ChristianHesse

im Nachverkauf (Stand 22.11.2017) | Hesse-Auktionen
im Nachverkauf (Stand 22.11.2017)

3  Albrecht Dürer. Der Apostel Paulus.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 1700

Kupferstich. 1514. 11,6 : 7,3 cm.

Schöner klarer Druck in Schwarz. – Mit dem schwach sichtbaren vertikalen Kratzer über der Mauer. – Auf Bütten. – Rückseitig mit dem eigenhändigen Besitzvermerk »P. Mariette 1669« ((vgl. Lugt 1787–1790). Pierre Mariette erbte 1657 die ohnehin schon bedeutende Sammlung seines gleichnamigen Vaters und erweiterte diese um zahllose hervorragende Drucke. – Aus dem Nachlass des Buchhistorikers Hans-Joachim Koppitz, Mainz.

Bis in die Einfassungslinie beschnitten. Rechter Rand unbedeutend schwach gebräunt. Mariettes Besitzvermerk etwas durchschlagend.

Meder 47 2 b (von d). – Bartsch 50

7  Giovanni Battista Piranesi. Veduta […] Templi de Sole, e della Luna, o d’ Iside e Serapide.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Radierung. 1759. 41,0 : 55,0 cm (55,0 : 78,8 cm).

Tempel der Venus und der Roma, von Piranesi als Tempio de Sol e Luna benannt. – Aus der ersten Pariser Ausgabe der »Vedute di Roma« (1800–1807). – Abdruck des vierten Zustands, nach Überarbeitungen, Änderung des Titels, Löschung des Preises, aber noch vor der Nummerierung.

Etwas stockfleckig und gewellt.

Hind 50 IV (von VI). – Focillon 812

9  Giovanni Battista Piranesi. Rovine delle Terme Antoniniane.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 450

Radierung. 1765. 44,5 : 69,5 cm (55 : 79 cm).

Bäder von Caracalla. – Aus der ersten Pariser Ausgabe der »Vedute di Roma« (1800–1807). – Erster Zustand, noch vor der Nummerierung.

Ränder etwas stockfleckig.

Hind 76 I (von III). – Focillon 852

20  Francisco de Goya y Lucientes. Tauromachie.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Faksimileausgabe. 43 Heliogravüren. Herausgegeben von Dr. Heinrich Pallmann. München, Delphin 1911. Mit 43 Heliogravüren. Originalhalbpergamentband. Deckelsignet, Rückentitel und Kopfgoldschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

Eins von 325 Exemplaren auf Holländisch Bütten (Gesamtauflage 400). – Einbandentwurf von Walter Tiemann. – Herstellung der Kupferplatten und Kupferdruck von der Graphischen Kunstanstalt J. B. Obernetter, München, Textdruck bei Poeschel & Trepte. – »Tauromachia« war nach »Caprichos« und »Los Desastres de la Guerra« der dritte und letzte zu Lebzeiten des Künstlers vollendete große Radierzyklus. – Die »Tauromachia«, zunächst als Illustration einer Geschichte des Stierkampfes von Don Nicolás Fernández gedacht, erweiterte Goya später, löste sich von der literarischen Vorlage und gab 1816 eine Folge von 33 Blättern heraus. »Zu den von Goya selbst numerierten Blättern treten in unserer Ausgabe 10 neue hinzu. 7 von ihnen hatte bereits der Pariser Kupferstecher und Händler Loicelet in der dritten Ausgabe veröffentlicht hatte, während die übrigen drei Blätter die Biblioteca nacional in Madrid und Dr. Hofmann in früheren Abdrucken besitzt. So finden sich hier zum ersten Male alle Radierungen Goyas, Stierkämpfe darstellend, in einer Ausgabe vereinigt.« (Nachwort). – Sehr schönes Exemplar.

37 : 51 cm. 2, Seiten, 43 Tafeln, [2], 10, [2] Seite.

22  Exlibris – Max Klinger. Aus Bode’s Bücherei.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Kaltnadelradierung. 1894. 6,4 : 5,7 cm (8,8 : 6,6 cm, Platte; 26,5 : 18,5 cm, Papier). In der Platte monogrammiert und datiert.

Exlibris des Kunsthistorikers und Museumsdirektors Wilhelm von Bode (1845–1929). – Auf chamoisfarbenem Van Gelder-Bütten. – Abgedruckt bei O. Felsing, Berlin, von der Originalplatte für die »Beilage zur Ex libris-Zeitschrift«, Jahrgang 1897, Heft 1. – Rückseitig mit Sammler- oder Druckerstempel »SH« (?, nicht bei Lugt). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt. – Tadellos. – Dazu: Titelbild zu »Der neue Tannhäuser«. Radierung. 1885. 17,5 : 12,7 cm. Der endgültige Zustand, gedruckt auf China und aufgewalzt. Als Frontispiz in der 13. Auflage von Eduard Grisebachs erotischen Erzählungen. Am Unterrand typographisch signiert und mit der Verlegeradresse.

Singer 301 IV (von IV) und 285 IV (von IV). – Gutenberg-Museum 5504

23  Exlibris – Max Esterle. Ex libris Esterle.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Farbige Lithographie. 1899. 8,3 : 7,0 cm (11,2 : 8,5 cm). Im Stein monogrammiert und datiert.

Das Eigenexlibris des Künstlers. – Abzug auf feinem Japan. – Max Esterle (1870–1947) studierte in Wien, Paris und München. Von 1910 bis 1913 war er Karikaturist für Ludwig von Fickers »Der Brenner« und arbeitete nach Fronteinsatz und Kriegsgefangenschaft an der Universität Innsbruck. Georg Trakl widmete dem Künstler, der auch ihm ein Exlibris zeichnete, das Gedicht »Winterdämmerung« (siehe KatNrn. 585 und 586). – Tadellos erhalten.

Nicht im Exlibris-Katalog Gutenberg-Museum.

28  Exlibris – Heinrich Vogeler. Ex libris Jenne Eggert.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Radierung. 1923. 9,0 : 6,7 cm (12,7 : 10,0 cm). Signiert, in der Platte monogrammiert.

Schöner Abdruck in Graugrün auf starkem breitrandigem Japan. – Rückseitig mit Sammlerstempel Alfred Misch (Lugt 1816f). – Dazu: Heinrich Vogeler. Ex libris Gustav Borgmann. Radierung. 1911. 8,3 : 5,8 cm (12,2 : 9,2 cm). In der Platte monogrammiert. In Hellbraun, gedruckt auf Japan. – Rief 141. – Beide gerahmt.

Tadellos, in Museumsrahmung.

Rief 179

30  Heinz Battke. Hiddensee – Alt Bessin.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Tuschfeder. 1931. 33 : 59 cm. Signiert und datiert »A31«.

Nach dem Werkkatalog entstanden im Sommer 1931 mehrere Zeichnung auf Hiddensee. – Auf Bütten. – »Was bleibt vom Werk Heinz Battkes? […] Eine Anzahl von Zeichnungen, die in der vielfältigen und hektischen Szene der Kunst nach 1945 ihren eigenen Platz beanspruchen dürfen. Gewiß, keinen Platz im Zentrum – die Hauptentwicklungslinien der modernen Kunst zielten in andere Richtungen als das Battkesche Œuvre. Und dennoch keinen unbedeutenden.« (Wieland Schmied, in: Cüppers, Werkkatalog, Hamburg 1970).

Stärker gebräunt, einige Partien in grauer Tusche stark durchschlagend.

Cüppers 39

31  Max Beckmann. Pierrot und Maske.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 140

Lithographie. 1920. 31,0 : 20,2 cm (32,3 : 24,2 cm).

Erschienen in Kurt Pfisters »Deutsche Graphiker der Gegenwart«.

Mit Bräunungsschatten.

Hofmaier 173 B b

33  Giorgio de Chirico. La partenza di Giasone.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausruflimit/Reserve price: € 590

Farblithographie. 1966. 30,5 : 45,5 cm. Signiert.

Späte Lithographie, angelehnt an das Motiv des Gemäldes »Aufbruch der Argonauten« von 1920. – Auch im Stein signiert. – »In den Bildern Chiricos erscheint alles in sein Gegenteil verkehrt. Wir finden nicht, was wir in ihnen suchen. […] Die Piazza wird zum Ort, an dem sich die Unmöglichkeit von Kommunikation erweist. Die scheinbar vertraute Perspektive der Renaissance schlägt um in Irritation. Die Fassaden verbergen Architekturen, in denen nicht mehr gewohnt wird. Oft sind die Schatten mächtiger als die Objekte. Der Horizont ist verstellt. […] Kein bildnerisches Werk artikuliert wie das Chiricos die »conditio humana« zu Anfang dieses Jahrhunderts. Die immer wieder beschworenen Empfindungen einer Epoche, Angst und Unsicherheit, Isolation und Entfremdung, Vorahnung und Verhängnis sind hier in knappsten Chiffren und halluzinatorischer Nüchternheit ausgedrückt.« (Wieland Schmied, Die Zeit, Dezember 1978).

Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

35  Salvador Dali. Arrugas de espermatozoides melancólicos.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 260 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,5 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 15 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 862

36  Salvador Dali. Espeluznante columna concreta.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 260 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,5 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 17 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 864

37  Salvador Dali. Les rinden las máquinas fosfénicas.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 260 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,5 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 34 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 881

38  Salvador Dali. Bon jour.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 260 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,5 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 36 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 883

39  Salvador Dali. No.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 260 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,5 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 38 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 885

41  Salvador Dali. Torcuato de Tarso.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 260 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,5 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 77 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 924

42  Otto Dix. Selbstporträt

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausruflimit/Reserve price: € 750

(von vorn, vor dunklem Hintergrund). Lithographie. 1964. 40,8 : 29,6 cm (54,5 : 42,7 cm).

Unsignierter Probedruck vor der Auflage von 46 Exemplaren. – Auf weißem Bütten. – Gedruckt von Roland Ehrhardt, Dresden, und aus dessen Besitz. – Sehr gut erhalten. – Mit Expertise von Florian Karsch.

Ober- und Unterrand je etwa 3 cm beschnitten, dadurch die rückseitige Widmung nicht mehr zuschreibbar.

Karsch 300

45  Willi Geiger. Paar mit Tier.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Lithographie. 1917. 23,0 : 17,2 cm (38,0 : 27,0 cm). Signiert, im Stein monogrammiert und datiert.

Auf Japan. – Aus der Vorzugsausgabe der Zeitschrift »Marsyas« (Heft 3), somit wohl eins von 35 Exemplaren.

Oberrand mit Anheftungsspuren.

Söhn HDOG 13803-14

46  Willi Geiger. Dostojewski: Das junge Weib.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

12 Radierungen. 1922. 17,7 : 13,7 cm (32,0 : 25,3 cm). Alle signiert, datiert und bezeichnet.

Vollständige Folge der zwölf Radierungen, darunter das Titelblatt mit großer Vignette und radiertem Text nach Geigers Handschrift. – Auf Velin »Van Gelder Zonen«. – Alle bezeichnet mit »2. Pr[obe] Dr[uck] A« und dem jeweiligen Zustand (hier 1.–4.), alle signiert und datiert »1922«. – Die endgültige Auflage für das Buch wurde bei H. Wetteroth, München, gedruckt. Das Buch erschien in einer Auflage von 200 Exemplaren im Leipziger Seemann Verlag. – Kräftige Abdrucke mit schönem Plattenton.

Katalog Lindenau-Museum 791–802

49  Werner Gilles. Schwarzenbach.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 660

Aquarell. 1946. 31,5 : 41,5 cm. Signiert.

Vom Vorbesitzer 1965 durch Vermittlung und mit Echtheitsbestätigung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Umlaufend fest in Passepartout montiert.

51  Werner Gilles. Ophelia.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Farbige Lithographie. 1947. 39,0 : 52,0 cm (48,0 : 61,0 cm). Signiert, datiert, betitelt und mit »Orig.Litho« bezeichnet.

Vom Vorbesitzer durch Vermittlung und mit Echtheitsbestätigung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt, in den Rändern wenige, kaum sichtbare Stockflecken. Verso Montierungsreste am Oberrand, davon herrührend schwache Knicke.

53  George Grosz. Mädchenakt mit Halskette, sitzend.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausruflimit/Reserve price: € 4000

Farbige Kreidezeichnung und Aquarell. Um 1945. 63,5 : 48,3 cm.

Über Grosz’ Malstil der späten amerikanischen Jahre hatte sich Felix Weil, mit dem Grosz seit den 1920er Jahren befreundet war, wohl Ende der 1930er Jahre abwertend geäußert. Dem linksintellektuellen Mäzen proletarischer Kunst, der mittlerweile nach Argentinien emigriert war, antwortet Georg Grosz 1941 in einem Brief: »Lieber Lix, von »Kunst« verstehst Du nichts […] Hast Du jemals eine Ahnung gehabt, was es heißt, einen Arm oder eine Schulter modellieren zu können? […] wenn ein ›Arbeeta‹ oder irgendein Dir vertrautes sozialdemokratisches Symbol dargestellt ist – ja dann verstehst Du’s und ›genehmigst‹ es – ich sage extra: genehmigst – ich muß es ein wenig schärfer sagen – damit Du endlich einmal Deine Grenzen besser erkennst. […] Mann, wie wunderbar war Van Gogh, wie herrlich Renoir, wie gewaltig Delacroix – Degas, Dich bete ich an – und den großen Ingres nicht zu vergessen – gut, für Dich sind es dumme Malersknechte. […] Ich wollte immer Maler werden. […] Wenn später der ganze Inhaltszimt vergessen sein wird, wird die Linie, die Farbe noch leben wie eine Melodie. […] Deine etwas banale sozialdemokratische und etwas veraltete Verachtung der Kunst kann ich nicht teilen – es lebe die Malerei und die großen alten Meister« (George Grosz, Briefe, Reinbek 1979, Seite 295f.) – Auf bräunlichem Bütten »MBM – Ingres d’Arches«. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel, dieser mit Werknummer »1 – 61 – 4«, und dort von fremder Hand betitelt und datiert. – Rückseitig eine Bleistiftzeichnung (Männliche Figur über Tisch gebeugt). – Nach Vermutung des jetzigen Eigentümers könnte es sich bei der Dargestellten um die Schwägerin des Künstlers handeln.

Provenienz: Ver Lazuk Gallery, Gold Spring Harbour, Maryland, USA. – Privatsammlung New York. – Privatsammlung Hamburg.

55  Erich Heckel. See vor Hügeln.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausruflimit/Reserve price: € 3000

Aquarell über Kreide. 1940. 48,5 : 66,5 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt.

Die unverfänglich friedliche Landschaft zeichnete Erich Heckel in einer seiner künstlerisch schwierigsten Lebensphasen. 1937 hatte er Ausstellungsverbot erhalten, mehr als 700 seiner Arbeiten wurden als »entartet« beschlagnahmt und aus deutschen Museen entfernt. Im März 1939 wurden im Hof der Berliner Hauptfeuerwache bei einer »Bilderverbrennung« mehr als 1000 Gemälde und etwa 3800 Aquarelle und Graphiken von verschiedenen Künstlern vernichtet. Noch lebte Heckel in Berlin, sein dortiges Atelier wurde erst 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. – Auf Fabriano-Büttenkarton.

Etwas stockfleckig.

58  Erich Heckel. Bergkegel.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausruflimit/Reserve price: € 4000

Aquarell. 1960. 44,5 : 58,5 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Auf Bütten »CMFabriano«. – In eindrücklicherer Farbigkeit als die eher naturalistischen Landschaften der 1950er Jahre. – »Der Landschaftsmaler hat aus der Landschaft am Bodensee wie aus den Reisen in die Schweizer Alpen reichen Gewinn gezogen […] Der Zwang, ständig unter dem Vergleich mit dem Motiv arbeiten zu müssen, hat, wie wie wir wissen, bei Heckels Arbeitsweise nie bestanden. Stets war sein Hauptaugenmerk stärker auf die Herstellung einer Bildordnung, auf die Harmonie der Farben und den Rhythmus der Form gerichtet, ohne daß man darüber den Anteil des Seherlebnisses ganz vergessen dürfte« (Paul Vogt).

Leichter Knick im rechten Rand.

61  Heinrich Heuser. Porträt Thomas Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausruflimit/Reserve price: € 600

Radierung. 1922. 21,5 : 15,5 cm (29 : 24 cm). Signiert.

Exemplar 27/50. – Aus der Mappe »Köpfe«, Verlag Friedrich Dehne, Leipzig. – Die ersten 50 Exemplare wurden auch von den Dargestellten, hier also Thomas Mann, signiert. – Auf Bütten. – Heinrich Heuser (1887–1967) studierte Malerei in München und war Meisterschüler von Fritz Mackensen in Weimar. 1912 schloss er sich der Berliner Sezession an, 1919 wurde er Gründungsmitglied der Darmstädter Sezession, war ebenso Mitglied im Deutschen Künstlerbund Weimar, in der Rheinischen Sezession und im Ausstellungsverein Pommerscher Künstler Stettin. 1937 wurde er von den Nationalsozialisten als »entartet« eingestuft, seine Bilder aus den Galerien entfernt.

Im Passepartoutausschnitt gebräunt

63  Franz M. Jansen. Bröltal-Landschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Radierung. Um 1928. 24,9 : 34,0 cm. (31,2 : 41,0 cm). Signiert.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 10 aus »Die Schaffenden«, VIII. Jahrgang, Mappe 1, 1932. – Herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Auch in der Platte signiert und datiert. – Franz Lambert Jansen (1885–1958) gehört zu den bedeutenderen Vertretern des Expressionismus, wie viele Maler aus dem Kreis der Rheinischen Expressionisten war auch er kein akademisch ausgebildeter Künstler. Einen schweren Rückschlag in seiner künstlerischen Karriere erfuhr er 1937 als aufgrund seiner Schriften zum Expressionismus, die Anfang der 1920er Jahre entstanden waren, und seiner Holzschnitte (vor allem in der Zeitschrift »Die Aktion«) 157 seiner Werke in deutschen Museen als »entartete Kunst« beschlagnahmt wurden.

Unterer Rand mit wenigen winzigen Einrissen.

Söhn HDOG 72723-10. – Merholz 324 b

64  Felix Klipstein. Segovia.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Bleistiftzeichnung. 1909. 44,7 : 50,2 cm. Betitelt und datiert.

Auf festem Aquarellpapier. – Aus dem Besitz von August Klipstein, dem Bruder des Künstlers, verso mit zwei kleinen Sammlerstempeln »AK«. – Felix Klipstein (1880–1941), Maler und Radierer, verbrachte zwischen 1906 und 1908 legendäre Wanderjahre in Spanien. In Madrid lernte er 1908 die Künstlerin Editha Blaß kennen, die u. a. auch eine Malausbildung bei den Berliner Sezessionisten Lepsius und Corinth genossen hatte. Das Paar heiratete und lebte danach mehrere Monate in Segovia, einer Kleinstadt in der Nähe von Madrid. Editha Klipstein wandte sich von der Malerei ab und der Schriftstellerei zu, Felix Klipstein vollzog eine radikale Abkehr von seinen bis dahin gültigen spätimpressionistischen Kunstvorstellungen und rückte in die Nähe der Heimatkunstbewegung. In das Jahr 1911 fällt der Beginn seiner Freundschaft mit Le Corbusier, der in Laubach zu Gast in seinem Wohnturm in der mittelalterlichen Stadtmauer war. (Vgl. matrikel.adbk.de, Biografie Felix Klipstein). Er entwarf erste Pläne zu einem Haus mit Atelier für das Künstlerpaar in Laubach. »Ich war beim Bruder meines Freundes Klipstein zu Gast: der Bruder, ein großartiger Maler. Wirklich sehr interessant, ich versichere es Ihnen. Eine aufbauende Mentalität. Offenheit, Fröhlichkeit, Lebensfreude, eine grenzenlose Ehrlichkeit!« (Le Corbusier an William Ritter, 1911, zitiert nach: Le Corbusier. Reise nach dem Orient. Zürich 1991, S. 432f.).

Wenige schwache Stockflecken am Oberrand, winziger Einriss links. – Verso umlaufend Montierungsreste.

65  Oskar Kokoschka. Dionysos, Aischylos und Euripides opfern vor dem Wettkampf.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Radierung. 1969. 26,1 : 20,1 cm (40,0 : 29,0 cm). Signiert und datiert.

Auf Bütten. – Außerhalb der Auflage für Suite und Buch von »Aristophanes. Die Frösche«, ediert von Gotthard de Beauclair in seiner Reihe »Ars librorum«.

Wingler/Welz 443

66  Oskar Kokoschka. Der Beobachter.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Kaltnadelradierung. 1970. 23,5 : 17,7 cm (39,2 : 27,7 cm). Signiert.

Probedruck, neben der Auflage von 96 Exemplaren. – Verlegt von Gotthard de Beauclair, mit dem Trockenstempel der Edition. – »Vom Künstler scherzhaft ›Ich und meine Kritiker‹ benannt« (Wingler/Welz, S. 262).

Rechter Rand mit größerem, linker mit kleinem schwachen Knick.

Wingler/Welz 467

67  Oskar Kokoschka. Olda.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Kaltnadelradierung. 1972. 15,8 : 9,8 cm (22,0 : 16,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 70/100. – Auf Bütten. – Erschienen als Beilage zur Vorzugsausgabe von »Oskar Kokoschka. Erzählungen. Das Schriftliche Werk, Band 2«, Hamburg 1974.

Wingler/Welz 491

68  Käthe Kollwitz. Frau mit übereinandergelegten Händen.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Kaltnadelradierung mit Aquatinta, Schmirgel und Punktroulette. 1898/99. 28,6 : 22,8 cm (59,7 : 43,5 cm). Signiert.

Frühe Radierung, von ihr selbst in einer Publikation von 1927 auch als »Schwangere« bezeichnet. – Gedruckt in Braun auf Kupferdruckkarton. – Eins von nur wenigen Exemplaren vor der Auflage. – Nach einigen Überarbeitungen mit Punktroulette war der endgültige Zustand der Darstellung erreicht. 1918 erschienen dann 50 nummerierte Abzüge, die von der Künstlerin und ihrem Drucker Felsing signiert wurden. Hier nach Verstählung der Platte aber ohne Felsings Signatur. – Rückseitig Stempel »Aus der Sammlung Ludwig Liebl« (nicht bei Lugt).

Knesebeck 43 IV b (von VII b)

70  Fernand Léger. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1100

Farblithographie. 1947. 40,0 : 28,5 cm (42,0 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 25/100. – Auf festem Velin von Rives. – Schöne abstrakte Komposition in leuchtenden Farben. – Gedruckt von Desjobert, Paris. – Ediert von Robert Altmann, Paris, in seinem Portfolio »Brunidor 2«.

Ränder unbedeutend stockfleckig, sehr farbfrisch. – Montierungsreste.

Saphire 17

71  Fernand Léger. Femmes et enfants a l’accordeon.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Farbserigraphie nach einer Gouache von 1950/51. 1954. 45,0 : 34,0 cm (56,0 : 38,0 cm).

Exemplar 538/1000. – Auf Velin d’Arches. – Aus dem Mappenwerk mit zehn Serigraphien nach Gouachen, gedruckt von Jean Bruller, Paris. Mit dem Trockenstempel »Sérigraphie F. Leger« und dem Monogramm des Druckers.

Saphire E 11

74  Wilhelm Maxon. Acht Holzschnitte, davon drei koloriert.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Um 1920. 5 : 5 – 8 : 12 cm. Alle signiert.

Fünf einfarbige Holzschnitte in gleicher Größe (8 : 10 cm, 15 : 15 cm) auf Bütten. Mit religiösen Motiven aber auch Aphorismen. – Drei Landschaften, koloriert. – Wilhelm Maxon (1894–1971) studierte 1913 in München bei Fritz Helmuth Ehmcke. Später unterrichtete er selbst und gab Malkurse in Prien/Chiemsee. In den 1920er Jahren war er auf Ausstellungen der Münchener Neuen Secession verteten, in der Nazizeit galt er als »entartet«.

Teils etwas stockfleckig.

75  Else Meidner. Alfred Döblin.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 270 ( R19 )

Kaltnadelradierung. 17,9 : 13,8 cm (41,0 : 30,8 cm). Signiert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 10 aus »Die Schaffenden«, VI. Jahrgang, Mappe 2, 1929. – Else Meidner (1901–1987), die eigenständige Künstlerin an der Seite ihres ehemaligen Lehrers und späteren Mannes Ludwig, erkämpfte sich schon früh gegen familiären Widerstand die Erlaubnis zum Kunststudium. Fürsprecher waren Käthe Kollwitz und Max Slevogt. Von den Nationalsozialisten als Juden und »entartete Künstler verfemt, floh die Künstlerfamilie 1939 nach London. Dort findet sie zwar wieder zu einem farbenfroheren Stil, die 137 Gemälde und über tausend Zeichnungen, die sie anfertigt, bleiben jedoch, bis auf einige kleinere Ausstellungen, zu ihren Lebzeiten weitgehend unbeachtet. Erst Jahre nach ihrem Tod wird ihre Kunst wiederentdeckt. 2002 präsentierte das Jüdische Museum Frankfurt ihre Arbeiten gemeinsam mit denen ihres Mannes. – Dazu zwei weitere Graphiken: I. Walter Jacob. Kopf. Lithographie 1921. – II. Werner Laves. Ein Jude. Kaltnadelradierung. 1928. Je ca. 41 : 31 cm (Blattmaß). Beide signiert. Aus »Die Schaffenden«, III. bzw. VI. Jahrgang, Mappe 3 bzw. 2. Beide auf Bütten, I mit dem Trockenstempel der Edition.

Beigabe II im Passepartoutausschnitt gebräunt.

Söhn HDOG 72720-10 und 72711-4, 72720-9 (Beigaben)

76  Alfred Partikel. Drei Frauen mit Reh.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Lithographie. 1921. 29,8 : 23,2 cm (45,0 : 34,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 17/100. – Auf Bütten. – Gedruckt bei Hermann Birkholz, Berlin. – Aus der Mappe »Freie Secession Berlin – 17 Steinzeichnungen«, die neben dem schönen Blatt des ostpreußischen Künstlers Alfred Partikel (1888–1945) auch Lithographien so prominenter Mitglieder wie Heckel, Hofer, Kollwitz, Liebermann, Pechstein, Schmidt-Rottluff und Slevogt sowie eine Industrielandschaft von Wolf Röhricht (siehe KatNr. 99) enthielt.

Oberrand mit winzigen Einrissen.

Söhn HDOG 229-10, dort »o.T. (Bauernmädchen)«

82  Max Peiffer Watenphul. Frau mit Fruchtschale.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 170 ( R19 )

Radierung. 1921. 28,5 : 20,4 cm (41,0 : 30,3 cm). Signiert und datiert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 8 aus »Die Schaffenden«, III. Jahrgang, Mappe 3, 1922. – Herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Mit dem Trockenstempel der Edition.

Schwach gebräunt. – Rechte obere Ecke mit winzigem Knick.

Pasqualucci D 12. – Söhn HDOG 72711-8

88  Pablo Picasso. Jeu de ballon sur une plage.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 300 ( R19 )

Farbiger Linolschnitt. 1957. 8,0 : 13,0 cm (23,8 : 15,8 cm, gefaltet).

Eins von 200 Exemplaren auf »papier vergé«. – Auf gefaltetem Doppelblatt, Vorderdeckel von »Dans l’argile de Picasso«, Poèmes de Henri-Dante Alberti. Vallauris 1957.

Aus Goeppert/Cramer 89. – Bloch 1273

89  Pablo Picasso. Toros en Vallauris.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 1900

Farbiger Linolschnitt. 1957. 64,0 : 53,5 cm (100,0 : 65,0 cm). Signiert.

Neben der Auflage von 198 Exemplaren auf glattem Papier. – Mit rotem Fettkreidestift signiert. – Gedruckt bei Arnéra, Vallauris.

Leichte Knitterspuren. – Ränder rückseitig umlaufend hinterlegt.

Bloch 1276. – Czwiklitzer 23

93  Pablo Picasso. Frederic Joliot-Curie.

Schätzpreis/Estimate: € 1800 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 1200 ( R19 )

Offsetlithographie nach einer Zeichnung. 1959. 65,5 : 51,5 cm. Signiert und datiert.

Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers »pour … 15. 8. 62, son ami Picasso«. – Auf Velin d’Arches. – Vor der Verwendung als Plakat wurden 200 Exemplare ohne Umrahmung gedruckt. – Künstlerexemplar, wie weitere 200 nummerierte Exemplaren ohne die Textumrahmung des Plakats.

Vgl. Czwiklitzer 157

96  Imre Reiner. Hypericum. – Nelke.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Zwei Lithographien. 1955 und 1963. 62,0 : 43,0 cm. Signiert und nummeriert (I).

Jeweils eins von 65 Exemplaren. – In rotem Crayon signiert.

An den äußersten Rändern gebräunt. Mit winzigen Stockflecken bis in die Darstellung (I). In allen Ecken kleine Löcher von Reißzwecken (II).

98  Georges Rouault. Automne.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 1900

Lithographie. 1933. 43,8 : 58,0 cm (55,5 : 73,5 cm). Signiert und bezeichnet.

Eins von 60 Exemplaren des seltenen zweiten Zustands. – Auf starkem strukturiertem Karton. – Unten rechts im Stein monogrammiert, betitelt und datiert. – Rouault hatte den Stein nach einer ersten Auflage von 1927 (30 Exemplare) überarbeitet und dabei besonders die Konturen einiger Figuren verstärkt. – Am Unterrand vom Künstler signiert und bezeichnet »2e tirage automne – 1933 – à 60 ex.«. – Dazu: Fünf Radierungen von Georges Rouault, davon zwei aus »Miserere« (»Au vieux faubourg des Longues Peines« und »Des ongles et du bec«; 1923 und 1926, Wofsy 117 und 157), eine aus »Les Fleurs du Mal« (»Les Mariés«, 1926, Wofsy 230) und zwei aus »Réincarnations du Père Ubu« (»Homme à la moustache et aux lunettes« und »Femme nue, assise«, 1928, Wofsy 308 und 309). – Alle etwas stockfleckig und gebräunt. – Eine Beigabe.

Unbedeutende kleine Stockflecken.

Chapon/Rouault 364 (2). – Wofsy 59

100  Neun Graphiken aus »Die Schaffenden«.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 600 ( R19 )

1922–1930. Sechs Blätter signiert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – I. Robert M. Huth. Mädchen vor dem Spiegel. Radierung. 1922. – II. Helmut Krommer. Ruhende Tänzerin. Radierung. 1921. – III. László Medgyes. Frauenbildnis. Lithographie. 1922. Im Stein signiert. – IV. Gustav H. Wolff. Schrifttafel »Rimbaud: Le pauvre Songe«. Holzschnitt. 1922. – V. Hans Kuhn. Drei Personen. Radierung. 1926. – VI. Hermann Huber. Badende. Lithographie. 1930. – VII. Hermann Huber. Sturm. Lithographie. 1930. – VIII. Evamarie Schlenzig. Pensionatsspaziergang. Lithographie. 1920. – IX. Evamarie Schlenzig. Treppen in Fiesole. Lithographie. 1930. – Mit dem Trockenstempel der Edition (I, II, III), signiert (II, IV, VI, VII, VIII, IX) und datiert (I, V).

Alle ca. 41 : 31 cm (Blattformat). – I mit wenigen, kaum sichtbaren, Stockflecken. Ränder von IV leicht geknittert, Papier etwas angestaubt.

Söhn HDOG 72711-3, 72711-5, 72712-8, 72713-10, 72720-8, 72721-3 und -4, 72721-8 und -9

101  Sieben Graphiken aus »Die Schaffenden«.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 500 ( R19 )

1922–1931. Fünf Blätter signiert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – I. Rahel Szalit-Marcus. Tartarin. Lithographie. 1922. – II. Konstantin Tereschkowitz. Sitzende Frau. Lithographie. 1923. – III. Konstantin Tereschkowitz. Mädchen mit Blumen. Lithographie. 1923. – IV. Eduard Gunzinger. Toulon. Radierung. Um 1928. – V. Hermann Teuber. Spandauer Straße. Radierung. 1929. – VI. Hermann Poll. Konzert. Radierung. 1931. – VII. Hermann Teuber. Reiter im Park. Radierung. 1930. – Mit dem Trockenstempel des Verlags (II, III) signiert (I, IV, V, VI, VII) und datiert (II, III).

Alle ca. 41 : 31 cm (Blattformat). – Oberrand von I, VI im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt.

Söhn HDOG 72715-5, -6 und -7, 72720-7, 72721-10, 72723-6 und -9

103  Hermann Scherer. Rodion Raskolnikoff nach Dostojewski.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 380

16 Holzschnitte. 1926/1961. 33 : 27 cm (50 : 35 cm).

Eins von 125 Exemplaren, daneben fünf Belegexemplare. – Die Holzschnitte stammen von dem Schüler und Freund Ernst Ludwig Kirchners. 1926, kurz vor Scherers Tod, entstanden. Eine Auflage im eigentlichen Sinne kam nicht zustande. – Erst 1961 erfolgte die Ausgabe, abgedruckt von den Originalstöcken aus dem Besitz der Kunstsammlung Basel. – Ediert von der Schweizerischen Graphischen Gesellschaft. – Mit dem Textblatt lose in der Originalhalbleinenmappe mit dem in Blau gedruckten Deckelholzschnitt. Die Mappe wurde nach dem Muster des Künstlers angefertigt.

Nicht im Kat. Lindenau-Museum und nicht in der Rifkind-Collection

105  Rudolf Schlichter. Liebesunterhaltung.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Lithographie. 1923. 40,5 : 30,5 cm. Signiert.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 8 aus »Die Schaffenden«, IV. Jahrgang, Mappe 4, 1923. – Herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Mit Wasserzeichen und dem Trockenstempel des Verlags.

Söhn HDOG 72716-8

106  Martel Schwichtenberg. Varietésoubrette.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Radierung. 1922. 18,5 : 11,0 cm (41,5 : 29,8 cm).

Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 9 aus »Die Schaffenden«, III. Jahrgang, Mappe 4, 1922. – Herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Mit dem Trockenstempel der Edition. – Fast 30 Jahre lang arbeitete Martel Schwichtenberg (1881–1948) zunächst als festangestellte künstlerische Leiterin, später als freiberufliche Grafikerin für Bahlsen in Hannover. 1920 bezog sie in Berlin-Charlottenburg ihr eigenes Atelier, trat dem Werkbund und der revolutionären Novembergruppe bei. In dieser Zeit wurde ihr Werk beeinflusst vom Expressionismus der Brücke-Künstler, Reiseeindrücke und zahlreiche Porträts von Freunden aus der Berliner Kunstszene entstehen im Stil der Neuen Sachlichkeit. – Dazu: Hermann Mayrhofer. Im Kaffeehaus. Kaltnadelradierung. Um 1929. 23,5 : 9,8 cm (40,8 : 31,0 cm). Signiert. Blatt 5 aus »Die Schaffenden«, VII. Jahrgang, Mappe 41, 1930. – Herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Auf Bütten.

Unterer und linker Rand mit wenigen, kaum sichtbaren Stockflecken. – Beigabe mit winzigem Einriss am linken Rand, rechter Rand minimal gebräunt.

