ChristianHesse

Katalog 1 | Hesse-Auktionen
Katalog 1

1  Otmar Alt.

€ 800

Holzplastik. 1969. 35 : 26 : 26 cm. Signiert und datiert.

Acht farbig lackierte Holzscheiben und -formen lassen sich auf einer Gewindestange aus Holz beliebig kombinieren. – Unten an der Grundplatte mit der geritzten und eingebrannten Signatur und Datierung. – Ein ähnliches Multiple edierte die Galerie Regio in Lörrach 1970 in einer Auflage von zwölf Exemplaren (vgl. Buchholz/Magnani, Index of Multiples, Seite 22).

2  Giovanni de Angelis. Testa.

€ 300

Aquarell. 1971. 61,0 : 46,5 cm. Signiert und datiert.

Auf Bütten »C M Fabriano«. – Giovanni de Angelis wurde 1938 auf Ischia geboren. Bereits in jungen Jahren entstanden erste Kunstwerke. Auf Ischia lebende Künstler wie Werner Gilles und Hans Purrmann beeinflussten seinen Werdegang. – Erworben auf der Ausstellung der Westdeutschen Landesbank Münster 1976.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

3  Giovanni de Angelis. Cavallo e cavaliere.

€ 300

Tusche und Aquarell. 1975. 56,5 : 75,5 cm. Signiert und datiert.

Großformatige, sehr dynamisch-expressive Zeichnung . – Auf Bütten »C M Fabriano«. – Erworben auf der Ausstellung der Westdeutschen Landesbank Münster 1976.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

4  Horst Antes. Zweiäugig im Profil.

€ 450

Farbige Kreidezeichnung. 1967/68. 7,7 : 9,2 cm. Signiert und mit Widmung bezeichnet.

In dem Werbeprospekt der Galerie d’Eendt in Amsterdam zu »Symbiosion«, der Folge von zehn Farblithographien von Horst Antes zu Gedichten von Hans Andreus.

5  Shusaku Arakawa. Critical Mistake. Do you like this page?

€ 450

Farbserigraphie auf Silberfolie. 1971. 23,2 : 22,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 13/150. – In leuchtenden Farben auf »verspiegelte« Kunststofffolie gedruckt. – Als Beilage in der hier vorliegenden Vorzugsausgabe von Mechanismus der Bedeutung. Arakawa in Zusammenarbeit mit Madeline Gins. München, Bruckmann 1971. Mit zahlreichen Abbildungen. Originaleinband mit zwei Schutzumschlägen. – Der japanische Künstler Arakawa (1936–201) schuf zunächst graphische Arbeiten. Nachdem er sich in New York niedergelassen hatte begannen er und seine Partnerin Madeline Gins das Engagement in Architektur und Baukunst.

6  Emanoel Araujo. Bahia.

€ 450 ( R19 )

Sieben Farbholzschnitte. 1964. 53,5 : 37,0 cm. Signiert und datiert.

Exemplar 264/500. – Prächtige Farbholzschnitte, bis zu vier Farbstöcke wurden über die schwarzen Zeichnungsstöcke gedruckt. – Emanuel Araujo (geboren 1940 als Sklavennachfahre in Bahia) arbeitet als Bildhauer, Zeichner, Maler und Graphiker und kämpft zeitlebens gegen die Apartheid in Brasilien. Er leitet das von Oscar Niemeyer für São Paulo projektierte Museum für afro-brasilianische Kunst. – Die sieben großen Farbholzschnitte und drei gefalzte Textblätter, davon eins mit einem Farbholzschnitt als Titelvignette, lose in illustrierter Originalleinenmappe. Mit einem Begleittext von Odorico Tavares. – Ediert 1965 von in Sao Paulo bei Editôra Cultrix.

54,5 : 38,0 cm (Mappe).

7  Jean (Hans) Arp. 1, Rue Gabrielle.

€ 1500 ( R7 )

Douze eaux-fortes originales. Préface de Michel Seuphor. Paris, Éditions XXe siècle 1958. Zwölf Kaltnadelradierungen. Mit drei Text-Doppelblättern lose in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 60 Exemplaren auf chamoisfarbenem Velin »BFK Rives« (Gesamtauflage 90). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen gehen auf Jugendarbeiten Arps zurück. Die Zeichnungen entstanden 1914 für die Ausgabe eines der brahmanischen Andachtsbuches und wurden einige Jahre später auf Kupferplatten übertragen. Zeitgenössische Abbildungen der Zeichnungen fanden sich bereits 1915/16 in Walter Serners Zeitschrift »Sirius« und in Hülsenbecks »Schalaben, Schalomai, Schalamenzomai«. – Der Titel »Rue Gabrielle« bezieht sich auf Arps damalige Wohnanschrift in Paris.

29,4 : 32,5 cm. [12] Seiten, 12 Radierungen. – Umschlag leicht gebräunt und minimal stockfleckig. Innen und die Kassette gut erhalten.

Arntz 380-391. – Arp-Hagenbach A 362. – Garvey, Artist and the Book 6

8  Edgar Augustin. Szenen im Atelier.

€ 600 ( R19 )

Acht Radierungen. 1970. Ca. 33 : 24 cm (50 : 37,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 24/30. – Auf Velin »Rives«. – Die vollständige Folge der schönen Radierungen mit den mechanischen Figuren im Atelier. – Herausgegen von Evelyn Hagenbeck, Hamburg. – Jede Radierung in Passepartout eingelegt, alle zusammen mit dem Textblatt in der aufwändigen Leinen-Holz-Kassette, gefertigt von der Buchbinderei Metz, Hamburg. – Als Gesamtzyklus selten geworden. – Während seines Aufenthaltes in der Villa Massimo 1967 wandelt sich Augustins Zeichenstil: Die Formen werden schematischer, vermitteln den Eindruck von Konstruktionszeichnungen und erinnern, gerade in dieser fast technisch anmutenden Reduktion, an die 40 Jahre früher entstanden Werke Oskar Schlemmers und anderer Bauhauskünstler.

9  Stephan Balkenhol. Two Lizards and a Man.

€ 3000

Drei Bleigüsse. 1993. Je ca. 30 : 10 : 4 cm. Unterseiten mit eingeschlagenem Monogramm und Nummerierung.

Exemplar 75/85. – Ediert von der Kunstzeitschrift »Parkett«, eine Plastik rückseitig mit dem Aufkleber der Edition. – Mit den Schaumstoff-Formteilen im Originalkarton.

10  Stephan Balkenhol. Frau mit weißer Jacke.

€ 150

Zweifarbiger Holzschnitt. 2004. 43,5 : 32 cm (76 : 56 cm). Signiert.

Eins von 666 Exemplaren. – Auf getöntem Sommerset-Bütten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Dobje/Priess 73. – Griffelkunst 315 C2.

11  Eduard Bargheer. Sechs Holzschnitte.

€ 450

1935. 31,5 : 42,7 cm. Im Stock signiert und datiert.

Eins von 500 Exemplaren. – Auf Velin. – Titel: Die Elbe bei Ebbezeit; Weiden; Fischerhafen; Die Familie; Ankunft in der Nacht; Am Fenster«. – Gedruckt unter Aufsicht des Künstlers in der Druckerei der Dürer-Presse, erschienen im Verlag der Blätter für die Dichtung Dr. Heinrich Ellermann. – Mit Druckvermerk und zwei Textblättern lose im Originalumschlag. – Erster Druck der Reihe »Graphik Hamburger Maler«. – »Eduard Bargheer zählt zu den besten Hoffnungen der junghamburgischen Kunst« (Vorwort von Hugo Sieker). – Anfang der 1930er Jahre hatte Bargheer erste Radierungen geschaffen, meist Porträts. Seinen hier publizierten ersten Holzschnitten folgten nur noch wenige (Firenze und Pisa, 1945), bevor er sich wieder der Radierung und bald der Lithographie zuwandte.

Vereinzelte Ränder leicht stockfleckig.

Rosenbach 80–85

12  Eduard Bargheer. Ischia.

€ 1200

Zehn Farblithographien. 1965. 43 : 61 cm. Signiert und nummeriert.

Künstlerexemplar X/XX, neben der Auflage von 120. – Auf Velin, die Lithographien in Passepartouts geheftet. – Gedruckt von Manfred Hügelow, Berlin, ediert von der Galerie Valentien, Stuttgart. – Die vollständige Folge mit den zwei- und dreifarbigen Lithographien »Fischer am Strand«, »Häuser und Gärten im Frühling«, »Der Epomeo«, »Forio am Morgen«, »Häuser am Meer«, »Häuser und vegetative Formen«, »Forio im Sommer«, »Vulkanische Landschaft« »Ruinen am Meer« und »Dächerlandschaft«. – Mit den Textblättern, u. a. die Bilderläuterungen des Künstlers, lose in der Originalleinenmappe.

Die Mappe an den Rändern leicht stockfleckig. – Ein Passepartout leicht geknickt, die Lithographien tadellos.

Rosenbach 189–198

13  Eduard Bargheer. Afrika.

€ 750

Zehn Farblithographien. 1966. 42,8 : 59,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Künstlerexemplar XIX/XX, neben der Auflage von 120. – Auf Velin. – Gedruckt von Manfred Hügelow, Berlin, ediert von der Galerie Valentien, Stuttgart. – Die vollständige Folge mit den meist drei- und vierfarbigen Lithographien »Tozeur«, »Tunesische Wüste«, »Marrakesch«, »Cairo«, »Tam-Tam«, »Der Niger«, »Casablanca«, »Bamako«, »Der Atlas« und »Der Nil«. – Mit den Textblättern, u. a. die Bilderläuterungen des Künstlers, lose in Originalleinenmappe. – Dazu: Eduard Bargheer. Sahara. Fünf Farblithographien. 1967. 42,3 : 58,5 cm. Signiert und datiert. Unnummeriertes Exemplar auf Römerturm-Bütten. Vollständige Folge, ediert vom Fackelträger-Verlag Hannover. – Mit dem Titelblatt lose in der Leinenmappe. Titelblatt fleckig.

Blattränder minimal vergilbt, insgesamt aber sehr gut.

Rosenbach 224–233 und 234–238

14  Eduard Bargheer. Sahara.

€ 500

Fünf Farblithographien. 1967. 42,3 : 58,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 46/50, eins von 40 auf Römerturm-Bütten. – Die Lithographien im Stein mit »Bargheer 66« und unten rechts mit Bleistift »Bargheer 67« signiert. – Gedruckt von Manfred Hügelow, Berlin, ediert vom Fackelträger-Verlag Hannover. – Vollständige Folge, mit dem Titelblatt lose in der Originalhalbleinenmappe.

Rosenbach 234 – 238

15  Eduard Bargheer. Sophokles Antigone.

€ 600

Zehn Aquatintaradierungen. 1967. 43,5 : 38,0 (bzw. 30,8) cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar XLIII/75, eins von 50 signierten Suitenexemplaren ohne Text. – 25 Suiten erschienen mit Text, ferner 175 Buchausgaben. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, und ediert von Gotthard de Beauclair in seinem Verlag Ars librorum. – Das Porträt von Athena in Ocker gedruckt, die von Ismene, Kreon, Antigone und Haimon in Rötel. – Als signierte Suite selten.

Rosenbach 242–251

16  Eduard Bargheer. Inselfrühe.

€ 300

Radierung. 1967. 42,0 : 32,0 cm (51,0 : 40,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 86/235. – Auf Velin mit dem Trockenstempel der Edition. – In: Salvatore Quasimodo. Insel des Odysseus. Isola di Ulisse. Gedichte. Edition de Beauclair, Portfolio-Ausgaben mit Originalgraphik zeitgenössischer Meister, 3. – Mit dem Text auf grauem Kupferdruckkarton zusammen in Originalleinenmappe. – Tadellos.

Rosenbach 254. – Spindler 40.41

17  Eduard Bargheer. Gärten und Felsen auf Ischia.

€ 1200

Zwei Kaltnadel- und drei Farbradierungen. 1968. 38,0 : 55,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 10/30. – Auf Bütten, weitere sieben Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Die vollständige Suite, mit dem Titelblatt in der Originalleinenmappe. – Tadellos erhalten, selten.

Rosenbach 260–264

18  Eduard Bargheer. Hellas.

€ 800

Sechs Farb- und drei Kaltnadelradierungen. 1970/71. 39,5 : 53,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 19/30. – Auf Bütten, weitere zwölf Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Die vollständige Suite mit den schönen zwei- und dreifarbigen Radierungen »Vor Athen«, »Akropolis«, »Athen«, »Parnass«, »Golf von Itea« und »Griechische Inselwelt«. – Mit dem Titelblatt und einem Essay von Rudolf Hagelstange lose in der Originalseidenmappe.

Titelblatt links oben mit schmalem Eckknick, sonst tadellos.

Rosenbach 284–292

19  Eduard Bargheer. Magna Graecia.

€ 750

Zwölf Kaltnadelradierungen mit Aquatinta, davon neun farbig. 1971/72. 39,5 : 53,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 41/50. – Auf Bütten, weitere 15 Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, verlegt von Roman Norbert Ketterer, Campione. – Vollständige Folge der prächtigen Radierungen zur griechischen Mythologie und deren Helden und Landschaften. – Die Radierungen in der Platte mit »Bargheer 71« signiert, mit Bleistift alle mit »Bargheer 72«. – Mit den Textblättern, u. a. der Einführung des Künstlers, lose in der Originalleinenmappe. – Tadellos erhalten.

Rosenbach 293–304

20  Eduard Bargheer. Hellas 2.

€ 750

Zehn Kaltnadelradierungen mit Aquatinta, davon vier farbig. 1973. 40,0 : 53,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar II/XIII, eins der Künstlerexemplare, wie auch die 35 Exemplare der Auflage auf Bütten. – Alle Blätter auch in der Platte signiert und datiert. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Mit drei Textblättern, u. a. das Vorwort von Herbert V. Buttlar, lose in Originalleinenkassette. – Die Radierungen ausnahmslos mit Figuren der griechischen Mythologie und Antike. – Tadellos erhalten.

Die Kassette minimal fleckig, innen tadellos.

Rosenbach 313–322

21  Eduard Bargheer. 7 Beispiele zum graphischen Werk.

€ 750

Vier Farblithographien, zwei Farb- und eine Kaltnadelradierung. 1974. 53,5 : 40,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 73/75. – Auf Velin, weitere 25 Exemplare wurden auf Bütten abgezogen. – Die Beilage zur Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses der Druckgraphik enthält: »Selbstbildnis« (Kaltnadel 1970), »Blankenese« und »Südlicher Garten« (Farbradierungen 1973) sowie »Torrione«, »Griechische Inselwelt«, »Wüstendorf« und »Kamele in der Wüste« (Farblithographien 1973). – Tadellos erhalten.

Rosenbach 280 und 336–341

22  Lothar Baumgarten. Eklipse.

€ 450 ( R7 )

Düsseldorf, Richter 1997. Mit zahlreichen meist farbigen Illustrationen. Originalbroschur.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigegebenen, großformatigen zweifarbigen Graphik. Diese und der Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. Die Graphik bezieht sich auf die Schriftinstallation »Eklipse« im Frankfurter Portikus. – Die Monographie dokumentiert die Projekte »Frankfurter Brief« (1989–1991), »Entenschlaf« (1991–1992) und »Eklipse« (1992–1993). Die Einleitung schrieb Thomas Wagner. – Der Beuys-Schüler Baumgarten (geboren 1944) lebt und arbeitet in Berlin, seit 1994 auch als Professor der dortigen Universität der Künste.

34,0 : 27,0 cm. 64, [8] Seiten. – Graphik: Auf Velin d’Arches, 75,7 : 56,0 cm.

23  Joseph Beuys. Schautafeln für den Unterricht I und II.

€ 2500

Zwei Fotografien auf Pappe aufgezogen, Tafel 1 mit Zinkklischee, Schwefel und eigenhändigem Text. 1971. Je 83 : 105 cm. Signiert, datiert, nummeriert und bezeichnet.

Exemplar 137/202, die geplante Auflage wurde nicht erreicht, nur 150 Exemplare wurden fertiggestellt. – Herausgegeben von der Edition Tangente, Heidelberg. – Der von Beuys eigenhändig mit Tinte geschriebene Text auf Tafel 1 bezieht sich auf eine 1963 geplante, jedoch nicht ausgeführte Aktion bei Ostende: Beuys errichtet am Meer einen Betonkubus, in dem eine zum Samuraischwert geschnittene Blutwurst liegt. Ein Sender auf dem Betonbunker strahlt den [von Beuys auf der Tafel niedergeschriebenen] Text aus.« (Schellmann). – Das Zinkklischee mit einer Seite aus einer japanischen Kunstzeitschrift mit einem Artikel über Beuys und Abbildung des Filzanzugs. – Tadellos erhalten.

Vom Vorbesitzer in weiß lackierte Holzleiste gerahmt. Die Rahmen können mit erworben werden, Hinweise dazu am Anfang des Kataloges.

Schellmann 31

24  Joseph Beuys. Druck 1 und Druck 2.

€ 900

Buchdruck auf Kunstdruckkarton mit handschriftlichem Text und Stempel bzw. Buchdruck mit Schwefel auf Karton. 1971. Je 80 : 57 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 99/202. – Auch hier wurde die geplante Auflage, die sich an der Seitenpaginierung der Vorlage orientierte, nicht erreicht. Nach Schellmann wurden nur 120 Exemplare fertiggestellt. – Beide Blätter mit Klischeedruck der Seite 202 aus einer japanischen Kunstzeitschrift, die auch schon bei den »Schautafeln« verwendet wurde. – Blatt 1 mit der (hier mit blauer Tinte geschriebenen) Textzeile »Der Eurasier läßt schön grüßen | Joseph« und dem »Hauptstrom«-Stempel. – Auf Blatt 2 signiert und nummeriert. – In Beuys’ Vorstellung von Eurasia gelingt die Wiedervereinigung des Ost- und Westmenschen, den Beuys als intuitiv-meditativ bzw. rational-analytisch beschrieb.

Linker Rand von Blatt 1 minimal verfärbt.

Schellmann 36

25  Joseph Beuys. Hasenzucker.

€ 2500

Zweifarbige Serigraphie auf Karton. Ein verpackter Zuckerwürfel in Pappschachtel mit Wattepolster. 1972. 51 : 89 cm bzw. 6 : 7 : 10,5 cm. Mehrfach signiert und gestempelt, nummeriert und betitelt.

Exemplar 24 bzw. 26/40. – Der Siebdruck mit einer stark vergrößerten Fotografie des Zuckerwürfels. Signiert, nummeriert und betitelt. – Zuckerwürfel auf der Papierhülle gestempelt und mit Tinte signiert, die Schachtel auf der Unterseite mit Bleistift signiert und nummeriert sowie mit dem Stempel der Edition Staeck, Heidelberg. – Die Zuckerwürfel hatte Beuys während der documenta 5 in Kassel gefunden und wegen des Hasenmotivs, das in seinem Œuvre besonders häufig vorkommt, für die Edition verwendet. »Der Hase ist das Element der Bewegung, der Aktion, die den starren Kunstbegriff ändert. Dann ein Bewohner von Eurasien, der über alle Grenzen hinweggeht und sogar mit der Berliner Mauer fertig wird. Damit hängt die Idee der großen Einheit zusammen, die von Mitteleuropa ausgeht. Der Hase ist ein altes germanisches Symbol: Sein Osterei bedeutet Neubeginn, Frühling, Auferstehung. Er steht als alchemistisches Zeichen für Umwandlung.« (Beuys 1985, zitiert nach Schellmann). – Makellos erhalten, sehr selten.

Schellmann 54 a + b

26  Jonas Hafner und Joseph Beuys. Plakat-Kreuz Friedensfeier.

€ 2000

Mixed Media (Papier, Pappe, Heftklammern, Klarsichtfolie, Wollfäden). 1972. 93 : 38 : 1 cm. Signiert, datiert, nummeriert und mit Text von Hafner, von Beuys monogrammiert.

Exemplar 32/33. – Das seltene Multiple entstand aus zwei fotokopierten Fotografien von Ute Klophaus, aufgenommen bei der Aktion »Friedensfeier« (Mönchengladbach, Karfreitag 1972) und einer fotokopierten Radierung des Beuys-Schülers Josef Hafner. Die drei Blätter wurden auf Kartonblätter geklammert und diese zu einem Kreuz verbunden. – Mit grünen Linolschnittverzierungen (Palmzweige) und eigenhändigem Text von Hafner. – Von Joseph Beuys monogrammiert und mit dem »Hauptstrom«-Stempel versehen. – Das kreuzförmige Objekt in einer Folienhülle, die an den angebrachten farbigen Wollfäden aufgehängt werden kann.

Schellmann 63

27  Joseph Beuys. Esse. 1951.

€ 1200

Holzschnitt. 1973-74. 27 : 25,5 cm (50 : 65 cm). Signiert, nummeriert und mit »1951« bezeichnet.

Exemplar 5/50. – Handabrieb des 1951 entstandenen Holzstocks in schwarzer Farbe. – Blatt 4 der fünfteiligen Folge der frühen Holzschnitte, die der Propyläen Verlag Berlin 1973/74 edierte. Es erschienen je 50 Exemplare in Braun und Schwarz. – Sehr gut erhalten.

Oben an den Ecken hinter Passepartout montiert.

Schellmann 94

28  Joseph Beuys. Hier Ende der Implosion.

€ 2500

Holzskulptur mit Bleistiftzeichnung. 1974. 22,5 : 31,5 : 14,5 cm. Signiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 22/∞, von der zunächst unlimitiert geplanten Auflage wurden nur 120 ausgeführt. – Auf der rechten Seite die kleine Zeichnung, auf der Schräge die Titelzeile über Bleistiftpfeil. – Rückseitig signiert und nummeriert. – Herausgegeben von der Edition Staeck, Heidelberg, mit deren Stempel an der Unterseite des Holzkeils. – » ›Implosion‹, im Gegensatz zur Explosion das schlagartige Eindrücken eines (luftleeren) Gefäßes durch Überdruck von außen, wird als Analogie für den Einbruch des Geistes, für Inspiration gesetzt. Aus dem Unendlichen/Übersinnlichen kommend, das durch das seitlich angebrachte Unendlichkeitszeichen indiziert ist, bricht sie ins Sichtbare, in Materie ein, benutzt den – bremsenden – Holzkeil als Gleiter (Schlitten, Vehikel) zur Landung, überbrückt zwei räumliche Ebenen und zielt erdwärts.« (Dierk Stemmler, Schellmann, S. 547). – Die strukturell unverwüstliche Holzskulptur hier zudem ohne jegliche Verfärbungen.

Schellmann 121

29  Joseph Beuys. Dokumentatie.

€ 300

Offsetdruck. 1975. 57,7 : 37,3 cm. Signiert und mit drei Stempeln.

Anlässlich der Ausstellung im Maastrichter Bonnefantenmuseum. – Das Plakat farbig gestempelt mit »Deutsche Studentenpartei«, »Hauptstrom« und »Fluxus Zone West«. – Mit einem Textauszug aus »Jeder Mensch ist ein Künstler« in niederländischer Übersetzung.

Rückseitig Klebereste von Anheftung. Leichte Knitter, linker Rand mit winzigem Einriss.

Van der Osten 63. – Weiß/Britsch 43

30  Joseph Beuys. Hut.

€ 400

Bleistiftzeichnung. 6,8 : 8,0 cm. 1979. Signiert.

Eins der zentralen Motive im Œuvre des Künstlers. – Auf dem Beilageleporello zum Ausstellungskatalog »Joseph Beuys. Zeichnungen · Tekleningen · Drawings« (Museum Boymans-van Beuningen Rotterdam 1979–1980). – Die Ausstellung wurde im Anschluss in der Nationalgalerie Berlin, der Kunsthalle Bielefeld und im Wissenschaftszentrum Bonn gezeigt.

Katalog: 29,7 : 21,0 cm. 293, [1] Seiten. Umschlag mit kleinem Einriss.

31  Georges Braque. La femme à la mandoline.

€ 1800

Farblithographie. 1945. 34,3 : 17,0 cm (36,5 : 28,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 220/225. – Auf Velin. – Das Frontispiz zur ersten Auflage von »Braque, Le Patron« von Jean Paulhan, 1945 gedruckt und verlegt bei Mourlot, Paris.

Etwas verblasst, die Ränder hinter dem Passepartout gebräunt.

Vallier 27. – Hatje V

32  Georges Braque. Helios V.

€ 4500

Farblithographie. 1948. 51 : 42 cm (66 : 50 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 51/75. – Auf Velin d’Arches. – Gedruckt bei Mourlot, Paris. Ediert von D.-H. Kahnweiler. – Das zentrale Motiv, der wagenfahrende Sonnengott Helios, scheint bei Braque bereits 1932 in der Lithographie »Athêne« auf. Eine erste, noch zeichnungshafte einfarbige Fassung von 1946 entwickelte Braque dann innerhalb weniger Monate in verschiedenen Farbvarianten. Die vorliegende fünfte Fassung darf als die vollendetste gelten. Mourlot erinnerte sich später: »Bei dem Wagen wurden nicht weniger als vier Blautöne benutzt. Um die Kraft des Bildgegenstandes zu verstärken, brauchte der Künstler einen Rahmen mit vier übereinandergedruckten Farbtönen, um zu dem gewünschten Ergebnis zu gelangen« (zitiert nach Vallier).

Rückseitig unten links verblasster Stempel. Rückseitig Ränder mit Spuren ehemaliger Anheftung.

Vallier 40

33  Georges Braque. Porträt aus »Le tir à l´arc«.

€ 1000

Lithographie. 1960. 21,0 : 14,5 cm (37,5 : 28,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 32/70. – Aus der Suitenauflage auf großem Papier. – Auf Velin »Rives«. – Eine von acht Lithographien, die zusammen mit einer Radierung und zwei Holzschnitten Texte zum Bogenschießen illustrierten. – Gedruckt bei Desjobert auf China und auf Velin aufgewalzt.

Gerahmt, in Passepartout montiert.

Vallier 153.IX. – Hatje XXXI.9

34  Georges Braque. L’oiseau bleu et gris. (Der blau-graue Vogel.)

€ 6000

Farblithographie. 1962. 32,0 : 26,8 cm (32,0 : 53,0 cm). Signiert.

Exemplar 89/100 (Gesamtauflage 110). – Gedruckt von Mourlot, Paris, auf einem gefalzten Doppelblatt Velin d’Arches. – Als Beilage in der hier vorliegenden Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses Georges Braque. Das graphische Werk. Einleitung von Werner Hofmann. Stuttgart, Hatje 1961. Originalleinenband mit -schutzumschlag, zusammen mit der Lithographie im Originalschuber.

Vallier 174

35  Georges Braque. Oiseaux noir, fleurs jaune.

€ 750

Farblithographie. 1963. 42,7 : 32,0 cm (66,7 : 49,5 cm).

Exemplar 109/300. – Gedruckt bei Mourlot auf Velin »BFK Rives«. – Wurde mit Text als Plakat für die 5. Biennale in Menton verwendet. – Dazu: George Braque. Oiseaux et lotus. Farblithographie, wohl nach einem Gemälde. 1963. 60,3 : 42,3 cm (70,7: 48,3 cm). Auf Velin. Gedruckt bei Maeght, Paris, anlässlich einer Braque-Ausstellung, hier in der Variante ohne Text. Das Motiv findet sich bereits 1949 als Lithographie in Illiazds »Poésie de mots inconnus« und erneut 1961 auf dem Plakat zur Louvre-Ausstellung »L’Atelier de Braque«. Unterrand mit zwei Fehlstellen.

36  Peter Brüning. Legende.

€ 500

Farbserigraphie. 1965. 69,5 : 60 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 36/50. – Auf Velin. – Aus der gleichnamigen Mappe, die insgesamt fünf »Legenden« enthielt. – Das Motiv der fiktiven Landkarte findet sich Mitte der 1960er Jahre vielfach variiert in Brünings graphischem Œuvre. – Sehr farbfrisch.

Unten links Beschädigung der Papieroberfläche, Ränder leicht geknittert.

Otten DG 57

37  Peter Brüning. Umleitung.

€ 600

Fünf Farbserigraphien. 1969. Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Die ersten vier auf glattem, weißem Karton gedruckt und am Unterrand vom Künstler bezeichnet mit »U – B-I« bis »U – B-IV«, was die Reihenfolge im Werkverzeichnis korrigiert. – I. 79 : 59,5 cm. Ex. 94/100. – II. 59,5 : 69,5 cm. Ex. 32/100. – III. 84 : 59,5 cm. Ex. 10/100. – IV. 53 : 84 cm. Ex. 88/100. – V. 77,5 : 59,3 cm. Ex. 120/300. Auf dünnerem Papier.

Blätter I und V mit kleinem Eckknick, linker Rand von Blatt IV leicht angestaubt.

Otten 69, 72, 71, 73, 70

38  Wolff Buchholz. Artistischer Rundtanz.

€ 400

Tempera und Bleistift auf weißer Malpappe. 1967. 51 : 69,5 cm. Signiert, datiert und mit Widmung.

Schwungvolle und großformatige Arbeit, das Motiv findet sich mehrfach in Wolff Buchholz’ graphischem Œuvre dieser Zeit. – Unten mit Widmung »für Walter Aue«. – Rückseitig nochmals signiert, datiert und betitelt sowie mit »Nr. 81 (Bochumer Katalog) Nr. 5« und »Sammlung Walter Aue (Leichlingen)« bezeichnet. – 1967 erschien für die Ausstellung in der Städtischen Kunstgalerie Bochum ein Katalog mit einem Text von Walter Aue.

39  Alexander Calder. Red, Blue and Yellow Spheres.

€ 300

Farblithographie. 1967. 65 : 50 cm. Im Stein signiert und datiert, nummeriert.

Exemplar 99/200. – Auf Velin »Rives«.

40  Marc Chagall. L’horloge.

€ 4500

Farbradierung nach einem Gemälde. 1956. 31,1 : 23,3 cm (55,9 : 38,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 279/300. – Von Chagall mit Bleistift signiert und nummeriert. – Auf Velin »BFK Rives«. – In der Platte Chagalls Signatur des Gemäldes und »Gravé par G. Visat«. – Prächtiger farbkräftiger Druck, ediert von Maeght, Paris.

Aufwändig gerahmt, an der Passepartoutkante etwas gebräunt.

Maeght 1202

41  Marc Chagall. L’oiseaux vert.

€ 250

Farblithographie nach einem Gemälde. 1962. 65 : 50 cm (70,0 : 53,4 cm ).

Eins von 1500 Exemplaren. – Gedruckt von Mourlot für die Einzelausstellung der Galerie Maeght im Sommer 1962. – Dazu: Verkleinerter Offsetdruck des Plakats »Vence, Cité des arts et des fleurs (1954, vgl. Sorlier 26).

Die äußersten Ecken leicht geknittert, unten links mit Ausdünnung durch ehemalige Anheftung.

Sorlier 40

42  Corneille [Cornelis van Beverloo]. Image de New York. Seize dessins.

€ 1500

16 Photolithographien nach Zeichnungen. 1958/59. 43 : 34 cm. In den Platten signiert und datiert.

Exemplar 5/5 der Vorzugsausgabe auf Japon nacré (Gesamtauflage 85). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Ediert 1959 von Georges Fall, Paris. – 16 Blätter in einem Umschlagblatt und einem Doppelblatt mit Titel, Druckvermerk und Nachwort des Künstlers. – Corneille (1922–2010) gründete zusammen mit Karel Appel, Constant Nieuwenhuys und anderen Neo-Expressionisten die internationale Künstlergruppe »CoBrA«.

Einige Ecken leicht geknickt.

43  Alan Davie. Hommage a Picasso.

€ 300

Farblithographie. 1972. 50 : 60 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 52/90. – Auf Velin »BFK Rives«. – Aus dem gleichnamigen Mappenwerk, das 1973/94 im Berliner Propyläen Verlag und der Pantheon Press in Rom erschien und Arbeiten von mehr als 100 Künstlern enthielt. – Der schottische Maler und Musiker James Alan Davie (1920–2014) gehörte zu den bedeutenden Vertretern der Abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg.

Minimale Knicke am Unterrand.

44  Sonia Delaunay. Six planches

€ 8000

gravées à l’eau-forte avec un texte liminaire de l’Auteur. Sechs Farbradierungen. 1966. 40,5 : 36,5 cm (64 : 45,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 45/100, eins von 90 der allgemeinen Ausgabe (Gesamtauflage 100). – Die vollständige Folge der Radierungen auf Velin »Rives«. – Gedruckt bei Lacourière, Paris. – Die vielfarbigen Konstruktionen spielten im Œuvre der Künstlerin eine zentrale Rolle. In ihrer handschriftlich lithographierten Einleitung schreibt Sonia Delaunay: »de même avec les couleurs, c’est la poèsie les mystere d’une vie interieure qui se dégage rayonne et communique. A partir de lá on peut créir librement un language plastique nonreau«. – Mit den beiden Doppelblättern lose in der blauen Originalleinenkassette.

Eine Radierung unten mit winzigem Eckknick, sonst tadellos.

45  Walter Dexel. Figuration 1922 II.

€ 400

Holzschnitt. 1922. 12,5 : 6,5 cm (15,5 : 10,6 cm). Im Stock monogrammiert.

Vom Stock gedruckt. – Auf der Einladungskarte zur Ausstellung »Walter Dexel / Reinhard Hilker« in der Galerie von Garvens, Hannover. – Am Unterrand typographisch signiert und bezeichnet. – Dazu: Vier Publikationen der Galerie von Garvens: XV. Ausstellung: Kinderzeichnungen. 1922. Illustrierte Originalbroschur. – Ausstellung Willi Baumeister. 1922. Einblattdruck. – XIX. Ausstellung: Otto Gleichmann · Kurt Schwitters · Wilhelm Gross. 1922. Mit drei mintierten Abbildungen, je ein Kunstwerk der drei Künstler. – Werbeblatt zu Lasar Segalls Lithographien zu Charles Louis Philippes »Bübü«. – Die Galerie von Garvens, im Auge des Hannoveraner »Merz-Sturms« tätig, war ein wichtiger Multiplikator für die Avantgardekünstler um Schwitters.

Alle sehr gut erhalten.

Vitt 13

46  Jim Dine. Wall Chart III.

€ 1000

Farblithographie. 1974. 121,9 : 88,9 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 5/14. – Gedruckt in Weiß und Schwarz auf Velin »Rives«. – »›Wall Chart I‹ throught ›Wall Chart IV‹ were based on a tile floor Dine installed in a bathroom in his house in Putney, Vermont, the previous summer. On the prints that were thirty-six to forty-eight colors, many colors were printed from a single stone by using small rollers and only inking a small section a particular color« (Riva Castleman). – Die seltene »Inverse«-Variante. Die unter Verwendung von Zinkplatten gedruckten vielfarbigen Varianten I und II erschienen in Auflagen von 90 Exemplaren.

Rückseitig etwas fleckig und mit Montierungsresten. – Die linken Ecken minimal gestaucht.

Castleman 168

47  Jim Dine. Wall Chart IV.

€ 1000

Farblithographie. 1974. 121,9 : 88,9 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 5/14. – Gedruckt von vier Steinen in drei Farben auf weißes Velin »Rives«.

Rückseitig Montierungsreste und leicht Flecken, recto ein Fleck im linken Rand.

Castleman 169

48  Otto Dix. Segelboot auf dem Untersee.

€ 6000

Aquarell über Bleistift. Um 1955. 16 : 23 cm. Signiert.

1946 war Otto Dix aus französischer Kriegsgefangenschaft nach Hemmenhofen am Untersee nahe Konstanz zurückgekehrt, wo er – von häufigen Aufenthalten in Dresden unterbrochen – bis zu seinem Tod 1969 lebte und arbeitete. – Die Landschaft um den Bodensee wurde ein häufiges Motiv im späten Œuvre. Besonders in den akzentuierenden Linien scheint der Expressionist Dix nochmals auf. – Auf Büttenkarton. – Im Werkverzeichnis ist das Aquarell unter »A 50er J/94« registriert. – Aus einer Hamburger Privatsammlung.

49  Otto Dix. Tragende Apfelbäume am Bodensee.

€ 6000

Aquarell über Bleistift. Um 1955. 16,0 : 22,5 cm. Signiert.

Auf Aquarellkarton. – Dix legte die Malfläche zunächst mit Bleistiftlinien fest und zeichnete die Umrisse der grundsätzlichen Motive. Beim Aquarellieren wurden die Einfassungslinien dann teils ignoriert, was den kleinformatigen Aquarellen einen besonderen Reiz verleiht. Der zu seinen expressionistischen Anfängen zurückkehrende Dix entgeht dadurch bei den späten Bodensee-Ansichten einer im Sujet begründeten Lieblichkeit. – Im Werkverzeichnis mit diesem Titel und der Werknummer »A 50er J/93« registriert.

50  Otto Dix. Am Untersee.

€ 5000

Aquarell über Bleistift, Fettkreide. Um 1955. 17 : 23,5 cm. Signiert.

Auf Büttenkarton. – Im Werkverzeichnis unter diesen Titel und der Nummer »A 50er J/106« registriert.

51  Otto Dix. Blühende Bäume am Bodensee.

€ 5000

Aquarell über Bleistift. 1955. 15,5 : 22,0 cm. Signiert und datiert.

Auf Aquarellkarton. – Im Werkverzeichnis unter diesem Titel und der Nummer »A 1955/055« registriert.

52  Otto Dix. Lachendes Mädchen.

€ 1500

Farblithographie. 1964. 58,7 : 33,5 cm (76,0 : 51,8 cm).

Unsignierter Probedruck, ehemals im Besitz von Dix’ Drucker Roland Erhardt. – Auf Van Gelder Zonen-Bütten. – Der in Hellblau gedruckte Zeichnungsstein noch im zweiten Zustand (mit dem Fleck an der rechten Achsel), die übrigen Farbsteine (Hellbraun, Ocker und Rosa) im endgültigem Zustand (III). – Mit einer Expertise von Florian Karsch. – Rückseitig von Roland Erhardt betitelt und mit Widmung »Für Werner herzlichst von Roland«.

Minimale Griffspuren.

Karsch 295 II-III A

53  Peter Doig. Pelican.

€ 900

Farbradierung. 2004. 19,5 : 14,5 cm (53,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Aus der Radierfolge »Black Palms«. – Auf Velin, sehr gut erhalten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg.

Griffelkunst 313 A1

54  Peter Doig. Haus der Bilder.

€ 900

Farbradierung. 2004. 19,5 : 14,5 cm (53,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Aus der Radierfolge »Black Palms«. – Auf Velin, sehr gut erhalten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg. – Peter Doig, Jahrgang 1959, lebte, studierte und arbeitete im Laufe der Jahre in Trinidad, Kanada und England. Bevor er sich im Jahr 2000 auf Trinidad niederließ, war er in der Tate Gallery tätig. 2005–2012 hatte er eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf inne.

Griffelkunst 313 A2

55  Friedrich Einhoff. Ohne Titel.

€ 500 ( R19 )

Acryl und Fettkreide auf Sand. 1988. 31 : 36 cm. Signiert und datiert.

