ChristianHesse

im Nachverkauf (Stand 28.11.2018) | Hesse-Auktionen
im Nachverkauf (Stand 28.11.2018)

6  Horst Antes. Do it yourself.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

26 Siebdrucke. 1967. 43,5 : 61,5 cm.

Eins von 300 Exemplaren. – Vollständig mit der Titelfolie und dem Inhaltsverzeichnis mit Auflagenvermerk. – Das von der Galerie Stangl, München, edierte »Album zum Ausmalen« enthält 25 Siebdrucke in Weiß auf weißem Karton und einen in Weiß auf Transparentfolie gedruckten. Die Intention des Künstlers war, dem Besitzer die farbige Gestaltung zu überlassen. – Bei dem vorliegenden Exemplar, aus dem Besitz von Günther Gercken, dem Herausgeber des Werkverzeichnisses der Antes-Radierungen, wurden 22 Blätter koloriert. Dabei haftet die Farbe der Wachskreidestifte nur an den rauhen serigraphierten Partien und deren Randbereichen.

Ohne die Spiralbindung.

Lutze 502–527 (unkoloriert 519, 521 und 527)

10  Horst Antes – Bernd Lutze. Horst Antes. Lithographien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Mit einer Einleitung von Klaus Gallwitz. Stuttgart, Belser 1976. Mit drei Lithographien und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit illustriertem -schutzumschlag und -schuber.

Eins von 1500 Exemplaren mit drei Farblithographien (Gesamtauflage 1650). – Das bis heute maßgebliche Werkverzeichnis der Lithographien, 784 Einträge. – Die Lithographien auf Vélin. – Dazu: Bilder aus Florenz und Rom. Geh durch den Spiegel 36. Köln 1963. Mit sieben Farboffsetlithographien, vier doppelblattgroß, davon eine als Umschlag. Auflage: 250. – Katalog Galerie Stangl. München 1968. Mit drei (statt vier) Farboffsetlithographien. Auflage: 450. – Katalog Gimpel & Hanover. Zürich 1970. Mit drei Farboffsetlithographien. – Alle drei in Originalbroschur. – Eine Beigabe. – Alle sehr gut erhalten.

36,0 : 29,5 cm. 237, [1] Seiten.

Lutze 768, 771.3 und 772 sowie 225–231, 560–563 (fehlt 561) und 625 I/II, 626

12  Herbert von Arend. Kompositionen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Drei Zeichnungen (Tusche, Tempera). 1973–1980. Monogrammiert und datiert.

I. 1973. 20,9 : 10,4 cm. Auf bräunlichem Papier. – II. 1974. 42,0 : 29,7 cm. Auf Velin. – III. 1980. 18,3 : 11,7 cm. – Alle drei in der für diese Schaffensphase typischen Technik, bei der verso aufgebrachte Farbpartien auf die Zeichnungsseite durchschlagen. – Herbert von Arend (1910–2001) studierte von 1928–1931 am Bauhaus Dessau. Er besuchte den Vorkurs von Albers und wurde dann einer der wenigen männlichen Studierenden der Werkstatt für Weberei. Daneben belegte er die freien Malklassen bei Paul Klee und Wassily Kandinsky. Er war in der Wanderausstellung »Junge Bauhausmaler« in Weimar, Jena, Erfurt und Berlin vertreten. Im Zusammenhang mit den Auflehnungen gegen Gunta Stölzl, die Leiterin der Weberei-Klasse, musste er das Bauhaus 1931 verlassen. 1933 beendete er seine frühe künstlerische Arbeit und wandte sich dieser erst in den 1950er Jahren und besonders ab 1972, nachdem er pensioniert wurde, erneut zu. – Die Arbeiten wurden den Bearbeitern des Werkverzeichnisses erst nach Redaktionsschluss bekannt.

14  Stefan Balkenhol. Sitzender Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Tuschfederzeichnung. 1990. 7,5 : 5,5 cm (14,8 : 20,9 cm). Rückseitig signiert und datiert.

Auf Velin. – Rückseitig von Künstler mit »12« bezeichnet. – Leicht fingerfleckig, wohl Atelierspuren.

20  Lothar Baumgarten. Eklipse.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Düsseldorf, Richter 1997. Mit zahlreichen meist farbigen Illustrationen. Originalbroschur.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigegebenen, großformatigen zweifarbigen Graphik. Diese und der Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. Die Graphik bezieht sich auf die Schriftinstallation »Eklipse« im Frankfurter Portikus. – Die Monographie dokumentiert die Projekte »Frankfurter Brief« (1989–1991), »Entenschlaf« (1991–1992) und »Eklipse« (1992–1993). Die Einleitung schrieb Thomas Wagner. – Der Beuys-Schüler Baumgarten (geboren 1944) lebt und arbeitet in Berlin, seit 1994 auch als Professor der dortigen Universität der Künste.

34,0 : 27,0 cm. 64, [8] Seiten. – Graphik: Auf Velin d’Arches, 75,7 : 56,0 cm.

25  Joseph Beuys. Die Wärmezeitmaschine.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farboffset auf Chromoluxkarton. 1975. 23,0 : 33,0 cm. Signiert.

Eins von 280 Exemplaren. – Andruckbogen farbiger Postkarten, darunter drei von Joseph Beuys, alle noch ohne Text. – Herausgegeben von der Edition Staeck, Heidelberg. – Innerhalb der Auflage variierende Drucke. – Dazu: Saltoarte. Offset und die Plastiktüte »So kann die Parteiendiktatur überwunden werden«, beide signiert. – Signierte Bestellkarte zu Ammann/Szeemann, Von Hodler zur Antiform. – Weitere Originalhandzettel, Broschuren und Aktionsdrucke der »Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung«. – Alle sehr gut erhalten.

Schellmann 153, vgl. auch P 18 und P 24

33  Joseph Beuys. Sonne statt Reagan.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Schallplatte mit Cover. 1982. 30,3 : 30,7 cm. Signiert. Label: Musikant.

Die Originalpressung in dem von Beuys, Backhausen und Manfred Boecker gestalteten Cover mit der gedruckten Signatur. – Als Edition der Neuen Berlinischen Galerie erschien eine Teilauflage, die Beuys auf dem Frontcover nochmals eigenhändig signierte. – Im Rahmen seines politischen Engagements in der Friedensbewegung hatte sich Beuys auch als Pop-Sänger versucht. Der Text stammte von Alain Thomè. – B-Seite: Kräfte sammeln (Instrumental).

34  Joseph Beuys – Henning Christiansen. Abschiedssymphonie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Schallplatte. 1988. Label: Edition Lebeer Hossmann & Edition Block.

Opus 177 des dänischen Komponisten basiert auf Tonmaterial des Eröffnungskonzertes zur »Biennale des Friedens« in Hamburg am 29. November 1985. Mitwirkende: Joseph Beuys, Henning Christiansen und Nam June Paik. – Das Doppelcover mit Fotos vom Konzert in der HfBK von Chris Pohlert u. a.

37  Peter Bömmels. Fünf Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1985. 39,4 : 29,4 cm (53,3 : 39,2 cm). Signiert und datiert.

I. Opferbar. – II. Kleine Entlarvungsstation. – III. Was Liebe ist. – IV. Die Verführung. – V. Die Privatverbrecher (gebrochen). – Ediert für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Auf festem Velin. – »Malen ist Sichten, das Aufscheinen der Bilder einfühlsam und wendend in die Fläche verdichten. Ich fühle mich dem Plötzlichen der Einbildungskraft verpflichtet. Alles Weitere, ihre Präzisierung als Form, ist der Kunst geschuldet.« Peter Bömmels (geboren 1951) lehrt seit 2004 an der Hochschule für Malerei und Bildende Künste, Dresden.

Griffelkunst 238 C1–5

38  Jürgen Bordanovic. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 450

Graphit, Kleister und Papiercollage. 60,8 : 25,5 cm.

Im Werk des 1944 geborenen Künstlers, der seit vielen Jahren in Hamburg lebt und arbeitet, spielt die »Innenseite des Menschen« eine zentrale Rolle. – In der vorliegenden großformatigen Arbeit erahnen wir in dem collagierten Zellstoffgebilde die Seele der angedeuteten menschlichen Figur. – Auf einem rückseitig bedruckten Umschlag einer Graphikmappe. – In Passepartout montiert.

44  James Lee Byars. The Golden Tower.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Serigraphie in Gold auf schwarzem Papier. 1974. 134,5 : 29,5 cm (192,7 : 49,8 cm).

Origineller Katalog zur Ausstellung in der Berliner Galerie Springer und zugleich Einladung zur Eröffnung. – Entwurf des Kataloges durch den Künstler, »Dieser Katalog hat seine exakte Körpergrösse«. – Auf zwei Blätter gedruckt, hier noch nicht zusammengesetzt. – Im Werk des US-amerikanischen Künstlers James Lee Byars (1932–1997) war die Farbe Gold seit Ende der 1960er Jahre ein immer wiederkehrendes Gestaltungsmotiv.

Ein winziger Randeinriss (2 mm), minimal gewellt.

46  André Cervera. Tribulations 1.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

46 Serigraphien, teils doppelblattgroß, zwei mit Übermalung und Collage. Editions Beltracchi 2003. Lose in Originalumschlag, Halblederchemise mit bemalten Deckeln und Schuber (Roland Meuter, Ascona).

Eins von 16 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 81) mit vier Originalarbeiten (Einbanddeckel bemalt, eine übermalte und eine collagierte Serigraphie). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf schwerem Velin d’Arches. – Mit Texten zu den sechs Zyklen (L’Afrique; Le Mexique; Musique; Peinture en direct; Le Moyen-age; Peep Show) von Jacques Almira. – Bereits 2001 hatte Beltracchi ein Werk über den 1962 geborenen André Cervera publiziert, der im südfranzösischen Sète lebt und arbeitet. – In der von Wolfgang Beltracchi begründete Reihe »Tribulations« erschien wohl nur diese eine Ausgabe. Möglicherweise wandte sich der Herausgeber lukrativeren Arbeitsfeldern zu.

37,5 : 27,5 cm.

47  Marc Chagall. Le fond jaune (The yellow background).

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Farblithographie. 1969. 64 : 48 cm (78 : 57 cm).

Originalgraphisches Plakat zur Ausstellung in der Galerie Maeght (Dezember 1969 – Januar 1970). – Eins von 3000 Exemplaren, gedruckt bei Mourlot.

Unterrand mit schmalem Knick und ganz kleinem Einriss.

Sorlier 57

50  Giuseppe Chiari. Il giuoco dei 10 nomi.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

A cura die Claudio Cerritelli. Bologna 1991. Mit 100 ganzseitigen Faksimiles und einigen Textabbildungen. Originalbroschur.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beiliegenden Originalstempelarbeit: »Platone · Aristotele · Agostino · Tommaso d’Aquino · Galileo · Cartesio · Leibniz · Newton · Kant · Hegel« (farbige Stempel auf Packpapier, 34 : 24 cm, signiert und nummeriert). – Während der Performance in der Galerie »N2 Nouva 2000« forderte der Künstler die Besucher auf, die von ihm gefertigte Liste mit den zehn Namen um eigene Namen und Zusätze zu ergänzen. Der Katalog dokumentiert die teils originellen »Antworten« und wird durch ein Interview mit dem Künstler eingeleitet. – Dazu: Marie-Jo Lafontaine. Babylon Babies. Edited by Bernd Barde. Stuttgart 2003. Mit zahlreichen blattgroßen farbigen Porträts. Gepolsterter Originaleinband. Eins von 1000 englischen Exemplaren, weitere 1000 in deutscher Sprache. Von der Künstlerin signiert.

34,2 : 24,7 cm. 16, [112] Seiten.

53  Karl Fred Dahmen. Aus »Suite Ibiza«.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Vier Radierungen. 1963. Ca. 50 : 39 cm. Signiert und nummeriert.

Blätter 3 und 5–7 der insgesamt acht Radierungen umfassenden Folge, die 1963 bei der Edition Rothe, Heidelberg, erschien (Auflage 20 arabisch und fünf römisch nummerierte Exemplare). – Blatt 3 und 7 bezeichnet als »Probedruck«, auf abweichendem Papier, Blatt 5 und 6 aus der römisch nummerierten Auflage (Exemplare I/V). – »Die Farbe spricht zu uns durch erlesene Grautöne, durch intensive Abstufungen von Schwarz, durch matte Oberflächen, durch opake Dichte wie durch eine Transparenz, die das Weiß des Papiers als Eigenwert bestehen läßt […]« (Alexandre Cirici-Pellicer im Geleitwort zur Mappe, zitiert nach Rothe).

Ein Blatt im rechten Rand stärker, ein weiteres leicht stockfleckig. – Blatt 1 rückseitig umlaufend mit Papierresten.

Baum 34, 36–38. – Rothe, Druckgrafik des Informel 39 c, e–g

55  Hanne Darboven. Kalenderblatt 1975

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

[I und II]. Zwei farbige Offsetdrucke. 1979. 21,7 : 30,2 cm (29,6 : 40,3 cm). Rückseitig signiert.

Halbjahreskalender mit typischen Überarbeitungen. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Griffelkunst 216 B4/5

57  Jens Dittmar. Petrifikat.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Buchobjekt (Buch, Lackfarbe, Schnur, Wachs). 25,5 : 15,3 : 5,4 cm.

Der Band mit dem fiktiven Titel des Thomas Bernhard-Forschers und -Bibliographen entzieht sich jeglicher Lektüre. Der Buchblock besteht aus Porenbeton, wie die Einbanddecke schwarz bemalt und mit Wachs überzogen wurde. Zusätzliche Gewissheit bietet die mehrfache Verschnürung.

58  Jens Dittmar. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Buchobjekt (Buch, Zinnblech). 18,0 : 12,8 : 3,5 cm.

Die einem Schuber ähnlich gearbeitete Umhüllung mit Schließe verhindert die Untersuchung oder gar Lektüre. – Das weiche Zinnblech schafft eine irritierende Formbarkeit.

59  Otto Dix. Mädchen mit Katze II (Kopf schräg).

Schätzpreis/Estimate: € 6500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 5500 ( R19 )

Farblithographie. 1956. 53,4 : 41,3 cm (65,3 : 45,0 cm). Signiert, datiert und mit »Probedruck« bezeichnet.

Auf leicht gelblichem Bütten »Van Gelder Zonen«. – Probedruck des ersten Zustandes, die hellgraue Bildbegrenzung am Oberrand ist noch geschlossen, vom Zeichnungsstein wurde in Violettbraun, heller als in den späteren Zuständen, gedruckt. – Gedruckt von Roland Ehrhardt. – Florian Karsch kannte nur ein einziges Exemplar dieses ersten Zustandes, unsigniert im Nachlass. – Mit Expertise von Florian Karsch vom 1. Februar 2013.

Am Oberrand leichte Griffknitter.

Karsch 216/ I (von III)

62  Felix Droese. Drei Holzschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1986–1993. Signiert und datiert.

I. dodenakker. Schwarz auf weißem Papier. 50,1 : 70,0 cm. Auf Karton montiert. Möller/Klein nennen nur 20 Exemplare auf schwarzem Fotokarton. – II. hemelse vrede 3.6.1989. Farbiger Holzschnitt und Siebdruck auf schwarzem Karton. 1989. 50 : 70 cm. Eins von 610 Exemplaren, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – III. Wahrlich kein schöner Tod I. Schwarz auf Papier. 1993. 61,0 : 37,0 cm. Exemplar 21/60. Handdruck des Künstlers, ediert vom Verein für Originalgraphik, Zürich.

Möller/Klein 47, 70 und 172

64  Jean Dubuffet. La botte à nique.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Collection dirigée par Albert Skira avec la collaboration de Gaëtan Picon. Genf, Albert Skira 1973. Teils farbige Heliogravüren nach Handschriften, Zeichnungen und Collagen. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -halbpergamentchemise mit goldgeprägtem Titel. Zusammen in Originalkassette mit illustriertem Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 165 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Vélin d’Arches à la cuve mit der beigelegten Farbserigraphie (»Quatres figures«) (Gesamtausgabe 1175). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Erschien als Band 21 der Reihe »Les sentiers de la création«. – Im Frühjahr 1972, während eines Aufenthalts in Vence, entstanden einige »Figures botaniques« und ein Text zur Botanik. »Es ist die Geburtsstunde des illustrierten Buches ›La botte à nique‹ (La botanique)« (Andreas Franzke, in: J. D. Künstlerbücher, München 2009, S. 55).

21,5 : 16,5 cm. [124] Seiten.

Webel 1100– 1156. – Nicht bei Monod

69  Adolf Frohner. Fünf Radierungen, davon drei farbig.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Alle signiert und nummeriert.

Kleider einer Dame. Farbradierung mit Aquatinta. 1969. 69,5 : 53,5 cm. Rückseitig betitelt und datiert. Ex. 13/100. Auf Velin. – Figurengruppe. Radierung mit Tonplatte. 66 : 50 cm. Ex. 31/150. Auf Velin «BFK Rives«. Trockenstempel »Zein-Print Vienna«. – Posierende. Radierung mit Materialdruck. 65 : 50 cm. Ex. 79/80. Auf Velin «BFK Rives«. – Vor der Toilette. Zweifarbige Radierung. 66 : 50 cm. Ex. 45/120. Auf Velin «BFK Rives«. – Figurengruppe. Farbradierung mit Aquatinta. 76 : 54 cm. Ex. 73/100. Auf Velin. Trockenstempel »Zein-Print Vienna«. Leichte Knickspuren. – Zunächst war Adolf Frohner (1934–2007) Anhänger der Wiener Aktionskunst. Nach einem Parisaufenthalt als Assistent Daniel Spoerris wandte er sich Ende der 1960er Jahre der Graphik zu. – Alle gut, meist tadellos erhalten.

72  Gilbert & George. Side by Side.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

London, Art for all und Köln/New York, Gebr. König 1972. Mit 85 ganzseitigen Abbildungen nach Fotografien und Zeichnungen. Marmorierter Originalleinenband mit schwarzgeprägten Titeln.

Erste Ausgabe. – Eins von 600 Exemplaren, das Vorwort von den beiden Künstlern signiert.

19,4 : 13,0 cm. 170 und einige ungezählte Zwischenseiten.

73  The World of Gilbert and George. – The Secret Files of Gilbert & George.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Un film de Hans-Ulrich Obrist. – Zwei VHS-Kassetten. Amsterdam, Éditions à vois 1981 bzw. Paris, Edition bdv-Artview 2000. Beide in der Originalkunststoffbox mit farbigem Cover. – Auf der VHS-Kassette bzw. der Boxrückseite von den beiden Künstlern signiert.

I. Die Originalfassung der unter Regie des Künstlerduos entstandenen Selbstdarstellung. – II. Der Film entstand für die Ausstellung »Voilà. Le monde dans la tête« im Auftrag des Musée d’Art Moderne de la Ville Paris. – Anlässlich einer Vernissage 2002 signiert. Aus dem Nachlass eines holländischen Sammlers, der zu solchen Gelegenheiten stets Kataloge u. ä. der jeweiligen Künstler mitbrachte.

Signatur von II leicht verwischt.

76  Hubertus Gojowczyk. Lesemappe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Neun Offsetdrucke. 1984. 39,8 : 34,8 cm. Alle signiert.

Exemplar 87/90. – Hubertus Gojowczyk (geboren 1943) studierte Ende des 1960er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf, u. a. bei Dieter Roth und Joseph Beuys. Seit damals erscheinen, besonders von Dieter Roths Auffassungen geprägte, Buchobjekte und Künstlerbücher. – Die »Lesemappe« spielt mit den Möglichkeiten der Textzerstörung (verfremdete Satzzeichen, Kontrastverlust, Spiegelschrift und Schwärzung). – Auf Kunstdruckkarton. – Mit dem Textkartonblatt lose in der Originalmappe. – Ediert vom Künstler, 40 Exemplare erschienen als Jahresgabe des Kunstvereins Düsseldorf.

77  Friedrich Karl Gotsch. Gebet.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Holzschnitt. 1964. 50,2 : 35,0 cm (63,8 : 49,3 cm). Signiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, mit deren Wasserzeichen.

Griffelkunst 117.15. – Kruglewsky-Anders S. 30.

80  George Grosz. Mädchenakt mit Halskette, sitzend.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000

Farbige Kreidezeichnung und Aquarell. Um 1945. 63,5 : 48,3 cm.

Über Grosz’ Malstil der späten amerikanischen Jahre hatte sich Felix Weil, mit dem Grosz seit den 1920er Jahren befreundet war, wohl Ende der 1930er Jahre abwertend geäußert. Dem linksintellektuellen Mäzen proletarischer Kunst, der mittlerweile nach Argentinien emigriert war, antwortet Georg Grosz 1941 in einem Brief: »Lieber Lix, von »Kunst« verstehst Du nichts […] Hast Du jemals eine Ahnung gehabt, was es heißt, einen Arm oder eine Schulter modellieren zu können? […] wenn ein ›Arbeeta‹ oder irgendein Dir vertrautes sozialdemokratisches Symbol dargestellt ist – ja dann verstehst Du’s und ›genehmigst‹ es – ich sage extra: genehmigst – ich muß es ein wenig schärfer sagen – damit Du endlich einmal Deine Grenzen besser erkennst. […] Mann, wie wunderbar war Van Gogh, wie herrlich Renoir, wie gewaltig Delacroix – Degas, Dich bete ich an – und den großen Ingres nicht zu vergessen – gut, für Dich sind es dumme Malersknechte. […] Ich wollte immer Maler werden. […] Wenn später der ganze Inhaltszimt vergessen sein wird, wird die Linie, die Farbe noch leben wie eine Melodie. […] Deine etwas banale sozialdemokratische und etwas veraltete Verachtung der Kunst kann ich nicht teilen – es lebe die Malerei und die großen alten Meister« (George Grosz, Briefe, Reinbek 1979, Seite 295f.) – Auf bräunlichem Bütten »MBM – Ingres d’Arches«. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel, dieser mit Werknummer »1 – 61 – 4«, und dort von fremder Hand betitelt und datiert. – Rückseitig eine Bleistiftzeichnung (Männliche Figur über Tisch gebeugt). – Nach Vermutung des jetzigen Eigentümers könnte es sich bei der Dargestellten um die Schwägerin des Künstlers handeln.

Provenienz: Ver Lazuk Gallery, Gold Spring Harbour, Maryland, USA. – Privatsammlung New York. – Privatsammlung Hamburg.

81  George Grosz. Angler.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Tuschfeder und Collage auf Postkarte. 1955. 8,7 : 13,6 cm.

Ansichtspostkarte von »Long Island – Fisherman’s Paradise«, von George Grosz zum Kunstwerk verwandelt: Die beiden fotografierten Angler stattete er mit großen Angelruten aus, eine in Form einer riesigen Schreibfeder. In die Bildmitte klebte Grosz eine kleine Vignette, wie er sie zu Dutzenden aus zerschnittenen Zeitungsanzeigen für ein Trainingsgerät gewann und in dieser Zeit mehrfach verwendete. – Alle drei Figuren sind von Grosz bezeichnet: [Carl] Zuck[mayer], George [Grosz] und Ul[rich] Becher. – Rückseitig eigenhändiger Text und adressiert von George Grosz an Ulrich Becher, Basel: »Dear old Ul: Dies um Dir und Deiner Familie ein herzliches Weihnachten zu wünschen. Nichts Neues kann ich berichten – die Staaten sind immer gleich gross […] Wir vermissen Euch hier – kommt doch mal wieder. Ich lebe immer noch hier – ziemlich einsam auch. […] Dein alter sehr alleinsama Böffel«. – Ulrich Becher und seine Ehefrau lebten von 1944 bis 1948 in New York und hatten dort George Grosz wiedergetroffen. Becher war zeitweise Grosz’ Schüler, auch seine Werke sind teils von Grosz beeinflusst, sein Roman »Das Profil« spiegelt die Freundschaft der beiden wider. – Auch Carl Zuckmayer lebte von 1938 bis 1946 in den USA. Frankiert und mit unleserlichem Poststempel (Dec 1955). – Dazu: Maschinengeschriebener Briefumschlag an Uli Becher mit Absenderstempel von Grosz, Poststempel 17. Nov. 1955.

82  Renato Guttuso. Frau Welt.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. 1971. 44,1 : 36,6 cm (65,8 : 50,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 19/80. – Auf Velin »BFK Rives«.

83  Friedemann Hahn. Maler.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Ein Aquarell und neun Radierungen, davon zwei aquarelliert. 1988. 49,0 : 38,0 cm. Signiert, datiert und mit »H.C.« bezeichnet.

Exemplar »hors commerce«, außerhalb der kleinen Auflage und wie die zehn Vorzugsexemplare mit einem Aquarell (Stillleben. 1988. 49 : 38 cm. Mit Fettkreide signiert und datiert. – Die Radierungen sind u. a. Cézanne, Kirchner, van Gogh und Monet gewidmet. – Friedemann Hahn, geboren 1949, war u. a. Meisterschüler von Karl Otto Götz an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. – Auf Zerkall-Bütten. – Die Folge enthält zwei Aquatinta- und sieben Kaltnadelradierungen, von denen zwei aquarelliert wurden. Fünf Radierungen auf chamoisfarbenem, aufgewalztem Japan. – Ediert von der manus presse, Stuttgart. – Die vollständige Folge zusammen mit dem Textdoppelblatt in der Originalleinenkassette von G. Lachenmaier, Reutlingen. – Tadellos erhalten.

84  Paul Heimbach. Alphabet.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Multiple. 1989/90. 22,5 : 31,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 12/30. – Inhalt des Mappenwerks: 26 Offsetdrucke nach einem Titelblatt des Kölner Stadt-Anzeigers, jede Variante um einen Buchstaben reduziert, diese in korrekter spiegelbildlicher Anordnung auf der jeweiligen Rückseite, so dass bei Gegenlicht der Lückentext wieder geschlossen wird. – Transparentheft mit den ausgefilterten Buchstaben. 13 Doppelblätter, fadengeheftet. – Zusammenstellung. Xerox-Kopie aus den »Filterblättern«. – Heft für 26 Buchstaben, in dem die Schriftzeichen unter veränderten Größenverhältnissen zusammentreffen. Originalbroschur. – Alles in der Originalkassette, auf deren Deckel zwei Originalseiten des Kölner Stadt-Anzeigers montiert wurden. – Paul Heimbach (1946–2013) »schuf ein umfangreiches Werk von Künstlerbüchern und Auflagenobjekten. Beginnend mit frühen experimentellen Herangehensweisen in den 1960er Jahren, entstanden in der späteren Phase mathematisch und kalendarisch geprägte Werkgruppen« (Zentrum für Künstlerpublikationen Weserburg, online).

85  Paul Heimbach. Die Farbe und nichts als die Farbe.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Multiple (Filmfolien, Tuschzeichnung, Pappe). 1998. 30,5 : 30,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 24/50 der Vorzugsausgabe mit einer signierten farbigen Tuschearbeit (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Edition verdeutlicht »Farbauszüge eines Verlaufs von schwarz nach weiß in allen Konstellationen«. Ein linearer Schwarz-Weiß-Verlauf wurde auf drei Farbfolien (Blau-Rot-Gelb) belichtet und die Kanten der Quadrate nummeriert. Durch permutierende 90°-Drehung der Folien entstanden zahlreiche Kombinationen, die in dem kleinformatigeren Buch abgedruckt wurden. – Die Originalfolien (21 : 21 cm) und die verkleinert für den Druck verwendeten liegen der Edition bei. – Als Vorzugsausgabe zudem mit einer von den Ergebnissen inspirierten Tuschearbeit (20,7 : 20,7 cm, rückseitig signiert und datiert und in Passepartout).

86  André Herteaux. Hommage à Herteaux.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Drei Farbserigraphien. 1982. 14,5 : 39,5 cm.

Exemplar VIII/IX H.C., neben der Auflage von 30. – Auf Vélin d’Arches. – André Herteaux, geboren 1898 in Paris, stellte in seiner Heimatstadt bereits in den 1920er Jahren im »Salon des Independents« aus. Während der Arbeiten an vorliegendem Spätwerk verstarb der Künstler, die Edition übernahm seine Ehefrau. – Erschienen bei Editions Fanal Bâle. – Mit einem Einleitungstext des Künstlers, einer Widmung seiner Ehefrau und einem Blatt Druckvermerk. – Sechs lose Blätter in Originalleinenmappe.

89  Karl Hofer. Aus »Zenana«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Lithographie. 1923. 25 : 19 cm (39,8 : 29,5 cm.) Signiert.

Eins von 120 Exemplaren. – Auf getöntem Bütten. – Blatt 1 der Folge, die zehn – in der Vorzugsausgabe sogar elf – Lithographien enthielt und 1923 als 41. Druck der Marées-Gesellschaft erschien. – Mit dem Trockenstempel der Gesellschaft. – Dazu sieben Fotolithographien aus dem Œuvre Karl Hofers, die als Jahresgaben der Karl Hofer Gesellschaft Berlin ausgegeben wurden (Rathenau 22, 28, 35/I, 44, 172, 173 und 182). Mit den faksimilieren Signaturen bzw. Betitelungen. Auf Hahnemühle-Bütten.

Ränder leicht gebräunt.

Rathenau 173

90  Rudolf Hoflehner. Sisyphos.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Hommage à Albert Camus. Stuttgart, manus presse 1965. Mit Farblithographien von Rudolf Hoflehner. Originalpappband im Schuber und Originalleinenmappe mit kleinem Metallrelief auf dem Vorderdeckel.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Extrasuite (Gesamtauflage 120). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin von Rives, gedruckt bei Emil Matthieu, Zürich. – Das Buch ist durchgehend farbig lithographiert, die Suite enthält die fünf doppelblattgroßen Lithographien mit extrabreitem Rand und sieben »Essayblätter« mit den schwarzen Zeichnungspartien ausgewählter Lithographien aus dem Buch. Diese im Buchformat gedruckten Lithographien wurden auf schwarze Kartonblätter im Mappenformat montiert. Alle Lithographien der Suite signiert und nummeriert. – Gebunden bei H. Wennberg, Stuttgart.

Buch: 38,3 : 28,8 cm. [32] Seiten. – Die Mappe minimal berieben, sonst tadellos.

Spindler 161.5

91  Alfred Hrdlicka. Mord und Totschlag.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung (Zinkätzung) 1968. 49,8 : 50,3 cm (71,2 : 65,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 29/95. – Auf leicht getöntem Velin. – Gedruckt von Walter Fischer, ediert von der Galerie Richard P. Hartmann, München. – Nur einige meuchelnde Personen und deren Opfer sind vor dem gnädigen Schraffur-Grau sichtbar.

Lewin 316

93  Georges Hugnet – Orfeo Tamburi. Fiori.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130 ( R7 )

5 litografie a colori e 5 poesie di Georges Hugnet. Pesaro und Mailand, Pergola – Edizioni d’arte 1970. Mit fünf signierten Farblithographien und einer lithographierten Titelvignette. Mit losen Doppelblättern in roter Originalleinenkassette und -schuber. – Mit Widmungsgedicht von Georges Hugnet..

Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 110). – Mit einem eigenhändigen Widmungsgedicht Georges Hugnets für seinen Freund und Verleger Robert Altmann, datiert 27. VI. 1971. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen des Verlages. – Jedes der fünf Gedichte in französischer Sprache auf einem Doppelblatt mit einer eingelegten Lithographie Tamburis. – Tadellos.

49,5 : 37,0 cm (Mappenformat). [28] Seiten, 5 Lithographien.

103  Horst Janssen. Spinnengruss für Bolliger.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Lithographie. 1966. 49,5 : 39,5 cm (76,3 : 64,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und gewidmet.

Exemplar 2/40. – Auf Velin. – Unter der Darstellung mit ausführlicher Widmung des Künstlers »Lieber Bolliger, ganz in Eile […] Ganz süss der Käse – + ganz lieb der Kollwitz-Katalog […] dies ein Gruss für Sie + Ihre lüsternen Freunde. Souvenir aus Hamburg mit Herz für Sie + Annemarie Ihr Janssen«. – Im Stein betitelt sowie nochmals signiert und datiert.

Gädeke 441

106  Maxim Kantor. Sitzendes Paar.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Aquatintaradierung. 1995. 59,2 : 49,5 cm (75,5 : 60,3 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 31/40. – Auf schwerem, vollrandigem Velin. – Maxim Kantor, geboren 1957 in Moskau, war in den 1980er Jahren in verschiedenen Untergrund-Ausstellungen in Moskau vertreten. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er auch als Schriftsteller tätig, 1997 repräsentierte er Russland auf der Biennale in Venedig. 2016/17 realisierte Kantor zwei große Wandgemälde im Auswärtigen Amt in Berlin.

108  Allan Kaprow. Assemblage, Environments & Happenings.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

With a Selection of Scenarios by: 9 Japanese of the Gutai Group, Jean-Jacques Lebel, Wolf Vostell, George Brecht, Kenneth Dewey, Milan Knízák, Allan Kaprow. New York, Harry N. Abrams [1966]. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen. Originalsackleinenband mit farbig geprägten Titeln.

Wichtiges Dokument der Happening-Bewegung, enthält auch Beiträge zu Jim Dine, Claes Oldenburg, Jackson Pollock, Robert Rauschenberg u. a. – Die zahlreichen Fotoabbildungen entstanden anlässlich berühmter Happenings der frühen 1960er Jahre. – Der Textteil wurde auf Packpapier gedruckt.

31 : 31 cm. 341, [3] Seiten. – Sackleinen etwas lichtrandig.

111  Ernst Ludwig Kirchner. Tanz.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 450

Holzschnitt. 1910/1975. 10,7 : 16,6 cm (26,0 : 33,0 cm). Im Stock monogrammiert.

Eins von etwa 100 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Abdruck vom Originalstock aus dem Nachlass des Künstlers, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Der Holzschnitt entstand nach einem Gemälde von Max Pechstein für den Katalog der Brücke-Ausstellung 1910 in der Dresdner Galerie Arnold. Nur in diesem ersten finden sich Holzschnitte von Brücke-Künstlern nach Arbeiten anderer Mitglieder der Künstlergruppe. – Rückseitig mit dem (geschickt platzierten) Editionsstempel. – Tadellos.

Gercken VII, A-56. – Vgl. Dube 724 und Söhn, HDOG 607–13

112  Ronald Brooks Kitaj. Erich Mendelsohn.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1970. 53,0 : 53,0 cm. Signiert.

Exemplar 57/100. – Auf blaugrünem Velin. – Rückseitig bezeichnet mit »Jahresgabe Kestner-Gesellschaft Hannover« und dem Namen des Künstlers. – Tadellos.