Söhn HDOG 72712-9

107  Gustav Seitz. Porträt B. Brecht.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Lithographie. 1967. 30,5 : 26,0 cm (51,0 . 40,0 cm). Signiert.

Exemplar H, eins von 15 für Künstler und Verleger (Gesamtauflage 250). – Auf Velin mit dem Trockenstempel der Edition. – In: Bertolt Brecht. Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration. Edition de Beauclair, Portfolio-Ausgaben mit Originalgraphik zeitgenössischer Meister, 4. – Zusammen mit dem Text auf grauem Kupferdruckkarton in Originalleinenmappe. – Tadellos.

1 Textblatt mit leichtem Knick.

Spindler 40.42

110  Jacques Villon. Huit lithographies originales.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 2000

[Présenté par] Lionello Venturi. Paris, Louis Carré 1962. Acht signierte Farblithographien. Originalleinenband.

Eins von 175 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 225). – Sieben der acht farbenprächtigen Lithographien schuf Villon nach Gemälden aus den Jahren 1932–1955, eine (Le vase jaune) explizit für dieses Werk. – Alle gedruckt bei Mourlot, Paris. – Jede Lithographie ist auf einem Seidenvorblatt betitelt. – Mit dem biographischen Text des Herausgebers. – Tadellos erhalten. – Selten.

43 : 53 cm. [32] Seiten, 8 Lithographien.

Ginestet/Pouillon App. 65–72. – Monod 11311

111  Heinrich Vogeler. Erster Sommer.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Radierung. 1904. 34,5 : 24,6 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert.

Eins der in unbekannter Auflagenhöhe gedruckten Exemplare in Braun auf getöntem Bütten und mit der zusätzlichen Signatur des Druckers Otto Felsing, Berlin, unten links.

Kleine Bereibungen und etwas stockfleckig.

Rief 38 1993 II d (von f)

112  Heinrich Vogeler. Kirche in Vouziers.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Lithographie. 1917. 21,7 : 18,0 cm (31,0 : 21,5 cm). Im Stein monogrammiert.

Auf bräunlichem Karton. – 50 Exx Faltblatt, sign. – Auflage als einzelblatt unbekannter Höhe. Entstand in Erinnerung an die »Ausstellung von Werken feldgrauer Künstler in Champagne« in Vauziers 1917. – Als Eine Beigabe.

Rief 1993 189 b

113  Rudolf Wacker. Briefschreiberin.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 270 ( R19 )

Lithographie. 1923. 32 : 25 cm (40,8 : 30,2 cm). Signiert.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 8 aus »Die Schaffenden«, IV. Jahrgang, Mappe 3, 1923. – Herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Mit Wasserzeichen und dem Trockenstempel des Verlags. – Rudolf Wacker (1893–1939) zählt zu den bedeutensten österreichischen Vertretern der Neuen Sachlichkeit. Zunächst scheitert er an der Aufnahmeprüfung der Akademie der Bildenden Künste in Wien, lernt dann ab 1911 an der bekannteste Zeichenschule jener Zeit in Weimar bei Albin Egger-Lienz und dem Illustrator Walter Klemm. Zuerst vom Expressionismus beeinflusst, treten bald stilistische Elemente der Neuen Sachlichkeit in Wackers Arbeiten auf. Heute gilt der Künstler als einer der Vorläufer des Magischen oder Phantastischen Realismus.

Linke obere Ecke ganz schwach geknickt.

Söhn HDOG 72715-8

115  Horst Antes. Hände mit Scheibe.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Farblithographie. 1970. 41,0 : 53,0 cm (63,0 : 72,0 cm). Signiert, datiert und mit »Probe« bezeichnet.

Einer von wenigen Probedrucken vor der Auflage von 90 Exemplaren. – Noch mit abweichender Farbstellung, die Scheibe eher in Blaugrau. – Auf Velin. – Gedruckt von Matthieu, Dielsdorf/Zürich. – Die Auflage edierte Wolfgang Ketterer, München. – Tadellos erhalten.

Lutze 634 1 (von 2) mit farbiger Abbildung

119  [Detlef] Beck. Ein guter Freund … kommt zu Besuch …

Schätzpreis/Estimate: € 100 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 66 ( R19 )

Zweifarbige Serigraphie. 1988. 61,5 : 46,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 38/40. – Karikierender Bilderbogen, der auf den Besuch des 70jährigen rumänischen Staatschefs Ceausescu in der DDR Bezug nimmt. – Detlef Beck (geboren 1958) arbeitet seit dem Untergang der DDR als Karikaturist für ZEIT, taz, Eulenspiegel, Cicero u. a. Die vorliegende Arbeit hätte 1988 wohl lediglich Eingang in die Stasi-Akte von Detlef Beck gefunden.

120  Horst Becking. Wanderung durch eine vergessene Landschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Sechs Farbradierungen. 1972. Ca. 6 : 6 cm (18,0 : 19,5 cm). Signiert und mit »Probe« bezeichnet.

Je einer von fünf Probeabzügen, vor der Auflage von 22 Exemplaren. – Lose in brauner Leinenkassette. – Eine der frühesten graphischen Folgen des 1937 in Hagen geborenen Künstlers. Von 1971 bis 1977 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf, zunächst bei Joseph Beuys, später bei Rupprecht Geiger. – Künstlerbücher und Graphikfolgen von Horst Becking werden ab 1979 verzeichnet.

121  Horst Becking. Grüne Inseln. Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Sechs Farbradierungen, teils mit Aquatinta und Katnadel. 1976. 35 : 39 cm. Signiert, datiert und bezeichnet.

Wohl nie als Auflage erschienene Folge, die Blätter mit »e.a.« bzw. »Probe« bezeichnet. – Auf leicht getöntem Kupferdruckkarton. – Eine Radierung wurde von zwei Platten gedruckt. – Mit den beiden Textblättern (Titel und die sechs Gedichtzeilen von Dylan Thomas, die den Künstler inspirierten) lose in grüner Leinenkassette.

Kassette minimal berieben.

123  Marcel Broodthaers. Tinaia 9 Box.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Köln 1994. Buch, Plakat, Broschüren, CD und Beilagen zusammen in Originalleinenkassette und -schuber.

Enthält: 1. Wilfried Dickhoff. Marcel Broodthaers. Köln 1994. . Originahalbleinenband. Mit zahlreichen Abbilungen, einem Verzeichnis der Werke 1963–1976, Biographie, Bibliographie und mehreren Aufsätzen. – 2. »Carte du monde poetique«. Mehrfach gefaltetes farbiges Poster. – 3. »… Modele: ceci n’est pas une pipe …« (Faksimile). Halbleinen-Mappe. – 4. Interview with Fredy de Vree (CD). – 5. Projets. Originalbroschur. – 6. Magie. Originalbroschur.

31 : 31 cm.

127  Franz Eggenschwiler. Frauen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

46 (von 50) farbigen Offsetdrucken. 1970/71. 76 : 54 cm. Meist monogrammiert und datiert.

Auf unterschiedlichem Zerkall-Bütten, lose, ohne die Mappe. – Die Offsetdrucke wurden fotolithographisch und im Iris-Verfahren nach Zeichnungen und Collagen gedruckt. – Das vorliegende Exemplar wurde wohl von Eggenschwiler selbst aus Künstlerdrucken für einen Freund zusammengestellt. Viele Blätter mit Nummerierung (z. B. XVI/XX), fünf nicht monogrammiert. – Es fehlen die Blätter 1 (Text), 2, 23 und 24. – Dazu: Fünf Farboffsetdrucke von Franz Eggenschwiler. 1967–1971. Alle monogrammiert und datiert. – Robert Wälti + Franz Eggenschwiler 2. Serigraphie auf Silberkarton. Wohl für einen Buch- oder Mappenumschlag.

Katalog Basel 1971 Seite 26f

128  Franz Eggenschwiler und Konrad Vetter. UFO-Mappe.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

39 (von 43) farbigen Offsetdrucken. 1970/71. 76 : 54 cm. Alle monogrammiert, datiert und meist betitelt.

Unnummeriertes Künstlerexemplar neben der Auflage von wohl 100 Exemplaren. – Auf unterschiedlichem Zerkall-Bütten. – Von Franz Eggenschwiler auf Blatt 1 (Einführung) eigenhändig gewidmet »Mappe von Helmut«. – Die Offsetdrucke, fotolithographisch und in Iris-Verfahren gedruckt nach Zeichnungen und Collagen der beiden Künstler. – Franz Eggenschwiler (1930–2000) war zeitgleich mit Dieter Roth und Bernhard Luginbühl Schüler der Kunstgewerbe-Schule in Bern. 1955–1971 bildete er zusammen mit Peter Meier, Konrad Vetter und Robert Wälti die »Berner Arbeitsgemeinschaft«. – Neben »Frauen« gehören die gemeinsam mit Konrad Vetter geschaffenen »UFO-Mappe« und »Faltungen« zu seinen großen Mappenwerken. – In dem möglicherweise vom Künstler für einen Künstlerkollegen eigenhändig zusammengestellten Exemplar fehlen die Blätter 11, 32, 35 und 43; dafür sind die Blätter 6 und 39 in jeweils zwei Farbvarianten vorhanden. – In der Originalkassette.

Ein Blatt mit leichten Feuchtigkeitsspuren, zwei leicht gebräunt, davon eins mit Randläsuren.

Katalog Basel 1971, Seite 24f. (mit Abbildung aller Blätter)

129  Johannes Feige. Grablegung. – Ostermorgen.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

– Zwei Linolschnitte. 1960. 21 : 15 cm (24 : 16 cm). Monogrammiert, datiert, einer betitelt.

Ohne Auflage, wohl nur wenige Handabzüge. – Auf dünnem Japan. – Johannes Feige (geboren 1931) arbeitete in den 1950er Jahren zunächst als Gebrauchswerber, von 1977–82 als Dozent im Fach Holzschnitt an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Er machte sich neben eigenem künstlerischen Schaffen besonders um künstlerischen Nachwuchs verdient, lebt und arbeitet in Glauchau.

131  Erich-Wolfgang Hartzsch. Kopf. – Wasserratte. – Rotes Gras. – Signal.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

– Vier Aquarelle. 1987–1989. Ca. 50 : 36 cm. Monogrammiert und datiert, rückseitig betitelt.

Erich-Wolfgang Hartzsch wurde 1952 in Chemnitz geboren. In den 1980er Jahren arbeitete er auch als Filmemacher und Musiker intensiv mit Klaus Hähner-Springmühl, Andreas Hartzsch, Frank Raßbach, Brigitte Hähner-Springmühl u. a. zusammen.

136  Bernhard Jäger. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Farblithographie. 42,0 : 59,0 cm. Signiert.

Exemplar 4 von »épreuves d’artiste«.

139  Sascha Labuda. Chroniste.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Skizzenbuch mit etwa 90 Aquarellen und Zeichnungen. 17 : 29 cm. Teils signiert und betitelt, einige datiert.

Sascha Labuda (geboren 1962) studierte 1984 in Paris Malerei bei dem hochbetagten Nat Leeb. Zudem war er in den 1980er Jahren als Lithograph in den angesehensten Pariser Ateliers tätig: Mourlot, Maeght und Desjobert. Das Album, auf dem gedrucktem »Mourlot«-Deckelschild betitelt, ist sicher ein Dokument der frühesten Arbeiten des Künstlers, der seit 1985 auf internationalen Ausstellungen vertreten ist (Paris, Köln, Belgien, Malta, Kiew). – Die Zeichnungen, teils skizzenhaft, teils komponiert, beeindrucken vielfach mit ihrer farblichen wie gestalthaften Dynamik. – Mit einigen Anmerkungen. – Das mit Packpapier bezogene Skizzenbuch enthält etwa 80 Blätter aus starkem Velinkarton. Der Rückenbezug fehlt.

142  Fluxus Virus

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausruflimit/Reserve price: € 500

1962–1992. Köln, Galerie Schüppenhauer 1992. 22 signierte Originalmultiples und das Katalogbuch in schwarzer Originalbox.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Mit Fluxus-Kunstwerken von Eric Andersen, Ay-O, Henning Christiansen, Philipp Corner, Jean Dupuy, Ken Friedman, Al Hansen, Geoffrey Hendricks, Dick Higgins, Joe Jones, Bengt af Klintberg, Milan Knizak, Alison Knowles, Jackson Mac Low, Larry Miller, Ben Patterson, Takako Saito, Serge III, Mieko Shiomi, Anne Tardos, Ben Vautier und Yoshimasa Wada. – Unter den Multiples finden sich Filzhut, Ölflasche, Latexhandschuhe, zersägte Schallplatte, Sonnenbrille, bemalter Spiegel, Modellauto, Pappteller, ein Modell vom Kölner Dom etc. – Der reich illustrierte Katalog mit ausführlicher Fluxus-Bibliographie. – Selten, zumal vollständig.

Ca. 29 : 29 : 24 cm (Box).

Slg. Schnepel X-06 (nennt nur 20 Künstler)

146  750 Jahre Berlin – Berliner Künstler sehen ihre Stadt.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 170 ( R19 )

19 (von 21) Originalgraphiken. 1985/86. Alle signiert, datiert, nummeriert und teils betitelt.

Jeweils Exemplar 40/100. – Die 1986 vom Staatlichen Kunsthandel der DDR edierte Mappe umfasste 21 Graphiken, davon sind hier vorhanden: Radierungen von Michael Augustinski, Günter Blendinger, Manfred Böttcher, Wieland Förster, Antje Fretwurst Colberg, Friedrich W. Fretwurst, Lothar Gemmel, Wolfgang Leber, Rolf Lindemann, Klaus Roenspieß, Hans Schimansky, Hans-Otto Schmidt, Ursula Strozynski, Eva Went und Veronika Wagner sowie Lithographien von Dieter Goltzsche, Gisela Neumann und Monika Voss. – Es fehlen die Radierungen von Harald Metzkes und Gerenot Richter. – Ohne Titel und Editionsvermerk.

149  Zwei abstrakte Kompositionen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Farbserigraphien. 1971/1989. Signiert, datiert und nummeriert.

I. Herbert Aulich. Komposition. Farbserigraphie. 1971. 58 : 58 cm. Signiert, datiert und mit »21/150« nummeriert. Herbert Aulich (geboren 1927) studierte an der Werkkunstschule Hannover, u. a. bei Carl Buchheister und Erich Wegner. – II. Bob Bonies. Komposition. Farbserigraphie. 1989. 70 : 70 cm. Signiert, datiert und mit »99/100« nummeriert. Der Niederländer Bob Bonies (geboren 1937) wurde in seiner abstrakten Kunst u. a. von Olle Baertling und Richard Paul Lohse beeinflusst.

150  Die Kunst der Graphik.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 170 ( R19 )

Daraus fünf Lithographien und ein farbiger Prägedruck. 1982. 42,0 : 30,0 cm. Alle signiert.

Horst Antes. Gefleckte Figur. Farbige Offsetlithographie. – Valerio Adami. Statuette. Farblithographie. – Bruno Bruni. Solitudine. Farblithographie. – Simon Dittrich. Der Lordrichter. Farblithographie. – Paul Wunderlich. Tete de femme. Farblithographie. – Enrico Baj. Der kleine General. Farbiger Prägedruck. – Alle sechs Graphiken signiert. – Ediert 1982 von der Frankfurter Galerie Peter Femfert in nummerierter Auflage von 10.000 Exemplaren. – Ohne die Serigraphie von Hundertwasser. – Tadellos erhalten.

153  Arthur Luiz Piza. Composition abstraite.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 230

Farbradierung. 45,5 : 29,5 cm (64,3 : 49,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 14/140. – Auf Velin. – Der brasilianische Künstler Piza (1928–2017), einer der wichtigsten südamerikanischen Abstrakten, war u. a. Schüler von Johnny Friedlaender in Paris. Er schuf Radierungen, die durch ihre kräftigen Gravuren fast reliefartige Wirkung erhielten. – Tadellos.

156  Dieter Roth. Zwei Gefangene, Nr. II.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Aquatintaradierung mit Kaltnadel. 1972/73. 54,5 : 88,0 cm (64,5 : 95,5 cm). Signiert, datiert »73« und nummeriert.

Exemplar 2/50. – Auf Bütten. – Gedruckt von Karl Schulz, Braunschweig, ediert vom Künstler selbst. – In Anlehnung an die erste, als Schablonendruck erschienene Fassung von 1972.

Ränder etwas stockfleckig und mit kleinen Knickspuren. – Links kurzer Randeinriss. – Restaurierter Einriss im linken Darstellungsrand.

Dobke 259 (S. 156)

157  Dieter Roth. Komposition I.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Kaltnadelradierung. 1977/1992. 29,5 : 22,5 cm (56,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Auf Velin »CMF« von Fabriano. – Laut Stempel »eines von 830«. – 1991 überarbeitete Dieter Roth die 1977 entstandenen fünf Radierungen (Komposition 1–5) ein letztes Mal. Der jeweils dritte Zustand erschien 1991/92 bei der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg (263 C1–C5).

Dobke 484 (vgl. 438 und 444). – Griffelkunst 263 C 1

158  Konrad Balder Schäuffelen. Lettroskop.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Multiple (Kunststoff, Glas). 1970. 20,5 : 6,5 : 6,5 cm. Mit eingefrästem Monogramm, in der Kassette signiert. Köln, Galerie Der Spiegel [1970].

Exemplar 9/100. – Edition MAT. Collection 69. – Die Verleger beschreiben das originelle Objekt im Innendeckel der Kassette: »Ein Drehbuch. Ein Schauspiel. Für eine Schau von A bis Z. Für einen Dreh von A nach B. Bei der Inspektion sich einstellende Worte (Begriffe) zerfallen im Umsehen zu grenzenloser Ornamentik. Ein Instrument zum Durchschauen. Ein Instrument zum Drehen und Wenden«. – Daniel Spoerri und Karl Gerstner realisierten in den 1960er Jahren gemeinsam mit Hein Stünke/Galerie Der Spiegel ihre Idee der Vervielfältigung von Originalen in Form der Edition MAT (Multiplication d´Art Transformable) – Multiplizierte Kunstwerke, die sich bewegen oder bewegen lassen. Karl Gerstner nannte die 25 Objekte, die jeweils in einer Auflage von 100 Exemplaren in den Werkstätten der Galerie Der Spiegel gefertigt wurden, »Originale in Serien«. – Tadellos erhalten.

159  Torsten Schlüter. Ohne Titel (Horizont).

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Aquarell. 2001. 13,5 : 46,0 cm. Monogrammiert und datiert.

»Hiddensee ist in der Tat tausendfach gemalt worden. […] Aber in Torsten Schlüter hat das ›söte Länneken‹ seinen Meister gefunden. […] Pastellzeichnungen, Ölbilder, aber vor allem Aquarelle von einer Leuchtkraft, wie sie seit Emil Nolde in Deutschland kein Künstler mehr gewagt hat. Für Torsten Schlüter ist die Insel selbst ein Aquarell, nass in nass, von Augenblick zu Augenblick anders« (Michael Baade in: Sturmkinder, Rostock 2005). – Auf Aquarellkarton. Rückseitig nochmals signiert und datiert.

Fest in Passepartout montiert.

160  Gregor Schneider. Mein erster Brockhaus.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1100

[Zwei Bände]. Köln, Salon 2012. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalpappbände. Zusammen in Originalleinenschuber und Originalpappkassette mit Deckelschild.

Edition Ex Libris Nr. 13. – Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der Collectors Edition. – Die Collectors Edition besteht aus zwei identischen Exemplaren eines Faksimiles des Kinderlexikons von 1972, das der Künstler als Kind im Original besaß. Auf dem Innendeckel des vorliegenden Exemplars seine signierte rote »Exlibris«-Filzstiftzeichnung, die als Vorlage für die Reproduktion in allen 370 Exemplaren, also auch der allgemeinen Auflage, diente. – Auch auf dem Schuber signiert un nummeriert. – »An meine früheste Kindheit habe ich kaum Erinnerungen. Mein erster Brockhaus ist eines der wenigen Bücher, das mir in Erinnerung geblieben ist. Mein Ex Libris ist mein unmöglicher Versuch, sich an die eigene Kindheit zu erinnern« (Gregor Schneider, Verlagsseite).

23 : 25 cm.

162  Detlef Schweiger. Senke & Spur I [und] II. – Mit Stiel & Stumpf.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

– Drei Radierungen, zwei mit Prägedruck. 1989. 44,5 : 59,5 cm (53,0 : 78,5 cm) bzw. 61,0 : 24,5 cm (71,5 : 53,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplare 3/5 bzw. 7/9. – Auf Hahnemühle-Büttenkarton. – Detlef Schweiger wurde 1958 in Düsseldorf geboren, wuchs aber in Dresden auf. Nach Ausstellungen in der legendären DDR-Galerie eigen+art folgten zahlreiche weitere im In- und Ausland.

163  Lothar Sell. Till Eulenspiegel.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Neun Holzschnitte (statt zehn), davon zwei farbig. 1983. Ca. 70 : 50 cm (83,0 : 59,0 cm). Alle signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 34/90. – Mit dem ebenfalls signierten, datierten und nummerierten Titelholzschnitt. – In der Originalleinenmappe mit Holzschnitt-Deckelschild. – Herausgegeben von Manfred Schmidt und ediert vom Staatlichen Kunsthandel der DDR. – Es fehlt der dritte Farbholzschnitt (Blatt 5, Eulenspiegel als Bäcker), dafür liegt ein zweiter Abzug von Holzschnitt 10 (mit abweichender Nummerierung) bei.

Titel und Blatt 10 an einem Rand etwas geknickt.

166  Walter Tafelmaier. 6 Serigraphien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

1969. Ca. 54 : 36 cm (68 : 48 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/150. – Auf glattem, weißem Karton. – Walter Tafelmaier (geboren 1935) schuf ein umfangreiches graphisches Œuvre, war aber auch als Gebrauchsgraphiker erfolgreich. Das von ihm entworfenen Plakat »musica viva« von 1965 ist im MoMA archiviert. Mitte der 1970er Jahre gestaltete Tafelmaier das visuelle Erscheinungsbild der Stadt Erlangen. – Ediert von Fischer + Geier. – Lose in der Originalhalbleinenmappe.

171  Hans Uhlmann. Erregt.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 140

Lithographie. 1964. 47 : 60 cm (51,0 : 66,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XXIII/XXV aus der Vorzugsausgabe auf Japan, daneben 65 Exemplare auf Velin. – Ediert von Wolfgang Ketterer, München, mit dessen Trockenstempel. – Sehr schön erhalten. – Hans Uhlmann (1900–1975) war und ist besonders als Bildhauer bekannt. Erste Arbeiten entstanden noch vor dem Krieg. Während des Dritten Reiches wurde er wegen seines politischen Engagements verfolgt und erreichte erst nach Kriegsende künstlerische Anerkennung und Ehrungen.

172  Victor Vasarely. Sans titre.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Farbserigraphie. 1965/66. 50,0 : 50,0 cm (ca. 73 : 61 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 31/275. – Quadratische Reihung von 25 Farbflächen in verschiedenen Blau- und Grüntönen. – Auf Velin. – Mit dem Trockenstempel »Editeur Denise René«. – Anlässlich der dortigen Vasarely-Ausstellung im Juni/Juli 1966 gedruckt. Die Serigraphie wurde auch als Vorlage für das Ausstellungsplakat benutzt. – Dazu: Katalog zur Ausstellung.

Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet, augenscheinlich aber gut erhalten und farbfrisch.

173  Rachel Whiteread. Mike and the Modelmakers.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Multiple. Metallguß, Leinen, Farbserigraphie und Buch. 2008. 30 : 22 : 8 cm (Kassette). Signiert und nummeriert. Köln, Salon 2008.

Edition Ex Libris 14. – Eins von 40 Exemplaren der Luxusausgabe mit dem Metallguss-Modellauto und der Farbserigraphie (Faltbogen für eine Box zur Aufbewahrung des »Autos«). – Das erste Atelier der englischen Bildhauerin Rachel Whiteread (geboren 1963) lag gegenüber der Firma Lesney, die bis in die 1970er Jahre die legendären Matchbox-Modelle herstellte. Das hier faksimilierte Buch von S. Sasek »Mike and the Modelmakers« erschien 1970 als Jubiläumsfestschrift der Traditionsfirma. – »Die Edition Ex Libris hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bücher, die für das Verständnis der Arbeit zeitgenössischer Künstler von Bedeutung sind, dem Vergessen zu entreißen. Durch den von der Künstlerin entworfenen Schutzumschlag wird dieser ansonsten unveränderte Reprint zu einem Künstlerbuch, das […] helfen wird, das Werk dieser Bildhauerin, die sich seit Jahren mit dem Abgießen und Abformen und mit dem Begriff des Modells auseinandersetzt, in einem neuen Licht zu sehen.« (Verlagsankündigung). – Das Gussmodell eines Betonmischers auf der Unterseite mit gepunztem Monogramm und Nummerierung. Das Modell ist in ein Schutztuch mit gesticktem Etikett gehüllt. – In der orangefarbenen Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten, selten.

174  Baldwin Zettl. Wer hören will, muß fühlen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R19 )

Kupferstich. 1987. 22,5 : 14,0 cm (53 : 39 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Auf Kupferdruckkarton. – Datiert »Pfingsten 1987«, recto und verso nummeriert. – Spätestens in der Unerträglichkeit der Ummauerung und Bevormundung der späten 1980er Jahre wandten sich immer mehr junge DDR-Künstler dem Thema Mauer und Flucht zu. Hier beiliegend drei Radierungen anderer DDR-Graphiker: Manfred Butzmann. Kasernentor. 1987. – Ulrike Markert. Ein Schritt. 1988. – Ulrike Markert. Spaziergang. 1989.

177  Zeitschrift für Tiegel & Tumult.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 660 ( R7 )

Herausgegeben von Wolfgang Luh und Jürgen O. OIbricht. [Nummern] 1–25. Kassel 1986–1992.

Vollständige Folge der ungewöhnlichen »Zeitschrift«. – Vierteljährlich erschien eine Ausgabe, jeweils in Zusammenarbeit mit einem Künstler, dem sogenannten »Visual Guest«, in einer Auflage von 150 Exemplaren. – »Die Zeitschrift ist handgemacht und bedient sich aller erdenklichen Verarbeitungstechniken. Mediale Formen verschiedenster Art kooperieren für ihr Erscheinungsbild – zB 2 Bügeleisen, eine Fensterbank oder ein Plastikhemd. Der Aspekt des Recyclings fließt dabei stark ein. […] Symbol der Zeitschrift ist die abgeschnittene Ecke, die als Heft im Heft wieder auftaucht.« (Katalog Sammlung Dittmar Nürnberg 1991). – Unter den zahlreichen Objekten, Ready-mades und Beilagen diverse Umschlags- und Mappenformen, Stoffbeutel, Konserven-Dose, ausklappbarer Metallrahmen, roter Plastikkoffer. – Beteiligt waren folgende Künstler: Wolfgang Hainke, Chuck Stake, Eric van Scooten, Georg Jappe, Emmett Williams, Michael Heckert, Axel Gallun, Bernard Heidsieck, Arno Arts, Ann Noel, Niall Monro, Boris Nieslony, Vittore Baroni, Achim Schnyder, Heta Norros, Bruce McLean, Wilhelm Koch, Norbert Klassen, Rainer Resch, Claus Böhmler, Franz-Josef Weber, Die Zwei, Rainer Selg, Martin Rindlichsbacher. – Die Ausgaben 16 und 25 (Das Buch) mit signierten Arbeiten der bis dato beteiligten Künstler. – Die Zeitschrift wurde ab Nummer 26 unter dem Titel »No News« fortgeführt. – Alle tadellos erhalten.

186  Izima Kaoru. Hosokawa Fumie wears Tiffany (066).

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausruflimit/Reserve price: € 700

Farbfotografie, Cibachrome. 1995. 35,0 : 27,5 cm (40,2 : 30,2 cm). Auf dem Verlegeretikett signiert, typographisch betitelt und nummeriert.

Exemplar 2/10. – Aus der Serie »Landscapes With a Corpse«. – Ediert von der Galerie Emmanuel Perrotin, Paris. – Aufwändig gerahmt, das Etikett unter Passepartout abgedeckt.

Unterer Bildrand mit kleiner Blendstelle.

189  Andreas Magdanz. Dienststelle Marienthal.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Eine Gebäudemonographie. Aachen, Magdanz 2000. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotographien. Originalleinenband mit -schutzumschlag. In Originalpappkassette.

Eins von 150 Exemplaren, auf dem Vorblatt vom Künstler signiert (Gesamtauflage 1500). – Andreas Magdanz (geboren 1963) fotografierte im ehemaligen geheimen Regierungsbunker der Bundesrepublik Deutschland, der so genannten Dienststelle Marienthal. »Wie schon in früheren Arbeiten widmete sich Magdanz den Details. [… und fand] in den kilometerlangen Gängen vor tonnenschweren Stahltoren, den wahren Charakter des Bunkers« (Klappentext).

33 : 39 cm. [160] Seiten.

193  August Sander. Der Maler Gottfried Brockmann.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Fotografie. Bromsilbergelatine. 1924/1986. 25,1 : 18,3 cm.

Auf Agfa-Papier. – Links unten mit dem Prägestempel »Aug. Sander Köln Lindenthal«. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, abgezogen 1986 vom Enkel des Künstlers. – Erschien innerhalb des berühmten Porträtswerks »Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts«. – Gottfried Brockmann (1903–1983) hatte gegen erheblichen Widerstand seines Vaters mit freier künstlerischer Arbeit begonnen. Von 1923 bis 1925 hielt Gottfried Brockmann engen Kontakt zur Gruppe »Kölner Progressive«, zu der u. a. Gerd Arntz, Franz Seiwert, Otto Freundlich und eben auch der Fotograf August Sander (1876–1964) gehörten. – Ehemals Selbstporträt-Sammlung Leonie von Rüxleben, Hamburg.

Auf Kartonblatt montiert.

Griffelkunst 247 C 7

194  Waldemar Titzenthaler. Berlin. Kanonen vor dem Zeughaus.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie (Vintage). 1898. 16,3 : 22,6 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1898 und die Plattennummer 2405. – Stimmungsvoller Blick durch das Kastanienwäldchen vor dem Zeughaus. Die verschneiten Kanonen sind Beutestücke aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71. – Waldemar Titzenthaler (1869–1937), Sohn des großherzoglich-oldenburgischen Hoffotografen Franz Hermann Titzenthaler, kam nach seiner Ausbildung in Hannover als 27jähriger nach Berlin. Seine Fotografien wurden von Zeitschriften wie »Berliner Illustrirte« und »Die Woche« zur Illustration verwendet, mit seinen Bildserien, vor allem Stadtaufnahmen, machte er sich in den Bildredaktionen schnell einen Namen. Als er 1937 (von der Fachwelt wenig beachtet) starb, hinterließ er gut 70000 Negative. »Titzenthaler fotografierte gern aus Augenhöhe der Statuen, die auf den klassizistischen Palästen die Stadt bewachen. Das gab nicht nur räumliche Übersicht, sondern vermittelte auch beruhigende Distanz. Dennoch finden sich in seinen Aufnahmen Spuren eines lakonischen Kommentars, mit dem sich der Sohn eines Hoffotografen von einem Propagandisten des wilhelminischen Kaiserreiches absetzte […] Wo der Maler eine vor Eitelkeit und anekdotischer Selbstgefälligkeit strotzende Visitenkarte malte, verschwindet bei Titzenthaler das Publikum in der Anonymität der Großstadt« (»Himmel über Berlin«, Der Tagesspiegel, 9. 2. 2001). – Originalabzüge aus der frühen Schaffenszeit sind sehr selten.

Der Unterlagekarton an den Rändern gebräunt, die Fotografie tadellos.

195  Waldemar Titzenthaler. Reiterstandbild Friedrichs des Großen, Unter den Linden.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie. (Vintage). 1899. 28,7 : 21,4 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1899 und die Plattennummer 4720. – Das Reiterstandbild von Christian Daniel Rauch, entstanden 1840–1851, wurde aus Anlass des 111. Jubiläums der Thronbesteigung des Preußenkönigs enthüllt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Denkmal abgebaut und in Potsdam eingelagert. Nur durch eine Finte gegenüber den politischen Machthabern in Ost-Berlin kam es nicht zur angeordneten Einschmelzung. 1980 wurde das Standbild des Soldatenkönigs in Vorbereitung des 750. Stadtjubiläums und im Zusammenhang mit der »Preußen-Renaissance« in der DDR wieder aufgestellt.

Der Unterlagekarton an den Ränder gebräunt, die Fotografie tadellos.

196  Waldemar Titzenthaler. Quadriga auf dem Brandenburger Tor.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie. (Vintage). 1902. 21,4 : 28,7 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1902 und die Plattennummer 9000. – Teleobjektivaufnahme vom Dachgeschoss eines der Gebäude an der Nordseite des Pariser Platzes.

Der Unterlagekarton an den Ränder gebräunt, die Fotografie tadellos.

198  Alfons von Czibulka. Deutsche Gaue.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Mit 200 Raumbild-Aufnahmen. München, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1938. Mit 200 Raumbildaufnahmen, davon 72 auf Tafeln montiert. Originalpappband mit silbergeprägten Titeln und Steckfächern.

Aus der Reihe »Die Welt im Raumbild«. – Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille und jeweils 200 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – »Die Zusammenstellung der Aufnahmen betont Tradition und Modernität gleichermaßen, und so sind neben Stereobildern der Wartburg auch Symbole des technischen Fortschritts wie eine der ersten Großbrücken für die Reichsautobahn, der Nürburgring oder Flugzeuge auf dem Frankfurter Flughafen zu sehen.« (Autopsie). – Das Bildmaterial bietet zugleich eine Bestandsaufnahme zahlreicher im 2. Weltkrieg zerstörten Bauwerke. – »Als 1935 mit ›Venedig, ein Raumerlebnis‹ ein neuartiges Fotobuch erschien, war dies der Beginn einer kurzen und außergewöhnlichen Verlagsgeschichte. Denn mit den sogenannten ›Raumbildwerken‹, auf die der Verleger Otto Schönstein sogar ein Patent hielt, sollte die bekannte und einstmals populäre Stereofotografie in neuer Form für ein solventes Publikum vermarktet werden. Dass Schönstein sich mit seiner Idee von großformatigen Raumbildbänden, in denen Textbeiträge durch Stereofotografien plastisch bebildert sind, zunächst nicht durchsetzen konnte, jedoch zwei Jahre später sogar der Reichsbildberichterstatter Heinrich Hoffmann als Gesellschafter in den Verlag eintrat, kennzeichnet eine wechselhafte Verlagsgeschichte, die nicht frei von Widersprüchen und Verstrickungen in die NS-Propaganda ist.« (Sebastian Fitzner in: Autopsie I, S. 456).

29 : 20 cm. 189, [2] Seiten, 72 Stereobilder auf Tafeln, 128 lose.

Heidtmann 18566. – Autopsie 1, S. 468

199  Karl Bartz. Großdeutschlands Wiedergeburt.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Weltgeschichtliche Stunden an der Donau. Geleitwort Hermann Göring. Diessen am Ammersee, Raumbild-Verlag [1938]. Mit 100 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln, zwei davon farbig. Originalleinenband mit vergoldeten Titeln und Steckfächern.