Durch die strukturelle Vielschichtigkeit und die Verwendung von teils eingefärbtem Sand erreichte Einhoff eine sehr differenzierte Bildwirkung. – Friedrich Einhoff (1936–2018) studierte in Hamburg unter anderem bei Alfred Mahlau und Willem Grimm. Von 1978 bis 1991 unterrichtete er an der dortigen Fachhochschule für Gestaltung, 1985 wurde er Mitglied der Freien Akademie der Künste.

56  Friedrich Einhoff. Ohne Titel.

€ 400 ( R19 )

Acryl und Sand auf Papier. 1990. 38 : 29,5 cm. Signiert und datiert.

Die skizzenhafte Arbeit hinterlässt den Betrachter etwas ratlos: Ostern? Alice im Wunderland?.

57  Max Ernst. Vue de ma fenêtre.

€ 1200

Kupferstich mit Farbaquatinta, nach einem Gemälde. 1960. 22 : 16 cm (45 : 36 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 15/75. – Auf Zerkall-Bütten. – Aus der Suitenauflage mit breitem Rand, die 95 Exemplare für die Vorzugsausgabe von »Les malheurs des immortels« waren auf das Buchformat (33 : 22 cm) beschnitten. – Gedruckt bei Felsing, Berlin, ediert von Galerie der Spiegel, Köln.

Gerahmt, hinter dem Passepartout minimal verfärbt.

Spies/Leppien A 5 C (von C)

58  Max Ernst. Fleurs coquillages.

€ 750

Farblithographie. 1960. 39,7 : 49,4 cm (57,6 : 54,2 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 86/100. – Auf Vélin d’Arches. – Die Fotolithographie nach einem Gemälde wurde ergänzt mit dem Text am Unterrand als Plakat für die Ausstellung der »Galerie Der Spiegel« (Köln 1960) verwendet. – Spies/Leppien zählen als signierte Exemplare »avant la lettre« 100 nummerierte, »einige e.a.« und »10 h.c.« – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Gerahmt. – Äußere Ränder mit zwei Braunflecken und leichten Griffspuren.

Spies/Leppien A 6 A (von D)

59  Max Ernst. Rote Blume I.

€ 750

Farblithographie. 1960. 24 : 19 cm (36 : 27 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar »HC 10/20«. – Auf Vélin d’Arches. – Die Fotolithographie nach einem Gemälde erschien als Beilage zur Mappe »Geh durch den Spiegel 24/1960«, dort 300 unsignierte Exemplare. Spies/Leppien zählen als signierte Exemplare 20 nummerierte, 3 »e.a.« und »einige h.c.« – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Im Passepartoutausschnitt minimal gebräunt.

Spies/Leppien A 7 C (von D)

60  Rupprecht Geiger. Orange auf Gelb.

€ 300

Farbserigraphie. 1968. 49,0 : 34,5 cm. Signiert.

Eins von 450 Exemplaren dieser Farbvariation. Die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierte 1968 fünf Varianten. – Auf festem Karton.

Winzige Nadellöcher in den Ecken, dort minimale Knicke.

Geiger 118 b. – Griffelkunst 171 A 5

61  Franz Frank. Sommergarten.

€ 2500

Öl auf Leinwand. 1938. 59,5 : 75,0 cm. Monogrammiert und datiert.

Stimmungsvoller Blick in bzw. über einen üppig blühenden Garten. – Franz Frank (1897–1986) studierte an der Stuttgarter Akademie und ließ sich 1926 als freier Maler in Dresden nieder. Auf Empfehlung von Otto Dix wurde Hermann Sandkuhl, der Organisator der Berliner »Juryfreien« auf Frank aufmerksam. Bald waren seine Arbeiten in Ausstellungen in Berlin, aber auch der Stuttgarter Neuen Sezession und dem Deutschen Künstlerbund zu sehen. 1932 erfolgte die Berufung an die Kasseler Pädagogische Akademie, die jedoch wenige Monate später aufgelöst wurde. Schon kurze Zeit nach Machtergreifung der Nationalsozialisten galten Franz Franks Bilder als »entartet«, er selbst wurde mit Inhaftierung bedroht. Schnell wieder aufgelöste Ausstellungen veranstalteten damals noch das Kunsthaus Fischinger in Stuttgart und Hildebrand Gurlitt in Berlin. – »Wie ungenau das Attribut ›naturalistisch‹ sowohl für Rembrandt als auch für Corinth sein kann, ist Frank nicht verborgen, denn er zitiert gern die Corinthsche Definition für Malen – ›Unwirklichkeit üben‹. Und daß sich im Werke Corinths auch Erfahrungen des Impressionismus überliefern, ist für Frank nur ein Beweis dafür, daß sich die schöpferischen Leistungen nicht außerhalb der Tradition vollziehen können. ›Die Anschauungsweise des Impressionismus ist Vergangenheit,‹ schreibt Frank in den Vorbemerkungen zum Katalog seiner Austellung bei GURLITT 1936 in Berlin, ›dennoch verbinden den Maler mit dieser letzten Großzeit der Malerei noch viele Fäden, die nicht abgerissen, sondern weitergeführt sein wollen.‹ « (Zimmermann, S. 34). – Provenienz: Von der Familie des Vorbesitzers beim Künstler erworben, seitdem in niedersächsischem Privatbesitz.

Vgl. Rainer Zimmermann, Franz Frank – Leben und Werk, Berlin 1964

62  Jeane Flieser. Weiße Sonne.

€ 450 ( R19 )

Aquarell auf Malpappe. Um 1955. 73 : 50,5 cm. Signiert.

Jean Flieser (1912–2007) begann 1936 ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Wegen ihrer jüdischen Abstammung erhielt sie Mal- und Arbeitsverbot und konnte erst nach Kriegsende ihre Ausbildung fortsetzen, nun als Meisterschülerin von Karl Schmidt-Rottluff, dem sie zeitlebens verbunden blieb. – Das wahrscheinlich in ihrem Sommerdomizil Kitzeberg an der Kieler Förde entstandene Aquarell ist, wie zahlreiche Aquarelle Schmidt-Rottluffs, durch kräftige schwarze Einfassungslinien akzentuiert.

Die kleinen Stockflecken beeinträchtigen den Gesamteindruck kaum.

63  Johnny Friedlaender. Les deux soleils.

€ 120

Farbradierung. 1970. 76,8 : 56,7 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 1/99. – Auf Velin. – Ediert von »L’Œuvre gravée«, Locarno. – Gedruckt mit zehn Farben, die durch Lichteinfluss verblasst und um das Braun des lichtgetönten Papiers ergänzt sind. – Trotz allem noch immer recht eindrucksvoll, besonders durch den kräftigen Prägedruck.

Schmücking 360

64  Johnny Friedlaender. Sept Paysages. Sieben Landschaften.

€ 1000

Sieben Farbradierungen, Suite mit sieben einfarbigen Abzügen und acht faksimilierte Skizzen. 1973. 28,0 : 29,0 cm (43,0 : 38,0 cm). Signiert und nummeriert.

Künstlerexemplar »E.A.«, wie die 36 Vorzugsexemplare mit einer einfarbigen Suite der sieben Radierungen auf Papier »Auvergne«. – Die Farbradierungen auf Velin d’Arches. – Ediert von der manus presse, Stuttgart. – Alle 14 Radierungen, gedruckt bei Leblanc, Paris, signiert und in Passepartouts und diese, zusammen mit dem Text- und Skizzenheft, in der illustrierten Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten.

Schmücking 480–486. – Nicht bei Spindler

65  Werner Gilles. Reiter am Hafen. (Der heilige Martin mit dem Bettler).

€ 600

Aquarell. 27,5 : 39,8 cm.

Rückseitig Tuschpinselzeichnung (Stadtansicht Salzburg?) und der Nachlass-Stempel.

Rückseitig am Oberrand Montierungsreste.

66  Werner Gilles. Vöcklabruck.

€ 900

Aquarell. Um 1946. Ca. 45 : 63 cm.

Farbenfrohe Studie des zeitweiligen Heimatortes des Künstlers. 1943 hatte Gilles Berlin endgültig verlassen und war nach mehreren kurzen Zwischenstationen in die kleine Stadt an der Oberdonau gelangt. Als »Reichsdeutscher« hätte er nach Kriegsende Österreich verlassen müssen, wegen seiner Einstufung als »entarteter Künstler« wurde er aber als »politisch verfolgt« anerkannt »und erhielt sogar ein Angebot aus Linz für eine Professur an der dortigen Akademie, das er jedoch ablehnte wie alle späteren ähnlichen Möglichkeiten«. Gilles fand damals endlich Anerkennung und Resonanz, es folgten kleinere und größere Ausstellungen und »die Bilder der Jahre nach dem zweiten Weltkrieg [wurden] zu einem Höhepunkt in seinem Werk« (Alfred Henze, Werner Gilles, Köln 1960, S. 113f.) – Rückseitig: Männlicher Akt. 1938. Rohrfederzeichnung.

Am linken Rand und im unteren Teil der Darstellung jeweils kleiner restaurierter Einriss.

67  Werner Gilles. Schwarzenbach.

€ 750

Aquarell. 1946. 31,5 : 41,5 cm. Signiert.

Im Mai 1946 hatte Werner Gilles Vöcklabruck verlassen und war durch Deutschland gereist, »um Freunde wiederzusehen und um eine Vorstellung zu gewinnen, was auf dem Felde der deutschen Kunst damals geschah«. Schließlich ließ er sich für etwa zwei Jahre in Schwarzenbach an der Saale, unweit Hof »und nicht allzu fern von München«, nieder. Hier entstanden nach Alfred Henzes Einschätzung »die entscheidenden Werke der ersten Nachkriegsjahre, die Landschaften, die Stilleben, die mythologischen und christlichen Kompositionen und vor allem der Orpheus-Zyklus« (Henze, S. 114. – Vom Vorbesitzer 1965 durch Vermittlung und mit Echtheitsbestätigung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Umlaufend fest in Passepartout montiert.

68  Werner Gilles. Fischer mit Netzen.

€ 600

Aquarell. [um 1956]. 41,5 : 55,5 cm.

Rückseitig betitelt und mit dem Nachlass-Stempel, dieser signiert von Eberhard Seel. – Verso auf dem Passepartout bezeichnet »N4 32, 3 Fischer am Strand«. – Erworben 1968 von Walter Hummelsheim, München.

Im Passepartoutausschnitt gebräunt. – Unten links Papierverlust.

69  Werner Gilles. Ophelia.

€ 200

Farbige Lithographie. 1947. 39,0 : 52,0 cm (48,0 : 61,0 cm). Signiert, datiert, betitelt und mit »Orig.Litho« bezeichnet.

Vom Vorbesitzer aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt, in den Rändern wenige, kaum sichtbare Stockflecken. Verso Montierungsreste am Oberrand, davon herrührend schwache Knicke.

70  Werner Gilles. Todesvögel.

€ 300

Farblithographie. 1957. 34,0 : 49,2 cm (37,8 : 53,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 2/25, als »Handdruck« bezeichnet. – Auf Velin. – Aus der späten Schaffensphase des Künstlers.

Schmaler Einriss am linken Unterrand, mit Klebestreifen hinterlegt. Rückseitig umlaufend Montierungsreste.

71  Raimund Girke. Soft movement.

€ 1800

Bleistiftzeichnung. 1967. 19,8 : 19,8 cm (44 : 59,8 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Sehr schöne und großzügige Arbeit, die sich durch die diagonalen Verdichtungen kinetisch visualisiert. – Auf glattem Karton. – Unten rechts mit angeschnittenem Prägestempel.

72  Gotthard Graubner. Ohne Titel (Violettgraues Kissen).

€ 450

Radierung. 1974. 30,0 : 22,5 cm (48,0 : 32,0 cm). Signiert und datiert.

In Grau auf dünnes Chinapapier gedruckt. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tadellos erhalten.

Griffelkunst E 41.

73  HAP Grieshaber. Flötenspieler.

€ 450 ( R19 )

Aquarell. 1964. 20,5 : 12,5 cm. Mit Widmung, signiert und datiert.

»Frau Wagenfeld mit einem schönen Gruß | Grieshaber | 25 VII 64«. – Auf dem Vortitel von HAP Grieshaber. Rotkäppchen und der Maler. Pfullingen, Neske 1964. Originalbroschur. – Der Band enthält verschiedene Essays und Briefe von Grieshaber zur Kunst und an Kollegen, u. a. an einen »Kollegen Maschinenschlosser in Dessau«.

74  Ursula Hanke-Förster. Tanzende.

€ 400 ( R19 )

Bronze. 1965. 25 : 9 : 9 cm. Signiert und datiert.

Schöner Guss der spannungsreichen Figur. – Auf der Plinthe die Signatur und Datierung. – Ursula Hanke-Förster (1924–2013) studierte in Berlin bei Max Kaus und Gustav Seitz. Sie war Meisterschülerin von Renée Sintenis.

75  Thomas Hartmann. Nord – Sued.

€ 300

Gouache. 1988. 24 : 16 cm. Rückseitig signiert und betitelt. Freiburg u. a. 1988.

Als Beilage zu 20 Vorzugsexemplaren des gleichnamigen Kataloges zur Ausstellung im Kunstverein Freiburg und der Kunsthalle Wilhelmshaven schuf der Künstler 20 Originalarbeiten. – Auf dem Unterlagekarton nochmals betitelt und nummeriert und im bemalten Originalrahmen. Der reich illustrierte Katalog auf dem Vortitel signiert, datiert und nummeriert »1/20«. – Katalog und Bilderrahmen in bemalten Originalschuber. – Thomas Hartmann, geboren 1950, gelang mit »Nord – Süd« der auch internationale Durchbruch.

Katalog: 32,0 : 24,0 cm. 55, [3] Seiten.

76  Rudolf Hausner. Adam proportional.

€ 300

Farbserigraphie. 1972. 45,3 : 64,2 cm (70 : 100 cm). Signiert, datiert, betitelt und mit »E.A.« bezeichnet.

Künstlerexemplar. – Auf glattem Karton. – In der Darstellung vom Künstler mit »Proportionspyramide des Adambewußtseins« erläutert. – Tadellos.

77  Rudolf Hausner. Laokoon.

€ 450

Farbserigraphie. 1973. 58,0 : 79,2 cm (102 : 73 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 100/300. – Auf Velin «BFK Rives«. – Blattkanten minimal gebräunt.

78  Erich Heckel. Berge.

€ 500

Holzschnitt. 1948. 24,2 : 29,9 cm (33,3 : 41,2 cm). Signiert und datiert.

Kräftiger Druck auf chamoisfarbenem Papier.

Auf Kartonblatt montiert. – Ränder und Ecken mit schwachen Knickspuren.

Dube 391 II (von II)

79  Erwin Heerich. Doppelungen.

€ 250

13 Offsetlithographien. 1974/75. 49,5 : 31,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 10/100. – Auf festem weißen Karton. – Herausgegeben von der Edition Staeck, Heidelberg. – In der Originalhalbleinenmappe. – Die »Kartonplastiken« von Erwin Heerich (1922–2004) entwickelten sich in den 1960er Jahren zum künstlerischen Markenzeichen. Deren exakt geometrische Faltmuster inspirierten die vorliegenden Muster. – Die Graphiken sehr gut erhalten.

Mappe etwas gebräunt und fleckig.

80  Hannah Höch. Komposition.

€ 3000

Tuschfeder. Um 1918. 26 : 15 cm (29,5 : 21,0 cm). Monogrammiert.

Aus der Dada-Merz-Schaffensphase der Künstlerin. – Hannah Höch (1889–1978) lernte im Frühjahr 1915 Raoul Hausmann kennen, zu dem sie eine dramatische Liebesbeziehung entwickelte. Nach schweren emotionalen Krisen begaben sich im November 1921 die Paare Hausmann-Höch sowie Kurt und Helma Schwitters auf eine gemeinsame Prag-Reise, die am Beginn einer auch künstlerisch bedeutenden Freundschaft zum Merz-Begründer stand. 1923 folgen die Bekanntschaften mit den Bauhaus- und De Stijl-Protagonisten. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel.

Im Passepartoutausschnitt leicht gebräunt.

81  Gerhard Hoehme. Die Zeitung.

€ 450

Zwei farbige Aquatintaradierungen über Collage. 1963. Je 48 : 39 cm (61 : 86 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 50/50. – Zwei aufgezogene Zeitungsblätter auf einem gefalzten Büttenblatt, jeweils in Braun und Schwarz überdruckt. – Am Unterrand rechts signiert, links datiert, nummeriert und betitelt. – Ediert vom Typos-Verlag als Blatt 9 der Mappe »Zeichen für Zeichen«.

Im Falz leicht bestoßen, etwas Patina.

Heuer 74

82  Rudolf Hoflehner. Sisyphos.

€ 400

Hommage à Albert Camus. Farblithographien von Rudolf Hoflehner. Stuttgart 1965. Originalpappband im Schuber und Originalleinenmappe mit kleinem Metallrelief auf dem Vorderdeckel.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der ungefalzten und signierten Extrasuite (Gesamtauflage 120). Das Buch wurde vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Auf Velin von Rives, gedruckt bei Emil Matthieu, Zürich. – Das Buch ist durchgehend farbig lithographiert, die Suite enthält die fünf doppelblattgroßen Lithographien mit extrabreitem Rand und sieben »Essayblätter« mit den schwarzen Zeichnungspartien ausgewählter Lithographien aus dem Buch. Diese im Buchformat gedruckten Lithographien wurden auf schwarze Kartonblätter im Mappenformat montiert. – Rudolf Hoflehner (1916–1995) studierte zunächst Maschinenbau und Architektur. Nach Kriegsende wandte er sich der bildenden Kunst zu und arbeitete im Atelier von Fritz Wotruba, dessen Einflüsse deutlich sichtbar blieben. Er wandte sich der Plastik zu und schuf u. a. den Adler im Sitzungssaal der österreichischen Nationalversammlung. – Von 1962 bis 1981 war er Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Buch: 38,3 : 28,8 cm. [32] Seiten, Mappe: 66 : 51 cm. – Die Mappe minimal berieben, sonst tadellos.

Spindler 161.5

83  Hans Hollein. Ohne Titel.

€ 500

Collage. 1973. 27 : 39 cm (29,7 : 42 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 29/90. – Collage aus zwei verschieden farbigen Millimeterpapieren. – Hans Hollein (1934–2014) war führendes Mitglied der Wiener Künstlergruppe »Coop Himmelb(l)au«, die 1968 von Wolf D. Prix und Helmut Swiczinsky gegründet wurde und versuchte, Architektur und bildende Kunst zu verbinden.

84  Horst Hussel. Erinnerungen an Holland.

€ 800

13 Radierungen [und eine Titelradierung]. 1994. 28,0 : 35,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 4/90, davon 75 für den Verkauf. – Auf Bütten Richard de Bas. – Die vollständige, in ihrer reduzierten Feinlinigkeit beeindruckende, graphische Folge. – Jeweils mit der Blattnummer bezeichnet und teils in der Platte betitelt. – Die in den Vorjahren entstandenen Radierungen wurden 1994 von der Büchergilde Frankfurt als »Gutenberg Pressendruck Nummer 3« ediert. – Die achte Radierung (Waterland) ist koloriert, die zehnte (In Marken) wurde auf altes Bütten gedruckt und in Passepartout montiert. – Gedruckt von Dieter Béla, Berlin. – Das Textheft mit einem Essay von Christian Scheffler, Direktor des Klingspor-Museums Offenbach. – In der Originalleinenmappe.

28,5 : 17,5 cm. [80] Seiten, 1 Radierung.

85  Robert Indiana. Four sixes.

€ 600

Farbserigraphie. 1969. 29,7 : 29,7 cm (35,7 : 29,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar VII/XXV der Vorzugsausgabe im Kalenderformat. – Auf festem weißem Karton. – Erschienen in der Edition Domberger, Stuttgart, mit deren Trockenstempel.

Sheehan 45 (nennt diese Auflage nicht; wir danken Michael Domberger für freundliche Auskunft)

86  Robert Indiana. Eine kleine Nachtmusik · Mozart.

€ 750

Farbserigraphie. 1971. 60 : 50 cm (65 : 55 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 35/250. – Auf sehr festem Velin. – Mit dem Copyright-Vermerk des Künstlers. – Tadellos.

Sheehan 62

87  Willy Jaeckel. Selbstbildnis mit Radiernadel.

€ 500

Kaltnadelradierung. Um 1916. 24,6 : 19,4 cm (34,5 : 25,5 cm). Signiert.

Wohl die erste Fassung des frühen Selbstporträts, »übrigens das einzige, das ein mit dem Dargestellten verbundes Attribut enthält« (Ingrid Silijanov-Nedo, S. 31). Vor der Reinigung der Platte mit insgesamt mehr Plattenton, Körnung und deutlich dunkleren Schraffuren. – Gedruckt in Dunkelbraun auf Velin. – Erste Arbeiten des Künstlers (1888–1944) haben sich aus den Vorkriegsjahren enthalten, ein zweites Porträt datiert 1922. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy) (1892 Berlin – 1969 Beverly Hills, CA), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 4

88  Willy Jaeckel. Selbstbildnis mit Radiernadel.

€ 400

Kaltnadelradierung. Um 1916. 24,6 : 19,4 cm (39,5 : 28,5 cm). Signiert.

Der endgültige, aufgehellte und deutlich kontrastreichere Zustand. – Auf Bütten »J W Zanders«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt).

89  Willy Jaeckel. Geborgenheit.

€ 800

Kaltnadelradierung. 1914. 19,8 : 29,8 cm (30 : 40 cm). Signiert.

Auf festem Kupferdruckkarton. – Die schöne frühe Radierung entstand, bevor sich Jaeckel den ersten biblischen Themen widmete. – Mit schönem Plattenton, gratiger, tiefschwarzer Druck. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 9

90  Willy Jaeckel. Judith.

€ 500

Kaltnadelradierung. Um 1915. 12 : 17 cm (31,3 : 41 cm). Signiert.

Einzelabzug außerhalb der Auflage für die »Zeitschrift für Bildende Kunst«. Dort im Heft 11 unsigniert, auf kleinerem Papier und typographisch bezeichnet. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 13

91  Paul Klee. Ausloeschendes Licht.

€ 2000

Aquarellierte Lithographie. 1919. 15,8 : 12,7 cm (16,2 : 15,2 cm). Im Stein signiert, datiert und betitelt.

In unkolorierter Fassung verwendet im »Kestnerbuch« (Hannover 1919). – Ehemals Besitz Max Gundermann (1904–1974, Schauspieler, damals in Braunschweig), der eng mit verschiedenen Künstlern befreundet war und Anfang der 1920er Jahre plante, in Braunschweig eine Bildungseinrichtung zur modernen Kunst zu eröffnen. Er erhielt die aquarellierte Lithographie von Hanns Krenz, dem ersten Mitarbeiter des Hannoveraner Galeristen Herbert von Garvens und späterem Vorsitzenden der Kestner-Gesellschaft. Nach familiärer Überlieferung schenkte Paul Klee das Blatt Krenz für seine Unterstützung bei frühen Ausstellungen in Hannover. – Im Laufe der Jahre stark ausgeblichen und gebräunt, die Ränder sehr knapp beschnitten.

Kornfeld 75 b

92  Paul Klee. Gespenst eines Kriegers. – Palesio-Nua.

€ 300

Farblithographien nach dem Aquarell von 1930 bzw. der Gouache von 1933. Um 1960.

I. 45,4 : 34,8 cm (65,5 : 49,7 cm). Exemplar 182/250. Auf leicht getöntem Velin. Ohne Editionsvermerk. Vgl. Werknummer 5179. – II. 50,0 : 27,5 cm (60,3 : 40,2 cm). Exemplar 145/200. Auf leicht getöntem Velin. Gedruckt bei Mourlot, 1961 verlegt von der Edition Berggruen Paris. Vgl. Werknummer 6282.

Blatt I rückseitig umlaufend mit Montierungsresten, sonst beide sehr gut erhalten.

93  Oskar Kokoschka. Gitta.

€ 400

Lithographie. 1953. 42 : 57 cm (52 : 65 cm). Signiert.

Eins von 120 Exemplaren. – Ediert von der Galerie Welz, Salzburg. – Auf chamoisfarbenem Kupferdruckkarton.

Wingler/Welz 199

94  Johann Korec. Elefant vorm Zirkus.

€ 600 ( R19 )

Aquarell über Tuschfeder. 1972. 33,3 : 23,2 cm. Signiert und datiert.

Johann Korec (1937–2008) war Patient im Niederösterreichischen Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Klosterneuburg. Seine phantasievollen Zeichnungen und Bildergeschichten sind seit Jahren auf dem Kunstmarkt zu finden. Er ist mit einer Radierung in der Mappe »Pareidolien« vertreten (sieh KatNr. LAGER 857). – Wohl nach einem Besuch des Zirkus Krone oder inspiriert durch die damalige TV-Serie »Salto mortale«, die in diesem Zirkus entstand.

95  Johann Korec. Tarzan.

€ 600 ( R19 )

Aquarell über Tusche, Detail mit Silberbronze gehöht. 1972. 20,8 : 29,5 cm. Signiert und datiert.

Mit Fußtext: »aus Papas Jugendzeit Tarzan kommt jetzt wieder in Film: Der muskelpepackte Supermann aus dem Urwald der schon die Väter vor Begeisterung: Von den Kinositzen hochgerissen … In Holliwood-Dschungel; in Dem Safarie.«.

96  Joseph Kosuth. Kein Ding, Kein Ich, Keine Form, Kein Grundsatz (Sind Sicher). Das Arbeitszimmer von Robert Musil.

€ 600 ( R7 )

Serigraphie auf Glasplatte. 1992. 37,5 : 50,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert. Mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen. Originalpappband.

Exemplar 22/40. – Beilage zur Vorzugsausgabe von: Joseph Kosuth. Kein Ding, Kein Ich, Keine Form, Kein Grundsatz (Sind Sicher). Herausgegeben von Renate Damsch-Wiehager. Ostfildern, Cantz 1993. Mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen. Deutsch-englischer Paralleltext. Originalpappband. – Kosuth kombinierte die historische Fotografie mit dem Faksimile eines Originalbriefes von Musil. Auf einem Etikett signiert, datiert und nummeriert. – Das Buch erschien nach der gleichnamigen Installation mit Musil-Zitaten in der Esslinger Villa Merke und enthält weitere Beiträge sowie ein Werkverzeichnis. – Beides zusammen sicher verpackt im Originalkarton.

97  Ferdinand Kriwet. Sehtext : Rundscheibe.

€ 300

Serigraphie. Ø 46 cm (49,5 : 49,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 84/100. – Auf Velin. – 1960 erschienen erstmals die markanten kreisförmigen Typographiken im Œuvre des jungen Ferdinand Kriwet (1942–2018). »Die Zeit bringt auch die Worte« hatte Paul Celan ihm zwar zwei Jahre zuvor geschrieben, nach Kriwets eigenen Worten endete seine im engeren Sinne literarische Produktion bereits 1960/61 und er wandte sich der visuellen und konkreten Poesie zu.

Unten rechts kleine Druckstelle im Rand.

98  Wifredo Lam. Figures.

€ 750

Aquarell über Tuschfeder, auf grünem Karton. 1969. 15,0 : 18,5 cm. Signiert.

Auf dem Innendeckel des Ausstellungskataloges »Wifredo Lam. Oelbilder · Zeichnungen · Druckgraphik« im Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath (3. Juli – 16. August 1969). – Titelblatt mit Widmung des Künstlers und Sammlerstempel »AS« (Albert Cornelis Stöcker, 1909–1987, niederländischer Kunsthistoriker; Lugt 3873). – Wifredo Lam (1902–1982) übersiedelte 1923 aus seiner kubanischen Heimat nach Madrid und 1938 nach Paris, wo er von Picasso in den Surrealistenkreis um André Breton eingeführt wurde.

Titelblatt mit ausradierten Anmerkungen des Vorbesitzers.

99  Max H. Mahlmann. Serielle Einheit Zentral.

€ 300 ( R7 )

Drei Serigraphien. 1975. 21 : 21 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 55/100. – Die vollständige Folge der in Weiß auf weißen Karton gedruckten Serigraphien, jede in Passepartout. Diese liegen zusammen mit drei Transparentblättern (»Informationsblätter zu dem reliefierten Triptychon, in welchem die Abwicklung als flächige Modulation dargestellt ist«) und einem Textblatt in der Originalchemise. – Erschienen in der Edition Hoffmann. – Max Hermann Mahlmann (1912–2000) wandte sich der gegenstandslosen Malerei und geometrisch-konstruktivistischen Kompositionen zu. – Tadellos erhalten.

100  Man Ray. Ohne Titel (Kathedrale, aus: Electro-magie).

€ 300

Farbradierung. 1968. 18,5 : 13,8 cm (37,5 : 28 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 31/150. – Auf Japon nacré. – Die zweite von sechs Graphiken aus der Folge »Electro-Magie«.

Rückseitig kleine Montierungsreste.

Anselmino 40-B (der ein kleineres Format und eine Auflage von 120 Exemplaren nennt)

101  Zum Lobe des Bilderhändlers Otto Lutz.

€ 1200 ( R7 )

Stuttgart, Hatje 1962. Mit 36, davon 24 signierten Original-Graphiken und einigen Textillustrationen. Originalbroschur mit Holzschnitten auf den Deckeln und gelbem Pergaminumschlag.

Almanach zum 60. Geburtstags des Stuttgarter Galeristen, der nur wenige Monate später verstarb. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Graphiken und der Trökes-Radierung. – Der ausführliche Druckvermerk, der auf die Varianten des Almanachs hinweist, wurde von Margot Fuerst zusammengestellt. – Jede Graphik mit einem Seidenpapiervorblatt mit der faksimilierten Signatur. – Enthält sieben Holzschnitte, drei Farblinolschnitte, 22 Lithographien und vier Radierungen, u. a. von Erich Heckel (Stillleben mit Holzfigur, Dube I 432 b), Ida Kerkovius, Adolf R. Fleischmann, Max Ackermann (nur in der Platte signiert), Georg Muche, Camille Grasser, Walter Wörn, Albrecht von Urach (Plattensignatur), Walter Renz, Fritz Ruoff (Plattensignatur), Oskar Koller, Cuno Fischer, Walter Grab (Plattensignatur), Alfred Wais, Gustav Schleichen, Kurt Weinhold (Plattensignatur), Heinz E. Hirscher (Plattensignatur), Irma Nesch (Plattensignatur), Willi Vogt, Asta Ruth Soffner, Hans-Martin Erhardt, Willi Hahn, Jürg Spiller, Lothar Quinte (Plattensignatur), Zao Wou-Ki (Plattensignatur), Emil Kiess, Heinz Trökes, Emil Schumacher (Plattensignatur), Heinz Schanz, Walter Stöhrer, Horst Antes, Wolfgang Barth (Plattensignatur), Alfred Eichhorn, Gudrun Krüger, Werner Schreib (Plattensignatur) und HAP Grieshaber. – Beilage: Traueranzeige Otto Lutz November 1962. – Vorzugsexemplare sind sehr selten geworden. – Sehr schön erhalten.

22,0 : 16,2 cm. 90 Seiten (einschließlich der paginierten Seidenblätter), 36 Graphiken. – Buchblock neu eingehängt.

Spindler 119, 26. – Fürst 62/14-16. – Fichtner-Bartelke 170

102  Dé-coll/age 5.

€ 800

Happenings – Stücke – Partituren. 1966.

Eins von 500 Exemplaren. – Herausgegeben von Wolf Vostell erschienen von 1962–1968 sieben Ausgaben im Frankfurter Typos Verlag. – Nahezu vollständiges Exemplar – ohne Joseph Beuys’ »Zwei Fräulein mit leuchtendem Brot« (die berühmte Textrolle mit montierter Schokolade). – Enthalten sind die Arbeiten von René Block, Claus Bremer, Henning Christiansen (doppelt vorhanden), Hansjoachim Diederich (Plastikhaken auf gelbem Karton, rückseitig signiert), Ludwig Gosewitz (Papierobjekt), Dick Higgins, Bernhard Hoeke, Allan Kaprow, Franz Mon, Ben Patterson (Papierobjekte), Eckart Rahn (Tonbandfragment mit Aufnahme des berühmten Happenings »24 Stunden«), Gerhard Ruehm, Vagelis Tsakiridis, Ben Vautier (»Spucke«, Heftpflastercollage), Wolf Vostell (Skelett, Farbpigment in Folienhülle), Zeitungsfaksimile und von fünf Mitgliedern der Gruppe ZAJ. – Bei Objekten ohne Angabe handelt es sich um Offsetdrucke. – Lose in der Originalumschlagmappe.

28,0 : 21,5 : 3,5 cm. – Mappe mit zwei Einrissen, im Deckel und in einer Lasche. Die Umschlagmappe etwas flachgedrückt.

Archiv Sohm 111

103  Das Berliner Konzert »selten gehörte musik«.

€ 500

Plakat. Offsetdruck. 1974. 49,5 : 56,5 cm. Von sieben Künstlern signiert.

Exemplar 7, stempelnummeriert, einer unbekannt niedrigen Auflage. – Mit Bildbeiträgen von sieben der acht am Konzert beteiligten Künstler und von diesen signiert: Christian Attersee, Günter Brus, Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Gerhard Rühm, Dominik Steiger und Oswald Wiener. – Dieter Roth, der ebenfalls teilnahm, ist auf dem Plakat nicht vertreten. – Gerhard Rühm erinnerte sich 1992: »Von unserem ersten öffentlichen Auftritt mit ›selten gehörte musik‹ [München, Mai 1974] animiert, planten wir gleich ein weiteres Konzert, bei dem der enge Kreis durch einige geschätzte Freunde erweitert werden sollte. Oswald Wiener schlug als Aktionsraum die ›Kirche zum Heiligen Kreuz‹ in Berlin-Kreuberg vor […] und so fand dort am 27. September 1974 ›selten gehörte musik‹ in grossem Rahmen vor grossem Publikum statt. Beteiligt waren [es folgen sieben der acht Namen] und Arnulf Rainer, der stumm als Grimasseur und Verrenkungskünstler mitwirkte. Die Veranstaltung gewann nicht nur, was Aufwand, Resonanz und Dauer betrifft, fast monumentale Züge, sie steigerte sich zeitweise auch zu exzessiven, geradezu extatischen Höhepunkten. Brus, der manisch immer denselben Ton in einer Art Alphorn geblasen hatte, verlor gar vorübergehend das Bewusstsein.« (zitiert nach Dobke, Dieter Roth, Musik S. 84). – Tadellos erhalten.

104  Rheinische Bienenzeitung.

€ 2000

Heft 12/1975 mit 12 (statt 13) Originalarbeiten. 24 : 17,5 cm. Signiert.

Exemplar 1/34. – Die von Constantin Post, Köln, edierte »Vorzugsausgabe« zum beiliegenden Heft der Bienenzeitung enthält: Joseph Beuys (gefalteter Offsetdruck, Schellmann 152), Bernhard Johannes Blume (Weltanschauung Bienenhonig, Kugelschreiberzeichnung), George Brecht (Fotografie), Günter Brus (Collage auf Fotografie), Michael Buthe (überarbeitete Fotokopie), Robert Filliou (beschriftete Fotografie), Jürgen Klauke (Fotografie), Rune Mields (je eine Bleistift- und Tuschfederzeichnung), C. O. Paeffgen (Offsetdruck), Heinz Günter Prager (Farbstiftzeichnung über Offset), Ulrike Rosenbach (Fotografie mit Hausmann-Zitat) sowie Bernard Schultze und Ursula (Radierung, Heuer B 13). – Jeweils signiert bzw. monogrammiert, meist datiert und bezeichnet. – Es fehlt die aquarellierte Bleistiftzeichnung von F. Marx, dafür eine zweite Kugelschreiberzeichnung von Bernhard Johannes Blume (Fensterblume, Biene erwartend). – In der Originalkartonschachtel mit dem Deckelschild. – Beiliegende Notiz des Verlegers »ohne F. Marx u. [irrtümlich] Zeitung«. – Ehemals Kölner Privatsammlung.

Die Kartonschachtel beschädigt.

105  Pareidolien.

€ 450

13 Radierungen, eine koloriert. 1974. 59 : 42 cm. Neun signiert, alle nummeriert.

Exemplar 27/100. – Druckgraphik aus dem Niederösterreichischen Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Klosterneuburg. Aus dem Geleitwort von Leo Navratil »Die hier vorliegenden Radierungen haben nichts mit Kunst zu tun. […] Die Kunstlosigkeit garantiert die Authentizität dieser Kunst.« – Enthält je eine Radierung von Franz Artenjak, Josef Bachler, Anton Dobay, Johann Hauser, Franz Kamlander, Johann Korec, Rupert Lang, Max (pseudonym), Otto Prinz, Josef Till, Oswald Tschirtner, August Walla und Erich Zittra. – Alle Radierungen wurden bei Walter Fischer in Wien auf Velin gedruckt. – Lose in der Originalleinenmappe mit handgeschriebenem Deckelschild und zwei eingeklebten Textblättern. – Die Wiener Galerie »Nächst St. Stephan«, die der Priester Otto Mauer (1907–1973) in den Räumen der verlassenen Neuen Galerie Otto Kallir 1954 gegründet hatte, stellte neben avantgardistischer und informeller Kunst 1970 und 1972 auch bildnerische Arbeiten und Graphiken von Patienten des Klosterneuburger Krankenhauses aus. – Selten.

106  Gerhard Naschberger / Franz-Josef Heumannskämper. Der Mensch. Der Ufa-Palast.

€ 400

Köln, Constantin Post 1985. 22 Texttafeln, zwei Tuschfederzeichnungen, Titelblatt, Textblatt und Druckvermerk. Lose in roter Originalleinenkassette.

Exemplar 12/100. – Die Zeichnungen, je eine von beiden Künstlern, monogrammiert und datiert, auf dem Blatt mit dem Druckvermerk von beiden signiert. – Gerhard Naschberger (1955–2014) gründete 1980 zusammen mit Adamski, Bömmels, Dahn und Dokoupil die Künstlergruppe Mülheimer Freiheit. 1983 arbeitete er bei der Inszenierung »Dadazuerich« erstmals mit dem Regisseur und Performance-Künstler Franz-Josef Heumannskämper zusammen. – Die Zeichnungen auf Bütten, die Texte auf festem weißen Karton.

23,5 : 16,5 : 5 cm (Kassette).

107  Mappenwerke – Bauen Wohnen Denken – Martin Heidegger inspiriert Künstler.

€ 5000

Neun Originalgraphiken. 1994. 80,0 : 60,5 cm. Alle signiert und nummeriert, meist datiert, teils betitelt.

Exemplar 59/100. – Ediert von der Deutschen Bank im Rahmen der »Initiative Pro Deutsches Architektur-Museum«. – Mit je einer signierten Originalgraphik von Claus Bury (Farblithographie), Eduardo Chillida (Zweifarbige Radierung), Ludger Gerdes (Farbserigraphie), Erwin Heerich (Offsetlithographie), Thomas Huber (Radierung), Per Kirkeby (Farbserigraphie), Mathias Völcker (Serigraphie), Marjan Voiska (Farbradierung) und Stefan Wewerka (Radierung). – Eduardo Chillida schuf u. a. für die Frankfurter Deutsche Bank Bauspar AG die Metallskulptur »Hommage an Heidegger«. – Jede Graphik in einem bedruckten Doppelblatt. – Mit dem Titelblatt in der Originalholzkassette.

