ChristianHesse

Katalog 3 | Hesse-Auktionen
Katalog 3

579  G[ustav] A[dolf] E[rich] Bogeng. Die großen Bibliophilen.

€ 150

I. [bis] III. Band. Geschichte der Büchersammler und ihrer Sammlungen. Leipzig, E. A. Seemann 1922. Mit zahlreichen Tafeln. Drei Originalleinenbände mit goldgeprägten Deckelvignetten und Rückentiteln. Zusammen im Schuber.

Erste und einzige Ausgabe. – I: Die Geschichte. – II: Die Bilder. – III: Anmerkungen. – Bogengs »im Deutschen bis heute nicht übertroffene Darstellung der Buchsammlungen« wurde 90 Jahre nach Erscheinen durch Johannes Saltzwedels hervorragendes 75-seitiges Personenregister erschlossen (http://www.venturus.de). – Dazu: Moritz Sondheim. Richard de Bury. Ein Beitrag zur Psychologie des Büchersammelns. [Frankfurt am Main 1926]. Blauer Originalpappband. Eins von 310 Exemplaren, vom Verfasser und Georg Hartmann der Frankfurter Bibliophilen-Gesellschaft gewidmet. Gesetzt aus der hier erstmals verwendeten Bodoni-Kursiv der Bauerschen Gießerei.

27 : 20 cm. – Rücken leicht verblasst, insgesamt aber sehr gut erhalten.

Beigabe: Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 182

580  Maria Lanckoronska und Richard Oehler. Die Buchillustration des XVIII. Jahrhunderts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

€ 200

Erster [bis] Dritter Teil. Leipzig, Insel 1932–1934. Mit zahlreichen Abbildungen auf Lichtdrucktafeln. Originalpappbände mit Titelschildern.

Originalausgabe des unentbehrlichen (!) Standardwerks. – Eins von 300 Exemplaren für den Insel-Verlag (Gesamtauflage 800). – Auf Bütten. – I. Die deutsche Buchillustration des Spätbarock und Rokoko. – II. Die deutsche und schweizerische Buchillustration des Vorklassizismus. – III. Die Buchillustration des XVII. Jahrhunderts in Österreich. Die Buchillustration des Klassizismus und der Frühromantik in Deutschland und der Schweiz.

32,0 : 22,0 cm. – Einbände etwas stockfleckig. Rücken gebräunt, der von II oben angeplatzt.

Sarkowski 975

581  Buchwesen – Tammaro De Marinis. La legature artistica in Italia nei secoli XV e XVI.

€ 1000

Notizie e elenchi. Volume I [–] III. Florenz, Fratelli Alinari 1960. Mit zahlreichen, teils farbigen Tafeln und Abbildungen. Blaue Originalhalblederbände, alle im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Bütten. – I. Napoli. Roma. Urbino. Firenze. – II. Bologna. Cesena. Ferrara. Venezia. – III. Verona. Milano e Pavia. Genova. Bergamo. Perugia. – Die wichtige bibliographische Arbeit Tammaro De Marinis liefert eine breite und wissenschaftliche Grundlage für das Studium der italienischen Einbandkunst. Es enthält die Beschreibungen von über 3000 Einbänden, die zwischen 1450 und 1550 angefertigt wurden, eine Vielzahl davon hat der Autor selbst begutachtet. Die beschriebenen Einbände sind nach Städten oder Typen (Griechische Bindungen, Medaillon- und Plaquette-Bindungen, architektonische Dekore, Antiphonarien usw.) klassifiziert. – »Tammaro De Marinis war der bei weitem bedeutendste Bibliograph und ein Antiquar und Bibliophile fürstlichen Stils« (Schmoller/Mardersteig, S. XLV).

35,5 : 26,5 cm. – Rücken etwas verblasst.

582  Heinz Wegehaupt. Alte Deutsche Kinderbücher.

€ 200

Band I [bis] IV. Berlin, Kinderbuchverlag, und Stuttgart, Dr. Ernst Hauswedell 1979–2003. Mit unzähligen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenbände, zwei mit illustriertem Schutzumschlag.

Band I und II (1507–1850 und 1851–1900) erschienen noch zu DDR-Zeiten als Bestandsverzeichnis der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Deutschen Staatsbibliothek zu Berlin. Die Folgebände verzeichen für denselben Berichtszeitraum Bücher (Band III) bzw. Jugendzeitschriften, Almanache und Jahrbücher (Band IV) in Bibliotheken und einigen Privatsammlungen der neuen Bundesländer. – Dazu drei weitere Kinderbuch-Bibliographien: Arthur Rümann. Alte Deutsche Kinderbücher. Wien u. a. 1937. – Kunze/Wegehaupt. Spiegel proletarischer Kinder- und Jugendliteratur 1870–1936. Berlin 1985. – Johanna Monschein. Kinder- und Jugendbücher der Aufklärung. Aus der Sammlung Kaiser Franz’ I. von Österreich. Salzburg und Wien 1994.

583  Cranach Presse – John Dieter Brinks. Das Buch als Kunstwerk. Die Cranach Presse des Grafen Harry Kessler.

€ 150

Laubach und Berlin, Triton 2003. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit Schuber.

Eins von 800 Exemplaren der ersten Ausgabe. – Neben der Bibliographie von Renate Müller-Krumbach das Standardwerk zu einer der bedeutendsten deutschen Pressen des 20. Jahrhunderts. – Mit Beiträgen von Renate Müller-Krumbach, Anne Hyde Greet, Lindsay Newman, Thomas Föhl und Gunnar A. Kaldewey. – Mit einem Katalog der Presse sowie zahlreichen Abbildungen von Einband- und Druckvarianten. – Tadellos.

30 : 24 cm. 453, [3] Seiten.

584  Jürgen Holstein. Blickfang.

€ 300

Bucheinbände und Schutzumschläge Berliner Verlage 1919–1933. 1000 Beispiele, illustriert und dokumentiert. Berlin, Jürgen Holstein 2005. Originalleinenband mit geprägten Titeln und illustriertem Originalschutzumschlag.

Originalausgabe, in kleiner Auflage erschienen. – Mit einem Vorwort von Christoph Stölzl und Beiträgen von Peter Nils Dorén, Frank Hermann, Roland Jaeger, Wolfgang Kiaser u. v. a. – Für diese erste umfangreiche Monographie zur modernen Umschlaggestaltung gilt »was Hermann Kafka seinem Sohn Franz zurief, als dieser ihm seine erste Publikation mitbrachte: ›Leg’s auf den Nachttisch!‹. Denn man kann ein solches Buch nicht einfach lesen und dann beiseite legen. Es ist eine ständige Verlockung, auf der Landkarte der zwanziger Jahre herumzuwandern.« (Vorwort). – Tadellos erhalten.

28,5 : 26,0 cm. 517, [3] Seiten.

585  Faksimiles – [Biblia latina]

€ 2000

Johannes Gutenbergs Zweiundvierzigzeilige Bibel. Herausgegeben von Wieland Schmidt und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller. Zweibändiges Faksimile und Kommentarband. München, Idion 1977 bis 1979. Originalkalblederbände mit Blindprägung, jeder im Schuber, und Originalleinenband.

Eins von 895 Exemplaren (Gesamtauflage 955). – Vollfaksimile-Ausgabe der Gutenberg-Bibel. – Als Vorlage diente das Pergamentexemplar der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin, die Tabula Rubricarum wurden nach dem Exemplar der Bayerischen Staatsbiblithek München faksimiliert. Ein Teil der Auflage wurde von der Buchbinderei Ernst Ammering in Ried/Österreich nach Vorlage eines um 1460 entstandenen Einbandes des Erfurter »Meisters mit dem Lautenspieler und dem Knoten« gebunden, das Original befindet sich in der Hessischen Landesbibliothek Fulda. – Der Kommentarband mit Beiträgen von Severin Corsten, Ilona Hubay, Eberhard König, Otto Mazahl, P. Robert Weber O.S.B. und einem Vorwort von Ekkehart Vesper.

47,5 : 33,5 cm. – Rücken verblasst und mit etwas Patina und winzigen Schabspuren.

586  Faksimiles – Codex Manesse.

€ 1800

Die grosse Heidelberger Liederhandschrift. Faksimile und Kommentarband. Frankfurt am Main, Insel 1975–1981. Zwei Originalpergamentbände und -leinenband.

Eins von 750 Exemplaren. – Faksimile des Codex Palatinus Germanicus 848 der Universitätsbibliothek Heidelberg. – Mit dem Kommentarband von W. Koschorreck und W. Werner und als Beilage die Interimstexte von Ingo F. Walther (Hefte 2–12, ausgeliefert mit den zwölf Teillieferungen).

36,0 : 27,0 cm. Zusammen 428 farbige Faksimile-Blätter.

587  Faksimiles – Der Darmstädter Hitda-Codex.

€ 300

Bilder und Zierseiten aus der Handschrift 1640 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek. Mit Erläuterungen von Peter Bloch und einem Vorwort von Erich Zimmermann. Berlin, Propyläen 1968. Mit 58 farbigen Faksimilie-Tafeln. Originalhalblederband mit Blindprägung und vergoldetem Rückentitel (Willy Pingel, Heidelberg). Im Schuber.

Eins von 450 Exemplaren. – Buchkünstlerische Leitung von Gotthard de Beauclair. – Die Wiedergabe der 58 Miniaturen, Text- und Schrifttafeln erfolgte in Originalgröße. – Der Hitda-Codex, ein Evangeliar, benannt nach der Stifterin, Äbtissin Hitda, entstand um das Jahr 1000 in Köln.

41,0 : 31,0 cm. – Rücken leicht verblasst.

588  Faksimiles – Die Darmstädter Pessach-Haggadah.

€ 300

Faksimile und Kommentarband. Berlin, Propyläen 1972. Originalhalblederband mit blindgeprägten Fileten und Originalhalblederband. Zusammen in Originalleinenkassette (Willy Pingel, Heidelberg).