Aus der Reihe »Raumbild-Zeitgeschichte«. – Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – Alle Aufnahmen stammen von Hitlers »Hoffotograf« Heinrich Hoffmann, der Gesellschafter des Raumbild-Verlages war. – Diese Ausgabe wurde im angegliederten Österreich durch den Verlag der Wiener Neuesten Nachrichten vertrieben.

29 : 20 cm. 87, [1] Seiten, 8 Tafeln, 100 Stereobilder.

Heidtmann 18582. – Autopsie 1, S. 470, 6

201  Kurt Lother Tank. Deutsche Plastik unserer Zeit.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Herausgegeben von Wilfrid Bade. Geleitwort von Albert Speer. München, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1942. Mit 135 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. Originalpappband mit silbergeprägten Titeln und Steckfächern.

Aus der Reihe »Die Welt im Raumbild«. – Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 135 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle Bilder nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – »In keinem der Raumbildbände werden die kunsttheoretischen Vorstellungen der Stereofotografie so explizit thematisiert wie in dem […] Band ›Deutsche Plastik unserer Zeit‹ (1942). Jeder der insgesamt zehn Beiträge zu einem Bildhauer enthält eine Serie von Stereoaufnahmen« (Autopsie).

29 : 20 cm. 118, [2] Seiten, 8 Tafeln, 135 Stereobilder.

Heidtmann 18593. – Autopsie 1, S. 469

202  Hans Felix Zimmermann. Das hunderttürmige Prag.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Die alte Kaiserstadt an der Moldau. Herausgegeben im Einvernehmen mit dem Kulturamt der Hauptstadt Prag. München, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1943. Mit 100 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. Originalpappband mit Steckfächern.

Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – Die Aufnahmen stammen sämtlich von Hermann Schoepf, München.

29 : 20 cm. 189, [2] Seiten, 100 Stereobilder.

Heidtmann 18596. – Vgl. Autopsie 1, S. 461

203  Fritz Buschmann. Lourdes.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Stadt der Bernadette. Wallfahrt zu einem verborgenen Mittelpunkt der Welt. Unter Mitwirkung von Aenne Perl und Ernst Günther Blesch. Saarbrücken und Oberaudorf, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1949. Mit 75 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. Originalpappband mit Steckfächern.

Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 75 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel. – Nahezu nahtlos setzte der Schönstein-Verlag nach Kriegsende seine Publikationsreihe fort.

29 : 20 cm. 141, [3] Seiten, 75 Stereobilder. – Vorderdeckel mit größerem Lichtrand.

Heidtmann 18621

204  Valentin Reisdorf. So kämpften sie!

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Ein Raumbildwerk von den XV. Olympischen Spielen Helsinki 1952. Oberaudorf am Inn, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1952. Mit 100 Raumbildaufnahmen. Originalpappband mit vergoldeten Titeln und Steckfächern.

Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel. – Der Verlag hatte sein Engagement für die Geisteshaltung der Nazizeit ohne größere Probleme überstanden und dokumentierte noch bis 1960er Jahre die neuen Zeiten.

29 : 20 cm. 107, [5] Seiten, 100 Stereobilder.

Heidtmann 18621

205  Das deutsche Lichtbild.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 660 ( R7 )

Jahresschau 1927 [bis] 1938. Elf Bände. Berlin, Robert & Bruno Schultz [1927–1937]. Mit zusammen etwa 1500 ganzseitigen fotografischen Abbildungen in Kupfertiefdruck (Band I) bzw. Tieftondruck. Originalleinenbände mit Deckelvignette in Schwarz und Weiß, fünf mit Originalschutzumschlag.

Vollständige Reihe aller Vorkriegsausgaben der fotografischen Jahrbücher, die letzten fünf mit den Originalsilberpapierumschlägen. – Auf Initiative des Verlegers und Amateurfotografen Bruno Schultz erschien der erste Band anlässlich des 50. Jubiläums seines Verlages. Die Auswahl der je 120–170 Aufnahmen von insgesamt etwa 700 Fotografen erfolgte durch eine Jury. Die ersten drei Jahrgänge (davon 1928/29 als Doppelband) wurden von Hans Windisch herausgegeben. – Jeder Band auch mit Textbeiträgen und Anzeigen. – Die graphische Gestaltung der Reihe, die über alle Jahre nahezu unverändert blieb, zeichnete der Berliner Graphiker und Fotograf Heinz Hajek-Halke. Er entwarf das »ddl«-Logo, das Titelblätter und die Schutzumschläge schmückte. – »Mit seinen rund 1500 Aufnahmen bietet [das Jahrbuch] einen repräsentativen Querschnitt und zugleich eine Auslese der damaligen Bildproduktion von Berufs-, Amateur- und Wissenschaftsfotografen sowie der verschiedenen Gattungen der Fotografie im deutschsprachigen Raum. […] Nicht zuletzt aufgrund ihrer Druck- und Ausstattungsqualität zählen die Bände zu den herausragenden Fotobüchern der Zwischenkriegszeit. Ungeachtet seiner nationalen Tendenz fand ›Das deutsche Lichtbild‹ daher internationale Verbreitung und Anerkennung – und wirkte so vorbildhaft für fotografische Jahrbücher anderer Länder« (Roland Jäger, in »Autopsie«, mit seiner ausführlichen Würdigung der Reihe). – Unter den vertretenen Künstlern die namhaftesten der damaligen Zeit: Renger-Patzsch, Hugo Erfurth, Moholy-Nagy, Bucovich, Paul Wolff, Hoppé, Herbert Bayer, Karl Blossfeldt u. v. a. – Dazu: Roland Jaeger. Index zum fotografischen Jahrbuch »Das deutsche Lichtbild«. Fotografen, Autoren, Inserenten. Berlin 2013.

28 : 23 cm. – Einbände teils etwas stockfleckig, die Schutzmschläge teils mit Randeinrissen und -fehlstellen. – Der Textteil einiger Bände leicht, bei den Jahrgängen 1932 und 1933 stärker stockfleckig. Insgesamt schön erhalten, die Tafeln sehr gut.

Autopsie II, 302ff. – Heidtmann 10879

206  Modern Photography.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 660 ( R7 )

The Studio Annual of Camera Art. Edited by C. G. Holme. 1931–1942/43. [Zwölf Bände]. London und New York, The Studio [1931–1942]. Mit mehr als 1000 fotografischen Abbildungen, viele ganzseitig, einige farbig und montiert. Originalleinenbände, zwei mit Originalschutzumschlag.

Vollständige Reihe dieses wichtigen Fotojahrbuchs, herausgegeben von dem über Jahrzehnte stilprägenden Verlag »The Studio«. – »Why cannot the […] British publishers give us sometimes books of pure photography, like the excellent year book of ›Das Deutsche Lichtbild‹ […]?« (nach Autopsie). – In zeitlicher Überschneidung mit »Das deutsche Lichtbild« erschienen, blieb »Modern Photography« der avantgardistischen und vor allem der internationalen Fotografie stärker verbunden als das deutsche Pendant. – Mit einleitenden Texten zur Fotografie und Bildkommentaren zu den hervorragenden Aufnahmen von Herbert Bayer, Cecil Beaton, Andreas Feininger, Man Ray, László Moholy-Nagy, Eduard Steichen, Ann Biermann, Piet Zwart, E. Hoppé, Ansel Adams, Edward Weston, Brassaï u. v. a. – Der erste Band erschien als »Special Autumn Number«, die beiden folgenden als »The Studio Photography Annual«. Ab Band IV erschienen die Bände in etwas kleinerem Format und jeweils für einen Zweijahreszeitraum. – Als vollständige Reihe sehr selten.

29 : 21 cm bzw. 25 : 19 cm. – Bei Band 1 ein Ausschnitt des Originalschutzumschlags auf den Vorderdeckel montiert. Ein Band an den Kapitalen etwas bestoßen und leicht fleckig, ein Rücken leicht gebräunt. – Insgesamt sehr gut erhalten.

Autopsie II, 313 und 323. – Nicht bei Parr/Badger

207  At the Still Point.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Photographs from the Manfred Heiting Collection at The Museum of Fine Arts Houston. 2006, 2008–2012 and 2015 [sieben Kalender]. Berlin [2005–2014]. Jeweils zwölf Bildtafeln nach Fotografien. Mit Titelblatt, Index und Deckblatt mit einer wiederholten Abbildung spiralgeheftet.

Nach Auskunft des Herausgebers jeweils in etwa 300 Exemplaren erschienen. – »This calendar made for friends of the printed photographs and not for sale«. – Meisterwerke der Fotografie des 20. Jahrhunderts aus der berühmten Sammlung Manfred Heiting. Hervorragend reproduziert und gedruckt im Novaton-Verfahren bei Kirchner & Rothe, Berlin. – Jeder Kalender widmet sich einem speziellen Thema: Frauen, Paare, Kinder und Jugendliche, Bauten und Ruinen, Bäume und Landschaften, weiblicher Akt. – Bestens erhalten, in Leinenkassette.

59 : 48 cm.

209  David Chyträus. Saxonia, ab Anno Christi 1500.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

usquad M. D. XCIX. recognita; & aliquot annorum accesione, […] Leipzig, Michael Lantzenberger für Henning Groß 1599. Mit einer Holzschnittdruckermarke auf dem Titel und wiederholt am Ende des Bandes. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit mit handgeschriebenem Rückentitel.

Dritter Druck. – Band IV der Werke des langjährigen Rektors der Rostocker Universität. David Kochhafe (1530–1600) soll schon im Kindesalter studiert haben, bereits als 16jähriger hörte er in Wittenberg Martin Luther und blieb danach Melanchthon und dem Gedanken der Reformation verbunden. 1551 folgte er einer Berufung nach Rostock. Unter seinem Einfluss wurde Rostock zum neuen Vorort der lutherischen Orthodoxie (vgl. NDB III, 254). – Die Chronik behandelt über Sachsen hinaus Norddeutschland, darunter Hamburg, Schleswig sowie Dänemark und Schweden. – Der Einband mit den Initialen »GA B D« und der Jahreszahl »1602«. – Ehemals Sammlung Thore Virgins mit dessen Exlibris auf dem Innendeckel. – Exlibris Victor von Stedingk, erworben in der Virgin-Auktion 1977. – Vorsatz und Titel mit mehreren, teils alten Besitz- und Kaufvermerken, u. a. von Joh. M. Heusinger 1736.

35 : 23 cm. [24], 991 (paginiert 994), [1], [22] Seiten. – Schließbänder fehlen, kleine Fehlstellen an den Deckelkanten sorgsam restauriert. – Seitenrand des Titelblatts hinterlegt, die folgenden 15 Blätter mit zwei kleinen Wurmlöchern in der unteren Ecke. Die letzten 6 Blätter mit Japan kaschiert.

VD16 ZV 3365. – Adams C 1607

210  Paul Friedeborn. Historische Beschreibung der Stadt Alten Stettin in Pommern

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

… So dann auch eine GeneralBeschreibung des gantzen Pommerlandes […] Beschrieben und in drey Bücher verfasset. Stettin, Jochim Rheten Erben 1613. Mit Holzschnitten im Text, darunter das alte Stettiner Wappen und ein Porträt. Gebunden unter Verwendung eines mittelalterlichen Pergament-Manuskriptblatts mit blauen und roten Initialen.

Erste Ausgabe. – Paul Friedeborn (1572–1637) war langjähriger Chronist und später Bürgermeister seiner Stadt. – »Seine Bedeutung aber hat er als Localhistoriker durch seine ›Historische Beschreibung der Stadt Alten-Stettin‹ […] da ihm in seiner Stellung als Stadtschreiber die archivalischen Schätze seiner Vaterstadt bekannt und leicht zugänglich geworden waren, so hat er dieselben viel benutzt, und eine Menge Excerpte aus Urkunden und andere archivalische Nachrichten in seine Arbeit aufgenommen […]« (ADB VII, 388).

20 : 16 cm. [34 statt 38], 150, [6, 2 leere]; [20], 168, [16]; [16], 112, [14, 2 leere] Seiten; 2 Falttabellen am Ende von Teil 1. – Es fehlen 2 Blätter in der Vorrede (a2 und a3). – Anfangs einige Blätter lose und angerändert, die großen gefalteten Stammtafeln stark geknittert und mit Einrissen. Teils fleckig und wasserrandig, am Ende einige Wurmgänge. Innendeckel mit alten Vermerken und dem Dublettenstempel der Universitätsbibliothek Uppsala.

VD17 23:235314W

214  Literae an obitu Pomeraniae ducis,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

laudatissimiæ memoriæ, ex aula Serenissimi Septemviri Brandenburgici & ad eam datæ. E Germanico idiomate Latina. Ohne Ort, 1638. Moderner Leinenband.

Erste lateinische Ausgabe. – Die deutsche Fassung »Abdruck etlicher an der Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg etc. Hoffe, nach absterben deß Hertzogen zu Pommern […] gewechselter Schriften« erschien 1637 in Frankfurt/Oder. – Seltenes Dokument eines folgenreichen bilateralen Konflikts: Nach dem Tod Bogislaw XIV., dem letzten pommerschen Herzog, weigerte sich Schweden, die im Dreißigjährigen Krieg erorberten Gebiete an den erbberechtigten Kurfürsten von Brandenburg zu übergeben. Im Westfälischen Friedensvertrag wurde Schweden zehn Jahre später gar Vorpommern, Rügen und Greifswald zugesprochen. Diese Teilung Pommerns sollte erst 1815 mit dem Wiener Kongress enden. – Exlibris Victor von Stedingk.

19 : 15 cm. [8], 206, [2, leere] Seiten. – Die letzte Lage aus einem anderen Exemplar eingebunden. – Titelblatt mit Stempel der Königlichen Bibliothek Stockholm und deren Ausgeschieden-Vermerk.

216  Martin von Rango. Origines Pomeranicas clariss. virorum,

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

nec non XXIV. diplomata vetusta patriae antiquitates illustrantia, antehac nunquam typis evulgata. Kolberg, Georg Bothius 1684. Halblederband der Zeit mit hübscher Rückenvergoldung und rot-goldenem Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Früher Kolberger Druck. – Enthält außer den Traktaten von Schurzfleisch, Hartknoch, van der Mylen auch Urkunden nebst Anmerkungen. Erwähnenswert sind die altdeutschen Gedichte, niederdeutsche Sprachproben sowie sprachliche Erklärungen. – Mit gestochenem Exlibris Melcher Falkenberg, der große Teile seiner Bibliothek 1780 der Universitätsbibliothek Lund stiftete.

18 : 15 cm. [8], 344, [36] Seiten. – Teils etwas stockfleckig. Vereinzelte alte Anmerkungen.

Spruth 100. – VD17 39:122590L

217  Kurtze Relation von der erbärmlichen Einäscherung der Pommerschen Städte Gartz und Wolgast,

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Als dieselbe respective am 16. und 27. Martii Anno 1713 von den Barbarischen Moscowitern kläglich in Asche geleget worden. Nebst einer Merckwürdigen Prophezeyung Simonis Pauli […] Vom Verlauff des gegenwärtigen Moscowitischen Krieges. Ohne Ort, 1713. Moderner Pappband mit schwarz-goldenem Rückenschild.

Seltenes Dokument aus dem Großen Nordischen Krieg, der von 1700 bis 1721 um die Vorherrschaft im Baltikum geführt wurde. – Wohl im Sinne der schwedischen Militärs verfasste anti-russische Beschreibung der Gräueltaten der russischen Armee. Die Zerstörung der beiden Städte gilt als Rache für die Zerstörung Altonas durch die Schweden im Januar 1713. – Es wurden zeitgleich mehrere Ausgaben gedruckt, hier die im typographischen Vergleich sicher schönste, da üppiger gesetzte Variante.

19 : 16 cm. 19, [5] Seiten. – Titel- und das letzte Blatt im Falz neu gefasst, Titel mit alten Initialen und Wasserfleck.

218  Albert Georg von Schwartz. Historia finium principatus Rugiæ,

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausruflimit/Reserve price: € 590

[…] Accessit specimen diplomatum Rugianorum majoris operis su titulo Rugiæ Diplomaticæ evulgandi nuntium ferens. Greifswald, Höpfner 1727. – Angebunden: Johannes Bugenhagen. Pomeriana, in quatuor libros divisa. […] Ex manuscripto edidit Jac. Henr. Balthasar. Greifswald, Löfler 1728. – Gregor Langemack. Oratio secularis de providentia divina circa Sudensem reformationem per B.DN.Christian Ketelhutium Anno 1523 […]. Stralsund, Schindler 1723. – Michael Lobes. Kurtze historische Erzehlung, wie das heilsame Reformations-Werck, durch […] Christian Ketelhudten, […] angefangen und fortgesetzet worden. Stralsund, Schindler 1723. – Pergamentband der Zeit mit schwarzgeprägtem Rückenschild.

Bedeutsamer und inhaltsreicher Sammelband, alle in erster Ausgabe. – I. Albert Georg von Schwarz, Professor für Geschichte und Philosophie in Greifswald, befasst sich in seiner berühmten Chronik mit der Geschichte Rügens vom 11. bis 17. Jahrhundert, als die Insel infolge des Westfälischen Friedens an Schweden fiel. – II. Bugenhagens »Pomeriana« (»Von […] hohem Werthe für die Pommersche Geschichte«, ADB II, 31) entstand bereits 1517–18, blieb aber zu Lebzeiten ungedruckt. Nach seinem Studium lebte er mehrere Jahre in Wittenberg, war eng mit Martin Luther befreundet, der ihn »Doctor Pomeranus« nannte, und war an Luthers Bibelübersetzung beteiligt. 1539 reiste er zurück nach Greifswald und initiierte die Reformation der dortigen Universität. – III/IV. Christian Ketelhot gilt als der Reformator Stralsunds. 1523 kam er auf seiner Reise in die Hansestadt, 200 Jahre später erschienen die seine Verdienste würdigenden Schriften. Die »Oratio secularis« enthält einen deutschsprachigen Anhang mit einigen Ausführungen Ketelhots. – Sehr schön erhalten.

20 : 16 cm. [2], 224, [16] Seiten; 20, 188, [4] Seiten, 1 Falttabelle; [8], 80 Seiten; [12], 75, [1] Seiten. – Nur wenige Seiten leicht gebräunt.

219  Albert Georg Schwartz. Vorläuffige Verkündigungs-Schrift, darinn, daß die geliebte Stadt Greifswald […] ein 500jähriges Alter erreichet habe.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Greifswald, Carl Höpfner 1733. Marmorierter Pappband des 19. Jahrhunderts.

Erste Ausgabe. – Dazu: Neun Publikationen zur Geschichte verschiedener pommerscher Städte (Anklam, Greifswald, Rostock, Stralsund, Wolgast), darunter: Das Stadtbuch von Anklam. 1401–1474. 1960. – Otto Francke. Das Verfestungsbuch der Stadt Stralsund. 1875. – Das zweite Stralsundische Stadtbuch (1310–1342). Bearbeitet von Robert Ebeling. 1903. – B. Heberlein. Beiträge zur Geschichte der Burg und Stadt Wolgast. 1892. – Album von Wolgast. Leporello mit zwölf montierten Originalfotografien von Ernst Roepke. Wolgast um 1900.

19 : 15 cm. 4, 96 Seiten. – Die ersten und letzten Blätter fleckig und restauriert, teils leicht wasserrandig.

221  Johannes Bugenhagen. Pomerania,

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

in quator libros divisa. Greifswald, Jacob Löffler 1728. Zusammen mit sechs weiteren Werken in Pergamentband der Zeit mit ausführlichem handschriftlichen Rückentitel.

Sammelband, alle sieben Titel in erster Ausgabe. – I. Valentin Eickstedt. Epitome annalium Pomeraniae. Greifswald, Jacob Löffler 1728. – II. Johann Samuel Hering. Das dem Pommerschen Hertzogen Erico II. gestöhrte Plaisir einer Jagd bey Horst und daher […] erfolgte traurige und gewaltsame Tod und Untergang vier Greiffswaldischer Bürgermeister […] Nebst […] Anmerckungen […] von ausgestorbenen adelichen Geschlechtern in Pommern. Stettin, Johann Kunckeln [1727]. – III. Johann Samuel Hering. Historische Nachricht welchergestalt die berühmte Handels- und Kauff-Stadt an der Oder Alten Stettin […] Frankfurt/Oder Joh. Gottfried Conradi 1726. – IV. Andreas Westphal. De serenissimorum ducum Pomeraniae meritis in rem literariam. Dissertation, [resp.:] August Balthasar. Greifswald, C. Hoepfner 1723. – V. Albert Georg Schwarz. Positiones ex Historia finium pricipates Rugiae […] Dissertation, [resp.:] Joachim Henric. Greifswald, Daniel Benjamin Starck 1726. – VI. Albert Georg Schwarz. Historia finium Principatus Rugiæ […] Greifswalder, Höpner 1727. – Zu Bugenhagen und Schwarz vgl. KatNr. 218, Bugenhagens »Pomerania« hier mit dem seltenen Supplement. – Johann Samuel Hering (1683–1752) war preußischer Jagdrat und Kammeranwalt und wirkte sowohl am Stettiner Gymnasium als auch in verschiedenen öffentlichen Ämtern. Der Bericht »von der gestörten Plaisir« ist seine einzige die Jagd betreffende Veröffentlichung (Lindner, Jagd 915). – Tadellos schönes Exemplar.

20 : 17 cm. 20, 188, [4], 11, [1] Seiten, 1 Falttabelle; 16, 160 Seiten, 1 Falttabelle; 28 Seiten; [2], 34 Seiten; 64 Seiten; [8] Seiten; [2], 224, [16] Seiten. – Besitzvermerk auf Titel I. Ganz vereinzelte Seiten mit unbedeutenden Stockflecken.

VD18 15343200, 15354784, 14481405, –, 10426582, –, 1037955X

222  Hermann Heinrich von Engelbrecht. Delineatio status Pomeraniæ Svethicæ.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Accesserunt mantissa monumentorum et index rerum. Greifswald und Leipzig, Johann Jakob Weitbrecht 1741. Mit Porträt, Titel- und Kopfvignette, alle gestochen. Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Gilt als Hauptwerk des Greifswalder Professors, »welches die Schriften von Mevius, Wolframsdorf, Rosenhand, Tessin, Lagerström und Carvi über diesen Gegenstand weit hinter sich zurückläßt« (ADB VI, 131ff). – Im Anhang befasst sich Engelbrecht mit der Situation der Greifswalder Universität unter der schwedischen Verwaltung und gibt Anregungen zu Umstrukturierungen.

20 : 16 cm. [4], 366, [2], 128, [58] Seiten, 1 Kupfertafel. – Etwas berieben und bestoßen, Kanten und Kapitale mit einigen Fehlstellen.

Spruth 108

224  Geschichte der Jubel-Feier der Akademie Greifswald

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

über ihr den 17 October 1756 erreichtes Dreyhundertjähriges Alter. Mit beygefügten Sämtlichen Jubel-Schriften und Verhandlungen. Greifswald, gedruckt bei Hieronymus Johann Struck [1757]. Mit einer großen allegorischen Kupfervignette von J. E. Rehn. Moderner Halblederband im Stil der Zeit mit reicher Rückenvergoldung.

Ausführliche Schilderung der Feierlichkeiten zum Jubiläum der Greifswalder Universität. – Mit Beiträgen ihres Rektors Johann Carl Dähnert und von C. J. Kiellman, D. L. Möller, H. M. Lasius, Daniel von Köpf u. a. – Mit ihrem Gründungsjahr 1456 zählt die Academia Gryphiswaldensis zu den ältesten Universitäten Mitteleuropas. Da Pommern 1648–1815 zu Schweden gehörte, erlangte die Universität große Bedeutung für die geistigen Bindungen zwischen Skandinavien und Mitteleuropa. – Selten.

24 : 21 cm. [8], 383, [5] Seiten. – Das erste und letzte Blatt mit kleinen Randausbesserungen. Teils leicht, am Anfang und Schluss etwas stärker stockfleckig.

225  Augustin von Balthasar. Jus ecclesiasticum pastorale. Oder Vollständige Anleitung, wie Prediger, Kirchen- und Schul-Bediente,

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

in ihrer Lehre, und im Leben und Wandel, besonders in ihrem Amte […] sich zu verhalten. Nach Anweisung der Pommerschen Kirchen-Ordnung und Agende entworffen. Erster [und] Zweiter Theil. Rostock und Greifswald, Anton Ferdinand Röse 1760–1763. Mit gestochenem Porträt des Verfassers. Pergamentbände der Zeit mit handgeschriebenem Rückentitel.

Erste und einzige Ausgabe. – Augustin von Balthasar (1701–1786) war Lehrer, Rechtsgelehrter und Historiker. 1734 wurde er als Professor an die Greifswalder Universität berufen, deren Rektor er einige Jahre später wurde. Bekannt wurde er vor allem durch sein Werk »Vitae Pomeranorum« und seinen Einsatz gegen die orthodoxen Lehrmeinungen an der theologischen Fakultät in Greifswald. Zusammen mit seinem Bruder Jakob Heinrich sowie J. C. Dähnert u. a. gründete er 1739 die »Teutsche Gesellschaft zu Greifswald«.

34 : 21 cm. [4], 54, [8], 956; [2], 168, 896, 147, [3] Seiten, 1 Kupfer. – Einbände leicht berieben. – Beide Titelblätter und Innendeckel von I mit Besitzvermerk. – Etwa 10 Blätter in Band I mit winzigem Wurmgang. Stellenweise leicht stockfleckig, insgesamt aber recht schön.

228  Ludwig Wilhelm Brüggemann. Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Erster Theil […] Vorpommern. Stettin, H. G. Effenbart 1779. Moderner Halblederband im Stil der Zeit.

Erste Ausgabe des ersten Teils, der zweite, Hinterpommern behandelnde, erschien erst 1784. – Mit einer Falttabelle (Meilenzeiger der pommerschen Städte).

23 : 19 cm. [8], CCCXIIII, 276, [12] Seiten. – Leicht stockfleckig, die letzten Lagen gebräunt und geknittert, die letzten beiden Blätter mit restaurierten Rändern.

Spruth 57. – Engelmann II, 768. – VD18 80324983

233  Fünf Publikationen.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

1659–1773. Verschiedene Einbände und Broschuren.

I. Mattias Biörenklou. Memoriale quod post Cæsarei exercitus irruptionem in Pomeraniam. exhibitum est Sac. Rom. Imperii […] Anno 1659. Ohne Ort, 1659. 20 Seiten. VD17 23:261128Q – II. Georg Adolph Caroc [und] Friedrich Christoph Corsvant. Commentationem academicam de Svecorum in Pomeraniam, cumprimis citeriorem meritis. Greifswald, Daniel Benjamin Starck 1710. [2], 30 Seiten. – III. Jakob Liefer. Prodromus exhibens bellum Sundense Anno MCCCXVI. à partu virgineo terra marique gestum. Collectum ex Saxonia Chytræi & chronico Poeraniæ manuscripto. Stralsund, Mederian 1715. [8], 47, [1] Seiten. Nachdruck der Ausgabe von Rostock 1639. – IV. Johann Georg Peter Möller. De iure indigenatus praecipue suecos inter ac Pomeranos reciproco commentatio. Greifswald, A. F. Röse 1773. 36 Seiten. – V. Albert Georg Schwarz & Johann Albert Schwarz. Commentatio academia de principipus veteris et de baronibus mediæ Pomeraniaæ Rugiæque. Greifswald, Hieronymus Johann Struck 1746. [4], XLVIII Seiten.

236  Sophronius Eusebius Hieronymus. Epistolae.

Schätzpreis/Estimate: € 5000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 4500 ( R7 )

Pars I [–] III [in einem Band]. Basel, Kesler 1489. Mit einem Textholzschnitt und einer Holzschnitt-Druckermarke, einer großen Initiale in Blau und Rot. Lederband der Zeit mit Blindprägung und Beschlägen.

Der schöne Basler Druck mit dem kleinen Holzschnitt am Anfang von Teil II: Der Hl. Hieronymus kniet mit dem Stein in der Hand vor dem Kruzifix, neben ihm ein Löwe. Als zugehöriger Text die Ode »Narrat beatus Hieronymus vitam quam tenuit in heremo«. – Am Schluss von Teil 3 folgen unter Keslers Druckermarke zehn Distichen, in denen Druckername, Ort und Jahreszahl enthalten sind. – Schönes, durchgehend rot rubriziertes Explar, Versalien und alle Initialen in Rot. – Vorsätze aus Pergament, auf dem vorderen Vorsatzblatt im 19. Jahrhundert handschriftlich betitelt. – Hieronymus von Stridon (347–420), Ambrosius, Augustinus und Gregor der Große gelten in der katholischen Kirche als die großen Kirchenväter der Spätantike. Ihre Schriften erschienen in vielen Ausgaben der Frühdrucker.

Folio (30,5 : 21,3 cm). [6], 206, [1 leer]; [6], 271 Blätter. – Es fehlt das erste Blatt von Teil 1 und das leere Blatt am Ende von Teil 3. – Oben teils mit leichtem Wasserrand, einige Blätter mit kleinen Wurmlöchern und -gängen im Rand.

GW 12431. – Hain 8559. – Goff H 171. – Schramm XXI, Abb. 724

237  Diogenes Laertius. De vita, & moribus philosophorum libri decem,

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

nuper ad uetusti Græci codicis fidem accuratissime castigati […] cum indice in omnes libros utilissimo. Basel, Valentin Curio 1524. Mit Holzschnittdruckermarke und zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen. Pappband des 18. Jahrhunderts.

Erster Druck der lateinischen Übersetzung im deutschen Sprachraum. – Die Geschichte der griechischen Philosophie entstand im dritten Jahrhundert nach Christus. Die vorliegende Übersetzung von Ambrogio Traversari (1386–1439) wurde bereits in fünf Inkunabelausgaben gedruckt. – Vorliegender Druck mit griechischen Einschüben. – »Ex Bibliotheca Afrana« mit deren Stempel auf dem Titelblatt. – Innen schönes Exemplar, meist auf festem Papier gedruckt und nahezu fleckenfrei.

21 : 16 cm. 10 Blätter, 391 Seiten. – Einband berieben und fleckig, am Rücken unten mit Fehlstelle. – Lage d und e vertauscht. – Stellenweise alte Anmerkungen und Anstreichungen. – Anfangs leichter Wasserrand.

VD 16 D 1837. – Adams D 486. – IA 153.801

239  Biblia.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausruflimit/Reserve price: € 1200

Das ist: Die gantze Heylige Schrifft Teutsch. D. Mart. Luth. Sampt einem Register […] und schönen Figuren. Jetzungdt auffs neuw mit grösserem fleiß corrigiert. Frankfurt am Main, Johann und Sigmund Feyerabend 1578. Mit drei Titelbordüren, einem Porträt und zwei Druckermarken, alle in Holzschnitt, und 142 teils wiederholten Textholzschnitten von Jost Amman nach Johann Bocksberger. Pergamentband des 19. Jahrhunderts.

Wohl die fünfte Ausgabe der Bocksperger-Amman-Holzschnitte. – Die berühmten Illustrationen wurden seit ihrer ersten Ausgabe von 1564, als sie noch als reines Bilderalbum erschienen, in mehrere Foliobibeln aufgenommen. – »Die tiefe Verbundenheit des Künstlers mit dem Text […] ist ein echtes Suchen nach konkreter Vorstellung der heiligen Geschichte, die turmhoch über dem hohlen Pathos der späteren Bibelillustration steht. Die von Jost Ammans Künstlerhand selber geschnittenen Bilder sind wohl oft etwas überladen und daher für den Beschauer da und dort nicht ganz leicht zu erfassen. Doch gehören sie zu den besten Bibelillustrationen, die uns der alte Protestantismus hinterlassen hat«. (Ph. Schmidt).

36 : 24 cm (Folio). [18], 251; [1], 170; 120; [2] Blätter. – Der Einband stark fleckig, Pergament über dem Vordergelenk aufgeplatzt, es fehlt die Schließe. – Haupttitel und Blatt 2 randrissig und an den Rändern hinterklebt, erste Lage gelockert. 4 Blätter mit Randausriss, dabei das letzte Blatt mit größerem bis in den Rand der Druckermarke. – Vereinzelte Braunflecken, am Ende leichter Wasserrand und winzige Einrisse, insgesamt aber innen recht schön.

VD16 B 2789. – Vgl. Becker, Amman S. 5ff. – Schmidt, Illustr. der Lutherbibel S. 245ff., in seiner Bibliographie die Ausgabe von 1578 nicht verzeichnet

248  [Antoine Joseph Dezallier d’Argenville]. La théorie et la pratique du jardinage,

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

ou l’on traite a fond des beaux jardins appellés communément les jardins de propreté, comme sont les parterres, les bosquets, les boulingrins, &c. Contenant plusieurs plans et dispositions générales de jardins […] avec la maniere de dresser un terrain […] Den Haag, Pierre Husson 1711. Mit 32 Kupferstichen, davon 28 doppelblattgroß, drei weiteren als Wappen- bzw. Kopfvignetten und 13 Textholzschnitten. Pergamentband der Zeit mit neuem Rückenschild.

Zwei Jahre nach der Erstausgabe erschien dieser unrechtmäßige Nachdruck, herausgegeben von Pierre Husson. Erst die zweite Auflage (Paris 1713) nannte die Initialen des Verfassers. Es folgten Übersetzungen des wichtigen Buches über die barocke Gartenbaukunst ins Englische und Deutsche. – Viele der schönen Kupferstiche zeigen detailreiche Grundrisse von Gärten und Parkanlagen, Anleitungen zur Terrainvermessung und Ansichten verschiedener Pavillons, Treppen, Wasserspiele etc. – Dezallier d’Argenville (1680–1765) wurde später einer der eifrigsten Mitarbeiter an Diderots Enzyklopädie, dem »Brockhaus« des 18. Jahrhunderts.

27 : 21 cm. [12], 208 Seiten, 32 Kupfer. – Einband etwas fleckig. – Die ersten 16 Blätter mit Wurmgang im Oberrand (mit minimalem Textverlust), weitere 20 Blätter mit kleinem Wurmloch. 1 Blatt mit Eckabriss.

251  [Jonathan Swift]. Travels into several Remote Nations of the World.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausruflimit/Reserve price: € 500

By Lemuel Gulliver. Part I [–] IV [in zwei Bänden]. London 1726 (nur Teil III mit: Benjamin Motte). Mit sechs Kupferstichen sowie einigen Holzstichvignetten. Dunkelblaue Halblederbände um 1850 mit rot-goldenem Rückenschild, Rückenvergoldung und Marmorpapierdeckelbezügen.

Dritter Druck im Jahr der Erstausgabe, mit den bei T./S. beschriebenen Merkmalen. – Auch diese Ausgabe sehr selten. – Die Kupfer mit fünf Karten der bereisten Länder, eines mit der Rechenmaschine. – Das Verfasserporträt auf dem Vorsatzblatt, gestochen von Ravenet, gehört nicht in diese Ausgabe. – Es fehlen am Anfang das Frontispiz mit dem Gulliverporträt und die acht Seiten mit Haupttitel und Vorrede. – »Gullivers Reisen haben Swift unsterblich gemacht. […] Alle, die von […] ›Robinson Crusoe‹ fasziniert gewesen waren, wurden auch jetzt wieder gefesselt. Die Brillanz und Genauigkeit, mit der seine Logik und Erfindungsgabe den Witz der Größenverhältnisse des Riesenmenschen unter den Liliputanern und des kleinwinzigen Gulliver unter Brobdingnagiern bis ins einzelne herausarbeiteten, gingen mit der ursprünglichen Absicht des Verfassers durch. Gullivers Reisen sind zum Glanzstück der satirischen Fabeln geworden, aber zugleich sind sie eine Geschichte für Kinder geworden« (Carter/Muir).

