ChristianHesse

im Nachverkauf (Stand 29.05.2018) | Hesse-Auktionen
im Nachverkauf (Stand 29.05.2018)

2  Olle Bærtling. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 520 ( R19 )

Farbserigraphie. 1968. 36,8 : 16,5 cm (39,0 : 18,3 cm) Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 289/300. – Wohl nach einem 1951 entstandenen Motiv. – In den 1950er Jahren schuf der schwedische Künstler Olle Baertling (1911–1981) seine geometrisch abstrakten »offenen Formen«, meist in Schwarz und einigen dissonanten Farbtönen.

5  Hans Bellmer. Petit traité de morale.

Schätzpreis/Estimate: € 6500

Ausrufpreis/Starting bid: € 5000

Zehn zweifarbige Radierungen. 1968. 38,0 : 28,5 cm. Signiert. Paris, Èditions Georges Visat 1968. Zehn signierte Farbradierungen.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 170). – Prachtvolle, kräftige Drucke, jeweils auf einem breitrandigen Doppelbogen »Velin d’Arches«. – Erschien bei Georges Visat, Paris. – Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -seidenchemise. Zusammen im Seidenschuber. – Hans Bellmer wurde von Titeln des Marquis de Sade zu dieser Suite inspiriert: Dialogue entre un Prêtre et un Moribond. – Aline et Valcour. – Les Infortunes de la Vertu. – Les 120 Journées de Sodome. – Notes pour la nouvelle Justine. – L’Aigle Mademoiselle. – Idée sur les Romans. – Les Crimes de l’Amour. – La Philosophie dans le Boudoir. – Juliette ou les Propérités du Vice.

Chemise am Rücken verfärbt.

Denoël 78–87. – Bibliothek Filipacchi 21

11  Joseph Beuys. Ein-Stein-Zeit.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Serigraphie. 1984. 28,6 : 40,0 cm (35,6 : 48,0 cm). Signiert.

Eins von 500 Exemplaren. – Nach einem Foto von Magdalena Broska. – Siebdruck auf Zinkplatte, gedruckt auf bräunliches Papier. – Ediert von der Zeitschrift »natur« zur Untertsützung der Aktion »7000 Eichen« in Kassel.

Schellmann 503 A

13  Gisela Bührmann. Drei Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1982. Signiert.

I. Selbst. 22,0 : 32,4 cm (38,3 : 47,0 cm). – II. Schädelstillleben. 17,7 : 23,7 cm (27,9 : 37,6 cm). – III. Stillleben im Atelier. 21,7 : 30,6 cm (37,7 : 46,5 cm). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Griffelkunst E 96 sowie 224 C2 und C5

25  [Karl-Heinz] Hansen-Bahia. Hommage à la Albrecht Dürer.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

10 Holzschnitte. 1970. 48,5 : 39,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 24/50. – Auf der Handpresse gedruckt in Salvador-Bahia. – Zusammen mit Titel- und Textblättern in Originalhalbleinenmappe mit illustriertem Vorderdeckel. – Die Holzschnitte sind Studien, Entwürfe und Ausschnitte zweier großformatiger Blätter zur Gedächtnisausstellung »Hommage à Dürer – Albrecht Dürer zu Ehren«, Nürnberg 1971. – »Möge mein geringer Beitrag zum Dürer-Jahr 1971 in Deutschland als das aufgenommen werden, was er ist: ein »SOLI DÜRER GLORIA!« (Vorwort). – Der gebürtige Hamburger Karl-Heinz Hansen (1915–1978) wanderte aus dem Nachkriegsdeutschland nach Brasilien aus. Seit 1947 war er autodidaktisch als Holzschneider tätig und ließ sich Mitte der 1950er in Salvador-Bahia nieder. Jorge Amado fügte dem Namen des Künstlers als Ehrung »Bahia« hinzu. Durch sein Leben unter Fischern, Matrosen, Händlern und Bettlern empfing er wesentliche künstlerische Impulse, seine Holzschnitte druckte er auf einer kleinen Handpresse.

Mappendeckel gelöst.

Kothé 65–74

26  Erich Heckel. Männer am Strand.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Holzschnitt. 1919. 17,5 : 13,4 cm.

Gedruckt vom Originalstock. – Prospekt zu Paul Küppers’ »Das Kestnerbuch«. – Sehr seltene Werbebroschüre des Heinrich Böhme Verlags Hannover, gedruckt auf bräunlichem Japanbütten. – Mit einer Einleitung des Verlages, genauer Inhaltsangabe sowie Preisen der verschiedenen Ausgaben. – Mit Stempel der legendären Münchner Galerie Hans Goltz, in deren Räumen in der Brienner Straße 8 u. a. 1912 die zweite Ausstellung des Blauen Reiter stattgefunden hatte. Nach Ende des Ersten Weltkrieges gab Hans Goltz den »Ararat« heraus.

28,0 : 22,2 cm. [4] Seiten. – Leichte horizontale Knickfalte.

Vgl. Dube 319 II und Söhn, HDOG 130 (beiden blieb dieses Faltblatt unbekannt)

27  Manfred Henninger. Ovid.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Metamorphosen. Buch X. Mythen um Orpheus. Illustriert von Manfred Henninger. Übersetzt von Ernst Zinn. Mit einer Einleitung von Karl Kerényi. Heidenheim, Erich Hoffmann 1969. Mit einer signierten Farblithographie und drei signierten Radierungen sowie 58 Bildtafeln, davon fünf farbig. Zusammen mit der Originalbroschur lose in Originalleinenkassette. – Widmungsexemplar mit vier zusätzlichen signierten Tafeln.

Maecenas Liebhaberdrucke. – Eins von 90 Exemplaren der Luxusausgabe, die neben der Lithographie auch drei Radierungen enthält (Gesamtauflage 500). – Hier wurde zusätzlich je ein signierter Extraabzug von vier Tafeln der Folge beigelegt, davon einer mit Widmung des Künstlers. – Die Gesamtgestaltung besorgte Kurt Weidemann. – Schönes Exemplar.

31,5 : 42,5 cm (Kassette). XVII, [1], 37, [3] Seiten, 74 lose Blätter.

28  Manfred Henninger. Ballett.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Sechs Farbserigraphien. 1976. 60,0 : 75,0 cm. Signiert, betitelt und nummeriert.

Exemplar 4/100. – Auf Kupferdruckkarton. – Ediert von der Galerie Haas, Korntal. – Die großformatigen Serigraphien entstanden zu »Arena« von Morton Subotnick und »Daphnis und Chloé« von Maurice Ravel, zwei Inszenierungen des Balletts des Stuttgarter Staatstheaters. – Mit drei Textblättern (Titel und Einleitung) lose in der Originalleinenkassette.

Kassette oben am Rücken etwas bestoßen.

33  Max Kaus. Hügellandschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 7500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 6000 ( R19 )

Farblithographie. 49,0 : 59,0 cm (55,3 : 70,0 cm). Signiert, betitelt und bezeichnet.

Prachtvoller, nuancenreicher Erstdruck des Künstlers, nach seiner Beschriftung am Unterrand »Hügellandschaft 1. Druck 1–6 Handdrucke Stein abgeschliffen«. – Rückseitig mit dem Stempel der Hamburger Kunsthalle (Lugt 1233) sowie einer handschriftlichen Nummer 5605. Im August 1937 wurde dieses Blatt als »entartet« beschlagnahmt und verkauft. Wir danken dem Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle für diese Auskunft. – Sehr selten.

Etwas gebräunt, Knicke im Randbereich.

38  Alfred Kubin. Entwurfskizze „Sommer“.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Bleistift. 1945. 28,5 : 22,5 cm. Mit »Alfred« signiert, betitelt und mit Widmung bezeichnet.

Am Unterrand mit Widmung für seine Schwägerin »An Tilly zum 13 Februar 1945«. – Auf weißem Japanbütten.

39  Alfred Kubin. Opiumraucher.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 540

Tuschfeder und -pinsel. 13,5 : 11,5 cm. Monogrammiert.

Auf der unbedruckten Rückseite eines österreichischen Kassenbuches.

40  Alfred Kubin. Melusine legt ihr Kindchen in eine Menschenwiege.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 540

Tuschfeder. 14,5 : 10.5 cm.

Auf gräulichem Bütten. – Am Unterrand bezeichnet »aus den ›Vignetten‹«. – Am rechten Darstellungsrand schwer entzifferbar monogrammiert. – Ehemals Sammlung Richard Alewyn (1902–1979, deutscher Germanist, 1939–1948 Professor am Queens College NY), rückseitig mit entsprechendem Hinweis.

42  Marino Marini. Bildnis Thomas Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Farbige Lithographie. 1955. 33,5 : 26,5 cm (55 : 45 cm). Signiert.

Wohl eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamt 220). – Auf Velin »Arches«. – Entstanden im Todesjahr des Dichters und ediert von seinem Hausverlag S. Fischer. – Gedruckt bei Wolfensberger, Zürich.

Papier etwas gebräunt. Rückseitig umlaufend Montierungsreste.

Guastalla 107

46  Exlibris – Fernand Khnopff. Barreau de Bruxelles.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Lithographie. 1898. 6,4 : 4,9 cm (8,3 : 6,5 cm). Im Stein monogrammiert.

Auf dünnem gelbem Japanpapier. – Fernand Khnopff (1858–1921) schuf neun Exlibris, darunter zwei für seine eigene Bibliothek. Das vorliegende entstand für die Rechtsanwaltschaft von Brüssel.

51  Ernst Wilhelm Nay. C. G. Heise zum Geburtstag.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbholzschnitt. 1965. 48,0 : 35,5 cm (76,5 : 57,0 cm).

Unsignierter Abzug des endgültigen achten Zustands. – Gedruckt von vier Stöcken mit Deckfarben. – Auf Velin d’Arches.

Gabler 80

53  Otto Pankok. Rundgang im Gefängnishof. – Gefangener.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

– Zwei Radierungen. 1923. 19,0 : 13,5 cm (31,5 : 23,5 cm). Signiert.

Je eins von 50 signierten Vorzugsexemplaren. – Aus der Folge der fünf Radierungen Pankoks zur Buchausgabe »Oskar Wilde. Ballade des Zuchthauses zu Reading, von C. 3.3.«, ediert vom Juncker-Verlag, Berlin. Neben den Vorzugsausgaben erschienen weitere 250 nur im Druckvermerk signierte. – Die Platten wurde nach dem Druck vernichtet.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Blatt I am Oberrand Durchschlag der Montierungsstreifen. – Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

Jäger WR 289 und 290. – Aus Jentsch, Bücher des Expressionismus 132

55  Pablo Picasso. Femme nue devant une Statue.

Schätzpreis/Estimate: € 7000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4600

Radierung. 1931. 31,2 : 22,1 cm (44,5 : 33,5 cm). Signiert.

Blatt 6 aus der »Suite Vollard«. – Eins von 250 Exemplaren auf »petite papier vergé de Montval« mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Der Verleger und Kunsthändler Ambroise Vollard gab bei Picasso eine Folge von einhundert Graphiken in Auftrag, die das Thema von Künstler, Modell und Skulptur oder den Minotaurus-Mythos variieren. Die Graphikfolge entstand in den Jahren 1930 bis 1937 und wurde nach ihrem Auftraggeber benannt.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Verso Montierungsreste.

Bloch 139

60  Imre Reiner. Alter Hof.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Öl auf Leinwand. 1929. 35,0 : 53,0 cm. Signiert und datiert.

Auf dem Keilrahmen betitelt und bezeichnet »Firenze 1929 Imre Reiner«. – 1926 hatte Imre Reiner eine erste Studienreise in die Toskana unternommen. Die dort gewonnenen Eindrücke setzte er nach seiner Rückkehr nach Stuttgart in den Jahren 1927–1930 in Ölgemälden um.

Provenienz: Aus familiärem Nachlass des Künstlers.

61  Imre Reiner. Stuttgarter Stilleben.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1500

Öl auf Leinwand. 1929. 35,0 : 40,8 cm. Signiert und datiert.

Auf dem Keilrahmen betitelt und bezeichnet »Imre Reiner 1929 Stuttgart«. – Nach seiner Amerikareise war Imre Reiner 1925 wieder nach Stuttgart zurückgekehrt, wo er seine Ausbildung als Meisterschüler Schneidlers fortsetzte. Neben freier Malerei widmete er sich der Gebrauchsgraphik und dem Industriedesign, u. a. Karosserien für Mercedes. 1927–1930 entstanden in Stuttgart eine Reihe kleinformatiger Ölbilder. 1930 zog Reiner nach Paris und ein Jahr später endgültig in den kleinen Ort Ruvigliana bei Lugano, wo er fortan lebte und arbeitete. – Das Gemälde verbindet die naturalistische Darstellung mit abstrakten Momenten, die in Reiners Arbeiten zunehmend an Gewicht gewinnen sollten.

Provenienz: Aus familiärem Nachlass des Künstlers.

65  Imre Reiner. Zehn Stilleben.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Dritte Folge aus den Jahren 1953–58. Zehn Radierungen. 1965. 51 : 35 cm. Signiert, nummeriert, zwei betitelt.

Exemplar 5/10. – Auf Zandersbütten. – Im Eigenverlag erschienen. – Lose in Originalumschlag und Halbleinenmappe. – Sehr selten und tadellos.

Reiner-Bibliographie IV, 7

66  Imre Reiner. Serenade.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Eine Auslese der Radierungen aus den Jahren 1957–59. Zehn Radierungen. 1965. 56 : 38 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/10. – Auf Velin von Rives. – Im Eigenverlag erschienen. – Lose in Originalumschlag und Mappe. – Sehr selten und tadellos.

Reiner-Bibliographie IV, 8

69  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Vier Radierungen, eine Lithographie. 1921–1929. Ca. 41 : 31 cm. Alle signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, teils mit dem Trockenstempel der Edition. – Radierungen: I. Max Peiffer Watenphul. Frau mit Fruchtschale. 1921. – II. Martel Schwichtenberg. Varietésoubrette. 1921. – III. Hermann Mayrhofer. Im Kaffeehaus. Um 1929. – IV. Franz M. Jansen. Bröhltal-Landschaft. Um 1928. – Lithographie: V. Rudolf Wacker. Briefschreiberin. 1923.

Ränder teils etwas unfrisch.

Söhn HDOG 72711-8, 72712-9, 72721-5, 72723-10 und 72715-8

70  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Neun Graphiken. 1922–1930. Ca. 41 : 31 cm. Sechs Blätter signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, I–III mit dem Trockenstempel der Edition. – I. Robert M. Huth. Mädchen vor dem Spiegel. Radierung. 1922. – II. Helmut Krommer. Ruhende Tänzerin. Radierung. 1921. – III. László Medgyes. Frauenbildnis. Lithographie. 1922. Im Stein signiert. – IV. Gustav H. Wolff. Schrifttafel »Rimbaud: Le pauvre Songe«. Holzschnitt. 1922. – V. Hans Kuhn. Drei Personen. Radierung. 1926. – VI. Hermann Huber. Badende. Lithographie. 1930. – VII. Hermann Huber. Sturm. Lithographie. 1930. – VIII. Evamarie Schlenzig. Pensionatsspaziergang. Lithographie. 1920. – IX. Evamarie Schlenzig. Treppen in Fiesole. Lithographie. 1930. – II, IV, VI, VII, VIII und IX signiert.

Söhn HDOG 72711-3, 72711-5, 72712-8, 72713-10, 72720-8, 72721-3 und -4, 72721-8 und -9

71  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 260 ( R19 )

Drei Lithographien, vier Radierungen. 1922–1931. Ca. 41 : 31 cm. Fünf Blätter signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, II und III mit dem Trockenstempel der Edition. – I. Rahel Szalit-Marcus. Tartarin. Lithographie. 1922. – II. Konstantin Tereschkowitz. Sitzende Frau. Lithographie. 1923. – III. Konstantin Tereschkowitz. Mädchen mit Blumen. Lithographie. 1923. – IV. Eduard Gunzinger. Toulon. Radierung. Um 1928. – V. Hermann Teuber. Spandauer Straße. Radierung. 1929. – VI. Hermann Poll. Konzert. Radierung. 1931. – VII. Hermann Teuber. Reiter im Park. Radierung. 1930. – I und IV–VII signiert.

Oberrand von I, VI im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt.

Söhn HDOG 72715-5, -6 und -7, 72720-7, 72721-10, 72723-6 und -9

72  Hermann Scherer. Rodion Raskolnikoff nach Dostojewski.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

16 Holzschnitte. 1926/1961. 33 : 27 cm (50 : 35 cm).

Eins von 125 Exemplaren, daneben fünf unverkäufliche. – Die Holzschnitte stammen von Hermann Scherer, Schüler und Freund Ernst Ludwig Kirchners, und entstanden 1926, kurz vor seinem Tod. Eine Lebzeitauflage im eigentlichen Sinne kam nicht zustande. – Erst 1961 erfolgte die Ausgabe, abgedruckt von den Originalstöcken aus dem Besitz der Kunstsammlung Basel. – Ediert von der Schweizerischen Graphischen Gesellschaft. – Mit dem Textblatt lose in der Originalhalbleinenmappe mit dem in Blau gedruckten Deckelholzschnitt. Die Mappe wurde nach dem Muster des Künstlers angefertigt.

Nicht im Kat. Lindenau-Museum und nicht in der Rifkind-Collection

73  Hugo Steiner-Prag. Totentanz V.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Lithographie. 1918. 10,0 : 11,0 cm (25,5 : 19,5 cm). Signiert und datiert.

Bezeichnet unten links mit »Probedruck«. – Lithographie für dem Illustrationszyklus »Die Ahnfrau«. – Dazu zwei weitere Probedrucke: I. Lithographie aus »Clavigo«. 1917. Signiert und bezeichnet. Mit Remarque am linken Unterrand. – II. Der erste Schiffer. Lithographie aus Salomon Gessner, Idyllen. 1921. Signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. – Alle unter Passepartout.

76  Fred Thieler. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farblithographie. 1986. 79,0 : 59,0 cm (89,5 : 70,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XX/XX. – Auf Velin.

Linker Rand minimal, untere linke Ecke stärker geknickt.

77  Fred Thieler. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1988. 74,5 : 53,0 cm (93,0 : 70,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 32/90. – Auf Velin »BFK Rives«.

Ränder minimal, oben etwas stärker geknickt

79  Jacques Villon. Huit lithographies originales.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

[Présenté par] Lionello Venturi. Paris, Louis Carré 1962. Acht signierte Farblithographien. Originalleinenband.

Eins von 175 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 225). – Sieben der acht leuchtend farbigen, abstrakten Lithographien schuf Villon nach Gemälden aus den Jahren 1932–1955, eine (Le vase jaune) explizit für dieses Werk. – Alle gedruckt bei Mourlot, Paris. – Jede Lithographie ist auf einem Seidenvorblatt betitelt. – Mit dem biographischen Text des Herausgebers. – Prachtvoll, selten und tadellos erhalten.

43,0 : 53,0 cm. [32] Seiten, 8 Lithographien.

Ginestet/Pouillon App. 65–72. – Monod 11311

84  Pierre Alechinsky. Noir et blanc.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Aquatintaradierung. 1998. 20,5 : 14,5 cm (30,0 : 25,0 cm). Signiert, datiert, betitelt und bezeichnet.

Exemplar »é.a. X/XI«. – Auf kräftigem, chamoisfarbenem Velin. – Mit dem Wasserzeichen der Edition RLD, Paris. – Der CoBra-Künstler Pierre Alechinsky erlernte die Radiertechnik in Stanley Hayters berühmtem »Atelier 17«.

89  Stephan Balkenhol. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Bemalte Keramik. 2008. Durchmesser 28,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 51/100. – Auf der Rückseite signiert, datiert und nummeriert. – Einmalige Edition zur Vorzugsausgabe des Ausstellungskataloges »Stephan Balkenhol« in den Deichtorhallen Hamburg. Der Katalog (2008, Snoeck Verlag Köln), auf dem Vortitel vom Künstler signiert und identisch nummeriert, liegt bei. – Katalog und Keramik im Originalkarton. – Stephan Balkenhol (geboren 1957) ist vor allem durch seine großformatigen Holzfiguren bekannt geworden, die auch im öffentlichen Raum breite Aufmerksamkeit finden. – Der Keramikteller bot dem Künstler die ideale Form für die Darstellung eines »vitruvianischen Menschen« der Gegenwart. – Makellos.

Buch: 24,7 : 17,4 cm. 185, [7] Seiten. Zahlreiche, meist farbige Abbildungen.

91  Claudia Bölling-Bernays. Porträt Helmut Schmidt.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Tempera auf Büttenkarton. 2010. 69,5 : 49,5 cm. Monogrammiert und datiert.

Außergewöhnliches Porträt des Altkanzlers von Claudia Bölling, der Tochter des Helmut Schmidt-Vertrauten Klaus Bölling (1928–2014). Dieser war während der Kanzlerschaft Schmidts von 1974 bis 1981 dessen Regierungssprecher. Durch die persönliche Freundschaft kannte die Künstlerin Helmut und Loki Schmidt von früher Jugend an. Man mag an Bernhard Heisig – der die Künstlerin und ihre Arbeiten noch gekannt hat – denken, der Helmut Schmidt während der Arbeiten für dessen Porträt in der Kanzleramtsgalerie zugerufen haben soll: »Nun machen Sie mal ein geistreiches Gesicht!«.

92  Claudia Bölling-Bernays. Porträt Loki Schmidt.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Tempera auf Büttenkarton. 2010. 69,5 : 49,5 cm. Monogrammiert und datiert.

Farbenfreudiges Porträt der Ehefrau Helmut Schmidts. Loki Schmidt (1919–2019) verstarb nur wenige Monate später.

93  Claudia Bölling-Bernays. Helmut und Loki Schmidt.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Tempera auf Büttenkarton. 2010. 69,5 : 49,5 cm. Monogrammiert, datiert und mit Widmung bezeichnet.

Schemenhaft stehen die beiden Figuren vor dem kräftig getupften Hintergrund. – Mit schwarzer Tusche am Unterrand gewidmet »für Helmut und Loki Schmidt Ihre Claudia«.

96  Werner Büttner. Sternzeichen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Sechs Linolschnitte. 1984. Ca. 42 : 29 cm (54,3 : 40,0 cm). Signiert.

Vollständige Folge der sechs Sternzeichen Wassermann, Fische, Zwilling, Waage, Skorpion und Steinbock. – Auf glattem weißem Karton. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Werner Büttner (geboren 1954) arbeitete um 1980 mit Martin Kippenberger und Albert Oehlen zusammen. 1984 nahm er an der Ausstellung »Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf« teil. 1989 wurde er Professor an der HfBK in Hamburg. – Seine Sternzeichen wurden 1985 durch die sechs Drucke von Albert Oehlen vervollständigt (siehe KatNr. 130).

Griffelkunst 235 B1–6

99  Ein deutscher Hausschatz.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 660

Andreas Dress · Claus Weidensdorfer. Dresden 1994. 19 Radierungen, davon zwei aquarelliert und übermalt. Originalhalbleinenmappe mit Acrylglasdeckel (Ingeborg Winkler).

Eins von 16 Exemplaren. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Auf schwerem Hahnemühle-Bütten. – Die Radierungen entstanden in den Jahren 1989–1994 und wurden von Dieter Béla gedruckt. – Die beiden Textblätter, eins mit dem Motto »Alles wahr und doch gelogen | Alles Lug doch nicht betrogen […]« und der Text von Gunhild Brandler wurden von Hand gesetzt und gedruckt von Kai Kromer. – Andreas Dress (geboren 1943) lebt und arbeitet in Dresden und Sebnitz. Seit 1983 arbeitete er wiederholt mit Claus Weidensdorfer (geboren 1931) zusammen, der wie er an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste studiert hatte. – Das Gemeinschaftswerk »Hausschatz« wurde erstmals 1995 in der Ausstellung im Dresdner Leonhardi-Museum präsentiert. 2009 widmete die dortige Galerie Mitte dem Jubiläum eine Ausstellung. – Ob die Auflage von 16 Exemplaren erreicht wurde, darf angesichts der Seltenheit in öffentlichen Sammlungen und im Handel bezweifelt werden.

55,0 : 73,0 cm. Insgesamt 22 Blätter.

100  Käthe van Dyck. Ollantay.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Acht Lithographien. 1967. 36,0 : 45,0 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 13 Exemplaren. – Auf schwerem Kupferdruckkarton. – Die Lithographien entstanden zu einem Auszug aus der in Quechua verfassten Inkadichtung in der Nachdichtung von Albert Theile. Der Textauszug, von Hand gesetzt und gedruckt auf ziegelfarbenen Büttenkarton, geheftet zu einem Leporello, liegt bei. – Die Angabe »Sieben Lithographien« im Druckvermerk wurde von der Künstlerin auf dem Innendeckel eigenhändig korrigiert. Dort zudem mit eigenhändiger Widmung der Künstlerin »ein Dank für 10 Semester Vorlesungen«. Käthe van Dyck (geboren 1943) studierte an der Berliner Hochschule für Bildende Kunst, wo das Mappenwerk auch gedruckt wurde. – Leporello, zwei Textblätter und acht Lithographien lose in Originalhalbleinenmappe.

Mappendeckel leicht verzogen.

105  Thomas Hartmann. Nord – Sued.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Freiburg u. a. 1988. Mit einer Gouache und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalbroschur und Rahmen in bemaltem Originalschuber.

Katalog zu den Ausstellungen im Kunstverein Freiburg und der Kunsthalle Wilhelmshaven. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigegebenen Gouache (24 : 16 cm). Diese auf dem Unterlagekarton betitelt und nummeriert und im bemalten Originalrahmen. – Der Katalog auf dem Vortitel signiert, datiert und nummeriert. – Der 1950 im niedersächsischen Zetel geborene Künstler stellte seit 1980 vor allem in seiner norddeutschen Heimat aus. Mit »Nord – Süd« gelang ihm der Durchbruch, es folgten zunehmend auch internationale Ausstellungen.

32,0 : 24,0 cm. 55, [3] Seiten.

106  Georg Herold. Endlich, von vorn. – … hinten. – … oben. – … unten.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Vier Radierungen. 1991. 21,0 : 21,2 cm (45,0 : 34,0 cm). Signiert.

Blätter 1–4 der sechsteiligen Serie, die mit »Endlich, von der Seite« und »… von der anderen Seite« abgeschlossen wurde. – Gedruckt auf China und auf Kupferdruckkarton aufgewalzt. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Georg Herold, geboren 1947, lebt und arbeitet in Köln. Auch er gehörte zum Kreis der »Jungen Wilden« um Büttner, Oehlen und Kippenberger. Herold, vorwiegend als Bildhauer tätig, spielt in dieser graphischen Folge mit den Sichtachsen des Raumes. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Griffelkunst 261 B1–4

111  Ilja Kabakov. Fliege mit Flügeln.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Hannover 1991. Mit Illustrationen. Originalbroschur mit Beilagen in Originalkarton.

Eins von 40 Exemplaren. – Konzeptbuch zur Ausstellung im Kunstverein Hannover, fotokopiert nach Typoskripten, Zeichnungen, Plänen, Notizzetteln u. a. – Die Vorzugsausgabe mit folgenden Beilagen: Signierte und nummerierte Fotokopie des handgeschriebenen Titelblatts. – Fotografie eines Ausstellungsraumes. Rückseitig mit Atelierstempel »Prof. Robert Häussler, Mannheim«. – Zwei doppelblattgroße Fotokopien nach Zeichnungen des Künstlers (Ausstellungskonzeption). – Dazu: Ilja Kabakov. Die Gemeinschaftsküche Paris 1994. Fotokopiebuch. Originalbroschur. Eins von 500 Exemplaren. Erschienen zur Installation in der Fondation Dina Vierny, Musee Maillol, Paris. – Ilja Kabakov (geboren 1933) war zunächst als Kinderbuchillustrator tätig. Ende der 1960er Jahre wurde er als Konzeptkünstler zu einer zentralen Figur der dissidenten Moskauer Kunstszene. Außerhalb der Sowjetunion wurde er erstmals 1985 ausgestellt, von einer Reise nach Graz kehrte er nicht in die UdSSR zurück.

29,7 : 21,0 cm Ca. 320 Seiten.

Vgl. Ilya Kabakov. Das Leben der Fliegen. Ausstellungskatalog Kölnischer Kunstverein. Ostfildern: Edition Cantz, 1992

112  Thomas Kaminsky. Zehn Handzeichnungen

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 600 ( R19 )

und ein Text von Dieter Kühn. 1997. 70,0 : 50,0 cm.

Exemplar 7/10, jedes Exemplar ein Unikat. – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Ediert von Steffen Missmahl bei Art/Ist Köln. – Zehn gefalzte Büttenbogen, dazu ein elfter mit Titel, Text und Druckvermerk, lose in Originalkassette, diese mit Tuschpinsel betitelt »ohne Titel«. – Thomas Kaminskys (geboren 1945) »[…] Position entwickelte sich aus der Tradition der informellen Malerei der 50er Jahre, in der sich Komposition und Farbigkeit vornehmlich dem gestisch bestimmten Pinselduktus unterordneten« (Webseite des Künstlers). »Das Jahr 1997 führt zu einer neuen Systematisierung, Thomas Kaminsky erkundet auf seine Weise ›Punkt und Linie zu Fläche‹« (Lorenz Dittmann, 1998).

119  Zeitschrift für Tiegel & Tumult.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Herausgegeben von Wolfgang Luh und Jürgen O. OIbrich. [Nummern] 1–25. Kassel 1986–1992.

Vollständige Folge der ungewöhnlichen »Zeitschrift«. – Vierteljährlich erschien eine Ausgabe, jeweils in Zusammenarbeit mit einem Künstler, dem sogenannten »Visual Guest«, in einer Auflage von 150 Exemplaren. – »Die Zeitschrift ist handgemacht und bedient sich aller erdenklichen Verarbeitungstechniken. Mediale Formen verschiedenster Art kooperieren für ihr Erscheinungsbild – z. B. Bügeleisen, eine Fensterbank oder ein Plastikhemd. Der Aspekt des Recyclings fließt dabei stark ein. […] Symbol der Zeitschrift ist die abgeschnittene Ecke, die als Heft im Heft wieder auftaucht.« (Katalog Sammlung Dittmar Nürnberg 1991). – Unter den zahlreichen Objekten, Ready-mades und Beilagen diverse Umschlags- und Mappenformen, Stoffbeutel, Konserven-Dose, ausklappbarer Metallrahmen, roter Plastikkoffer. – Beteiligt waren folgende Künstler: Wolfgang Hainke, Chuck Stake, Eric van Scooten, Georg Jappe, Emmett Williams, Michael Heckert, Axel Gallun, Bernard Heidsieck, Arno Arts, Ann Noel, Niall Monro, Boris Nieslony, Vittore Baroni, Achim Schnyder, Heta Norros, Bruce McLean, Wilhelm Koch, Norbert Klassen, Rainer Resch, Claus Böhmler, Franz-Josef Weber, Die Zwei, Rainer Selg, Martin Rindlichsbacher. – Die Ausgaben 16 und 25 (Das Buch) mit signierten Arbeiten der bis dato beteiligten Künstler. – Dazu: 26 – no news. 1993. Objektkassette. Eins von 75 Exemplaren. Unter diesem Titel wurde die Zeitschrift »Tiegel & Tumult« durch J. O. Olbrich fortgeführt.

Blechdose Nr. 24 geöffnet. – Einband von The Book Nr. 25 etwas stockfleckig.

Optisches Inhaltsverzeichnis: http://www.luh-art.com/tiegel.html

121  Georg Dick. Frank Maibier. Der Schnitt.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Graphiken und Multiples in Metallbox. 1992. 50 : 30 : 3 cm. Mehrfach signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 4/10. – Ediert von der Galerie Oscar in Chemnitz. – Inhalt: Drei Linolschnitte von Georg Dick, drei Papierschnitt-Collagen von Frank Maibier, zweiteiliges Pappobjekt mit geprägtem Goethe-Zitat, von beiden Künstlern signiert sowie Metallobjekt in der Form eines Sensenblatts. – Seltenes Dokument dieser für die Kunstszene der Nachwendezeit wichtigen Galerie, zu deren Gründern neben den beiden hier vertretenen Künstlern auch Steffen Volmer sowie Carsten und Olaf Nicolai gehörten.

122  1/4 Jahrhundert Galerie Oben.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Zehn Originalgraphiken. 1998. 58,0 : 43,0 cm. Alle signiert, datiert und nummeriert.

Eins von 25 Exemplaren (Gesamtauflage 35). – Mit je einer Radierung von Michael Morgner, Dagmar Ranft-Schinke, Thomas Ranft, Max Uhlig, Claus Weidensdorfer, Eberhard Göschel, je einer Lithographie von Steffen Volmer, Carlfriedrich Claus, Klaus Sobolewski und einem Holzschnitt von Osmar Osten. – Die Graphiken entstanden anlässlich des 25jährigen Bestehens einer der wichtigsten Galerien der ehemaligen DDR. – Mit einem Text von Tilo Richter. – Lose mit Textblatt und Druckvermerk in der Originalleinenmappe. – Die Chemnitzer Galerie Oben wurde 1973 gegründet, sie ging aus einer 1954 etablierten Verkaufsgenossenschaft bildender Künstler des Bezirks Karl-Marx-Stadt hervor und widerstand – trotz intensiver »behördlicher« Beobachtung – der Verstaatlichung. Neben dem Ausstellungsprogramm fanden regelmäßige »Mittwochgespräche« statt, zu denen Schauspieler (Eberhard Esche, Ulrich Mühe), Musiker (Uschi Brüning) und Schriftsteller (Eva Strittmatter, Erich Arendt) in die Galerieräume eingeladen wurden.

(Kassette). – 10 Graphiken, 2 Blätter.

126  Gerhard Merz. Hamburg 1992.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Sechs Siebdrucke, teils farbig. 1992. 35,0 : 70,0 cm. Rückseitig signiert.

Vollständige Folge, mit den drei Schriftbildern und drei Farbflächen. – Der in München lebende Gerhard Merz (geboren 1947) wandte sich in den 1970er Jahren verstärkt Rauminstallationen mit Bezügen zu Literatur-, Kunst- und Politikgeschichte zu. 1992 nahm er das vierte Mal an der documenta teil. – Mit einem Blatt Druckvermerk lose in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Griffelkunst 268 A1–6

129  Thomas Müllenbach. Sprengkammer.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Neun Kaltnadelradierungen. 1990. 13,0 : 17,5 cm (53,0 : 38,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 5/9, daneben drei Künstlerexemplare. – Gedruckt von Peter Kneubühler auf starkes Zerkall-Bütten. Ediert von Brandstetter & Wyss, Zürich. – Mit dem Titelblatt lose in der Originalhalbleinenkassette. – Der 1949 geborene Künstler lebt und arbeitet seit 1972 in Zürich. Seit Mitte der 1970er Jahre folgten mehrere Einzelausstellungen in der Schweiz und Beteiligungen an internationalen Ausstellungen.

135  Sigmar Polke. In der Oper (Entscheidung der Frage, ob den Schwämmen Bewußtsein zukommt).

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Zweifarbiger Offsetdruck auf grünem Velourpapier. 1973. 45,4 : 62,8 cm. Signiert.

Eins von 564 Exemplaren. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tadellos.

Becker/von der Osten 31. – Griffelkunst 191 A4

138  Thomas Rieck. Tanzendes Paar.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Aquarell, Tusche und Tuschfeder. 1982. 20,8 : 29,5 cm. Monogrammiert und datiert.

Auf Transparentpapier, dieses auf Büttenkarton aufgezogen. – Thomas Rieck (geboren 1951) studierte 1973 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Anfang der 1980er Jahre folgten erste Ausstellungen in Norddeutschland, später deutschlandweit und international. »Überlappungen und Verschiebungen kennzeichnen seine oft amorphen Figuren, deren Umrisse sich vibrierend vervielfältigen wie bei fotografischen Doppelbelichtungen oder einer visuellen Erschütterung.« (Die Welt, 1.11.2005, anlässlich einer Ausstellung in der Freien Akademie der Künste Hamburg). – Dazu: Anke Holfeld. Herbstlicht. Grauer Berg. Zwei Aquarelle. 1981. 10,5 : 14,8 cm. Signiert und datiert, rückseitig betitelt und bezeichnet. Auf Karton aufgezogen. Die 1934 geborene Künstlerin studierte, arbeite und lebte bis zu ihrem Tod 1992 in ihrer Heimatstadt Hamburg.