Codex Orientalis 8 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt. – Eins von 550 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Hergestellt unter buchkünstlerischer Leitung von Gotthard de Beauclair. – Kommentarband mit Erläuterungen in Deutsch und Englisch. – Entstanden ist die Handschrift wahrscheinlich als Buch für den privaten Gebrauch zum Pessachfest im westlichen Europa des 13. Jahrhunderts. Das Zeugnis privater jüdischer Buchkultur des Mittelalters gelangte 1805 mit der Sammlung von Baron Hüpsch in die Darmstädter Bibliothek. Die Handschrift wurde 1951, nachdem sie als im Krieg verschollen galt, zufällig im Deutschen Ledermuseum in Offenbach wiedergefunden, wohin sie vom Reichsstatthalter in Hessen wegen des Einbandes verbracht worden war.

36,0 : 27,0 cm. [116] Faksimileseiten. – Rücken leicht verblasst und mit kleinen Schabstellen.

589  Faksimiles – Evangeliar Heinrich des Löwen.

€ 3000

Faksimile und Kommentarband. Frankfurt am Main, Insel 1988. Mit 50 ganzseitigen Miniaturen, vier Evangelistenbildern, neun Zierseiten, 20 Bildseiten und über 1500 Initialen im Text. Weinroter Originalmaroquinband über Holzdeckeln mit zwei Messingschließen. In dunkelblauer Originalbrokatkassette mit vergoldeter ornamentaler Metallarbeit auf dem Vorderdeckel.

Eins von 950 Exemplaren. – Prachtvoll und aufwändig gestaltetes Faksimile der berühmten Handschrift, die 1983 in London für 32,5 Millionen DM versteigert wurde. – Mit dem Kommentarband, herausgegeben von Dietrich Kötzsche. 1989. Originalleinenband. – Beide tadellos erhalten.

39,0 : 30,3 : 12,0 cm (Kassette des Faksimiles).

590  Faksimiles – Das Evangeliar Otto III.

€ 1200

CLM 4453 der Bayerischen Staatsbibliothek München. Faksimile und Kommentarband. Frankfurt a. M., S. Fischer u. a. 1978. Mit 51 farbigen und teils in Gold gedruckten Abbildungen. Originalholzdeckellederband mit Blindprägung und Originalhalblederband, beide jeweils in -schuber.

Eins von 850 Exemplaren. – Die im 11. Jahrhundert entstandene Handschrift ist reich illustriert mit zwölf Kanontafeln, vier Evangelistenbildern, vier Zierseiten, 29 Bildtafeln zum Neuen Testament und dem doppelblattgroßen Bildnis von Otto III., dem sogenannten »Kaiserbild«: »Das erste Bild der Handschrift ist zugleich auch ihr berühmtestes: die Darstellung des thronenden Herrschers, dem die Provinzen seines Reiches huldigend ihre Gaben bringen« (Kommentarband). – Der Begleitband enthält die Erläuterungen von Fridolin Dressler, Florentine Mütherich und Helmut Beumann sowie die Transkription und Übersetzung der Evangelien.

35,0 : 26,0 cm. 276 Faksimileblätter. – Rücken leicht verfärbt.

591  Faksimiles – Gebetbuch Kurfürst Maximilians I. von Bayern.

€ 1500

Faksimile und Kommentarband. Frankfurt am Main, S. Fischer und Stuttgart, Müller & Schindler 1986. Roter Originalseidenband mit vergoldeten Ziernägeln und Schließen und Originalhalbpergamentband. Zusammen in Originalleinenkassette.

Eins von 980 Exemplaren. – Prachtvolles Faksimile der originalen Handschrift mit der Signatur Clm 23640, die sich in der Bayerischen Staatsbibliothek München befindet. – Durchgehend farbig faksimiliert mit Vergoldungen, neun ganzseitige Miniaturen. Den Randschmuck der Textseiten bilden fein schattierte Blumen-, Früchte- und Tiermotive, prunkvolle illuminierte Initialen leuchtendem Untergrund führen die Texte an. – Entstanden vermutlich in Prag im Auftrag Kaiser Rudolf II. gelangte das Gebetbuch in den Besitz Kurfürst Maximilians I von Bayern, einem großen Förderer der Kunst.

14,7 : 10,0 cm. 264 Faksimileseiten.

592  Faksimiles – Der Stuttgarter Bilderpsalter.

€ 800 ( R7 )

Bibl. Fol. 23. Württembergische Landesbibliothek Stuttgart. Faksimile und Kommentarband. Stuttgart, Schreiber 1965–1968. Originalpergamentbände.

Eins von 600 Exemplaren. – Prachtvolles Faksimile der in der ersten Hälfte der 9. Jahrhunderts in der Abtei Saint–Germain-des–Prés, der im Mittelalter reichsten und mächtigsten ihrer Art im Pariser Umland, entstandenen Handschrift. Über Künstler oder Künstlerwerkstatt gibt es keine gesicherten Informationen, auch der Auftraggeber ist unbekannt. Sie enthält die gallikanische Fassung der 150 Psalmen des Alten Testaments. Die mit Miniaturen und Schmuckinitialen überaus reich ausgestattete Handschrift, zählt zu den ältesten und bedeutendsten ihrer Zeit. und befindet sich seit mehr als 200 Jahren in der Württembergischen Landesbibliothek. – Mit Beiträgen von Wilhelm Hoffmann, Bernhard Bischoff und anderen.

28,0 : 19,0 cm. 166 Faksimile-Blätter; 408, [4] Seiten.

593  Faksimiles – Les Très Riches Heures du Duc de Berry.

€ 2000

Manuscript No. 65 im Musée Condé in Chantilly. Faksimile und Kommentarband. Luzern 1984. Mit 131 Prachtminiaturen mit Gold- und Silberauflage und über 3000 Goldinitialen. Roter Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und -halblederband.

Eins von 980 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Mit dem deutschsprachigen Kommentarband von Raymond Cazelles und Johannes Rathofer. – Die Handschrift »zählt zu den berühmtesten und kostbarsten Büchern der Welt und ihre Miniaturen zu den schönsten des Mittelalters« (Verlagsbroschüre). Sie entstand im Auftrag von Jean de Berry. Die beteiligten Künstler waren die Brüder Limburg und Jean Colombe. – »Einsam überragt das zwischen 1410 und 1484 entstandene Werk an Innovation und Kühnheit die übrigen Werke seiner Zeit«.

30,4 : 21,5 cm. 416 Faksimileseiten; 435 Seiten. – Beide Rücken leicht verblasst.

594  Faksimiles – Leonardo da Vinci. Atlas der anatomischen Studien

€ 1500

in der Sammlung Ihrer Majestät Queen Elizabeth II in Windsor Castle. Gütersloh, Prisma 1978. 200 lose Faksimile-Tafeln in blauer Originalhalbleder-Kassette und zwei blaue Originalhalblederbände mit Goldschnitt, alle mit goldgeprägtem Rückentitel.

Eins von 300 Exemplaren. – Erste Faksimileausgabe der bedeutendsten Sammlung anatomischer Studien Leonardos, herausgegeben von Kenneth D. Keele und Carlo Pedretti. – Das monumentale Werk besteht aus zwei Textbänden mit Anmerkungen, Transliteration, Übersetzungen, anatomischen und kunsthistorischen Kommentaren und Konkordanzenen sowie einer Kassette mit 200 Faksimile-Tafeln, die in einem eigens auf Schloss Windsor eingerichteten Repro-Studio hergestellt wurden.

48,0 : 35,0 cm. – Kassette mit schwachem Lichtrand. Einbanddeckel mit wenigen leichten Kratzspuren.

595  Faksimiles – Rare and Ancient Tibetian Texts, collected in Tibetian Regions Series.

€ 1500

Drei Faksimiles in Kassette. Peking, Sichuan Nationalities Publishing House und Guangming Daily Press 2015. Durchgehend farbig faksimiliert. Drei reich illustrierte Originalleinenbände in -schuber.

I. Dpal yang dag par sbyor ba’i rgyud kyi rgyal po’i rgya cher ´grel pa. By Pandita’jigs med’byung gnas sbas pa. – II. Bka’ brgyud rin po che’i mgur mtsho’i skor. By Marpa lo tsa pa, et al. – III. Sdom pa gsum gyi gzhung lugs legs par bshad pa’i skor. By Spos khang pa ´jam dbyangs rin chen rgyal mtshan. – Titelblätter, Inhaltsangaben und editorische Hinweise in Tibetanisch, Mandarin und Englisch. – Herausgegeben vom Institute of the Collection and Preservation of Ancient Tibetan Texts of Sichuan Province. – Aufwändige und umfangreiche Faksimiles wichtiger tibetanischer Texte. – Angesichts des restriktiven Vorgehens des chinesischen Staates gegen die tibetanische Bevölkerung und deren Glauben erstaunt das Engagement für diese Ausgabe, die wahrscheinlich nur für den Export gedacht war.

Je 12,5 : 43,0 cm, die Kassette 13,5 : 44,5 : 17,0 cm.

596  [Catholische] Bibell,

€ 600

Das ist, alle Bücher Alts und News Testaments, nach Alter in Christlicher Kyrchen gehabter Translation trewlich verteutscht vnd mit vielen heilsamen Annotaten erleucht, durch Johan Dietenberger. […] Corrigiert und gebessert, mit schönen kunstreichen figuren geziert, und fleissiger dann je vorhin außgangen. Köln, Arnold Quentel 1618. Mit großer Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreichen Textholzschnitten. Pergamentband der Zeit mit Blindprägung in Platten- und Rollenstempel und zwei Messingschließen.

Einer der zahlreichen Nachdrucke der Dietenberger-Bibel. – Diese katholische Übersetzung war erstmals 1534, also zeitgleich mit Luthers Übersetzung und als Erwiderung derselben erschienen. Im Gegensatz zu der drei Jahre später folgenden Übersetzung von Johannes Eck, die stark bayerische Züge trug, verbreitete sich Dietenbergers oberdeutsche Fassung außerhalb Bayerns und Österreichs rasch und erforderte häufige Nachdrucke. – Die kleinen Textholzschnitte (je 5,7 : 6,6 cm.) im AT überwiegend mit dem Monogramm SHF (Nagler, Monogrammisten V, 9 Simon Hüter?), im NT meist mit dem Monogramm HE (Nagler III, 853). – Mit dem Privileg von Kaiser Rudolph II, datiert Prag 1609, das Arnold Quentel für wiederum zehn Jahre den Druck und Vertrieb dieser Bibelübersetzung gestattete. – Gut erhalten.