Kinsman 39

113  Konrad Klapheck. Wasserhahn (Die Selbstsichere).

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Radierung. 1976. 16,1 : 12,2 cm (30,0 : 19,8 cm). Signiert.

Eins von 380 Exemplaren auf Velin. – Der fünfte von acht Zuständen, mit den Schattenzonen. – Ediert als Neujahrsgruß der Galerie Beyeler, Basel. – Tadellos erhalten.

Zwirner/Klapheck 17 B (von C)

114  Jürgen Klauke. Tageszeichnungen 1973/74.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

52 Radierungen und Heliogravüren. 38,2 : 30,8 cm. [Köln], Elsass-Express [1975]. Originalbroschur mit Radierung auf dem Vorderdeckel.

Exemplar 18/60, wobei die Auflage durch Abnutzung der Druckplatten nach Aussage des Verlegers nicht erreicht wurde. – Die erotographischen Aufzeichnungen des Kölner »BodyArt«-Künstlers und Fotografen wurden durchgehend als Radierung oder Heliogravüre reproduziert, von letzteren meist mehrere auf einem Blatt. – Unter der Widmungsradierung »für Melg« mit dem Auflagenvermerk vom Künstler signiert, betitelt, datiert und nummeriert. – Sehr gut erhaltenes Exemplar der selten gewordenen Edition.

115  Jürgen Klauke. Tageszeichnungen 1973/74.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

[Köln], Elsass-Express [1975]. 52 Blätter mit Radierungen und Heliogravüren. Originalbroschur mit Radierung auf dem Vorderdeckel.

Exemplar 9/60, wobei die Auflage nach Aussage des Verlegers wegen der Abnutzung der Druckplatten nicht erreicht wurde. – Die erotographischen Aufzeichnungen des Kölner »BodyArt«-Künstlers und Fotografen wurden durchgehend als Radierung oder Heliogravüre reproduziert, von letzteren meist mehrere auf einem Blatt. – Unter der Widmungsradierung »für Melg« mit dem nummerierten Auflagenvermerk vom Künstler signiert, betitelt und datiert. – Dazu: Fag-Hag. Tageszeichnungen 1974. Mit einem Vorwort von Werner Lippert. Frankfurt, Galerie AK 1976. Mit zahlreichen ganzseitigen Illustrationen. Originalbroschur. Mit einer Widmungszeichnung und einer beigelegten Radierung, beide signiert, datiert und betitelt. – Sekunden. Tageszeichnungen 1975/76. Wiesbaden 1978. Originalleinenband. Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Polaroidfotografie, montiert auf das Vorsatzblatt. Auf dem Titel signiert und nummeriert.

38,2 : 30,8 cm. – Einbandränder und Rücken etwas geknickt. – Die Ecken minimal gestaucht.

116  Harald Klingelhöller. Einmal, wiederholt.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Sechs Offsetdrucke. 1997. 48,0 : 68,0 cm. Signiert, nummeriert und bezeichnet.

Vollständige Folge der Serie. – Sechs Offsetdrucke im Duplexverfahren, zusammen in Originalumschlag. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Harald Klingelhöller (geboren 1954) nutzt Buchstaben, Worte und Sätze als bildhauerisches Material. Dabei verwendet er Materialien, deren Palette vom Papier bis zum Stahl, vom Karton bis zum Gips reicht. Seine Skulpturen können als Verräumlichung bestimmter Eigenschaften der Sprache verstanden werden, wie beispielsweise des Gebrauchs der Metapher, der Intonation oder der Aussprache.

Griffelkunst 288 B1–6

119  Gustav Kluge. Feuerwächter Kopf.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Farbholzdruck auf lasierter Leinwand. 1991. 70,0 : 54,0 cm. Rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Wohl Unikat, entstanden unter Verwendung eines Teils der Holzstöcke für »Feuerwächter«. Diese lebensgroße Figur druckte Kluge 1987/88 in verschiedenen Varianten von zwei bis drei Platten auf Papier. – Vorliegende Variante nicht bei Günther Gercken verzeichnet, gedruckt in Rot und Schwarz auf geweißte und blau lasierte Leinwand. – Auf Keilrahmen gespannt und rückseitig mit roter Farbe beschriftet. – In zeitlichem und gestalterisch-technischem Zusammenhang entstand die Folge »Lösegeld«, ein Zyklus von sieben Farbholzdrucken ähnlichen Formats auf Leinwand (Gercken 121ff.).

Vgl. Gercken 91

121  Jiri Kolar. Without »Grande Arche de la Defense«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Collage (Offsetdrucke, Leim). 1990. 14,8 : 10,3 cm. Signiert und datiert.

Jiri Kolar verwendet eine Ansichtskarte mit Blick auf das markante Gebäude, welches er aber aus der Karte schnitt. Die quadratische Öffnung erlaubt nun wahlweise den Durchblick auf eine Reiterszene aus einer persischen Handschrift (eine rückseitig angeklebte zweite Postkarte) oder einen Renaissanceturm (lose eingelegter Ausschnitt aus einer Farbabbildung). – Rückseitig signiert, datiert und mit »P.« bezeichnet. – Gerahmt.

124  Fernand Léger. Femmes et enfants a l’accordeon.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Farbserigraphie nach einer Gouache von 1950/51. 1954. 45,0 : 34,0 cm (56,0 : 38,0 cm).

Exemplar 538/1000. – Auf Velin d’Arches. – Aus dem Mappenwerk mit zehn Serigraphien nach Gouachen, gedruckt von Jean Bruller, Paris. Mit dem Trockenstempel »Sérigraphie F. Leger« und dem Monogramm des Druckers.

Saphire E 11

125  Kaspar-Thomas Lenk. Nachbilder zu Mahler.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Theodor W. Adorno: Epilegomena. Stuttgart 1962. Mit fünf monogrammierten Radierungen von Kaspar-Thomas Lenk. Originalleinenband mit bedrucktem Cellophanumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 90 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Adorno und Lenk signiert. – Handpressendruck von Klaus Burkhardt in Zusammenarbeit mit der Galerie Müller, Stuttgart. – Als Blockbuch gebunden.

23,5 : 22,0 cm. [28] Seiten, 5 Radierungen.

Spindler 121.43

126  Silke Leverkühne. Hügellandschaft. – 9 Hügel. – Steinstufen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

– Drei Farblithographien. 1994/95. 42,0 : 59,0 cm. Signiert und datiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Silke Leverkühne (geboren 1953) gehörte 1984 zu den Künstlern der Ausstellung »Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf«. Sie lebt und arbeitet heute in Düsseldorf.

Griffelkunst 277 B1, 2 und 6

131  Aristide Maillol. Baigneuse accroupie.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Bleistift. Ca. 1930. 28,5 : 19,5 cm. Monogrammiert.

Schöne mit Schraffuren bildnerisch angelegte Zeichnung einer sich ins Wasser beugenden Frau. – Auf bläulichem Papier, aufgelegt auf zwei Kartonblätter. – Mit Echtheitsbestätigung von Olivier Lorquin vom 5. September 2018.

133  XXe Siècle.

Schätzpreis/Estimate: € 12000

Ausrufpreis/Starting bid: € 8000

Chronique du jour. No. 1[–]5/6. – Nouvelle série, No. 1[–]58. – [14 Bände] Hommage a […] – Direction: Gualtieri di San Lazzaro [ab No. 44 Alain Jouffroy, Pierre Volboudt und Gilbert Lascault] Paris 1938–1939 und 1951–1984. Mit etwa 180 Originalgraphiken und Pochoirs sowie Tafeln und Abbildungen. 29 Originalbroschuren, 34 Originalpappbände, 16 Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Vollständige und tadellos erhaltene Reihe der sicher bedeutendsten französischen Kunstzeitschrift des 20. Jahrhunderts. Mit Beiträgen in Wort und Bild über Künstler, Stilrichtungen, Ausstellungen und den Kunstmarkt der gesamten Moderne. – Jedes Heft mit mehreren Originalgraphiken, zunächst Holzschnitte, Lithographien und Gravüren, später meist Lithographien und Pochoirs. – Mit den besonders gesuchten Heften der ersten Serie (Auflage je 1200 Exemplare): Heft 1 mit Bericht über die »Exposition du Surréalisme«, Paris 1938. – Heft 2: Man Ray. – Heft 3: Sechs Holzschnitte von Kandinsky, davon drei farbig (Bogenschütze, Zwei Reiter vor Rot, Orientalisches, Reiterweg, Motiv aus Improvisation 25, Schwarzer Fleck). – Heft 4: Acht Originalgraphiken von Matisse, Laurens, Miró, Arp, Magnelli, Chirico, Zadkine und Hélion, zwei Lithographien von Duchamp und Max Bill. – Heft 5/6: Originalgraphiken von Severini, Max Ernst, W. Power, Marcoussis und der zweifarbige »Holzschnitt pour ›XXe siècle‹« von Kandinsky. – Die nach Kriegsende begonnene »Nouvelle série« mit jeweils zwei oder mehr Lithographien oder Pochoirs, unter anderem von Joan Miro, Marc Chagall, Henri Matisse, Giorgio De Chirico, Hans Arp, Henri Laurens, Marcel Duchamp, Wassily Kandinsky, Max Ernst, Marino Marini, Fernand Leger, Jacques Villon, Georges Braque, Jean Dubuffet, Sonia Delaunay, Alberto Giacometti, Pierre Soulages, Jean Fautrier (wurde nur beigelegt und fehlt deshalb oft), Viera da Silva, Henry Moore, René Magritte, Victor Brauner, Man Ray und Renato Guttuso. – Zu den Autoren gehörten, neben San Lazzarro, Herbert Read, Willi Grohmann, Carola Giedion-Welcker, Jean Cassou, Michel Seuphor, André Breton, André Pieyre de Mandiargues und zahlreiche weitere. – Parallel zur Zeitschrift als »Numéro spécial« bzw. als deren Nummern 57 und 58 erschienen die Hommage-Bände zu Moore, Picasso, Matisse, Chagall, Leger, Max Ernst, Tanning, Calder, Marini, Kandinsky, Esteve, Miro, Rouault, Lindner, Guttuso und Manzú (hier vollständig vorhanden) sowie die beiden Bände »Chagall Monumental« und »Chagall in Jerusalem«.

31,5 : 24,5 cm. – Alle mit Pergaminumschlag geschützt. – Auflistung der Originalgraphiken auf Anfrage.

143  Ollo. – Ollo 2.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Rivista senza messaggio. Diretta da Alessandro Mendini (e Alessandro Guerriero) Mailand 1988 und 1990. 101 farbige bzw. 80 Tafeln. Mit einer Falttafel bzw. einem Inhaltsverzeichnis lose in illustrierten Originalschubern.

Wohl die beiden einzigen Ausgaben, herausgegeben von dem Designer und Architekten Alessandro Mendini in dessen Edition Alchimia, einem der wichtigsten Zentren des italienischen Post-Avantgarde-Designs. – Jeweils ein Exemplar einer nicht bezeichneten Luxusedition mit beigelegtem Multiple: Anselmo Dionisio-Kravatte zu Ausgabe 1 und Swatch-Armbanduhr mit stilisiertem Gesicht als Zifferblatt, rückseitig graviert »Museo Alchimia« zu Ausgabe 2. – Ausgabe 1 dokumentiert Fotografien und Kunstwerke italienischer Künstler. Mit der Falttafel »Mappa de design«. – Ausgabe 2 mit Porträts von Daniel Libeskind, Bruno Munari, Alessi und vielen anderen, vorwiegend italienischen Designern und Architekten, nach Fotografien von Occhiomagico (Giancarlo Maiocchi) und anderen Fotografen.

33,0 : 24,0 cm.

144  Mother Goose Collection.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Sechs Farbserigraphien. 1990. 68,5 : 52,0 cm. Alle signiert und nummeriert.

Exemplar 26/300. – Vollständiges Mappenwerk mit der Titelserigraphie von Maurice Sendak und je eine weitere von Chris van Allsburg, Barry Moser, Seymour Chwast, Daniel Pelavin und Guy Billout zu verschiedenen Mother Goose-Strophen. – Die Serigraphien auf Velin »BFK Rives«, jede signiert und nummeriert, jede in einem Transparent-Doppelblatt mit Titelvignette. – Zusammen mit einem Textblatt mit den Kurzbiographien der Künstler in der Originalkassette, auf deren Innendeckel die Texte und der Editionsvermerk. – Ediert von Serigrafia Ltd., New York City, die Serigraphien mit deren Trockenstempel.

Die Kassette leicht bestoßen, Rücken überklebt. Die Serigraphien tadellos.

150  Franz Marc. Exlibris Franz Marc.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Lithographie. 1904. 7,1 : 7,2 cm (10,0 : 9,2 cm).

Frühe graphische Arbeit Marcs, noch ganz gegenständlich und dem Jugendstil verhaftet. – Sicher das schönste unter den Exlibris’ des Künstlers. – Auf weißem Papier, nur in Schwarz gedruckt. – Rückseitig Monogramm- oder Druckerstempel »SH« (?). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt, wo Marc zumindest dieses (und das folgende) Exlibris drucken ließ. – Tadellos.

Hoberg/Jansen 49. – Gutenberg-Katalog 7025

151  Marino Marini. Bildnis Thomas Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Farbige Lithographie. 1955. 33,5 : 26,5 cm (55 : 45 cm). Signiert.

Wohl eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamt 220). – Auf Velin d’Arches. – Entstanden im Todesjahr des Dichters und ediert von seinem Hausverlag S. Fischer. – Gedruckt bei Wolfensberger, Zürich.

Papier etwas gebräunt. Rückseitig umlaufend Montierungsreste.

Guastalla 107

155  Joan Miró. Céramiques.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Farblithographie. 1974. 42 : 62 cm (55,0 : 76,5 cm). Im Stein signiert.

Auflage in unbestimmter Höhe, gedruckt bei Arte Adrien Maeght, Paris, auf chamoisfarbenem Velin d’Arches mit dem Wasserzeichen »MAEGHT«.

Etwas angestaubt.

Mourlot 928

158  Johann Georg Müller. Mädchenakt bei der Toilette.

Schätzpreis/Estimate: € 6000 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 5200 ( R19 )

Aquarellierte Tuschzeichnung. Um 1950. 45,5 : 30,0 cm. Monogrammiert.

Auf Japan. – Die schöne und trotz der unbeweglich Dargestellten dynamisch und bildhafte Zeichnung erhält durch die unterschiedlich stark ausgeführten Schraffuren, die teils auch mit Bleistift in die nasse Aquarellfarbe eingezeichnet wurden, eine fast druckgraphische Komponente. – Ursprünglich studierte Johann Georg Müller (1913–1986) Bauingenieurwesen. Erst in den 1930er Jahren schulte er sich künstlerisch als Autodidakt, begann zu zeichnen und ließ sich als freischaffender Künstler nieder. Unter den Nationalsozialisten wurde ihm jedoch Ausstellungsverbot erteilt. Nach Kriegsende wandte er sich der Malerei zu. – Rückseitig: Stehender weiblicher Akt. Farblithographie?.

159  Christa Näher. Schacht.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Stuttgart, Edition Cantz 1991. Mit zahlreichen, meist farbigen und ganzseitigen, Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -schuber.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Zeichnung der Künstlerin (24,4 : 15,5 cm), signiert und datiert, lose in Passepartoutmappe. – Die Edition erschien anlässlich der Ausstellung in der Galerie der Stadt Stuttgart. Neben dem Werkteil enthält der Band drei Beiträge von Johann-Karl Schmidt, Ursula Zeller und Wolfgang Winkler sowie einen bio-bibliographischen Anhang. – Von 1987 bis 2014 hatte Christa Näher eine Professur an der Frankfurter Städelschule inne, ein Jahr nach der vorliegenden Publikation stellte sie auf der Documenta IX aus. – Makellos.

27,5 : 21,5 cm. 170, [2] Seiten.

163  Marcel Odenbach. Interieur.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Multiple. Zwei Zeichnungen (Rot- bzw. Bleistift), eine über Strichätzung. 2008. 22,8 : 29,0 cm. Rückseitig signiert.

Exemplar 18/20. – Die Bleistiftzeichnung dient als ausschnitthafte Überzeichnung einer Bildmontage mit mehreren Aktmodellen, die sich auf Betten und Canapés räkeln. – Auf einem angefalzten Transparentpapier wurde die Zeichnung mit Rotstift wiederholt. – Auf dem Kartonblatt rückseitig signiert und nummeriert sowie mit dem datierten Stempel des Künstlers, dieser auf dem Büttenumschlag wiederholt. – In der Originalmappe. – Der Videokünstler Marcel Odenbach (geboren 1953) lebt und arbeitet in Köln.

165  C. O. Paeffgen. Eine Aktion.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

Multiple (Garnrolle, Zinkdraht) und elf montierte Originalfotografien. 1975. 20,8 : 14,7 cm. Signiert.

Exemplar 13/55. – »Aktion bei der industriell auf ein Pappröllchen aufgespulte Nähseide von C. O. Paeffgen manuell mit verzinktem Draht umwickelt wird« (Titelseite). – Die vom Wolfgang Hake Verlag edierte kleine Buchauflage enthält eine entsprechend bearbeitete Garnrolle, montiert auf eine signierte Papptafel und eingelegt in das Buch mit ca. 100 Blättern mit kreisförmigen Ausstanzungen. Auf den vorhergehenden Blättern sind elf Fotografien (12,5 : 9,0 cm) von ähnlich bearbeiteten Garnrollen montiert. – Gebunden in den weißen, schwarz bedruckten Originalumschlag.

Slg. Schnepel P 1-02

167  Max Pechstein. Entsagung.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2700

Lithographie. 1908. 40,7 : 33,7 cm (54,5 : 37,3 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Prachtvoller Handabdruck auf starkem Japanpapier. – Oberhalb der Darstellung signiert und betitelt. – Ehemals Sammlung Joachim (Jim) Mersmann, Wiesbaden, seitdem in dritter Generation in Familienbesitz.

Ränder unregelmäßig beschnitten. Untere Ecken sorgsam geglättet.

Krüger L 27

169  Max Pechstein. Barmherziger Samariter.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Lithographie. 1912. 43,5 : 32,5 cm (54,0 : 41,0 cm). Im Stein monogrammiert, unten rechts »Samariter« betitelt.

Auf glattem, leicht getöntem Papier.

Minimal gebräunt. Ränder mit Farbflecken (Atelierspuren).

Krüger L 155

173  A. R. Penck. Welt des Adlers.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

466 Zeichnungen. Berlin, Rainer 1984. Mit 466 Faksimiletafeln. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -schuber.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Zeichnungen vom Künstler paginiert bis 472, einige Nummern wurde übersprungen (oder in Selbstzensur ausgesondert).

28,5 : 21,5 cm. [6 und 466] Seiten. – Schutzumschlag mit kleiner Fehlstelle, sonst tadellos.

175  Antoin Pevsner. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Farbige Serigraphie auf braunem Grund. 1961. 29,4 : 22,3 cm. Signiert, rückseitig nummeriert.

Exemplar 29/150. – Auf Velin. – Abstraktes Lineament auf braun getupftem Hintergrund. – Anton Abramowitsch Pewsner (später Antoine Pevsner, 1884–1962) wurde in Weißrussland geboren. Als früher Vertreter des Konstruktivismus lernte er 1913 in Paris Modigliani und Archipenko kennen. 1931 war er dort zusammen mit seinem Bruder Naum Gabo und neben Doesburg, Herbin u. a. in der Ausstellung »Abstraction–Création« vertreten. – Tadellos.

176  Pablo Picasso. Femme nue devant une Statue.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000

Radierung. 1931. 31,2 : 22,1 cm (44,5 : 33,5 cm). Signiert.

Blatt 6 aus der »Suite Vollard«. – Eins von 250 Exemplaren auf »petite papier vergé de Montval« mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Der Verleger und Kunsthändler Ambroise Vollard gab bei Picasso eine Folge von einhundert Graphiken in Auftrag, die das Thema von Künstler, Modell und Skulptur oder den Minotaurus-Mythos variieren. Die Graphikfolge entstand in den Jahren 1930 bis 1937 und wurde nach ihrem Auftraggeber benannt.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Verso Montierungsreste.

Bloch 139

177  Pablo Picasso. Jeu de ballon sur une plage.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R19 )

Farbiger Linolschnitt. 1957. 8,0 : 13,0 cm (23,8 : 15,8 cm, gefaltet).

Eins von 200 Exemplaren auf »papier vergé«. – Auf gefaltetem Doppelblatt, Umschlag von »Dans l’argile de Picasso«, Poèmes de Henri-Dante Alberti. Vallauris 1957.

Aus Goeppert/Cramer 89. – Bloch 1273

184  Sigmar Polke. Eine Bildgeschichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Offset nach Fotografien. 1972. 40,0 : 28,0 cm.

Ungefaltetes Künstlerexemplar, so selten. – Erschienen in einer Auflage von 1.000 Exemplaren als gefaltete Beilage zu »interfunktionen 9«. – Verso Text von Achim Duchow »Saturn fällt auf die Erde und das Licht geht aus«.

Obere Ecken geknickt.

Becker/van der Osten 23

194  Albert Christoph Reck. 18 Aquarelle, Tusch- und Kreidezeichnungen, alle als Briefkarten.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

1982–1996. Ca. 14 : 10 bis 18 : 13 cm. Alle signiert, datiert und rückseitig beschriftet.

Alle an den Kunstkritiker, Sammler und Journalisten Hans Henseleit, Feuilletonchef der Kieler Nachrichten, mit dem der Maler und Graphiker befreundet war. – Meist Klappkarten, die Originalzeichnung auf der Vorderseite, innen und rückseitig beschrieben. – Albert Christoph Reck (geboren 1922) studierte nach Kriegsende in Hamburg bei Alfred Mahlau, später in England, Frankreich und Italien. Er lebte und arbeitete viele Jahre in Südafrika bevor er 2003 wieder nach Deutschland zurückkehrte. – Beigaben (Fotos, 2 Holzschnitte).

198  Imre Reiner. An die Stille.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Aquarell und Tusche. 1967. 40,2 : 29,2 cm. Signiert und datiert.

Rückseitig betitelt »An die Stille (Stille – Lehrst uns glauben, hoffen, lieben«, mit »Sassa, 17.-18. IV. 67« datiert, nochmals signiert und mit der Werknummer »1521« bezeichnet. – Auf dem Unterlagekarton nochmals betitelt.

200  Christian Rohlfs. Pfannkuchenfräuken.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Linolschnitt. Um 1920. 17,3 : 10,7 cm (22,3 : 15,5 cm). Signiert.

Handdruck des Künstler, durch individuelle Einfärbung der Linolplatte als Monotypie gedruckt. – In Schwarz auf Japanbütten.

Vogt 112. – Utermann 166

201  James Rosenquist. Aspen Easter Jazz.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1967. 63,0 : 63,0 cm (66,3 : 66,3 cm).

Unsigniertes Exemplar neben der Auflage von 300. – Auf weißem Karton. – Verwendet als Plakat für das Jazz Festival. – Kleine Nadellöcher in den weißen Ecken.

202  Dieter Roth. Komposition I.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Kaltnadelradierung. 1977/1992. 29,5 : 22,5 cm (56,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Auf Velin »CMF« von Fabriano. – Laut Stempel »eines von 830«. – 1991 überarbeitete Dieter Roth die 1977 entstandenen fünf Radierungen (Komposition 1–5) ein letztes Mal. Der jeweils dritte Zustand erschien 1991/92 bei der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg (263 C1–C5).

Dobke 484 (vgl. 438 und 444). – Griffelkunst 263 C 1

204  Dieter Roth. Poeterei.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

Doppelnummer 3/4 der Halbjahresschrift für Poesie und Poetrie. Herausgegeben von Dieter Roth und Rudolf Rieser. Stuttgart, Hansjörg Mayer 1968[–72]. Mit einer Collage, einer Zeichnung, beide signiert, und einem beigelegten »Original-Hammel«. Originallederbroschur.

Eins von 230 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Dieter Roth signiert und datiert »68«. – Nummer 3 mit einem »Originalrhein« (Collage aus einer Bildpostkarte, die durch Ausschnitte auf den Rheinwasserspiegel reduziert wurde, monogrammiert und datiert »D. R. 68«). – Nummer 4 mit einer blattgroßen Originalzeichnung, betitelt »Hammel« und signiert »Dieter Roth 72« sowie einem eingelegten Käsestück. – Mit dieser Doppelnummer wurde die Zeitschrift abgeschlossen, die 1969 erschienene Nummer 5 enthielt nur Auszüge aus 1 und 2 und erschien als Band 15 der »Gesammelten Werke«. – Nummer 3 auf starkem Karton, Nummer 4 als Blockbuch gedruckt. – Der Hinweis im Druckvermerk auf den Einband aus »Zickel-Embryohaut« vom Künstler gestrichen. – Sehr schönes Exemplar.

24,8 : 14,2 cm. [24], [44] Seiten. – Das Leder minimal abgegriffen.

Dobke, Bücher F 5. – Spindler 28.53

209  Dieter Roth. Bats.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

130 (136) zweihändige Schnellzeichnungen. Berlin, Rainer, und Binningen, Roth 1981. Mit einer doppelblattgroßen signierten Bleistiftzeichnung und 130 Bildtafeln. Gelbe illustrierte Originalbroschur.

Eins von 300 Exemplaren. – Mit der signierten, datierten und betitelten zweihändigen Bleistiftzeichnung auf der letzten Doppelseite.

28,5 : 29,0 cm. [138] Seiten. – Umschlagrücken etwas verblasst.

Dobke Bücher G 6

218  Salomé [Wolfgang Ludwig Cihlarz]. Götterdämmerung.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R19 )

20 Farbalugraphien. 1984. 28,8 : 38,0 cm. Im Druckvermerk signiert.

Exemplar 22/180 der Ausgabe B (Gesamtauflage 200), im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Büttenkarton. – Ediert von der Berliner Raab Galerie. – Mit fünf Textbeilagen (Titel, Inhalt, Druckvermerk, Gedichte von Baudelaire und Mallarmé) lose in der weiße Originalmappe aus Samtpapier, Vorderdeckel mit Goldprägung. – Wolfgang Cihlarz (geboren 1954), seit 1973 unter dem Pseudonym »Salomé« künstlerisch tätig, gehörte 1977 zu den Mitbegründern der Berliner »Galerie am Moritzplatz«, die für die Berliner Wilden zum künstlerischen Zentrum wurde. Zu der farbenfreudigen »Götterdämmerung« wurde Salomé durch das mittelalterliche Nibelungenlied und Wagners »Ring der Nibelungen« inspiriert.

219  Armin Sandig. Profil.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Aquarell und Tempera über Bleistift und Tusche. 1987/89. 64,3 : 49,8 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Schöne, großformatige Zeichnung mit durchaus bildhafter Wirkung. – Auf Velin »BFK Rives«. – Am Unterrand datiert »89 . VIIII . 87«. – Armin Sandig (1929–2015) lebte seit 1951 in seiner Wahlheimat Hamburg und war seit 1972 Mitglied, 1980–2011 Präsident der hiesigen Freien Akademie der Künste. – Gerahmt.

221  Carolee Schneemann. Ice Naked Skating.

Schätzpreis/Estimate: € 4500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000 ( R19 )

Sechs Serigraphien. 1988. 46,5 : 59,0 cm (100 : 70 cm), Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 21/60. – Ediert von F. Conz, Verona. – 1972 fotografierte Anthony McCall – als eine seiner ersten Fotoaktionen – die fast nackte Aktionskünstlerin bei einer Eislauf-Performance. Für die nach den Fotos gedruckten Serigraphien überarbeitete Schneemann die Vorlagen. – Gedruckt in Violett auf schweres Bütten. – Als Titelblatt eine siebte Serigraphie nach der Handschrift der Künstlerin, diese ebenfalls signiert und nummeriert. – Jede Serigraphie lose in einem typographisch betitelten Doppelblatt. Alles in der Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild. – Carolee Schneemann (geboren 1939) provozierte in den 1960er Jahren die amerikanische und internationale Kunstwelt mit ihren körperbetonten Performances. Auf der Biennale in Venedig erhielt sie 2017 – ein halbes Leben später – einen »Goldenen Löwen« für ihr Lebenswerk.

227  Josef Maria Schröder. Porträt einer jungen Frau mit rotem Pullover.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 350 ( R19 )

Mehrfarbige Kugelschreiberzeichnung über Bleistift. Nach 1950. 22,1 : 35,7 cm (32,5 : 46,0 cm). Monogrammiert.

Auf gelblichem Karton. – Aus dem erst vor kurzer Zeit entdeckten Spätwerk des Künstlers. – »Der deutsche Maler Josef Maria Schröder [1886–1965] ist ein bis heute ganz unbekannt gebliebener Künstler. Bis 1913 war er als Bankkaufmann in Düsseldorf tätig und fasste dann den mutigen Entschluss, sich ganz der Kunst zu widmen. Lehrjahren im gesellschaftlich und künstlerisch äußerst lebendigen Berlin (bei Eugen Spiro, 1874–1972) folgten die ersten erfolgreichen Schritte als Maler mit einigen Ausstellungen und dem Preis der Max Liebermann Stiftung. […] Zeitweiliges Ausstellungsverbot, weggebrochene Aufträge, Geldnot und generell mangelnde Unterstützung im Kulturleben machen ihn zu einem Vertreter der ›Verschollenen Generation‹. Sein malerisches und zeichnerisches Werk umfasst vor allem Porträts, Landschaften und abstrakte Arbeiten. Es kulminiert in einem bedeutenden Spätwerk, das er ab 1950 in der von ihm entwickelten Kugelschreibertechnik schuf. In diesem Spätwerk integriert Josef Maria Schröder verschiedenste von ihm aufgenommene Richtungen der Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu beeindruckend leuchtenden surrealistisch-konstruktivistisch abstrakten Kompositionen von grossem Formenreichtum und Farbreiz, die dann in weiteren Werken zum Bildhintergrund werden für ganz besonders eindringliche und hochstilisierte Porträts. Bis zum Tod der Tochter Cecilie im Frühjahr 2008 lagen die Werke im Speicher ihrer Wohnung und wurden weder je ausgestellt noch verkauft.« (Ankündigungstext der Edition Patrick Frey zur 2017 erschienenen Monographie von Christoph Kappeler).

228  Bernard Schultze und Karin Szekessy. Porträt Bernard Schultze.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Drei Radierungen und eine Serigraphie von Bernhard Schultze, drei Fotoserigraphien von Karin Szekessy. 1966. 65,8 : 51,2 cm (Mappe). Alle signiert, teils datiert und nummeriert.

Exemplar 8/60. – Die vollständige Mappe 6 der von Dieter Brusberg, Hannover, edierten »Porträt«-Reihe. – Enthält drei Radierungen von Schultze auf Bütten (51,2 : 49,7 cm, auf farbige Kartonblätter montiert), eine zweifarbige Serigraphie nach Handschrift und Zeichnung Schultzes und drei zweifarbige Serigraphien nach Fotografien von Karin Szekessy, jeweils von beiden Künstlern signiert. – Die kolorierte Radierung von Schultze datiert »67«, die beiden unkolorierten nummeriert. – Mit dem Titelblatt lose in der Originalhalbleinenmappe mit einer in Schwarz wiederholten Serigraphie auf dem Vorderdeckel. – Tadellos erhalten.

Heuer 87–89

229  Bernard Schultze. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Farbige Radierung. 1988. 106 : 78 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 11/13. – Auf Hahnemühle Kupferdruckbütten. – Die attraktive großformatige Radierung wurde von Peter Spiegel, Homburg, gedruckt und ediert vom Graphischen Kabinett Wolfgang Rothe, Frankfurt. – Erwartungsgemäß selten.

Heuer 210

231  Emil Schumacher. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. 1967. 35,3 : 26,7 cm (53,4 : 38,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 90/300. – Auf Velin.

Oberrand mit zwei Schabstellen von unprofessioneller Anheftung.

234  Gerdt Marian Siewert. Im Gedankenpark der Gekreuzigten.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Öl auf Karton. 1969. 39,3 : 49,6 cm. Monogrammiert und datiert.

Gerdt Marian Siewert (1920–1992) studierte Anfang der 1950er Jahre an der Westberliner HfBK und arbeitete dann in Ostberlin als Bühnen- und Pressefotograf. Nach seiner Flucht nach Westberlin war er noch kurze Zeit als Bildjournalist tätig, bevor er sich, inzwischen in Hamburg lebend, der Malerei zuwandte. Siewert orientierte sich an Giorgio di Chirico und Arbeiten anderer magisch-realistischer Surrealisten. »Traum- und albtraumhafte Landschaften gestaltete er zu Endzeitszenarien, Stadtsilhouetten zu Ruinen, Städte zu Ameisenhaufen, Personen zu Objekten« (Harald Budde, 1984).

236  Emilio Stanzani. Vier abstrakte Zeichnungen,

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

drei mit farbigen Kreiden, eine mit farbigen Tuschen. 1970–1972. Ca. 10 : 15 cm. Monogrammiert bzw. signiert, teils mit Widmungen bezeichnet.

An Hans Henseleit, Feuilletonchef der Kieler Nachrichten. – Schöne kleinformatige abstrakte Arbeiten des vorwiegend in der Schweiz tätigen Künstlers (1906-1977). – »Sein Spätwerk zeichnet sich durch polychrome Abstraktion, beeinflusst durch Strömungen des Tachismus und durch den befreundeten Francis Bott, aus« (http://www.hls-dhs-dss.ch). – Zwei recto, zwei verso mit Grüßen und kurzen Nachrichten an den Empfänger. – Dazu: Maschinengeschriebene Kunstpostkarte.

237  Jens Stittgen. Figurenpaar.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Tempera und Aquarell. 1988. 72,0 : 61,3 cm. Rückseitig signiert und datiert.

Auf Japanbütten. – Jahresgabe der Overbeck-Gesellschaft Lübeck 1990, u. a. diese und drei weitere Zeichnungen Stittgens. – Jens Stittgen (geboren 1956) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Er studierte, u. a. als Meisterschüler, an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gotthard Graubner. – Leichte Atelierspuren.

238  Antoni Tàpies. Les deux cartes.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farbige Lithographie. 1976. 33,0 : 60,0 cm (56,0 : 76,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/75. – Auf Arches-Bütten. – Neben der Einzelauflage erschien die Lithographie, auf Buchformat beschnitten und gefalzt, auch in Georges Raillard, Tàpies. Monographie (Paris 1976).

Rückseitig Montierungsreste.

Galfetti 638

239  Joe Tilson. Liknon.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 250

Farbserigraphie und farbiger Holzschnitt. 1994. 57 : 76 cm. Signiert, datiert, betitelt und nummeriert.