139  Martin Rupprecht. Pinsel.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R19 )

Sieben Serigraphien. 1990. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 2/20. – Die sieben ein- und mehrfarbigen Siebdrucke wurden auf weiß gestrichene Kartontafeln montiert. Auf deren Unterrand nummeriert, rückseitig signiert und datiert. Die Tafeln lose in der Originalhalbleinenmappe, diese im Innendeckel signiert, datiert und nummeriert. – Wohl im Selbstverlag des hauptsächlich als Bühnen- und Kostümbildner tätigen Künstlers erschienen. Martin Rupprecht (1937–2018) war von 1971 bis 2002 Professor im Studiengang Bühnenkostüm an der Hochschule der Künste Berlin. In diesen Jahren experimentierte er auch mit skripturalen Bildern und freier Malerei.

51,0 : 32,5 cm (Mappe).

143  Kay Voigtmann. Kleine Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Sechs Radierungen. 2012. 26,5 : 19,5 cm. Signiert, datiert, nummeriert, in den Platten betitelt.

Nur in kleinster Auflage gedruckt, nummeriert »II 2/10«. – Auf Velin. – Eine Radierung in Sepia, die anderen in Schwarz gedruckt. – Vier Radierungen in je einem zweiten Abzug auf getöntem Japanbütten, ebenfalls signiert, datiert und nummeriert. – Titel: Tiefseeträne, Blasse Geiseln, Hinter den Scheiben des Trostes, Ausritt auf fremden Möbeln, Blutbrust, Banger Sonntag. – Kay Voigtmann (geboren 1968) studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, u. a. als Schüler von Karl-Georg Hirsch. Seit 2001 erscheinen von ihm illustrierte Künstlerbücher in verschiedenen Verlagen. – Insgesamt zehn Blätter, lose in Leinenkassette.

144  Jan Voss. Drei Farblithographien.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

1970. 50,0 : 65,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Die Hintergründe in Grau, Hellgrün und Gelb lithographiert. – Auf Velin. – Tadellos erhalten.

145  Karin Witte. Landschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Aquarell. 1977. 31,3 : 40,5 cm. Signiert und datiert.

Durch vehemente Pinselführung abstrahierte Landschaft, die einen kleinen Hafen erahnen lässt. – Auf Trägerkarton montiert.

147  Karin Witte. Sitzende Frau.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Tempera, Tusche, Fettkreide und Bleistift. 1982. 61,0 : 43,0 cm. Signiert und datiert.

Besonders durch die teils überdeckenden, teils akzentuierenden Zeichentechniken spannungsvolles Porträt.

Auf Unterlagekarton montiert.

151  Raumbild-Fotografie – Fünf Werke der Reihe.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

München und Oberaudorf, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1938–1952. Mit mehr als 600, meist lose beigelegten Stereofotografien. Originaleinbände mit Steckfächern in den Deckeln.

I. Deutsche Gaue. 1938. Mit 200 Raumbildaufnahmen, davon 72 auf Tafeln montiert. – II. Deutsche Plastik unserer Zeit. 1942. Mit 135 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. – III. Das hunderttürmige Prag. 1943. Mit 100 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. – IV. Lourdes. 1949. Mit 75 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln. – V. So kämpften sie! Ein Raumbildwerk von den XV. Olympischen Spielen Helsinki. 1952. Mit 100 Raumbildaufnahmen. – Jeweils Ausgabe A mit 3D-Brille und Bromsilber-Abzügen von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen, alle mit Bildtitel und Namen des Fotografen. – Die meist lose beigelegten Raumbildaufnahmen können mit der jeweils beigegebenen »3D-Brille« betrachtet werden. »[…] mit den sogenannten ›Raumbildwerken‹, auf die der Verleger Otto Schönstein sogar ein Patent hielt, sollte die bekannte und einstmals populäre Stereofotografie in neuer Form für ein solventes Publikum vermarktet werden« (Sebastian Fitzner in: Autopsie I, S. 456). – Neben erwartungsgemäß propagandistischen Texten bietet z. B. »Deutsche Gaue« eine bemerkenswerte Dokumentation vieler, im Bombenkrieg der Jahre 1940–1945 zerstörter Baudenkmäler.

Heidtmann 18566, 18593, 18596, 18621 und 18638. – Autopsie 1, S. 468f

152  Hamburg und Hamburger Hafen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

19 Fotografien (Vintage, Bromsilbergelatine). Um 1936. 23,0 : 16,5 cm.

Mitte der 1930er Jahre wurden im Auftrag des Hamburger Senats eine Reihe von Hamburg-Fotografien, wohl aus dem Bildbestand der Landesbildstelle Hansa, in größerer Auflage abgezogen und in unterschiedlichen Zusammenstellungen in Kassetten mit Widmungsblatt des Reichsstatthalters Karl Kaufmann an prominente Besucher vergeben. Die Namen der Fotografen sind nicht genannt. – Alle auf Kartonblätter (39,0 : 29,5 cm) montiert, zwölf Aufnahmen auf dem Karton betitelt, u. a. »Wintertag im Hafen«, »Auf der Kunsteisbahn«, »Gelehrtenschule des Johanneums«, »Kraftwerk Tiefstack«, »Ein Schiffrumpf entsteht«, »Rostkloppen«; sieben Fotografien (unbetitelt) mit Ansichten des DHV-Kontorhochhauses (heute Brahmskontor), Memel-Haus sowie Werft und Hafen.

154  M. Vorobeichic [Moï Ver]. Ein Ghetto im Osten · Wilna.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

65 Bilder. Eingeleitet von S. Chneour. Zürich/Leipzig, Orell Füssli 1931. Mit 64 Abbildungen auf Tafeln nach Fotografien und Fotomontagen. Originalhalbleinenband mit Fotoillustration auf beiden Deckeln.

Schaubücher 27. – Herausgegeben von Emil Schaeffer. – Deutsch-hebräische Version, es erschienen zwei weitere Textvarianten. – 1927/28 hatte der weißrussische Fotograf Moï Ver (1904–1995) am Bauhaus studiert, bevor er nach Paris übersiedelte. Seine Fotocollagen aus dem Ghetto in Vilnius zeigte er 1929 auf einem zionistischen Kongress in Zürich, wo der Herausgeber der »Schaubuch«-Reihe darauf aufmerksam wurde. »Der experimentellste und zugleich für die Geschichte des Fotobuches bedeutendste Band der Reihe […] vereint in einmaliger Weise eine fast archaisch wirkende Motivwelt mit den avantgardistischen Darstellungsmitteln des Neuen Sehens. Sind die Aufnahmen mit ihren alle Perspektiven sprengenden Nah- und Schrägansichten schon bemerkenswert genug, besteht die Innovation vor allem in der Art der Bildpräsentation, die von ganzseitiger Wiedergabe über Ausschnitt und Freistellung bis hin zu Überschneidung, Montage und Sequenz reicht«. (Roland Jaeger). – Dazu: Der russische Revolutionsfilm. 67 Bilder eingeleitet von A. W. Lunatscharsky. Herausgeber: Dr. Emil Schaeffer. Zürich – Leipzig, Orell Füssli 1929. Illustrierter Originalhalbleinenband. Schaubücher 2.

19 : 13 cm. 7, [1], 64, 6, [2] Seiten; 16 Seiten, 36 Tafeln. – Ränder leicht berieben.

Autopsie I, 326. – Heidtmann 15388

155  Jüdischer Notizkalender 1935/1936 – 5696.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Herausgegeben von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Frankfurt am Main, Joel Sänger 1935. Blauer Originalleinenband.

Sicher einer der letzten in Frankfurt erschienenen Jahrgänge. – Kalendarium vom 28. September 1935 bis 16. September 1936, jede Woche mit Werbung für »Keren Hajischuw«, den »Finanzdienstleister« innerhalb der Sammlungsbewegung »Agudas Jisroel«. – Im Anschluss die üblichen Notizseiten, Übersichten zu Postgebühren, Hinweise für Auswanderer, u. a. Anschriften von Hilfsorganisationen in Palästina sowie entsprechende Anzeigen, z. B. »Devisenberatung / Palästina-Reise«, und »Consul – ideale rituell erlaubte Rasiermaschine«. Am Ende Gebetszeiten und »Gebete für die Reise«.

11,0 : 7,5 cm. 159, [33 leere] Seiten. – Unbenutzt, drei Blätter (Seiten 128–134, Erste Hilfe …) herausgerissen.

158  General Miaja.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

El pueblo de Madrid a su heroico defensor. (Die Bürger Madrids für ihren heldenhaften Verteidiger). Farblithographie. 1937. 100 : 77 cm.

Das im Stein »Parrilla XXXVII« signierte Plakat mit dem Porträt von General José Miaja (1878–1958). Neben seinem Profil ein goldenes Frauenprofil, das an die Göttin Kybele und »La Nina Bonita«, die Symbolfigur der Zweiten Spanischen Republik erinnert. – Nachdem die republikanische Regierung ihren Sitz nach Valencia verlegt hatte, formierte General Miaja die »Junta de Defensa de Madrid«, ein Komitee für die Verteidigung Madrids. Erst im März 1939 kapitulierte die Stadt nach einem inneren Aufstand vor den Franco-Truppen. General Miaja floh und ging ins Exil. – Gedruckt bei Rivadeneyra.

Aufgezogen, oben zwei kleine Eckverluste.

161  Lotte Jacoby. Karin Michaëlis.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Porträt. Fotografie (Vintage). 1945. 13,0 : 10,4 cm. Signiert.

Am Unterrand mit Weißstift signiert. – Auf Karton montiert, dort mit eigenhändiger Widmung der Porträtierten »Meine zwei sehr lieben Freunde Roda Roda und seine süsse Gefährtin von Karin Michaëlis | Das Bild ist ganz neu | Febr. 1945«. – Die dänische Schriftstellerin Karin Michaëlis (1872–1950) bot auf ihrem Anwesen deutschen Emigranten Zuflucht. Unter anderem lebten ihre langjährige Freundin Helene Weigel und Bert Brecht bei ihr. 1940 emigrierte sie selbst nach Amerika und kehrte erst 1946 nach Dänemark zurück. – Lotte Jacoby (1896–1990) lebte zu dieser Zeit, wie auch der österreichische Dichter Alexander Roda Roda (1872–1945), im New Yorker Exil und arbeitete erfolgreich als Porträtfotografin. Sie war verheiratet mit dem deutschen Verleger Erich Reiss.

165  Hermann Claasen. Nie wieder Krieg!

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Bilder aus dem zerstörten Köln. Herausgegeben von Klaus Honnef und Walter Müller. Köln, Wienand 1994. Mit einer Originalfotografie und 49 meist ganzseitigen Duotonabbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Fotografie (rückseitig mit Nachlass-Stempel und nummeriert). – Bereits 1947 und 1949 erschienen Sammlungen von Claasens Fotos aus dem zerstörten Köln. Die Aufnahmen entstanden nach dem sogenannten »1000-Bomber-Angriff« 1942. Die Nationalsozialisten hatten ein Fotografierverbot verhängt, auf Zuwiderhandlungen stand die Todesstrafe. Hermann Claasens (1899–1987) Aufnahmen könnten damals auch in Hamburg, Berlin, Dresden, Amsterdam oder London entstanden sein – heute in Homs, Aleppo, Kabul, Mossul … die als Titel gewählte Mahnung blieb ungehört.

29,7 : 22,5 cm. 96 Seiten.

169  Eusebius Wirdeier. Kölsch?

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Heimatphotographie. – Trotzdem Alaaf! Kölner Rosenmontag 1991. Herausgegeben von Willi Reiter und Eusebius Wirdeier. Köln, Emons 1990 und 1991. Jeweils mit einer signierten Originalfotografie und je etwa 100 ganz- und doppelseitigen fotografischen Abbildungen. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Jeweils aus einer nicht benannten Vorzugsausgabe, die der Fotograf durch beigelegte Fotografien (rückseitig signiert und mit dem Atelierstempel) und Signatur auf dem Vortitelblatt editierte. – Mit zahlreichen Textbeiträgen. – Die Bilder in »Trotzdem Alaaf!« stammen von verschiedenen Fotografen und entstanden während der spontanen Anti-Kriegs-Demonstration in Köln am Rosenmontag 1991. Aufgrund des Golfkriegs war der offizielle Umzug damals abgesagt worden. – Tadellos erhalten.

32,5 : 23,5 bzw. 24,5 : 17,5 cm.

171  Fremde Heimat.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Fotografie mit der Camera Obscura. Detlef Frevert, Ulrich Timmermann, Reinhold Elschot. Gelsenkirchen, ETC 1982. Mit einer beigelegten signierten Fotografie und 30 Bildtafeln. Originalhalbleinenband.

Eins von 300 nummerierten Exemplaren. – Die Fotografien entstanden mit einer linsenlosen Kamera in den Jahren 1979–1981 im Ruhrgebiet und Münsterland. – Am Ende mit einem Text zur Aufnahmetechnik und Aufnahmedetails. – Der Originalbarytabzug (24 : 18 cm) in Passepartout montiert und auf diesem signiert. – Sehr gut erhalten.

30,5 : 42,0 cm. [1], 30, [4] Blätter.

Heidtmann 10036

173  György Lörinczy. New York, New York.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Rotterdam, Köln und Budapest 2004. Mit zahlreichen, meist ganzseitigen, Abbildungen nach Fotografien und zwei farbigen Zwischenblättern. Originalpappband, Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt. In der großformatigen schwarzen Originallederkassette mit goldgeprägter Deckelvignette.

Reprint des berühmten Fotobuches von 1972. – Eins von 50 (150?) Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Fotografie (Cold, 17 : 28 cm, rückseitig gestempelt und nummeriert). – Die Aufnahmen des ungarischen Fotografen György Lörinczy (1935–1981) entstanden 1968. »Lörinczy’s style is rough, raw and uninhibited, in the best stream-of-consciousness manner« (Parr/Badger). – Mit dem Beilageblatt mit der englischen Übersetzung von Lörinczys Vorwort, der »List of images« und einem Nachwort von Frits Gierstberg, dem Kurator des Fotomuseums Rotterdam.

25,2 : 20,5 cm. [134] Seiten.

Vgl. Parr/Badger I, 262f

179  Plakatkunst – The Street Wall Journal.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Volume I, No. 1, 2 and 3. New York 1970. Drei Einblattdrucke.

Vollständige Folge der frühesten Ausgaben. – Nummer 1 auf gelbem Papier.

55 : 43 cm. Zusammen 3 Blätter.

183  Günter Grass. Es war einmal ein Land.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 66

Lyrik und Prosa · Schlagzeug und Perkussion. Texte zur Lesung von Günter Grass. Zwei Schallplatten mit ausgewählten Texten […] mit Perkussionsmusik von Günter ›Baby‹ Sommer. Göttingen, Steidl 1987. Mit neun Abbildungen nach Fotografien. Originalleinenband, zusammen mit zwei Schallplatten in der Originalleinen-Holz-Kassette mit montiertem Deckelbild.

Erste Ausgabe. – Die Aufnahmen mit Auszügen aus »Die Blechtrommel« und »Die Rättin« entstanden 1986.

187  Christian Boltanski. Selbstporträt.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Fotografie, Bromsilbergelatine. Um 1975. 30,3 : 23,4 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 33/60. – Aus der um 1975 entstandenen Serie. – Mit weißer Tinte signiert und nummeriert.

188  Christian Boltanski. Livres.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 350

Paris, Köln und Frankfurt am Main 1991. Mit 28 faksimilierten Katalogen, Fotografien, Schriftstücken, Drucksachen u. a. In Originalbox.

Eins von 900 Exemplaren. – Auf dem Kassettendeckel signiert. – Die aufwändige Dokumentation zum Schaffen des Fotografen Boltanski von 1966 bis 1991 erschien auf Initiative der Association Française d’Action Artistique und den Verlegern Jennifer Flay, Paris, Walther König, Köln, und Portikus, Frankfurt am Main. – Die Kassette enthält neben den Nachdrucken früher Editionen und Dokumente auch den Katalog »Books and Printed Matter, Ephemera, 1966–1991«.

35,0 : 25,5 : 5,5 cm (Box).

190  Dieter Blum. Vladimir Malakhov.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

[Königswinter], Tandem 2009. Mit etwa 160 meist ganz- oder doppelseitigen Fotoabbildungen. Schwarzer Originalleinenband mit rotem Originalumschlag mit Ausstanzungen, Siebdruck und Lackierung. Mit einer Originalbroschur und der schwarzen Originalleinenmappe in Originalleinenbox.

Eins von 499 Exemplaren der »Art Edition« mit einer beigelegten Fotografie (Skia-Photography-Print) von Dieter Blum (50,0 : 70,0 cm, signiert, rückseitig nummeriert und datiert. – Sowohl die Fotografie als auch das Vorsatzblatt des Buches vom Tänzer und dem Fotografen signiert. – Dieter Blum begleitete den russischen Ballett-Tänzer Vladimir Malakhov fast 20 Jahre, die Aufnahmen Malakhovs und vieler seiner Kollegen entstanden an verschiedenen Bühnen im In- und Ausland, z. B. Stuttgart, Berlin, Wien, New York, Tokyo. – Dieter Blum (geboren 1936) hatte bereits Anfang der 1980er Jahre die Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan fotografiert. Musik, Tanz und Eros sind seitdem zentrale Elemente seines künstlerischen Schaffens. – Die Begleittexte im Buch in Englisch, die beiliegende Textbroschur mit den Übersetzungen in Deutsch, Französisch und Spanisch. – Verlagsfrisches Exemplar (mit der Originalbanderole) der prachtvollen und opulenten Edition.

71,5 : 53,0 cm (Kassette), 42,5 : 34,0 cm (Bildband).

191  Roberto Cecato. Black Box.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R19 )

Sieben Fotografien. 1991. 10,0 : 12,5 cm.

Exemplar 10/50. – Im Editionsvermerk signiert. – Seven contact prints from Polaroid 55 film on Ilford Multigrade FB paper. – In der schwarzen Originalbox, diese mit einer montierten achten Fotografie auf dem Deckel. – Der brasilianische Fotograf Roberto Cecato (geboren 1953) lebte und arbeitete von 1991 bis 2012 in Mailand für verschiedene Mode- und Lifestilemagazine sowie Agenturen in Italien und dem europäischen Ausland. 2012 kehrte er nach Brasilien zurück.

196  Der grundgescheute Antiquarius.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Herausgeber Carl Georg von Maassen. Jahrgang I, Heft 1–6, Jahrgang II, Heft 1–3 [alles Erschienene]. München, Horst Stobbe 1920–22 und Weimar, Erich Lichtenstein 1922/23. Sieben Originalbroschuren.

Vollständige Folge der als Ergänzung zu »Die Bücherstube« konzipierten Zeitschrift, in welcher der Herausgeber eigene Texte, Anekdoten, Untersuchungen zur Bücherkunde u. a.veröffentlichte. Trotz des Verlagswechsels wurde das Unternehmen nach Heft 2/3 des zweiten Jahrgangs eingestellt. – Die Umschlagvignette, das nicht sehr schmeichelhafte Porträt eines Standesvertreters unserer Zunft, zeichnete Bruno Goldschmitt. – Mit dem Register zum ersten Jahrgang.

25,5 : 19,0 cm. – Ränder in den beiden Heften des 2. Jahrgangs papierbedingt gebräunt, 1 Blatt mit Einriss.

Dietzel/Hügel 1234

201  Jakob Georg Christian Adler. Brevis Linguae Syriacae

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

institutio in usum tironum edita. Altona, Eckardt 1784. Halblederband der Zeit.

Erste Ausgabe der syrischen Sprachlehre. – Jakob Georg Christian Adler (1756–1834) wurde nach Sprachstudien in Rom 1783 Professor für syrische Sprache an der Universität Kopenhagen. Später war er Generalsuperintendent für Holstein und Schleswig und maßgeblich an der dortigen Schulreform beteiligt. – Mit dem Erratablatt. – Selten.

18,7 : 11,2 cm. 64, [2] Seiten. – Einband beschabt. – Innendeckel mit Braunfleck, sonst innen sehr schön.

VD18 1437708X-001

202  Jean Midolle. Traité complet d’ecritures en tous genres et d’ornements moyen-âge

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

d’après le systême mèthodique. St. Gallen, Tribelhorn [1840]. Mit lithographiertem Titel und 61 lithographierten Tafeln, meist farbig, teils mit Gold gedruckt. Originalpappband mit lithographierter Deckelillustration.

Großformartiges Schreibmeisterbuch mit zahlreichen Alphabeten, teils Zierschriften und deren Anwendungen. – Die Tafeln teils mit Tonplatte lithographiert, teils chromolithographisch und mit Gold gedruckt. – Am Anfang ausführliche Erläuterungen zu den verschiedenen Schriftfamilien, in Französisch und Deutsch. – Das Werk bildete die Fortsetzung der 1835 erschienenen Sammlungen Midolles zu modernen Schriften. Über den französischen Kalligraphen und Graphiker Jean Midolle sind nur wenige biographische Fakten bekannt: Er wurde 1794 wohl in Besançon geboren und arbeitete in den 1830er Jahren in Genua, Mulhouse, St. Gallen und Strasbourg. 1840 zog die Familie nach Belgien (vgl. Info auf letterformarchive.org).

32 Seiten, 62 Lithographien. – Einband stark fleckig, Deckel lose. – Durchgehend und teils auch stark stockfleckig, Titel im Falz eingerissen. Einige Blätter unten mit Wasserrand.

203  G. K. Nagler. Die Monogrammisten.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 170 ( R7 )

Band I [bis] V. Nieuwkoop, de Graaf 1977. Originalleinenbände.

Reprint der Ausgabe »Die Monogrammisten und diejenigen bekannten und unbekannten Künstler aller Schulen […]« München, Georg Franz 1858.

22,3 : 14,7 cm.

204  Faksimile – Die Darmstädter Pessach-Haggadah.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Faksimile und Kommentarband. Berlin, Propyläen 1972. Originalkalblederband mit blindgeprägten Fileten und Originalhalblederband. Zusammen in Originalleinenkassette (Willy Pingel, Heidelberg).

Codex Orientalis 8 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzledereinband (Gesamtauflage 600). – Hergestellt unter buchkünstlerischer Leitung von Gotthard de Beauclair. – Kommentarband mit Erläuterungen in Deutsch und Englisch. – Entstanden ist die Handschrift wahrscheinlich als Buch für den privaten Gebrauch zum Pessachfest im westlichen Europa des 13. Jahrhunderts. Das Zeugnis privater jüdischer Buchkultur des Mittelalters gelangte 1805 mit der Sammlung von Baron Hüpsch in die Darmstädter Bibliothek. Die Handschrift wurde 1951, nachdem sie als im Krieg verschollen galt, zufällig im Deutschen Ledermuseum in Offenbach wiedergefunden, wohin sie vom Reichsstatthalter in Hessen wegen des Einbandes verbracht worden war.

36,0 : 27,0 cm. [116] Faksimileseiten. – 129, [7] Seiten (Kommentarband).

214  A. Humbert. Un voyage en lanterne magique.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Nouveaux tableaux de lecture grotesques. Précédés d’un alphabet […] Illustré de neuf dessins comiques coloriés. Pont-à-Mousson, Haguenthal [um 1870]. Mit neun kolorierten Lithographien im Text. Farbig lithographierter Pappband der Zeit mit kolorierter montierter Deckelillustration.

Sehr seltenes Kinderbuch, das sich mit den karikierenden Darstellungen von neun europäischen Ländern und deren Bewohnern wohl mehr an Jugendliche und Erwachsene richtete. – Auf festem Papier. – Nach einer ABC-Tafel und zwei Blättern mit kurzen Hinweisen zur Aussprache und Grammatik folgen neun Blätter mit je einer kolorierten Lithographie mit einem Paar in Landestracht aus Großbritannien, Spanien, Russland, Elsass, Italien, Türkei, Bretagne, Griechenland und Polen, darunter beschreibender Text. – Die Vorlagen stammen von einem ungenannten Künstler. – Wir konnten kein einziges Exemplar im KVK und den bekannten Kinderbuchbibliographien nachweisen.

24,0 : 18,0 cm. [13] Blätter. – Etwas berieben und bestoßen, Hinterdeckel lose. – Unbedeutend fingerfleckig, die Vorsätze etwas stärker. – Vorderes Innengelenk angeplatzt, die letzten vier Blätter oben im Falz etwas gestaucht. – Mit Buchhändlerschildchen Antiquariat Gunnar Kaldewey.

216  Skizzenbuch, nach Hans Probst »Wen soll ich malen?«

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 140 ( R19 )

Um 1900. 32 Blätter mit zahlreichen kolorierten Bleistiftzeichnungen.13 : 20 cm. Leinenband.

Innendeckel mit Namenszug des Zeichners / Vorbesitzers (?) »Ernst Loose, Osterstraße 148 I« [Hamburg]. – Die etwa 100 Zeichnungen sind zum Großteil von Hans Probsts (1861–1941) Zeichenanleitungen inspiriert. Hans Riess beschreibt deren Technik: »Aus einfachen, geometrischen Grundfeldern werden […] die verschiedenen, meist heiteren Zeichnungen entwickelt und mit Reimen erklärt. Am Ende der Genese steht jeweils das Schlußbild, das heißt die vollendete Form, die nunmehr […] wirkungsvoll schablonenkoloriert ist […]« (Riess, S. 50). Bei aller Heiterkeit ist bei einigen Darstellungen eine antisemitische Tendenz nicht zu übersehen. – Viele Zeichnungen betitelt, u. a. Bauer, Herr Bliemchen, Soldat, Hanswurst, General, Chinese, Waldi, Der weise Grieche, Wagenpferd, Reitpferd, Tintenklekser, Hausherr, Der alte Fritz, Nilpferd; einige Motive wiederholt.

222  Hans von Volkmann. Strabantzerchen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Bilder und Reime. 10.–11. Tausend. Köln, Hermann Schaffstein 1921. Mit koloriertem Titelblatt und 16 pochoirkolorierten Tafeln. Originalhalbleinenband mit kolorierten Deckelillustrationen und Vorsätzen.

Dritte Auflage, die letzte von Hand pochoirkolorierte. – Die Landschaftsmalerei von Hans Richard von Volkmann (1860–1927) erinnert an Hans Thoma, seine Lithographien und Radierungen wurden aber unter dem Einfluss des Jugendstils stilisierter. Beim vorliegenden Buch »handelt es sich um den wohl vollkommendsten Einsatz von Pochoir-Kolorit im deutschen Kinderbuch.« (Bilderwelt). – Spätere Auflagen erschien im Offsetdruck. – Auf festem, etwas bräunlichem Papier. – Der Originalschutzumschlag liegt bei (gefaltet und eingerissen. – Schönes Exemplar.

25,4 : 31,8 cm. [36] Seiten.

Stark, Schaffstein 187. – Vgl. Stuck-Villa II, 340; Bilderwelt 515; Lex. KJL III, 723 (alle erste Ausgabe 1906)

223  Gute Freunde.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Bilder aus Buntpapier geschnitten von Karl Rohr mit Versen von Albert Sixtus. Eßlingen und München, J. F. Schreiber [1924]. Mit acht Farblithographien. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – »Dieses im Ausschneidestil gehaltene Bilderbuch soll die Kinder […] dazu anregen, mit Schere und Buntpapier die Bilder nachzuschneiden oder eigene Schöpfungen dieser Art hervorzubringen« (Einleitung). – Die Verse von Albert Sixtus in Sütterlin jeweils unter den Bildern lithographisch gedruckt. – Schönes Exemplar.

26,7 : 20,8 cm. [2] Seiten, 8 Lithographien. – Minimal bestoßen.

Schreiber Verlagsnummer 149

226  Eva Johanna Rubin. Der bunte Garten.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Ein Buch für unsere Kinder mit Bildern. Niederschöneweide/Berlin, Erich Thieme [1946]. Mit vier Farbtafeln und zahlreichen zweifarbigen Illustrationen. Originalhalbleinenband mit mehrfarbiger Vorderdeckelillustration und Hinterdeckelvignette.

Vorabexemplar, montiert aus den Andruckbogen. – Das erste Kinderbuch von Eva Johanna Rubin (1925–2001) erschien nur in einer einzigen Ausgabe »und ist scheinbar verschollen wie der Verlag«. Die Künstlerin, die in den Folgejahren für verschiedene DDR-Verlage arbeitete, kalligraphierte für ihren Erstling Texte von Paula Dehmel und Christian Morgenstern sowie bekannte Kinderreime und illustrierte diese in den Texten. Zu eigenen Versen entstanden vier ganzseitige Farbbilder. – Meist noch mit Passermarken und Farbskalen, einige mit Deckweiß retuschiert. – Unikum.

24,8 : 20,0 cm. [18] Seiten. – Deckel minimal fleckig.

Bode, Rubin 2

227  Guten Abend, gut’ Nacht!

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Die schönsten Wiegenlieder mit Bildern von Ruthild Busch-Schumann. Mainz, Jos. Scholz [1946]. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar..

Scholz-Bilderbücher Nr 416. – Mit eigenhändiger Widmung der Verleger-Witwe Edith Scholz für einen Förderer bei den amerikanischen Behörden: »Dies Büchlein entstammt der ersten Neuauflage, die unter der mir erteilten amerikanischen Licenz entstanden ist. … in aufrichtiger Dankbarkeit für die erwiesene wohlwollende Unterstützung und beratende Förderung bei der Erfüllung meiner verlegerischen Aufgabe … Wiesbaden im August 1946«. – Als Großhandelsfirma für Papierwaren 1793 gegründet, wurden seit den 1840er Jahren illustrierte Kinderbücher verlegt. Der im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstörte Verlag wurde von Edith Scholz wieder aufgebaut.

17,6 : 16,5 cm. [20] Seiten. – Papierbedingt gebräunt. Exlibris.

Bilderwelt 716

230  Julius Schiller. Cœlum Stellatum Christianum.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

– Daraus: 18 Kupferstiche von Lukas Kilian und zwei Kupfertitel. 1627. 24 : 32 cm. Augsburg, Andreas Aperger 1627.

Aus der ersten Ausgabe von Julius Schillers christlichem Sternkatalog. In diesem hatte er die Sternbilder nicht durch die üblichen Tiere und antiken Halbgötter dargestellt, sondern durch christliche Heilige und Symbole. Die astronomische Beschreibung stammt hauptsächlich von Johann Bayer, der 1803 seine berühmte »Uranometria« veröffentlicht hatte. Während dessen Methode der Sternbenennung noch heute verwendet wird, blieb Schillers christliche Astronomie ein Kuriosum. – Nach den Vorlagen von Matthias Karger stach Lukas Kilian die prächtigen Kupfer. Von den insgesamt 49 Kupferstichen des Werkes sind hier vorhanden: Sechs Sternbilder des Nordhimmels mit Figuren des Neuen Testaments (u. a. Pegasus = Erzengel Gabriel, Kassiopeia = Maria Magdalena), sechs Sternbilder des Südhimmels mit alttestamentlichen Figuren (u. a. Kleiner Hund = Opferlamm, Centauer = Abraham und Isaak) und sechs der zwölf Tierkreiszeichen, die nun für die zwölf Apostel standen (hier Krebs = Johannes, Jungfrau, Zwillinge, Stier, Löwe und Waage). – Die Darstellung der Sternbilder erfolgt aus göttlicher Sicht auf das Firmament in Richtung Erde, also seitenverkehrt. – Neben dem figürlichen Haupttitel hier noch eine Variante, gestochen von Wolf Kilian, die die Namen von Zeichner und Stecher unterschlägt. – Alle Kupferstiche rückseitig mit Text der Buchausgabe.

Einige leicht stockfleckig und leicht gebräunt, vereinzelte restaurierte Fehlstellen.

Katalog Augsburger Barock 1968, 674

231  Digestum vetus.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Digestorum seu Pandectarum Juris enucleati ex omni jure veteri in libros quinquaginta collecti […] Lyon, Hugo Porta und Anton Vincent 1558. Mit zwei gefalteten Holzschnitten. Pergamentband der Zeit mit reicher Blindprägung mit Platten- und Rollenstempeln und Messingbeschlägen.

Eine von zwei Quartausgaben des ersten Teils der Pandektensammlung des Corpus Juris, der die Digesten 1 bis 24 enthielt. – Gedruckt in Rot und Schwarz, Text in Latein und Griechisch. – Hugo Porta hatte sich mit verschiedenen Verlegern in Lyon und Genf zusammengeschlossen und betrieb die Herausgabe der maßgeblichen Gesetzessammlung, die auf die justinianischen Beschlüsse im Jahr 530 zurückging, als Monopol. Seit 1538 erschienen stetig Nach- und Neuausgaben, 1551 folgte die erste, 1558 die vorliegende zweite Quartausgabe. Erst im 17. Jahrhundert wurde die bis dahin unbestrittene Gültigkeit der Pandekten diskutiert.

27,0 : 19,0 cm. [174], 1509, [1] Seiten. – Einband etwas fleckig und am Rücken unten aufgeplatzt. – Teils etwas wasserrandig, einige Anstreichungen, die ersten 80 Blätter unten stark gebräunt. Die Vorblätter mit alten Anmerkungen. Die beiden Holzschnitte lose, einer am linken Rand mit Klebespuren.

Spangenberg 1817, 228

236  Jacques Callot. Lux claustri. La lumiere du cloistre.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 800 ( R7 )

Representées par figures emblematiques. Paris, François Lanlois 1646. Mit 27 emblematischen Kupferstichen, davon elf koloriert. Lederband der Zeit mit etwas Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Hübsche Folge der sinnbildlichen Kupfer (je 6 : 8 cm), jeder auf einem einseitig bedruckten Blatt mit Überschrift in Latein und Französisch über sowie einem zweizeiligen lateinischen und einem vierzeiligen französischen Motto unter dem Stich. – Bemerkenswert Kupfer 22 mit der Darstellung des sich im Wasser spiegelenden Narziss. – Zehn Kupfer sehr fein, eins nur in Ansätzen koloriert. – Mit gestochenen Exlibris von Alfred Murányi Rohó und Alfred Pfeiffer, sowie einem Bibliotheksschildchen des letzteren.

18,5 : 14,0 cm. [2], 27 Blätter. – Einband stark berieben. – Die ersten Blätter mit winzigen Randläsuren, einige Kupfer mit leichten Wasserrändern (vom Kolorieren). Vorsatzblatt geknittert.

Meaume 234–260. – Landwehr 199

237  Adriaen van Ostade.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Die Radierungen des Meisters in originalgetreuen Nachbildungen mit einer Einführung von Elfried Bock. Berlin, Amsler & Ruthardt 1922. Mit 50 Tafeln. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 160 Exemplaren der Luxusausgabe. – Auf Bütten. – Die hervorragenden Drucke in Originalgröße entstanden in der Chalkographischen Kunstanstalt Angerer, Berlin. – Mit einer biographischen Einführung und einer Konkordanz zu Bartschs Verzeichnis.

37, 2 : 29,0 cm. [12] Seiten, 50 Tafeln. – Hinterdeckel leicht berieben. – Stempel auf dem Vorsatzblatt. Ränder mit vereinzelten Stockflecken, letzte Tafel am Rand etwas fingerfleckig.

239  Otto Wagner. Teplitz.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Acht Tuschpinselzeichnungen, Sepia über Bleistift, eine zusätzlich koloriert. Um 1840. Etwa 8 : 10 bis 10 : 17 cm. Bezeichnet.

Die dem Dresdner Maler Otto Wagner (1803–1961) zugeschriebene Folge der kleinformatigen, fein ausgeführten Sepiazeichnungen enthält Ansichten vom Teplitzer Schlossgarten (2), Theater, Steinbad, Schlangenbad, Schwefelbad sowie der nahegelegenen Orte Graupen und Mariaschein. 1846 erschien unter dem Titel »XVII Ansichten von Teplitz und der Umgegend« eine Folge von farbigen Lithographien des Künstlers. Otto Wagner, Bruder des für seine architektonischen Arbeiten bekannten Georg Wagner, war vor allem als Landschafts- und Dekorationsmaler tätig. Für einige Ansichten in Tromlitz’ Band über die Sächsische Schweiz in der Reihe »Das malerische und romantische Deutschland« lieferte er die Vorlagen. – Jede Zeichnung mit blauem Papier unterlegt und auf Kartonblätter montiert. – Ehemals Sammlung Franz Apelt, Zittau.

