert.

22,6 : 13,6 cm. 140, [4] Seiten; 10, [2]; 47, [1] Seiten. – Lederband leicht berieben fleckig. – I vereinzelt, II etwas häufiger stockfleckig.

513  1917 – Zeitgenössische Erzähler des Auslandes. Sechs Ausgaben der Reihe.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Weimar 1917–1918. Illustrierte Originalpappbände, zwei mit Schutzumschlag, zwei Originalhalbpergamentbände.

I. Otto Rung. Geheime Nächte. – II. Alexej Remisow. Prinzessin Mymra. Mit zwei Lithographien von Robert L. Leonhard. – III. Ernst Didring. Pioniere. Mit vier Lithographien von Walter Klemm. – IV. Laurids Bruun. Aus dem Geschlecht der Byge. Zwei Bände. – V. Fjodor Szologub. Der Kuß des Ungeborenen. – VI. Michail Kusmin. Die grüne Nachtigall. – Während der Erste Weltkrieg Europa verwüstet und die Völker aufeinanderhetzt, verlegt Gustav Kiepenheuer Übersetzungen aus dem Dänischen und Russischen. – Dazu: Zwei Bände der Reihe Erzähler der jungen Zeit (Potsdam 1919): Bruno Goetz. Das Reich ohne Raum. – Upton Sincalir. Jimmie Higgings. 1919. Die Restauflage wurde in den Malik-Verlag übernommen.

20,0 : 13,2 cm.

514  1912–1918 – 40 Werke aus den Jahren 1912 bis 1918.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Auswahl aus dem Konvolut: Robert Schumann. Aphorismen. Hrsg. von E. L. Schellenberg. 1912. Leder. – H. H. Kritzinger. Die Errungenschaften der Astronomie. 1912. – Gustav von Allesch. Die Renaissance in Italien. 1912. – Augusta Weldler-Steinberg. Rahel Varnhagen. Ein Frauenleben in Briefen. 1912. – Wilhelm Bode. Das Leben in Alt-Weimar. Ein Bilderbuch. [1913]. Leder. – Erika von Watzdorf-Bachoff. Das Jahr und neue Gedichte. 1913. Zweite erweiterte Auflage. Widmungsexemplar. – Madame de Staël. Über Deutschland. 1913. Halbleder. – Hans Landsberg. Henriette Herz. Ihr Leben und ihre Zeit. 1913. Leder. – Arabische Nächte. Erzählungen aus Tausend und eine Nacht. Mit 30 farbigen Bildern von Edmund Dulac. 1914. – Eugène Fromentin. Die alten Meister (Belgien – Holland). Übertragen durch Ernst Ludwig Schellenberg. 1914. – Caroline und Dorothea Schlegel in Briefen. Hrsg. von Ernst Wieneke. 1914. – Die wunderlichen Abenteuer des Blaise Gaulard. Mit den Handzeichnungen von Chodowiecki. 1915. – Salomon Gessner. Idyllen. Mit Gessners Kupfern und Vignetten. 1916. Lederband. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Nora Braun. Balladen und Sonette. 1916. – Leonhard Frank. Der Mensch ist gut. [1917]. Broschur. – Anekdoten von Friedrich dem Großen. Mit 27 Kupfern von Daniel Codowiecki. 1917. – Deutsche Politik. Wochenschrift für Welt- und Kultur-Politik. Heft 8, 11, 16 und 19. 1917. – Eckermann. Gespräche mit Goethe. Erster [und] Zweiter Band. 1918. 6.–10. Tausend. – Eine Dublette.

517  1918 – Georg Kaiser. Zwölf Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Weimar, Potsdam und Berlin 1918. Originalhalbpergamentband mit Deckelvignette und elf Originalpappbände und -broschuren, teils nach Entwurf von Georg Salter.

I. Claudius · Friedrich und Anna · Juana. 1918. Eins von 500 Exemplaren, Halbpergament. – II. Kanzlist Krehler. 1922. – III. Noli me tangere. 1922. – IV. Der Geist der Antike. 1923. – V. Gilles und Jeanne. 1923. – VI. Nebeneinander. 1923. – VII. Der Präsident. 1927. – VIII. Die Lederköpfe. 1928. – IX. Oktobertag. 1928. – X. Hellseherei. 1929. – XI. Mississippi. 1930. – XII. Der Silbersee. 1933. – Dazu: Gesammelte Werke I (von 3), Georg Kaiser zum 50. Geburtstag (1928) sowie acht Werke in Nachauflagen, darunter ein Widmungsexemplar (Die Bürger von Calais, 1926). – Eine Beigabe.

Raabe/Hannich-Bode 147.15, 26, 27, 29–31, 36, 39–42, 45 und 67

518  1919 – Der dramatische Wille.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Hefte 1–7 und 10 von insgesamt elf erschienenen. Potsdam 1919–1921. Gelbe Originalbroschuren mit Titelschild, fünf mit Originalschutzumschlag.

I. Ludwig Rubiner. Die Gewaltlosen. 1919. – II. Georg Kaiser. Hölle, Weg, Erde. 1919. – III. Ernst Toller. Die Wandlung. 1920. – IV. Eduard Trautner. Haft. 1920. – V. Iwan Goll. Die Unsterblichen. 1920. – VI. André Gide. Bathseba. Deutsch von Franz Blei. 1920. – VII. Hans Ganz. Der Lehrling. 1920. – X. Eduard Trautner. Nacht. 1921. – Heft 3 in dritter, sonst in erster Auflage. – Sammlung expressionistischer Theaterstücke. »Das Drama ist der geistige Ausdruck unserer Zeit. Der heutige Mensch liest das Drama, wie man gestern noch die Erzählung las, als fesselndes, einfaches Buch.« (Verlagswerbung).

Hefte 18,5 : 11,8 cm. 1, 2, 4, 6 und 7 mit Schutzumschlag. – Titelblätter rückseitig mit Stempel Hauptarchiv der NSDAP (Heft 4 und 6), Heft 5 mit dem des Leo Back Institutes New York. Vortitelblatt von Heft 1 entfernt.

Raabe 162

519  1919–1920 – Vier Ausgaben französischer Dichter.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Potsdam 1919–1920. Originaleinbände mit Rückenvergoldung.

I. Gustave Flaubert. Tagebücher. Gesamtausgabe in drei Bänden. Einzige autorisierte deutsche Gesamtausgabe, aus dem Nachlaß hrsg. von E. W. Fischer. Potsdam 1919-20. Halbleder. Einbandgestaltung von E. R. Weiss. – II. Jean Jacques Rousseau. Emil oder über die Erziehung. – III. Jean Jacques Rousseau. Die neue Heloise. – Potsdam 1919/1920. Zusammenfasst herausgegeben und mit Vorwort von Stefan Zweig bzw. Felix Braun. Mit Tafeln nach den Kupfern von Moreau le Jeune. Halbpergamentbände. Eins von 400 bzw. 1000 Exemplaren (Gesamt 500 bzw. 1200). – IV. Voltaire. Die Romane und Erzählungen. Vollständige Ausgabe [in zwei Bänden] mit Kupferstichen von Moreau le Jeune. Potsdam 1919. Halbpergamentbände. – Dazu: Diderot. Die Romane und Erzählungen [in drei Bänden]. Potsdam 1920. Private grüne Japanpapier-Pappbände. – Sechs weitere Werke von Flaubert, Voltaire und Zola als Beigabe.

Fromm 9266, 22755, 22783 und 26881 sowie 7239

520  1919–1921 – 18 Werke aus den Jahren 1919 bis 1921.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Potsdam 1919–1921. Originaleinbände.

Auswahl aus dem Konvolut: Gustave Flaubert, Tagebücher. Drei Bände. 1919. – Kameraden der Menschheit. Dichtungen zur Weltrevolution. Herausgegeben von Ludwig Rubiner. 1919. Friedrich Hölderlin. Elegien. 1920. – Paul Gaugin. Briefe an Georges-Daniel de Monfred. 1920. – Alt-Berliner Humor um 1830. Eins von 100 Exemplaren im Seideneinband mit handkolorierter Deckelvignette. [1920]. – E. T. A. Hoffmann. Die Königsbraut. [Um 1920]. – Max Hochdorf. Die Deutsche Bühnengenossenschaft. Fünfzig Jahre Geschichte. 1921. – Drei Beigaben.

525  1924 – Carl Meyer. Sylvester.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Ein Lichtspiel. Potsdam 1924. Mit zwölf Bildtafeln. Originalbroschur.

Das Drehbuch – Eine Sammlung ausgewählter Film-Manuskripte, Band 1 (mehr nicht erschienen). – Dieses erste gedruckte Filmmanuskript erschien zur Aufführung des Rexfilms, Regie Lupu Pick. – Mit Szenenfotos und Entwürfen und einer Einleitung des Herausgebers Ernst Anel. – Carl Mayer (1894–1944) verfasste viele Drehbücher, u. a. zu den Filmklassikern »Das Cabinet des Dr. Caligari« (zusammen mit Hans Janowitz) und Murnaus »Der letzte Mann« und »Sonnenaufgang«.

22,3 : 18,5 cm. 96 Seiten, 12 Tafeln. Umschlag bestoßen und geknickt, kleine Ein- und Ausrisse.

Berger 243. – Rössler, Filmfieber S. 175

532  1925 – Europa Almanach.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Herausgeber: Carl Einstein [und] Paul Westheim. Potsdam [1925]. Mit 164 Abbildungen und einer Musikbeilage (Feiningers »Fuge VI«). Farbig illustrierte Originalbroschur.

»Eigentlich ein Verlagsalmanach, tätsächlich eine Anthologie der modernen europäischen Künste. Mit wichtigen Texten von Malern, Architekten, Dichtern usw. sowie Abbildungen nach fast jedem bedeutenden Künstler der Moderne« (Jürgen Holstein), »ausserdem nicht unwichtige Nebenbemerkungen«. – Die berühmte Umschlagillustration entwarf Fernand Léger, den Titel Kurt Siebert. – Das Verzeichnis der Mitarbeiter in Wort und Bild liest sich wie ein »Who-is-who« der Moderne, so dass wir auf beispielhafte Aufzählungen verzichten. – Hinterdeckel mit der Leibniz-Keksfabrik-Werbeanzeige von Kurt Schwitters und Martel Schwichtenberg.

23,2 : 15,3 cm. 282, [14] Seiten, 4 Faksimileblätter. – Etwas bestoßen, Ecken leicht geknickt, hinten unten mit Eckverlust. – Obere Ecken leicht geknickt, Schnitt etwas stockfleckig.

Holstein 35 (mit ganzseitiger Abbildung)

533  1925 – Jakob Haringer. Die Dichtungen.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Der erste [und einzige] Band. Potsdam 1925. Mit einem Porträt. Blauer Originalleinenband mit rot geprägten Titeln.

Erste Ausgabe. – Ein geplanter zweiter Band dieser Werkausgabe ist nie erschienen. Das Fragment blieb die einzige Veröffentlichung des Außenseiters Haringer im Kiepenheuer Verlag. Lediglich die Restbestände von zwei zuvor im Eigenverlag erschienenen Ausgaben wurden zeitgleich übernommen. – Mit dem seltenen Beilageheft Alfred Döblin. Einen Gruß für Jakob Haringer als Vorrede zu seinen Dichtungen.

20,7 : 14,2 cm. 244, [4]; 8 Seiten. – Vereinzelt leicht fleckig.

Raabe/Hannich-Bode 104.27

534  1925 – Hugo Jacobi. Die Ahnenden.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Gedichte. Potsdam 1925 [1926]. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vortitelblatt mit langer eigenhändiger Widmung des Dichters für den Reichskunstwart Edwin Redslob und dessen Ehefrau Charlotte, beiliegend eine eigenhändige Ansichtskarte aus Paris von Jacobi an das Ehepaar Redslob (Juni 1927). – Dazu: Hugo Jacobi. Nefretete. Gedichte. Berlin 1933. Originalleinenband. – Der hauptberufliche Jurist und Regierungsrat Hugo Jacobi (1882–1954) hinterließ ein schmales lyrisches Œuvre: Ein Gedichtband entstand während seiner Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg, gefolgt von den beiden hier vorliegenden Bänden bei Kiepenheuer. Nach seiner Emigration in die USA und die Schweiz erschien 1951 ein letzte Sammlung zu Lebzeiten. Der Dichter stiftete im Testament den Hugo-Jacobi-Preis für »junge, um Stil und Existenz ringende Dichter«.

24,1 : 16,2 cm.45, [3] Seiten. – Leicht angestaubt.

Berger 511 und 518

535  1922–1926 – 33 Werke aus den Jahren 1922 bis 1926.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Potsdam 1922–1926. Originaleinbände.

Auswahl aus dem Konvolut: Ernst Toller. Masse-Mensch. Ein Stück aus der Sozialen Revolution des 20. Jahrhunderts. 1922. – Upton Sinclair. Der Liebe Pilgerfahrt. 1922. – Max Glass. Don Juans Puppen. 1923. Einband von Otto Dorfner. – Tagebücher der Henker von Paris. 1685 bis 1847 von Henry Sanson. Zwei Bände. 1923. – Hermann Kasack. Vincent. Ein Schauspiel in fünf Akten. 1924. – Bernhard Shaw. Künstlerlieber. 1924. – Boccaccio. Von den fürnembsten Weibern. 1924. – Karin Michaelis. Das Mädchen mit den Scherben. 1925. – Carl Sternheim. Oskar Wilde. Sein Drama. 1925. Broschur. – Walter Mehring. Neubestelltes Abenteuerliches Tierhaus. 1925. – H. G. Wells. Die Geschichte einer Ehe. 1925. – O. Henry. Bluff. Kurzgeschichten. 1926. – Paul Cohen-Portheim. Der Geist Frankreichs und Europa. 1926.

536  1926 – Hans Kayser. Orpheus.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Vom Klang der Welt. Morphologische Fragmente einer allgemeinen Harmonik. Einleitung. Potsdam 1926. Originalpappband.

Titelauflage der Einleitung. – Auf Bütten gedruckt. – Das Werk erschien 1924 im Verlag Kunst und Technik, blieb aber nach nur einer Lieferung unvollendet. Gustav Kiepenheuer übernahm die Restbestände und druckte ein neues Titelblatt. Hier die wichtige Einleitung als Separatausgabe. – MGG VII 765 f.: »Er [Kayser] baut die Lehre von der Weltharmonie auf akustisch-musikalischer Basis unter Hinzunahme neuzeitlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse neu auf […] Die Aufdeckung kosmischer Normen, die auf dem Weg der musikalischen Klänge dem Gefühl zugänglich gemacht werden können, hat der Harmonik die populäre Bezeichnung als ›Lehre vom Klang der Welt‹ eingebracht.«. – Der beeindruckende Versuch einer Neubegründung der Harmonik des Schülers von Humperdinck und Schönberg.

46,8 : 30,8 cm. [8], XXVII, [1] Seiten.

Berger 300

537  1927 – Zehn Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 70

Originaleinbände, einer mit Schutzumschlag.

I. Frank Thiess. Frauenraub. Roman. EA. – II. Hermann Kesten. Josef sucht die Freiheit. Roman. EA. – III. Jacob Paludan. Die Felder reifen. Roman. – IV. Werner Johannes Guggenheim. Das Reich. Tragödie in drei Akten. – V. Werner Johannes Guggenheim. Die Frau mit der Maske. Komödie in drei Akten. – VI. Werner Johannes Guggenheim. Das Dorf Sanct Justen. Schauspiel aus den Bergen in drei Akten. – VII. Constantin Brunner. Die Lehre von den Geistigen und vom Volk. erster [und] Zweiter Halbband. Zweite Auflage. – VIII. Earl Derr Biggers. Das Haus ohne Schlüssel. Roman. – IX. Karin Michaelis. Das Geheimnis. Roman. EA. – X. Karin Michaelis. Die Perlenkette. EA. – Zwei Dubletten als Beigabe.

538  1925 – Arnold Zweig. Sechs Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Potsdam und Berlin 1925–1932. Originaleinbände, eine illustrierte Originalbroschur.

I. Lessing. Kleist. Büchner. Drei Versuche. 1925.– II. Die Umkehr. Schauspiel in fünf Akten. 1927. – III. Caliban oder Politik und Leidenschaft. 1927. – IV. Der Streit um den Sergeanten Grischa. Roman. 1928. – V. Pont und Anna. 1928. – VI. De Vriendt kehrt heim. Roman. 1932. Originalbroschur. – Dazu: Dublette von VI in Originalleinenband.

Raabe/Hannich-Bode 347.17, 14 Anmerkung, 20, 21, 22 und 31

543  1929 – Hans Henny Jahnn. Perrudja.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Roman. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1929. Originalleinenbände mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Gedruckt im Auftrag der Lichtwark-Stiftung, Hamburg. – Mit »Perrudja« gelang Jahnn der endgültige Durchbruch in die Moderne. Ein in Aussicht gestelltes »zweites Buch, […] von den späten Monaten des Lebens dieses Perrudja« erschien nicht, denn 1933 brach Jahnn diese Fortsetzung zugunsten von »Fluß ohne Ufer« ab.

22,5 : 15,5 cm. 431, [1] Seiten; 436, [4] Seiten. –.

Raabe/Hannich-Bode 135.7. – Meyer 32

547  1932 – Bertolt Brecht. Die drei Soldaten.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Ein Kinderbuch mit Zeichnungen von George Grosz. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1932. Mit 25 Illustrationen, davon 16 blattgroß. Originalbroschur.

Erste Ausgabe, sowohl des Textes als auch der Grosz-Zeichnungen. Dessen drastische Darstellungen wollte wohl selbst Brecht den Erwachsenen vorbehalten: »Das Buch soll, vorgelesen, den Kindern Anlaß zu Fragen geben.« (Vortitel). – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Kurz nach Erscheinen von den Nazis beschlagnahmt und vernichtet, entsprechend selten. – Hier als Teil folgender Reihe: Bertolt Brecht. Versuche Hefte 1–6 und 9–14 sowie ein Sonderheft. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930–32, und Berlin, Aufbau 1951-60. Originalbroschuren. Versuche 1 und 12 in zweiter, das Sonderheft in fünfter, die übrigen in erster Auflage. Es fehlen Heft 7 (weitgehend vernichtet), Heft 8 (nicht erschienen) und das abschließende Heft 15. Die Nachkriegsausgaben erschienen im Suhrkamp Verlag und zeitlich versetzt im Aufbau Verlag, die Redaktion lag bei Elisabeth Hauptmann. Nach Brechts Tod wurde die Reihe 1957 eingestellt. Mehrere Hefte mit Abbildungen von Bühnenbildern und Aufführungen. – Dazu: Nachdruck-Sammelbände der Hefte 1–8 (Aufbau) sowie drei Ausgaben des Suhrkamp Verlags.

24,0 : 16,2 cm. 59, [1] Seiten. – Umschlagrücken mit Fehlstellen, Ränder leicht gebräunt. – Obere Ecken leicht geknickt. – Die übrigen Hefte teils mit Gebrauchsspuren.

Lang, Grosz 62. – Stuck-Villa II, 195. – Versuche: Seidel 6.1–6.6 und 8.9–14 und 8.16

549  1932–1933 – Zehn Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Originalleinenbände, drei davon mit Schutzumschlag.

I. Essad Bey. Mohammed. Eine Biographie. 1932. – II. Hans Reimann. Quartett zu dritt. Alles andere als ein Roman. 1932. – III. Hans Stock. Das Erbe des Kapitäns. Roman. 1932. – IV. Ludwig Tügel. Die Treue. Erzählung. 1932. – V. Alexander Lernet-Holenia. Ljuba’s Zobel. Roman. 1932. – VI. Essad Bey. Stalin. 1932. – VII. Hermann Kesten. Der Scharlatan. Roman. 1932. – VIII. Alexander Lernet-Holenia. Jo und der Herr zu Pferde. 1933. – IX. Heinar Schilling. Weltgeschichte. 1933. – X. Frank Thiess. Frauenraub. Roman. 1933. 35.–65. Tausend. – Bei II, III und IV Einbände nach Entwurf von Georg Salter. – Eine Dublette. – Zwei Beigaben.