Exemplar 58/75. – Auf schwerem Bütten. – Nach einem der Ende der 1980er Jahre entstandenen Stillleben-Objekte (z. B. »Liknon 3« in der Tate Gallery) des inzwischen 90jährigen englischen Pop-Art-Künstlers. – Mit Prägedruck und zum Teil monotypieartig gedruckt, besticht das Blatt mit seiner betörenden Haptik. – Gedruckt bei Berardinelli, Verona, mit deren Trockenstempel. – Tadellos erhalten.

252  Walter Weer. Verheizbar

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 170 ( R19 )

Multiple (Holz, Tusche, Kreide, Papier). 1984/85. Ø 30 cm. Signiert und datiert.

Eins von wohl 75 Exemplaren, jedes ein Unikat. – Auf dem beigelegten Textblatt als »die erste Holzschallplatte der Welt, Eigenpressung« bezeichnet. – Bemalte Holzscheibe mit montierten Papierstreifen, mittig gelocht. – Mit einem Textblatt (signiert, u. a. mit der Track List) in Papierhülle und dem eigenhändig betiteltem Originalcover. – Die Platte beidseitig signiert und datiert »84«, das Beilageblatt mit Datum 1985. – Der Wiener Künstler Walter Weer (geboren 1941) studierte u. a. an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und ist Mitglied im Wiener Künstlerhaus. 2004 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

253  Hermann Werner. Kopf-Form.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R )

9 Linolschnitte. – Pseudo-Ensemble. 22 Linolschnitte. Stuttgart 1987 und ohne Ort 1990. Mit neun bzw. 22 mehrfarbigen Linolschnitten. Originalleinenbände, einer mit Blindprägung.

Je eins von nur 15 Exemplaren. – Auf der letzten Seite signiert, datiert und nummeriert. – Auf Bütten. – I: Als Blockbuch gedruckt und gebunden; II: mehrere Blätter als Leporello montiert und gefaltet. – Hermann Werner schuf seit Mitte der 1980er Jahre eine Reihe von graphischen Künstlerbüchern. »Die Kombination von Bild und bildlichem Zeichen ist dem Künstler interessant. Seine Arbeiten widersetzen sich dem allgemeinen Trend des raschen Konsums. Die Möglichkeit, seine Bücher in einer ruhigen Minute aus dem Regal zu ziehen, sie zu studieren und denkend neu zusammenzustellen, sind für den Künstler Anstoß für seine Arbeiten.« (anlässlich der Ausstellung »Sopra e Sotto« – Heidelberg 1992).

23,5 : 32,5 cm. Jeweils [11] Blätter. – Einband von I etwas lichtrandig. Ein Blatt in II mit Knickfalte am Rand.

255  Emmett Williams. Portrait of the Artist.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R19 )

Offsetlithographie. 1996. 15,0 : 12,0 cm. Signiert und datiert.

Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers »Looking forward with great Expectations to Margaret’s Birthday Party«. – Auf Unterlagekarton montiert. – Beiliegend: Eigenhändig adressiertes Kuvert mit kleiner Zeichnung (Männchen), gefaltetes Blatt mit eigenhändiger Bezeichnung »BERLIN LANDSCAPE«, darunter ein gezeichneter, stilisierter Rahmen sowie vier Postkarten mit Abbildungen von Williams’ Arbeiten. – Emmett Williams (1925–2007) , amerikanischer Dichter, Publizist und Performance-Künstler war Mitbegründer der Fluxus-Bewegung.

256  Wols [Wolfgang Otto Alfred Schulze]. Fünf Kaltnadelradierungen aus dem Nachlass.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Ca. 10 : 10 – 15 : 10 cm.

Je eins von etwa 250 bis 350 Exemplaren der ersten Auflagen. Im Nachlass des Künstlers fanden sich insgesamt 26 unveröffentlichte Radierungen, von denen die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg 2000 und 2001 elf erstmals edierte. – Drei auf leicht getöntem Japan, zwei auf Büttenkarton. – Rückseitig typographisch bezeichnet mit »Hors commerce. Œuvre posthume, Collection Marc Johannes.

Busch 55, 56, 57, 61 und 64. – Griffelkunst E 338, 339, 340, 358 und 361

257  Herbert Zangs. Ohne Titel

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4800

(Gräberfeld). Collage, mit Deckweiß bemalt. Um 1981. 31,0 : 46,8 cm. Signiert.

Zwei Fotokopien von Skizzen, die Zangs nach einem Besuch der Gräberfelder Krefeld-Gellep-Stratum gezeichnet hatte, aufgeklebt auf eine Originalzeitungsseite und im Anschluss vom Künstler »verweißt«. – Herbert Zangs (1924–2003), befreundet mit Günter Grass und Joseph Beuys, entwickelte bereits in den 1950er Jahren seine »Verweißungen«, ein künstlerisches Prinzip auf das er 20 Jahre später wieder zurückkam. Mitte der 1970er Jahre experimentierte er verstärkt mit Fotokopien als Malgrund. – Mit Echtheitsbestätigung und ausführlichen Erläuterungen von Emmy de Martelaere, Paris, vom 2. November 2015 (Certificat No. 15–11–298).

258  Anna und Bernhard Blume. 6 eingefleischte Tatsachen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Sechs Farboffsetdrucke nach Polaroidfotos. 1996/97. 15,8 : 12,4 cm (50,0 : 35,5 cm). Signiert.

Vollständige Folge mit Titel- und Textblatt im Originalumschlag. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Griffelkunst 286 A1–6

260  Images a la Sauvette.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Photographies par Henri Cartier-Bresson. Paris, Edition Verve 1952. Mit 126 Abbildungen nach Fotografien. Originalpappband mit farbiger Deckelillustration.

Der schöne Einbandentwurf stammt von Henri Matisse. – Henri Cartier-Bresson (1908–2004) gilt als der Wegbereiter des modernen Fotojournalismus. Gemeinsam mit Robert Capa und David »Chim« Seymour gründete er 1947 die Fotografenkooperative und -Agentur »Magnum«. Sein Blick für das Skurrile im Alltag war legendär. Er fotografierte unter anderem in Spanien, Kamerun, Italien, Indien, Pakistan, China, Mexiko und den USA. – »Strictly speaking […] a monograph of Cartier-Bresson’s best work, but it has overriding unifying factors that elevate it into […] one of the greatest of all photobooks […]« (Parr/Badger).

37,0 : 27,5 cm. [154] Seiten. – Rücken unter Verwendung des originalen Bezugspapiers restauriert. Einband leicht fleckig, an den Rändern gebräunt. Kanten berieben.

Parr/Badger I, 207f. (zur parallel erschienenen amerikanischen Ausgabe »The Decisive Moment«, »because their publication in the United States made Cartier-Bresson an international superstar«). – Koetzle 66

262  Hermann Claasen. Trümmerbilder.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

Fünf Fotografien. 1947–1949/1990. 18,0 : 25,5 cm.

Exemplar 17/25. – Vollständige Folge der aus dem Nachlass ausgewählten Fotografien. Bildtitel: »Heimkehrer«, »Hamsterer«, »Ritterstraße«, »Alter Markt, erster Karneval« und »Hohenzollernbrücke«. – Abgezogen von Axel Thünker auf Agfa Record Rapid, montiert in Passepartouts. Diese rückseitig mit dem Nachlass-Stempel und vom Nachlassverwalter Walter Müller signiert. – Ediert von der Witwe des Künstlers. Das Textblatt von ihr signiert, nummeriert und – wie auch die Passepartoutrückseiten – mit ihrem Editionsstempel. – Hermann Claasens (1899–1987) hatte die nach Kriegsende in seiner Heimatstadt entstandenen Aufnahmen für eine erste Nachkriegsschau »Trümmerbilder« genannt und mit dem warnenden Motto »Nach dem nächsten Krieg gibt’s nichts mehr zu fotografieren« überschrieben. 1947 und 1949 erschienen erste Fotobände mit Aufnahmen von Hermann Claasen. – Textblatt und fünf Fotografien lose in der Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten. – Beilage: Hermann Claasen. Brunnenfigur. Fotografie (Vintage, Bromsilber auf Agfapapier). 14,3 : 10,0 cm. Rückseitig mit Copyright-Stempel, Archivnummer und »25 Expl« beschriftet.

32 : 42 cm (Kassette).

Vgl. Thomas Wigand, Deutschland im Fotobuch, S. 243 und 381

263  Marie Cosindas – Friedrich Dürrenmatt. Oedipus.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Photogravures by Marie Cosindas. Translated by Leila Vennewitz. Foreword by the Author. New York, The Limited Editions Club 1989. Mit zwei Heliogravüren. Originalhalblederband in -leinenschuber.

Erste englische Ausgabe von Dürrenmatts Oedipus-Version. – Eins von 650 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser und der Fotografin signiert. – Gedruckt auf Magnani-Bütten, die beiden Heliogravüren auf Velin d’Arches. – Die Fotografin Marie Cosindas (1925–2017) zählte zu den wichtigsten Fotokünstlern der USA. Als eine der ersten Fotografinnen widmete das MoMA ihr eine Einzelausstellung. – Mit dem Beileger zum Buch.

37,2 : 27,2 cm. XV, [1], 41, [7] Seiten, 2 Heliogravüren. – Rücken leicht verblasst, sonst tadellos.

267  Alfred Eisenstaedt – Ernest Hemingway. The Old Man and the Sea.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Photogravures by Alfred Eisenstaedt. Introduced by Charles Scribner. New York, The Limited Editions Club 1990. Mit fünf Fotogravuren. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel. In gefütterter Originalleinenkassette.

Eins von 600 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Platten für die Fotogravuren fertigte Jon Goodman, gedruckt wurden sie von Sara Krohn auf Arches-Bütten. – Der Text wurde im Typostudio Schumacher-Gebler, München, auf Papier von Magnani gedruckt. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Die Fotos entstanden für die 1952 erstmals im »Life«-Magazin veröffentlichte Novelle. – Seit früher Jugend war Alfred Eisenstaedt (1989–1995) leidenschaftlicher Fotograf. Zunächst freier Mitarbeiter des »Berliner Tageblatts«, avancierte er Ende der 1920er Jahre zum Fotojournalisten. 1935 emigrierte er in die USA und wurde schnell einer der Starreporter von »Associated Press«. Er fotografierte für »Harper’s Bazaar«, »Vogue« und »Life«. Allein für »Life« lieferte er 92 Titelfotos und zahlreiche Bildreportagen sowie oftmals prämierte Kriegsberichte. 1950 wurde er »Photographer of the Year«.

26,2 : 38,8 cm. VIII, [2], 81, [5] Seiten, 5 Fotogravuren.

270  Ludwig Gosewitz. Prinzendorf/Zaya.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

12 Fotografien (Vintage, Colorprint). 1974. 7,6 : 11,0 cm. Monogrammiert, datiert und bezeichnet.

Mappe mit 13 mit Fotoecken auf Kartonblätter (21 x 14,7 cm) montierten Farbfotografien. – Die Aufnahmen entstanden anlässlich Hermann Nitschs 50. Aktion am 2. Juni 1974 im niederösterreichischen Prinzendorf. Das 13. Foto zeigt den Fotografen und ist signiert »Gioia / München«. – Lose in einem selbst hergestellten Karton-Mäppchen. Unikat, hergestellt als Geburtstagsgeschenk für Margaret [Raspé], die Mappenlasche mit eigenhändiger Widmung von Gosewitz: »Der lieben Margaret zum 41. Geburtstag … und weil sie heuer nicht in Prinzendorf war. VON LUDWIG. Berlin, am 14. 6. 74«. – Alle Fotos auf den Kartons monogrammiert, datiert und bezeichnet, teils mit Zusätzen wie »Atelier Rainer«, »Valie [Export] & P. H.« oder »mit Beate, K. B. Schäuffelen und H. Nitsch«. – Die Fotos zeigen überwiegend die Teilnehmer bzw. Besucher der Aktion, aber auch das Schloss und den Ort – nicht jedoch die Aktion selbst. – Ludwig Gosewitz (1936–2007), (Glas-)Künstler und Dichter, gehörte zu den Pionieren des Fluxus und der Visuellen Poesie in Deutschland. – Beigabe: Ludwig Gosewitz. Eigenhändiger Brief an Margaret Raspé. 22. 12. 1982. Weihnachts- und Neujahrs-Grüße.

Ein Kartonblatt gefaltet.

271  Kurt Kren. Szonditest.

Schätzpreis/Estimate: € 1800 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200 ( R19 )

Box 3. Zehn Fotografien, ein Manuskriptblatt, eine 8mm-Filmrolle. 1972. Signiert und nummeriert.

Exemplar 7/50 der ersten Auflage. – Von W. Ernst im Eigenverlag ediertes Multiple. – Die Fotoabzüge (29,7 : 20,8 cm) wurden als Vergrößerung von einer Filmrolle belichtet und zeigen Ausschnitte von Porträtaufnahmen, eines eine alte Fotobox. Das gefaltete Textblatt »Etudes« mit Notizen in roter und blauer Tinte bezieht sich auf die Auswahl der Filmsequenzen. Die Filmrolle in einer Plastikbox auf Kartonblatt montiert, dieses signiert, bezeichnet und mit dem Atelierstempel des Künstlers. – Das Prinzip des Films und der reproduzierten Sequenzen entstand in Anlehnung an Andy Warhols »Screen Tests«. Die »Boxen« des österreichischen avantgardistischen Filmemachers Kurt Kren (1929–1998) wurden immer nur in kleinen Auflagen hergestellt und sind entsprechend selten.

273  Andreas Magdanz. Dienststelle Marienthal.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 180

Eine Gebäudemonographie. Aachen, Magdanz 2000. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien und einer gefalteten Beilage. Originalleinenband mit -schutzumschlag. In Originalpappkassette.

Eins von 150 Exemplaren, auf dem Vorblatt vom Künstler signiert (Gesamtauflage 1500). – Andreas Magdanz (geboren 1963) fotografierte im ehemaligen geheimen Regierungsbunker der Bundesrepublik Deutschland, der so genannten Dienststelle Marienthal. »Wie schon in früheren Arbeiten widmete sich Magdanz den Details. [… und fand] in den kilometerlangen Gängen vor tonnenschweren Stahltoren, den wahren Charakter des Bunkers« (Klappentext). – Tadellos erhalten, hier in dem gestempelten (»Geheim amtlich geheimgehalten«) Originalkarton.

33 : 39 cm. [160] Seiten.

274  René Magritte. Fünf Fotografien.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Silbergelatine. 1928–1947/1984. 40,5 : 30,5 cm.

Die heilige Familie, Le Perreux-sur-Marne. – Königin Semiramis, Brüssel 1947. – Die graue Eminenz; René Magritte, Belgische Küste, 1938. – Liebe, Georgette und René Magritte, Le Perreux-sur-Marne, 1928. – Das Sterben der Phänomene; Jacqueline Delcourt, René Magritte, Le Perreux-sur-Marne, 1928. – Einmalige Auflage aus dem Nachlass ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg und mit dem Stempel »Nachlaß | Georgette Magritte« (Witwe des Künstlers, 1901–1986). – Dazu: Germaine Krull. Black Bird Dancer. – Jo Mihaly. Fotografie und Inkjetprint. 1929/2016 und 1925/2016. Vom Negativ aus dem Nachlass bzw. nach einem Originalabzug, ediert von der Griffelkunst 2016 (362 C3 und C1). Auf Karton aufgezogen.

Griffelkunst 236 A1, A3, 237 B1, B2 und B3

275  Charlotte March. Weiblicher Akt.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Zwei Fotografien. Silbergelatineabzüge. 39,5 : 29,6 cm und 40,0 : 28,0 cm. Rückseitig mit Atelierstempel.

Zwei leicht variierende Aufnahmen. – I. Auf Agfa Papier, Stempel mit Anschrift Goernestraße. – II. Auf starkem Fotopapier, Atelieraufkleber der 1990er Jahre mit Anschrift Jarrestraße.

I: Kleine Kratzer und Knickspuren, Unterrand etwas bestoßen. – II: Unterrand schmal verfärbt.

276  Charlotte March. Sevilla.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Fotografie (Bromsilbergelatine). 1984. 39,0 : 26,4 cm. Rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Wohl späterer Abzug der stimmungsvollen Gegenlichtaufnahme. – Tadellos erhalten. – Die international anerkannte Hamburger Fotografin Charlotte March (1930–2005) wurde u. a. für ihre Fotoserien in der Zeitschrift »Twen« ausgezeichnet.

277  Stefan Moses. Gabriele Henkel.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R19 )

Zwei Farbfotografien (drei Abzüge). Um 1975. 21,0 : 29,5 cm. Rückseitig mit dem Copyright-Aufkleber signiert.

Gabriele Henkel (1931–2017), Düsseldorfer Kunstmäzenin und Sammlerin, »Grand Dame« der rheinländischen Kunstszene wurde vielfach porträtiert. In ihrer Autobiografie erinnert sie sich: »Auch mit Robert Lebeck, dem großen Stern-Fotografen, verbinden mich viele Erinnerungen. Er hat mich mehrfach ins Visier genommen, mit leichter Hand, unkompliziert, nie so salbungsvoll, wie es Cecil Beatons Art war.« – Der Münchner Fotograf Stefan Moses, bekannt durch seine Porträtserien, starb im Februar diesen Jahres.

283  August Sander. Der Maler Gottfried Brockmann.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Fotografie. Bromsilbergelatine. 1924/1986. 25,1 : 18,3 cm.

Auf Agfa-Papier. – Links unten mit dem Prägestempel »Aug. Sander Köln Lindenthal«. – Erschien innerhalb des berühmten Porträtwerks »Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts«. – Gottfried Brockmann (1903–1983) hielt in den frühen 1920er Jahren engen Kontakt zur Gruppe »Kölner Progressive«, zu der u. a. Gerd Arntz, Franz Seiwert, Otto Freundlich und eben auch der Fotograf August Sander (1876–1964) gehörten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, abgezogen 1986 vom Enkel des Künstlers. – Ehemals Selbstporträt-Sammlung Leonie von Rüxleben, Hamburg.

Auf Kartonblatt montiert.

Griffelkunst 247 C 7

285  John D. Schiff. Andy Warhol.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 660

Zwei Porträtfotografien. Vintages, Silbergelatine. Um 1963. 25,0 : 20,5 cm.

Zwei schöne Porträts Warhols, aufgenommen vor seiner bekannten Serigraphie »Flowers«. – Rückseitig mit dem Atelieretikett des Fotografen und (von der Witwe des Fotografen) mit »Warhol« bzw. »Andy Warhol« bezeichnet. – Beide in den Originalversandtaschen des Ateliers John D. Schiff. – Beigabe: Farbnegativ einer anderen Warhol-Aufnahme.

287  Walt Whitman. Song of Open Road.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

With Photogravures by Aaron Siskind. New York, The Limited Editions Club 1990. Mit sechs Heliogravüren. Schwarzer Originalhalblederband mit dunkelgrünen Leinendeckelbezügen, im Leinenschuber.

Eins von 550 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin von Magnani, die Fotogravüren druckte die Renaissance Press auf Velin »Richard des Bas«. – Aaron Siskind (1903–1991) zählt mit seiner abstrakt-expressionistischen Fotografie zu den wichtigsten US-amerikanischen Künstlern der Nachkriegszeit. »[…] in den 1940er-Jahren wendet sich Siskind endgültig ab von der erzählerischen Fotografie und interessiert sich fortan nurmehr für die formalen Bezüge zwischen Licht, Struktur und Materialität« (Bruce Silverstein, zitiert nach Koetzle, S. 370). – Nahezu tadelloses Exemplar dieses Spätwerks.

44,3 : 27,5 cm. [24] Seiten, 6 Heliogravüren.

288  [Edward] Steichen. Eduard et Voulangis.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

The early modernist Period. 1915 – 1923. Essay by Michael Torosian. Introduction by Howard Greenberg. Toronto, Lumiere Press 2011. Mit 16 montierten Abbildungen nach Fotografien. Originalhalbseidenband mit Rückenschild Buntpapierbezügen. Im Originalseidenschuber.

Eins von 50 unverkäuflichen Exemplaren der Howard Greenberg Gallery (Gesamtauflage 250). – Edward Steichen (1879–1973), anfänglich Maler, wandte sich erst später der Fotografie zu. Er gilt als Erneuerer des Genres und war einer der bestbezahlten Fotografen seiner Zeit. – Die Fotos entstanden in den Jahren 1915 bis 1923. – Joanna Steichen, Edward Steichens Witwe, präsentierte 2008 Howard Greenberg, dem Nachlassverwalter, acht auffallend schöne frühe Drucke, experimentelle Tönungs- und Mehrfachdrucke. Greenberg und Michael Torosian von Lumiere Press planten schon länge ein Buch über Steichens fotografisches Frühwerk und dessen Übergang von der malerischen zur fotografischen Bildnerei. In der Einleitung beschreibt Greenberg Steichen als einen »Alchemisten«, der Drucke schaffte, die »ungewöhnlich und einzigartig in einer noch nie gesehenen Weise sind, die ich nicht für möglich gehalten habe«. Steichens Experimente mit verschiedensten Druckmaterialien werden ausführlich beschrieben. Das handgeschöpfte Bütten von Cuthbert Mill und Armand und die Typographie in Zapfs Palatino ergänzen die in weichen und feintonigen Farben faksimilierten Fotografien. – Tadellos erhalten.

26,2 : 21,2 cm. [4], 52, [8] Seiten.

289  Susa Templin. Das Leporello vom »Putzen«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Neun Fotografien (Agfa-Baryt). 1993. 20,0 : 28,2 cm. Signiert und datiert.

Die erste Publikation der 1965 in Hamburg geborenen Künstlerin, die damals noch an der Städelschule in Frankfurt studierte. – In ungenannter Auflage im Januar 1994 anlässlich einer Ausstellung im Forum der Frankfurter Sparkasse erschienen. – Je drei Aufnahmen auf einen Bogen Agfa Baryt-Papier abgezogen, gefalzt und zu einem Leporello montiert, dieses rückseitig signiert, datiert und betitelt. – In der Originalbox mit gestempeltem Titel und dem Geleitwort von Konstantin Adamopolous im Innendeckel.

290  Ana Cecilia Treviño – André und Elisa Breton.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Vier Porträtfotografien. Um 1965.

Ana Cecilia Treviño (1932–2002). Elisa et André, rue Fontaine. 1963. 18,0 : 12,5 cm. Rückseitig bezeichnet und mit »Excelsior«-Copyright-Stempel. Die mexikanische Excelsior-Journalistin wurde durch ihre Bildreportagen über Schriftsteller und Künstler bekannt. – Drei weitere Aufnahmen der Eheleute Breton in deren Bibliothek. Ein Bromsilber-Abzug (16,7 : 22,5 cm), auf Karton aufgezogen, und zwei Silbergelatineabzüge (18,0 : 12,5 cm), diese rückseitig mit unleserlichem Namen des Fotografen.

295  M. Vorobeichic [Moï Ver]. The Ghetto Lane in Vilna.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

65 Pictures. Preface by S. Chneour. Zürich/Leipzig, Orell Füssli 1931. Mit 64 Bildtafeln nach Fotografien und Fotomontagen. Originalhalbleinenband mit Fotoillustration auf beiden Deckeln.

Schaubücher 27. – Herausgegeben von Emil Schaeffer. – Englisch-hebräische Version, es erschienen noch deutsch-hebräisch und deutsch-jiddische Textvarianten. – 1927/28 hatte der weißrussische Fotograf Moï Ver (1904–1995) am Bauhaus studiert, bevor er nach Paris übersiedelte. Seine Fotocollagen aus dem Ghetto in Vilnius zeigte er 1929 auf einem zionistischen Kongress in Zürich, wo der Herausgeber der »Schaubuch«-Reihe darauf aufmerksam wurde. »Der experimentellste und zugleich für die Geschichte des Fotobuches bedeutendste Band der Reihe […] vereint in einmaliger Weise eine fast archaisch wirkende Motivwelt mit den avantgardistischen Darstellungsmitteln des Neuen Sehens. Sind die Aufnahmen mit ihren alle Perspektiven sprengenden Nah- und Schrägansichten schon bemerkenswert genug, besteht die Innovation vor allem in der Art der Bildpräsentation, die von ganzseitiger Wiedergabe über Ausschnitt und Freistellung bis hin zu Überschneidung, Montage und Sequenz reicht«. (Roland Jaeger). – Sehr schönes Exemplar.

19 : 13 cm. 8, 64, 8 Seiten. – Ecken minimal bestoßen.

Autopsie I, 326

302  Kestnerbühne – Programmheft zu »Frank Wedekind: Tod und Teufel« und »August Strindberg: Fräulein Julie«.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Hannover [1921]. Originalbroschur, Vorderdeckel mit Lithographie von Max Burchartz.

Sehr seltenes Dokument der kurzlebigen »Kestnerbühne«. – Die 1911 in Hannover als privates Theater eröffnete »Schauburg«, stellte nach dem Ersten Weltkrieg ihre Bühne der Kestnergesellschaft »für einige mutige Theater-Experimente zur Verfügung« (vgl. Mlynek, in: Geschichte der Stadt Hannover). Begründet wurde die Kestner-Bühne von Paul Küppers und Carl Schenzinger. – Als dritte Aufführung der Spielzeit 1920/21 zeigte man zwei kurze Stücke. Regie führte Erich Ziegel, der 1918 zusammen mit seiner Ehefrau, Mirjam Horwitz, die Hamburger Kammerspiele gegründet und mit einer Frank-Wedekind-Woche eröffnet hatte. Es verwundert also nicht, dass einige Schauspieler dieser Bühne in Hannover gastierten, u. a. eben auch die Reinhardt-Schülerin Mirjam Horwitz. Nachdem 1926 ihrem Ehemann die Leitung des Hamburger Schauspielhauses übertragen wurde, führte sie die Kammerspiele bis 1928 allein weiter.

28,5 : 22,5 cm. [4] Seiten. – Umschlag leicht fleckig und angestaubt, 2 kleine Randeinrisse.

303  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Werbeprospekt. Offsetdruck. 1929. 26,5 : 16,8 (gefaltet).

Seltenes ephemeres Dokument, erschienen anlässlich des sechsten Jahrgangs. – Ausgegeben vom Euphorion Verlag, der die Reihe ab Jahrgang IV vom Kiepenheuer Verlag übernommen hatte. – Mit einem Text über das Sammeln von moderner Graphik (»ist ›außer Mode‹ gekommen«) und zur Zielsetzung des Mappenwerks. Mit Abbildungen von Graphiken von Dix, Kollwitz, Kokoschka, Feininger u. v. a. Auf der letzten Seite werden die Bezugsbedingungen und Auflagen erläutert. Der Text schließt mit der Erkenntnis: »Das signierte graphische Original kostet einschließlich Einführung und Mappe nicht mehr als M 4.–«. – Tadellos erhalten.

307  Postkarte »Staatliches Bauhaus Weimar«.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Buchdruck. Um 1924. Entwurf Laszlo Moholy-Nagy (?). 10,5 : 15,3 cm.

Postkarte des Bauhauses, geschrieben am 30. VI. 1924 in Dornburg von Herbert Hübner (1903–1989) an seiner Bruder Johannes in Ingolstadt. – Berichtet von Buchverkäufen »für die eigene Tasche« und spricht über die Ferienplanungen. »Sonst nicht weiter von Bedeutung. Leb wohl! Dein Bruder«. – Herbert Hübner studierte 1923–1925 am Bauhaus in Weimar, unter anderem in Kursen von Walter Gropius, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Laszlo Moholy-Nagy. Er ließ sich in den Bauhaus-Keramikwerkstätten Dornburg zum Kunsthandwerker ausbilden, bevor er in Weimar Musik studierte. Als Tonmeister arbeitete er beim Deutschlandsender, später beim NWDR in Hamburg, wo er 1951 die Reihe »das neue werk« gründete.

Fleischmann S. 43. – Vgl. ausführlich bei »Das A und O des Bauhauses«, KatNr. 73, Abb. 99

308  August Lange-Brock. Hauptrestaurant I.

Schätzpreis/Estimate: € 3500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 2700 ( R19 )

Buntpapiercollage auf schwarzem Karton. Um 1920. 45,0 : 59,5 cm. Rückseitig betitelt und mit dem Nachlass-Stempel.

August Lange-Brock (1891–1979) besuchte nach einer Malerlehre die Hamburger Kunstgewerbeschule. Während des Ersten Weltkriegs war er Kriegszeichner auf dem Balkan, kehrte 1918 nach Hamburg zurück und wurde sogleich Meisterschüler von Arthur Illies. Anfang der 1920er Jahre hielt er sich für einige Zeit am Weimarer Bauhaus auf, ohne aber als Student eingeschrieben zu sein. Es gab Kontakte zu Klee, Gropius, Kandinsky und besonders Moholy-Nagy. Mitte der 1920er Jahre wurde Lange-Brock Bühnenbildner bei Max Reinhardt am Deutschen Theater Berlin und arbeitete in dieser Zeit für Herwarth Waldens Zeitschrift »Der Sturm«. – Beeinflusst von den Ideen der Sturm-Bühne und im Hinblick auf Reinhardts expressionistische Bühnenstücke entstanden Collagen, die Bühnenentwürfen und Figurinen ähneln. – Sehr selten und innerhalb seines Œuvres einzigartig.

Leichte Alterungsspuren.

311  Laszlo Moholy-Nagy – Christoph Natter. Künstlerische Erziehung aus eigengesetzlicher Kraft.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Gotha und Stuttgart, Friedrich Andreas Perthes 1924. Mit Abbildungen auf Tafeln und im Text, davon neun farbig einheftete. Schwarz-weißer Originalhalbleinenband (Entwurf von Laszlo Moholy-Nagy).

Erste Ausgabe der Lebensbilanz des Bildhauers und Malers Christoph Natter (1880–1941), »meinen Schülern und Schülerinnen gewidmet«. – Der Titel erschien, in identischer Ausstattung, zeitgleich im Klotz-Verlag Gera, wo 1931 auch die zweite Auflage, allerdings in anderem Einband, erschien.

22,5 : 18,6 cm. [8], 71, [3] Seiten, 15 Tafeln. – Kanten leicht bestoßen. – Stellenweise leicht stockfleckig.

Fleischmann 296. – Vgl. Dokumentations-Bibliothek I, 20

312  László Moholy-Nagy – Feuerfestes Jenaer Durax-Glas

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

zum Backen, Braten, Dünsten und Einkochen. Jena [um 1934]. Mit fotografischen Abbildungen und Fotomontagen. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Werbemittel Nr. 5142 Eg. – László Moholy-Nagy wurde auf Empfehlung von Wilhelm Wagenfeld, der bereits seit 1931 für das Unternehmen tätig war, mit der Gestaltung der Werbemittel des Jenaer Glaswerks Schott & Genossen beauftragt. (vgl. Krisztina Passuths Monographie, dort mit Abbildungen). – Die angezeigte Broschüre »Angerichtet kochen« erschien 1934. Trotz der dem »neuen« Geist geschuldeten Titelillustration, finden sich die typischen Gestaltungsmittel Moholy-Nagys: eindrucksvolle Objektfotografien, Fotomontagen und der Umschlag zum Teil in Orange gedruckt. Die Zusammenarbeit währte auch über Moholys Emigration nach Amsterdam (1934) bzw. London (1935) hinaus und endete erst, als er im Jahr 1937 die Leitung des »New Bauhaus« in Chicago übernahm.

15 : 21 cm. 35, [1] Seiten.

Vgl. »In nachbarlicher Nähe – Bauhaus in Jena« S. 268ff

319  Herbert Bayer – Section Allemande.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000

Grand Palais 14. Mai – 13. Juillet. Exposition de la Société des Artistes décorateurs. Berlin, Hermann Reckendorf [1930]. Mit zahlreichen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur mit geprägtem Folienumschlag.

Originalausgabe des bahnbrechenden von Herbert Bayer gestalteten Kataloges zur deutschen Ausstellung innerhalb der »Société des Artistes décorateurs« in Paris. Auf Einladung der Pariser Künstlervereinigung und im Auftrag des Werkbundes gestaltete Walter Gropius unter Mitwirkung von Herbert Bayer, Marcel Breuer und Laszlo Moholy-Nagy eine Präsentation von mehr als 100 deutschen Designern, Architekten, Möbel-, Glas- und Kunsthandwerksfirmen in fünf Räumen. – Mit Beiträgen in Wort und Bild von Walter Gropius, W. C. Behrendt, Laszlo Moholy-Nagy, Adolf Behne, Marcel Breuer, Hermann Muthesius, Friedrich Naumann und Paul Klee, alle Texte in deutsch-französischem Paralleltext. – Bild-Text-Seiten zu den fünf Ausstellungsräumen mit Vorstellung der Aussteller und zahlreichen Abbildungen von Bauten, Möbeln, Leuchten, Theaterbühnen und -aufführungen, Schriften, Stoffen und Tapeten, Glas, Keramik und Schmuck. Am Ende: Herbert Bayers Konzept einer perspektivischen Fotoschau, Modelle von Bauhaus Dessau (Gropius) und Krankenhaus (Breuer/Hassenpflug), Marcel Breuers Sitzmöbel, Werbung für die Werkbundzeitschrift »Die Form« und Herbert Bayers Plakat zur Pariser Ausstellung. – Gedruckt in mustergültiger Bauhaus-Typographie in Rot und Schwarz, mit Fotomontagen und Zeichnungen. – Zellophanumschlag mit Blindprägung, Umschlagillustration mit einer Fotomontage, Griffregister. – »Der zweischichtige Aufbau des Umschlags, eine Erinnerung an doppelbödig widersprüchliche, surreale Motive, wird von Seite zu Seite zur perfekten Blickführung ausgebaut« (Das A und O des Bauhauses). – Sehr gut erhaltenes Exemplar einer der überzeugendsten gebrauchsgraphischen Arbeiten der Zeit. – Sehr selten.

15,0 : 20,7 cm. [44] Seiten, 1 montierte Klapptafel. – Hinterdeckel des Folienumschlags mit winzigem Randeinriss. – Die Ecken des Griffregisters minimal aufgebogen.

Rössler/Bayer D–07b. – Rössler, Bauhaustypografie S. 134. – Fleischmann 280–283 mit acht Abbildungen. – Das A und O des Bauhauses 428 und Abbildung 340. – Wingler S. 528ff. – Autopsie I, S. 253, und II, S. 65

322  Herbert Bayer – Die neue Linie.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 180

Hefte VII/1 und IX/12 Leipzig und Berlin, Otto Beyer September 1935 und August 1938. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalbroschuren, Umschlaggestaltung von Herbert Bayer.