Thieme/Becker XXXV, 45f

240  Hans von Marées. Zeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Mit Betrachtungen von Wilhelm Hausenstein, Rudolf Pannwitz, Walther Riezler, Julius Meier-Graefe. München, Verlag der Marées-Gesellschaft R. Piper 1918. 30 Tafeln nach Zeichnungen und das Textheft mit elf Radierungen, davon vier ganzseitig, von W. Schmidt nach Marées in Originalhalbleinenmappe.

Zehnter Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Die Texte und Radierungen auf starkes, blütenweißes Bütten gedruckt. – Die Zeichnungsfaksimiles wurden bei den namhaften Druckereien Markert, Obernetter, Albert Fritsch und Hanfstaengl gedruckt. Das Papier wurde nach dem jeweiligen Original ausgewählt. – Die »Marées-Gesellschaft« wurde 1917 von Julius Meier-Graefe zum Andenken an den 1887 verstorbenen Künstler Hans von Marées gegründet.

67 : 51 cm (Mappe). – Die Mappe etwas bestoßen und gelockert. – Ein Doppelblatt im Heft gelockert.

Rodenberg 364, 10

242  Joseph von Eichendorff. Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Erster [bis] Vierter Theil [in zwei Bänden] Berlin, M. Simion 1842. Mit einem gestochenen Porträt als Frontispiz. Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung.

Titelauflage der ersten Gesamtausgabe von 1841.

18,6 : 12,5 cm. XVIII, 514, [2], 382; [4], 443, [7], 396 Seiten. – Etwas berieben und bestoßen, eine Ecke geknickt. – Innengelenke von II gebrochen, eine Lage gelockert. Hin und wieder etwas stockfleckig.

Goedeke VIII, 192, 35

245  J[ohann] W[olfgang von] Goethe. Stella.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 560

Ein Schauspiel für Liebende in fünf Akten. Berlin, August Mylius 1776. Zweifarbiger Lederband im Stil der Zeit mit vergoldeten Bordüren und Fleurons, zwei rot-goldenen Rückenschildchen sowie Blindprägung auf Deckeln und Innenkanten (signiert: Wilh. Gethers Eft. Kannikestr. 15).

Erste Ausgabe, sehr selten. – Die Dreiecksgeschichte zwischen Fernando, Stella und Cezilie gipfelte zur Empörung vieler Zeitgenossen (und bald auch der Berliner Zensur) in einem glücklichen Finale: »Fernando, beide umarmend. ›Mein, Mein!‹ Stella, seine Hand fassend an ihm hangend. ›Ich bin dein!‹ Cezilie, seine Hand fassend, an seinem Hals. ›Wir sind dein!‹« – Das überaus erfolgreiche Stück erlebte noch im Jahr der Erstausgabe sechs unrechtmäßige Nachdrucke. Nach zehn Aufführungen wurde es von preußischen Behörden verboten. Goethe schrieb das Stück 1806 zum »Trauerspiel« um: Fernando erschießt sich, Stella nimmt Gift. – Personenverzeichnis auf Seite 4, Paginierung Seite 80 korrekt (vgl. Hirzel). – Insgesamt sehr schönes Exemplar.

16,5 : 10,3 cm. – Kanten minimal berieben, 1 Gelenk leicht angeplatzt. – Exlibris und Monogrammstempel.

Goedeke IV/3, 131, 113. – Hagen 121. – Hirzel A76/77. – Slg. Kippenberg 353

246  [Johann Wolfgang von] Goethe. West-oestlicher Divan.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Stuttgart, Cotta 1819. Mit gestochenem Frontispiz und Titel von C. Ermer nach Entwürfen Goethes. Leinenband des späten 19. Jahrhunderts mit neuerem Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Mit dem korrigierten Viertelbogen der Seiten 7–10. – Der Gestaltung des Titelblatts mit den arabischen Schriftzügen widmete Goethe größte Aufmerksamkeit. – »Wie die Hinwendung zur klassischen Antike Goethes ersten großen Gedichtzyklus, die ›Römischen Elegien‹, bestimmt hatte, so gab ihm die Begegnung mit der orientalischen Poesie, vor allem der Lektüre des ›Divan‹ des persischen Dichters Hafez […] den geistigen Anstoß zu seinem ›West-östlichen Divan‹. […] Zu der geistigen Anregung durch die Hafis-Lektüre kam das Gefühl körperlicher und geistiger Verjüngung, einer ›wiederholten Pubertät‹ […]« (KNLL). Im August 1814 begegnete Goethe auf seiner Reise in die Rhein-Main-Gegenden Marianne Jung, späterer von Willemer. »Aus der Leidenschaft zwischen Goethe und Marianne von Willemer, die vor allem im Herbst 1815 […] voll zur Entfaltung kam, erwuchs ein großer Teil der Gedichte. Einige der schönsten Gedichte des Bandes stammen von der Hand der Verehrten.«.

16,2 : 10,5 cm. Doppelkupfertitel, 556 Seiten. – Rücken und Teile des Hinterdeckels verblasst. – Titel mit gelöschtem Stempel, dort hinterlegt und, wie das Folgeblatt, mit kleiner Bräunung. Meist sehr leicht, einige Lagen auch stärker stockfleckig.

Goedeke IV/3, 492, 110. – Hagen 416. – Slg. Kippenberg 400. – Slg. Borst 1312. – Fischer, Cotta 1189

248  [Johann Wolfgang von] Goethe. Wilhelm Meisters theatralische Sendung.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Nach der Schultheß’schen Abschrift zum ersten Male herausgegeben von Harry Maync. Stuttgart und Berlin, J. G. Cotta Nachfolger 1911. Mit fünf Porträttafeln und sechs Faksimiles. Marmorierter Originalkalblederband mit reicher Vergoldung.

Erste Ausgabe der Urfassung. – Eins von 820 Exemplaren der Luxus-Ausgabe. – Auf fein geripptem Bütten gedruckt und in Kalbleder gebunden, der Einbandentwurf stammt wie die gesamte Buchgestaltung von Emil Rudolf Weiß. – Über die bibliophile Schönheit des Bandes hinaus handelt es sich hier zudem um einen Goethe-Erstdruck: Die Urfassung hatte Goethe in den Jahren 1777 bis 1785 niedergeschrieben, für die Druckausgabe »Wilhelm Meisters Lehrjahre« aber stark verändert. Lange Zeit meinte man, dass der ursprüngliche Text verloren sei, da Goethe das Manuskript selbst vernichtet hatte. 1910 entdeckte Gustav Billeter eine Abschrift in Zürcher Privatbesitz. – Schönes Exemplar.

22,2 : 13,5 cm. [12], 410, [2] Seiten, 11 Tafeln, [6] Seiten. – Kanten schwach berieben.

Goedeke IV/3, 415, b. – Slg. Kippenberg 7947. – Vgl. Roland Starks ausführliche Arbeit in »Aus dem Antiquariat« Heft 11/2002

250  Jeremias Gotthelf. Vier Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Zürich bzw. Berlin 1840–1852.

Der Schweizer Theologe Albert Bitzius (1797–1854) nahm 1836 als Pseudonym den Namen der Hauptfigur seines ersten Romans »Der Bauern-Spiegel«, Jerimias Gotthelf, an. – I. Die Armennoth. Zürich und Frauenfeld, Ch. Beyel 1840. Halblederband. – II. Wie Uli, der Knecht, glücklich wird. Eine Gabe für Dienstboten und Meisterleute. Zürich und Frauenfeld, Ch. Beyel 1841. Marmorierter Pappband. Gotthelfs erster Roman in hochdeutscher Sprache. – III. Käthi, die Großmutter, oder: der wahre Weg durch jede Noth. Eine Erzählung für das Volk. Erster [und] Zweiter [in einem] Band. Berlin, Verlagshandlung des allgemeinen deutschen Volksschriften-Vereins (M. Simion u. Jul. Springer) 1847. Grüner Originalleinenband mit Blind- und Goldprägung. – IV. Zeitgeist und Berner Geist. Erster [und] Zweiter Theil [in einem Band]. Berlin, Julius Springer 1852. Marmorierter Pappband. – Ehemals Sammlung Franz Ulrich Apelt.

Einband II etwas berieben und verzogen, I und II vereinzelt etwas stockfleckig. III ohne den Vortitel.

Juker/Martorelli 164, 1211, 718 und 1520. – Brieger 757, 784, 777 und 787. – Slg. Borst 1938, 1982, 2252 und 2464

251  [Friedrich von Hagedorn]. Versuch in poetischen Fabeln und Erzehlungen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Hamburg, Conrad König 1738. Mit drei gestochenen Vignetten von Christian Fritzsch nach C. A. Wagner, davon eine auf dem Titel, und mehr als 50 Holzschnittzierstücken. Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung, vergoldeter Deckelvignette und Blindprägung.

Erste Ausgabe. – Friedrich von Hagedorns (1708–1754) erste große Fabelsammlung mit der er sich stilistisch von seinen Vorbildern Brockes und Hofmannswaldau löste und nun »den leichten Plauderton Lafontaines zum Muster« nahm (Meyers Lexikon 1926). – Die schönen Kopfvignetten mit dem befreiten Aesop von Tieren umringt und die von König David beobachtete Bathseba im Bade. – Am Ende mit genauen Quellenangaben zu den Fabeln. – Dazu: Friedrich von Hagedorn. Poetische Werke. Erster [bis] Dritter Theil. Hamburg, Johann Carl Bohn 1757. Mit gestochenem Porträt und 25 gestochenen Vignetten, davon drei auf den Titelblättern. Lederbände der Zeit mit Rückenvergoldung. Erste Ausgabe. – Der Hamburger Dichter, der ein beachtliches Werk hinterließ, musste in seinem Leben manche Widrigkeit erleiden. Schröders Lexikon weiß zu berichten, dass er um 1620 die Tochter eines in Hamburg lebenden englischen Schneiders Butler heiratete, »die zwar weder jung, noch schön, noch geistreich war, womit er aber seine Glücksumstände beträchtlich zu verbessern hoffte, worinnen er sich indessen getäuscht haben soll.« Schröder erwähnt weiter, dass die Linde »in dem Hamburg benachbarten, romantisch gelegenen Harvstehude«, unter der Hagedorn gern gesessen und gedichtet habe, einige Jahre nach seinem Tode vom Blitz getroffen u. dermaßen beschädigt ward, daß man sie umhauen mußte.«.

20,0 : 13,3 cm. [8], 210, [14] Seiten. – Einband vor allem an den Kanten berieben. – Titelblatt mit Notiz, dort verso und eine Seite mit Stempel. Schwach gebräunt. – Beigabe: Einbände berieben, Ecken leicht bestoßen.

Goedeke IV/1, 27, 20 und 28, 40. – Schröder III 1395, 17 und 39. – Rümann 384

257  Jean Paul. Vorschule der Aesthetik,

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit. Erste [bis] Dritte Abtheilung. Hamburg, Friedrich Perthes 1804. Drei Pappbände der Zeit mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Jean Pauls (1763–1825) große kunsttheoretische Schrift, eine philosophisch reflektierte Theorie der modernen Dichtung, bündelt Überlegungen über die Prinzipien der Kunst, den Gegensatz zwischen Klassik und Romantik, die Wirkungsweisen von Humor, Ironie und Witz. – Band 1 abweichend gebunden.

Ca. 16 : 10 cm, Band 1 etwas kleiner. – Einbände berieben. Exlibris in I, Titelblätter von II und III gestempelt.

Goedeke V, 465, 18. – Berend/Krogoll 18a

259  Jean Paul. Sämmtliche Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

65 in 27 Bänden. Berlin, G. Reimer 1826–1838. 24 Pappbände der Zeit mit Marmorpapierbezug und Rückenschild und drei Halbleinenbände.

Erste Gesamtausgabe. – Erste bis Dreizehnte Lieferung, Teile I bis LXV. – Die Werkausgabe erschien als Ausgabe letzter Hand zunächst zügig bis 1828, die abschließenden fünf Bände mit dem literarischen Nachlass des 1825 verstorbenen Dichters wurden dann aber erst ab 1836 von seinem Neffen R. O. Spazier und von E. Förster herausgegeben. Durch die Unterbrechung des Erscheinens sind vollständige Ausgaben relativ selten. – Im Ganzen gut erhalten, die letzten drei Bände (mit den Nachlasstexten) hier abweichend gebunden.

17,8 : 11,3 cm; 18,9 : 11,5 cm. – Kanten leicht berieben. – Vereinzelt gering stockfleckig, die letzten drei Bände stärker und gebräunt.

Goedeke V, 466, 38 und 41. – Berend/Krogoll 169a und 652a

262  Gottfried Keller. Der grüne Heinrich.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 560

Roman. In vier Bänden. Braunschweig, Friedrich Vieweg und Sohn 1854–1855. Etwas spätere Leinenbände mit Rückenvergoldung und Deckelverzierung in Blindprägung.

Erste Ausgabe der Urfassung. – Gottfried Keller überschritt den selbstgesteckten Liefertermin des Manuskripts an Vieweg um ganze fünf Jahre. »In fabelhafter Langsamkeit ließ er diesen Roman reifen.« Nach Fertigstellung lief der Absatz des Buches schleppend, statt Bezahlung ließ Kellers Verleger ihm Restexemplare in seine kärgliche Wohnung in Zürich liefern und es ist überliefert, dass der in ärmlichsten Verhältnissen lebende Autor seinen Ofen mit den ungebundenen Büchern heizen musste – ein Grund für die große Seltenheit dieses großen Bildungsromans der deutschen Literaturgeschichte. – Sehr sauberes Exemplar, fast fleckenfrei.

17,0 : 11,3 cm. – Ecken teils minimal bestoßen, Buchblöcke etwas verzogen. – Goldgeprägter Vorbesitzername auf den Rücken.

Zippermann 10

264  Adolph Freiherr Knigge. Die Reise nach Braunschweig;

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

ein comischer Roman. Hannover, Christian Ritscher 1792. Marmorierter Pappband der Zeit.

Erste Ausgabe, selten. – »Die Reise nach Braunschweig« beschreibt die Reise einer kleinen Gesellschaft aus dem fiktiven Ort Biesterberg bei Hannover, um den ersten bemannten Ballonaufstieg durch Jean-Pierre Blanchard am 10. August 1788 vom August-Bollwerk in Braunschweig mitzuerleben.

16,8 : 10,3 cm. [6], 248 Seiten. – Leicht bestoßen und beschabt. – Titel und vereinzelte Blätter minimal stockfleckig.

Goedeke IV/1, 616, 23. – Slg. Borst 672

265  [Johann Karl August] Musäus. Volksmärchen der Deutschen.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

Mit einem Vorwort von Friedrich Jacobs. Neue Auflage. Erstes [bis] Fünftes Bändchen [in einem Band]. Gotha, Ettinger 1838. Mit fünf Titelvignetten. Kalblederband der Zeit mit Rückenschild, vergoldeten Fileten und Wappensupralibros auf den Deckeln.

Eine umfassende Kollektion volkstümlicher Erzählungen. Johann Karl August Musäus (1735–1787), Schriftsteller und Philologe, sammelte Zeit seines Lebens Märchen, Sagen und Legenden. Zunächst in fünf Einzelbänden erschienen, wurde die Sammlung posthum als Gesamtausgabe erneut herausgegeben. – Der Einband mit Wappensupralibros der schottischen Society of Writers to the Signet, die 1594 gegründet wurde. – Dazu: Musäus’ Volksmärchen der Deutschen mit Zeichnungen von Ludwig Richter. München, Hugo Schmidt 1919. Originalhalblederband mit Rückenvergoldung.

14,7 : 11,3 cm. – Untere Ecken bestoßen, Ränder leicht berieben. Gelenke gebrochen, innen mit Klebeband hinterlegt. – Exlibris.

Goedeke IV/I, 580, 5

270  Johann Heinrich Voss. Luise.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130 ( R7 )

Ein lændliches Gedicht in drei Idyllen. Auswahl der letzten Hand. Königsberg, Universitäts-Buchhandlung 1823. Mit gestochenem Titel mit Vignette und vier Kupfertafeln, alle von W. Jury nach Daniel Chodowiecki. Pappband der Zeit mit rotem, vergoldetem Rücken und geflammten Buntpapierbezügen.

Seit 1795 wiederholt aufgelegtes Werk, mit dem es Voss gelang, »die Idylle als literarische Kunstform mit neuem Gehalt zu erfüllen« (KNLL XVII, 291). Voss erwähnt bewundernd den jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn (›Der hätte den Göttlichen nimmer gekreuzigt‹) und spielt auf Lessings Ringparabel an. – Schönes und breitrandiges Exemplar auf leicht bläulichem Papier. – Rücken mit goldgeprägtem Namen der Vorbesitzerin »Wilhelmine Philipp«.

18,0 : 12,0 cm. [6], 352 Seiten, 5 Kupfer. – Einband mit kleinen Schabstellen, Vordergelenk etwas brüchig. – Vereinzelte Stockflecken.

Goedeke IV/1, 1071, 24. – Engelmann 839-841. – Vgl. Rümann 1195 (so erst 1826)

273  Christoph Martin Wieland. Sämmtliche Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Erster [bis] Acht und Dreyssigster Band [von 39]. – Supplemente. Erster [bis] Sechster Band. Leipzig, Georg Joachim Göschen 1794–1805. Marmorierte Halblederbände der Zeit mit goldgeprägten Rückenschildern.

Erste Gesamtausgabe; sie verkörpert Wielands definitive Entscheidung über die Gestalt seiner Werke. – Die »wohlfeile« Ausgabe erschien zunächst in 30 Bänden und sechs Supplementen, die Folgebände 31–38 beinhalten nach 1799 Erschienenes. – Ohne den abschließenden Band 39 (»Menander und Glycerion / Krates und Hipparchia«), der erst 1811 erschien.

17,5 : 11,0 cm. – Die meisten Rückenschilder verblasst.

Vgl. Goedeke IV/1, 568ff., 158, 166, 167, 170, 181 und 183. – Günther/Zeilinger 2. – Hayn/Gotendorf VIII, 414

275  Charles Sealsfield [Karl Postl]. Gesammelte Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Erster [bis] Fünfzehnter Theil. Stuttgart, J. B. Metzler 1845–1847. 14 Leinenbände der Zeit mit etwas Rückenvergoldung.

»Originalausg. und inhaltlich bisher vollständigste Werkausgabe« (Hagen). Alle Texte in der maßgeblichen dritten Auflage letzter Hand. – Der Erzähler und Journalist Charles Sealsfield (1793–1864, eigentlich Carl Magnus Postl) flüchtete (aus ungeklärten Gründen) 1823 in die USA. Als Redakteur des New Yorker »Courrier des Etats Unis« reiste er 1831 nach Paris und London und traf dort Scott, Börne und Heine. Ab 1832 lebte er, unterbrochen von neuerlichen Aufenthalten in den USA, in der Schweiz. Sealsfield beschrieb als erster deutschsprachiger Autor, eingebettet in abenteuerliche Handlungen, das Heranwachsen der Vereinigten Staaten von Amerika. »In Sealsfield ist etwas vorgebildet und nichts Geringes: der deutsche Amerikaner. Die Seele ist deutsch, aber durch eine fremde große Schule durchgegangen. Er reiht sich an die andern, und ist doch besonders. Haben sie ihn drüben vergessen, so ist es traurig, hier durfte er nicht fehlen, er erzählt in einer Weise, daß keiner ihn vergißt, der ihm einmal zugehört hat.« (Hugo von Hofmannsthal).

15,5 : 10,5 cm. – Etwas berieben, Rücken leicht verfärbt. – Stellenweise etwas braunfleckig.

Goedeke XV, 630, 338. – Hirschberg S. 385. – Hagen Handbuch 1

277  Alexandre Verschaffelt. Nouvelle Iconographie des Camellias,

Schätzpreis/Estimate: € 18000

Ausrufpreis/Starting bid: € 12000

contenant les figures et la [Tome 1: une court] description des plus rares, des plus nouvelles, et des plus belles variétés de ce genre. Tome I [– XIII]. Gent, Auguste van Geert [und ab Band 2]: Alexandre Verschaffelt 1848–1860. Mit 624 kolorierten Lithographien. Acht unterschiedliche Halblederbände, meist der Zeit.

Erste Ausgabe. – Das umfangreichste Werk zu der im Europa des 19. Jahrhunderts besonders beliebten ostasiatischen Pflanzengattung der Kamelien. Deren Benennung erfolgte durch Carl von Linné zu Ehren des Jesuitenpaters Georg Joseph Kamel, der im 17. Jahrhundert die »Camellia japonica« nach Spanien brachte. – Vollständiges Exemplar mit allen 624 prachtvoll und nuancenreich kolorierten Lithographien von G. Severeyns und L. Stroobant nach B. Leon, A. Lagarde, G. Severeyns sowie P. Stroobant. Jede Tafel mit einem erläuternden Textblatt. Alle Jahrgänge mit Inhaltsverzeichnis, zwölf mit je zwei Titelblättern. Mit der Einleitung von Auguste van Geert. – Die beiden Verleger waren europaweit bekannte Pflanzensammler in Gent. – Vollständige Exemplare des schönen Pflanzenwerkes sind sehr selten, das vorliegende wurde vom Vorbesitzer über Jahre aus fünf voneinander abweichend gebundenen »Quellen« zusammengestellt. Insgesamt gut erhalten. – Beigabe: New Iconography of the Camelias. Translated by E. A. McIlhenny. 1945. Im Eigenverlag erschienene englische Übersetzung der französischen Erläuterungstexte. Mit einem alphabetischen Gesamtregister.

Ca. 26 : 19 cm. – Leicht berieben und beschabt, stellenweise stärker, zwei Gelenke eingerissen. Einbände der Doppelbände 1850/51 und 1852/53 vertauscht. – Teils etwas fleckig und vereinzelt mit kleinen Läsuren. – Einige Innengelenke gebrochen, ein Vorsatzblatt und Vortitel lose, der Zwischentitel zu Band III (1850) fehlt.

Pritzel 9743. – Nissen 2056. – Sitwell-Blunt 85

280  [August] de Villiers de l’Isle-Adam. Akëdysséril.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 530 ( R7 )

Paris, Brunhoff 1886. Mit einem Lichtdruck-Porträt und einer Heliogravüre nach Felicien Rops sowie zwei Vignetten und einer Initiale. Gelber Halblederband der Zeit mit Buntpapierbezügen (signiert: E. Champs).

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren. – Auf Kaiserlich Japan. – Die Tafel von Felicien Rops in drei Farbvarianten eingebunden (Grau, Rot und Blau), eine mit eigenhändiger und signierter Anmerkung des Verfassers am Unterrand: » … des feux mortels, nonchalante satane, révulsant le tranchant de tes ailes […] « – Die beiden Vignetten am Ende jeweils als Separatdruck in Rot eingebunden. – Breitrandig, absolut unbeschnitten, Originalumschlag eingebunden. – Exlibris Leo Kok (1923–1945, niederländischer Dekorations- und Reklamemaler).

25,7 : 17,5 cm. [6], 67, [5] Seiten, 6 Tafeln. – Rücken berieben und verfärbt, Hinterdeckel mit Schabstelle.

Nicht bei Monod. – Carteret II, 472

284  Aubrey Beardsley – Ernest Dowson. Verses.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

London, Leonard Smithers 1896. Hellbraun gefärbter Originalpappband mit großer vergoldeter Deckelillustration nach Entwurf von Aubrey Beardsley.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 330). – Gedruckt auf der Chiswick Press. – Nachdem Dowson ein erstes Exemplar seiner Gedichtsammlung erhalten hatte, schrieb er dem Verleger: »Beardsley’s binding block is admirable – simplex munditiis, & yet most sumptuous« (zitiert nach Lasner). – Exlibris Lucy Spiegl.

19,7 : 14,7 cm. XII, 57, [3] Seiten. – Deckel leicht berieben und etwas stockfleckig. – Vorsätze etwas und die untersten Ränder vereinzelt leicht stockfleckig.

Lasner 106. – Later Works 78

285  Aubrey Beardsley – The later Work of Aubrey Beardsley.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 190

London, John Lane 1901 [1900]. Mit einer kolorierten Heliogravure und 173 Tafeln. Originalleinenband mit vergoldeten Deckelillustrationen und Kopfschnittvergoldung.

Erste Ausgabe. – Eins von etwa 120 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japanpapier und mit dem koloriertem Frontispiz »Mademoiselle de Maupin«, rückseitig nummeriert »No. 45 of 100 copies«. – Fortsetzung des opulenten Werkverzeichnisses; 1899 war »The early Work« erschienen, 1925 folgte abschließend »The uncollected Work«. – 18 Zeichnungen wurden hier erstmals veröffentlicht. – Aubrey Beardsley (1872–1898) zeichnete bereits in Bristol Karikaturen für die Schulzeitung. Der Autodidakt erhielt die einzige professionelle Unterweisung in Abendkursen der Westminster Kunstschule. Oscar Wildes »Salome« inspirierte Beardsley zu einer Zeichnung Salomes mit dem Haupt Johannes’, die in »The Studio« veröffentlicht wurde. Darauf wurde Wilde aufmerksam und beauftragte ihn mit den Illustrationen zur englischen Ausgabe. Zu dieser Zeit lernte er den Verleger John Lane kennen, der nach Beardsleys frühem Tod die umfangreiche Dokumentation edierte.

29,3 : 22,8 cm. [12] Seiten, 177 Tafeln, jede mit Zwischentitelblatt. – Die Klebebindung der schweren Tafeln wie meist gelöst.

Lasner 136

302  Ernst Ludwig-Presse – Rainer Maria Rilke. Das Buch der Bilder.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Leipzig, Insel 1913. Gelber Originalmaroquinband mit marmorierten Buntpapiervorsätzen. Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: KGS Weimar).

19. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und im Handeinband der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar. Weitere 250 Exemplare wurden auf Old Stratford gedruckt. – Gesetzt aus der Korpus Helga-Antiqua. – Die ersten beiden Auflagen des Buches erschienen im Axel Juncker Verlag (Siehe KatNr. 564). – Die von F. W. Kleukens vorgeschlagene Einbandzeichnung wurde von Kippenberg abgelehnt. – Selten, innen sehr schön.

24,1 : 16,8 cm. [4], 205, [15] Seiten. – Rücken und Deckelränder etwas verfärbt, Gelenke minimal berieben.

Stürz 19. – Sarkowski 1337. – Rodenberg 76, 19. – Schauer II, 64. – Mises 22

308  Als der Großvater die Großmutter nahm.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Ein Liederbuch für altmodische Leute. Leipzig, Wilhelm Grunow 1886. Originalpappband mit cremefarbenem Glanzpapierbezug und reicher Rücken-, Deckel- und Schnittvergoldung.

Erste Ausgabe. – Die Anthologie volkstümlicher Lieder, Fabeln und Erzählungen von Arndt, Brentano, Chamisso, Claudius, Gellert, Hauff und vielen anderen war wohl ein »Longseller«: Seit 1885/86 erschienen vier Auflagen, noch 1905 wurde der Titel unverändert in den Insel-Verlag übernommen, 1992 erschien eine von Anton Kippenberg und Friedrich Michael überarbeitete Ausgabe. Thomas Mann las gern aus dieser Sammlung vor – »Es war da auch ein Buch, aus dem er öfters etwas zum besten gab. Es hieß: ›Als der Großvater die Großmutter nahm‹.« (Katia Mann in »Meine ungeschriebenen Memoiren«). – Dazu: Als der Großvater die Großmutter nahm. Leipzig, Insel 1922. Halbmaroquinband mit Rückenvergoldung. Fünfte, veränderte Auflage.

18,1 : 11,7 cm. XX, 396 Seiten.

vgl. Sarkowski 14

310  Insel Verlag – Otto Julius Bierbaum. Gugeline.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 260 ( R7 )

Ein Bühnenspiel in fünf Aufzügen. Herausgegeben von A. W. Heymel. Berlin, Schuster & Loeffler 1899. Mit Buchschmuck von E. R. Weiß. Farbig illustrierter Originalpappband mit Japanpapierbezug und Buntpapiervorsätzen.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung der »Insel«. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf holländischem Bütten. – Erstmals wurde hier das im Sommer 1899 von Peter Behrens entworfene Insel-Signet verwendet. – »Die Ungeduld, mit der Heymel zu Werke ging, unterstreicht der Umstand, dass das erste Buch erschien, bevor am 19. September 1899 die offizielle Verlagsgründung erfolgte« (Theo Neteler).

20,0 : 14,5 cm. [8], 105, [3] Seiten. – Einbandpapier leicht stockfleckig.

Sarkowski 167

315  Insel Verlag – [Johann Wolfgang von Goethe]. Annette.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Leipzig, Insel [1923]. Braun marmorierter Originalkalblederband mit grünem Rückenschildchen und Marmorpapiervorsätzen, Rücken-, Kanten- und Schnittvergoldung (signiert: H. Sperling, Leipzig).

Eins von 350 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Faksimile-Ausgabe der 1767 von Ernst Wolfgang Behrisch aufgeschriebenen und mit Vignetten verzierten Liedersammlung des Leipziger Studenten Goethe. – Druck der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig.

17,9 : 12,5 cm. [108] Seiten. – Einband etwas verblasst. Ränder leicht berieben.

Sarkowski 576. – Slg. Kippenberg 7919

317  Insel Verlag – Alfred Walter Heymel. Die Fischer

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

und andere Gedichte. Berlin, Schuster & Loeffler 1899. Mit Buchschmuck von E. R. Weiß. Originalhalbpergamentband mit Deckelschild und Goldschnitt.

Erste Ausgabe einer »Inkunabel der Insel«. – Gedruckt auf Insel-Bütten. – Verziert mit üppigem Buchschmuck von Emil Rudolf Weiss. Das Buch erschien zeitgleich mit dem ersten Heft der »Insel« im Oktober 1899. – Schönes Exemplar.

17,8 : 12,2 cm. [8], 94, [2] Seiten.

Sarkowski 726

319  Insel Verlag – Louis de Rouvroy, Duc de Saint-Simon. Der Hof Ludwigs XIV.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Nach den Denkwürdigkeiten des Herzogs. Aus dem Französischen übersetzt von Arthur Schurig. Herausgegeben und eingeleitet von Wilhelm Weigand. Leipzig, Insel 1922. Mit 36 Bildtafeln. Roter Originalmaroquinband mit reicher Rückenvergoldung, vergoldeten Fileten und goldgeprägter Deckelvignette.

Zweite, vermehrte Auflage. – Dass auch von den erweiterten Neuausgaben 1922 und 1925 jeweils einige Vorzugsexemplare in den Prachteinband nach Entwurf von Emil Rudolf Weiß gebunden wurden, blieb Sarkowski unbekannt. – Mit ausführlichen Anmerkungen zu den verwendeten Bildtafeln. – Schönes Exemplar.

26,0 : 18,0 cm. 525, [3] Seiten. – Rücken leicht verblasst. Ränder und Ecken schwach berieben. – Exlibris.

Sarkowski 1388 A. – Fromm V, 23262

322  Insel Verlag – Walter Tiemann. Demokrit.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Tuschzeichnung. 11,4 : 6,1 cm (16,5 : 10,0 cm). Monogrammiert.

Wohl als Frontispiz oder Zwischentitel einer für uns bibliographisch nicht bestimmbaren Demokrit-Ausgabe entworfen. – Für den Druck vorbereitet mit einigen zarten Deckweiß-Korrekturen. – Dazu: Zwei kalligraphierte Titelblatt-Entwürfe von Walter Tiemann, für Wielands »Geschichte der Abderiten« (Insel 1907) und Hofmannsthals »Die Gedichte und kleinen Dramen« (Insel 1912). Beide in schwarzer und roter Tusche, teils über Bleistift.

Teils leicht fleckig. – Vgl. Sarkowski 1903 und 763.

323  Insel Verlag – Heinrich Vogeler-Worpswede. Dir.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Gedichte. Leipzig, Insel 1907. Mit zahlreichen Illustrationen, Bordüren und Vignetten von Heinrich Vogeler. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierdeckelbezügen und Deckelschild.

Zweite Auflage. – Das Umschlagpapier und die Vorsätze wurden vom Künstler für die zweite Auflage seiner ersten Buchveröffentlichung neu gezeichnet. – Auf Zanders-Bütten. – Eines der typischsten Bücher des deutschen Jugendstils.

24,3 : 18,5 cm. – Rücken und Deckelbezüge gebräunt. Ecken etwas berieben. – Innengelenke gebrochen.

Sarkowski 1842 A. – Neteler 21 Anmerkung

328  Insel-Bücherei – 18 Bildbände zur modernen Kunst.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Leipzig u. a. 1951–1988. Mit zahlreichen Farbtafeln. Farbig illustrierte Originalpappbände, meist mit Deckelschild.

Die Welt in einer Nuss – die Kunst der Moderne in kleinformatigen Bildbänd(ch)en. Schon früh hatten die Herausgeber der erfolgreichsten deutschen Buchreihe auf die Attraktivität von Bildbänden gesetzt, so dass diese seit Jahrzehnten zum festen Repertoire der Reihe gehören. Dass kleine Konvolut könnte Anreiz zum Aufbau einer IB-Sammlung sein oder aber der eigenen bzw. geschenkweise fremder Erbauung dienen. – Vorhanden: Paul Klee Handzeichnungen (IB 294). – Franz Marc Tierstudien (567). – Lyonel Feininger Meer und Schiffe (629). – Maler der Brücke (678). – Joan Miró Lithographien (682). – Hans Purrmann Ischia (721). – Ernst Ludwig Kirchner Georg Heym. Umbra Vitae (749). – Albert Ebert Poesie des Alltags (765). – Ernst Ludwig Kirchner Tanzcafé (770). – Deutsche Künstler des 20. Jahrhunderts in Selbstbildnissen (777). – Pablo Picasso Der Minotaurus (789). – Josef Hegenbarth Märchen und Fabeln (790). – Paul Klee Traumlandschaft mit Mond (800). – HAP Grieshaber Seestern und Tomahawk (849). – Pablo Picasso Traum und Lüge Francos (880). – Friedensreich Hundertwasser Der Weg zu Dir (899). – Kinderzeichnungen zu Brecht (930). – Oskar Schlemmer Fensterbilder (1104). – Alle mit Einleitung, Kommentar bzw. Nachwort.

Je 18 : 12 cm.

335  Heinrich von Kleist. Sämtliche Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Herausgegeben und eingeleitet von Arnold Zweig. Erster [bis] Vierter Band. München, Rösl 1923. Mit einer Porträttafel und einem gefalteten Faksimile. Bordeauxrote Originalmaroquinbände mit Vergoldung und schwarz-goldenem Rückenschild (signiert: Hübel & Denck, Leipzig).

Die »Rösl-Klassiker«-Edition in der selten angebotenen Ledervariante.

23,0 : 15,5 cm. – Rücken etwas verblasst. – Exlibris.

338  [Friedrich] Schiller. Musen-Almanach für das Jahr 1797.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

[Faksimileband und Kommentarheft.] Leipzig, Insel 1907. Mit Frontispiz und acht gefalteten Notenblättern. Flexibler marmorierter Originalpergamentband mit Rückenschild, vergoldeten Deckelbordüren und Schnittvergoldung und Originalbroschur. Zusammen im Schuber.

Eins von 50 Vorzugsexemplaren auf Bütten und in Ganzpergament (Gesamtauflage 300). – Der faksimilierte Broschurumschlag eingebunden. – Kommentarheft mit einem Begleitwort zur neuen Ausgabe von Hanns Holzschuher. – »Es sind Bücher und Bände über diesen Almanach geschrieben worden – über dies merkwürdige, seltene und kostbare Buch der Weltliteratur. Kostbar, weil es als Sammelstätte Dichtungen und Werke unserer größten Dichter birgt« (Begleitwort). – Nahezu druckfrisches Exemplar.

16,8 : 10,6 cm. [22], 302, [10] Seiten, 8 gefaltete Tafeln. – Umschlag der Broschur am Oberrand minimal fleckig.

Sarkowski 1176

339  Kleukens-Presse – Wilhelm Klemm. Entfaltung.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Gedichtfolge. Darmstadt [1919]. Originalpergamentband; Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet.

Zweiter Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Einer der wenigen expressionistischen Texte innerhalb der Kleukens-Pressendrucke. – Gedruckt auf starkem, blütenweißem Bütten. – Gesetzt aus der Cicero-Kleukens-Antiqua. – Titel und Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Der Einband stammt aus Ernst Rehbeins Kleukens-Binderei.