Holstein, Salter 196, 265, 280 und 281 (I bis IV)

555  1930 – Acht Werke mit Einband- und Umschlaggestaltung von Georg Salter.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Potsdam 1930.

I. Constantin Brunner. Von den Pflichten der Juden und von den Pflichten des Staates. – II. Lion Feuchtwanger. Die hässliche Herzogin Margarethe Maultasch. Roman. 131.–150. Tausend. – III. Willy Haas. Gestalten der Zeit. Broschur. – IV. Heinrich Mann. Die große Sache. Roman. – V. François Villon. Balladen. Broschur. – VI. A. M. Frey. Das abenteuerliche Dasein. Ein biographischer Musterroman. – VII. Ernst Glaeser. Frieden. – VIII. Karin Michaelis. Herr und Mädchen. Roman. EA. – Alle gut erhalten, Umschlag VIII geknittert.

Bei IV lediglich der vordere Teil des Schutzumschlags vorhanden.

Holstein, Salter 7, 35, 48, 100, 165, 208 und 209

566  S. Fischer Verlag – 15 Werke mit von Georg Salter gestalteten Leinenbänden.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Berlin 1930–1932.

Auswahl aus dem Konvolut: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. 1930. – Alfred Döblin. Giganten. 1932. – John Dos Passos. Auf den Trümmern. 1930. – John Dos Passos. Der 42. Breitengrad. 1932. – Leo Trotzki. Mein Leben. 1930. – Leo Trotzki. Geschichte der russischen Revolution. Februarrevolution. 1931. – Carlo Sforza. Gestalten und Gestalter des heutigen Europa. 1931. – Carlo Sforza. Europäische Diktaturen. 1932. – Dazu: Sieben Originalbroschuren, illustriert und gestaltet von Georg Salter: John Dos Passos. Der 42. Breitengrad. 1930. – Helen Zenna Smith. Mrs. Biest pfeift. 1930. – Jules Romains. Kumpane. 1930. – Jules Romains. Jemand stirbt. 1932. – Joseph Conrad. Die Rettung. 1931. – Joseph Conrad. Das Herz der Finsternis. 1933. – Fischer-Almanach 1932. – Eine Beigabe.

Meist gut erhalten, der Broschurumschlag von Dos Passos’ »Der 42. Breitengrad« (Holstein 27) leider beschädigt.

Holstein 24, 26, 29, vgl. 28, 158, 159, 141 und 274 sowie dazu: 27, 147, 130, 131, 18, 192 und 1

567  Piper, Universitas und weitere Verlage – 20 Werke mit Einband- und Schutzumschlaggestaltung von Georg Salter.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

München u. a. 1926–1933. 21 Originaleinbände und -broschuren.

Piper Verlag München (Originalleinenbände): André Maurois. Die Gespräche des Doktors O’Grady. 1929. Schutzumschlag. – Joseph Kessel. Die Gefangenen. 1930. – Ernst Penzoldt. Die Portugalesische Schlacht. 1930. – Edmond Fleg. Salomo. 1930. – Aldous Huxley. Das Lächeln der Gioconda. 1931. – Panait Istrati. Tage der Jugend. 1931. Schutzumschlag. – Michael Arlen. Zugvögel. 1932. – Universitas Berlin: Jack London. König Alkohol. 1926. Originalleinen mit Schutzumschlag. – Jack London. Meuterei auf der Elsinore. 1932. Illustrierte Originalbroschur. – Panteleimon Romanow. Drei Paar Seidenstrümpfe. 1932. Illustrierte Originalbroschur. – Reclam Leipzig: Deutscher Almanach für das Jahr 1932 [und] 1933. Leipzig 1931 und 1932. Illustrierte Originalbroschuren. – Grote Berlin (Originalleinenbände mit Schutzumschlag): Wilhelm Raabe. Die Chronik der Sperlingsgasse. – Julius Stinde. Die Familie Buchholz. 1933. Zwei Bände. Mit zwölf Farbtafeln von Salter. – Rudolf Herzog. Die Wiskottens. Knaur 1932. Originalleinenband, Vorderdeckel und Vorsätze mit farbigen Illustrationen von Salter. – Iwan Lukasch. Moskau in Flammen. Berlin, Dietrich Reimer 1932. Illustrierte Originalbroschur. – Acht weitere.

568  Thomas Mann. Stories of Three Decades. – The Transposed Heads. – The Holy Sinner.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

– Translated by H. T. Lowe-Porter. New York, Alfred A. Knopf 1936, 1941 und 1951. Zwei Originalleinenbände mit -schutzumschlag, eine illustrierte Originalbroschur, alle nach Entwurf bzw. illustriert von Georg Salter.

Erste amerikanische Ausgaben der Erzählungssammlung mit einem Vorwort des Verfassers und von »Die vertauschten Köpfe« und »Der Erwählte«, diese beiden kurz nach den deutschen Originalausgaben. – Dazu: Joseph and his Brothers. The complete work […] in one volume. Translated by H. T. Lowe-Porter. New York, Knopf 1963. Originalleinenband mit farbig illustriertem Schutzumschlag von Georg Salter. Nachdruckausgabe.

Broschur tadellos, Umschlag von II minimal bestoßen, der der Beigabe mit leichten Läsuren.

Potempa II, T 297, 360.1 und 333.1 sowie 297. – Holstein A 9 und A 10

569  Amerikanische Verlage und Autoren – Zwölf Werke mit Schutzumschlägen von Georg Salter.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

New York, Abraham A. Knopf, u. a. 1936–1966. Zwei Originalhalbleinen- sonst Originalleinenbände, meist illustriert, alle mit farbig illustriertem Originalschutzumschlag, Einbände und Umschläge nach Entwürfen von Georg Salter.

I. Arnold Zweig. Education before Verdun. Translated by Eric Sutton. New York, Viking Press 1936. – II. Julian R. Meade. Adam’s Profession and its Conquest by Eve. New York, Longmans 1936. – III. Nikolai Gubsky. Andry Dust. An Autobiography. New York, Oxford University Press 1937. – IV. Alfred Neumann. Six of them. Translated by Anatol Murad. New York, Macmillan 1945. – V. Rumer Godden. A Breath of Air. New York, Viking Press 1951. Originalhalbleinenband. – VI. Jon and Rumer Godden. Two under the Indian Sun. New York 1966. Originalhalbleinenband. – VII. John Hersey. A Single Pepple. New York 1956. – VIII. Robert Nathan. The Rancho of the Little Loves. 1956. Auch von Salter illustriert. – IX. Heimito von Doderer. The Demons. Translated von Richard and Clara Winston. 1961. Zwei Bände. – X. Heimito von Doderer. Every Man a Murderer. Translated von Richard and Clara Winston. 1964. – XI. Joseph Breitbach. Report on Bruno. Translated by Michael Bullock. 1964. – XII. Erich Maria Remarque. The Night of Lisbon. Translated by Ralpg Manheim. New York, Harcourt, Brace & World 1964. – Erste Ausgaben bzw. erste amerikanische Ausgaben. – Sieben Beigaben. – Mit kleinen Einschränkungen (siehe unten) gut und sehr gut erhalten und auf dem deutschen Markt recht selten.

Umschlag von I ohne Einschlaglaschen, II und IV mit Läsuren, II und X (nur an den Rücken) gebräunt.

570  Fritz Kredel und Georg Salter – Drei Ausgaben des Limited Edition Club

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

mit kolorierten Illustrationen von Fritz Kredel. New York 1952–1962. Mit zahlreichen kolorierten Illustrationen, nach Federzeichnungen, davon je eine als Titelvignette. Zwei Originalhalbleder- und ein Originalhalbleinenband, alle im -schuber.

Je eins von 1500 nummerierten Exemplaren. Im Druckvermerk von Fritz Kredel signiert. Typographie und Buchgestaltung stammen von Georg Salter. – I. Rudolph Raspe and others. The Singular Adventures of Baron Munchhausen. 1952. 30 Illustrationen. – II. Heinrich Heine. Poems. Selected and translated, with an Introduction, by Louis Untermeyer. 1957. 34 Illustrationen. – III. Mark Twain. The Innocents Abroad or The New Pilgrim’s Progress […] With an Introduction by Edward Wagenknecht. 1962. 59 Illustrationen. Halbleinen. – Dazu: The Book of Ballads. Selected and edited by MacEdward Leach. Heritage Press 1967. Titelvignette und 38 Textholzschnitte, in Gelb und Braun getönt. Buchhandelsausgabe, nur die 1500 Exemplare für den Limited Edition Club wurden handkoloriert. – Die kolorierten feinen Federzeichnungen Kredels, die Salter gekonnt in seine großzügige Typographie einbaute, begeistern noch heute den Betrachter.

24,5 : 16,5–17,5 cm. Gelenke von I etwas brüchig, Kapitale von II berieben, sonst sehr schön.

Salter 1.216.1, 1.260.1, 1.310.1 und 1.344.2

571  Jürgen Holstein. Blickfang.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Bucheinbände und Schutzumschläge Berliner Verlage 1919–1933. 1000 Beispiele, illustriert und dokumentiert. Berlin, Jürgen Holstein 2005. Originalleinenband mit geprägten Titeln und illustriertem -schutzumschlag.

Originalausgabe, in kleiner Auflage erschienen. – Mit einem Vorwort von Christoph Stölzl und 16 Textbeiträgen von Peter Nils Dorén, Frank Hermann, Roland Jaeger, Wolfgang Kaiser u. a.; die Nachdruckausgabe im Taschenverlag enthält nur noch drei dieser Essays. – Dazu: Jürgen Holstein. Georg Salter. Bucheinbände und Schutzumschläge aus Berliner Zeit 1922–1934. Berlin [2003]. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Farbige Originalbroschur. – Die Standardmonographie zu Salters Werk. Mit einer Auswahlbibliographie zur Buchumschlag-Literatur und einem Beitrag von Peter Nils Dorén zur Typographie Salters. – Beide tadellos erhalten.

28 : 26 cm. 517, [3] Seiten. – 28,0 : 23,0 cm. 154, [2] Seiten.

575  Peter Weiss. Från ö till ö.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

(schwedisch: Von Insel zu Insel). Stockholm, Albert Bonniers 1947. Mit vier Textillustrationen des Verfassers. Originalbroschur mit Deckelvignette.

Erste Ausgabe des Erstlings. – Peter Weiss (1916–1982) emigrierte während der Zeit des Nationalsozialismus und lebte seit 1940 in Stockholm. Dort arbeitete er als Maler, Graphiker und Schriftsteller, künstlerischer Erfolg blieb ihm in Schweden jedoch versagt. Erst mit den Publikationen Anfang der 1960er Jahre in Deutschland (»Der Schatten des Körpers des Kutschers«, »Abschied von den Eltern« und »Fluchtpunkt«) erlangte er internationale Bedeutung. – Unaufgeschnittenes tadelloses Exemplar, sehr selten.

19,5 : 13,0 cm. 80, [4] Seiten.

581  Buchwesen – Tammaro De Marinis. La legature artistica in Italia nei secoli XV e XVI.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Notizie e elenchi. Volume I [–] III. Florenz, Fratelli Alinari 1960. Mit zahlreichen, teils farbigen Tafeln und Abbildungen. Blaue Originalhalblederbände, alle im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Bütten. – I. Napoli. Roma. Urbino. Firenze. – II. Bologna. Cesena. Ferrara. Venezia. – III. Verona. Milano e Pavia. Genova. Bergamo. Perugia. – Die wichtige bibliographische Arbeit Tammaro De Marinis liefert eine breite und wissenschaftliche Grundlage für das Studium der italienischen Einbandkunst. Es enthält die Beschreibungen von über 3000 Einbänden, die zwischen 1450 und 1550 angefertigt wurden, eine Vielzahl davon hat der Autor selbst begutachtet. Die beschriebenen Einbände sind nach Städten oder Typen (Griechische Bindungen, Medaillon- und Plaquette-Bindungen, architektonische Dekore, Antiphonarien usw.) klassifiziert. – »Tammaro De Marinis war der bei weitem bedeutendste Bibliograph und ein Antiquar und Bibliophile fürstlichen Stils« (Schmoller/Mardersteig, S. XLV).

35,5 : 26,5 cm. – Rücken etwas verblasst.

582  Heinz Wegehaupt. Alte Deutsche Kinderbücher.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Band I [bis] IV. Berlin, Kinderbuchverlag, und Stuttgart, Dr. Ernst Hauswedell 1979–2003. Mit unzähligen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenbände, zwei mit illustriertem Schutzumschlag.

Band I und II (1507–1850 und 1851–1900) erschienen noch zu DDR-Zeiten als Bestandsverzeichnis der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Deutschen Staatsbibliothek zu Berlin. Die Folgebände verzeichen für denselben Berichtszeitraum Bücher (Band III) bzw. Jugendzeitschriften, Almanache und Jahrbücher (Band IV) in Bibliotheken und einigen Privatsammlungen der neuen Bundesländer. – Dazu drei weitere Kinderbuch-Bibliographien: Arthur Rümann. Alte Deutsche Kinderbücher. Wien u. a. 1937. – Kunze/Wegehaupt. Spiegel proletarischer Kinder- und Jugendliteratur 1870–1936. Berlin 1985. – Johanna Monschein. Kinder- und Jugendbücher der Aufklärung. Aus der Sammlung Kaiser Franz’ I. von Österreich. Salzburg und Wien 1994.

585  Faksimiles – [Biblia latina]

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Johannes Gutenbergs Zweiundvierzigzeilige Bibel. Herausgegeben von Wieland Schmidt und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller. Zweibändiges Faksimile und Kommentarband. München, Idion 1977 bis 1979. Originalkalblederbände mit Blindprägung, jeder im Schuber, und Originalleinenband.

Eins von 895 Exemplaren (Gesamtauflage 955). – Vollfaksimile-Ausgabe der Gutenberg-Bibel. – Als Vorlage diente das Pergamentexemplar der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin, die Tabula Rubricarum wurden nach dem Exemplar der Bayerischen Staatsbiblithek München faksimiliert. Ein Teil der Auflage wurde von der Buchbinderei Ernst Ammering in Ried/Österreich nach Vorlage eines um 1460 entstandenen Einbandes des Erfurter »Meisters mit dem Lautenspieler und dem Knoten« gebunden, das Original befindet sich in der Hessischen Landesbibliothek Fulda. – Der Kommentarband mit Beiträgen von Severin Corsten, Ilona Hubay, Eberhard König, Otto Mazahl, P. Robert Weber O.S.B. und einem Vorwort von Ekkehart Vesper.

47,5 : 33,5 cm. – Rücken verblasst und mit etwas Patina und winzigen Schabspuren.

587  Faksimiles – Der Darmstädter Hitda-Codex.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Bilder und Zierseiten aus der Handschrift 1640 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek. Mit Erläuterungen von Peter Bloch und einem Vorwort von Erich Zimmermann. Berlin, Propyläen 1968. Mit 58 farbigen Faksimilie-Tafeln. Originalhalblederband mit Blindprägung und vergoldetem Rückentitel (Willy Pingel, Heidelberg). Im Schuber.

Eins von 450 Exemplaren. – Buchkünstlerische Leitung von Gotthard de Beauclair. – Die Wiedergabe der 58 Miniaturen, Text- und Schrifttafeln erfolgte in Originalgröße. – Der Hitda-Codex, ein Evangeliar, benannt nach der Stifterin, Äbtissin Hitda, entstand um das Jahr 1000 in Köln.

41,0 : 31,0 cm. – Rücken leicht verblasst.

590  Faksimiles – Das Evangeliar Otto III.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

CLM 4453 der Bayerischen Staatsbibliothek München. Faksimile und Kommentarband. Frankfurt a. M., S. Fischer u. a. 1978. Mit 51 farbigen und teils in Gold gedruckten Abbildungen. Originalholzdeckellederband mit Blindprägung und Originalhalblederband, beide jeweils in -schuber.

Eins von 850 Exemplaren. – Die im 11. Jahrhundert entstandene Handschrift ist reich illustriert mit zwölf Kanontafeln, vier Evangelistenbildern, vier Zierseiten, 29 Bildtafeln zum Neuen Testament und dem doppelblattgroßen Bildnis von Otto III., dem sogenannten »Kaiserbild«: »Das erste Bild der Handschrift ist zugleich auch ihr berühmtestes: die Darstellung des thronenden Herrschers, dem die Provinzen seines Reiches huldigend ihre Gaben bringen« (Kommentarband). – Der Begleitband enthält die Erläuterungen von Fridolin Dressler, Florentine Mütherich und Helmut Beumann sowie die Transkription und Übersetzung der Evangelien.

35,0 : 26,0 cm. 276 Faksimileblätter. – Rücken leicht verfärbt.

595  Faksimiles – Rare and Ancient Tibetian Texts, collected in Tibetian Regions Series.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Drei Faksimiles in Kassette. Peking, Sichuan Nationalities Publishing House und Guangming Daily Press 2015. Durchgehend farbig faksimiliert. Drei reich illustrierte Originalleinenbände in -schuber.

I. Dpal yang dag par sbyor ba’i rgyud kyi rgyal po’i rgya cher ´grel pa. By Pandita’jigs med’byung gnas sbas pa. – II. Bka’ brgyud rin po che’i mgur mtsho’i skor. By Marpa lo tsa pa, et al. – III. Sdom pa gsum gyi gzhung lugs legs par bshad pa’i skor. By Spos khang pa ´jam dbyangs rin chen rgyal mtshan. – Titelblätter, Inhaltsangaben und editorische Hinweise in Tibetanisch, Mandarin und Englisch. – Herausgegeben vom Institute of the Collection and Preservation of Ancient Tibetan Texts of Sichuan Province. – Aufwändige und umfangreiche Faksimiles wichtiger tibetanischer Texte. – Angesichts des restriktiven Vorgehens des chinesischen Staates gegen die tibetanische Bevölkerung und deren Glauben erstaunt das Engagement für diese Ausgabe, die wahrscheinlich nur für den Export gedacht war.

Je 12,5 : 43,0 cm, die Kassette 13,5 : 44,5 : 17,0 cm.

598  Hansen Lencker. Perspectiva,

Schätzpreis/Estimate: € 2500 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1900 ( R7 )

in welcher ein seichter Weg allerley ding es seyen Corpora Gebew und was müglich in Grund zulegen ist, verruckt oder unverruckt, durch gar geringe Instrument in die Perspectiv zubringen, gezeichnet wirdt: … Ulm, Johann Meder für Stephan Michelspacher 1617. Mit gestochenem Titelblatt, gestochenem Porträt, Holzschnitt-Zwischentitel und elf Holzschnitten, davon zehn blatt- und einer doppelblattgroß. Neuerer Halblederband mit Marmorpapierbezug.

Dritte Auflage des erstmals 1571 erschienenen Werkes. – »Sampt einer vorgehenden gleichwol kurtzen, doch gründtlichen und verstendtlichen Einleitung zum Verstandt derselbigen. Allen künstlichen Handwerckern, und sonderlich den Baw: und Werckmeistern, auch Mahlern, Goldtschmiden, Bildhawern, Steinmetzen, Schreinern und allen denen, so sich des Circkels und Richtscheits gebrauchen, zu sonderem gefallen Nutz unnd Vortheil an Tag gegeben«. – Hansen Lencker (um 1523–1585) gehörte zu den führenden Goldschmieden von Nürnberg, betätigte sich aber auch als Perspektivtheoretiker. Er erfand ein optisches Instrument und verfasste zwei Lehrbücher, in denen er diese Wissenschaft auf geometrischer Grundlage begründete.

32,2 : 21,0 cm. [20], 43 Seiten.