35,5 : 23,5 cm (folio). [6], 450; 139 (paginiert 138), [1] Blätter. – Einige Lagen stärker gebräunt, teils wasserrandig und etwas stockfleckig, aber vollständig unbeschädigt.

VD17 12:653028Y

597  J[acob] F[riedrich] Ludovici. Sachsen-Spiegel

€ 400

oder Das Sächsische Land-Recht in der Alt-Deutschen, Lateinischen und ietzo gebräuchlichen Hoch-Teutschen Sprache nebst nöthigen Auszügen aus der Glosse … Halle, Waysenhaus 1720. Mit einer gestochenen Titelvignette. Pergamentband der Zeit mit geprägtem Rückentitel.

Erste von J. F. Ludovici besorgte Ausgabe des bedeutenden deutschen Rechtsbuchs. – Eike von Repgow (um 1180/90–nach 1232) verfasste um 1220 den Sachsenspiegel in lateinischer Sprache. Das Rechtsbuch spiegelt die ungeschriebenen Rechtsgewohnheiten der Gerichtspraxis und des täglichen Rechtsverkehrs wider und beeinflusste maßgebend andere Rechtsbücher, erstmals wurde er 1474 in Basel gedruckt. – Der vierspaltige Druck stellt die ältere Augsburgische Edition, die Zobelsche von 1614, die lateinische und die hochdeutsche Fassung gegenüber. – Sehr schönes Exemplar.

21,4 : 17,5 cm. [8], 63, 656, [144], 115, [9] Seiten.

598  Hansen Lencker. Perspectiva,

€ 2500 ( R7 )

in welcher ein seichter Weg allerley ding es seyen Corpora Gebew und was müglich in Grund zulegen ist, verruckt oder unverruckt, durch gar geringe Instrument in die Perspectiv zubringen, gezeichnet wirdt: … Ulm, Johann Meder für Stephan Michelspacher 1617. Mit gestochenem Titelblatt, gestochenem Porträt, Holzschnitt-Zwischentitel und elf Holzschnitten, davon zehn blatt- und einer doppelblattgroß. Neuerer Halblederband mit Marmorpapierbezug.

Dritte Auflage des erstmals 1571 erschienenen Werkes. – »Sampt einer vorgehenden gleichwol kurtzen, doch gründtlichen und verstendtlichen Einleitung zum Verstandt derselbigen. Allen künstlichen Handwerckern, und sonderlich den Baw: und Werckmeistern, auch Mahlern, Goldtschmiden, Bildhawern, Steinmetzen, Schreinern und allen denen, so sich des Circkels und Richtscheits gebrauchen, zu sonderem gefallen Nutz unnd Vortheil an Tag gegeben«. – Hansen Lencker (um 1523–1585) gehörte zu den führenden Goldschmieden von Nürnberg, betätigte sich aber auch als Perspektivtheoretiker. Er erfand ein optisches Instrument und verfasste zwei Lehrbücher, in denen er diese Wissenschaft auf geometrischer Grundlage begründete.

32,2 : 21,0 cm. [20], 43 Seiten.

VD 17 39:124801K. – Vgl. Poggendorf I, 1421

599  Architektur – Johann Friedrich Penther. Erster [bis] Vierter Teil einer ausführlichen Anleitung zur Bürgerlichen Bau-Kunst […]

€ 1800

Augsburg, Johann Andreas Pfeffel 1744–1748. Mit 241 meist gefalteten Kupferstichen, davon vier Frontispize, ein Porträt und 236 (statt 237) Falttafeln, sowie fünf gestochenen Textvignetten. Pergamentbände, drei aus der Zeit, einer erneuert, alle mit Rückenschild.

Erste Ausgabe des prächtig illustrierten Werkes. – Gliederung: I. Lexicon architectonicum oder Erklärung der üblichsten […] Kunst-Wörter der bürgerlichen Bau-Kunst. – II. Zwanzig Beispiele von Wohngebäuden, Grundrisse und Aufrisse. – III. Säulen-Ordnungen. – IV. Weltliche Gebäude, Residenz-Schlösser, Bibliotheken, Rathäuser, Lager- und Warenhäuser, Opern- und Ballhäuser u. v. m. – Johann Friedrich Penther (1693–1749) war zunächst Erzieher im Haus der Grafen Stolberg. Später zeichnete er als Baumeister für Kirchenbauten in der Grafschaft verantwortlich, bevor er an der Universität Göttingen als Oberbauinspektor wirkte. – Die Kupfer mit Gesamtansichten (Schloss Versailles, Schloss Ludwigsburg, Hannoveraner Opernhaus, viele Profanbauten) und zahllosen Detaildarstellungen sowie architekturtheoretischen und geometrischen Figuren sind sämtlich am Ende des jeweiligen Bandes an Leerblätter geheftet und eingefaltet. – Insgesamt sehr schön erhaltenes Exemplar.

34,5 : 22,5 cm (Band IV etwas höher). – Band IV wurde neu aufgebunden, die Textseiten vereinzelt etwas fingerfleckig, einige Tafeln mit Wasserrand, leichtern Knittern, zwei mit geklebten Falzeinrissen. – Es fehlt die letzte Tafel 51 in Band III.

British Architect Library 2482: »the most substantial treatise of civil architecture by a German writer«. – Kataog Ornamentstich-Sammlung Berlin 2012–13

600  Gartenbau – J[ohann] E[vangelist] Fürst. Lehr- und Exempel-Buch,

€ 300

worin worin sonnenklar gezeigt wird, wie der Ertrag des geringsten Gutes in kurzer Zeit außerordentlich erhöht werden kann, wenn die Haus-, Feld- und Garten-Wirtschaft … nach den besten Erfahrungen … betrieben werden. Erster [und] Zweiter Theil. Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit Titelkupfer und Vignetchen. Passau, Friedrich Pustet [1821]. Mit je einem Titelkupfer, je einer Titelvignette und zahlreichen Textabbildungen. Marmorierte Pappbände der Zeit mit Rückenschild.

Jeweils mit zweitem Titelblatt: Der verständige Bauer Simon Struf, eine Familien-Geschichte. Allen Ständen zum Nutzen und Interesse, besonders aber jedem Bauer und Landwirthe ein Lehr-und Exempel-Buch. – Der Name des Gartenbau-Pioniers Johann Evangelist Fürst (1784–1846) ist heute nur noch Pomologen und Gartenhistorikern bekannt. Die Ursache der schlechten wirtschaftlichen Situation der Landbevölkerung lag seiner Meinung nach zum großen Teil in veralteten Wirtschaftsmethoden. Da der Beruf des Landwirtes im Gegensatz zu anderen Handwerken kein Lehrberuf war, wurde das Wissen wurde vom Vater an den Sohn weitergegeben, so dass neue Erkenntnisse kaum Eingang in die landwirtschaftliche Praxis fanden. Im Weiler Frauendorf bei Passau plante Fürst auf vier eigenen Höfen die Einrichtung einer landwirtschaftlichen Bildungsanstalt. Dieses Vorhaben wurde nicht umgesetzt, Fürst gründete 1822 die »Praktische Gartenbau-Gesellschaft zu Frauendorf«, 1823 die »Allgemeine deutsche Garten-Zeitung« und 1828 »Der Obstbaum-Freund«. – Innen sehr schön.

17,6 : 11,4 cm. 16, 510 Seiten; [2], X, 496 Seiten. – Einbände berieben, Kanten bestoßen.

601  [Charles-Nicolas] Cochin und [Jérôme-Charles] Bellicard. Observations sur les antiquités d’Herculanum;

€ 200

avec quelques Réflexions sur la Peinture & la Sculpture des Anciens, & une courte description de plusieurs Antiquités des environs de Naples. Second Édition. Paris, Jombert 1755. Mit insgesamt 44 Kupferstichen nach Cochin auf 36 Tafeln, fünf davon gefaltet, acht beidseitig bedruckt. Kalblederband der Zeit mit Rücken- und Schnittvergoldung, vergoldeten Fileten und Bordüren.

Zweite Auflage. – Charles Nicolas Cochin der Jüngere (1715–1790) gilt als einer der bedeutendsten Druckgrafiker und Zeichner des französischen Rokoko. Er schuf zahlreiche Buchillustrationen zu Lafontaine, Rousseau, Tasso, Boccaccio u. a. sowie zahlreiche Bildnisse von berühmter Zeitgenossen. Sein Können brachte ihm die Förderung durch den König ein, 1749–1751 begleitete er den Marquis de Vandières auf einer Italien-Reise. Danach entstand »Observations sur les antiquités d’Herculaneum«, von ihm selbst illustriert. – Unser Exemplar enthält zusätzlich vier bei Cohen/Ricci und Sander nicht erwähnte unnummerierte Kupfer.

16,7 : 10,0 cm. [2], XXXVIII, [6], 104, [2] Seiten, 36 Tafeln. – Ränder schwach berieben, Gelenke stärker.

Cohen/Ricci 245. – Sander 369

602  Antonio-Maria Zanetti. Varie pitture a fresco de’principali maestri Veneziani,

€ 600

ora la prima volta con le stampe pubblicate. Venedig 1760 [1778]. Mit 24 Kupfertafeln von Zanetti sowie einem gestochenen Titel und einem Selbstporträt Zanettis, beide gestochen von Joannes von Plano. Halblederband um 1900 mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe, die aber erst nach dem Tod des Verfassers erschien. – Antonio-Maria Zanetti (1706–1778) war bis zu seinem Tod vier Jahrzehnte lang Bibliothekar der Bibliotheca Nazionale Marciana in Venedig und arbeitete zugleich erfolgreich als Kupferstecher. – Das Tafelwerk enthält 24 Stiche Zanettis nach Giorgone (4), Tizian (3), Jacopo Tintoretto (7), Giovanni Battista Zelotti (5) und Paolo Veronese (5). – Prächtige Drucke in Sepia auf »Drei Monde Imperial«-Bütten. – Mit Nachruf auf den Verfasser und seinem erläuternden Text. – Mit gestochenem Exlibris von William Cavendish-Bentinck (1857–1943, 6th Duke of Portland 1895–1905).