Ein Umschlag im Druck signiert »herbert bayer dorland«, das zweite »baYer«. – Zwei Hefte des ersten deutschen »Lifestyle«-Magazins, das seit 1929 erschien und an dessen Gestaltung und Typographie mit Herbert Bayer und László Moholy-Nagy zwei führende Bauhaus-Künstler beteiligt waren. Bayer entwarf 26 Umschläge und auch die markante Titelschrift »Universal«. – Nach 1933 erschien die Zeitschrift weiter, der künstlerische Spielraum der Gestalter wurde jedoch zunehmend eingeengt. 1943 wurde »die neue linie« wegen Papiermangels eingestellt. – 1938 verließ Bayer Deutschland. Das Augustheft 1938 ist der letzte von ihm entworfene Titel. Die Stiefelabdrücke vor einer Alpenidylle könnten seine versteckte Kritik am Anschluss Österreichs sein.

36,6 : 27,0 cm. 56 und 58, VIII Seiten. – Beide Rückenfalze ganz leicht brüchig.

Bauhaus-Archiv 4052 und 4055. – Rössler C-05s und C-05z

324  Kurt Julius. Professor Gropius.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Fotografie (Vintage, Bromsilbergelatineabzug). Um 1950. 23,5 : 17,5 cm.

Auf Agfa Brovia. – Anlässlich einer Bauhaus-Ausstellung entstandene Aufnahme von Kurt Julius, dem bekannten Hannoveraner Fotografen (1909–1986). – Rückseitig mit seinem Atelierstempel »Hannover, Ellernstr. 8«. – Nachdem das väterliche Atelier in der Georgenstraße, welches er 1938 übernommen hatte, ausgebombt worden war, arbeitete Julius von 1943 bis 1953 in seiner Privatwohnung in der Ellernstraße.

328  Konstantin Melnikow – Pavillon de l’Union des Republiques Socialistes Sovietiques Russes.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 250

Exposition internationale des arts décoratifs Paris 1925. Fotografie (Heliogravüre). 1925/26. 14,2 : 8,7 cm.

Eindrucksvolle Aufnahme der spektakulären Fassade des sowjetischen Pavillons von Konstantin Melnikow, der deutliche Anleihen bei Tatlins Konstruktivismus nahm. Bereits 1923 hatte Melnikow mit seinem Ausstellungspavillon »Machorka« auf der Allrussischen Landwirtschafts- und Handwerksausstellung auf sich aufmerksam gemacht, ein Jahr später entstand nach seinem Entwurf der Sarkophag für das Lenin-Mausoleum. – Der sowjetische Pavillon galt neben dem der Zeitschrift »L’Esprit Nouveau« von Le Corbusier als Ausnahme vom dominierenden Art Déco, die »kleine Weltausstellung« des Kunsthandwerks und Designs gilt als Namensgeberin dieser Stilrichtung. – Rückseitig beschrieben an einen Empfänger in Basel, offensichtlich aber in Briefumschlag verschickt.

329  Art-déco – Entwurf für ein Jagdzimmer.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 750 ( R19 )

Tempera, Tusche und farbige Kreiden auf Papier. 24 : 27 cm bzw. 35 : 40 cm.

Ebenso fein wie außergewöhnlich ausgeführter Entwurf für ein Jagdzimmer. – Die erste Zeichnung, etwas kleiner im Format und auf ein Kartonblatt montiert, zeigt eine Ansicht mit drei Sitzmöbeln, Wandverzierungen und Einbauschränken. Die zweite Zeichnung liefert Front- und Seitenansicht eines der abgebildeten Sitzmöbel. – Laut Notiz auf einem Zwischenblatt möglicherweise von Remigius Geyling (1878–1974), dem österreichischen Maler und Bühnenbildner, der u. a. Gründungsmitglied des Österreichischen Werkbunds und von 1926 bis 1946 Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule war.

335  Die Architekten Brüder Gerson.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Mit einer Einleitung von Werner Hegemann. Berlin/Leipzig/Wien, Friedrich Ernst Hübsch 1928. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien auf Tafeln. Originalpappband mit goldgeprägten Titeln.

Erste Ausgabe, erschienen in der Reihe »Neue Werkkunst«. – Ausführliche Monographie der Brüder Oskar (1881–1931), Hans (1886–1966) und Ernst Gerson (1890–1974) die in Hamburg zusammen ein Architekturbüro betrieben. Die Bauprojekte sind reichhaltig fotografisch dokumentiert, teils mit Bauzeichnungen. – Etwa 20 private Wohn- und Landhäuser errichteten die Brüder für wohlhabende Hamburger Kaufleute (Nicolaus Darboven, Max Warburg, Paul Böger), aber auch ganze Wohnanlagen (Quartier Dulsberg in Hamburg Barmbek). Über Hamburg hinaus bekannt wurden sie durch Kontorhäuser wie den Thaliahof am Alstertor, das Ballinhaus und den Sprinkenhof. »In Hamburg gehörten sie zum Kreis jener Architekten, die teils im Konflikt, teils in Zusammenarbeit mit Fritz Schumacher, dem mächtigen Oberbaudirektor der Hansestadt, das Stadtbild nachhaltig veränderten.« (Karl Hofmann, Hamburgisches Architekturarchiv). Die Brüder Oskar und Ernst führten nach dem Tod des Bruders Hans das Büro weiter, wurden aber 1933 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus dem Bund Deutscher Architekten ausgeschlossen und emigrierten nach Neuseeland bzw. in die USA.

26,5 : 20,5 cm. XIII, [5] Seiten, 69, [2] Tafeln.

Jäger 31

337  Arthur Korn. Glas

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

im Bau und als Gebrauchsgegenstand. Werbeprospekt. Offset. 1929. 28,1 : 21,0 cm (gefaltet).

Sehr seltenes Werbeblatt für die wichtige Monographie. – Seite 1 mit dem Schutzumschlag von Jürgen Freese, innen drei große Abbildungsbeispiele (u. a. Bauhaus Dessau), rückseitig weitere Abbildungen und Anzeigen des Verlags Ernst Pollak, in dem das Buch 1929 erschien. – Es bot einen breiten Überblick über Arbeiten von Josef Albers, Le Corbusier, Walter Gropius, Cesar Klein, Erich Mendelsohn, Mies van der Rohe, Gerrit Rietveld, Hans Scharoun u. v. a. – Vorn typographisch signiert »Freese«, hinten mit Sigel »Krey Sing«. – Tadellos.

Vgl. Jaeger 698

342  Techniek en Kunst.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Wendingen. Serie 9, Nummer 2. Herausgegeben von H. C. Verkruysen. Sandpoort 1928. Mit 32, teils ganzseitigen Abbildungen. Farbig lithographierte Originalbroschur.

Dieses Heft der berühmten holländischen Architekturzeitschrift widmet sich den künstlerischen Aspekten der Technik und belegt diese mit Fotografien von Automobilen, Werftanlagen, Büromaschinen und Haushaltsgegenständen. Mit Einleitungen des Herausgebers und des De Stijl-Künstlers W. H. Gipsen, der auch die Umschlaglitho entwarf. Im Heft sind u. a. fünf von ihm entworfene Leuchten abgebildet. – Desweiteren mit einer ganzseitigen Abbildung des Ausstellungsstandes der NKF (Nederlandsche Kabelfabriek), den Piet Zwart für die Industriemesse Rotterdam 1928 entwarf. – Der legendäre Buchschmuck der Reihe wurde in Silbergrau gedruckt. – Die Zeitschrift erschien von 1918 bis 1931. – Dazu: The Covers of Wendingen 1918–1931. Rotterdam 1995.

33,5 : 33,7 cm. 18 Seiten. – Innen und außen leicht fleckig.

346  Politik und Geschichte – Nie sollst Du mich befragen …

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Wahlplakat. Lithographie. Wohl 1932. 111 : 80 cm.

Sehr seltenes Wahlplakat der bayerischen SPD, wohl zur letzten freien Landtagswahl vor 1933. Inhaltlich verantwortlich zeichnete Thomas Wimmer (1887–1964), langjähriger Vorsitzender der Münchner Sozialdemokraten, von 1924 bis 1933 ehrenamtlicher Stadtrat und von 1948 bis 1960 Münchner Oberbürgermeister. Bereits am 10. März 1933 wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet. – Unter dem Lohengrin-Zitat werden brisante Fragen gestellt, die zur Datierung beitragen. Am Unterrand dann die Aufforderung: »Wählt Sozialdemokraten!« – Die Diskussion um den drohenden Verrat Hitlers an dem seit 1919/1920 zu Italien gehörenden Landesteil südlich des Brenners wurde durch die österreichische Sozialdemokratie seit 1931 geführt. Kronprinz Wilhelm von Preußen galt als eifriger, auch finanzieller Unterstützer Hitlers. – Gedruckt bei R. Schumann, München. – Bei der Landtagswahl 1932 verlor die SPD ein Drittel ihrer Wähler und erreichte 15,5%, die NSDAP kam auf 32,5%.

Unbeschnitten, links ist der mitdruckende Plattenrand sichtbar geblieben. – Einige Faltspuren, im weißen Rand kleine restaurierte Ausrisse durch ehemalige Anheftung.

347  Kennst Du sie?

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

… die Daten der Deutschen Geschichte. 100 Fragen und Antworten. Gesellschaftsspiel. Um 1942. 13,5 : 13,5 : 2,0 cm.

Vollständiges Spiel mit dem Frageheft, 25 Antwortkarten und je etwa 50 roten und weißen Spielmarken. – In der Originalschachtel mit Deckelbild und Spielanleitung auf dem Innendeckel. – Die Fragen reichen von der Reichsgründung unter Heinrich I. bis zum Dreimächtepakt Deutschland-Italien-Japan 1940. – Mit Druckgenehmigungsnummer K/0942. – Wohl unbenutzt.

351  Aesop. Fabulæ.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Græce et latine, nunc denuo selectæ: Eæ item, quas Avienus Carmine expressit. Accedit Ranarum et Murium pugna, Homero olim asscripta: Cum elegantissimis in utroque libello Figuris […] Amsterdam, Janson & Waesberg 1726. Mit 47 Textholzschnitten. Marmorierter Lederband der Zeit.

Später Druck der griechisch-lateinischen Parallelausgabe der Fabeln von Aesop, Avian, Philostratos und des Froschmäuselerkrieges. – Die schönen Holzschnitte gehen auf die Vorlagen von Ch. von Sichem in den Ausgaben des 17. Jahrhunderts zurück.– Erstmals 1632 erschienen und seitdem als offizielle Schulbuchausgabe in Holland lizensiert.

16,0 : 10,0 cm. 134, [2] Seiten. – Kanten etwas berieben, neues Vorblatt mit Besitzvermerken.

Vgl. Bodemann 65.1

352  A. Ph. Theophrastus Bombast von Hohenheim Paracelsus. Opera.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

Bücher und Schrifften […] vor wenig Jahren […] durch Johannem Huserum Brisgoium in zehen unterschiedliche Theil in Truck gegeben. Jetzt […] mit etlichen bißhero unbekandten Tractaten gemehrt […]. Strassburg, Lazarus Zetzner 1603. Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreichen figürlichen und schematischen Textholzschnitten. Schweinsleder-Holzdeckelband der Zeit mit reicher Blindprägung mit Platten- und Rollenstempeln. In späterer Halblederkassette.

Erste Strassburger und zugleich erste Folio-Ausgabe, die auf der von Huser herausgegebenen ersten deutschen Gesamtausgabe (Basel 1589ff. in zehn Quartbänden) basiert. – Theophrast Bombast von Hohenheim (1493/94–1541), der sich seit 1529 Paracelsus nannte, lebte und wirkte in Österreich und der Schweiz. Er gilt wegen seiner vielen Schriften zur Wundarznei, Chemie, Alchemie und anderen Gebieten als wichtiger Erneuerer der Naturwissenschaften. Als einer der ersten untersuchte er die Wirkungen von Quecksilber genauer, sowohl die schädlichen als auch die einer erfolgreichen und nebenwirkungsarmen Syphyllis-Behandlung. – Die Vielfalt der Themen ist beeindruckend: Anatomie, Pathologie, Ernährung, Heilmethoden, Wetter, chemische Elemente aber auch Kobolde, Sodomie u. ä. düstere Dinge. – Am Ende Paracelsus’ Deutungen der Nürnberger Papstweissagung »Liber de summis pontificibus« und die 32 Holzschnitte zu seinen magischen Figuren.

34,5 : 21,0 cm. [12], 1127, [53]; [8], 691, [13] Seiten. – Einband fleckig, beschabt und an den Gelenken aufgeplatzt. Schließen fehlen. – Titelblatt hinterlegt, drei der ersten zehn Blätter angerändert. Die ersten Lagen etwas gelockert. Ränder stellenweise stockfleckig, einige Lagen stark gebräunt. Kleiner Namensstempel auf dem Titeblatt.

VD 17 12:168467C und 12:168390P. – Sudhoff 256–257. – Wellcome I, 4807

353  Hieronymus Welsch. Warhafftige Reiß-Beschreibung, Auß eigener Erfahrung, Von Teutschland, Croatien, Italien,

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 470

denen Insuln Sicilia, Maltha, Sardinia, Corsica, Majorca, Minorca […] deßgleichen von Barbaria, Egypten, Arabien und dem gelobten Lande; wie auch Hispanien, Franckreich, Niderland […] und andern Orten. […] Auff der Eilffjährigen Reise […] von ihme selbst beschrieben und verfertiget. Stuttgart, Wolfgang und Joh. Andreas Endter 1658. Mit gestochenem Frontispiz mit Porträt, Kupfertitel und drei gefalteten Stammtafeln. Moderner Halblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe des aufregenden Reiseberichts. – Auf seiner ausgedehnten Reise durch Südwest-Europa und den Mittelmeerraum »zeigt sich W. als scharfsinniger und zuverlässiger Beobachter […] Von dauerndem Werthe ist seine Beschreibung des großen Vesuvausbruchs vom December 1631 […] Nicht minder interessant sind seine Bemerkungen über den Ätna« (ADB 41, 682). – Hieronymus Welsch (1612–1665) nahm während seiner langen Reise (1630–1641) einige Jahre als Quartiermeister an den Feldzügen der Franzosen in der Freigrafschaft und in den spanischen Niederlanden teil. Ob er wirklich selbst durch Nordafrika reiste, bleibt fraglich, da er die entsprechenden Berichte aus anderen Reisewerken entlehnte.

21,5 : 18,0 cm. [24], 427, [1] Seiten, 2 Kupfer, 3 Faltblätter. – Kupfer sehr knapp beschnitten und mit Filmoplastüberklebung von Falzeinriss. Unbeschnittenes Exemplar.

Graesse VI/2, 435. – Tresoldi 31. – Röhricht 1104

359  Johann Wolfgang von Goethe. Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Vollständige Ausgabe letzter Hand. Erster [bis] Fünfundfünfzigster Band. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1827–1833. Kupferbraun-Schwarz-marmorierte Pappbände der Zeit mit je zwei olivfarbenen Rückenschildern mit Goldaufdruck.

Die Werkausgabe vereinte alle Schriften, die Goethe noch zu Lebzeiten zur Veröffentlichung auswählte (Bände 1–40, 1827–30), sowie in den Bänden 41–60 (1833–1842) die »Nachgelassenen Werke« (hier ohne die Nachlassbände 56–60, die erst 1842 von Eckermann herausgegeben wurden). Besonders bedeutsam ist die endgültige Fassung von »Faust« in Band 12 und der Erstdruck von »Faust II« in Band 41. – Die »Großoktavausgabe« wurde gedruckt, nachdem Goethe in den bereits erschienenen Bänden der »Taschenausgabe« Korrekturen vorgenommen hatte. So gilt sie als die textlich zuverlässigere Edition. Sie erschien in deutlich kleinerer Auflage als die »Kleinoktavausgabe« (3.200 statt 20.000 ! Exemplare) und wurde stets wegen ihrer besseren Lesbarkeit und des gefälligeren Erscheinungsbildes besonders geschätzt. Die Auslieferung begann erst 1828. – Mit einigen Textholzschnitten (in Band 55 zur Optik), gefalteten Tabellen und einer lithographierten Tafel (in Band 51 zur Geologie). – Insgesamt gut erhalten und recht dekorativ.

18,7 : 11,5 cm. – Rücken von Band 8 verblasst. Innendeckel mit Papierresten.

Goedeke IV/3, 14, C. – Hagen 24 C3. – Kippenberg 341. – Fischer, Cotta 1770, 1869, 1958 und 2084

362  Johann Wolfgang von Goethe – Zwei Wertheriaden.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Frankfurt und Leipzig 1775 und 1779 [Leipzig um 1850]. Originalbroschuren, ohne Umschlag, mit Buntpapierrückenfalz.

I. Eine entsäzliche Mordgeschichte von dem jungen Werther, wie sich derselbe […] um’s Leben gebracht hat, allen jungen Leuten zur Warnung. Frankfurt und Leizig 1775. 8 Seiten. Nachdruck von Heinrich Gottfried von Bretschneiders berühmtem Werther-Bänkelsang von 1776, zur Verwirrung der Bibliographen früher als der Erstdruck datiert. – II. Leben und geringe Thaten von Werther dem Sekretär, Einem gutmüthig-grausigen Liebhaber. Geschrieben und leider auch gedruckt in Lipzig da man zählte 1779. 18 Seiten. Nach Ebeling stammt diese Travestie von einem Leipziger Buchhändler und datiert zwischen 1830 und 1855.

Ca. 14 : 11 cm. 8 bzw. 18 Seiten. – Leicht stockfleckig, unbeschnitten.

Goedeke IV/3, 186, 3 Anmerkung und 188, 52. – Appell 335 und 345. – Vgl. Slg. Kippenberg 3222–3225 und 3231. – VD18 10232125 und 10230068 (ohne Angabe der korrekten Erscheinungsjahre)

366  Weimarisches dramatisches Taschenbuch

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

für größere und kleinere Bühnen unter der Theilnahme von Castelli, H. Clauren, Contessa, Gehe, Geyer, Holbein, Kind, Lebrun, v. d. Velde, Weissenthurn, Ziegler u. a. Herausgegeben von Theodor Hell (d. i. Karl Gottlieb Theodor Winkler). Erster Jahrgang [alles Erschienene]. Weimar, Gebrüder Hoffmann [1822]. Mit gestochenem Porträt und drei kolorierten Kupfertafeln von C. Ermer nach Lorzing, König und Schwerdgeburth. Originalpappband mit lithographierten Bordüren.

Der einzig erschienene Jahrgang enthält entgegen der Ankündigung auf dem Titel nur Stücke von Geyer (Der Bethlehemitische Kindermord), Clauren (Das Gasthaus zur goldenen Sonne), Ernst von Houwald (Die alten Spielkameraden) und Johanna Franul von Weissenthurn (Ein Mann hilft dem andern). – Eins der reizvollen farbigen Kostümkupfer zeigt den Vater des Komponisten Albert Lortzing. – Am Ende ein Errata-Blatt und sechs Seiten Verlagsanzeigen der noch heute existierenden Weimarer Buchhandlung.

14,3 : 8,0 cm. [12], 120, 128, 87, [1], 64, [8] Seiten. – Die kolorierten Kupfer leicht und gleichmäßig gebräunt. – Stellenweise stockfleckige Ränder.

Lanckoronska/Rümann 126. – Goedeke VIII, 131, 25. – MNE II, 283

372  Hans Christian Andersen. Sammelband mit vier Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Kopenhagen, Universitätsbuchhandlung C. A. Reitzel 1845–1851.

I. Lykkens Blomst. Eventyr-Comedie. Musiken af Syngemester Rung. 1845. 79, [1] Seiten. – II. Kunstens Dannevirke. Forspil verd det kongelige danske Theaters hundredeaars Fest 1848. 22 Seiten. – III. Den nye Barselstue. Originalt Lystspil. 1850. 46 Seiten. – IV. Hyldemoer. Phantasiespil i een Act. 1851. [4], 60 Seiten. – Alle Titelblätter mit kleinem Stempel des Verlegers. – Alle gedruckt bei Bianco Luno.

16,4 : 11,2 cm. – Gelenke leicht berieben, obere Ecken etwas bestoßen. – Durchgehend mehr oder weniger stockfleckig. Vorsatzblatt mit Besitzvermerk und Exlibris.

Andersen Online Bibliographie des H. C. Andersen Centret 621, 624, 629 und 630

374  Theodor Fontane. Christian Friedrich Scherenberg

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

und das literarische Berlin von 1840 bis 1860. Berlin, Wilhelm Hertz 1885. Grüner Originalleinenband mit Gold- und Schwarzprägung.

Erste Ausgabe. – Noch heute bildet Fontanes Porträt ein wichtiges und lebensvolles Bild der gesellschaftlichen und literarischen Zustände in Berlin vor der Reichsgründung. – Dazu: Theodor Fontane. Kriegsgefangen. Erlebtes 1870. Berlin, Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei 1871. Halblederband der Zeit. Erste Ausgabe.

19,8 : 13,5 cm. [4], 260 Seiten. – Das letzte Drittel unten leicht gestaucht, sonst sehr schön. – 18,5 : 12,0 cm. VIII, 336 Seiten. Einbandecken etwas berieben. Exlibris, Titelblatt mit Stempel.

Rasch I, 402 und I, 373

375  Honoré Daumier – Album du siége

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

par Cham [Amédée de Noé] et [Honoré] Daumier. Recueil de caricatures. Paris, Bureaux du Charivari 1870–71. 40 Lithographien, einschließlich Titelblatt. Roter Halblederband um 1900 mit Rückenvergoldung.

Enthält 30 karikierende Lithographien von Cham und zehn von Daumier zu den Zuständen an und hinter der Front während des deutsch-französischen Krieges 1870-71. – Beide Künstler gehörten zu den wichtigsten Beiträgern der Satirezeitschrift »Le Charivari« (Das Spektakel), die von 1832 bis 1937 erschien. – Alle Blätter sehr gut erhalten.

33,3 : 25,3 cm. 40 Lithographien. – Ecken und Kapitale etwas berieben.

Sander 207

377  New York.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 280

Chromolithographie nach John Bachmann. 1870. 33,3 : 66,7 cm.

Eine der bekanntesten Vogelschauansichten von New York aus dem späten 19. Jahrhundert. – Verlegt von L. W. Schmidt 1870. – Der Blick reicht vom Hudson River und dem Ufer von New Jersey über Manhattan, Battery Park, East River mit Brooklyn Bridge, den Stadtteil Brooklyn bis zum Hafen von New York und Governors Island. – John Bachmann (1814–1896) schuf eine größere Anzahl von Ansichten der Stadt, die mit ihrem Detailreichtum bis heute beeindrucken und für zahlreiche Nachdrucke sorgten.

Oben und unten bis an die Darstellung beschnitten, eine handschriftliche Legende im Unterrand. – Ränder etwas gebräunt und mit kleinen Einrissen, rückseitig stockfleckig.

380  Friedrich Nietzsche – Den Manen Friedrich Nietzsches.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Weimarer Weihgeschenke zum 75. Geburtstag der Frau Elisabeth Förster-Nietzsche. Herausgegeben von Max Oehler. München, Musarion [1921]. Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung der Schwester des Philosophen, der umstrittenen Hüterin seines Nachlasses: »Für Professor Dr. Deetjen in dankbarer Erinnerung an den 10. Juli 1921« (wohl Werner Deetjen, der Mitglied der »Freunde des Nietzsche-Archivs« war). – Mit Beiträgen von Ernst Bertram, Thomas Mann, Richard Oehler u. v. a.

24,7 : 17,5 cm. [8], 224, [4] Seiten. – Einband leicht fleckig. – Erste und letzte Seite etwas gebräunt.

wegen Thomas Mann: Potempa G 108.21

386  The Print Collector’s Newsletter.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Volume I–XXVI [alles Erschienene]. New York 1970–1996. Mit zahllosen Abbildungen. 158 Originalbroschuren in 15 blauen Originalsammelmappen.

Vollständige und sehr gut erhaltene Folge der wichtigen Zeitschrift, die zweimonatlich über internationale Ausstellungen, Editionen und Auktionen berichtete. – Die Zeitschrift endete mit Heft 2 des Jahrgangs 1996. – Dazu: On Paper. The Journal of Prints, Drawings, and Photography. Formerly Print Collector’s Newsletter. New York 1996–1998. Elf reich illustrierte Originalbroschuren. Von dieser Fortsetzung erschienen im ersten Jahrgang sechs, im zweiten nur noch fünf Hefte. – Alle tadellos.

29,0 : 25,5 cm. Je Heft ca. 32-48 Seiten.

388  Faksimiles – Apocalypsis Johannis.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Faksimile und Kommentarband. Modena, Libri illustri Il Bulino 1998. Originallederband mit Blindprägung und Halblederband.

Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 999). – Faksimile des Blockbuches a.D.5.22 der Bibliotheca Estense Universitaria in Modena. – Mit Aufsätzen von Ernesto Milano und Daniele Bini. – Die Bilderhandschrift mit kolorierten Holzschnitten entstand um 1460 in den Niederlanden oder in der deutschen Rhein-Region.

29,5 : 23,0 cm. 48 Blätter; 127 Seiten.

392  Faksimiles – Das Mittelalterliche Hausbuch. The Medieval Housebook.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Faksimile- und Kommentarband. München und New York, Prestel 1997. Blindgeprägter Originalleder- und Halblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 50 nummerierten Belegexemplaren (Gesamtauflage 800). – Die Fragment gebliebene Handschrift beschäftigt sich mit Planetenbildern, Ritterleben, Hausmitteln, Bergwerk und Verhüttung, Kriegstechnik und vielem mehr und wurde durchgehend reich illustriert. – Der Codex lässt sich nicht genau datieren, das Hausbuch taucht zum ersten Mal nach dem Tod des Wolfeggers Maximilian Willibald (1604–1667) in dessen Nachlassinventar auf. – Mit dem Kommentarband von Christoph Graf zu Waldburg Wolfegg. – Tadellos erhalten.

31,0 : 21,0 cm. 63 Blätter; 235, [1] Seiten.

393  Faksimiles – Liber Physiognomiae.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Faksimile und Kommentarband. Modena, Libri illustri Il Bulino 2000. Originallederband und Originalbroschur. Zusammen im Schuber.

Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 999). – Faksimile der Handschrift Lat. 697 des 15. Jahrhunderts aus der Biblioteca Estense Universitaria in Modena. – Mit einem Kommentar von Daniele Bini, Paola di Pietro Lombardi und Leandro Ventura. – Faksimile einer anonymen Handschrift, die auf das Jahr 1440 datiert wurde. Die Enzyklopädie befasst sich mit Medizin und Astrologie im Mittelalter.

30,2 : 22,5 cm. [72] Seiten; 135, [1] Seiten.

395  Kleine Erzählungen über Ein Buch mit Kupfern

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

oder leichte Geschichten für Kinder. Philadelphia, Johnson und Warner 1809. Mit 19 Holzstichen. Gefalzte Blätter ohne Einband.

Erste deutsche Ausgabe, nach der amerikanischen Fassung. – 1804 erschien in London das englische Original »Little prattle over a book of prints«, 1808 folgte bei Johnson eine amerikanische Ausgabe. Beide waren mit 17 Kupferstichen illustriert, die – um zwei Abbildungen erweitert – für die deutsche Ausgabe in Holz nachgestochen wurden. Am Ende ein Alphabet und eine Seite Silbenschrift. – Die Illustrationen zu den belehrenden, teils recht drastischen Texten könnten von Alexander Anderson (1775–1870) stammen. Der Sohn schottischer Einwanderer wurde in New York geboren und illustrierte zahlreiche Kinderbücher und Jugendzeitschriften.

13,8 : 9,0 cm. [44] Seiten. – Kleiner Braunfleck am Seitenrand.

Rosenbach, Early American Children’s Books 395 und 372

396  Franz von Pocci – Guido Görres. Schön Röslein.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Ein Mährchen. München, Litterarisch-Artistische Anstalt 1838. Mit zahlreichen Textholzschnitten von H. Neuer nach Zeichnungen von Franz von Pocci. Pappband mit chromolithographierten Deckelvignetten.

Erste Ausgabe des romantischen Märchens. – Unter den Holzschnitten nach Poccis entzückenden Vorlagen finden sich auch viele figürliche Initialen. – Am Ende die Zeitungsparodie »Allgemeine Königl. Hof-Rosenzeitung«, herausgegeben von Kurz von der Rosen, mit Meldungen aus Rosenburg, vom Landgericht Rosenheim, Rezepten gegen Gürtelrose, Anzeigen eines Antiquars aus Rosenthal (u. a. Les roses von Redoute, Dornröschen gezeichnet von Neureuther) und Börsenkursen von Rosenobel und Rosenpiaster. – Im Gegensatz zu Grimms und Bechsteins […] Märchen […] ein Kunstprodukt, dem man die Mache anmerkt, eine Häufung abenteuerlicher Begebenheiten mit deutlichen Anklängen an bekannte Geschichten […] die zahlreichen Initialen, reich an glücklichen Einfällen, überraschen den Beschauer […]« (Aloys Dreyer, Pocci, S. 41). – Eines der von Pocci-Enkel erwähnten »besseren« Exemplare mit den Chromolithographien auf dem Einband.

19,8 : 15,5 cm. [2], 70 Seiten. – Deckelränder und Rücken übermalt, Vorsatzblatt mit eingeklebter ankolorierter Bleistiftzeichnung (Blütenmuster). – Etwas stockfleckig und oben mit Wasserrand.

Pocci-Enkel 80. – Stuck-Villa I, 126. – Seebass II, 652. – Rümann 1653. – Rümann, Das illustrierte Buch, Seite 306

398  Lothar Meggendorfer. Verwandlungs-Bilder.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Erste Vorstellung. Zweite Auflage. Esslingen, J. F. Schreiber [1894]. Mit Titelvignette, Textillustrationen und sechs chromolithographierten Tafeln mit zweilagigem Ziehmechanismus. Originalhalbleinenband mit farbig illustriertem Vorderdeckel.

Erste Ausgabe. – Äußerst seltenes Ziehbilderbuch mit witzigen und einfallsreichen Verwandlungsbildern zu den Geschichten vom Widerspenstigen Esel, dem Dummen August, der Fischerin, dem Neger in Kamerun u. a. – Durch vertikales Verschieben der vier horizontalen Bilderstreifen erscheint ein vollkommen neues Bild. – »Mit seinen Verwandlungsbildern führt uns Meggendorfer wieder allerhand menschliche Schwächen auf die komischste Art in Jalousiebildern vor Augen« (Laub, SMCA S. 243). – Die Ziehmechanismen alle tadellos intakt.

35,3 : 25,5 cm. [16] Seiten. – Einband lichtrandig und fleckig. – Vorsatz mit Händlerstempel. Ziehmechanismus teils unauffällig restauriert, dort Bildausschnitte mit kleinen Eckeinrissen.

Krahé, Spielwelt 125. – Ries 95. – Stuck-Villa I, 438

401  Lothar Meggendorfer. Aus dem Leben.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Sechste Auflage. München, Braun & Schneider 1885. Acht chromolithographierte Tafeln mit zweilagigem Ziehmechanismus. Originalhalbleinenband mit farbig illustriertem Vorderdeckel.

Die erste Auflage erschien 1882. – Acht pochoirkolorierte Ziehbilder mit Alltagsgeschichten: »Vor der Schule«, »Der Konditorjunge«, »Marie«, »Der Sonntagsreiter«, »An der Wiege«, »Der Truthahn«, »Der Tanzbär« und »Der Affe«. – Die mahnenden Worte des Vorworts »In der Zukunft froh sich’s lohnt, wenn man seine Sachen schont, d’rum mit Vorsicht und Bedacht, gebet auf dies Buch wohl acht« wurden bedingt befolgt – zumindest die Ziehmechanismen sind alle intakt. – Sehr selten.

32,3 : 23,5 cm. [18] Seiten. – Einband fleckig und bestoßen. – Seiten im Falz neu gefasst. Innen deutliche Gebrauchsspuren, einige Papierteile der Ziehbilder erneuert, einige Ziehmechanismen etwas schwergängig. Insgesamt fleckig.

Krahé, Spielwelt 14. – Ries 13. – Wegehaupt IV, 1402. – Lex. KJL II, 460

404  Hermynia Zur Mühlen. Das Schloß der Wahrheit.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Ein Märchenbuch. Berlin, Verlag der Jugendinternationale 1924. Mit sieben Bildtafeln, davon vier farbig, und 29 Illustrationen im Text, alle von Karl Holtz. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Exemplar mit dem Eindruck »Organisationsausgabe« und dem Hinweis, dass »diese Exemplare nur an Mitglieder der der 3. Internationale angeschlossenen Organisationen abgegeben werden« dürfen. – Karl Holtz (1899–1978) arbeitete in dieser Zeit für verschiedene sozialdemokratische Zeitschriften. Nach dem Krieg lebte er in Ostdeutschland. Dort wurde ihm eine Stalin-Karikatur, 1949 in einer Schweizer Zeitung veröffentlicht, zum Verhängnis. Er wurde verhaftet und von einem sowjetischen Militärgericht zu 25 Jahren Haft verurteilt. – Hermynia Zur Mühlen wurde durch Übersetzungen für den Malik-Verlag bekannt und veröffentlichte mehrere proletarische Kinderbücher.

29,0 : 23,0 cm. 61, [3] Seiten, 7 Tafeln. – Einband leicht fleckig. – Besitzvermerk auf Vorsatzblatt, Ränder teils etwas gebräunt.

Melzwig 882.1

406  Hendrik Willem van Loon. The Story of Wilbur the Hat.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Being a true account of the strange things which sometimes happen in a part of the world which does not exist. Written and drawn for the fun of it. New York, Liveright 1925. Mit 56 ganzseitigen, meist farbigen Illustrationen, darunter der Doppeltitel und ein Widmungsblatt. Grüner Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und illustriertem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Grotesk und surrealistisch anmutendes Bilderbuch, das die Abenteuer eines Hutes auf der Erde, im Weltall und dabei in vielen Situationen mit literarischen, historischen und geographischen Zusammenhängen schildert. – Ein bemerkenswertes Beispiel phantastischer Kinderbuch-Literatur. – Hendrik van Loon (1882–1944) wurde 1919 amerikanischer Staatsbürger und schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Jugendbücher (u. a. »The Story of Mankind« 1921) sowie eine fiktive Rembrandt-Biographie. Er war später eng mit Carl Zuckmayer und den Eheleuten Thomas und Katia Mann befreundet.

26,0 : 19,3 cm. 110, [2] Seiten. – Umschlag mit kleinen Randläsuren. – Vorderes Innengelenk angeplatzt.