25,5 : 17,5 cm. [4], 80, [6] Seiten.

Rodenberg 103, 2. – Raabe/Hannich-Bode 159.5

342  Officina Serpentis – Johannes Secundus. Basia.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Berlin, Officina Serpentis 1921. Mit radiertem Titel von Marcus Behmer. Originalinterimspappband mit Marmorpapierbezügen.

Eins von 150 Exemplaren auf italienischem Bütten (Gesamtauflage 175). – Handpressendruck in der Elzevir-Antiqua von Genzsch & Heyse, Hamburg. – Die neulateinischen Basia (1539) des niederländischen Dichters Johannes Secundus (1511–1536) gehören zu den Klassikern der erotischen Literatur. Unter Rückgriff auf antike Vorbilder wie Catull variiert diese Sammlung in insgesamt neunzehn Gedichten ihr Leitthema des Kusses auf immer neue Weise.

18,7 : 13,3 cm. [8], 19, [5] Seiten. – Einband gebräunt.

Backe/Köppen 47. – Haucke 43. – Hayn/Gotendorf IX, 543

344  Officina Serpentis – Tres Epistolae Platonis.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Berlin 1926. Mit sechs in Rot ornamentierten Initialen von Hanns Thaddäus Hoyer. Neuerer Halblederband.

Handpressendruck für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Eins von 340 Exemplaren auf Zerkall-Bütten (Gesamtauflage 347). – Gesetzt aus der Griechischen Tischendorf-Type von Schelter & Giesecke, die hier erstmals für einen fortlaufenden Text verwendet wurde, und der Elzevir-Cursiv von Gentzsch & Heyse, Hamburg. – Hanns Thaddäus Hoyer, Lehrer an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbe-Museums entwarf auch den Titel dieser Platon-Ausgabe. – »Alle Kritiker vollends zum Verstummen bringen sollte die Ausgabe der ›Tres Epistolae Platonis‹ (1926). Angesichts der Harmonie dieser Seiten im sorgfältig ausgependelten Gleichgewicht der Satzblöcke […] und den beiden beschwingten, ›geschrieben‹ wirkenden Initialen, ist es wohl erlaubt, von einer typographischen Höchstleistung zu sprechen.« (Jürgen Eyssen).

38,6 : 27,5 cm. 43, [5] Seiten. – Oben teils schmaler Wasserrand.

Backe/Köppen 114. – Rodenberg II, 517. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 130. – Eyssen Seite 90ff. mit doppelblattgroßer Abbildung

346  Otto Dorfner – Fritz Meisel. Fünf Radierungen zu Balzac’s Contes drolatiques, die schöne Imperia.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

1922. Ca. 18 : 14 cm (34 : 26 cm). Signiert.

Unnummeriert, laut Druckvermerk betrug die Auflage 100 Exemplare. – Ediert im Reiher-Verlag Weimar, den Otto Dorfner zusammen mit Walther Klemm gegründet hatte. – Die Radierungen, in Braun auf Kupferdruckkarton, gedruckt auf der Presse des Verlages, d. h. in der Werkstatt des Bauhauses. – In Passepartouts, dies lose in der Originalhalbledermappe, gefertigt in der Werkstatt Otto Dorfner: Dunkelblauer Lederrücken, rot gestrichenes Kleisterpapier als Deckelbezug. Rückentitel, Gelenkfileten und die Signatur des Künstlers auf dem Vorderdeckel wurden vergoldet. – Fritz Meisel (1897–1960) war Student am Bauhaus Weimar. Hayn/Gotendorf verzeichnet von ihm eine weitere graphische Folge »Pöder und Lendelein«. Nach 1945 wurde er als Pressezeichner bekannt.

35,5 : 28,5 cm (Mappe). – Ränder der Radierungen etwas stockfleckig.

Hayn/Gotendorf IX, 36

349  Einbände – Pergamentband von Walter Gerlach

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

mit Negativblindprägung und polierter Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Deutschland. Landschaft und Baukunst. Einleitung von Ricarda Huch. Herausgegeben von Martin Hürlimann. Berlin, Atlantis 1931. Mit 304 fotografischen Bildtafeln im Tiefdruck.

Erste Ausgabe der Neufassung. 1930 wurde die Reihe »Orbis terrarum« vom Wasmuth in den Atlantis Verlag übernommen, was mit einem Wechsel des Herausgebers und einer Modernisierung des Bildmaterials einherging. »Außerdem vertrat Hürlimann einen kulturellen Universalismus, während Hielscher [der frühere Herausgeber] in nationalem Denken befangen war« (Roland Jaeger, in Autopsie). »Produkt der Bemühungen, Deutschland in allen Facetten gerecht zu werden, also auch moderne Bauwerke oder Industrieanlagen zu zeigen und nicht nur Idyllen« (Thomas Wiegand). – Mit Fotografien von E. O. Hoppé, Albert Renger-Patzsch, A. Rupp, Paul Wolff u. v. a. – Hervorragend erhaltenes Exemplar der großartigen Bilderschau, die durch die Vielzahl hervorragender Fotografen auch bildkünstlerisch hohen Ansprüchen gerecht wurde. – Der unsignierte Einband stammt nach mehreren Anmerkungen im Buch aus der Werkstatt Walter Gerlach: Das helle, leicht gemaserte Pergament mit drei umlaufenden Linien auf den Deckeln, der Rücken mit dem Buchtitel in Frakturschrift. Schöne Kleisterpapiervorsätze in Braun und Schwarz, doppelte handumstochene Kapitalbändchen. »Elefantenhaut«-Schuber. – Exlibris (signierte Radierung von Horst Hussel).

30,5 : 23,5 cm. LXIII, [1], 304, [2] Seiten.

Heidtmann 7895. – Autopsie II, 205ff. – Wiegand, Deutschland 24

352  Einbände – Dunkelgrüner Saffianlederband von Rudolf Lang, München,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

mit dezenter Vergoldung. – Inhalt: [Johann Wolfgang von] Goethe. West-Östlicher Divan. Leipzig, Insel 1910. Mit Doppeltitel und Initialen von Marcus Behmer.

Eins von 1200 Exemplaren (Gesamtauflage 1300). – Auf getöntem Bütten mit dem Behmer-Wasserzeichen. – Die Buchgestaltung lag ganz in den Händen von Marcus Behmer, der damit seine »erste typographische Leistung, wenn auch nicht aus eigener Type, so doch im drucktechnischen Aufbau vom ersten bis zum letzten Buchstaben« lieferte. Fritz Hohmeyer würdigte 1929 in seinem Behmer-Artikel in der Zeitschrift »Philobiblon« die großartige Arbeit mit der Abbildung des Doppeltitels nahezu in Originalgröße. – Unbeschnitten.

24,3 : 15,0 cm. 262, [2] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Ränder des ersten und letzten Blattes gebräunt, das letzte mit kleinem restaurierten Einriss.

Sarkowski 612. – Schauer II, 45

360  Diät-Tageskostplankartei

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 170 ( R7 )

– eine Ergänzung der Diät-Rezepturenkartei. Herausgegeben vom Ministerium für Gesundheitswesen. Berlin 1981. Ca. 750 Karteikarten in Registerkasten.

Der planwirtschaftliche Gegenentwurf zu westlichen Modediäten: »Ausgearbeitet vom Zentralinstitut für Ernährung der Akademie der Wissenschaften der DDR und der Sektion Diätetik der Gesellschaft für Ernährung in der DDR unter Mitarbeit des VEB Maschinelles Rechnen Potsdam«. – Nach Einleitung und Grundlagen sind etwa 700 Karten in Hauptgruppen nach »Strenger, erweiterter und Stoffwechsel-Grunddiät« sowie »Krankenvollkost« gegliedert, innerhalb dieser dann nach Kalorienzahl. – Jede Karteikarte mit der Speisenfolge für den gesamten Tag und dem »Materialeinsatz für 10 Personen«. – Eventuell waren die eingeplanten Lebensmittel derartige Mangelware, dass die Kartei ungenutzt blieb – jedenfalls tadellos erhalten.

361  Film – Die Nibelungen.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 66

Ein deutsches Heldenlied. Regie: Fritz Lang. Decla-Ufa-Film. Berlin, Ufa 1924. Mit zehn Bildtafeln nach Fotos. Kordelgeheftete Originalbroschur.

Souvenir-Programmheft zur ersten öffentlichen Vorführung mit Szenen-Fotos, Besetzungsliste, Inhaltsangaben und erläuternden Texten zur Filmentstehung von Thea Harbou. – Der Aufkleber der Produktionsfirma leider entfernt. – »Mitte der 1920er Jahre, als der Gründer und Direktor der Decla, Erich Pommer, zur Ufa stieß, erlebte die Ufa (und mit ihr der deutsche Stummfilm) ihre international bejubelte Hochphase. Fritz Lang drehte seinen Zweiteiler ›Die Nibelungen‹ (1922–24)« (Patrick Rössler).

18,3 : 12,5 cm. 24 Seiten. – Rücken etwas gebräunt.

Rössler, Filmfieber 51

364  Film – Hans Richter. Dreams that Money can buy.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

This Film offers 7 Dreams shaped after the Vision 7 contemporary Artists. New York, Films International 1947. Mit Abbildungen nach Fotografien. Illustrierte Originalbroschur.

Filmbroschüre zu dem Experimentalfilm »Dreams that money can buy«, der von Hans Richter gedreht und von Peggy Guggenheim produziert wurde. Bei jeweils einer von sieben Traumsequenzen führten die Surrealisten Max Ernst, Fernand Leger, Man Ray, Marcel Duchamp, Alexander Calder und Hans Richter Regie. – Die Umschlagillustration nach einer Max Ernst-Collage aus »Une semaine de bonté«.

21,3 : 15,5 cm. [24] Seiten. – Ränder schwach gebräunt.

365  John Heartfield – Drei Bücher mit seinen Umschlagillustrationen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130 ( R7 )

Berlin, Malik 1922–1930 und Prag, Odeon 1934.

I. Upton Sinclair. Man nennt mich Zimmermann. Roman. Berlin, Malik 1922. Originalpappband mit Fotomontage als Deckelbild. Die Rote Roman-Serie VII. – II. Ilja Ehrenburg. Das Leben der Autos. 9.–15. Tausend. Berlin, Malik 1930. Originalleinenband mit Fotomontagen auf dem Schutzumschlag. Mit Wellenmuster, der Rückentitel aber noch nicht schwarz gedruckt, so nicht bei Hermann. – III. A. Avdejenko. Miluji (tschechisch: Ich liebe dich). Prag, Odeon 1934. Originalbroschur mit Fotomontage auf dem Schutzumschlag. Seltene erste Ausgabe. – Dazu: Otto Heller. Sibirien, ein anderes Amerika. Berlin 1930. Mit Tafeln nach Fotografien des Verfassers. Originalbroschur mit Fotomontage von Paul Urban auf dem Schutzumschlag.

Schnitt teils stockfleckig, besonders bei II.

Haufe 15, 119 und vgl. 170 (deutsche Ausgabe mit anderem Motiv). – Hermann 358 a und 51 (I und II). – Melzwig 857.1 (Übersetzung Hermynia Zur Mühlen) und 255.1

369  Georg Salter – Marieluise Fleisser. Ein Pfund Orangen

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

und neun andere Geschichten. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1929. Originalleinenband mit Originalschutzumschlag, beide nach Entwurf von Georg Salter farbig typographisch illustriert.

Erste Ausgabe. – »Trotz des bunten Wechsels von Antiqua, Fraktur, Grotesk, Schablonen- und zierlicher Schreibschrift schließen sich die einzelnen Schriftbänder zu einer so organischen Einheit zusammen, daß … die leicht drohende Gefahr der Stillosigkeit restlos überwunden wird.« (E. Hölscher). – Nach seiner Arbeit als Bühnenbildner in Berlin und Wuppertal kehrte Georg Salter (1897–1967) nach Berlin zurück und wurde der leitende Graphiker des 1921 gegründeten Verlages »Die Schmiede«. Er entwarf bis zur Auflösung der Firma etwa 350 Schutzumschläge, darunter die ebenso bekannten wie gesuchten für Kafkas große Romane, für Alfred Döblins »Berlin Alexanderplatz« und Ernst Tollers »Feuer aus den Kesseln«. Später arbeitete er auch für Gustav Kiepenheuer und den S. Fischer Verlag.

18,9 : 12,0 cm. 204, [4] Seiten. – Schutzumschlag oben am Rücken mit winziger Fehlstelle.

Holstein 38

372  Georg Salter. Drei von ihm gestaltete Einbände bzw. Schutzumschläge.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Berlin 1930–31.

I. René Crevel. Der schwierige Tod. Roman. Aus dem Französischen von Hans Feist. Berlin, S. Fischer 1930. Originalseidenleinenband, Entwurf unter Verwendung einer Zeichnung von R. C. von Ripper. Ohne den identisch gestalteten Schutzumschlag. – II. Willy Haas. Gestalten der Zeit. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930. Originalseidenleinenband mit schwarz-gold geprägtem Deckel- bzw. Rückenschild, Schutzumschlag in Blau und Rot. – III. Sarah Levy. Henri und Sarah. Roman. Übersetzung aus dem Französischen von N. Collin. Originalseidenleinenband mit Goldprägung und hellblau geprägten Rückenschildern, Schutzumschlag in Blau und Schwarz. – Alle sehr gut erhalten.

Kleine Einrisse bei II hinterlegt.

Holstein 19, 48 und 94 (alle mit Abbildung). – Blickfang 330/331 (I und II)

373  Martin Weinberg – Um uns die Stadt.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Eine Anthologie neuer Großstadtdichtung. Herausgeber Robert Seitz und Heinz Zucker. Berlin, Sieben Stäbe 1931. Originalleinenband mit -schutzumschlag (Entwurf Martin Weinberg).

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Bücher der Epoche«. – Sowohl die Deckelvignette als auch die Illustration des Schutzumschlags verwenden das Motiv des Wolkenkratzers.

19,0 : 13,0 cm. 206, [2] Seiten. – Schutzumschlag am Rücken mit kleinen Fehlstellen, Einband dort etwas verblasst.

Blickfang 37

375  Gustav Wolf. Das Zeichen-Büchlein.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Karlsruhe 1921. Mit 19 Holzschnitten im Text nach alten Vorlagen und drei auf Tafeln nach Zeichnungen bzw. Gemälden von Thoma, van Gogh und Hodler. Originalhalblederband mit den zwölf Tierkreis-Symbolen als farbige Holzschnitte auf den Deckeln (signiert: Werkstatt Buchkunst Otto Schick, Karlsruhe).

Erste, noch nicht öffentliche Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren, die Gustav Wolff (1887–1947), Professor für Graphik an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe, gemeinsam mit seinen Schülern entwarf, schnitt und druckte. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert, nummeriert und mit dem Namen des Empfängers W. Storck (Direktor der Mannheimer Kunsthalle) versehen. – Wilhelm Gerstung in Offenbach druckte 1923 eine veränderte Ausgabe.

26,2 : 19,0 cm. 23, [3] Seiten, 3 Tafeln. – Kleine Druckstelle an den Oberkanten der Deckel.

Vgl. Rodenberg 233, I, 1

379  Das Reckendorfbuch.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Beiträge zum 50. Geburtstag von Hermann Reckendorf. 4. März 1930. [Berlin 1930]. Mit 18 ganz- und vier halbseitigen Illustrationen nach Zeichnungen und Gemälden. Grüner Originalleinenband mit blindgeprägter Deckelvignette.

Eins von 50 Exemplaren des Privatdrucks, gestiftet von Mitarbeitern und Freunden »aus allen Bereichen seines Wirkens, vom Rundfunk über die Kunst bis hin zum Deutschen Werkbund« (Roland Jaeger). – Mit eigenhändiger Widmung des Jubilars für Karl Würzburger (1891–1978), Rundfunkpionier, Schriftsteller und Kulturpolitiker. – Auf Bütten mit dem Verlegermonogramm »HRe« als Wasserzeichen. – Mit Textbeiträgen von Georg Graf Arco, Robert Breuer, Paul Westheim, vier »Negro-Songs« von Albert K. Henschel sowie blattgroßen Illustrationen nach den Widmungszeichnungen von Karl Hofer, Ludwig Meidner, George Grosz, Gerhard Marcks, Albert Schamoni, Oskar Kokoschka bzw. architektonischen Entwürfen von Hans Poelzig (farbig) und Hilberseimer. – Herbert Reckendorf (1880–1936) war Reklamechef bei Ullstein u. a. Verlagen und gründete 1920 in enger Zusammenarbeit mit und für den Deutschen Werkbund seinen eigenen Verlag, in dem bahnbrechende Werke zur Architektur und Fotografie, aber auch Rundfunkzeitschriften erschienen. – Sehr selten.

40,0 : 30,5 cm. 86, [2] Seiten.

Autopsie I, Seite 265

380  Deutsches Kunstgewerbe 1927.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 250

Mostra Internationale delle Arti Decorative di Monza, Sezione Germanica. Berlin [1927]. Mit 28 montierten Abbildungen. Farbig lithographierte Originalbroschur.

Typographie und Umschlaggestaltung von Ernst Böhm (1890–1963), der als Gebrauchsgraphiker an der vom Werkbund geprägten Staatsschule für Kunst Berlin-Charlottenburg lehrte. – Herausgegeben von dem Berliner Architekten Bruno Paul, damals Direktor vorgenannter Schule, der für die Konzeption der Ausstellungsräume verantwortlich war. Mit einem Textbeitrag von ihm und einem von Alfred Kuhn, jeweils in Italienisch und Deutsch. – Die Bildtafeln mit Möbeln und Gebrauchsgegenständen nach Entwürfen von Bruno Paul, F. A. Breuhaus, Edwin Scharff, Ernst Barlach, Peter Lipman-Wulf, Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein, dazu thematische Listen von Künstlern und Werkstätten. – Wichtiger Ausstellungskatalog mit Referenzcharakter zum deutschen Kunstgewerbe der 1920er Jahre.

21,2 : 21,2 cm. 68 Seiten. – Minimal berieben und bestoßen.

382  Hans Poelzig. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Potsdam, 20. August 1927. Eine Seite.

An seinen Mitarbeiter Heinrich Schapiro. – »Zum Hinscheiden Ihres Vaters mein herzlichstes Beileid. Selbstverständlich blieben Sie dort bei Ihrer Frau Mutter; Schwennicke ist hier – es ist alles in Ordnung«. – 1927 realisierte der Architekt Hans Poelzig (1869–1936) mit seinen Mitarbeitern Schapiro und Schwennicke solche Großprojekte wie das Ausstellungsgebäude der Berliner Sezession, die Umgestaltung des Platzes der Republik vor dem Reichstag u. a. – Auf dem Briefpapier des Architekten in dessen schwungvoller Handschrift sehr dekorativ.

Leichte Knick- und Faltspuren.

383  Art Déco – V[oldemar] Boberman. Tapis.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Édité par Dim. Vingt quatre compositions en couleurs. Ave une préface par Maurice Raynal. Paris, Éditions des quatre chemins 1929. Mit 24 pochoirkolorierten Tafeln. Lose Blätter in Originalpappchemise mit Schließbändern.

Eins von 750 Exemplaren. – Die schönen Teppichentwürfe im Stil des Art decó wurden bei D. Jacomet gedruckt und prachtvoll pochoirkoloriert. Der teils kräftige und an den Rändern leicht verwischte Farbauftrag vermittelt die Anmutung von Originalgouachen. – Voldemar Boberman (1897–1987) wurde im armenischen Erivan geboren, wanderte nach Paris aus und wirkte dort als Marine-, Akt- und Landschaftsmaler.

33,0 : 25,0 cm. [2], 9, [1] Seiten, 24 Tafeln. – Rücken der Chemise mit Fehlstellen. – Ränder vereinzelt minimal gebräunt.

vgl. Vollmer I, 240

390  Tristan Tzara. Sept manifestes dada.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Quelques dessins de Francis Picabia. Paris, Éditions du diorama Jean Budry [1924]. Mit einem blattgroßen Tzara-Porträt und acht Textillustrationen. Schwarze Originalbroschur.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von Tzaras Dada-Manifesten. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Madagascar Papier (Gesamtauflage 300). – Tristan Tzara, eigentlich Samuel Rosenstock (1896–1963), zählt zu den Mitbegründern von Dada Zürich. Sein »Manifeste de Monsieur Antipyrine« von 1916 gilt als die erste Publikation der Zürcher Dadaisten. Acht Jahre später fasst der seit 1919 in Paris lebende Dichter seine wichtigsten bis dahin verfassten Texte zusammen: »Manifeste de Monsieur Antipyrine«, »Manifeste Dada 1918«, »Proclamation sans prétention«, »Manifeste de Monsieur Aa l’antiphilosophe«, »Tristan Tzara«, »Monsieur Aa l’Antiphilosophe nous envoie ce manifeste«; »Dada manifeste sur l’amour faible et l’amour amer« und »Annexe«. – Unaufgeschnittenes Exemplar der sehr seltenen Vorzugsausgabe auf besserem Papier.

19,2 : 14,0 cm. 97, [7] Seiten. – Umschlag lose, ein Umschlaggelenk gebrochen. Am Rücken leicht berieben. Ohne das blaue Deckelschild.

Dada global 218. – Dokumentations-Bibliothek I, 64. – Harwood 5

392  Hans Arp. 1924 · 1925 · 1926 · 1943.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Bern, Benteli 1944. Mit einer ganzseitigen Illustration nach einer Zeichnung von Sophie Taeuber-Arp. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren. – Nach der Typographie von Jan Tschichold gedruckt. – Tadellos schönes Exemplar. – Selten. – Dazu: Hans Arp. Wortträume und schwarze Sterne. Auswahl aus den Gedichten der Jahre 1911–1952. Wiesbaden, Limes 1953. Mit vier Bildtafeln. Originalbroschur. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten, jedoch ohne die signierten Holzschnitte. – Hans Arp. Behaarte Herzen 1923–1926. Könige vor der Sintflut 1952–1953. Frankfurt, Meta 1953. Mit einem Holzschnitt. Originalpappband. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit dem Frontispizholzschnitt (hier lose), der signierte beigelegte Holzschnitt fehlt.

24 : 16 cm. [32] Seiten.

Hagenbach A 14 sowie 27 und 28

393  George Grosz – Richard Huelsenbeck. Phantastische Gebete.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Zeichnungen von George Grosz. Zweite erweiterte Auflage. Berlin, Der Malik-Verlag Abteilung DADA 1920. Mit Porträt des Verfassers und 13 Illustrationen nach Zeichnungen von George Grosz, davon zwei auf dem Umschlag und vier blattgroß. Neuer Kartonumschlag, der illustrierte Originalumschlag aufgezogen.

Erste Ausgabe mit den Grosz-Illustrationen. – Huelsenbecks Erstling erschien 1916 in Zürich mit Holzschnitten von Hans Arp. Restbestände dieser Ausgabe wurden 1920 vom Malik-Verlag übernommen und vertrieben. George Grosz und Richard Huelsenbeck hatten während dieser Jahre schon gemeinsam in verschiedenen DADA-Zeitschriften veröffentlicht, die auch textlich erweiterte Neuausgabe der »Phantastischen Gebete« war nun der erste reine Huelsenbeck-Text den Grosz illustrierte; ein Jahr später erschien »Doctor Billig am Ende«.

26,2 : 18,0 cm. 31, [1] Seiten. – Umschlag an den Rändern gebräunt und mit kleinen Fehlstellen. – Die letzte Seite im Falz angerändert und der Buchblock eingebunden.

Lang, Grosz 10. – Raabe/Hannich-Bode 132.1. – Dada global 70. – Hermann 199

405  Futurismus – Leonardo Clerici. L’Oracle de l’avant-garde.

Schätzpreis/Estimate: € 1800 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200 ( R7 )

Dictionaire sophiste. Lyre Lame Futuriste. Dictionaire hermeneutique & poetique. Brüssel, Editioni Anastatike Istituto di Skriptura 1994. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, mit Klammerheftung in Holz-Eisen-Klemmschiene. In der Originalmappe mit zwei Stempelsignaturen.

Eins von 400 nummerierten Exemplaren, weitere elf Exemplare kamen nicht in den Handel. – Erschienen anlässlich der großen Futuristen-Ausstellung 1994 der Bibliotheca Wittockiana in Brüssel, die Clerici, der Enkelsohn von Filippo Tommaso Marinetti, organisierte. Bereits 1991 hatte er in Rom eine vielbeachtete Marinetti-Retrospektive initiiert. – Für das großformatige Katalogbuch wurden zahlreiche Auszüge aus futuristischen Manifesten, Publikationen sowie von der Bewegung beeinflusste bzw. sie prägende Bücher faksimiliert und kommentiert. – Die Titelseite mit der Reproduktion der berühmten Marinetti-Porträtfotomontage von Severini. – Der Materialmix (Dünndruckpapier, Holz und Eisen) und besonders die Bindung unter Verwendung einer Magnetschiene zitiert futuristische Motive.

60,0 : 43,0 cm. [108] Seiten. – Mappe minimal fleckig, das Buch tadellos.

409  Ernst Barlach. Der tote Tag.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 66

Drama in fünf Akten. Berlin, Paul Cassirer 1912. Mit zwei Textillustrationen nach Zeichnungen des Verfassers. Originalpappband mit Titeln in Gold- und Schwarzdruck.

Erste öffentliche Ausgabe. – Thomas Mann äußerte sich positiv: »Es ist im Innersten deutsch und heimlich, wie ein Lied aus ›Des Knaben Wunderhorn‹« (zitiert nach Feilchenfeldt/Brandis).

35,0 : 32,5 cm. 79, [1] Seiten. – Neuer Leinenrücken. Vorderdeckel mit leichtem Wasserfleck. – Vorsatzblatt geknickt und mit Widmung.

Raabe/Hannich-Bode 15.1. – Feilchenfeldt/Brandis 5.1

410  Ernst Barlach. Sechs der sieben bei Paul Cassirer erschienenen Dramen,

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

davon fünf in erster Ausgabe. Berlin, Paul Cassirer 1918–1929. Meist mit Titelbild nach einer Zeichnung des Verfassers. Illustrierte Originalpappbände.

Nahezu vollständige Folge der Dramen des Künstlers, die als erste und nahezu einzige literarische Veröffentlichungen zu Lebzeiten erschienen. – I. Der tote Tag. Zweite Auflage. 1918. – II. Der arme Vetter. Drama. 1918. Mit Titelvignette. – III. Die echten Sedemunds. Drama. 1920. Mit TV. – IV. Die Sündflut. Drama. 1924. – V. Der blaue Boll. Drama. 1926. Mit TV. – VI. Die gute Zeit. Zehn Akte. 1929. – Dazu: Barlach im Gespräch. Aufgezeichnet von Friedrich Schult. [Leipzig,] Insel 1948. Originalbroschur. – Alle in identischer Ausstattung und sehr gut erhalten.

Ca. 27 : 19 cm. – Zwei Rücken und bei III auch die Deckelränder leicht gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 15.2, 3, 5, 6 und 8. – Feilchenfeldt/Brandis 5.2, 6.1, 7, 10.1, 11 und 13

417  Albert Ehrenstein. Die weiße Zeit.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

München, Georg Müller 1914. Originalhalblederband mit goldgeprägten Titeln.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren. – Druckvermerk vom Dichter signiert. – Opulent gestaltete und ausgestatte Sammlung expressionistischer Gedichte. Der österreichische Dichter war mit Arthur Schnitzler und Kokoschka befreundet, letzterer illustrierte sein Erstlingswerk »Tubutsch«. – Kurze Zeit später wurde Ehrenstein Lektor des Verlags Kurt Wolff und später bei S. Fischer.

29,3 : 23,3 cm. 87, [1] Seiten. – Kanten minimal berieben. – Vorderer Vorsatz etwas gebräunt und im Gelenk leicht brüchig.

Raabe/Hannich-Bode 62.4

421  Holthoff – Doctor Eisenbart.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Linoleumschnitte von Hermann Holthoff und Adolf Rademacher. München, Drei Masken 1923. 22 Linolschnitte, davon 20 koloriert. Kordelgeheftete Originalkartondeckel mit kolorierter Holzschnitt-Deckelvignette.

Erste und wohl einzige Ausgabe. – Das um 1800 verfasste Trinklied schildert recht »unkonventionelle« Behandlungsmethoden des Wundarztes Johann Andreas Eisenbart, der tatsächlich ein angesehener und erfolgreicher Chirurg und unter anderem Hof-Augenarzt des »Soldatenkönigs« Friedrich Wilhelm I. von Preußen war. – »Beispiel eines Märchenbuches, das im zeichnerischen Stil vom Expressionismus beeinflußt wurde.« (Lothar Lang). – Text und Bilder wurden in Linol geschnitten, dabei Titel und Druckvermerk nur mit Text und unkoloriert. – Auf rauem Hadernbütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

22,2 : 15,7 cm. [44] Seiten.

Rifkind Collection 1237. – Lang, Expressionismus 128

428  Franz Kafka. Der Heizer.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 150

Ein Fragment. [3. Auflage]. Leipzig, Kurt Wolff [1917/1918]. Schwarze Originalbroschur mit blauem Deckelschild.

Der jüngste Tag, Band 3. – Dritte Auflage der zweiten Buchveröffentlichung. Kafka hatte für diese Novelle (eigentlich der Romananfang von Amerika), die bereits 1913 erschienen war, den Fontane-Preis erhalten. – Zusammen mit »Das Urteil« und »Die Verwandlung« bildet »Der Heizer« eine Novellentrilogie, deren Veröffentlichung unter dem Titel »Die Söhne« Kafka seinem Verleger bereits im April 1913 vorschlug (Kurt Wolff Briefwechsel S. 29). – Mit dem Leipziger Zensurstempel.

21,8 : 13,0 cm. 47, [1] Seiten. – Umschlag verblasst, an den Rändern stärker.

Dietz 42. – Raabe/Hannich-Bode 146.2 Anmerkung. – Smolen/Stammerjohann 3.3.A

430  Franz Kafka. Die Verwandlung.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1500

Leipzig, Kurt Wolff 1916. Originalpappband mit Deckelaufdruck in Schwarz.

Erste Einzel- und Buchausgabe. – Der jüngste Tag, Band 22/23. – In der seltenen halbpergamentähnlichen Einbandvariante. – Auf sehr festem Papier. – Kafkas »Wanzengeschichte«, so hatte Franz Werfel sie Kurt Wolff anempfohlen, erschien im Oktober 1915 zunächst in der Zeitschrift »Die weißen Blätter«. Nur wenige Wochen später wurde die vorliegende Buchausgabe – wie üblich bereits mit dem Folgejahr versehen – gedruckt und ausgeliefert. – 1915 gab der Fontane-Preisträger Carl Sternheim sein Preisgeld auf Empfehlung von Franz Blei an »den jungen Prager Erzähler Franz Kafka für dessen Bücher ›Der Heizer‹ und ›Die Verwandlung‹ weiter – als ein Zeichen seiner Anerkennung«. Dieser Umstand, werbewirksam in Szene gesetzt, sorgte für steigende Absatzzahlen der Kafka-Bücher.

21,5 : 13,6 cm. 72, [8] Seiten. – Ränder etwas gebräunt. Kanten am Rücken berieben.

Dietz 26. – Raabe/Hannich-Bode 146.3. – Göbel 212. – Smolen/Stammerjohann 22/23.1.B

432  Franz Kafka. Das Urteil.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Eine Geschichte. Leipzig, Kurt Wolff 1916. Schwarze Originalbroschur mit blauem Titelschild.

Erste Ausgabe. – Der jüngste Tag, Band 34. – Mit dem bei Dietz nicht erwähnten Anzeigenblatt »Von demselben Verfasser erschien ferner […] «. – Schönes unbeschnittenes Exemplar in der serientypischsten Umschlagvariante, die als zweite Bindequote ausgeliefert wurde. – Mit dem Leipziger Zensurstempel.

22,7 : 13,0 cm. 28, [4] Seiten. – Umschlag vorn an der unteren Ecke schwach geknickt. Titelschild mit kleinen Kratzspuren und kleiner Fehlstelle.

Dietz 31. – Raabe/Hannich-Bode 146.4. – Smolen/Stammerjohann 34.1.A.2

433  Franz Kafka. In der Strafkolonie.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Schwarzer Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel, schwarz-roten Buntpapierdeckelbezügen und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Viertes Buch der neuen Folge der Drugulin-Drucke. – Eins von 1000 Exemplaren. – Gesetzt aus der Cicero Französische Antiqua und gedruckt in Blau und Schwarz bei Drugulin, Leipzig. – Die 1914 entstandene Erzählung steht in direktem Zusammenhang mit Kafkas posthum erschienenen Roman »Der Prozeß«. – Kafka schrieb über die Erzählung an seinen Verleger Kurt Wolff , »daß nicht nur sie peinlich ist, daß vielmehr unsere allgemeine und meine besondere Zeit gleichfalls sehr peinlich war und ist […]« (K. W. Briefwechsel S. 41). – Wie schon der Erzählungsband »Betrachtung« üppig und breitrandig gesetzt. – Seiten- und Fußsteg unbeschnitten. – Nur in kleiner Auflage erschienen und hier in der selteneren schwarz-roten Einbandvariante.

23,3 : 15,5 cm. 68, [4] Seiten. – Ecken leicht, Rücken stark berieben. – Vereinzelt leicht stockfleckig, Exlibris.

Dietz 50. – Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

434  Franz Kafka. In der Strafkolonie.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 680

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und grün-braunen Buntpapierdeckelbezügen.

Erste Ausgabe. – Drugulin-Drucke, Neue Folge, Band IV. – Eins von 1000 Exemplaren. – In der braun-grünen Einbandvariante.

23,3 : 15,5 cm. 68 Seiten, 2 Blätter. – Rücken leicht berieben. – Vereinzelt stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

441  Franz Kafka. Der Prozess.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. In dem Nachwort rechtfertigte der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen im Kurt Wolff Verlag in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Ränder leicht, Rücken stark verblasst. Rückenschild gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

450  Else Lasker-Schüler. Styx.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Gedichte. Berlin, Axel Juncker 1902. Mit einer Titelvignette von Fidus. Originalbroschur mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe des Erstlings der Dichterin. – »Meinen teuren Eltern zur Weihe«. – 1899 hatte Else Lasker-Schüler Georg Lewin kennengelernt. Nach der Trennung von ihrem erstem Mann, Jonathan Lasker, heiratete sie Lewin und schuf für ihn das Pseudonym »Herwarth Walden«. Walden trug sicher nicht unwesentlich zum Erscheinen dieser Gedichtsammlung bei, war er doch neben Karl Kraus einer der ersten, der die große dichterische Begabung von Else Lasker-Schüler erkannte. – Jedes Gedicht mit einer Zierleiste und einem Zierstück. – Auf fein geripptem Büttenpapier, unbeschnitten. – Die Vignette von Fidus und die Typographie des Titelblatts wurde auf dem Vorderumschlag der grauen Büttenbroschur wiederholt.

19,5 : 13,3 cm. 77, [3] Seiten. – Umschlagränder leicht bestoßen, Rücken beschädigt und mit Fehlstellen. – Buchblock vor der letzten Lage gebrochen und im Falz mit Filmoplaststreifen fixiert.

Raabe/Hannich-Bode 182.1

452  Else Lasker-Schüler. Die Nächte Tino von Bagdads.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Berlin, Stuttgart und Leipzig, Axel Juncker 1907. Mit einem Titelbild von Max Fröhlich. Originalbroschur mit Deckeltitel und -vignette in Gold.

Erste Ausgabe. – Die frühe Sammlung von 26 Gedichten und Novellen widmete die Dichterin »Meiner Mutter der Königin mit den goldenen Flügeln in Ehrfurcht«. – Mit dem lose beigelegten Korrektur-Blatt. – Der Verleger plante als Titelbild ein Fotoporträt der Dichterin, wogegen diese heftigst protestiert haben soll. – Unbeschnitten. – Selten.

18,0 : 11,5 cm. 83, [5] Seiten. – Vorderdeckel verblasst, Rücken gebräunt und mit handgeschriebenem Rückenschild. – Frontispiz mit 2 kleinen Fehlstellen am Oberrand.