VD 17 39:124801K. – Vgl. Poggendorf I, 1421

599  Architektur – Johann Friedrich Penther. Erster [bis] Vierter Teil einer ausführlichen Anleitung zur Bürgerlichen Bau-Kunst […]

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Augsburg, Johann Andreas Pfeffel 1744–1748. Mit 241 meist gefalteten Kupferstichen, davon vier Frontispize, ein Porträt und 236 (statt 237) Falttafeln, sowie fünf gestochenen Textvignetten. Pergamentbände, drei aus der Zeit, einer erneuert, alle mit Rückenschild.

Erste Ausgabe des prächtig illustrierten Werkes. – Gliederung: I. Lexicon architectonicum oder Erklärung der üblichsten […] Kunst-Wörter der bürgerlichen Bau-Kunst. – II. Zwanzig Beispiele von Wohngebäuden, Grundrisse und Aufrisse. – III. Säulen-Ordnungen. – IV. Weltliche Gebäude, Residenz-Schlösser, Bibliotheken, Rathäuser, Lager- und Warenhäuser, Opern- und Ballhäuser u. v. m. – Johann Friedrich Penther (1693–1749) war zunächst Erzieher im Haus der Grafen Stolberg. Später zeichnete er als Baumeister für Kirchenbauten in der Grafschaft verantwortlich, bevor er an der Universität Göttingen als Oberbauinspektor wirkte. – Die Kupfer mit Gesamtansichten (Schloss Versailles, Schloss Ludwigsburg, Hannoveraner Opernhaus, viele Profanbauten) und zahllosen Detaildarstellungen sowie architekturtheoretischen und geometrischen Figuren sind sämtlich am Ende des jeweiligen Bandes an Leerblätter geheftet und eingefaltet. – Insgesamt sehr schön erhaltenes Exemplar.

34,5 : 22,5 cm (Band IV etwas höher). – Band IV wurde neu aufgebunden, die Textseiten vereinzelt etwas fingerfleckig, einige Tafeln mit Wasserrand, leichtern Knittern, zwei mit geklebten Falzeinrissen. – Es fehlt die letzte Tafel 51 in Band III.

British Architect Library 2482: »the most substantial treatise of civil architecture by a German writer«. – Kataog Ornamentstich-Sammlung Berlin 2012–13

600  Gartenbau – J[ohann] E[vangelist] Fürst. Lehr- und Exempel-Buch,

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

worin worin sonnenklar gezeigt wird, wie der Ertrag des geringsten Gutes in kurzer Zeit außerordentlich erhöht werden kann, wenn die Haus-, Feld- und Garten-Wirtschaft … nach den besten Erfahrungen … betrieben werden. Erster [und] Zweiter Theil. Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit Titelkupfer und Vignetchen. Passau, Friedrich Pustet [1821]. Mit je einem Titelkupfer, je einer Titelvignette und zahlreichen Textabbildungen. Marmorierte Pappbände der Zeit mit Rückenschild.

Jeweils mit zweitem Titelblatt: Der verständige Bauer Simon Struf, eine Familien-Geschichte. Allen Ständen zum Nutzen und Interesse, besonders aber jedem Bauer und Landwirthe ein Lehr-und Exempel-Buch. – Der Name des Gartenbau-Pioniers Johann Evangelist Fürst (1784–1846) ist heute nur noch Pomologen und Gartenhistorikern bekannt. Die Ursache der schlechten wirtschaftlichen Situation der Landbevölkerung lag seiner Meinung nach zum großen Teil in veralteten Wirtschaftsmethoden. Da der Beruf des Landwirtes im Gegensatz zu anderen Handwerken kein Lehrberuf war, wurde das Wissen wurde vom Vater an den Sohn weitergegeben, so dass neue Erkenntnisse kaum Eingang in die landwirtschaftliche Praxis fanden. Im Weiler Frauendorf bei Passau plante Fürst auf vier eigenen Höfen die Einrichtung einer landwirtschaftlichen Bildungsanstalt. Dieses Vorhaben wurde nicht umgesetzt, Fürst gründete 1822 die »Praktische Gartenbau-Gesellschaft zu Frauendorf«, 1823 die »Allgemeine deutsche Garten-Zeitung« und 1828 »Der Obstbaum-Freund«. – Innen sehr schön.

17,6 : 11,4 cm. 16, 510 Seiten; [2], X, 496 Seiten. – Einbände berieben, Kanten bestoßen.

604  Molière [Jean-Baptiste Poquelin]. Œuvres.

Schätzpreis/Estimate: € 2000 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300 ( R7 )

Nouvelle edition. Tome premier [–] sixième. Paris, Impr. Pierre Prault 1734. Mit einem gestochenen Porträt nach Coypel, 32 (statt 33) Kupferstichen nach François Boucher, gestochen von Laurent Cars und Pierre Quentin Chedel, und 318 gestochenen Vignetten und Initialen, darunter zahlreiche wiederholt verwendete, von Boucher, Blondel und Oppenord. Marmorierte Kalblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung.

Die erste Ausgabe mit den prächtigen Titelkupfern zu den enthaltenen Komödien und Balletten, darunter »Le misantrope«, »Le malade imaginaire«, »Le Bourgeois gentilhomme« und viele andere bekannte Stücke Moliéres. – Hans Fürstenberg schreibt zu diesem »Meisterwerk auf dem Gebiet der Buchillustration […:] In ihrer malerischen Wirkung und ihrer großzügigen Gliederung bilden diese Blätter einen Merkstein, dessen künstlerischer Einfluß gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann« (Fürstenberg 1928, 81). – Mit den Merkmalen des ersten Drucks (Druckfehler »Comteesse« in Band VI und der Einleitung mit LXX statt LXXII Seiten). – Am Ende von Band 6 mit Druckdatum 1733. – Exlibris Ewald und Margret Zapp.

28,5 : 23,0 cm. Kollation wie bei Cohen/Ricci. – Hier ohne das Vortitelblatt von Band 1. Band 5 mit nur fünf Kupfern, so auch in Vergleichsexemplaren lt. KVK, der Band enthält auch nur fünf Stücke. – Einbände an den Kanten berieben, Gelenke etwas brüchig, Kapitale bestoßen. – Teils leicht gebräunt, ganz vereinzelte Lagen mit leichten Feuchtigkeitsspuren.

Brunet III, 1798. – Sander 1368. – Cohen/Ricci 712f »Le chef-d’oeuvre de Boucher, comme illustration; c’est l’un des plus beaux livres de la première partie du XVIIIe siècle«

609  Friedrich Hölderlin. Stuttgarter Foliobuch. – Homburger Folioheft.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

– Zwei Faksimiles, bei mit Kommentarband. Basel und Frankfurt, Stroemfeld Roter Stern 1989 und 1986. Lose Faksimileblätter im Originalformat und je eine Originalbroschur in Originalleinenkassette.

Je eins von 1806 Exemplaren. – Supplemente II und III zu der von D. E. Sattler herausgegebenen »Frankfurter Ausgabe« von Hölderlins sämtlichen Werken. – Die Faksimiles im Originalformat der Handschriften wurden vom Herausgeber in Zusammenarbeit mit Hans Gerhard Steimer bzw. Emery E. George bearbeitet. – Jeweils mit ausführlichen Anmerkungen und der vollständigen Transkription. – »Unbelastet« von der zwanzigbändigen Werkausgabe kann sich der Hölderlin-Verehrer in die Handschriften des Dichters vertiefen.

35,5 : 22,0 cm bzw. 24,0 : 39,0 cm (168 bzw. 92 Faksimileseiten).

610  [E. T. A. Hoffmann]. Fantasiestücke

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

in Callot’s Manier. Blätter aus dem Tagebuche eines reisenden Enthusiasten Mit einer Vorrede von Jean Paul. Zweite, durchgesehene Auflage in zwei Theilen. Bamberg, F. Kunz 1819. Mit einem Frontispiz. Marmorierte Kalblederbände um 1900 im Stil der Zeit.

Von Hoffmann durchgesehene, maßgebliche zweite Auflage, erstmals mit dem radiertem Porträt von F. C. Rupprecht nach Hoffmanns eigener Zeichnung. – Die illustrierten Originalbroschurumschläge wurden eingebunden.

17,8 : 11,5 cm. [2], XXII, [2], 262 Seiten; 371, [1] Seiten. – Kanten minimale berieben, Rücken etwas aufgehellt – Durchgehend leicht stockfleckig, die unteren Ecken der letzten drei Lagen in Band 2 mit ergänzten Brandstelle (kein Textverlust).

Goedeke VIII, 487, 16 Anmerkung

618  C[asimiro] Castro, J[uan] Campillo, L. Auda [und] G. Rodriguez. Mexico y sus Alrededores.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Ausrufpreis/Starting bid: € 3900

Coleccion de vista, trajes y monumentos. Mexico, Decaen Editor 1863/1864 [nach 1865]. Mit 48 Lithographien, davon zwölf koloriert, die übrigen meist getönt oder mehrfarbig gedruckt, auf 44 Tafeln, davon eine als Titel, und einem gefalteten Plan. Leinenband der Zeit mit Titel und Jahreszahl »1867« in Goldprägung.

Die gegenüber der ersten von 1855/57 deutlich erweiterte Ausgabe, datiert auf dem Titelblatt »1863/64«, der gefaltete Plan von Mexiko-Stadt am Anfang des Bandes aber von 1865. Im vorliegenden Exemplar sind drei Lithographien aus der »segunda edicion« enthalten, gegenüber einem Vergleichsexemplar zwei zusätzliche und eine im Austausch. Es gibt Exemplare mit erläuterndem Text und ohne diese 32 Seiten. – W. Michael Mathes bezeichnet Castros imposante Bildfolge als »one of the most significant lithographic productions in the history of art« und zugleich als »the most important work illustrating Mexico in the 19th century«. – Mit Ansichten auf Mexiko-Stadt, Guadalupe, Alameda, Orizava und Veracruz, teils aus der Vogelschau (»taken from a Balloon«), großen Ansichten von Straßen, Plätzen, öffentlichen Gebäuden und Kirchen, mexikanischen Landschaften und Trachten. – Alle Lithographien mit Bildtiteln in Englisch, Spanisch und Französisch.

44,8 : 32,0 cm. – Einband leicht berieben und bestoßen, hinteres Gelenk aufgerissen. – Vorsatzränder spakig, hinteres Vorsatzblatt fehlt, Innengelenke gebrochen. – Durchgehend, teils auch stärker stockfleckig. – Zehn Tafeln papierbedingt stärker gebräunt.

Vgl. Abbey Travel 672. – Lipperheide Md 17 und 18, Colas 547 und Sabin 48590 (alle frühere Ausgaben weniger Lithographien)

623  Theodor Nöldeke. Neun eigenhändige Briefe und zwei eigenhändige Briefkarten, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1100

Zusammen 25 Seiten. 1898–1923.

Briefe des Straßburger Orientalisten Theodor Nöldeke (1836–1930) an den Gelehrten Immanuel Löw (1854–1944), der seit 1878 Rabbiner im ungarische Szeged war. Er erforschte und systematisierte die talmudische und rabbinische Lexikographie und vor allem die biblische Botanik. Während seiner Studien entstand der Kontakt zu Nöldeke, der sich mit semitischen Sprachen und der arabischen, persischen und syrischen Literatur befasste. – 20.9.1898: »Soeben bin ich damit fertig geworden, Ihre Verbesserungen in mein Exemplar des Payne Smith einzutragen«. – Die folgenden Briefe mit vielen Detailerörterungen zu Übersetzungen, Lesarten und Schreibweisen mit arabischen und hebräischen Zitaten. Nöldeke zitiert und kommentiert viele Publikationen ausführlich. – 1921 wurde Immanuel Löw wegen staatsfeindlicher Äußerungen zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt und verfasste dort sein bis heute gültiges Hauptwerk »Die Flora der Juden«. – 15.2.1921: »Endlich also wieder einmal von Ihnen ein Schreiben, wenn auch nicht von Ihrer eigenen Hand! Warum Sie nicht frei über sich verfügen können, ist mir vollkommen rätselhaft.« – Drei Monate später bedankte sich Nöldeke, der inzwischen wohl von der Inhaftierung erfahren hatte, für einen Artikel Löws in der »Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft der Juden«: »Besten Dank für Ihren ›Kuss‹! Dass Sie unter so trübseligen Verhältnissen solch eine Abhandlung fertig kriegten, so voll allseitiger Gelehrsamkeit und zugleich Zeugnis Ihres Geschmacks, macht Ihnen alle Ehre!« – Die letzte Karte schrieb Nöldeke am 19.6.1923, »unmittelbar vor der ungeheuren Erhöhung der Porti, die durch die von Allah zugelassenen Scheuslichkeiten mit so vielem anderen Elend notwendig geworden zu sein scheint«. Das Porto für eine Briefkarte betrug damals bereits 1.400 Mark. – Inhaltsreiche Briefe mit bedeutenden Überlegungen zu semitischen Sprachen und dem Verhältnis der abrahamitischen Religionen.

627  Dante Alighieri – Il Codice Trivulziano 1080 delle Divina Commedia.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Riprodotto in eliocromia sotto gli auspici della sezione Milanese dell Società Dantesca Italiana […] con cenni storici e descrittivi di Luigi Rocca. Mailand, Ulrico Hoepli 1921. Durchgehend farbige Faksimilelichtdrucke. Originallederband mit Blindprägung und goldgeprägten Titeln.

Eins von 350 Exemplaren. – Aufwändiges Faksimile der Handschrift aus dem 14. Jahrhundert, die in der Biblioteca Trivulzian aufbewahrt wird. Die Bibliothek im Mailänder Castello Sforzesco ist unter anderem für ihre Dante-Sammlung berühmt. – Mit dem Kommentarbeiheft – Gedruckt bei Calzolari & Ferrario, Mailand, gebunden bei Legatoria Sociale, Mailand.

38,8 : 27,5 cm. 107 Faksimileblätter. – Einband, besonders am Rücken, berieben, Deckel mit weißen Farbspuren.

629  Dante Alighieri. Göttliche Comœdie.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Metrisch übertragen und mit kritischen und historischen Erläuterungen versehen von Philalethes. Erster [bis] Dritter Theil. – Die Hölle. – Das Fegefeuer. – Das Paradies. Dresden und Leipzig, Arnold 1839, 1840 und 1849. Mit drei Titelkupfern, vier gestochenen Umschlagillustrationen, gestochenen und mit Tonplatte gedruckten Titeln sowie acht gefalteten Kupferstichen. Späterer Halbpergamentbände mit kalligraphiertem Rückentitel.

Vollständiges Exemplar aller drei Teile in den endgültigen Fassungen. – »Die Hölle«, die bereits 1828 und 1833 einzeln erschienen war, in zweiter vermehrter Ausgabe, »Fegefeuer« und »Paradies« in erster. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), ab 1854 sächsischer König. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit) schuf er die bis heute anerkannte deutsche Fassung mit ausführlichen Anmerkungen. – Die Kupfer auf Frontispizen und Umschlägen (Teil 1 auch mit Hinterumschlag) stammen von M. Retzsch, H. Hess, L. Richter und E. Bendemann. – Die Faltkupfer mit Karten von Florenz und Umgebung, einer eindrucksvoll genauen Schnittdarstellung des Abstiegs in die Hölle, einem Grundriss des Fegefeuers und einer Ansicht vom »Sitz der Seligen«. – Kleiner Trockenstempel auf den Vorsatzblättern.

27,4 : 22,0 cm. [2], IV, 300; VI, 336; X, 440 Seiten; 14 Kupfer. – Zehn Blätter am Anfang von Band 1 im Unterrand beschädigt.

Rümann 294

631  Dante Alighieri. La Divina Commedia.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Illustrata dall Attilio Razzolini di Firenze. Mailand, Alfieri Lacroix 1902. Mit vier illustrierten Titelblättern und 102 illustrierten Seiten. Brauner Ecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Seltene Ausgabe. – Kleinformatiges, sehr feines Faksimile des Originalmanuskripts, das Attilio Razzolini 1902 auf 104 Pergamentblätter kalligraphiert und mit Randleisten und Initialen verziert hatte. Die Miniaturenbilder zeichneten A. Alessandrini, S. Bicchi, I. Olivotto, G. Tetti und V. Pochini. – Das Originalmanuskript ist Teil der Ryland Collection in der University Library Manchester. – Elegant gebundenes Exemplar mit Seidenvorsätzen und floralen Bordüren. – Mit goldgeprägtem Exlibris William Davignon. – Eine Beigabe.

14,5 : 20,2 cm. [110] Seiten. – Deckel minimal berieben, 2 kleine Farbspritzer.

634  Dante Alighieri. Göttliche Comödie.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Übertragen von Philalethes. [Drei Teile in einem Band]. München, Hans von Weber 1914–1916. Pergamentband mit reicher Goldprägung.

Fünfter Hyperiondruck. – Eins von 400 Exemplaren für den Handel, weitere 100 römisch nummerierte waren der Vereinigung »Die Hundert« vorbehalten. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Van Gelder-Bütten. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), ab 1854 sächsischer König. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit) übersetzte er unter anderem Dantes Komödie. – Alle drei Teile hier zusammengebunden, am Ende der Druckvermerk von Teil 1. – Der Einband mit prächtiger Vergoldung beider Deckel, des Rückens und der angeschrägten Innenkanten blieb unsigniert.

29,8 : 22,0 cm. [8], 189, [1]; [4], 191, [1]; [4], 196, [2] Seiten. – Die erste und letzte Seite, beide leer, stockfleckig.

Rodenberg 415, 5. – Schauer II, 62

635  Dante Alighieri – Claus Wrage. 24 Kaltnadel-Radierungen zu Dantes »Vita nouva«.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

1921. 24 : 18 cm (48,5 : 35,2 cm). Signiert und bezeichnet.

»Exemplar I, N: 23/57«, so kryptisch die radierte Titelvignette. – Auf Kupferdruckkarton. – Jede Radierung signiert und mit der Kapitelnummer beschriftet. – Claus (Klaus) Wrage (1891–1984) war eng mit dem Hamburger Expressionisten Karl Lorenz befreundet, hatte 1920 in Malente seine Holm-Presse gegründet und mehrfach Holzschnitte zu Lorenz’ Almanachen und Zeitschriften beigesteuert. Im Handel und im Bestand des Lindenau-Museums (Sammlung Hoh) sind nur seine Holzschnitte zu Dantes »Divina Commedia« nachweisbar. – Der radierte Titel (15,5 : 17,5 cm) auf Kartonblatt montiert. Alle zusammen lose in moderner Halbpergamentmappe.

Das erste Blatt links unten mit schmalem Knick, die beiden letzten am Unterrand leicht fleckig.

Nicht Kat. Lindenau-Museum, nicht bei Rifkind Collection

639  Dante Alighieri. Sonetti, Ballate, Sestine.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Scritta a mano die Anna Simons […] dall’originale nel xv. centenario del Poeta. München, Drei Masken [1921]. Originalpergamentband mit Deckelvignette, Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber mit Pergamentkanten.

Bibliotheca manu scripta (Münchner Skriptor-Drucke), Reihe I, Band VI. – Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe auf Japan, im Druckvermerk von der Schriftkünstlerin signiert. – Nach der Kalligraphie von Anna Simons geedruckt in Blau und Schwarz.

19,0 : 16,0 cm. [36] Seiten. – Vereinzelte Blätter im Falz minimal stockfleckig.

Rodenberg 441, I.2

640  Dante Alighieri. Die gœttliche Komœdie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Uebersetzt von Karl Witte. Mit einer Einleitung von Max von Boehn. Berlin, Askanischer Verlag 1921. Mit zahlreichen, teils montierten Abbildungen. Originallederband mit reicher ornamentaler Blindprägung und rot-goldenem Rückenschild, Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Die Einleitung des Kulturhistorikers Max von Boehn erläutert reich bebildert Dante-Illustrationen aus sechs Jahrhunderten. – Der Erstdruck der Übersetzung von Karl Witte entstand bei Otto von Holten, Berlin, gesetzt aus der George-Type. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung des Herausgebers.