108  Mappenwerke – Pro Deutsches Architektur-Museum.

€ 2500

Acht Farbserigraphien. 1994. 60,5 : 80,0 cm. Alle signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 48/100. – Ediert von der Deutschen Bank Bauspar AG. – Mit vielfarbig serigraphierten künstlerisch gestalteten Entwürfen und Plänen folgender Architekten: Josef Paul Kleihues (Maasprojekt Rotterdam), Heinz Hilmer, Oswald Mathias Ungers (Haus Glashütte), Heinz Bienefeld, Gottfried Böhm (Wohnbebauung Berlin Hasenheide), Otto Steidle, Frei Otto (Atlantis-Projekt »Mariposa«, Teneriffa) und Jochem Jourdan. – Auf BFK Rives. – Jede Graphik in bedrucktem Doppelblatt, zusammen mit einem Textblatt (Einleitungen von Vittorio Magnago Lampugnani und Hans Wielens sowie das Inhaltsverzeichnis) in der Originalholzkassette.

109  Richard Wagner zum 200. Geburtstag.

€ 200

Zwei Porträts [Radierungen] von Hubertus Giebe und Sighard Gille. Leipzig 2013.

Exemplar VII/X, weitere 40 Exemplare waren für den Verkauf bestimmt. – Hubertus Giebe. Richard Wagner. Aquatinta. 37,0 : 24,5 cm. – Sighard Gille. R. W. Kopfputz. Kaltnadel. 38,5 : 29,7 cm. – Beide auf Bütten (46 : 34 cm), beide signiert, datiert, nummeriert und betitelt. – Lose in Textleporello und Originalhalbleinenmappe mit -schuber. – Die Edition wurde vom Rat der Stadt Leipzig zur Förderung der Ausstellung »Weltenschöpfer. Richard Wagner, Max Klinger, Karl May« ediert.

110  Marino Marini. Olympia.

€ 200

Farblithographie. 1972. 86,0 : 63,5 cm.

Auf festem Velin. – Überarbeitete Fassung der Lithographie »Idea del cavaliere«. – Gedruckt wohl bei Mourlot, hier der Zustand ohne die Schrift vor der Verwendung als Plakat für die Olympischen Spiele 1972. –Tadellos.

Vgl. Guastalla 264

111  Marino Marini. Le Sacre du printemps III.

€ 600

Farblithographie. 1974. 52,3 : 39,3 cm (64,5 : 50,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 42/75. – Auf Vélin d’Arches. – Blatt 3 der achtteiligen Folge, die 1973/44 von der »Société Internationale d’Art XXe Siècle« herausgegeben wurde, sechs Jahrzehnte nach der Uraufführung von Stravinskys Schlüsselwerk der musikalischen Moderne. – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Guastalla 313

112  Marino Marini. Giocoliere.

€ 1200

Radierung und farbige Aquatinta. 1977. 27,2 : 19,8 cm (48,3 : 38,2 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar II/L, weitere 100 Exemplare wurden arabisch nummeriert. – Auf Vélin d’Arches. – Mit dem Trockenstempel »Il Cigno Stamperia d’Arte«. – Sehr ähnlich der Farblithographie »Giocolieri« von 1955.

Die breiten Ränder hinter dem Passepartout leicht verfärbt.

Guastalla 337

113  Jonathan Meese. Dietrich von Bern in Drachenhaut. – Siegfried im Turmzimmer. – Hagen von Tronje.

€ 750

Drei Farbholzschnitte. 2005. 75,5 : 57,0 cm. Jeweils signiert und datiert.

Aus der Folge »Rittertum des Raubtiertums der Vorstaatshermetik […]«. – Die Folge enthielt die drei Holzschnitte in jeweils zwei Farbstellungen, teils auf farbigem Papier gedruckt. – Farbfrische, kräftige Drucke auf weißem und starkem Velin von Somerset. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg.

Griffelkunst 319 C1, C 5 und C 6

114  Christian Megert – G[erhard] J[ohann] Lischka. Der Raum und das Selbst.

€ 1500

Ein Glasbuch von C. Megert. [1975] Neun Glasplatten mit serigraphierten Texten zwischen verspiegelten Glasplatten-Buchdeckeln, zum Buch gebunden. Zusammen mit zwei losen Textblättern in gepolsterter Originalholzkiste mit Metallverschlüssen.

Exemplar 9/20. – Ediert im Eigenverlag des Künstlers. – Titelblatt von Lischka und Megert signiert, der neunteilige Text auf einem Xeroxblatt beiliegend. – Das faszinierende Buchobjekt des Schweizer Objektkünstlers entstand unter Verwendung eines Textes des Berner Kulturphilosophen Gerhard Johann Lischka (geboren 1943). – Christian Megert, geboren 1936, war Mitbegründer der internationalen Künstlergruppe »Nouvelle Ecole Européenne« (N.E.E.) in Lausanne sowie der Galerie Aktuell in Bern und stand der Künstlergruppe ZERO nahe. Seit Veröffentlichung seines Manifests »Ein neuer Raum« im Jahr 1961 konzentrierte er sich in seiner Arbeit auf Objekte und Environments mit Spiegeln und Glas. Von 1976 bis 2002 war er Professor für Integration bildender Kunst und Architektur an der Kunstakademie Düsseldorf. – Gewichtig und gut erhalten.

30,0 : 31,0 cm (Buchobjekt), 37,0 : 33,5 cm (Holzkiste).

115  Joan Miró. Pour »Miró Lithograph I«.

€ 4500

Zwei Farblithographien. 1972. 33,0 : 26,0 cm (33,0 : 51,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplare 141/150. – Auf Velin d’Arches, jeweils auf gefaltetem Doppelblatt. – Als Beilagen der hier vorliegenden Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses Michel Leiris und Joan Mourlot. Joan Miró. Der Lithograph I. Paris, Maeght 1972. Mit weiteren zwölf blatt- und doppelblattgroßen Farblithographien im Buch und auf dem Umschlag. Originalleinenband im Schuber.

Mourlot 855–856 sowie 854 und 857–867

116  Joan Miró. Poesie de René Char.

€ 300

Farblithographie. 1976. 73,5 : 53,5 cm. Im Stein signiert.

Exemplar 362/500. – Auf Velin d’Arches. – Gedruckt und verlegt von Maeght, Paris. – In fünf Farben und partiell mit Mattlack gedruckt.

Oben mit sehr leichtem senkrechtem Knick.

Mourlot 1096

117  [José] Ortega. La Moisson.

€ 900

Acht Farblithographien (in je zwei Abzügen) und eine Farblithographie. 1965. 22 : 18 cm (50 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar XVIII/XXVI. – Aus der dritten Vorzugsausgabe, mit der Radierung und den Lithographien auf Japon nacré und einer zusätzlichen Suite der Lithographien auf »Vélin d’Arches«. – Gedruckt bei Desjobert et Leblanc in Paris, die Texte nach der Handschrift des Künstlers. Kupferplatte und Lithosteine wurden nach dem Druck zerstört. – Zusammen mit Titelblatt und Druckvermerk in Originalleinenkassette mit Deckelschild. – José Ortega (1921–1990), bei Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges fünfzehn Jahre alt, war zu dieser Zeit schon ein oppositioneller Künstler. Als Mitglied der Kommunistischen Partei Spaniens wurde er 1947 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Begnadigung erhielt er 1953 ein Stipendium der französischen Regierung, um an der Ecole Estienne und später an der Kunsthochschule in Paris zu studieren, auch als Schüler von Picasso. Nach einigen Jahren im Untergrund 1960 bis 1970 ging er nach Paris ins Exil. Er zählte zu den herausragendsten und oft ausgezeichneten spanischen Künstler der neuen Generation. – Sehr selten.

Mappeaußenkante mit größerem Fleck.

118  Hans Ostendorf. Acht Radierungen.

€ 200 ( R19 )

1968. 62 : 49 cm. Signiert und nummeriert. Lose Blätter zusammen mit Titelblatt in Originalleinenmappe.

Exemplar 12/20. – Privatdruck, ediert und mit einer Einleitung des Beuys-Sammlers und Kunsthistorikers Franz Josef van der Grinten: »Hans Ostendorfs Verhältnis zur Schrift ist vor allem dieses formale. […] Das große A also ist Gegenstand der ganzen Suite. […] Zur Hälfte beziehen sich die Zeichen aus der mittelalterlich deutschen Fraktur, zur Hälfte aus der klassisch lateinischen Antiqua. […] Alle Blätter streben ins Monumentale, heben die Schriftzeichen über das zweckdienliche von Bedeutungsträgern hinaus, präsentieren sie als Große, Umfassende, in sich Vollständige, das sie, wenn sie sich selbst darstellen, sein können.« – Hans Ostendorf (1924–1969) studierte an der Kunstakademie und den Kölner Werkschulen. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.

63,5 : 50,5 cm (Mappenformat). 8 Radierungen, 1 Textblatt.

119  Hans Peters. Zehn Holzschnitte.

€ 400

1924. Meist ca. 30 : 21 cm (40 : 25 cm). Signiert und datiert.

Auf Japanbütten. – Die neun großen Holzschnitte in Passepartouts, der vignettengroße auf einem gefalzten Doppelblatt im Mappenformat. Einige der zehn Weißlinienschnitte versetzen den Betrachter in surreale Märchenwelten, die übrigen ergänzen als Stillleben mitorientalischen Bildelementen die Folge. – In einer Halbpergamentmappe mit rot-schwarz-ornamentiertem Bezugspapier, die Mappe auf dem Innendeckel signiert und datiert. – Die Folge war möglicherweise für ein Mappenwerk gedacht, das aber nie erschienen ist. Ohne Auflagen- und Editionsvermerk. – Hans Peters (1885–1978) studierte vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin. 1919 ließ er sich in Lübeck nieder und war als Künstler und Kunstpädagoge tätig.

Vgl. Vollmer III, 574

120  Pablo Picasso. Deux femmes nude et le peintre.

€ 4500

Kaltnadelradierung mit Aquatinta. 1966. 32,5 : 22,5 cm (48,5 : 35,7 cm). Signiert und nummeriert, in der Platte datiert.

Exemplar 32/50. – Auf Velin. – Mit Rotstift signiert. – Erschienen als Beilage zur Vorzugsausgabe von Band 1 des »Catalogue de l’œuvre gravé et lithographié«, herausgegeben von George Bloch (Bern 1971). – Nach einem Bericht Georges Blochs über die Zusammenarbeit mit Picasso (NZZ 17./18.10.1987) schenkte ihm der Künstler die gesamte einzige Auflage für diese Publikation. – In der schwarzen Originalleinenmappe, die Graphik tadellos erhalten.

Bloch 1441

121  Otto Piene. Telegrün.

€ 600

Farbserigraphie. 1969. 40 : 40 cm (62 : 42 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 39/100. – Auf glattem Velin. – Eine von zehn Serigraphien der »Tele-Serie«, herausgegeben von der Edition Lübke, Frankfurt am Main 1969/70.

Rottloff 72

122  Sigmar Polke. Obelisk.

€ 400

Farboffset auf handmarmoriertem Buntpapier. 1973. 62,8 : 45,5 cm. Signiert.

Eins von 598 Exemplaren. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Leichte, beim Druck entstandene Quetschfalten.

Becker/von der Osten 28. – Griffelkunst 191 A2

123  Sigmar Polke. Chinatown. – Hauswand/Chinatown.

€ 300

Zwei farbige Offsetdrucke. 1974. 10,4 : 14,8 cm. Signiert.

»Originalgrafik · Serie 7 · New York«, Karten 1 und 2, erschienen in der Edition Staeck. – Beide mit rotem Kugelschreiber signiert.

Von der Osten 41 und 42 (»5000 Exemplare, nur wenige signiert«)

124  Markus Raetz. Liebespaar.

€ 300

Holzschnitt. 1975. 10,2 : 15 cm (38 : 28,2 cm). Monogrammiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 168/500. – Auf Vélin d’Arches. – Markus Raetz (geboren 1941) war 1969 an der berühmten Ausstellung »When Attitudes Become Form« in der Kunsthalle Bern beteiligt.

Leichte Knickfalte.

125  Hans Georg Rauch. 51 Tuschfederzeichnungen.

€ 600

Um 1963/64. Ca. 9 : 9 – 12 : 16 cm. Vielfach rückseitig betitelt.

Hans Georg Rauch (1939–1993) wurde in den 1960er Jahren als Karikaturist für Spiegel, Stern, Observer und die New York Times bekannt. Später war er der graphische Autor der ZEITzeichen, über die Ulrich Greiner, der langjährige Feuilletonchef der ZEIT, schrieb: »Die ZEITzeichen sind keine gezeichneten Leitartikel. Sie sind direkter und schärfer und zugleich tiefgründiger und vieldeutiger. Sie sind eben Kunst, Kunst im Dienste der Aktualität. Und das gibt es sonst nirgendwo. Karikaturisten machen etwas anderes, sie sind quasi die Journalisten unter den Zeichnern. Rauch ist kein Journalist, auch als Zeichner nicht. Er ist ein Künstler, ein Artist, der seinen Gastauftritt hat, und der uns Woche für Woche neue Einsichten, neue Überraschungen und neue Rätsel aufgibt.« – Die kleinformatigen Tuschzeichnungen waren teils für Bildfolgen bestimmt und sind rückseitig entsprechend betitelt (»Rauchen«, »Nicht befördert«, »Vertreter«, »Verprügelt«, »Zeugnis« u. v. a.). – Beilage: Katalog der Rauch-Retrospektive Wilhelm-Busch-Museum Hannover 1981.

Teils mit Büroklammer-Rostspuren.

126  Jean-Paul Riopelle. Constructions chimériques.

€ 750

Farbradierung. 1967. 19,8 : 29,8 cm (45,5 : 56,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 53/75. – Auf leicht gelblichem Velin. – Der Frankokandadier Jean-Paul Riopelle (1923–2002) lernte nach Kriegsende in Paris Künstler des Tachismus und Informel kennen, die sein künstlerisches Schaffen beeinflussten. – Rückseitig mit Bleistift beschriftet.

127  Jean-Paul Riopelle. Percee.

€ 750

Farbradierung. 1967. 19,5 : 29,8 cm (45,3 : 56,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 71/75. – Auf Velin »BFK Rives«. – Rückseitig mit Bleistift beschriftet.

128  Eun-Nim Ro. Vogel, grün-schwarz.

€ 800 ( R19 )

Acryl und Tusche auf Papier. 1986. 64 : 95 cm. Signiert, datiert und rückseitig bezeichnet.

Großformatige, typische Arbeit. – Eun-Nim Ro, geboren 1946, lebt und arbeitet seit 1970 in Hamburg (und Michelstadt). Seit 1990 lehrte sie als Professorin an der hiesigen HAW und leitete mehrere Jahre deren internationale Sommerakademie »Pentiment«.

129  Rolf Rose. Reliefbild.

€ 300

Rakelmalerei über Serigraphie. 1993. 47,3 : 47,3 cm (67 : 67 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/10. – Durch das Aufstreichen des Ton-in-Ton gefärbten Streifenmusters entstehen innerhalb der kleinen Serie unikale Muster. – Auf Velin. – Rolf Rose (geboren 1933) wendete sich schon sehr früh von der figürlichen Malerei ab. Es entstanden Farbfeldmalereien in verschiedenen Techniken und Ausformungen.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

130  Dieter Roth. Taschenzimmer.

€ 600

Materialcollage. 1968. 10,7 : 7,3 : 1,8 cm. Monogrammiert und datiert.

Seit 1968 in unnummerierter Auflage innerhalb der Reihe »Kleinkunst im Haushalt« erschienen. – Auf die gestempelte Zeichnung eines Tisches wurde eine Bananenscheibe genagelt, die »bis heute zu ungewöhnlicher Bildhaftigkeit verweste« (Düsseldorfer Kollegenkatalog 2013). Die Banane hier in ungewöhnlich gut konserviertem Zusatnd. – In der originalen Kunststoff-Spielkartenkassette und der Originalpappschachtel des VICE-Verlages mit dem Stempel des Verlegers.

Dobke, Bücher + Editionen, Seite 25 mit zwei Abbildungen. – Slg. Schnepel R5-49. – Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 165

131  Dieter Roth. Komposition I – V.

€ 450

Fünf Kaltnadelradierungen. 1977. Ca. 30 : 22 cm (39 : 28 cm). Signiert mit »Heinrich Schwarz«.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (152–238 Exemplare) für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg gedruckt. – Auf Velin. – Die vollständige Serie der ersten Fassungen. – Dazu: Heinrich C. Schwarz. Bildnis Dieter Roth. Farbradierung. 1979. 39,7 : 28,2 cm (30,0 : 27,1 cm). Signiert. Eins von insgesamt 160 Exemplaren. Auf Velin. Eine von vier Farbstellungen, gedruckt für die Griffelkunst-Vereinigung. – Inspiriert durch Horst Janssens Radierung »Heinrich Schwarz nach Albrecht Dürer« persiflierte Dieter Roth dessen altmeisterliche Darstellung und okkupierte zugleich den Namen des Dargestellten als Pseudonym. Carl Vogel, damals Beirats- und Jurymitglied der Griffelkunst, unterstützte das Verwirrspiel durch eine abgewandelte Vita (geboren »Husum 1940« statt »Hannover 1930«). Zwei Jahre später überarbeitete Dieter Roth die fünf Platten erstmals (siehe die folgende KatNr.) und ergänzte die Folge um das Selbstporträt, das er aber wiederum als »Heinrich Schwarz« monogrammiert und signiert. 1991 folgte die letzte Fassung (siehe die übernächste KatNr.).

Dobke 438–442 und 443. – Griffelkunst 208 A1–5 und F 115 d. – Zur Entstehungsgeschichte vgl. Dirk Dobkes Beitrag in »Verzeichnis der Editionen der Griffelkunst« (Band II, Seite 14ff.)

132  Dieter Roth. Komposition I – V.

€ 450

Fünf Kaltnadelradierungen. 1979. Ca. 30 : 22 cm (39 : 28 cm). Signiert mit »Heinrich Schwarz«.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (182–420 Exemplare) für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg gedruckt. – Auf Velin. – Die vollständige Serie der zweiten Fassungen. – Dazu: Heinrich C. Schwarz. Bildnis Dieter Roth. Farbradierung. 1979. 39,7 : 28,2 cm (30,0 : 27,1 cm). Signiert. Eins von insgesamt 160 Exemplaren. Auf Velin. Eine von vier Farbstellungen, gedruckt für die Griffelkunst-Vereinigung.

Dobke 444–448 und 443. – Griffelkunst 214 B1–5 und F 115 a

133  Dieter Roth. Komposition I – V.

€ 700

Fünf Kaltnadelradierungen. 1991. Ca. 30 : 22 cm (56 : 38 cm). Signiert, datiert und mit Auflageangabe gestempelt.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (590–880 Exemplare). – Auf Velin. – Die vollständige Serie der nochmals überarbeiteten Kupferplatten. – Datiert »1977/92«, Teile der Auflage wurden bereits 1991 signiert und ausgegeben. – Dazu: 1 Bericht mit Kommentar. Fotoradierung, Serigraphie und Stempel. 1991. 40 : 50 cm. Signiert und datiert. Exemplar 84/535. – Kombinationsdruck. Kaltnadelradierung. 1992. Signiert und datiert. Eins von 248 Exemplaren. Zusammendruck aller fünf Platten der Serie. – Die fünf Blätter der Serie druckte Henning Bergmann, die beiden Ergänzungsblätter zusammen mit Thomas Sanmann, alle sieben ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – »Alle fünf Platten druckte Roth 1992 zusammen übereinander auf ein Blatt, wodurch der langjährige Variationsprozess in einem fast monochromen schwarzen Druck endet. […] Es ist ein besonders schöner Tiefdruck, bei dem die schlicht schwarz erscheinende Fläche erst auf den zweiten Blick preisgibt, dass sie aus vielen Schichten feiner linearer Einzeldrucke besteht.« (Dirk Dobke). Die Fingerspuren auf allen sechs Kompositionen entstanden durch den Drucker auf Anweisung des Künstlers. – Auf der reproduzierten Doppelseite seines Tagebuchs aus dem Jahr 1990 dokumentierte Roth seine Überlegungen zu den Griffelkunst-Editionen und der Auflagen»politik« der Vereinigung. – Die vorliegenden Graphiken sind die letzten für die Griffelkunst entstandenen des Künstlers.

Dobke 484–488, 489 und 501. – Griffelkunst 263 C1–5, E 197 und E 204

134  Reiner Ruthenbeck. Rotes Tuch mit Spannrahmen.

€ 1200

Mixed Media (Leinen, Holz, Metall in Kartonbox). 1973. 70 : 70 : 3,5 cm. Signiert und nummeriert.

Das weinrot gefärbte Leinentuch ist in einen Stickrahmen aus schwarzem Holz eingespannt. – Auf der Rahmeninnenseite mit Klebeschild, dort signiert und nummeriert. – Ediert vom Städtischen Museum Abteiberg, Mönchengladbach. – Im nummerierten Originalkarton.

Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 170

135  Konrad Balder Schäuffelen. Deus ex skatola.

€ 600 ( R7 )

Entwicklungsroman. 1964. Zweite, durchgesehene und vermehrte Auflage. 1975.

Schäuffelens Lotterie Romane 1. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem Titelschild im Kassettendeckel vom Künstler monogrammiert. – Der Text entstand in den Jahren, als Schäuffelen (1929–2012) als Psychiater am Max-Planck-Institut tätig war. In seinem dichterischen Œuvre dominieren experimentelle und visuelle Poesie. – Die implizierte Auflage von 1964 konnten wir nicht nachweisen. – Der Künstler druckte den Text seines Romans auf etwa 300 hellblaue Kartonblättchen, die wie Lotterielosen gerollt wurden und in der Originalholzbox stehen. In gleicher Ausstattung edierte Schäuffelen noch im selben Jahr Thomas Manns Erzählung »Gladius dei« (siehe KatNr. LAGER 476).

15,0 : 11,0 : 5,5 cm.

136  Ursula Schultze-Bluhm. Medienkopf.

€ 1200

Acryl auf Leinwand, mit Fell- und anderen Applikationen. 1993. 30 : 30 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt.

Seit 1950 arbeitete Ursula Bluhm (1921–1999) als Künstlerin und reiste in den Folgejahren häufig nach Paris. Dort wurde sie 1954 von Dubuffet als »Art Brut«-Malerin entdeckt. Seit 1955 war sie mit Bernard Schultze verheiratet. – Erste Pelz-Öl-Assemblagen entstanden bereits um 1960, vorliegend ein Spätwerk mit einer Rückbesinnung auf den späten Surrealismus der Pariser Jahre.

137  Ursula Schultze-Bluhm. Ohne Titel (Amorphes Wesen).

€ 1000

Acryl auf Leinwand. 1993. 30 : 30 cm. Signiert und datiert.

138  Ursula Schultze-Bluhm. Ohne Titel (Mädchenkopf).

€ 1000

Acryl auf Leinwand. 1993. 30 : 30 cm. Signiert und datiert.

139  Fritz Schwimbeck. Vier Radierungen.

€ 800

Signiert und betitelt.

I. Die Fischfrösche. 20 : 14 cm (40 : 30 cm). Signiert, betitelt und als »Probedruck« bezeichnet. Auf Japan. – II. Schwelle. 20 : 14 cm (36 : 25 cm). Signiert, betitelt und als »Probedruck« bezeichnet. – III. Ghosts. 17,3 : 14 cm (37,8 : 30,2 cm). Signiert, betitelt und als »Proof impression« bezeichnet. – IV. Brunnengespenst. 27 : 20 cm (50 : 38 cm). Signiert und betitelt. – Fritz Schwimbeck (1889–1977) studierte, lebte und arbeitete in München. Er illustrierte zahlreiche Bücher, besonders mystische und gespenstische Erzählungen inspirierten ihn. Seine Radierungen erinnern häufig an die frühen Arbeiten von Alfred Kubin. – Dazu: Stefan Eggeler. Fünf Radierungen. Um 1920. Eine signiert. Drei in der Platte betitelt: Henri IV. – Louis XIV. (signiert) – In tiefen Gruben lagen Tausende aufeinander. – Zwei unbetitelt, eine aus »Schnitzler, Reigen«, eine aus »Musikalische Miniaturen«. – Stefan Eggeler (1894–1969) studierte und arbeitete in Wien. Bis Mitte der 1920er Jahre erschienen in rascher Folge graphische Zyklen, ab 1930 war er vor allem schriftstellerisch tätig. – Eine Beigabe.

Leicht angestaubt, rückseitig Papierreste, II und III rückseitig mit dem Atelierstempel.

140  Max Schwimmer. Zwei Köpfe.

€ 300

Bleistiftzeichnung. 1920. 9,5 : 9,0 cm. Mit eigenhändigem Text auf einer Briefkarte.

An die Konzertsängerin Annemarie Schöbel in Leipzig-Lindenau. – »Liebe Annemarie, aus Dresden, das mir einige wundervolle Tage schenkte, schönsten Gruß. Sehen wir uns noch einmal in Leipzig? Herzlich Ihr Max Schwimmer«. – Mit Poststempel 17. 4. 1920.

Zur Empfängerin: https://www.lindenauerstadtteilverein.de/heimatkunde/haeuserliste/haus/2814/rietschelstrasse-31.htm

141  Lothar Sell. Fabeln und Bilder.

€ 400

Elf Originalholzschnitte. Berlin, Der Kinderbuchverlag 1986. Mit elf signierten und blattgroßen Holzschnitten. Originalhalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel und Holzschnitt-Vorsatzpapieren. Im illustrierten Originalschuber.

Kinder-Kunstbuch. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten und datierten Holzschnitten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Holzschnitte entstanden zu Fabeln von Äsop, Avian, Babrios, Romulus, Wilhelm Busch, Ignacy Krasicki, Iwan Krylow, Gotthold Ephraim Lessing und Johannes Pauli. – Tadellos. – Dazu: Exemplar des Kinderbuchs in der Normalausgabe.

35,0 : 27,6 cm. [28] Seiten.

142  Heinrich Siepmann. Ohne Titel.

€ 450

Collage (Wellpappe und Karton), bemalt und auf Gouache montiert. 1989. 28,0 : 39,5 cm (50,0 : 39,5 cm). Signiert und datiert.

Mehrschichtig erweitert sich die Bildgröße, erst auf dem vollen weißen Bogen signiert und datiert. – Heinrich Siepmann (1904–2002) studierte an der Folkwang-Schule Essen. Beeinflusst von den geometrisierten Bildkompositionen der Bauhauszeit setzt er nach Kriegsende, inzwischen Mitglied der Recklinghausener Künstlergruppe »junger westen«, dieses Gestaltungsprinzip konsequent fort und blieb ihm bis ins hohe Alter treu.

143  K. R. H. Sonderborg. Ohne Titel (12. III. 58).

€ 450

Farbradierung. 1958. 48 : 62 cm (57 : 74 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 6/40. – Auf Velin »BFK Rives«. – Die schwungvolle in Grau und Tiefschwarz gedruckte Radierung mit, den vergangenen sechs Jahrzehnten angemessenen, Alterungsspuren. – Dennoch schön und durch die kleine Auflage selten.

Rathke 12

144  Antoni Tàpies. Les deux cartes.

€ 600

Farbige Lithographie. 1976. 33,0 : 60,0 cm (56,0 : 76,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/75. – Auf Arches-Bütten. – Neben der Einzelauflage erschien die Lithographie, auf Buchformat beschnitten und gefalzt, auch in Georges Raillard, Tàpies. Monographie (Paris 1976).

Rückseitig Montierungsreste.

Galfetti 638

145  Walasse Ting. Flussufer mit Fischerboot.

€ 1000

Aquarell und Tuschfeder. 10,0 : 13,8 cm. Signiert.

Wohl in den 1970er Jahren entstanden, als der chinesisch-amerikanische Künstler (1929–2010) sich nach seiner Pop-Art-Phase einem populär figürlichen Stil zuwendete. – Auf Velin. – Fest hinter Passepartout montiert.

146  Walasse Ting. Landschaft mit Antilope.

€ 1000

Aquarell und Tuschfeder. 9,7 : 13,8 cm. Signiert.

Wohl in den 1970er Jahren entstanden. – Fest hinter Passepartout montiert.

147  Mark Tobey. Unknown Kiss.

€ 500

Farblithographie. 1970. 41 : 22 cm (54,3 : 34,5 cm). Signiert und als »proof« bezeichnet.

Auf Velin. – Vor der Auflage von 200 Exemplaren. – Eine der wenigen im weitesten Sinne gegenständlichen Graphiken Tobeys.

Leichte Farbspuren in den breiten Rändern. – Oberrand rückseitig mit Papierresten, Unterrand leicht geknickt.

148  Théo Tobiasse. Les fruits de Brugges.

€ 400

Farblithographie. Um 1980. 50,0 : 65,5 cm (57,5 : 77,5 cm). Signiert und nummeriert.

»EA XXV/XXV«. – Eins von 25 Künstlerexemplaren, auf Japon nacré. – Farbenprächtige Lithographie des französischen Künstlers (1927–2012), der bereits als Kind mit seinen Eltern aus Palästina nach Paris kam.

Vier Anheftungen leicht durchschlagend.

149  Rosemarie Trockel. Wurstteller.

€ 300

Zweifarbige Serigraphie auf Porzellan. 1990. Ø 27 cm.

Eins von 245 Exemplaren. – Mit dem von der Künstlerin signierten Zertifikat im Originalkarton. – Verlegt von der Galerie Buchholz + Schipper, Köln. – Auf den Teller aus der Bayreuther Manufaktur wurde ein Zeitungsausschnitt (»Fleisch- und Wurstwaren · DDR-Fleischerei: Die Westler essen uns alles weg«) gedruckt.

Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 193

150  Rosemarie Trockel. Studio Visit.

€ 900

Photogravure auf Papier, montiert in Holz-Papp-Passepartout mit Folie und Prägedruck. 1992. 21 : 21 cm (38 : 33 : 0,9 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 75/80. – Gedruckt bei Peter Kneubühler, Zürich. – Beilage zur Vorzugsausgabe der Kunstzeitschrift »Parkett« (Ausgabe 33/1992). Dieses (hier beiliegende) Heft war Rosemarie Trockel und Christopher Wool gewidmet. – Tadellos erhalten, im Originalversandkarton.

151  Rosemarie Trockel. Komposition mit Kleidern, Kreisen und Kreuz.

€ 750

Siebdruck auf Seidentuch. 1993. 86 : 86 cm. Monogrammiert und nummeriert.

Exemplar 50/100. – Im typographisch signierten Originalkarton, dieser nochmals nummeriert.

152  Rosemarie Trockel. Virgin Islands.

€ 450

Farbpigmentdruck auf Epson Professional. 2011. 50 : 50 cm. Rückseitig signiert und nummeriert.

Exemplar 27/60. – Erschienen zur Vorzugsausgabe von Heft 82 von »Texte zur Kunst«. – »Bei der Serie »Virgin Islands« handelt es sich um Collagen, die die Künstlerin aus bearbeiteten Fotos am Computer produziert hat. Neben farbigen Veränderungen hat Trockel in jedes Bild eine »Insel« in Form eines verzerrten Gesichts eingefügt. […Bei] dem für ›Texte zur Kunst‹ ausgewählten Bild schwebt ein gemorphtes Frauengesicht im schwarzweißen Bildraum, der in seinem Obskurantismus eher als Raum des Traums erscheint. Bezieht man das farbige Viereck auf die mit einer Opiumpfeife versehene horizontale Figur, ist nicht mehr so klar, ob es sich bei dem Zerrbild um eine beabsichtigte technologische Bildstörung oder eine subjektive Wahrnehmungsstörung handelt, oder was überhaupt Klarsicht heißt.« (Verlagswerbung).

153  Rosemarie Trockel. Missleading Interpretation.

€ 450

C-Print auf Profigloss Paper. 2014. 60 : 50 cm. Rückseitig signiert und nummeriert.

Exemplar 15/20. – Rosemarie Trockel, geboren 1952, lebt und arbeitet in Köln.

154  Günther Uecker. Gegeneinander.

€ 2500

Bleistiftzeichnung, laviert. 1979. 15 : 14,8 cm (51 : 51 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Auf Velin. – Die filigrane Zeichnung, ein zweidimensionales »Nagelbild« auf breitrandigem Velin, gewinnt durch die nur leicht getönte Lavierung optisches Gewicht. – Unten links vom Künstler betitelt. – Makellos.

Rückseitig kleine Anheftungsreste.

155  Günther Uecker. Hommage à Achim von Arnim und Clemens von Brentano.

€ 5000

Multiple (Nägel in Kissen, montiert auf Textheft, in Folien-Box). 1969. Signiert.

Exemplar 28/200. – Das originelle Multiple Ueckers, dem Lied »Guten Abend, gute Nacht« aus »Des Knaben Wunderhorn« gewidmet. – Das Textheft enthält die Originalfassung »[…] mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf unter die Deck’« und eine von Uecker »übersetzte« Variante: »Nagelnagel Nagelnagel […]«. – Auf dem Kissen von Uecker signiert, im Heft stempelnummeriert. – Herausgegeben vom Rolf Kuhn Verlag Olef/Eifel und Aachen als »kuhn präsens 4s« im Juni und November 1969. – Die Box durch Luft- und Lichteinfluss minimal verfärbt und mit unbedeutenden Fehlstellen an einer Ecke. Das Kissenobjekt und die rosa Broschur makellos.

Van der Koelen L 6901

156  Günther Uecker. Kabinett für aktuelle Kunst.

€ 300

Weiße Serigraphie auf weißem Karton. 1970. 50 : 48 cm. Signiert.

Originalgraphisches Plakat zur Ausstellung in der Kunsthalle Bremerhaven. – Die vom Künstler für eine Teilauflage gewählte »Farbigkeit« beeinträchtigte damals die Informationsvermittlung und heute die Reproduzierbarkeit. – Unten rechts signiert »Uecker 70«.

157  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Wie weiß ist wissen die Weisen.

€ 3000

Hommage à Uecker. Zirndorf, Verlag für Moderne Kunst 1975. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, der Umschlag mit Prägedruck, und vier signierte Prägedrucke lose in schwarzer Originalleinenkassette.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit vier signierten Prägedrucken von Günther Uecker, rückseitig nummeriert und mit der Blattnummer bezeichnet, als Suite. – Der Text von Eugen Gomringer, entstanden 1972, wurde durch einen Computer in 720 Kombinationen wiedergegeben. – Die Abbildungen dokumentieren Werke Ueckers aus den Jahren 1957 bis 1974.

32 : 23 cm. [88] Seiten, 4 Prägedrucke. – Kassette minimal angestaubt.

Van der Koelen L 7505

158  Günther Uecker. Optische Partitur Budapest.

€ 750

Dreiteilige Lithographie. 2012. Je 32 : 75 cm, jede signiert und datiert.

Die großformatige Lithographie (106 : 78 cm) wurde in einer Auflage von 100 Exemplaren gedruckt, gedrittelt und gefalzt. Die 300 Lithographien bilden die Umschläge der dreimal 100 Vorzugsexemplare von St. Galler Abenteuer. Hartung, Tàpies, Uecker und das Erker-Phänomen. (Budapest 2012). Der Ausstellungskatalog des Museums der Bildenden Künste Budapest (2012) enthält zahlreiche Abbildungen von Werken von Bill, Capogrossi, Chillida, Dorazio, Hartung, Jorn, Lohse, Motherwell, Poliakoff, Santomaso, Tàpies, Tobey und Uecker. Der Katalog wurde dem während der Vorbereitung verstorbenen Antoni Tàpies gewidmet. – Auf den Titelblättern nummeriert und mit dem Prägestempel der Druckerei.

Je 32,0 : 23,8 cm. 198 Seiten.

159  Lesser Ury. Dame und Herr spazierend unter Bäumen.

€ 600

Lithographie. 1919. 21,7 : 16 cm ( 26,5 : 18,7 cm). Signiert.

Unnummeriert, außerhalb der Auflage von 30 Exemplaren des Gurlitt Verlags. – Auf Maschinenbütten. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy) (1892 Berlin – 1969 Beverly Hills, CA), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 62

160  Lesser Ury. Rauchender Herr im Kaffee III.

€ 700

Lithographie. 1919. 26,9 : 18,4 cm (31 : 22 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 12/30. – Auf Bütten. – Aus der bei F. Gurlitt erschienenen Auflage. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 72

161  Lesser Ury. Im Kaffee II.

€ 700

Lithographie. 1919. 27 : 14,5 cm (32 : 19,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 30/30. – Aus der Auflage des F. Gurlitt Verlages. – Auf dünnem Japanbütten. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Minimal fleckig, oben links leichte Eckknicke.

Rosenbach 82

162  Lesser Ury. Zeitungsleser.

€ 500

Lithographie. 1919. 18,5 : 19 cm (20 : 29,8 cm). Signiert.

Auf Maschinenbütten. – Wohl außerhalb der Auflage des Gurlitt-Verlags (30 Exemplare), da unnummeriert und in abweichendem Papierformat. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 84

163  Lesser Ury. Selbstbildnis.

€ 400

Lithographie. 1915. 22,8 : 12,9 cm (37 : 25,4 cm). Signiert und »1919« datiert.

Nach einer 1915 entstandenen Zeichnung. – Auf Bütten. – Rosenbach kennt keine Auflage, hier das bei ihm erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 93

164  Lesser Ury. Der Kunstkenner.

€ 700

Lithographie. 1922. 27 : 18,2 cm (30,5 : 21 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 28/30. – Auf Japanbütten. – Ediert vom Verlag F. Gurlitt. – Die Lithographie wiederholt eine um 1900 entstandene Zeichnung. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 97

165  Lesser Ury. Wasserschöpfende Bäuerin.

€ 400

Radierung, um 1920. 16,8 : 13,8 cm (26 : 21,3 cm). Signiert.

Auf Japan. – Kräftiger Druck mit schönem Plattenton. – Rosenbach kennt keine Auflage und nur je ein Exemplar im Tel Aviv Museum und das vorliegende in einer »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 99

166  Feri (Ferenz) Varga – Zwei Ausstellungskataloge mit Lithographie bzw. mit Zeichnung, beide mit Widmung.

€ 200

I. Varga. Cercle Volney 1956. Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Farblithographie (signiert, datiert und nummeriert »195/200«, gefalzt). Druckvermerk mit eigenhändiger Widmung des Künstlers. – II. Ferenc Varga. Kollektiv-Ausstellung Kölnischer Kunstverein 1957. Titelblatt mit eigenhändiger Widmung, Vorderumschlag mit einer Kugelschreiberzeichnung des Künstlers. – Eine signierte Beigabe.

167  Victor Vasarely. Compositions.

€ 750

Drei Serigraphien. Um 1969. 18,0 : 18,3 cm (23,5 : 19,5 cm). Signiert.