Raabe/Hannich-Bode 182.4

455  Else Lasker-Schüler. Gesichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Essays und andere Geschichten. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Zweifarbiger Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Ein Teil der Erstauflage wurde in den mit Kurt Wolff verbundenen »Verlag der Weißen Bücher« übernommen. – 53 meist biographische Essays zu Peter Hille, Karl Kraus, Oskar Kokoschka, Richard Dehmel, Max Brod u. a. – »Dieses Buch schenke ich Kurt Wolff«. – Innen tadellos. So schöne Exemplare im festen Einband sind selten.

18,9 : 12,5 cm. 173, [3] Seiten. – Etwas berieben. – Exlibris.

Raabe/Hannich-Bode 182.9. – Göbel 136

456  Else Lasker-Schüler. Gesichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Essays und andere Geschichten. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Ein Teil der Erstauflage wurde in den zu Kurt Wolff gehörigen »Verlag der Weißen Bücher« übernommen. – 53 meist biographische Essays zu Peter Hille, Karl Kraus, Oskar Kokoschka, Richard Dehmel, Max Brod u. a. – »Dieses Buch schenke ich Kurt Wolff«.

18,7 : 12,5 cm. 173, [3] Seiten. – Broschur leicht fleckig und mit kleinen Druckstellen, Rücken gebräunt und etwas brüchig, Vordergelenk angeplatzt. – Titel mit Besitzvermerk.

Raabe/Hannich-Bode 182.9. – Göbel 136

458  Else Lasker-Schüler. Die gesammelten Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1917. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild, die Originalbroschur mit der farbigen Deckelillustration der Dichterin eingebunden.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Mit der würdigenden Einleitung »Else Lasker-Schüler ist die jüdische Dichterin. Von großem Wurf« von Peter Hille, verfasst wohl 1903/04. – Else Lasker-Schüler wiederum widmete das Buch »meiner teuren Mutter und ihrem Enkel Paul«, das Umschlagbild der Sammlerin und Mäzenin Gertrud Osthaus und ein Kapitel dem Dichterfreund Karl Kraus. – Der Band erschien in dem 1913 von Erik-Ernst Schwabach gegründeten Verlag der Weißen Bücher, der von Anfang an programmatisch und organisatorisch mit dem Kurt Wolff Verlag verbunden war. 1917 übernahm letzterer den Verlag zur Gänze und einen Teil der Titel in sein eigenes Programm. – Mit dem Leipziger Zensurstempel.

24,0 : 16,5 cm. 224, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, ansonsten sehr schön. – Exlibris.

Raabe/Hannich-Bode 182.11. – Göbel 864

463  Else Lasker-Schüler. Ich räume auf!

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Meine Anklage gegen meine Verleger. Zürich, Lago 1925. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe der großen Abrechnung mit ihren Verlegern Kurt Wolff, Paul Cassirer und Alfred Flechtheim. – Auf dem Titelblatt von der Dichterin signiert. – Mit dem überstempelten Hinweis auf den Alleinvertrieb für Deutschland durch das Antiquariat Stahl in Berlin und dem gestempelten Hinweis auf den Lago-Versand. – Die Umschlagillustration zeichnete G. Schultze nach dem bekannten Foto der Flöte spielenden Dichterin. – 2 Beigaben.

22,0 : 14,0 cm. 38, [2] Seiten. – Umschlagränder leicht verfärbt und minimal geknittert, vorn unten drei kleine Tintenspritzer. – Die Ränder innen papierbedingt gebräunt und die ersten 5 Blätter mit kleinem Randeinriss.

Raabe/Hannich-Bode 182.16

471  Wilhelm Tegtmeyer – Walt Whitman. Gesang von der offenen Landstrasse.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Deutsch von Hans Reisiger. Lauenburg/Elbe, Adolf Saal 1921. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Gelber Originalpappband.

Eins von 1000 Exemplaren. – Gesetzt aus der Behrens-Antiqua, gedruckt bei Gustav Petermann, Hamburg. – Das Buch verschweigt merkwürdigerweise die Urheberschaft der frühen Holzschnitte des norddeutschen Expressionisten Wilhelm Tegtmeier, die im Stock alle »WT 20« monogrammiert sind. Tegtmeier war Mitarbeiter verschiedener expressionistischer Zeitschriften.

25,2 : 20,4 cm. 29, [3] Seiten. – Rücken leicht berieben, Ränder minimal gebräunt. – Fadenheftung gelockert.

Katalog Lindenau-Museum 4578–4583. – Vollmer IV, 424. – Pirsich, Verlage, Pressen und Zeitschriften des Hamburger Expressionismus

472  Georg Trakl. Sieben Erstausgaben bzw. bibliophile Editionen.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

1910–1969.

Die drei Teiche von Hellbrunn In: Der Merker. Jahrgang 1, Heft 20/21. Wien 1910. Originalbroschur. Erster Abdruck der veränderten Fassung. – Salzburg. Ein literarisches Sammelwerk. Herausgegeben von den jungen Mitgliedern der Literatur- und Kunstgesellschaft »Pan«. Salzburg, Eugen Richter 1913. Originalbroschur. Enthält vier Gedichte im Erstdruck. – Die Dichtungen. Erste Gesamtausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1917]. Blauer Originalpappband mit Schwarzdruck. – Gesang der Abgeschiedenen. Gedichte. Leipzig, Insel [1932]. Originalpappband. Inselbücherei 436. – Aus goldenem Kelch. Die Jugenddichtungen. Salzburg/Leipzig, Otto Müller 1939. Originalleinenband. – Drei Gedichte. In ein altes Stammbuch. De profundis. Nachtlied [I]. Basel, Gryff-Presse 1945. Eins von 110 Exemplaren. – Dichtungen und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe. Herausgegeben von Walther Killy und Hans Szklenar. Zwei Bände. Salzburg, Otto Müller 1969. Originalleinenbände. – Dazu: Erhard Buschbeck. Georg Trakl. Ein Requiem. München, Roland 1921. Originalhalbleinenband. Erste Ausgabe. Eins von 450 Exemplaren (Gesamtauflage 500). Auf Bütten. – Karl Röck. Tagebuch 1891–1946. Herausgegeben und erläutert von Christine Kofler. Innsbruck 1975. Drei Leinenbände. Die Dissertation liefert aufschlussreiche Informationen zu gescheiterten Editionsplänen Trakls und seines Freundes Buschbeck und zur Konzeption der Werkausgabe. – Zwei Beigaben.

23 : 16 cm. 201, [7] Seiten.

Ritzer 1983 2.3/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.8. – Göbel 448

474  Otto Baumberger – Hermann Kesser. Die Peitsche.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Erzaehlende Dichtung. Mit Steinzeichnungen von Otto Baumberger. Frauenfeld und Leipzig, Huber 1918. Mit sechs Lithographien und ornamentierten Initialen. Originalhalblederband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren in Halbleder, auf dem Titelblatt vom Autor signiert (Gesamtauflage 500). – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »Dem Doktor W. F. Storck und Frau Maria Theresia in herzlicher Verbundenheit« (W. F. Storck war Direktor der Kunsthalle Mannheim).

22,5 : 15,0 cm. [8], 66, [6] Seiten, 6 Lithographien. – Rücken verblasst, Ecken und Kapitale beschabt und bestoßen.

475  Otto Baumberger. XXXV Kompositionen zur Divina Commedia

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

von Dante Alighieri. Zürich, J. und R. C. Baumberger 1965. Mit 35 Farbtafeln. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (Hugo Boss, Zürich). Im Schuber.

Eins von 155 Exemplaren der Ausgabe B, jedoch wie die der ersten Vorzugsausgabe mit einer zusätzlichen farbigen Originalskizze aus dem Nachlass des Künstlers (Gesamtauflage 1000). – Teils typographisch gedruckter Text, teils in der Handschrift des Künstlers faksimiliert. – Die farbigen Kompositionen von Baumberger entstanden in den Jahren 1951/52.

32,5 : 30,0 cm. [92] Seiten, 35 Tafeln. – Rücken leicht verblasst.

476  Fritz Beyer – Friedrich Gottlieb Klopstock. Gericht und Höllenfahrt. Des Messias 16. Gesang.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

Zu des Dichters 200. Geburtstag erneut herausgegeben von Heinrich Lütcke. Berlin, G. Grote 1924. Mit acht Farbtafeln nach Aquarellen von Fritz Beyer, einem Lessing-Porträt und zahlreichen ornamentierten Initialen. Roter Originalsaffianlederband mit reicher Vergoldung.

Eins von 500 Exemplaren der Prachtausgabe. – Auf Velin, gedruckt in der Reichsdruckerei. – Die Initialen in Rot und Schwarz zeichnete ebenfalls Fritz Beyer, über dessen Leben und Werk wenig (bis nichts) zu erfahren ist. Seine Aquarelle sind geprägt vom phantastischen Expressionismus.

39,3 : 29,3 cm. XV, [1], 27, [1] Seiten, 9 Tafeln. – Am unteren Kapital minimal berieben. – Die unbeschnittenen Ränder leicht gebräunt.

477  Bertolt Brecht. Der Jasager.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Schuloper. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930. Originalbroschur.

Erstdruck der endgültigen Fassung (Nubel: »aller weiteren Drucke«). – Auf dem Umschlag bezeichnet als »Versuche 8 | Aus dem 4. Heft ›Versuche‹«. Das vollständige Heft 4 erschien 1931, das Doppelstück »Der Jasager und Der Neinsager« als 11. Versuch. – Sehr selten.

24,0 : 16,0 cm. 9, [1] Seiten.

Seidel 208. – Nubel A 152. – Melzwig 138.2

478  Bertolt Brecht. Die Maßnahme.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Lehrstück. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930. Originalbroschur.

Erstdruck der ersten Fassung. – Auf dem Umschlag bezeichnet als »Versuche 9 | Aus dem 4. Heft der ›Versuche‹«. Dieses Heft erschien 1931 und enthielt »Die Maßnahme« als 12. Versuch. – Das vorliegende Heft mit dem ursprünglichen Text wurde wohl zusammen mit einem Programmheft an die Besucher der Uraufführung am 10. Dezember 1930 ausgegeben. Nur wenige Exemplare dürften erhalten geblieben sein, Seidels Titelaufnahme erfolgte nach Fotokopien. – Eine der seltensten Brecht-Erstausgaben.

24,0 : 16,0 cm. Seiten 123–151, [3]. – Umschlag lose und mit Randläsuren.

Seidel 261. – Nicht bei Nubel. – Melzwig 139.1

482  Bertolt Brecht. Cruzada de Crianças.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Vinte e Quatro Gravuras Gerson Knispel. Berlin und Frankfurt, Suhrkamp, und Sao Paulo, Editora Brasiliense 1962. Mit einem Porträt und 23 ganzseitigen Offsetlithographien. Lose in Originalhalbleinenchemise mit Titelbild und Originalleinenschuber.

Eins von 500 Exemplaren, entgegen dem Druckvermerk nicht signiert und nummeriert. – Erste portugiesische Ausgabe von Brechts »Kinderkreuzzug«, der 1941 im finnischen Exil entstandenen ergreifenden Dichtung. – Mit Vorworten von Anatol Rosenfeld, Sergio Milliet und Tatiana Belinky. – Gershon Knispel wurde 1932 in Köln geboren, emigrierte schon als Kind nach Israel und lebte dort bis 1957. Nach Ausstellungen in Moskau und Studien in München lebte er seit 1959 in Brasilien. In Haifa schuf er in späteren Jahren das Holocaust Memorial (beendet 1991). – Die großformatigen Offsetlithographien jeweils in ein gefalztes Textblatt eingelegt, die Vorworte in einem Textheft. Alle Textseiten auf leicht getöntem Japanpapier gedruckt.

32,2 : 45,5 cm. 24 Lithographien, 34 Textblätter. – Schuberkanten etwas verschlissen, Vorderdeckel mit kleiner Schabstelle, einige Ecken der Textblätter geknickt.

484  Bruno Goldschmitt – Friedrich Schiller. Wilhelm Tell.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Ein Schauspiel in fünf Aufzügen. München, Julius Schröder 1922. Mit 17 Holzschnitten von Bruno Goldschmitt, davon elf monogrammiert und ganzseitig. Pergamentband mit Deckelbild, vergoldeten Innenkantenbordüren und Kopfschnittvergoldung (signiert: Knorr & Hirth, München).

Meisterwerke der Weltliteratur mit Original-Graphik, Band 6. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Holzschnitten (Gesamtauflage 550). – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf rheinischem Bütten mit dem Verlagssignet als Wasserzeichen. – Tadellos erhaltenes Exemplar.

30,0 : 23,0 cm. 128, [4] Seiten.

Sennewald 22, 4. – Rodenberg 433, 6

486  Walter Hachenburg. Gegengewicht.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Gereimtes und Ungereimtes. Bremen 1930. Leinenband mit Deckel- und Rückenschild.

Nicht bei Kosch. – Bibliographisch nicht nachweisbare, als Privatdruck erschienene Gedichtsammlung, gedruckt bei Gerh. Hillje, Bremen/Brinkum. In Bremen war ein Walter Hachenburg, dessen biographische Daten und Lebensumstände unbekannt bleiben, in der Werbebranche tätig. Vielleicht entstanden die zwanzig Gedichte mit Titeln wie »Meiner Frau«, »Das rote Heft«, »Reminiszenz«, »Gaunerweisheit«, »Markenartikel-ABC« und andere als »Gegengewicht« zu seiner beruflichen Tätigkeit. – Mit eigenhändiger Geschenkwidmung aus Anlass eines Besuchs im Haus des Dichters, datiert »Bremen, April 1939«. – Beiliegend: Walter Hachenburg. Eigenhändiges Manuskript zu dem im Buch abgedruckten Gedicht »Sag – hast Du mich vergessen«. September 1917. Eine Seite. Leicht abweichend gegenüber der späteren Druckfassung.

20,8 : 14,3 cm. [116] Seiten.

488  Gerhart Hauptmann. De Waber.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 170 ( R7 )

(Die Weber). Schauspiel aus den vierziger Jahren. Dialekt-Ausgabe. Berlin, S. Fischer 1892. Originalleinenband mit Vergoldung.

Erste Ausgabe, noch vor der »dem Hochdeutschen angenäherten Fassung« erschienen. – Hauptmann stellte sein gesellschaftskritisches Drama, das von den unwürdigen Lebensverhältnissen vor dem Hintergrund des Weberaufstandes 1844 erzählt, zunächst im schlesischen Dialekt fertig.

18,4 : 12,8 cm. [8], 117, [3] Seiten. – Einige Seiten mit größeren, aber sehr schwachen Stockflecken.

Wilpert/Gühring 9

489  Hermann Hesse. Romantische Lieder.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Dresden und Leipzig, E. Pierson 1899. Kleisterpapier-Pappband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe des seltenen Erstlings von Hermann Hesse. – Die Gedichte entstanden in den Jahren 1897 und 1898, nach der Zusammenstellung vergingen nur wenige Wochen bis zur Drucklegung. »Wie wichtig schien mir im Herbst 1899 dieses kleine Büchlein als ich das erste Exemplar meines ersten Buches in der Hand hielt! Ich bin dem treu geblieben, was ich damals begonnen habe aber es war ein mühsamer Weg, und die Mühe hat sich nicht gelohnt.« (Brief an Alice Leuthold, 1930, zitiert nach Mises). – Insgesamt sehr schönes Exemplar.

18,5 : 11,8 cm. [4], 44 Seiten. – Titelblatt minimal fleckig, rückseitig im Falz kleiner Braunfleck.

Mises II.1

494  Hugo von Hofmannsthal. Das kleine Welttheater

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

oder die Glücklichen. Leipzig, Insel 1903. Mit illustrierten Vorsätzen und Einbandzeichnung von Aubrey Beardsley. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelillustration und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren. – Breitrandiger Druck in Rot und Schwarz auf unbeschnittenem Holländischen Bütten. – Die Vorsatzillustration aus dem Nachlass von Beardsley wurde hier erstmals verwendet. – Stefan George über das Buch des Freundes: »das ganze wirkt doch einfach und vornehm« (zitiert nach Insel-Katalog Marbach, S. 36).

20,2 : 15,0 cm. – Einband etwas aufgebogen. – Vorsatz vorn minimal fleckig. Äußerste Ränder schwach gebräunt.

Sarkowski 768. – Houghton Library Catalogue 422

495  Hugo von Hofmannsthal. Drei Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 170 ( R7 )

1901 bis 1920. Zwei Originalbroschuren, ein -kartonumschlag.

Erste Einzelausgaben. – I. Der Tod des Tizian. Ein dramatisches Fragment. Geschrieben 1892. Aufgeführt als Totenfeier fuer Arnold Boecklin im Künstlerhause zu Muenchen den 14. Februar 1901. Berlin, Insel bei Schuster & Loeffler 1901. – II. Vorspiele. Prolog für ein Puppentheater. Leipzig, Insel 1908. – III. Reitergeschichte. Wien · Prag · Leipzig, Ed. Strache 1920. – Dazu: Wert und Ehre deutscher Sprache. In Zeugnissen herausgegeben von Hugo von Hofmannsthal. Gedanken einiger deutscher Männer über die deutsche Sprache. München, Verlag der Bremer Presse 1927. Originalleinenband.

Houghton Library Catalogue 672, 752 und 545 sowie 762. – Sarkowski 773 und 775 (I und II)

499  James Joyce. Stephen Hero.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Part of the first draft of »A Portrait of the Artist as a Young Man«. Edited with an introduction by Theodore Spencer. London, Jonathan Cape 1944. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rückentitel und illustriertem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe, ein Teil der Auflage erschien für den US-amerikanischen Markt. – Enthält die Niederschriften zu Joyce’ großem Roman. – Mit dem seltenen Schutzumschlag, der von N. I. Cannon illustriert wurde. – Schönes Exemplar.

20,0 : 13,0 cm. 210 Seiten. – Schutzumschlag oben mit hinterlegten Einrissen und kleinen Fehlstellen. – Vorsatzblatt mit kleinen Besitzvermerken.

Slocum/Cahoon A 51.E

503  Edward Knoblauch [später: Knoblock]. Der Faun.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Eine Komödie in drei Akten. Unverkäufliches Manuskript. Wien und Berlin, Comœdia 1913. Originalleinenbroschur mit Deckelschild.

Wohl erste Ausgabe. – Der Dichter wurde 1874 als Sohn deutscher Eltern in New York geboren. 1911 erschien sein wohl bekanntestes Stück »Kismet«, das mehrfach verfilmt wurde und dem erfolgreichen Musical von 1953 als Vorlage diente. Auch »Milestones« (1912) wurde zu einem Kassenschlager der Londoner Theater.

20,0 : 13,8 cm. 146, [2] Seiten. – Einband beschabt. – Ränder gebräunt, unten teils leichter Wasserrand, das letzte Blatt lose.

511  Thomas Mann. Buddenbrooks.

Schätzpreis/Estimate: € 7500 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 5500 ( R7 )

Verfall einer Familie. Roman. Zwei Bände. Berlin, S. Fischer 1901. Grüne Originalkalikobände mit schwarzen Jugendstilornamenten und goldgeprägten Rücken- und Deckeltiteln (Entwurf A. Schäffer).

Erste Ausgabe, erschienen in einer Auflage von 1000 Exemplaren, meist als Broschur ausgeliefert, zum Teil in Leineneinbänden in unterschiedlichen Farben. – Einer der bedeutendsten Romane der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts und zugleich die erste umfangreiche Veröffentlichung des jungen Thomas Mann, durch welche er schlagartig weltberühmt wurde. – Samuel Fischer hatte Ende 1897, also schon vor Erscheinen der Novellensammlung »Der kleine Herr Friedemann«, an Thomas Mann geschrieben, »ich würde mich aber freuen, wenn Sie mir Gelegenheit geben würden, ein grösseres Prosawerk von Ihnen zu veröffentlichen, vielleicht einen Roman, wenn er auch nicht zu lang ist«. Im Juli 1900 war »jenes bedenklich angeschwollene Manuskript, […] das ungeheuer viel mehr Raum (und Zeit) in Anspruch« genommen hatte, als sich der Autor träumen ließ, abgeschlossen. Fischer zweifelte am Erfolg eines so umfangreichen Textes (»Ein Roman von 65 engbedruckten Bogen ist für unser heutiges Leben fast eine Unmöglichkeit«). Nachdem Thomas Mann das Ansinnen, das Buch auf die Hälfte zu kürzen (»dieses Bubenstück von einer Zumutung«) abgelehnt hatte, folgte Fischer den Argumenten des Dichters und seines Lektors und ließ Anfang 1901 zögerliche 1.000 Exemplare drucken. Der Roman wurde, Fischers Bedenken zum Trotz, von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen und das Werk erlebte in rascher Folge wachsende Nachauflagen. Die Erstausgabe aber zählt aufgrund der verlegerischen Zurückhaltung und ihrer Bedeutung für die deutsche Literaturgeschichte zu deren gesuchten Seltenheiten.

18,3 : 12,5 cm. 566, [2]; 539, [1] Seiten. – Kanten schwach berieben, Rücken minimal verfärbt. – Innengelenk von I vorn im Falz gebrochen, hinten angeplatzt.

Potempa D 1.1. – Pfäfflin 69 (dort ockerfarbene Variante). – Haack-Atlas S. 20/21. – Fischer-Verlag Kat. Marbach S. 121ff. (von dort auch alle obigen Zitate)

512  Thomas Mann. Buddenbrooks.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Verfall einer Familie. Roman. 2. Auflage. [Erster und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1903. Zwei schwarze Originallederbände, Rückentitel, Verlagssignet auf den Vorderdeckeln und Kopfschnitt vergoldet.

Sehr seltene zweibändige Ledervariante. – Nach dem großen Erfolg des Romans, von dem Samuel Fischer 1901 nur zögerliche 1000 Exemplare hatte drucken lassen, erschienen ab 1903 in schneller Folge Nachauflagen, bei denen beide Teile in der Regel in einen Band zusammengebunden wurden. Potempa vermerkt: »Einzelexemplare […] auch als zweibändige Ausgabe ermittelt, in Leder gebunden, mit goldgeprägtem Verlagssignet auf dem Buchdeckel«. – Das selten verwendete Fisch-Signet, das auf den Vorderdeckeln goldgeprägt prangt, entwarf Emil Rudolf Weiß. Als Verlagssignet durchgesetzt hat sich aber Otto Eckmanns netzziehender Fischer.

18,2 : 12,0 cm. IV, 566; 539, [5] Seiten. – Minimal berieben, am unteren Kapital mit kleinem Einriss. – Vorsatz- und Titelblätter mit Stempel, Vorsätze mit handschriftlichem Besitzvermerk und Lesenotizen.

Potempa D 1.2. – Pfäfflin 80

514  Thomas Mann. Königliche Hoheit.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Roman. Berlin, S. Fischer 1909. Halblederband mit eingebundenem illustrierten Originalvorderumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung »Herrn Maurice Muret mit den verbindlichsten Grüßen vom Verfasser. Bad Tölz, Oktober 1909«. – Im Sommer war Thomas Mann in das neu erworbene Sommerhaus in Bad Tölz gereist und hielt sich dort bis Ende Oktober auf. Im Oktober erschien der zweite Roman des Dichters, einige Autorenexemplare wurden noch in Bad Tölz dediziert und verschickt. Der Schweizer Schriftsteller Maurice Muret (1870–1954) hatte 1906 eine Abhandlung zur zeitgenössischen deutschen Literatur veröffentlicht. – Die ornamentale Umschlaggestaltung stammt von Karl Walser.

19,8 : 13,5 cm. 475, [5] Seiten. – Rücken etwas berieben. Vorderumschlag etwas gebräunt und mit leichten Randläsuren. Unbeschnitten.

Potempa D 2.2. – Badorrekt-Hoguth B 59.1

518  Thomas Mann – Exiled Author honored at Yale.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Fotografie (Vintage, Silbergelatine). 1938. 14,1 : 26,5 cm (16,9 : 27,0 cm).

Die Fotografie entstand am 22. Juni 1938 in der Woolsey Hall der Yale University anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde. – Blick über das Auditorium auf die Bühne. Dort steht – mit dem Rücken zum Publikum – Thomas Mann, im Begriff von Charles Seymour, dem Präsidenten der Universität, die Urkunde zu erhalten. – Rückseitig mit Copyright-Stempel »International News Photos New York«, einem Eingangsstempel »Received Examiner Reference Library June 25, 1938« und einem Aufkleber mit dem Pressetext.

Minimale Knickfalten, unten kleine Beschädigung der Bildschicht.

521  Thomas Mann. Lotte in Weimar.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 900

Roman. 13.–17. Auflage. Stockholm, Bermann-Fischer 1946. Brauner Originalleinenband mit der goldgeprägten TM-Vignette von Hugo Steiner-Prag, Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Innerhalb der Stockholmer Gesamtausgabe. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung »To Miss Elizabeth Wilkenson very glad to have made her aquaintance | London, 20. May 1948 | Thomas Mann«. – Elizabeth M. Wilkinson hatte 1944 eine englisch kommentierte Ausgabe von »Tonio Kröger« herausgegeben. – Bei der Jahreszahl unterlief Thomas Mann ein Schreibfehler, schrieb man doch das Jahr 1947 (vgl. auch eine fast gleichlautende Widmung für den englischen Verleger Roger Senhouse vom 19. Mai 1947; Heine/Schommer 359). – Hinterer Vorsatz mit Bleistiftanmerkungen, wohl von Elizabeth Wilkenson.

19,4 : 12,0 cm. 450, [2] Seiten. – Vergoldung etwas berieben. – Vorderer Vorsatz mit Wasserrand, Vordergelenk restauriert.

Potempa D 7.1 Anmerkung

524  Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Der Memoiren erster Teil. Berlin und Frankfurt a. M., S. Fischer 1954. Originalkalblederband mit goldgeprägter Signatur auf dem Vorderdeckel, Rückenvergoldung und zwei Rückenschildern. Im Schuber.

Erste Ausgabe der endgültigen Fassung, erschienen innerhalb der Stockholmer Gesamtausgabe. – Eins von 500 signierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, die anlässlich des 80. Geburtstages Thomas Manns erschien. Dieser notierte am 21.II.1955 in sein Tagebuch: »Ruhigeres Wetter. 1/2 8 auf. Viel Post. Ganzleder-Ausgabe des Krull in 450 Exemplaren zu signieren!«. – Die erste Anregung zu seinem Buch erhielt er bereits 1905 durch die Erinnerungen des rumänischen Hochstaplers und Betrügers Manolescu.

19,0 : 11,5 cm. 441, [3] Seiten. – Rücken leicht fleckig. – Hinteres Innengelenk etwas angeplatzt.

Potempa D12, 3.2

525  Thomas Mann auf der Freitreppe des Nationaltheaters Weimar.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Fotografie (Vintage, Silbergelatine). 1955. 8,5 : 13,5 cm.

Rückseitig mit Stempel, unten rechts Prägestempel des Fotoateliers Held. Louis Held hatte es, zwei Jahre vor seinem Tod, 1925 an seine Tochter Ella übertragen, die erste Fotografie-Meisterin in Thüringen. – Mitte Mai 1955, eine Woche nach seinem 80. Geburtstag, besuchte Thomas Mann ein zweites Mal nach Kriegsende Weimar, diesmal aus Anlass des Schiller-Jubiläums. Auf dem Festakt im Deutschen Nationaltheater hielt er am 14. Mai seine »Ansprache im Schillerjahr«. Am Folgetag wurde Thomas Mann im Weißen Saal des Weimarer Schlosses die Ehrendoktorwürde der Universität Jena verliehen. Eine Originaleinladung zu diesem Festakt liegt hier bei. »Thomas Mann war nicht bereit, zur Entgegennahme der Urkunde den Abstecher von Weimar nach Jena zu machen. So musste sich das Jenaer Kollegium nach Weimar begeben, um die Ehrenpromotion weniger als Auszeichnung zu verleihen, als vielmehr dem illustren Mann wie ein ihm gleichgültiges, Jenaer Bedürfnis hinterher zu tragen.« (uni-jena.de). – Dazu: Thomas Mann in Weimar. Zwei Fotografien (Vintage, Silbergelatine). Wohl Pressefotos. Beide mit Namensstempel von Theo Piana, Berlin, der mehrere Dichter-Biographien verfasste, 1968 erschien seine Thomas Mann-Biographie.

531  Klaus Mann. Vier Erstausgaben,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

dabei Klaus Manns Erstlingswerk. Hamburg, Gebrüder Enoch 1925–1927. Drei Originalleinenbände, eine -broschur.

I. Vor dem Leben. Erzählungen. 1925. – II. Der fromme Tanz. Abenteuerbuch einer Jugend. 1926. – »Selten zuvor war in der deutschen Literatur so offen von gleichgeschlechtlicher Liebe erzählt worden, wie es Klaus Mann in seinem ersten Roman tat. Das Buch war ein Bekenntnis zu der Form des Eros, die der Autor längst als seine eigene erkannt und akzeptiert hatte: zur Homosexualität« (Uwe Naumann, Bilder und Dokumente, S. 62). – III. Kindernovelle. 1926. – IV. Heute und Morgen. Zur Situation des jungen geistigen Europas. 1927.

Broschurumschlag angestaubt.

Grunewald 45, 67, 69 und 94. – Wilpert/Gühring 2, 3, 4 und 6, hier »Anja und Esther« als Erstling

532  Klaus Mann. Anja und Esther.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 66

Ein romantisches Stück in sieben Bildern. Berlin, Oesterheld & Co. 1925. Originalleinenband.

Erste Ausgabe. – »Anja und Esther« war (nach Michel Grunewald) Klaus Manns zweite Buchveröffentlichung, das Theaterstück wurde im Oktober 1925 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Zwei Tage später war die Premiere des Stückes an den Hamburger Kammerspielen mit einer Aufsehen erregenden Besetzung. Die Titelrollen spielten Erika Mann und Pamela Wedekind, die männlichen Hauptfiguren waren Klaus Mann und der damals noch am Beginn seiner Karriere stehende junge Gustav Gründgens.

19,1 : 13,3 cm. 80 Seiten. – Einband fleckig.

Grunewald 47

534  Klaus Mann – Drei Anthologien.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Hamburg bzw. Berlin 1927 und 1929. Originalleinenbände.

Erste Ausgaben. – I. Anthologie Jüngster Lyrik. Geleitwort von Stefan Zweig. Hamburg, Gebrüder Enoch 1927. – II. Anthologie Jüngster Lyrik. Neue Folge. Geleitwort von Rudolf G. Binding. Hamburg, Gebrüder Enoch 1929. – Beide herausgegeben von Willi R. Fehse und Klaus Mann. – III. Anthologie Jüngster Prosa. Herausgegeben von Erich Ebermeyer, Klaus Mann, Hans Rosenkranz. Berlin, J. M. Spaeth 1928. – Den Aufrufen der Herausgeber in der Zeitschrift »Literarische Welt« folgten 52 Dichter und Schriftsteller, die nach 1900 geboren waren.

Grunewald 85, 122 und 96

536  Klaus Mann. Abenteuer.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Novellen. Leipzig, Reclam 1929. Originalleinenband mit vergoldeten Titeln.

Erste Ausgabe. – Druckleitung und Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß. – Das Buch bot Neues im Schaffen Klaus Manns: »Die darin versammelten Novellen waren im Stil lakonischer und präziser als frühere Prosatexte, und die Figuren gewannen sichtlich an sozialem Profil« (Uwe Naumann, Bilder und Dokumente, S. 97).

16,4 : 11,0 cm. 162, [2] Seiten. – Ecken minimal berieben. – Vorderes Innengelenk gebrochen.

Grunewald 119

537  Klaus Mann. Drei Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Leipzig, S. Fischer 1929–1932. Zwei Originalleinenbände, eine Originalbroschur.

I. Erika und Klaus Mann. Rundherum. Mit 25 Reise-Photographien. Deckelillustration von Rudolf Großmann. Mit acht Fototafeln. Illustrierter Originalleinenband. – II. Alexander. Roman der Utopie. Originalbroschur. – III. Treffpunkt im Unendlichen. Roman. Originalleinenband. – Die Kritiker reagierten verschieden auf den historisch nicht korrekten Roman um König Alexander. Hermann Kasack lobte das Werk in der »Literarischen Welt« als ein »symphathisches Symptom für eine neue Entwicklungsstufe« des Autors, W. E. Süskind schrieb in der Neuen Rundschau, Klaus Mann habe »Krücken von sich geworfen«. In der Weltbühne kritisierte Rudolf Arnheim, dieses Buch sei »infantil« und »das Wahre durch das Wünschenswerte gefärbt und das Natürliche durch das Dekorative verschminkt«. – »Treffpunkt im Unendlichen« zeichnete ein Bild der »Verlorenen Generation« in Deutschland kurz vor Hitlers Machtergreifung, er schildert das Leben junger Menschen zwischen Sehnsucht und Verzweiflung, politischer Rebellion und der Flucht aus dem Alltag.

I. Einige Seiten mit Bibliotheksstempeln. – II. Erste Lage gelockert.

Grunewald 121, 135 und 194

538  Klaus Mann. Alexandre.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Roman de l’utopie. Traduit de l’allemand par Ralph Lepointe. Préface de Jean Cocteau. Paris, Librairie Stock, Delamain & Boutelleau 1931. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – Eins von 23 Exemplaren »hors commerce«, wie die fünf absoluten Vorzugsexemplare auf Japon ancien. Nicht nummeriert, dafür mit dem eingedruckten Namen des Empfängers, »Marquis de Crequi Monfort de Courtivron. – Vollkommen unbeschnittenes Exemplar aus den nur gehefteten Rohbogen.

24,0 : 17,5 cm. XI, [1], 254, [6] Seiten.

Grunewald 135 Anmerkung

541  Klaus Mann. Auf der Suche nach einem Weg. – Kind dieser Zeit. –

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Berlin, Transmare 1931 und 1932. Originalleinenbände.

Erste Ausgaben. – »Auf der Suche nach einem Weg« versammelt Beiträge, »die Klaus Mann im Kontext der ›intellectual history‹ des 20. Jahrhunderts als Grenzgänger zwischen Heimatlosigkeit und säkulärer Religiosität beschreiben und sein literarisches und essayistisches Werk zwischen ästhetischer Autonomie und politischem Engagement verorten« (literaturkritik.de). – »Kind dieser Zeit« ist die erste autobiographische Arbeit des Autors und schildert die Kindheits- und Jugendjahre von 1906 bis 1924.

Ca 18,5 : 13,0 cm. 380, [4]; 331, [1] Seiten. – Einband von I fleckig.

Grunewald 171 und 197

545  Klaus und Erika Mann. Drei Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Originalleinenbände.

I. Escape to Life. Illustrated. Boston, Houghton Mifflin 1939. »Practically Everybody who in World Opinion had stood for what was currently called German Culture prior to 1933 is now a refugee«. – II. The other Germany. New York, Modern Age Books 1940. Zusammenfassung der Vorträge, die Klaus Mann seit 1937 in den USA gehalten hatte. – III. Heart of Europe. An Anthology of Creative Writing in Europe 1920 – 1940. Edited by Klaus Mann and Hermann Kesten. With an Introduction by Dorothy Canfiled Fisher. New York, L. B. Fischer 1943. Wichtige Anthologie mit Texten von mehr 150 Autoren des progressiven Europas. Vom Herausgeber Klaus Mann stammt auch das Vorwort.

Einbände von II und III mit leichten Gesprauchsspuren.

Grunewald 539, 620 und 700. – Sternfeld/Tiedemann 328 und 331

546  Klaus Mann. The Turning Point.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Thirty-five Years in this Century. New York, L. B. Fischer 1942. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – »In dem autobiographischen Text sind zahlreiche Porträts von Personen und Skizzen von politisch-literarischen Ereignissen eingeflochten. Diese Passagen verflechten sich zu einem Bild der Epoche – sie gehören zum Besten, was Klaus Mann überhaupt geschrieben hat« (Uwe Naumann, Bilder und Dokumente, S. 256). – Dazu: Klaus Mann. Der Wendepunkt. Ein Lebensbericht. Frankfurt am Main, S. Fischer 1952. Originalleinenband. – Erst posthum erschien Klaus Manns Autobiographie in seiner Muttersprache.

23,0 : 15,0 cm. XVIII, 366 Seiten. – Schutzumschlag an den Rändern etwas gebräunt und mit kleinen Fehlstellen. – Vorsatz mit Besitzstempel.