48,5 : 35,0 cm. [2], XII Seiten, 24 Kupferstiche. – Gelenke etwas berieben und brüchig. – Kupfertitel und die letzte Kupfertafel verso etwas stockfleckig, sonst sehr schön.

Katalog Ornamentstichsammlung Kunstbibliothek Berlin 4173

603  Heinrich Mützel. Vorlegeblätter zum Landschaftzeichnen.

€ 300

Viertes Heft enthält zehn ausgeführte Landschaften, entworfen und lithographirt. Berlin, Winckelmann & Söhne [ca. 1834]. Zehn Lithographien nach Zeichnungen. Lose in Originalkartonmappe mit Deckelschild.

Zehn römisch nummerierte Vorlageblätter für den Zeichenunterricht. – Heinrich Mützel (1797–1868), Lithograph und Landschaftsmaler, war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, u. a. arbeitete er auch mit Karl Friedrich Schinkel zusammen.

26,0 : 32,0 cm (Mappenformat). – Mappendeckel fleckig. Mappenflügel eingerissen, einer fehlt. – Ränder der Blätter etwas gebräunt und geknickt (VII stärker), teils größere Feuchtigkeitsflecken.

604  Molière [Jean-Baptiste Poquelin]. Œuvres.

€ 2000 ( R7 )

Nouvelle edition. Tome premier [–] sixième. Paris, Impr. Pierre Prault 1734. Mit einem gestochenen Porträt nach Coypel, 32 (statt 33) Kupferstichen nach François Boucher, gestochen von Laurent Cars und Pierre Quentin Chedel, und 318 gestochenen Vignetten und Initialen, darunter zahlreiche wiederholt verwendete, von Boucher, Blondel und Oppenord. Marmorierte Kalblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung.

Die erste Ausgabe mit den prächtigen Titelkupfern zu den enthaltenen Komödien und Balletten, darunter »Le misantrope«, »Le malade imaginaire«, »Le Bourgeois gentilhomme« und viele andere bekannte Stücke Moliéres. – Hans Fürstenberg schreibt zu diesem »Meisterwerk auf dem Gebiet der Buchillustration […:] In ihrer malerischen Wirkung und ihrer großzügigen Gliederung bilden diese Blätter einen Merkstein, dessen künstlerischer Einfluß gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann« (Fürstenberg 1928, 81). – Mit den Merkmalen des ersten Drucks (Druckfehler »Comteesse« in Band VI und der Einleitung mit LXX statt LXXII Seiten). – Am Ende von Band 6 mit Druckdatum 1733. – Exlibris Ewald und Margret Zapp.

28,5 : 23,0 cm. Kollation wie bei Cohen/Ricci. – Hier ohne das Vortitelblatt von Band 1. Band 5 mit nur fünf Kupfern, so auch in Vergleichsexemplaren lt. KVK, der Band enthält auch nur fünf Stücke. – Einbände an den Kanten berieben, Gelenke etwas brüchig, Kapitale bestoßen. – Teils leicht gebräunt, ganz vereinzelte Lagen mit leichten Feuchtigkeitsspuren.

Brunet III, 1798. – Sander 1368. – Cohen/Ricci 712f »Le chef-d’oeuvre de Boucher, comme illustration; c’est l’un des plus beaux livres de la première partie du XVIIIe siècle«

605  Friedrich der Große, König von Preußen. Brief mit Unterschrift »Fch«.

€ 500

Potsdam, 31. Januar 1753. 1 Seite.

An seinen Vetter, den Prinzen Friedrich Erdmann von Anhalt-Köthen Liebden. – Recht persönlicher Brief in heikler Angelegenheit: Der jüngere Sohn des Fürsten August Ludwig von Anhalt-Köthen hatte den Preußenkönig wohl um Unterstützung und Fürsprache bei seinem Vater gebeten, mit dem Ziel, eine höhere Apanage zu erhalten. Wieso der Prinz bei der Finanzierung seines Regiments in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, wird hier nicht erörtert. Friedrich der Große jedenfalls lehnte das Ansinnen freundlich aber bestimmt ab: »so gern Ich auch sehen und so angenehm es mir seyn würde, wenn Dero Herrn Vater Durchl. belieben wollten, Euer Liebden einige hinlängliche Zulage zu Dero bisher Ihnen accordirten Pension zu geben, Ich Mich dennoch nicht bemächtigt sehe, […] etwas vorzuschreiben, noch von Deroselben etwas zu fordern […] obgleich Ich sonsten Euer Liebden einige Verbeßerung in Dero Umständen gantz gerne gönne. Ich bin übrigens Euer Liebden freundwilliger Vetter F[riedri]ch«. – Interessant ist, dass die finanziellen Schwierigkeiten des Prinzen erst mit seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst (1754) bekannt wurden. – Gut erhalten.

606  Adelbert von Chamisso. Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte.

€ 400

Zweite mit den Liedern und Balladen des Verfassers vermehrte Ausgabe. Nürnberg, Johann Leonhard Schrag 1827. Mit einem gestochen Frontispiz von Fr. Leopold und sechs Kupferstichen nach George Cruikshank von Rosée. Pappband der Zeit mit Marmorpapierbezug und Rückenschild.

Erste illustrierte deutsche Ausgabe, in einer Auflage von nur 750 Exemplaren erschienen und nach fast zweihundert Jahren entsprechend selten. – Gegenüber der ersten Ausgabe von 1814 mit kleinen Textänderungen und, vor allem, um Chamissos erste Gedichtsammlung »Lieder und Balladen« erweitert. – Der englische Künstler Cruikshank hatte 1823 den Schlemihl in der Übersetzung von La Motte-Fouqué illustriert. Diese Illustrationen erfreuten sich so großer Beliebtheit, dass sie auch für die neue deutsche Ausgabe als Vorlage verwendet wurden. Die ebenso fein gezeichneten wie gestochenen Bilder zur berühmten Geschichte des schattenlosen Schlemihls bilden einen der Glanzpunkte der Buchillustration im 19. Jahrhundert.

17,5 : 10,8 cm. XVI, 213, [3] Seiten. 7 Kupfer. – Durchgehend etwas gebräunt und stockfleckig.

Goedeke VI, 148, 14 b. – Rath 3. – Rümann 257

607  Johann Wolfgang von Goethe. Werke.

€ 1200

Vollständige Ausgabe letzter Hand. Erster [bis] Fünfundfünfzigster Band. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1827–1833. Dunkelgrüne Halblederbände der Zeit mit Marmorpapierbezug und Rückenenvergoldung.

Die »Großoktavausgabe« aus dem Besitz der Familie Vulpius, den Nachfahren von Goethes Schwager Christian August Vulpius. – Die Werkausgabe vereinte alle noch zu Lebzeiten von Goethe zur Veröffentlichung auswählten Texte sowie die »Nachgelassenen Werke« (hier ohne die Nachlassbände 56–60, die erst 1842 von Eckermann herausgegeben wurden). Die »Großoktavausgabe« wurde gedruckt, nachdem Goethe in den bereits erschienenen Bänden der »Taschenausgabe« Korrekturen vorgenommen hatte. So gilt sie als die textlich zuverlässigere Edition. Die Auslieferung begann erst 1828. Sie erschien in deutlich kleinerer Auflage als die »Kleinoktavausgabe« (3.200 statt 20.000!) und wurde stets wegen ihrer besseren Lesbarkeit und des gefälligeren Erscheinungsbildes geschätzt. Besonders bedeutsam ist die endgültige Fassung von »Faust« in Band 12 und der Erstdruck von »Faust II« in Band 41. – Mit einigen Textholzschnitten (in Band 55 zur Optik), gefalteten Tabellen und einer lithographierten Tafel (in Band 51 zur Geologie). – Insgesamt gut erhalten und sehr dekorativ.

18,7 : 11,5 cm.

Goedeke IV/3, 14, C. – Hagen 24 C3. – Kippenberg 341. – Fischer, Cotta 1770, 1869, 1958 und 2084

608  Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der Weltweisheit Doktor. Differenz des Fichte’schen und Schelling’schen Systems der Philosophie

€ 1200 ( R7 )

in Beziehung auf Reinhold’s Beyträge zur leichten Übersicht des Zustands der Philosophie zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, 1tes Heft. Jena, Akademische Buchhandlung Seidler 1801. Marmorierter Pappband um 1900.

Erste Ausgabe des ersten gedruckten Buches von Hegel, sein »Leben Jesu« von 1795 hat sich nach Goedeke nur handschriftlich erhalten. – Unbeschnitten. – »Am 3. Oktober schreibt Schelling an Fichte, es sei ›dieser Tage ein Buch von einem sehr vorzüglichen Kopf erschienen, das zum Titel hat: Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie, an dem ich keinen Antheil habe, das ich aber auch auf keine Weise verhindern konnte‹. Anders als im Briefwechsel Fichtes und Schellings ist in ihren Schriften von ihrer ›Differenz‹ nicht die Rede. Deshalb erscheinen beide vor dem Publikum […] wie ›Ein Mann‹. […] Öffentlich bekannt werden ihre ›Differenzen‹ erst ab Oktober 1801 durch Hegels Schrift. […] Die ›Differenz-Schrift‹ ist Hegels philosophische Erstpublikation […]« (Jaeschke/Arndt. Die Klassische Deutsche Philosophie nach Kant. München 2012, S. 321 ff.).

22,0 : 14,0 cm. 184 Seiten. – Einband leicht berieben, Hinterdeckel verzogen. Gelenke angeplatzt. – Vorderer Vorsatz und die ersten beiden Blätter mit leichtem Wasserrand.