Vgl. Lex. KJL III, 674

408  Lou Scheper-Berkenkamp. Die Geschichten von Jan und Jon und von ihrem Lotsen-Fisch.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Leipzig, Ernst Wunderlich 1948. Durchgehend farbige Bild-Text-Seiten. Illustrierte Originalbroschur.

Erste und bisher einzige Ausgabe. – Auf festem Karton gedruckt. Die Schrift innerhalb der seitenfüllenden Illustrationen schrieb Barbara Jedermann-Jahncke. – Lou Berkenkamp (1901–1976) kam 1920 ans Weimarer Bauhaus und nahm Unterricht bei Johannes Itten, Paul Klee und Georg Muche. 1922 heiratete sie, mittlerweile Schülerin in der Werkstatt für Wandmalerei, ihren dortigen Kommilitonen Hinnerk Scheper, der 1925 Meister für diesen Kurs wurde. Ende der 1920er Jahre arbeiteten die Eheleute gemeinsam in Moskau für eine »Beratungsstelle für Farbe in der Architektur und im Stadtbild« und kehrten 1931 für noch kurze Zeit ans Bauhaus zurück. Nach dessen Schließung 1933 in Berlin arbeitete Lou Scheper-Berkenkamp freischaffend. In Nachfolge ihres früh verstorbenen Mannes war sie nach 1957 an einigen seiner Projekte (Philharmonie von Hans Scharoun, Gropiusstadt, Flughafen Berlin-Tegel) beteiligt. – Sie »hatte sich schon in den zwanziger Jahren mit Bildern, Bildgeschichten und bebilderten Briefen beschäftigt. Vermutlich entwickelte sie bereits damals das entscheidend neue Prinzip der »Geschichten von Jan und Jon«, nämlich Schrift und Bild zu einer lebendigen Einheit zu verbinden« (Bilderwelt). Ihre wenigen Kinderbücher wurden erst nach Kriegsende publiziert. – Sehr selten.

29,5 : 21,0 cm. [20] Seiten. – Etwas stockfleckig.

Bilderwelt 813. – Doderer/Müller 1038. – Stuck-Villa II, 286 (mit ganzseitiger Abbildung)

416  E[duard] Bagritsky. Duma pro Opanasa.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

(russisch: Duma von Opanas). Moskau, GIChL 1935. Mit vier Farblinolschnitten von I. G. Nikolaevtsew nach R. A. Grabbe. Originalleinenband mit rotgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe mit der lyrischen Fassung von 1926 und dem Libretto. – Der Dichter Bragitsky verfasste einige Texte, die seinen frühen Tod Jahrzehnte überdauerten. – Seine Huldigung des revolutionären Kampfes wurde in der dramatisierten Fassung von W. J. Schebalin vertont.

30,3 : 22,5 cm. 68, [4] Seiten, 4 Linolschnitte. – Einband etwas fleckig. – Leicht fleckig, Titel mit Besitzvermerk, hinterer Innendeckel mit Eintragung.

417  Nikolai Gumiljov. Ognennij Stolp

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

(russisch: Die Feuersäule). Petersburg 1921. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Nikolai Stepanowitsch Gumiljow (1886–1921) gilt als einflussreicher Dichter der russischen Moderne. Seine Dichtungen gelten als Musterbeispiele des »Akmeismus«, jener damaligen russischen Literaturströmung , die sich ohne futuristisch-revolutionäre Wandlungen von Sprache und Schrift vom Symbolismus abgrenzen wollte. – 1921 wurde Gumiljow von der russischen Geheimpolizei verhaftet und hingerichtet. Seine Werke wurden verboten, das vorliegende ist seine letzte Lyriksammlung.

15,6 : 11,0 cm. 74, [4] Seiten. – Einband fleckig, Hinterdeckel mit Stempeln, am Rücken eingerissen. – Besitzvermerk auf Titel, sonst innen sehr schön.

418  S[emjon] Kirsanov. Poslednij sovremennik

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

(russisch: Der letzte Zeitgenosse). Moskau, Federatsia 1930. Originalbroschur mit farbig lithographiertem Umschlag nach Entwurf von Alexander Rodschenko.

Erste Ausgabe. – Enthält aus der titelgebenden Versdichtung auch die Sammlung »Pisma«. – Kirsanow, geboren in Odessa, gilt als der wichtigste Initiator der Vereinigung der Futuristen in den südlichen Sowjetrepubliken und gründete 1921 »LEF Jug« (LEF Süd). Er lernte dadurch Majakowski kennen und unternahm mit ihm Lesereisen durch die UdSSR.

18,2 : 13,0 cm. 95, [1] Seiten. – Umschlagkanten etwas bestoßen. – Titel mit Besitzvermerk.

Rowell/Wye 891

420  Aleksei Eliseevich Kruchenykh. Zaumnyi yazyk u:

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 250

Seifullinoi, Vs. Ivanova, Leonova, Babelia, I. Selvinskovo, A. Veselovo i dr. Kniga 127-ia (russisch). Moskau, Vserossiiskovo soiuza poetov 1925. Mit zwei Vignetten und Vorderdeckelillustration von Valentina Kulagina-Klutsis. Farbig lithographierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 3000 Exemplaren. – Gedichtsammlung mit Zaum-Dichtungen von Kruchenykh und Texten von Isaak Babel, Lidija Seifulina, Ilia Selwinsky und anderen. – Mit einer Bibliographie der Werke Kruchenykhs.

18,5 : 13,8 cm. 59, [5] Seiten. – Beide Umschlagdeckel leicht geknickt, vorderer mit kleiner Nummer, hinterer fleckig.

Rowell/Wye 599. – Compton 156, 31

421  Osip M. Brik. Ne poputchitsa

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

(russisch: Kein Mitreisender). Moskau, Gosudarst. Isdatelstvo 1923. Illustrierte Originalbroschur nach Entwurf von Anton Lawinsky.

Erste Ausgabe. – Anton Lawinsky (1893–1968) war 1920 nach Moskau gekommen, hatte dort Majakowski und die Künstlergruppe des Instituts für Künstlerische Kultur (INChUK) kennengelernt und wurde Mitglied der Gruppe »Linke Front der Künste« (LEF). – Lawinsky schuf herausragende Fotomontageplakate (Filme, Werbung), die Umschlagillustration zu Briks Dichtung kombiniert konstruktivistische Elemente mit Fotomontage unter Verwendung der damals bevorzugten Bilddiagonale. – Hinterumschlag mit dem Logo der Zeitschrift »LEF«.

22,4 : 15,3 cm. 36 Seiten.

Rowell/Wye 472

422  [Vladimir Majakovskij]. 150.000.000.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 500 ( R7 )

(russisch). Moskau, Gosudarstvennoje Isdatelstvo 1921. Dunkelroter Lederband mit Blindprägung, die Originalbroschur eingebunden.

Erste Ausgabe. – Anonym erschienene Gedichtsammlung des bedeutenden russischen Avantgarde-Dichters, die im Widmungsgedicht auf die Macht der Massen Bezug nimmt. – 1920 hatte er u. a. die USA und Europa bereist. – Sehr gut erhalten, unbeschnitten eingeheftet.

19,0 : 14,0 cm. 70, [2] Seiten. – Die Deckel der Broschur etwas fleckig und vorn mit kleiner ergänzter Randfehlstelle.

Rowell/Wye 354/355

426  Lajos Kassák. Tisztaság könyve

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 600 ( R7 )

(ungarisch: Buch der Reinheit). Budapest, Horizont 1926. Mit serigraphierten Zwischentiteln, einer farbig serigraphierten Anzeige und sechs Bildtafeln. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe dieser wichtigen Sammlung von Aufsätzen und Dichtungen. – Enthält u. a. »25 uj vers« (25 neue Gedichte), nummeriert 40–65; »Prózák 1925« und »Forditások 1915–26« (Übersetzungen) sowie »A korszerü müvészet EL«. – Die Bildtafeln mit Kunstwerken Kassáks, darunter Bühnenbilder, Plastiken (u.a. das auf dem Umschlag nochmals abgebildete Relief), farbiger Reklameentwurf. – In mustergültiger Typographie gestaltet. – Der Entwurf des Umschlags war u. a. 1927 auf der Internationalen Schau zeitgemäßer Reklame in der Kunsthalle Mannheim ausgestellt.

25 : 17 cm. 115, [5] Seiten, 6 Tafeln. – Umschlag gebräunt, etwas fleckig und an den Rändern unauffällig restauriert.

Csaplar, Kassak 1999, 83

429  Labyrinthe.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Journal mensuel des lettres et des arts. Rédacteur en chef: Albert Skira. Nos. 1[–] 23 [alles]. Genf, Oktober 1944–Dezember 1946. 22 Zeitschriften mit zahlreichen Abbildungen.

Vollständige Folge der von Albert Skira herausgegeben und verlegten Kunstzeitschrift »an der die Elite der französischen Literatur und Kunst mitarbeitete« (Hans Bolliger). – Mit Text- und Bildbeiträgen von und über Matisse, Giacometti, Chagall, Picasso, Brassai, Breton, Tzara, Malraux u. v. a. – Im März 1946 erschien kein Heft, nach dem Herbst folgte im Dezember 1946 die abschließende Doppelnummer 22/23. – Dazu: Le ciel bleu. Hedomadaire littéraire pour tous. Directrice et editeur responsable: Rose Capel. 1re année, No. 1 [–] 9 [alles]. Brüssel, Februar–April 1945. Mit einigen Illustrationen. Gefaltete Originalzeitschriften. Interessante Zeitschrift zur literarischen Moderne Europas, die aber bereits nach zwei Monaten wieder eingestellt wurde.

50 : 33 cm, hier einmal horizontal gefaltet. – Erste Seite von Heft 1 mit horizontalem Einriss. – Ränder teils leicht gebräunt und mit leichten Alterungsspuren (beide Reihen).

Dokumentations-Bibliothek III, 179

431  Arte fantastico.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

Texto de Antonio Saura. Madrid, Libreria Clan, Espoz y Mina [1953]. Mit 14 Bildtafeln, davon 13 nach Fotografien von Carlos Saura. Originalbroschur.

Coleccion Artistas nuevos, Heft 12. – Eins von 300 Exemplaren, herausgegeben als Erinnerung an die Ausstellung »Arte fantastico« in der Madrider Buchhandlung »Libreria Clan«. Dort wurden Arbeiten von Miró, Picasso, Calder, des jungen Antonio Saura und anderer Künstler gezeigt. Die Fotografien der Objekte und Künstler, entstanden in Ateliers und während er Ausstellung, stammen von Carlos Saura, der damals an der staatlichen spanischen Filmhochschule studierte und, durch seinen Bruder Antonio vermittelt, bereits erste Ausstellungen hatte. – Sehr selten, kein Exemplar im Handel nachweisbar, nur drei Exemplare via WorldCat. – 2007 erfolgte ein Reprint der von T. Seral Casas herausgebenen Reihe.

19,5 : 17,0 cm. [12] Seiten, 14 Tafeln. – Titelblatt mit Exlibrisstempel.

Galfetti, Saura Bibliographie 2

436  Girli mux ün fidel bum

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

[Schaffhausen], Edition bim 1996. Mit Holzschnitten, Materialdrucken und Typographiken. Lose in Originalkarton.

Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 100). – Herausgegeben von Fritz Sauter und von ihm auf dem Druckvermerk signiert und nummeriert. – Enthält 15 Blätter, darunter einen Holzschnitt von Hans Arp (»erscheint in dieser Form zum ersten Mal«) sowie Texte von Robert Walser (»Will eine feine Frau man sein …«), Hugo Ball, Emmy Ball-Hennings, Apollinaire, August Stramm, Paul Scheerbart, Erik Satie (»Während meiner gesamten Jugend sagte man mir: Sie werden schon sehen, wenn Sie einmal 50 sind. Ich bin 50. Ich habe NICHTS gesehen«) u. a., meist mit Holzschnitten von Fritz Sauter. – Gedruckt »auf Velin Arches-Bütten, Karton, Tapetenmuster und so«. – Ebenso selten wie originell.

54 : 32 cm (Kassette). – Kassette leicht beschädigt, Inhalt tadellos.

439  Rysselberghe – Emile Verhaeren. Almanach.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Cahier de vers, ornementé par Théo van Rysselberghe. Brüssel, Dietrich 1895. Mit Holzschnitten, davon vier ganzseitig, und Holzschnittvignetten. Originalbroschur, Vorderumschlag mit Holzschnittillustration.

Eins von 250 in Blau gedruckten Exemplaren (Gesamtauflage 1050, davon 50 auf Japan, die übrigen in vier Farbvarianten auf »Papier Ingres«). – Die Gedichte Verhaerens zu den zwölf Monaten werden durch Holzschnittvignetten verziert, jede Jahreszeit mit einem blattgroßen Titelholzschnitt. Das Kalendarium mit reich ornamentierten Bordüren. – Prächtiges Beispiel für den belgischen Jugendstil, zu dessen Hauptvertretern Théodore van Rysselberghe (1862–1926) zählt.

20,8 : 19,3 cm. [48] Seiten. – Äußerste Seitenränder schmal gebräunt.

Langer S. 213

444  Wiener Buchkunst – Oesterreichische Monatsbilder.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

XXV Compositionen von H. Lefler und J. Urban. Wien, Artaria 1900. Mit zwölf Farbtafeln. Originalbroschur.

Zwölf Farbtafeln und Monatsblätter mit breiten illustrierten Bordüren, gezeichnet von den Wiener Sezessions-Künstlern Joseph Urban und Heinrich Lefler. – Die beiden Künstler arbeiteten oft zusammen, Urban lieferte dabei stets die dekorative Umrahmung zu Leflers Illustrationen. Beide zählten zu den wichtigsten Künstlern des europäischen Jugendstils. – »Der ›Österreichische Kalender‹ 1898 entstand im Auftrag des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht. Die Originale wurden vom Unterrichtsministerium erworben und der Monatsschrift ›Kunst und Kunsthandwerk‹ des Österreichischen Museums zur monatlichen Veröffentlichung überlassen. Die 25 Farbdrucke waren als Jubiläumskalender aus Anlass des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs gedacht. Im darauffolgenden Jahr, 1899, erschienen die Illustrationen als gesonderte Broschüre. 1900 wurden sie unter dem Titel ›Österreichische Monatsbilder‹ unter Weglassung des Kalendariums erneut publiziert« (Markus Kristan, Joseph Urban. Wien, Böhlau 2000). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Aus dem Besitz des österreichischen Schriftstellers Karl Klammer mit dessen Exlibris. Die Eintragungen geben Einblick in das Privatleben Klammers, aber auch in die Firmengeschichte des Artaria Verlag (dessen Gesellschafter Klammer war und in dem das vorliegende Buch erschien).

31,5 : 27,5 cm. [26] Seiten. – Rücken erneuert. – Exlibris. Titelblatt mit Abklatsch inzwischen entfernter Klebestreifen. Monatsblätter sämtlich mit handschriftlichen Eintragungen.

446  C[arl] O[tto] Czeschka. Allerlei Gedanken in Vignettenform.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Wien und Leipzig, Martin Gerlach & Co. [1902]. Mit Titelblatt und 29 teilweise farbigen Tafeln von C. O. Czeschka, lose in Originalhalbleinenmappe mit Schließbändern.

Erste und einzige Ausgabe der ersten selbständigen Publikation Czeschkas. – Erschien als erster Teil des von Martin Gerlach herausgegebenen dreibändigen Mappenwerkes »Die Quelle«. Czeschkas »Vignetten« mit Illustrationen von Exlibris bis zu Menüentwürfen gelten neben Kolo Mosers »Flächenschmuck« als bestes Beispiel für das Grafikdesign der Wiener Secession. Die Publikationen dienten diversen Kunsthandwerkern als Vorlagenwerk. – Carl Otto Czeschka (1878–1960) gehörte zu den wichtigsten Künstlern der Wiener Werkstätte. 1907 kam er nach Hamburg und lehrte an der dortigen Staatlichen Kunstgewerbeschule Lerchenfeld.

25,5 : 29,5 cm. 30 tafeln. – Mappe berieben und fleckig. Vorderdeckel mit Bibliotheksstempeln und -schild. – Titelblatt (und vier Tafeln) ebenfalls mit Bibliotheksstempeln. Wenige Tafeln mit winzigen Randläsuren.

449  Remigius Geyling – Ball der Stadt Wien 1909.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Gedenktage aus dem Jahre 1909. Eine Erinnerung. Den Damen Wiens gewidmet vom Ballkommitee der Stadt Wien. Wien [1909]. Originalecrasélederband mit reicher Deckelvergoldung und Goldschnitt (signiert: Wilhelm Melzer, Wien). In Originalkassette.

Erstausgabe dieser berühmten Ballspende mit den schönen farbigprächtig lithographierten Jugendstil-Illustrationen von Remigius Geyling aus der Geschichte Wiens im Jahre 1809. – Remigius Geyling (1878–1974) besuchte ab 1898 die Kunstgewerbeschulen in Wien und München. Er war Gründungsmitglied des Österreichischen Werkbunds und von 1922 bis 1945 Ausstattungschef des Wiener Burgtheaters. Dort führte er die szenischen Wechselbilder mittels Großwechselbild-Projektion ein. Die Spannbreite seines künstlerischen Schaffens reicht vom Jugendstil über den Expressionismus bis zum Art Déco.

14,7 : 16,8 cm. 14 Kartontafeln. – Ränder der Kassette etwas berieben. – Einband minimal fleckig.

Langer, Jugendstil 158

451  Fidus [eigentlich Hugo Höppener]. Reigen. Berliner Tageblatt 1909.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 500 ( R19 )

Tuschfeder. Wohl 1908. 27,4 : 38,0 cm. Betitelt.

Auf gelblichem Velin. – Erste Vorzeichnung für die Winterseite eines Jahreskalenders des Berliner Tageblatts. – Unten rechts mit Bleistift betitelt »Reigen«. – Der Lübecker Konditorsohn Hugo Höppener (1868–1948) brach sein 1887 begonnenes Studium an der Münchner Akademie nach kurzer Zeit ab und verschrieb sich zunächst dem »Naturapostel« Karl Wilhelm Diefenbach, der ihm den Namen »Fidus« (der Getreue) verlieh. Die von Diefenbach verfolgten Prinzipien des Vegetarismus, der »Lichtgläubigkeit«, der Freikörperkultur und einer generell naturgemäßen Lebensweise beherrschten die Geisteswelt des jungen Fidus. Beide wurden 1888 wegen ihrer Freikörperkultur zu Kerkerhaft verurteilt. Dies war Fidus offensichtlich Anlass, sich wieder seinem Kunststudium zuzuwenden. Aktdarstellungen blieben aber ein zentrales Motiv seiner Bildwelten.

Leicht stockfleckig.

452  Fidus [eigentlich Hugo Höppener]. Reigen. Berliner Tageblatt 1909.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 750 ( R19 )

Aquarell und blaue Tuschfeder. Wohl 1908. 27,4 : 38,0 cm. Betitelt.

Auf blassgrauem Velin. – Schöne detailliert ausgeführte Vorzeichnung für die Winterseite eines Jahreskalenders des Berliner Tageblatts. – Gegenüber der schwarzen Fassung (siehe die vorherige Katalognummer) nun mit schemenhaften Bäumen im Hintergrund. Die umlaufende Bordüre mit minimalen Abweichungen. – Unten rechts mit Bleistift betitelt »Reigen«, in der Zeichnung mit der Anweisung »Ausdruck nur auf Kontur!«. – Eine gedruckte Fassung konnten wir nicht nachweisen, wohl aber die Vorzeichnung zur Sommerseite mit sechs unbekleideten jungen Tänzerinnen.

453  Reinhold Geidel. Kalender.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Gouache. Wohl 1924. 44,2 : 32,7 cm. Signiert.

Originalvorlage für den Hintergrundprospekt eines Abreißkalenders, konzipiert als Werbemittel der Kunstdruckanstalt Eschebach & Schäfer in Leipzig-Stötteritz. – Reinhold Geidel (1889–1976) schuf Gemälde, Buchumschläge, Gebrauchs- und Werbegraphiken. Bekannt wurde er vor allem durch seine ornament- und formenreichen Art déco-Einbandentwürfe für die Reisewerke des Brockhaus-Verlages. – In Gelb, Blau und verschiedenen Rottönen, einige Zierstücke mit Goldbronze gehöht. Mittelfeld mit angedeutetem Kalenderblatt. – Auf festem Karton, Seidendeckblatt mit dem Atelierstempel.

455  Georg Hulbe. Fotoalbum; Lederband mit farbigen Lederschnittverzierungen und Vergoldung.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 220 ( R19 )

Um 1900. 33,5 : 21,0 : 4,8 cm.

Hellbrauner Kalblederband, Rücken mit fünf Bünden, Vorderdeckel mit partiell bemaltem Lederschnittdekor (Fliederzweige vor stilisierten Wolken). Das Wolkenlineament vergoldet, die Blätter der Zweige erhaben modelliert – insgesamt typische Gestaltung des Hamburger Buchbinders. »Seine Werkstatt, die 200 Angestellte beschäftigte, hatte in der Zeit der Protorenaissance der 1880er und 90er Jahre internationale Bedeutung« (Thieme/Becker XVIII, 105). – Er galt als »einer der erfolgreichsten Kunstgewerbler seiner Zeit in Deutschland mit dem bleibenden Verdienst der Wiederbelebung historischer Ledertechniken. […] Hulbe revitalisiert die künstlerische Behandlung des Leders, die im 15./16. Jh. in Hochblüte stand und seit dem 18. Jh. in völlige Vergessenheit geraten war. […] Motive findet er in historischen und zeitgenössischen Bild- und Ornamentvorlagen […] die in Hulbes Atelier sämtlich stilsicher und ›ledergerecht‹ adaptiert werden« (AKL LXXV, 442). – Hinterdeckel mit dem Kogge-Prägestempel Hulbes, das Vorsatzpapier farbig und in Gold lithographiert ebenfalls mit dem Kogge-Motiv. – 14 starke Kartonblätter mit Schnittvergoldung, alle mit Kulissenpassepartouts für insgesamt 18 Fotografien im Kabinett-Format und 40 im »carte-de-visit«-Format.

Leicht fleckig und berieben. Schließen fehlen. – Einige Passepartouts mit kleinen Einrissen, einige mit Filmoplastspuren.

Vgl. Deutsche Kunst und Dekoration I, 193f

461  René Kieffer – [Denise] Diderot. Les bijoux indiscrets.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Avec vingt-cinq eaux-fortes coloriées de Sylvain Sauvage. Paris, Éditions René Kieffer 1923. Mit 25 kolorierten Radierungen. Schwarzer Originallederband mit reicher Narben- und ornamentaler Blindprägung, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: René Kieffer, Paris).

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Breitrandiger Druck auf chamoisfarbenem Velin mit dem Wasserzeichen der Edition. – Der Originalbroschurumschlag wurde eingebunden.

26,7 : 21,0 cm. 255, [5] Seiten, 25 Radierungen.

Monod 3768. – Carteret IV, 138

464  Einbände – Revorim-Einband von Jean de Gonet

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

– Inhalt: Gerhard Roth. Erinnerungen an die Menschheit. Texte. Bühnenbild- und Kostümentwürfe Günter Brus. Graz, Droschl 1985. Mit 26 Farbabbildungen nach Zeichnungen und 16 nach Fotografien, teils gefaltet.

Erste Ausgabe. – Mit Aufnahmen von der Uraufführung des Stücks. – Eins von 200 Exemplaren im Gonet-Einband, auf dem Vorderdeckel mit geprägtem Hinweis auf die zweite Serie seiner Revorim-Einbände »souscription no. 2«, auf dem Innendeckel mit der von Gonet signierten Nummerierung. – Jean de Gonet (geboren 1950) zählt zu den besten zeitgenössischen französischen Einbandkünstlern. Seine »Kunstwerke« wurden seit 1982 bei vielen Ausstellungen in Frankreich und dem Ausland gezeigt. Bei den Revorim-Einbänden wird eine schwarze Kunststoffmasse mit Hilfe einer gefrästen Matrize in die gewünschte Form und Struktur gegossen. Der Rücken hier klassisch in Leder mit rotgeprägtem Titel, zwei Gurtbänder als Gelenke, Vorderdeckel mit genieteter Intarsie. – Der Originalumschlag wurde eingebunden.

21,3 : 15,0 cm. 136, [4] Seiten.

484  Chrysos-Druck – E. T. A. Hoffmann. Ignaz Denner.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Mit 12 handkolorierten Originallithographien von Walter Wellenstein. Berlin, Carl P. Chryselius 1923. Mit zwölf signierten handkolorierten Lithographien, eine davon als Textillustration. Originalhalbpergamentband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Erster Chrysos-Druck. – Eins von 200 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Druck der Lithographien auf der Handpresse des Staatlichen Kunstgewerbemuseums in Berlin. – Text auf Bütten in der Manuskript-Gotisch. – Walter Wellenstein (1898–1970) studierte an der Kunsthochschule Berlin bei Emil Orlik und der Berliner Akademie. Er veröffentlichte Zeichnungen u. a. im »Simplicissimus« und »Eulenspiegel«, illustrierte das Gesamtwerk von E. T. A. Hoffmann, russische Literatur und Kinderbücher. – Bis auf wenige kleine Stockflecken auf den Vorsätzen tadellos schönes Exemplar.

30,4 : 24,8 cm. 44, [4] Seiten, 11 Lithographien.

Sennewald 23,1

494  Aristide Maillol – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 750

Version d’Aymot revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit 48 Textholzschnitten und sieben Holzschnitt-Initialen, zwei Suiten der Holzschnitte. Pergamentband und Halbpergamentchemise mit kalligraphierten Titeln, zusammen in Schuber. Originalumschläge eingebunden bzw. eingelegt.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Römisch nummeriertes Exemplar »hors commerce«, die für den Handel bestimmte Auflage betrug 500 Exemplare. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten mit Maillols Wasserzeichen. – Mit einer in Rot auf Bütten gedruckten Suite aller 46 Holzschnitte – zwei Vignetten im Buch wurden dort wiederholt verwendet – und 15 ornamentierten Initialen auf einem Blatt sowie einer Folge von 31 in Schwarz gedruckten, darunter einige Zustandsdrucke vor Entfernung der flächigen Bereiche der Holzstöcke. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […] is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan). – Schönes Exemplar mit Suite und Beigaben, die Einbände von schlichter Eleganz.

22,0 : 14,0 cm. [12], 217, [15] Seiten, 116 Holzschnitte.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174. – Vgl. Guérin 76–127

505  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Chinesisch-Deutsche Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Berlin 1918. Originalhalbleinenband mit rot-weißen Tupfpapier-Deckelbezügen und Deckelschild (signiert: Daphnis-Binderei – O. Herfurth).

Eins von 100 Exemplaren. – Satz aus einer Schreibschrift von Hendrik Leendert de Jonge aus dem 17. Jahrhundert, verziert mit verschiedenen Bordüren. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Pannekoek-Bütten von Van Geldern. – Die Initialen in Grün gedruckt. – Als Blockbuch gebunden. – Die »Chinesisch-Deutschen Gedichte« bildeten den letzten Lyrikzyklus Goethes.

23,8 : 15,2 cm. 18 unnummerierte Doppelblätter (erstes leer). – Deckel leicht aufgebogen, Kanten etwas berieben. Bezugspapier an den Ränder leicht abgegriffen. – Vorsatzblatt mit handschriftlichem Vermerk.

Backe 17. – Rodenberg 325

513  Insel-Bücherei – Philipp Otto Runge. Von dem Fischer un syner Fru.

Schätzpreis/Estimate: € 180 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 120 ( R7 )

Ein Märchen. [Leipzig, Insel ohne Jahr]. Mit sieben Illustrationen nach Radierungen von Marcus Behmer. Privater Halbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel und Marmorpapierbezügen.

IB 315 [1A]. – Nach der Originalausgabe von 1914. – Der Insel-Klassiker in hübschem unikatem Einband.

18,1 : 12,0 cm. 24, [6] Seiten. – Deckelränder gebräunt.

518  Georg Müller Verlag – 14 bibliophile Ausgaben des Verlags.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

München 1906–1922. Teils mit Illustrationen. Alle in Originaleinbänden.

Französische Autoren: Franz Rabelais. Gargantua und Pantagruel. 1911. Zwei Bände. Halbleder. – Margarete von Valois. Erinnerungen. 1913. Halbleder. – Honoré de Balzac. Die Kunst, seine Schulden zu zahlen und Eine Theorie des Ganges. 1913. Drei Bände. Halbleder. – Alexandre Dumas. Stille und bunte Welt. 1913. Drei Bände. Ganzleder. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Dulaurens. Gevatter Matthies oder die Ausschweifungen des menschlichen Geistes. 1918. Zwei Bände. Ganzleder. – Tallemant de Réaux. Geschichten. 1913. Zwei Bände. Halbleder.
Renaissance-Novellen: Poggio Fiorentino. Die Facezien. 1906. Privatdruck. Pergament. – Franco Sacchetti. 1907. Drei Bände. Halbpergament. – Liebesnovellen. 1919. Halbleder. – Das Brevier des Kardinals. 1920. Die Werkstatt der Liebe, fünfter Band. Mit Holzschnitten von Eduard Ege.
Illustrierte Ausgaben: Andreas Schreiber. Die Seltsamkeiten Lord Nightingales. 1920. Mit Kupfern von W. Thöny. Halbleder. Eins von 275 Exemplaren. – Jules Amédée Barbey d’Aurevilly. Teufelskinder. 1921. Mit Illustrationen von Alfred Kubin. Halbleder. – Musaios. Weise von Hero und Leander. 1922. Mit Steinzeichnungen von Erich Stephani. Halbleder. Eins von 380 Exemplaren. – Dazu: Otto Julius Bierbaum. Das seidene Buch. Neue, stark veränderte Ausgabe. 1911. Seideneinband.

Meist gut erhalten, einige Rücken etwas gebräunt. – Nicht kollationiert, kein Rückgaberecht.

536  E[gon] A[dler]. Das entdeckte Karlsbad.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Privatdruck. [Karlsbad, Walther Heinisch] 1925. Mit 32 ganzseitigen Illustrationen nach Zeichnungen Adlers. Senffarbener Halblederband mit blindgeprägtem Rückentitel und grünen Kleisterpapierbezügen.

Erste und einzige Ausgabe. – Auf Velin. – Exemplar »IV« der Vorzugsausgabe (ohne Nennung einer Auflagenhöhe) mit eingedruckter Dedikation »hergestellt für Herrn Verlagsbuchhändler und Antiquar Lothar Hempe Weimar«. – Der unsignierte Einband könnte aus der Werkstatt Otto Dorfners stammen. – Sehr selten, WorldCat listet nur je ein Exemplar in der Deutschen Bücherei Leipzig und in der Bayerischen Staatsbibliothek. – Egon Adler (1892–1963) stellte u. a. 1912 und 1913 in Waldens Sturm-Galerie aus. Else Lasker-Schüler lobte ihn 1913 im »Pan«. – Das Buch enthält 32 karikierende Zeichnungen Adlers mit Prototypen der damaligen Gesellschaft, beobachtet nicht nur in seiner Heimatstadt Karlsbad, jede mit begleitendem Text. Sehen wir nicht in dem Paar »Herr und Hund« Thomas Mann? – 1933 verließ Adler Deutschland und ging nach einigen Jahren in Karlsbad 1938 über die Schweiz und Spanien ins Exil in die USA. – Schönes Exemplar.

25,8 : 20,0 cm. 84 Seiten. – Einbandkanten leicht berieben.

547  Otmar Alt – Wystan Hugh Auden. Die große Veränderung.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

München, Bruckmann 1973. Mit zehn Farbserigraphien und 13 ein- und mehrfarbig serigraphierten Vignetten. Originalleinenband mit -schutzumschlag, beide mit Serigraphie. Im Originalfolienumschlag.

Unnummeriertes Exemplar außerhalb der Auflage von 600 Exemplaren, bei denen die prächtigen Serigraphien mit Seidenglanzfarben gedruckt wurden (Gesamtauflage 800). – Tadellos schönes Exemplar.

41,5 : 38,0 cm. [30] Seiten, 10 gefalzte Doppelblätter.

Tiessen IV, 5

551  Maurice Barraud – Èglogues.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Hésiode, Théocrite, Virgile, Tibulle, Longus, Ronsard, Chénier, de Guérin, Jammes, Ramuz. Lithographies originales de Maurice Barraud. Lausanne, Gonin 1942. Mit 20 ganzseitigen Lithographien. Dunkelgrüner Maroquinband; Deckelillustration, Rückentitel und Kopfgoldschnitt vergoldet (signiert: E. Schädelin). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 24 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japon Impérial mit einer zusätzlich eingebundenen Suite der Lithographien auf Chinapapier (Gesamtauflage 220). – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Der originale Broschurumschlag eingebunden. – Tadellos frisches Exemplar in schlicht-schönem Handeinband mit handumstochenen Kapitalen. – Der Schweizer Graphiker Maurice Barraud (1889–1954) illustrierte zahlreiche Bücher. Seine Arbeit war beeinflusst von seiner Bewunderung für Matisse, Bonnard und Cezanne.

33,0 : 25,0 cm. 154, [10] Seiten, 20 Lithographien. – Bezugspapier des Schubers mit kleinem Kratzer.

Monod 4176

552  Leonard Baskin – Arthur Miller. Death of a Salesman.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Certain private Conversations in two Acts and a Reqiuem. With five Etchings by Leonard Baskin. New York, The Limited Editions Club 1984. Mit fünf Radierungen. Rostbrauner Originalziegenlederband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Der Text wurde auf der Wild Carrot Letterpress auf Magnani-Bütten gedruckt, die Radierungen von Bruce Chandler auf der Heron Press.

27,5 : 21,0 cm. [8], 164 Seiten, 5 Radierungen.

562  Uwe Bremer – Maurice Guy de Varause. Schwester Augustine.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Mit neunzehn Gouachen von Uwe Bremer. Hamburg, Arethusa 1980. Mit einer signierten, doppelblattgroßen Farbradierung und 19 farbigen Illustrationen, davon elf blatt- und drei doppelblattgroß (zwei als Vorsätze). Violettfarbener Originalsamteinband im -halbleinenschuber (Friedemann Siebrasse, Hemmoor).

Eins von 100 Exemplaren mit der beigelegten Farbradierung »Koitus interruptus« (Gesamtauflage 600 Exemplare). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die deutsche Originalausgabe erschien 1910 als erster Teil von »Die lüsternen Schwestern« und war laut Hayn/Gotendorf eine Übersetzung des 1811 in Brüssel erschienenen Originals. »Nichts davon ist wahr […] In Wirklichkeit erschien die vierteilige französische Erstausgabe im Jahre 1891 […] Der Autor ist unbekannt, man darf annehmen, daß ein ›Maurice Guy Vicomte de Varause‹ nie existiert hat.« (Bibliographische Notiz). – 1980 erschien auch der zweite Teil, »Schwester Emilie«, illustriert von Albert Schindehütte.