26,3 : 20,0 cm. 573, [1] Seiten. – Rücken stark, Kanten leicht berieben.

646  Dante Alighieri. Illustrationen zur Göttlichen Komödie.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Vier Ausgaben des 19. und eine Faksimileausgabe des 20. Jahrhunderts. 1861–1921.

I. Galleria Dantesca. Riproduzione di 27 grandi quadri dipinti a Finto Arazzo […]. Rom 1861. Montierte Bildtafel mit viersprachigen Textzitaten. – II. Federico Faruffini: Commedia di Dante Alighieri con ragionamenti e note di Niccolo Tommaséo. Drei Bände. Mailand, Pagnoni 1865. Mit 55 Kupfertafeln, die Tommaséo laut Notiz des Vorbesitzers als »fein gestochene Geschmacklosigkeit, die seinen Text verunstaltet hat«, bezeichnete. – III. Buonaventura Genelli. Umrisse zu Dante’s Göttlicher Komödie. Unter Aufsicht des Künstlers gestochen von H. Schütz. Neue Ausgabe mit Erläuterungen in deutscher, italienischer und französischer Sprache. Herausgegeben von M. Jordan. Leipzig, Alphons Dürr 1867. – IV. Bernhard Schuler. Dante’s Göttliche Komödie in 125 Bildern nebst erläuterndem Texte. München, Eigenverlag 1892. – V. Sandro Botticelli. Die Zeichnungen zu Dante Alighieri »Die Göttliche Komödie«. Einleitung von Emil Schaeffer. Berlin, Julius Bard 1921. Faksimile. Eins von 300 (400) Exemplaren. – II-IV großformatig, III mit deutlichen Alterungsspuren.

656  Bremer Presse – Anna Simons. Titel und Initialen für die Bremer Presse.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

München 1926. 23 lose Blätter in Originalhalbleinenmappe mit Titelschild.

Eins von 220 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Enthält drei Blätter mit Titel, Vorwort und Inhaltsverzeichnis sowie 20 Tafeln mit den Titelschriften zu 35 Werken der Bremer Presse und (lt. Lehnacker) 615 Initialen. – Anna Simons (1871–1951) studierte in England unter anderem bei Edward Johnston und brachte dessen Auffassungen von Typographie und Kalligraphie mit nach Deutschland. Sie lehrte in Vertretung Johnstons gemeinsam mit Peter Behrens und Fritz Helmuth Ehmcke an der neu eingerichteten Kunstgewerbeschule Düsseldorf, später auch an anderen Kunsthochschulen. In München lernte sie Willy Weigand kennen und arbeitete lange Jahre für dessen Bremer Presse. »Da die 1911 gegründete Bremer Presse, bei der ich seit 1913 tätig bin, bis vor wenigen Jahren nur über eine, nach den Zeichnungen von Dr. Willy Wiegand geschnittene Schrift in einem einzigen Schriftgrade verfügte, hing die Kenntlichmachung des Charakters der einzelnen Bücher in fast allen Fällen […] von der Gestaltung des Titels und der Initialen ab, die bei dem rein typographischen Gepräge der Presse eine ziemlich enge Begrenzung hatte« (Anna Simons im Vorwort). – Die legendäre Mappe, vollständig und sehr gut erhalten. Wir konnten seit 1989 kein Exemplar auf einer deutschen Auktion nachweisen.

46,5 : 36,5 cm. 23 Blätter. – Zwei der sechs Schließbänder abgerissen. – Nur ganz vereinzelte kleine Stockflecken, am Unterrand des Titels etwas stärker. – Beilage: Doppelblatt (S. 229–232) aus Augustinus’ »De civitate Dei« (1925).

Lehnacker 51 und sieben ganzseitige Abbildungen

666  Drugulin-Drucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Torquato Tasso.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Ein Schauspiel. Leipzig, Ernst Rowohlt 1910. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Erster Drugulin-Druck. – Druck in Rot und Schwarz. – Die Drugulin-Drucke bilden den bibliophilen Auftakt für eine der erfolgreichsten und wechselhaftesten Verlagsgeschichten des 20. Jahrhunderts. Ernst Rowohlt hatte als Autoren bereits Paul Scheerbart, Max Dauthendey und Herbert Eulenberg gewonnen. Im Sommer 1910 wurde der Verlag ins Handelsregister eingetragen und Kurt Wolff stiller Teilhaber. Die Geschäftsräume befanden sich im Vorderhaus der Offizin Drugulin, ab Herbst erschienen die ersten sechs Drugulin-Drucke.

25,7 : 18,0 cm. [12], 123, [9] Seiten. – Vorderes Innengelenk oben angeplatzt.

Rodenberg 379, 1. – Göbel 16

671  Ernst Ludwig-Presse – Klaus Groth. Quickborn.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Volksleben in plattdeutschen Gedichten dithmarscher Mundart. Leipzig, Insel 1912. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

16. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse und in Ganzpergament gebunden(Gesamtauflage 500). – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Korpus Kleukens Fraktur, die von Friedrich Wilhelm Kleukens gezeichnet und in diesem Buch zum ersten Mal verwendet wurde.

24,1 : 16,5 cm. 318, [10] Seiten. – Einband etwas fleckig, Ränder schwach berieben. – Vorsätze und äußerste Ränder leicht stockfleckig.

Stürz 16. – Sarkowski 637. – Rodenberg 75,16

673  Ernst Ludwig-Presse – Christian Kleukens. Reinke Voß

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

eene ole Geschichte, upt Nee vertellt von Christian Kleukens mit bunte Biller von F. W. Kleukens. Leipzig, Insel 1913. Mit zahlreichen farbig lithographierten Textillustrationen. Originalhalbpergamentband mit farbig illustrierten Deckeln und Rückentitel. Im Schuber.

20. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Erste Ausgabe dieser Textfassung und mit diesen Illustrationen. – Eins von 350 Exemplaren im illustrierten Halbpergamentband (Gesamtauflage 400). – Auf Bütten mit Wasserzeichen »EL«. – Die frühere der beiden von Friedrich Wilhelm Kleukens illustrierten Reineke-Ausgaben. Noch war man in der Presse bestrebt, der »Typographie Raum und Freiheit vom Dekorativen« zu verschaffen – es erschienen nur zwei illustrierte Drucke. Erst in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich des Reineke Fuchs von 1929, waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert« (vgl. Schauer I, 66).

28,3 : 19,0 cm. 115, [5] Seiten. – Deckel etwas gebräunt und fleckig.

Stürz 20. – Sarkowski 934. – Rodenberg 76, 20. – Schauer I, 65f. und II, 66

682  Mainzer Presse – Hermann Burte. Deutsche Sendung des Wortes und der Letter.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Mainz 1942. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 200 Exemplaren. – Vortrag zur Eröffnung der Gutenberg-Festwoche 1942. Hermann Burte wurde spätestens 1933 bekennender Nationalsozialist und Antisemit. – Gesetzt aus der Burte-Fraktur, die Kleukens bereits 1928 entworfen hatte und für mehrere Drucke der Mainzer Presse verwendete. Das Kleukens Archiv dokumentiert z. B. zum Gutenbergjahr 1940 entstandene Probedrucke einer bibliophilen Monumentalausgabe von Hitlers »Mein Kampf«. – Beiliegend maschinengeschriebener Neujahrsgruß auf Visitenkarte »Alles Gute für das so dunkle Jahr 1943!« – Dazu: Die Kunst Gutenbergs. Der Deutschen Jugend erzählt von Christian Heinrich Kleukens. Mainz, Joh. Falk & Söhne 1940. Originalbroschur.

24,8 : 16,8 cm. 52, [4] Seiten. – Vorsätze mit kleinen Stockflecken und mit Abklatsch des Umschlagpapiers. – Beigabe: Umschlag leicht angestaubt.

Nicht im Kleukens-Archiv nachweisbar

700  Insel Verlag – Gotthold Ephraim Lessing. Minna von Barnhelm

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

oder das Soldatenglück. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel 1920. Originallederband (P. A. Demeter) mit Rückenvergoldung.

Nachdruck der Ausgabe von 1767, mit Nachbildungen der Kupferstiche im Genealogischen Kalender auf das Jahr 1770 von Daniel Chodowiecki. – Dazu: Nathan der Weise. Ein Dramatisches Gedicht, in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel 1910. Nachdruck der ersten Ausgabe von 1779. Eins von 400 Exemplaren. Beiliegend das Faksimile der Subskriptionseinladung von 1778.

I. 16,5 : 11,0 cm. [10], 189, [5] Seiten. Rücken etwas verblasst. – II. 16,5 : 10,2 cm. [6], 276, [6] Seiten, 1 Doppelblatt.

Sarkowski 1023 und 1024

754  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Bernardin de Saint-Pierre. Paul et Virginie.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Illustrations de E. Othon Friesz. Gravée sur bois en couleurs par Gérard Angiolini. Paris, Éditions de la Maison Française 1947. Mit 17 Farbholzstichen nach Aquarellen, von den drei blattgroßen einer als Titel. Eingebundener Originalumschlag.

Eins von 300 römisch nummerierten Exemplaren, die für die USA und andere Länder bestimmt waren (Gesamtauflage 800). – Auf »Pur Chiffon Corvol L’Orgueilleux«. – Das zweite Buch der Collection »Le Florilège des Chefs-d’œuvre Français«. – Unikaler Einband: Rotbrauner Halbmaroquinband, Rückentitel und gepunzter Kopfschnitt vergoldet, rotbraune Büttenvorsätze, die Deckel mit Oleographiepapier bezogen. – In Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Einer der berühmtesten französischen Romane, verfasst von dem Rousseau-Verehrer Saint-Pierre (1737–1810) nach seiner Mauritius-Reise. In der langen programmatischen Einleitung schreibt der Verfasser »Ich wünschte, mit der Schönheit der Tropennatur die moralische Schönheit einer kleinen Gesellschaft zu verbinden. Dabei beabsichtigte ich den Beweis von mehreren großen Wahrheiten herzustellen, z. B. von der, dass unser Glück einzig und allein auf einem natur- und tugendgemäßen Wandel beruht«. – Othon Friesz (1879–1949) war in den Pariser Künstlerkreisen bestens vernetzt. Am meisten beeinflusste ihn das Werk von Camille Pissarro.

28,0 : 22,8 cm. [8], [LIV], [2], 146, [4] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Monod 1450

755  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Gustave Flaubert. Trois contes.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Illustration de André-E. Marty, gravées sur bois en couleurs par Gérard Angiolini. Paris, Éditions de la Maison Française 1948. Mit 28 Farbholzstichen nach Aquarellen, davon vier blattgroße als Frontispiz und Zwischentitel. Eingebundener Originalumschlag.

Eins von 300 römisch nummerierten Exemplaren, die für die USA und andere Länder bestimmt waren (Gesamtauflage 800). – Auf »Pur Chiffon Corvol L’Orgueilleux«. – Das vierte Buch der Collection »Le Florilège des Chefs-d’œuvre Français«. – Unikaler Einband: Olivgrüner Halbmaroquinband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet und mit kleinen floralen Punzen verziert, hellgraue Büttenvorsätze, Deckel mit Oleographiepapier bezogen. – In Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Die drei Märchen von Flaubert, »Un cœuer simple«, »La légende de Saint Julien l’hospitalier« und »Herodias«, illustrierte André Édouard Marty (1882–1974) mit farbenfrohen Art Déco-Aquarellen, die von Gérard Angiolini in Holz gestochen und gekonnt in den opulent gesetzten Text eingefügt wurden.

28,2 : 23,0 cm. Seiten [5]–244, [6] (so komplett). – Rücken minimal verfärbt.

Monod 4722

756  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Auguste Detœuf. Propose de O. L. Barenton »Confiseur«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Ancien élève de l’École Polytechnique. Paris, Éditions du Tambourinaire 1965. Mit einem Porträt nach Zeichnung von Roger Wild. Originalbroschur in hellbraunem Halblederband mit Oleographiepapierbezügen, Rückentitel vergoldet, Kopfschnitt rot gefärbt (signiert: R. Meuter, Ascona).

In Rot und Schwarz gedruckte und mit vielen holzschnittartigen Vignetten verzierte bibliophile Neuausgabe der Sammlung von kleinen Aufsätzen, Maximen und Aphorismen Detœufs. Auf humorvolle Weise behandelte der Wirtschaftsessayist (1883–1947) in dem erstmals 1937 erschienenen Buch die menschliche Natur, Wirtschaft, Unternehmenführung u. v. m. – Tadellos erhalten.

23,3 : 18,8 cm. 230, [6] Seiten.

767  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

Einleitung: Wolfgang Koeppen. Die Beschwörung der Liebe. Nachwort: Terence James Reed. Dichternöte – ein Spiel mit Leben und Tod. Textvarianten aus der früheren Fassung. Unterreit bei Wasserburg 1993. Mit acht signierten Radierungen von Kurt Steinel.

Vierter Druck der Antinous Presse. – Eins der zehn Rohbogenexemplare (Gesamtauflage 115). – Im Druckvermerk vom Künstler sowie Wolfgang Koeppen und Terence James Reed, den Verfassern von Vor- und Nachwort, signiert. – Auf Hahnemühle Kupferdruck-Bütten. – Unikales Exemplar: Pergamentband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, Kapitale mit schwarzem Leder umfasst, graue Roma-Bütten-Vorsätze. – Vorderdeckel mit Tuschfederzeichnung, Vorblatt mit Bleistiftzeichnung, beide von Kurt Steinel, formatfüllend und signiert. – Mit blau eingedruckten Absatzzeichen (Venezianischer Löwe). Satz aus der Bibeltype der Centaur bei SchumacherGebler, gedruckt in der Offizin Haag-Drugulin auf Hahnemühle-Bütten. – Der Text folgt dem Erstdruck in der »Neuen Deutschen Rundschau« von 1912, die Varianten zum Hundertdruck und den nachfolgenden Editionen (siehe KatNrn. 534f.) werden ausführlich kommentiert. – Tadellos, in Holzfurnierschuber mit Pergamentkanten.

38,4 : 31 cm. 95, [5] Seiten, 1 Zeichnung.

Slg. Classen 93. – Arnold, Wolfenbüttel 2004 1960

783  Edition Graphischer Zirkel – 18 x 12.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Alle 58 Bände der Reihe. Wien 1993–2009. Jeder Band mit zahlreichen Graphiken, größtenteils handkoloriert. Originalpappbände mit Buntpapierbezug und Deckelschild.

58 Bände der Reihe, alles bisher Erschienene. – Alle in kleiner Auflage erschienen, signiert und nummeriert. – Sechs Bände in Vorzugsexemplaren (78, 85, 99, 105, 118 und 127) mit mindestens einer zusätzlichen Graphik, ein Autorenexemplar (77). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Reihe »18 x 12« bildet eine in sich geschlossene Folge von gleich gestalteten Bänden, die in dem titelgebenden Format, ihrem Musterpapier und dem aufgeklebten Titelschild an die berühmte Insel-Bücherei erinnern. Erich Fitzbauer gründete 1957 in Wien die Internationale Stefan Zweig-Gesellschaft, deren Präsident er bis 1964 war. Seit 1973 betreibt er die Edition Graphischer Zirkel, in der fast ausschließlich Erstdrucke in Bild und Text, viele von ihm selbst geschrieben und illustriert, erscheinen. Die Bandzählung der »18×12«-Reihe erfolgte innerhalb aller Ausgaben der Edition Graphischer Zirkel. – So geschlossen wurde die Reihe bisher nur sehr selten angeboten.

786  John Gerard. A Definition of a Square.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Fünf farbige Papiergüsse. 1999. 40,0 : 40,0 cm. Signiert und datiert.

Nach Angaben des Vorbesitzers nur in einer Auflage von fünf Exemplaren erschienen. – John Gerard, geboren 1955 in Michigan/USA, lebt und arbeitet seit 1984 in Deutschland. »Kreativer und experimenteller Umgang mit diesem Medium [Papier] bedeutet für John Gerard nicht nur künstlerischen Eingriff in den Schöpfungsvorgang oder Verarbeitung bereits vorhandener Papiere durch Reißen, Collagieren und andere Techniken. Seine Auseinandersetzung mit dem Material beginnt auf elementarster Ebene – bei der Papierfaser selbst« (www.gerard-paperworks.com). – In fünf quadratische Büttenblätter goss Gerard noch während des Schöpfvorgangs verschiedene Bronzefarben. – Lose in Originalleinenmappe mit blindgeprägtem Deckeltitel.

788  Wolfgang Henne. Öligwestbaden Westbadbörse.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Leipzig 2000. Mit einer kolorierten Serigraphie, zwei Foliendrucken, 13 Illustrationen, eine signiert, und acht Textblättern, teils mit Collagen. Illustrierte Originalbroschur mit Durchstichheftung.

Exemplar 12/50, laut handschriftlichem Zusatz »1 von 2 Exemplaren in einem Metallkoffer« mit einem beigelegten Objekt (Badehose). – Erschienen als Band 58 (75) der »Neuen deutschen Bodensatzbibliothek«. – Tadellos. – Wolfgang Henne (geboren 1949) studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Bereits 1987 begann er mit der Edition der »Bodensatzbücher«, 1992 folgte die »Neue deutsche Bodensatzbibliothek«, in der bis 2013 177 Bände ediert wurden.

20,7 : 32,5 cm (Buch). – 33,5 : 24,0 : 4,5 cm (Koffer).

789  Wolfgang Henne – Neue deutsche Bodensatzbibliothek.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Fünf Ausgaben. Leipzig 1997–2005. Durchgehend farbig illustriert und serigraphiert, teils koloriert und einige Blätter signiert, teils mit montierten Fotografien. Illustrierte Originalbroschuren mit Durchstichheftung.

Band 36 (53): Säulenheilige. 1997. – Band 60 (77): Begleitbuch zur Ausstellung »Winterspalten« mit Michael Kunert in Coburg, mit zwei Zeichnungen von Michael Kunert. 2001. – Band 64 (81): Spieleköpfe im Pollenflug. Begleitbuch zur Ausstellung im Museum Schloss Burgk. 2001. – Band 86 (103): Ohne Titel. 2004. – Band 101 (118). Ohne erkennbaren Titel. 2005. – Je eins von 50 nummerierten Exemplaren.

21,0 : 34,0 cm. Je ca. 50 Blätter. – Tadellos erhalten.

790  Ronald King & Roy Fischer. Anansi Company.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 2200

A collection of thirteen hand-made wire and card rod-puppets animated in colour and verse. London, Circle Press 1992. Mit 13 beweglichen Bildassemblagen aus Messingdraht, Kunststoff und Papier, durchgehend mit farbig serigraphierten Texten und Illustrationen. Lose Bogen in Originalumschlag und der mehrfarbigen Originalleinenkassette.

Eins von 120 Exemplaren, zehn weitere erschienen als Belegexemplare. – Auf Vélin d’Arches. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert und zudem mit eigenhändiger Widmung für den Vorbesitzer, datiert »Mainz 2006«. – Diese siebte Gemeinschaftsarbeit der beiden Künstler basiert auf Material von Walter Jekyll’s »Jamaican Song and Story« von 1907. Diese bekannten Erzählungen über die karibische Kultur und die dortigen Mythen von Anansi, dem Spinnenmensch, wurden von Roy Fischer in moderne Verse übertragen. – Die beweglichen Puppen von Ronald King können Ziehbildern gleich im Buch, aber auch außerhalb wie in einem Puppentheater bewegt werden. – Das Buch besteht aus dreizehn doppelgefalteten (»french-folded«) Bogen sowie einigen Doppelblättern mit Titel, Druckvermerk und Einleitung. – Makellos erhalten.

40 : 29 cm. [60] Seiten, Kassette: 45 : 34 : 11 cm.