Grunewald 681 und 963. – Sternfeld/Tiedemann 330

547  Klaus Mann. André Gide

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

and the Crisis of Modern Thought. New York, Creative Age Press 1943. Originalleinenband.

Erste Ausgabe. – Thomas Mann lobte die Biographie des von seinem Sohn als eine Art »Übervater« verehrten Dichters: »Es hat mich sehr gefesselt, sehr unterhalten und auch vielfach belehrt, denn Du bist ja wirklich ein genauer und intimer, weil liebender Kenner dieser Seele und dieser Kunst, von der ich wohl eine Vorstellung habe, und eine sehr ehrerbietige, die mir aber doch keineswegs so Linie für Linie vertraut ist, wie Dir. Er hätte sich wohl wirklich keinen gewiegteren Portraitisten und Interpreten wünschen können […]« (Brief an KM, 9. II. 1943). – Dazu: Klaus Mann. André Gide. Die Geschichte eines Europäers. Zürich, Steinberg 1948. Originalleinenband. Erste deutsche Ausgabe.

23,0 : 15,5 cm. 331, [1] Seite. – Einband etwas berieben, Rücken leicht verfärbt. – Innengelenke angebrochen. Hinten eingeklebter Text.

Grunewald 699 und 934. – Sternfeld/Tiedemann 330

554  Frans Masereel – The making of a Book

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

at the Officina Bodoni. Twelve woodcuts bay Frans Masereel with a note by Giovanni Mardersteig. Verona, Officina Bodoni 1973. Mit zwölf ganzseitigen Holzschnitten. Originalbroschur mit Büttenpapierumschlag.

Eins von 200 Exemplaren für Freunde der Offizin in den USA auf Magnani-Bütten (Gesamtauflage 300). – Reprint der Ausgabe von 1929. – Erschienen anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums der Officina Bodoni, die Holzschnitte entstanden 1929 für die erste Ausgabe »The Officina Bodoni, the Operation of a Hand press during the first six years of its works«.

24,9 : 17,7 cm. [40] Seiten. – Umschlagpapier vorn mit winziger Fehlstelle.

Mardersteig 183. – Vgl. Ritter C a, Nr. 44.II

555  Ernst Matthes

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

1878 – 1918. Als Privatdruck herausgegeben von Magdalene Blohm und Peter Hirschfeld. Hamburg 1929. Mit einer montierten Porträtfotografie und 31 montierten Tafeln, davon 13 farbig. Originalhalbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel.

Eins von 70 Exemplaren. – Aus Anlass des zehnten Todestages des Künstlers erschienene bibliophile Ausgabe. Mit einem biographischen Vorwort von Peter Hirschfeld. 1927 schrieb Gottfried Sello anlässlich der ersten größeren Retrospektive in der Bremer Kunsthalle: »Eine Gedächtnisausstellung für einen Künstler, der in keiner Kunstgeschichte auch nur erwähnt ist, der vor 1914 lange in Paris gelebt hat und 1918 gefallen ist. Ernst Matthes hat kein abgeschlossenes Werk hinterlassen, aber ein hinreißendes Fragment, ohne Vergleich in der deutschen Malerei vor dem Weltkrieg. Nach zarten und poetischen Exerzitien im Jugendstil kommt er nach Paris, [… und] malt seine Pariser Straßenszenen und Nachtlokale mit hemmungslosem koloristischen Temperament und einer satirischen Schlagfertigkeit. In dieser ganz selbstverständlichen Verbindung von Malerei und Karikatur liegt die ungewöhnliche Attraktivität seiner Arbeiten vor allem aus den Pariser Jahren« (zeit.de). – Selten.

28,7 : 22,8 cm. 14, [2] Seiten, 32 Tafeln. – Vorderdeckel minimal fleckig.

562  Stanislaus Przybyszewski. Zur Psychologie des Individuums.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

I. Chopin und Nietzsche. – II. Ola Hansson. Berlin, Fontane & Co. 1892. Originalbroschuren.

Erste Ausgabe von Przybyszewskis (1868–1927) Erstlingswerk. – Przybyszewski avcancierte neben Strindberg zum Kopf der Berliner und skandinavischen Bohemiens in deren Stammkneipe »Zum schwarzen Ferkel«, wo er sich mit Ida und Richard Dehmel befreundete. Gerade auf letzteren hatte seine Dichtungen großen Einfluss. »Zwischen Chopin und Nietzsche bestand eine Art Sternenfreundschaft zweier Kometen« (der Autor 1892, zitiert nach der Werkausgabe). – Dazu: Stanislaus Przybyszewski. Der Schrei. München, Georg Müller 1918. Originalbroschur. Polnische Bibliothek III/3. Erste Ausgabe.

Je 19,8 : 13,2 cm. 48 Seiten; 178, [2] Seiten. – Umschläge am Rücken eingerissen. – Broschurumschlag mit Randläsuren. Innen etwas gebräunt.

563  Carl Rabus – Wilhelm Hauff. Die Bettlerin vom Pont des Arts.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 450

München, Hesperos 1921. Mit zehn signierten Radierungen von Carl Rabus. Pergamentband mit farbiger Tuschzeichnung auf dem Vorderdeckel.

12. Hesperos-Druck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzusgausgabe mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 200). Auf Bütten. Auch der Druckvermerk vom Künstler signiert. – Vorliegendes Exemplar wurde in Pergament gebunden und vom Künstler vorn mit einer großen Deckelvignette (farbige Tuschen, 16,5 : 10,0 cm, monogrammiert »R«) mit Figuren aus dem Buch und dem kalligraphierten Titel verziert. – Carl Rabus (1898–1983) lebte und arbeitete in den 1920er Jahren in München, Berlin, Frankreich, Spanien und Italien. 1933 emigrierte er und kehrte erst 1974 nach Deutschland zurück.

28,5 : 20,7 cm. 167, [5] Seiten, 10 Radierungen. – Deckelränder leicht fleckig. – Titelradierung mit kleinem Prägestempel.

Rodenberg 403, 12. – Sennewald 21,2. – Lang, Expressionismus 282

580  Paul Scheerbart. Astrale Novelletten.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Karlsruhe und Leipzig, Dreililien 1912. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eines der letzten Bücher Scheerbarts, noch im gleichen Jahr wurden Restbestände der sicher ohnehin kleinen Auflage vom Georg Müller Verlag übernommen. – Mit dem Leipziger Zensurstempel. – Selten und gut erhalten. – Exlibris »Haus Markowski« (Holzstich von Oskar Bangemann nach einer Zeichnung von Max Liebermann, der einen Schüler Hanns Markowski hatte).

16,8 : 11,7 cm. 209, [3] Seiten. – Broschurumschlag gebräunt und mit kleinen Stempeln.

Kohnle S. 13. – Raabe/Hannich-Bode 260.23

583  Richard Seewald – Adalbert Stifter. Abdias.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Erzählung. Originalradierungen von Richard Seewald. München, Drei Masken 1921. Mit neun signierten Radierungen und drei radierten Initialen. Originalhalblederband im Schuber.

Dritter Obelisk-Druck. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 320). – Im Druckvermerk signiert und hier entgegen allen Vergleichsexemplaren auch die neun Radierungen und das Vortitelblatt von Seewald signiert – es handelt sich eventuell um ein Künstlerexemplar. – Mit wenigen Ausnahmen wurden die Obelisk-Drucke in der Offizin der Mandruck, Berlin, gedruckt, die Radierungen auf deren Künstlerpresse.

19,8 : 14,5 cm. 154, [2] Seiten, 9 Radierungen. – Rücken restauriert, Deckelränder etwas angestaubt und minimal wellig. – Unbeschnittene Ränder leicht verfärbt.

Jentsch R 53–64. – Lang, Expressionismus 327. – Rodenberg 447, 3. – Schauer II,114

590  [Kurt Tucholsky] Peter Panter. Ein Pyrenäenbuch.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Mit 33 Abbildungen. Berlin, Die Schmiede 1927. Mit zwölf Bildtafeln. Originalleinenband mit vergoldeten Titeln.

Erste Ausgabe dieser Sammlung, mit 25 Erstdrucken. – Alle späteren Ausgabe erschienen in veränderter Fassung. – Auf starkem Velin.

23,2 : 15,0 cm. 289, [3] Seiten. – Vorderes Innengelenk gebrochen. Obere Ecken mit schwachem Knick.

Bonitz/Wirtz I, C8

591  Fritz von Unruh – Alvin Kronacher. Fritz von Unruh.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

A Monograph. Introduction by Albert Einstein. Translated by Julia R. Stiller. New York, Rudolf Schick 1946. Mit vier Tafeln. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung von Fritz von Unruh für den Schauspieler Robert Pirk »in herzlicher Sympathie mit vielen Grüssen«, datiert »New York 1949«. – Der Band enthält neben dem Vorwort Einsteins (»in truth an inspiring model for all mankind«) und dem biographischen Essay Kronachers auch »The Violin-Maker« von Fritz von Unruh, »Unruh the Painter« von Max Osborn und eine Bibliographie. – Der engagierte Pazifist Fritz von Unruh hatte Deutschland bereits 1932 verlassen und kehrte erst 1948 in seine Heimat zurück. Bis zu seinem Tod 1970 engagierte er sich gegen Krieg und Wiederbewaffnung.

21,0 : 13,5 cm. 64 Seiten, 4 Tafeln. – Kratzspur auf dem Vorderdeckel, Rücken verblasst. – Vereinzelte Anstreichungen.

592  Heinrich Vogeler. Dir.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Gedichte. Leipzig, Insel 1920. Mit zahlreichen Illustrationen, Bordüren und Vignetten von Heinrich Vogeler. Originalhalbleinenband mit hellgrün und rot illustrierten Deckelbezügen.

Fünfte Auflage. – »Die von ihm selbst verfaßten und niedergeschriebenen Verse des Bandes ›Dir‹ von 1899, feinstrichig, schlank und dicht, bilden die wahre Mitte des rahmenden Liniengespinstes aus Blütengewächsen und Geäst« (Schauer I, 47). – Schönes Exemplar eines der typischsten Bücher des deutschen Jugendstils.

24,2 : 18,5 cm. [64] Seiten. – Exlibris.

Sarkowski 1842 A. – Schauer II, 12

598  Robert Walser. Geschichten

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

mit Zeichnungen von Karl Walser. Leipzig, Kurt Wolff 1914. Mit einer Titelvignette und 30 Illustrationen im Text. Illustrierter Originalhalblederband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Der Bruder des Dichters steuerte die Titelvignette, die auf dem Vorderdeckel wiederholt wurde, und zu jeder der 30 Erzählungen eine Kopfvignette bei.

19,3 : 14,0 cm. IV, 231, [1] Seiten. – Vorderdeckel fleckig. – Vorderes Vorsatzblatt fehlt.

Badorrek-Hoguth A 30.1. – Göbel 175

601  Robert Walser. Poetenleben.

Schätzpreis/Estimate: € 160

Ausrufpreis/Starting bid: € 110

Frauenfeld und Leipzig, Huber 1918. Originalbroschur mit farbig lithographierter Vorderdeckelillustration von Karl Walser.

Erste Ausgabe. – Von den 2200 Exemplaren wurde ein Teil in Halbleinen gebunden und ein Teil broschiert ausgeliefert. – Schönes Exemplar der empfindlichen Broschurausgabe.

18,5 : 12,5 cm. [4], 183, [5] Seiten. – Vorderumschlag mit kleinem Besitzvermerk. Unbeschnitten.

Wilpert/Gühring2 12. – Badorrek-Hoguth B 87

602  Erich Weinert. Der Gottesgnadenhecht

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 250

und andere Abfälle. Berlin, Elena Gottschalk 1923. Originalbroschur mit Titelillustration des Verfassers.

Erste Ausgabe des Erstlings. – Die Angabe »3.–5. Auflage« beim Hinweis zur Titelzeichnung scheint fingiert, da auch Melzwig diese beim Erstdruck aufführt. – Erich Weinert (1890–1953), proletarisch-revolutionärer Dichter, war Anfang der 1920er Jahre Lehrer an der Magdeburger Kunstgewerbeschule und veröffentlichte damals erste Gedichte. In Leipzig und später in Berlin trat er erfolgreich als Kabarettkünstler auf und erhielt daraufhin in Preußen Redeverbot. Als Mitglied der Internationalen Brigaden berichtete er vom spanischen Bürgerkrieg und war ab 1941 im Moskauer Exil propagandistisch tätig. 1943 wurde er Präsident des NKFD, 1953 erschien sein Erinnerungsbuch an Heinrich Vogeler. – Sehr selten.

21,8 : 14,5 cm. 15, [1] Seiten. – Umschlag am Rückenfalz leicht berieben. – Ränder mit leichten Knickfalten und papierbedingt etwas gebräunt.

Melzwig 711.1

603  Friedrich Wolf. Zwei Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

1929 und 1935. Originalbroschuren, I mit Umschlagbild von Elli Markus.

I. CyankaIi. § 218. Berlin, Wien und Zürich, Internationaler Arbeiter-Verlag 1929. Das Neue Drama, Band 1. – II. Doktor Mamlocks Ausweg. Tragödie der Westlichen Demokratie. Zürich, Oprecht & Helbling 1935. Alle Folgeausgaben erschienen unter dem Titel »Professor Mamlock«, der hier nur auf dem Umschlag abgedruckt wurde.

18,8 : 12,8 cm. 93, [3] Seiten. – 19,1 : 12,9 cm. 80, [2] Seiten. – Ränder etwas gebräunt.

Melzwig 784.1 und 798.2 (zeit- und inhaltsgleich erschien die Moskauer Ausgabe, die Melzwig als erste nennt). – II: Sternfeld/Tiedemann 551

605  Stefan Zweig. Silberne Saiten.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Gedichte. Titelblatt und Randleisten von Hugo Steiner-Prag. Berlin und Leipzig, Schuster & Loeffler 1901. Moderner Pergamentband mit eingebundenem illustriertem Originalvorderumschlag.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung des gerade Neunzehnjährigen. – Die Idee, eine Auswahl seiner bereits entstandenen lyrischen Versuche zu veröffentlichen, kam Zweig noch während seiner Schulzeit. Die Kritik reagierte positiv, Zweig selbst distanzierte sich aber rasch von diesen Gedichten. – Die graphische Gestaltung des Bandes übernahm Hugo Steiner-Prag, von ihm stammen die Umschlagillustration, zwei große Zwischentitel- sowie Titel- und Schlussvignette. – Ehemals Sammlung Host Hussel, mit von ihm kalligraphierten Deckelschild.

22,2 : 14,3 cm. Seiten [3]–88 Seiten, ohne das leere Vorblatt. – Der Originalumschlag etwas fleckig und gebräunt sowie rechts sehr knapp beschnitten. – Vortitel mit kleinem Braunfleck, ansonsten innen sehr schön.

Klawiter D 4

611  Hans Bellmer – [Georges Bataille] Lord Auch. Histoire de l’oeil.

Schätzpreis/Estimate: € 6000 ?

Ausrufpreis/Starting bid: € 5000

Nouvelle version. Avec six gravures originales à l’eau forte et au burin. Sévilla 1940 [1944]. Mit sechs blattgroßen Kaltnadelradierungen von Hans Bellmer und einer zweiten Suite der sechs Radierungen. Originalbroschur in -pergaminumschlag, -chemise und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen und zugleich die erste originalgraphische Folge von Hans Bellmer. – Exemplar 24 von 50 der dritten Vorzugsausgabe, gedruckt auf Velin »BFK Rives« und mit einer separaten Suite der Radierungen (Gesamtauflage 199, ausschließlich für Subskribenten und Mitarbeiter). – Der Text erschien in abweichender Fassung erstmals 1928. Für die vorliegende Ausgabe verbargen sich Künstler und Dichter sowie der Verleger Alain Gheerbrant, der den Text überarbeitete, hinter Pseudonymen und in der Anonymität. – »Das zentrale Motiv des Auges hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kunst eine auffallende künstlerische ›Behandlung‹ erfahren. Sei es durch angsterfüllt weit aufgerissenes Schauen auf eine als bedrohlich empfundene Außenwelt oder durch eine Substituierung der Augen mit technischem Gerät, sei es durch eine isolierte Präsentation, ein bewusstes Fehlen derselben oder, wie für den Surrealismus der 1920er und 1930er Jahre bemerkenswert, durch einen Angriff auf den über Jahrhunderte anerkannten ›edelsten Sinn‹. […] Der Roman, den André Breton als das ›schönste erotische Werk‹ bezeichnet hat, das er kenne, kreist um wesentliche Aspekte des surrealistischen Kosmos: in psychoanalytischen Termini ausgedrückt, um Eros und Thanatos, und ganz wesentlich für den hiesigen Zusammenhang, um die obsessive Verfolgung der Augenmetapher.« (aus einer Verlagswerbung zu Christiane Ladleif »Die Zerstörung des Auges«, Weimar 2003). – Die Radierplatten wurden nach Druck der Auflage zerstört. – Sehr selten, zumal mit der Extrasuite.

25,6 : 16,3 cm. 133, [5] Seiten. – Schuber etwas, Chemise ganz leicht angestaubt. – Unaufgeschnitten. – Bindung in einer Lage gelockert.

Denoël Abbildungen 11–15. – Monod 620. – Nicht in der Sammlung Filipacchi (Christie’s 2005)

613  Michel Cadoret – Jean Anouilh. Antigone.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 180

Tragödie. Mit Original-Lithographien von Michel Cadoret. Freudenstadt/Freiburg, Schwarzwald Verlag 1947. Mit 28 Lithographien, davon sechs blattgroß. Orangeroter Schaflederband mit Deckelbild nach Cadoret aus gelbem und schwarzen Lederapplikationen, Originalumschlag mit Deckelillustration eingebunden.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 475 Exemplaren auf »Luxus-Bütten« (Gesamtauflage 500). – Die französische Originalausgabe war 1946 in zwei Varianten bei »La Table Ronde« erschienen. – Die Übertragung von Franz Geiger entstand für den Verleger Kurt Desch, der der Veröffentlichung zustimmte. – Die Lithographien sind für den abstrakten Maler Michel Cadoret (1912–1985) ein eher ungewöhnliches Œuvre. – Nicht selten, hier aber in unikatem Einband.

36,3 : 27,0 cm. 106, [4] Seiten. – Vorderdeckel unten minimal fleckig.

Monod 302. – Fromm I, 478

616  Marc Chagall. Ma vie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Traduit du Russe par Bella Chagall. Préface d’André Salmon. Paris, Stock 1931. Mit 32 Illustrationen nach Zeichnungen von Chagall, davon eine als Frontispiz. Halbleinenband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – In kleiner nummerierter Auflage erschienen. – Chagall hatte 1919 mit der Niederschrift begonnen. Wegen Übersetzungsschwierigkeiten erschienen 1923 in Deutschland nur Radierungen ohne Text. – Der illustrierte Originalbroschurumschlag eingebunden.

18,9 : 13,5 cm. 253, [3] Seiten, 1 Blatt. – Papier an den Rändern leicht gebräunt.

619  Marc Chagall – Glasmalereien für Jerusalem. – Die Keramiken und Skulpturen von Chagall.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Monte Carlo/Monaco, André Sauret 1962 und 1972. Mit zusammen drei Farblithographien und zahlreichen meist farbigen Abbildungen. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

I. 1961 entstanden die zwölf Fenster für die Synagoge der Hadassah-Universitätsklinik in Jerusalem, der vorliegende Band dokumentiert den künstlerischen Entstehungsprozess. Charles Sorlier übertrug 36 Entwürfe Chagalls auf Stein; wie die beiden Originallithographien wurden diese dann in zahlreichen Farben bei Mourlot gedruckt. Deutsche Ausgabe in der Übersetzung von U. R. Hemmerich. – II. Erste deutsche Ausgabe des maßgeblichen Verzeichnisses des plastischen Werkes. Vorwort von André Malraux. Notizen und Katalog von Charles Sorlier. – Beide tadellos.

33,0 : 25,0 cm. [2], 211, [6] Seiten, 2 Farblithographien; 249, [7] Seiten, 1 Farblithographie.

Cramer 49 und 89. – Mourlot 365/366 und 646

627  Leonor Fini – Rachilde [Vallette]. Monsieur Vénus.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1800

[Présentation d’] Yves Florenne. Paris, Éditions d’Art Agori 1972. Mit 35 signierten Kupferstichen von Leonor Fini, davon 18 ganzseitig, und einer signierten Extrasuite aller 35 Kupferstiche. Einband und Kassette, beide in fliederfarbenem Oasenziegenleder mit Applikationen aus Floatglas und eingeschmolzenem Zinndraht. Mit Originalchemise und -schuber.

Eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 275), im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Wie 20 Exemplare der Vorzugsausgabe auf Velin »BFK Rives«, mit den signierten Kupferstichen im Buch und einer signierten Extrasuite aller Kupfer, gedruckt in Bister auf Japon nacré. – Die Kupferstiche der Suite mit Originalumschlag in einer Kassette, deren Gestaltung dem Einband des Buches entspricht. – Leonor Fini (1907–1996) traf 1937 in Paris erstmals mit den Protagonisten des Surrealismus zusammen. Die theoretischen und teils dogmatischen Grundlagen der Bewegung lehnte sie ab und wandte sich recht bald der Buchillustration zu. – Der Text stammt von Rachilde Marguerite Vallette (1860–1953), der Ehefrau des französischen Schriftstellers Alfred Vallette (1858–1935). – Selten, zumal mit der Suite und wie hier unikat gebunden.

42,5 : 33,5 cm. [240] Seiten, 35 Kupferstiche.

Monod 9412

629  Joseph Hémard – André Lichtenberger. Le Petit Chaperon Vert.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Suivi d’autres contes. Dessins de Joseph Hémard. Paris, Éditions G. Crès 1922. Mit zahlreichen pochoirkolorierten Textillustrationen. Originalleinenband mit zweifarbiger Vorderdeckelillustration.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von acht wahrlich nicht kindgerecht illustrierten Märchenadaptionen. – Enthält auch Ritter Blaubart, Der gestiefelte Kater, Die Witwe des Ogers u. a. – Joseph Hémard (1880–1961) zeichnete in den 1920er Jahren Comics und Cartoons für verschiedene Pariser Zeitungen. Berühmt wurden seine humorvollen Illustrationen zu französischen Gesetzestexten aus dieser Zeit. Monod verzeichnet mehr als 90 von ihm illustrierte Bücher. – Von der vorliegenden sehr seltenen Originalausgabe mit dem typischen Pochoirkolorit erschien 2017 ein Faksimile.

22,5 : 17,5 cm. [4], 81, [7] Seiten. – Deckelkanten mit Feuchtigkeitsspur, Buchschnitt nur minimal betroffen. – Vorsatzblatt mit Namensstempel.

Nicht bei Monod

631  Henri Laurens – Lukian von Samosata. Loukios ou l’ane.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 660

Bois originaux de Henri Laurens. Paris, Tériade 1947. Mit 68 teils zweifarbigen Holzschnitten, davon 24 blattgroß und einer auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 210 Exemplaren (Gesamtauflage 270). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Vélin d’Arches. – »In his use of several blocks for tonal and linear effects, Laurens shows a remarkable technical virtuosity.« (Garvey). – »Die Originalplatten lassen deutlich werden, daß es sich um eine Vermischung von Holzschnitt- und Linolschnitttechnik handelt … Durch ihren Schwarzweißgegensatz, durch die Verwendung einer cremefarbenen Tonplatte bei kleinformatigen Kompositionen und durch gelegentliche Goldakzente, die auch in den Ornamentstreifen des Textes aufgenommen werden, stehen die Illustrationen zwischen Schwarzweiß- und Farbholzschnitt. […] das am reichsten ausgestattete Buch von Henri Laurens. Die Illustrationen begleiten den Text nicht nur, sondern bilden mit diesem auch eine optische Einheit« (Völker).

29.7 : 21,2 cm. [8], 88, [8] Seiten. – Schuber und Chemise etwas berieben und verfärbt, Umschlagränder minimal gebräunt.

Völker 24. – Monod 7471. – Rauch 126. – Artist and the Book 157 Anmerkung

633  Fernand Léger – Andrè Maurois. Mon ami Léger.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Comment je conçois la figure par Fernand Léger. Paris, Louis Carré 1952. Mit zusammen 18 Lithographien nach Léger, davon sechs farbig, sieben schwarz gedruckt und fünf im Text. Illustrierte Originalbroschur mit -pergaminumschlag.

Eins von 1000 Exemplaren. – Gedruckt auf Velin d’Arches von Mourlot Frères, Paris. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »La Figure dans l’Œuvre de Fernand Léger«, in der Galerie Louis Carré, Juni /Juli 1952. – Mit einem Kommentar von Fernand Léger. – Mit dem Beilageblatt der Ausstellung.

27 : 19 cm. 31, [12] Seiten. – Gegenüberliegende Seiten mit Abklatsch der Lithographien.

Monod 7048

636  Henri Matisse – André Rouveyre. Repli.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1500

Gravures de Henri Matisse. Paris, Bélier 1947. Mit zwölf blattgroßen Lithographien, vier Linolschnittvignetten und zwei roten Linolschnitt-Initialen von Henri Matisse. Lose gefalzte Bogen in pochoirkoloriertem Originalumschlag, Originalhalbleinenchemise und -schuber.

Eins von 315 Exemplaren auf Vélin d’Arches, von denen 225 für den Handel bestimmt waren (Gesamtauflage 370). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Die sechs Lithographien mit Frauenporträts auf hellem Papier »Ile-de-France«, die sechs mit den Männerporträts auf grauem »Lana pur chiffon«. Letztere sind Porträtstudien des Autors, mit dem Matisse eine Jugendfreundschaft verband. Die Lithographien wurden bei Mourlot paarweise auf je ein Doppelblatt gedruckt. – Das scherenschnittartige Umschlagpochoir entwarf ebenfalls Matisse.

25,8 : 17,0 cm. [2], 163, [7] Seiten. – Wie meist außen und innen vereinzelt leicht stockfleckig, die Frauenporträts papierbedingt etwas stärker.

Duthuit/Garnaud 20. – Monod 10006

641  Joan Miró – Yvon Taillandier. Miró a l’encre.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Dessin, gravure sur cuivre, lithographie, gravure sur bois, livre, affiches. Paris, XXe siècle 1972. Mit zwei Farblithographien und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutz- und -folienumschlag. Im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Die beiden Farblithographien wurden bei Mourlot auf Velin d’Arches gedruckt. – Unter anderem mit einem Beitrag zu Mirós illustratorischem Werk. – Tadellos erhalten.

35,7 : 26,5 cm. 198, [2] Seiten, 2 Lithographien.

Cramer 161. – Mourlot 837 und 838

642  Antoine Mouchet – Georges Fourest. La Négresse blonde.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Préface de Willy. Lithographies originales par Antoine Mouchet. Paris, Club Français de l’Estampes 1967. Mit 20 blattgroßen Lithographien. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -chemise. Zusammen im Schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 40 Exemplaren auf Vélin de Rives (Gesamtauflage 110). – Druck der Lithographien bei Ed. und J. Desjobert. – Das 1909 erstmals erschienene Werk, schon damals mit dem Vorwort von Henry Gauthier-Villars (pseudonym Willy), wurde mehrfach neu aufgelegt und dabei von verschiedenen Künstlern illustriert. Über Antoine Mouchet, der das Werk mit teils skurrilen Lithographien schmückte, konnten wir keinerlei bio-bibliographische Informationen ermitteln.

40,0 : 29.5 cm. [128] Seiten. – Umschlag etwas stockfleckig. – Vortitelblatt mit kleinem Sammlerstempel.

Monod 4841

647  Jacques Ramondot – Blaise Cendrars. Du monde entier.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Eaux-fortes originales de Ramondot. Paris, Le Bibliophiles de France 1966/67. Mit 23 Radierungen, davon zwölf doppelblattgroß. Lose Bogen in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 120 Exemplaren für die Mitglieder der französischen Bibliophilengesellschaft, weitere 25 wurden als Belegexemplare gedruckt. – Enthält »Les paques a New-York«, »Prose du Transsibérien et de la petite Jeanne de France« und »Le Panama ou les aventures de mes sept oncles«, jeder Teil auf andersfarbigem Roma-Bütten von Fabriano. – Bereits in seinen Jugendjahren unternahm Blaise Cendrars (1887–1961) abenteuerliche Weltreisen und bestritt seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten. 1910 lernte er in Paris u. a. Apollinaire, Chagall, das Ehepaar Delaunay und Fernand Léger kennen und wandte sich der Schriftstellerei zu. »Du monde entier« wurde 1919 erstmals veröffentlicht. – Die Radierungen der originellen bibliophilen Ausgabe stammen von Jacques Ramondot (1928–1999). – Beilage: Farbiges Poster »The Residence City Denver and Commercial Center Denver«, das auch als Bezugspapier der Chemise und des Schubers verwendet wurde.

25,5 : 35,5 cm. [104] Seiten. – Schuber leicht verblasst und bestoßen. Der weiße Kartonumschlag etwas gebräunt. Innen tadellos.

Monod 2392

650  José de Togorès – Henri Hertz. Le Guignol Horizontal.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Illustré de lithographies par José de Togorès. Paris, Galerie Simon1923. Mit vier blattgroßen Lithographien. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 90 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 112). – Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Die vier Kreidelithographien wurden jeweils in einer anderen Farbe gedruckt. – Henri Hertz (1875–1966) pflegte freundschaftlichen Kontakt mit Apollinaire, Max Jacob, Alfred Jarry, Henri Barbusse, Jean Cassou und anderen französischen Symbolisten und Dadaisten. – Der Spanier José de Togorès (1893–1970) war mit Picasso befreundet und seit 1918 ebenfalls in Paris ansässig. Die Illustrationen zu der Dichtung Hertz’ sind ein Beispiel für seine beginnende Hinwendung zum Surrealismus. – Sehr schönes Exemplar des seltenen Künstlerbuchs.

23,8 : 16,8 cm. [48] Seiten.

Monod 6000. – Dokumentations-Bibliothek I, 329

651  Paul Valéry. Études pour »Mon Faust«.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Illustrations de l’Auteur. Interprétées en gravure sur bois par Pierre Bouchet. Paris, Société de Femmes Bibliophiles Les Cent Une 1941. Mit Holzstichen nach Paul Valery. Lose Doppelbogen in Originalhalbleinenchemise, zusammen im Schuber.

Jahresgabe der Bilbiophilen Frauengesellschaft »Les Cent Une«, Paris. – Eins von 101 Exemplaren. – Pierre Bouchet übertrug Valérys Zeichnungen auf Holzstöcke, den Text druckte er in Rot und Schwarz auf seiner Handpresse. – »Derselbe Valery, der einmal gemeint hatte, es fehle ihm nur ›ein Deutscher, der meine Gedanken zu Ende denken würde‹, dachte nun als Greis ein berühmtes deutsches Werk weiter und kam in seinem ›Faust‹, den er auch verwegen ›Mon Faust‹ nannte, zu dem Schluß, daß in unserer modernen Welt nicht nur der Teufel völlig harmlos und also überflüssig geworden sei, sondern auch der Geist gründlich ausgespielt habe – jener Geist, dem Valery ein Leben lang bedingungslos gedient hatte, ja, der sein einziger Gott gewesen war, dem er früh sogar die Gabe seiner Dichtung zum Opfer gebracht hatte« (Der Spiegel, 2/1991).

30,5 : 24,5 cm. 122, [6] Seiten.

Monod 10858

652  Maurice de Vlaminck – Marcel Aymé. La table-aux-crevés.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 750

Trente originaux de Vlaminck. Paris, Flammarion 1960. Mit 30 Farbholzstichen nach Vlaminck im Text und einem auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, blauer Originalmaroquinchemise mit vergoldetem Rückentitel und Originalschuber mit Lederkanten und Moiréeseidenbezug.

Unnummeriertes Exemplar »imprimé spécialement pour Claude Gallimard« (also für den Verleger der 1929 erschienenen Erstausgabe des Romans). Neben der Auflage von 250 für den Handel und 38 für Mitarbeiter. – Auf Vélin d’Arches mit dem Wasserzeichen Vlamincks. – Die Vorlagen von Vlaminck, die dieser auf Wunsch des Verlegers schuf, wurden von Pierre Bouchet in Holzstich umgesetzt. Mit vier Brieffaksimiles (Vlaminck an Flammarion). Die Ausgabe erschien erst nach Vlamincks Tod. – In Blau und Schwarz gedruckt.

34,5 : 27,0 cm. [16], 247, [5] Seiten. Rücken der Chemise etwas berieben, Schuber lichtrandig.

Monod 692. – Nicht bei Walterskirchen

653  Wols – Jean-Paul Sartre. Visages,

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 900

précédé de portraits officiels […] avec 4 pointes-sèches de Wols. Paris, Pierre Seghers 1948. Mit vier blattgroßen Radierungen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von angeblich 900 Exemplaren auf Papier »Crèvecoeur du Marais«, weitere 15 auf China. Ob Kaltnadelradierungen in einer Auflage von fast 1000 Exemplaren druckbar wären, kann bezweifelt werden. – Druck in Schwarz und Bister. – Druck der Radierungen bei R. Haazen, Paris. – Schönes Exemplar.

19,4 : 12,7 cm. 41, [7] Seiten. – Oberränder, besonders außen am Umschlag etwas angestaubt.

Grohmann 46-49. – Monod 10172

661  Mark Beard. Utah Reader.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

New York, Vincent Fitz Gerald 1986. Mit 17 Farblinolschnitten und Assemblagen, meist zusätzlich koloriert, teils aufklappbar, zwei doppelblattgroß. Grüner Originalseidenband mit farbig geprägtem Deckeltitel. In grüner Originalseidenbox.

Eins von 40 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf getöntem Velin von »Arches«. – Beard gestaltete diese Erinnerungen an seine Jugend in Utah mit Porträts seiner Eltern und Lehrer, Darstellungen verschiedener Landschaften, Szenerien aus seiner Heimatstadt Salt Lake City u. a. m. Für die Bilder verwendete er verschiedene Papiere, die lithographisch bedruckt bzw. handkoloriert, ausgeschnitten und zu Collagen und ausfaltbaren Assemblagen montiert wurden. – Der Text wurde nach seiner Handschrift in roter Tinte, der Titel nach seiner Kalligraphie und Zeichnung mit farbigen Fettkreiden faksimiliert. – Perfekt erhalten. – Der 1956 geborene US-amerikanische Künstler Mark Beard, verbarg sich im Laufe seines Lebens hinter verschiedenen fiktiven Künstlerpersönlichkeiten, denen er teils sehr genaue biographische Information zuschrieb. Kunstwerke Beards entstanden unter den Pseudonymen Hippolyte-Alexandre Michallon (angeblich 1849–1930, französischer Maler und Ausbilder von Bruce Sargeant), Edith Thayer Cromwell (angeblich 1893–1962), Brechtholdt Streeruwitz, Peter Coulter und Bruce Sargeant (siehe die folgende KatNr.).

29,0 : 38,5 cm. [72] Seiten.

662  Mark Beard – Bruce Sargeant. Fifteen Corporeal Poems.

Schätzpreis/Estimate: € 1600

Ausrufpreis/Starting bid: € 1100

Sheffield, England, Feard Press 1938. [New York 1998?]. Mit zwölf teils kolorierten Radierungen. Grauer Originalleinenband.

Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert und nummeriert. – Auf Velin »BFK Rives«. – Gesetzt aus einer fetten Groteskschrift, gedruckt auf festes, unbeschnittenes Bütten, gewinnt das Buch seine besondere Ausstrahlung durch die Radierungen, die auf unterschiedlich farbigen, hauchdünnen Chinapapieren gedruckt und dann aufgewalzt wurden. Einige Partien wurden von Beard nachträglich koloriert. – Tadellos und sehr selten. – Bruce Sargeant, dem Beard Texte und Bilder zuschreibt, ist ebenso eine Fiktion wie die Verlagsangabe. Mark Beard schuf den englischen Künstler als sein »alter ego«, als ironische Kunstfigur. 2010 erschien seine ausführlich bebilderte Sargeant-Biographie. Dort wurden Sargeant die Lebensdaten 1898–1938 zugeschrieben und sein tragischer Wrestling-Unfalltod erwähnt. – Die Gedichte (»privatly for his friends«) und die Radierungen Beards thematisieren eine heroisierende Darstellung von Athleten, Soldaten und anderen männlichen Figuren. – 2005 waren Sargeant-Bildwerke und -Skulpturen Teil einer Kampagne des Modeunternehmens Abercrombie & Fitch.