Nicht außerhalb der Rahmung begutachtet. – Dazu: Vasarely. Band I und II. Neuchâtel, Griffon 1969–1973. Mit zahlreichen farbigen Tafeln, Abbildungen, Serigraphien auf Folien etc. Originalleinenbände mit Schutzumschlag. Band I in erster, Band II in dritter deutscher Ausgabe. Beide erschienen innerhalb der Reihe »Arts plastiques du XXe siècle. Einleitungen von Marcel Joray, Gestaltung der Bücher von Victor Vasarely. – Beilage: Profound Works. 16 Serigraphien auf Folien und Papier. Lose in Originalumschlag. Beilage zu Band II, in der französischen Ausgabe. Die Folge hier nochmals eingebunden im deutschen Band II.

168  Wolf Vostell. 2 de-coll/age-happenings.

€ 750

Multiple (Serigraphierter Text auf 13 Papptafeln, Schraubzwinge). 1965. 21 : 13 : 15 cm.

Exemplar 53/150. – Edition 1 der Galerie René Block, Berlin. – Bericht von den Happenings »Phaenomene« (Berlin, Autofriedhof Sperber, 27. März 1965) und »Berlin/100 aktionen« (Berlin, 10. November 1965). – Die Texte zu den Aktionen wurden in Schreibmaschinentype auf die Papptafeln serigraphiert (Siebdruck Hochacker Wuppertal). – An »Phaenomene« wirkten folgende Künstler mit: Brehmer, Artmann, Petersen, Tsakiridis, Chotjewitz, Gosewitz, Hoedicke, Sauerbier, Nitsch, Luepertz, Vostell und Block. – »100 aktionen ereignete sich am 10.11.1965 von 9 bis 16.10 uhr im stadtgebiet Berlin […] auffuehrende: wolf vostell – vagelis trakiridis – reinhard lettau«. – 1962 hatte Vostell die Zeitschrift »de-coll/age« gegründet, 1964 initiierte er in der neu gegründeten Berliner Galerie René Block Fluxusveranstaltungen.

Mit angemessenen und nicht störenden Alterungsspuren.

Nicht in Slg. Schnepel, nicht im Archiv Sohm

169  Wolf Vostell. Vietnam-Sinfonie.

€ 600

Vier Farbserigraphien. 1971. 48,5 : 69 cm. Signiert und nummeriert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Vier abfotografierte und überarbeitete Fernsehbilder von der ersten bemannten Mondlandung 1969. – Gedruckt in Rot, Grau und Schwarz auf Bristol-Karton. – Die Drucke entstanden als »Partituren« zu dem gleichnamigen Happening.

Tadellos erhalten.

Vomm 1971 : 7 / 1–4

170  Wolf Vostell. Environnements / Happenings 1958 – 1974.

€ 300

Paris, Editions du Chene 1974. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten Serigraphie »Betonvagina 2« – Katalog der Gesamtschau des Werks in Paris 1974 mit Texten in französischer Sprache von Suzanne Pagé, Gérald Gassiot-Talabot und Jörn Merkert.

25,0 : 31,0 cm. 276 Seiten, 1 Serigraphie.

Vomm 1974 : 1

171  Gerhard Wind. Komposition.

€ 600

Gouache und Tusche. 1956. 22 : 47 cm. Signiert und datiert.

Dynamische Komposition in leuchtender Farbigkeit. – Auf Büttenkarton und in Passepartout montiert. – Gerhard Wind (1928-1992) studierte von 1952 bis 1954 an der Landeskunstschule Hamburg bei Karl Kluth, Fritz Winter und Ernst Wilhelm Nay und von 1954 bis 1958 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Otto Coester. – Nach Förderpreisen und -stipendien (Villa Massimo 1958) nahm er 1959 erstmals an der documenta teil. – Frühe, noch während seiner Ausbildung entstandene Arbeit.

172  Mac Zimmermann. Kommunikation.

€ 1000

13 Farbradierungen. 1967–1979. Ca. 25 : 16 cm (ca. 30 : 22 cm). Signiert und nummeriert.

Je eins von 100–200 Exemplaren. – Jeweils auf einem gefalzten Büttenblatt, auf der linken Seite ein eigenhändiger Neujahrswunsch von Nobert Handwerk, Chef der Münchner Firma Insel-Film. In seinem Auftrag und meist mit einem erläuternden Textblatt versehen erschienen die Graphiken von 1967 bis 1979 als Neujahrswünsche.

Waldberg 63, 64 und 71 (die anderen sind nach Erstellung des Werkverzeichnisses erschienen)

173  Zen 49.

€ 400 ( R7 )

Erste Ausstellung im April 1950. Central Art Collecting Point. Arcis-Strasse 10. München 1950. Gelbe Originalbroschur.

Sehr seltener und wichtiger Katalog. – Mit einer Einleitung von Franz Roh. – Zur Künstlergruppe gehörten bei Gründung sechs Maler und eine Bildhauerin: Willi Baumeister, Fritz Winter, Gerhard Fietz, Rolf Cavael, Rupprecht Geiger und Willi Hempel sowie Brigitte Meier-Denninghoff. – Der Katalog listet von jedem Künstler sechs bis acht Arbeiten, ergänzt um »Notizen zum Katalog« von John Anthony Thwaites. – Die Gestaltung des Kataloges übernahm Stefan Munsing, der damals den Münchner Art Collecting Point leitete. – Mit Bleistiftnotizen eines Ausstellungsbesuchers am Oberrand. – Beilage: Hektographiertes Typoskript des Vorwortes der Künstler.

13,7 : 21 cm. 15, [1] Seiten. – Umschlagränder leicht fingerfleckig.

174  Oswald Wiener und Günter Brus. Gedanken.

€ 900 ( R7 )

Berlin 1975. Lose Blätter und eine Fotografie in Leinenkassette.

Nach ihrer Wiener »Uni-Ferkelei« 1968 musste Günter Brus für einige Monate ins Gefängnis und Oswald Wiener, dem ein Verfahren wegen Gotteslästerung drohte, floh nach sechswöchiger Haft nach Berlin. Dort widmet sich Günter Brus 1975 mit »Gedanken« nach der »Schastrommel« einem zweiten Zeitschriftenprojekt, das er zusammen mit Oswald Wiener gründete. Die beiden Künstler vervielfältigten in Brus’ Wohnung spontane und noch unausgereifte Ideen und Texte mittels Siebdruck und verschickten die A4-Blätter gefaltet an Abonnenten. Die Farbfotografie rückseitig mit den Namensstempeln beider Künstlerl und als »Blatt 18a« bezeichnet. – Zwei der für den Versand verwendeten Briefumschläge (hier an die ABC Autorenbuchhandlung in München) liegen bei. – Vollständige und so gut erhaltene Exemplare sind sehr selten.

32,2 : 26,2 cm (Kassette). 62 paginierte Seiten, 1 Fotografie, 1 Werbeblatt.

175  Ver Sacrum.

€ 600

Neue Hefte für Kunst und Literatur. Herausgegeben von Hilde Spiel, Otto Breicha und Georg Eisler. [Fünf Bände, alles Erschienene]. Wien und München, Jugend und Volk 1969–1974. Mit 45 Originalgraphiken und zahlreichen farbigen Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Serie dieses mehr oder weniger erfolgreichen Versuchs, eine bibliophil ausgestattete Bestandsaufnahme der österreichischen Nachkriegskunst und -literatur zu etablieren. In Format und Ausstattung der berühmten gleichnamigen Vorgängerin verpflichtet, erschienen allerdings nur fünf Ausgaben (1973 nicht, 1974 dafür in deutlich größerem Umfang). – Jeweils eins von 500–1500 Exemplaren der Ausgabe mit den unsignierten Graphiken von Georg Eisler, Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka, Bernhard Jäger, Maria Lassnig, Rudolf Schönwald, K. R. H. Sonderborg, Hinz Stangl und Fritz Wotruba (teils mehrfach vertreten). – Zu den namhaften Autoren zählten Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Wolf Biermann, Heimito von Doderer, Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Friderike Mayröcker, Albert Paris-Gütersloh, Gerhard Rühm u. a.

30,5 : 28,0 cm. – Die ersten Blätter in IV lose.

176  Fluxus – Drei Publikationen von Willem de Ridder’s European Fluxshop.

€ 300 ( R19 )

Amsterdam um 1964.

Willem de Ridder war der Repräsentant für Fluxus in Europa. – Robert Watts. Events. 26 Karten, illustriert oder mit Texten, in der Originalpappschachtel mit Titelschild (13 : 15 : 2 cm). Die 26 kleinen Fluxus-Karten erschienen in New York, die Box mit dem von Macunias entworfenen Label wurde in Amsterdam produziert. Vgl. Schnepel W1-04. – George Brecht. Iced Dice. Set von acht Karten (18 : 18 cm), beidseitig in Schwarz-Weiß bedruckt und in Umschlag mit aufgeklebter Titelkarte. New York, ca. 1964. – European Fluxshop & Mail-Orderhouse Amsterdam. Einblattdruck, Offset. 1964. 19,7 : 21,4 cm. – Gut erhalten.

177  Interfunktionen.

€ 1800

[Heft 1] – 12 [alles Erschienene]. Köln, Heubach (11 und 12: Buchloh) 1968–1975. Mit zahlreichen Abbildungen, Fotokopien, Collagen und einigen signierten Arbeiten. Originalbroschuren.

Sehr gut erhaltene und vollständige Reihe. – Mit dem sehr seltenen Heft 1, von dem noch keine Vorzugsausgabe ediert wurde, das aber signierte Originalarbeiten (Postkarten und Briefmarke) von Altoray, Vostell (Vomm 1968:8-2) und KP Brehmer enthält und zudem eingebundene Originaldokumente (Zeitschriften, Flugblatt). Die im Druckvermerk erwähnten signierten Arbeiten von Reinecke und Immendorf sind nicht vorhanden. – Das Inhaltsverzeichnis von Heft 1 mit einer eigenhändigen anagrammatischen Widmung des Herausgebers Friedrich Wolfram Heubach für den Vorbesitzer. – Die Zeitschrift ging von der in Heft 1 ausführlich dokumentierten Kritik an der documenta aus. Die Auflage stieg schnell von 250 auf 1000 Exemplare. – Zu den Themenschwerpunkten der Hefte lieferten Künstler wie Baldessari, Beuys, Brus, Feussner, Immendorff, Polke, Arnulf Rainer, Dieter Roth, Vostell u. v. a. Beiträge in Wort und Bild. – Mit Heft 10 beendete der Herausgeber und Verleger Heubach seine Arbeit, Hefte 11 und 12 erschienen mit dem Untertitel »Zeitschrift für neue Arbeiten und Vorstellungen«. – Sehr gut erhalten.

29,7 : 21,0 cm, Hefte 9 und 10 21,0 : 14,8 cm. Je ca. 80–100 Seiten.

Archiv Sohm S. 177, Abb. 318

178  Zero – KWY 7. – KWY 12. Album.

€ 300

Editée par le Groupe KWY. Paris 1960 und 1963. Mit zahlreichen Serigraphien, Offsetdrucken und montierten Abbildungen. Zwei Originalbroschuren.

Heft 7: Mit vier Lithographien von Christo, einer Serigraphie von Viera da Silva und Beiträgen von Karl F. Brust, R. Bertholo u. a. – Heft 12: Mit 54 meist serigraphierten Postkarten (auf 18 perforierten Kartonblättern) von J. van der Heyden, Pierre Alechinsky, Corneille, Camille Bryen, Samuel Buri, Lourdes Castro, Le Parc, Jan Voss u. a. Eins von 300 Exemplaren. Herausgegeben von Lourdes Castro, Christo, Jan Voss, René Berthelo u. a. Das letzte Heft der seltenen Publikation. – Von der berühmten Zero-Zeitschrift erschienen insgesamt nur zwölf Ausgaben, die Auflagen ab Heft 5 lagen zwischen 100 und 300 Exemplaren.

31,0 : 21,3 cm. 36 Seiten (inklusive Umschlag). – 30,5 : 20,5 cm. 1 Blatt, 18 Tafeln. – Klebebindung bei beiden Heften gelöst.

179  Gruppe Zero.

€ 450

Katalog zur Ausstellung. Düsseldorf, Galerie Schoeller 1989. Mit zahlreichen Abbildungen. Illustrierter Originalpappband.

Erschienen anlässlich der Ausstellung der Gruppe Zero vom 16. September bis 16. November 1988 in der Galerie Schoeller, Düsseldorf. – Von sechs beteiligten Künstlern (Piene, Uecker, Megert, Pohl, Graubner und Mack) auf dem Vorsatzblatt signiert. – Hubertus Schoeller gab den Katalog zur Ausstellung, dessen Einband Otto Pienes Plakatentwurf ziert, erst ein Jahr später heraus. Aus diesem Anlass veranstaltete er in den Räumen der Galerie ein legendäres Fest, das noch einmal das Flair der einstigen Zero-Happenings wachrief. Der Katalog enthält neben einem Vorwort von Hubertus Schoeller Aufsätze von Manfred Schneckenburger und Otto Piene, persönliche Statements von Heinz Mack, Günter Uecker und Piene, die Auflistung sämtlicher Zero-Ausstellungen und ihrer Teilnehmer, die Dokumentation der neun Abendausstellungen von 1957 bis 1960 sowie den Katalog der Stadtjubiläums-Aussstellung.

24,8 : 27,4 cm. 151, [9] Seiten.

180  Reaktion 1, 2 [und] 3

€ 1200

[von sieben]. Düsseldorf, Verlaggalerie Leaman 1975–1977. Mit zahlreichen Abbildungen, Faksimiles und einigen Originalarbeiten auf unterschiedlichen Papieren. Drei schwarz-weiß serigraphierte Originalringordner.

Jeweils mit ein bis drei Originalfotografien als Titelblatt. – I. 49 Blätter: Enthält Originalbeiträge von Christian Megert (Spiegelobjekt, 2 Spiegelstücke lose), Günther Uecker (drei Stück Leinwand mit weißer Farbe überarbeitet, darüber jeweils ein bedrucktes Folienblatt (nicht bei van der Koehlen)), Andre Thomkins, Reiner Ruthenbeck (schwarze Pappe gelocht), Ulysis Carrion, Leo Erb (drei bedruckte Blätter Pergamentpapier), Michael Gibbs und Milan Mölzer. – II. 51 Blätter: Mit Originalbeiträgen von Adolf Luther (zwei Blätter mit aufgeklebten kleinen Spiegeln), Hubertus Gojowczyk, Rolf Bendgens, Arnulf Rainer, Norbert Kricke (Prägedruck), Francisco Pino, George Brecht, Geza Pemeczky und Vera Röhm. – III. 55 Blätter, davon ein Blatt gefaltet im Briefumschlag: Mit Beiträgen von Alexander Schleber (Fotografien von Autokennzeichen aus denen sich Namen ergeben: MAR X, GI DE), Alex Kayser, Zak & Kingbee, Mauricio Nannucci, Sigurtur Gudmundsen, Fritz Schwegler, Erin Heerich, Helfried Hagenberg und Daniel Spoerri. – Umschlagentwurf Milan Mölzer. – Nur Band II nennt eine Auflagenhöhe: 1000 Exemplare und 100 mit signierten Arbeiten.

31,5 : 26,5 cm (Ordner), Inhalt meist A4. – Ohne Vergleichsexemplar konnten wir keine Vollständigkeit nachweisen.

181  Hans Bellmer. Petit traité de morale.

€ 6000

Zehn zweifarbige Radierungen. 1968. 38,0 : 28,5 cm. Signiert.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 170). – Prachtvolle, kräftige Drucke, jeweils auf einem breitrandigen Doppelbogen »Velin d’Arches«. – Erschien bei Georges Visat, Paris. – Lose Doppelbogen in Originalumschlag, -seidenchemise und -seidenschuber. – Hans Bellmer wurde von Texten des Marquis de Sade zu dieser Suite inspiriert: Dialogue entre un Prêtre et un Moribond. – Aline et Valcour. – Les Infortunes de la Vertu. – Les 120 Journées de Sodome. – Notes pour la nouvelle Justine. – L’Aigle Mademoiselle. – Idée sur les Romans. – Les Crimes de l’Amour. – La Philosophie dans le Boudoir. – Juliette ou les Propérités du Vice.

Chemise am Rücken verfärbt.

Denoël 78–87. – Bibliothek Filipacchi 21

182  Georges Braque. Cahier 1916 – 1947.

€ 600

Paris, Maeght 1948. Mit zahlreichen lithographierten Tafeln und einer Farblithographie auf dem Originalumschlag. In Originalleinenmappe mit geprägter Deckelillustration.

Eins von 750 Exemplaren auf Velin du Marais im kleineren Format (Gesamtauflage 845). – Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers auf dem Vortitelblatt: »Pour Madame Vienne avec ma hommage, G. Braque 1950« und mit Anmerkung zur Edition unter dem Auflagenvermerk. – Die recih illustrierten Seiten von Braques gezeichnetem Tagebuch wurden bei Fernand Mourlot auf Steine übertragen und gedruckt. – Die Titellithographie der 95 Vorzugsexemplare wird hier in veränderter Farbstellung auf dem Umschlag verwendet. Bei dem von Braque neu kalligraphiertem Titel schrieb der Künstler versehentlich »1917–1947«. – 1956 erschien eine knappe Fortsetzung mit der Epoche 1949–1955.

39,0 : 28,5 cm. [100] Seiten. – Chemise angestaubt. – Umschlag mit winzigen Abplatzungen. – Äußerste Ränder schwach gebräunt.

Hatje Livres VII. – Vallier 37 (verwirrend). – Vgl. Monod 1890

183  Georges Braque – Hesiode. Theogonie.

€ 10000

Eaux-fortes de Georges Braques. Paris, Maeght 1955. Mit 20 Radierungen, davon eine fünffarbige gefirniste auf dem Umschlag, eine zweifarbige als Frontispiz, zwei als Vignetten und 16 ganzseitige im Text sowie einem radiertem »Inhaltsverzeichnis« der Graphiken. Lose Doppelblätter und Radierungen in Originalumschlag. Schwarze Originalchemise und -schuber, beide mit farbigen Applikationen.

Eins von 150 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf handgeschöpftem »Auvergne«-Papier. – Der Verleger Ambroise Vollard hatte »Braque vorgeschlagen, einen Text für ihn zu illustrieren. Braque war sofort damit einverstanden. Er hatte die ›Theogonie‹ von Hesiod ›mit großer Bewunderung gelesen und diesem Werk ein größeres Interesse entgegengebracht als Aischylos oder Sophokles‹ (G. Limburg […] nach Braques Aussagen). Vollard erklärte sich damit einverstanden. So sollte einer der ältesten Texte griechischer Sprache zum Träger einer Reihe von Radierungen werden, die nicht nur ein Ereignis im graphischen Werk Braques, sondern in der Graphik des 20. Jahrhunderts waren.« (Dora Vallier). – » […] allow us to compare Braque’s idiom of his early cubist days with his return to a screner and more classical mood« (W. J. Strachan in: »The Artist and the Book in France« (London 1969, S. 126). – 16 Radierungen entstanden bereits für die Vollard-Folge von 1932, das Werk wurde aber 1939 unvollendet eingestellt. Für die Maeght-Ausgabe entfernte Braque die »Randnotizen« bei diesen Platten, lediglich bei einer Radierung, die 1932 nicht verwendet wurde, blieben sie erhalten. Mit farbiger Aquatinta ergänzt, bildet dieses Blatt nun das Frontispiz. Neu entstanden auch die beiden Vignetten am Anfang und Ende des Textes sowie die aufwändige Radierung auf dem Umschlag, in fünf Farben gedruckt und vom Künstler eigenhändig mit Firnis übermalt. – Der griechische Text wurde aus der 16pt Europe gesetzt und bei Fequet et Baudier gedruckt, die Radierungen druckte Visat unter Aufsicht des Künstlers, jedes Blatt mit dem Trockenstempel »GB«. – Eins der wichtigsten »Livre d’artiste« der Moderne in einem sehr gut erhaltenen Exemplar.

44,5 : 33,5 cm. [6], 79, [5] Seiten (die Radierungen wurden in die Paginierung eingeschlossen). – Innenseiten des Umschlags mit wenigen kleinen Stockflecken.

Vallier 23. – Hatje, Bücher XIV. – Rauch 108. – Garvey 38. – Französische Maler illustrieren Bücher (Stuttgart 1965) Seite 68/69. – Papiergesänge 75. – Castleman 40

184  [Georges] Braque. Espaces.

€ 750

13 Dessins, Lavis, Aquarelles. Préface André Verdet. Paris, Au Vent d’Arles 1957. 13 Lithographien nach Werken von Georges Braque, davon zwölf farbig. Mit dem Textheft lose in der Originalhalbleinenmappe mit montiertem farbigem Titelbild.

Eins von 300 Exemplaren, jede Lithographie nummeriert, im Druckvermerk von Braque signiert. – Gedruckt von Daniel Jacomet auf Bütten von Richard de Bas, der Text auf grünlichem Bütten. – Die schöne und selten vollständig angebotene Folge enthält Arbeiten von 1928 bis 1957.

51,2 : 41,5 cm.

Monod 1891

185  Georges Braque – Frank Elgar. Résurrection de l’oiseau.

€ 1800

Paris, Maeght 1958/59. Mit vier blattgroßen Farblithographien von Georges Braque, davon eine auf dem eingebundenen Umschlag, und vier lithographierten Vignetten. Weißer Halbmaroquinband, Rückentitel und gepunzter Kopfschnitt versilbert, blau-silberne Oleographiepapierbezüge (signiert: R. Meuter, Ascona). Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

Eins von 175 Exemplaren auf Vélin de Rives (Gesamtauflage 225). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Mit einer einleitenden »Hommage à Braque«, der 1957 seinen 75. Geburtstag begangen hatte. – Tadellos schönes Exemplar in einem unikalen Einband des Meisterbuchbinders aus Ascona.

38,3 : 28,5 cm. 36, [4] Seiten.

Vallier 137. – Mourlot 61–64. – Hatje Livres XXVIII (ohne die Umschlaglitho). – Garvey 42. – Monod 4187

186  Georges Braque – Saint-John Perse. L’ordre des oiseaux.

€ 8000

Paris, Au Vent d’Arles 1962. Mit zwölf Farbradierungen von Georges Braque, davon neun blattgroß. Schwarzer Originalmaroquinband (signiert: Jean Duval) mit einer Vorderdeckelillustration aus Papiercollage und Serigraphie auf Seide.

Eins von 20 Exemplaren »hors commerce«, wie die Gesamtauflage aller 152 Exemplare auf schwerem Bütten »Richard de Bas« mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Das prächtige Künstlerbuch erschien aus Anlass des 80. Geburtstags des Künstlers und »ist das Ergebnis der Begegnung zweier großer Künstler, in deren Werk der Vogel eine wichtige Stellung einnimmt. Saint-John Perses hatte den Text zu Ehren von Braques Malerei verfaßt: ›[…] Ganz abgesehen davon, daß ich das Werk dieses Malers bewundere […], ist mir auch Braque als Mensch äußerst sympathisch. Wenn ihm meine Anwesenheit auf diesem Vogelfest auch nur die geringste Freude bereitet, so will ich mich frohen Herzens hinzugesellen.‹ « (zitiert nach Vallier). – Den Text, üppig gesetzt aus der 24pt Garamond, druckte die Imprimerie Union, die Radierungen unter Aufsicht des Künstlers das Atelier Crommelynck. – »Es sind helle Vögel auf dunklem Grund, lautlos ziehende Vögel auf hellem Abendhimmel, Vögel, die wie kraftvolle Pfeile die Seite durchqueren. […] Braque hat die Formen bewußt vereinfacht und stilisiert. Er bediente sich stark deckender, schwerer Farben und tiefer Ätzung, die den Radierungen auf dem dicken Papier reiche Stofflichkeit verleihen.« (Béatrice Hernad, in: Papiergesänge). – Selten und sehr schön.

44,0 : 55,5 cm. 48, [10] Seiten. – Die Seidenbezüge des Einbandes mit leichten Kratzspuren, oberes Kapital minimal berieben.

Vallier 182. – Monod 10078. – Papiergesänge 86

187  Marc Chagall. Bible.

€ 2000 ( R7 )

Paris, Verve 1956. Mit 30 Lithographien, von den 18 farbigen eine als Titel und eine auf dem Originaleinband als Bezugspapier.

Erste Ausgabe. – Im Jahr 1956 erschien bei Tériade die Bibel mit 105 Radierungen Chagalls. Diese wurden in dem vorliegenden Doppelheft 33/34 von Tériades Zeitschrift »Verve« als Lichtdrucke reproduziert und um dreißig Lithographien erweitert, die Chagall zeitgleich mit den Radierungen schuf.

36,2 : 26,7 cm. [24] Seiten, 105 Tafeln, 29 Lithographien. – Ränder minimal berieben.

Cramer 25. – Mourlot 117–146

188  Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

€ 1500 ( R7 )

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Einband. Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Rücken an den Ecken leicht bestoßen.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

189  Chagall.

€ 200

Amsterdam, Stedelijk Museum 1947. Mit Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Ausstellungskatalog de Stedelijk Museum Amsterdam von 1947. – Von Chagall auf einer Seite mit seinem Porträt eigenhändig signiert. – Mit einem Vorwort von Chaja Goldstein und je einem Text von H. L. C. Jaffé und Marc Chagall.

20,6 : 14,7 cm. [36] Seiten.

190  Marc Chagall – Jacques Lassaigne. Chagall.

€ 800 ( R7 )

Paris, Maeght 1957. Mit 15 meist farbigen Lithographien von Marc Chagall, davon eine auf dem Umschlag. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste Ausgabe. – Die bekannte Chagall-Monographie schildert Leben und Werk des Künstlers und illustriert seine künstlerische Entwicklung und die Einflüsse auf sein Werk mit zahlreichen Abbildungen. – Die Lithographien wurden bei Mourlot, Paris gedruckt.

23,5 : 20,0 cm. [2], 11–177, [3] Seiten, 14 Lithographien. – Rücken etwas gebräunt, Kapitale leicht beschädigt.

Cramer 34. – Mourlot 192-205 und 207

191  Marc Chagall – Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithograph II.

€ 450

1957–1962. Monte Carlo, André Sauret 1963. Mit 11 Lithographien, davon sieben farbig, und zahllosen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit einer Farblithographie als Schutzumschlag.

Teil zwei des maßgeblichen Werverzeichnis. – Deutsche Ausgabe. – Mit einem Vorwort von Fernand Mourlot.

33,0 : 25,0 cm. 208, [2] Seiten.

Cramer 56. – Mourlot 391–402

192  Marc Chagall. Zwei Hefte der Reihe »Derriere le miroir«.

€ 300

Paris, Maeght 1964 und 1969. Mit zusammen fünf Lithographien, davon vier farbig, je eine auf dem Umschlag, zwei doppelblattgroß. Lose Bogen in Originalumschlägen.

I. DLM 147. Mit drei Lithographien, zwei davon farbig. Mit dem Text »Avec Chagall« von Marcel Arland. Mit der Beilage. – II. DLM 182. Mit zwei farbigen Lithographien. Mit dem Text »Comme un parfait cimiste« von Claude Esteban.

38,0 : 28,0 cm.

Cramer 59 und 81. – Mourlot 410–412 und 603–605

193  Marc Chagall – Les Céramiques et Sculptures de Chagall.

€ 200

Préface de André Malraux. Note et Catalogue de Charles Sorlier. Monaco, André Sauret 1972. Mit einer Farblithographie und zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband.

Erste Ausgabe des maßgeblichen Verzeichnisses des plastischen Werkes. – Die Lithographie »Devant St-Jeannet« schuf Chagall extra für dieses Werk. – Tadelloses Exemplar.

33,0 : 25,0 cm. 249, [7] Seiten, 1 Farblithographie.

Cramer 89. – Mourlot 646

194  Sonia Delaunay-Terk – Tristan Tzara. Juste présent.

€ 3500

Eaux-fortes de Sonia Delaunay. [Paris], La Rose des Vents 1961. Mit acht blattgroßen Farbradierungen. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, farbig serigraphierter Chemise und ebensolchem Schuber.

Eins von 90 Exemplaren auf »grand vélin de rives« (Gesamtauflage 140). – Im Druckvermerk von Künstlerin und Dichter signiert. – Erschienen als dritte Edition von »La Rose des Vents«. – »The controlled gaiety of her colour etchings to ›Juste Présent‹, text by Tzara, reminds one that she began as a costume designer for the stage. The abstract shapes form interesting contrasts of flat colour and black, hatched areas, and link with such paintings as the ›Rhythme Sans Fin‹. It was included in the ›Fifty books of 1961’.« (Strachan, S. 195). – Die zweite der beiden Publikationen, die Delaunay und Tzara – nach langjähriger künstlerischer Nähe – im Alter gemeinsam konzipierten. – Die Radierungen druckte Lacourière et Frélaut. – Tadellos schönes Exemplar, vollständig sehr selten.

39,3 : 29,5 cm. 41, [15] Seiten. – Das aufgepolsterte Bezugspapier des Schubers mit winziger Druckstelle.

Monod 10802. – Strachan 239, Abb. 95. – Harwood 58

195  Marcel Duchamp – De ou par Marcel Duchamp ou Rrose Sélavy

€ 600 ( R7 )

(Boîte-en-valise). Facsimile of the Edition series G + Glissière contenant un Moulin à Eau (en métaux voisins). Designed and edited by Mathieu Mercier and supervised by Association Marcel Duchamp. Köln, Walther König 2015. Grüner Objektkasten mit zahlreichen beweglichen und losen Bildtafeln und Objekten.

»Eines der wichtigsten und folgenreichsten, gleichzeitig aber auch eines der geheimnisvollsten Kunstwerke der Moderne ist die berühmte ›Schachtel im Koffer‹ von Marcel Duchamp« (Verlagswerbung), die er als tragbares Museum konzipierte und aus Abbildungen und verkleinerten Repliken seiner Werke zusammenstellte. In verschiedenen Serien wurden insgesamt ca. 300 Exemplare hergestellt. Das aufwändige Faksimile folgt der Serie G von 1968 und entstand unter Aufsicht der Association Marcel Duchamp.

38 : 37 : 8 cm. – Tadellos erhalten, im Originalkarton.

196  André Dunoyer de Segonzac – Pierre de Ronsard. Quelques Sonnets.

€ 6000

Eaux-fortes de Dunoyer de Segonzac. Paris 1955. Mit 51 Radierungen. Violetter Ecasélederband mit überaus reicher Vergoldung auf beiden Deckeln und dem Rücken, Spiegel und Vorsätze aus Wildleder, Schnittvergoldung, beim Kopfschnitt poliert (signiert: Thérèse Moncey | Fach doreur).

Eins von 40 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit einer Suite der Radierungen auf Japan, auf dem Zwischentitel vom Künstler signiert (Gesamtauflage 210). – Getrüffelt mit einer signierten Tuschfederzeichnung (Sitzender Akt, 22 : 22 cm). – Auf Velin d’Arches mit Wasserzeichen »feuille de ronce«. – Pierre de Ronsard zählt zu den wichtigsten Dichtern der französischen Renaissance. Seine stark von Petrarca beeinflussten Sonnette gelten als »Höhepunkte der europäischen Renaissance-Lyrik« (H.W. Wittschier. Die Lyrik der Pléiade. 1971). Zahlreiche Künstler haben im Lauf der Jahrhunderte diese Liebesgedichte illustriert. Die zarten Frauenfiguren, Landschaften und Blumen von Dunoyer de Segonzac zählen sicher zu den schönsten Kreationen. Nach den Georgique des Vergil wandte sich Dunoyer de Segonzac 1948 den Ronsard-Sonnetten zu. – »Im Jahr 1946 wurden Thérèse Monceys Einbände der Öffentlichkeit bekannt. Bis Ende der fünfziger Jahre nahm sie an verschiedenen namhaften Ausstellungen teil und bekam 1950 den ›Grand prix de la reliure française‹. Ihre große Vorliebe galt den modernen Malerbüchern, für die sie zahlreiche Arbeiten entwarf und realisierte, stets bemüht, Einband in Inhalt in Einklang zu bringen.« (Béatric Hernad, in: Außenansichten. Bucheinbände aus 1000 Jahren. Bayerische Staatsbibliothek München, Wiesbaden 2006, S. 88). – Tadellos erhalten, in Halblederchemise und gefüttertem Schuber mit Lederkanten.

32,0 : 16,5 cm. [106] Blätter. – Rücken der Chemise verfärbt, Schuber etwas berieben.

Monod 9925. – Rauch 123

197  Max Ernst – René Char. Dente prompte.

€ 1000

Poème. Paris, Galerie Lucie Weill 1969. Mit elf farbigen Lithographien nach Collagen von Max Ernst, davon eine auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 240 Exemplaren (Gesamtauflage 290). – Von Autor und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Gedichte von René Char erschienen erstmals 1938 in »Dehors la nuit est gouvernée« unter dem Titel »Versions«.

49,0 : 41,0 cm. [58] Seiten. – Kassette mit Gebrauchsspuren, Ränder berieben. Umschlaglithographie gebräunt. – Lithographien durchschlagend und teilweise mit Abklatsch auf der gegenüberliegenden Seite.

Spies/Leppien A 19c

198  Juan Gris – Tristan Tzara. Mouchoir de Nuages.

€ 7500

Tragédie en 15 actes. Ornée d’eaux-fortes par Juan Gris. Paris, Éditions de la Galerie Simon 1925. Mit neun Radierungen, davon vier ganzseitig und eine auf dem Vorderdeckel. Originalbroschur.

Unnummeriertes, von Künstler und Verfasser signiertes Exemplar, wie weitere 90 auf Bütten von »Arches« (Gesamtauflage 112). Tzara ergänzte seine Signatur mit einer kleinen Vignette. – Auf dem Titel die Holzschnittvignette des Verlegers Daniel-Henry Kahnweiler. – Das Stück Tzaras wurde im Mai 1924 uraufgeführt, der Text erschien zunächst unillustriert in der Zeitschrift »La Revue Sélection«. Tzara »had long wanted drawings from Gris and this publication is their only collboration« (Garvey). Makellos erhalten. – Ehemals Bibliothek Jacques Matarasso (Auktion Loudmer, 4. Dezember 1993, Lot 656).

19,2 : 12,7 cm. [80] Seiten. – In privater Lederchemise und -schuber.

Harwood 9. – Skira 144. – Rauch 99. – Garwey 126. – Monod 10806

199  David Hockney – [Jacob and Wilhelm] Grimm. Six Fairy Tales.

€ 4000

With original Etchings by David Hockney. London, Petersburg Press 1970. Mit 39 Radierungen, davon 13 blattgroß. Dunkelblauer Originalsaffianlederband im Originalsaffianschuber.

Eins von 100 Exemplaren der Edition A, jedoch ohne die signierte Suite von sechs Radierungen. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Radierungen wurden nach Verchromung der Platten bei Piet Clement in Amsterdam gedruckt. – Auf eigens für diese Edition handgeschöpftem Bütten. – Als Blockbuch gebunden. – Bereits zu Beginn der 1960er Jahre hatte Hockney eine Radierung zu »Rumpelstilzchen« geschaffen; zwischen Mai und September 1969 zeichnete er die 39 Radierungen zu den sechs, von ihm ausgewählten Märchen direkt auf die Druckplatten. – Die englischen Texte übersetzte Heiner Bastian ins Englische. – Eins der schönsten Malerbücher des Künstlers.

48,0 : 33,0 cm. [64] Seiten. – Schuberkanten berieben. Deckel mit wenigen ganz schwachen Kratzspuren.

Brighton 70–108

200  Jean-Émile Laboureur – Jean Giraudoux. Hélène & Touglas

€ 800

ou Les joies de Paris. Nouvelle illustrée d’images dessinées et gravées au burin par Larboureur. Paris, Au Sans Pareil 1925. Mit sechs Radierungen, davon vier im Text. Blaue Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 20 den »Amis du Sans Pareil«, hier »Imprimé pour Jean Mayen«, vorbehaltenen Exemplaren mit zwei zusätzlichen Suiten der Radierungen, eine im ersten Zustand auf Bütten, die zweite mit dem »état définitif« auf Japan (Gesamtauflage 1220). – Das Buch wurde bei Coulouma auf Velin gedruckt, die Radierungen entstanden bei Lacourière. – Beilage: Verzeichnis des berühmten Surrealisten-Verlages von 1926. – Dazu: Sylvain Laboureur. Catalogue complet de l’œuvre de Jean-Émile Laboureur. Tome I: Gravures et lithographies individuelles. Neuchâtel 1989. Mit zahllosen Abbildungen. Originalleinenband. Das maßgebliche Werkverzeichnis der Einzelgraphiken. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem Holzschnitt-Selbstporträt des Künstlers aus dem Nachlass.

19,3 : 14,2 cm. 61, [3] Seiten, 2 und 12 Radierungen. – Umschlagrücken gebräunt, Unterrand mit Tintenfleck. – Die Interimsbindung etwas gelockert. Die erste Radierung der Suite gebräunt.

Monod 5451. – Carteret V, 91 (»Édition estimée et cotée«)

201  Marius-Ary Leblond. Le noël du Roi Mandjar.

€ 250

Mystère, orné de quatorze aquarelles d’Ary Leblond. Paris, Au Lys Rouge 1926. Mit 14 farbigen Pochoirtafeln und einer kolorierten Titelvignette, alle von J. Saudé nach Aquarellen von Leblond. Roter Halblederband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 216). – Üppiger Druck in Rot und Schwarz, die märchenhaft-surrealen Bilder in kräftigem Pochoirkolorit. – Gemeinschaftswerk der Cousins Georges Athénas (Text) und Aimé Merlot (Aquarelle). Beide wurden auf der französischen Insel La Réunion geboren und veröffentlichten bereits 1909 unter dem gemeinsamen Pseudonym Marius-Ary Leblond die Novelle »En France«. Für diese Lebensgeschichte zweier Kreolen, die in Paris studieren, erhielten sie den Prix Goncourt. In den Folgejahren erschienen viele gemeinsame Werke: Romane, Essays, kunstwissenschaftliche und Sachbücher. – Die Erzählung von Roi Mandjar spielt in der Gegend der Grand Lacs in Westafrika, die beiden Künstlern durch ihre Herkunft vertraut war.

42,3 : 30,0 cm. 51, [5] Seiten, 14 Tafeln. – Minimal berieben.

Monod 6973

202  Fernand Léger – Blaise Cendrars. La fin du monde,

€ 3500

filmée par l’Ange N.-D. Roman. Compositions en couleurs par Fernand Léger. Paris, Éditions de la Sirène 1919. Mit 22 farbigen Pochoirdrucken, darunter Vor-, Haupt- und Zwischentitel sowie Vignette im Druckvermerk, davon sechs mit Typodruck in Schwarz. Illustrierte hellbraune Originalbroschur.