40,7 : 28,7 cm. 109, [7] Seiten.

579  Günter Brus. Blitzartige Einfälle in vorgegebene Ideen.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

Bild-Imprimaturen und Trivialeums-Überzeichnungen von Günter Brus, auf den Weg gebracht und begleitet von Arnulf Meifert. [Ostfildern], Cantz 1996. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Katalog zur Ausstellung April–Juni 1996 in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz, Juli–August 1996 in Moderna Galerija, Ljubljana. – Mit eigenhändiger Widmungszeichnung »Blitzartige Gebeinfälle für Birgit und Werner (mit 1000 Dank)« von Günter Brus auf dem Titelblatt.

29,0 : 24,0 cm. 208 Seiten.

580  Ver Sacrum.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Neue Hefte für Kunst und Literatur. Herausgegeben von Hilde Spiel, Otto Breicha und Georg Eisler. [Fünf Bände, alles Erschienene]. Wien und München, Jugend und Volk 1969–1974. Mit 45 Originalgraphiken und zahlreichen farbigen Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Serie dieses mehr oder weniger erfolgreichen Versuchs, eine bibliophil ausgestattete Bestandsaufnahme der österreichischen Nachkriegskunst und -literatur zu etablieren. In Format und Ausstattung der berühmten gleichnamigen Vorgängerin verpflichtet, erschienen allerdings nur fünf Ausgaben (ohne 1973, Band 1974 dafür in deutlich größerem Umfang). – Jeweils eins von 500–1500 Exemplaren der Ausgabe mit den unsignierten Graphiken von Georg Eisler, Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka, Bernhard Jäger, Maria Lassnig, Rudolf Schönwald, K. R. H. Sonderborg, Hinz Stangl und Fritz Wotruba (teils mehrfach vertreten). – Zu den namhaften Autoren zählten Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Wolf Biermann, Heimito von Doderer, Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Friderike Mayröcker, Albert Paris-Gütersloh, Gerhard Rühm u. a.

30,5 : 28,0 cm. – Die ersten Blätter in IV lose.

582  Paul Celan. Mohn und Gedächtnis.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

3. Auflage. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt 1958. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und dem Folienumschlag. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »Für Wolfgang Carl / Paul Celan / Paris, September 1958«. – Der zweite Gedichtband Celans erschien erstmals 1952.

19,1 : 11,8 cm. 75, [5] Seiten. – Der Folienumschlag oben abgerissen. Rücken etwas verblasst.

Glenn B 02

588  Leonardo Clerici. L’Oracle de l’avant-garde.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 600 ( R7 )

Dictionaire sophiste. Lyre Lame Futuriste. Dictionaire hermeneutique & poetique. Brüssel, Editioni Anastatike Istituto di Skriptura 1994. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, mit Klammerheftung in Holz-Eisen-Klemmschiene. In der Originalmappe mit zwei Stempelsignaturen.

Eins von 400 nummerierten Exemplaren, weitere elf Exemplare kamen nicht in den Handel. – Erschienen anlässlich der großen Futuristen-Ausstellung 1994 der Bibliotheca Wittockiana in Brüssel, die Clerici, der Enkelsohn von Filippo Tommaso Marinetti, organisierte. Bereits 1991 hatte er in Rom eine vielbeachtete Marinetti-Retrospektive initiiert. – Für das großformatige Katalogbuch wurden zahlreiche Auszüge aus futuristischen Manifesten, Publikationen sowie von der Bewegung beeinflusste bzw. sie prägende Bücher faksimiliert und kommentiert. – Die Titelseite mit der Reproduktion der berühmten Marinetti-Porträtfotomontage von Severini. – Der Materialmix (Dünndruckpapier, Holz und Eisen) und besonders die Bindung unter Verwendung einer Magnetschiene zitiert futuristische Motive.

60,0 : 43,0 cm. [108] Seiten. – Mappe minimal fleckig, das Buch tadellos.

589  Jean Cocteau – Jean Genet. Querelle de Brest.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

[Paris ? 1948]. Mit 29 blattgroßen Lithographien nach Zeichnungen von Jean Cocteau sowie einer auf dem Umschlag wiederholten Titelbordüre. Originalbroschur.

Erste Ausgabe, selten. – Eins von 460 nummerierten Exemplaren auf »Vélin a la forme (Gesamtauflage 525). – Beigelegt die gedruckte Notiz vom September 1947 zur Verzögerung der Fertigstellung und dem für den nächsten Herbst geplanten Erscheinungstermin. – Das berühmt-berüchtigte, im Gefängnis verfasste Werk Genets mit den homoerotischen Illustrationen von Jean Cocteau: »Verdammt und zugleich gepriesen wie wenige andere Werke des 20. Jh.s ist Genets ›Querelle de Brest‹ ein Höhepunkt der Daseinsanalyse des modernen Menschen. […] Die Glorifizierung des Gesetzesübertreters wurde zum Mittelpunkt seiner Prosa wie seines dramatischen Werks. Der Mord als die betont erotische Variante des Tötens steht in Genets Wertskala obenan« (KNLL). – Nach mehreren Anklagen und Verurteilungen drohte dem Dichter lebenslange Haft. Auf Fürsprache von Cocteau und Sartre wurde Genet 1949 begnadigt.

31,1 : 24,0 cm. 305, [7] Seiten. – Stellenweise unbedeutend stockfleckig.

Monod 5246. – KNLL VI, 212 (irrtümlich 1953)

593  Salvador Dali – Hommage a Meissonier.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Lithographies originales de Salvador Dali. Paris, Hotel Meurice 1967. Mit vier Farblithographien. Originalbroschur mit illustriertem Originalumschlag.

Katalog zur Ausstellungseröffnung im Hotel Meurice, Paris, am 30. November 1967. – Die Lithographien schuf Dali eigens für diesen Katalog. – Dazu: Maurice Sandoz. La Limite. Illustrations de Salvador Dali. Paris, La Table Ronde 1951. Mit sieben Illustrationen auf Tafeln, eine davon farbig. Originalbroschur.

27,5 : 21,5 cm; 25,1 : 17,7 cm. [30] Seiten, 4 Lithographien; 98, [4] Seiten, 7 Tafeln. – Umschlagränder berieben.

596  Alfred Döblin. Wallenstein.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1920. Originalpappbände, beide mit dem typographisch gestalteten Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Die ebenso typisch wie unprätentiös gestalteten Verlagsschutzumschläge sind heute nahezu unauffindbar. – »Zu diesem Werke mit mehr negativen Zeitvorzeichen tritt mit ›Berge Meere und Giganten‹ [folgende Katalognummer] das Werk mit mehr positiven; zu dem Werke aus Gestalt gewordener Erkenntnis das persönliche Bekenntniswerk« (Albert Soergel, Dichtung und Dichter der Zeit, Neue Folge).

20,5 : 13,5 cm. 386, [2]; 490, [2] Seiten. – Umschläge gebräunt und mit kleinen Randläsuren.

Raabe/Hannich-Bode 58.11

602  Hans Erni. Kandarenlamento.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 600 ( R7 )

Pferd und Liebende. Zürich, Ernst Scheidegger 1973. Mit neun blattgroßen Radierungen. Zweifach gefaltete Bogen lose in Originalumschlag. Zusammen in Halbpergamentkassette mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Eins von 96 Exemplaren (Gesamtauflage 105), zudem einige Künstlerexemplare. Hier mit einer erotischen Bleistiftzeichnung und Widmung des Künstlers auf dem Titelblatt. – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – »Diese bibliophile Ausgabe enthält: 18 unveröffentlichte handgeschriebene Gedichte in Faksimile, 9 Original-Kaltnadelradierungen auf einem lithographierten Untergrund und 22 handlithographierte Vignetten« (Druckvermerk). – Text und Radierungen wurden auf insgesamt elf zweifach gefalteten Bogen auf der Handpresse im Atelier St-Prex abgezogen. Das Papier wurde eigens für diese Edition in Japan hergestellt.

35,0 : 33,0 cm. 11 Blätter.

Tiessen IV, 79

604  Max Ernst und Paul Eluard. Les malheurs des immortels.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Übertragen aus dem Französischen durch Ulrich Serbser. Köln, Galerie Der Spiegel [1960]. Mit 21 Zinkätzungen nach Collagen von Max Ernst. Originalumschlag mit collagierter Zinkätzung. – Widmungsexemplar.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 335). – Nach der Typographie von Joseph Fassbender gesetzt aus der Mageren Memphis und als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Widmung »Herrn Dr. Gercken, alaaf! Max Ernst« verweist auf die Abstammung des Künstlers: 1922, im Alter von 31 Jahren verließ Max Ernst Köln, wo er 1919 mit Hans Arp und Johannes Theodor Baargeld die Kölner Dada-Gruppe gegründet hatte, und lebte fortan in Paris, später in den USA.

32,7 : 21,5 cm. [52] Seiten. – Oberrand des Vorderdeckels und der Rücken etwas verblasst.

Spindler 153.9. – Vgl. Spies Collagen 138-145 und 147-159

605  Max Ernst – René Char. Dente prompte.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Poème. Paris, Galerie Lucie Weill 1969. Mit elf farbigen Lithographien nach Collagen von Max Ernst, davon eine auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 240 Exemplaren (Gesamtauflage 290). – Von Autor und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Gedichte von René Char erschienen erstmals 1938 in »Dehors la nuit est gouvernée« unter dem Titel »Versions«.

49,0 : 41,0 cm. [58] Seiten. – Kassette mit Gebrauchsspuren, Ränder berieben. – Umschlaglithographie gebräunt. Lithographien durchschlagend und teilweise mit Abklatsch auf der gegenüberliegenden Seite.

Spies/Leppien A 19c

606  Max Ernst – Lewis Carrolls Wunderhorn.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Auswahl der Texte von Max Ernst und Werner Spies. Original-Lithographien von Max Ernst. Stuttgart, manus presse 1970. Mit 36 meist blattgroßen Farblithographien. Blaugrüner Originalseidenband mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren. – Auf Vélin d’Arches. – »Lewis Carroll und Max Ernst entsprechen sich in der Art und Weise, wie sie den Betrachter hinter den Spiegel führen.« (Werner Spies im Nachwort). – Tadellos.

33,5 : 25,0 cm. 78, [2] Seiten.

Spindler 161.12. – Spies/Leppien 135 E. – Brusberg/Völker 146. –

610  Peter Schamoni. Max Ernst. Maximiliana.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie. L’exercice illégal de l’astronomie. The illegal practice of astronomy. Hommoge [sic!] à Dorothea Tanning. München, Bruckmann 1975. Mit einer signierten und nummerierten Farblithographie von Max Ernst und zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit silbergeprägtem Titel. Im Schuber.

Eins von 69 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Daneben 33 Künstlerexemplare. – Die grüne Fondfarbe wurde bei der Herstellung der Lithographie mit gedruckt. – Die Begleittexte in Französisch und Deutsch.

24 : 23 cm. [1], 89 Seiten, 1 Lithographie.

Nicht mehr bei Spies/Leppien

613  Musikblätter des Anbruch. – [ab 1929:] Anbruch.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

[Untertitel ab 1928:] Monatsblätter für moderne Musik. VIII. [bis] XII. Jahrgang. Wien, Universal Edition 1926–1930. Mit Musiknoten, Abbildungen nach Fotografien und einigen Illustrationen. Fünf Halbleinenbände mit vergoldeten Rückentiteln.

Vollständige Teilfolge der mittleren Jahrgänge. – Die Zeitschrift wurde 1919 als Seitenstück der expressionistischen literarischen Zeitung »Der Anbruch« von deren Herausgeber gegründet und erschien bis 1937. Ab dem 3. Jahrgang übernahm Paul Stefan die Schriftleitung. »Der ›Anbruch‹ ist […] eine der wichtigsten Quellen zur Erkenntnis der Entwicklung der Neuen Musik in der Zeit zwischen den Kriegen […] die einzige deutsche Zeitschrift, in der rückhaltlos für die Musik der Wiener Schule eingetreten werden konnte. [… 1938 erhielt die Zeitschrift …] die unter der maßgeblichen Mitarbeit von Theodor W. Adorno auch ein außerordentliches intellektuelles Niveau erreicht hatte, auf der […] Ausstellung ›Entartete Kunst‹ einen bevorzugten Platz […]«. Nach dem Anschluss Österreichs wurde die Zeitschrift eingestellt. – Mit Beiträgen von Theodor Adorno (16, u. a. zu Gustav Mahler und zu Tonaufzeichnungsgeräten), Max Brod (Erinnerung an Leos Janacek), Ernst Krenek, Arnold Schönberg, Kurt Weill (»Zum Jazz«), Statistiken, Notenbeispielen, internationalen Kritiken von Adolf Wiessmann, Boris Assafieff u. v. a. – Die ersten drei Bände u. a. mit den Themenheften »Tanz in dieser Zeit« (u. a. Wigman, Palucca, Duncan), »Musik und Maschine« (u. a. Laszlo Moholy-Nagy »Musico-mechanico, mechanico-optico«), »Oper« (mit sechs Illustrationen von Carry Hauser), »Das Klavierbuch« und »Gesang«. – Mit zahlreichen überaus spannenden Anzeigen zu Musikliteratur, Tanzschulen, Aufführungen u. v. m. – Jeder Jahrgang umfasst zehn Ausgaben, teils als Doppelhefte erschienen, jeder Jahrgang mit Register. – Gut erhalten.

22,8 : 14,9 cm. Zusammen etwa 2000 Seiten. – Exlibrisstempel.

Dietzel/Hügel 2061. – Raabe, Zeitschriften 37 Anmerkungen

618  Paul Fort. Eigenhändiges Manuskript »Les enchanteurs.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 670 ( R7 )

Médée. Merlin. Bulbul. Les Rois Mages. = Suivis des ›Heures de guerre‹. 1918.« 251 Blätter. Grüner Maroquinband der Zeit auf fünf Bünden, Rückentitel, Stehkantenfileten und breite Innenkantenbordüren vergoldet. Im Schuber.

Paul Fort (1872-1960) zählt neben Paul Verlaine und Stéphane Mallarmé zu den bedeutendsten französischen Dichter des Symbolismus. Seine Gedichte wurden u. a. von Arthur Honegger (1916), Jean Absil (1935), Henri Dutilleux (1938) und später Georges Brassens vertont. – Die vorliegende Reinschrift umfasst 251 in dünne Büttenpassepartouts montierte Blätter und war wohl ein Geschenk des Dichters an den Dramatiker, Übersetzer und Kritiker Léon Guillot de Saix (1885–1964). Auf das ersten Vorblatt montiert findet sich seine eigenhändige Dedikation, auf den Folgeblättern eine eigenhändige Briefkarte von Guillot de Saix an Paul Fort, ein eigenhändiger Brief des Dramatikers André de Lorde (1871–1942) und ein Verlagsprospekt mit der Einladung zur Subskription. – Dazu: Paul Fort. Les enchanteurs. Paris, Mercure de France 1919. Halbpergament der Zeit mit Rückenschild, Kopfgoldschnitt, Originalumschlag eingebunden. Erste Ausgabe. Eins von 123 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf »Papier de Hollande«. Mit eigenhändiger Widmung für den großen Bibliophilen und »Censeur de la Banque de France« Charles Freund-Deschamps.

35,5 : 26,5 cm. [4, 1], 250 Blätter. – Exlibris Vicomte Clair.

621  Fritz Fröhlich. Shakespeare: Macbeth. 10 Illustrationen.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 500 ( R19 )

Zehn Zeichnungen (Tusche bzw. Kohle). Um 1940/45. Ca. 12 : 18 cm. Monogrammiert, betitelt und nummeriert.

Unpublizierte Folge des österreichischen Malers und Graphikers Fritz Fröhlich (1910–2001), der seit 1948 an den Ausstellungen der von Alfred Kubin wiedergegründeten Innviertler Künstlergilde beteiligt war. Nach seinem Studium an der Wiener Akademie begann er 1937 als freischaffender Künstler zu arbeiten. 1938 vernichtete ein Atelierbrand sein Frühwerk fast vollständig. In den späteren Nachkriegsjahren wandte sich Fröhlich einem gegenständlichen Kubismus zu. – Die zehn Zeichnungen auf Transparent bzw. verschiedenen Büttenpapieren sind jeweils in ein Passepartout montiert. Am Unterrand sind sämtliche Blätter mit einer Bildnummer »2b/1[–]10« und einem Titel mit Verweis auf die Szene im Stück versehen. Nach dem kalligraphierten Inhaltsverzeichnis illustrieren die Zeichnungen die Hexenszene, Lady Macbeth und den König nach der Tat, die drei Erscheinungen, Lady Macbeth schlafwandelnd und das aufgespießte Haupt Macbeths. – Alle zehn Passepartouts und das Textblatt in einer einfachen Pappumschlagmappe mit Tuschfederdeckelvignette.

624  Ernst Fuhrmann. Der Geächtete.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Roman. Friedrichssegen/Lahn, Folkwang-Auriga 1931. Originalpappband. – Mit Besitzvermerk von Raoul Hausmann.

Erste Ausgabe, die seltene Originalausgabe. – Ernst Fuhrmann war als Verwalter für den geschlossenen Verkauf des Nachlasses von Karl Osthaus an das Essener Museum verantwortlich. – Von Hausmann auf dem Titelblatt mit Bleistift signiert und datiert »Juli 1931«. Raoul Hausmann bedankte sich am 31.7.1931 in einem Brief an Fuhrmann: »selbstverständlich behalte ich das mir übersandte Buch ›Der Geächtete‹. Es ist, wie jedes Ihrer Bücher, bedeutend und bedeutungsvoll. Nur hätte ich es nie einen Roman genannt, wenn es auch kein Roman ist. Dieser bio-morphologische Ablauf kann nicht mehr mit Begriffen gedeckt werden, die schliesslich aus der Unterhaltungsliteratur stammen.« (nach der Durchschrift des Briefes im Besitz der Berlinischen Galerie, Kopie liegt bei).

23,3 : 15,8 cm. [4], 182, [4] Seiten. – Einband minimal fleckig, innen makellos.

637  Günter Grass. Es war einmal ein Land.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 67

Lyrik und Prosa · Schlagzeug und Perkussion. Texte zur Lesung von Günter Grass. Zwei Schallplatten mit ausgewählten Texten […] mit Perkussionsmusik von Günter ›Baby‹ Sommer. Göttingen, Steidl 1987. Mit neun Abbildungen nach Fotografien. Originalleinenband, zusammen mit zwei Schallplatten in der Originalleinen-Holz-Kassette mit montiertem Deckelbild.

Erste Ausgabe. – Die Aufnahmen mit Auszügen aus »Die Blechtrommel« und »Die Rättin« entstanden 1986.

638  Günter Grass. Die Blechtrommel.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Roman. – Günter Grass liest »Die Blechtrommel.« 23 CDs. Göttingen, Steidl 1999. Originalleinenband mit Schutzumschlag, Originalkassette mit 23 CDs und Originalbroschur. Zusammen in illustrierter Originalkassette.

Eins von 2000 Sonderexemplaren. – Herausgegeben anlässlich des 40. Jubiläums der Erstausgabe. – Mit einem Essay von Jürgen Manthey. – Vollstände Lesung des Romans, gesprochen von Günter Grass. – Dazu: Günter Grass. Die Vorzüge der Windhühner. Gedichte. Mit drei Originallithographien und sieben Illustrationen von Johannes Grützke. Leipzig, Faber & Faber 1995. Illustrierter Originalleinenband. Die graphischen Bücher, Band 8.

27,0 : 21,5 cm (Kassette).

639  Günter Grass. Zeichnungen und Texte 1954–1977.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Herausgegeben von Anselm Dreher. Textauswahl und Nachwort von Sigrid Mayer. Darmstadt und Neuwied, Luchterhand 1982. Mit 87 Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Im Schuber.

Das bildnerische Werk des Schriftstellers Günter Grass, Band I. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe C mit einer beigelegten signierten Radierung. Es erschienen sechs Vorzugsausgaben, jede mit einer anderen Radierung und jeweils in 150 Exemplaren. – 1984 folgte »Radierungen und Texte 1972 – 1982«. – Tadellos erhalten.

40,5 : 32,5 cm. 133, [3] Seiten, 1 Radierung.

640  Günter Grass. The Flounder.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Written and illustrated by Günter Grass. Translated by Ralph Manheim. Volume I [to] III. New York, The Limited Editions Club 1985. Mit zahlreichen zweifarbigen Illustrationen nach Radierungen. Originalhalblederbände mit montiertem Deckelschild, zusammen im Leinenschuber mit Rückenschild.

Eins von 1000 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Autor/Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf der Wild Carrot Letterpress.

26,5 : 28,5 cm.

642  Günter Grass. Mein Jahrhundert.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Göttingen, Steidl 1999. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen nach Zeichnungen von Günter Grass. Originalleinenband mit farbig illustriertem Schutzumschlag. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit drei beigelegten signierten und nummerierten farbigen Graphikblättern. – Auf dem Titelblatt von Autor/Künstler signiert. – »Für jedes Jahr des 20. Jahrhunderts erzählt Günter Grass eine Geschichte. Zusammen fügen sie sich zu einem facettenreichen Panorama dieser an Großartigkeiten und Schrecknissen so reichen Zeit« (steidl.de).

31,5 : 25,0 cm. 409, [7] Seiten.

643  Günter Grass. Zunge zeigen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Göttingen, Steidl 2000. Mit meist doppelblatgroßen Illustrationen nach Zeichnungen von Günter Grass. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Im Schuber mit Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigegebenen signierten Lithographie. – Erste Auflage der Neuausgabe im größeren Format und in besserer Ausstattung. Grass’ literarisch und mit dem Zeichenstift festgehaltene Eindrücke seiner Reise nach Indien waren erstmals 1988 bei Luchterhand erschienen. – »Mit Schopenhauer, Lichtenberg und Fontane im Reisegepäck hat sich Günter Grass von August 1986 bis Januar 1987 der Wirklichkeit Kalkuttas ausgesetzt: den Slums zwischen Müllbergen, den Schläfern auf nächtlichen Straßen, den Bettlern und Sterbenden, den Ratten, Krähen und heiligen Kühen. Das Zeigen der Zunge, mit dem die schwarze Göttin Kali ihre Scham bekundet, wurde dem wie zwanghaft Hinsehenden zum Zeichen, in dessen Namen Grass zeichnete und schrieb« (Steidl.de). – Tadellos erhalten, die Vorzugsausgabe kam seinerzeit faktisch nicht in den Handel.

31,5 : 24,8 cm. 236, [12] Seiten, 1 Lithographie.

652  George Grosz – Pierre Mac Orlan. Port d’eaux-mortes.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Récit orné de huit lithographies originales de George Grosz. Paris, Au sans pareil 1926. Mit acht Lithographien. Originalbroschur mit blau-grauem Originalumschlag.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 1000 Exemplaren auf Velin Lafuma (Gesamtauflage 1260). – Mac Orlans Kriminalgeschichte aus den Hafenkneipen in Brest und den Londoner Docks regte Grosz 1925 zu einer Folge von acht Tuschfederzeichnungen an. Die Lithographien im Buch wurden wahrscheinlich im Umdruckverfahren hergestellt, im Nachlass des Künstlers befinden sich die Vorzeichnungen im Maßstab 1:1 mit Einfassungslinien. Alle im Stein signiert. – »An example of Grosz’s satirical illustration in which he savagely attacked society after World War I« (Garvey).

21,3 : 16,5 cm. 80 Seiten. Mit 8 Lithographien.

Lang 48. – Dückers B IV, 1-8. – Garvey 129. – Monod 7571

656  Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Franz Roh hatte die Ausstellung des Dresdner Dadaisten Günther, der sich später vorwiegend Porträts verschrieb, angeregt. 1925 führte er in seinem Buch »Nach-Expressionismus« den Begriff »Magischer Realismus« ein.

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Umschlag fleckig, Buchblock gelockert.

659  Joseph Hémard – André Lichtenberger. Le Petit Chaperon Vert.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Suivi d’autres contes. Dessins de Joseph Hémard. Paris, Éditions G. Crès 1922. Mit zahlreichen pochoirkolorierten Textillustrationen. Originalleinenband mit zweifarbiger Vorderdeckelillustration.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von acht wahrlich nicht kindgerecht illustrierten Märchenadaptionen. – Enthält auch Ritter Blaubart, Der gestiefelte Kater, Die Witwe des Ogers u. a. – Joseph Hémard (1880–1961) zeichnete in den 1920er Jahren Comics und Cartoons für verschiedene Pariser Zeitungen. Berühmt wurden seine humorvollen Illustrationen zu französischen Gesetzestexten aus dieser Zeit. Monod verzeichnet mehr als 90 von ihm illustrierte Bücher. – Von der vorliegenden sehr seltenen Originalausgabe mit dem typischen Pochoirkolorit erschien 2017 ein Faksimile.

22,5 : 17,5 cm. [4], 81, [7] Seiten. – Deckelkanten mit Feuchtigkeitsspur, diese auch minimal am Seitenrand der letzten vier Blätter. – Vorsatzblatt mit Namensstempel.

Nicht bei Monod

660  Max Herrmann-Neisse. Um uns die Fremde.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Gedichte. Vorwort von Thomas Mann. Zürich, Oprecht 1936. Originalleinenband mit goldgeprägtem Deckeltitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe, in Leinen gebunden und vom Dichter signiert (Gesamtauflage 500). – Thomas Mann beschäftigt sich in der Vorrede mit der Entwicklung der Lyrik Herrmann-Neisses und Fragen des Exils im Allgemeinen. Am Ende: »Ein liebes und schönes Buch – ich will […] ihm einen guten Weg wünschen, den Weg zu den Herzen guter Menschen.« – Der Eichendorff- und Gerhart-Hauptmann-Preisträger Max Herrmann-Neisse war 1933 in die Schweiz emigriert. Später lebte er in Holland und England, wo er 1941 starb.

21,2 : 13,0 cm. [2], VI, 98, [2] Seiten. – Deckelränder und Rücken etwas gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 118.23 – Potempa G 608

662  Hermann Hesse – Albert Welti.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Gemälde und Radierungen. Mit einer Einführung von Hermann Hesse. Berlin, Furche [1917]. Mit montierten Abbildungen auf Tafeln. Klammergeheftet, ohne Umschlag.

Das Titelblatt mit gedrucktem Widmungsaufkleber »Unsern Gönnern und Mitarbeitern überreicht von der Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene und vom Herausgeber«, dieser signiert von Hermann Hesse. – Nach Angaben von F. H. Ehmcke gedruckt.

24,3 : 19,2 cm. 51, [1] Seiten. – Ränder etwas gebräunt, und mit Lichtrand.

Mileck IV, 306.a

670  Hugo von Hofmannsthal. Der weiße Fächer.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Ein Zwischenspiel. Mit vier Holzschnitten von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel 1907. Mit vier ganzseitigen Holzschnitten. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierdeckelbezügen und vergoldetem Rückentitel.

Erste Buchausgabe. – Eins von 750 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Druck in Gelb und Schwarz, auf chamoisfarbenem Bütten. – 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu einer Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an.

34,4 : 25,0 cm. [34] Seiten. – Leicht stockfleckig. Vorsatzpapiere gebräunt, vorderes mit Falzeinriss und Stempel.

Houghton Library Catalogue 761. – Sarkowski 776. – Fletcher/Root C 14 b

675  Ernst Jandl. Übung mit Buben.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Berlin 1973. Weißer Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – 37. Druck der Berliner Handpresse. – Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

28,5 : 27,8 cm. [76] Seiten. – Einband etwas verschmutzt. – Die letzte Lage papierbedingt mit leicht stockfleckigen Rändern.

Spindler 86.37

678  Richard Janthur – Daniel Defoe. Das Leben und die ganz ungemeinen Begebenheiten des weltberühmten Engelländers Robinson Crusoe.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Mit 31 Steinzeichnungen von Richard Janthur. Leipzig, Insel 1922. Mit 31 Farblithographien. Originalhalbpergamentband mit Kopfgoldschnitt, Rückentitel und Deckelvignette schwarz gedruckt.

Eins von 800 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Richard Janthur, Mitglied der Berliner Sezession, begründete 1912 zusammen mit Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt die Künstlergruppe »Die Pathetiker« (Ausstellung in Waldens Galerie »Der Sturm«). 1918 war er Mitglied der »Novembergruppe« und trat 1919 dem »Arbeitsrat für Kunst« bei. In den 1920er Jahren widmete sich Janthur verstärkt der Buchillustration und erst zwanzig Jahre später wieder der Malerei.

32 : 24 cm. 104, [2] Seiten, 31 Lithographien.

Lang, Expressionismus 154. – Sennewald 22,1. – Sarkowski 363 A. – Jentsch 122

680  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Paris, Shakespeare and Company 1927. Grüner Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel und blindgeprägten Deckelbordüren; Originalvorderumschlag eingebunden.

Neunter Druck, dabei der siebte bei Shakespeare, Paris. – In gediegenem Handeinband.

21,6 : 17,0 cm. [8], 735, [1] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, der Umschlag mit kleinen Randläsuren. – Ränder leicht gebräunt.

Slocum/Cahoon A 17 Anmerkung

681  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

London, John Lane, The Bodley Head 1936. Grüner Originalleinenband, Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste in England gedruckte Ausgabe. – Eins von 900 handschriftlich nummerierten Exemplaren auf Japan (Gesamtauflage 1.000). – Mit einem Anhang zur Editionsgeschichte und dem Vorwort von Morris L. Ernst zur ersten amerikanischen Ausgabe. – Unbeschnitten und innen sehr gut erhalten.

26,2 : 20,0 cm. XIII, [3], 765, [3] Seiten. – Rücken verfärbt. Ecken minimal bestoßen.

Slocum/Cahoon A 23

684  James Joyce. Stephen Hero.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Part of the first draft of a Portrait of »A Portrait of the Artist as a Young Man«. Edited with an Introduction by Theodore Spencer. London, Jonathan Cape 1944. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 2000 Exemplaren. – Nachträgliche Ausgabe der ersten Niederschriften zu Joyce’ großem Roman.

20,0 : 13,0 cm. 210 Seiten. – Einband leicht berieben.

Slocum/Cahoon A 51

687  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Erster [und] Zweiter Band. Zürich, Rhein-Verlag 1930. Schwarze Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln, Kopfgoldschnitt und marmorierten Deckelbezügen.

Erste öffentliche deutsche Ausgabe, 1927 war eine deutsche Übersetzung als Privatdruck erschienen. – Vom Verfasser geprüfte definitive deutsche Ausgabe von Georg Goyert. – Sehr schönes Exemplar.

19,2 : 13,5 cm. [8], 632, [2]; [8], 611, [1] Seiten.

Slocum/Cahhon D 45 Anmerkung

690  James Joyce. Pomes Penyeach.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Lithographs and Woodcuts by Peter Brandes. Paris, Edition Brandes 1977. Mit neun blattgroßen Lithographien und neun signierten Farbholzschnitten sowie einer Suite der Lithographien. Originalpappband und -mappe in -schuber.

Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die farbigen Holzschnitte sind auf neun Doppelblättern den dort nochmals abgedruckten Lithographien gegenübergestellt. – Frühe graphische Folge des dänischen Künstlers Peter Brandes (geboren 1944), informelle Illustrationen zu Gedichten von James Joyce, die meist in Triest (1912–1915) und Zürich (1916–1918) entstanden.

31,2 : 23,2 cm. 26, [6] Seiten, 9 Doppelblätter. – Rücken und Schuber leicht verfärbt, innen sehr schön.

695  Franz Kafka. Betrachtung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

In: Hyperion. Eine Zweimonatsschrift. München, Hans von Weber 1908. Originalbroschur.

Erstdruck der ersten Veröffentlichungen des jungen Franz Kafka. – Acht Stücke aus »Betrachtung« (im Inhaltsverzeichnis noch als »Betrachtungen« betitelt). – Kafka war damals noch vollkommen unbekannt; man vermutete hinter seinem Namen deshalb ein Pseudonym. – Die Bedeutung der Zeitschrift und ihres verdienstvollen Herausgebers Franz Blei beschreibt Kafka so: »Er sollte denen, die an der Grenze der Literatur wohnen, eine große lebendige Repräsentation geben; aber sie gebührte jenen nicht und sie wollten sie im Grunde auch nicht haben« (zitiert nach Dietz).

28,2 : 22,0 cm. – Umschlag etwas fleckig, Ränder »ausgefranst«, Rücken unfachmännisch geklebt.

Dietz 1

696  Franz Kafka. Betrachtung.

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Ausrufpreis/Starting bid: € 5000

Leipzig, Ernst Rowohlt [1913]. Hellbrauner Leinenband der Zeit, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe von Kafkas erster Erzählungssammlung, acht Texte waren bereits 1908 in der Zeitschrift »Hyperion« erschienen. – Eins von 800 nummerierten Exemplaren, von denen allerdings 1915 noch mehr als die Hälfte unverkauft war. Diese Restauflage erhielt ein neues Titelblatt mit dem Verlagsnamen Kurt Wolff. – Die auf Kafkas Wunsch hin verwendete ungewöhnlich große Schrift bezeichnet der Dichter selbst in einem Brief an seinen Verleger als »wunderschön«. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt« (Dietz). – Besonders innen sehr schön. – In späterer dunkelgrüner Leinenkassette mit grün-goldenem Lederrückenschild.

23,3 : 15,5 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Vorderdeckel und Rücken mit wenigen kleinen Flecken. – Titelblatt mit dezentem Besitzvermerk, das leere Vorblatt mit leichter Quetschfalte.

Dietz 17. – Raabe/Hannich-Bode 146.1. – Göbel 91

697  Franz Kafka. Betrachtung.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Zweite Ausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1913/1915]. Originalhalblederband mit Deckeltitel und -vignette in Schwarzdruck.

Titelauflage der ersten Ausgabe. – 1913 erschien Kafkas erste Erzählungssammlung, gedruckt in 800 Exemplaren. Etwas mehr als die Hälfte der unverkauften Exemplare wurde 1915 – anlässlich der Verleihung des Fontane-Preises an Kafka – mit einem neuen Titelblatt (»da die Exemplare bisher noch die Firma Ernst Rowohlt tragen«) versehen. – Den übergroßen Schriftgrad, in dem das Buch auf Kafkas Wunsche gesetzt wurde, beschrieb der Dichter vorbehaltlos als »wunderschön«. – Bereits diesen Erstling widmete Kafka seinem Freund und Helfer Max Brod. – Dazu drei Kafka-Ausgaben aus der Reihe »Der jüngste Tag«: Der Heizer. – Die Verwandlung. – Das Urteil. – Leipzig, Kurt Wolff 1917/18, 1918, 1919/20. Beschädigte Originalbroschuren. Der jüngste Tag 3, 22/23 und 34. Dritte bzw. zweite Auflage.