795  The Limited Editions Club – Arthur Miller. Death of a Salesman.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Certain private Conversations in two Acts and a Reqiuem. With five Etchings by Leonard Baskin. New York 1984. Mit fünf Radierungen. Rostbrauner Originalziegenlederband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Der Text wurde auf der Wild Carrot Letterpress auf Magnani-Bütten gedruckt, die Radierungen von Bruce Chandler auf der Heron Press.

27,5 : 21,0 cm. [8], 164 Seiten, 5 Radierungen.

796  The Limited Editions Club – Günter Grass. The Flounder.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Written and illustrated by Günter Grass. Translated by Ralph Manheim. Volume I [to] III. New York 1985. Mit zahlreichen zweifarbigen Illustrationen nach Radierungen. Originalhalblederbände mit montiertem Deckelschild, zusammen im Leinenschuber mit Rückenschild.

Eins von 1000 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Autor/Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf der Wild Carrot Letterpress.

26,5 : 28,5 cm.

797  The Limited Editions Club – Samuel Beckett. Nohow on.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

With Etchings by Robert Ryman. New York 1989. Mit sechs Aquatintaradierungen. Schwarzer Originalziegenlederband mit vergoldeten Titeln. In gefütterter Originalleinenkassette mit Lederrückenschild (signiert: Carol Joyce).

Eins von 550 Exemplaren – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt auf der Shagbark Press auf Magnani-Papier, die Radierungen auf Velin d’Arches. – Die Aquatintaradierungen von Robert Ryman (geboren 1930), der als Vertreter der Analytischen Malerei gilt und sich in seiner Arbeit als Künstler vielfältig mit der Farbe Weiß auseinandergesetzt hat, sind typisch für seine Besessenheit von Licht und räumlichen Beziehungen und ihre körnigen, milchweißen Oberflächen sind eine perfekte Visualisierung von Becketts illusionistischen und paradoxen Kurzgeschichten. Die kurzen Texte »Company«, »Ill see, Ill said« und »Worstward Ho« erschienen erstmals Anfang der 1980er Jahre und hier vereint unter dem Titel »Nohow«. »Die von Ryman bevorzugte äußerste Sparsamkeit der künstlerischen Mittel zeigt Verwandtschaft mit der späten Sprache des Dichters Beckett, der sie fast bis zur Grenze des Schweigens löscht. Endlose, subtilste Unterscheidungen werden im Text sowie im Bild wahrnehmbar« (Papiergesänge).

27,5 : 19,0 cm. [8], 128, [14] Seiten, 6 Radierungen.

Papiergesänge 161. – Castleman 201

798  The Limited Editions Club – Friedrich Dürrenmatt. Oedipus.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Photogravures by Marie Cosindas. Translated by Leila Vennewitz. Foreword by the Author. New York 1989. Mit zwei Heliogravüren. Originalhalblederband in -leinenschuber.

Erste englische Ausgabe von Dürrenmatts Oedipus-Version. – Eins von 650 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser und der Fotografin signiert. – Gedruckt auf Magnani-Bütten, die beiden Heliogravüren auf Velin d’Arches. – Die Fotografin Marie Cosindas (1925–2017) zählte zu den wichtigsten Fotokünstlern der USA. Als eine der ersten Fotografinnen widmete das MoMA ihr eine Einzelausstellung. – Mit dem Beileger zum Buch.

37,2 : 27,2 cm. XV, [1], 41, [7] Seiten, 2 Heliogravüren. – Rücken leicht verblasst, sonst tadellos.

799  The Limited Editions Club – Ernest Hemingway. The Old Man and the Sea.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Photogravures by Alfred Eisenstaedt. Introduced by Charles Scribner. New York 1990. Mit fünf Fotogravuren. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel. In gefütterter Originalleinenkassette.

Eins von 600 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Der Text wurde auf Magnani-Papier gedruckt, die Fotogravuren nach den Originalfotos von 1952 auf Arches-Bütten. – Die Fotos entstanden für die im »Life«-Magazin veröffentlichte Novelle. Seit früher Jugend war Alfred Eisenstaedt (1989–1995) leidenschaftlicher Fotograf. Zunächst freier Mitarbeiter des »Berliner Tageblatts«, avancierte er Ende der 1920er Jahre zum Fotojournalisten. 1935 emigrierte er in die USA und wurde schnell einer der Starreporter von »Associated Press«. Er fotografierte für »Harper’s Bazaar«, »Vogue« und »Life«. Allein für »Life« lieferte er 92 Titelfotos und zahlreiche Bildreportagen sowie oftmals prämierte Kriegsberichte. 1950 wurde er »Photographer of the Year«.

26,2 : 38,8 cm. VIII, [2], 81, [5] Seiten, 5 Fotogravuren.

800  The Limited Editions Club – Walt Whitman. Song of Open Road.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

With Photogravures by Aaron Siskind. New York 1990. Mit sechs Heliogravüren. Schwarzer Originalhalblederband mit dunkelgrünen Leinendeckelbezügen, im Leinenschuber.

Eins von 550 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin von Magnani, die Fotogravüren druckte auf Velin »Richard des Bas«. – Aaron Siskind (1903–1991) zählt mit seiner abstrakt-expressionistischen Fotografie zu den wichtigsten US-amerikanischen Künstlern der Nachkriegszeit. »[…] in den 1940er-Jahren wendet sich Siskind endgültig ab von der erzählerischen Fotografie und interessiert sich fortan nurmehr für die formalen Bezüge zwischen Licht, Struktur und Materialität« (Bruce Silverstein, zitiert nach Koetzle, S. 370). – Nahezu tadelloses Exemplar dieses Spätwerks.

44,3 : 27,5 cm. [24] Seiten, 6 Heliogravüren.

801  Christoph Meyer – Hermann Melville. Bartleby.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1100

Berlin, CHM 2009. Mit einer farbigen Zeichnung und fünf in Orange gedruckten Radierungen. Originalhalblederband mit orangefarbenem Deckeltitel.

Frühes Unikatbuch des Berliner Künstlers. – Neben der Zeichnung signiert, datiert und als »Unikat« bezeichnet. – Christoph Meyer zitiert in dem Künstlerbuch den berühmten Satz »I would prefer not to« (Ich möchte lieber nicht), den der Kanzleischreiber Bartleby in Hermann Melvilles Erzählung »Bartleby, the Scrivener« immer und immer wieder von sich gibt und damit bald jegliche Bürotätigkeit einstellt. – Die Radierungen jeweils signiert, datiert und mit enigmatischer Betitelung. – Die letzte Seite mit einer großen mehrschichtigen Zeichnung mit farbigen Faserstiften. – Diese Zeichnung setzt einen Kontrapunkt zur sonst dominierenden Farbe Orange, in der die Radierungen und der Text gedruckt wurden. Auch für Vorsatzpapiere, Lederrücken, Deckeltitel und das Acrylglas des Schubers wählte Christoph Meyer diese Farbe.

29 : 37,7 cm. [13] Blätter.

802  Christoph Meyer – Toyotama Tsuno. Flaumfeder.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Berlin, CHM und Schwarzdruck 2018. Mit drei farbigen Zeichnungen, eine doppelblattgroß. Silberfarbener Originalbroschurumschlag.

Edition mote 14. – Unnummeriertes Künstlerexemplar, neben der Auflage von nur 15 Exemplaren. – Auf Bütten, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Nachdichtung aus dem Japanischen stammt von Manfred Hausmann.

23,7 : 19 cm. [8] Seiten.

803  Christoph Meyer – Louis Begley. Maciek.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 850

Berlin, CHM und Edition Schwarzdruck 2018. Mit vier blattgroßen farbigen Zeichnungen von Christoph Meyer. Schwarzer Lederband mit goldgeprägtem Titel.

Edition mote 15. – Auf Bütten. – Unikates Exemplar, im Lederhandeinband, eine Zeichnung mit Tuschfeder doppelblattgroß erweitert. – Der Druckvermerk wurde vom Buchkünstler korrigiert und ergänzt. – Der Text stammt aus Louis Begleys Roman »Lügen in Zeiten des Krieges«. Der Berliner Buchkünstler verwendete den letzten Absatz, der über das Schicksal des Roman-Protagonisten Auskunft gibt. – Als Blockbuch gedruckt.

23,8 : 20 cm. [14] Seiten.

805  Rixdorfer – Kerstin Hensel. Sachsen Spiegelungen.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Leipzig 2006. Fünf Leporellos mit Holzschnitten von Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt. Zusammen in Originalkarton mit Deckelschild.

Rixdorfer Leipziger Bilderbogen Nr. 19. – Eins von 20 Künstlerexemplaren »e. a.« (Gesamtauflage 120). – Erschienen aus Anlass der Ausstellung der Werkstatt Rixdorfer Drucke im November 2006 im Leipziger »Haus des Buches«. – Vier Gedichte von Kerstin Hensel auf vier gefalteten Kartonblättern (Größe entfaltet: 34,5 : 98,0 cm) mit Holzschnitten von je einem der vier Künstler, davon drei signiert, ein rein typographisch gestaltetes fünftes wurde von der Dichterin signiert.

35 : 25 cm (Karton).

806  Otto Rohse Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Briefe aus Venedig.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Kupferstiche von Otto Rohse. Hamburg 1963–1964. Mit 28 blattgroßen Kupferstichen. Flexibler Originalpergamentband mit Rückenvergoldung (Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber mit gestochenem Signet der Presse (Entwurf: Hermann Bunz).

Erster Druck der Otto Rohse Presse. – Exemplar 140 von 300, von denen wohl nur die ersten 200 nummeriert und gebunden wurden. Daneben erschienen 50 Mappenausgaben. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Garamond der Stempel AG. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Der 1925 in Insterburg geborene Künstler studierte an der Landeskunstschule Hamburg bei Richard von Sichowsky und übernahm 1961 ein Lehramt an der Werkkunstschule Offenbach. 1962 gründete er seine eigene Presse in Hamburg.

27,3 : 23,4 cm. [56] Seiten.

Spindler 44.6. – Hack/Schwarz 1.01. – Tiessen II, 14

809  Svato Verlag – Wie das Hippo ins Wasser kam.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Eine botswanische Erzählung. Aufgeschrieben und aus dem Englischen übersetzt von Susanne Wogart. Hamburg 2005. Mit 16 Farblinolschnitten von Svato Zapletal, davon 13 blatt- und doppelblattgroß und zwei gefaltet. Illustrierter Originalleinenband.

42. Buch des Svato Verlages. – Eins von 70 Exemplaren der Ausgabe C auf Execuditkarton (Gesamtauflage 90). – Im Impressum vom Künstler signiert. – Der handgesetzte Text und die Linolschnitte wurden auf einer Andruckpresse gedruckt. – Anmerkung des Verlegers: »Da der Autor nicht mehr zu ermitteln ist, werden 10% des Reinerlöses an die botswanische Feuerwehr in Maun überwiesen«.

26 : 24 cm. [44] Seiten.

810  Ottfried Zielke. K. Malewitsch. 150 Lubok.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

145 Originalgouachen und fünf weitere auf der bemalten Originalbox. 2005. Ca. 11 : 16 cm, alle rückseitig monogrammiert.

Unikates Objekt, eine Hommage des Künstlers an die russischen »Lubki«, die in Russland vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert populären sozialkritischen und satirischen Bilderbogen. Die russischen Futuristen wie Gontscharowa, Larionow und Malewitsch ließen sich von den einfachen Darstellungen inspirieren. – Ottfried Zielke (1936–2016) bemalte 145 postkartengroße Blätter und Pappen in leuchtenden Farben und betitelt fast jede Darstellung mehr oder weniger ausführlich: Ich fahre einen T34 von Maybach. – Kohlenklau. – Blut + Ehre, Kampf dem Vergessen. – Gestern war’s da aß ich Ente. – Mücke fliegt Hund in den Mund und sticht ins Dada-Herz. – Manifest: Sei Lokomotive unter Volldampf. – Streichholz + 2 Nasenhaare. – Die BRD hat es NIE gegeben. – Skandal Faules Ei. Deutschland führte 1930 639 Millionen Eier ein. – Dr. J. G. Seine Kinder nannte er Helga Hilde Helmut Hedda Holde Heide. – Rückseitig durchgehend nummeriert 1–145, die übrigen fünf Gouachen zieren die Seiten und den Deckel der leinenkaschierten Holzbox (20 : 15 : 13 cm).

811  100 x Buchdruckkunst.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Eine Kassette mit achtundzwanzig originalen Glückwünschen zur hundertsten Präsentation von Bartkowiaks ›forum book art‹ anno 2000.

Exemplar 9/42. – Mit 28 signierten Originalarbeiten in unterschiedlichsten graphischen Techniken (Radierung, Lithographie, Serigraphie, Buch- und Prägedruck) von Wilfried Bohne, J. M. Jurkowski, Christian Thanhäuser, Axel Hertenstein, Caroline Saltzwedel, Nora Brenneke, Claus Lorenzen, Reinhard Scheuble & Gisela Mott-Dreizler, Emilio und Doris Sdun, Peter Zitzmann, Svato Zapletal u. a. – Mit einem Textdoppelblatt lose in der Originalleinenkassette (Buchmacherey Helserdeich), deren Einklappdeckel mit Büttenpapier von Gangolf Ulbrich bezogen und mit einem Nagelobjekt fixiert wurde. – Die Mappe erschien als Hommage an Heinz Bartkowiak (1939–2015) und seine Familie: »Diese Mappe ist ein Geschenk der beteiligten Künstler an die Familie Bartkowiak aus Anlaß der einhundertsten Präsentation von Pressendrucken, Künstlerbüchern, Malerbüchern und Buchobjekten. ›forum-book-art‹ Präsentationen fanden in den Jahren 1989 bis 2000 in vielen Städten Deutschlands und in anderen Ländern Europas statt. […] Viele Buchkünstler aus aller Welt beteiligten sich […] an diesen Ausstellungen, bei denen die Werke den Besuchern offen präsentiert wurden, […] in die Hand genommen und in Muße betrachtet werden [… sowie ] direkt bei den Händlern bestellt werden können.« (forum book art 19, S. 253). – Sehr selten, da nur zehn Exemplare für den Verkauf bestimmt waren. Wir konnten kein Exemplar im Handel nachweisen.

52,5 : 43,5 cm (Kassette). – Vorderdeckel der Mappe mit leichter Kratzspur und kaum sichtbaren Flecken, innen makellos.

forum book art 19, 2001/2002, S. 250ff

815  Gästebuch des Schwenninger Hotel »Rössle«.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 350

1953–1956.

In dem nur zu etwa einem Viertel genutzten Gästebuch finden sich etwa 30 Eintragungen, Fotos, Autogrammkarten und Zeichnungen folgender Schauspieler*innen und Schlagersänger*innen: Cornelia Froboess und deren Vater (mit eingeklebter Porträtfotografie der damals Neunjährigen), Dorothea Wieck, Bruce Low, Renée Franke, Günter Schnittjer, Theo Lingen, Grock (mit großer Porträtzeichnung), Marianne Hoppe, Werner Krauß, Leopoldine Konstantin, Claus Biederstaedt, Franz Schafheitlin, Harald Juhnke, Eva Crüwell, Charles Regnier, O. E. Hasse, Hilde Krahl, Maria Andergast und Hans Lang, Peter Frankenfeldt und Lonny Kellner u. a. sowie einiger Sportler*innen, darunter Maxi Herber (verheiratete Baier, mit kleiner Zeichnung des Eislaufpaars) und Fritz Walter (»Zur frdl. Erinnerung an die unvergeßlichen Tage der ›Fußball-Weltmneisterschaft 1954‹« mit eingeklebtem Mannschaftsfoto). – Roter Leinenband mit Strukturprägung. – Beilage: Vier lose Autogrammkarten.

23,5 : 19,0 cm. – Am Rücken etwas berieben. Innen sehr gut erhalten.

816  E[milie] Dobbert. Der Kinder Zaubergarten.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Verse. Nürnberg, Theo. Stroefer [1895]. Mit acht chromolithographierten Ziehbildern und zahlreichen Illustrationen im Text. Originalhalbleinenband mit chromolithographierter Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Stroefer Verlag Nr. 752. – Sehr seltenes Kinderbuch im Stil der damals sehr erfolgreichen beweglichen Bilderbücher von Lothar Meggendorfer. – Die meist unsignierten Illustrationen stammen nach Ries und Wegehaupt von William Foster, einem englischen Illustrator, der vor allem für seine Tier- und speziell Vogeldarstellungen bekannt wurde und dessen Bilder für mehrere Kinderbücher des Nürnberger Verlegers Stroefer verwendet wurden. – Emilie Dobbert (1861–1925) ließ sich zur Lehrerin ausbilden. Patakys »Lexikon deutscher Frauen der Feder« verzeichnet 13 Kinderbücher und bescheinigt ihr: »Ein Hang zum Träumen und Dichten, der durch ihre ganze Familie geht, gab ihr Veranlassung, sich hin und wieder mit poetischen Arbeiten an verschiedenen Blättern zu beteiligen, doch wandte sie sich vom Jahre 1890 ab ganz der Jugendschriftstellerei zu, für die sie die meiste Begabung empfand.«.

32,5 : 25,3 cm. [20] Seiten. – Einband etwas berieben. – Innen mit Gebrauchsspuren: Einige Randeinrisse überklebt, im Falz neu gefasst. Leicht fleckig.

Patacke I, 159f. – Ries 527, Foster 1. – Wegehaupt IV, 462. – Hauswedell 357

825  Rudolf Augstein. Die Zeit ist nahe …

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1500

Ein szenisches Gleichnis. Typoskript (Durchschlagkopie). [1947].

Korrigierte Abschrift einer früheren, im Spiegel-Archiv verwahrten Fassung. Die dort von Augstein vorgenommenen Änderungen und Korrekturen wurden ausgeführt, aber auch die neue Fassung ist von ihm nochmals durchgesehen und handschriftlich korrigiert. – Originaldokument des einmaligen dramatischen Versuchs von Rudolf Augstein (1923–2002). Das Theaterstück des 24-jährigen SPIEGEL-Chefredakteurs und -Herausgebers wurde im November 1947 in Hannover uraufgeführt. Kurz nach Kriegsende wollte Augstein ein zeitloses Gleichnis zur Tragödie der Nazizeit schaffen. Während eines Pestjahres verstricken sich die Protagonisten im Palazzo eines Kardinals in Schuld, Angst und Hass. – Das Stück fiel beim Publikum durch, von der Kritik wurde es gnadenlos verrissen. Selbst »Der Spiegel« schonte seinen Chef nicht (»Herr Augstein droht mit einem zweiten Stück«). Das Stück erlebte keine weiteren Aufführungen. – Augstein verschenkte den hier vorliegenden Typoskriptdurchschlag an den damaligen Leiter des Berliner »Spiegel«-Büros, seinen Freund Reinhard Hoffmeister (1923–2016). Dieser bot 1975, wohl aus Verärgerung über Augstein, das Typoskript in einem Privatinserat der FAZ zum Verkauf an. Nach seiner Aussage lag das Höchstgebot damals bei 50.000 DM, dem erfolgreichen Bieter teilte Hoffmeister aber mit, dass er eigentlich gar nicht daran denke, das Manuskript zu verkaufen. – Das Originaldokument verblieb in Familienbesitz. – Wir danken Hauke Janssen, dem Leiter des Spiegel-Archivs, für seine freundlichen Auskünfte.

[2], 65 A4-Blätter in Leitz-Ordner. – Blatt 1 etwas gebräunt. Vereinzelte Blätter mit winzigen, geklebten Randeinrissen.

826  Hannes M. Avenarius. – Gerhart Hauptmann. Sonette.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Radiert von H. M. Avenarius. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1921. Acht ganzseitige Radierungen, einschließlich Titelblatt und Druckvermerk. Originalhalbpergamentband mit Seidenbezug und Deckelvergoldung.

Erstes Buch der deutschen Kleinmeister. – Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Bütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Hannes M. Avenarius schuf je eine Radierung zu den, hier ebenfalls radierten, Sonetten »Dumpfe Bode«, »Befreite Erde« und »Gott und Götter«. – Druck von Alfred Ruckenbrod.