Goedeke V, 10, 25.2

609  Friedrich Hölderlin. Stuttgarter Foliobuch. – Homburger Folioheft.

€ 200

– Zwei Faksimiles, bei mit Kommentarband. Basel und Frankfurt, Stroemfeld Roter Stern 1989 und 1986. Lose Faksimileblätter im Originalformat und je eine Originalbroschur in Originalleinenkassette.

Je eins von 1806 Exemplaren. – Supplemente II und III zu der von D. E. Sattler herausgegebenen »Frankfurter Ausgabe« von Hölderlins sämtlichen Werken. – Die Faksimiles im Originalformat der Handschriften wurden vom Herausgeber in Zusammenarbeit mit Hans Gerhard Steimer bzw. Emery E. George bearbeitet. – Jeweils mit ausführlichen Anmerkungen und der vollständigen Transkription. – »Unbelastet« von der zwanzigbändigen Werkausgabe kann sich der Hölderlin-Verehrer in die Handschriften des Dichters vertiefen.

35,5 : 22,0 cm bzw. 24,0 : 39,0 cm (168 bzw. 92 Faksimileseiten).

610  [E. T. A. Hoffmann]. Fantasiestücke

€ 500

in Callot’s Manier. Blätter aus dem Tagebuche eines reisenden Enthusiasten Mit einer Vorrede von Jean Paul. Zweite, durchgesehene Auflage in zwei Theilen. Bamberg, F. Kunz 1819. Mit einem Frontispiz. Marmorierte Kalblederbände um 1900 im Stil der Zeit.

Von Hoffmann durchgesehene, maßgebliche zweite Auflage, erstmals mit dem radiertem Porträt von F. C. Rupprecht nach Hoffmanns eigener Zeichnung. – Die illustrierten Originalbroschurumschläge wurden eingebunden.

17,8 : 11,5 cm. [2], XXII, [2], 262 Seiten; 371, [1] Seiten. – Kanten minimale berieben, Rücken etwas aufgehellt – Durchgehend leicht stockfleckig, die unteren Ecken der letzten drei Lagen in Band 2 mit ergänzten Brandstelle (kein Textverlust).

Goedeke VIII, 487, 16 Anmerkung

611  Heinrich von Kleist. Das Käthchen von Heilbronn

€ 600

oder die Feuerprobe ein großes historisches Ritterschauspiel. Aufgeführt auf dem Theater an der Wien den 17, 18. und 19. März 1810. Berlin, Realschulbuchhandlung 1810. Leinenband um 1920, der unbedruckte Originalbroschurumschlag eingebunden.

Erste Ausgabe. – »Nach dem Abdruck einiger Fragmente im ›Phöbus‹ hatte Kleist sein Stück Cotta […] angeboten und sich vergeblich um die Aufführung an deutschen Bühnen angeboten. Als durch den Bruch mit Iffland auch die Hoffnung auf eine Aufführung am Berliner Nationaltheater vereitelt war, bot Kleist es im August 1810 Reimer an, der es gleichzeitig mit den ›Erzählungen‹ noch rechtzeitig zur Michaelismesse herausbrachte. […] Goethe warf das geborgte Exemplar, das ihm sein Sekretär gebracht hatte, mit den Worten ins Feuer: ›Das führe ich nicht auf, wenn es auch halb Weimar verlangt‹.« (Sembdner S. 21). – Die Uraufführung erfolgt 1810 in Wien.

22,3 : 13,8 cm. 198, [2] Seiten. – Einband stärker lichtrandig. – Seiten teils schwach stockfleckig.

Goedeke VI, 102, 6. – Sembdner 8. – Borst 1117

612  Prosper Mérimée. Colomba.

€ 500

Paris, Magen et Comon 1841. Pappband der Zeit mit lilafarbenem Bezugspapier mit floraler Prägung.

Erste Ausgabe, »fort rare de l’une des œuvres le plus célèbres de Prosper Mérimée« (Carteret). – Prosper Mérimée (1803–1870) verkehrte nach einem Studium der Rechtswissenschaften in Pariser Künstler- und Literatenkreisen, u. a. mit Stendhal und Victor Hugo. Als Inspekteur der historischen Denkmäler Frankreichs besuchte er 1839 Korsika. In Fozzano bei Sartène hörte er von der Vendetta, der Blutrache, und besuchte Colomba Bartoli, die damals schon 64jährige Anführerin der »partitu suttanu« (die südliche der verfeindeten Parteien). Die Eindrücke verarbeitete er in »Colomba«, die Erzählung wurde ein Riesenerfolg und sorgt bis heute für Touristenströme in den Gassen von Sartène, die für Mérimée »korsischste aller korsischen Städte«. – Die Ausgabe enthält auch die beiden Novellen »La Vénus d’Ille« und »Les Ames du Purgatoire«. – Sehr schönes Exemplar der gesuchten Originalausgabe.

19,0 : 12,8 cm. [4], 463, [1] Seiten. – Rücken verblasst, Gelenke leicht berieben. – Innen nur vereinzelte Stockflecken.

Carteret II, 144

613  Friedrich von Schiller. Sämmtliche Werke.

€ 300

Erstes [bis] Achtzehntes Bändchen. – Supplemente. Erstes [bis] Siebtes Bändchen. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1822–1826 (Werke) und Leipzig und Weimar, Vogel u. a. 1823–1826 (Supplemente). Mit 25 gestochenen Frontispizen nach Ramberg, Schnorr und anderen und einem gefalteten Faksimile. Blau marmorierte Pappbände um 1900 mit Pergamentkanten und schwarz-goldenen Rückenschildchen.

Die Supplementbände enthalten die Fortsetzungen der »Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung« von Karl Curths (Band I–IV), der »Geschichte des Dreißigjährigen Krieges« von Karl Ludwig von Woltmann (Band V–VI) und die Schiller-Biographie von Heinrich Döring (Band VII). – Hübsche, dekorative Ausgabe, einheitlich gebunden und tadellos erhalten.

13,6 : 9,5 cm.

Goedeke V, 144, St 1 und V, 147. – Trömel/Marcuse 10 und 7

614  Gustave Doré – [Charles] Perrault. Les contes.

€ 600

Dessins par Gustave Doré. Paris, Hetzel · Firmin Didot 1862. Mit 40 Holzstichen und einer gestochen Titelvignette nach Gustave Doré. Späterer roter Ecrasélederband; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe dieser berühmten Illustrationen. – Eins der wenigen Exemplare auf starkem holländischem Bütten, die Holzstiche hier abgezogen auf dünnes China und aufgewalzt. – Was dem deutschen Publikum Kaulbachs »Reineke Fuchs« und Ludwig Richters »Märchen der Gebrüder Grimm« war, bewirkte Gustave Doré mit seinen kongenialen Zeichnungen zu Perraults Märchen in Frankreich und bald darauf auch in Deutschland: Rotkäppchen, Däumelinchen, der gestiefelte Kater, Aschenputtel, insgesamt neun »Contes des fées« wurden mit großen Holzstichen illustriert. – Mit einer Einleitung von P.-J. Stahl.

45,5 : 32,5 cm. XXIV, 59, [5] Seiten. – Kanten minimal berieben. Vorsätze erneuert.

Carteret IV, 406. – Sander 563

615  Reisebeschreibungen – G[uillaume] A[ntoine] Olivier. Reise durch Persien und Klein-Asien.

€ 400

Auf Befehl der französischen Regierung unternommen. Aus dem Französischen übersetzt von K. L. M. Müller. Zwey Bände. Leipzig, J. C. Hinrichs 1808. Mit insgesamt zehn gefalteten Kupfern, davon zwei Karten. Pappbände der Zeit mit Rückenschild und Wappensupralibro.

Erste deutsche Teilausgabe von Oliviers berühmter »Voyage dans l’empire Othoman« (1801). Guillaume Antoine Olivier (1756–1814, Mediziner und Naturwissenschaftler), bereiste sechs Jahre lang den Vorderen Orient und kehrte 1798 mit einer großen naturhistorischen Sammlung nach Frankreich zurück. 1800 wurde er Mitglied der Académie des Sciences in Paris und zum Professor für Zoologie an der Tierärztlichen Hochschule in Alfort berufen. – Die erste deutsche Gesamtausgabe erschien ab 1802 in Weimar, die vorliegende Müllersche Übersetzung enthält die Ereignisse von der Abreise aus Bagdad im Mai 1796 bis zur Wiederankunft in Paris Ende 1798. Sie bildet die Fortsetzung der bereits in Weimar erschienen ersten beiden Bände mit den Schilderungen aus der Türkei, Ägypten, Syrien und Mesopotamien.

20,6 : 13,0 cm. VI, [2], 318 Seiten, 7 Tafeln; [6], 336 Seiten, 3 Tafeln.

Röhricht 1549. – Fromm 19394. – Chatzipanagioti/Sangmeister 784. – Henze III, S. 646

616  Trachten und Mode – [Louis] M[arie] Lanté. Costumes des Femmes

€ 1500

de Hambourg, du Tyrol, de la Hollande, de la Suisse, de la Franconie, de L’Espagne, du Royaume de Naples, etc.; […] gravés par M. Gatine, et coloriés; avec une explication pour chaque planche. Paris 1827. Mit 100 kolorierten Kupferstichen. Roter Maroquinband der Zeit mit reicher Blindprägung und Vergoldung.

Erste Ausgabe. – Das Tafelwerk enthält Darstellungen von Frauentrachten aus Hamburg (7), Tirol (6), Holland (6), Schweiz und Frankreich (48), Franken (8), Spanien (21) und Italien (4), gestochen von Georges Jacques Gatine, meist nach Zeichnungen von Louis Marie Lanté (1789–1871). Der Aquarellmaler, der Schüler von Vaudoyer war, stellte 1824 auf dem Pariser Salon aus und gewann 1825 in Lille die Silberne Medaille. – Nach Brunet stammen die erläuternden Texte von Pierre de Lamésangère.

33,5 : 24,0 cm. [6], 41, [1] Seiten, 100 Kupfertafeln. – Ränder berieben, Deckel mit kleinen Schabspuren. – Einige Seiten mit kleinen Stockflecken.