24,5 : 16,3 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Ränder gebräunt. Lederrücken fehlt. – Von den Vorsätzen abgesehen, innen sehr schön.

Dietz 27. – Raabe/Hannich-B. 146.1–4 – Göbel 91. – Beigaben: Smolen/Stammerjohann 3.3.A, 22/23.2.A und 34.2.A

701  Franz Kafka. Ein Hungerkünstler.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Vier Geschichten. Berlin, Die Schmiede 1924. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Enthält die vier Erzählungen: Erstes Leid; Eine kleine Frau; Ein Hungerkünstler; Josefine, die Sängerin. – Das einzige Buch, das Kafka selbst einem anderem Verleger als Kurt Wolff gab – nach seinem Weggang aus Prag kam er Ende 1923 durch Ernst Weiß und weitere ihm bekannte Autoren des jüdischen Schmiede-Verlegers Rudolf Leonhard mit diesem in Kontakt. – Der »Hungerkünstler« erschien erst nach Kafkas Tod, man darf aber annehmen, dass er noch alle vier Geschichten selbst korrigiert hat. – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«.

19,8 : 13,8 cm. 85, [3] Seiten. – Ränder leicht, Rücken stärker verfärbt. Rückenschild gebräunt und mit kleinen Fehlstellen. – Exlibris »Kaufhaus des Westens«, hinterer Vorsatz mit kleinem Stempel.

Dietz 66. – Raabe/Hannich-Bode 146.7. – Holstein, Salter 68

703  Franz Kafka. Der Prozess.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. In dem Nachwort rechtfertigte der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen im Kurt Wolff Verlag in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Ränder und besonders der Rücken verblasst. Rückenschild gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

704  Franz Kafka. Das Schloss.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blauer Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Der zweite Teil der Romantrilogie erschien wieder bei Kurt Wolff. – Wie alle drei posthum erschienenen Romane mit einem Nachwort des Freundes und Herausgebers Max Brod.

19,7 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken verblasst und wie die Deckel leicht stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663

708  Gottfried Kölwel. Gesänge gegen den Tod.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Leipzig, Kurt Wolff 1914. Cremefarbener Originalpappband mit Titelaufdruck in Schwarz und Rot.

Erste Ausgabe von Kölwels Erstling. – Der jüngste Tag 17. – In der seltenen Einbandvariante, die Smolen für diesen Band nicht nachweisen konnte (»deshalb bleibt ungeklärt, ob eine Pappversion im Sinne der Nummern 11 und 14–16 […] überhaupt je erschienen ist.« Für die genannten Bänder der zweiten und dritten Serie bildet Smolen Einbände in der gleichen Gestaltung ab. – Auf besserem Papier. – Dazu drei Erstausgaben von Georg Kölwel: Die frühe Landschaft. München, Roland 1917. – Erhebung. München, Roland 1918. – Die schöne Welt. Wien, Gallus 1942. – Originalpappbände. – Zwei Beigaben.

21,5 13,1 cm. 45, [3] Seiten. – Deckelränder minimal gebräunt. – Die übrigen ebenfalls sehr gut erhalten.

Nicht bei Smolen/Stammerjohann, vgl. 17.1.A.1 und Abb. 30, 38,42 und 44. – Raabe/Hannich-Bode 161.1 und 161.2, 3 und 22 (falsche Angaben)

715  Alfred Kubin – Otto Julius Bierbaum. Samalio Pardulus.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Mit zwanzig Bildbeigaben von Alfred Kubin. München und Leipzig, Georg Müller 1911. Mit 20 Lichtdrucktafeln. Originalhalbmaroquinband mit vergoldeten Bordüren und Fileten und Rückenvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 600 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – Gut erhaltenes Exemplar.

25,0 : 19,7 cm. 44, [6] Seiten, 20 Tafeln. – Rücken verblasst.

Marks A 12. – Raabe 35

722  Kunst und Künstler.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe. Jahrgang XIV–XVI und XVIII–XXI. Berlin, Bruno Cassirer 1915–1923. Mit zehn Lithographien im Text, einer Farblithographie und zahllosen Abbildungen. Sieben Originalhalbpergamentbände, Rückentitel, Kopfschnitt und die große Vorderdeckelvignette nach Zeichnung von Karl Walser goldgeprägt.

Sehr dekorative und gut erhaltene Teilfolge einer der wichtigsten Kunstzeitschriften der klassischen Moderne. – Mit Originalgraphiken von Rudolf Großmann (sieben Lithographien, eine koloriert, zu Charles de Costers »Till Ulenspiegel« in Jahrgang XIV; Farblithographie »Konzert« in Jahrgang XVI) und Max Liebermann (drei Lithographien zu Goethes »Bassompierre« in Jahrgang XV). – Die Graphiken auf Japanbütten.

31,5 : 26,0 cm. – Pergament eines Rückens in abweichendem Farbton.

Söhn HDOG 64802, 64910 und 65005. – Liebermann: Schiefler 211–213. – Walser: Badorrek-Hoguth C 12.2

723  Henri Laurens – Lukian von Samosata. Loukios ou l’ane.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Bois originaux de Henri Laurens. Paris, Tériade 1947. Mit 68 teils zweifarbigen Holzschnitten, davon 24 blattgroß und einer auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 210 Exemplaren (Gesamtauflage 270). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Vélin d’Arches. – »In his use of several blocks for tonal and linear effects, Laurens shows a remarkable technical virtuosity.« (Garvey). – »[…] das am reichsten ausgestattete Buch von Henri Laurens. Die Illustrationen begleiten den Text nicht nur, sondern bilden mit diesem auch eine optische Einheit« (Völker).

29.7 : 21,2 cm. [8], 88, [8] Seiten. – Schuber und Chemise etwas berieben und verfärbt, Umschlagränder minimal gebräunt.

Völker 24. – Monod 7471. – Rauch 126. – Garvey 157 Anmerkung

726  Stanislaw Lem. Astronauci.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 900 ( R7 )

Powiesc fantastyczno-naukowa (polnisch: Die Astronauten. Science-fiction Roman). [Warschau], Czytelnik 1951. Originalbroschur, Vorderdeckel mit Illustration von Jan S. Miklaszewski.

Erste Ausgabe. – Der erste veröffentlichte Roman von Stanislaw Lem, »Człowiek z Marsa (Der Mensch vom Mars) von 1946 erschien erst 1989. – Stanislaw Lem (1921–2006) wurde durch seine von philosophischem Gedankengut geprägten Science-Fiction-Romane bekannt. – Sehr schönes Exemplar der sehr seltenen Originalausgabe.

20,8 : 14,8 cm. 334, [4] Seiten.

729  Alexandre Lunois – J[acobus] de Voragine. La Légende dorée.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Traduction française de H. Piazza. Dessins et Lithographies de A. Lunois. Paris, G. Boudet 1896. Mit 75 farbigen Lithographien im Text und 13, vielfach wiederholten Holzstichbordüren. Brauner Kalblederband mit Lederschnittintarsien und Vergoldung (signiert: Leon Gruel Relieur, Paris 1897), der illustrierte Originalumschlag eingebunden. In ledergefütterter Halblederchemise.

»Belle publication cotée. Un des meilleurs livres de l’artiste« (Carteret). – Eins von 25 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, gedruckt auf Japan und mit einer Suite aller Lithographien und Holzstiche ohne Text, gedruckt in Schwarz auf Chinapapier (Gesamtauflage 210). Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzer monogrammiert. – Die bibliophile Ausgabe enthält zwölf Heiligenlegenden aus der berühmten »Legenda Aurea« des Dominikaners Jacobus de Voragine (1228–1298). – Jede Doppelseite links mit Text und einer Holzstichbordüre, rechts eine ganzseitige Farblithographie mit eingedrucktem Text. Für jedes der zwölf Kapitel wurde eine eigene Bordüre verwendet. – Die Luxusexemplare enthielten laut Druckvermerk zusätzlich drei Skizzenzeichnungen von Alexandre Lunois (1863–1916), von denen eine aquarelliert war. Das vorliegende Exemplar enthält sogar drei Aquarelle sowie zwei Bleistift- und eine Rötelzeichnung, ferner einen Probedruck als Werbeblatt des Verlages. – Seltene Ausgabe, hier in einem typisch opulenten Einband des berühmten Pariser Buchbinder Léon Gruel (1841–1923). – Mit dem Goltzius-Exlibris von H. Grandjean.

32,3 : 25,5 cm. 152, [4] Seiten, 3 Aquarelle, 3 Zeichnungen. – Steh- und Deckelkanten leicht berieben.

Monod 11451. – Carteret IV, 407

740  Thomas Mann. Bilse und ich.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Vierte Auflage. München, E. W. Bonsels 1910. Originalbroschur.

Erstdruck der erweiterten und endgültigen Fassung des Vorworts. – In kleiner Auflage auf Bütten. – Thomas Manns Erwiderung auf den Vergleich mit dem Skandalautor Fritz Oswald Bilse. Nachdem in seiner Heimatstadt verschiedene Entschlüsselungslisten zu den Personen in Thomas Manns Roman »Buddenbrooks« kursierten, zeigten sich manche Honoratioren und Bürger der Stadt ob ihrer Darstellung tief verärgert. Die Presse griff diese Stimmung auf, die Angriffe gegen ihn gipfelten in der Bezeichnung, die »Buddenbrooks« seien ein »Bilse-Roman«, was schlussendlich zu vorliegendem Essay führte. – Unbeschnitten.

19,6 : 13,0 cm. 44, [4] Seiten. – Rückenfalz mit kurzen Einrissen, Umschlag minimal fleckig. – Vorblatt mit Besitzvermerk und kleinem Fingerfleck.

Potempa G 26.3

741  Thomas Mann. Tristan.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Sechs Novellen. Berlin, S. Fischer 1903. Grauer Originalkalikoband mit blauen Jugendstilornamenten und goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – In nur 2000 Exemplaren erschienen und daher inzwischen selten. – Enthält die Novellen »Der Weg zum Friedhof«, »Tristan« (im Erstdruck), »Der Kleiderschrank«, »Luischen«, »Gladius Dei« und »Tonio Kröger« (zuvor nur in der »Neuen Rundschau« abgedruckt). Jeder von ihnen hat Thomas Mann eine gedruckte Widmung vorangestellt: Unter den so Geehrten sind neben Arthur Holitscher, Richard Schaukal, Kurt Martens auch »Carla«, seine Schwester, die sich 1910 im Alter von 28 Jahren das Leben nahm. Ihr hat Thomas Mann die Novelle »Der Kleiderschrank« zugedacht. – Die Idee zum hier erstmals abgedruckten »Tristan« reicht möglicherweise schon in die Entstehungszeit der »Buddenbrooks« zurück. 1901, im Erscheinungsjahr des Familienromans, berichtet Thomas dem Bruder Heinrich jedenfalls von einer geplanten bzw. in Entstehung befindlichen Burleske mit dem Titel »Tristan«. – Einbandentwurf von A. Scheffer.

18,8 : 13,0 cm.[8], 264, [8] Seiten. – Rücken und Ränder etwas gebräunt, Ecken berieben.

Potempa B 2. – Zum Einbandkünstler vgl. Roland Stark in »Einbandforschung« (Berlin Heft 42/2018)

742  Thomas Mann. Tristan.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

Radierungen von Edwin Scharff. München, Drei Masken 1922. Mit zwölf Radierungen im Text. Originalpergamentband mit Deckelillustration, Rückenschild und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Obelisk-Druck. – Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Römisch nummeriertes Exemplar, wie die Vorzugsausgabe in Halbpergament, hier jedoch die Radierungen nicht monogrammiert (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Cicero Walbaum-Kursiv, gedruckt bei Mandruck, München, die Radierungen auf der dortigen Künstlerpresse unter Aufsicht des Künstlers. – Auf Zanders-Bütten. – Die Novelle zählt zu den Frühwerken Thomas Manns und erschien erstmals 1903. – Die Radierungen entstanden in der wohl produktivsten Schaffensphase Scharffs, kurz vor seinem Weggang aus München an die Berliner Hochschule für Bildende Künste.

26,0 : 17,5 cm. 69, [3] Seiten.

Potempa E 13.3. – Rodenberg 448, 5. – Sennewald 22, 3. – Lang, Expressionismus 298

743  Thomas Mann. Tristan.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Solothurn 1955. Mit einem Porträt des Verfassers. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Dritter Solothurner Privatdruck. – Eins von 150 Exemplaren, gedruckt auf Hahnemühle-Bütten. – Das Porträtfoto stammt von Gotthard Schuh. – Unter der montierten Fotoabbildung die faksimilierte Signatur Thomas Manns. – »Einige Wochen nach seinem von der ganzen zivilisierten Welt gefeierten achtzigsten Geburtstage, jedoch in schwerer Krankheit und dem Tode nahe, erteilte Thomas Mann mit Freude seine Zustimmung, diese von ihm vor fünfzig Jahren – 1905 – geschriebene Erzählung als dritten Solothurner Privatdruck auf Weihnachten 1955 herzustellen« (Druckvermerk).

21,5 : 14,0 cm. 76, [2] Seiten.

Potempa E 13.9

748  Thomas Mann. Achtung, Europa!

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Aufsätze zur Zeit. – Lotte in Weimar. – Verbilligter Sonderdruck für deutsche Kriegsgefangene. Stockholm, Bermann-Fischer 1945. Zwei Originalbroschuren.

Unveränderte Nachdrucke der Erstausgaben von 1938 und 1939 innerhalb der Bücherreihe »Neue Welt« (Bände 10 und 21). – Dazu: Selected Short Stories. Translated from the German by H. T. Lowe-Porter. Editions for the Armed Services. New York [um 1940]. Originalbroschur. Sammlung von englischen Übersetzungen, die bei Alfred A. Knopf in den Jahren 1930–1936 erschienen.

16,0 : 10,5 cm. Seiten [5]–191, [3] bzw. Seiten [5]–450. – Broschuren mit einigen Lesespuren. – Titelblätter mit Schenkungsvermerk bzw. Zensurstempel und Besitzvermerk eines Kriegsgefangenen.

Potempa B 69.3 und D 7.7

750  Thomas Mann. Der junge Joseph.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Roman. Berlin, S. Fischer 1934. Originalhalblederband mit vergoldetem Titel und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe des zweiten Joseph-Romans, erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke«. – Exemplar der seltenen und gesuchten Halblederausgabe.

18,8 : 12,5 cm. 337, [7] Seiten. – Vorsatzblatt mit handschriftlichem Eintrag.

Potempa D 5.1

759  Thomas Mann. Ein Briefwechsel.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

New York, Rotograph [1937]. Gefalztes Doppelblatt.

Sehr seltene Variante, wahrscheinlich zeitgleich mit der Broschurausgabe des Zürcher Oprecht Verlages erschienen. – Im Dezember 1936 verfasste Thomas Mann eine (unveröffentlichte) »Äußerung zu meiner Ausbürgerung«, um den Jahreswechsel antwortet er mit dem hier abgedruckten Brief dem Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Bonn, der ihn über die Aberkennung der Ehrendoktorwürde informiert hatte. Diese »klassische Analyse des Wahnsinns ›Nationalsozialismus‹, eine Anklage von prophetischer Wucht, und oft in prophetischer Sprache« (Das Neue Tagebuch, Paris) wurde in verschiedenen Tarndrucken auch in Deutschland verteilt. – Vorliegende Version kann Potempa nur im TM-Archiv und im Frankfurter Exilarchiv nachweisen.

27,8 : 21,5 cm. [4] Seiten. – Vormals mehrfach gefaltet, an den Rändern gebräunt und mit leichten Läsuren und kleinen Einrissen.

Potempa G 632.2

766  Thomas Mann. Der Kleiderschrank.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Eine Geschichte voller Rätsel. Mit Holzstichen von Andreas Brylka. Garching 1991. Mit zwei ganzseitigen Holzstichen. Originalhalblederband mit Oleographiepapierbezügen (Werkstatt Roland Meuter).

Zweiter Druck der Prosa-Blätter der Antinous-Presse Matthias Loidl. – Eins von 30 Vorzugsexemplaren in Halbleder und mit einer beigelegten signierten Suite der beiden Holzstiche auf Japan (Gesamtauflage 145). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Wohl die erste Einzelausgabe der 1898 entstandenen Erzählung (vgl. Potempa E 10). – Tadellos.

33,0 : 23,8 cm. [2], 17, [5] Seiten, 2 Holzstiche.

770  Franz Marc. Briefe, Aufzeichnungen und Aphorismen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Erster [und] Zweiter Band. Berlin, Paul Cassirer 1920. Mit insgesamt 40 Tafeln, davon fünf farbig. Originalwildlederbände mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Wildledereinband. – Der Tafelband gibt originalgetreu das letzte Skizzenbuch aus dem Felde in Lichtdruck wieder, der Textband enthält fünf farbige Lichtdrucke (einer doppelblattgroß) nach Zeichnungen von Franz Marc.

24,2 : 17,0 cm. 144, [4] Seiten; [6] Seiten, 35 Tafeln. – Gelenke an den Kapitalen berieben, oben etwas eingerissen. – Vorsätze etwas gebräunt, mit wenigen Stockflecken und handschriftlicher Notiz. Eine Tafel im Falz mit Filmoplast überklebt.

Feilchenfeld/Brandis 139.0

771  Charles Martin – Jean de La Fontaine. Contes et nouvelles en vers.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Illustrés par Charles Martin. Premier [et] Deuxiéme Volume. Paris, Librairie de France 1930. Mit 64 Tafeln, davon 32 pochoirkoloriert. Dunkelrote Halblederbände mit rot-goldenen Marmorpapierbezügen und -vorsätzen; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 350 Exemplaren der dritten Vorzugsausgabe auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 3412). – Splendide Ausgabe mit den schönen Illustrationen von Charles Martin (1884–1934), der zu den Illustratoren der bekannten Pariser Jugendstil-Modezeitschriften »Gazette du Bon Ton«, »Journal Des Dames et Des Modes« und der frühen »Vogue« zählte. Auch in seinen La Fontaine-Bildern gelingt ihm die Balance zwischen karikierendem Humor und frivoler Anzüglichkeit. – Der Buchschmuck in Türkis gedruckt. – Schönes Exemplar, die originalen Umschläge wurden eingebunden.

28,5 : 23,8 cm. [8], 249, [9]; XX, [2], [6], 361, [23] Seiten. 27 und 37 Tafeln.

Monod 6685

775  André Maurois. La vie de Disraëli.

Schätzpreis/Estimate: € 3000 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000 ( R7 )

Eigenhändiges Manuskript. Um 1925/26. 206 Blätter.

Das vollständige Manuskript für den biographischen Roman des elsässischen Schriftstellers und Historikes André Maurois (1885–1967). Das Leben des britischen Staatsmanns und Premierministers Benjamin Disraeli, Lord Beaconsfield, wurde nach der 1928–30 erschienenen deutschen Übersetzung auch hierzulande ein großer Erfolg und sorgte für die Bekanntheit des Dichters in Deutschland. – Das vorliegende Manuskript ist schon genau gegliedert in die Kapitel der drei Teile des Buches, weist aber noch viele Korrekturen und Anmerkungen auf. Noch finden sich auch Abweichungen, zumindest bei der Benennung und Nummerierung der Kapitel. – In Maurois’ zarter Handschrift mit blauer Tinte auf liniertes Papier geschrieben. Alle Blätter einseitig beschrieben und vom Dichter kapitelweise paginiert. – Mit zwei grünen Kartondeckeln, der vordere mit eigenhändigen Zitaten und Anmerkungen (u. a. »pour Valéry«), gebunden von E. Levitzky in braunes Ecraséleder, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet. Lederspiegel, vorn mit großer goldgeprägter floraler Monogrammvignette. Orangefarbene Seidenvorsätze. – Tadellos erhalten, in Schuber mit Lederkanten und Marmorpapierbezügen. – »Beigabe«: André Maurois. La vie de Disraëli. Paris, Bernard Grasset 1927. Halblederband mit reicher Rücken- und Kopfschnittvergoldung, Originalumschlag eingebunden. – Widmungsexemplar der ersten Auflage. Exemplar 799 der Ausgabe C auf Velin pur Chiffon. – Mit eigenhändiger, schwer lesbarer Widmung mit dem Disraëli-Zitat »La vie est trop courte pour être petite«.

23,3 : 19,5 cm (Manuskript-Band); 20,5 : 14,5 cm. 341, [5] Seiten. Rücken gebräunt.

779  Felix Meseck – Novalis [Friedrich von Hardenberg]. Das Märchen aus Heinrich von Ofterdingen.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Radierungen von Felix Meseck. München, Piper 1920. Mit zehn Radierungen sowie radierter Titel- und Schlussvignette und einer radierten Initiale. Originalhalbmaroquinband mit Rückenschild und -vergoldung.

26. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 185 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 250). – Schöner breitrandiger Pressendruck auf kräftigem Bütten.

35,5 : 25,0 cm. [60] Seiten.

Rodenberg 369, 29. – Sennewald 20,4

786  Max Papart – Pierre Tilman. Espace étranglé.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 250 ( R7 )

Eaux-fortes de Max Papart. Pointes sèches de Jean-Pierre Le Boul’ch. Ohne Ort, 1967. Mit zwei Aquatintaradierungen, eine signiert, und zwei Kaltnadelradierungen, alle ganzseitig und mit dem Text auf losen Doppelblättern in Originalumschlag und -schuber.

Eins von 90 Exemplaren, weitere zehn als Belegexemplare. – Auf Vélin d’Arches. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern und dem Dichter signiert. – Max Papart signierte und nummerierte die zweite Aquatintaradierung. – Schönes Exemplar. – Pierre Tilman. L’esclavage n’a pas été aboli. Bagnols-sur-Cèze, Editions Chambelland 1970. Mit einer signierten Radierung von Max Papart. Originalbroschur. Erste Ausgabe. Eins von 30 Exemplaren, weitere drei als Belegexemplare, auf Vélin d’Arches. Unaufgeschnitten.

10,5 : 18,2 cm. [26] Blätter. – 18,8 : 11,9 cm. 73, [3] Seiten, 1 Radierung. Radierung linksseitig etwas gebräunt (Abklatsch).

787  Max Papart – Michel Bohbot. Des mots contre le vent.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 250 ( R7 )

Trois gravures originales de James Coignard, Max Papart, Shoichi Hasegawa. Braine-le-Comte, Lettera Amorosa 1974. Mit drei signierten Farbradierungen, eine mit Prägedruck. Lose Doppelblätter in Originalumschlag.

Eins von 64 Exemplaren (Gesamtauflage 80). – Auf Vélin d’Arches. – Drei Texte, jeder einem der beteiligten Künstler gewidmet. – Die Radierungen jeweils auf einem Doppelblatt gedruckt, signiert und nummeriert. Die Radierung von Coignard mit Prägedruck und übermalt.

21,0 : 14,8 cm. [16] Seiten, 3 Radierungen. – Vorderumschlag leicht gebräunt und mit kleinem Fleck.

788  Max Papart – Michel Bohbot. Naissance des signes.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Trois eaux-fortes originales de Max Papart. Paris 1978. Mit drei signierten Farbradierungen mit Prägedruck. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und schwarzer Originalleinenchemise und -schuber.

Eins von 50 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 72). – Erschienen als Band VII von »A Parole Donnée«. – Auf Vélin d’Aches. – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Max Papart (1911–1994) schuf ein umfangreiches Werk, neben Graphiken vor allem Gemälde und Collagen. Auch seine Radierungen gewinnen durch die zusätzlich verwendeten Techniken wie farbige Aquatinta und Prägedruck bildhaften Charakter. – Tadellos schönes Exemplar.

16,3 : 16,7 cm. [20] Seiten, 3 Radierungen.

789  Jürgen Partenheimer – Cees Nooteboom. De slapende goden. Les dieux dormants. Jürgen Partenheimer. Sueños y otras mentiras.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Gent, Ergo Press 2005. Mit zwei farbigen blattgroßen Lithographien und Illustrationen von Jürgen Partenheimer. Farbig illustrierte Originalbroschur im Acrylglasschuber.

Eins von 24 Exemplaren der niederländisch-französischen Ausgabe, weitere 24 erschienen mit deutschem Paralleltext. – Mit einer signierten Suite der beiden Lithographien. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Gedruckt auf Velin »Saunders Waterford«. – Ein Künstlerbuch, »in which the minimalism of Partenheimer is juxtaposed to Nooteboom’s ›poetry of place‹« (Webseite der Ergo Press). – Tadellos erhalten.

28,5 : 38,7 cm. [52] Seiten.

797  Der Zeichner Hans Theo Richter.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

[Herausgegeben von der] Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung. Dresden 1999. Mit zahlreichen ganzseitigen Farbabbildungen. Originalpappband mit Büttenbezug und illustriertem Originalschutzumschlag.

Eins von 30 nummerierten Vorzugsexemplaren mit einer beigelegten Tuschzeichnung (Skizze Zwei Enten, 10 : 19 cm, auf Bütten, rückseitig mit dem Nachlass-Stempel). – Ausstellungskatalog der Galerie Pels-Leusden – Villa Grisebach. – Tadellos erhalten. – Dazu: Werner Schmidt. Hans Theo Richter. Zum 60. Geburtstag anlässlich der Ausstellungen in der Deutschen Akademie der Künste Berlin und dem Dresdner Kupferstichkabinett. 1962. Originalpappband mit illustriertem Umschlag. Vom Künstler signiert und 1991 vom Verfasser gewidmet. Mit dem Werkverzeichnis der Lithographien.

28,4 : 23,7 cm. 96 Seiten.

806  Heinar Schilling. Meinungen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Geschriebenes und gesprochenes Wort über Kultur und Zeit. Heft I: Die lange Zigarettenspitze. Novelle über Lebenskunst. Heft II: Die Richtung. Dialoge mit einer Sphinx. Dresden, Felix Stiemer 1918. Originalbroschuren mit Titelschild.

Erste Ausgaben. – Eins von 300 Exemplaren bzw. eins von 100 Vorzugsexemplaren auf Bütten, beide vom Dichter signiert. – Beide Texte entstanden im Oktober 1917 in Karlsbad. – Heinar Schilling (1894–1955) gründete im Dezember 1917 gemeinsam mit Rudolf Kaemmerer den expressionistischen »Dresdner Verlag«. In die dort erschienene Reihe »Das neueste Gedicht« wurde das zweite Heft übernommen. – Beide mit Stempel »Ex libris Anthon Bakels«, der u. a. mit Hannah Höch befreundete »holländische Verleger, Anarchist und Dadaist« (Thomas Hatry).

23,5 : 15,2 cm. 30, [2]; 38, [2] Seiten. – Umschlagränder leicht bestoßen, Rückenfalz von Heft II mit Fehlstellen. – Leicht fingerfleckig, Vortitelblätter mit Radierspuren.

Raabe/Hannich-Bode 264.14/15

807  Hermann Harry Schmitz. Der Säugling. Die vorzügliche Kaffeemaschine.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

[München 1924]. Mit fünf kolorierten Holzschnitten im Text, davon eine Vignette, von Irmingard Straub. Kolorierter Originalpappband.

Eins von 30 Exemplaren. – Auf Bütten. – Druck in den Werkstätten der Kunstgewerbeschule München. – Mit Erwerbsvermerk »Ostern `24« auf dem hinteren Innendeckel. – Irmingard Straub (1904–1987) war damals wohl Studentin der Kunstgewerbeschule. Der Text von Schmitz war 1911 bei Rowohlt erschienen.

21,7 : 17,6 cm. 21, [3] Seiten. – Etwas stockfleckig, Vorsätze stärker.

815  Pierre Stampfli – François Villon. Ballades et testaments.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Lithographies originales de Pierre Stampfli. Zürich, Editions des Gaules 1945. Mit 27 Lithographien, davon neun blattgroß. Hellbrauner Maroquinband mit mehrfarbiger Lederintarsie auf dem Vorderdeckel. In der Originalhalbpergamentchemise. – Widmungsexemplar des Verlegers.

Eins von 45 Exemplaren auf »Vergé du Marais« und mit einer signierten Tuschfederzeichung (zu »Ballade des femmes de Paris«) auf Transparentpapier, dieses auf das Vorblatt montiert (Gesamtauflage 61). – Von Pierre Stampfli und dem Buchgestalter Louis Grosclaude signiert und von letzterem Hans Fretz gewidmet, der die Ausgabe drucken ließ.

33,7 : 25,5 cm. 133, [3] Seiten.

816  Gertrude Stein. Operas and Plays.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Paris, Plain Edition 1932. Originalbroschur in -schuber. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von 22 Stücken, die meist in den 1920er Jahren entstanden waren. – Eins von 500 Exemplaren, gedruckt von Daranthière in Dijon. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung der Dichterin »For Peter Mame [?] this book [Operas and Plays] in memory of a pleasant afternoon Gertrude Stein«. – Der Band enthält u. a. den Erstdruck von »Four Saints in Three Acts«, dem Libretto der Oper, die Virgil Thomson (1896–1989) damals in Zusammenarbeit mit Gertrude Stein komponierte (Orchestrierung 1933) und deren Uraufführung 1934 im Wadsworth Atheneum in Hartford, Conn., Skandal machte, sowie zahlreiche andere Kurzstücke sowie Filmlibretti. 1933 erschien die erfolgreiche Autobiographie der Dichterin unter dem Namen ihrer Lebensgefährtin Alice B. Toklas.

18,3 : 13,3 cm. 400, [4] Seiten (einschließlich Vorsätze). – Vordergelenk des Umschlags angeplatzt.

818  Hugo Steiner-Prag – [Johann Wolfgang von] Goethe. Stella.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Ein Trauerspiel. Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Franz Schneider [1922]. Mit acht Radierungen, davon sechs signiert und blattgroß und je eine Titel- und Schlussvignette. Grüner Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelvignette, gepunzter Stehkantenfilete, Rücken- und Kopfschnittvergoldung (H. Sperling, Leipzig).

Eins von (laut Sennewald) 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 200). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

26,8 : 19,5 cm. 85, [3] Seiten, 6 Radierungen. – Rücken verfärbt. Ränder etwas berieben. Deckel mit kleinen Kratzern, vorn am Oberrand kleine Farbflecke.

Sennewald 22, 2

820  Otto Stoessl. Gesammelte Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 350

Erster [bis] Vierter Band. Wien, Saturn 1933–1938. Originalleinenbände mit Rückenschildern und -vergoldung.

Eins von 150 signierten Exemplaren für Subskribenten. – Die wohl durch den Tod Otto Stoessls (1875–1936) abgebrochene Werkausgabe beinhaltete in den ersten Bänden bis dahin unveröffentlichte Texte (Arcadia; Schelmen-Geschichten; Geist und Gestalt; Schöpfer). – Stoessl hinterließ ein reiches erzählerisches Werk. Der Zeitgenosse von Karl Kraus, Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke und Vertretern des »Jungen Wien«, war Schriftsteller, Journalist und Beamter, machte sich aber auch als Literaturtheoretiker und Kritiker einen Namen. Sein Hauptwerk, der Roman »Das Haus Erath«, der den Niedergang einer österreichischen Familie über mehrere Generationen beschreibt, wird mit den »Buddenbrooks« verglichen.

21,9 : 15,5 cm.

822  Stuart C. Cumberland. Besucher aus dem Jenseits.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Breslau und Berlin, S. Schottlaender [1885]. Privater und geprägter Leinenband mit ornamentaler Blind-, Rot- und Schwarzprägung, sowie Kopfgoldschnitt.

Mit eigenhändiger Widmung des Autors »á Madame Ida Falk homage de l’auteur, July 29th 85«. – Stuart Cumberland (1857–1922) war ein britischer Hellseher und Spiritist, er hatte sich auf das »Gedankenlesen« (Muskellesen) spezialisiert und bereiste als Schausteller die USA, Europa, Australien und Portugal. Der Begriff des Muskellesens oder Cumberlandismus ist auf ihn zurückzuführen.

24,0 : 15,5 cm. 62, [2] Seiten. – Exlibris. – Erste und letzte Seiten stockfleckig.

824  Antoni Tapies – José-Miguel Ullán. Anular.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Paris, Éditions R.L.D. 1981. Mit fünf Radierungen, davon vier signiert und eine als Umschlag, und grafischen Arbeiten von Antoni Tapies. Leporello in Originalumschlag und Chemise, zusammen im Schuber.

Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Mit einem Text von José-Miguel Ullán. – Gedruckt auf Arches-Bütten (Umschlag), Auvergne-Richard de Bas-Bütten und Büttenpapier (zwei Radierungen) von Atelier Morsang, Paris. – Die Seiten wurden zu einem Leporello montiert. – »Anular« – Annullierung oder Ungültigkeit – präsentiert den Text einer frühen spanischen Verfassung als maschinengeschriebenes Manuskript mit hervorgehobenen kurzen poetischen Sätzen Ulláns und Tàpies’ symbolartigen Buchstaben. […]Teile des Textes werden zerrissen, auf den Kopf gestellt oder sogar durch Tàpies’ »Graffiti« verdeckt. Der visuelle Gesamteindruck erzeugt ein Gefühl von Widerspruch und Weigerung, während er gleichzeitig einen Akt der Aufhebung beinhaltet« (vgl. MoMA.org).

33,2 : 25,8 cm.

Galfetti/Homs 823–827

825  Michel Terrasse – [Sidonie-Gabrielle Claudine] Colette. L’enfant et les sortilèges.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Poème. Lithographies originales de Michel Terrasse. [Paris,] Éditions d’Aude 1949. Mit elf Farblithographien sowie vier lithographierten Kalligraphien. Dunkelblauer Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen, Lithographien von Michel Terrasse, dem Neffen von Paul Bonnard. – Eins von 250 Exemplaren, weitere drei kamen nicht in den Handel. – Die außergewöhnlich gestaltete Ausgabe erschien ein Vierteljahrhundert nach der Erstausgabe und der Uraufführung der von Maurice Ravel vertonten Dichtung. Von dieser war u. a. Theodor W. Adorno restlos begeistert: »Nach den Noten zu urteilen und in Kenntnis von Ravels Wesen: ›L’Enfant et les sortilèges‹ muss sein Meisterstück sein. Kindlich verzaubert ist jeder Takt bei ihm.« – Der Text wurde auf unterschiedlich gefärbte Büttenpapiere gedruckt, jeweils einer Textseite folgt ein Passepartoutblatt mit einer eingeklebten Lithographie. Auch die Titelzeilen, die auf dem Umschlag wiederholt werden, und die beiden Zwischentitel malte Terrasse auf Lithosteine. – Die Gesamtgestaltung der Ausgabe suggeriert ein zeitgenössisches Künstlerbuch. – Selten und gut erhalten.