Eins von 1200 Exemplaren auf Lafuma Papier (Gesamtauflage 1225). – »Eines der Hauptwerke des frühen Cendrars […] in welchem Typographie und Illustration zu vollkommener Einheit verschmelzen.« (Hans Bolliger). – »Instead of a simultaneous creation of type and image, Léger embraced Cendrars’s words, attempting through the Cubust idiom to simulate the filmic procession of moving forms. The pictorial matter is made from line-block reproductions of drawing made by Léger to fit into the text and colorful abstract images printed […] by pochoir. Interspersed throughout the text, set in a decorative type similar to that used for titles in silent films, are the bright pochoirs constisting of letters or geometric forms printed without black, contrasting with the predominantly black-and-white images on the text pages.« (Riva Castleman, Seite 64). – Blaise Cendrars (eigentlich: Frederic Saucer, 1887–1961) veröffentlichte auch in zahlreichen Schweizer und Pariser Dada-Publikationen. – Schönes Exemplar, in privater dunkelblauer Lederchemise mit farbigen Applikationen und Schuber.

31,5 : 25,0 cm. [60] Seiten – Die erste und letzte Seite im Falz etwas mit den grauen Pappdeckeln verklebt, Vorderdeckel mit leichter Quetschfalte.

Saphire S. 299. – Skira 197. – Monod 2395. – Castleman S. 170. – Dokumentations-Bibliothek IV, 249

203  Fernand Léger. Cirque.

€ 15000

Lithographies originales. Paris, Tériade, Les Éditions Verve 1950. Mit 63 Lithographien, davon 34 farbig und fünf doppelblattgroß, und 44 Seiten lithographierter Handschrift. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und priavter Lederchemise mit Schuber.

Originalausgabe. – Eins von 280 Exemplaren, weitere 20 kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Auch der gesamte Text wurde nach der Handschrift des Künstlers, die von ihm mit Vignetten und Zierstücken ausgeschmückt wurde, lithographisch gedruckt. »It is an attractive landmark among ›livres amnuscrits‹« (W. J. Strachan). – »Léger’s master graphic work […] almost half his print output. The text is Léger’s own and his themes are the circus and the countryside; from these touchstones of his inspiration Léger extracts the priciples of his art and life. There can bei no doubt that ›Cirque‹ stands as his testament. […] ›Go to the circus, quit your rectangles, your geometric windows and you go to the land of circles in action.‹« (Lawrence Saphire). – Während der Kriegsjahre 1940–1945 lebte Léger in Nordamerika, wo seine Faszination für das Fahrrad und den Zirkus gleichermaßen entflammte. Beide Dinge wurden zu zentralen Themen in seinem künstlerischen Werk, »Cirque« ist sein Loblied auf alles, was rund ist. »Légers Figuren sind monumental, ihre Zeichnung von großer Simplizität; […] Die Grenze zwischen Objekt und menschlicher Figur verflüchtigt sich.« (Beatrice Hérnad). – Das graphische Hauptwerk Légers in einem ausgesprochen schönen Exemplar.

42,5 : 32,5 cm. [2], 111, [3] Seiten. – Vorblätter minimal stockfleckig.

Saphire 44–106. – Garvey 164. – Castleman 95. – Monod 7047. – Papiergesänge 71

204  Alfred Manessier – Les cantiques spirituels de Saint Jean de la Croix.

€ 1200

Lithographies originales de Manessier. Paris, Le Sept 1958. Mit zwölf blattgroßen Lithographien. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -leinenkassette.

Eins von zwölf Dedikationsexemplaren, dieses für Pierre de Harting, den Verleger (Gesamtauflage 157). – Mit zwei zusätzlichen Suiten aller Lithographien, eine auf Japan, eine auf Velin und fünf Probedrucken mit ausführlichen Anmerkungen des Künstlers (zwei bzw. drei Zustände der dritten und vierten Lithographie der Folge). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt in großen Versalien der Astrée und mit blau-weißen Initialen, gedruckt auf Vélin d’Rives. – Das berühmte »Cántico espiritual« des spanischen Karmeliters Juan de la Cruz (1542–1591), hier in der Übersetzung von Cyprien de la Nativité de la Vierge (1605-1680), der ersten Fassung in französischer Sprache. – Die großformatigen, fast blattfüllenden Lithographien Manessiers erinnern in ihrem Kontrast zwischen schwarz und leuchtenden Farben nicht von ungefähr an Glasfenster in Sakralbauten. – Mit einem Vorwort von Abbé (Maurice) Morel, der bereits 1941 gemeinsam mit Jean Bazaine, Alfred Manessier u. a. abstrakten Künstlern ausgestellt hatte.

51,0 : 39,0 cm. [72] Seiten, 24 zusätzliche Lithographien.

Nicht bei Monod

205  Henri Matisse – James Joyce. Ulysses.

€ 2500

With an Introduction by Stuart Gilbert and Illustrations by Henri Matisse. New York, Limited Editions Club 1935. Mit sechs Radierungen und 20 Tafeln nach Zeichnungen. Originalleinenband mit Goldprägung auf Vorderdeckel und Rücken, im Schuber.

Erste und einzige Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 1500 Exemplaren für die Mitglieder der New Yorker Bibliophilenvereinigung. – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen in der von Henri Matisse häufig verwendeten Vernis mou-Technik. Jeder Radierung sind 2-5 faksimilierte Vorzeichnungen auf blauem und gelbem Papier vorgebunden. – Zweispaltig, teils in Braun gedruckt. – Gesamtgestaltung von George Macy. – Matisse wurde durch die Gide-Übersetzerin Dorothy Bussy, die den Künstler auch auf die Parallelen zwischen Joyce’ Text und Homers Odyssee hinwies, auf den Text aufmerksam. Dies inspirierte Matisse zu den Figuren, die er für diese Ausgabe des Ulysses schuf: Calypso, Polyphème, Circé und Ithaque. »One of the few American ›livres de peintres‹ issued before World War II« (Garvey).

XV, [3], 363, [5] Seiten, 6 Radierungen, 20 Tafeln.

Duthuit 235–240. – Duthuit/Garnaud 6. – Slocum/Cahoon A 22. – Garvey 197. – Skira 257

206  Henri Matisse – André Rouveyre. Repli.

€ 1500

Gravures de Henri Matisse. Paris, Bélier 1947. Mit zwölf blattgroßen Lithographien, vier Linolschnittvignetten und zwei roten Linolschnitt-Initialen von Henri Matisse. Lose gefalzte Bogen in pochoirkoloriertem Originalumschlag, Originalhalbleinenchemise und -schuber.

Eins von 20 namentlich dedizierten Exemplaren für Mitarbeiter (hier »pour Madame Deroubaix«), auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 370). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – In Anlehnung an das ausgeglichene Genderverhältnis in Rouveyres beiden Texten schuf Matisse für das Buch sechs weiblichen Porträtstudien, bei denen Andrée Pardon Modell saß, lithographiert auf helles Papier »Ile-de-France«, und ebenso viele männliche, Porträtstudien des Autors, mit dem Matisse eine Jugendfreundschaft verband, gedruckt auf graues »Lana pur chiffon«. – Die Lithographien wurden bei Mourlot paarweise auf je sechs Doppelblätter gedruckt. Auch das scherenschnittartige Umschlagpochoir entwarf Matisse.

25,8 : 17,0 cm. [2], 163, [7] Seiten. – Wie meist, außen und innen vereinzelt leicht stockfleckig.

Duthuit/Garnaud 20. – Monod 10006

207  Joan Miró – Tristan Tzara. Parler seul.

€ 9000

Poème. Lithographies de Joan Miró. Paris, Maeght 1948–1950. Mit 72 meist farbigen Lithographien im Text, teils blattgroß, und je eine als Bezugspapier von Chemise und Schuber, eine Farblithographie mit Collage auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Umschlag, Chemise, zusammen im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren auf Velin »Malacca pur Chiffon« (Gesamtauflage 253). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Originalausgabe des 1945 entstandenen Gedichts Tzaras. Mit dem Druck von Text und Lithographien wurde 1948 begonnen, der Druck der auf der Handpresse abgezogenen Lithographien, die vielfach auf den Textseiten eingedruckt wurden, war erst 1950 abgeschlossen. – »This book represents a particulary effective collaboration between artist and author. Miró’s brillantly spontaneous and amorphous images, drawn directly on the stone with very few preparatory sketches, have the inventive verve of Tzara’s random verses« (Eleaonor M. Garvey). – Die Dichtungen Tzaras entstanden laut Impressum im »Hospital psychiatrique de Saint-Alban«. Tzara hatte »auf Einladung des Chefarztes und Direktors dieser Anstalt seine dortigen Beobachtungen aufgezeichnet. Es handelt sich hier um eine Art Selbstgespräch bzw. die poetische und seelenvolle Schilderung von Traumgebilden. […] Text und Bild, Autor und Künstler sprechen sozusagen dieselbe Sprache« (Sybille Bock, 1999, in »Französische Malerbücher […] Sammlung Christa und Wolfgang Classen«). – Eines der schönsten Malerbücher Mirós.

37,0 : 28,0 cm. – Schuber mit leichten Alterungs- und Lagerspuren, auch die Chemise am Rücken gebräunt.

Cramer, Miro Books 17. – Mourlot 102, 104 und 107.1-70. – Monod 10809. – Garvey 206. – Classen 1999, Nr. 13

208  Joan Miró. Peintures sur Cartons. – Peintures sur Papier.

€ 400

– Derrière le miroir 151/152 [und] 193/194. Paris, Maeght 1965 und 1971. Mit insgesamt 25 farbigen Lithographien, fünf doppelblattgroß, je eine davon auf dem Umschlag. Lose Blätter in Originalumschlag.

I. Mit 22 farbigen Lithographien, drei doppelblattgroß, eine davon auf dem Umschlag. Mit einem Text von Jacques Dupin und der Beilage. – II. Mit drei Farblithographien. Mit einem Text von Pierre Alechinsky und der Beilage. – Dazu: DLM 207: Cinq Livres gravés. Mit einer Lithographie von Pablo Palazuelo.

38,0 : 28,0 cm. 27, [3] Seiten. – 31, [5] Seiten.

Cramer 102 und 145. – Mourlot 360–381 und 738–740

209  Joan Miró – Jacques Dupin. Miró Radierungen. – Miró Engraver.

€ 400

I [–] IV. Genf und Paris, Weber Lelong 1984–2001. Mit zwölf Holzschnitten, davon acht farbig, einer auf allen vier Umschlägen variiert wiederholt, und zahllosen Abbildungen. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

Bände I–III in deutscher Ausgabe (1500 Exemplare), der spät erschienene Band IV (Miró Engraver 1976-1983, in Zusammenarbeit mit Ariana Lelong-Mainaud) in englischer Sprache. – Maßgebliches Verzeichnis der Radierungen, hier mit dem oft fehlenden Schlussband. – Tadellos erhalten.

32,8 : 25,5 cm.

Cramer 255 (nur noch Band I)

210  Fernand Mourlot. Joan Miró. Lithograph.

€ 500

Barcelona, New York und Genf 1972–1977. Mit 27 teils doppelblattgroßen Farblithographien. Originalleinenbände mit -schutzumschlägen.

Drei Bände des maßgeblichen Werkverzeichnisses. – Die Katalogbeschreibungen von Fernand Mourlot und Patrick Cramer. – Mit Texten von Fernand Mourlot, Michel Leiris und Raymond Queneau. – Band I (deutsche Ausgabe): 1930–1952. – Band II (amerikanische Ausgabe): 1953–1963. – Band III (spanische Ausgabe): 1964–1969. – Bände I und II enthalten je elf, Band III fünf Farblithographien, drei weitere auf den Schutzumschlägen. – Dazu: Patrick Cramer. Joan Miró. The illustrated Books. Catalogue raisonnée. Genf, Cramer 1989. Preface by Rosa Maria Malet. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit Schutzumschlag.

32,7 : 25,7 cm.

211  Henry Moore. Heads, Figures and Ideas.

€ 300

With a comment by Geoffrey Grogson. London, George Rainbird, und Greenwich, New York Graphic Society 1958. Mit einer Farblithographie und zahlreichen farbig faksimilierten Zeichenstudien. Illustrierter Originalhalbleinenband mit -schutzumschlag.

Mit der Farblithographie »Thirteen standing figures«, auf Velin gedruckt und auf Falz eingeheftet. – Gedruckt von der Curwen Press, London. – Bei 150 Vorzugsexemplaren wurde die Lithgographie signiert.

48,0 : 33,5 cm. 32 Blätter, 1 Lithographie. – Ränder des Umschlags etwas gebräunt und mit winzigen Läsuren.

Cramer 41

212  Pablo Picasso. Suite de 180 dessins, Novembre 28, 1953.

€ 500 ( R7 )

Paris 1954. Mit 13 Farblithographien, davon eine als Titelillustration, und 167 Abbildungen, davon drei farbig, alle nach Zeichnungen von Pablo Picasso. Farbig lithographierter Originalpappband.

Verve. Revue artistique et littéraire. Vol. VIII, No. 29 et 30. – Die Zeichnungen entstanden 1953 bis 1954 in Vallauris. – Die Einbandillustration entwarf Picasso extra für diese Ausgabe. – Enthät auch einen Text von Michel Leiris sowie Einleitungen von Tériade und Rebecca West.

36,0 : 27,0 cm. [184] Seiten, 12 Lithographien. – Rücken gebräunt und stärker beschädigt. Ränder berieben.

Kibbey 266 (amerikanische Ausgabe)

213  Pablo Picasso. Carnet de la Californie.

€ 700

Mit einer Einführung von Georges Boudaille. Köln, Dumont Schauberg 1960. Mit 25, teils farbig lithographierten Tafeln. Spiralgebundene Originalbroschur und -umschlag in illustrierter -mappe.

Eins von 500 Exemplaren der deutschen Ausgabe. – Faksimile des Skizzenheftes, das Picasso im Winter 1955/56 in seiner Villa »La Californie« bei Cannes führte. Er lebte dort von 1955 bis 1959 mit seiner Lebensgefährtin Jaqueline Roque. – Das Skizzenheft beinhaltet farbige Kreidezeichnungen zu den Themen »Das Atelier« und »Frau in türkischer Tracht« und anderes mehr. – Die Farbtafeln wurden teils als Lithographien bei Duval und Mourlot gedruckt.

43,0 : 28,5 cm. 25 teils beidseitig bedruckte Blätter. – Rücken und Vorderdeckel der Mappe gebräunt.

Kibbey 265

214  Pablo Picasso – Jaime Sabartés. »A los toros« mit Picasso.

€ 900

Monte-Carlo, André Sauret 1961. Mit vier Lithographien, davon eine farbig, und 103 ganzseitigen, teils farbigen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Deckelillustration im roten Originalpappschuber.

Exemplar der deutschen Ausgabe, übertragen von U. M. Hemmerich nach der französischen Ausgabe. – Die auf mehr als hundert Tafeln reproduzierten Tuschzeichnungen beschäftigen sich mit zwei zentralen Themen Picassos: Stierkampf und Frauen. – Auf Wunsch des Verlegers schuf Picasso für dieses Werk vier Lithographien und kolorierte dann »Le Picador« mit allen 24 Farben eines Wachsstiftkastens. Mourlot berichtete von den Schwierigkeiten, die Wachsfarben auf Stein zu übertragen – Picasso selbst war von dem guten Ergebnis überrascht. – Die Lithographien »bereits« aus der Bindung gelöst, ansonsten tadellos.

25,5 : 32,5 cm. 153, [3] Seiten. – Schuber mit kaum merklichem Lichtrand.

Bloch 1014–1017. – Goeppert/Cramer 113

215  Pablo Picasso [et] André Villers. Diurnes.

€ 1000 ( R7 )

Découpages et photographies. Texte de Jacques Prévert. Paris, Berggruen 1962. 30 Tafeln mit Foto-Demontagen. Mit den Textseiten lose in Originalumschlag und farbig illustriertem Originalleinenschuber.

Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Die außergewöhnlichen Fotografiken waren Gemeinschaftarbeiten: Picasso schuf Scherenschnitte mit Silhouetten von Köpfen, Menschen und Tieren, die der Fotograf André Villers bei der Belichtung seiner Fotografien als Schablonen verwendete. – Das Buch entstand im Rahmen eines von dem Blechschneider Lionel Prejger ausgerufenen Wettbewerbs. Ihm lieferte Picasso mit der »Erklärung eines tintenfischartigen Papiergebildes […] ganz beiläufig eine ebenso simple wie überzeugende Beschreibung dieses Phänomens [der von Werner Spies als »Klappskulpturen« bezeichneten »Flachskulpturen«]: ›Das ist ein Stuhl […] und sehen sie, das ist auch eine Erklärung des Kubismus! Stellen Sie sich einen Stuhl vor, der unter eine Dampfwalze gekommen ist.‹« (Petra Kipphoff, Die Zeit, 14.X.1983). – Die farbige Titelschrift auf dem Umschlag, auf der Kassette um Zeichnungen ergänzt, wurde nach Picassos Entwurf mit Schablonen gedruckt.

41,0 : 31,0 cm. 18, [2] Seiten, 30 Tafeln, 30 Doppelblätter. – Schuber etwas fleckig.

Vgl. Goeppert/Cramer 115. – Bloch livres 112. – Kibbey 1463

216  Georges Bloch. Picasso. Catalogue de l’œuvre gravé et lithographié.

€ 300

Tome I–IV. Bern, Kornfeld 1972–1984. Originalleinenbände, I–III mit illustriertem Schutzumschlag.

Maßgebliches Verzeichnis des graphischen und keramischen Werkes 1904–1971, in verschiedenen Auflagen. – Mit einem Vorwort von René Wehrli und Einführungen von Georges Bloch. – Die Texte und Inhaltsverzeichnisse in französisch-englisch-deutschem Paralleltext. – Dazu: Sebastian und Herma Goeppert, Herma Goeppert-Frank und Patrick Cramer. Pablo Picasso. Les Livres illustrés. Collection Steinhauslin. Genf, Cramer 2006. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit Schutzumschlag. Anlässlich der Ausstellung in der Fondation Martin Bodmer erschienene erweiterte Neuausgabe des Standardwerkes.

217  Joseph Sima – Au temps de Jesus Christ.

€ 200

Contes populaires tchécoslovaques mis en français par Louse-Denise German. Préface de Charles Vildrac. Gravur sur bois de Joseph Sima. Paris, Kauffmann 1922. Mit 22 Holzschnitten, davon zehn blattgroß, zwölf als Vignetten. Originalbroschurumschlag.

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 350). – Auf starkem Bütten. – Die Stöcke wurden nach dem Druck der Holzschnitte zerstört. – Josef Sima (1891–1971) lebte ab 1921 in Frankreich. Anfangs war er von Paul Cézanne und den Kubisten inspiriert. »Die Kontakte nach Prag bleiben jedoch erhalten. […] Simas früheste Illustrationsarbeit ist 1922 nachweisbar: ›Au temps de Jésus Christ‹. Die Holzschnitte stehen dem Surrealismus noch fern« (Lothar Lang, in: Surrealismus und Buchkunst, S. 70).

24,7 : 19,5 cm. [68] Seiten. – Rücken verfärbt. – Durchgehend stockfleckig.

Monod 600

218  Antoni Tàpies – Alexander Mitscherlich. Sinnieren über Schmutz.

€ 900

St Gallen, Erker-Presse 1976/78. Mit neun Farblithographien von Antoni Tàpies, acht im Buch und eine auf dem Umschlag, davon fünf doppelblattgroß, sowie eine einfarbige als Titel. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und Schuber.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 240). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Drei der Lithographien mit Papiercollagen. – Gedruckt auf Rives-Bütten in den Werkstätten der Erker-Presse. – Beigelegt eine Schallplatte, auf der Alexander Mitscherlich seinen Text spricht. – »›Sinnieren über Schmutz‹ ist der Titel einer Rede von Alexander Mitscherlich, die er anlässlich des »Erker-Treffen 2« 1974 in St. Gallen hielt. Für die vorliegende Buchausgabe hat der Autor den Text der Rede eigenhändig auf Stein geschrieben. Antoni Tàpies schuf dazu 8 Originallithografien« (Druckvermerk). – Alexander Mitscherlich (1908–1982), Psychoanalytiker und Schriftsteller, war Beobachter der Nürnberger NS-Prozesse. Im Lauf seines Lebns veröffentlichte er zahlreiche Bücher hauptsächlich sozialpsychologischen Inhalts. 1969 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

45,5 : 34,0 cm. 20 Seiten, 8 Lithographien. – Rücken gebräunt.

Galfetti 647–655

219  Antoni Tapies – José-Miguel Ullán. Anular.

€ 1200

Paris, Éditions R.L.D. 1981. Mit fünf Radierungen, davon vier signiert und eine als Umschlag, und grafischen Arbeiten von Antoni Tapies. Leporello in Originalumschlag und Chemise, zusammen im Schuber.

Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Gedruckt auf verschiedenen schweren Büttenpapieren, die Seiten wurden zu einem Leporello montiert. – »Anular (Annullierung oder Ungültigkeit) präsentiert den Text einer frühen spanischen Verfassung als maschinengeschriebenes Manuskript mit hervorgehobenen kurzen poetischen Sätzen Ulláns und Tàpies’ symbolartigen Buchstaben. […] Teile des Textes werden zerrissen, auf den Kopf gestellt oder sogar durch Tàpies’ ›Graffiti‹ verdeckt. Der visuelle Gesamteindruck erzeugt ein Gefühl von Widerspruch und Weigerung, während er gleichzeitig einen Akt der Aufhebung beinhaltet« (vgl. MoMA.org).

33,2 : 25,8 cm.

Galfetti 823–827

220  Michel Timoleontos – Alain Robbe-Grillet. L’année dernière a Marienbad.

€ 250

Paris, Société de Bibliophile et Graveurs d’Aujourd’hui 1963. Mit zwölf blattgroßen Kombinationsdrucken aus Radierungen und Farblithographien. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 120 Exemplaren für die Bibliophilenvereinigung. – Auf Velin »BFK Rives«. – Mit je einer Suite der Lithographien und Radierungen, alle ohne Text. – Typographisch souverän gestaltet, lebt das Buch von der Kombination der ornamentalen Farblithographien und der zeichnungsgleich darüber gedruckten Radierungen des jung verstorbenen französischen Künstlers Michel Timoleontos (1929–1972). Die Suiten bilden eine de-collage dieser Bildbestandteile.

32,3 : 25,6 cm. 82, [6] Seiten, 12 Lithographien, 12 Radierungen. – Die erste und letzte Seite leicht stockfleckig.

Monod 9782

221  Feri Varga – Hommages.

€ 1200

Poêmes de Jean Cocteau. Lithographies de Varga. Paris, Éditions de minuit [1955]. Zwölf doppelblattgroße Farblithographien, teils mit Pochoirkolorit, und zwei farbig lithographierte Titelblätter. Lose in Umschlag und Leinenmappe.

Eins von 50 Exemplaren. – Auf Velin. – Der farbig lithographierte Auflagenvermerk wurde von Dichter und Künstler signiert und datiert. – Die teils mehrteiligen »Hommages« sind Hieronymus Bosch, Gaudi, van Gogh, Goya, Greco, Jarry, Kafka, Picasso, Rilke und Velasquez gewidmet. – Die Texte wurden von Feri Varga kalligraphiert und lithographiert und sind Bestandteil der großformatigen und farbenprächtig kolorierten Lithographien. – Feri Varga (1906–1989) lebte seit 1924 in Paris und gehörte ab 1950 zum Freundeskreis von Jean Cocteau und Picasso. – Beilage: Typoskripte der Texte und handschriftliche Übersetzung von einigen Auszügen.

38,0 : 30,0 cm. 13 Doppelblätter. – Umschlag mit leichtem Wasserrand. – Titellithographie minimal fleckig.

Monod 2908

222  Pierre-Yves Trémois – Stéphane Mallarmé. L’après-midi d’un faune.

€ 4800

Eaux-fortes originales de Pierre-Yves Trémois. Commentaire par Léon-Paul Fargue. Paris, Société des Amis des Livres 1948. Mit 22 Kaltnadelradierungen im Text, teils doppelseitig, und einem Farbholzschnitt nach einer Zeichnung auf dem eingebundenen Originalumschlag. Pergamentband mit zwei Tuschpinselzeichnungen von Pierre-Yves Trémois auf den Deckeln.

Eins von 88 Exemplaren für die Mitglieder der Bibliophilenvereinigung, weitere 17 erschienen als Künstlerexemplare. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen der »Société«. – Mallarmés bekannteste Dichtung entstand um 1865 und wurde 1876 erstmals veröffentlicht. Weltweit berühmt wurde die Schilderung der rauschhaften Erlebnisse eines Fauns durch das gleichnamige Musikstück von Claude Debussy und Nijinskys Ballet-Inszenierung. – Pierre-Yves Trémois (geboren 1921) illustriert Mallarmés Text recht freizügig. In die lasziven Szenen brechen allerdings immer wieder unvermittelt surrealistische Bildelemente ein. – Unikates Exemplar, der Einband auf beiden Deckeln mit prächtiger Tuschezeichnung und kalligraphierten Titeln von Trémois. – Die Innendeckel und Vorsatzblätter sind mit leuchtend grüner Seide bespannt. – In einer dunkelgrünen Seidenkassette, Innendeckel mit Wildleder bezogen, auf dem Kassettenrücken ein Pergamentstreifen mit goldgeprägtem Titel. – Beilage: Brief von Trémois, datiert 3. Oktober 1952, in dem er anbietet, den Einband zu gestalten: »Monsieur, Je jouirais de décorer votre ›Faune‹ et de l’habiller d’une façon décente!«.

40,5 : 32 cm. [4], 39, [5] Seiten. – Der Name des Erstempfängers wurde getilgt.

Monod 7670

223  Jacques Villon. Huit lithographies originales.

€ 2500

[Présenté par] Lionello Venturi. Paris, Louis Carré 1962. Acht signierte Farblithographien. Originalleinenband.

Eins von 175 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 225). – Sieben der acht leuchtend farbigen, abstrakten Lithographien schuf Villon nach Gemälden aus den Jahren 1932–1955, eine (Le vase jaune) explizit für dieses Werk. – Alle gedruckt bei Mourlot, Paris. – Jede Lithographie ist auf einem Seidenvorblatt betitelt. – Mit dem biographischen Text des Herausgebers. – Prachtvoll, selten und tadellos erhalten.

43,0 : 53,0 cm. [32] Seiten, 8 Lithographien.

Ginestet/Pouillon App. 65–72. – Monod 11311

224  Maurice de Vlaminck – Georges Duhamel. Les hommes abandonnés.

€ 800

Illustré de lithographies par M. de Vlaminck. Paris, Editions Marcel Seheur 1927. Mit einer Radierung als Frontispiz und 24 Lithographien, davon 16 im Text. Halbmaroquinband (signiert: Lobstein-Laurenchet) mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt, Deckel mit Marmorpapierbezug.

Eins von 300 Exemplaren auf Velin d’Arches. – Getrüffeltes Exemplar, wie die der Vorzugsausgabe mit zwei Suiten der Lithographien und der Radierung, eine auf Velin d’Arches, eine zweite von den gekreuzten Steinen bzw. der Platte auf China. Beide Suiten enthalten auch jeweils die vier nicht im Buch verwendeten Lithographien. – Diese vier zusätzlichen Lithographien weist Walterskirchen als Teil einer alle 29 Graphiken enthaltenden Folge nur in einem Exemplar im Kunstmuseum Bern nach. – Der Originalumschlag und die Suiten eingebunden. – Gedruckt von Mourlot Freres.

29,0 : 24,5 cm. 208, [6] Seiten, 3 Radierungen, 64 Lithographien.

Walterskirchen XII bzw. 122, 202–225 und 226–229

225  Marcel Sauvage. Vlaminck.

€ 600

Sa vie et son message. Genf, Pierre Cailler 1956. Mit zahlreichen Abbildungen, teils farbig und auf Tafeln montiert. Originalpappband mit farbig illustriertem Umschlag.

Les grandes monographies, Band 4, innerhalb der umfangreichen Reihe »Peintres et sculpteurs d’hier et aujourd’hui«. – Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe mit drei lose beigelegten Suiten von drei Lithographien, die Vlaminck für diese Monographie schuf. Je eine Suite auf Japan, Marais Papier und von den gestrichenen Platten. Jede Suite in einem Umschlagblatt.

32,3 : 24,0 cm. 116, [1], 205 Seiten, 26 Tafeln. – Umschlag an den Rändern etwas berieben und geknittert.

Walterskirchen 40–42 a und b

226  Ossip Zadkine. Les travaux d’Hercule. The Labours of Heracles. Die Arbeiten des Herakles.

€ 450

28 Illustrationen von Ossip Zadkine. Paris [1960]. Mit drei signierten Farblithographien, 28 Tafeln nach Lithographien, einer Porträtfotografie, einem gefalteten Faksimile und einer beigelegten Falttafel. Schwarzer Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und blindgeprägter Deckelillustration nach einer Zeichnung von Ossip Zadkine. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Unnummeriertes Exemplar der Buchausgabe mit den drei jeweils signierten Farbvarianten der Lithographie »La belle Nue« (Auflage 150, davon 134 in dieser Ausstattung). – Ossip Zadkine (1890–1967) schuf die 28 Lithographien, die als großformatigerer Mappenausgabe ediert wurden, unter dem Eindruck der Ereignisse des Krieges in den Jahren 1943/1944. – Gesetzt aus der Mageren Rockwell Palatino und der Phidias der Stempel AG, von Hans A. Halbey typographisch gestaltet. – Auf festem Velin. – Enthält biographische Essays von Christoph Czwiklitzer und Jacques Gontier, Tagebuchnotizen des Künstlers und Auszüge aus Euripides Herakles-Dichtung.

25,7 : 17,5 cm. [92] Seiten, 3 Lithographien, 28 Tafeln. – Rücken minimal verblasst.

Monod 11573. – Czwiklitzer 130

227  Ossip Zadkine – Pierre Albert-Birot. Silex.

€ 450

Poèmes des Cavernes. Frontispice de Ossip Zadkine. Avant-Propos de Max Pons. Bonaguil, Éditions du Cercle Culturel et Arsinal 1966. Dunkelbrauner Halblederband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: D.-H. Mercher). Im Originalschuber. – Widmungsexemplar der Vorzugsausgabe.

Cahiers de la Barbacane II. – Exemplar 1 von 50 der großformatigen Vorzugsausgabe auf Velin »BFK Rives«. – Im Druckvermerk mit eigenhändiger Widmung des Dichters für Robert Altmann »le plus cordialement possible«. – Am Ende auf einem nachgebundenen Blatt die Seiten 11–34 einer kleinformatigeren Ausgabe auf einfachem Papier. – Das Frontispiz nach einer Zeichnung von Zadkine, möglicherweise der Vorzeichnung für die Radierung »Le gesticulateur« (C. 63). – Sehr seltene bibliophile Edition des dada- und surrealistischen Dichters und Künstlers, der bereits in den 1920er Jahren in allen führenden Dada-Zeitschriften (DADA, 391, SIC etc.) veröffentlicht hatte. – Unikates Exemplar in einem Einband von Mercher junior.

31,8 : 23,5 cm. [6], 40, [4] Seiten, 1 Frontispiz.

Monod 122

228  Ossip Zadkine – Guillaume Apollinaire. Sept calligrammes.

€ 1800

Ossip Zadkine. Dix eaux-fortes originales. Paris, Christophe Czwiklitzer 1967. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen und einigen Siebdruck-Illustrationen. Lose Doppelblätter in Originalleinenumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 75 Exemplaren der französischen Ausgabe. Es erschienen ebenso 75 englische und 75 deutsche Exemplare, wobei sich die Mehrsprachigkeit auf den ausführlichen Druck- und Auflagenvermerk beschränkt, sowie sieben Exemplare »h.c.« – Gedruckt auf abwechselnd weiß belassenem bzw. schwarz gefärbtem »Vélin d’Arches«, die Texte der Apollinaire-Dichtungen wurden entsprechend in Schwarz bzw. Weiß serigraphiert. – Auch Zadkines Radierungen greifen dieses Wechselspiel auf: Fünf sind in Schwarz, fünf als Weißlinien auf schwarzem Plattengrund gedruckt. – Außer den Radierungen wurde auch der Druckvermerk signiert, letzterer von Künstler und Verleger in weißer Kreide und nummeriert. – Die Gesamtkonzeption lag bei Christophe Czwiklitzer, der mit dieser Apollinaire-Ausgabe seines Freundes Zadkine eines der schönsten »Livre d’artiste« dieses Künstler schuf.

45,0 : 32,5 cm. [76] Seiten. – Rücken der Chemise verfärbt, Schuber leicht fleckig.

Monod 370

229  Surrealismus – André Breton. Second Manifeste du Surréalisme.

€ 4500 ( R7 )

Frontispice de Salvador Dali. Paris, Éditions Kra 1930. Mit einem pochoirkolorierten Frontispiz. Lose Bogen in Originalumschlag mit Pergaminumschlag und -schuber. – Widmungsexemplar.

Erste Buchausgabe. – Erste Publikation der Collection »Club des Soixante«, eins von 60 namentlich dedizierten Exemplaren für die Mitglieder mit dem kolorierten Dali-Frontispiz (Gesamtauflage 110). – »Imprimé pour Thérèse Bertrand-Fontaine« (französische Ärztin, 1895–1987), auf dem Vortitel widmete Breton das Buch seiner früheren Kommilitonin mit mehreren eigenhändigen Zeilen: »en souvenir d’un amphithéatre de la faculté de médicine fin 1914, une triste pièce, ma foi, qu’ échairement à peu près seuls ses chereux | très respecteux hommage | Andrè Breton, Octobre 1930«. – Unter dem Einfluss der Dichtungen von Paul Valéry, Stéphane Mallarmé, Jacques Vaché, Arthur Rimbaud und Comte de Lautréamont und nachdem er Guillaume Apollinaire kennengelernt hatte, brach Breton 1918 sein Medizinstudium ab, um freiberuflicher Schriftsteller zu werden. Er wurde zur zentralen Figur der Pariser Surrealisten und formulierte mit den beiden Manifesten von 1924 und 1929 deren intellektuelle Grundlagen. – 1924 hatte er den Begriff »Surrealität« als Verbindung zwischen Traum und Wirklichkeit definiert. 1929 erweiterte er die Auffassungen um sozialrevolutionäre Aspekte. Das zweite Manifest wurde zunächst in der Zeitschrift »Révolution Surréaliste« abgedruckt. – Sehr selten, zumal so tadellos und mit so persönlicher Widmung.

28,4 : 23,0 cm. [2], 103, [5] Seiten. – Der Rücken der Pappchemise fehlt, der Schuber angeplatzt.

Monod 1938. – Nicht in der Dokumentations-Bibliothek

230  Le Surréalisme en 1947. Exposition Internationale du Surréalisme.

€ 28000

Présentée par André Breton et Marcel Duchamp. Paris, Pierre a Feu · Maeght 1947. Mit 24 Originalgraphiken und 44 Tafeln. Originalbroschur mit montiertem Deckelobjekt von Marcel Duchamp. In schwarzer Originalpappchemise und privater roter Lederkassette.

Originalausgabe. – Eins von 950 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den 24 Originalgraphiken und eins der wenigen mit dem Originalobjekt von Duchamp auf dem Vorderdeckel, beim größten Teil der Vorzugsausgabe wurde dieses durch eine Fotografie ersetzt. Die Nachbildung einer weiblichen Brust aus bemaltem Schaumgummi auf schwarzem Samt zählt zu den bedeutendsten Buchgestaltungen des 20. Jahrhunderts. – Die Vorzugsausgabe des wichtigen Kataloges enthält 17 Lithographien (davon fünf farbige) von Max Ernst, Wifredo Lam, Joan Miró, Alexander Calder, Matta und anderen, fünf Radierungen, u. a. von Hans Bellmer, Yves Tanguy und Dorothea Tanning und zwei Holzschnitte von Hans Arp. – Mit wichtigen Textbeiträgen von Arp, Bellmer, Breton, Péret u. a. – »Ein visuelles und haptisches Demonstrationsobjekt des Surrealismus« (Lothar Lang). Und Herbert Moldering schreibt (im Vorwort zum Katalog der Surrealismus-Sammlung Bokelberg) gar: »Gibt es ein schöneres Symbol für die taktile Dimension der Wissensaneignung durch das Buch, für jene sinnliche Nähe, die in den elektronischen Bibliotheken der Zukunft neutralen Bildschirmdaten Platz machen wird? Die Bibliothek der Zukunft ist die Platonische Höhle, in der alle Bücher der Welt präsent sein werden, aber nur als körperlose Schatten«. – Nicht nur der Katalog zählt zu den Meilensteinen der Buchkunst, auch die Gestaltung der Ausstellung war außergewöhnlich: Während Breton das Gesamtkonzept erarbeitete, gestaltete Kiesler die »Salle de Superstition« als eiförmig fließenden Raum. – Tadellos erhaltenes Exemplar. Der titelgebenden Aufforderung »Prière de toucher« auf dem Deckelschild wurde bisher Folge geleistet. – Einbandvariante ohne Rückentitel und in schwarzer Chemise, das Warnschild lose beigelegt, unaufgeschnittenes Exemplar. – Erworben 1996 in der Auktion Kornfeld, seitdem in deutscher Privatsammlung.

24 : 20,5 cm. 139, [3] Seiten, 24 Graphiken.

Monod 10513. – Schwarz II, 523. – Dokumentations-Bibliothek V, 46. – Lang, Surrealismus S. 125ff

231  Surrealismus – Almanach surréaliste du demi-siècle.

€ 1500 ( R7 )

Numéro spécial de ›La Nef‹. Paris, Éditions du Sagittaire 1950. Mit zwei Farblithographien von Max Ernst und zahlreichen Illustrationen, davon acht auf Tafeln. Originalbroschur mit farbiger Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 65 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den beiden Farblithographien von Max Ernst. Weitere 50, ebenso ausgestattete, kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk von André Breton und Max Ernst signiert. – Der von André Breton und Benjamin Péret herausgegeben Almanach blickt auf die Ursprünge der surrealistischen Bewegung und ihre Entwicklung in der ersten Jahrhunderthälfte zurück. Die Protagonisten, die 1950 der Bewegung noch verbunden waren, kommen zu Wort oder sind mit abgebildeten Kunstwerken vertreten: Artaud, Cravan, Hérold, Levy, Waldberg, Chirico, Duchamp, Heisler, Kubin, Dorothea Tanning, Toyen u. v. m. – Tadellos.

23,0 : 14,5 cm. 226, [8] Seiten, 2 Lithographien.

Spies/Leppien 35 B (von D). – Monod 201. – Dokumentations-Bibliothek VI, 123

232  Walasse Ting. One Cent Life.

€ 2000

Edited by Sam Francis. Bern, Kornfeld 1964. Mit 62 Farblithographien, teils doppelblattgroß, teils im Text. Lose Doppelbogen in farbig serigraphierter Originalleinenchemise mit illustriertem Originalumschlag und im blauen Originalleinenschuber.

Eins von 2000 nummerierten Exemplaren. – Herausgeber Sam Francis vereinte die 61 Gedichte des amerikanischen Malerpoeten Walasse Ting mit eigenen Farblithographien und weiteren von Pierre Alechinsky, Antonio Saura, Asger Jorn, Robert Indiana, Riopelle, Karel Appel, Tom Wesselmann, Bram van Velde, Allan Kaprow, Andy Warhol, Robert Rauschenberg, K. R. H. Sonderborg, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Jim Dine, Mel Ramos und weiteren zwölf Künstlern. – Druck bei Maurice Baudet, Paris, nach der Typographie von Georges Girard. – Großartiges Malerbuch der Nachkriegszeit, eines der wichtigsten und schönsten Zeugnisse des abstrakten Expressionismus und der Pop Art.