20 : 12 cm. [4], 148, [6], 149–310; [6], 154, [8], 155–353, [1 leere] Seiten, 6 Kupferstiche. – Kapitale etwas berieben. – Stellenweise etwas, vereinzelt auch stark, braunfleckig.

Teerink/Scouten 291. – Carter/Muir 185

272  [Johann Wolfgang von] Goethe. Faustus:

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 800 ( R7 )

From the German of Goethe. London, Boosey and Sons and Rodwell & Martin 1821. Mit einem gestochenen Porträt nach Schwerdgeburth. Etwas späterer marmorierter Pappband mit rot-goldenem Rückenschild.

»Frühste englische inhaltliche Gesamtübersetzung des I. Teiles ›Faust‹ – z. T. in Inhaltsangaben« (Notiz von Ernst Bertram auf dem Vorsatzblatt). – Bereits seit 1810, also zwei Jahre nach der deutschen Ausgabe, waren in England Übersetzungen von verschiedenen Auszügen erschienen. – Auch die Einleitung zur Bedeutung der Dichtung liefert keinen Hinweis auf den Überetzer. – Diese Oktavausgabe erschien ohne die Umrisszeichnungen von Henri Moses nach Moritz Retzsch, die bereits 1820 als separate Folge gedruckt wurden und am Ende des Bandes, der quasi als Textband dienen sollte, genannt werden. – Aus der Bibliothek des Literaturwissenschaftlers und Schriftstellers Ernst Bertram (1884–1957) mit dessen Besitzvermerk (München 1919) und einigen Anmerkungen. – Dazu: Umrisse zu Goethe’s Faust, gezeichnet von Retsch [sic!] Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1820. 26 Umrissradierungen und zwölf Seiten Text. Pappband der Zeit. Die zweite Auflage der berühmten Folge, hier mit dem seltenen Textheft. Teils stockfleckig.

23 : 14 cm. VIII, 86, [2] Seiten, 1 Kupferstich. – Teils etwas stockfleckig.

Goedeke IV/3, 630, 8. – Slg. Kippenberg I, 2426 und 1872

275  Tasse.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausruflimit/Reserve price: € 600

Porzellan, unbemalt. Deutschland, um 1800. 7,5 : 5,5 cm

Aus dem Besitz der Familie von Vulpius. – Christiane Vulpius, verheiratete Freifrau von Goethe, war die Mutter von Goethes einzigem Sohn August (1789–1830). Nach ihrem frühen Tod 1816 geriet sie, die schon zu Lebzeiten vom Weimarer Hof und der dortigen Gesellschaft nur widerstrebend akzeptiert wurde, in Vergessenheit. Sogar ihr Grab wurde erst 1888 wiederentdeckt. – Die Tasse, die wohl einige Zeit im Haushalt der Familie Goethe gewesen sein mag, blieb mehr als 150 Jahre im Familienbesitz. Dr. Wolfgang Vulpius (1897–1978, stellvertretender Bibliotheksdirektor der Klassikstiftung Weimar) hielt 1967 erstmals einen Vortrag vor der Rostocker Goethe-Gesellschaft. Der Mutter des Vorsitzenden der Gesellschaft überreichte er als Dank für die freundliche Beherbergung ein Bildnis von Christiane von Goethe mit dem Vierzeiler »Heiter, hübsch und gastlich wie Christiane | Erschien Frau […] mir. Als Dankesgruß das Bild der Tante-Ahne | Send ich ihr!« und – mit ausdrücklichem Hinweis auf die Provenienz – »die Tasse von Christiane«.

Oberrand mit winziger Absplitterung, sonst tadellos.

276  Johann Peter Hebel. Sämmtliche Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Erster [bis] Achter Band. Karlsruhe, Chr. Fr. Müller 1832–1834. Mit lithographiertem Porträt und vier lithographierten gefalteten Musikbeilagen. Marmorierte Pappbände der Zeit mit rot-goldenen Rückenschildern.

Erste Gesamtausgabe. – Enthält im ersten Band eine Hebel-Biographie von G. Fr. N. Sonntag. – Neben den später immer wieder abgedruckten »Allemannischen Gedichten« und »Erzählungen des rheinländischen Hausfreunds« sind hier auch Hebels biblische Erzählungen, Predigten, liturgische und vermischte Aufsätze enthalten. – In Band 1 vier Blätter Musiknoten zu vier Vertonungen allemannischer Gedichte. – Band 2 enthält auch Rätsel, Scharaden und Logogriphen (mit Auflösungen). – Gedruckt und verlegt in der für die Dichter des badischen Vormärz besonders wichtigen Druckerei von Christian Friedrich Müller. – Seltene Ausgabe.

19 : 11 cm. – Gelenke und Kapitale etwas beschabt (besonders bei Band 3, bei diesem auch die Bemalung etwas brüchig). – Meist etwas stockfleckig. – Einige Bände mit nachgebundenen Leerblättern für Notizen.

Goedeke VII, 543, 24. – Slg. Achter 296 (mit genauen Angaben zur Kollation). – Hagen, Handbuch 1

278  Heinrich Heine. Sämtliche Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 90

Ausruflimit/Reserve price: € 59

Herausgegeben von Rudolf Frank. Erster bis zehnter Band. München und Leipzig, Rösl 1923. Blaue Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung.

Enthält neben den Dichtungen in den Bänden 9 und 10 eine umfangreiche Auswahl aus Heines Briefen.

23 : 15 cm. – Rücken leicht aufgehellt, oberes Kapital von Band 1 mit kleiner Fehlstelle.

279  Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. Dichtungen und Schriften sowie Briefe und Tagebücher.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Gesamtausgabe in fünfzehn Bänden. Herausgegeben und mit Nachworten versehen von Walther Harich. Weimar, Erich Lichtenstein 1924. Schwarze Originalpappbände mit blau-goldenen Rückenschildern.

Vollständiges Exemplar der ansprechenden Werksammlung. – »Abgesehen von den Ausgaben von Hirschberg und Frank – die auch Unechtes enthalten – … die bisher vollständigste« (Voerster). – Die Texte in Fraktur, Nachworte in Antiqua gesetzt.

23 : 15 cm. – Exlibris.

Voerster A 12

281  Johann Caspar Lavater. Physiognomische Fragmente, zur Beförderung der Menschenkenntniss und Menschenliebe.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Ausruflimit/Reserve price: € 3300

Gott schuf den Menschen sich zum Bilde! Erster [bis] Vierter Versuch. Leipzig, Weidmann’s Erben und Reich sowie Winterthur, Johann Heinrich Steiner 1775–1778. Mit 343 Kupfertafeln sowie 488 Textvignetten, Kopf- und Schlussstücken von Daniel Chodowiecki, Johann Heinrich Lips, J. R. Schellenberg u. a., jeder Titel mit einer Kupfervignette. Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung und je zwei Rückenschildern.

Erstausgabe eines der berühmtesten Druckwerke der Zeit, das – kostbar und vorbildlich ausgestattet – zu den originellsten illustrierten Büchern des 18. Jahrhunderts zählt.
Der Zürcher Schriftsteller und Pfarrer bewegte die Epoche bis zu Goethe nachhaltig mit seiner groß angelegten Wesensschau. Die vier monumentalen Bände wurden auf Wunsch Lavaters von Goethe überwacht und in der Leipziger Druckerei Dürre in einer Auflage von 750 Exemplaren auf kräftigem Büttenpapier gedruckt. Goethes Mitarbeit war zumindest an den beiden ersten Bänden umfassend. Er lieferte Schattenrisse und Kopien nach antiken Skulpturen und Werken von Raffael und Rembrandt, daneben zahlreiche Beiträge zur Physiognomik (Nasen, Tierschädel und zahlreiche Personencharakteristika, z. B. von Homer, Klopstock und dem Grafen Stolberg). Das Werk enthält auch die ersten Goethe-Porträts. Unter den beteiligten Künstlern verdienen Daniel Chodowiecki sowie die Schweizer Schellenberg und Lips besondere Erwähnung, war doch gerade ihre künstlerische Meisterschaft entscheidend für das großartige Ergebnis. – »Lavaters Idee, von der Form des Kopfes auf den menschlichen Charakter zu schließen, ein Lehrsystem, das von der Übereinstimmung von äußerer Erscheinung und den Eigenschaften des Menschen, ja der Natur schlechthin, ausging, wurde als Kategorie der Individualität besonders von den Anhängern des ›Sturm und Drang‹ begeistert aufgenommen. Lichtenberg beobachtete damals gar eine ›Raserei der Physiognomik‹. Das Werk galt binnen kurzer Zeit in nahezu ganz Europa als Bestseller; englische, französische, holländische und russische Übersetzungen, alle jedoch mit veränderter und verringerter Ausstattung, folgten. Das Werk hatte aufgrund seiner exzellenten Ausstattung seinen Preis: 90 Reichstaler und 16 Groschen, das entsprach fast der Hälfte des Jahresetats etwa der weithin berühmten Herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel« (vgl. A. Ohage, in: Wiederholte Spiegelungen. Weimarer Klassik). – Sehr gut erhalten und vollständig mit allen Kupfertafeln.

31 : 28 cm. [VIII], 12, 272, [8]; [10], 291, [9]; [12], 356, [8]; XII, 490, [10] Seiten. – Rücken etwas berieben, Kapitale und Ecken leicht bestoßen. – Vorsatzecken leimschattig. – Band I in der zweiten Hälfte am Oberrand mit teils starkem Braunfleck durch Feuchtigkeit und teils leichten Läsuren, ebenso bei Band II die ersten 20 Blätter an der unteren Ecke. Kupfertafeln in I–III teilweise am Rand etwas stockfleckig. – Besitzvermerke auf den Titelblättern »Fr Schmit 1792« und »Dr. Hayn 1826« (dieser bei Titelblatt 1 übermalt).

Schulte-Strathaus 106. – Kippenberg I, 578. – Lonchamp 1759. – Lanchoronska/Oehler III, 93f. – Saltzwedel, Das Gesicht der Welt. Physiognomisches Denken in der Goethezeit (1993), 35f

285  Molière. Œuvres complètes.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Nouvelle édition. […] Précédée d’une introduction par M. Jules Janin. Paris, Laplace, Sanchez et Cie 1875. Mit 20 kolorierten Kupfertafeln, davon 19 von Wolff und Manceau nach Geffroy und Maurice Sand und eine mit dem Porträt des Verfassers. Originalmaroquinband mit Rückenvergoldung und Goldschnitt.

Nach den Ausgaben des 17. Jahrhunderts mit Anmerkungen zur alten Schreibweise. – Die entzückenden, fein kolorierten Kupfer mit dem jeweiligen Protagonisten des Stückes.

27 : 19 cm. 649, [3] Seiten. – Leicht berieben, Ecken bestoßen. – Vereinzelt minimal stockfleckig.

288  [Friedrich] Schiller. Briefwechsel mit Körner.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausruflimit/Reserve price: € 66

Von 1784 bis zum Tode Schillers. Erster [bis] Vierter Theil. Berlin, Veit 1847. Dunkelviolette Halblederbände der Zeit mit hübscher Rückenvergoldung und geprägten Marmorpapierdeckelbezügen.

Erste Ausgabe. – Christian Gottfried Körner war mit Schiller seit 1784, also dem Jahr, als der Dichter Mannheim verließ, eng befreundet. Er war der Herausgeber der ersten Schiller-Gesamtausgabe. – Dekoratives, innen sehr gut erhaltenes Exemplar.

18 : 11 cm. – Gelenke leicht brüchig, kleine Bereibungen an den Kapitalen. – Exlibris.

Goedeke V, 110, 29

290  August Ludwig Follen. Harfen-Grüße

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 300

aus Deutschland und der Schweiz. Nebst Kupfern, und Musik von Kreuzer, Nägeli und anderen. Zürich, Geßner 1823. Mit Stahlstichtitel, fünf Radierungen, elf radierten Vignetten von Geßner und vier gestochenen gefalteten Musikbeilagen. Neuerer Pappband; der originale Umschlag mit gestochenen Vignetten aufgezogen.

Seltene erste Ausgabe. – Klassische Anthologie der Romantik in der Schweiz. – Mit Gedichten in Erstveröffentlichung von Follen, Hessemer, Tanner, Goll, K. H. Hofmann und R. Wackernagel. »Der vorliegenden Sammlung von Gedichten, meist ernsten, und düsteren Inhaltes sind recht viele Leser zu wünschen; […] Sechs Schweizer […] lassen ihre Harfen tönen. […] Doch wird auch jeder Leser ihre kleinen Lieder mit Dank aufnehmen. Auch die charakteristischen Melodien von so bekannten Männern, und die hübschen Zeichnungen erhöhen den Werth des Buches. Alte Schweizerlieder machen einen erwünschten Anhang. Zu wünschen wäre nur, dass manches Wort für den Nicht-Schweizer in einer Note erklärt wäre. Das Aeussere ist, wie man es von der Verlagshandlung gewohnt sein kann, geschmackvoll und schön.« (Leipziger Literatur Zeitung, No. 97, April 1827, S. 774). – 1814 zog August Ludwig Follen (1794–1855) als Freiwilliger in den Befreiungskriegen nach Frankreich. Nach seiner Rückkehr wurde er unter dem Eindruck der Restauration 1814 zu einem Mitbegründer der »Teutschen Lesegesellschaft« und des »Gießener Germanenbundes«. In den Jahren vor der Märzrevolution 1848 bildete sein Zürcher Wohnsitz eine Anlaufstelle für politisch Verfolgte, unter ihnen die Dichter Georg Herwegh, Hoffmann von Fallersleben und Ferdinand Freiligrath. Hier trafen deutsche Emigranten mit einheimischen Liberalen zusammen.

21 : 16 cm. [6], 182, [2] Seiten, 4 Notenblätter. – Umschlag fleckig. Vorderdeckel mit kleinem Besitzerstempel.

Goedeke VIII, 139, 5, 5

293  Johannes Waller. Abhandlungen von dem Alpdrücken, dem gestörten Schlafe,

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

erschreckenden Träumen und nächtlichen Erscheinungen. Nebst der Heilart dieser lästigen Zufälle. Aus dem Englischen übersetzt und mit einigen Anmerkungen begleitet von Elias Wolf. Frankfurt am Main, Philipp Heinrich Guilhauman 1820. Moderner schwarzer Umschlag.

Erste Ausgabe. – Eine der zahlreichen Abhandlungen zum Thema »Schlafwandeln«. Das Phänomen wurde damals mit dem »tierischen Magnetismus« erklärt, ein psychologischer Ansatz ließ noch 80 Jahre auf sich warten. – Die deutsche Ausgabe gibt alle Texte, »da sie nichts Anstößiges enthalten«, wieder – auch jene im englischen Original aus »Schamhaftigkeit« in Latein verfassten Stellen.

19 : 12 cm. [2], VI, 92 Seiten. – Etwas braunfleckig, alter Besitzvermerk.

294  M[atthias] Trentsensky. Der junge Landwirth,

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 700

ein Bilderwerk mit erklärendem Texte, zur Verbreitung naturhistorischer, ökonomischer und technologischer Kenntnisse unter der vaterländischen Jugend. Wien [1840]. Mit 96 kolorierten lithographierten Tafeln. Halbleinenband der Zeit.

Erste Ausgabe. – Es erschienen insgesamt 16 Hefte mit den begleitenden Erläuterungen zu den Abbildungen und jeweils 6 Bildertafeln. – Vorhanden Texthefte 2 bis 16, die Tafeln vollzählig. – Inhalt der Hefte 2–4: Ökonomische Pflanzen, 5–8: Giftpflanzen, 9–12: Technologische Pflanzen, 13-16: Insekten, Pilze und Schwämme. – Matthias Trentsensky (1790–1868) gründete 1819 in Wien eine lithographische Anstalt. Diese wurde später berühmt durch die sogenannten »Mandlbogen«, Bilderbogen für Kinder mit Soldaten, Bühnen- und Trachtenfiguren, Tieren und Papiertheater. 1823 erhielt er ein Patent für die Herstellung von Lithographien auf Zinkplatten. Diese Technik ersetzte den schweren Schieferstein und bahnte dem Offsetdruck den Weg zum Hauptdruckverfahren.

40 : 27 cm. 96 Tafeln.

295  Henry-René d’ Allemagne. Histoire du luminaire.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 450

Depuis l’époque Romaine jusqu’au XIXe siècle. Paris, Alphonse Picard 1891. Mit 80 Tafeln und 500 Textabbildungen von Émile Solvet. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung, der farbige Originalumschlag eingebunden.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf Japan, weitere 350 Vorzugsexemplare wurden auf Velin gedruckt. Nur die übrigen 600 Exemplare auf einfachem Papier waren für den Handel bestimmt. – In Text und Bild wird die Entwicklung der Beleuchtung von biblischen Zeiten bis ins 19. Jahrhundert dargestellt. Im zweiten, speziellen Teil werden einzelne Beleuchtungsarten beschrieben (Gas, Phosphor, Elektrik u. a.). Auf hunderten Abbildungen werden Lampen aus verschiedensten internationalen Museen und privaten Sammlungen vorgestellt und die Darstellung von Lampen in Kunst und . – Mit eingehefteten Widmungsblatt für Albert Ellissen, der d’Allemagne zu dieser Publikation animierte, deren Herstellung finanzierte und dem der Verfasser deshalb das Buch in doppeltem Sinne widmete. Möglicherweise hier also das Exemplar für Albert Ellissen (1838–1923). – Henry-René d’Allemagne (1863–1950) war ein vielseitiger Archivar und Bibliothekar an der Bibliothèque de l’Arsenal und veröffentliche eine Reihe ähnlich umfangreicher Monographien zu Spielkarten, Möbeln u. a. – »[…] figure parmi les plus importants spécialistes des arts décoratifs de la fin du XIXe et de la première moitié du XXe siècle. Ses nombreuses publications semblent si foisonnantes qu’il serait aisé de le considérer comme un génial touche-à-tout, qu’aucune réelle ligne directrice ne saurait guider« (www.inha.fr). – Sehr selten, zumal in der Vorzugsausgabe.

34 : 26 cm. [4], VI, 702, [2] Seiten, 80 Tafeln. – Unbeschnitten, die äußersten Ränder leicht gebräunt.

301  Gustave Doré – Xavier Boniface Saintine. La mythologie du Rhin.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Illustrée par Gustave Doré. Paris, Hachette 1862. Mit zahlreichen Textholzstichen. Schwarzer Originalhalblederband mit reicher Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Exemplar auf feinstem Velin. – »Hier ironisiert Doré die germanische Mythologie, glossiert er die mettrinkenden Göttergestalten Walhallas […] Tatsächlich, noch selten sind die barbaresken Göttergestalten Germaniens so souverän und maliziös zugleich dargestellt, so treffend mit eisigem Lächeln charakterisiert, sind aber auch gewisse teutonische Eigenschaften so parodistisch bloßgelegt worden. Bezeichnend ist, daß dieses wirklich geniale Werk Dorés in Frankreich drei Auflagen erlebt, in England Begeisterung erweckt, jedoch in Deutschland keinen Verleger findet« (Farner).

25 : 16 cm. [4], 403, [1] Seiten. – Rückenkanten etwas berieben. – Vereinzelt leicht stockfleckig.

Sander 603. – Rümann, Doré 107. – Farner, Doré I, 169ff

302  J. H. Ramberg. Tyll Eulenspiegel

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

in fünf und fünfzig radirten Blättern. Mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Mit einem Vorworte. Gera, C. B. Grisebach 1871. Mit einem radierten Titelblatt und 54 Umrissradierungen. Halbleinenband mit Deckelschild.

Zu Lebzeiten Johann Heinrich Rambergs (1763–1840) herrschte in und ausser Deutschland die Almanachsliteratur; »auf sie concentrirten die Dichter und Novellisten sowie die Künstler beinahe ausschließlich ihre Kräfte. Ramberg gehörte zu den gesuchtetsten und beliebtesten Illustratoren. […] Darum handhabte Ramberg […] den Zeichenstift und die Nadel mit vollendeter Meisterschaft und unnachahmlicher Genialität. Deshalb gehört auch sein Tyll Eulenspiegel zu den vorzüglichsten Producten dieses Genres überhaupt. (Nagler XII, 277), die in den Besitz der Verlagshandlung übergegangen, in dieser zweiten Auflage der Oeffentlichkeit übergeben werden. Es sind mithin die Ramberg’schen Originalradierungen selbst.« (Vorwort).

25 : 33 cm. VI, 40 Seiten, 55 Blätter. – Rücken erneuert. Einband etwas fleckig und mit Schabspuren, an zwei Stellen kleine Löcher. – Durchgehend leicht stockfleckig.

Rümann 1729

308  Sigmund Freud. Zur Auffassung der Aphasien.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Eine kritische Studie. Leipzig und Wien, Franz Deuticke 1891. Mit zehn Holzschnitten im Text. Halblederband der Zeit mit vergoldetem Rückentitel. In späterer Halblederkassette.

Erste Ausgabe von Freuds erster Monographie. Die in der Untersuchung zu Sprachstörungen erstmals formulierten »Zweifel an der Lokalisation psychischer Elemente« als Folge »einer Verwechslung des Psychischen mit dem Physischen« bilden später einen zentralen Aspekt von Freuds Psychoanalyse. – Nach seiner Rückkehr aus Paris und der Trennung von Jean-Martin Charcot hatte Freud, der sich 1886 in Wien als Arzt niedergelassen hatte, zunächst Rezensionen und Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. 1891 bezog er gemeinsam mit seiner Ehefrau Martha die später legendär gewordene Wohnung in der Berggasse 19. – Selten.

23 : 15 cm. [4], 107, [1] Seiten. – Leder berieben, besonders an den Ecken. – Der Titel und das Widmungsblatt an Joseph Breuer sind doppelt vorhanden. Seite 16/17 mit ausführlichen Randanmerkungen. Vereinzelte Flecken. Bindung nach der ersten und vor der letzten Lage gelockert.

Meyer-Palmedo/Fichtner 1891 b

312  Einladung zum Eintritt in die Maximilian-Gesellschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Berlin Pfingsten 1912. Originalpergamentbroschur mit vergoldeter Deckelvignette (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig. – Auf Bütten. – Der Pergamentumschlag mit dem Maximilian-Signet nach Entwurf von Walter Tiemann beinhaltet zwei Teile: Die eigentliche Einladung zum Eintritt und die Satzung. – Bei den Unterzeichnern der Einladung finden sich G. A. E. Bogeng, Walter de Gruyter, Alfred Lichtwark, Jean Loubier, Ida Schoeller, Paul Schwenke u. a. – 1911 war auf der Gründungsversammlung ein amtierender Vorstand gewählt worden, 1912 wurde zur ersten Jahresversammlung eingeladen. – »Das inzwischen längst vergriffene und sehr selten gewordene Einladungsschreiben verdient hier noch besonders aufgeführt zu werden«, betont bereits das Verzeichnis »Deutsche Bibliophilie in drei Jahrzehnten« (Leipzig 1931). – Dazu zwei weitere frühe Publikationen, beide in Originalbroschur: August Böckh. Über Friedrichs des Großen classische Studien. Berlin 1926. Eins von 200 Exemplaren. Auf Bütten. Gestiftet von Richard Labisch, Walter Metzenberg und Max Lefson. – Fritz Homeyer. Die heutigen Aufgaben der deutschen bibliophilen Gesellschaften. Hamburg 1930. Eins von 350 Exemplaren. Auf Bütten. – Zwei Beigaben.

28 : 21 cm. [8] und [8] Seiten. – Einband etwas wellig und fleckig, innen gut erhalten.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seiten 118, 129 und 135

315  Leopold Hirschberg. Erinnerungen eines Bibliophilen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Eine Ergänzung zu dessen »Erinnerungen eines Bibliophilen«. Berlin, Goldschmidt-Gabrielli [1919]. Mit zwölf Bildtafeln. Originalhalblederband mit handgeschriebenem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe der immer wieder lesenswerten Erinnerungen des Bibliophilen Leopold Hirschberg (1867–1929). – Eins von 200 Exemplaren der Luxusausgabe auf Bütten, in Halbleder gebunden und vom Verfasser signiert und dediziert. – Das Exemplar für Maximilian Runze, den Herausgeber der Werke des Stettiner Komponisten Carl Loewes. – Mit blattfüllendem eigenhändigem Widmungsgedicht Hirschbergs anlässlich des 70. Geburtstag des Empfängers auf dem Vorsatzblatt. – Mit den aufschlussreichen Subskribentenverzeichnissen der Luxus- und Normalausgabe. – Dazu: Erinnerungen eines Bibliophilen. – Katalog der Büchersammlung Leopold Hirschberg. Berlin 1920 und 1922. Originalpappbände. – Die »Erinnerungen« in zweiter Auflage, »in ihr sind kleinere Irrtümer der ersten gebessert«. – Beigabe: Fotokopieexemplar von: »Das Antiquarische Buchkabinett Berlin. Katalog 3. Deutsche Literatur, darin enthalten Teile der Sammlung Leopold Hirschberg. 1923«.

21 : 16 cm. [2], X, 207, [1] Seiten, 12 Tafeln.

323  John Dieter Brinks. Vom Ornament zur Linie.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Der frühe Insel-Verlag 1899 bis 1924. Ein Beitrag zur Buchästhetik im frühen 20. Jahrhundert. Laubach und Berlin, Triton 2000. Mit zahlreichen, meist farbigen, Abbildungen und Tafeln. Originalleinenband und -mappe im Schuber.

Wichtige Monographie zu dem die deutsche Buchkunst der Moderne prägendsten Verlag. – Mit Beiträgen von Susanne Buchinger, Marcus Haucke, Kurt Ifkovits, Renate Müller-Krumbach, Theo Neteler, Lindsay Newman, Gerhard Schuster, Juergen Seuss, Barbara Stark, Roland Stark , Klaus Weber und dem Herausgeber. – Neben den zahlreichen, meist farbigen Abbildungen und Tafeln mit 20, in einer Mappe lose beigegebenen, Faksimiledrucken von Originalvorsatzpapieren und Prospekten des Insel-Verlages. – Tadellos.

30 : 24 cm. 391, [5] Seiten, 21 Tafeln.

325  John Dieter Brinks. Denkmal des Geistes. Die Buchkunst Henry van de Veldes.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Laubach und Berlin, Triton 2007. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit Schuber.

Erste Ausgabe. – Das Standardwerk zum buchkünstlerischen Schaffen van de Veldes. – Mit Dokumentationsmaterial und einem illustrierten Katalog. – Tadellos.

30 : 24 cm. 460, [4] Seiten.

338  Das Dorf

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

in Bild und Wort von Marie Stiefel & Olaf Rau. Nürnberg, Theo. Stroefer [1906]. Mit zwölf blattgroßen Farblithographien von Marie Stiefel sowie zweifarbig lithographiertem Titel, farbig illustrierten Vorsätzen, zahlreichen großen Vignetten und Buchschmuck. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Texte von Olaf Rau, Steinzeichnungen von Marie Stiefel (1879–1962). – »In ihrem Bilderbuch ›Das Dorf‹ wechseln stimmungsvolle Landschaftsbilder mit informativen, sachbuchartigen Ansichten […] Die sorgfältige Ausstattung […] bis hin zu den eindrucksvollen Farbtafeln, machen das Buch zu einem besonders schönen Beispiel des Künstlerbilderbuchs« (Lex. Schweizer Bilderbuch, S. 75). – »Es handelt sich wohl um das schönste Beispiel Schweizer Heimatkunst im Bilderbuch, das merkwürdigerweise in einem deutschen Verlag […] erschienen ist« (Albert Schug). – Sehr schönes Exemplar.

25 : 35 cm. 36 Seiten. – Deckel minimal fleckig. – Ein Textblatt mit Knickfalte, ein Blatt mit restauriertem kleinen Randeinriss. Schenkungsvermerk von 1907 auf dem Vortitel.

Bilderwelt 502. – Stuck-Villa II, 325 (mit Abb.)

347  Franz Stuck. 30 Photogravuren

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1000

nach Gemälden des Meisters. München, Hanfstaengl [1898]. 30 Tafeln. Originalmaroquinband mit vergoldeter Deckelsignatur. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers »Meinem lieben Freunde Lenbach«. – Franz von Stuck (1863–1928), »dem ein Aufstieg vom ›armen Müllerssohn‹ zum gefeierten ›Münchener Malerfürsten‹ vergönnt war, der 1906 geadelt wurde« (A. Langer), war 1892 Gründungsmitglied der Münchner Secession. Zu dieser Zeit war die deutsche Kunstszene maßgeblich von Franz von Lenbach beeinflusst. »Franz von Stuck folgte dem Vorbild des eine Generation älteren Lenbach unter moderneren Vorzeichen. Er schuf symbolistische, den Geist des Fin de Siècle einfangende Bilder oft mythologischen Inhalts, näherte sich der Secession an, und verkehrte mit Tänzern und Schauspielern, die er auch porträtierte.« (Lenbachhaus.de). – Mit einem Inhaltsverzeichnis der wiedergegebenen Gemälde. – Selten und kaum zu übertreffender Provenienz. – Mit Echtheitsbestätigung der Widmung von Frau Margot Brandlhuber, Museum Villa Stuck.

53 : 41 cm. [2] Blätter, 30 Tafeln. – Einband an den Rändern beschabt, unteres Kapital eingerissen. – Vorsätze und äußerste Ränder gebräunt. Es fehlen einige Seiden-Zwischenblätter.

365  Bremer Presse – Hugo von Hofmannsthal. Die Wege und die Begegnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 800 ( R7 )

Bremen 1913. Roter Originalmaroquinband mit Kopfgoldschnitt. Blindgeprägte ornamentale Rückenverzierung und Deckelfileten sowie vergoldete Steh- und Innenkantenbordüren (signiert: Bremer Binderei).

Erstes Buch der Bremer Presse. – Erste Ausgabe, nach vorhergehenden zehn Exemplaren eines Versuchsdrucks in der Behrens-Antiqua. – Eins von 200 Exemplaren. – Gesetzt aus der 16 Punkt Antiqua, der ersten eigenen Druckschrift der Presse. – Der einzige kleinformatige Druck der Presse. – Das Pressensignet auf dem Titel, die neun Initialen, davon die erste groß und figürlich verziert, und die große Schlussvignette zeichnete Rudolf Alexander Schröder. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten in Rot und Schwarz auf der Handpresse. – Der Einband stammt von Frieda Thiersch, deren Handeinbände für lange Jahre ein Markenzeichen der Presse waren. – Nur dieser Text des Mitbegründers der Presse und der im Folgejahr gedruckte »Tacitus«, der allerdings erst nach dem Weltkrieg ausgeliefert werden konnte, entstanden in der Gründungsstadt der Presse. Noch während des Krieges zog die Werkstatt nach Süddeutschland, in das Landhaus Thomas Manns nach Bad Tölz. Dort wurde die Arbeit 1919 fortgesetzt; bereits 1921 erfolgte aus Platzgründen ein erneuter Umzug nach München.

19 : 12 cm. [4], 21, [7] Seiten. – Vorsatzblätter am Rand mit den unvermeidlichen Leimschatten und Abklatsch von Klebestreifen eines ehemaligen Schutzumschlags. Rücken am Rand schwach berieben.

Lehnacker 1. – Rodenberg 1. – Schauer II, 68. – Houghton Library Catalogue 758

382  Aristide Maillol – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausruflimit/Reserve price: € 3000

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tomes prémier [et] séconde [et Suite de bois originaux]. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit 122 Holzschnitten im Text. Lose Doppelblätter in zwei Originalumschlägen, -halbpergamentchemisen und -schubern und eine Suitenmappe in Originalschuber.

Eins von 750 Exemplaren, im eigentlichen eins von 100 Vorzugsexemplaren, denn nur so viele Suitenausgaben wurden (nach Rauch) gedruckt. – Mit zwei Suiten der 122 Holzschnitte, eine in Schwarz, eine in Rot gedruckt, alle Blätter mit Monogrammstempel und jeweils in Originalumschlag mit einem in Rot bzw. Schwarz gedruckten Holzschnitt. – Auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Die Holzschnitte in der Mehrzahl groß und in der Formensprache des späten Maillol, eine Reihe kleine, fast zierstückartige und einige Initialen. – Auch diese Ausgabe benötigte einige Jahre bis zum Abschluss, die letzten Holzschnitte entstanden erst kurz vor Maillols Tod. – Eins der schönsten Bücher des französischen Künstlers, sein künstlerisch reifstes Werk ergänzt die Holzschnitte zu Vergils »Eclogen«, die bereits 1913–1926 für die Ausgabe der Cranach-Presse entstanden. – So schön und vollständig sehr selten.

32 : 24 cm. [6], 174, [8] Seiten; [8], 154, [6] Seiten; 244 lose Holzschnitte.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

383  Aristide Maillol – Quintus Horatius Flaccus. Carmina. Odes I [et] II.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausruflimit/Reserve price: € 530

Texte latin et traduction en vers par le Baron Delort. Gravures sur bois d’Aristide Maillol. Paris, Philippe Gonin 1939–1958. Mit 118 Textholzschnitten. Halblederbände mit Furnierapplikationen, Rückentitel, Deckelfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: A. Lobstein). Die Originalumschläge wurden eingebunden.

Eins von 50 arabisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, jedoch ohne die Suiten (Gesamtauflage 450). – Auf Maillol-Bütten. – Druckvermerke vom Verleger paraphiert. – Ursprünglich plante Harry Graf Kessler eine Ausgabe des Horaz. Bereits 1930 beauftragte er Maillol mit den Illustrationen, da ihm ausschließlich Maillols Illustrationen dem Geist eines Textes des klassischen Altertums zu entsprechen schienen. Es existieren Probedrucke dieses Vorhabens, die Cranach-Presse wurde aber 1931 geschlossen und das Projekt ad acta gelegt. Die Horaz-Holzschnitte von Maillol entstanden bereits 1939, der Textsatz und Druck des Gesamtwerkes erfolgte aber erst 1958. Gonin hatte zeitgleich (1937–1943) auch die von der Cranach-Presse nur bis zu Probedrucken gelangten »Georgica«, den zweiten Teil des Vergil, herausgebracht. – Sehr gut erhalten und elegant gebunden von Alain Lobstein, Paris.

21 : 14 cm. [8], 179, [5] Seiten; [4], 278, [2] Seiten. – Lederexlibris Francis Kettaneh.

Monod 6091

385  Eggebrecht-Presse – Christian Heinrich Kleukens. Das Wunder der heiligen Nacht.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausruflimit/Reserve price: € 70

Mainz, Werkstatt für Buchdruck 1935. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 35 Exemplaren, die als »Jahresgabe« neben der Auflage von 100 Exemplaren verteilt wurden. – Handabzüge in Braun und Schwarz. – Sehr seltenes und frühes Dokument der Eggebrecht-Presse, noch vor deren eigentlicher Gründung 1936.

23 : 15 cm. [5], 8, [3] Seiten.

Vgl. Spindler 92

394  Insel Verlag – Henry van de Velde. Vignette für »Emile Verhaeren. Les heures du soir.«

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Tusche und Deckweiß. 1911. 1,5 : 1,5 cm.