Lipperheide Cm4. – Colas 1774. – Brunet III, 795

617  [Louis] M[arie] Lanté. Costumes des Femmes

€ 1000

du Pays de Caux, et de plusieurs autres parties de l’ancienne province de Normandie; […] gravés par M. Gatine, et coloriés; avec une explication pour chaque planche. Paris 1827. Mit 105 kolorierten Kupferstichen und einem kolorierten Kupferstich-Frontispiz. Roter Maroquinband der Zeit mit reicher Blindprägung und Vergoldung.

Erste Ausgabe. – Das Tafelwerk enthält Darstellungen von Frauentrachten aus Regionen der Normandie, gestochen von Georges Jacques Gatine, meist nach Zeichnungen von Lanté. – Der Frontispiz mit dem Titel »Cent cinq Costumes des Départments de la Seine inférieure, du Calavados, de la Manche et de l’Orne. – Das Frontispiz nur mit der Adresse des Verlegers Durand (siehe Colas’ Anmerkungen zu einer zweiten Auflage ohne Textteil). – Angesichts der prächtig kolorierten großen Kupferstiche auf starkem Velin betonte schon Colas: »cette belle suite est rare complet«.

33,5 : 24,0 cm. [2], 46, [2] Seiten, 106 Kupfertafeln. – Ränder berieben, Deckel mit kleinen Schabspuren. – Die ersten und letzten Textblätter stockfleckig, die übrigen Textblätter nur ganz vereinzelt. Die Tafeln sehr gut erhalten.

Colas 1770. – Brunet III, 795. – Nicht bei Lipperheide

618  C[asimiro] Castro, J[uan] Campillo, L. Auda [und] G. Rodriguez. Mexico y sus Alrededores.

€ 5000

Coleccion de vista, trajes y monumentos. Mexico, Decaen Editor 1863/1864 [nach 1865]. Mit 48 Lithographien, davon zwölf koloriert, die übrigen meist getönt oder mehrfarbig gedruckt, auf 44 Tafeln, davon eine als Titel, und einem gefalteten Plan. Leinenband der Zeit mit Titel und Jahreszahl »1867« in Goldprägung.

Die gegenüber der ersten von 1855/57 deutlich erweiterte Ausgabe, datiert auf dem Titelblatt »1863/64«, der gefaltete Plan von Mexiko-Stadt am Anfang des Bandes aber von 1865. Im vorliegenden Exemplar sind drei Lithographien aus der »segunda edicion« enthalten, gegenüber einem Vergleichsexemplar zwei zusätzliche und eine im Austausch. Es gibt Exemplare mit erläuterndem Text und ohne diese 32 Seiten. – W. Michael Mathes bezeichnet Castros imposante Bildfolge als »one of the most significant lithographic productions in the history of art« und zugleich als »the most important work illustrating Mexico in the 19th century«. – Mit Ansichten auf Mexiko-Stadt, Guadalupe, Alameda, Orizava und Veracruz, teils aus der Vogelschau (»taken from a Balloon«), großen Ansichten von Straßen, Plätzen, öffentlichen Gebäuden und Kirchen, mexikanischen Landschaften und Trachten. – Alle Lithographien mit Bildtiteln in Englisch, Spanisch und Französisch.

44,8 : 32,0 cm. – Einband leicht berieben und bestoßen, hinteres Gelenk aufgerissen. – Vorsatzränder spakig, hinteres Vorsatzblatt fehlt, Innengelenke gebrochen. – Durchgehend, teils auch stärker stockfleckig. – Zehn Tafeln papierbedingt stärker gebräunt.

Vgl. Abbey Travel 672. – Lipperheide Md 17 und 18, Colas 547 und Sabin 48590 (alle frühere Ausgaben weniger Lithographien)

619  Alaminos – Corridas de Toros.

€ 500

Dibujado del natural por J. Alaminos en vista de las fotografias de J. Laurent. Madrid, J. Laurent [ca. 1870]. Lithographiertes Titelblatt und 32 farbig lithographierte Tafeln. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Lithographierte Stierkampfszenen mit berühmten Stierkämpfern aus dem Spanien des 19. Jahrhunderts nach Fotografien von Jean Laurent. – Juan Alaminos war ein spanischer Maler, spezialisiert auf Porträt- und Genremalerei. Er schuf eine Vielzahl von Stierkampfszenen und illustrierte verschiedene Werke. Jean Laurent (1816–1886) zählt zu den frühesten spanischen Fotografen und dokumentierte bereits um 1870 seine Heimat.

16,0 : 23,5 cm. 33 Tafeln. – Gelenke und Kapitale berieben. – Exlibris. Kleine Fehlstelle im Titelblatt überklebt.

620  Francisco de Goya [y Lucientes]. Tauromachia.

€ 450

43 Faksimile-Wiedergaben in Kupfertiefdruck. Herausgegeben von Hugo Kehrer. München, Hugo Schmidt 1923. Mit 43 Kupfergravuren. Originalpergamentband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 500 Exemplaren. – Druck der Gravuren in der Kunstanstalt J. B. Obernetter, des Textes von F. Bruckmann A. G., beide München. – »Tauromachia« war nach »Caprichos« und »Los Desastres de la Guerra« der dritte und letzte zu Lebzeiten des Künstlers vollendete große Radierzyklus. – Die »Tauromachia«, zunächst als Illustrationen einer Geschichte des Stierkampfes von Don Nicolás Fernández gedacht, erweiterte Goya später, löste sich von der literarischen Vorlage und gab 1816 eine Folge von 33 Blättern heraus. Später erweiterte er die Suite um zusätzliche zehn Radierungen. – Tadellos erhalten.

49,0 : 38,0 cm. 15, [1] Seiten, 43 Tafeln. – Untere Ecken etwas gestaucht.

621  Francisco de Goya y Lucientes. Los desastres de la guerra.

€ 450

Zweiundachtzig Faksimile-Wiedergaben in Kupfertiefdruck nach den Vorzugsdrucken des Kupferstichkabinetts in Berlin. Herausgegeben von Hugo Kehrer. München, Hugo Schmidt 1921. Mit 82 Gravuren. Originalpergamentband mit Vergoldung.

Eins von 500 Exemplaren. – »Einmalige nummerierte Faksimile-Ausgabe«. – Auf Velinkarton gedruckt. – »Die lapidaren Beschriftungen zu den Radierungen […] zeigen den sarkastischen Geist, schließlich die tiefe Verachtung der Menschen und menschlicher Zustände, die Goya am Ende seines Lebens, in Todesnähe, erfüllte. […] In diesen späten Zeichnungen erreicht er menschlich und als Künstler den Rang Rembrandts, nur, daß seine Nöte auch die unseren sind.« (Erhard Göpel, Die Zeit). – Die Schmidt-Editionen kamen den Madrider Originalausgaben in der Druckqualität sehr nahe, da Max Friedländer, Direktor des Berliner Kupferstichkabinetts, die Klischees anhand der hervorragenden Abzüge der Berliner Sammlung verglich und korrigierte. – Mit einer Einleitung und einem Verzeichnis der Bildtitel.

31,5 : 30,8 cm. [4], 13, [1] Seiten, 82 Gravuren. – Deckelränder gebräunt. – Tafeln an den Rändern minimal gebräunt.

622  Meyer’s Universum

€ 1200

oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Erster [bis] 21. Band. Hildburghausen und New York, Bibliographisches Institut 1834–1860. Mit 21 gestochenen Titelblättern, 20 (statt 21) Drucktitelblättern mit Vignette und 989 Stahlstichtafeln. Meist blau marmorierte Pappbände der Zeit.

Vollständiges Exemplar eines der ambitioniertesten Verlagswerke des 19. Jahrhunderts, Bände 1 und 2 in sechster, die übrigen in erster Auflage. – Nachdem der Verleger und Publizist Joseph Meyer gemeinsam mit dem Journalisten Philip Jakob Siebenpfeiffer 1832 mit förderativen Ideen auf dem Hambacher Fest und liberalen Zeitungsprojekten an der Zensur gescheitert war (die seinem Bibliographischen Institut sogleich den Vertrieb jeglicher Zeitung verboten hatte), entwickelte Meyer den Plan, sich in seinem »Universum«, einer »Bildergallerie für alle Stände und jeden Alters«, dennoch politisch äußern zu können. Die Auslieferung erfolgte in Lieferungen so geringen Umfangs, dass die Zensur nicht tätig wurde. »Der Anfangserfolg muss alle Erwartungen übertroffen haben […] ›Meyer’s Universum […] wurde das erfolgreichste periodische Unternehmen des Verlags. […] Da Meyer außer London und Frankfurt nur einige thüringische Orte kannte, schöpfte er die geographischen Informationen aus zeitgenössischen Reise- und Nachschlagewerken. […] Von eigener Prägung sind jedoch die zeitkritischen Exkurse, denen die Veduten oft nur zum Anlaß dienten.« Immer wieder erläuterte Meyer in den Vorreden der Bände die publizistische Situation in Deutschland. – Die Stahlstiche mit Städten, Landschaften, Gebäuden, Naturereignissen, antiken Ruinen u. v. a. – Vollständige Exemplare sind durch die vielfache Vereinzelung der früher als Wanddekoration und Reiseandenken geschätzten Stahlstiche selten geworden.

19 : 27 cm. Zusammen etwa 3000 Seiten, 1010 Stahlstiche. – Vierzehn Bände uniform gebunden, die übrigen abweichend. Alle etwas berieben und meist bestoßen. – Durchgehend mehr oder weniger stockfleckig. – Nicht eingehend kollationiert, kein Rückgaberecht.

Sarkowski, Bibliographisches Institut 6 und 13.31. – Engelmann, Bibliotheca geographica I, 51. – Vgl. Sabin 48674 (amerikanische Lizenzausgabe)

623  Theodor Nöldeke. Neun eigenhändige Briefe und zwei eigenhändige Briefkarten, alle mit Unterschrift.

€ 1500

Zusammen 25 Seiten. 1898–1923.