41 : 30 cm. 170, [4] Seiten. – Ränder des Schutzumschlags etwas berieben, oben und unten am Rücken winzige Einrisse.

233  Verve.

€ 800 ( R7 )

Revue artistique et littéraire. Vol. VII, Nos. 27 et 28. Paris 1952. Mit acht Lithographien von Marc Chagall und einer von Joan Miro sowie 24 teils farbigen und doppelblattgroßen Lithographien und Tafeln nach Braque, Matisse, Laurens, Giacometti, Masson, Léger, Miro, Borès und Gromaire. Illustrierter Originalpappband.

Einer der umfangreichsten und wegen der Originalgraphik, neben den Chagall-Bibeln gesuchtesten Bände der wichtigen Kunstzeitschrift. – Mit Texten von Pierre Reverdy, Alberto Giacometti, Albert Camus, W. Sandberg, André Masson, Jean-Paul Sartre, Frantz Calot und anderen.

36,3 : 27,0 cm. 153, [3] Seiten, die Lithographien und Tafeln sind mitgezählt. – Rücken gebräunt. Deckel etwas fleckig.

Mourlot, Miró 189. – Mourlot, Chagall 80–87

234  Prints from the Mourlot Press.

€ 600

Exhibition sponsored by the French Embassy. Circulated by the Traveling Exhibition Service of the National Collection of Fine Arts Smithonian Institution 1964–1965. Paris, Mourlot 1964. Mit 20 Lithographien, meist farbig und blattgroß, eine davon auf dem Umschlag. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Eins von 200 Künstlerexemplaren. – Auf Velin von Rives. – Mit Lithographien von Chagall (Mourlot 415), Picasso (Mourlot 400), Miró (Mourlot 332/333), Beaudin, Estève, Matisse, Cocteau, Calder, Giacometti, Glarner u. a. – Mit dieser Ausstellung würdigte der französische Staat die Arbeit und Bedeutung eines der wichtigsten Drucker-Verleger des 20. Jahrhunderts.

25,4 : 19,3 cm. 64, [16] Seiten.

235  Herbert Bayer. Selected images 1928–1931.

€ 1200

Sechs Fotografien. Silbergelatine, wohl von umkopierten Negativen. Um 1970. 19,6 : 29,6 cm bis 29 : 38 cm. Rückseitig alle signiert und nummeriert.

I. Vitrinenstolz. 19,6 : 29,6 cm. Exemplar 18/40. – II. Ober Bayern. 1931. 25,3 : 37,8 cm. Negativabzug. Exemplar 19/40. – III. Fahrradpanne. 1928. 27,6 : 36,4 cm. Exemplar 24/40. – IV. Rathaus. 34,1 : 29,4 cm. Exemplar 15/40. – V. Pont Transbordeur, Marseille. 1928. 37,8 : 25,0 cm. Exemplar 18/40. – VI. Gletscherlandschaft. 29,4 : 38,2 cm. Exemplar 13/40.

236  Ludwig Belitski. Die Petrikirche in Nordhausen.

€ 1200

Zehn Fotografien. Bromsilbergelatine, Vintages. 1904. 20,4 : 16,2 cm.

Möglicherweise unikales Mappenwerk mit zehn Originalfotografien des Fotografen Ludwig Belitski (1830–1902) von der Stadtkirche St. Petri im thüringischen Nordhausen. – Die Mappe enthält vier Außenaufnahmen von Kirche, Pfarrhaus und Garten, fünf Innenansichten der Kirche und eine Gruppenaufnahme der Gemeindevertreter mit dem Pfarrer Paul Richard Raak, dem 1904 diese Mappe geschenkt wurde. – Die Aufnahmen der Stadtkirche St. Petri entstanden sicher in den letzten Lebensjahren des seit den 1850er Jahren in seiner Heimatstadt als Fotograf tätigen Belitski. – Jeder Abzug auf Karton mit Tonplatte aufgezogen, jedes Blatt mit dem Atelieraufdruck. – In rotbrauner Leinenmappe mit goldgeprägtem Titel und Fileten. – Die Fotografien tadellos erhalten.

Einige Kartonecken leicht bestoßen, die Ränder der Kartons etwas gebräunt. Mappengelenke etwas brüchig.

237  Oliver Boberg. Sechs Fotografien.

€ 1200

C-Prints auf Kodak Professional Endura. 2012. 50 : 40 cm. Rückseitig signiert.

Vollständige Folge folgender Aufnahmen: I. Fabrikmauer. 2005. 37 : 25 cm. – II. Balkon, Nacht. 2005 31 : 23,5 cm. – III. Sitzplatz. 2011. 33 : 26 cm. – IV. Kleine Böschung. 2011. 28,5 : 28,5 cm. – V. Gewerbeneubau. 2012. 33 : 26 cm. – VI. Mauerweg. 2012. 33 : 25 cm. – Oliver Boberg, geboren 1965, »zählt zu den Protagonisten einer inszenierten Photographie, die sich mit der Wirklichkeit in Form von Modellen auseinandersetzt. Der Künstler fertigt aufwendige Modellbauten von fiktiven Orten, die anschließend photographiert werden. Nur bei sehr genauem Hinsehen erkennt man die Täuschung […]« (Stephanie Bunk auf griffelkunst.de). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Lose in Originalmappe (Thomas Zwang, Hamburg) und Versandkarton. – Tadellos erhalten.

Griffelkunst 347 B1–6

238  Hermann Claasen. Trümmerbilder.

€ 800

Fünf Fotografien. 1947–1949/1990. 18,0 : 25,5 cm.

Exemplar 17/25. – Vollständige Folge der aus dem Nachlass ausgewählten Fotografien: »Heimkehrer«, »Hamsterer«, »Ritterstraße«, »Alter Markt, erster Karneval« und »Hohenzollernbrücke«. – Abgezogen von Axel Thünker auf Agfa Record Rapid, montiert in Passepartouts. Diese rückseitig mit dem Nachlass-Stempel und vom Nachlassverwalter Walter Müller signiert. – Ediert von der Witwe des Künstlers. Das Textblatt von ihr signiert, nummeriert und – wie auch die Passepartoutrückseiten – mit ihrem Editionsstempel. – Hermann Claasens (1899–1987) hatte die nach Kriegsende in seiner Heimatstadt entstandenen Aufnahmen für eine erste Nachkriegsschau »Trümmerbilder« genannt und mit dem warnenden Motto »Nach dem nächsten Krieg gibt’s nichts mehr zu fotografieren« überschrieben. 1947 und 1949 erschienen erste Fotobände mit Aufnahmen von Hermann Claasen. – Textblatt und fünf Fotografien lose in der Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten. – Beilage: Hermann Claasen. Brunnenfigur. Fotografie (Vintage, Bromsilber auf Agfapapier). 14,3 : 10,0 cm. Rückseitig mit Copyright-Stempel, Archivnummer und »25 Expl« beschriftet.

32 : 42 cm (Kassette).

Vgl. Thomas Wigand, Deutschland im Fotobuch, S. 243 und 381

239  Robert H. Cumming. Month-old Orange Peels and the Gothic Order.

€ 1500 ( R19 )

Fotografie. 1971. 23 : 18,7 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Aus der frühen Schaffensphase des Fotokünstlers. Robert Cummings (geboren 1943) hatte sich anfänglich vor allem mit Konzeptkunst und im Speziellen mit »mail art« befasst. 1970 ging er nach Kalifornien und wendete sich der Fotografie zu. – Auf Karton aufgezogen und auf diesem signiert, datiert und betitelt. – Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

240  Robert H. Cumming. Spot with a nice View.

€ 1500 ( R19 )

Fotografie. Silbergelatine. 1973. 25 : 20,3 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Auf Karton aufgezogen, auf diesem signiert, datiert und nummeriert. – Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

241  Albrecht Fuchs. Bernard Breslauer.

€ 750

Fotografie. C-Print auf Kodak Endura. 1993/2008. 32,8 : 26,2 cm. Rückseitig signiert, datiert und nummeriert.

Nummeriert als »a.p. 1«. – Die Porträtaufnahme des legendären Antiquars Bernhard Breslauer (1918–2004) entstand 1993 in dessen Firmenräumen in der New Yorker Fifth Avenue. Dort hatte Breslauer, der 1937 mit seinen Eltern Deutschland verlassen und die väterliche Firma aufgeben musste, nach Jahrzehnten in London 1977 sein Antiquariat neu eröffnet. Es folgten spektakuläre Ankäufe und Vermittlungen, u. a. der Erwerb einer Gutenbergbibel für die Württembergische Landesbibliothek (1978). 1992 hatte die Pierpont Morgan Library »The Breslauer Collection of Manuscript Illuminations« ausgestellt, 1997 stiftete er sein Firmen- und Familienarchiv der Berliner Staatsbibliothek. – Albrecht Fuchs (geboren 1964) lebt und arbeitet in Köln. Zwischen 1989 und 1999 entstanden die ersten großen Porträts, u. a. von Martin Kippenberger, Michel Majerus, Joschka Fischer und Ennio Morricone. – Galerierahmung, auf der Rahmenrückwand nochmals signiert, datiert und nummeriert.

242  Edmund Kesting. Herwarth Walden.

€ 500

Fotodoppelbelichtung (Postkarte). Um 1930. 10,3 : 9,0 cm (14,7 : 10,3 cm).

Das fotografische Pendant, eventuell auch die Vorlage zu Kestings Gemälde (siehe die folgende KatNr.). – Die Doppelbelichtung bei Porträts war ein Markenzeichen Kestings. – Die Karte wurde vertrieben von der Künstlerselbsthilfe der Dresdner Ortsgruppe »Die Abstrakten«, einer Künstlergruppe die 1925 von Edmund Kesting und Hans-Herwardt Kickebusch im Umfeld von Herwarth Waldens »Internationaler Vereinigung der Expressionisten, Futuristen, Kubisten und Konstruktivisten« gegründet worden war. – Sehr selten.

Kleine Knickfalte am Bildunterrand.

243  Edmund Kesting. Bild Assoziation H. Walden.

€ 1500

Fotografie. Vintage, Silbergelatine. Nach 1932. 13,3 : 11,8 cm. Rückseitig signiert »Kesting Edmund« und betitelt.

Das farbenprächtige Ölgemälde von Eduard Kesting (1892–1970) entstand 1932 als letztes Bildnis Herwart Waldens vor dessen Emigration nach Russland. – 1920 hatte Kesting den Sturm-Verleger kennengelernt, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. Seit 1925 befasste sich Kesting immer stärker mit der Fotografie und experimentierte mit Fotocollagen, Negativmontagen und Mehrfachbelichtungen.

Rückseitig einige Bleistiftanmerkungen, möglicherweise für eine Reproduktion. – Bildfläche mit minimalen Bereibungen.

244  Jürgen Klauke. Self Performance (I. L. M.)

€ 3000

12 Fotografien (Auszüge aus Polaroyd-Sequenzen 1972/73). 1973. 57 : 42 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 10/50. – Die vollständige Folge der frühen fotografischen Arbeiten, großformatig abgezogen und blattweise signiert. – Mit dem Umschlagblatt in der schwarzen Originalleinenkassette mit serigraphiertem Deckelbild. – Ediert von der Galerie Kochs, Köln. – 1973 hatte Jürgen Klauke (geboren 1943), der seit 1968 in Köln lebt und arbeitet, seine ersten Einzelausstellungen.

Leicht gewellt, einige Ränder und Rückseiten leicht verfärbt, eine mit kaum sichtbarer horizontaler Knickfalte.

245  Jürgen Klauke. … auf leisen Sohlen …

€ 2500

Vier Radierungen, davon drei koloriert, und eine Fotografie. 1982. 59 : 42 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/10. – Die vollständige Folge mit der in Braun-Gelb-Tönen belichteten Fotoarbeit, abgezogen auf Kodak-Papier. – Erschienen in der Edition Dietmar Werle, Köln. – Mit dem ebenfalls signierten und nummerierten Titelblatt in der Originalleinenkassette. – »Der Tod, der ›uns täglich in die Ohren, in die Augen gehauen‹ wird, ist kaum noch glaubhaft. Klauke selber greift zurück und holt, ironisch genug, eine Uralt-Metapher hervor, ein Bild, das so ›abgepfiffen und abgegriffen‹ ist wie nur irgendeines: das Skelett. Es ist wie jedes Bild bei Klauke ein Spiegelbild. ›Das Skelett‹, sagt er, ›trage ich ja täglich mit mir herum, das bin ich selber, das ist mein Tod.‹ Das Skelett treibt, verkappt und verkleidet, sein Wesen auf den Zeichnungen und tritt dann ganz unverblümt, als Knochenmann, in den Photosequenzen auf« (Der Spiegel 43/1982 zur Ausstellung »Auf leisen Sohlen« in der Kölner Galerie Zwirner, Okt/Nov 1982).

Eine Radierung unten mit winzigem Eckknick, sonst tadellos.

246  Daniel Gustav Kramer. Untitled (from Woodland).

€ 1800 ( R19 )

Fotografie, C-Print. 2004. 41 : 41 cm. Auf dem Rahmenaufkleber signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 1/5. – In Museumsrahmung. – Rahmen rückseitig mit Aufkleber »Büro für Fotos | Köln«, das die Serie »Woodland« gemeinsam mit Domobaal Gallery, London, und Casa D´Os Dias da Agua, Lissabon präsentierte. – Daniel Gustav Kramer, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. – In Galerierahmung, zur Bearbeitung nicht geöffnet.

247  Albert Renger-Patzsch. Arena di Verona.

€ 4000

Um 1935. Vintage, Gelatinesilberabzug auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 22,7 : 16,7 : cm (22,9 : 16,9 cm).

Die Aufnahme verdeutlicht Renger-Patzschs typische Gestaltungsmittel: Bildausschnitt und starke Hell-Dunkel-Kontraste lenken den Blick des Betrachters mehr auf die Eigenschaften als auf den Anblick des Bauwerks. Einmal mehr entstand damit eine Fotografie, die weit über eine dokumentarische Aufnahme hinausreicht. – Auch die Aufnahmen in der Arena di Verona waren wohl für einen zu dieser Zeit geplanten Italien-Bildband von Renger-Patzsch gedacht, der aber letztlich nicht publiziert wurde. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »26« bezeichnet. – Dazu: Albert Renger-Patzsch. Arnaldo Mondadori. Zwei Porträtfotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm) und 16,7 : 18,5 cm. Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »V 69« bzw. »V 72« bezeichnet. Arnaldo Mondadori war damals Inhaber der gleichnamigen Verlagsdruckerei. Ob der oben erwähnte Italien-Bildband dort erscheinen sollte, ist nicht bekannt.

248  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

€ 2000

Zwei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm) und 21,6 : 16,5 cm.

I. Blick über die Piazza San Zeno mit Abtei- und Glockenturm. – II. Westfassade. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »1« bzw. Angaben zur Reproduktion bezeichnet. – Albert Renger-Patzsch fotografierte Mitte der 1930er Jahre für einen geplanten, aber nicht realisierten Fotoband über Verona auch San Zeno, eine der schönsten romanischen Kirchen Italiens. – Albert Renger-Patzsch (1897–1966) gilt als Fotopionier der Neuen Sachlichkeit. 1928 erschien sein wegweisendes Buch »Die Welt ist schön«, in Folge der Bekannschaft mit Carl Georg Heise und Hans Mardersteig im Kurt Wolff Verlag.

249  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

€ 2000

Zwei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm).

I. Portal mit den Reliefs und Bronzetüren. – II. Die die Basilika-Säulen tragenden Löwen. – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »1« bzw. »5« bezeichnet.

250  Albert Renger-Patzsch. San Zeno Verona.

€ 1500

Drei Fotografien. Vintages, Gelatinesilberabzüge auf Agfa-Brovira-Papier. Um 1935. 16,7 : 22,7 cm (16,9 : 22,9 cm).

I. Lettner mit den Figuren von Christus und den Aposteln, unten der Abgang zur Krypta. – II und III. Drei Apostel (zwei Aufnahmen). – Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »7«, »9« und »10« bezeichnet.

251  Michael Ruetz. Unrest Sixties.

€ 3600

Zwölf Fotografien, Selenium toned silver prints. 1990. 247 : 36 cm (32,3 : 44,0 cm). Rückseitig signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 11/12 der vollständigen Folge. – Michael Ruetz, geboren 1940, veröffentlichte bereits 1966 erste Fotoarbeiten. 1969–1973 war er Mitglied der Fotoredaktion des Stern. Seine Fotos von der Berliner APO-Zeit und den Studentenprotesten machten ihn weltberühmt. Seine Bilder wurden in den großen Magazinen wie Time, Life, Spiegel und Zeit veröffentlicht. 1980 erschien ein zusammenfassender Bildband unter dem Titel »Ihr müßt diesen Typen nur ins Gesicht sehen«. – Für die Edition der Bovine Press Berlin wählte Ruetz zwölf Bilder von Demonstranten und Polizeieinsätzen, Rudi Dutschke und unverhohlen skeptischen Alt-Berlinern aus. Die im Wendejahr 1990 publizierte Folge war wohl auch eine Hommage an die damals schon fast wieder vergessene Bürgerbewegung in der untergehenden DDR. – Alle Fotos rückseitig mit Copyright-Stempeln des Fotografen und seinen detaillierten Angaben. – Tadellos. – Lose in der Originalleinenkassette mit Titelschild.

Vgl. Wiegand 260

252  John D. Schiff. Andy Warhol.

€ 600

Zwei Porträtfotografien. Vintage, eine farbig. Um 1963. 25,0 : 20,5 cm.

Die Porträts des jungen Warhol entstanden vor seiner bekannten Serigraphie »Flowers«. – John D. (Hans) Schiff (1907–1976) arbeitete zunächst in der Kölner Werbeagentur seines Vaters. Er war mit Erich Sander, dem Sohn des bekannten Fotografen, befreundet und kam schon in in den 1920er Jahren mit der Fotografie in Kontakt. 1938 musste er Deutschland verlassen und etablierte sich ab 1940 in New York als Porträt- und Theaterfotograf. – Rückseitig mit dem Atelieraufkleber und (von der Witwe des Fotografen) mit »Warhol« bzw. »Andy Warhol« bezeichnet. – Dazu zwei Originalversandtaschen des Ateliers John D. Schiff und das Farbnegativ einer anderen Warhol-Aufnahme.

253  Karin Szekessy. Paul Wunderlich mit Hund.

€ 200

Lichtdruck nach Fotografie. 1975. 65 : 50 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 88/100. – Das berühmte Porträt vor der Kulisse der Binnenalster und dem Jungfernstieg. – Die Fotografin Karin Szekessy (geboren 1938) unterrichtete Ende der 1960er Jahre Modefotografie an der Werkkunstschule Hamburg. 1971 heiratete sie den Hamburger Künstler Paul Wunderlich (1927–2010). In den folgenden Jahrzehnten entstanden viele Gemeinschaftsarbeiten.

254  Robert Voit. New Trees.

€ 450

Sechs farbige Bubble-Jet-Prints. 2011. 40,0 : 32,0 cm (50,0 : 42,0 cm). Rückseitig signiert.

Vollständige Folge, ausgewählt aus der Serie »New Trees«: I. City Creek Rd, Mentone, California. 2006. – II. Desert Hills, Las Vegas, Nevada. 2006. – III. Mosselrivier Hermanus, South Africa. 2006. – IV. Scottsdale, Arizona. 2006. – V. Summer Glow Ave, Las Vegas, Nevada. 2009. – VI. Tierrasanta, California. 2005. – »Die Bildserie »New Trees« von Robert Voit thematisiert mit Delikatesse den Zwiespalt unserer rezeptiven Erwartungshaltung. Denn seine Farbaufnahmen zeigen in einem streng dokumentarischen Stil, der mit ironischem Kalkül die Industrieaufnahmen von Bernd und Hilla Becher sowie die Pflanzenphotographien von Karl Blossfeldt rezitiert, allesamt Motive von Baumsolitären, die sich erst auf den zweiten Blick als verkleidete Mobilfunkmasten zu erkennen geben« (griffelkunst.de). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Lose in der grünen Originalumschlagmappe und Versandkarton. – Tadellos.

Griffelkunst 344 C1–6

255  Fotobücher – Araki.

€ 1200

Köln u. a., Taschen 2001. Mit unzähligen farbigen Abbildungen nach Fotografien. Originalseideneinband in -kassette.

Eins von 2500 Exemplaren der Limited Edition. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – »Nobuyoshi Araki selbst nennt diesen signierten Rekordband ›ein Epitaph für meine ersten sechzig Jahre‹. Von in der Bondage-Kunst des kinbaku-ki gefesselten Frauen bis hin zu sinnlichen Blumenaufnahmen reduziert Araki Jahrzehnte fotografischen Schaffens auf rund 1.000 exemplarische Bilder – die ultimativ persönliche Rückschau auf sein umfangreiches und umstrittenes bisheriges Lebenswerk« (Taschen.com). Nobuyoshi Araki (geboren 1940) studierte Fotografie und Film an der Chiba-Universität in Tokyo. 1970 stellte er seine berühmten Xeroxed Photo Albums her, die er in limitierter Auflage produzierte und an Freunde, Kunstkritiker und sogar Fremde, die er willkürlich aus dem Telefonbuch aussuchte, verschickte. Mit seinen kühnen, gewagten Fotos sorgte Araki immer wieder für öffentliche Empörung und Zensur. Sein imposantes Werk umfasst bereits weit über 400 Fotobände.

50,0 : 36,0 cm. 636 Seiten.

256  Fotobücher – Bettina Rheims. The Book of Olga.

€ 1000

Introduction by Catherine Millet. Köln u. a., Taschen 2008. Mit farbigen Abbildungen nach Fotografien von Bettina Rheims. Originalseideneinband mit montierten Deckelbild, vergoldeten Titeln und Goldschnitt. In seidenbezogener Originalkassette mit vergoldetem Titel. Zusammen im Originalversandkarton.

Eins von 1000 Exemplaren der Limited Edition. – Von der Künstlerin im Druckvermerk signiert. – »Die unzweideutigen Porträts der glamourösen Moskowiter Schönheit Olga Rodionowa schoss die französische Fotografin Bettina Rheims im Auftrag von deren Ehegatten, einem millionenschweren Oligarchen. Von üppiger Erotik in Rheims’ Landhaus bis zu sadomasochistischen Inszenierungen vereint ›The Book of Olga‹ über 100 Bilder aus diesem Projekt zu einem delikaten Netz aus Macht, Sex, Fantasie und Intrigen« (Taschen.com). – Bettina Rheims (geboren 1952) arbeitete als Fotomodell, bevor sie 1970 mit dem Fotografieren begann. Ihre ersten Modelle waren Striptease-Künstler und Akrobaten der Pariser Nachtwelt. Ihr Anliegen ist es seit Beginn ihrer Arbeit, die weibliche Schönheit in all ihren Facetten zu zeigen, sie fotografierte Mode und Prominente für Zeitungen und Zeitschriften wie »Elle«, »L’Officiel« und »Marie Claire«. 1994 wurde die Fotografin mit dem »Grand Prix de la Photographie« von Paris ausgezeichnet, 2002 erhielt sie den Verdienstorden »Chevalier de la Légion d’Honneur« für ihre Arbeit. Rheims lebt und arbeitet in Paris. – »Bettina Rheims nimmt in ihren Arbeiten keine Rücksicht auf Tabus, von denen unsere westlichen Gesellschaften immer mehr zu errichten scheinen.« (Christian Caujolle, zitiert nach Koetzle).

48,0 : 33,0 cm (Kassette). 70 Blätter, teils ausklappbar.

257  Fotobücher – Leni Riefenstahl. Africa.

€ 1500

Köln u. a., Taschen 2002. Mit unzähligen farbigen Abbildungen nach Fotografien. Originaleinband in -kassette.

Eins von 2500 Exemplaren der Limited Edition. – Erschienen anlässlich von Riefenstahls 100. Geburtstag. – »Dieses monumentale Buch versammelt ihre Bilder der Nuba, Dinka, Shilluk und Massai. … Riefenstahls perfekt inszenierten Fotografien fangen die Schönheit, Ausdruckskraft und uralten Bräuche dem Untergang geweihter Kulturen ein. Von den einen als gänzlich unpolitische Werke von makelloser Qualität bewundert, erkannten andere in der Verherrlichung physischer Vollkommenheit und dem Kult um Virilität, Mut und ein ekstatisches Gemeinschaftsgefühl eine Fortsetzung altbekannter Muster. … Mittlerweile sind diese Aufnahmen wie auch ihre Rezeptionsgeschichte Gegenstand zahlloser kulturwissenschaftlicher Untersuchungen geworden.« (www.taschen.com).

50,0 : 36,0 cm. 564 Seiten.

258  Fotobücher – Naomi.

€ 1000

Zwei Bände. Köln u. a., Taschen 2016. Originalleinenband in Acrylbox-Multiple und Originalleinenband. Zusammen in Originallieferkarton.

Eins von 1000 Exemplaren der Collector’s Edition (Gesamtauflage 1200). – Herausgegeben von Josh Baker. – Im Druckvermerk von Naomi Campbell signiert. – Band 1 mit zahlreichen Abbildungen aus Campbells Portfolio in einer Torso-Acrylbox der britischen Pop-Art-Ikone Allen Jones. Band 2 mit autobiographischem Text des Models, begleitet von Magazin-Covern, Werbefotos, nie zuvor veröffentlichten persönlichen Schnappschüssen, Videostandbildern und vielen weiteren Aufnahmen. – »Naomi Campbell, gestylt und in Szene gesetzt von Starfotografen und den größten Modedesignern unserer Zeit. … Eine atemberaubende Reise durch 30 Jahre Fashion und Glamour.« – Allan Jones (geboren 1937), britischer Pop-Art-Künstler, wurde vor allem durch seine umstrittenen Fetischmöbel bekannt. »In seinen Bildern und Skulpturen verschmilzt er weibliche Körper mit Motiven aus Großstadtleben, Konsumkultur und Showbiz.« (ww.taschen.com).

46,2 : 33,0 cm. 496 Seiten; 368 Seiten.

259  Programm des Staatlichen Bauhauses in Weimar. – Lyonel Feininger. Kathedrale.

€ 5000

Holzschnitt. 1919. 30,4 : 18,9 cm (32,0 : 19,7 cm).

Das berühmte vierseitige Flugblatt vom April 1919 mit dem von Gropius verfassten Manifest (»Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! […]« und dem Programm des Bauhauses (Gründung, Ziele, Grundsätze, Lehre, Aufnahme). – Hier mit dem noch selteneren Beilageblatt zum schrittweisen Ausbau der Werkstätten und mit den Hinweisen für Bewerber. Ebenfalls auf rotem Papier und mit dem ersten Bauhaus-Signet von Peter Röhl, das bis 1921 verwendet wurde. »Nicht der Leiter oder einer der beiden Meister der Druckerei-Werkstatt […] sondern der studierende Peter Röhl ging als Sieger aus einem Wettbewerb an der Schule hervor.« (Wulf Herzogenrath, in Bauhausutopien, S. 103). – Das Staatliche Bauhaus entstand – unter Leitung von Gropius – im Frühjahr 1919 aus der Vereinigung der Großherzoglichen Hochschule für bildende Kunst und Henry van de Veldes Kunstgewerbeschule. Lyonel Feininger (1871–1956) wurde durch Gropius unmittelbar nach der Gründung des Bauhauses dorthin berufen. – Prasse kennt Abzüge auf grauem, grünem, gelbem und – wie hier – hellrotem Papier. – Tadellos erhaltenes Exemplar des bekannten Holzschnitts und zugleich die erste offizielle Verlautbarung des Bauhauses.

Kaum sichtbare Faltspuren.

Wingler 562, A 1 und 2. – Prasse, Feininger W 144. – Abbildungen (alle ohne das Beilageblatt): Wingler Seiten 38–41. – Fleischmann S. 38. – Bauhaus Utopien S. 10

260  Utopia.

€ 1200 ( R7 )

Dokumente der Wirklichkeit. Herausgeber: Bruno Adler. Weimar, Utopia 1921. Mit einer gefalteten lithographierten Farbtafel sowie Lithographien und farbigen Typodrucken von Johannes Itten und einigen montierten Abbildungen. Farbig lithographierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe des legendären Hauptwerks von Josef Itten, von den geplanten sieben Lieferungen erschienen nur diese beiden ersten in einem Band. – Exemplar der Normalausgabe mit der blauen Umschlagzeichnung der Itten-Schülerin Margit Téry, es erschienen 75 Vorzugs- und zehn Museumsexemplare. – »Am Bauhaus den obligatorischen Vorkurs eingeführt und in seinen Grundzügen festgelegt zu haben, ist Ittens bleibendes Verdienst. […] Analysen von Bildern alter Meister dienten der Erkenntnis der bildnerischen Gesetzlichkeiten und der Erziehung des Formbewußtseins.« (Wingler, S. 58). Dass Itten den ganz anders gelagerten, viel pragmatischeren Ansichten Walter Gropius’ nicht folgte, sorgte in den Jahren 1921/22 für erhebliche Spannungen am Bauhaus. – Die »Analysen alter Meister« werden durch zweifarbige Typographiken eröffnet, gefolgt von den Ausklappseiten mit Vergleichsabbildungen der Originale und Ittens lithographierten Interpretationen. »Zeichnend, schreibend und symbolisierend, rhythmisierend und intonierend führt Itten aktives ›Wiedererleben‹ von Kunstwerken vor.« (Ute Brüning in »Das A und O des Bauhauses, S. 44). – Mit der sonst oft fehlenden Farbtafel »Farbenkugel in 7 Lichtstufen und 12 Tönen von Johannes Itten«.

32,8 : 24,7 cm. 85, [5] Seiten, 3 Tafeln. – Einige Fehlstellen und Risse des Umschlags am Rücken hinterlegt. – Zwei Lagen aus der Heftung gelöst. Ränder papierbedingt leicht gebräunt.

Das A und O des Bauhauses, Kat. 125ff., Abbildungen 10 und 13–16. – Fleischmann Seite 49–56 mit vielen Abbildungen

261  Oskar Schlemmer. Profile. Bauhaus-Ausstellung Juli–September 1923.

€ 4000 ( R19 )

Farblithographie. 1923. 14,8 : 10,6 cm.

Die achte der zwanzig Bauhaus-Postkarten, die zur ersten großen Ausstellung von den Bauhaus-Meistern entworfen wurden. – Beidseitig mit Schreibmaschine in dadaistischer Manier von Oskar Schlemmer beschrieben. – An Walter Dexel in Jena, etwa April/Mai 1925 (der im April 1925 geborene Sohn Tilman wird bereits erwähnt): »Kommen Sie nicht mal herüber oder wir hinüber? Zwecks eines allgemein befreienden Schimpfspiels??????« Schlemmer erwähnt seine finanzielle Situation (»katastrophale Zahlungsschwierigkeiten«). Das »Schimpfspiel« nimmt wohl Bezug auf die Querelen, denen das Bauhaus in Thüringen ausgesetzt war und die schließlich, kurze Zeit später, zum Weggang nach Dessau führten. – Über die Anschrift schrieb Schlemmer: »Conn Fis ciert !! Zwecks Erregung öffentlichen Aergernisses VERBOTEN!!!!!!!!« – Auf der Bildseite: »Was halten Sie von einer Weimarer Koalition unter dem Vater des Gedankens?????? Und wer steht draussen?: ICKE! ———« und »Deutschland, Deutschland über alles! Was blasen die Trompeten? Den alten Dessauer!«. – Ehemals Sammlung Egidio Marzona. – Abbildungen dieses Exemplars: Fleischmann, Seite 70. – Holstein, Bauhaus-Katalog 105.

Bildseite verblasst, sonst tadellos.

Grohmann GL 18

262  Johan Niegeman – Metallisches Fest.

€ 4000

Glocken – Schellen – Klingel – Fest. Bauhaus-Fasching 9. Febr. 1929. Einladung. Dessau 1929. 10,4 : 14,8 cm.

Die legendäre Einladungskarte, ihres ephemeren Charakters wegen ohnehin selten geworden, hier zudem in perfekter Erhaltung. – Der silberbeschichtete Außenkarton auf dem Vorderdeckel mit Rot und Blau bedruckt, das eingeheftete Doppelblatt mit Blau und Gelb. – Der holländische Architekt Johan Niegeman (1902–1977) war Gastdozent für Fachzeichnen am Dessauer Bauhaus und an Gropius’ Planungen des dortigen Arbeitsamts und der Wohnsiedlung Dessau-Törten beteiligt (siehe Karin Wilhelms Gropius-Monographie, Braunschweig 1983, S. 283). – »In einer zierlich und der üblichen Kleinbuchstaben-Bauhausschrift gedruckten metallfarbenen Karte hatten das Dessauer Bauhaus und der Kreis seiner Freunde zu einem ›Metallischen Fest‹ geladen. Metall ist hart. Aber es ist auch glänzend und strahlend. Das Fest am Sonnabend-Abend wies die letztgenannte metallische Eigenschaft auf … Das Fest war glänzend, war strahlend […] Schon der Eintritt zu den Festräumen war originell. Er führte über eine […] Rutschbahn, auf der man selbst die würdigsten Persönlichkeiten in die Festräume hineingleiten sah.« (Anhalter Anzeiger, 12. Februar 1929, zitiert nach Wingler, S. 164). – Ein Bauhaus-Rarrissimum ersten Ranges.

A und O des Bauhauses 251 und Abb. 188. – Wingler S. 499. – Fleischmann S. 248f

263  Bauhaus – Schreibmappe und Zettelbox.

€ 900

Papier, Karton, Sperrholz und Leder. 1929.

Überzeugende Studentenarbeit, nach der eigenhändigen Datierung »Bauhaus 1929« auf der Rückseite der Mappe und der unten beschriebenen Provenienz in Dessau entstanden. Die Signatur ist nicht eindeutig zuzuordnen, es könnte sich um Willy Bloh oder Willy Haas handeln, beide wurden im Wintersemester 1928/1929 immatrikuliert (vgl. die »Mies van der Rohe-Liste«, Wingler Seite 559). – Schreibmappe: 35,5 : 28 : 2 cm. Schwarzes Leder, beide Deckel mit Papierbezug. Auf das Papier wurde unter Verwendung von Schablonen schwarze Tusche aufgespritzt. Innen mit schwarzem Leinen ausgeschlagen, Dokumentenfach mit Lederschließe, Briefablage mit Kordel. – Zettelbox: 12 : 9 : 5 cm. Aus Speerholz, vollständig mit Papier kaschiert, das wie bei der Mappe gestaltet wurde. Oben mit Klappdeckel (Leinenscharnier), unten eine Schublade. – Beide Teile etwas fleckig und an den Kanten leicht berieben. – Bei der »Entrümpelung« des Dessauer Bauhauses Ende der 1960er Jahre von einem beteiligten Handwerker vor der Entsorgung bewahrt und seitdem in dessen Privatbesitz.

264  Bauhaus.

€ 600 ( R7 )

Zeitschrift für Gestaltung. Herausgeber: Hannes Meyer, Schriftleitung: Ernst Kállai. [Heft] 2/3, 2. Jahrgang. Dessau 1928. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien von Erich Consemüller, Lux Feininger u. a. Originalbroschur.

Das erste von Hannes Meyer herausgegebene Heft, der 1927 ans Bauhaus berufen worden war und 1928 Walter Gropius als dessen Direktor ablöste. – Beiträge von Ernst Kállai (über den Personalwechsel), Josef Albers (Formunterricht), Kandinsky (Kunstpädagogik), Adolf Behne, Paul Klee, Joost Schmidt, Oskar Schlemmer und Ludwig Grote-Dessau, sowie Interviews mit Studierenden. Die »Bauhausnachrichten« gehen u. a. auf Gropius’ Ablösung und den Weggang von Herbert Bayer, Laszlo Moholy-Nagy und Marcel Breuer ein und stellen den neuen Lehrkörper vor. – Aus dem Nachlass von Wilhelm Wagenfeld, dem Bauhaus-Designer. – Acht der Bauhäusler-Porträtfotos auf dem mit »Dessau 1928« datierten Vorderumschlag mit den Bezeichnungen »W L« und »W Sch« in Rotstift. Wir vermuten, dass Wagenfeld, der ja nicht mit dem Bauhaus von Weimar nach Dessau wechselte, vermerkte, wen er bereits in Weimar als Lehrer oder Schüler gekannt hatte. Die vier unbezeichneten stießen erst in Dessau zum Bauhaus.

29,0 : 21,0 cm. 35, [1] Seiten. – Umschlag leicht angestaubt, obere Ecken leicht geknickt.

Wingler Seite 563. – Fleischmann S. 189. – Das A und O des Bauhauses 185

265  Bauhaus – Studienarbeiten von Franz Ehrlich nach dessen 2. Semester am Bauhaus Dessau.

€ 300

Ausstellungsfotografie. 1928, späterer Abzug. 32,7 : 24,3 cm.

Franz Ehrlich (1907–1984) begann nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser 1927 sein Studium am Bauhaus in Dessau. Dort besuchte er zunächst den Vorkurs bei László Moholy-Nagy, danach den Unterricht von Paul Klee, Wassily Kandinsky und Joost Schmidt. Bis zum Sommersemester 1930 war er in dessen Plastischer Werkstatt beschäftigt und legte im Wintersemester 1929/30 seine Gesellenprüfung als Tischler vor der Handwerkskammer Dessau ab. Nach Erhalt seines Diploms folgte er Walter Gropius nach Berlin, wo er gemeinsam mit den Bauhäuslern Heinz Loew und Fritz Winter das Werbebüro »Studio Z« eröffnete. Nach Kriegsende arbeite Ehrlich u. a. als Formgestalter der Werkstätten Hellerau in der DDR.

Vgl. eine ähnliche Fotografie aus der Ausstellung in »Bauhaus 2«, Katalog 6 Galerie am Sachsenplatz, 1977, Abb. 170. – www.bauhaus100.de.

266  Die Bühne im Bauhaus.

€ 400

Herausgegeben von Oskar Schlemmer. München, Albert Langen [1925]. Mit zahlreichen Abbildungen, teils blattgroß und farbig, und einer farbigen Falttafel. Gelb-roter Originalleinenband.

Bauhausbücher 4. – Erste Ausgabe. – Oskar Schlemmer hatte sofort nach dem Umzug von Weimar nach Dessau die dortige Bauhausbühne übernommen. Ein Jahr später folgten Bühnen-Werkstatt und Experimentierbühne, die bis zu seinem Weggang nach Breslau herausragende Beiträge zum Gesamtwerk des Bauhauses lieferten. – Neben eigenen Texten auch mit Beiträgen von Moholy-Nagy (mit dessen farbig lithographierter »Partiturskizze zu einer mechanischen Exzentrik«), Farkas Molnár, Marcel Breuer, Kurt Schmidt, Xanti Schwawinsky und anderen. – Zahlreiche Abbildungen von Bühneninstallationen, Figurinen und der Bauhauskapelle. – Innen sehr gut erhalten. – Dazu: Paul Klee. Pädagogisches Skizzenbuch. 1925. Mit zahlreichen Abbildungen. Privater Halbpergamentband. Bauhausbücher 2.