49,8 : 32,2 cm. [6], 60, [6] Seiten.

Blieb Monod unbekannt

833  Paul Valéry. Études pour »Mon Faust«.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Illustrations de l’Auteur. Interprétées en gravure sur bois par Pierre Bouchet. Paris, Société de Femmes Bibliophiles Les Cent Une 1941. Mit Holzstichen nach Paul Valery. Lose Doppelbogen in Originalhalbleinenchemise, zusammen im Schuber.

Jahresgabe der Bibliophilen Frauengesellschaft »Les Cent Une«, Paris. – Eins von 101 Exemplaren. – Pierre Bouchet übertrug Valérys Zeichnungen auf Holzstöcke, den Text druckte er in Rot und Schwarz auf seiner Handpresse. – »Derselbe Valery, der einmal gemeint hatte, es fehle ihm nur ›ein Deutscher, der meine Gedanken zu Ende denken würde‹, dachte nun als Greis ein berühmtes deutsches Werk weiter und kam in seinem ›Faust‹, den er auch verwegen ›Mon Faust‹ nannte, zu dem Schluß, daß in unserer modernen Welt nicht nur der Teufel völlig harmlos und also überflüssig geworden sei, sondern auch der Geist gründlich ausgespielt habe – jener Geist, dem Valery ein Leben lang bedingungslos gedient hatte, ja, der sein einziger Gott gewesen war, dem er früh sogar die Gabe seiner Dichtung zum Opfer gebracht hatte« (Der Spiegel, 2/1991).

30,5 : 24,5 cm. 122, [6] Seiten.

Monod 10858

838  Klaus Waschk – Karl Marx. Das Kapital.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Kritik der politischen Ökonomie. Mit Illustrationen von Klaus Waschk. Ausgabe in zwei Bänden. Leipzig, Faber & Faber 2007. Mit zahlreichen, meist farbigen, Abbildungen nach Zeichnungen. Originalhalbpergamentbände mit Rückenschild. zusammen im Schuber.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbpergament. – »Konnte Marx aber auch nur ahnen, dass seine Kritik an der zu immer größerem Verschleiß führenden Unwucht im Zirkulationsprozess des Kapitals zu den wirkmächtigsten Büchern des Kosmos avancieren würde? Und dass es trotzdem kaum gelesen würde? Vielleicht fehlten nur die Bilder.« (»Kapitaler Schmöker«, FAZ 2.7.2008).

25,5 : 18,0 cm. 324; 825, [3] Seiten.

843  Raoul Tranchirer [Ror Wolf]. Das Lexikon der feinen Sitte.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Neues Universalbuch des guten Tones und der feinen Lebensart. Frankfurt am Main, Diskus 1964. Mit zahlreichen Abbildungen, darunter zwei nach Fotografien von Abisag Tüllmann. Originalbroschur.

Diskus-Bücher 1. – Erste Ausgabe. – Parodie auf das um 1880 mehrfach aufgelegte Original von Karl Adelsfels, nun mit zahlreichen Abbildungen nach Collagen Ror Wolfs, der in den 1960er Jahren darin Max Ernst und Peter Weiss nacheiferte. – Als Herausgeber zeichnen der Verfasser und Karl Riha. – Mit der fiktiven Auflagenangabe »1.–102. Tausend«, tatsächlich aber so selten, dass selbst für die Frankfurter Ausstellung 2012 zum 80. Geburtstag des Dichters kein Exemplar dieser zweiten eigenständigen Veröffentlichung Ror Wolfs aufzutreiben war. – Ror Wolf, der 1953 aus der DDR geflohen war, studierte in Frankfurt Literatur, Soziologie und Philosophie und wurde 1959 Redakteur der dortigen Studentenzeitung »Diskus«.

20,8: 14,5 cm. [64] Seiten. – Umschlagrücken und Seitenränder minimal gebräunt.

845  ZERO – Mack – Piene – Uecker.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Herausgegeben vom Kaiser Wilhelm Museum. Krefeld 1963. Mit zahlreichen Abbildungen, davon drei blattgroße farbige. Originalbroschur mit Klischee-Prägedruck.

Der frühe Ausstellungskatalog des Museums Haus Lange Krefeld, 20. Januar bis 17. März 1963. – Mit dem Faltblatt mit Einleitung von Paul Wember und Bio- und Bibliographien. Je zwei Doppelseiten sind jedem der drei Künstler gewidmet. Zwei Seiten Zero-Dokumentation.

32,0 : 23,7 cm. [20] Seiten. – Einband leicht fingerfleckig. – Bindung gelöst.

Van der Koelen S. 541

846  XXXV Biennale di Venezia, Padiglione Tedesco. Lenk / Mack / Pfahler / Uecker.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Commissario: Dieter Honisch. Essen und Venedig 1970. Vier Originalbroschuren mit zahlreichen Abbildungen und je einer beigelegten Originalgraphik. Zusammen in einem Originalumschlag.

Das Mappenwerk erschien anlässlich der von Dieter Honisch kuratierten Gestaltung des Deutschen Pavillons auf der 35. Biennale in Venedig durch die vier Künstler. – Mit einem Prägedruck von Günther Uecker und je einer Farbserigraphie von Thomas Lenk, Heinz Mack und Georg Karl Pfahler.

36,6 : 22,5 cm. – Umschlag minimal fleckig, hinten kleine Notiz am Oberrand. – Der Prägedruck von Uecker mit Abreibungen der Druckerschwärze.

Van der Koelen L 7003

848  Heinrich Zille. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

[Berlin Oktober 1912]. Eine Seite.

An die »verehrte Redaktion des ›Ulk‹«. – »Anbei eine Zeichnung mit der Bitte, davon dort eine Querseite zu machen. Könnte mir die Zeichnung für die Schwarz-Weiß-Ausstellung (Secession) geliehen werden?« – Mit Bleistiftnotiz (Eingangsdatum 11.10.1912).

852  Bear Press – Caspar Walter Rauh. Traumland. Niemandsland.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Bayreuth 1993. Mit 48, bzw. 28 montierten Illustrationen nach Federzeichnungen von Caspar Walter Rauh. Zwei Originalleinenbände mit montiertem Deckelbild. Zusammen im Originalschuber.

Elfter und Zwölfter Sonderdruck der Bear Press Wolfram Benda. – Eins von 950 Exemplaren der Leinenausgabe (Gesamtauflage 1.000). – Caspar Walter Rauh (1912–1983) gilt als Vertreter des Phantastischen Realismus. Seine Arbeitsschwerpunkte waren Aquarell, Federzeichnung und Radierung. Seine Affinität zu den Klassikern der Phantastischen Literatur fand ihren Niederschlag in Illustrationen zu Werken Edgar Allan Poes, Jean Pauls und E.T.A. Hoffmanns. – Die Texte, Aufzeichnungen, Briefe und Dichtungen, wurden hier erstmals aus dem Nachlass veröffentlicht.

30,8 : 21,5 cm. [4], 82, [6] Seiten; [2], 126, [6] Seiten.

854  Officina Bodoni – Alexander Puschkin. Il Cavaliere di Bronzo.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Racconto Pietrobourghese. 1899. Verona, Officina Bodoni 1968. Mit einer radierten Titelvignette. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 165 Exemplaren auf Magnani-Bütten. – Druck in Rot und Schwarz, russisch-italienischer Paralleltext. – Mardersteig hatte den russischen Buchkünstler W. Lazurski 1964 in Leipzig kennen gelernt und beschlossen, einen Text der russischen Literatur in einer von ihm zu entwerfenden kyrillischen Type zu drucken. Die italienische Übersetzung wurde aus Mardersteigs Dante-Type gesetzt. Von einer ersten Fassung wurden 1967 nur zehn Exemplaren, gleichsam als Probe gedruckt. Lazurski überarbeitete seine Schrift, deren endgültige Fassung in der vorliegenden Auflage verwendet wurde.

29,9 : 20,5 cm. 53, [7] Seiten. – Obere Schuberkante angeplatzt.

Mardersteig 153 (mit ganzseitiger Abbildung des Druckvermerks)

857  Edition Fanal – Suzanne Feigel. Hinter einer Glaswand.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Gedichte. Basel 1982. Mit vier Serigraphien auf gefalteten Transparentpapieren, zwei lose beigelegt, zwei als Umschlag um die beiden Originalbroschuren montiert. In Originalschuber. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von zehn römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 112). – Beim Druckvermerk mit Widmung von Dichterin und Künstlerin sowie weiteren Beteiligten. – Die vierzig Gedichte verteilen sich auf zwei Broschüren, eine auf hellem, die andere auf grauem Ingres-Bütten gedruckt. – Gesetzt aus der Univers mager und gedruckt von Max Fürer. – Die Dichterin darf als Multitalent gelten: Marie-Suzanne Feigel (1916–2006) war auch bildnerisch tätig und gründete 1945 in Basel die »Galerie d’art moderne«.

858  Edition Maldoror – Absolut abwesend.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Gedichte und Fragmente: Philipp Passeur. Radierungen: Siko. Herausgeber: Maximilian Barck. Berlin 2006. Mit fünf verso signierten Radierungen. Türkisfarbener Originalleinenband.

Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Dichter und der Künstlerin Silke Konschak signiert. – In großzügiger Typographie von Rainer Tschernay auf Hahnemühle Alt Lünen gedruckt. – Dazu: Annegret Gollin. Doppelbelichtung. Berlin, Edition Maldoror 1996. Mit acht Farbserigraphien von Thomas H. Weber. Illustrierter Originalpappband. Eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 70). Im Druckvermerk von Dichterin und Künstler signiert.

39,0 : 29,5 cm. [14] Seiten. – Rücken mit leichter Feuchtigkeitsspur.

859  Edition Neuhauser Kunstmühle – Armin Zingerle. Salome.

Schätzpreis/Estimate: € 2000 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1600 ( R7 )

Acht Radierungen zu dem Gedicht ›Salome‹ von N. C. Kaser. Salzburg 2007. Acht Farbradierungen, radiertes Frontispiz und zwei Textblätter. Originalleinenband mit montiertem Deckelbild.

Eins von nur 16 nummerierten Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt von Rainer Volkmann auf vollrandiges Velin. – Auch das Gedicht und der Druckvermerk wurden von radierten Platten gedruckt. – Der Südtiroler Graphiker Armin Zingerle setzte sich viele Jahre mit dem dichterischen Werk seines Landsmanns Norbert C. Kaser (1947–1978) auseinander. – Angeregt wurde Kaser zu dem Gedicht 1975 während eines Verona-Aufenthalts bei der Betrachtung des Bronzereliefs »Tanz der Salomé« in dem Portal der Basilika San Zeno.

64,0 : 49,5 cm. 11 Blätter.

861  Edition Neuhauser Kunstmühle – Paul Ching-Bor. Folded Steel.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 150 ( R7 )

Salzburg 2009. Buchobjekt mit Farbradierung.

Eins von 21 Exemplaren. – Rückseitig vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Die Farbradierung, gedruckt von Rainer Voltmann, wurde in acht dreieckige Segmente zerschnitten. Diese sind auf Pappteile aufgezogen und mit Leinenfalzen klappbar verbunden. Die abgebildete Brückenkonstruktion kann so dreidimensional variiert werden. – Der 1963 in China geborene Künstler verbrachte viele Jahre in Australien, bevor er 1996 in die USA auswanderte. Er lebt und arbeitet nun in New York.

29 : 20 cm (geschlossen).

866  Edition Tiessen – Gert Hofmann. Die Rückkehr des verlorenen Jakob Michael Reinhold Lenz nach Riga.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Novelle. Mit neun Algraphien von Wolfgang Schmitz. Neu-Isenburg 1984. Mit acht Algraphien im Text, davon drei blattgroß. Originalpappband mit einer Algraphie auf dem Vorderdeckel.

35. Druck der Edition Tiessen. – Eins von 33 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit zwei zusätzlichen signierten Algraphien (Gesamtauflage 125) – Während des Auflagendrucks wurde die Druckplatte der ersten Algraphie, ein Flachdruckverfahren von Aluminiumplatten, irreparabel beschädigt und daraufhin neu gezeichnet und gedruckt. Hier eins der wenigen Exemplare mit einem signierten Abzug der ersten Fassung als Beilage sowie drei Benachrichtigungszetteln des Verlegers zu den Beilagen.

32,3 : 23,6 cm. 35, [5] Seiten.

Spindler 41.35. – Tiessen VI, 2

876  John Gerard. Alphabet Soup.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Berlin 1988. Originalbroschur.

Eins von zwölf Exemplaren. – Auf handgeschöpftem Papier, das als Repulping aus mit Vendome Lettern bedruckten Bogen hergestellt wurde. Das Alphabet aus je einer Majuskel und einer Minuskel der Tiemann Antiqua gesetzt. – John Gerard wurde besonders durch seine »Paper Remakings« bekannt.

20,0 : 19,5 cm. [32] Seiten, einschließlich Deckblätter.

877  Anet [Annett] Glöckner – Sergej Tretjakow. Der Buhmann der russischen Literatur.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Über Alexej Krutschonych. – Welimir Chlebnikow. Berlin 1989. Mit Collagen, Serigraphien und Illustrationen von Anet Glöckner. Originalbroschuren.

Je eins von 100 Exemplaren, von der Buchgestalterin monogrammiert, datiert und nummeriert. – Herausgegeben von der Pressestelle der Hochschule für Künste in Berlin. – Die beiden Texte, in Übersetzungen von Peter Ludewig bzw. Marga Erb, stammen aus Trejakows »Gesichter der Avantgarde« von 1922. – Annett Glöckner, geboren 1964 in Borna, studierte nach einer Setzerlehre von 1987–1993 an der Berliner Hochschule Visuelle Kommunikation.

31,7 : 22, bzw. 20,7 cm. 3–25, [1] bzw. 21, [3] Seiten. – Umschläge leicht lichtrandig.

878  Hermann Gruber. Collagen. – Zufall und Notwendigkeit.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Wien, Werkstattpresse 1979. Mit Collagen. Originalpappkassettenbände.

I. Eins von 15 Exemplaren. Sechs Collagen, teils übermalt, vier Typographiken, Titel und Druckvermerk. Lose in Originalkassette. Im Druckvermerk signiert und nummeriert. – II. Eins von 50 Exemplaren. Sechs Papierbilder auf Wellpappe. Sechs Textblätter mit Aphorismen von Demokrit, Hegel, Novalis, Epikur, Aristoteles und Havemann. Im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die eigenwilligen Objektbücher des Wiener Buchkünstlers Hermann Gruber (geboren 1938) erscheinen im Eigenverlag.

23,5 : 21,5 cm und 26,8 : 21,0 cm.

880  Alexander Gyenes. Units of Measurement.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

1988. 19 Bild- und sieben Texttafeln und eine montierte Fotografie. Lose in Originalmappe, -umschlag und -schuber. – Alexander Gyenes. Transcendence bad faith temporality Sartre. The compression series 1. 1990. Mit vier Bildtafeln. Originalpappband mit montierter Deckelvignette.

Je eins von fünf oder sechs Exemplaren, die angegebenen Auflagen von 25 wurden nach Auskunft des Künstlers nie erreicht. – Auf Bütten. – I: Rückseitig auf allen Tafeln mongrammiert, datiert und nummeriert. Als »Book No. 5« bezeichnet. – II: Vom Künstler monogrammiert, nummeriert und datiert. – Gebunden bei Taurus Bookbindery, Berkeley. Die Folge von vier Bilddtafeln und 16 überdruckten Originaldruckbögen beziehen sich auf Jean-Paul Sartres philosophisches Hauptwerk »L’être et le néant«. – Beide tadellos erhalten. – Vom Vorbesitzer erworben anlässlich einer Ausstellung in der Kölner Galerie Paszti/Bott. – Der Biochemiker Alexander Gyenes schuf neben seiner Arbeit als Wissenschaftler im Laufe der Jahre weitere Künstlerbücher.

28,7 : 21,8 cm und 30,4 : 23,7 cm.

883  Horst Hussel. Erinnerungen an Holland.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

13 Radierungen [und eine Titelradierung]. 1994. 28,0 : 35,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 4/90, davon 75 für den Verkauf. – Auf Bütten Richard de Bas. – Die vollständige Folge der zwölf, jeweils mit der Blattnummer bezeichneten und teils in der Platte betitelten, Radierungen. – Die in den Vorjahren entstandenen Radierungen wurden 1994 von der Büchergilde Frankfurt als »Gutenberg Pressendruck Nummer 3« ediert. – Die achte Radierung (Waterland) koloriert, die zehnte (In Marken) auf altem Bütten und in Passepartout. – Gedruckt von Dieter Bela, Berlin. – Das Textheft mit einem Essay von Christian Scheffler, Direktor des Klingspor-Museums Offenbach. – In der Originalleinenmappe (Klaus Adam, Glauchau). – In ihrer reduzierten Feinlinigkeit beeindruckende graphische Folge.

884  Horst Hussel. Schmähzeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

München, Klaus Renner 1994. Mit 35 blattgroßen Illustrationen. Originalpappband mit Fabrianobüttenbezug.

Eins von zehn römisch nummerierten Künstlerexemplaren. – Wie die 35 Vorzugsexemplare mit einer beigelegten signierten Radierung (»Wasserwerker«). – Mit einem Nachwort von Joachim von Westphalen: »Die Schmähzeichnungen […] Hussels kommen gerade recht, um an die frisch verdrängten Obszönitäten der Wiedervereinigung zu erinnern. […] ist es allerhöchste Zeit sich vor Augen zu führen, daß die Deutschen nach wie vor und mehr denn je ein blödes und häßliches Volk von Rüsselschweinen sind.« – Dazu: Hiltrud Lübbert und Peter Röske. Horst Hussel Werkverzeichnis der Druckgraphik und Bücher 1954 – 1993. Mit Beiträgen von Stefan Heym, Friedrich Dieckmann und Peter Röske. Berlin 1993. Originalbroschur. Eins von 70 Exemplaren der Vorzugsausgabe C mit einer beigelegten signierten farbigen Radierung (1 Achtel Mekel).

28,5 : 17,5 cm. [80] Seiten, 1 Radierung.

888  Instabil. – Instabil [2].

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 580

[Schöneiche bei Berlin], ElanAG 1987 und 1988. Mit signierten Originalgraphiken, Abbildungen und fotografischen Tafeln. Originalbroschuren, eine mit in Gold serigraphierten Deckelvignetten, eine mit Farbserigraphie und Blindprägung.

Originalausgaben der beiden seltenen Kataloge aus der späten DDR-Zeit. – I: Eins von 40 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 100). Im Druckvermerk von den drei Künstler/innen signiert. Herausgegeben anlässlich der ersten Ausstellung der Künstlergruppe Instabil (Jörg Gottschalk, Ulla Gottschalk-Walter, Andreas Krüger). Mit fünf Farbserigraphien, einer Aquatintaradierung und einem Holzschnitt, alle signiert, sowie den Fotografien, teils in Klischeedruck, zwei auf Fotoleinen. – Die Siebdrucke entstanden im Atelier Zylla, Berlin. – II. Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 200). Im Druckvermerk von den drei Künstler/innen signiert. Herausgegeben anlässlich der Ausstellung »Freikörper« der Künstlergruppe Instabil. Mit acht unveröffentlichten Gedichten von Eberhard Häfner. Mit vier Farbserigraphien von Jörg Gottschalk, fünf von Ulla Gottschalk-Walter und sechs von Andreas Krüger, je eine auf einem gefalteten Blatt. Mit Texten von Eberhard Häfner (Gedichte), Fedka Kyrillow und den Mitgliedern der Gruppe sowie Abbildungen von Instabil-Kunstwerken. Die Gemeinschaftsarbeit ist ein ausgeschnittenes Detail aus einem Ölgemälde. – Sehr gut erhalten.

24,2 : 32,3 cm. [21] Blätter, einschließlich der Graphiken. – 32,0 : 25,7 cm. [34] Blätter (einschließlich der Graphiken), 1 Leinenblatt.

Henkel/Russ B 65 und B 66

892  Leipziger Drucke – François Rabelais. Die Abtei Thelem

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

wie sie Gargantua für den Mönch erbauen liess im Land Utopia. Verbildlicht von Reinhard Minkewitz. Leipzig 1992. Mit drei blattgroßen Farbradierungen, eine signiert, und sechs Typographiken. Originalhalbpergamentband mit Deckelprägung im Originalschuber (Katrin Adler, Leipzig).

Zweiter Leipziger Druck. – Eins von 20 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 170). – Impressum vom Künstler, der auch die Gesamtgestaltung übernahm, signiert. – Gedruckt auf Hahnemühle-Bütten. – Die Texte entstammen Rabelais’ »Gargantua und Pantagruel« in der Übertragung von Gottlob Regis 1906.

39,0 : 27,5 cm. 46, [2] Seiten.

899  Olaf Wegewitz. Ulfilas-Arbeiten.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Galerie oben ‘87. Karl-Marx-Stadt 1987. Mit elf Serigraphien und sechs Holzschnitten, alle ganzseitig, einer gefaltet beigelegten Farbserigraphie (»Beuys«) und vier montierten Fotoabbildungen. Farbig serigraphierter Originalumschlag.

Eins von 200 Exemplaren, vom Künstler signiert und nummeriert. – Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung in der legendären Karl-Marx-Städter Galerie. – Mit einem Text von Andreas Kühne (»Zeichen und Maß · Wege der Abstraktion bei Olaf Wegewitz«) in Buchdruck auf Bütten und einem fotokopierten Text des Künstlers »für Ulfilas«. – Die Serigraphien mit abstrakten Zeichnungen, die Holzschnitte, gedruckt auf Transparentpapier, mit runenartigen Zeichen und Symbolen. – Als Umschlag diente das gefaltete Originalplakat zur Ausstellung.

21,3 : 15,5 cm. [32] Seiten, 1 lose Graphik.

Henkel/Russ 172.7 (leicht abweichend)

900  Olaf Wegewitz. Ewige Pflanzlichkeit.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 240

[Huy-Neinstedt] 1989. Mit 42 Serigraphien, einige Seiten serigraphierter handschriftlicher Text und acht Holzschnitten. Originalbroschur.

Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem hinteren Innendeckel signiert und nummeriert, sonst ohne Editionsvermerk. – Im Eigenverlag entstanden, gedruckt auf verschiedenen Bütten- und Japanpapieren. Heftung durch Bambusstäbchen. – Olaf Wegewitz gehörte zu den Initiatoren des legendären »Ersten Herbstsalons« (Leipzig 1984), dessen durch offizielle Stellen verhinderter Wiederholungsversuch 1985 zur Gründung der Galerie eigen+art führte. 1986 hatte er gemeinsam mit Frieder Heinze das außergewöhnlichste Künstlerbuch der DDR-Zeit, das Objektbuch »Unaulutu« geschaffen. – Sehr selten.

22,0 : 16,0 cm. [34] Blätter.

Henkel/Russ 172.11 (nennt noch Sackleinenbezug)

902  Dürer Presse – Bertolt Brecht. Erinnerung an die Marie A.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Dreizehn Gedichte. Deutsch – Italienisch. Frankfurt am Main, Büchergilde Gutenberg 1990. Mit zwei signierten Radierungen von und sechs montierten farbigen Abbildungen nach Aquarellen von Gabriele Mucchi. Originaleinband und -mappe in -halbleinenschuber.

Neunter Druck der Dürer-Presse. – Eins von 80 Exemplaren (Gesamtauflage 175) für die Büchergilde Gutenberg, die restlichen Exemplare erschienen im Reclam Verlag Leipzig. – Herausgegeben von Hans Marquardt. Mit einem Essay von Hans Bunge. – Die Brecht-Gedichte wurden von Mucchi ins Italienische übertragen. Der italienische Künstler (1899–2002) gilt als Begründer des »Neuen Realismus« und lebte seit Mitte der 1950er Jahre sowohl in der DDR als auch in Mailand. Er begegnete Brecht noch kurz vor dessen Tod im Jahre 1955. – Die Radierungen lose in einer Mappe, diese zusammen mit dem auf Bänder gehefteten Buchblock in Halbleinenschuber.

31,0 : 21,8 cm. 54, [4] Seiten.

914  Sisyphos-Presse – Wolfgang Kohlhaase. Erfindung einer Sprache.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Mit fünf Originallithographien und vier Federzeichnungen von Bernhard Heisig. Leipzig, Faber & Faber 2005. Mit fünf signierten Lithographien und vier Illustrationen auf den Textblättern. Lose in Originalleinenkassette.

15. Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 112). – Herausgegeben von Elmar Faber. – Die Lithographien wurden auf der Taborpresse, Berlin, gedruckt. – Dazu: Komplette zweite Suite der signierten Lithographien.

49,0 : 37,5 cm. 7, [1] Seiten, 10 Lithographien. Textblätter im Unterrand leicht geknickt.

917  Officina Ludi – Heinrich Böll. Der Wegwerfer.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Mit Filmschabzeichnungen von Hannes Binder. [Großhansdorf] 1997. Mit 13 Aluminiumätzungen, davon drei blatt-, eine doppelblattgroß. Illustrierter Originalhalbleinenband im -schuber.

Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 125). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Colonia, zusammen mit den Graphiken auf der Handpresse gedruckt. – Für mehrere Ausgaben der Hamburger Officina Ludi griff der Verleger Claus Lorenzen auf die eigenwillige graphische Technik Hannes Binders zurück: Die Zeichnungen wurden in belichtete Planfilme geschabt, auf Aluminiumplatten übertragen und dort geätzt. – Tadelloses Exemplar.

34,5 : 24,0 cm. 27, [5] Seiten.

920  Officina Ludi – Wolfgang Hildesheimer. Das Ende einer Welt.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Illustriert von Anne von Karstedt. Großhansdorf 2009. Durchgehend mit Farblinolschnitten und Strichätzungen nach Federzeichnungen. Originalkalblederband mit blindgeprägter Deckelillustration. Im illustrierten Originalleinenschuber.

Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe A in Ganzleder mit einer beigelegten signierten farbigen Originalgraphik (Gesamtauflage 975). – Druckvermerk von der Künstlerin signiert und nummeriert. – Der Druck erfolgte von jeweils drei Linolplatten und einer Schwarzform für Text und Strichätzung. – Anne von Karstedt (Jahrgang 1970) leitet die graphische Werkstatt im Hamburger Museum der Arbeit. – Die Erzählung ist Hildesheimers Erstlingswerk »Lieblose Legenden« entnommen.

32,5 : 29,5 cm. [36] Seiten, 1 Linolschnitt. – Rücken verfärbt.

924  Rixdorfer Drucke – Hans Christoph Buch. Das große Abenteuer.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Ein Abenteuerroman […] eingerichtet in der Werkstatt Rixdorfer Drucke. Berlin und München, Carl Hanser 1970. Mit acht Farbholzschnitten und 66 Textholzschnitten von Uwe Bremer, Ali Schindehütte, Johannes Vennekamp und Bruno Waldschmidt. Originalhalbleinenband mit montiertem Kompass auf dem Vorderdeckel. Im Schuber.

Rixdorfer Tiegeldruckhandpressenbücher Nr. 3. – Eins von 300 Exemplaren. – Von den beteiligten Künstlern auf dem hinteren Vorsatz signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Tadelloses Exemplar.

36,0 : 25,0 cm. [2], 53, [3] Seiten.

Spindler 127.12. – Ohff S. 161–168 und 176

926  Otto Rohse. Hameln.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Mehrfarbiger Kupferstich. 1976. 14 : 55 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 3/11. – Auf Japan. – Unbekannter Separatabdruck des unteren Teils der Platte für das Blatt 7 von »Deutsche Städte und Landschaften«. – Auf braunen Büttenkarton aufgelegt. – Dazu: 13 weitere Kupferstiche, teils farbig, teils mehrfarbig: Aus Oldenburger Landschaften (1965–1968): Vier der elf Kupferstiche. Auf Bütten. Je eins von 50 Exemplaren. – Aus Deutsche Städte und Landschaften (1975–1995): Hamburg. 1975. – Frankfurt am Main. 1978. – Berlin Unter den Linden. 1989. – Wismar. 1990. – Passau/Mühldorf/Neuburg. 1990. – Mainz. 1995. – Alle sechs mit »EA« bezeichnet. – Frankfurt am Main. Nach 1995. – Danzig. Kupferstich. 1994. Zwei Abzüge auf Bütten, einer von der ungeschabten Platte.

3 Ecken geknickt.

Schwarz/Zeiske 26, 27, 33, 34, 85, 96, 195, 197, 198, 273 und nicht mehr

927  Otto Rohse. Europäisches Denkmalschutzjahr 1975. – Europa Marken 1978.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Zusammen elf signierte Kupferstiche und acht Originalbriefmarken. 1974 und 1977.

Je eins von 25 Exemplaren auf Japanpapier. – I: Die Kupferstiche mit Ansichten aus Berlin, Alsfeld, Rothenburg ob der Tauber, Xanten, Trier und der Zitadelle Spandau. Die ersten fünf Motive wurden zum Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 als Briefmarke herausgegeben. – II: Die Kupferstiche mit Ansichten der Rathäuser Bamberg (zwei Varianten), Regensburg (zwei Varianten) und Esslingen. – Lose in Originalmappen mit Büttenpapierbezug und blindgeprägtem Rückentitel. – Alle Kupferstiche und die beiden Blätter mit den Originalbriefmarken (farbiger Stichtief- und Offsetdruck) jeweils in Passepartout. Je ein beiliegendes Doppelblatt mit eigenhändigem und signiertem Editionsvermerk.

Format Kupferstiche ca. 9 : 13 cm, Mappe : 36 : 26 cm. – Textblatt von II geknickt, sonst tadellos.

Nicht bei Schwarz/Zeiske

928  Otto Rohse. Berlin.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

13 farbige Kupferstiche. 1985–1987. Signiert, nummeriert und bezeichnet.

Die vollständige zwölfteilige »Berlin«-Folge, die im Auftrag der Sparkasse Berlin die westlichen Stadtteile der damals noch geteilten Stadt vorstellte. – Je ein »Abzug von der ungeschabten Platte«, gedruckt in verschiedenen Farben auf unterschiedlichen Papieren, jedes Blatt nummeriert »2/5«. – Mit einer 13. kleinerformatigen Radierung (Kuppel des Charlottenburger Schlosses), die als Bezugspapier der Mappe bzw. des Buchausgabe verwendet wurde. – In Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild. – Die zwölf Kupferstiche wurden, beschnitten und mittig gefalzt, auch in dem 22. Druck der Otto Rohse Presse publiziert. – Tadellos erhalten.

Schwarz/Zeiske 139–146 und 150–154. – Vgl. Hack/Schwarz 1.22

929  Otto Rohse. Berlin.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Zwölf mehrfarbige Kupferstiche. 1985–1987. 27 : 35 cm (48 : 64 cm). Signiert und nummeriert, rückseitig betitelt.

Die vollständige zwölfteilige »Berlin«-Folge, hier alle Abzüge mehrfarbig auf hellgrünlichem Japanbütten, bezeichnet mit »E.A.« und rückseitig betitelt. – In der Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild. – Die zwölf Kupferstiche wurden, beschnitten und mittig gefalzt, in dem 22. Druck der Otto Rohse Presse publiziert.

Schwarz/Zeiske 139–146 und 151–154. – Vgl. Hack/Schwarz 1.22

932  Otto Rohse. Neun Kupferstiche zu Goethe-Editionen der Otto Rohse-Presse

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1986–1995. Alle signiert und nummeriert.

Über den Granit (1986, 20. Druck): Daraus die beiden Kupferstiche, einer in Rot, einer in Braun, auf Bütten. Je Exemplar 3/5, »Abzug von der ungeschabten Platte«. – Die Metamorphose der Pflanzen (1986, 21. Druck): Daraus der Kupferstich, in Grün, auf Bütten. Exemplar 7/50. – Maximen und Reflexionen (1995, 48. Druck): Daraus die sechs Kupferstiche mit Ansichten von Weimar, in verschiedenen Farben, auf Velin d’Arches, je Exemplar 9/30. – Alle tadellos erhalten.

Schwarz/Zeiske 148, 149, 155 und 276–281

933  Otto Rohse. Flusslandschaften. Nr. 1 Die Saale / Die Unstrut.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Fünf Kupferstiche und ein Kupferstich-Signet. Nach 1995. 34 : 48 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 2/45. – In verschiedenen Farben und jeweils mit Tonplatte gedruckt, auf Japan. – Lose in der Originalhalbleinenmappe. – Diese Reihe wurde offenbar nicht mehr fortgesetzt, wir konnten nur diese Mappe 1 nachweisen.

934  Otto Rohse. Park und Schloß. Drei Mappen der Reihe.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Neun Radierungen und sechs farbige Kupferstiche. 1996. Signiert und nummeriert. Lose in Originalhalbleinenmappen, Deckelschilder eigenhändig betitelt und nummeriert.

Je eins von nur drei Suitenexemplaren mit den Abzügen von ungeschabten Platten und Schwarzabzügen. – Auf unterschiedlich gefärbten Bütten- und Japanpapieren. Teils in Passepartouts. – Nr. 3: Branitz. Zwei Radierungen auf Velin und ein farbiger Kupferstich auf getöntem Bütten. – Nr. 6: Schönbusch. Vier Radierungen und zwei farbige Kupferstiche. – Nr. 8: Tiefurt. Drei Radierungen und drei farbige Kupferstiche. – Die aufwändig edierte Publikation »Park und Schloß« umfasste insgesamt elf Mappen mit jeweils ca. sechs Blättern: eins mit einer radierten Ansicht des jeweiligen Schlosses und begleitendem Text sowie fünf meist mehrfarbigen Kupferstichen bzw. Radierungen. – »Rokoko-, Barock- und Landschafts-Parks aus den verschiedenen Gegenden und mit der Phantasie und Leidenschaft der unterschiedlichen Gartengestalter entwickelt, sollen in diesen graphischen Blättern ihren Ausdruck finden« (Verlags-Ankündigung).

Mappen: 46 : 39 cm.

937  Frank Wahle – Thomas Böhme. Häutungen, häufiger Herbst.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

22 Gedichte mit Holzschnitten von Frank Wahle. Leipzig, Edition M 1991. Mit sieben signierten Holzschnitten. Originalpappband mit blau-schwarz gemustertem Bezugspapier.

1. Signum-Buch. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 130). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Die Holzschnitte auf verschiedenfarbigem Römerturm-Feinstpapier, gedruckt von Matthias Kleindienst.

39,0 : 26,4 cm. [36] Seiten. – 1 Holzschnitt vertikal geknickt.