Briefe des Straßburger Orientalisten Theodor Nöldeke (1836–1930) an den Gelehrten Immanuel Löw (1854–1944), der seit 1878 Rabbiner im ungarische Szeged war. Er erforschte und systematisierte die talmudische und rabbinische Lexikographie und vor allem die biblische Botanik. Während seiner Studien entstand der Kontakt zu Nöldeke, der sich mit semitischen Sprachen und der arabischen, persischen und syrischen Literatur befasste. – 20.9.1898: »Soeben bin ich damit fertig geworden, Ihre Verbesserungen in mein Exemplar des Payne Smith einzutragen«. – Die folgenden Briefe mit vielen Detailerörterungen zu Übersetzungen, Lesarten und Schreibweisen mit arabischen und hebräischen Zitaten. Nöldeke zitiert und kommentiert viele Publikationen ausführlich. – 1921 wurde Immanuel Löw wegen staatsfeindlicher Äußerungen zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt und verfasste dort sein bis heute gültiges Hauptwerk »Die Flora der Juden«. – 15.2.1921: »Endlich also wieder einmal von Ihnen ein Schreiben, wenn auch nicht von Ihrer eigenen Hand! Warum Sie nicht frei über sich verfügen können, ist mir vollkommen rätselhaft.« – Drei Monate später bedankte sich Nöldeke, der inzwischen wohl von der Inhaftierung erfahren hatte, für einen Artikel Löws in der »Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft der Juden«: »Besten Dank für Ihren ›Kuss‹! Dass Sie unter so trübseligen Verhältnissen solch eine Abhandlung fertig kriegten, so voll allseitiger Gelehrsamkeit und zugleich Zeugnis Ihres Geschmacks, macht Ihnen alle Ehre!« – Die letzte Karte schrieb Nöldeke am 19.6.1923, »unmittelbar vor der ungeheuren Erhöhung der Porti, die durch die von Allah zugelassenen Scheuslichkeiten mit so vielem anderen Elend notwendig geworden zu sein scheint«. Das Porto für eine Briefkarte betrug damals bereits 1.400 Mark. – Inhaltsreiche Briefe mit bedeutenden Überlegungen zu semitischen Sprachen und dem Verhältnis der abrahamitischen Religionen.

624  Friedrich Nietzsche. Der Fall Wagner.

€ 1200

Ein Musikanten-Problem. Leipzig, C. G. Naumann 1888. Originalbroschur in Leinenkassette.

Erste Ausgabe. – Eins von nur 500 Exemplaren, weitere 500 Exemplare wurden irrtümlich bereits als »zweite Ausgabe« bezeichnet, die aber tatsächlich erst 1891 erschien. – Der Text entstand als Folge einer Unterhaltung zwischen Friedrich Nietzsche und Peter Gast in einer Reihe von Briefen. Von Mitte der 1860er Jahre bis zu Wagners angeblicher Hinwendung zum Christentum hatte Nietzsche den Komponisten bewundert, dann schlug die Freundschaft in offene Feindschaft um. Nur ein Jahr später erschien Nietzsches Resümeé der jahrzehntelangen Beziehung, »Nietzsche contra Wagner«. – Ansehnliches und unbeschnittenes Exemplar in der Originalbroschur.

24,0 : 15,0 cm. [8], 57, [1] Seiten. – Broschurumschlag leicht angestaubt und mit einer Schabstelle auf dem Vorderdeckel, leichte Rand- und Eckläsuren teils sorgsam hinterlegt. Rücken und Gelenke mit deutlichen Spuren ehemaliger Einbindung. – Neu auf Japanfalze geheftet.

Schaberg 54. – Krummel XVII

625  Friedrich Nietzsche. Götzen-Dämmerung

€ 300

oder Wie man mit dem Hammer philosophirt. Zweite Auflage. Leipzig, C. G. Naumann 1893. Originalbroschur.

Wie für die erste Auflage, für deren Druck Nietzsche selbst aufgekommen war, wurden im Mai 1893 erneut 1000 Exemplare gedruckt. – Nietzsche hatte im September 1888 diesen ersten Teil seines gewaltigen Projekts der »Umwerthung aller Werthe« abgeschlossen, aus welchem später »Ecce Homo«, »Dionysos Dithyramben« und »Nietzsche contra Wagner« hervorgehen sollten. Ihm schwebte zunächst der Titel »Müßiggang eines Psychologen« vor. Peter Gast fand, dieser Name klinge zu anspruchslos. Am 20. September 1888 schrieb er an Nietzsche, dieser habe seine »Artillerie auf die höchsten Berge gefahren, habe Geschütze, ›wie es noch keine gegeben‹ und brauche nur ›blind zu schießen, um die Umgegend in Schrecken zu versetzen‹. Alles das sei kein ›Müßiggang‹ mehr.« (R. Margreiter bei Volpi, Lexikon der philosophischen Werke).

23,4 : 15,7 cm. [8], 116 Seiten. – Umschlag am Rücken eingerissen, vorderer unten geknickt und mit Besitzvermerk, Ränder etwas gebräunt und »ausgefranst«.

Schaberg 56 Anmerkung

626  Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

€ 1800

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit üppigem Buchschmuck in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde.

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Deckel leicht angestaubt. Vordergelenk angeplatzt. – Durchgehend gering stockfleckig, Vorsätze und erste Seiten stärker.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

627  Dante Alighieri – Il Codice Trivulziano 1080 delle Divina Commedia.

€ 250

Riprodotto in eliocromia sotto gli auspici della sezione Milanese dell Società Dantesca Italiana […] con cenni storici e descrittivi di Luigi Rocca. Mailand, Ulrico Hoepli 1921. Durchgehend farbige Faksimilelichtdrucke. Originallederband mit Blindprägung und goldgeprägten Titeln.

Eins von 350 Exemplaren. – Aufwändiges Faksimile der Handschrift aus dem 14. Jahrhundert, die in der Biblioteca Trivulzian aufbewahrt wird. Die Bibliothek im Mailänder Castello Sforzesco ist unter anderem für ihre Dante-Sammlung berühmt. – Mit dem Kommentarbeiheft – Gedruckt bei Calzolari & Ferrario, Mailand, gebunden bei Legatoria Sociale, Mailand.

38,8 : 27,5 cm. 107 Faksimileblätter. – Einband, besonders am Rücken, berieben, Deckel mit weißen Farbspuren.

628  Dante [Divina Comedia] con l’espositioni di Christoforo Landino, et d’Alessandro Vellutello.

€ 2000

Sopra la sua Comedia dell’ Inferno, del Purgatorio, & del Paradiso. Con Tavole, Argomenti, & Allegorie, & riformato, riveduto, & ridotto alle sua vera lettura, per Francesco Sansovino Fiorentino. Venedig, Fr. Rampazetto für Giambattista und Marchio Sessa 1578. Mit großem Danteporträt als Titelholzschnitt, 96 teils wiederholt vorkommenden Textholzschnitten und einer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Pergamentband der Zeit mit vergoldetem Rückentitel.

Erster Neudruck der von Sansovino herausgegebenen Ausgabe, die erstmalig die Kommentare von Landino und Vellutello gemeinsam enthielt. – Mit Widmung des Druckers Rampazetto an den Herzog von Mantua, Gulielmo Gonzaga. – Das Dante-Porträt in breiter Kartusche auf dem Titel und die schönen Holzschnitte stammen aus der Francesco Marcolini-Ausgabe von 1544. – »Marcolinis’s artist shows himself independent of the earlier editions. While the fifteenth-century blocks could serve as a quick reference for figures in the text, these 1544 blocks are an extension of the commentary, a more instructive form of illustration« (Mortimer). – Insgesamt sehr gut erhalten.

33: 23 cm. [28], 163, [4], 164–392 Blätter. – Rücken wurmstichig. – Bindung unten etwas gelockert. Einige Ränder mit Farbspuren von der Schnitteinfärbung. Die letzten Blätter von Teil 1 gebräunt. – Zahlreiche alte Anmerkungen.

Adams D 108. – Mortimer 148 Anmerkung. – Graesse II, 330

629  Dante Alighieri. Göttliche Comœdie.

€ 450

Metrisch übertragen und mit kritischen und historischen Erläuterungen versehen von Philalethes. Erster [bis] Dritter Theil. – Die Hölle. – Das Fegefeuer. – Das Paradies. Dresden und Leipzig, Arnold 1839, 1840 und 1849. Mit drei Titelkupfern, vier gestochenen Umschlagillustrationen, gestochenen und mit Tonplatte gedruckten Titeln sowie acht gefalteten Kupferstichen. Späterer Halbpergamentbände mit kalligraphiertem Rückentitel.

Vollständiges Exemplar aller drei Teile in den endgültigen Fassungen. – »Die Hölle«, die bereits 1828 und 1833 einzeln erschienen war, in zweiter vermehrter Ausgabe, »Fegefeuer« und »Paradies« in erster. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), ab 1854 sächsischer König. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit) schuf er die bis heute anerkannte deutsche Fassung mit ausführlichen Anmerkungen. – Die Kupfer auf Frontispizen und Umschlägen (Teil 1 auch mit Hinterumschlag) stammen von M. Retzsch, H. Hess, L. Richter und E. Bendemann. – Die Faltkupfer mit Karten von Florenz und Umgebung, einer eindrucksvoll genauen Schnittdarstellung des Abstiegs in die Hölle, einem Grundriss des Fegefeuers und einer Ansicht vom »Sitz der Seligen«. – Kleiner Trockenstempel auf den Vorsatzblättern.

27,4 : 22,0 cm. [2], IV, 300; VI, 336; X, 440 Seiten; 14 Kupfer. – Zehn Blätter am Anfang von Band 1 im Unterrand beschädigt.

Rümann 294

630  Dante Alighieri. Göttliche Komödie.

€ 300

Übersetzt von Wilhelm Krigar. Illustrirt von Gustave Doré. Mit einem Vorwort von Karl Witte. Erster [bis] Dritter Theil: Die Hölle. – Das Fegefeuer. – Das Paradies. Berlin, W. Moeser [1870–1871]. Mit 136 Holzschnitten nach Gustav Doré, davon ein Dante-Porträt, und zahlreichen Holzschnittinitialen und -zierstücken. Dunkelrote Maroquinbände um 1900; Titel, Bordüren und Buchschnitt vergoldet.