28,5 : 20,0 cm. [52] Seiten.

665  Thomas Bernhard. Vier eigenhändige und ein maschinengeschriebener Brief sowie vier eigenhändige Postkarten, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 18000

Ausrufpreis/Starting bid: € 15000

Salzburg u. a. 1955 – 1968. Zusammen 13 Seiten. Mit drei eigenhändig adressierten Umschlägen.

Alle an den österreichischen Schauspieler und Regisseur Ludwig Skumautz (1929–1987). Dieser lebte in St. Veit/Glan in Kärnten und erhielt zunächst eine pädagogische Ausbildung. Schon damals verfasste er erste literarische Werke und kam mit dem in Salzburg als Journalist und Schriftsteller tätigen Thomas Bernhard in Kontakt. Bereits vor dem gemeinsamen Studium am Salzburger Mozarteum (1955–1957) verband die beiden offenbar eine sehr innige Freundschaft. Die Briefe aus dem Teilnachlass Skumautz sind bisher unveröffentlicht.

25. V. 1955, mit Umschlag
Über eine geplante Lesung: »Es ist alles in Ordnung, Du liest (falls Du willst) mit Christine Busta zusammen am 5. September. Ich glaube da sind bestimmt noch Ferien. […] Ich möchte soviel sagen u. fragen, aber die letzten Tage waren für mich wie eine Vorhölle. Ich stehe allem kopfschüttelnd gegenüber – und in ein paar Tage tauche ich wieder in einer größeren Arbeit unter.

12. VI. 1955
Ich habe eine unglaubliche Achtung vor dem Leben und ich liebe es – also? Wenn ich von der »Vorhölle« gesprochen habe, dann von dem scheusslichen Gesicht, das einem von Zeit zu Zeit anstarrt wohin man geht. … Meine Tage enden abends immer tröstlichm denn vor dem bloßen Dasein gibt es nur Nichtigkeiten. Vor einem Jahr noch habe ich dauernd an Selbstmord gedacht, aber dieser Unsinn ist vorbei. Klagen muß der Mensch, auch aufbegehren, vor allem leiden – was ich jetzt brauche, ist Ruhe und eine abgesonderte Stellung, aus der ich einen guten Überblick habe über die Umwelt. Ich bin in seiner sehr anstrengenden Arbeit, u. ich bitte darum, daß sie mir halbwegs gelingen wird. Ich bin noch voll Begeisterung, sie wird nachlassen, wie bei allem, das ich anpacke, nur bin ich diesmal schon übern Berg. […] Im Herbst erscheint (Gottlob statt der miserablen Gedichte) eine Erzählung in d. Stifterbibliothek […] Von Dombrowski illustriert. – Schluß! – Ich habe Deine Lesung umstellen lassen auf den 22. August. Da sind noch Festspiele […] Da haben wir ein paar Tage für uns in Salzburg […] Es ist ein herrliches Gefühl, wenn etwas vorwärts geht. Mir vergeht nur immer die Zeit zu schnell – das Altwerden betrübt mich.«

11. VII. 1955, mit Umschlag
»Ich war jetzt 2 Wochen kränklich u. es sind dadurch eine Reihe Pläne ins Wasser gefallen. […] Ich schlage zu unserer Sache mit der Lesung vor, daß Du schon am 18. od. 19. nach Salzbg. kommst. Ich stelle mir vor, daß Du zusammen mit einer jungen Schauspielerin liest, denn ich finde es immer störend, dramatische Szenen vom Autor vorgelesen zu bekommen. […] Warst Du schon in Italien, wie vorgesehen? Hier ist sehr viel Unruhe, der man kaum entkommen kann. Die Stadt ist ein Museum, durch das die italienhungrigen Leute durchgeschleußt werden. […] Seit Tagen versuche ich etwas zu schreiben, aber es ist nur Unsinn. Und erzwingen kann ich es wirklich nicht. Das mit der ›Mathematik in der Literatur‹ will uns nicht gelingen – Gott sei Dank! Dazu kommt, daß ich zu meiner Arbeit die täglichen u. stündlichen Sorgen brauche, sie aber zeitweilig unerträglich werden. In der letzten Zeit habe ich immer öfter gewisse Vorstellungen von der Sinnlosigkeit meiner ganzen Person. Und es ist eine wahre Kunst, dem Ganzen einen Sinn zu geben. Wenn ich denke, wielange das Leben trotz seiner verfliegenden Kürze dauert! […] Wäre ich doch nur eine andre Natur, oder Maus oder Wurm. Das sind alles Wünsche, die einem völlig durcheinander geratenen Hirn entspringen.«

11. VII. [eigentlich aber August] 1955, mit Umschlag
»ich danke für Deinen Brief, kann aber augenblicklich nicht antworten.« Bernhard bittet um Zusendung der Texte für die Lesung und stellt »Eine Frage: soll ein guter Schauspieler von Dir lesen? Wenn ja, mir das mitzuteilen wäre. Du selbst kommst auf keinen Fall ganz davon.«

31. VIII. 1955 (Briefkarte, 2 Seiten)
»Mein lieber Ludwig, ich bin traurig, weil Du fort bist. Das ist nun die Wahrheit – die Du nicht ändern kannst. Ich war in keiner guten Stimmung als Du da warst – das hat viele tiefliegende Gründe. Aber, Du gehörtest in meine Nähe! […] Ich habe Dich gern u. verehre Dich, was bleibt zu sagen! Man sagt nur Unsinn, die Feder vergewaltigt den lebendigen Gedanken. Und doch: Worte bewirken oft ein Wunder. Mit Berlin ist noch nichts fest. Ich will nur hoffen – das darf ich. Die Hoffnung ist meine Nahrung, sicher bis ans Ende der Reise. Ich lebe! Wie oft war ich verzweifelt, dann kam eine Botschaft – aus mir selber, die Stimme Gottes. Sicher.« Bernhard kündigt einen Besuch in Klagenfurt an »Wenn Du willst, darf ich mit Dir beisammen sein. […] Du mußt bald wieder ein paar Tage hier in Salzbg. verbringen. Das muß sich machen lassen, Der Mensch muß leben. Die Zeit ist allzu kurz. Bitte schreib ein paar Zeilen. Thomas«

22. IX. 1955 (Ansichtskarte aus Lovran, Kroatien)
»Lieber Ludwig, es ist alles herrlich!! Sonne, blaue Adria, Delphine, ich liege unter den Palmen und schreibe. […] Ich denke, wie es Dir nächste Woche in Wien gehen wird. Ich halte Dir beide Daumen. Sobald ich was tun kann für Dich, werd ichs.«

30. III. 1956 (Ansichtskarte aus Lovran, Kroatien)
»Im Telegrammst: ich gehe etwa 30 km am Tag über den Karst u. esse Ziegenkäs. Ich liege auf dem Berg u. schau‘ ins blauer Meer. Den halben Tag bin ich unter den Netz-Flickern. De Leute sind alle noch ganz natürlich, nicht verblödet vom Bildschirm. Kannst Du Dir vorstellen, daß ich nichts möchte, als hier leben? […] Es wird eine sehr schöne Zeit für Dich kommen, sicher, verlaß‘ Dich ganz auf die Führung Deiner Himmelsgeister. Die sind alle gut!! «

20. III. 1963 (Ansichtskarte aus Zakopane, Polen)
»von meiner Polenreise die herzlichen Grüße. Was treibst Du? Ich hoffe, du bist gesund u. wir sehen uns bald einmal – vielleicht in Salzburg? Thomas«

19. IV. 1968 (Maschinengeschriebener Brief)
Reisepläne, »komme dann Ende Mai nach Nathal und vielleicht sehn wir uns dann bald einmal, was mich natürlich, wie auch anders, sehr freuen würde.«

Dabei: Porträtfotografie Ludwig Skumautz. Rückseitig von Thomas Bernhard datiert »Dez. 1961«und bezeichnet »Ludwig«.

666  Thomas Bernhard – Elisabeth Effenberger (1921–2008, österreichische Kulturjournalistin und Autorin). Zwei eigenhändige Briefe und ein maschinengeschriebener Brief, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Salzburg, 7. und 11. IX. 1955 und 18. XII. 1957. Zusammen zehn Seiten.

Alle an den österreichischen Schauspieler und Regisseur Ludwig Skumautz (1929–1987). – Kurze, dringliche Ermahnung am 7.9.: »Sie sollten Thomas [Bernhard] eiligst schreiben; er ist ziemlich gekränkt ob Ihres Schweigens und will Sie doch besuchen auf seiner Fahrt nach Dalmatien. Er tut es aber sicher nicht, wenn […] keine Nachricht von Ihnen kommt, nicht zuletzt auf seine Frage wegen eines Quartiers«. – Vier Tage später ausführlicher Brief zu den Reiseplänen Bernhards, ein Eisenbahnunglück in Kärnten (»Hoffentlich waren Sie und Thomas nicht unterwegs in diesem Unglückszug!«) und verschiedene Veranstaltungen in Salzburg »Wie schön der Tag mit Heiseler war, wird Ihnen Thomas wohl schon erzählt haben. Nun ist ja nur mehr der letzte am 19.9., Wieland Schmied und Amanshausen, ausständig; davon erwarte ich mir menschlich nicht allzuviel. Schmied kenne ich nicht, Thomas als Vermittler fehlt […]. Thomas lege ich ein Zettelchen bei, das Sie ihm, bitte, geben, gelt? Und stupsen Sie ihn, daß er mir zeitgerecht Bescheid gibt!« Mit adressiertem Umschlag. – 1957: Berichtet ausführlich über verschiedene Treffen mit Thomas Bernhard, die im Zusammenhang mit seiner ersten Publikation standen (Korrekturbögen, Lesereise). Bernhard habe »ein fixes Stipendium von Kiepenheuer & Witsch bekommen, ca. 2000 S[chilling], ohne eigentliche Verpflichtung«. Desweiteren werden viele gemeinsame Freunde und Bekannte und deren berufliche Situation am Theater erwähnt. – Dazu: Eigenhändige Postkarte und drei Briefe des Verlegers bzw. Verlages Hans Weigel. Wien 1953–1954. Alle an Ludwig Skumautz. Über ein Theaterstück von Skumautz und Urheberfragen, ein Treffen in St. Veit sowie über einen Beitrag in Weigels Zeitschrift »Stimmen der Gegenwart«.

667  Thomas Bernhards Kommilitonen am Salzburger »Mozarteum« – Zwei amtliche Schriftstücke, zwei Briefe.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Salzburg und Linz 1956–1957.

Alle an den österreichischen Schauspieler und Regisseur Ludwig Skumautz (1929–1987). – Ablehnungsbescheid der Kärntner Landesregierung vom 17.2.1956. Hektographiertes Typoskript, maschinenschriftlich adressiert: »Ludwig Skumautz in Salzburg / bei Bernhard Radetzkystraße Nr. 10«. Um den Jahreswechsel 1955/56 hatte sich Skumautz offenbar erfolglos um ein Stipendium beworben. Thomas Bernhard, der nun offenbar im Vorderhaus der großelterlichen Wohnung residierte, studierte 1956–57 gemeinsam mit Skumautz, Sybille Schneider (später Dahms), Klaus Gmeiner u. a. am Salzburger Mozarteum Schauspiel und Regie. – Maschinengeschriebenes Zulassungsschreiben zur Prüfung des Mozarteums, datiert Mai 1957 mit Namen der neun Studenten und Unterschrift des Akademie-Präsidenten Bernhard Paumgartner. Neben Bernhard, Skumautz, Gmeiner und Schneider wurden auch Astrid Koller, Karin Schroeder, Lotte Dobler, Charlotte Kolb und Hanno Ribitsch zugelassen. – Eigenhändiger Brief mit Unterschrift »Franzl«. Linz, 8. 10. 1956. Sieben Seiten. Sehr persönlicher Brief an Ludwig Skumautz (»Es tut mir auch so leid, daß ich nicht mehr in der Schule bei Euch bin. Es zieht mich schon oft nach Salzburg und bald werde ich bei Euch aufkreuzen«). Sehr eindrücklich schildert er seine innige Verbundenheit mit Skumautz, drückt seine Bewunderung aus und erwähnt die gemeinsame Theater-Begeisterung. Er solle in Linz unter Walleck die Hauptrolle in Schnitzlers »Liebelei« spielen, in Innsbruck habe er »mit großem Erfolg die ›Verkündigung‹ aufgeführt … Schmidtchen und meine Frau waren einfach großartig«. Fragt nach Skumautz‘ Plänen und bittet zum Schluss »Grüß mir alle die ich mag und niemand mehr. Du weißt ja wen ich mögen hab und noch mag? Den Bernhard zum Beispiel.« – Klaus W. Gmeiner. Brief mit Unterschrift. Salzburg, 26. Dez. 1957. Zwei Seiten. Ausführlicher Bericht über die berufliche Entwicklung und verschiedene Theaterprojekte.

668  Thomas Bernhard. Auf der Erde und in der Hölle.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Gedichte. Salzburg, Otto Müller 1957. Schwarzer Originalkunststoffumschlag mit Titeln in Gelb und Rot.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung. – Auf Vélin. – 1957 hatte Bernhard sein Studium am Salzburger Mozarteum abgeschlosen. Bereits seit 1954 hatte er einige Gedichte in Zeitschriften und Almanachen veröffentlicht. – Selten.

19,2 : 11,0 cm. 125, [2] Seiten. – Innendeckel mit kleiner Nummerierung, erste Textseite mit Bleistiftnotiz (Salzburger Telefonnummer).

Dittmar 8

671  Wolfgang Borchert. Die Hundeblume.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 66

Erzählungen aus unseren Tagen. Hamburg, Hamburgische Bücherei 1947. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Die letzte Veröffentlichung zu Lebzeiten Wolfgang Borcherts (1921–1947).

17,9 : 11,3 cm. 132 Seiten. – Papier etwas gebräunt.

Burgess 4

672  Renaat Bosschaert – Uilenspiegel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Brugge 1984. Mit sechs signierten Graphiken von Renaat Bosschaert. Lose Doppelbogen.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 175). – Handpressendruck im Eigenverlag, mit Texten von Paul Vanderschaeghe, Lambert Jageneau und Gery Florizoone. – Mit einer Einleitung von Lori Van Biervliet. – Im Druckvermek vom Künstler signiert. – Renaat Bosschaert (1938–2006), belgischer Maler, Graphiker und Bildhauer, veröffentlichte limitierte illustrierte Ausgaben von Werken der belgischen Autoren Guido Gezelle und Felix Timmermans und schuf Arbeiten mit lokalen und zeitgenössischen Autoren wie Anton van Wilderode.

38,2 : 28,4 cm. [32] Seiten.

683  Salamander.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

[Hefte] 1, 2 [und] 3 [alles Erschienene]. Malmö 1955–1956. Mit sieben Farblithographien und zahlreichen Abbildungen. Originalbroschuren.

Vollständiges Exemplar der seltenen schwedischen Kunstzeitschrift, die das erste Forum für den Modernismus in Schweden war. Die Redaktion lag bei I. Gustafson, C. O. Hultén, I. Laaban und G. Printz-Påhlson, zu den internationalen Vertretern zählte u. a. Karl Otto Götz. – Mit Lithographien u. a. von Corneille, Wifredo Lam, Stanley W. Hayter, Fahlström, Roberto Matta.

23,5 : 16,0 cm. Je ca. 40–48 Seiten. – Leicht angestaubt.

684  Hans Erni – C. F. Ramuz. Histoire du Soldat

Schätzpreis/Estimate: € 6000 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 5000 ( R7 )

illustrée de lithographies originales par Hans Erni. Lausanne, André et Pierre Gonin 1960. Mit 75 teils blattgroßen Lithographien, davon zwei auf den grünen Kartonvorblättern. Ganzfranz-Maroquinband, beide Deckel und Rückentitel mit mehrfarbigen Velourlederauflagen und weißen Lederlinien (signiert: R. Meuter, Ascona).

Eins von 50 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 371) auf »Japon nacré blanc« und mit einer Suite der Lithographien, gedruckt in Grün auf »Japon nacré blanc«. – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Zusätzlich enthält dieses Exemplar drei signierte Zeichnungen von Hans Erni (eine in roter Tusche auf dem Vorsatzblatt, zwei in Bleistift auf gefalzten Velinblättern lose bei der Suite, jeweils 28 : 19 cm). – Die Suite auf gefalzten Bögen im Auflagenformat, gedruckt im Zustand vor der Schrift. – Das prächtige Künstlerbuch wurde bei André Kundig in Genf gedruckt, die Lithographien, die Hans Erni direkt auf die Steine gezeichnet hatte, druckte Emile Mathieu auf der Handpresse. – Spiegel und Vorsätze in hellgrünem Velourleder, die Kapitalien mehrfarbig handumstochen. – Der unikate Einband entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler: Beide Deckelillustrationen, die Roland Meuter durch schmale weiße Lederstreifen »zeichnete« und mit farbigem Velourleder »kolorierte«, entwarf der Künstler.

29,3 : 19,5 cm. 97, [7] Seiten. – Das Velourleder an den Gelenken leicht aufgehellt. – Buch in Acrylglasschuber, die Suite in Umschlag und Seidenleinenmappe.

Monod 9470. – Tiessen II, 47

686  Hans Erni – Marianne Calderara. Reise durch die zwölf Tierkreiszeichen.

Schätzpreis/Estimate: € 6000 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000 ( R7 )

Der Kosmos in uns. Mit 17 Originalradierungen von Hans Erni. Zürich, Ernst Scheidegger 1991. Mit 17 blattgroßen Radierungen, davon eine koloriert. Leuchtend blauer Ganzfranz-Maroquinband, beide Deckel und Rücken mit mehrfarbigen Velourlederauflagen und weißen Lederlinien (signiert: R. Meuter, Ascona). Im Acrylglasschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 98 Exemplaren (Gesamtauflage 118). – Auf Velin »BFK Rives«. – Im Druckvermerk von der Autorin, dem Künstler sowie Setzer, Drucker und Verleger signiert. – Mit einer blattfüllenden signierten Bleistiftzeichnung Ernis mit Widmung von 1994 für den Vorbesitzer auf einem Vorblatt. – Die Radierungen Hans Ernis illustrieren die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser, die zwölf Tierkreiszeichen und sein eigenes Horoskop – alle siebzehn mit Erläuterungen der Autorin. – Der geprägte Originalumschlag wurde eingebunden. – Auch diesen Einband fertigte Roland Meuter nach einer Zeichnung Hans Ernis, die über beide Deckel reicht und wiederum aus weißen Lederstreifen und verschiedenen farbigen Velourlederauflagen gebildet wird. Spiegel und Vorsätze aus blauem Velourleder, Kapitalien zweifarbig handumstochen.

34,0 : 25,5 cm. [4[, 139, [1] Seiten. – Rücken etwas aufgehellt.

691  Klaus G. Gaida. Simplicitates

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Die Neugestaltung der historischen Kirche im Augustinum Graz. Köln, Salon 2012. Mit einer beigelegten signierten Serigraphie mit Goldauflage und zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalbroschur und Graphik in Originalleinenholzkassette.

Exemplar 1/12 der bibliophilen Sonderausgabe. – Die Graphik und der Innendeckel der Kassette signiert, datiert und nummeriert. – Nach einem Künstlerwettbewerb wurde Klaus G. Gaida (geboren 1950) mit der Neugestaltung der Grazer Kirche beauftragt. – Tadellos erhalten und erwartungsgemäß sehr selten.

37,5 : 30,0 cm (Kassette).

693  Moritz Götze – Bulat Okudschawa. Und Vogel Schmerz aus der Schläfe ist leis verflogen, verflogen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Lieder. Übersetzungen von Ekkehard Maaß, Wolf Biermann und Sarah Kirsch. Halle, Hasen 1991. 32 Farbserigraphien. Farbig serigraphierte Originalbroschur. Mit Schuber.

Eins von 100 Exemplaren. – Durchgehend farbig serigraphiertes Künstlerbuch, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Im Druckvermerk von Künstler und dem Übersetzer Ekkerhard Maaß signiert. – Die Dichtungen entstanden in den 1950er-1970er Jahren. – Moritz Götze (geboren 1964), seit 1986 freischaffender Maler und Graphiker, lebt und arbeitet in Halle/Saale. Nach einem dreijährigen Lehrauftrag für Serigraphie 1991 an der renommierten Burg Giebichenstein in Halle/Saale führte ihn 1994 eine Gastprofessur für Serigraphie an die Pariser »Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts«. Götze gründete mit Peter Gerlach 2006 den Hasenverlag. – Der russische Dichter Okudschawa (1924–1997), Sohn von Verfolgten des Stalin-Regimes, wurde mit seinen pazifistischen Dichtungen und Liedern, die er nur in privaten Kreisen vortragen durfte, zum Sprachrohr der sowjetischen Nachkriegsgeneration. Die Nachdichtung »Die Erste Liebe« nahm Wolf Biermann in sein eigenes Repertoire auf. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gehörte Okudschawa der »Begnadigungskommission des russischen Präsidenten« an, die stalinistische Fehlurteile aufarbeitete.

36,8 : 25,5 cm. [32] Seiten. – Deckelkanten minimal berieben.

697  Karl-Georg Hirsch – Matthias Biskupek. Schwarz angesagt

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

und andere bestechende Gefühle. Monströse Märchen. Holzstiche Karl-Georg Hirsch. Gera, Pirckheimer-Gesellschaft 1989. Mit 14 Holzstichen im Text. Originalbroschur mit -umschlag, dieser mit Holzstich. – Widmungsexemplar..

Erste Ausgabe. – Eins von 40 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 290). – Mit einer eigenhändigen Zeichnung von Karl-Georg Hirsch auf der letzten und eigenhändigen Widmungen von Autor und Buchgestalter auf der ersten Seite. Im Druckvermerk ebenfalls von den drei Beteiligten signiert. – In bemerkenswert vielgestaltiger Typographie gedruckt in den Werkstätten der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Im Auftrag der Pirckheimer-Gesellschaft, Bezirksgruppe Gera, herausgegeben von Jens Henkel in Zusammenarbeit mit der Leipziger Hochschule. – Ausgezeichnet mit einer Goldmedaille der IBA Leipzig 1989 als eins der »Schönsten Bücher 1989«. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

29,5 : 17,0 cm. 32 Seiten, 17 schwarze Zwischenblätter. – Ränder schwach berieben.

Kästner/Lübbert A 67.1. – Seyfert/Weise S. 203

698  Karl-Georg Hirsch – Matthias Biskupek. Rot angeschwärzt

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

und andere verklärende Botschaften aus dem Reich des Bösen. Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Rudolstadt, Burgart-Presse 1996. Mit 14 Holzstichen im Text. Originalbroschur mit -umschlag, dieser mit Holzstich. – Widmungsexemplar..

15. Druck der Burgart-Presse Jens Henkel. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 190, davon 40 Verlegerexemplare). – Mit einer eigenhändigen Zeichnung von Karl-Georg Hirsch auf der letzten und je einer eigenhändigen Widmung von Autor und Buchgestalter auf der ersten und zweiten Seite. Im Druckvermerk ebenfalls von den drei Beteiligten signiert. – Druck des Textes in Rot und Schwarz und der Holzstiche von den Originalstöcken in den Werkstätten der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig. – Die Edition entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Buchkunst, Leipzig. – Tadellos erhalten.

29,9 : 17,5 cm. [52] Seiten.

Kästner/Lübbert A 109

705  Ernst Jünger. Siebzig verweht

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 460

I [bis] V. Stuttgart, Klett-Cotta 1982–1997. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln. In Originalschubern.

Erste Ausgaben. – Je eins von 200 bzw. 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden. – Alle erschienenen Bände der Sammlung von Aphorismen, Tagebucheinträgen und Briefen aus den Jahren 1965–1995. – Sehr gut erhalten.

22,8 : 14,8 cm (I und II) und 21,7 : 13,0 cm (III-V).

Des Coudres/Mühleisen B 79/80 (nur I und II)

706  Ernst Jünger. Autor und Autorschaft. – Zwei Mal Halley. –

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Stuttgart, Klett-Cotta 1984 und 1987. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln und Marmorpapierbezügen (G. Lachenmaier, Reutlingen).

Erste Ausgaben. – Eins von 30 römisch nummerierten (I) bzw. 200 Exemplaren der Vorzugsausgaben, beide vom Verfasser im Druckvermerk signiert.

21,6 : 13,3 cm. 277, [3] Seiten; 100, [2] Seiten.

Nicht mehr bei des Coudres/Mühleisen

707  Ernst Jünger. Eine gefährliche Begegnung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Stuttgart, Klett-Cotta 1985. Roter Originalkalblederband mit blindgeprägter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel (G. Lachenmaier, Reutlingen). Im Schutzkarton.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Leder gebunden.

21,5 : 13,5 cm. 169, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen S. 79 »in Vorbereitung«

708  Ernst Jünger. Zeitsprünge.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Träume. Stuttgart, Klett-Cotta 1990. Mit zwei farbigen Tafeln nach Horst Janssen. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Marmorpapierbezug.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren, weitere 30 waren nicht für den Handel bestimmt. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Als Blockbuch gebunden.

21,6 : 13,3 cm. 41, [7] Seiten, 2 Tafeln.

Nicht mehr bei des Coudres/Mühleisen

709  Anselm Kiefer. Die Donauquelle.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Köln, Michael Werner 1978. Fotografische Tafeln in Originalleinenband.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 575). – Künstlerbuch mit 36 doppelblattgroßen Abbildungen nach Schwarz-Weiß-Fotografien, erschien zur gleichnamigen Ausstellung in Kölner Galerie.

30,2 : 20,5 cm. [80] Seiten.

710  Anselm Kiefer. Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Groningen 1980. Fotografische Tafeln. Originalhalbleinenband.

Eins von 500 Exemplaren. – Mit 40 doppelblattgroßen Schwarz-Weiß-Fotografien. – Anlässlich der Ausstellung im Museum Groningen erschienen.

30,2 : 21,5 cm. [80] Seiten. – Vorderdeckel gebräunt, hinterer am Rand.

711  Anselm Kiefer. Watercolours 1970–1982

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

with notes on the plates by Anne Seymour. London, Anthony d’Offay 1983. Mit 32 Farbtafeln. Originalleinenband im Originalkarton.

Eins von 850 nummerierten Exemplaren. – Im Editionsvermerk vom Künstler signiert. – Der Band präsentiert 32 Aquarelle, alle blattgroß abgebildet und mit ausführlicher Beschreibung.

28,8 : 33,6 cm. [148] Seiten. – Vorderdeckel leicht fleckig.

712  Jeff Koons.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 660

Edited by Hans Werner Holzwarth. With Texts by Katy Siegel, Ingrid Sischy, Eckhard Schneider and Statements by Jeff Koon. Köln u. v. a., Taschen 2007. Mit zahlreichen farbigen fotografischen Abbildungen, meist ganzseitig. Farbig bedruckter Originalleinenband mit applizierten Folienobjekten auf den Deckeln. In der roten Originalleinenkassette mit Titelaufdruck in Silberfolie.

Eins von 1600 stempelnummerierten und vom Künstler signierten Exemplaren. – Gewichtige Monographie über den amerikanischen Künstler. Neben biographischen Essays, Ausstellungsverzeichnis und Bibliographie beeindruckt der voluminöse Band vor allem mit hunderten Abbildungen der Werke Jeff Koons’ aus den Schaffensperioden seit 1979. – Texte in Englisch, Deutsch und Französisch. – Tadellos erhalten.

44,5 : 33,5 cm. 605, [1] Seiten.

714  Bernhard Luginbühl. Buminell.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 660

Für Ursi. Eine Zwergrenaissance. Zürich, Renée Ziegler 1967. Mit vier signierten Lithographien sowie 18 Lithographien, teils farbig, teils mehrseitig, und neun Fotolithographien. Originalpergamentband in schwarzem Originalleinenschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 220) mit der signierten Extrasuite. – Auf dem Titelblatt vom Künstler signiert. – Die Lithographien wurden von Luginbühl 1966/67 direkt auf den Stein gezeichnet und von Casserini, Thun, gedruckt. – Mit dem Beilagezettel. – Bernhard Luginbühl (1929–2011) ist neben Tinguely der sicher bedeutendste Schweizer Plastiker des 20. Jahrhunderts.

34,0 : 26,0 cm. [40] Seiten, 1 zweifach gefaltete Lithographie, 4 Lithographien. – Schuber leicht berieben.

716  Gerhard Marcks – Aesop Tierfabeln des Aesop.

Schätzpreis/Estimate: € 150 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 100 ( R7 )

Köln, Lempertz 1980. Mit 35 Holzschnitten von Gerhard Marcks im Text, davon sieben Initialen, sowie einem Holzschnitttitel. Originalhalbpergamentband mit Holzschnitttitel. Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 700) der Neuausgabe durch Henrik Hanstein, mit einem beigegebenen signierten Separatabdruck des Holzschnitts »Wolf« (Lammek 484.12). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Übertragen von August Hausrath. – Gedruckt auf Hahnemühle-Kupferdruckbütten. – Sehr schönes Exemplar.

33,4 : 23,4 cm. 31, [5] Seiten.

Lammek 484.1–33

717  Christoph Meyer – Ingeborg Bachmann. Im Gewitter der Rosen.

Schätzpreis/Estimate: € 2800 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000 ( R7 )

Malerunikat Christoph Meyer. Berlin, B.L.4 2011. 16 blattgroße Zeichnungen (farbige Tuschen) mit Kalligraphie und Collage und vier farbige Walzzeichnungen. Roter Originalhalblederband mit montierten Farbdrucken auf den Deckeln.

Unikatbuch. – Tadellos. – Das Gedicht eröffnete 1953 mottogleich Ingeborg Bachmanns ersten Lyrikband »Die gestundete Zeit«.

51,3 : 33,0 cm. [16] Seiten.

719  Christoph Meyer – Anna Achmatowa. Stanzen.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Berlin, B.L.4 Edition 2014. Mit drei ganzseitigen Radierungen und farbigen Walzzeichnungen von Christoph Meyer. Originalbroschur.

Edition mote 10. – Eins von 20 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, nummeriert und datiert »5. Jan. 2015«. – Mit zwei Strophen in russischer Sprache, die zweite in deutscher Übersetzung. Vorblatt mit englischer Nachdichtung beider Strophen. – Anna Achmatova (1889–1966) war in den Zeiten der russischen Revolution erfolgreich und anerkannt, ab 1922 wurde sie allerdings nicht mehr publiziert und gehörte mit ihrer Familie zu den Verfolgten der Stalinzeit. Demzufolge: »Im Kreml leben ist unmöglich. Er ist verseucht von bestialischen Baszillen: der Panik des Boris, des Ingrimms aller Iwans, der Hybris des Betrügers – anstatt von Volkes Recht«. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

28,7 : 24,5 cm. [14] Seiten.

720  Christoph Meyer – Paul Celan. Schreib dich nicht.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 500 ( R7 )

Berlin, B.L.4 Edition 2014. Mit drei ganzseitigen farbigen Radierungen und farbigen Walzzeichnungen von Christoph Meyer. Originalleinenband.

Edition mote 9. – Künstlerexemplar »(E. A.) V« neben einer Auflage von zehn Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Auf Velin, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Den wenigen Textzeilen stehen auf drei Seiten in großem Schriftsatz drei Farbradierungen gegenüber, die in ihrem außerordentlich tonigen, zugleich jede Spur der Linie aufzeichnenden Druck wie in das Papier tätowiert, in die Haut des Buches eingeritzt erscheinen. […] Die ›edition mote‹ erfordert ein eindringliches Sehen. Das biblische Gleichnis vom Splitter in dem Auge des Bruders und dem Balken in dem eigenen Auge […] verschiebt sich in den imaginären Splitter, der das Sehen irritiert, verlangsamt und anhält in der Betrachtung von Bild und Schrift.« (Michael Lailach, Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin).

29,5 : 25,0 cm. [16] Seiten.

721  Christoph Meyer – Paul Celan. Tübingen, Jänner.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 500 ( R7 )

Berlin, Aligatorpresse 2016. Mit vier ganzseitigen mehrfarbigen Zeichnungen (Filzstift und Tusche) von Christoph Meyer. Originalleinenband (Thomas Zwang, Hamburg) mit eingefärbtem und eigenhändig betiteltem Umschlag.

Edition mote 12. – Eins von 30 Exemplaren, wobei durch die Originalarbeiten jedes Exemplar ein Unikat darstellt. Laut Druckvermerk wurden weitere zehn Exemplare als »Edition de Luxe« ausgegeben. – Im Druckvermerk vom Buchkünstler zweifach signiert, datiert und nummeriert »Nr. 11 / 2016« und »Unikat Mai 2017«. – Auf Velin von Magnani, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Das Gedicht Celans entstand nach seinem Tübingenbesuch 1961.

34,0 : 25,5 cm. [12] Seiten.

723  Imre Reiner – [Johann Wolfgang von] Goethe. Novelle.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Mit einem Nachwort von Emil Staiger und Original-Holzstichen von Imre Reiner. Basel, Benno Schwabe 1943. Mit zehn ganzseitigen Holzstichen, davon neun signiert. Originalpappband mit -umschlag im -schuber.

Zweiter Druck der Petri-Presse. – Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe A auf handgeschöpftem Japan (Gesamtauflage 825), mit einer signierten Extrasuite von 13 Holzstichen. Die Extrasuite beinhaltet auch drei vom Künstler für die Buchausgabe zurückgezogene Stiche. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Wir konnten kein weiteres Exemplar nachweisen, in dem die Stiche im Buch signiert wurden. – Mit einer Farbstiftzeichnung auf dem Vorblatt, blattfüllend und signiert, sowie als weitere Beilage: Sieben Holzstiche (Probeabzüge). 1942. Signiert, datiert und bezeichnet. Auf dünnem Japan. Vier der Holzstiche aus dem Buch und alle drei verworfenen.

33,0 : 22,0 cm. 63, [5] Seiten, 20 lose Holzstiche. – Die Buchseiten minimal stockfleckig.

Reiner-Bibliographie III, 9. – Tiessen II, 9. – Schauer II, 132

724  Imre Reiner – Charles Dickens. Die Geschichte des Handlungsreisenden.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Zürich 1945. Mit Vignetten und vier blattgroßen farbigen Illustrationen von Imre Reiner. Originalbroschur mit farbiger Umschlagillustration. – Widmungsexemplar..

Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Mit eigenhändiger Widmung für den Typographen »Fritz Genzmer zum Gruß I. Reimer ’48«. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Das Buch wurde als Übungsarbeit an der Kunstgewerblichen Abteilung der Gewerbeschule der Stadt Zürich gedruckt.

27,0 : 19,5 cm. 30, [4] Seiten. – Umschlagrücken eingerissen. Ränder leicht gebräunt. – Untere Ecken schwach geknickt, eine stärker.

Reiner-Bibliographie III, 13. – Tiessen II, 13

731  Imre Reiner – Johann Wolfgang [von] Goethe. Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 660

Mit Radierungen von Imre Reiner. Ascona, Centro del bel libro 1969. Mit 14 blattgroßen Radierungen und einer Holzschnittvignette. Lose Doppelblätter in Leinenkassette mit Lederrückenschild mit goldgeprägtem Titel.

Eins von 14 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Suite aller 14 Radierungen, gedruckt in Rötel auf Japon nacré, und einer Originalzeichnung (Vers XII, Aquarell und Fettkreide, 24 : 16 cm, signiert, datiert »65« und bezeichnet). Insgesamt erschienen von dem Buch nur 120 Exemplare. – Die großen Radierungen jeweils in Schwarz auf ein Doppelblatt gedruckt, gegenüberstehend der entsprechende Text. – Die typographische Gestaltung übernahm Imre Reiner selbst, gesetzt und gedruckt wurde in der Tipografia Moderna, Locarno, auf handgeschöpftem ungebleichtem Velin von Richard-de-Bas. – Innen tadellos erhalten.

42,7 : 31,0 cm. 18 Doppelblätter, 14 Radierungen, 1 Aquarell. – Kassette am Rücken mit leichtem Wasserrand.

Reiner-Bibliographie III, 40. – Tiessen III, 37

732  Imre Reiner – [Johann Wolfgang von] Goethe. Das Märchen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Mit Holzstichen von Imre Reiner. Basel, Petri Presse 1972. Mit 21 Holzstichen, einer auf dem Titel, 20 im Text. Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel. In Originalkassette mit Buntpapierbezug. – Widmungsexemplar.