31,4 : 27,0 cm. [16] Seiten. – Einband etwas angestaubt. Seidenbezug des Hinterdeckels an der unteren Ecke eingerissen und gelöst.

827  Heinrich F. S. Bachmair. Otto Julius Bierbaum.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

Ein Kapitel neuer deutscher Buchkunst. München 1927. Mit 23 Abbildungen, meist auf Tafeln. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Bütten. – Der Text erschien bereits 1925 in »Monatshefte für Bücherfreunde und Graphiksammler« und wurde für die vorliegende, der Gesellschaft der Münchner Bücherfreunde von Georg Müller gestifteten, Ausgabe textlich und mit weiteren Abbildungen aus »Pan« sowie Insel und Georg Müller Verlag erweitert. Bierbaum war neben Heymel und Schröder Mitbegründer des Insel Verlags und leistete nicht nur dort einen wichtigen Beitrag zur modernen deutschen Buchkunst. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers für Irm(in)gard von Freyberg, die Graphikerin und Scherenschneiderin, die Ende der 1920er Jahre u. a. bei Emil Preetorius in München studiert hatte.

26,5 : 18.8 cm. 18, [46] Seiten. – Rücken leicht angeplatzt.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 197

828  Eduard Bargheer – Albert Camus. Der Gast.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Mit acht Originalradierungen von Eduard Bargheer. Frankfurt am Main 1965. Mit acht Kaltnadelradierungen, davon sieben blattgroß. Lose Doppelblätter in illustriertem Originalumschlag und -leinenkassette mit Deckelillustration (Helmuth Halbach, Königstein).

Exemplar 30/300 (Gesamtauflage 310). – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Druck des Textes auf Velin d’Arches in der Werkstatt der Trajanus-Presse unter Aufsicht von Arthur Wetzig, die Radierungen druckte Hermann Steidle, Essen. – Die Umschlag- und Vorderdeckelillustration wurde nach einem Aquarell Bargheers gedruckt. – Die Übersetzung von Camus’ »L’Hôte« stammt von Guido G. Meister.

44,7 : 32,3 cm. 43, [5] Seiten. – Kassettengelenke etwas verschlissen.

Rosenbach 199–206. – Spindler 40.30. – Isphording II, 38

831  Thomas Bayrle und Bernhard Jäger. Gesichter.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

10 Original-Lithographien. Stierstadt, Eremiten-Presse 1962. Mit je fünf blattgroßen Lithographien der beiden Künstler, davon sechs farbig. Originalbroschur mit farbig wiederholter Lithographie.

Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Mit einem einleitenden Text von Werner Schreib. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Steine der Lithographien wurden nach Ausdruck der Auflage abgeschliffen, zuvor wurde der Stein der zehnten Lithographie zweigeteilt und zweifarbig auf dem Umschlag abgedruckt. – Das seltene Erstlingswerk von Thomas Bayrle (geboren 1937) entstand als Gemeinschaftsarbeit mit dem zwei Jahre älteren Bernhard Jäger. Beide hatten bis 1961 an der Werkkunstschule Offenbach studiert und noch im gleichen Jahr die Gulliver-Presse gegründet, in der mehrere gemeinsam illustrierte Werke erschienen.

28,0 : 17,0 cm. [28] Seiten. – Umschlagränder leicht gebräunt, Rücken etwas brüchig und mit winziger Fehlstelle.

Spindler 1.174. – Reske 170

832  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser,

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

worein gewebt ist eine genaue Beschreibung der Sitten am Hofstaate der Frau Venus […] woran die Abenteuer Tannhäusers daselbst […] geschlossen sind. Eine romantische Novelle. München, Hans von Weber [1909]. Flexibler Originalpergamentband mit grün-goldener Lederintarsie und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jun., Leipzig).

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 246 Exemplaren »für einen privaten Kreis von Subskribenten« (Druckvermerk). – Satz aus der Hyperion-Antiqua. – Gedruckt in Braun, Rot und Grau auf Bütten »Original Handlinen P & H«. – »In entzückender Ausstattung hergestellt. Die Auflage ist bereits vergriffen und die im Handel vorkommenden Exemplare werden über den Publikationspreis bezahlt und steigen sicher wesentlich noch im Preise« (Hayn/Gotendorf). – Die Originalausgabe von Beardsleys unvollendeter einziger Prosaarbeit erschien 1907 in ebenso kleiner Auflage als Privatdruck in London. – Aus der Bibliothek Carl Georg von Maassen, mit dessen Exlibris. Maassen (1880–1940) gründete zusammen mit Franz Blei, Ernst Schulte-Strathaus und Hans von Weber die Gesellschaft der Münchner Bibliophilen. Ihr gehörten u. a. Karl Wolfskehl und die Verleger Georg Müller und Ernst Rowohlt an. In den Jahren 1920–23 gab er die Zeitschrift »Der Grundgescheute Antiquarius« heraus, deren Beiträge fast ausschließlich aus seiner Feder stammen. Von Haus aus wohlhabend, begann er schon als Gymnasiast, eine Bibliothek aufzubauen, die die Schriften E. T. A. Hoffmanns, seiner Zeitgenossen, Lehrmeister und Nachfolger vereinigen sollte. – Beiliegend: Eigenhändiger Brief des Künstlers Otto zu Gutenegg an Georg von Maassen.

24,4 : 18,5 cm. [16], 64, [4] Seiten. – Deckel leicht verzogen. – Äußerste Ränder minimal gebräunt.

Hayn/Gotendorf VII, 527 f. – Lasner 151 A

835  Walter Benjamin. Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik.

Schätzpreis/Estimate: € 2200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000 ( R7 )

Bern, A. Francke 1920. Neuer Leinenband mit Titelschild.

Erste Ausgabe der Dissertation von Walter Benjamin, die er 1919 verteidigt hatte und in der bereits viele Motive seines späteren Denkens angelegt waren. – Erschien als Heft 5 der Neuen Berner Abhandlungen zur Philosophie und ihrer Geschichte. – »Walter Benjamin, für eine ganze Studenten- und auch Professorengeneration der ›doctor subtilis‹ eines undogmatischen Marxismus, geradezu ein dialektischer Messias, scheint nicht eben zu den Großmeistern des Witzes zu zählen. Immerhin hat er es aber während seines Studiums an der Universität Bern von 1917 bis 1919 zusammen mit seinem Freund Gershom Scholem zur Gründung einer Phantasieuniversität Muri mit einer gestandenen ›dämonologischen‹ Fakultät, ihm selber als ›Rector mirabilis‹ und Scholem als Pedell des religionsphilosophischen Seminars gebracht. Dort parodierte er, während er an seiner in der Tat äußerst subtilen Dissertation […] arbeitete, den nicht ganz so subtilen Geist gereimter wie ungereimter Wissenschaft« (Ludger Lütkehaus. Die schwersten Aufgaben warten noch. Februar 2009. Literaturkritik.de). – »Der Doktorand erlangte mit seiner Schrift einen akademischen Achtungserfolg und noch sechzig Jahre später galt diese Arbeit als ein Grundpfeiler in der Romantikforschung.« (Die Berliner Literaturkritik, 26.09.08). – Innen tadellos frisch.

21,3 : 14,2 cm. 111, [1] Seiten.

Leinweber 10

836  Thomas Bernhard. Auf der Erde und in der Hölle.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 500 ( R7 )

Gedichte. Salzburg, Otto Müller 1957. Schwarzer Originalkunststoffumschlag mit Titeln in Gelb und Rot.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung. – Auf Vélin. – Tadellos erhalten. – Sehr selten.

19,2 : 11,0 cm. 125, [2] Seiten.

Dittmar 8

840  Thomas Bernhard. Vier Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

1964–1981. Originaleinbände, drei mit -schutzumschlag.

I. Amras. Frankfurt am Main, Insel 1964. Originalpappband, ohne den Schutzumschlag. – II. Verstörung. Roman. Frankfurt am Main, Insel 1967. – III. An der Baumgrenze. Erzählungen. Salzburg, Residenz 1969. – IV. Ave Vergil. Gedicht. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1981.

Gelenke von I leicht angeplatzt.

Dittmar 26, 37, 44 und 89

841  Joseph Beuys. Multiples + Grafik.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Ausstellung Februar/März 1971, Galerie Schellmann München, Barer Straße 34. München, Schellmann und Klüser 1971. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalringbuchordner.

Eins von 600 Exemplaren. – Früher Ausstellungskatalog, der zugleich die Vorstufe für alle späteren Oeuvreverzeichnisse der Multiples bildete. – Dazu: Multiples. Oeuvreverzeichnis sämtlicher multiplizierten Arbeiten: Objekte, Grafik, Postkarten, Schallplatten, Filme. Herausgegeben von Jörg Schellmann und Bernd Klüser. 3. erweiterte Auflage. Zwei Bände. München, Schellmann 1974. Zwei Originalringbuchordner. Enthält zahlreiche Interviews der Herausgeber mit Joseph Beuys.

25,0 : 24,0 cm.

842  Joseph Beuys – Axel Hinrich Murken. Joseph Beuys und die Medizin.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Münster, F. Coppenrath 1979. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen. Brauner Originalfilzeinband mit Rot-Kreuz-Deckelvignette und Tragegriff.

Erste Ausgabe. – Die Einbandgestaltung entstand unter Mitwirkung des Künstlers und vereint Materialien und Symbole aus Beuys Œuvre. – Der Verfasser ist Arzt sowie Medizin- und Kunsthistoriker.

24,0 : 21,0 cm. 160 Seiten.

843  John Bock. Lütte mit Rucola.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Köln, Walther König 2011. Durchgehend farbig illustrierter Originalpappband, mit einem gehäkelten Herz als Beilage.

Exemplar der im Buch nicht bezifferten Vorzugsausgabe mit einer monogrammierten Tintenstiftzeichnung auf dem Innendeckel. – Das Buch entstand nach dem blutrünstigen Film des Aktionskünstlers John Bock, der skurrile Folterfantasien verbildlicht. – Ein ganz und gar nicht für Kinder gedachtes Bilderbuch, jedoch mit dicken Pappseiten im Stil eines unzerreißbaren Kinderbuchs gestaltet. – Jedes Blatt mit einer Ausstanzung, die entstehende Kammer birgt das liebevoll gehäkelte Herz. – Tadellos.

32,7 : 26,5 cm. [64] Seiten.

845  Gunter Böhmer. Thomas Mann und Felix Krull.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. Um 1980. 53,5 : 40,5 cm (80,0 : 58,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 27/100. – Auf Velin. – Böhmer kombinierte in der großformatigen Radierung mehrere Porträts des Dichters und dessen Romanfigur, verbunden mit Kalligraphie und Signeten. – Wohl in zeitlichem Zusammenhang mit der Felix Krull-Ausgabe der Büchergilde Gutenberg (1981) entstanden. Seit 1955 erschienen vier Werke Thomas Mann mit Illustrationen von Gunter Böhmer. – Mit dem Trockenstempel »Atelier Sammet«.

Am linken Rand minimal gebräunt. – Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

851  Joachim Sartorius und James Lee Byars. The Golden Tower.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Köln, Walter König und Berlin, DAAD 1992. Schwarzer Originalseidenband mit schwarzem, unbedruckten Originalumschlag. In schwarzem Originalpappschuber.

Eins von 333 Exemplaren; die auf dem Schuber angekündigte Vorzugsausgabe von XIII Exemplaren ist nie erschienen. – 100 Blatt schwarzer Karton, davon 32 mit je einer Textzeile in Perforationsschrift. – Die Texte teils in Englisch, Deutsch und reiner Phantasiesprache.

22,7 : 14,2 cm. [100] Blätter.

854  Paul Celan. Mohn und Gedächtnis.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

3. Auflage. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt 1958. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und dem Folienumschlag. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »Für Wolfgang Carl / Paul Celan / Paris, September 1958«. – Der zweite Gedichtband Celans erschien erstmals 1952.

19,1 : 11,8 cm. 75, [5] Seiten. – Der Folienumschlag oben abgerissen. Rücken etwas verblasst.

Glenn B 02

860  T. S. Eliot. Geoffrey Faber.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

1889 – 1961. London, Faber & Faber 1961. Originalpappband mit goldgeprägten Titeln. Im Originalschuber.

Privatdruck anlässlich der Gedenkfeier für Sir Geoffrey Faber in St. Giles-in-the-Fields, Holborn, 10. Mai 1961. – Eins von 100 Exemplaren auf Japan. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Geoffrey Faber (1889–1961) gründete 1925 zusammen mit Sir Maurice und Lady Gwyer den Verlag Faber & Gwyer, nach Gwyers Ausscheiden 1929 wurde der Verlag in Faber & Faber umbenannt. T. S. Eliot, der seine Gedichte aus den 1920er Jahren hier veröffentlichte, fungierte als Berater des Hauses und arbeitete in der Verlagsleitung mit. Seit 1963 wird Geoffrey Faber zu Ehren der gleichnamige britische Literaturpreis verliehen.

20,3 : 11,7 cm. 19, [5] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

864  Felix Martin Furtwängler. Simsalabin.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1400

Gedicht & Neue Graphik, herausgegeben von Harald Weller. Berlin, Privat Presse 2014. Mit 17 signierten ganzseitigen Tiefdrucken, davon elf mehrfarbig. Originalhalblederband mit Farbschnitten als Deckelbezug und Vorsatzpapier. Im schwarz-blau serigraphierten Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 18 Exemplaren, die erste Radierung nummeriert, auch im Druckvermerk vom Künstler signiert und dort mit »fecit felix« bezeichnet. – Auf schwerem Hahnemühle-Bütten. – Der Band vereint Gedichte des Künstlers mit Tiefdrucken, die in einem Verfahren entstanden, zu dem der Künstler uns schrieb: »Ich hoffe, dass dies meine Erfindung ist, aber wahrscheinlich wieder mal nicht …«: Mit Kunststoff beschichtete Aluminiumplatten wurden mit Tusche, Stiften etc. bearbeitet, belichtet und dann mit der Hand nur kurz ausgewaschen. Die farbigen Partien wurden mit transparenten Farben im Buchdruck über die schwarzen Partien gedruckt. – Die Texte wurden aus der Linotype Schreibmaschine gesetzt und stehen jeweils einer Graphik gegenüber auf Doppelseiten. – Die Graphiken druckte Dieter Béla in Berlin, der schöne Handeinband entstand in der Werkstatt Ludwig Vater, Jena. – Makellos.

39,7 : 27,5 cm. [40] Seiten.

867  Bert Gerresheim – Walter Aue. Memorandum.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Gedichte von Berlin. Sieben Holzschnitte von Bert Gerresheim. Duisburg, Guido Hildebrandt 1966. Mit sieben signierten Holzschnitten, fünf blatt-, einer doppelblattgroß. Fadengeheftete Doppelblätter in Originalleinwandmappe mit Rückenschild.

Hundertdruck III. – Eins von 100 Exemplaren. – Gestaltung, Typographie, Handsatz und -druck von Klaus Ulrich Düsselberg. – Vom Autor im Druckvermerk signiert.

39,0 : 27,5 cm. [26] Seiten.

Spindler 157.3

870  Charles Grieger – Nie wieder.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Nach Papierschnitten von Charles Grieger. Mit einem Vorwort von Peter Barras. Hamburg, Kristeller Kunsthandlung [1949]. Acht Blätter mit Abbildungen und zwei Doppelblätter lose in illustrierter Originalkartonmappe.

Als Privatdruck für die Freunde der Kristeller Kunsthandlung Hamburg hergestellt. – Eins von 1000 Exemplaren. – Die eindeutig antifaschistischen Papierschnitte (»Schlachtvieh«, »Die Grußmaschine«, »Kanonenfutter«, »Sie Schwein«, »KV«, »Führer wir danken dir«, »Der letzte Brief«, »Das Massengrab«) entstanden 1945. – Charles Grieger (1903–1952) war ein Hamburger Illustrator und Verleger. In seinem Verlag erschienen wenige Jahre später (unter erwartbar schwierigen Bedingungen) verschiedene von ihm selbst illustrierte homosexuelle Zeitschriften. – Seltenes Zeugnis dieses kämpferischen Widerständlers in dunklen Zeiten.

30,0 : 21,7 cm. [8] Seiten, 8 Blätter. – Mappenränder gebräunt, Falz eingerissen. – Blattränder papierbedingt gebräunt. Titelblatt mit Zueignung.

872  HAP Grieshaber – Pablo Neruda. Die Höhen von Macchu Picchu.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Übertragung aus dem Spanischen von Rudolf Hagelstange. Mehrfarbige Original-Holzschnitte von HAP Grieshaber. Hamburg, Hofmann und Campe 1965. Mit zehn Farbholzschnitten, davon zwei doppelblattgroße lose beigelegt, die übrigen meist blattgroß im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Zusammen mit dem Beiheft in der Originalleinenmappe mit Holzschnittdeckelvignette.

Eins von 190 römisch nummerierten Exemplaren der im Druckvermerk von Künstler und Dichter signierten Vorzugsausgabe auf Pescia-Bütten (Gesamtauflage 1.000 Exemplare). – Das Beiheft enthält die spanische Originalfassung sowie einen Text von Ernst Kreuder und einen Kommentar von Jürgen von Stackelberg. – Tadellos erhalten.

43,7 : 33,0 cm (Mappenformat). 34, [2] Seiten, 2 lose Holzschnitte. Beiheft: 26, [2] Seiten.

Fuerst 65/100–110 a. – Fichtner/Bartelke 180. – Spindler 119.32

875  HAP Grieshaber. Jossef,

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

übertragen von Martin Buber. Stuttgart, Hatje 1972. Mit zwei doppelblattgroßen farbigen Holzschnitten, einer auf dem Schutzumschlag, und zahlreichen Farbtafeln. Originalleinenband.

Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit dem signierten Holzschnitt als Frontispiz. – Grieshabers Jossef-Zyklus, 36 großformatige mit Pastellkreide kolorierte Linolschnitte, entstand 1970 als Wandschmuck für die Stuttgarter St. Germanus-Kirche. – Die nur im Werkverzeichnis (72/119) für die Vorzugsausgabe erwähnte großformatige Lithographie ist hier nicht beigelegt. – Dazu: Carl Orff und HAP Grieshaber. Carmina Burana. Stuttgart, Hatje 1975. Originalleinenband.

29,0 : 35,8 cm. [2], 82 Seiten, 1 Holzschnitt. – Schutzumschlagränder unfrisch.

Fuerst 72/120 a und b. – Fichtner/Bartelke 92

877  George Grosz. Interregnum.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Frankfurt am Main, Berlin, Wien, Propyläen 1976. Mit farbigem Frontispiz und 64 Tafeln. Roter Originalhalbleinenband mit Holzfurnierimitationbezügen.

Eins von 400 Exemplaren. – Faksimileausgabe des 1936 bei »The Black Sun Press« in New York edierten Mappenwerks, von dem kaum mehr als 40 Exemplare erschienen. – Diese erste in Deutschland erschienene Ausgabe verzichtete auf die englischsprachige Einführung von John Dos Passos, erhielt aber eine deutsche Fassung der Bildtitel.

41,0 : 30,0 cm. [4], 65, [3] Blätter. – Ecken minimal bestoßen, Rücken kaum merklich verblasst.

Vgl. Dückers S II Anmerkung

878  Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Franz Roh hatte die Ausstellung des zu den Dresdner Dadaisten gehörenden Kurt Günther (1893–1955), der sich später vorwiegend Porträts verschrieb, angeregt.

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Umschlag fleckig, Heftklammern rostig.

880  Stephan Hermlin – Gesang auf dem Wege.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

Gedichte. Affoltern, Aehren Verlag [1945]. Originalbroschur.