23,5 : 18,5 cm. 84, [4] Seiten, 1 Falttafel. – Einband mit kleinen Farbspritzern.

Wingler 563.4

267  Laszlo Moholy-Nagy. Malerei · Fotographie · Film.

€ 400

München, Albert Langen 1925. Mit zahlreichen, davon 70 ganzseitigen, Abbildungen nach Fotografien und Filmausschnitten sowie einer Musiknotenbeilage. Gelber Originalleinenband mit Rotdruck.

Bauhausbücher 8. – Erste Ausgabe, erschienen in 2000 Exemplaren, davon jedoch nur ein Teil als Bauhausbuch. – Sehr selten, schon 1927 erschien eine veränderte Ausgabe (»Die Emphase aber, mit der Moholy seine Erkundungen 1925 präsentiert hatte, war […] verschwunden.« (Ute Brüning, in: Autopsie). – Bahnbrechendes Werk, in dem Moholy-Nagy die Themen Geschichte und Technik der Fotografie und besonders die moderne Bildgestaltung behandelt. – »Kunstwerk und Pamphlet, Erfahrungsbericht und Vision. Das Buch propagiert die ›neue visuelle Literatur‹ und ist gleichzeitig ihr erster Versuch.« (Autopsie). – Mit zahlreichen Anwendungsbeispielen aus Buchillustration, Werbung und Propaganda, das Bildmaterial, darunter zahlreichen Fotogrammen und Fotomontagen, stammt von Moholy-Nagy, Hannah Höch, Albert Renger-Patzsch, P. Citroen, Man Ray und anderen. – Mit dem Notenblatt »Präludien für Klavier und Farblicht« von Alexander László.

23,5 : 18,5 cm. 133, [1] Seiten.

Parr/Badger I, 92/93. – Autopsie I, 164ff. – Wingler 575

268  Laszlo Moholy-Nagy – Christoph Natter. Künstlerische Erziehung aus eigengesetzlicher Kraft.

€ 300

Gotha und Stuttgart, Friedrich Andreas Perthes 1924. Mit Abbildungen auf Tafeln und im Text, davon neun farbig einheftet. Schwarz-weißer Originalhalbleinenband (Entwurf von Laszlo Moholy-Nagy).

Erste Ausgabe der Lebensbilanz des Bildhauers und Malers Christoph Natter (1880–1941), »meinen Schülern und Schülerinnen gewidmet«. – Der Titel erschien in identischer Ausstattung zeitgleich im Klotz-Verlag Gera, die dortige zweite Auflage (1931) erhielt eine andere Gestaltung.

22,5 : 18,6 cm. [8], 71, [3] Seiten, 15 Tafeln. – Kanten leicht bestoßen. – Stellenweise leicht stockfleckig.

Fleischmann 296. – Vgl. Dokumentations-Bibliothek I, 20

269  Laszlo Moholy-Nagy. 60 Fotos · 60 photos · 60 photographies.

€ 4500 ( R7 )

Herausgegeben von Franz Roh. Berlin, Klinkhardt & Biermann 1930. Mit 60 ganzseitigen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Fototek, Band 1. – Mit eigenhändiger Widmung »für Wagenfeld herzlichst Moholy-Nagy« auf dem Titelblatt. – Wilhelm Wagenfeld (1900–1990) entwarf 1927 (gemeinsam mit Carl Jacob Jucker) seine berühmte Tischlampe – eine der Stilikonen des Bauhauses. Nach dem Weggang des Instituts aus Weimar blieb Wagenfeld an der Nachfolgeeinrichtung, der Staatlichen Bauhochschule Weimar, bis zu deren Schließung 1930. – Die Gesamtgestaltung der Buchreihe leitete Jan Tschichold, die Abbildungen mit Fotogrammen, Fotomontagen und Fotografien Moholy-Nagys. – Am Ende Anzeigen zu der Reihe »Fototek«, einigen Büchern von Jan Tschichold und eine ganzseitige Anzeige zu »foto-auge« von Franz Roh und Tschichold. – »Hervorragender Querschnitt durch das photographische Werk Moholy-Nagys« (Dokumentations-Bibliothek). – Der einleitende Text des Herausgebers, in Deutsch, Englisch und Französisch, verdeutlicht die Bedeutung des Bauhäuslers Moholy-Nagy für die moderne Fotografie. 1925 hatte dieser innerhalb der von ihm zusammen mit Walter Gropius herausgegebenen »Bauhausbücher« seine wegweisende Schrift »Malerei · Fotographie · Film« veröffentlicht. – »Moholys künstlerisches Credo stellte auch die Fotografie absolut in den Rahmen seiner pädagogischen Absicht des ›Neuen Sehens‹« (Andreas Haus, zitiert nach Koetzle).

25,0 : 17,5 cm. 11, 60, [5] Seiten. – Minimal berieben.

Dokumentations-Bibliothek VI, 307. – Koetzle 276. – Heidtmann 5508. – Haus 83, 1

270  L. Moholy-Nagy. Sonderheft »Telehor«.

€ 2400 ( R7 )

Internationale Zeitschrift für visuelle Kultur. Redigiert von Fr. Kalivoda. Brno 1936. Mit 67 häufig ganzseitigen und teils farbigen Abbildungen. Schwarze, spiralgebundene Originalbroschur.

Die seltene von Moholy-Nagy selbst gestaltete Einbandvariante mit dem lackschwarzen Vorderumschlag. Diese als »Sonderheft« bezeichneten Exemplare waren im Eigentlichen ein »Sonderdruck« zu Moholys eigenem Gebrauch. Nach Oliver Botar wurden wohl nicht mehr als 100 Exemplare in dieser Variante hergestellt. – Während Moholy-Nagy den Umschlag für »seine« Exemplare entwarf, den Namen in leuchtendem Weiß und in konsequenter »Bauhaus-Kleinschreibung«, war für die Gesamtgestaltung dieses ersten und einzigen Hefts [1/2] der »Internationalen Zeitschrift für visuelle Kultur« deren Herausgeber verantwortlich. Der noch junge, aber in Kunstkreisen bereits bekannte Architekt František Kalivoda (1913–1971) organisierte Moholy-Nagys Vorlesungs- und Ausstellungstournee in Brünn und Bratislava und widmete die gesamte Telehor-Ausgabe dem wichtigen Bauhauskünstler und -theoretiker. Das Heft enthält ein Vorwort von S. Giedion, mehrere Texte von Moholy-Nagy und einen Brief von ihm an Kalivoda sowie eine Bibliographie.

29,7 : 21,0 cm. 138, [2] Seiten. – Vorderdeckel am Unterrand mit schmaler Knickfalte und an der Spiralbindung mit winzigem Verlust.

Dokumentations-Bibliothek III, 227

271  Wassily Kandinsky. Punkt und Linie zu Fläche.

€ 400

Beitrag zur Analyse der malerischen Elemente. München, Albert Langen 1926. Mit zahlreichen, teils blattgroßen Abbildungen und einigen Tafeln, davon eine farbig. Originalbroschur mit -umschlag.

Bauhausbücher 9. – Erste Ausgabe. – Die Typographie des Buches und der Umschlagentwurf stammen von Herbert Bayer. – Druck bei Hesse & Becker, Leipzig. – Kandinsky bezeichnet dieses Werk im Vorwort als »organische Fortsetzung meines Buches ›Über das Geistige in der Kunst‹«. – »Äußerlich kann der Punkt als die kleinste Elementarform bezeichnet werden, was aber nicht genau ist. […] der Punkt kann wachsen, zur Fläche werden und unbemerkt die ganze Grundfläche bedecken – wo wäre dann die Grenze zwischen Punkt und Fläche?« (Seite 24). – Eine Beigabe.

23,0 : 18,2 cm. 190, [6] Seiten. 6 Tafeln. – Broschurumschlag etwas fleckig und mit kleinen Schabstellen, am Rücken mit Papierverlust.

Dokumentations-Bibliothek VI, 68 (und öfter). – Wingler 563. – Lang, Bauhaus 245. – Inside the Bauhaus 275. – Fleischmann 168f

272  Wassily Kandinsky. GFIK.

€ 1000

Signet für die »Gesellschaft der Freunde junger Kunst« Braunschweig. Klischeedruck. Um 1924. 9,0 : 5,7 cm (10,7 : 15,7 cm). – Mit eigenhändiger Unterschrift von Galka Scheyer.

Mitgliedskarte der Gesellschaft mit dem hervorragend gestalteten Signet Kandinskys, das an seine Drachenfest-Karte von 1922 erinnert. – Braunschweig mit seiner Nähe zu Hannover war in den 1920er Jahren durch den Sammler und Mäzen Otto Ralfs ein Zentrum der Moderne. Ralfs war es auch, der 1924 die »Gesellschaft der Freunde junger Kunst« gründete. Bei einem Besuch in Weimar hatte er 1923 die legendäre Bauhaus-Ausstellung gesehen und sich mit Kandinsky, Feininger, Klee und Jawlensky angefreundet. Diese vier Künstler machte eine andere Braunschweigerin unter dem Namen »Die blauen Vier« in den USA bekannt: Galka (Emilie Esther) Scheyer, die die hier vorliegende Mitgliedskarte für Max Mustermann im Dezember 1924 ausfüllte und unterzeichnete. – Typographische Arbeiten Kandinskys sind kaum bekannt, die hier vorliegende blieb bisher undokumentiert. In unserer Auktion 8 (Herbst 2013) versteigerten wir einen Ausstellungs-Flyer mit dem Kandinsky-Logo. – Sehr selten.

Angestaubt, gefaltet. – Mit Bleistiftnotiz »Frl. Höfener, Oelschlägern 27 II«.

Nicht bei Roethel

273  Rudolf Bauer. Das Geistreich.

€ 500

Die Kunst im neuen Jahrtausend. Futurismus · Faschismus · Der oberste Rat. Berlin-Charlottenburg [um 1930]. Illustrierte Originalbroschur.

Sehr seltene Originalausgabe, wir konnten via WorldCat nur ein Exemplar im MoMA New York nachweisen. – Rudolf Bauer (1898–1953), anfangs Karikaturist, gelangte über den Expressionismus und eine kubistische Formensprache zu gegenstandslosen Bildfindungen. Er stellte mehrfach in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm aus, bevor er 1929, unterstützt von Salomon Guggenheim, in Charlottenburg »Das Geistreich«, ein Privatmuseum für gegenstandslose Kunst, gründete. Dort stellte er neben eigenen Arbeiten auch Kunstwerke von Wassily Kandinsky und Hilla Rebay, der Gründungsdirektorin der Guggenheim Foundation, aus. 1937 emigrierte er in die USA, wo Solomon Guggenheim 100 seiner Bilder erwarb. – Mit einem Beilageblatt zu Ausstellungen, Verlag, Bauprojekten und zur »Bautokratie«. Von den dort zahlreich aufgeführten Publikationen wurden die meisten wohl nicht realisiert.

29,0 : 21,0 cm. [36] Seiten. – Umschlag etwas fleckig, das Beilageblatt oben leicht bestoßen.

274  Joost Schmidt – Ÿko Bürobedarf. Hauptliste Paul Henss Weimar.

€ 1000

Weimar 1924.

Umfangreicher Katalog, auf dem Titel als »Liste H 1924« bezeichnet und somit einer der frühesten und umfangreichsten Ÿko-Belege. Das Ÿko-Symbol gehört zu den bekanntesten graphischen Arbeiten des Bauhauses und Joost Schmidt (1893–1948) zu dessen wichtigsten Werbegraphikern. Das Symbol, das groß und zweifarbig den Vorderdeckel dominiert, setzte Schmidt im Katalog fast zwei Dutzend mal als gliedernden Blickfang und als integralen graphischen Bestandteil ein. Der Katalog listet Schreibwerkzeuge, Aktenordner, Stempel, Waagen und Locher bis hin zu den berühmten Ÿko-Schränken auf. – Nach seiner Zeit an der Weimarer Hochschule für Bildende Künste beendete Joost Schmidt 1925 sein Studium am Dessauer Bauhaus und leitete bis 1932 u. a. die plastische Werkstatt, die Reklame-Abteilung und die Druckerei. Zu seinen wichtigsten graphischen Entwürfen zählen neben Ÿko das »Bauhaus«-Sonderheft der Zeitschrift »Junge Menschen« (1924), die Neugestaltung der Werkbundzeitschrift »Die Form« und vor allem das berühmte Bauhausheft »Offset«, das den Umschlag des Kataloges der Bauhaus-Jubiläumsausstellung 2010 im MoMA »Bauhaus Workshop for Modernity« zierte. – Mehrere Ÿko-Arbeiten Schmidts befinden sich in der Sammlung des MoMA und unterstreichen damit die Bedeutung dieses graphischen Entwurfs.

24,4 : 17,4 cm. 48 Seiten. – Hinterer Umschlag fehlt, vorderer leicht fleckig und geknittert und mit zeitgenössischen Notizen. – Seitenrand bis zur Heftmitte mit kleinem Wurmloch.

MoMA 895.1999 (das Exemplar aus dem Jan Tschichold Nachlass)

275  Joost Schmidt – Ÿko Paul Henss Weimar.

€ 300

Rechnungsbogen. Buch- und Klischeedruck in Rot und Schwarz. Um 1935. 29,7 : 20,8 cm.

Joost Schmidts Ÿko-Logo verwendete Paul Henss viele Jahre, hier ein Rechnungsformular mit dem Logo in Rot. 1941 hatte sich neben die ursprüngliche serifenlose Schrifttype eine kleine in Fraktur gesetzte Kopfzeile »Das Zeichen deutscher Wertarbeit« eingeschlichen. – Bestellung über einen Kalenderblock, der Einzahlungsbeleg des Rechnungsempfängers über RM 1.05 (inkl. Porto und Verpackung!) liegt bei.

Leichte Faltspuren und minimal fleckig.

276  Die Form.

€ 450 ( R7 )

Zeitschrift für gestaltende Arbeit. Jahrgang I, Heft 1. Bonn, Kurt Schroeder Oktober 1925. Mit fotografischen Abbildungen auf acht Tafeln. Originalbroschur, Vorderdeckel nach Entwurf von Joost Schmidt.

Das erste Heft der 1925 neu begonnenen legendären Zeitschrift des Deutschen Werkbundes. – Herausgeber: W. C. Behrendt. – Die Gestaltung der typographischen Umschläge lag in den Händen von Joost Schmidt (1893–1948). Er war seit 1919 am Bauhaus und leitete seit 1925 die Plastische Werkstatt. Bereits 1922 entstanden erste typographische Arbeiten, von 1928 an leitete er auch die Reklameabteilung und die Druckerei in Dessau. – Die Zielstellung der 1907 gegründeten Künstlervereinigung übertrug man in den 1920er Jahren, nicht zuletzt unter Einfluss der Bauhäusler Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe, verstärkt auf die Architektur.

29,7 : 21,0 cm. 20, [10] Seiten. – Hinterdeckel etwas gebräunt.

Dokumentations-Bibliothek VI, 759. – Jaeger 1074

277  Die Form.

€ 450 ( R7 )

Zeitschrift für gestaltende Arbeit. Jahrgang I, Heft 6. Berlin, Hermann Reckendorff März 1926. Mit 30 fotografischen Abbildungen. Originalbroschur, Vorderdeckel nach Entwurf Joost Schmidt.

Bereits das Januarheft, das wie die ersten drei der Zeitschrift für den Kurt Schroeder Verlag gedruckt worden war, hatte Hermann Reckendorff als neuer Verleger übernommen. In seinem Verlag erschienen in den 1920er Jahren die sicher relevantesten Publikationen des Werkbundes und der assoziierten Künstler und Architekten. – Mit einem Artikel von Walter Gropius »Wo berühren sich die Schaffensgebiete des Technikers und Künstlers?« und entsprechendem Bildmaterial.

29,7 : 21,0 cm. [4], 109–132, [4] Seiten. – Hinterdeckel etwas gebräunt.

Dokumentations-Bibliothek VI, 759. – Jaeger 1074

278  Andreas Niessen – 16. Jahresversammlung des Deutschen Werkbundes.

€ 1000

Einladung und Programm. Doppelblatt. Zweifarbiger Buchdruck. Berlin 1927. 29,7 : 21,0 cm.

Konsequent in Rot und Schwarz und nach den Regeln der neuen Typographie gestaltetes Doppelblatt. – Mit dem Programm der Tagung in Mannheim und Stuttgart vom 27. bis 30. September 1927. Am letzten Tag war eine »Fahrt mit bereitstehenden Kraftwagen in die Siedlung am Weißenhof« vorgesehen. Nach einem »zwanglosen Mittagessen im Ausstellungsrestaurant der Siedlung« wurde die Besichtigung fortgesetzt. In den 1920er Jahren hatte sich der Werkbund, nicht zuletzt unter Einfluss der Bauhäusler Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe, verstärkt der Architektur zugewandt. Die Ausstellung »Neues Bauen« und die Stuttgarter Werkbund-Ausstellung »Siedlung am Weißenhof« 1927 dürften als Meilensteine dieser Phase des Werkbundes gelten. – Das Faltblatt entwarf der Berliner Graphiker Andreas Niessen, gedruckt wurde es bei Otto von Holten, Berlin.

Einmal quer gefaltet.

279  Herbert Bayer – Deutscher Werkbund.

€ 400

Briefumschlag. Buchdruck. 1926. 16,3 : 23 cm.

Minimalistisch gestalteter großer Briefumschlag für den Deutschen Werkbund Berlin aus Bayers Zeit am Dessauer Bauhaus. – Adressiert an einen Empfänger in Dessau, Poststempel 1927. – Im MoMA New York (ehemals Sammlung Elaine Lustig Cohen Collection ) befindet sich das Pendant zu unserem Umschlag, ein von Herbert Bayer gestalteter Briefbogen. – Den Umschlag konnten wir dort und anderswo nicht nachweisen.

Minimale Knickfalten am rechten Rand.

280  Herbert Bayer – Deutscher Werkbund (DWB). Jahresversammlung. Einladung und Programm.

€ 2000

Programmheft. Zweifarbiger Buchdruck. Berlin 1929. 10,6 : 14,8 cm.

Erschienen zur 18. Jahresversammlung des Deutschen Werkbundes vom 24. bis 28. Juli 1929 in Breslau. – Mit einem Einladungstext von Peter Bruckmann und Otto Baur, der Bezug auf die Breslauer Ausstellung »Wohnung und Werkraum« nimmt, und dem Programm der vier Veranstaltungstage. Für die 16seitige, in Rot und Grau gedruckte, legendäre DWB-Broschüre entwarf Bayer ein Griffregister, ein Gestaltungsmoment, das er wenige Monate später für den Ausstellungskatalog »Section allemande« erneut verwendete. – 1928 hatte Herbert Bayer das Bauhaus Dessau verlassen und wurde Kreativdirektor der Berliner Werbeagentur Dorland. Er initiierte die Neuausrichtung der Agentur ganz im Sinne der Bauhaus-Ideen und beauftragte auch Lázló Moholy-Nagy, Marcel Breuer, Xanti Schawinsky u. a. – Tadellos erhalten.

Rössler/Bayer D-05. – Cohen 221. – Fleischmann 277. – Das A und O des Bauhauses 470 und Abbildung 388

281  Herbert Bayer – Section Allemande.

€ 5000

Grand Palais 14. Mai – 13. Juillet. Exposition de la Société des Artistes décorateurs. Berlin, Hermann Reckendorf [1930]. Mit zahlreichen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur mit geprägtem Folienumschlag.

Der von Herbert Bayer bahnbrechend gestaltete Katalog zur deutschen Ausstellung innerhalb der »Société des Artistes décorateurs« in Paris. Auf Einladung der Pariser Künstlervereinigung und im Auftrag des Werkbundes gestaltete Walter Gropius unter Mitwirkung von Herbert Bayer, Marcel Breuer und Laszlo Moholy-Nagy eine Präsentation von mehr als 100 deutschen Designern, Architekten, Möbel-, Glas- und Kunsthandwerksfirmen in fünf Räumen. – Mit Beiträgen in Wort und Bild von Walter Gropius, W. C. Behrendt, Laszlo Moholy-Nagy, Adolf Behne, Marcel Breuer, Hermann Muthesius, Friedrich Naumann und Paul Klee, alle Texte in deutsch-französischem Paralleltext. – Bild-Text-Seiten zu den fünf Ausstellungsräumen mit Vorstellung der Aussteller und zahlreichen Abbildungen von Bauten, Möbeln, Leuchten, Theaterbühnen und -aufführungen, Schriften, Stoffen und Tapeten, Glas, Keramik und Schmuck. Am Ende: Herbert Bayers Konzept einer perspektivischen Fotoschau, Modelle von Bauhaus Dessau (Gropius) und Krankenhaus (Breuer/Hassenpflug), Marcel Breuers Sitzmöbel, Werbung für die Werkbundzeitschrift »Die Form« und Herbert Bayers Plakat zur Pariser Ausstellung. – Gedruckt in mustergültiger Bauhaus-Typographie in Rot und Schwarz, mit Fotomontagen und Zeichnungen. – Zellophanumschlag mit Blindprägung, Umschlagillustration mit einer Fotomontage, Griffregister. – »Der zweischichtige Aufbau des Umschlags, eine Erinnerung an doppelbödig widersprüchliche, surreale Motive, wird von Seite zu Seite zur perfekten Blickführung ausgebaut« (Das A und O des Bauhauses). – Sehr gut erhaltenes Exemplar einer der überzeugendsten gebrauchsgraphischen Arbeiten der Zeit. – Sehr selten.

15,0 : 20,7 cm. [44] Seiten, 1 montierte Klapptafel. – Hinterdeckel des Folienumschlags mit winzigem Randeinriss. – Die Ecken des Griffregisters minimal aufgebogen.

Rössler/Bayer D–07b. – Rössler, Bauhaustypografie S. 134. – Fleischmann 280–283 mit acht Abbildungen. – Das A und O des Bauhauses 428 und Abbildung 340. – Autopsie I, S. 253, und II, S. 65

282  Herbert Bayer – Die neue Linie.

€ 250

Hefte VII/1 und IX/12. Leipzig und Berlin, Otto Beyer, September 1935 und August 1938. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalbroschuren, Umschlaggestaltung von Herbert Bayer.

Ein Umschlag im Druck signiert »herbert bayer dorland«, das zweite »baYer«. – Zwei Hefte des ersten deutschen »Lifestyle«-Magazins, das seit 1929 erschien und an dessen Gestaltung und Typographie mit Herbert Bayer und László Moholy-Nagy zwei führende Bauhaus-Künstler beteiligt waren. Bayer entwarf 26 Umschläge und auch die markante Titelschrift. – Nach 1933 erschien die Zeitschrift weiter, der künstlerische Spielraum der Gestalter wurde jedoch zunehmend eingeengt. 1943 wurde »die neue linie« wegen Papiermangels eingestellt. – 1938 verließ Bayer Deutschland. Das Augustheft 1938 ist der letzte von ihm entworfene Titel. Die Stiefelabdrücke vor einer Alpenidylle könnten seine versteckte Kritik am Anschluss Österreichs sein.

36,6 : 27,0 cm. 56 und 58, VIII Seiten. – Beide Rückenfalze ganz leicht brüchig.

Bauhaus-Archiv 4052 und 4055. – Rössler C-05s und C-05z

283  Herbert Bayer. Notgeld des Landes Thüringen.

€ 200

Sechs Banknoten. Buchdruck über farbiger Lithographie. 1923. 7 : 14 cm bzw. 9 : 14 cm. Weimar 1923.

Im Sommer 1923 fand in Weimar die erste große Bauhausausstellung statt, die die Ideen und Arbeiten der Bauhaus-Künstler erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machten. In diesen Monaten erhielt der junge Herbert Bayer von der Landesregierung Thüringen den Auftrag, Notgeldscheine zu entwerfen. Sein Konzept berücksichtigt Grundideen des Bauhauses hinsichtlich Form und Funktion: Jede Serie wurde mit einer wechselnden Farbe gedruckt, als Schriften kamen sowohl die traditionelle Koch Fraktur als auch die Breite Grostesk zum Einsatz.

Fleischmann, Bauhaus Typographie S. 271 mit Abbildungen

284  elementare typographie.

€ 1000

Sonderheft. Typographische Mitteilungen. Oktoberheft 1925. Leipzig, Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker 1925. Originalbroschur.

Das gesuchteste Heft der vorbildlichen typographischen Zeitschrift im Stil des Bauhauses. – Gesamtgestaltung von Jan Tschichold, durchgehend in Rot und Schwarz gedruckt. – Mit Beiträgen von Natan Altman, Otto Baumberger, Herbert Bayer, Max Burchartz, El Lissitzky, Laszlo Moholy-Nagy, Kurt Schwitters, Mart Stam, Johannes Molzahn, Molnár F. Farkas und Jan Tschichold, Abbildungen berühmter Beispiele moderner Buchkunst und Typographie. – Der Begriff der »Neuen Typographie« wurde erstmals 1923 von dem Bauhaus-Künstler Laszlo Moholy-Nagy erwähnt. Den eigentlichen Anstoß zu einer Durchsetzung der neuen Ideen im Alltagsgebrauch gab jedoch Jan Tschichold. In den beiden hier erstveröffentlichten Aufsätzen »Die neue Gestaltung« und »Elementare Typographie« griff er Moholy-Nagys Thesen auf. 1928 erschien sein Lehrbuch »Die Neue Typographie« mit praktischen Anweisungen und konkreten Beispielen. – Das vorliegende Sonderheft enthält auch den »Bericht über die Tagungen des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker«, das Beiblatt »Das Schiff« und zahlreiche Anzeigen. – So gut erhalten sehr selten.

30,9 : 23,5 cm. VIII (Bericht), [191]–214 (Hauptteil), 73–80 (Das Schiff), [8] (Anzeigen) Seiten. – Leicht angestaubt, winzige Farbspur. Rostige Heftklammern entfernt und durch Fadenheftung ersetzt.

Fleischmann Seiten 329 ff. (ausführlich). – Nicht bei Dokumentations-Bibliothek

284a  Alfred Richard Meyer. Munkepunkes Neue Lachlichkeit.

€ 200

Chemnitz, Gesellschaft der Bücherfreunde 1928. Typographisch gestaltete Originalbroschur mit Pergaminumschlag.

Privatdruck, eins von 150 Exemplaren. – Alfred Richard Meyers (alias Munkepunke) Parodie auf die Neue Sachlichkeit und die Bauhaus-Ästhetik. – »Der Gesellschaft der Bücherfreunde zu Chemnitz zum 17. März 1928 von einigen Mitgliedern gestiftet«. – Gedruckt in Rot und Schwarz im Stil der Neuen Sachlichkeit.

25,3 : 16,0 cm. 31, [1] Seiten. – Ränder mit minimalen Knittern.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 168

285  Marcel Breuer. Drei Briefbögen seiner Büros.

€ 450

Buchdruck auf Papier. Nach 1937. 28,0 : 21,5 cm.

Unbenutzte Briefbogen, jeweils mit dem wohl von Marcel Breuer (1902–1981) selbst entworfenem Briefkopf. – Mit den Anschriften 1430 Massachusetts Avenue in Cambridge, 113 East 37th Street, New York 16 und 201 East 57th Street, New York 22. – Die beiden New Yorker Briefbogen mit den assoziierten Architekten Belva J. Barnes (beteiligt seit 1952), Robert F. Gatje (seit 1953), Herbert Beckhard, Murray Emslie, Hamilton P. Smith und Breuers Assistentin Margaret Firmage. – Ein Bogen mit Copy-Bogen. – Dazu: Zwei Briefbögen des austro-amerikanischen Architekten Felix Augenfeld (1893–1984), der seit 1939 in New York lebte und arbeitete. Beide mit unterschiedlichen Anschriften, beide unweit von Breuers Büros. – Ein Briefbogen der austro-amerikanischen Fotografin Trude Fleischmann (1895–1990), die 1940 ein Fotostudio in Manhattan eröffnete.

Ein Briefbogen am rechten Rand gebräunt und mit kleinen Einrissen.

286  Fritz Ahlers – Meissner & Buch Qualitäts-Werbedruck.

€ 300

Werbeblatt. Farblithographie. Leipzig 1921. 27,8 : 21,8 cm.

Gefaltetes Doppelblatt, innen mit Presse-, Künstler- und Kundenstimmen, rückseitig ein Werbetext des Verlages. – Der Vorderumschlag mit dem Firmenlogo der Druckerei und einer Figur in Schwarz und Gold. Der Berliner Graphiker Fritz Ahlers (1890–1973) und seine expressiven Silhouttenfiguren wurden 1924 erstmals ausführlich in der Zeitschrift »Gebrauchsgraphik« vorgestellt. – Dazu: Hübel & Denck. Monatsblätter für Bucheinbände und Handbindekunst. Ausgaben I/11, IV/2 und IV/4. Mit teils montierten Abbildungen. Drei Originalbroschuren. Bibliophil ausgestattete Hauszeitschrift in hervorragender Typographie. Mit zahlreichen Arbeitsproben der Leipziger Edelbuchbinderei. – Beilage: Begleitbrief der Buchbinderei an Paul Crone, Dessau.

Das Werbeblatt mit horizontaler Knickfalte und minimal fleckig.

287  Carl Döppner. 39. Deutscher Glasertag Erfurt.

€ 300

Zweiteilige zweifarbige Lithographie. 1924. 19,0 : 27,5 cm. Im Stein signiert. Mit 20 ganzseitigen fotografischen Abbildungen. Zweifarbig lithographierte Originalbroschur (Entwurf von Carl Döppner, im Stein signiert).

Auf dem Umschlag der Festschrift zum Glasertag in Erfurt 16./17. Juni 1924. – Carl Döppner war mit kurzen Unterbrechungen von 1909-1919 Schüler der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für bildende Kunst und am frühen Weimarer Bauhaus. – Im Jahr der Schließung des Weimarer Bauhauses empfiehlt sich der in Erfurt ansässige »akademischer Maler« im Anzeigenteil für »Anfertigung gleicher Entwürfe wie die Umschläge des vorliegenden Festbuches«. – Die Erfurtansichten fotografierte Eduard Bissinger (1877–1951). – Sehr gut erhalten.

19,0 : 13,5 cm. 34, [2, 20, 40] Seiten.

288  AEG Elektrische Uhren. – AEG Spar-Patronen.

€ 500

Zwei Werbeblätter. Farblithographien. Um 1912 bzw. 1924. 28,8 : 22,8 cm bzw. 29,8 : 20,8 cm.

I. Frühes Werbeblatt, gestaltet von Louis Oppenheim (1879–1936). Dieser hatte 1910 seine Karriere als Gebrauchsgraphiker begonnen und war bei der AEG tätig, bevor Peter Behrens dort das Gesamtkonzept erneuerte. – II. Werbeblatt für die neu entwickelten schmalen Sicherungen. Rückseite einfarbig bedruckt. – Unter der Regie von Peter Behrens hatte die AEG u. a. das neue wabenförmige Firmenlogo eingeführt, das Wilhelm Deffke (1887–1950) während seiner Tätigkeit im Atelier Behrens entworfen hatte.

I mit leichter senkrechter Knickfalte.

289  Wilhelm Deffke – Der Zucker (Zuckerbiene).

€ 250

Lithographie. 1925. 10,5 : 15,8 cm.

In Gold und Schwarz lithographierte Werbekarte für die Magdeburger Ausstellung »Der Zucker« im Sommer 1925. – Das Motiv der »Zucker-Biene« ziert den Umschlag der von Torsten Bröhan herausgegebenen Deffke-Monographie. – Unbenutzt, tadellos, sehr selten. – Dazu: Werbemarke zur Ausstellung. Prägedruck in Goldfolie. 5 : 5 cm. Rückseitig gummiert. Etwas oxidiert.

Vgl. Bröhan, Wilhelm Deffke, S. 300f. – The Avant-Garde applied, S. 92

290  Leipziger Messe.

€ 400

Vier Einladungskarten. Farblithographien. 1926. 14 : 9,2 cm.

Einladungskarten für Aussteller bestimmter Fachmessen innerhalb der Leipziger Frühjahrsmesse 1926: I. Reklamemesse. – II. Deutsche Schuh- und Ledermesse. – III. Bau-Messe. – IV. Messe für Kino, Photo, Optik, Feinmechanik. – Alle mit dem bekannten Messe-Markenzeichen, dem »Doppel-M«, das Erich Gruner (1881–1966) 1917 entworfen hatte. – Jede Karte mit einer Motivnummer am Unterrand (5, 8, 9 und 14). – Tadellos erhalten.

291  Leipziger Messe Herbst 1928.

€ 450

Werbebroschüre. Leipzig 1928. 22,3 : 10,4 cm.

Der Umschlag mit einer Fotomontage, mit rot-goldenem Logo und Banner überdruckt. – Die zwölf Innenseiten am Oberrand mit einem fotomontierten Panorama der Messestadt. – Der Gestalter der seltenen Broschüre ist nicht zu ermitteln, steht aber sicher im Zusammenhang mit der WEZ (Wirtschafts- und Export-Zeitung), dem amtlichen Organ der Leipziger Messe, das diese Broschüre herausgab. – Auch dieses Heft druckfrisch.

292  Ringmessehaus Leipzig. – Bugra Messe Leipzig.

€ 300

Zwei Werbebroschüren. Leipzig 1929 und 1937. 24 : 10,8 cm bzw. 24 : 9,3 cm.

I. Das Ausstellerverzeichnis zur Frühjahrsmesse 1929, wo u. a. Sportartikel, Möbel und Werbemittel gezeigt wurden. [2], 34 Seiten. – II. Dreisprachige Ankündigung der Erweiterung des Deutschen Buchgewerbehauses, die 1938 nach Entwurf von Curt Schiemichen abgeschlossen wurde. Die graphische Gestaltung ist eine frühe Arbeit des österreichischen Graphikers Walter Hofmann (1906–1973), der nach Kriegsende vor allem durch seine Plakate für Kajak-Bademoden bekannt wurde. – Beide verlagsfrisch.

293  39. Ordentliche Hauptversammlung des Deutschen Wasserwirtschafts- u. Wasserkraftverbandes e. V. (DWWV)

€ 500

Einladungsflyer. München 1929. 14,8 : 21,0 cm.

Sechsseitiges Leporello mit Fotomontage auf dem Vorderumschlag. – Enthält neben der Einladung und dem Programm auch Werbung des Verlages R. Oldenbourg, München, für die seit 1927 dort erschienene Zeitschrift »Wasserkraft und Wasserwirtschaft«. – Mit adressiertem Anschriftenfeld, sonst tadellos.

294  Licht und Beleuchtung. Bücher der Form.

€ 200

Zweiseitiges Werbeblatt. Berlin 1928. 30 : 21 cm.

Werbung für das gleichnamige Buch, das im Verlag Hermann Reckendorf Berlin als sechster Band der Reihe »Bücher der Form« erschien. Unter den abgebildeten Leuchten finden sich Entwürfe des Bauhauses sowie von Ferdinand Kramer, Wolfgang Tümpel und Adolf Meyer und einige Bauten von Mendelsohn, Riphahn, Poelzig, Arthur Korn, Riemerschmidt u. a. – Im Reckendorf Verlag erschien auch die Zeitschrift des Deutschen Werkbundes »Die Form«. – Tadellos erhalten.

295  René Ahrlé – 99 Millionen.

€ 400

Werbefaltblatt. Offset und Lithographie, beide zweifarbig. Berlin 1928. 36 : 32,5 cm (gefaltet 13,5 : 20 cm)

Faltblatt der Epoche GmbH, welche die Werbeflächen auf dem Ausstellungsgelände der legendären Pressa-Ausstellung in Köln vermietete. – Innenseite mit Fotomontage, Außenseite mit lithographiertem Dekor, beides entworfen und in der Platte signiert von René Ahrlé (1893–1976), dem deutschen Pionier der Fotomontage. »Die besondere Überzeugungskraft seiner Arbeiten beruht nicht zuletzt darauf, daß ihre an sich heterogenen Aufbauelemente der Photographie und der Graphik nicht etwa nur lose formal gebunden, sondern durchaus organisch verschmolzen sind.« (Eberhard Hölscher, in »Photographik«, Heft 1/1933, S. 9). Roland Jaeger misst Ahrlé gar eine so große Bedeutung bei, dass er dessen »Abwesenheit« in »Gefesselter Blick« der Gebrüder Rasch ausdrücklich erläutert (Autopsie II, 365). – Die von Ahrlé für die Fotomontage des Faltblatts fiktiv konstruierte Köln-Silhoutte erinnert eher an Manhattan, die dort eingedruckten Werbeplakate werden von einer unüberschaubaren Menschenmenge bestaunt. »Nach Berechnungen eines Ausstellungs-Statistikers werden 99 Millionen Blicke der ungezählten Pressa-Besucher auf die Reklame-Schau geworfen« (Werbetext). – Den Vertrieb des Faltblatts, als Großbrief verschickt, übernahm der Verlag Guido Hackebeil, Berlin.

Gefaltet, adressiert an die Berlin-Anhaltische Maschinenbau AG in Dessau. – Mit zwei Poststempeln.

296  Lucian Bernhard und Fritz Rosen – Reklameschau.

€ 200

Anzeigenwerbung. Doppelblatt, Farblithographie und Buchdruck. 1929. 20 : 20 cm.

Überzeugender Entwurf aus dem Atelier Bernhard/Rosen. – Einladung zur Anzeigenschaltung im Ausstellungskatalog und -führer der »Reklameschau«, die im September 1929 in Berlin stattfand. – Lucian Bernhard (1883–1972) war eine der wichtigsten Figuren der deutschen Plakatkunst. Er zählte Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur zu den stilistischen Erneuerern, er begründete mit »Das Plakat« auch eine der wichtigsten Publikationsreihen. Ab 1925 arbeitete er vorrangig in den USA, sein Atelier in Berlin führte bis 1933 Fritz Rosen (1890–1980) weiter.

Minimal geknickt.

297  Die Reklame.

€ 300

Werbebroschüre. Berlin [1928/29]. 15,5 : 21,0 cm.

Achtseitige illustrierte Werbebroschüre für die gleichnamige Zeitschrift des Deutschen Reklameverbandes, die im Verlag Francken & Lang erschien. – Gedruckt in Rot und Schwarz und typographisch vorbildlich gestaltet. – Enthält kurze Artikel zu den hauptsächlichen Werbemitteln (Plakat, Anzeige, Licht) und Pressestimmen aus dem In- und Ausland. – Das Logo des Verbandes gestaltete möglicherweise Wilhelm Deffke, dessen Signet sich auch beim Copyright dieser Broschüre findet. – Tadellos.

298  Förster & Borries Zwickau i. Sa.

€ 450

Werbeplakat. Offsetlithographie. 1929. 59 : 41,5 cm.

Durch Fotomontage und die rot-schwarze, mit Balkenlinien akzentuierte Typographie außerordentlich attraktives Werbeplakat der Zwickauer Druckerei. – Rückseitig mit drei Einzelmotiven: Kalender 1930, Offsetdruck und Muster der Druckereiproduktion. – Gefaltet.