Vorlage für den Druck bei Spamer, Leipzig. Das Buch erschien 1911 im Insel-Verlag, Henry van de Velde entwarf den Einband, die Typographie und die Vignetten. – Das kleine Zierstück, das hier als gespiegeltes Paar gezeichnet wurde, verwendete van de Velde für die ovale Umrahmung der Vorderdeckelvignette und zweimal auf dem Titel. – Die Entstehungsgeschichte des Buches wird in John Dieter Brinks’ van de Velde-Monographie ausführlich beschrieben (Laubach/Berlin 2007, S. 181ff.). – Rückseitig mit van de Veldes Atelier-Stempel.

Etwas beschnitten, der rückseitige Stempel dadurch knapp angeschnitten und mit kleiner Montierungsspur.

Vgl. Brinks, van de Velde 98 und Sarkowski 1822

410  Kleukens Presse – Wilhelm Klemm. Entfaltung.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Gedichtfolge. Darmstadt [1919]. Originalpergamentband; Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet.

Zweiter Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Gedruckt auf Bütten. – Gesetzt aus der Cicero-Kleukens-Antiqua. – Titel und Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Der Einband stammt aus Ernst Rehbeins Kleukens-Binderei. – Schönes Exemplar.

25,5 : 17,5 cm. [4], 80, [6] Seiten.

Rodenberg 103, 2

414  Aloys Ruppel. Johannes Gutenberg.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Sein Leben und sein Werk. Berlin, Maximilian-Gesellschaft 1939. Mit zahlreichen Tafeln teils ganzseitigen Abbildungen und drei gefalteten Faksimilebeilagen. Originalhalblederband. Rückentitel und Deckelvignette silbergeprägt. Mit Schutzumschlag und Schuber.

Eins von 125 Exemplaren der Sonderausgabe auf Bütten, die für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft gedruckt wurden. Die farbigen Faksimiles von je einer Seite aus der 36- und der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel sowie dem Mainzer Psalter von 1457. – Der Verfasser war mehr als 40 Jahre Direktor des Mainzer Gutenberg-Museums. Seit 1930 gab er, neben zahllosen Publikationen zum Thema Buchdruck, das Gutenberg-Jahrbuch heraus. – Sehr schönes Exemplar aus dem Nachlass des Verlegers Lothar Rossipaul mit dessen signiertem Holzschnittexlibris von Archibald Bajorat. – Dazu: Hermann List. Thomas und Meister Gutenberg. Stuttgart 1942. – Gutenberg-Museum der Stadt Mainz. Weltmuseum der Druckkunst. Festkatalog zum Gutenberg-Jahr 1968. Mit Widmung des Verfassers Helmut Presser.

27 : 19 cm. 224, [2] Seiten, 4 Tafeln, 3 Beilagen.

416  Trauerreden, gehalten in der Loge Amalia zu Weimar.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Berlin, Altmann 1923. Mit einer signierten Radierung von Alois Kolb. Schwarzer Originalseideneinband mit Pergamentdurchstichbindung und goldgeprägter Deckelvignette. In Buntpapierkassette.

Eins von 250 Exemplaren. – Unter künstlerischer Leitung von Hugo Steiner-Prag gedruckt bei F. A. Brockhaus. – Die Radierung entstand nach Prellers Goethe-Bildnis auf dem Totenbett. – Enthält drei Trauerreden von Mitgliedern der Weimarer Freimaurerloge: Goethe auf Wieland, Friedrich von Müller auf Großherzog Carl August und auf Johann Wolfgang von Goethe. – Mit zwei Goethegedichten und einigen Holzschnittvignetten. – Seltene Einbandvariante.

34 : 25 cm. 44, [4] Seiten. – Kassette an den Kanten berieben, das Buch tadellos.

Sennewald 23, 2

433  Officina Serpentis – Eine Seite aus Homers Ilias

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

gesetzt in griechischer Uncialtype. Berlin 1919. Lose Doppelblätter in Originalhalbpergamentchemise mit Marmorpapierbezug.

Probedruck in Rot und Schwarz. – Eins von 25 Exemplaren. – Die griechische Unicialtype, mit der diese ersten Verse Homers gesetzt sind, wurde im Jahre 1860 von der Schriftgießerei J. G. Schelter und Giesecke in Leipzig nach Angaben von A. F. C. Tischendorf, des Entdeckers des Codex sinaiticus geschnitten. – Dazu: Hesiod. Theogonia. Die ersten vier Blätter aus dem 1921 erschienenen Druck der Officina Serpentis. Lose Doppelblätter in Originalhalbpergamentchemise.

38 : 28 cm. [8[ Seiten. – Ränder der unbeschnittenen Beigabe gebräunt und mit kleinen Einrissen.

Nicht bei Backe. – Backe 49 (Beigabe)

435  Einbände – Weinrote Halblederbände um 1896 mit reicher Rückenvergoldung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

– Inhalt: Christina G. Rossetti. Poems. New and enlarged edition. – New Poems, hithero unpublished or uncollected. Edited by William Michael Rossetti. London, Macmillan 1896. Mit Frontispiz und Porträt.

Reizende englische Jugendstileinbände mit reicher Rückenvergoldung auf weinrotem geglättetem Saffianleder. – Mit kleinem Prägestempel der ältesten Londoner Buchhandlung »Hatchard – 187 Piccadilly«, in deren Auftrag die Einbände möglicherweise angefertigt wurden.

18 : 12 cm. XIV, [2], 450; XXIV, 397, [1] Seiten, 2 Tafeln. – Gelenke leicht berieben.

451  Bauhaus – Herbert Bayer. Bauhaus-Ausstellung Weimar Juli–August–September 1923.

Schätzpreis/Estimate: € 5000 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 4500 ( R19 )

Farblithographie. 1923. 15,2 : 10,3 cm. Rückseitig typograpisch signiert.

Die elfte von insgesamt 20 realisierten Karten zur Ausstellung 1923, die von 13 Bauhaus-Meistern und -Studenten – u. a. Feininger, Kandinsky, Klee, Marcks, Moholy-Nagy, Schlemmer, Hirschfeld-Mack – entworfen und originalgraphisch ausgeführt wurden. – »Für die erste, umfassende Ausstellung, die die thüringische Landesregierung dem umstrittenen Bauhaus abverlangte, wurde in bisher am Bauhaus unbekanntem Umfang Reklame gemacht. […] Während der Ausstellungsvorbereitungen […] hören wir zum ersten Male von einer ›Reklameabteilung‹, die sich in der Werkstatt für Wandmalerei unter Kandinsky zusammengefunden hatte.« In dieser Werkstatt ließ sich Herbert Bayer während seines Studiums am Bauhaus (Oktober 1921–Juli 1923 und Oktober 1924–Februar 1925) ausbilden. Nach seiner Gesellenprüfung im Frühjahr 1925 wurde er der leitende Werbegestalter des – mittlerweile in Dessau angesiedelten – Bauhauses. Bereits für die Ausstellung 1923 entwarf er Hinweisschilder, Orientierungsplakat sowie den Einband des berühmten Katalogbuches (vgl. A und O Bauhaus, Seiten 61ff.) – Rückseitig mit Aufdruck zur Verwendung als Postkarte und dem Stempel mit korrigiertem Ausstellungszeitraum.

A und O des Bauhauses, KatNr. 25, Abb. 44. – Fleischmann, S. 67, Abb. 11. – Britsch/Weiss 99

452  László Moholy-Nagy. Staatliches Bauhaus Weimar 1919 1923.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 800 ( R7 )

Einladungsprospekt zur Subskription des Katalogbuches. Faltblatt, zweifarbiger Offsetdruck. 1923. 25 : 25 cm (geschlossen). Mit zwei Abbildungen.

Seltener Subskriptionsprospekt in mustergültiger Typographie Moholy-Nagys. – Als Musterabbildungen wurden hier Molnars Haus »Der rote Würfel« und eine Fotoansicht der Werkstatt der Steinbildhauerei des Bauhauses gewählt. – Das Katalogbuch zur ersten großen Bauhausausstellung gestaltete ebenfalls Moholy-Nagy. Es sei »in erster Linie Dokument dieser Anstalt; es reicht aber, dem Charakter der Anstalt entsprechend, weit über eine örtliche und spezifische Angelegenheit hinaus ins allgemeine, gegenwärtige und zukünftige Gebiet künstlerischen Schaffens und künstlerischer Erziehung« (aus dem Werbetext). – Ehemals Sammlung Hans Hildebrandt (1878–1957, Stuttgarter Kunsthistoriker und Förderer des Bauhauses) mit zwei Stempeln auf den Innenseiten. Seine Ehefrau Lily, die zeitweise in sehr engem Kontakt mit Walter Gropius stand, veröffentlichte 1918 das ihrem Sohn Rainer gewidmete Kinderbuch »Klein-Rainers Weltreise« (siehe KatNr. 339).

Falz- und zwei kleine Randeinrisse mit Japan fixiert. Kleiner Farbfleck. – Erfreulicherweise ohne die beim Exemplar des Bauhaus-Archivs vorhandenen Heftlöcher.

Bayer/Gropius 1938, Abb. auf S. 81. – Das A und O des Bauhauses KatNr. 41. – Fleischmann S. 81f. (mit drei Abbildungen)

460  Bruno Taut. Ein Wohnhaus.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 140

Fünfte Auflage. Stuttgart, Franckh 1927. Mit einer Farbmustertafel, einer Farbtafel und zahlreichen Abbildungen. Gelb-roter Originalleinenband mit montierter Deckelvignette.

Fünfte unveränderte Ausgabe, noch im Jahr der Erstausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Kosmos Hausbücher«. – Grundlegendes populäres Werk zum Eigenheimbau, verfasst von dem Architekten Bruno Taut, der dabei sein eigenes Wohnhaus in Blankenfelde-Dahlewitz vorstellt. – Die Gesamtgestaltung des Buches stammt von Johannes Molzahn, der auf Empfehlung von Bruno Taut zum Leiter der Klasse für Gebrauchsgraphik der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg berufen wurde. – Am Ende die Ausfalttafel mit 24 aufgeklebten Farbmusterstreifen nach den Farben der Firma Paul Baumann, Aue.

24 : 16 cm. [4], 118, [4] Seiten; 2 Farbtafeln. – Einband am Rücken etwas verfärbt und mit kleinem Fleck.

Vgl. Jaeger 921

461  Industriedächer: Flache Dächer!

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Werbeblatt des Verbandes Deutscher Dachpappenfabrikanten. Faltblatt, Buchdruck. 1927. 29,2 : 21,0 cm (geschlossen). Mit neun fotografischen Abbildungen.

Seltene Werbebeilage, nachweisbar in »Die Form« (1927, Heft 5) mit Fotografien von Industriebauten, darunter die berühmte Bauhaus-Ansicht von Lucia Moholy sowie Bauten von Hans Poelzig, Hermann Muthesius, Bruno Buch u. a. in Fotografien von F. Stoedtner, E. Leitner u. a. – Gedruckt bei Edler & Krische, Hannover. – Die Typographie des Faltblattes verweist auf Kurt Schwitters oder Friedrich Vordemberge-Gildewart, zumindest als Vorbilder für den anonymen Gestalter. Vordemberge-Gildewart hatte enge Beziehungen zu der Hannoveraner Druckerei und gestaltete einige der dort gedruckten Industriewerbemittel. – Tadellos erhalten.

465  Hans Leistikow – Das Geld liegt auf der Strasse.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Ein Wegweiser für sie, es aufzuheben. Herausgegeben von der Reklamestelle. Frankfurt a.M. ohne Jahr [1928/29]. Mit etwa 30 meist halbseitengroßen Abbildungen nach Fotografien und Fotomontagen. Originalbroschur mit Titelbild.

Werbebroschüre für Außenwerbung. – Die Gestaltung stammt sehr wahrscheinlich von Hans Leistikow (1892–1962), der während der Gestaltung des »Neuen Frankfurts« unter Ernst May von 1925–1930 als Leiter des grafischen Büros der Stadtverwaltung auch für die städtische Reklame zuständig war. 1928 war Leistikow Mitglied des Rings »neue Werbgestalter«. – »Reklame und die Schrift, als neu entwickelte einheitliche Typen sind vom Neuen Frankfurt von Beginn an als eines der effektvollsten Gestaltungsmittel verstanden worden, um eine einheitliche großstädtische Kultur zu bewirken« (Michael Müller in: Avantgarde, Amsterdam 1988, Heft 1, S. 84f.). – Mit zahlreichen interessanten Aufnahmen aus dem Frankfurter Stadtbild, darunter Plakate und Reklameschilder, Leuchtreklamen, Plakatsäulen, Straßenbahn-und Autobus-Reklame und Beispiele an den beiden Frankfurter Markthallen.

23 : 16 cm. 35, [1] Seiten. – Vorderdeckel minimal angestaubt und mit Rotstift-Notiz.

466  Lotte Pottel. Most.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Werbekarte und -plakat. Farblithographien mit Serigraphie. Um 1928. 14,8 : 10,4 cm und 28,8 : 22,7 cm.

Lotte Pottel, Studentin der Kunstgewerbeschule Halle Burg Giebichenstein, war gemeinsam mit ihrem Lehrer, dem Fotografen Hans Finsler, für die Schokoladenfabrik Most in Halle tätig. Als gemeinsame Arbeit erschien 1929 die Festschrift »Wie Kakao und Schokolade entsteht: 70 Jahre Most 1859–1929«. Nur ein Jahr später war sie für die Typographie der Broschüre »Wo in Halle? Halle ist schön« des Halleschen Witschafts- und Verkehrsverbandes verantwortlich. Auch diese Broschüre war mit Fotos von Finsler illustriert. – Beide Werbemittel aufwändig gedruckt, mehrfarbig und mit Gold: I. Schokolade Pralinen Kakao. Unser Vertreter kommt! Rückseitig Postkartenaufdruck. – II. Ich bin der Most-Mann! Rückseitig mit typographischem Text »Gestatten Sie, daß ich mich vorstelle […]. – Unten links im Druck monogrammiert.

469  John Heartfield – Drei Bücher mit seinen Umschlagillustrationen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Berlin, Malik 1922–1930 und Prag, Odeon 1934.

I. Upton Sinclair. Man nennt mich Zimmermann. Roman. Berlin, Malik 1922. Originalpappband mit Fotomontage als Deckelbild. Die Rote Roman-Serie VII. – II. Ilja Ehrenburg. Das Leben der Autos. 9.–15. Tausend. Berlin, Malik 1930. Originalleinenband mit Fotomontagen auf dem Schutzumschlag. Mit Wellenmuster, der Rückentitel aber noch nicht schwarz gedruckt, so nicht bei Hermann. – III. A. Avdejenko. Miluji (tschechisch: Ich liebe dich). Prag, Odeon 1934. Originalbroschur mit Fotomontage auf dem Schutzumschlag. Seltene erste Ausgabe. – Dazu: Otto Heller. Sibirien, ein anderes Amerika. Berlin 1930. Mit Tafeln nach Fotografien des Verfassers. Originalbroschur mit Fotomontage von Paul Urban auf dem Schutzumschlag.

Schnitt teils stockfleckig, besonders bei II.

Haufe 15, 119 und vgl. 170 (deutsche Ausgabe mit anderem Motiv). – Hermann 358 a und 51 (I und II). – Melzwig 857.1 (Übersetzung Hermynia Zur Mühlen) und 255.1

473  Richard Lindner – Drei Bücher des Lachens.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Die schönsten heiteren Geschichten von heute. Erster [bis] Dritter Band. Berlin, Ullstein 1928. Farbige Originalleinenbände in illustrierter Originalkassette.

Erste Ausgabe. – Die drei Deckelvignetten und das farbige Bezugspapier der Kassette mit zwei Figurengruppen wurden nach Vorlagen von Richard Lindner (1901–1978) gedruckt und zählen zu den ersten seiner publizierten Graphiken. Zwischen dem Abschluss seines Studiums an der Münchner Akademie und einer Anstellung als künstlerischem Leiter des dortigen Verlages Knorr und Hirth lebte Lindner 1927/28 in Berlin. 1933 floh er nach Frankreich und emigrierte 1941 in die USA. Dort arbeitete er weiter als Gebrauchsgraphiker. Erst spät wandte er sich der Malerei zu und wurde international bekannt.

18 : 11 cm. – Kassette minimal berieben. – Papierbedingt etwas gebräunt.

475  Georg Muche – Vier Publikationen (Erinnerungen, Werkverzeichnisse, Katalog) von und über Georg Muche, alle von ihm signiert.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

1961–1980.

Georg Muche. Blickpunkt. Sturm, Dada, Bauhaus, Gegenwart. München 1961. Originalleinenband mit -schutzumschlag. – Zwei Werkverzeichnisse: Peter H. Schiller. Georg Muche. Das druckgraphische Werk. 1970. Mit Beilage: Zeichnungen aus den Jahren 1912–1973. – Magdalena Droste, Christian Wolsdorff und Bauxi Mang. Georg Muche. Das künstlerische Werk 1912–1927. Kritisches Verzeichnis der Gemälde, Zeichnungen, Fotos und architektonischen Arbeiten. Berlin 1980. – Georg Muche. Der Zeichner. Ausstellungskatalog Staatsgalerie Stuttgart 1977. – Meist herausgegeben vom Bauhaus-Archiv. – Dazu: Gisela Lindner. Georg Muche. Die Jahrzehnte am Bodensee. Das Spätwerk. 1983. – Der alte Maler. Briefe von Georg Muche 1945–184. Tübingen und Berlin 1992.

479  102 Glückwunsch-, Andenken- und Grußpostkarten, alle um 1900.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Umfangreiche Sammlung von originellen und teils kitschigen Postkarten. Meist Chromolithographien, teils folienkaschierter Farbdruck, einige mit Collage. – Aus dem Inhalt: Karten zu allen erdenklichen Feiertagen und Feierlichkeiten: Ostern, Pfingsten, Weihnachten, Neujahr, Geburtstag, Verlobung, Hochzeit, Niederkunft, Drillingsgeburt (!) und Scheidung. – Farbige Feldpostkarten »O Vaterland du schönster Stern«. – Reisegrüße, teils allgemein, teils mit Ansichten der sächsischen »Metropolen« Aue, Augustusburg, Bitterfeld, Bad Brambach aber auch Magdeburg, Karlsbad, Hamburg und München, darunter eine sehr schöne zum Münchner Oktoberfest (mit kleiner Szene »Heimkehr von der Wiesen«). – Alle sehr gut erhalten, meist beschrieben, frankiert und gestempelt.

480  Zelta Sapnis.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Plakat, farbig lithographiert. 99 : 67 cm. Gefaltet.

Der goldene Cholem (Der goldene Traum). Plakat der Aufführung im Rigaer Idisher Muitim Teater (Rigaer Jüdisches Minderheiten-Theater) am 18. Dezember. – In lettischer und jiddischer Sprache gedruckt. – Wohl aus dem zeitlichen Umfeld der frühen Saeima-Wahlen in den 1920er Jahren. – Seltenes Dokument aus einem der wichtigsten Zentren des europäischen Judentums, das 1941 durch die Massenerschießungen und Deportation nahezu endgültig ausgelöscht schien.

Vertikale und horizontale Knickspuren. Ränder mit wenigen kleinen Ein- und Ausrissen, mittig in der Kchrift kleine Fehlstelle. Linker Rand mit größerem Einriss (10 cm) mit Filmoplast hinterlegt.

481a  Münchner Kriegsblätter.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Erstes [bis] Drittes Kriegsflugblatt der Zeitschrift »Der Zwiebelfisch«. München, Hans von Weber 1914. Mit sechs Lithographien von Bruno Goldschmitt. Lose Blätter.

Bruno Goldschmitt. Michel und seine Nachbarn I und II. Vor dem 1. August 1914. – Nach dem 1. August 1914. Einblattdrucke mit je einer Lithographie. Auf gelblichem Maschinenbütten. – Richard Dehmel. Vier Kriegslieder mit Ur-Steindrucken von Bruno Goldschmitt. Zwei Doppelblätter mit vier Lithographien und Text. Auf Maschinenpapier. – Sehr seltene, zumal so gut erhaltene, Folge mit den frühesten Illustrationsarbeiten des bald schon überaus schaffensreichen Künstlers.

44,5 : 29,5 cm bzw. 40,5 : 27,5 (III).

Sennewald 14, 1 und 2 (ungenau)

483  Plakat – Die Parteien!

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Lithographie und Typendruck. 1919. 44 : 30 cm.

Konservatives Wahlplakat zur Deutschen Nationalversammlung, die am 19. Januar 1919 als erste reichsweite Wahl nach der Novemberrevolution stattfand. An ihr, der ersten nach Verhältniswahlrecht, durften zum ersten Mal in Deutschland auch Frauen teilnehmen. Das Ziel war die Bildung einer verfassunggebenden Nationalversammlung. – Karikierend werden die Vertreter der linken Parteien dargestellt, darunter Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg als »Spartakus-Sozi«. Die beiden Mitbegründer der KPD wurden am 15. Januar 1919, wenige Tage vor der Wahl, ermordet. – Mit mehr Sympathie werden die Vertreter der konservativen Parteien (Christliche Volkspartei, Deutsche Volkspartei, Deutschnationale Volkspartei) dargestellt. – Am Unterrand die Aufforderung: »Wähle Deutscher! Deine Schicksalsstunde schlägt am 19. Januar 19«. – Aus der Wahl ging die SPD als stärkste Kraft hervor, die daraufhin mit der DDP und der Zentrumspartei koalierte.

Linker und Unterrand mit Verlusten, unten eventuell Wegfall der Angaben zum Druck.

484  Plakate – Nie sollst Du mich befragen …

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausruflimit/Reserve price: € 500

Wahlplakat. Lithographie. Um 1932. 111 : 80 cm.

Sehr seltenes, für uns bibliographisch nicht nachweisbares Wahlplakat der bayerischen SPD. Inhaltlich verantwortlich zeichnete Thomas Wimmer (1887–1964), langjähriger Vorsitzender der Münchner Sozialdemokraten, von 1924 bis 1933 ehrenamtlicher Stadtrat und von 1948 bis 1960 Münchner Oberbürgermeister. Bereits am 10. März 1933 wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet. – Unter dem Lohengrin-Zitat werden folgende brisante Fragen gestellt: »Warum Hitler Südtirol verraten hat? Wer die Geldgeber Hitlers sind? Wo Naziabgeordnete während des Krieges waren? Welche Arbeitslosen die Reichstagsdiäten der Nazi erhielten? Wie hoch das jährl. Gesamt-Einkommen Adolf Hitlers ist? Was sich der Preußen-Kronprinz seinen Hitlerschwarm kosten läßt?« Am Unterrand dann die Aufforderung: »Wählt Sozialdemokraten!« – Die Diskussion um den drohenden Verrat Hitlers an dem seit 1919/1920 zu Italien gehörenden Landesteil südlich des Brenners wurde durch die österreichische Sozialdemokratie seit 1931 geführt. Der Pakt zwischen Mussolini und Hitler wurde erst 1938 abgeschlossen, Jahre nach dem Verbot der Sozialdemokratie in Deutschland und Österreich. Das Plakat ist aber vor 1933 entstanden. – Weitere Anmerkungen: Trotz Millioneneinnahmen aus Spenden und dem Verkauf von »Mein Kampf« wurde Hitler 1935 sogar von der Steuerpflicht befreit. Kronprinz Wilhelm von Preußen galt als eifriger, auch finanzieller Unterstützer Hitlers. Thomas Wimmer war als Stadtrat auch für Gemeindefinanzen zuständig. – Gedruckt bei R. Schumann, München.

Unbeschnitten, links ist der mitdruckende Plattenrand sichtbar geblieben. – Einige Faltspuren, im weißen Rand kleine restaurierte Ausrisse durch ehemalige Anheftung.

485  Freies Deutschland.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Organ des Nationalkomitees Freies Deutschland. [Fünf Ausgaben]. Moskau 1943 und 1945.

Fünf Originalausgaben der Wochenzeitschrift der 1943 im Moskauer Exil gegründeten Gruppe »NKFD«, der neben kommunistischen Exilanten auch Kriegsgefangene angehörten. Dem Gründungskomitee gehörten Erich Weinert, Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Hans Mahle als Vertreter der Emigranten sowie Hauptmann Hadermann, Leutnant von Kügelgen, Feldwebel Stresow und der Gefreite Eschborn als die der Gefangenen an. Stalin misstraute der Gruppe von Anfang an, sah er doch in ihr eine »Schattenregierung«. – Alle Titelseiten mit Bordüren in den Farben des Komitees, die als Zugeständnis an die vertretenen Generäle nicht der schwarz-rot-goldenen Flagge der Weimarer Republik, sondern der schwarz-weiß-roten des Deutschen Kaiserreiches entsprachen. – Vorhanden: Nr. 2, 29. Juli 1943 (Frontberichte, Erste Stimmen zur Gründung des NKFD), Nr. 23, 19. Dezember 1943 (Weihnachtsausgabe); Nr. 20, 16. Mai 1945 (Berlin bleibt deutsch!, Alfred Kurella zur Auflösung der NSDAP, Foto »Hitlerberlin hat kapituliert«, Berichte aus den Konzentrationslagern Auschwitz, Bergen-Belsen und Buchenwald); Nr. 21, 24. Mai 1945 (Berlin wird versorgt); Nr. 22, 31. Mai 1945 (Stalin dankt dem russischen Volk, Amtseinführung des neuen Berliner Magistrats). – Beigabe (Faksimile der Ausgabe 24. Mai 1945).

59 : 42 cm. – Papierbedingt gebräunt, mehrfach gefaltet.

486  Alliierte Propaganda – 13 englische Flugblätter und Tarnschriften.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

London 1939–1944. Meist zweiseitig bedruckte Flugblätter, meist illustriert, eine Broschur. Meist ca. 21 : 13 cm.

Achtung! Der englische Premierminister Chamberlain richtete am 3. September über den Rundfunk … folgende Worte an das deutsche Volk. [London, Special Operations for Propaganda at Electra House 1939]. Code EH.280. Eines der ersten von den Engländern im 2. Weltkrieg abgeworfenen Flugblättern. Wiedergegeben ist eine gekürzte Fassung von Chamberlains Rede zum Kriegseintritt Englands. – Warum? Für Führer und Vaterland / Hitler kann den Krieg nicht mehr gewinnen. Fotomontage auf dem Titelblatt. Code G.10. Die grausige Fotomontage zeigt starr gefrorene Soldatenleichen, im Hintergrund Todesanzeigen. – Dieses war der erste Streich. Die Zeit arbeitet endlich für uns. Code G.51. – Die Blase platzt! Zwanzig Jahre haben es die Faschisten in Italien getrieben … Code G.55. – Totaler Krieg. Broschur mit Berichten über die Bombardierungen der Deutschen Luftwaffe in europäischen Städten. – Londoner Rundfunk. Sendungen in deutscher Sprache / B.B.C. Der Londoner Rundfunk. [London, Special Operations for Propaganda at Electra House 1941]. Code EH.490. Selten, nur 198.000 Exemplare im April 1940 abgeworfen. Über Sendezeiten, Wellenlängen und mit Anweisungen »Fenster zu! Stellen Sie den Empfangsapparat auf ein Kissen!« – Wie lange noch? Lesen und Weitergeben! Nummern 1, 2, 7, 11 und 20. Fünf illustrierte Handzettel. – Zwei weitere Flugschriften.. – Alle sehr gut erhalten.

487  Alliierte Propaganda – Zwölf englische Flugblätter,

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

meist für das von Deutschland besetzte Frankreich. London 1941–1942. Flugblätter und Broschüren, teils illustriert. Meist ca. 21 : 13 cm.

Auch für die französische Bevölkerung in den besetzten Gebieten Frankreichs wurde aufklärende Propaganda gedruckt und von Flugzeugen abgeworfen: L’Amerique en Guerre. 1943. Code USF 64. – L’Arc en Ciel / De Regenboog. 1944. Flugschrift für Das Belgische Volk. Code XB 8. Beide Im verkleinerten Zeitungsformat mit Nachrichten und Artikeln zum Kriegsverlauf. – Aux Populations de la France occupée. Code F8. – La Revue du Monde Libre. Nr. 12. 1943. Code F.180. – Un peu d’arithmétique. De Gaulle _ Giraud + Grenier = Marty. C’est ça, la France nouvelle? Code SW 10. – Quante ancora? Flugblatt für Itailen. Code I 20. – Last Will and Testament of Adolf Hitler alis Adolph Schiklegruber. This is the Last Will and Testament of me Mis-Leader of Germany – Better known as the MAD DOG OF EUROPE. – Zwei weitere Postkarten, eine Broschüre, ein Flugblatt.. – Alle sehr gut erhalten.

494  Aby Warburg – Vorträge der Bibliothek Warburg 1923–1924.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Herausgegeben von Fritz Saxl. Leipzig/Berlin, B. G. Teubner 1926. Mit zwölf Bildtafeln. Originalbroschur. – Mit Widmung von Aby Warburg.

Erste Ausgabe. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung »S[einem] s[ehr] v[erehrten] Hrn. Gebhardt z. fr. Er[innerun]g | Warburg | 7. XI. 1927«. – Bei dem Widmungsempfänger könnte es sich um den Hamburger Erziehungswissenschafter Julius Gebhardt (1884–1966) handeln. – Mit Vorträgen von Ulrich von Wilamowitz-Möllendorff, Ernst Hoffmann, Hans Liebschütz, Richard Reitzenstein, Hugo Greßmann, Franz J. Dölger, Adolph Goldschmidt und Conrad Borchling. – Mit einem Personen- und Sachverzeichnis von Gertrud Bing. – Aus der Bibliothek des Kunsthistorikers Hanns Swarzenski (1903–1985). – Widmungen des Hamburger Kulturwissenschaftlers Aby Warburg (1866–1929) sind sehr selten.

25 : 17 cm. [8], 277, [1] Seiten, 12 Tafeln. – Broschur leicht beschädigt. – Unbeschnitten, 2 Blätter im Register mit Ein- bzw. Ausriss an der oberen Ecke.

495  [Walter Benjamin, pseudonym:] Ardor. [Fünf Aufsätze in:] Der Anfang.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 800 ( R7 )

Zeitschrift der Jugend. Herausgegeben von Georges Barbizon und Siegfried Bernfeld. I. Jahr, Heft 1[–]5. Berlin und Wien, Die Aktion (Franz Pfemfert) Mai–September 1913. Fünf Originalbroschuren.

Erstdrucke der frühesten Veröffentlichungen Benjamins. – Sehr seltene Zeitschrift aus dem Umkreis von Gustav Wyneken, der als Redakteur tätig war. – Enthält von Walter Benjamin: I. Unterricht und Wertung. Heft 1, Seiten 6–10. – II. Romantik. Eine nicht gehaltene Rede an die Schuljugend. Heft 2, Seiten 38–42. – III. Unterricht und Wertung. Über das humanistische Gymnasium. Heft 3, Seiten 69–72. – IV. Gedanken über Gerhart Hauptmanns Festspiel. Heft 4, Seiten 96–100. – V. Romantik – die Antwort des ›Ungeweihten‹. Heft 5, Seiten 144–145. – Walter Benjamin hatte 1912 in Berlin sein Abitur abgelegt und begann noch im gleichen Jahr an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg/Breisgau zu studieren. Dort lernte er den Dichter Christoph Friedrich Heinle kennen und kehrte zusammen mit ihm noch im Wintersemester nach Berlin zurück. Die Veröffentlichungen in »Der Anfang« erschienen noch in Benjamins erstem Studienjahr. In Jena erschien 1914 eine Parodie auf die Zeitschrift (»Das Ende. Zeitschrift für Jugendkubismus«).

22,5 : 15,8 cm. 160 Seiten. – Broschurumschläge lose und mit leichten Läsuren.

Brodersen E12, 13, 14, 16 und 17. – Slg. Leinweber 53–57. – Dietzel/Hügel 117. – Nicht bei Raabe, Zeitschriften

497  Henry Benrath (Albert H. Rausch). Lysis · Alladin.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 660 ( R19 )

Typoskript mit eigenhändigen Anmerkungen und Korrekturen. 1939. 60 paginierte Blätter, davon fünf eigenhändig und 41 mit maschinengeschriebenen Dichtungen mit Korrekturen und Ergänzungen.

Zwei wohl unveröffentlichte Dichtungen von Albert Heinrich Rausch (1882–1949). Erste Dichtungen erscheinen ab 1907, nach Rauschs Begegnung mit Stefan George, die maßgeblich für seine schriftstellerische Entwicklung war. 1932 hatte Rausch den Georg Bücher-Preis erhalten und benutzte seit dieser Zeit das Pseudonym Henry Benrath. – Die Gedichtzyklen entstanden während Benraths Arbeiten an seinen weltpolitischen Romanen und stellen sicher die erste Sammlung zu den späteren »Spruchbüchern« dar. Das Typoskript enthält folgende Texte: Vorspiel«, »Lysis, 1–6«, »Lysis Anadyömeno, 1–10« sowie »Traum, 1–6« und »Erde, 1–17, 20«. – Titelblatt (mit Zusatz »Endgültige Fassung 1939«), das »Vorwort des Verfassers« und die drei Zwischentitel schrieb Benrath eigenhändig, die Typoskriptseiten eigenhändig betitelt und mit vielen kleinen und umfangreichen Korrekturen, Streichungen und Ergänzungen. – Alle Blätter unten rechts paginiert zur Verwendung für den Satz. – In Papierumschlag, dieser eigenhändig betitelt, signiert mit beiden Namen und mit dem Zusatz »Exemplar von Rose Gut, Letzte Fassung 1939«. – »Der Sinn der Sichtungen ›Lysis‹ und ›Alladin‹ wird nur von solchen Menschen erfasst werden, denen das Göttliche im Bilde wirksam wird. Das Göttliche ist in diesem Buche die attische Helle und der iranische Traum […] Kein Werk des Verfassers ist so nahe an der Grenze irdischer Verklärung geboren wie dieses«(Vorwort). – 1938 hatte Benrath Deutschland endgültig verlassen. Er lebte zunächst in der Schweiz, später im Tessin.

31 : 21 cm.

498  Henry Benrath (Albert H. Rausch). Stoa. Wolfkehl.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 330 ( R19 )

Typoskript. 98 Blätter.

Die Dichtung »Stoa« war bereits 1933 abgeschlossen, wurde aber erst 1941–43 zusammen mit den Texten für »Der Weg«, »Unendlichkeit« und »Der Gong« satzfertig gemacht. Einzelne Texte wurden aber bereits früher veröffentlicht, z.B. die George gewidmeten »Dank an Apollon« (Stuttgart 1937) und »Die Stimme Delphis« (Zürich 1939). – Inhalt, jeweils mit eigenhändigem Umschlagblatt: »Stoa/Delphi I« (zwei Typoskriptblätter »Vorspiel«). – »Stoa/Delphi (Teil 1: Ruf an Apollon / Apollons Antwort)« (29 Typoskriptblätter). – »Stoa/Delphi II« (52 Typoskriptblätter). – »Stoa/Delphi (Teil II: Pythische: Moira / Die Mütter)« (fünf Typoskriptblätter »einzeln noch einzureihende Gedichte«). – »Stoa/Delphi (Teil III: Das Standbild und Schlussgesang: Gebet)« (sechs Typoskriptblätter). – »Wolfskehl. Die Stimme« (vier Typoskriptblätter). – Enthält u. a. »An Stefan George« und »An George«. – Besonders in Teil II und III mit eigenhändigen Anmerkungen, Anstreichungen und der ursprünglichen Paginierung zufolge mit zahlreichen Umstellungen. – In Umschlagmappe, eigenhändig betitelt.