Eins von 20 römisch nummerierten für den Künstler reservierten Exemplaren der Vorzugsausgabe (insgesamt 80 Exemplare) auf handgeschöpftem Umbria-Bütten und mit einer Extrasuite der 20 Stiche in Rötel auf Shiohara-Japan. Die Exemplare 81–280 wurden auf Hahnemühle-Kupferdruckbütten gedruckt und unterschiedlich gebunden. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Poliphilus-Antiqua. – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung des Künstlers.

36,2 : 26,2 cm. 61, [7] Seiten. – 5 Holzstiche der Suite leicht stockfleckig.

Reiner-Bibliographie III, 42. – Tiessen IV, 39

733  Imre Reiner. [Sieben Radierungen zu] Die Erfindung des Saitenspiels und des Gesangs.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1979. 20,8 : 15,8 cm (39,5 : 32,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 42/55. – Auf Japan. – Erschienen als Extrasuite zur Vorzugsausgabe von Salomon Gessners »Die Erfindung des Saitenspiels und des Gesangs. Fünf Idyllen«. Dieser zehnte Druck der Edition Tiessen enthielt drei Radierungen, den 55 Vorzugsexemplaren wurden sieben weitere beigelegt.

Vgl. Reiner-Bibliographie III, 49

734  Imre Reiner – Friedrich Hölderlin. Mein Eigentum.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Quindici acqueforti di Imre Reiner. Prefazione di Ottavio Besomi. Rovio, Edizioni Rovio 1985. Mit 15 Aquatintaradierungen. Originalbüttenbroschur in -kartonchemise und illustriertem -schuber.

Eins von 33 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 132), wie die 33 Vorzugsexemplare mit einer signierten Extrasuite der Radierungen, gedruckt in Rot auf schwerem Velin. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf getöntem Magnani-Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Radierungen entstanden bereits 1965, wurden aber erst 20 Jahre später publiziert. – Enthält auch eine italienische Übertragung von Hölderlins Gedicht.

32,3 : 23,2 cm. 25, [1] Seiten, 15 Radierungen. – Chemisenrücken leicht ausgeblichen.

Reiner-Bibliographie III, 53. – Tiessen VI, 46

735  Imre Reiner – Roland Reiner. Blumen und Früchte in Holzstichen

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausrufpreis/Starting bid: € 66

von Imre Reiner. Eine chronologische Darstellung. Zum 90. Geburtstag des Künstlers am 18. August 1990. Bern, Benteli 1990. Mit 70 Abbildungen auf Tafeln. Originalpappband mit montiertem Deckelbild.

Eins von 195 Exemplaren, davon 145 im Handel. – Mit einem lose beigelegten Holzstich mit Trockenstempel.

27,5 : 21,5 cm. 187, [5] Seiten.

740  Otto Rohse. Sechs Holzstiche.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1954–1959. Alle signiert.

Holzstiche: I. Flugsamen. 1954/1972. – II. Auf einmal wird das Wasser kalt: […] Der Fischkönig […]. 1955/1971. – III. Konzert. 1957/1962. – IV. Steilufer. 1959/1972. – V. Graue Hähne. 1959/1972. – VI. Blick über die Stadt (Bielefeld). 1959/1972. – I und III-VI in den späteren Abzügen für die Griffelkunst, II im gemeinsamen Druck für die Büchergilde. – Dazu: Drei Kupferstiche, einer farbig. Signiert.

Vogel 62, 100/101, 169, 228, 230 und 253

747  Dieter Roth. Gesammelte Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2800

Band 1 [bis] 20, 36 [und] 38 [bis] 40. Köln, London, Reykjavik, später auch Stuttgart 1969–1985. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Ausstanzungen u. a. Farbig illustrierte Originalbroschuren, zwei in Originalkassette, vier Hefte in einem Schuber.

Nahezu vollständiges Exemplar der Werkausgabe des Künstlers, die in großen Teilen seine frühesten, meist nur in kleinsten Auflagen erschienenen Publikationen wiedergibt. Folge 1 (1–20) hier vollständig, von Folge 2 (es erschienen 35–40) hier 36 und 38–40 vorhanden. – Inhalt: 1. Zwei Bilderbücher. 1976. – 2. ideogramme. 1971. – 3. bok 2a und bok 2b. 1973. – 4. bok 4a und bok 5. 1972. – 5. bok 3a. 1971. – 6. bok 3c. 1971. – 7. bok 3b und bok 3d. 1974. – 8. 2 books. 1976. – 9. stupidogramme. 1975. – 10. daily mirror. 1970. – 11. snow. 1970. – 12. Copley Buch. 1972. – 13. scheisse. 1972. – 14. die blaue flut. 1973. – 15. poetrie 5 bis 1. 1969. – 16. Munduculum. 1975. – 17. 256 clouds. 1976. – 18. kleinere werke teil 1. 1971. – 19. kleinere werke teil 2. 1971. – 20. bücher und grafik. teil 1. 1972. – 36. 96 picadillies. 1977. – 38. kleinere werke teil 3. 1980. – 39. kleinere werke teil 4. 1985– 40. bücher und grafik. teil 2. 1979. – Die Bände erschienen meist in einer Auflage von 1000 Exemplaren, einige auch 1200, davon waren meist 100 Exemplare als signierte und abweichend gebundene Vorzugsausgaben konzipiert. – Sehr gut erhalten.

Meist 23,0 : 17,0 cm.

Dobke, Bücher + Editionen, Seite 147ff

748  Dieter Roth. Frische Scheisse

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

oder: Die Korrumpierung der Germanistik (das kommt von Döhl) oder: Die Korrumpierung des Döhl (das kommt von der Germanistik) oder: Die Germanistik der Korrumpierung (das kommt von Rot) oder: Die Germanistik des Rot (das kommt von der Korrumpierung). [Reiykjavik, Hansjörg Mayer 1972]. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Unnummeriertes, unsigniertes Exemplar. Laut Dobke wurden neben 200 nummerierten und signierten Exemplaren 20 Autorenexemplare verlegt. – Der Umschlag mit fünffarbigem Siebdruck etwas größer als der Buchblock.

26, 7 : 19,5 cm. Seiten 265–472.

Dobke D5. – Conzen 27

750  Nelly Sachs. Ein maschinengeschriebener Brief mit Paraphe »Li« und ein Typoskript sowie sechs eigenhändige Briefe bzw. Briefkarten und eine eigenhändige Kunstpostkarte, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 660

Stockholm, 4. XII. 1940 und 1953–1968. Zusammen 15 Seiten.

Alle an die schwedische Künstlerin Carlotta Jönsson (1909–1979). Diese hatte 1927–1932 in Berlin an der Kunstakademie studiert und war dann in ihre Heimat zurückgekehrt. Nelly Sachs gelang es durch Vermittlung ihrer Brieffreundin Selma Lagerlöf und der schwedischen Königsfamilie 1940, in letzter Minute, Nazideutschland zu verlassen. Noch im Jahr ihrer Ankunft im schwedischen Exil lernte sie die Künstlerin Jönsson kennen, deren Bild »Friedhof am Meer« Nelly Sachs zu einem Gedicht inspirierte. Hier das Gedichttyposkript »Für Carlotta | Kirchhof am Meer« und der Begleitbrief. – Mit diesem Brief begann eine intensive Brieffreundschaft, die fast bis zum Lebensende der Dichterin währte. Die hier vorliegenden Briefkarten und Briefe spiegeln häufig die schweren Erkrankungen wider, der klagende Ton scheint Teil ihres Werkes – der Klage über ein größeres Leid. – Mit sechs eigenhändig adressierten Kuverts.

751  Nelly Sachs. Neun eigenhändige Post- und Briefkarten, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Stockholm, 1954–1965. Zusammen zehn Seiten.

Alle an Oskar Scheerer (1906–1971, Gartenbaudirektor in Zweibrücken). Dieser kam 1951 zur Stadtverwaltung Zweibrücken und widmete sich fortan seinem Lebenswerk, dem Wiederaufbau des zerstörten Rosengartens beim dortigen Schloss. Neben seinem Beruf pflegte er die Schriftstellerei, 1969 erschien sein Buch »Rosen in unserem Garten«. Wann und wie die Bekanntschaft zu Nelly Sachs entstand, bleibt unbekannt. Offenbar standen die beiden aber in regelmäßigem Briefwechsel. Die Dichterin schrieb ihm Urlaubsgrüße, bedankt sich für Buchsendungen und weist auf eigene Werke hin (zu »Und niemand weiß weiter«: Ja dieses Buch ist aus meinen Schmerzen geschnitten. Aber in Ihren Händen wird es Heimat finden«). Während ihrer langwierigen Erkrankungen schrieb Scheerer offenbar tröstliches: »Lieber Gärtner im Winter von Trostblumen, ohne die das Leben nun ganz arm wäre mit allem Geschehen. Ja, ich bin krank, aber es wird besser bald.« und »Sie allein lieber Menschen- und Blumengärtner erraten was man zum Leben gebraucht. Bin sehr glücklich das meine neuen Gedichte die sich zuletzt aus Sehnsucht hinauswagen ins Ungesicherte Heimat bei Ihnen fanden«. – Zwei mit eigenhändig adressiertem Kuvert.

753  Nelly Sachs. Erlöste. Eigenhändiges Gedichtmanuskript mit Widmung und Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Stockholm, November 1963. Eine Seite.

Neunzeiliges Gedicht »Erlöste | aus Schlaf | werden die großen Dunkelheiten | der Steinkohlenwälder | auffahren | abwerfen | das glitzernde Laub | der Lichterjahre | nur ihre Seele aufdecken – «. – Auf einem zweifach gefalzten Bogen Japanpapier. Unten die Widmung »Für Dr. Bonhoff mit herzlichen Grüssen«, datiert und signiert. – Mit eigenhändig adressiertem Briefkuvert. – Dazu: Visitenkarte der Dichterin mit eigenhändigem Beileidsgruß an die Witwe Irmgard Bonhoff, datiert 14.7.65. In eigenhändig adressiertem Kuvert.

755  Wolfgang Simon [Leo Klünner] – Lattenreiher.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Leo Kettler Schüttelreime. Wolfgang Simon Holzschnitte. Berlin, Aphia 1991.

Eins von 60 Exemplaren. – Alle Blätter von Dichter bzw. Künstler signiert. – Auf schwerem Römerturm-Bütten. – Die Mappe enthält 24 Blätter und zwar, leicht abweichend vom Druckvermerk, acht Farbholzschnitte, sieben Textseiten und neun mit Holzschnitten verzierte. Der Holzschnitt-Titel auf abweichendem Papier und auf dem Mappendeckel wiederholt. – Hinter dem Pesudonym des Dichters verbirgt sich Leo Klünner (1922–2012), der schon kurz nach Zweiten Weltkrieg als Übersetzer der europäischen Moderne bekannt wurde. Wolfgang Simon (1940–2013), »Schüler im Geiste« Friedrich Sonnensterns, zählte zum Kreuzberger Künstlerkreis um Günter Bruno Fuchs. – Die Mappe erschien als bibliophile Ergänzung der gleichnamigen Buchausgabe.

61 : 44 cm (Mappe).

758  Jean Tinguely. Nachtschattengewächse.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

18. Juli bis 27. Oktober 1991 im KunstHausWien. Wien und München 1991. Mit zahlreichen, meist farbigen Tafeln und Abbildungen. Illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Katalog zur Wiener Ausstellung 1991, unter anderem mit einem schriftlich geführten Interview von Stefanie Poley mit Jean Tinguely, wobei dessen Antworten nach seiner Handschrift gedruckt wurden. – Titelblatt mit schwungvoll-blattfüllend gezeichneter Widmung für die langjährige Direktorin des Berliner Brücke-Museums Marie Magdalene Moeller »Jean mit Gruss Tinguely | 18 VII 1991«.

28,5 : 21,8 cm. 129, [1] Seiten.

762  The Bear Press – Bassompierre · Goethe · Hofmannsthal. Erlebnis des Marschalls v. Bassompierre.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Eine Erinnerung aus dem Jahre 1606. Holzschnitt von Jürgen Wölbing. Bayreuth 1986. Mit einem monogrammierten blattgroßen Holzschnitt. Originalhalbpergamentband mit marmorierten Deckelbezügen und vergoldetem Rückentitel.

Achter Druck der Bear Press Wolfram Benda. – Eins von 170 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Auf Zerkall-Bütten. – Im Druckvermerk vom Herausgeber signiert. – Sehr schönes Exemplar, ohne den Schuber.

26,0 : 17,5 cm. [4], 39, [5] Seiten.

Spindler 73.8

764  The Bear Press – Heinrich von Kleist. Ueber das Marionettentheater.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbholzschnitte von Hanns Studer. Bayreuth 1990. Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Batikpapierbezügen (Werner G. Kießig, Berlin).

13. Druck der Bear Press von Wolfram Benda. – Eins von 115 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Van-Dijck-Antiqua, auf Xuan-Chinapapier gedruckt und als Blockbuch gebunden. – Kleists Text folgt dem Erstdruck von 1810 in den »Berliner Abendblättern«. – Ohne den Schuber, ansonsten tadellos erhalten.

25,8 : 15,2 cm. [2], 37, [3] Seiten.

766  Burgart-Presse – Harald Gerlach. Einschlüsse. Aufbrüche.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Blätter zu sechs Monaten deutscher Geschichte. Rudolstadt 1991. Mit sieben kolorierten signierten Radierungen von Alfred Traugott Mörstedt. Originalpappband mit Buntpapierbezug (Ludwig Vater, Jena).

Vierter Druck der Burgart-Presse. – Eins von 130 Exemplaren der Ausgabe C (Gesamtauflage 230). – Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Die Radierungen auf Hahnemühle-Bütten. – Das Bezugspapier des Einbands entwarf der Künstler. – Harald Gerlach (1940–2001) »kommentiert« mit seinen Texten vom 8. Oktober 1989 bis zum 18. März 1990 den Umbruch in der DDR vom Mauerfall bis zur ersten freien Volkskammerwahl. »Das große chinesische Reich wurde ein Opfer der Mauer, die es bewahren sollte. Scheitern heißt, Gewohnheiten annehmen«.

27,3 : 31,3 cm. [36] Seiten, 7 Radierungen.

768  Burgart-Presse / Quetsche – Arno Schmidt. Tina

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

oder Über die Unsterblichkeit. Lithographien von Helge Leiberg. Witzwort und Rudolstadt 1994. Mit zahlreichen, teils blatt- und doppelblattgroßen, teils farbigen Lithographien. Originalpappband mit farbiger Lithographie über beide Deckel. Im Originalschuber.

Gemeinschaftswerk: Zehnter Druck der Burgart-Presse bzw. 18. Druck der Quetsche. – Eins von 20 Exemplaren der Ausgabe B mit einer beigelegten zusätzlichen Lithographie und hier getrüffelt mit einer weiteren, beide Blätter wie auch der Druckvermerk vom Künstler signiert (Gesamtauflage 130). – Schöner Pressendruck von Jens Henkel und Reiner Scheuble. Helge Leibergs impulsive Lithographien umrahmen, verdecken und ergänzen den von Hand gesetzten Text. – Tadellos erhalten.

47,0 : 33,0 cm. [24] Blätter.

771  Dürer-Presse – Unaulutu.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Steinchen im Sand. Ein Malerbuch von Frieder Heinze und Olaf Wegewitz. Herausgegeben von Hans Marquardt. Leipzig, Reclam 1985/86. Mit 68, teils signierten graphischen Blättern und Originalarbeiten sowie Annotationen der Künstler und 26 Reproduktionen nach Zeichnungen der Karaja-Indianer. Mit »Spielelementen« wie Schwirrholz, Reiskörnern, Schilfrohr, Flechtwerk von Palmblättern, Bambus, handgefertigtem Papier aus Rindenbast und Brennesseln. Handgefertigte Bindung mit Lederstreifen, Schilfrohren, Metallösen und reisgefüllten Holzleisten-Seidenpapierdeckeln. In Originalschuber und -jutesack.

6. Druck der Dürer-Presse. – Eins von 55 Exemplaren, die im Leipziger Reclam Verlag erschienen, weitere 55 erschienen in der Galerie Brusberg, West-Berlin, darüber hinaus 25 Künstlerexemplare. – Mit gestempeltem Auflagenvermerk, dort von Frieder Heinze signiert, nummeriert und datiert. – Sicher eines der ungewöhnlichsten Bücher der letzten Jahrzehnte und zumindest die Leipziger Exemplare waren trotz des für DDR-Sammler enormen Preises von 3.000 DDR-Mark sofort vergriffen. – Das Buch lebt von der Vielzahl der verwendeten Materialien und Techniken. Holzschnitte, Lithographien, Serigraphien wechseln sich mit Textseiten im Buchdruck, Fototafeln und den berühmten »Spielelementen« ab. – Die Konstruktion des »Einbandes« lässt die Demontage des Buches zu. »Das Buch entpuppte sich als eine Ausstellung, die man im Beutel tragen kann […] Wer sich mit dem Objekt beschäftigt, wird bald festellen, daß seine jüngste Tradition auf die Mitte der sechziger Jahre weist. Damals zeichnete sich etwa mit Michael Buthe und Dieter Rot eine ›Metamorphose‹ des Buches ab: Buch nicht als Informationsmittel herkömmlicher Art, sondern als Kunstobjekt, und zwar auch jenseits des ästhetisch sublimierten Malerbuches, das aus Paris kam.« (Lothar Lang, in »Die Weltbühne«, Heft 36/1986, S. 1067). – Unter den Texten verschiedene Abhandlungen zur indianischen Dichtung und Mythologie sowie die Rede »Wir sind ein Teil dieser Erde«, gehalten 1855 von Häuptling Seattle vor dem damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Franklin Pierce. – Frieder Heinze (geboren 1950) studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, war Meisterschüler bei Werner Tübke und Bernhard Heisig, seit 1977 freischaffend in Leipzig. Olaf Wegewitz (geboren 1949) arbeitet seit 1975 als freischaffender Künstler. Beide waren Mitveranstalter des legendären »1. Leipziger Herbst-Salon«.

Ca. 51 : 45 : 9 cm.

Spindler 67.7. – Isphording II, 160

776  Edition Dschamp – Ronald Galenza. An ungewißen Molen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Zeichnungen von Oskar Manigk zu Gedichten. Berlin 2006. Mit 19 Illustrationen nach Zeichnungen, elf blatt-, zwei doppelblattgroßgroß, eine signiert. Farbig illustrierter Halbleinenband.

Erste Ausgabe. – Originalgraphisches Künstlerbuch. – Eins von 50 Exemplaren, im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Buchidee, Auswahl der Texte und Graphiken von Thomas Günther. – Oskar Manigk (geboren 1934) lebt als freischaffender Künstler in Ückeritz (Usedom). 2005 erhielt er den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

33,5 : 26,0 cm. [46] Seiten.

777  Edition Dschamp – Thomas Günther. My Obsession is your Obsession.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

– A Book about the Rolling Stones. Berlin 2006. Zwei Originalleinenbände mit montiertem Deckelbild (Markus Rottmann). Zusammen im Schuber.

Sonderausgabe der Edition Dschamp. – Eins von 95 Exemplaren. – Mit Originalgraphiken, Collagen, Fotographien und Textbeiträgen von Thomas Günther, Claus Bach, Klaus Zylla, Pontus Carle, Michael Würzberger, Strawalde, Harald-Alexander KLimek, Peter Stupar, Uta Hünniger, Sabine Jahn, Jörg Wähner und anderen.

30,0 : 21,5 cm.

778  Edition Dschamp – Vier Künstlerbücher.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Berlin 1999–2011. Mit zahlreichen Originalgrafiken. Illustrierte Originalhalbleinenbände, zwei im Schuber.

Alle im Druckvermerk vom jeweiligen Künstler signiert, II und III auch von Autor und Herausgeber. – I. Thomas Brasch. Zwei offne Fenster oder Ein liebes Paar. 1999. Mit zwölf blattgroßen Serigraphien von Strawalde. Künstlerexemplar, neben der Auflage von 60 Exemplaren. – II. Kurt Bartsch. Mein schönes Gegenüber. Mit acht Algrafien von Angela Hampel. 2004. Eins von 50 Exemplaren. – III. Bert Papenfuß. Es gibt keine Freiheit. 2005. Mit sechs Farbradierungen von Christoph Meyer, eine davon lose, signiert und nummeriert. Eins von 40 Exemplaren. – IV. Staatsstreich. Jochen Berg Gedichte. Strawalde Standbilder und Zeichnungen. 2011. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotos und Zeichnungen. Eins von 40 Exemplaren. – Thomas Günther wurde 2003 für die seit 1993 herausgegeben Bücher der »Edition Dschamp« mit dem V. O .Stomps-Preis ausgezeichnet. Die Verbindung von erstpublizierten Texte, Original-Graphik und Fotografie bildet ein Spannungsverhältnis, das sich oft nicht an klassische bibliophile Muster und Vorstellungen hält.

779  Edition Maldoror – Fünf Werke der Edition.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Berlin 1990–2010. Alle mit Originalgraphik. Drei farbig illustrierte Originalhalbleinen-, zwei Originalpappbände.

I. Maximilian Barck. Der ewige Redner. 1990. Mit neun monogrammierten Linolschnitten von Martin Barber. Titelblatt von Autor und Künstler signiert. – II. Spiegelglas auf Stein. Eine Anthologie unter Stalin ermordeter sowjet-jiddischer Literaten. Gedichte und Prosa. 1992. Mit neun signierten Graphiken. Unnummeriertes Künstlerexemplar (Gesamtauflage 100). – III. Reinhard Gehret. Nerventheateranstalt. (Fölmen). 1996. Mit 16 signierten Graphiken. Eins 150 Exemplaren. – IV. Ilona Stumpe-Speer. Das Gedächtnis der Vögel. Gedichte. Mit fünf signierten Siebdrucken von Strawalde. 2009. Eins von 25 Exemplaren. – V. Jürgen Wellbrock. Schattenjagd. Mit vier Siebdrucken von Thomas H. Weber. Eins von 22 Exemplaren »hc« mit einem zusätzlich beigelegten Siebdruck (Gesamtauflage 41). Impressum vom Autor signiert. – Dazu: Miscellanea. Herzsprung II. Jahrgang. Berlin, Edition Wahre Größe [1996]. Mit Originalgraphik, Collagen und Zeichnungen. Originalhalbleinenband. Eins von 40 Exemplaren. Maximilian Barck zum 35. Geburtstag gewidmet.

780  Edition Maldoror – Fünf Künstlerbücher mit Texten von Gert Neumann.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Berlin 1993–2000. Farbig illustrierte Originalpappbände (Markus Rottmann).

I. Produktionsgewässer. 1993. Mit acht signierten Fotografien von Andreas Rost. – II. Das nabeloonische Chaos. 1993. Mit neun signierten Fotografien von Andreas Rost. – III. Tunnelrede. 1996. Mit sechs signierten Siebdrucken von Kai Selbar. – IV. Dresdner Vorlesungen. 1999. Mit acht signierten Serigraphien von Frank Herrmann. – V. Das Gespräch im Osten. Mit 15 signierten Serigraphien von Volker Mehner. – Jeweils eins von 50 bzw. 30 (III) Exemplaren. Von Autor und Künstler, IV nur vom Autor, im Druckvermerk signiert.

I. Papier der Fotoseiten an den Rändern mit schwachen Knickspuren. – II. Ränder leicht gewellt.

782  Edition Maldoror – Zwei Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Berlin 2001 und 2010. Lose Blätter und Graphiken in Originalleinenmappen, der Vorderdeckel von II handbemalt.

I. Wolfgang Hilbig. Gedichte mit fünf Radierungen von Volker Mehner. 2001. – Künstlerexemplar. Auf dem Titelblatt von Autor und Künstler signiert. Die Radierungen illustrieren fünf nach Hilbigs Manuskripten faksimilierte Gedichte. – II. Philipp Passeur. Verrücktes Vergessen. Graphiken von Klaus Zylla. 2010. Mit vier Serigraphien und einer Radierung, alle signiert. Eins von 10 Exemplaren.

31,3 : 22,6 cm (Mappenformat). 6 Blätter, 5 Radierungen; 5 Blätter, 5 Graphiken.

783  Edition Maldoror – René Char. Zerfaserung des Jutesacks.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Berlin, Edition l’Imagination au Pauvoir 2003. 34 Siebdrucke von Mikos Meininger. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband (Markus Rottmann).

Eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 60). – Herausgegeben von Maximilian Barck. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Aus dem Französischen übertragen von Lothar Klünner. – Künstlerische Gestaltung und Druck von Mikos Meininger im Atelier der »Herzattacke«. – Durchgehend farbig in Siebdruck gestaltete Seiten, Texte in Schreibschrift in die Graphik integriert.

28,5 : 44,7 cm. [34] Seiten.

792  Edition Maldoror – Maximilian Barck. Die scheinbar unzeitgemässen weiblichen Ikonen des Strawalde

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

oder Das Gedächtnis des Herzens ist dauerhaft. Berlin 2009. Mit sechs signierten Serigraphien von Strawalde, eine doppelblattgroß. Lose Blätter in handbemalter Originalleinenmappe.

Eins von zehn römisch nummerierten Exemplaren. – Ohne das Blatt Editionsvermerk, hier auf dem Titelblatt vom Autor signiert und nummeriert. – Dazu: Jacob Lehcie. Anschwellender Schrei. Lothar Böhme zum siebzigsten Geburtstag. 2008. Mit fünf signierten Serigraphien von Lothar Böhme. Eins von zehn Exemplaren.

31,5 : 22,5 cm. 7 Blätter, 6 Serigraphien; 7 Blätter, 5 Serigraphien.

793  Edition Quatre en Samisdat – Zwei Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Berlin 2003. Signierte Fotografien und Textblätter in zwei Originalleinenmappen, jede mit montierter Fotografie auf dem Vorderdeckel.

I. Gert Neumann. Berührt. Fünf Gedichte und fünf Tagebuchblätter. Mit fünf signierten Fotografien von Andreas Rost. Eins von 25 Exemplaren. Von Künstler und Dichter im Druckvermerk signiert. – II. René Daumal. Gedichte und sechs Fotografien von Klaus Elle. Ohne Druckvermerk.

31,2 : 22,6 cm (Mappenformat). – In II zwei Fotos und zwei Textblätter doppelt bzw. dreifach beigelegt.

795  Klaus Raasch – Jens Sparschuh. Schreib-Akte

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

mit fünf Holzschnitten von Klaus Raasch. Leipzig 2011. Mit fünf signierten Farbholzschnitten. Originalhalblederband mit Deckelschild.

Erster Druck der Reihe »SchriftBild«, herausgegeben von Herbert Kästner. – Eins von 20 römisch nummerierten Künstler- und Verlegerexemplaren, wie die 25 Vorzugsexemplare mit sechs signierten Farbholzschnitten, davon einer beigelegt, und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 140). – Im Druckvermerk vom Dichter und dem Buchgestalter Thomas Glöß signiert.

31,0 : 20,5 cm. 63, [1] Seiten, 6 Holzschnitte.

801  Klaus Zylla – Thomas Bernhard. Die Irren. Die Häftlinge.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Gedichte. Klaus Zylla · Zeichnungen. Berlin, Galerie auf Zeit 1994/1997. Mit 25 ganzseitigen Serigraphien, davon sechs farbig übermalt, signiert und datiert »97«. Originalhalbleinenband mit montierter Titelserigraphie auf dem Vorderdeckel.

Eins von 80 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Auf schwerem Kupferdruckpapier. – Der gesamte Text, geschrieben von Zylla, und alle Illustrationen wurden serigraphiert. Durch die sechs in Gouache übermalten Blätter, die von Exemplar zu Exemplar wechselten, entstanden 80 Unikatbücher. – Erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der »Galerie auf Zeit«, die im Dezember 1994 eröffnet wurde. Die Auflage wurde erst im Laufe der Folgejahre fertiggestellt. – Beilage: Ausstellungsplakat. Serigraphie und Offset. Eins von 100 signierten Exemplaren.

52,5 : 76,5 cm. [28] Seiten.

Katalog Würth 2003, Seite 116ff

804  Klaus Zylla – Antonin Artaud. Fragmente eines Höllentagebuchs.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Serigraphien und Text von Klaus Zylla. Berlin, Edition L’imagination au pouvoir 1998. Mit 32 blattgroßen Farbserigraphien. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Übersetzung des Textes aus »Le pèse-nerfs« stammt von Gerd Henniger. – Gedruckt von Thomas H. Weber im Atelier Herzattacke. – Auf Zerkall-Bütten. – Die Serigraphien vereinen die Bilder und den von Zylla handgeschriebenen Text. – »Einerseits wird die poetische und literarische Botschaft mit dem zugleich konkretesten wie abstraktesten Mittel – der Schrift – in die Anschaulichkeit übersetzt, andererseits lösen sich die Mittel der Malerei – Form und Farbe – gleichzeitig immer mehr von der dingverhafteten Darstellung bis hin zu rein ungegenständlichen Bildern. […] Klaus Zylla gehört ganz einfach zu jenen hellsichtigen künstlerischen Geistern, die dem lebenslänglichen Hiersein dadurch standhalten, dass sie sich Bilder vom versteckten Irrsinn machen, den wir in unserem närrisch-betriebsamen Alltag übersehen.« (Jörn Merkert, in: Klaus Zylla, Bilder und Künstlerbücher in der Sammlung Würth, Künzelsau 2003).

29,0 : 44,0 cm. [34] Seiten.

Katalog Würth 2003, Seite 124ff

807  Klaus Zylla – Thomas Brasch. Den eigenen Worten aus dem Sinn.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Gedichte. Klaus Zylla · Zeichnungen. Berlin, Galerie auf Zeit 2004. Mit 25 ganzseitigen Serigraphien und zwölf serigraphierten Textblättern. Originalpappband mit serigraphierter Deckelillustration (Markus Rottmann).

Eins von 30 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Illustrationen auf starkem Büttenkarton, die zwölf Gedichte in Rot auf Transparentpapier serigraphiert. – Die farbigen Vorsätze mit einem Begleittext »Der andere Thomas« des Herausgebers Thomas Günther.

50,0 : 35,0 cm. [28] Seiten, [12] Blätter.

808  Klaus Zylla – Egon Günther. Fritz und Lou betreten den Raum – eine Liebesgeschichte –

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

oder Friedrich und Lou – ein Traktat. Grafik Klaus Zylla. Berlin, Galerie auf Zeit 2007. Mit 16, meist ganzseitigen Serigraphien. Originalhalbleinenband mit serigraphierter Deckelvignette (Markus Rottmann).

Eins von 40 Exemplaren (Gesamtauflage 60). – Im Impressum von Autor und Künstler signiert. – »Die Idee dieses Künstlerbuches geht zurück auf das Friedrich-Nietzsche-Filmprojekt ›Das Messer (Nietzsche – Liebe, Tod, Verklärung)‹ von Egon Günther. Der hier vorliegende Prosatext wurde – in Form dieser Erstveröffentlichung – eigens für dieses Buch geschrieben. Durchaus beabsichtigte orthografische Eigenheiten folgen den Intentionen des Autors« (Druckvermerk). – Auf ungefalzten Velinbögen. Zylla zeichnete seine Illustrationen auf Andruckbogen eines spanischen Kataloges, dessen Textfragmente mitserigraphiert wurden.

64,5 : 52,5 cm. [34] Seiten.

809  Eremiten-Presse – Broschur.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Nummern 1–100, meist in den signierten Vorzugsausgaben, in 92 Bänden. Düsseldorf 1969–1980. Mit zahlreichen, teils farbigen Originalgraphiken. Originalbroschuren, meist illustriert.

Umfangreiche Folge, bis zum Jubiläumsband 100 nahezu vollständig – es fehlen nur die Nummern 31 und 95. – Von den meisten Bände erschien eine von Autor und/oder Künstler signierte Vorzugsausgabe. In dieser Art hier 29 Bände, weitere vier in der absoluten Vorzugsausgabe mit einer beigelegten signierten Originalgraphik. – Mit Texten von Gerd Hoffmann, Christa Reinig, Peter O Chotjewitz, Gerhard Rühm, Ernst Jandl, Martin Walser, Gabriele Wohmann, Christoph Meckel, Max Maetz, Mascha Kaleko, Friederike Mayröcker u. a. m. – Sehr gut erhalten. – Eine Beigabe.

19,0 : 12,5 cm.

811  Eremiten-Presse – 32 Werke der Presse,

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

teils in signierter Vorzugsausgabe, teils mit beigelegter signierter Extragraphik. Düsseldorf 1971–1982. Meist mit originalgraphischen Illustrationen. Originalbroschuren.

Alle in kleinen, teils nummerierten Auflagen erschienenen. – 19 Ausgaben im Druckvermerk von Autor und/oder Künstler signiert, davon sechs als Vorzugsausgaben. – Unter den Autor/inn/en Gabriele Wohmann (7), Marie Luise Kaschnitz (4), Bele Bachem (2), Margarete Hannsmann (2) u. a., die Illustrationen von Christoph Meckel, Klaus Endrikat, Axel Hertenstein, Bernhard Schultze, HAP Grieshaber u. a. – Meist als Blockbücher gedruckt und gebunden. – Sehr gut erhalten. – Vollständige Titelliste auf Anfrage.

30 : 21 cm.

812  Eremiten-Presse – Christa Reinig. Die Ballade vom blutigen Bomme.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Original-Linol- und Holzschnitte von Christoph Meckel. Düsseldorf 1972. Mit acht doppelblattgroßen signierten Originalgraphiken. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Eins von 180 Exemplaren. – Außergewöhnlich schönes und originell gestaltetes Künstlerbuch. Die Schnitte wurden jeweils in ein asymmetrisch gefalztes Büttenblatt gedruckt, auf der Außenseite jeweils Text und Nummerierung. – Auf festem Velin. – Handsatz aus der Block schmal, gedruckt von Rolf Dettling, gebunden bei Emil Weiland. – Dazu: Es braust mein Blut in blühender Brunst. Originalholzschnitte von Peer Wolfram zu Texten von Richard Wagner. Düsseldorf 1974. Mit 14 signierten Holzschnitten. Illustrierter Originalhalbleinenband. Eins von 200 Exemplaren. Die Holzschnitte entstanden bereits 1965. Abgedruckt auf gefalzte weiße Maschinenbüttenblätter, die Texte in Blau auf fliederfarbenem Papier. – Beigabe: Zehn weitere Editionen der Presse. 1967–1983. Unter anderem zwei signierte Erstausgaben von Gerhard Rühm.

33,5 : 24,5 cm. – Unterkante minimal bestoßen.

Spindler 90.19 und 90.25. – Reske 299 und 334

821  Sisyphos Presse – Franz Fühmann. Dreizehn Träume.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Mit sechs Originallithographien von Nuria Quevedo. Hamburg, Hoffmann und Campe 1985. Mit sechs signierten Lithographien. Originalpappband mit violettem Rücken und Rückentitel in Schwarzprägung, Deckel mit schwarzem Büttenbezugspapier. Im Originalschuber und -kassette (Dorfner-Werkstatt, Weimar).

Erster Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Die Auflage erschien zum Teil in der Edition Leipzig, zum Teil bei Hoffmann und Campe. – Der Text wurde von Hand gesetzt und auf grauem Bugra-Bütten gedruckt, die Lithographien auf Hahnemühle-Kupferdruckkarton. – Die buchkünstlerische Gestaltung leitete Volker Küster, Hamburg. – Mit diesem Werk begründete der Verlag Edition Leipzig eine der anspruchsvollsten Pressen der ehemaligen DDR. – Die Texte wählte Franz Fühmann (1922–1984) aus den seit 1960 entstandenen Traumtagebüchern aus. Der Autor verstarb vor dem Erscheinen des Bandes. – »Ein Realist, der niemals aufhörte, seine Träume der Wirklichkeit auszusetzen. Er ist darin weit gegangen. Und dass er sich an seinem Lebensende als Gescheiterten ansah, heißt nur, dass er die trügerischen Illusionen allen (scheinbaren) Gelingens endgültig hinter sich gelassen hat.« (Gunnar Decker in »Franz Fühmann. Die Kunst des Scheiterns. Eine Biographie«, Rostock 2009).

35,5 : 25,4 cm. 51, [1] Seiten. – Schuber mit schwachem Lichtrand.

Spindler 66.1. – Nicht bei Schöpke