Sehr seltene Originalausgabe. – Erschien innerhalb der Schriftenreihe »Über die Grenzen«. – Mit Gedichten von Jo Mihaly, Ilse Krämer, Else Lasker-Schüler, Jakob Haringer und anderen, darunter wohl zwei sehr frühe Veröffentlichungen des jungen Stephan Hermlin (»Ballade vom Gefährten Ikarus« und »Ballade vom Stabsfeldwebel Fischer«), der wie die anderen hier Vertretenen in der Schweiz Exil gefunden hatte. – 1987 erschien ein Reprint des Heftes.

22,8 : 15,3 cm. [2], 27, [3] Seiten. – Deckelränder leicht, Blattränder etwas stärker gebräunt, insgesamt aber sehr gut.

Rost/Geist, Hermlin 61. – Nicht bei Melzwig und nicht bei Sternfeld/Tiedemann

884  Hermann Hesse. Kleine Betrachtungen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Sechs Aufsätze. Zürich, Büchergilde Gutenberg [1942]. Mit Illustrationen von Heiner und Isi Hesse. Grüner Halblederband mit farbigen Oleographiepapierbezügen, Rückentitel und -fileten vergoldet, Kopfschnitt mit Graphit gefärbt (signiert: R. Meuter, Ascona).

Eins von 8000 nummerierten (!) Exemplaren. – Mit einem faksimilierten Brief Hesses zu dieser Edition. – Damals nicht käufliche Werbegabe der Büchergilde Gutenberg. – Die fünf Texte aus den Jahren 1928–1933 und ein sechster aus dem Frühjahr 1940 waren, noch ohne die Illustrationen von Hesses Sohn Heiner und dessen Ehefrau Isa, 1941 als Privatdruck erschienen. – Ansprechend gebunden.

21,8 : 15,5 cm. 45, [3] Seiten.

Mileck II, 75 (vgl. III, 74)

885  Hermann Hesse. Das Glasperlenspiel.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. [Zwei Bände]. Zürich, Fretz und Wasmuth 1943. Hellblaue Originalleinenbände mit schwarzem Rückenschild, Rückenvergoldung und vergoldeter Deckelvignette, beide mit Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe des großen Spätwerks. – In einer von mörderischem Krieg umtosten Schweiz schrieb Hesse seine Zukunftsvision einer elitären, universal gebildeten Gesellschaft. – So schöne Exemplare inzwischen auch selten. – Vorsatzblatt von Band 1 mit einem von Hesse signierten Dedikationsaufkleber des Schweizerischen Schriftstellervereins. – Beiliegend eine Hesse-Fotografie.

19,0 : 12,0 cm. 451, [1]; 441, [1] Seiten. – Rücken der Schutzumschläge gebräunt.

Mileck II, 76

887  Hermann Hesse. Demian.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

The Story of a Youth. With a Foreword by Thomas Mann. New York, Henry Holt 1948. Originalleinenband mit illustriertem Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Auf dem fliegenden Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung von Hermann Hesse: »Gruss vom Autor«. – Die Einleitung Thomas Manns basiert in weiten Teilen auf seinem Artikel »Hermann Hesse zum siebzigsten Geburtstag« in der NZZ (Juni 1947). Die erweiterte Fassung erschien im Sommer 1947 in »Die Neue Rundschau«, 1948 dann in englischer Sprache in »The Saturday Review« und als Einleitung zu »Demian«.

20,8 : 14,2 cm. 207, [1] Seiten.

Mileck IX, 56 a. – Potempa G 979.2

891  Hugo von Hofmannsthal. Florindo.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Wien und Hellerau, Avalun 1923. Mit 25 Lithographien von Otto Hettner, davon 24 blattgroß und eine als Titelvignette. Originalhalblederband mit reicher Vergoldung (P. A. Demeter, Hellerau) im Originalschuber mit vergoldeter Deckelvignette.

25. Avalun-Druck. – Erste Ausgabe der endgültigen Fassung des Dramas, das bereits 1910 in zwei Versionen als »Cristinas Heimreise« bei S. Fischer erschienen war. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 350). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert.

25,0 : 16,5 cm. 125, [3] Seiten. – Rücken verblasst, Kanten etwas berieben.

Houghton Library Catalogue 287. – Rodenberg 335, 25. – Lang, Impressionismus 92. – Sennewald 23,1

902  Franz Kafka. Due frammenti.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Tradotti da Lorenzo Montano. Florenz 1938. Originalbroschur.

Erste italienische Übersetzung der beiden Skizzen »Abweisung« und »Die Truppenaushebung«. – Sonderdruck aus der Zeitschrift »Letteratura«, 1938, Heft 1. – »Abweisung« zählt zu den frühesten Arbeiten Kafkas und erschien unter diesem deutschen Titel nur 1908 in der Hyperion-Auswahl »Betrachtung«, »Truppenaushebung« wurde erst 1937 im Band VI »Tagebücher und Briefe« der Werkausgabe abgedruckt. – Sehr selten.

24,0 : 16,8 cm. [12] Seiten, einschließlich Umschlag. – Ränder gebräunt.

911  Alois Kolb – Wirtschaft und Idealismus.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Herrn Dr. Alfred Giesecke, dem Mitinhaber der Verlagsbuchhandlung B. G. Teubner zum 60. Geburtstag gewidmet. Leipzig 1928. Mit radierter Titelvignette und einer signierten farbigen Radierung von Alois Kolb. Originalpergamentband mit vergoldetem Titel. In Halbleinenkassette mit vergoldetem Titel.

Wohl nur in kleiner Auflage erschienener Privatdruck. – Mit Beiträgen von damals namhaften Universitätsprofessoren, Theologen und Politikern zu im Verlagsprogramm vertretenen Themen. – Die Radierung von Alois Kolb, dem etablierten Buchillustrator, mit einem Porträt des Geehrten.

23,4 : 17,7 cm. [8], 155, [1] Seiten, 1 Radierung. – Kassette fleckig.

Sennewald 28

915  Markus Lüpertz. Ich Orpheus.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Karlsruhe, in-house music [1995]. Mit 21 farbigen Abbildungen. Farbig illustrierter Originalleinenband mit eingelassener CD. In Originalleinenkassette.

Exemplar einer nicht bezifferten kleinen Vorzugsausgabe mit der beigelegten aquarellierten und monogrammierten Radierung. – Von der allgemeinen Auflage mit der reproduzierten Radierung sollten zunächst 1000 Exemplare erscheinen, dies wurde auf 200 korrigiert. – Die CD enthält die Aufnahmen von 1995. Unter musikalischer Leitung und mit Kompositionen von Freddy Scholl und anderen. Markus Lüpertz und andere Künstler singen, lesen und spielen verschiedene Instrumente. – Selten.

30,0 : 30,0 cm. 89, [1] Seiten, 1 Radierung, 1 CD.

919  Thomas Mann. Gesammelte Werke

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Ausrufpreis/Starting bid: € 7200

[in Einzelausgaben]. Elf Bände. Berlin, S. Fischer 1922–1930. Blaue Originalkalblederbände mit rotem Rückenschild, Rücken-, Deckel und Kopfschnittvergoldung.

Erste Werkausgabe, die noch bis 1936 fortgesetzt wurde, allerdings erschienen nur elf Bände in der hier vollständig vorliegenden Luxusvariante. – Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Alle vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Gedruckt auf Hadern-Velin-Papier. – Die Bände wurden nur in Subskription auf das Gesamtwerk abgegeben. – I/II. Buddenbrooks. Verfall einer Familie. 1922. – III. Königliche Hoheit. Roman. 1922. – IV. Betrachtungen eines Unpolitischen. 1922. – V. Rede und Antwort. Gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze. 1922. VI/VII. Novellen. 1922. – VIII/IX. Der Zauberberg. Roman. 1924. – X. Bemühungen. Neue Folge der Gesammelten Abhandlungen und kleinen Aufsätze. 1925. – XI. Die Forderung des Tages. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1925–1929. 1930. – Die sehr empfindlichen dunkelblauen Kalblederbände der Vorzugsausgabe, die vollständig nur selten angeboten wird, hier farbfrisch und von nachstehend detailliert beschriebenen Mängeln gut erhalten.

19,0 : 12,5 cm. – Rücken teils minimal verfärbt, einige Ränder und Ecken minimal berieben. Einige Gelenke minimal brüchig und unauffällig nachgefärbt, bei einem berieben, bei einem angeplatzt und mit leicht fleckigem Deckel. – Einige mit Exlibris. Unterschiedliche Exemplarnummern.

Potempa A 1 IV

920  Thomas Mann. Buddenbrooks.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Verfall einer Familie. 100. Auflage. Berlin, S. Fischer [1919]. Zwei Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 200 zum Verkauf bestimmten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten (Gesamtauflage 210). – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Die Einbände und die schönen Doppeltitel der Jubiläumsausgabe entwarf Emil Preetorius.

20,2 : 13,5 cm. 499, [1]; 477, [3] Seiten. – Rücken stärker berieben. Deckel leicht fleckig.

Potempa D 1.5

927  Thomas Mann. Okkulte Erlebnisse.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 2200

Berlin, Alf Häger [1924]. Mit einer signierten Radierung von Karl Dannemann. Blauer Originalecrasélederband mit vergoldeten Fileten, Rücken- und Schnittvergoldung und grün-goldenen Vorsatzpapieren (Holzhey & Sohn, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Porträt-Radierung Thomas Manns und in Ganzleder (Gesamtauflage 300). – Thomas Mann signierte wie üblich den Druckvermerk, ließ es sich aber auch nicht nehmen, seinen Namenszug auch noch auf die Radierung Dannemanns zu setzen. – Titel in Blau und Schwarz. – Breitrandiger Pressendruck von Poeschel & Trepte in Leipzig auf Zanders-Hadernpapier. – Der Einbandentwurf stammt von Hermann Holzhey. – Karl Dannemann (1896–1945), Schauspieler und Maler, war als Student Meisterschüler von Max Slevogt.

24,4 : 16,0 cm. 64, [4] Seiten, 1 Radierung. – Rücken und Ränder etwas verfärbt. Vorderes Gelenk am Oberrand fachmännisch restauriert. – Vorderer Vorsatz mit Verfärbung an einer Ecke.

Potempa G 186

930  Thomas Mann. Der Zauberberg.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

100. Auflage. Berlin, S. Fischer 1928. Mit einem Thomas Mann-Porträt nach einer Zeichnung von Olaf Gulbransson. Originalhalbpergamentbände mit vergoldetem Deckelsignet, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 900 nummerierten Exemplaren der im Druckvermerk von Thomas Mann signierten Jubiläumsausgabe. – Mit einem Geleitwort von Hans Reisiger. – Einbandentwurf von E. R. Weiß.

18,7 : 12,4 cm. XXXVII, [1], 578, [2] Seiten, 1 Tafel; 629, [3] Seiten. – Rücken von Band I am Unterrand mit Braunfleck.

Potempa D 3.3

931  Thomas Mann. Der Zauberberg.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

100. Auflage. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1928. Originalleinenbände mit vergoldetem Deckelsignet, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

In Leinen gebunden wie die »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«, Potempa ist diese Variante nicht bekannt. Vermutlich wurden aber nicht 900 Exemplare der Jubiläumsausgabe in Halbpergament gebunden und signiert, sondern nur ein kleinerer Teil und die restlichen wie vorliegend.

18,7 : 12,4 cm. XXXVII, [1], 578, [2]; 629, [3] Seiten. – Rücken und Ränder etwas gebräunt.

Vgl. Potempa D 3.1

932  Thomas Mann. Der Zauberberg.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Roman. I [und] II. Verbilligter Sonderdruck für deutsche Kriegsgefangene. Stockholm, Bermann-Fischer 1945. Gelbe Originalbroschuren.

Erschienen in der Bücherreihe »Neue Welt« als Bände 14 und 15. – Mit dem Zensur-Stempel des Kriegsgefangenenlagers Fort Jackson (South Carolina) auf dem Titel des ersten und Camp Blanding (Florida) des zweiten Bands. – Das Vorwort »Einführung in den Zauberberg für Studenten der Universität Princeton« stammt von Thomas Mann selbst. – Nun wurden auch Thomas Manns Romane wieder für Leser aus Deutschland gedruckt, auch wenn es für die hier gemeinte Zielgruppe meist noch dauern sollte, bis der heimische Lesesessel wieder verfügbar war. – Die gelben Umschläge gestaltete Brigitte Bermann-Fischer, Ehefrau des damaligen und Tochter des ersten Thomas Mann-Verlegers. – Trotz sicher hoher Auflage durch Art der Verwendung und Zeitläufe selten geworden.

16,3 : 10,8 cm. Seiten [V]–XXVI, 521, [1]; [4], 572 Seiten. – Buchblöcke verzogen, ein Vorderumschlag geknittert. – Teils gebräunt.

Potempa D 3.12

933  Thomas Mann. Unordnung und frühes Leid.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 850

Novelle. Berlin, S. Fischer 1926. Mit Titelradierung von Karl Walser. Flexibler Originalkalblederband mit Deckelvignette, farbig illustrierten Vorsätzen und Originalschuber.

Erste Buchausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, vom Verfasser signiert, mit der radierten Titelvignette, auf getöntem Bütten und in Kalbleder gebunden. Der im Druckvermerk angekündigte Pergamentband ließ sich aus technischen Gründen nicht ausführen, worüber ein beigelegter Anmerkungszettel informiert. – Außer der hübschen Titelvignette schuf Walser auch die Illustrationen auf Vorderdeckel, Vorsätzen und Schuber. – »Bezaubernd ausgestattet […] wohl das graziöseste Büchlein, das Fischer je herausgebracht hat« (Peter de Mendelssohn, zitiert nach Badorrek-Hoguth).

16,5 : 12,5 cm. 126, [6] Seiten. – Bezugspapier an einem Gelenk etwas angeplatzt.

Potempa E 29.2. – Badorrek-Hoguth B 60.1. – Pfäfflin 140

935  Thomas Mann. Achtung, Europa!

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Aufsätze zur Zeit. New York und Toronto, Longmans, Green & Co. 1938. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe, nach Potempa ist die häufig als solche angebotene Stockholmer Ausgabe der zweite Druck. – »Dieser Band enthält die wichtigen Aufsätze und Vorträge Thomas Manns seit dem Jahre 1930. Sie sind ein Bekenntnis zur Humanität, ein Protest gegen die Verfolgung und Entrechtung der Menschen und ein Ausblick auf den Sieg der Gerechtigkeit.« – Sehr selten, mit dem Schutzumschlag kaum auffindbar.

18,9 : 12,4 cm. 191, [1] Seiten. – Schutzumschlag am Oberrand mit kleinem Einriss und leicht geknickt, Rückseite mit Lichtrand. – Vorsatzblätter gebräunt.

Potempa B 69.1

939  Konrad Balder Schäuffelen. Thomas Mann. Gladius dei.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Novelle. 1975. Ca. 250 gerollte Blätter (»Textlose«) in bedruckter Originalholzbox.

Erste und einzige Einzelausgabe. – Schäuffelens Lotterie Romane 2. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem Titelschild im Kassettendeckel vom Künstler Konrad Balder Schäuffelen monogrammiert. – Die Erzählung war 1902 in der Wiener Wochenschrift »Die Zeit« erschienen, ein Jahr später dann in »Tristan«. Das originelle Buchobjekt erschien anlässlich des 100. Geburtstags von Thomas Mann. – Sehr selten.

15,0 : 11,0 : 5,5 cm.

Nicht bei Potempa, vgl. E 14 1–7

940  Thomas Mann. Beim Propheten.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer und einem Nachwort von Klaus Gerth. Hannover, Erich W. Hartmann 1982. Mit Abbildungen nach Zeichnungen. Originalbroschur mit illustriertem Umschlag.

Erste Einzelausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der vom Künstler signierten Vorzugsausgabe. – Erschienen anlässlich des 25jährigen Bestehens der Buchhandlung Erich W. Hartmann, Hannover. – Die Novelle, 1904 geschrieben, wurde erstmals in »Neue Freie Presse« vom 22. Mai 1904 abgedruckt, 1914 erschien sie dann in »Das Wunderkind«. – In der Vorzugsausgabe sehr selten.

21,2 : 18,3 cm. 41, [3] Seiten.

Potempa E 19.2. – Rysavy 156

942  Thomas Mann – Laudationes et salutationes Klaus W. Jonas’.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

München 2000. Mit 13 montierten Abbildungen und einigen Faksimiles. Roter Originalkalikoeinband mit goldgeprägtem Deckeltitel.

Originalexemplar der Festschrift, die Joachim Waterstradt zum 80. Geburtstag des Thomas Mann-Forschers, -Sammlers und -Bibliographen Klaus W. Jonas angefertigt hatte. Sie vereint Widmungen und Briefe Thomas Manns an Jonas. – Auf Büttenpapier. – Nach einer Anmerkung im Innendeckel handelt es sich hier um eins von zwei Exemplaren der originalen Festschrift. – Mit Widmung des Jubilars für den Herausgeber, der offensichtlich ein Exemplar zurückgeschenkt bekam. Klaus W. Jonas ließ im Jahre 2000 einige wenige Faksimiles anfertigen, die er an Bibliotheken und Sammlerfreunde verschenkte. – Dazu: Klaus W. Jonas. Der Kronprinz Wilhelm. Frankfurt 1962. Privates Faksimile der Originalausgabe, mit Widmung des Verfassers: »So viel Ehre hat noch niemand diesem Buch und seinem Verfasser angetan: Ich bin sehr gerührt und dankbar.« – 30 Briefe von Klaus W. Jonas, seiner Ehefrau Ilsedore B. Jonas und der Familie seines Bruders an den Herausgeber der Festschrift.

30,5 : 21,5 cm.

943  Die Rappen.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1400

Jahrbuch 1937. Wien, Bermann-Fischer 1937. Illustrierter Originalpergamentband.

Erster und einziger Almanach des Verlags. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ganzpergamenteinband (Gesamtauflage 3000). – Buchschmuck von Fritz Neugebauer. – Enthalten sind Beiträge, Vorabdrucke und Nachdrucke von Thomas Mann, Alfred Döblin, Hugo von Hofmannsthal, Harry Graf Kessler, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Carl Zuckmayer, Paul Valery, Bernhard Shaw, Annette Kolb u.v.a. – »Ein Jahr nach seiner Gründung legt der Bermann-Fischer Verlag seinen ersten Almanach vor, mit dem er durch Mannigfaltigkeit und Eigenart des Gebotenen dem Leser Freude zu bereiten hofft, darüber hinaus aber die Absicht verfolgt, ein Gesamtbild der dichterischen Kräfte zu geben, die er vertritt und die Gesamtheit des Publikums, an das er sich wendet, fester um das Wirken dieser Kräfte zusammenzuschließen. Jedermann weiß von den außerordentlichen Schwierigkeiten, die in der heutigen hochpolitisierten Welt der Führung eines Verlagsunternehmens entgegenstehen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Sache der Kunst, der Sache des Geistes zu dienen« (Vorwort).

19,5 : 13,0 cm. 133, [3] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen. Deckel und Ränder schwach angestaubt.

Katalog Marbach S. Fischer S. 484f

944  Christoph Meckel – Christa Reinig. Die Ballade vom blutigen Bomme.

Schätzpreis/Estimate: € 180 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 120 ( R7 )

Original-Linol- und Holzschnitte von Christoph Meckel. Düsseldorf 1972. Mit acht doppelblattgroßen signierten Originalgraphiken. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Eins von 180 Exemplaren. – Das originell gestaltete Künstlerbuch ist sicher eines der schönsten der Düsseldorfer Jahre der Eremiten-Presse. Die großen Linol- und Holzschnitte, jeder von Meckel signiert, wurden auf starkes Velin von Fabriano gedruckt, asymmetrisch gefalzt und auf der Außenseite mit den Textpassagen bedruckt. – Beilage: Zwei Briefe des Verlages, einer eigenhändig von Friedolin Reske.

33,5 : 24,5 cm. [8] Seiten, 8 gefaltete Graphiken.