25 : 21 cm.

Vgl. Siegfried Hagen, Henry Benrath, Bonn 1978. – Landmann, George 1353 und 1443

500  Hans Bethge. Die Indische Harfe.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Mit Steinzeichnungen von Bernhard Hasler. Nachdichtung indischer Lyrik. Berlin, Morawe & Scheffelt 1913. Mit elf Lithographien, vier davon farbig. Originalseideneinband mit Kopfgoldschnitt (A. Köllner, Leipzig). In Originalkassette mit Deckelschild.

Eins von 250 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten. – Die Lithographien druckte Hermann Birkholz, Berlin, nach dem Druck wurden die Steine abgeschliffen. – Beginnend mit den Gesängen des großen Dichters Kalidasa versammelt Hans Bethge in der »Indischen Harfe« eine Auswahl der schönsten Liebesgedichte und Lieder früher indischer Dichter, darunter auch Verse und Sprüche aus den heiligen Büchern und Epen: den Upanishaden, dem Mahabharata und dem Pantschatantra. – Bernhard Hasler (1884–1945) war Schüler von Emil Orlik und Lovis Corinth.

32 : 25. [4], 108, [6] Seiten. – Kassette lichtrandig, Gelenke angeplatzt.

501  Wacyf Boutros Ghali. Le jardin des fleurs.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 180 ( R7 )

Essais sur la poésie Arabe et morceaux choisis. Préface par Jules Lemaitre. Paris, Mercure de France 1913. Marmorierter Pappband der Zeit mit eingebundenem Originalvorderumschlag.

Erste Ausgabe, in nummerierter Auflage erschienen. – Der Verfasser des Vorworts rühmt die vorliegende Sammlung: »Ce petit livre, où sont réunies des fleurs de beauté spirituelle, est propre à augmenter notre sympathie pour l’Islam«. Es wäre wünschenswert, wenn es ein Jahrhundert später einem aktuellen Werk ähnlich gut gelänge, die Sympathie für die islamische Kultur im christlichen Abendland zu mehren. – Ab Seite 197 finden sich ausführliche und interessante biographische Anmerkungen zu den Autoren.

18 : 12 cm. IX, [5], 262, [2] Seiten. – Rückenkanten etwas berieben. – Vereinzelte kleine Stockflecken.

502  Bertolt Brecht. Stücke.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Band I [–] X. Berlin, Aufbau 1958. Burgunderrote Originalsaffianlederbände in Kassette.

Vollständige Reihe der Gedichte innerhalb der ersten umfassenden Werkausgabe, die parallel bei Suhrkamp und Aufbau erschien. – Brecht hätte sich über diesen Anflug spätbourgoiser Bibliophilie sicher amüsiert: Seine Dichtungen in dunkelrotem Saffianleder.

19 : 12 cm. – Alle Rücken etwas verblasst.

Vgl. Hagen, Handbuch 3

503  Jacqueline Vodoz. Bertolt Brecht mit Zigarre.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Fotografie. Silbergelantine. Um 1955. 23 : 17 cm.

Eins der bekanntesten Porträts des Dichters. – Rückseitig mit dem Mailänder Atelierstempel. – Dazu: Ruth Berlau. Bertolt Brecht mit Zigarre. Fotografie. Wohl um 1970. Späterer Abzug der um 1950 entstandenen Aufnahme. 22,8 : 17,3 cm. Rückseitig mit Stempel »Foto von Ruth Berlau [der Mitarbeiterin und Geliebten des Dichters], Honorar an Johannes Hoffmann«.

504  Paul Dessau. Eigenhändige Unterschrift

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

auf Porträtfotografie. 10,4 cm : 14,7 cm. Rückseitig von Paul Dessau signiert und datiert »Zeuthen 1977«.

Schönes Porträtfoto eines ungenannten Fotografen. – Mit dem handschriftlich adressierten Briefumschlag mit gedrucktem Absender. – Der Komponist Paul Dessau (1894–1979) kehrte nach seinem Exil und dortiger erster Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht nach Ostberlin zurück. Er gehörte, trotz künstlerischer Konflikte mit der Kunstauffassung offizieller Stellen, zu den in der DDR auch von staatlicher Seite angesehensten Künstlern.

507  Arminius Hasemann. Himmel und Hölle auf der Landstraße.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausruflimit/Reserve price: € 120

Mit 42 Holzschnitten des Verfassers. Berlin und Leipzig, B. Behr (Friedrich Feddersen) [1921]. Mit 18 doppelblattgroßen Holzschnitten und 24, teils blattgroßen Holzschnitten im Text. Originalhalblederband; Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von wohl 100 Exemplaren der nummerierten »Liebhaberausgabe« auf Van Gelder-Bütten. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Die Erstausgabe erschien bereits 1915 mit den 24 Holzschnitten im Text, die hier vorliegende zweite Ausgabe wurde um die 18 Doppelblätter erweitert. – Eindrucksvolle Holzschnittillustrationen zu seinen Reiseschilderungen. Arminius Hasemann (1888–1979) ist durch seine Holzschnittfolgen der 1920er Jahre und einige Plastiken im öffentlichen Raum in Berlin bekannt geblieben, u.a. stammt die »Affengruppe« vor dem Tropenhaus im Zoologischen Garten von ihm. – Schönes Exemplar.

25 : 16 cm. VIII, 200 Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Vgl. Sennewald 15 Anmerkung

510  Hermann Hesse. Klingsors letzter Sommer.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Drei Erzählungen. Zürich, Fretz & Wasmuth [1947]. Roter Originalkalblederband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Exemplar einer nicht bezeichneten Vorzugsausgabe in Leder. – Gegenüber der Erstausgabe von 1920 erweitert um das Nachwort »Erinnerung an Klingsors Sommer«.

19 : 12 cm. 277, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst. Vorderdeckel mit kleinem Fleck.

Mileck II, 39 A

511  Karl Walser. Sechzehn Steinzeichnungen

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 800

zu Hermann Hesses Knulp. Berlin, S. Fischer 1922. 16 signierte Lithographien. Mit einem Doppelblatt lose in Originalhalblederkassette mit goldgeprägtem Titel.

Eins von 50 Vorzugsexemplaren der Suite auf Bütten. – Gleichzeitig erschien eine Buchausgabe mit den Lithographien (Auflage 360). – Gedruckt auf der Handpresse von M. W. Lassally, Berlin. – »Interessant ist die Rezeption des aus heutiger Sicht reifsten Werks Karl Walsers, seine Illustrationen zu Hermann Hesses Knulp. Der Rezensent in das ›Sammlerkabinett‹ kann 1923/24 nicht Gutes an diesem Werk lassen. […] Knapp fünfzig Jahre später beurteilt Peter de Mendelssohn diese Ausgabe diametral anders: ›Die […] Luxusausgabe des Knulp war eine der schönsten bibliophilen Schöpfungen des Verlages und ist seit langem eine große Rarität‹«. – »Und so vermitteln denn auch die Lithographien Walsers in der gleichzeitigen Mappenausgabe, wo sie rein und schön als Skizzen wirken, einen viel stärkeren Eindruck als im Buch, das sie zerstören« (Das Sammlerkabinett 1923/1924). – Sehr selten.

30 : 21 cm. 16 Lithographien,1 Doppelblatt. – Kassette leicht fleckig.

Badorrek-Hoguth A 14.2. – Mileck 23 A

513  Hermann Hesse. Gesammelte Schriften.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Erster [bis] Siebenter Band. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1958. Rote Originalleinenbände mit vergoldeten Rückentiteln und Deckelsignets. Zusammen in Originalkassette.

Dünndruckausgabe. – 11.–13. Tausend, Nachdruck der seit 1957 vollständigen Werkausgabe. – Sehr schönes Exemplar.

20 : 12 cm.

Mileck I, E Anmerkung

516  Felix Hoffmann. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Bleistiftzeichnung. 1957. 14,5 : 20,3 cm. Monogrammiert und datiert.

Wohl Vorzeichnung für eines der seit 1957 erschienenen Märchenbücher. – Auf festem Velin. – Dazu: Das Urteil des Paris. Lithographie. Um 1950. Signiert, nummeriert und mit »Litho-Versuch auf Zink« bezeichnet. Exemplar 3/10. Auf Bütten. – Fünf Farbholzschnitte (und eine Dublette) zu »Gottfried Keller. Der schlimmheilige Vitalis«. 1953. 21,0 : 13,5 cm. Signiert und pagniert von 2-6. Auf Bütten. Die Dublette von Blatt 5.

518  Hugo von Hofmannsthal. Lucidor.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 1000 ( R7 )

Figuren zu einer ungeschriebenen Komödie. Mit Originalradierungen von Karl Walser. Berlin, Erich Reiss 1919. Mit sechs signierten Radierungen. Blauer Originalseideneinband (H. Fikentscher, Leipzig).

Fünfter Prospero-Druck. – Erste Ausgabe. – Eins von 52 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Seideneinband (Gesamtauflage 240). – Mit eigenhändiger Signatur Hofmannsthals auf dem Vorsatzblatt und einer zusätzlich beigelegten Extrasuite von Zustandsdrucken der Radierungen. – Auf Zanders-Bütten. – Die Radierungen wurden unter Aufsicht des Künstlers gedruckt. – »Vollends impressionistisch wird er in den Radierungen zu Hofmannsthals Lucidor« (Hans Loubier, zitiert nach Badorrek-Hoguth). – Exlibris Lucy Spiegel.

31 : 25 cm. [32] Seiten, 6 Radierungen, 6 Radierungen lose. – Kanten berieben, Rücken stärker, Gelenk angeplatzt.

Houghton Library Catalogue 448. – Rodenberg 461. – Badorrek-Hoguth A 15. – Halbey 19.10

530  Thomas Mann – Eigenhändige Unterschriften von Katia, Golo, Michael Mann und Elisabeth Mann-Borgese. –

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausruflimit/Reserve price: € 500

In: Festveranstaltung der Hansestadt Lübeck zum 100. Geburtstag von Thomas Mann. Lübeck 1975.

Seltenes Dokument der Familie Mann. – Faltblatt mit dem Programm des Festakts am 6. Juni 1975 im Großen Haus der Städtischen Bühnen Lübeck. – Auf den beiden Innenseiten haben Angehörige Thomas Manns signierte Widmungen für den Vorbesitzer Wolfgang Windhausen (Lyriker, Graphiker, Menschenrechtler, geboren 1949) niedergeschrieben: Katia Mann (Ehefrau, 1883–1980): »Für Wolfgang Windhausen mit allen guten Wünschen«. – Golo Mann (zweiter Sohn, 1909–1994), Signatur, mit Bleistift geschriebene Widmung. – Michael Mann (»Bibi«, jüngstes Kind, 1919–1977): »In Erinnerung an dieses in seinem Glanz wie seinen menschlichen Erfahrungen so überreiches Fest!«. – Elisabeth Mann Borgese (fünftes Kind, 1918–2002) ergänzt die Widmung ihres jüngeren Bruders um ihre Unterschrift. – Von den übrigen Kindern waren Klaus (Freitod 1949) und Erika (gestorben 1969) nicht mehr am Leben, die ungeliebte Tochter Monika war nicht anwesend. – Signiert wurde das Faltblatt auch von Bundespräsident Walter Scheel (1919–2016) und dem Lübecker Stadtpräsidenten Gerhard Gaul. – Vorderseite mit einem Thomas Mann-Fotoporträt von 1947.

18 : 17 cm. – Minimale Knickspuren.

532  Thomas Mann. Bilse und ich.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1200

München, E. W. Bonsels 1906. Originalbroschur mit Titel in Rotdruck.

Erste Einzel- und Buchausgabe mit dem Erstdruck des Vorworts, sehr selten. – Thomas Manns Erwiderung auf den Vergleich mit dem Skandalautor Fritz Oswald Bilse. Nachdem in seiner Heimatstadt verschiedene Entschlüsselungslisten zu den Personen in Thomas Manns Roman »Buddenbrooks« kursierten, zeigten sich manche Honoratioren und Bürger der Stadt ob ihrer Darstellung tief verärgert. Die Presse griff diese Stimmung auf und Thomas Mann versuchte, das Recht des Schriftstellers, lebende Personen künstlerisch auszugestalten, zu verteidigen. Die Angriffe gegen ihn gipfelten in der Bezeichnung, die »Buddenbrooks« seien ein »Bilse-Roman«, was schlussendlich zu vorliegendem Essay führte, der zunächst in zwei Teilen in den »Münchner Neuesten Nachrichten« abgedruckt wurde. Das Vorwort datiert »am 50. Todestag Heinrich Heines« [17. II. 1906].

20 : 13 cm. 39, [5] Seiten.

Potempa G 26.2 und 27.1

533  Thomas Mann. Tonio Kröger.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Berlin, S. Fischer 1913. Mit 18 Textillustrationen von Erich M. Simon. Illustrierter Originalpappband.

Erste Einzelausgabe, mit Druckdatum »August 1913«. – Fischers Illustrierte Bücher, 1. Buch. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig.

17 : 10 cm. 122, [6] Seiten. – Rücken und Ränder etwas gebräunt.

Potempa E 16.2

536  Thomas Mann. Novellen.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1100

Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1922. Zwei Originalhalbleinenbände. – Widmungsexemplar.

Gesammelte Werke. – Mit eigenhändiger Widmung »Herrn und Frau Wilhelm Ullmann, den Gastfreunden von Madrid, herzlichst München, Mai 1923.« Laut Heine/Schommer (Seite 140) Aufenthalt in Madrid während einer Lese-Reise Thomas Manns in Spanien bei Wilhelm Ullmann, dem Generalvertreter der Singer-Nähmaschinen-Gesellschaft in Spanien.

19 : 12 cm. [4], 373, [7]; [4], 451, [5] Seiten. – Einbände etwas fleckig und gebräunt.

Heine/Schommer 87. – Potempa B 6

538  Thomas Mann. Unordnung und frühes Leid.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Novelle. Berlin, S. Fischer 1926. Mit einer Titelvignette von Karl Walser. Illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Autors für seine Tochter Erika Mann auf dem Vorsatzblatt: »Eri zum Geburtstag 1926.« Als Erika Mann 1905 als erstes von sechs Kindern zur Welt kam, zeigte sich der 30jährige Vater nicht eben erfreut: »Es ist also ein Mädchen: eine Enttäuschung für mich«, schrieb Thomas Mann – »unter uns« – an den Bruder Heinrich. Später war sie Thomas Manns Lieblingskind und hat wesentliche Etappen seines Weges begleitet und beeinflusst. – »Die geschilderte Familie des Geschichtsprofessors Cornelius ist Manns eigene zur Zeit der Inflation, der die bereits früher geplante Erzählung die entscheidende Konstellation verdankt. Zeitgeschichte wird im Reflex aufs Private festgehalten. Dabei geht es weniger um die ausführlich beschriebene Änderung der materiellen Lebensumstände einer bürgerlichen Familie als um die von Veränderung bedrohte bürgerliche Gesellschaft.« (Martin Nikisch in: KNLL XI, 9742).

16 : 11 cm. 126, [2] Seiten.

Potempa E 29.2. – Heine/Schommer 116

539  Thomas Mann. Altesse Royale.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Traduit de l’allemand par Geneviève Bianquis et Jeanne Choplet. Illustrations de Zyg Brunner. Paris, Delagrave 1931. Mit zahlreichen Abbildungen im Text, 21 davon ganzseitig. Originalhalblederband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Erste französische Ausgabe von »Königliche Hoheit«. – Mit charmanten der Erzählung gemäßen Illustrationen, in außergewöhnlich großem Format. – Dazu: Exemplar der deutschen Ausgabe.

28 : 23 cm. 258, [6] Seiten. – Kanten berieben.

Potempa T 829.1

540  Thomas Mann – W[alter] Niemann. Aus einem alten Patrizierhause.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Ein Zyklus nach Thomas Manns »Buddenbrooks« für Klavier zu zwei Händen. Opus 121. Leipzig, C. F. Peters [1932/33]. Originalbroschur, illustriert unter Verwendung des Schulz-Einbandes der Buddenbrooks.

Originalausgabe, Editionsnummer 4270, Plattennummer 10953. – »Das alte Patrizierhaus der ›Buddenbrooks‹ von Thomas Mann ist Ausdruck, Blüte und Wahrzeichen der deutschen, im besonderen hanseatischen Bürgerkultur des 19. Jahrhunderts. Allein um ihre musikalische Verklärung ging es dem Tondichter. Er will durch seine Töne einzig der Gegenwart zeigen, welche unersetzlichen inneren seelischen Werte diese alte, mit allen Nationen freundschaftlich verbundene bürgerliche Kultur in sich barg« (Vorwort). – Diese, den seit 1933 neuen Machthabern sicher unerquicklichen Worte, die zugleich die Verehrung des Komponisten für den bald verfemten Dichter Thomas Mann ausdrückten, führten womöglich zur Vernichtung der Auflage. In seinem Thomas Mann-Katalog verwies Matthias Loidl 2001 auf die Seltenheit, ihm war nur das Exemplar aus Besitz Bermann-Fischer bekannt. – Thomas Mann erwähnt die Komposition in seinem Tagebuch (25.XII.1933): » … die jüngsten Kinder führten Grammophon-Plättchen vor, die sie mit Stücken aus der ›Buddenbrooks-Suite‹ […] von N. […] bespielt hatten«. – Walter Niemann (1876–1953) studierte Komposition bei Engelbert Humperdinck in Leipzig. Nach seiner Promotion 1901 war er zunächst als Musikschriftsteller tätig, sein 1919 erstmals erschienenes Buch »Meister des Klaviers: die Pianisten der Gegenwart und der letzten Vergangenheit« gilt noch heute als mustergültiges und oft zitiertes Standardwerk. – Tadellos erhalten.

31 : 23 cm. 32 Seiten. – Innendeckel mit kleinem Kleberest (Exlibris?).

547  Thomas Mann. Thamar.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausruflimit/Reserve price: € 120

Zeichnungen von Gunter Böhmer. Frankfurt am Main, S. Fischer 1956. Mit elf Illustrationen, acht davon ganzseitig. Flexibler hellgrüner Originalsaffianlederband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelsignet (Willy Pingel, Heidelberg). Im Originalschuber mit Buntpapierbezug und Lederkanten.

Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Nahezu druckfrisches Exemplar.

27 : 18 cm. 62, [2] Seiten.

Potempa D 8.7. – Rysavy 94

548  Gunter Böhmer – Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Der Memoiren erster Teil. Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer nebst einem ungewöhnlichen Nachwort. Frankfurt am Main, Wien und Zürich, Büchergilde Gutenberg 1975. Mit 64 blatt- und 20 doppelblattgroßen Illustrationen nach Federzeichnungen. Originalleinenband mit illustriertem -schutzumschlag und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 230 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Radierung von Gunther Böhmer (Thomas Mann-Porträt), diese abweichend nummeriert. – Diese Sonderausgabe erschien anlässlich des 100. Geburtstages von Thomas Mann.

24 : 17 cm. 409, [3] Seiten. – Schutzumschlag etwas gebräunt. – Die Radierung gebräunt (Passepartoutausschnitt stärker) und mit Montierungsresten am Oberrand.

Potempa D 12.3.22. – Rysavy 153 (irrtümlich 1981)

549  Gunter Böhmer. Thomas Mann und Felix Krull.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Radierung. Um 1980. 53,5 : 40,5 cm (80,0 : 58,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 27/100. – Auf Velin. – Böhmer kombinierte in der großformatigen Radierung mehrere Porträts des Dichters und dessen Romanfigur, verbunden mit Kalligraphie und Signeten. – Wohl in zeitlichem Zusammenhang mit der Felix Krull-Ausgabe der Büchergilde Gutenberg (1918) entstanden. Seit 1955 erschienen vier Werke Thomas Mann mit Illustrationen von Gunter Böhmer. – Mit dem Trockenstempel »Atelier Sammet«.

Am linken Rand minimal gebräunt. – Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

557  Frans Masereel – Frank van den Wijngaert. De moderne vlaamse Houtsnijkunst.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Met voorwoord van Just Havelaar. Antwerpen, De Sikkel, und Santpoort, C. A. Mees 1927. Mit zahlreichen Holzschnitten und Klischeedrucken. Originalleinenband mit Holzschnitttitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren. – Das opulent illustrierte Werk wurde Frans Masereel gewidmet (»uit genegenheid en bewondering«). – Unter den zahlreichen, teils von Klischees gedruckten Illustrationen auch viele Originalholzschnitte von Frans Masereel (5), Joris Minne (11), Henri van Straten (17), Jan Fr. Cantré (11), Valentijn Edg. van Uytvanck (1), Jozef Cantré (12), Gustaaf de Smet (2), Fritz van den Berghe (1). – Jeder Künstler wird mit einer Biographie vorgestellt, der dann die Holzschnitte folgen.

38 : 26 cm. 131, [1] Seiten. – Gelenke und Kapitale leicht verschlissen. – Vortitel mit übermaltem Besitzvermerk. Ränder leicht, 2 Seiten stärker stockfleckig.

Ritter E c 4

563  Emil Preetorius – Drei philosophische Werke aus der Bibliothek des Künstlers.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

1921–1936. Originalbroschuren.

I. Moritz Geiger. Die philosophische Bedeutung der Relativitätstheorie. Vortrag. Halle/Saale 1921. – II. Martin Heidegger. Was ist Metaphysik? Bonn, Friedrich Cohen 1929. – III. Max Planck. Vom Wesen der Willensfreiheit. Vortrag gehalten zuerst in der Deutschen Philosophischen Gesellschaft zu Berlin. Leipzig, J. A. Barth 1936. – Aus dem Besitz Emil Preetorius’, mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk auf den Umschlägen und dem Nachlass-Stempel auf den ersten Seiten.

Umschlag mit Randläsuren, am Rücken eingerissen (I).

567  Hans Bellmer. Die Puppe.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

1. Puppe. 2. Spiel der Puppe. 3. Die Anatomie des Bildes. Berlin, Gerhardt 1962. Mit 25 teils farbigen montierten Abbildungen und zahlreichen Textabbilddungen nach Zeichnungen. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste deutsche Gesamtausgabe der 1933ff. erschienenen französischen Originalausgaben. – Eins von 2000 Exemplaren. – Bellmer begann seit 1933 »zwei menschengroße, seltsame, nackte Puppen zu konstruieren […]. Danach baute er sie langsam wieder auseinander, und dabei fotografierte er sie. Bellmers Puppen sahen ein bisschen nach verdrängten SM-Fantasien aus, ein bisschen nach Konzentrationslager, und es gibt Leute, die sagen, diese Fotos gehörten zu den besten und krankesten Bildern, die sich ein Künstler im letzten Jahrhundert vom Leben gemacht hatte.« (Maxim Biller, Bellmers böse Puppen, Die Zeit, 18/2008).

21 : 17 cm. 190 Seiten.

574  Max Slevogt – Gabriel Ferry. Der Waldläufer.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Mit Steinzeichnungen von Max Slevogt. Nach der Übertragung von Julius Hoffmann. Berlin, Propyläen [1921]. Mit einer signierten Radierung als Frontispiz und 66 Lithographien im Text, davon neun blattgroß. Grüner Originalkalblederband mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägten Bordüren und Kopfgoldschnitt.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Radierung »Der Waldläufer«, die übrigen 1.200 Exemplare enthielten eine signierte Lithographie. – Die Radierung wurde auf Japan gedruckt. – Gedruckt von der Reichsdruckerei Berlin in einer alten Frakturschrift.

33 : 26 cm. [2], 359, [9] Seiten, 1 Radierung. – Rücken stark verfärbt. Deckel fleckig, berieben und eine Ecke bestoßen. – Innengelenk gebrochen.

Söhn 405–471. – Rümann 20 a. – Lang, Impressionismus 209 (ungenau)

576  Ottomar Starke – Leo Tolstoi. Hadschi-Murad.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Roman. Illustriert von Ottomar Starke. Frankfurt a. M., Hans Gieschen 1924. Mit zahlreichen Kreidelithographien im Text. Halbpergamentband.

Eins von 500 Exemplaren. – Übertragung von Ludwig und Dora Berndl. – Der von Lothar Lang als »gelegentlich impressionistisch« bezeichnete Ottomar Starke wurde besonders als Illustrator der expressionistischen Autoren bekannt. – Schönes Exemplar in unsigniertem Handeinband.

24 : 15 cm. 260, [8] Seiten.

Sennewald 24 (zählt 92 Lithographien)

577  Hugo Steiner-Prag – Salomon Gessner. Idyllen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Lithographien und Vignetten von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Erich Reiss [1921]. Mit neun signierten Lithographien, lithographiertem Titelblatt und sieben Vignetten. Roter Originalmaroquinband; Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und mit den signierten Handdrucken der Lithographien. – Innen makelloses Exemplar.

23 : 15 cm. 152, [4] Seiten, 10 Lithographien. – Einband stellenweise leicht berieben und verfärbt. – Exlibris, Innendeckel mit kleinem Bibliotheksschildchen.

Sennewald 21, 1. – Frenzel/Osborn 23

582  Emile Verhaeren. Ausgewählte Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

In Nachdichtung von Stefan Zweig. Berlin, Schuster & Loeffler 1904. Mit einer Porträttafel als Frontispiz. Halblederband der Zeit mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Erste deutsche Ausgabe und die erste Werksammlung in deutscher Sprache überhaupt. – Eins von 350 Exemplaren auf holländischem Bütten (Gesamtauflage 375). – Der schöne Jugendstil-Buchschmuck stammt von Théo van Rysselberghe. – Das Frontispiz mit einer Abbildung der Porträtbüste Emil Verhaerens von Charles van der Stappen. – Nach seinem frühen realistischen Gedichtzyklus »Les flamandes«, der in seiner Heimat einen Skandal auslöste – die Eltern Verhaerens versuchten, die gesamte Auflage zurückzukaufen – wandte sich der Dichter Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt sozialkritischen Themen zu. Seine Dichtungen wurden unter anderem von Rainer Maria Rilke und Stefan Zweig begeistert aufgenommen und übersetzt.

24 : 16 cm. 90, [2] Seiten, 1 Tafel.

Fromm V, 26224. – Klawiter I 79. – Sarkowski 1815 (falsche Auflagenhöhe)

582a  Stefan Zweig. Die frühen Kränze.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Leipzig, Insel 1906. Mit Titelblattillustration von Marcus Behmer. Blauer Originalkalblederband mit Rückenvergoldung, -schild und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Nach seinem Erstling »Silberne Saiten« die zweite Gedichtsammlung des Verfassers. – Druck in Schwarz und Ocker auf Bütten. – Einband und Titel von Marcus Behmer.

18 : 13 cm. [4], 84, [4] Seiten. – Kanten berieben, Ränder etwas verfärbt.

Klawiter D 2. – Sarkowski 1959

583  Georg Trakl-Sammlung – Katalognummer 584 – 607

Schätzpreis/Estimate: € 35000

Ausruflimit/Reserve price: € 30000

Erfolgt auf diese Katalognummer kein Zuschlag, werden die Katalognummern einzeln versteigert. Die Zuschläge erfolgen unter dem Vorbehalt der Erreichung des Gesamtlimits.

594  Georg Trakl. Die drei Teiche von Hellbrunn.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

– In: Der Merker. Österreichische Zeitschrift für Musik und Theater. Jahrgang 1, Doppelheft 20/21. Wien, Österreichischer Verlag 1910. Mit zehn Bildtafeln. Originalbroschur.

Erster Abdruck der veränderten Fassung. Zuvor erschien das dreistrophige Gedicht im »Salzburger Volksblatt«. – Auf Seite 818 des Sonderhefts der Zeitschrift zur Mozartfeier im Sommer 1910, mit zahlreichen Stadtansichten, Künstlerporträts sowie Anzeigen und Musiknoten. Den Buchschmuck entwarf Richard Teschner, Mitarbeiter der Wiener Werkstätte.

25 : 19 cm. Seiten 809–880, XVI, 5, [1] Seiten, 10 Tafeln. – Unbeschnitten, Vorderdeckel mit leichtem Wasserrand.

Ritzer 1983 1.5.1. – Vgl. Killy/Szklenar II, 355f

595  Georg Trakl. Der Spaziergang. – Die Raben. – In einem alten Garten. – Drei Blicke in einen Opal.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

– [Vier Gedichte in:] Salzburg. Ein literarisches Sammelwerk. Herausgegeben von den jungen Mitgliedern der Literatur- und Kunstgesellschaft »Pan«. Salzburg, Eugen Richter 1913. Originalbroschur mit farbig lithographiertem Deckelbild und -vignette.

Erstdrucke der vier Gedichte, die ersten beiden danach in der Sammlung »Gedichte« (Kurt Wolff 1913). – Auf Seiten 17–22 des Almanachs, dieser mit weiteren Texten von Hermann Bahr u. v. a. – Mit dem handschriftlichen Hinweis »Rezensionsexemplar!« auf dem Vorderdeckel: Der unbekannte Rezensent hinterließ an einigen Texten recht launige Bleistiftanmerkungen und scheint von der Sammlung nicht begeistert gewesen zu sein. So notiert er neben dem Aphorismus »Schwätzer sind ein Unglück, aber das größere Unglück sind die Leute, die den Schwätzern zuhören« von Karl Hauer: »Böses Motto zu dem Buch!« – Trakls Gedichte versah er mit anerkennenden Ausrufezeichen und einem einzigen Zusatz »O Gott!«.

19 : 17 cm. [4], 143, [1] Seiten, 4 Seiten Musiknoten. – Leicht fleckig und minimal bestoßen.

Ritzer 1983 1.9. – Vgl. Killy/Szklenar II 92, 55, 326 und 121

601  Georg Trakl. Die Dichtungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Erste Gesamtausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1917]. Blauer Originalpappband mit Schwarzdruck.

Erste Ausgabe. – Druck in Blau und Schwarz. – Die Titelvignette, eine Leier mit zerrissenen Saiten und einem Palmzweig, entwarf Walter Tiemann. – Karl Röck, der Brenner-Mitarbeiter und enge Freund von Georg Trakl, war nach dem Tod des Dichters für Auswahl und Anordnung dieser ersten Gesamtausgabe verantwortlich (siehe KatNr. 607). – Dazu: Heinz Woester liest Georg Trakl Gedichte. LP. 1959. Amadeo, AVRS 2027. Allerdings mit Stempel auf Cover: »Unverkäufliches Messestück. Zum Abspielen nicht geeignet«.

23 : 16 cm. 201, [7] Seiten. – Rücken stark, Ränder leicht verblasst, innen sehr schönes Exemplar.

Ritzer 1983 2.3/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.8. – Göbel 448

603  Georg Trakl. Aus goldenem Kelch.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Die Jugenddichtungen. Salzburg/Leipzig, Otto Müller 1939. Blauer Originalleinenband mit Goldprägung und illustriertem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe bisher unveröffentlichter Texte, darunter vier Prosastücke, das Drama »Blaubart« und viele Gedichten aus den Jahren 1908–1912. – Mit einem Vorwort des Herausgebers Erhard Buschbeck, der die Manuskripte größtenteils von Trakl selbst erhalten hatte. – Dazu: Georg Trakl. Gesang der Abgeschiedenen. Gedichte. Leipzig, Insel [1932]. Originalpappband. Inselbücherei 436. Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Georg Trakl. Dichtungen und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe. Herausgegeben von Walther Killy und Hans Szklenar. Zwei Bände. Salzburg, Otto Müller 1969. Originalleinenbände mit -schutzumschlag. Erste Werkausgabe.

19 : 12 cm. 157, [3] Seiten.

Ritzer 1983 2.8/A, dazu 2.7/A und 2.23/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.9, 6 und 12

604  Georg Trakl. Drei Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

In ein altes Stammbuch. De profundis. Nachtlied [I]. Basel, Gryff-Presse 1945. Zwei gefalzte Doppelblätter.

Erste Einzelausgabe dieser Sammlung. – Eins von 110 Exemplaren. – Erster Papillons-Handdruck der Gryff-Presse. – Auf Biberister Papier, gedruckt in Schwarz und Olivgrün. – Die drei Gedichte waren zuerst in »Der Brenner« und 1913 in »Gedichte« abgedruckt worden. – Dazu: Erich Fitzbauer. Im Joch der Leier. Gedichte zu Georg Trakl. Zeichnungen Hans Fronius. Wien, Edition Graphischer Zirkel 1989. Mit fünf ganzseitigen Illustrationen nach Kreidezeichungen. Originalbroschur. Eins von 200 Exemplaren. 34. Publikation der Edition. Vom Verfasser signiert.

30 : 20 cm. [8] Seiten. – Ränder leicht stockfleckig. – Exlibris »Sammlung Schweizer Pressedrucke G. Lott«.

Ritzer 1983 2.10

605  Georg Trakl – Erhard Buschbeck. Georg Trakl.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Ein Requiem. München, Roland Verlag Dr. Albert Mundt 1921. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Eins von 450 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Auf Bütten. – Erhard Buschbeck (1889–1960) war ein enger Freund Trakls und publizierte mehrere Bücher über ihn sowie Kritiken seiner Dichtungen. Mit Trakls Schwester Grete hatte er während ihres Salzburg-Aufenthaltes im Sommer 1913 eine kurze und leidenschaftliche Affaire.

23 : 16 cm. 32 Seiten.

Ritzer 1983 4.304 (irrtümlich Verlag Die Schmiede)

607  Georg Trakl – Karl Röck. Tagebuch 1891–1946.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Herausgegeben und erläutert von Christine Kofler. Innsbruck 1975. Drei blaue Leinenbände.

Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades an der Philosophischen Fakultät der Leopold Franzens Universität Innsbruck. Eingereicht bei Eugen Thurnher. – Die Bände 1 und 2 mit Abschrift der in 20 Mappen vorliegenden Tagebücher, Band 3 mit dem Kommentar, u. a. zur Tätigkeit Karl Röcks als Herausgeber der ersten Gesamtausgabe der Dichtungen Georg Trakls. – Der österreichische Schriftsteller Karl Röck (1883–1954) war Mitarbeiter des »Brenner« und gehörte zum engsten Freundeskreis des Dichters. Nach dessen Freitod im Jahr 1914 wurde er mit der Gesamtausgabe von Trakls Dichtungen beauftragt, die 1917 bei Kurt Wolff erschien (siehe KatNr. 601). Die Dissertation liefert aufschlussreiche Informationen zu gescheiterten Editionsplänen Trakls und seines Freundes Buschbeck und zur Konzeption der Werkausgabe.

30 : 22 cm. [3], 683 Blätter (Tagebücher) und XI, [3], 374, [1] Blätter (Kommentar), alles xerokopierte Typoskriptblätter. – Einbände minimal fleckig.

Ritzer 1983 4.1685

609  1914 – 1916. Eine Anthologie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Berlin, Die Aktion (Franz Pfemfert) 1916. Weiß-roter Originalpappband mit Vorderdeckelillustration von M. Ales.