299  Spamersche Buchdruckerei Leipzig.

€ 300

Werbebroschüre. Leipzig um 1930. 12,8 : 16,5 cm.

Werbeschrift der berühmten Leipziger Druckerei. – Der Umschlag eindrucksvoll gestaltet mit einer Ansicht der Firmenfassade. – Innenteil mit zwölfseitigem Leporello mit Ansichten aus der Druckerei. – Nahezu makellos.

300  Behandlungs-Vorschrift für das 7 Liter 120 PS Sechs-Zylinder-Maybach-Chassis Bauart W 5.

€ 250

Friedrichshafen am Bodensee, Maybach-Motorenbau [1925]. Mit zahlreichen, teils fotografischen Abbildungen und Schemazeichnungen. Originalbroschur.

Zugleich Werbemittel (»Die besonderen Vorzüge des Maybach-Wagen sind«) und Wartungsvorschrift (»enthält alles Wesentliche für die Pflege des Chassis und dürfte auch dem mit dem Wagen eingehend vertrauten Besitzer als Nachschlagewerk willkommen sein«).

30,2 : 21,7 cm. 28 Seiten. – Umschlagränder mit Läsuren, senkrecht gefaltet. – Titelblatt mit Stempel.

301  So entsteht ein Auto.

€ 500

Paul G. Erhardt (Text) und Paul Wolff (Fotos). Frankfurt am Main, Bücherei der Adlerwerke. [1930]. Mit zahlreichen fotografischen Abbildungen von Paul Wolff. Originalbroschur mit Negativblind- und -farbprägung.

Mustergültig gestaltete Firmenfestschrift der Frankfurter Adlerwerke, die Ende der 1920er Jahre namhafte Graphiker und Produktentwickler beschäftigten. – Die Fotografien stammen von Paul Wolff, einem der führenden Produktfotografen in Deutschland. »Die Veröffentlichung brachte den Durchbruch für Paul Wolff auf dem Gebiet der Werksfotografie« (Hanna Koch, in: Autopsie). Die Aufnahmen wurden von Hans Breidenstein vielfach atemberaubend als Fotomontagen gestaltet und mit Texten, die aus Paul Renners Futura gesetzt und in Rostbraun gedruckt wurden, kombiniert. Hanna Koch verweist in ihrem Paul Wolff-Beitrag auf die Einzigartigkeit der Fotomontagegestaltung, die sich in folgenden gemeinsamen Projekten von Wolff und Breidenstein nicht fortsetzt. – Ebenfalls 1930 gestaltete Herbert Bayer ein Werbeblatt »Der neue Adler« in den gleichen Farben (vgl. Das A und O des Bauhauses, Abb. 390).

35,5 : 26,5 cm. 109, [5] Seiten (einschließlich Umschlag).

Heidtmann 11487. – Autopsie II, 452. – Ausstellung: Moderne am Main 1919–1933, MAK Frankfurt 2019

302  Georg Johann Köhler – 1,5 Ltr Adler Trumpf auf der Alpenfahrt 1932. – Im Adler Trumpf von der Ostsee bis zur Adria.

€ 200

– Werbebroschüren der Firma Adler, mit farbigen Vorderdeckelillustrationen von Georg Johann Köhler. Frankfurt am Main 1932.

Bereits um 1930 hatte Herbert Bayer ein Werbefaltblatt für einen PKW der Frankfurter Adlerwerke entworfen (A und O des Bauhauses Katnr. 467). Georg Johann Köhler (1890–1944) hatte 1907 in Darmstadt eine Ausbildung bei Friedrich Wilhelm Kleukens absolviert und ließ sich 1919 in der kunstsinnigen Stadt als Graphiker nieder. Er entwarf Werbeplakate für Unternehmen der Region, u. a. für die Firma Merck. – Der Adler Trumpf wurde in verschiedenen Ausführungen von 1932 bis 1938 gebaut. – Tadellos erhalten.

10,8 : 16,5 cm. Je [12] Seiten.

303  Johannes Molzahn – Staatliche Akademie fuer Kunst und Kunstgewerbe Breslau.

€ 600

Ausstellung vom 18. Januar bis 9. Februar 1930 im alten General-Kommando Breslau. Herausgeber: Gustav Eugen Diehl. Berlin, Arnold Eichberg [1929/1930]. Mit 29 meist ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

Seltener und wichtiger Katalog, in Bauhaus-Typographie gestaltet von Johannes Molzahn (1892–1965). Er war nach seiner Ausbildung in Kontakt mit Herwarth Walden, Walter Gropius, Theo van Doesburg, El Lissitzky sowie der »Novembergruppe« gekommen und 1923 durch Vermittlung von Bruno Taut an die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Magdeburg berufen worden. Später arbeitete er als Graphiker für die berühmten Fagus-Werke und ging 1928 nach Breslau, wo er Lehrer an der hier vorgestellten Akademie wurde. – In der Ausstellung waren Arbeiten der bildenden und angewandten Kunst zu sehen, im Katalog Abbildungen von Zeichnungen und Gemälde von Oskar Schlemmer, Otto Mueller, Oskar Moll, Johannes Molzahn u. a., Architektur und Möbel von Hans Scharoun sowie Josef und Li Vinecky. – Tadellos erhalten. – Dieser Katalog nicht im MoMA.

23,8 : 15,5 cm. 32, [8] Seiten (einschließlich Umschlag).

304  Kurt Schwitters. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 900

Hannover, 11.11.1923. 1 1/2 Seiten. 14,0 : 9,0 cm.

An Max Gundermann in Braunschweig. – »Ich bin principiell gern bereit, einen Vortragsabend zu veranstalten. Ich bitte Sie um nähere Angaben, wann, wo und unter welchen Bedingungen der Vortrag veranstaltet werden soll. 1. Wie komme ich auf meine Kosten? 2. Kann ich bei irgend jemand gratis wohnen? Da ich ziemlich viel vorhabe, kann ich meinerseits nur sagen, daß in den nächsten 14 Tagen oder um Weihnachten für mich die Möglichkeit zu einem Vortrag wäre. Mit vorzüglicher Hochachtung Kurt Schwitters«. – Bereits am 16. November antwortete Schwitters auf ein Telegramm Gundermanns, akzeptierte dessen Bedingungen und erörterte ausführlich Details zu dem geplanten ersten Merzabend in Braunschweig. Er entwarf ein Werbeplakat und nannte Namen, die informiert werden sollten. – Die Briefkarte vom 12.1.1924 (siehe die folgende KatNr.) belegt, dass der für den 23. November 1923 geplante Merzabend nicht stattfand. Nachforschungen des Kurt-Schwitters-Archivs in der Braunschweiger Presse ließen das bereits vermuten. – Auf der Bildpostkarte »Kurt Schwitters. Konstruktion für edle Frauen« (Offsetlithographie nach Fotografie der Assemblage von 1919, diese heute im Los Angeles County Museum of Art).

Etwas angestaubt und geknittert. Briefmarken abgelöst.

305  Kurt Schwitters. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 900

Magdeburg, 12.1.1924. 1 1/2 Seiten. 14,0 : 9,1 cm.

Auf einer Kunstpostkarte mit einer Zeichnung von Hannah Höch. – An Max Gundermann. – Ich komme Sonntag 13.1. von Magdeburg mit dem DZug […] Bitte seien Sie am Bahnhof. Ich werde, damit Sie mich erkennen, mit einer Zeitschrift MERZ in der Hand herauskommen. Herzliche Grüsse. Kurt Schwitters«. – Diese an sich banale Nachricht ist der Beleg, dass der im November 1923 in Braunschweig geplante erste Merzabend, dessen Organisation Max Gundermann oblag, nicht stattgefunden hat. – Auf Kunstdruckpapier.

Leicht geknittert.

306  Kurt Schwitters. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 1500

Hannover, 25.1.1924 (Poststempel). Eine Seite. – Auf: Einladung […] zweiter Merzabend in Magdeburg Februar 1924. Offsetdruck. 10,5 : 15,2 cm.

An Max Gundermann in Braunschweig. – »Wahrscheinlich werden wir um 1/2 4 Uhr in Braunschweig ankommen mit dem Personen-Zug. Wollen Sie uns abholen? Wir gehen dann zu Scheyer und wenn es geht, möchte ich bei Ihnen schlafen […]«. – Im November 1923 hatte in Braunschweig ein erster Merzabend stattgefunden. Schwitters veranstaltete diese Matineen mit wechselndem Programm 1923/24 häufiger, u. a. auch in Hannover, Magdeburg und Berlin. – Aus welchem Anlass Schwitters Ende Januar 1924 nach Braunschweig reiste, wird nicht erklärt. Die verwendete Einladungskarte wurde für den zweiten Merzabend in Magdeburg gedruckt. Die dortige Künstlervereinigung »Die Kugel« war 1919 gegründet worden. Die Einladungskarte mit dem Logo »Die Kugel« und dem Merzbild »Zwillinge« von Schwitters, hier in einer links verkürzten Fassung, ohne die gedruckte Anschriftenzeile von Kurt Schwitters am linken Rand (vgl. Schelle/Haldenwanger/Heine 17).

Minimal berieben und geknittert, eine vertikale Knickfalte.

307  Kurt Schwitters. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift »Merz«.

€ 1500

Hannover, 28.1.1924. Auf beiden Seiten von Einladung Merzmatinee Tivoli 1923. Offsetdruck. 10,4 : 15,5 cm.

An Max Gundermann, Braunschweig. – Nach dem Besuch und einer Veranstaltung in Braunschweig an einem der vorherigen Tage: »Ich dachte, Sie wollten vielleicht ganz gerne meine und meiner Freunde Arbeiten noch da behalten, um sie eventuell zu verkaufen. Nun komme ich in 3 Wochen nach Braunschweig […] dann hole ich alles ab. Was macht der geplante Kunstsalon? Herzlichst Merz«. – Auf der Bildseite mit eigenhändigen Anmerkungen von Schwitters zu seinen Reiseplänen: »Ich reise wahrscheinlich am 2.2. nach Berlin, 5.2. Magdeburg, 9.2. Weimar, Bauhaus. In Berlin Adresse Frl. Höch […] in Magdeburg per Adr. Herrn Leitz, Gruss [Pfeil auf seinen gedruckten Namen]«. – Auf der von Schwitters gestalteten Einladungskarte zur Merzmatinee am 30. Dezember 1923 im Hannoveraner Tivoli. Mit Werbung für die Zeitschriften »Merz« und »G« und Auszügen aus dem Programm, das Schwitters zusammen mit Raoul Hausmann bestritt. Links das Merzbild »Zwillinge«, am Unterrand der Hinweis »Niemand soll ohne dadaistischen Trost das alte Jahr beschließen«. – Die Einladungskarte in der bei Schelle/Haldenwanger/Heine 14 abgebildeten Fassung.

Etwas angestaubt. Mit geglätterer vertikaler Knickfalte.

308  Kurt und Helma Schwitters. Eigenhändige Merz-Postkarte mit Unterschrift »Ihre Schwitters«.

€ 900

Hannover, 30.5.1924 (Poststempel). 1 1/2 Seiten. 14 : 9 cm.

An Max Gundermann. – Helma Schwitters beginnt den Text mit »Lieber Herr Gundermann. Haben Sie alle Bilder und sämtliche Sachen meines Mannes wohl zusammengestellt? Wir werden in allernächster Zeit nach Braunschweig kommen und alles abholen!« Kurt Schwitters setzt den Satz fort: »Für den Fall dass Sie nicht da sind, schreiben Sie uns doch, bitte, wo wir die Sachen bekommen können. Wie geht es denn mit Ihrem Kunstsalon? Mit frdl. Grüssen Ihre Schwitters«. – Auf der Bildpostkarte »Kurt Schwitters Merzplastik. Der Lustgalgen« (Offsetlithographie nach Fotografie der Assemblage von 1919, zerstört oder verschollen). – Verlegt vom Paul Steegemann Verlag mit Werbung für Schwitters’ »Anna Blume«.

309  Kurt Schwitters. Dammerstock-Siedlung.

€ 1800

Prospekt in Plakatform. Offsetdruck. 1929. 59,2 : 42 cm (gefaltet 21 : 10 cm).

Sehr seltener Prospekt, von Schwitters als Plakat konzipiert. Schwitters selbst erläuterte sein Gestaltungskonzept ausführlich in dem legendären Buch »Gefesselter Blick« (1930, dort auf Seiten 92/93). – Mit einem detaillierten Grundriss und einer schematischen Karte der Umgebung, einer Auflistung der Bauten sowie einer Fotomontage mit Aufnahmen von der Baustelle. Rückseitig illustriert mit weiteren Fotografien von A. K. P. Supper. – Mit dem Bau der Dammerstock-Siedlung setzte die Stadt Karlsruhe neue Maßstäbe beim modernen Siedlungsbau. An dem Wettbewerb für den ersten Bauabschnitt nahmen neben ortsansässigen Architekten auch Walter Gropius, Otto Haesler, Riphahn, Groth und einige andere teil. Das Preisgericht entsprach mit Architekten wie Ernst May, Mies van der Rohe und Paul Schnitthenner der weit über die örtlichen Verhältnisse hinausreichenden Bedeutung der Ausschreibung. Den ersten Preis erhielt der Entwurf von Walter Gropius, der kurz zuvor die Leitung des Bauhauses aufgegeben hatte (vgl. www.karlsruhe.de). – Wichtige Ergänzung zu dem ebenfalls 1929 erschienenen Katalog, zugleich aber ein eigenständig künstlerisch wirkendes Beispiel für Schwitters’ Gestaltungsprinzipien. – Für den damaligen Vertrieb gefaltet, tadellos erhalten.

Schelle/Haldenwanger/Heine 114, denen allerdings kein Exemplar bekannt war, die Beschreibung (mit falsch vermuteter Größenangabe) zitiert »Gefesselter Blick«

310  Hans Richter. Maschinengeschriebener Brief und eigenhändige Briefkarte, beide mit Unterschrift.

€ 2500

Berlin, 10. Februar und 27. III. 1924. Zusammen drei Seiten.

Beide an Max Gundermann in Braunschweig, der im Frühjahr 1924 offensichtlich erwog, dort eine Kunsthandlung zu eröffnen. – Hans Richter gehörte in den Jahren 1917–1919 zu den Zürcher Dadaisten, 1920 wandte er sich zusammen mit dem schwedischen Maler Viking Eggeling dem Experimentalfilm zu. 1922 kam Richter wieder nach Berlin und schloss sich der Gruppe De Stijl an. Gemeinsam mit Werner Gräff, El Lisstzky und Mies van der Rohe gab er 1923-1926 die Zeitschrift »G« heraus, von der allerdings nur sechs Ausgaben erschienen. – Beide Schriftstück mit dem wohl von Werner Gräff gestalteten Logo »G« (das Hans Richter häufiger modifizierte) und Angaben zur Redaktion der Zeitschrift. Die Karte am Oberrand mit Perforation. – Brief, 10.2.1924: »Nach Rücksprache mit Herrn Schwitters sind wir Ihnen für Ihre Vorschläge sehr verbunden. Wir werden Ihnen eine Anzahl von Arbeiten zugehen lassen, die sich etwa für den Verkauf im Kunsthandel eigneten […] auch ältere Arbeiten […], die sich leichter verkaufen lassen, als unsere rein abstrakten prinzipiellen Arbeiten (wie das Bild, das Sie von mir in Braunschweig dahaben). Richter schreibt auch über den Vertrieb der Zeitschrift »G« und seine abstrakten Filme. Es scheine ihm »am zweckmässigsten die Vorführung mit einem Vortrag zu verbinden, so wie ich es in Holland, Tschechoslovakei, Oesterreich und Italien auch mache.« – Karte, 27.3.1924: Richter erklärt eingetretene Verzögerungen. »Sie irren sich wenn Sie glauben, dass mir meine Vorschläge ›leid geworden« wären. Nur sind infolge einer Krankheit, die ich durchzumachen hatte alle unsre Angelegenheiten im Rückstand«. An einen Filmvertrag sei nicht zu denken, aber er sei im April zur »Eröffnung unserer Ausstellung in Hannover« und brächte dann Sachen mit nach Braunschweig. Auf der Adresseite »Ich erbitte mein bisheriges Schweigen zu entschuldigen.«.

Brief: 29,7 : 21,0 cm. Mehrfach gefaltet, Falzdurchrisse restauriert, kleiner Eckverlust oben links. – Karte: 8,8 : 14,0 cm.

311  Willi Baumeister. Rechnungsformular »G. Siegle & Co Farben-Fabriken Stuttgart«.

€ 400 ( R7 )

Zweifarbige Lithographie. 1927. 29,5 : 21 cm.

In »Sieglegelbgrün« und Rot gedruckt. – Rückseitig Produktliste. – 1927 wurde Willi Baumeister Mitglied in dem von Kurt Schwitters gerade gegründeten »Ring neuer Werbegestalter« und gewann, in Stuttgart angesiedelt, dadurch eine Reihe neue Firmenkunden, u. a. auch die Farbenfabrik Siegle.

Heftlöcher, beschrieben und gestempelt.

312  Willi Baumeister. Perkeo jr., der Hart- u. Weichlötapparat.

€ 400 ( R7 )

Zweifarbige Lithographie. Um 1927. 21 : 14,7 cm. Im Stein monogrammiert.

Werbefaltblatt der Apparatefabrik Hermann Stahl & Co. in Stuttgart. – Willi Baumeister entwarf die Titelseite mit der Schriftzeile und den sieben Piktogrammen.

Horizontale Faltspur.

313  Willi Baumeister. Briefbogen »Akademischer Verlag Dr. Fritz Wedekind & Co. Stuttgart«.

€ 500 ( R7 )

Zweifarbige Lithographie. Um 1929. 29,5 : 20,7 cm.

Konsequenter Entwurf von Baumeister, mit roten Balken und einem Textblock in Schwarz. – 1930 wurde Willi Baumeister an die Frankfurter Kunstgewerbeschule berufen, der Entwurf entstand wohl vor seinem Weggang aus Stuttgart. – Maschinengeschriebener Text an die »Bau-Rundschau« in Hamburg, datiert 3.7.1931.

Etwas stockfleckig.

314  Max Burchartz – GRUGA.

€ 600

Werbebroschüre. Essen 1929. 22,4 : 11 cm (ausgefaltet: 22,4 : 76,8 cm).

14seitiges Leporello für die Große Ruhrländische Gartenausstellung (GRUGA) mit Fotomontage, zahlreichen Ansichten und vorbildlicher Typographie in Orange und Schwarz. – Max Burchartz gehörte neben Robert Michel, Friedrich Vordemberge-Gildewart, Willi Baumeister und Kurt Schwitters zum Ring Neue Werbegestalter, der im Jahr 1928 gegründet wurde. – Diese Arbeit für die GRUGA in Essen zählt zu seinen bekanntesten Entwürfen. – Sehr selten, zumal druckfrisch wie hier.

Kunst kann unter Umständen Kunst sein / Amsterdamer Ausstellung 1931, S. 18

315  Neue Verwaltung. Die Organisationsschau der Stadt Köln

€ 250

auf der Herbstmesse 1929. Mit einem doppelblattgroßen Organigramm und vier Abbildungen. Originalbroschur.

Auch Köln übernahm für seine Einrichtungen und Ämter Ende der 1920er Jahre die Regeln der Neuen Typographie. – Innerhalb der Ausstellung »Büro und Organisation« stellte die Sondergruppe »Das moderne Büro« neue Organisationsstrukturen und Techniken vor. – 1929 wurde dazu diese zwölfseitige Broschüre konzipiert, zweispaltig gesetzt, mit Abbildungen und einer Tabelle. – Gedruckt bei Ziegler Beckmann, Köln, in Orange und Schwarz. – Dazu: 2. Organisationsschau der Stadt Köln. Herbstmesse 1930. Doppelblatt, zweifach gefalzt. Zur Fachschau »Büro, Vertrieb und Werbung«. In identischer Gestaltung, allerdings nur mit Texten.

23,0 : 20,0 cm (vor der konzipierten vertikalen Faltung).

316  Galleria lusticana.

€ 200

Parodieen aus beiden Berliner Kunstausstellungen von Czabran, Jüttner, Vanselow und Wellner. Berlin, Verlag der Lustigen Blätter [1893]. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Beilage zu Heft 26/1893 der »Lustigen Blätter«. Das kleinformatige Heft karikiert die Aufregungen um die Abspaltung und parallel ausstellenden Künstler der Berliner Secession. – Parodiert werden u. a. Kunstwerke von Boecklin (Caroussel bei den Cimbern), Menzel (Talent und Gähnialität), Slevogt (Friedensbertha mit dem Kriegsgott abtanzend) u. v. m. – Wir konnten das Heft via KVK nicht einzeln nachweisen.

16 : 12,2 cm. 16 Seiten (einschließlich Umschlag). – Geknickt, oben mit Falzeinriss.

317  Die Futuristen.

€ 120

Umberto Boccioni · Carlo D. Carra · Luigi Russolo · Gino Severini. Künstlerische Leitung: Zeitschrift Der Sturm. Herausgeber: Herwarth Walden. Siebentes und achtes Tausend dieses Kataloges. [Berlin 1913]. Mit sieben ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

»Im März 1912 eröffnete Walden die lange Reihe seiner Ausstellungen in der Berliner Galerie mit Arbeiten der Gruppe ›Blauer Reiter‹. […] Schlag auf Schlag zeigte er in den nächsten Monaten das Beste an junger europäischer Kunst. […] Am meisten Aufsehen erregte die erste Ausstellung der Futuristen im April des Jahres 1913. Nell Walden schrieb dazu: ›Ihr Sprachrohr, die Presse, überbot sich in Angriffen, die all das, was die Franzosen sich [anlässlich der Pariser Futuristen-Ausstellung 1912 in der Galerie Bernstein] geleistet hatten, in den Schatten stellte«. (Georg Brühl). – Der Katalog enthält Marinettis »Manifest des Futurismus« und hier als »trüffelnde« Beilagen drei Sturm-Kunstpostkarten mit Gemälden der ausstellenden Künstler. Auf der dritten Umschlagseite ein Werbeaufkleber für Waldens »Erster Deutscher Herbstsalon«, der im September 1913 öffenete. – Vorderdeckel mit Stempel des berühmten Kunstsalons Emil Richter in Dresden.

19,4 : 15,0 cm. 28, [4] Seiten.

318  Franz Marc Gedächtnis-Ausstellung.

€ 450

Münchner Neue Secession. München 1916. Mit 14 Tafeln. Originalbroschur.

Originalausgabe des wichtigen Kataloges. – Mit einer Einleitung von Wilhelm Hausenstein. – Die Ausstellung mit Werken aus dem Nachlass und Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen war vom 14. September bis 15. Oktober 1916 geöffnet. Gezeigt wurden mehr als 180 Arbeiten. – Dazu: Neun Originalfotografien aus den Ausstellungsräumen. Vintages. 1916. 12,5 : 17,5 cm. Zu sehen sind etwa 80 Arbeiten, darunter der »Turm der blauen Pferde«. – Galerie Der Sturm. Franz Marc Gedächtnis-Ausstellung. November 1916. Mit sieben Tafeln. Originalbroschur. Mit dem Einleitungstext von Herwarth Walden zum Tod des Künstlers im März 1916. – Fotos und Kataloge in privatem Schuber.

Ca. 21 : 16 cm (Kataloge).

319  Expressionisten.

€ 200

Galerie Alfred Flechtheim, Düsseldorf. I. Ausstellung [nach der] Wiedereröffnung 1919. Potsdam, Gustav Kiepenheuer 1919. Mit zwei Holzschnitten und mehr als 60 Abbildungen. Originalbroschur.

Ausstellungskatalog mit Beiträgen von Herbert Eulenberg, Walter Cohen, Wilhelm Hausenstein, Paul Westheim u. a. – Mit je einem Holzschnitt auf gelbem Japanpapier von Eberhard Viegener (»Soest«) und Richard Schwarzkopf (ohne Titel), letzterer entwarf auch die Umschlaggestaltung.

23,0 : 15,5 cm. 80, [8] Seiten, 2 Holzschnitte. – Vorderdeckel und einige Blattecken leicht geknittert.

Rifkind Collection 3046 und 2659

320  Fritz Gurlitt. Das Graphische Jahr.

€ 1200

Berlin, Fritz Gurlitt 1921. Mit neun signierten Originalgraphiken. Originalhalblederband mit farbig lithographierten Deckelillustrationen und vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 40 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit neun signierten Graphiken. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Enthält Radierungen von Lovis Corinth (»Lesender Mönch« und »Des Künstlers Schwiegermutter (Belle mère)«, hier kurioserweise als »Männliches Bildnis« bezeichnet), Felix Meseck, Otto Schoff und Wilhelm Wagner, Lithographien von George Grosz (»Arbeitslose«), Richard Janthur und Paul Scheurich sowie den Holzschnitt »Weiblicher Kopf« von Max Pechstein. – Alle Graphiken wurden auf der Handpresse gedruckt. – Enthält Biographien und einen Katalog zu Einzelgraphiken, Mappenwerken und illustrierten Bücher mit zahlreichen interessanten Preisangaben auch für die verschiedenen Vorzugsausgaben.

27,3 cm : 20,0 cm. [2], 142, [8]; [2], 80, [8] Seiten. 9 Graphiken. – Einband etwas fleckig, Rücken beschabt. – Die Graphiken sämtlich leicht stockfleckig und an den Rändern gebräunt.

Söhn HDOG 513-1 bis 513-9. – Schwarz, Corinth 411. – Dückers, Grosz E 67. – Krüger, Pechstein H 214

321  Werner Schümann. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 200

Vitte/Hiddensee, 14. V. 1924. Eine Seite.

An Max Gundermann. – »Erinnern Sie sich noch des jungen, blonden Mitarbeiters der Galerie von Garvens, den Sie anläßlich Ihrer Besuche nur flüchtig kennen lernten? Ich konnte Ihnen seinerzeit mein warmes Interesse für Sie und Ihre Kunst, aus Gründen der Autorität [Loyalität?] meinem Chef gegenüber, nicht offen zum Ausdruck bringen. Ich freue mich, daß ich diese jetzt nachholen kann […] Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihren Sommerurlaub hier auf dieser schönen Insel verleben würden, wo sich alljährlich die künstlerische Elite Deutschlands einfindet.« – Offensichtlich hatte sich der Mitarbeiter der für Dada, Merz und andere avantgardistische Kunst wichtigen Hannoveraner Galerie Garvens 1924 als Buch- und Kunsthändler im beschaulichen Fischerdörfchen Vitte niedergelassen. In der Tat ist die Liste der Dichter und Maler, die den kleinen Inselort aufsuchten, lang: Erich Heckel, Hans Fallada, Joachim Ringelnatz, Asta Nielsen, Gottfried Benn, Carl Zuckmayer und natürlich Gerhart Hauptmann. – Rückseitig mit einigen Notizen Gundermanns.

Mehrfach gefaltet, eine Falzeinrisse.

322  Alexander Archipenko.

€ 300 ( R7 )

Elfte retrospektive Ausstellung. Lyonel Feininger. Frankfurt 1922. Zwei Doppelblätter.

Ausstellungskatalog des Kunstsalons Ludwig Schames Mai 1922. – Mit Einleitungen von Archipenko und Wilhelm Hausenstein. – Gezeigt wurden 129 Arbeiten. – Sehr selten, erschienen ein Jahr nach Feiningers erster Bauhaus-Mappe.

21,5 : 14,0 cm. [8] Seiten. – Etwas wasserfleckig. Querlaufende Knickfalte.

323  Futurismus – Cornely Zelinsky, Aleksej Chicherin und Ellj Selvinskij. Mena vsech. Konstruktivisty poety.

€ 1500

(russisch: Vollkommener Wechsel. Konstruktivistische Dichter). Moskau 1924. Mit drei Fotoporträts der Autoren, einem nach einem Gemälde und fünf konstruktivistischen Illustrationen von Chicherin. Moderner Pappband mit dem aufgezogenen Originalvorderumschlag mit Typographik von N. Kuprejanow. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Von Chicherin eigenhändig dem russischen futuristischen Dichter Vasily Vasilevich Kamensky gewidmet. – Der erste Sammelband der literarischen Gruppe der Konstruktivisten. Er enthält deren erste Deklaration »Znaem« (Wir wissen) sowie Gedichte und theoretische Texte der drei beteiligten Autoren. – Einige Gedichte Chicherins in dynamischer Typographie, ergänzt durch Diagramme und Hinweise zu Vertonungen.

24,0 : 17,8 cm. 83, [1] Seiten. – Vorderumschlag und die ersten beiden Blätter leicht fleckig, die Folgeblätter unten im Falz mit kleinem Wasserrand.

Rowell/Wye 567

324  Novembergruppe – Bruno Schuch. 10 Jahre Novembergruppe.

€ 1000

Sieben Ausstellungsfotografien. Vintages. 1929. Ca.16 : 22 cm.

Die 1918 gegründete Novembergruppe feierte ihr Jubiläum im Folgejahr mit einer umfangreichen Ausstellung. – Außerordentlich inhaltsreiche Bildserie des Berliner Fotografen Bruno Schuch. Die Aufnahmen entstanden in den Ausstellungsräumen am Lehrter Bahnhof und dokumentieren (mit einigen Überschneidungen) mehr als 100 Kunstwerke der beteiligten Künstler. – Rückseitig mit dem Atelierstempel des Fotografen. – Dazu folgende Originaldokumente: Aufruf der Ausstellungskommission zur Beteiligung. Juni 1929. Gefaltetes Doppelblatt mit Text und Namensliste der Kommissionsmitglieder (Baumeister, Kandinsky, Grosz, Heartfield, Behne u. a.). – Pressetext der Ausstellungskommission. [Sommer 1929]. Einblattdruck. – Will Grohmann. Zehn Jahre Novembergruppe. Sonderheft aus »Kunst der Zeit« (1928). Sechs lose Blätter (12 Seiten mit Abbildungen und Veröffentlichungen der Gruppe). – Drei Führer durch die Abteilung der Novembergruppe Kunstausstellung Berlin 1920, 1921 und 1922. Originalbroschuren und ein weiterer undatierter Führer (ohne Umschlag). – Vier Einladungen zu Künstlerfesten der Novembergruppe: Kunsttopf. Freies Künstlerkostümfest der Novembergruppe. Faltplakat mit Holzschnitt von Hans Freese. Wohl 1920. – Literarisches Tingeltangel. Faltzettel mit zahlreichen Abbildungen und Graphiken, gedruckt in Rot. 1922. – Tendenz: Fest! Bester Börsentipp: Novembergruppe! Einblattdruck. Einladung zu dem Künstlerkostümfest am 2.12.1922. – Das Fest der Silbernen Sphinx. Eine Völkerbundsrevue im Chaos der Unendlichkeit. 4. Dezember 1926 in der Berliner Philharmonie. Gefaltetes Doppelblatt mit Illustration von Kampmann und Textaufkleber.

Das Plakat von 1922 mit Heftlöchern und kleinen Ausrissen, ansonsten nur unwesentliche Alterungsspuren.

325  Galerie der Stadt Kassel.

€ 750

[Kassel um 1928]. Mit 22 montierten Originalfotografien von Trude Schaumlöffel. Halbleinenband mit Lederkordelbindung.

Sehr seltene Dokumentation mit 22 ausgewählten Gemälden der Städtischen Galerie, fotografiert von der Kasseler Fotografin Trude Schaumlöffel, die mehrfach für den dortigen Museumsverein tätig war. – Die Bilder sind chronologisch geordnet, von einem Porträt des Landgrafen Philipp des Großmütigen aus dem 16. Jahrhundert über Courbet, Thoma, Slevogt bis zu Lyonel Feininger »Clarissenkirche«. Dieses Werk wurde 1927 erworben und kurz nach 1933 als »entartet« wieder aus der Galerie entfernt. – Das graphische Design, durchaus von den Auffassungen des Bauhauses geprägt, stammt wahrscheinlich von Hermann Virl (1903–1958). Dem Graphiker widmete die Zeitschrift des Ehmcke-Kreises 1928 ein Sonderheft. Er gestaltete auch einen Fremdenführer »Kassel-Wilhelmshöhe«, in dem als Werbung für die Städtische Galerie drei Fotografien aus dem hier vorliegenden Band abgebildet (Corinth, Slevogt und Feininger) und mit »Phot. Trude Schaumlöffel Kassel« bezeichnet wurden. – Nur zwei Nachweise via KVK: UB Saarbrücken und UB Köln, beiden mit falscher Datierung.

23,5 : 19,2 cm. Doppeltitel, 22 Bildtafeln, 23 leere Zwischenblätter. – Deckel leicht berieben.

326  Frankfurter Siedlungstapeten.

€ 1000

[Marburg oder Frankfurt um 1928]. Tapetenmusterbuch mit 48 Originalmusterblättern und einer Fototafel. Originalleinenband mit Schraubbindung.

Musterbuch mit Tapeten, die Hans Leistikow 1925/26 entworfen hatte, also mehrere Jahre vor den Tapeten aus dem Dessauer Bauhaus. – Die Bildtafel vor den Tapetenmustern mit einer Aufnahme der Siedlung Bruchfeldstraße in Frankfurt-Niederrad. Diese Siedlung wurde 1928 als erste der von Ernst May entworfenen fertiggestellt. – »Ernst May und die »Architekten des Neuen Frankfurt hatten bei der Gestaltung der Innenwände ihrer Siedlungshäuser zwei Möglichkeiten: Sie konnten die Räume entweder anstreichen oder mit Tapeten versehen, ›von denen die einen zu teuer, die anderen zu schlecht und beide meistens unpassend waren‹ kommentierte retrospektiv der Grafiker Hans Leistikow. Nach seinen Farbvorschlägen brachte eine Marburger Tapetenfabrik 1926 eine Serie einfarbiger Normtapeten als ›Frankfurter Siedlungstapeten‹ heraus. Bald darauf erschien die sogenannte Rastertapete, für die die einfarbige Tapete mit einem gleichmäßigen engen Netz in verwandten Farben überdruckt wurde, was großes Aufsehen erregte.« (Webseite der Ernst-May-Gesellschaft). »Leistikows Dessins waren eigens für kleine Räume bestimmt und können als ›Geburtsstunde der modernen, monochromen Tapete‹ gelten« (Hanna Elisabeth Koch, Dissertation Freiburg 2014). – Das Doppel-S-Signet auf dem Musterbuch könnte auf das Frankfurter Einrichtungshaus Schwinn & Starck verweisen, das maßgeblich die neue Innenarchitektur vertrat. – Sehr selten.

15,8 : 22,5 cm. Einband fleckig. – Vorblatt und etwa 15 Musterblätter entfernt, eins zur Hälfte abgerissen.

Vgl. »Das Neue Frankfurt« (Heft 4, 1930, S. 117ff.)

327  Bauhaus & Künstler Töne.

€ 750

[Frankfurt nach 1929]. Tapetenmusterbuch mit 153 Originalmusterblättern. Originalhalbleinenband mit Schraubbindung.

1929 kam die erste, »gemeinsam mit der Tapetenfabrik Gebrüder Rasch entwickelte, Kollektion der Bauhaus Tapete auf den Markt und wurde nach anfänglicher Kritik zum größten kommerziellen Erfolg des Bauhauses. Innerhalb weniger Jahre verkauften sich über sechs Millionen Rollen. Tapete wandelte sich vom dekorativen Wandbelag zum begehrten Werkstoff am Bau« (www.bauhaustapete.de). – Nahezu vollständiges Musterbuch des Frankfurter Einrichtungshauses Schwinn & Starck aus der Zeit des »Neuen Frankfurt«. – Alle Muster rückseitig mit Musternummer und Preisgruppe, Innendeckel mit Preisgruppenliste. – Sehr gut erhalten und sehr umfangreich.

15,8 : 22,8 cm. – Einband leicht abgegriffen. – Von 5 Musterblättern die Hälfte abgerissen.

328  Architektur – Wilhelm Riphahn.

€ 250

Mit einer Einleitung von H[einrich] de Fries. Berlin u. a., Friedrich Ernst Hübsch 1927. Mit 33 Tafeln und einer Textabbildung. Gelber Originalleinenband mit farbiger konstruktivistischer Deckelprägung.

Erste Ausgabe. – Erschienen in der Reihe »Neue Werkkunst«. – Wilhelm Riphahn (1889–1963) war ab 1913 als selbständiger Architekt tätig und wurde als bedeutender Vertreter des »Neuen Bauens« zum einflussreichsten Architekten der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Köln. – Die Tafeln zeigen seine Siedlungsbauten »Mauenheim«, »Grüner Hof« und »Bickendorf« und andere öffentliche und private Bauten, darunter auch Riphahns wohl bekanntestes Bauwerk, »Die Bastei« am Rheinufer.

26,7 : 20,2 cm. [14] Seiten, 33 Tafeln. – Einband leicht angestaubt. – Erste und letzte Seite etwas stockfleckig, ansonsten tadellos.

Jaeger 89 (mit Abbildung 271)

329  Die Baukunst.

€ 750

Die Kunst im Dritten Reich. 65 Ausgaben. [München, Zentralverlag der NSDAP] November 1938 – April 1944. Mit zahllosen Abbildungen, einigen farbigen Tafeln und vielen, teils gefalteten Plänen. Fünf private Halbleinenbände.

Seit 1937 erschien »Die Kunst im Deutschen Reich« als »Illustrierte Monatsschrift für freie und angewandte Kunst«, jeweils mit dem Beiheft »Die Baukunst«. – Dieser Teil wurde herausgegeben vom »Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP« (»Amt Rosenberg«, unter Leitung von Alfred Rosenberg) und vom »Beauftragten für Bauwesen in der NSDAP, dem Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt« (Albert Speer). – Vorhanden sind das Novemberheft 1938 (ohne »Die Kunst«), je zwölf Hefte von 1939–1943 und die ersten vier Hefte von 1944. Im August 1944 wurde die Zeitschrift eingestellt. – Baukunst war gegen Ende des Krieges nicht mehr zu realisieren oder war bereits wieder zerbombt: Im Mai 1945 lag Deutschland endgültig in Trümmern, insoweit kommt der reich illustrierten Zeitschrift dokumentarischer Wert zu. Einen umfassenderen Eindruck von den architektonischen Großprojekten des »Möchtegern«-Architekten Hitler und seines Fachmanns Speer ist kaum zu gewinnen. Auf mehr als 1500 Seiten und zahlreichen Faltplänen werden realisierte Bauten neben gigantomanischen Visionen detailliert beschrieben und kommentiert (Reichskanzlei, Reichsautobahn, »Platz Adolf Hitlers« in Weimar u. v. a., Linzer Brückenkopf, Grunewald-Umgestaltung, Botschaftsbauten, Schulungsheime u.v.m.) – Der eigentliche Hauptteil der Zeitschrift präsentiert auf etwa 1800 Seiten das Kunstverständnis der Nationalsozialisten durch Aufsätze über Künstler, Volkskunst, Ausstellungen u.s.w. – Vom Vorbesitzer eingehend kollationiert: Laut Paginierung fehlen drei Blätter in »Baukunst«, in »Die Kunst« 39 Blätter sowie sämtliche Umschläge. – Jahrgangsweise gebunden, tadellos erhalten, ohne Gebrauchs- und Lesespuren.