Spindler 90.19. – Reske 299

945  Robert Motherwell. L’humanisme de l’abstraction.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Traduction de Joël Dupont. Caen, Le Échoppe 1991. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – Eins von 50 von Motherwell signierten Vorzugsexemplaren auf Velin (Gesamtauflage 1000). – Der von Motherwell selbst sehr hoch geschätzte Essay »On the Humanism of Abstraction« gilt als eine der verständlichsten und überzeugendsten Aussagen über die Abstraktion in der Malerei. Diese offenbar einzige Übersetzung des Textes erschien kurz vor Motherwells Tod (1915–1991). – Tadellos erhalten.

15,2 : 11,2 cm. [32] Seiten. – Unaufgeschnitten.

946  Hans Alexander Müller – Johann Hermann Detmold. Die schwierige Aufgabe.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Radierungen von Hans Alexander Müller. Leipzig 1919. Mit radierter Titelvignette und fünf Radierungen. Blauer Originalpappband mit Vergoldung (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Eins von 99 Exemplaren für die Mitglieder des Leipziger Bibliophilen-Abends, hier Nr. 56 für M. Plaut. – Zentrales Motiv der Müllerschen Radierungen ist eine Venusstatue, die von drei Herren »begutachtet« wird. – Im Originalschutzumschlag und -schuber, tadellos schön.

17,4 : 10,7 cm. [10], 77, [5] Seiten, 5 Radierungen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 66. – Eichhorn/Salter 1.10

947  Max Linde. Edvard Munch.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 350

Neue Ausgabe. Berlin, Friedrich Gottheiner 1905. Mit einem dreifarbigen Klischeedruck sowie zwölf Abbildungen, teils auf Tafeln. Originalbroschur mit montiertem Deckelbild.

Frühe Ausgabe einer der ersten Monographien über Edvard Munch (1863–1944). – Das Heft enthält u. a. einen dreifarbigen Klischeedruck auf Bütten nach dem Farbholzschnitt »Begegnung im Weltall«, der zeitgleich entstandene Farbholzschnitt »Das Herz« ist auf der ersten Tafel reprouziert. – Der Lübecker Kunstsammler und Mäzen Max Linde hatte engen Kontakt zu dem norwegischen Künstler, der ab 1902 oft Gast in der »Lindeschen Villa« war und dort für längere Zeit lebte und arbeitete. Eines der Hauptwerke Munchs ist das Gemälde »Die Söhne des Dr. Linde«.

27,5 : 22,0 cm. 14, [2] Seiten, 6 Tafeln. – Umschlagränder gebräunt.

Vgl. Schiefler 134/135

950  Wladimir Nabokoff Sirin. Sie kommt – kommt sie?

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 540

Roman. Übersetzt von J[akob] M[argot] Schubert und G[regor] Jarcho. Berlin, Ullstein 1928. Gelbe, illustrierte Originalbroschur.

Erste deutsche Ausgabe des ersten Romans von Vladimir Nabokov. – Die gelben Ullstein Bücher, Band 46. – Sein frühes Meisterwerk »Maschenka« (Originaltitel), das bereits viele Motive des Spätwerks enthält, spielt wie die meisten Romane der frühen Schaffensperiode in der russischen Emigrantenszene im Berlin der 1920er Jahre. – Am 21. III. 1928 unterzeichnete Nabokov den Vertrag mit dem Ullstein Verlag, Berlin, der diesem die Rechte für eine Buchpublikation und für eine Serie in der »Vossischen Zeitung« sicherte. Gerade die zugleich populäre wie banale und preiswerte Erscheinungsweise innerhalb der »Gelben Ullstein Bücher« und der damit einhergehende Verschleiß vieler Exemplare macht diese deutsche Erstausgabe heute fast unauffindbar. Wir konnten kein Exemplar in der Berg Collection, New York, der vollständigsten Sammlung in den USA, keines auf den beiden maßgeblichen Ausstellungen in der New York Public Library und bei Glenn Horowitz, New York, von 1999 und keines in der British Library nachweisen. – Die russischsprachige Erstausgabe erschien 1926 beim Verlag Sovo, Berlin.

253 Seiten, 1 Blatt (Anzeigen). – Band etwas fleckig und berieben, Ecken geknickt, untere vorn mit winzigem Ausriss. – Ränder der ersten und letzten Blätter teils etwas fleckig, die Heftung wurde möglicherweise später erneuert.

Friesel, V. Nabokov. Verzeichnis der ins Deutsche übertragenen Werke, 74. – Zimmer 11

952  Olaf Nicolai. Zeichenbuch.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 470

[Leipzig] 1989. Mit zwölf Farbserigraphien, davon drei doppelblattbreit und eingefaltet, und drei Transparentblätter mit serigraphiertem Titel und Text. Originalhalbleinenband mit Deckelvignette. – Mit beigelegter Zeichnung.

Eins von 50 Exemplaren (Gesamtauflage 65). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Beigelegt eine Originalarbeit des Künstlers: Flucht und Vorhang. Tempera und schwarze Fettkreide. 1990. 18,8 : 20,5 cm. Rückseitig signiert, datiert und betitelt. – Die in dem Begleitbuch zur Ausstellung der Galerie »Eigen + Art Leipzig« »enthaltenen Blätter beruhen auf den drei 1987 entstandenen Zeichenbüchern. Ich habe darin versucht, die Zeichnung wie eine Sprache zu behandeln […] Man kann die Elemente auf dem beigehefteten Blatt selbst – also nach einer eigenen Syntax – anordnen; somit selbst neue Zeichen kombinieren.« (aus dem Vorwort).

20,3 : 36,7 cm. 15 Blätter. – 3 Serigraphien aus der Durchstichheftung gelöst.

Henkel/Russ B 109

955  August Ohm – Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (Novalis). Die Lehrlinge zu Sais.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Mit Bildern von August Ohm. Oberwiederstedt, Novalis-Museum 1998. Mit 22 Abbildungen nach Gemälden. Originalpappband mit -schutzumschlag.

Mit formatfüllender Farbstiftzeichnung von August Ohm, signiert und datiert (15.11.98) auf dem Vortitelblatt. – August Ohm (geboren 1943) studierte an der Werkkunstschule Hamburg. Er lebt und arbeitet in Hamburg, Berlin und Florenz. In seinen Arbeiten setzt er sich immer wieder mit den historischen Vorbildern der abendländischen Malerei auseinander, 1998 zeigte das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe seine »Bilder zur Antike« in einer umfangreichen Einzelausstellung. »In einer Balance von Einfühlung und Verwandlung gelingen ihm ganz neue Interpretationen von anscheinend Bekanntem« (stiftung-ohm.de).

30,5 : 23,5 cm. 71, [1] Seiten.

956  Jürgen Partenheimer – Cees Nooteboom. De slapende goden. Les dieux dormants. Jürgen Partenheimer. Sueños y otras mentiras.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Gent, Ergo Press 2005. Mit zwei farbigen blattgroßen Lithographien und Illustrationen von Jürgen Partenheimer. Farbig illustrierte Originalbroschur im Acrylglasschuber.

Eins von 24 Exemplaren der niederländisch-französischen Ausgabe, weitere 24 erschienen mit deutschem Paralleltext. – Mit einer signierten Suite der beiden Lithographien. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Gedruckt auf Velin »Saunders Waterford«. – Ein Künstlerbuch, »in which the minimalism of Partenheimer is juxtaposed to Nooteboom’s ›poetry of place‹« (Webseite der Ergo Press). – Tadellos erhalten.

28,5 : 38,7 cm. [52] Seiten.

961  Hans Reimann. Die sächsische Volksseele in ihren Wallungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

10 Originalradierungen mit Begleittext. München, Ottmar Kern [1922]. Lose in Originalhalbleinenmappe mit zwei Deckelschildern.

Eins von 200 Exemplaren. – Alle Radierungen signiert, jede mit vorgelegtem Textblatt. Dort findet sich neben dem jeweiligen Titel der Radierung ein kurzer Text in der Reimann eigenen sächsischen Lautschrift (Anmerkung: »j« sprich »sch«), z. Bsp. Blatt 1 »Die Bestie in Sachsen | ›Das saachj dr, mei Guhdsdr, biss Du bloß no ä eenzjes mal widdr so gemeene zu mir, da sorgj drfier, daßde de Radiesjn von unden wachsen siehsd!‹« oder das hier abgebildete Blatt 4: »Zwischen Quatsch und Philosophie | ›Wemmr ä Bahr Laadschn hadd, unn dähr eene is wek, da nudzn een alle beede nischd«. – Mit eigenhändiger Widmung des Verlegerehepaars »Zur Erinnerung an die schönen Tage in Dresden im August 1930 | ›Auf, daß die sächsische Volksseele walle!‹« – Mit dem Titelblatt.

31,5 : 27,0 cm. 10 Radierungen, 11 Blätter. – Mappendeckel (fast) lose, ein Umschlagflügel beschädigt, einer fehlt.

Raabe/Hannich-Bode 242.21

962  Christa Reinig. Skorpion.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130 ( R7 )

Einblattdruck mit vier Holzschnitten von Cäcilia von Schoultz. 28 : 38 cm.

Exemplar 5/36. – Auf »Vélin d’Arches 88«. – Bibliographisch nicht nachweisbarer Privatdruck der Parabel vom Bücher-Skorpion, die erstmals 1968 in Christa Reinigs »Orion trat aus dem Haus. Neue Sternbilder.« in der Stierstädter Eremiten-Presse erschien. – Die Künstlerin Cäcilia von Schoultz (1931–2015) hat das gefaltete Blatt signiert und nummeriert. – Die kurze Schilderung eines Bücherkaufs endet für den Buchhändler tödlich: Der Skorpion »preßte das Buch mit beiden Händen fest an sein Herz, und, da er nichts mehr frei hatte, reichte er dem Buchhändler zum Abschied seinen Stachel. Der Buchhändler drückte den Stachel und fiel tot um.«.

971  Max Slevogt. Aquarelle zu Mozarts Zauberflöte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Einführung von Fritz Wichert. Herausgegeben von J. Meier-Graefe. München, R. Piper 1920. 14 farbige Reproduktionen nach Aquarellen, alle unter Passepartout. Zusammen mit Titelblatt und kordelgeheftetem Textheft lose in Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild.

25. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 265 Exemplaren auf Hadern-Papier (Gesamtauflage 300). – Die Faksimiles wurden nach den Originalen von der Anstalt Ganymed in Berlin als ihr erster Druck hergestellt. – Dazu: Lorenzo da Ponte. Don Juan. Mit zwanzig Zeichnungen von Max Slevogt in Holz geschnitten von Reinhold Hoberg. Berlin, Fritz Gurlitt 1921. Roter Originalhalblederband. Neue Bilderbücher, Reihe IV. Eins von 250 Exemplaren mit einem von Slevogt signierten Holzstich (Gesamtauflage 320). Auf Bütten. – »Don Juan und Zauberflöte werden Lieblingsopern des Künstlers. Da ihre Stoffe ihm im Innersten entsprechen, erscheint es ihm ganz natürlich, daß er seine Liebe zu Mozart gerade an ihnen Ausdruck geben konnte. […] Es ist das Wesen des wahren Graphikers, hinter einem Nichts die Weltfülle spürbar zu machen. Slevogt löst die Aufgabe, und was wir finden, ist Kindhaftigkeit, Lebensreichtum, Güte« (Einführung zur Zauberflöten-Mappe).

37,8 : 28,7 cm (Mappenformat). – Mappe mit Gebrauchsspuren, Gelenke der Beigabe etwas berieben.

Söhn 381–400 (Beigabe). – Rümann 66 b und 71 d. – Rodenberg 369, 25 und 394, 4.2. – Lang, Impressionismus 206 und 211

972  Max Slevogt. Die goldene Kugel.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

17 Lithographien. 1920. 28 : 20 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 35 römisch nummerierten Exemplaren der Suitenausgabe ohne Text. – Das Buch »Die goldene Kugel« mit Fritz Wicherts »märchenhafter Geschichte« erschien 1920 im Münchner Bruckmann Verlag und enthielt neben dem gezeichneten Titelblatt die 16 entzückenden Lithographien Slevogts als Textvignetten. – Auf Japanpapier, jeweils in Passepartout eingelegt und diese lose in Originalhalbpergamentmappe.

40 : 31 cm (Mappe). – Mappe etwas fleckig und berieben. – Das Passepartout gebräunt, sonst tadellos.

Söhn 277–293, alle c. – Rümann 108 a. – Lang, Impressionismus 204

973  Max Slevogt. Alte Märchen

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

mit der Feder erzählt, in Worte gefasst von Joachim Zimmermann. Berlin, Propyläen 1920. Mit einer signierten Lithographie und 20 Tafeln nach Federzeichnungen. Mit 23 Textblättern lose in Originalpergamentmappe mit der goldgeprägten Künstlersignatur als Deckelvignette.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Lithographie »Schneewittchen bei der Morgentoilette«. – Neben der Titelzeichnung enthält die Folge 19 detaillreiche Zeichnungen von Slevogt zu Märchen der Brüder Grimm, Perrault u. a. Sammlungen. Jede Tafel in Passepartout eingelegt, dazu jeweils ein Blatt mit der Kurzfassung des Märchens. – In Slevogts buchkünstlerischem Œuvre spielen die Märchenillustrationen eine zentrale Rolle, Rümann nennt allein zwölf illustrierte Grimm-Ausgaben. Viele Zeichnungen zu »Alte Märchen« gewinnen besonderen Reiz durch die comicartigen, auf einer Zeichnung vereinigten Bildsequenzen.

31 : 38 cm (Mappe). – Pergament etwas stockfleckig, Deckel leicht verzogen. – Passepartout der Litho mit Abklatsch der Mappenflügel, die Litho nicht betroffen.

Rümann 63 a. – Söhn 329 b

975  Max Slevogt – [Johann Wolfgang von] Goethe. Das Maerchen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Wien und Hellerau, Avalun 1922. Mit einer signierten Lithographie von Max Slevogt. Roter Originalmaroquinband mit Vergoldung (P. A. Demeter).

18. Avalun-Druck. – Eins von 135 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 260). – Auf Bütten. – Den Text druckte Jakob Hegner, Hellerau, Slevogts Lithographie M. W. Lassally, Berlin.

22,7 : 17,7 cm. 105, [7] Seiten. – Ränder minimal fleckig, Kanten minimal berieben, eine Ecke stärker. – Filetenvergoldung an einigen Stellen gelöst.

Söhn 548. – Rümann 26 a

976  Max Slevogt. Das singende, springende Löweneckerchen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Zwölf Zeichnungen zu dem Märchen der Brüder Grimm, in Holz geschnitten von Oskar Bangemann. 1923. Signiert.

Eins von 50 Exemplaren der Suitenausgabe ohne den Text – In der Reichsdruckerei mit der Handpresse auf China gedruckt und in Passepartouts. – Die Mappenausgabe erschien wie die Buchausgabe 1923 bei Bruno Cassirer, Berlin. – Mit Doppelblatt (Titel und Auflagenvermerk) lose in der Originalhalbpergamentkassette.

39,5 : 29,5 cm (Kassette). 12 Holzschnitte. – Kassettendeckel fleckig und berieben. – Textblatt stockfleckig.

Söhn 622–633. – Rümann 38 b

977  Max Slevogt. Der gelernte Jäger.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

13 Federlithographien zu dem Märchen der Brüder Grimm. 1924. Signiert.

Eins von 100 Exemplaren der Suitenausgabe ohne Text. – Die Lithographien wurden mit der Handpresse auf feines Chinapapier gedruckt und in Passepartouts montiert. – Die Mappenausgabe erschien wie die Buchausgabe 1924 bei Bruno Cassirer, Berlin. – In der Originalhalbpergamentkassette mit Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel. – Ohne das Doppelblatt mit Titel und Auflagenvermerk.

39,5 : 29,5 cm (Kassette). – Kassettenränder berieben. – Vereinzelt schwach stockfleckig, Titellithographie stärker.

Söhn 725–737 (datiert irrtümlich auf 1933/34). – Rümann 30 b

978  Max Slevogt – Vier Märchenbücher.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Berlin, Bruno Cassirer 1920–1924. Mit Illustrationen nach Federzeichnungen und Federlithographien. Drei Originalhalbpergamentbände, ein Originalhalblederband.

I. Alte Märchen mit der Feder erzählt, in Worte gefaßt von Joachim Zimmermann. 1920. 20 Tafeln. – II. Zeichnungen zu Kinderliedern, Tierfabeln und Märchen. 1920. 42 Illustrationen. Auflage 600. – III. Das singende, springende Löweneckerchen. 1923. 12 Illustrationen. Auflage 360. – IV. Das blaue Licht. 1924. 15 Federlithographien. Auflage 400. – Alle im Druckvermerk vom Künstler signiert.

Einbände angestaubt (II und III), Deckel lichtrandig (II).

Rümann 63b, 52a, 38a und 37b. – Söhn 329 b, 294–328 a, 621-633, 671-685 b

979  Tschechiche Buchkunst – Saint-John Perse. Kronika.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Prag, Lyra 1982. Mit sechs signierten Farbradierungen von Jan Souček. Olivgrüner Kalblederband mit Blind- und Goldprägung.

Eins der 200 Vorzugsexemplare im Ledereinband von Jiriho Faltuse. – Jan Souček (1941–2008) zählte zu den wichtigsten Vertretern des tschechischen Neo-Surrealismus. Zu Leben und Werk vgl. Heinz Brüggemanns Essay auf der Webseite der Galerie Grewenig in Heidelberg. – Auf Bütten.

29,8 : 21,5 cm. 36, [4] Seiten, Broschurumschlag eingebunden. – Rücken leicht aufgehellt.

981  Hugo Steiner-Prag – E. T. A. Hoffmann. Das Majorat.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Propyläen [1922]. Mit zwölf blattgroßen signierten Radierungen. Originalhalblederband mit Vergoldung.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 100 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen, aber ohne Remarquen (Gesamtauflage 300). – Auf Bütten.

21,5 : 15,0 cm. 159, [5] Seiten. – Rücken leicht fleckig und verblasst, Oberrand des Vorderdeckels leicht aufgehellt.

Sennewald 22,4

992  Kurt Wolff Verlag – Sieben Almanache des Verlages.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Leipzig und München 1913–1926. Originalpappbände und -broschuren.

I. Das bunte Buch. Leipzig 1914 [1913]. Rote Broschur. Der erste Verlagsalmanach mit einem vollständigen Verlagsverzeichnis 1910–1913. Mit Illustrationen von Karl Walser, Thylmann, Kokoschka, Seewald, Lichnowsky, Tiemann u. a. Mit Textbeiträgen von Kafka, Werfel, Trakl, Heym, Robert Walser u. v. a. – II. Vom jüngsten Tag. Ein Almanach neuer Dichtung. 1916. Mit Bildtafeln. Illustrierter Pappband. – III–V. Der neue Roman. – Die neue Dichtung. – Das neue Geschichtenbuch. Ein Almanach. 1917 bzw. 1918. Mit Bildtafeln nach Kokoschka, Oppenheimer u. a. und Illustrationen von Ludwig Meidner. Drei farbige Broschuren. – VI-VII. 1925 [bzw.] 1927. Ein Almanach für Kunst und Dichtung aus dem Kurt Wolff Verlag. [München 1924 bzw. 1926]. Mit Tafeln und Illustrationen. Pappbände mit Deckelillustration von Frans Masereel. – Die Almanache I, II und IV enthalten folgende Erstdrucke von Franz Kafka: »Zum Nachdenken für Herrenreiter« (Dietz 22), »Vor dem Gesetz« (D. 28), »Ein Landarzt« (D. 48) und »Der Mord« (D. 49). – Dazu: Bücher und Graphik des Kurt Wolff Verlages. München u. a. 1925. Broschur. – Eine Beigabe.

I: Rücken verblasst und brüchig, Deckel etwas fleckig. – II: Fleckig. – V: Rücken mit Fehlstelle.

Göbel 152, 345, 361, 367, 636