Erste Ausgabe der Sammlung. – Die Aktions-Lyrik, Band 1. – Mit Gedichten von Oskar Kanehl, Wilhelm Klemm, Alfred Lichtenstein, Erwin Piscator, Franz Werfel u. a. Von den 21 Aktions-Dichtern waren einige vor und während der Drucklegung im Ersten Weltkrieg gefallen. Nicht nur dies veranlasste den Herausgeber Franz Pfemfert zu seiner »Bemerkung für fremde Leser: Dieses Buch (Verse vom Schlachtfeld), Asyl einer heute obdachlosen Idee, stelle ich wider diese Zeit …«. – Tadellos erhalten.

21 : 14 cm. 121, [7] Seiten.

Raabe 118 (irrtümlich Halbpergament)

618  Else Lasker-Schüler. Mein blaues Klavier.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 1000 ( R7 )

Neue Gedichte. Jerusalem, [Tarsis] 1943. Blauer Originalpappband mit Deckelillustration nach einer Zeichnung der Dichterin.

Erste Ausgabe des letzten zu Lebzeiten der Dichterin erschienenen Werkes. – Eins von 305 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Else Lasker-Schüler hatte sich 1939 endgültig in Jerusalem niedergelassen, dort starb sie Anfang 1945. Ihr Buch widmete sie »Meinen unvergesslichen Freunden und Freundinnen in den Städten Deutschlands – und denen, die wie ich vertrieben und nun zerstreut in der Welt, In Treue!«. Die Einbandillustration betitelte die Dichterin »Prinz Jussuf (E. L. Sch.) – Abschied von den Freunden«.

22,0 : 14,0 cm. 45, [3] Seiten. – Deckel an den Rändern schwach gebräunt. Rücken überklebt. – Gelenke angeplatzt. 1 Seite lose, Bindung etwas gelockert.

Raabe/Hannich-Bode 182.21. – Sternfeld/Tiedemann 196

621  Albert C. Barnes und Violette de Mazia. The Art of Renoir.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

With a foreword by John Dewey. New York, Balch 1935. Mit 158 ganzseitigen Abbildungen. Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung »To Hanns Swarzenski from his friend Albert Barnes | Merion 11 Oct 1936« auf dem Vorsatzblatt und einem eigenhändigen Brief von Barnes an Swarzenski vom 8. Oktober 1936. Barnes schreibt in deutscher Sprache »Warum Hotel Rittenhouse? Es wäre viel besser bei uns. Kommen Sie Samstag gegen 5 Uhr nachmittags, schlafen ruhig in unserer Wohnung, stehen bald auf Sonntag und die Bilder den Ganzen Tag ansehen. Keine Nachricht nöthig – kommen! Ihre Barnes«. – Albert C. Barnes (1872–1951) war ein erfolgreicher Mediziner und Pharmazeut. Mit seinem so erwirtschafteten Vermögen begann Barnes bereits 1912 in Europa Meisterwerke der modernen Kunst zu kaufen. 1923 stellte er 75 Gemälde seiner Sammlung in der Pennsylvania Academy of Fine Arts aus. Diese Präsentation wurde von Kritikern verrissen und vom Publikum nicht ernst genommen. Barnes gründete daraufhin die Barnes Foundation und wachte nun persönlich darüber, wer Zutritt zu seiner Kunstsammlung erhielt. In den 1930er Jahren publizierte er mehrere Monographien zu französischen Malern. – Hanns Swarzenski wurde als Sohn des damaligen Städel-Direktors in Frankfurt geboren. Er studierte in Freiburg, Berlin, Harvard und Florenz und emigrierte 1938 in die USA. Swarzenski zählte zu den wichtigsten Museumsdirektoren der Nachkriegszeit.

24 : 16 cm. 515, [1] Seiten, 1 Porträt.

623  Ganymed.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Jahrbuch für die Kunst. Herausgegeben von Julius Meyer-Graefe und Wilhelm Hausenstein. Dritter Band. München, R. Piper, Verlag der Marées-Gesellschaft 1921. Mit drei Radierungen und drei Lithographien sowie 60 Lichtdrucktafeln. Originalhalbleinenband.

Eins von 750 unnummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 1150). – Mit den Radierungen von Max Beckmann (Bildnis Dostojewskis; Hofmaier 187 Bb), Rudolf Großmann (Der alte Gärtner) und Adolf Schinnerer (Der Kinderhirte) und den Lithographien von René Beeh (Der Bettler), Karl Hofer (Tänzerin, Rathenau 169) und Alfred Kubin (Jeremias, Raabe 142) sowie Lichtdrucktafeln nach Werken von Max Beckmann (zu Benno Reifenbergs Beckmann-Artikel), Botticelli, Paul Klee, Rembrandt und anderen. – Texte von Alfred Döblin, Heinrich Mann, Alfred Einstein und anderen.

28 : 21 cm. VII, [1], 208, [8] Seiten, 6 Graphiken. – Deckelränder gebräunt, Rücken verblasst.

Söhn HDOG 113. – Jentsch, Expressionismus 74. – Rodenberg 318

629  Jean Hugo – Jean Cocteau. Roméo et Juliette.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Prétexte a mise en scène, d’après le drame de William Shakespeare. Décors et costumes de Jean Hugo. Paris, Au sans pareil 1926. Mit 20 kolorierten Holzschnitten nach Jean Hugo, davon zwölf auf Tafeln und acht im Text, sowie einem weiteren als Titelvignette und auf der Chemise. Originalumschlag in Chemise.

Erste Ausgabe. – Eins von 350 Exemplaren auf Velin Montgolfier d’Annonay (Gesamtauflage 432). – Schönes Art-Déco-Buch mit zwölf großen Figurinen und acht Bühnenbildern in Holzschnitt und zartem Kolorit. Die prachtvollen Illustrationen schnitt Valentine Hugo in Weißlinienmanier in Holz. Die Kolorierung erfolgte unter Aufsicht des Künstlers. – Nachdem Valentine Hugo 1909 Aufführungen der Ballets Russes gesehen hatte, entwarf sie Ballettskizzen. Kurz nach einer Ausstellung dieser Zeichnungen anlässlich der Uraufführung von Strawinskys »Le Sacre du Printemps« lernte sie Cocteau, Satie und de Fresnaye kennen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann entwarf sie bereits 1921 die Kostüme zu Cocteaus »Mariés de la Tour Eiffel«. 1924 folgten die Entwürfe für Cocteaus Shakespeare-Adaption, die in der Vertonung von Roger Desormière im »Cigale« uraufgeführt wurde. – Beilage: Ein Holzschnitt aus dem Buch, bezeichnet (signiert?) »Jean et Valentine HUGO | épreuve d’état«.

33 : 25 cm. [10], 100, [8] Seiten, 12 Holzschnitte. – Ränder teils leicht gebräunt und minimal stockfleckig.

Monod 2932

631  Hans Arp. 1924 · 1925 · 1926 · 1943.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Bern, Benteli 1944. Mit einer ganzseitigen Illustration nach einer Zeichnung von Sophie Taeuber-Arp. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren. – Nach der Typographie von Jan Tschichold gedruckt. – Tadellos schönes Exemplar. – Selten.

24 : 16 cm. [32] Seiten.

Hagenbach A 14

635  Josef Eberz – [Charles] Baudelaire. Poèmes choisis.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Avec eaux-fortes de J. Eberz. München, O. C. Recht [1922]. Mit sechs Radierungen, davon eine signiert, sowie 15 radierten Vignetten in dem gestochenen Text. Originalpappband mit fünf Aquarellen auf Vorderdeckel und Vorsätzen.

Eins der 100 Exemplare auf Bütten mit der signierten ersten Radierung (Gesamtauflage 200). – Druck aller Radierungen von insgesamt 34 nur leicht verstählten Platten. – Einband und Vorsatzpapiere mit farbig und in Goldbronze aquarellierten Vignetten des Künstlers.

25 : 20 cm. 28, [4] Seiten. 6 Radierungen. – Deckelbezug wie meist etwas gebräunt. Kapitale leicht bestoßen.

Sennewald 22,1

636  George Grosz – Richard Huelsenbeck. Doctor Billig am Ende.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Ein Roman. Mit acht Zeichnungen von George Grosz. München, Kurt Wolff 1921. Mit acht ganzseitigen Illustrationen. Blauer Originalhalbleinenband mit roten Deckeln, blau-goldener Vignette und vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Richard Huelsenbeck (1892–1974) gehörte mit Tristan Tzara, Hugo Ball und Hans Arp zur Gruppe der Zürcher Dadaisten. 1917 schuf er mit Raoul Hausmann eine Berliner Dada-Gruppe. – Sein Roman von Doctor Billig spielt im Berlin der Nachkriegszeit. Neben Kriegsgewinnlern und Schiebern bewegt Billig sich zunehmend selbstbefreit als »wildgewordener Spießer«. – So gut erhaltene Exemplare sind sehr selten geworden.

25 : 19 cm. 128, [4] Seiten. – Deckel mit kleinen (Wasser?)-Flecken.

Lang, Grosz 17. – Raabe/Hannich-Bode 132.10. – Göbel 532

639  George Grosz – Georg Grosz und Wieland Herzfelde. Die Kunst ist in Gefahr.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Drei Aufsätze. Berlin, Malik 1925. Mit zwei Illustrationen von George Grosz. Originalpappband mit Titelzeichnung in Schwarz und Gelb von George Grosz.

Malik-Bücherei, Band 3. – Erste Ausgabe. – Eins der Exemplare mit den beiden Grosz-Zeichnungen auf den Seiten 38 und 45; bei einem Großteil der Auflage blieb der dritte Bogen rückseitig unbedruckt. – Der Hintergrund des titelgebenden Aufsatzes war die sogenannte »Kunstlumpen-Debatte«, eine theoretische Auseinandersetzung zwischen Künstlern und Intellektuellen nach der Novemberrevolution. – Dazu: George Grosz. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. Berlin, Bruno Cassirer 1930. Originalleinenband. Rücken leicht verblasst.

18 : 12 cm. 45, [3] Seiten. – Rücken gebräunt, Deckelränder etwas stockfleckig.

Lang 43 und 56. – Hermann 167. – Gittig 128

644  George Grosz. Drawings. – 30 Drawings & Watercolors.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

New York, H. Bittner bzw. Erich S. Herrmann 1944. Mit 52 bzw. 33 Tafeln, davon einige farbig. Originalleinenband mit -schutzumschlag und illustrierte Originalringbuchbroschur.

I. Mit Einleitung von Georg Grosz, Abbildungen von 49 Zeichnungen und drei Aquarellen, überwiegend in den USA entstandene Arbeiten. – II. Mit einem Vorwort von Walter Mehring. Abbildungen von 29 Zeichnungen und vier Aquarellen, teils frühere Arbeiten, teils in den USA entstandene. – Beide bezeichnet Lothar Lang als »Grosz-Bilderbücher«. – Dazu: A piece of my world in a world without peace. George Grosz 1914–1946. Ausstellungskatalog der New York Galleries of Associated American Artists. Mit Beiträgen von George Grosz, Wieland Herzfelde, Pegeen Sullivan und Ben Hecht sowie der Liste der Exponate und einer Bibliographie. Sehr selten.

32 : 24 cm. – Umschlagränder leicht gebräunt, Rücken des Schutzumschlages von I mit Einrissen.

Lang, Grosz 76 und 77

645  George Grosz – Drei Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

1921–1944.

I. Das Gesicht der herrschenden Klasse. 57 politische Zeichnungen von George Grosz. 3., erweiterte Auflage. Berlin, Malik 1921. Illustrierte Originalbroschur. Kleine revolutionäre Bibliothek, Band IV. Um zwei Zeichnungen erweitert und mit neuer Umschlagzeichnung. – II: Mynona. George Grosz. Mit siebenunddreißig Netzätzungen. Dresden, Kaemmerer 1922. Illustrierter Originalhalbleinenband. Künstler der Gegenwart, Dritter Band. – III: 30 Drawings & Watercolors. New York, Herrmann 1944. Illustrierte Originalbroschur mit Spiralbindung.

I. 25 : 17 cm. 63, [1] Seiten. – II. 25 : 19 cm. 96, [4] Seiten. – III. 32 : 25 cm. 33 Blätter. – Deckel von III mit Gebrauchsspuren.

Lang, Grosz 25 Anmerkung und 77 (II nicht verzeichnet)

646  Erich Heckel.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Graphik der Gegenwart Band 1. Berlin, Euphorion Verlag 1931. Mit Holzschnitt-Frontispiz und -Vignette, zwei farbigen Holzschnitt-Vorsätzen und farbigem Einbandholzschnitt sowie 48 Abbildungen. Originalpappband.

Erste Ausgabe der ersten Monographie. – Es wurden, unter Beteiligung des Künstlers, Arbeiten aus den Jahren 1907 bis 1928 ausgewählt, mit denen »eine kontinuierliche Entwicklung seiner Graphik vom Anbeginn seines Schaffens« gezeigt werden konnte (Jentsch). – Die beiden bekannten Farbholzschnitte »Zirkus« und »Tanzende Matrosen« wurden für die Vorsätze verwendet, die Werkstattszene und das Künstlerporträt mit dem Holzschneidemesser für den Einband, die Schwimmbadszene »Stadion« als Frontispiz. Zudem eine Vignette mit dem Monogramm »EH«. – Mit Kurzbiographie und Literaturverzeichnis.

24 : 15 cm. [60] Seiten. – Deckelränder etwas gebräunt, innen sehr schön.

Jentsch 166. – Dube 348–352

647  Hermann-Paul. La danse macabre.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Vingt gravures sur bois. Paris, Léon Pichon 1919. Mit 20 blattgroße Holzschnitten. Originalbroschur mit Deckelvignette.

Erste und einzige Ausgabe des expressionistischen Totentanzes. – Eins von 420 Exemplaren auf Bütten »Ingres-Guarro« (Gesamtauflage 490). – Innerhalb des graphischen Œuvres von René Georges Hermann-Paul (1864–1940) entstanden expressionistische Holzschnitte in einer zeitlich eng begrenzten Schaffensphase während er Kriegsjahre. Zuvor war er ein begnadeter Lithograph im Stil Toulouse-Lautrecs, in den 1920er Jahren wandte er sich eher dem Art Deco zu. In seinen Holzschnitten spiegelt sich ein starker Einfluss Frans Masereels.

16 : 16 cm. [24] Blätter.

Thieme/Becker XXVI, 308

648  Richard Janthur – Daniel Defoe. Das Leben und die ganz ungemeinen Begebenheiten des weltberühmten Engelländers Robinson Crusoe.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Mit 31 Steinzeichnungen von Richard Janthur. Leipzig, Insel 1922. Mit 31 Farblithographien. Originalhalbpergamentband mit Kopfgoldschnitt, Rückentitel und Deckelvignette schwarz gedruckt.

Eins von 800 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Richard Janthur, Mitglied der Berliner Sezession, begründete 1912 zusammen mit Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt die Künstlergruppe »Die Pathetiker« (Ausstellung in Waldens Galerie »Der Sturm«). 1918 war er Mitglied der »Novembergruppe« und trat 1919 dem »Arbeitsrat für Kunst« bei. In den 1920er Jahren widmete sich Janthur verstärkt der Buchillustration und erst zwanzig Jahre später wieder der Malerei.

32 : 24 cm. 104, [2] Seiten, 31 Lithographien. – Deckelränder gebräunt, kleine Stockflecken. Bezugspapier des Hinterdeckels mit zwei größeren Schabstellen.

Sarkowski 363 A. – Jentsch 122. – Lang, Expressionismus 154. – Sennewald 22,1

652  Excursions & visites Dada.

Schätzpreis/Estimate: € 650

Ausruflimit/Reserve price: € 500

1ère visite: Eglise Saint Julien le Pauvre. Jeudi 14 Avril a 3 h. Paris [1921].

Flugblatt der Pariser Dadaisten für eine Exkursion, weitere wurden angekündigt, fanden jedoch niemals statt. – »Les dadaïstes de passage à Paris voulant remédier à l’incompétence de guides et de cicerones suspects, ont décidé d’entreprendre une série de visites à des endroits choisis, en particulier à ceux qui ont vraiment pas de raison d’exister, – C’est à tort qu’on insiste sur le pittoresque (Lycée Janson de Sailly), l’intérêt historique (Mont Blanc) et la valeur sentimentale (La Morgue). – La partie n’est pas perdue mais il faut agir vite. – Prendre part à cette première visite c’est se rendre compte du progrès humain, des destructions possibles et de la nécessité de poursuivre notre action que vous tiendrez à encourager par tous les moyens.« – Unterzeichnet von Gabrielle Buffet, Louis Aragon, Arp, André Breton, Paul Eluard, Th. Fraenkel, J. Hussar, Benjamin Péret, Francis Picabia, Georges Ribemont-Dessaignes, Jacques Rigaut, Philippe Soupault und Tristan Tzara. – Grünliches Maschinenpapier, Druck in Blau und Schwarz. – Selten und gut erhalten.

27 : 22 cm. – Ränder minimal verfärbt und mit winzigen Knittern.

Dada global 235

654  Rudolf Schlichter – C. M. Wieland. Auszug aus Lucians Nachrichten

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

vom Tode des Peregrinus. Mit zehn Lithographien von Rudolf Schlichter. Heidelberg, Richard Weissbach 1920. Mit zehn Lithographien, eine davon als Frontispiz. Originalpappband mit Buntpapierdeckelbezügen und Deckelschild.

Dritter Druck des Argonautenkreises. – Unnummeriertes Exemplar, wohl über die Auflage von 150 hinaus gedruckt. – Signatur des Künstlers und Dedikation leider fast vollständig ausradiert.

35 : 26 cm. 20, [4] Seiten. – Rücken erneuert. Bezugspapier an einer Stelle ergänzt.

Rodenberg 349, 3. – Jentsch 87

666  Strelets

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 660

Sbornik tretij i poslednij. Pod redakzije Alexandra Belsona (russisch: Der Bogenschütze. Dritte und letzte Sammlung. Redaktion: Alexander Belenson). St. Petersburg 1922. Mit 15 teils farbigen Tafeln. Originalbroschur.

Erste Ausgabe des abschließenden Teils der wichtigen Anthologie. – Eins von 200 nummerierten und vom Herausgeber signierten Exemplaren. – Der erste Teil mit Beiträgen der radikal-futuristischen Hylea-Gruppe und der Symbolisten (Blok, Sologub etc.) verursachte 1915 großes Aufsehen und war der Beginn einer nicht enden wollenden literarischen Diskussion zwischen avantgardistischen und etablierten Schriftstellern. – Der dritte Teil mit Texten von Kusmin, Sologub, Rosanov, Achmatov, Belenson, Karsavin, Gollerbach, Lupje u. a. sowie Illustrationen von N. Kulbin, Lebedev, Chagall, Nathan Altman und Juri Annenkov, von dem auch die Textvignetten stammen. – Die Titelvignette entwarf David Burljuk.

29 : 20 cm. [8], 175, [1] Seiten, 15 Tafeln. – Umschlag leicht fleckig und mit Randeinrissen. – Ränder minimal, die der ersten Blätter etwas stärker fleckig.

670  René Char. Moulin premier.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Paris, G. L. M. 1936. Hellblaue Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 120). – Verlagsfrisches Exemplar.

16 : 13 cm. [48] Seiten.

Benoit 11

671  René Char. Dehors la nuit est gouvernée.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Paris, GLM 1938. Originalbroschur in rotem Halblederband mit vergoldetem Titel.

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren auf Velin (Gesamtauflage 275). – Die Gedichtsammlung enthält unter anderem den Erstdruck der später als »Dent prompte« bekannt und durch die Illustrationen von Max Ernst berühmt gewordenen zehn Gedichte, hier noch unter dem Titel »Versions«.

28 : 19 cm. [32] Seiten. – Broschurränder leicht gebräunt.

674  Salvador Dalí. Le mythe tragique de l’Angélus de Millet.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Interprétation «paranoïaque-critique». Montreuil, Jean-Jacques Pauvert 1963. Mit vielen montierten Abbildungen und einigen Textillustrationen. Originalleinenband mit montiertem Deckelschild und Schließgurt.

Hervorragendes Faksimile des Typoskripts mit den entsprechenden Fotomontagen des Künstlers. Auch der Einband ist ganz in der Art des Originals gehalten. – Bemerkenswert frisches Exemplar.

28 : 21 cm. 105, [7] Seiten.

680  Gilbert Lely. La Sylphide ou l’Étoile carnivore.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Paris, Librairie Le François 1938. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren auf grünem Bütten (Gesamtauflage 57). – Mit dem Beilagezettel mit dem Einleitungstext des Dichters. – Beilage: Zwei Porträtfotografien Lelys. – Gilbert Lely (1904–1985) zählte zu den Pariser Surrealisten. 1936 war sein »Je ne veux pas qu’on tue cette femme« mit einem Frontispiz von Max Ernst erschienen. – Tadellos erhaltenes, vollkommen unbeschnittenes Exemplar aus der winzigen Auflage.

21 : 16 cm. 45, [3] Seiten.

681  Gherasim Luca. Le vampire passif.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 2000

Avec une introduction sur l’objet objectivement offert. Paris, Editions de l’Oubli 1945. Mit einem Porträt und 17 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur in schwarzem Maroquinhandeinband und Kassette mit montiertem Relief. – Widmungsexemplar mit einem Abguss des »Portrait trouvé«.

Sehr seltene, erste Ausgabe. – Exemplar 97, eins von 165 auf Kunstdruckpapier (Gesamtauflage 500). – Gherasim Luca, geboren in Rumänien und dort als Initiator einer surrealistischen Künstlergruppe politisch und künstlerisch verfolgt, floh 1952 nach Paris. Dort lebte er vier Jahrzehnte ohne gültige Papiere. Als er 1994 »entdeckt« wurde und ausgewiesen werden sollte, beging er Selbstmord. – Der Text und die surrealistischen Fotografien entstanden schon 1941, veröffentlicht 1945 in Paris, gedruckt noch in Lucas Heimatstadt Bukarest (Druckerei »Slova«). Zwanzig Jahre später widmete 1964 der Verfasser eines der verbliebenen Exemplare der Erstausgabe seinem Freund, dem Künstler-Verleger Robert Altmann, der es bei bei Daniel-Henry Mercher, dem Sohn und Nachfolger des berühmten Buchbinders, binden und einen Abguss des »Portrait trouvé« in den Vorderdeckel montieren ließ. – Unikates Exemplar von kaum zu übertreffender Provenienz. – Wir konnten lediglich drei Exemplare der Erstausgabe nachweisen: Französische Nationalbibliothek, Yale und Getty.

23 : 17 cm. 121, [11] Seiten.

Nicht in Dokumentations-Bibliothek

684  Philippe Soupault. Westwego.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 350

Paris, Éditions de la Librairie Six 1922. Mit zwei ganzseitigen Illustrationen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren auf Vergé (Gesamtauflage 318). – »Bedeutende Dichtung aus der Zeit der engen Freundschaft mit Breton und Aragon. […] Interessante typographische Gestaltung. Die Dichtung wird eingeleitet und abgeschlossen von der ganzseitig abgebildeten schwarz eingefärbten Handfläche des Dichters« (Hans Bolliger).

24 : 16 cm. [28] Seiten.

Dokumentations-Bibliothek II, 74

687  Vuillard. – Bonnard. – Braque – Drei Werkverzeichnisse.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Monte Carlo, Sauret 1948–1963. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschuren im Schuber.

I. Claude Roger-Marx. L’œuvre gravé de Vuillard. 1948. – II. Claude Roger-Marx. Bonnard Lithographe. 1952. – III. Fernand Mourlot. Braque Lithographe. Préface de Francis Ponge. 1963. Mit drei Farblithographien. – Druck der Lithographien und lithographischen Abbildungen bei Mourlot. – Tadellos.

32 : 25 cm.

689  Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Einband. Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – In den Jahren 1958 und 1959 entstanden weitere Zeichnungen zur Bibel, »ohne eigentlich an ein Illustrieren der Bibel selbst zu denken«. Die vorliegende Verve-Ausgabe enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, wiederum angereichert mit Farblithographien und diese mit den rückseitig aufgedruckten vignettenartigen, einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln. – Farbfrisches Exemplar.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

691  Jean Cocteau – Geneviève Laporte. Sous le manteau de feu.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1200

Poèmes. Douze lithographies originales de Jean Cocteau. Préface d’Armand Lanoux. Paris, Joseph Foret 1955. Mit zwölf Lithographien, davon acht farbig. Lose Doppelblätter in farbig lithographiertem Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 55 Vorzugsexemplaren auf Velin de Rives mit einer Extrasuite der Lithographien mit Remarquen auf Papier von Marais (Gesamtauflage 227). – Im Druckvermerk vom Verleger signiert. – Teile des Titels wurden nach der Handschrift Cocteaus lithographiert. – Mit einer Ausnahme entstanden die Gedichte und die Lithographien 1953 und 1954. Lediglich das hingebungsvolle Gedicht »A Pablo Picasso« datiert bereits 1951. In diesem Jahr begann die Dichterin Geneviève Laporte (1926–2012) nach ihrer Rückkehr aus den USA ein geheimes Liebesverhältnis mit Picasso, der damals noch mit Françoise Gilot liiert war.

42 : 34 cm. [44] Seiten, 12 Lithographien.

Monod 6824

694  Max Ernst und Paul Eluard. Les malheurs des immortels.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Köln, Galerie Der Spiegel [1960]. Mit 21 Zinkätzungen nach Collagen von Max Ernst. Originalbroschur mit montierter Illustration auf dem Vorderdeckel.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren auf Werkdruckpapier (Gesamtauflage 335). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Originalausgabe erschien im Sommer 1922 in Paris. – »Das Werk […] ist das erste Beispiel einer so weitreichenden Zusammenarbeit zwischen Ernst und Eluard, daß der Maler – wie von Werner Spies nachgewiesen – zum Mitautor der Texte wurde. […] Die Illustrationen repräsentieren den Übergang Ernsts von Dada zu Surrealismus« (Lothar Lang).

33 : 22 cm. [50] Seiten (Blockbuch). – Einband lichtrandig, Deckelränder mit wenigen winzigen Einrissen.

Monod 4243. – Lang, Surrealismus S. 18 und Bibliographie 25 Anmerkung. – Spindler 153.9

695  Peter Schamoni. Max Ernst. Maximiliana.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie. L’exercice illégal de l’astronomie. The illegal practice of astronomy. Hommoge (sic!) à Dorothea Tanning. München, Bruckmann 1975. Mit einer signierten Farblithographie von Max Ernst und zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit silbergeprägtem Titel. Im Schuber.

Eins von 69 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Daneben 33 Künstlerexemplare. – Die grüne Fondfarbe wurde bei der Herstellung der Lithographie mitgedruckt.

24 : 23 cm. [1], 89 Seiten. – Buchblock vorn oben gebrochen.

Nicht mehr bei Spies/Leppien

698  Fernand Léger – Andrè Maurois. Mon ami Léger.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Comment je conçois la figure par Fernand Léger. Paris, Louis Carré 1952. Mit zusammen 18 Lithographien nach Léger, davon sechs farbig, sieben schwarz gedruckt und fünf im Text. Illustrierte Originalbroschur mit -pergaminumschlag.

Eins von 1000 Exemplaren. – Gedruckt auf Velin d’Arches von Mourlot Frères, Paris. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »La Figure dans l’Œuvre de Fernand Léger«, in der Galerie Louis Carré, Juni /Juli 1952. – Mit einem Kommentar von Fernand Léger. – Mit dem Beilageblatt der Ausstellung.

27 : 19 cm. 31, [12] Seiten.

Monod 7048

700  Henri Matisse – Poèmes de Charles d’Orléans

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausruflimit/Reserve price: € 2500

manuscrits et illustrés par Henri Matisse. Paris, Tériade 1950. Mit 100 ganzseitigen Farblithographien, teils mit lithographiertem Text. Lose Doppelbogen in farbig lithographiertem Originalumschlag.

Eins von 1200 Exemplaren auf Vélin d’Arches, daneben 30 Exemplare »hors commerce«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der von Matisse auf die Lithosteine geschriebene Text wurde von ihm mit farbigen Bordüren und ganzseitigen Variationen der »Fleur de lys« geschmückt. Von besonderem zeichnerischen Reiz sind die fünf blattgroßen Porträts. – Alle Lithographien in Schwarz, Rot, Grün, Blau, Gelb und Violett, alle unter Aufsicht des Künstlers von Mourlot Frères gedruckt. – Sehr schönes Exemplar des in seiner Verspieltheit gegenüber den Dichtungen des Königs auf den ersten Blick etwas »respektlos« wirkenden Malerbuchs.

41 : 28 cm. 100, [4] Seiten.

Duthuit/Garnaud 28. – Monod 8773. – Garvey 202. – Rauch 174

701  Joan Miró – Les essències de la terra per Miró.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausruflimit/Reserve price: € 500

Barcelona, Edition Poligrafa 1968. Mit 14 blatt- und doppelblattgroßen, teils farbig lithographierten Illustrationen. Lose Doppelblätter in illustriertem Originalumschlag und -leinenkassette.

Eins von 1000 Exemplaren (Gesamtauflage 1135). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die prächtigen Illustrationen entstanden nach Zeichnungen Mirós zu acht alten katalanischen Texten. Die Mappe enthält sowohl diese Texte als auch die Ode auf Miró von Juan Perucho.

50 : 39 cm. [42] Blätter. – Eine Ecke des Kassettendeckels leicht bestoßen.

Cramer 120

704  Picasso. Dessins d’un demi-siècle.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Paris, Berggruen 1956. Mit einer Farblithographie (auf dem Umschlag) und 23 teils farbigen ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

Eins von 1000 Exemplaren. – Mit einem Vorwort von Maurice Jardot. – Die in vier Farben gedruckte zweiteilige Lithographie (»Bacchanale« und »Tête d’une faune«) schuf Picasso extra für diesen Berggruen-Katalog. Heinz Berggruen hatte den Künstler 1950 durch Vermittlung Tristan Tzaras kennen gelernt und 1954 den ersten Ausstellungskatalog mit Arbeiten Picassos publiziert. Die in schmalem Hochformat gestalteten Berggruen-Kataloge sind bis heute reizvolle Sammelobjekte geblieben.

22 : 11 cm. [28] Seiten. – Oberrand des Vorderdeckels unmerklich und der Rücken minimal gebräunt.

Goeppert/Cramer 82. – Bloch 792 und livres 75. – Mourlot 268. – Güse/Rau 619

708  Pablo Picasso – Fernand Mourlot. Picasso Lithographe.

Schätzpreis/Estimate: € 2400 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 1900 ( R7 )

I [–] IV. Monte-Carlo, Sauret 1949–1964. Mit acht Lithographien, davon eine farbig, auf den vier Umschlägen und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen. Originalbroschuren, drei mit Schuber.

Je eins von 2000 bis 3000 Exemplaren. – Mit einem Vorwort von Jaime Sabartes, von diesem in Band I signiert. – Die Lithographien für Umschläge und Frontispize wurden von Picasso eigens für diese Edition geschaffen. – Maßgebliches Werkverzeichnis der Lithographien bis 1963. – Alle Bände mit den Originalpergaminumschlägen. – Sehr schöne Exemplare.

32 : 25 cm. – Buchblock von II gelöst.

Goeppert/Cramer 55, 60, 77 und 125

737  I 4 soli.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Rassegna d’arte attuale. Diretta da Emanuele Micheli e Adriano Parisot. [Elf Hefte]. Turin 1954–1958. Mit zahlreichen Abbildungen und zweifarbiger Umschlagillustration.

Die wichtige Kunstzeitschrift erschien von 1954 bis 1969 und berichtete in Wort und Bild über die internationale zeitgenössische Kunst. – Sehr symbolisch wurde der Titel gewählt, der an die vier Grundwahrheiten der Reformation erinnert. – Vorhanden Jahrgang I, Hefte 3 und 6; II, 2 und 5; III, 1 und 2; IV, 4/5 und V, 1, 2, 3 und 4/5. – Sehr gut erhalten.

35 : 25 cm. Jeweils 28 Seiten, einschließlich des Umschlags.

740  L’art en écrit.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Drei Bände der Reihe. Paris, Editions Jannink 1995–2007. Mit zwei Originalarbeiten und einigen Illustrationen. Originalbroschuren in -schuber.

Alle in kleiner Auflage erschienen (273 bis 285 Exemplare). – Zwei Bände in Vorzugsausgaben (24 und 37), denen jeweils eine signierte Originalarbeit des betreffenden Künstlers beigelegt wurde. – 24. Jacques Villeglé. Un homme sans metier. 1995. Mit signierter Originaldekomposition. – 37. Enrico Baj. Inactualité de l’art et Pataphysique suivi du Manuel de survie. 1998. Mit signierter serigraphierter Originalcollage. – 72. Erik Bulatov. Tableau et peinture. 2007. – Alle tadellos erhalten.

21 : 12 cm.

742  Horst Antes. Stierstädter Gartenbuch

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

mit Gedichten von Dieter Hoffmann. 16 Bilder und 13 Pflanzendrucke. Stierstadt, Eremiten-Presse 1964. Mit 16 farbigen Pappschablonen-Drucken und 13 Naturselbstdrucken. Originalbroschur mit schwarzem -umschlag mit einem wiederholten Schablonendruck.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Auf den linken Seiten wurden in pastellfarbene Pflanzenabdrucke die Gedichte Hoffmanns eingedruckt, auf den rechten Seiten die in mehreren Farben von Schablonen gedruckten Illustrationen. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Erschien als Band III der von Stomps herausgegebenen »Passgänge«. – Eines der originellsten Bilderbücher von Horst Antes.

24 : 17 cm. [36] Seiten. – Deckel leicht gewellt.

Lutze 310–325. – Spindler 1.220. – Reske 191

745  Richard Artschwager. The Hydraulic Door Check.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Herausgegeben von / edited by Peter Noever, MAK Köln, Walther König 2002. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalrosshaareinband in Originalpappbox.

Eins von 500 Exemplaren der Vozugsausgabe im Rosshaareinband. – Auf dem Vortitelblatt vom Künstler datiert und monogrammiert. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »The Hydraulic Door Check. Skulptur, Malerei, Zeichnung.« MAK, Wien, 27. März – 16. Juni 2002. – Mit Beiträgen von Richard Artschwager, Jörg heiser, Anthony Vidler und John Yau.

24 : 20 cm. 253, [4] Seiten.

748  Thomas Bernhard. Alte Meister.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Komödie. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1985. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vorsatzblatt vom Autor signiert. – Verlagsfrisches Exemplar.

19 : 12 cm. 310, [2] Seiten.

Dittmar 105

758  Hans Fronius – Rudolf Borchardt. Das Buch Joram.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Frankfurt am Main, Trajanus-Presse 1962. Mit sieben Vetrographien von Hans Fronius, davon fünf blattgroß. Blauer Originalwildseideneinband mit schwarz-goldenem Lederrückenschild (Willy Pingel, Heidelberg).

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – 13. Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 275). – Von Hans Fronius im Druckvermerk signiert. – Die Glaszeichnungen wurden von Paul Robert Wilk gedruckt. – Gesetzt aus der Palatino der Stempel AG, gedruckt auf getöntem Trajanus-Bütten. – Borchardts Erzählung erschien erstmals 1905 als Privatdruck und 1907 im Insel-Verlag.

40 : 28 cm. 37, [3] Seiten.

Rethi, Bücher 40. – Spindler 40.13. – Tiessen II, 37

760  Hans Fronius – Zwei Ausgaben der Edition Graphischer Zirkel mit originalgraphischen Illustrationen von Hans Fronius.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Wien 1976 und 1980. Originalbroschuren.

I. Franz Kafka. Der Kübelreiter. Variationen zu einem Thema von Erich Fitzbauer. 1976. Mit drei signierten Lithographien. 2. Publikation. 250 Exemplare. – II. Stefan Zweig. Die Hochzeit von Lyon. Mit vier signierten Lithographien. 1980. 13. Publikation. 400 Exemplare.

27 : 20 cm. 25, [3] Seiten, 3 Lithographien; 29, [3] Seiten, 4 Lithographien.

Rethi L 306–308 und L 329–332 (Bücher 80 und 94)

762  Felix Martin Furtwängler – Freie Kunstschau Berlin. Young, wild & nieuw.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausruflimit/Reserve price: € 1800

Experimentelle Malerei, Zeichnung, Graphik und Bücher. Amsterdam, Particuliere Pers 2013. Mit 22 losen signierten Farbholzschnitten von Felix Martin Furtwängler, zahlreichen, teils originalgraphischen und farbigen Abbildungen und einigen Beilagen. Originalhalbleinenband und -mappe, Deckel mit Metallfolienpapier bezogen, beim Textband dieses farbig bedruckt.

Eins von 18 Exemplaren. – Druckvermerk und alle Holzschnitte der Suite vom Künstler signiert. – Von Furtwängler konzipierter fiktiver Ausstellungskatalog. Die 40 ebenso fiktiven Kunstwerke collagierte Furtwängler aus Katalogausschnitten eines bekannten Berner Kunstauktionshauses. Auch die Namen und Lebensdaten der Künstler sowie die »genauen« Beschreibungen der Kunstwerke entstammen seiner künstlerischen Phantasie. Ebenso erfunden oder frei überarbeitete Zitate und Textcollagen sind die Zwischentexte, das Huelsenbeck-Vorwort, der Beipackzettel mit Text »von« Paul Cassirer und alle Angaben zu Ort, Veranstalter und Publikationen . – Unter den Beilagen: Eintrittskarte, Auktionseinladung, Garderobenmarke usw. – Tadellos.

30 : 21 cm. 103, [9] Seiten, 22 Holzschnitte, 7 Beilagen.

765  HAP Grieshaber. Totentanz von Basel

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

mit den Dialogen des mittelalterlichen Wandbildes. La danse des morts à Bâle. The Dance of Death at Basle. Dresden, Verlag der Kunst 1966. Mit 40 Farbholzschnitten. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Druck der Leipziger Presse. – Eins von 3333 Exemplaren. – Texte in deutscher, französischer und englischer Sprache. – Nachworte von Wilhelm Boeck und Rudolf Mayer. – Die Holzschnitte entstanden nach monumentalen Fresken an der Friedhofsmauer des Baseler Dominikanerklosters, die 1805 abgerissen wurde, wohl auch, weil die mittelalterlichen Malereien den Stadtvätern als »Kinderschreck« und »Leutescheuche« galten. Grieshabers Neuinterpretation geht auf die Kupferstiche von Matthäus Merian zurück. Die Übersetzungen der alten deutschen Reime entstanden bereits im frühen 19. Jahrhundert. – Die Schrifttafeln für die deutschen Reime entwarf Albert Kapr, sie wurden von ihm und Studenten der Leipziger Hochschule in Holz geschnitten. In den Werkstätten der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst wurden auch die Holzschnitte gedruckt. – Die Texte druckte C. G. Röder, die Einbände fertigte die damals noch existierende Buchbinderei E. A. Enders, beide in Leipzig. – Schönes Exemplar, der empfindliche Schutzumschlag nicht ganz frisch.

46 : 35 cm. [130] Blätter. – Titelblatt mit getilgtem Besitzvermerk.

Fuerst 66/1–40 c. – Fichtner/Bartelke 55. – Isphording II, 584. – Spindler 65.4

766  Thomas Häfner – Dieter Hülsmanns. Vakher.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 260 ( R7 )

Roman mit acht Originalradierungen von Thomas Häfner. Darmstadt, Joseph Melzer 1966. Mit acht kolorierten und signierten Radierungen. Lose Doppelblätter in Originaloasenziegenlederkassette.

Exemplar »D«, Künstlerexemplar aus dem Nachlass Hülsmanns’ und wie die zehn Luxusexemplare in Lederkassette und mit kolorierten Radierungen. – Druck der Radierungen bei Schulgen, Düsseldorf. – Auf Kupferdruck-Bütten von May & Spieß. – Thomas Häfners (1928–1985) surrealistische Illustrationen wirken mit ihrer untergründigen Erotik als »Ausdruck alptraumartiger Seelenzustände und einer dunklen Weltsicht« (AKL 67, 241).

42 : 28 cm. 101, [1] Seiten, 8 Radierungen. Im Originalkarton mit Aufschrift »Hülsmanns« und »D«.

773  Imre Reiner – Rainer Maria Rilke. Les Roses.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Vingt-cinq eaux-fortes de Imre Reiner. Paris, Alexandre Loewy [1959]. Mit 25 ganzseitigen Radierungen, eine davon auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag, Balsaholzchemise und -schuber.

Eins von 105 Exemplaren (Gesamtauflage130). – Druck auf handgeschöpftem Bütten »Auvergne à la main«.

34 : 27 cm. [108] Seiten. – Innenseite der Chemise und Umschlag stärker, einige Seiten schwach stockfleckig. Innenseite des Umschlags, Titelblatt und Impressum mit Sammlerstempel.

Reiner-Bibliographie III, 19. – Tiessen II, 19

774  Imre Reiner – Gottfried Keller. Der Grillenfang

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausruflimit/Reserve price: € 70

mit Holzstichen von Imre Reiner. Hamburg 1962. Mit 15 Holzstichen. Illustrierter Originalpappband im Schuber (Christian Zwang).

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Zerkall-Bütten. – »Aus dem dritten Buch das fünfzehnte Kapitel der späten Fassung des Grünen Heinrich von Gottfried Keller« (Druckvermerk).

23 : 12 cm. [36] Seiten.

Tiessen II, 23

776  Imre Reiner – Eduard Mörike. Lucie Gelmeroth.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Novelle. Mit sechzehn Holzstichen von Imre Reiner. Frankfurt am Main, Ars librorum 1966. Mit vierzehn Holzstichen im Text sowie einer Titel- und einer Schlussvignette. Grün-gelber illustrierter Originalleinenband mit rot-goldenem Lederrückenschild (Helmuth Halbach, Königstein) im Originalschuber.

15. Ars librorum Druck. – Eins von 75 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Extrasuite aller 16 Holzschnitte sowie einem zusätzlichen signierten Holzstich (Gesamtauflage 675). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Hahnemühle-Bütten von Johannes Weisbecker, Frankfurt am Main. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Sehr schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe.

29 : 18 cm. 35, [5] Seiten, 17 Holzstiche. – Kleiner Sammlerstempel auf Vorsatz, Titelblatt und rückseitig auf 15 der 17 Suitenblätter.

Reiner-Bibliographie III, 36. – Tiessen III, 33. – Slg. Berge 122. – Isphording II, 41. – Spindler 40.35

777  Imre Reiner – John Donne. The Poems.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Selected, introduced, and annotated by Frank Kermode. Wood engravings by Imre Reiner. Cambridge, The Limited Editions Club 1968. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel. In gefütterter Kassette mit Lederrücken.

Persönliches Exemplar Imre Reiners: »my own copy 19. IX. ,68«, mit einer angebundenen Extrasuite der 32 Holzstiche in Probedrucken auf Japan, einer davon farbig. Alle signiert, bezeichnet »proof« und auf Bütten montiert. – Gesamtauflage 1500. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

28 : 17 cm. [2], 198, [2] Seiten, XXIV, [2], 32 Holzstiche. – Vorsatz mit kleinem Sammlerstempel.

Tiessen III, 36

778  Dieter Roth. Bok 2b.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausruflimit/Reserve price: € 2600

Reykjavik, Forlag ed 1961. Originalspiralbindung.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf dem Vorderumschlag signiert und nummeriert. – Buchdruck im Monotypesatz auf Doppelblättern. – Laut Dobke wurden zehn Exemplare zerstört. – »Von Dieter Roth als ›bok 2 a in groß sozusagen‹ bezeichnet« (Conzen/Sohm, S. 55). – Dazu: bok 2 a und bok 2 b. Stuttgart u. a., Hansjörg Mayer 1973. Originalbroschur. Gesammelte Werke Band 3. Eins von 1000 Exemplaren. Versionen der Ausgaben von 1960/61.

32 : 34 cm. 51 Doppelblätter. – Deckel stockfleckig.

Dobke Bücher A 8 und A 13. – Conzen/Sohm 8 und 58.3

780  Dieter Roth. Kleinere Werke

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 660

(1. Teil). Veröffentlichtes und bisher unveröffentlichtes aus den Jahren 1953–1966. Hellnar, Köln, London, Edition HansjörgMayer 1971. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Im Leinenschuber.

Gesammelte Werke, Band 18. – Eins von 200 Exemplaren der »special edition« mit der beigelegten eigenhändigen signierten Zeichnung »Selfportrait as Cloud« des Autors (Gesamtauflage 1200). Die Zeichnung, eine »Original Speedy Drawing«, auf gefalztem Kartonblatt. – Der Originalbroschurumschlag eingebunden.

23 : 17 cm. [6], 254, [12] Seiten.

Dobke Bücher M2. – Conzen/Sohm 58

784  Dieter Roth. 1234 weiche Schnellstzeichnungen 1987.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Stuttgart & London, Edition Hansjörg Mayer 1987. Originalbroschur.

Gesammelte Werke Band 37. – Eins von 600 Exemplaren. – Mit dem originalen Stempel »MOST« über dem englischen Titel. – Umschlagtitel, Titelblatt und Impressum nach Roths Handschrift faksimiliert.

23 : 17 cm. 1234 Seiten.

Dobke Bücher G10. – Conzen/Sohm 58

786  Eberhard Schlotter – Landschaft & Zeichen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Arno Schmidt zum 65. Geburtstag. Texte von Bernd Rauschenbach und 5 Radierungen mit 1 Gruß von Eberhard Schlotter. Hofheim am Taunus, Edition Galerie Stübler 1979. Fünf signierte und nummerierte Radierungen, jeweils lose in Büttenumschlag mit Text. Zusammen in Umschlag und Originalkassette.

Eins von 15 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe B, jedoch ohne die Zeichnung (Gesamtauflage 95). – Die Radierungen wurden von Eberhard Schlotter auf der Handpresse auf Guarro-Bütten gedruckt.

42 : 38 cm (Kassette). 5 Radierungen, 5 gefaltete Textblätter. – Ein Kassettensteg geplatzt.

Schlotter Werkverzeichnis 1636–1640

787  Eberhard Schlotter. Die Innerste.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 660

Zehn Radierungen zu der Erzählung von Wilhelm Raabe. Hannover, Edition Galerie Stübler 1989. Zehn signierte und nummerierte Radierungen, Titel und 18 Textblätter. Zusammen lose in Originalleinenkassette.

Eins von 80 Exemplaren, jedoch wie die zehn Luxusexemplare mit einem beigelegten Aquarell, zehn weitere Exemplare enthielten eine Radierplatte (Gesamtauflage 100). – Die Textblätter mit einem Brief Schlotters, dem vollständigen Text von Wilhelm Raabe und einem begleitenden Text von Horst Denkler. – Text und Radierungen auf Hahnemühle Bütten.

28 : 58 cm. 10 Radierungen, 1 Aquarell, 19 Blätter.

Schlotter Werkverzeichnis 2318–2327

789  [Saul] Steinberg. Le masque.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Textes par Michel Butor et Harold Rosenberg. Photographies d’Inge Morath. Paris, Maeght 1966. Mit zahlreichen ganzseitigen und teils farbigen Abbildungen nach Zeichnungen Steinbergs und nach Fotografien. Originalpappband mit farbig illustriertem Originalumschlag und -schuber.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten Lithographie. – Die vielfältigen Zeichnungen bilden teils comicartige Folgen. Inge Morath fotografierte Menschen mit den von Steinberg entworfenen Masken.

27 : 32 cm. [208] Seiten.

791  Saul Steinberg – Ian Frazier. Canal Street.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

New York 1990. Mit zwei Farbholzschnitten und 16 Illustrationen nach Zeichnungen von Saul Steinberg, alle nahezu blattgroß und montiert. Schwarz-gelber Originalhalblederband im -schuber.

Eins von 160 Exemplaren, im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert bzw. monogrammiert. Der erste Holzschnitt von Steinberg nummeriert und monogrammiert. – Erster Band der Reihe »Artists and Writers : American Journals«, herausgegeben von den Freunden der Bibliothek des Whitney Museums of American Art. – Gestaltet von Katy Homans, die Holzschnitte wurden unter Aufsicht des Künstlers gedruckt. Die Gesamtherstellung erfolgte in der Officina Bodoni, Verona, unter Aufsicht von Martino Mardersteig. – Selten und gesucht, hier tadellos erhalten.

34 : 29 cm. [56] Seiten.

792  Streit-Zeit-Schrift.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Jahrgang I bis VII. Stierstadt, Eremitenpresse, und Frankfurt am Main, Heinrich Heine 1956–1969. 16 Originalbroschuren.

Alles Erschienene, so vollständig. – »Rudolf Streit, Chef des Münchner Scherz Verlages, bietet in diesem Herbst erstmals einen periodischen Scherz-Artikel feil: die ›Streit-Zeit-Schrift‹. Die wunderliche Literatur-Revue […] ist allerdings keine Novität und ihr Titel auch keineswegs auf Rudolf Streits Namen gemünzt. Vielmehr suchte die Zeitschrift schon Streit, lange bevor Streit sie suchte und fand. Er ist bereits ihr dritter Verleger. Ihr erster: Victor Otto Stomps, seine publizistische ›Narrenpritsche‹, wegen ihres Formats auch ›Literaturphallus‹ genannt, 1956 gegründet, auf seiner Schnellpresse hergestellt und herausgegeben. Anfangsauflage: 500 Exemplare […] war nicht mehr aus der Welt zu schaffen: Während von den rund 400 literarischen Klein-Zeitschriften, die seit 1956 in der Bundesrepublik kreiert wurden, rund 400 nach kurzer Existenz wieder eingingen, hielt sich das Stomps-Werk zehn Jahre lang am Leben – wenngleich unter Schwierigkeiten. Seither dichten, polemisieren, kritisieren, zeichnen, radieren und drucken in Deutschlands dauerhaftester und kuriosester Dichter-Postille deutsche, Schweizer und österreichische Schreiber und Graphiker, renommierte wie vor allem auch unbekannte, denen ›Vauo‹ Stomps zum Zuge verhelfen wollte. Denn sein Credo lautet: ›An Arrivierten habe ich kein Interesse.‹ […] Seit 1956 polemisierten Stomps, Bingel und ›SZS‹-Beiträger gegen Neonazismus und Literaturkritik, sie alberten über eigene Schreib-Unarten und über ›Sexuelles Verhalten in der deutschen Literatur von heute‹, untersuchten ›Europäische Literatur und deutsche Teilung‹ und reflektierten über ›Reflexion heute‹.« (Der Spiegel, Heft 43, 1966). – Klein, schmal und lang im Format, war sie – nach den Worten Bingels – »eine Zeitschrift, die Sie ihrem Gegner um die Ohren schlagen können, wenn Ihnen die Argumente ausgehen«. – Alle Hefte in gutem Zustand.

Verschiedene Formate.

Spindler 111, a–p

794  Spur.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

[Heft 1]. München 1960. Mit zahlreichen offsetlithographischen Faksimiles von Zeichnungen und Texten sowie einigen Abbildungen. Lithographierte Originalbroschur.

Exemplar 261 von 1.000. – Das erste von insgesamt sieben Heften. – Umschlag mit Übermalungen, laut Angaben des Vorbesitzers von einem Mitglied der Künstlergruppe.

27,5 : 28,8 cm. [32] Seiten. – Umschlag leicht fleckig, Vorderumschlag und das erste Blatt oben etwas geknickt und eingerissen.

Archiv Sohm S. 56-59

797  Simon Traston. Zwei frühe Drucke.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

[Eigenverlag?], 1956 und Enzberg, Marell 1962. Illustrierte Originalbroschuren.

I. Aut Caesar – aut nihil. Anfang 56. Mit sechs Lithographien von Günter H. Seidel, davon zwei als Umschlagillustrationen und einer eingeklebten Fotografie. Mit Texten von Verlaine und Mallarme. – II. Der Monolog des Mörders. Eins von 200 Exemplaren.

30 : 21 cm; 25 : 11 cm.

798  Simon Traston. Zwei Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Berlin, Wagner 1987. Originalbroschuren mit Folienbezug und Schraubverbindung.

I. Vox populi Q vox dei. – Die endlose Orgie. Doppelbuch in zwei Teilen. 116 verschiedenfarbig bedruckte Kartonblätter, teils mit montierten Illustrationen; 300 Blätter beidseitiger Telefonbuchdruck mit farbig aufgedruckten Texten sowie einem montierten Farbfoto. Eins von 180 Exemplaren. – II. Mülltraktat. Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamt 100). – Alle von Autor und Verleger signiert. – Dazu: Jürgen Beckelmann. Der Wasserhahn oder Die Wiederauferstehung des Schrotts. Berlin, Wagner 1989. Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamt 100). Vom Verleger signiert.

Bei I wurde der Folienbezug entfernt.

805  The Bear Press – Heinrich von Kleist. Ueber das Marionettentheater.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Farbholzschnitte von Hanns Studer. Bayreuth 1990. Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Batikpapierbezügen (Werner G. Kießig, Berlin). Im Originalschuber.

13. Druck der Bear Press von Wolfram Benda. – Eins von 115 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Van-Dijck-Antiqua, auf Xuan-Chinapapier gedruckt und als Blockbuch gebunden. – Kleists Text folgt dem Erstdruck von 1810 in den »Berliner Abendblättern«. – Tadellos erhalten.

26 : 15 cm. [2], 37, [3] Seiten.

807  Burgart-Presse – Walter Jens. Das A und das O. Die Offenbarung des Johannes.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Mit Originalholzschnitten von Karl-Georg Hirsch. Rudolstadt 1991. Mit 20 Holzschnitten im Text, davon sieben blattgroß. Originalhalbpergamentband (Ludwig Vater, Jena).

Erster Druck der Burgart-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Ausgabe B mit einem zusätzlich beigelegten signierten Holzschnitt (Gesamtauflage 230). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der Leipziger Antiqua. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Neuübersetzung der Apokalypse erschien zuerst 1987 im Stuttgarter Radius-Verlag. – Jens Henkel schuf mit der Burgart-Presse eine der engagiertesten und (so hoffen und wünschen wir) erfolgreichsten Pressen des späten 20. Jahrhunderts.

39 : 28 cm. 55, [1] Seiten.

Kästner/Lübbert A 75.1 c

810  Edition Graphischer Zirkel – 18 x 12.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 1250

Alle 58 Bände der Reihe. Wien 1993–2009. Jeder Band mit zahlreichen Graphiken, größtenteils handkoloriert. Originalpappbände mit Buntpapierbezug und Deckelschild.

58 Bände der Reihe, alles bisher Erschienene. – Alle in kleiner Auflage erschienen, signiert und nummeriert. – Sechs Bände in Vorzugsexemplaren (78, 85, 99, 105, 118 und 127) mit mindestens einer zusätzlichen Graphik, ein Autorenexemplar (77). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Reihe »18 x 12« bildet eine in sich geschlossene Folge von gleich gestalteten Bänden, die in dem titelgebenden Format, ihrem Musterpapier und dem aufgeklebten Titelschild an die berühmte Insel-Bücherei erinnern. Erich Fitzbauer (geboren 1927) studierte Germanistik, Philosophie und Anglistik und war Mitarbeiter bei zahlreichen Zeitschriften und Zeitungen. 1957 gründete er in Wien die Internationale Stefan Zweig-Gesellschaft, deren Präsident er bis 1964 war. Seit 1973 betreibt Fitzbauer die Edition Graphischer Zirkel. Den Anstoß dazu gab die aus seiner Sicht gegebene bewusste Vernachlässigung des bibliophilen Buchs seitens der großen Verlage und seine Vorliebe für illustrierte Bücher. Er arbeitet als Maler, Graphiker, Illustrator, Schriftsteller, Verleger und Drucker. In seiner Edition erscheinen fast ausschließlich Erstdrucke in Bild und Text, viele von ihm selbst geschrieben und illustriert. Die »18×12«-Bände wurden innerhalb aller Ausgaben der Edition Graphischer Zirkel nummeriert. – So geschlossen wurde die Reihe bisher nur sehr selten angeboten.

18 : 12 cm. – Einige Rücken leicht verblasst.

813  Kaldewey Press – John Ashbery. Not a First

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 800

with drawings by Jonathan Lasker. New York, Poestenkill 1987. Mit drei ganzseitigen Bleistift- und Fettkreidezeichnungen. Schwarzer Originalpappband mit Deckelblindprägung und silbergeprägtem Rückentitel (Christian Zwang, Hamburg). In hellgrauer Originalchemise und Originalhalbleinenschuber.

Edition Kaldewey 13. – Eins von 45 Exemplaren (Gesamtauflage 65). – Im Druckvermerk von Dichter und Künstler signiert. »Beide waren mit dem Werk des anderen wohl vertraut« (Gunnar Kaldewey, in Kat. Stuttgart). – Gedruckt auf eigens für diese Edition geschöpftem Bütten der Papiermühle Gunnar Kaldeweys. Die Bogen blieben vollkommen unbeschnitten und wurden einseitig bedruckt bzw. bemalt. Durch die Originalzeichnungen, die der amerikanische Abstrakte Jonathan Lasker (geboren 1948) für jedes Exemplar schuf, entstanden »unique multiples«. Als Vorlage für die Blindprägung des Einbandes diente Laskers Gemälde »Beat the system«. – Der Text des jüngst verstorbenen amerikanischen Dichters (1927–2017), der zu den bedeutendsten der amerikanischen Gegenwartsliteratur gehörte, wurde hier erstmals veröffentlicht. – Tadellos erhalten. – Die Einschätzung von Mindell Dubansky gilt vorbehaltlos für alle Kaldewey Editionen: »Few people have had the luxury to spend time alone with and handle the Kaldewey/Zwang books […] It is only by spending time alone with the books, and not through the glare of an exhibition case, or in photographic reproductions, that the books can be fully seen and appreciated« (Crossing Borders, S. 62).

30 : 44 cm. [9] Blätter. – Auf der letzen Seite knappe Bleistiftangaben (des Verlegers?).

Spindler 168.19. – Dubansky/Strauss S. 80 (Abb.) und S. 106. – Kat. WLB Stuttgart 38

819  Kaldewey Press – Friedrich Hölderlin. Nachtgesänge.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Set into music and with four etchings by Bun-Ching Lam. New York, Poestenkill 2000. Mit vier montierten Radierungen. Lose Doppelbogen in Originalleinenkassette (Judi Conant).

Edition Kaldewey 31. – Eins von 30 Exemplaren (Gesamtauflage 37). – Von der Komponistin im Druckvermerk signiert. – Auf blau eingefärbtem Hadernpapoer der Kaldewey Press. – »Letzte Gedichte Hölderlins, die er vor der Umnachtung schrieb, in der Vertonung für Sopran und Ensemble. Die CD mit der Uraufführung im Cross Sound Festival in Alaska. Die Radierungen zeigen Noten der Vertonung und kompositorische Textskizzen« (Gunnar A. Kaldewey).

47 : 25 cm. [20] Seiten.

Kat. WLB Stuttgart 55

823  Kaldewey Press – Gunnar A. Kaldewey. The Desert.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

New York, Poestenkill 1989. Sieben Radierungen, kombiniert mit verschiedenfarbigem Buchdruck und einer Folienapplikation. Sandfarbener Originalpappband in Originalleinenkassette.

Kaldewey Press 7. – Eins von 40 Exemplaren (Gesamtauflage 45). – Auf Kaldewey Press-Bütten mit dem »Poestenkill Tower«-Wasserzeichen. – Mit zwei beiliegenden Audiokassetten mit Tonaufnahmen aus den kalifornischen Wüsten, die der Künstler mehrere Jahre lang bereist hatte. – Tadellos.

26 : 56 cm. [10] Blätter, davon eins gefaltet.

Dubansky/Strauss 54 (Abb.) und 112. – Kat. WLB Stuttgart 18

826  Otto Rohse Presse – Gottfried Benn. Die Insel.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Holzstiche von Otto Rohse. Hamburg 1962. Mit vier Holzstichen im Text, einer blattgroß. Graugrüner Originaloasenziegenlederband; Rückentitel und zahlreiche Deckelfileten in Blindprägung (Christian Zwang). Im Schuber.

Zweiter Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 130 Exemplaren (Gesamtauflage 150), allerdings eines von ganz wenigen im Ledereinband. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Satz aus der Schneidler-Mediaeval. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten.

31 : 18 cm. [24] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Hack/Schwarz 1.02. – Spindler 44.7

831  Otto Rohse – Rose Ausländer. So sicher atmet nur der Tod.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Gedichte. Auswahl von Helmut Braun und Karl-Georg Flicker. Holzstich von Otto Rohse. Pfaffenweiler 1983. Mit einem ganzseitigen Holzstich und einer Holzstich-Titelvignette. Originalpappband.

Erster gezählter Druck der Pfaffenweiler Presse. – Eins von 375 Exemplaren (Gesamtauflage 575). – Im Druckvermerk von Dichterin und Künstler signiert. – Handsatz von Bernd Schaub, Druck von Rolf Dettling. – Auf Van Gelder-Bütten. – Zehn Jahre nach Gründung der Presse erschien deren erster gezählter Druck, in dem Otto Rohses Signet, das er 1974 entworfen hatte, erstmals vom Originalstock gedruckt wurde. Der Holzstich im Text entstand eigens für diese Ausgabe.

28 : 18 cm. 51, [9] Seiten.

Spindler 91.23

832  Otto Rohse. Europäisches Denkmalschutzjahr 1975.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausruflimit/Reserve price: € 230

Sechs signierte Kupferstiche, fünf Originalbriefmarken, ein eigenhändiger Editionsvermerk. [Hamburg] 1974. Lose in Originalmappe mit Büttenpapierbezug und blindgeprägtem Rückentitel.

Eins von 25 Exemplaren auf Japanpapier. – Die Kupferstiche, die 1974 entstanden, zeigen Ansichten bzw. Gebäude aus Berlin, Alsfeld, Rothenburg ob der Tauber, Xanten, Trier sowie die Zitadelle Spandau. Die ersten fünf Motive wurden zum Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 als Briefmarke herausgegeben. – Die Kupferstiche und die Tafel mit den fünf montierten Briefmarken jeweils in Passepartout. – Das beiliegende Doppelblatt mit eigenhändigem und signiertem Editionsvermerk. – Tadellos erhalten.

Format Kupferstiche ca. 10 : 14 cm, Mappe : 36 : 26 cm.

Nicht bei Schwarz/Zeiske

833  Otto Rohse. Europa-Marken 1978.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausruflimit/Reserve price: € 230

Fünf signierte Kupferstiche, drei Originalbriefmarken, eigenhändiger Editionsvermerk. [Hamburg] 1977. Lose in Originalmappe mit Büttenpapierbezug und blindgeprägtem Rückentitel.

Eins von 25 Exemplaren auf Japanpapier. – Die Kupferstiche mit Ansichten der Rathäuser Bamberg (zwei Varianten), Regensburg (zwei Varianten) und Esslingen. – Jeder Kupferstich und das Blatt mit den drei Originalbriefmarken (farbiger Stichtief- und Offsetdruck) jeweils in Passepartout. Das beiliegende Doppelblatt mit eigenhändigem und signiertem Editionsvermerk.

Format Kupferstiche ca. 9 : 13 cm, Mappe : 36 : 26 cm. – Textblatt mit geknickter Ecke, sonst tadellos.

Nicht bei Schwarz/Zeiske

834  Otto Rohse. Wedding. – Wilmersdorf. – Neukölln.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Folge von drei teils mehrfarbigen Kupferstichen. 1985–1987. 27 : 35 cm (48 : 64 cm). Signiert und bezeichnet, rückseitig teils betitelt.

Aus der zwölfteiligen »Berlin«-Folge, die im Auftrag der Sparkasse Berlin die westlichen Stadtteile der damals noch geteilten Stadt vorstellte. – Je ein mehrfarbiger Abzug auf grünlichem Japanbütten, bezeichnet mit »E.A.« und rückseitig betitelt. – In der Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild. – Die zwölf Kupferstiche wurden, beschnitten und mittig gefalzt, auch in dem 22. Druck der Otto Rohse Presse publiziert. – Tadellos erhalten.

Schwarz/Zeiske 139, 151 und 153. – Vgl. Hack/Schwarz 1.22

835  Otto Rohse. Wedding. – Wilmersdorf. – Neukölln.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Folge von drei teils mehrfarbigen Kupferstichen. 1985–1987. 27 : 35 cm (48 : 64 cm). Signiert und bezeichnet, rückseitig teils betitelt.

Aus der zwölfteiligen »Berlin«-Folge, die im Auftrag der Sparkasse Berlin die westlichen Stadtteile der damals noch geteilten Stadt vorstellte. – Je ein Abzug von der ungeschabten Platte, gedruckt in Schwarz bzw. Grün auf unterschiedlichen Papieren, jedes Blatt nummeriert »2/5«. – In der Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild. – Die zwölf Kupferstiche wurden, beschnitten und mittig gefalzt, auch in dem 22. Druck der Otto Rohse Presse publiziert. – Tadellos erhalten.

Schwarz/Zeiske 139, 151 und 153. – Vgl. Hack/Schwarz 1.22

837  Otto Rohse. Branitz. [Park und Schloß Nr. 3].

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Zwei Radierungen und ein farbiger Kupferstich. Signiert und nummeriert.

Eins von nur drei Exemplaren. – »Abzüge von der ungeschabten Platte und Schwarzabzüge«. – Vorzugsausgabe zu Mappe 3 der Folge »Park und Schloß«. – Der Kupferstich auf getöntem Bütten, die Radierungen auf Velin. – Kupferstich in Passepartout. – In der Originalhalbleinenmappe, Deckelschild eigenhändig betitelt und nummeriert. – Die aufwändig edierte Publikation »Park und Schloß« umfasste insgesamt elf Mappen mit jeweils ca. sechs Blättern: eins mit einer radierten Ansicht des jeweiligen Schlosses und begleitendem Text sowie fünf meist mehrfarbigen Kupferstichen bzw. Radierungen. – »Rokoko-, Barock- und Landschafts-Parks aus den verschiedenen Gegenden und mit der Phantasie und Leidenschaft der unterschiedlichen Gartengestalter entwickelt, sollen in diesen graphischen Blättern ihren Ausdruck finden« (Verlags-Ankündigung).

Mappe: 46 : 39 cm.

838  Otto Rohse. Schönbusch. Park und Schloß [Nr. 6].

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Vier Radierungen und zwei farbige Kupferstiche. 1996. Signiert und nummeriert.

Eins von nur drei Exemplaren. – »Abzüge von der ungeschabten Platte und Schwarzabzüge«. – Vorzugsausgabe zu Mappe 6 der Folge »Park und Schloß«. – Auf unterschiedlich gefärbten Bütten- und Japanpapieren, alle signiert und nummeriert. – Zwei Graphiken in Passepartouts. – In der Originalhalbleinenmappe, Deckelschild eigenhändig betitelt und nummeriert.

46 : 39 cm (Mappe).

839  Otto Rohse. Tiefurt. Park und Schloß Nr. 8.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Drei Radierungen und drei farbige Kupferstiche. 1996. Signiert und nummeriert.

Eins von nur drei Exemplaren. – »Abzüge von der ungeschabten Platte und Schwarzabzüge«. – Vorzugsausgabe zu Mappe 8 der Folge »Park und Schloß«. – Auf unterschiedlich gefärbten Bütten- und Japanpapieren, alle signiert und nummeriert. – Drei Graphiken in Passepartouts. – In der Originalhalbleinenmappe, Deckelschild eigenhändig betitelt und nummeriert.

46 : 39 cm (Mappe).

845  Sonnenberg-Presse – Andrea Lange – Es war noch kein März.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausruflimit/Reserve price: € 120

9 Holzschnitte von Andrea Lange zu Gedichten von Silvio Pfeuffer. Kemberg 2005. Neun signierte Holzschnitte, davon sieben zweifarbig. Mit dem Textheft und einem Schriftblatt lose in Originalmappe und -schuber.

Eins von nur neun Exemplaren. – Jeder Holzschnitt signiert, datiert, nummeriert und betitelt. – Die Holzschnitte auf Saunders Waterford. – Die Graphiken entstanden als Reprovorlage der Illustrationen für einen 2005 erschienenen Gedichtband von Silvio Pfeuffer. – Den neun Exemplaren der Suitenausgabe liegt jeweils ein Exemplar des LyrikHefts 2 mit ausgewählten Gedichten Pfeuffers bei. Das Heft im Druckvermerk und ebenso die Mappe von der Künstlerin signiert.

40 : 30 cm (Mappe).

855  Svato Verlag – Zwei Drucke.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Hamburg 1985 und 1987. Mit Originalgraphiken von Svato Zapletal. Illustrierte Originaleinbände mit illustriertem Schutzumschlag.

I. Ernst Stadler. Leoncita. 1985. Mit sechs Radierungen von Svato Zapletal. – II.Jacques Prévert. Blutorange. Nachdichtungen von Kurt Kusenberg, Heribert Becker und Charles Mançal. 1987. – Elftes und zwölftes Buch des Svato Verlages. Beide in kleiner Auflage erschienen und im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert.

28 : 20 cm.

857  Olaf Wegewitz. Mikrokosmos.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausruflimit/Reserve price: € 500

Huy, Eigenverlag 1992. Mit acht Originalzeichnungen, 18 Originalgraphiken und 15 Lichtdrucken. Originalholzdeckelband in Originalleinenhülle, diese bedruckt und nummeriert.

Eins von 60 Exemplaren, weitere zehn nicht für den Handel. – Auflagenvermerk vom Künstler signiert und datiert. – Im Selbstverlag des Künstlers erschienen. – Mit zehn Lithographien, drei Siebdrucken, 15 Lichtdrucken und fünf Holzschnitten sowie »acht Handzeichnungen für jedes Exemplar«. Auf verschiedenen Japan-, Bütten-, Velin- und Transparentpapieren gedruckt, einige Blätter mehrfach gefaltet. – Das Buch ist das Ergebnis eines Stipendienaufenthaltes des Künstlers in der Herzog August-Bibliothek Wolfenbüttel und adaptiert Ausschnitte aus vier Handschriften des 15. Jahrhunderts mit Graphiken des Künstlers. – Die Zusammenstellung und Gestaltung erinnert an ein zehn Jahre früher – noch zu DDR-Zeiten – erschienenes Buchprojekt des Leipziger Künstlers: »unaulutu – Steinchen im Sand«. – Der Einband, vom Künstler selbst angefertigt, stellt in seiner massiven Gewichtigkeit ein interessantes Gegenstück zu der bei »unaulutu« mit Reis gefüllten Konstruktion aus Holzleisten und dünnem Papier dar.

45 : 35 cm.