Erste deutsche Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Dorés prächtige Illustrationen, in Holz geschnitten für die 1861–1868 erschienene französische Ausgabe, prägten auch die Vorstellungen des deutschen Publikums für lange Zeit. Detailverliebt und fast bildhaft macht Doré den Betrachter bis heute zum nahen Begleiter der beiden Protagonisten. – Die Holzschnitte mit Tonplatte gedruckt, jeder mit einem Seidenvorblatt mit dem Textzitat. – Auf glattem weißen Papier. – Opulente Ausgabe.

38 : 29 cm. XVI, 168; VIII, 176; [8], 171, [1] Seiten, 136 Holzschnitte. – Titel von Band II leicht stockfleckig. – Exlibris Christian Rapp.

631  Dante Alighieri. La Divina Commedia.

€ 600

Illustrata dall Attilio Razzolini di Firenze. Mailand, Alfieri Lacroix 1902. Mit vier illustrierten Titelblättern und 102 illustrierten Seiten. Brauner Ecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Seltene Ausgabe. – Kleinformatiges, sehr feines Faksimile des Originalmanuskripts, das Attilio Razzolini 1902 auf 104 Pergamentblätter kalligraphiert und mit Randleisten und Initialen verziert hatte. Die Miniaturenbilder zeichneten A. Alessandrini, S. Bicchi, I. Olivotto, G. Tetti und V. Pochini. – Das Originalmanuskript ist Teil der Ryland Collection in der University Library Manchester. – Elegant gebundenes Exemplar mit Seidenvorsätzen und floralen Bordüren. – Mit goldgeprägtem Exlibris William Davignon. – Eine Beigabe.

14,5 : 20,2 cm. [110] Seiten. – Deckel minimal berieben, 2 kleine Farbspritzer.

632  Dante Alighieri. Vita nova.

€ 400

Illustrée par Maurice Denis. Traduite par Henry Cochin. Paris, Le Livre Contemporain 1907. Mit zahlreichen ein- und mehrfarbigen, teils blattgroßen Farbholzschnitten von Jacques Camille und Georges Beltrand nach Maurice Denis. Lose Doppelblätter in Originalumschlag.

Eins von 130 Exemplaren, dediziert für M. F. Neves. – Auf chamoisfarbenem Bütten »BFK Rives«. – Italienisch-französischer Paralleltext. – Maurice Denis (1870-1943) war zusammen mit Pierre Bonnard und Édouard Vuillard, mit denen er sich ein Atelier teilte, Gründungsmitglied der Künstlergruppe »Les Nabis«. 1903 veröffentlichte Ambroise Vollard seine 216 Holzschnitte zu Thomas von Kempis »L’imitation de Jésus-Christ«.

30,5 : 22,5 cm. VIII, 111, [1] Seiten. – Die Chemise restauriert, der Schuber erneuert.

Monod 3408

633  Dante. Stellen a. d. Goettlichen Komoedie.

€ 200

Umdichtung v. Stefan George. Berlin, Verlag der Blätter für die Kunst 1909. Flexibler Originalpergaminband mit Titelaufdruck in Rot und Blau.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren. – »In genauer Nachbildung der Ur-Schrift bei Otto von Holten Berlin hergestellt. – Druck nach Georges Handschrift in Rot und Blau auf Bütten. – Schönes Exemplar.

28,2 : 18,5 cm. [40] Seiten. – Pergaminumschlag etwas gebräunt und mit kleinen Abplatzungen. – Oberer Schnitt etwas gebräunt.

Landmann 296

634  Dante Alighieri. Göttliche Comödie.

€ 600

Übertragen von Philalethes. [Drei Teile in einem Band]. München, Hans von Weber 1914–1916. Pergamentband mit reicher Goldprägung.

Fünfter Hyperiondruck. – Eins von 400 Exemplaren für den Handel, weitere 100 römisch nummerierte waren der Vereinigung »Die Hundert« vorbehalten. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Van Gelder-Bütten. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), ab 1854 sächsischer König. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit) übersetzte er unter anderem Dantes Komödie. – Alle drei Teile hier zusammengebunden, am Ende der Druckvermerk von Teil 1. – Der Einband mit prächtiger Vergoldung beider Deckel, des Rückens und der angeschrägten Innenkanten blieb unsigniert.

29,8 : 22,0 cm. [8], 189, [1]; [4], 191, [1]; [4], 196, [2] Seiten. – Die erste und letzte Seite, beide leer, stockfleckig.

Rodenberg 415, 5. – Schauer II, 62

635  Dante Alighieri – Claus Wrage. 24 Kaltnadel-Radierungen zu Dantes »Vita nouva«.

€ 750

1921. 24 : 18 cm (48,5 : 35,2 cm). Signiert und bezeichnet.

»Exemplar I, N: 23/57«, so kryptisch die radierte Titelvignette. – Auf Kupferdruckkarton. – Jede Radierung signiert und mit der Kapitelnummer beschriftet. – Claus (Klaus) Wrage (1891–1984) war eng mit dem Hamburger Expressionisten Karl Lorenz befreundet, hatte 1920 in Malente seine Holm-Presse gegründet und mehrfach Holzschnitte zu Lorenz’ Almanachen und Zeitschriften beigesteuert. Im Handel und im Bestand des Lindenau-Museums (Sammlung Hoh) sind nur seine Holzschnitte zu Dantes »Divina Commedia« nachweisbar. – Der radierte Titel (15,5 : 17,5 cm) auf Kartonblatt montiert. Alle zusammen lose in moderner Halbpergamentmappe.

Das erste Blatt links unten mit schmalem Knick, die beiden letzten am Unterrand leicht fleckig.

Nicht Kat. Lindenau-Museum, nicht bei Rifkind Collection

636  Dante [Alighieri]. Das neue Leben.

€ 250

Mit Holzschnitten von Erwin Lang. Wien und Leipzig, Avalun 1921. Mit neun großen Textholzschnitten und einer Holzschnittinitiale. Rotgefärbter Originalpergamentband mit goldgeprägten Titeln und Vignette, Kopfschnitt vergoldet.

Achter Avalun-Druck. – Eins von 30 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 300). – Auf schwerem Hadernbütten gedruckt bei Jakob Hegner, Dresden-Hellerau. – Die Einbände fertigte E. A. Enders in Leipzig nach Entwurf von Walter Tiemann. – Die Übersetzung stammt von Richard Zoozmann. – Der in Wien geborene Erwin Lang (1886–1962) war Mitglied des Hagenbundes (zusammen mit Kokoschka und Schiele) und stellte 1911 erstmals aus. Seine Dante-Holzschnitte wurden bereits 1913 für eine Ausgabe des Georg Müller Verlags stark verkleinert als Strichätzungen reproduziert, für die prächtige Avalunausgabe wurden sie erstmals in voller Größe (26 : 24 cm) von den Originalstöcken gedruckt.

51,5 : 38,0 cm. 65, [7] Seiten. – Pergament teils etwas verfärbt. – Einige Ränder leicht fleckig. – Gestochenes Exlibris.

Rodenberg 332, 8. – Sennewald 21,1

637  Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie.

€ 450

Deutsch von Otto Gildemeister. Herausgegeben von Karl Toth. Farbenphantasien von Franz von Bayros. Erster [bis] Dritter Band. Hölle. – Fegefeuer. – Paradies. Zürich/Leipzig/Wien, Amalthea 1921. Mit zusammen 60 farbigen Lichtdrucken nach den Aquarellen. Grüne Originalmaroquinbände mit Marmorpapiervorsätzen und reicher Deckel-, Rücken- und Schnittvergoldung.

Eins von 1100 Exemplaren der italienisch-deutschen Parallelausgabe. – Das Widmungsblatt für »Prinz Philipp von Hessen, dem gütigen Freunde und Förderer meiner Kunst« von Franz von Bayros signiert. – Die Lichtdrucke auf Kartonblätter aufgewalzt, jeweils mit einem Seidenvorblatt mit der entsprechenden Textpassage. – Alle Textseiten mit farbigen Bordüren umrahmt, wie die Titel der drei Teile in Blau, Grün und Rot. – Von der Rückenverfärbung abgesehen, sehr gut erhalten.

26,9 : 23,5 cm. – Rücken stark, aber gleichmäßig und auch die Oberkanten und zwei Deckeloberränder gebräunt.

638  Dante Alighieri. La Divina Commedia.

€ 400

München, Bremer Presse 1921. Pergamentband mit Rückenvergoldung im Stil der Bremer Binderei.

Neuntes Buch der Bremer Presse. – Eins von 300. – Breitrandiger Handpressendruck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Gesetzt aus der 16pt Antiqua, der Hauptschrift der Presse. – Titel, Zwischentitel und Initialen sowie die drei ganz außergewöhnlichen Eingangsinitialen des jeweils ersten Gesangs zeichnete Anna Simons. – Herausgegeben von Berthold Wiese. – Die erste Hälfte des Werkes wurde Anfang 1921 noch in Bad Tölz gedruckt. Die geplanten zweiseitigen Holzschnitte von Ferdinand Hodler wurden nicht ausgeführt.

34 : 21 cm. [6], 458, [8] Seiten.

Lehnacker 9. – Rodenberg 58, 10. – Schauer II, 68. – Papiergesänge 37

639  Dante Alighieri. Sonetti, Ballate, Sestine.

€ 250

Scritta a mano die Anna Simons […] dall’originale nel xv. centenario del Poeta. München, Drei Masken [1921]. Originalpergamentband mit Deckelvignette, Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber mit Pergamentkanten.

Bibliotheca manu scripta (Münchner Skriptor-Drucke), Reihe I, Band VI. – Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe auf Japan, im Druckvermerk von der Schriftkünstlerin signiert. – Nach der Kalligraphie von Anna Simons geedruckt in Blau und Schwarz.

19,0 : 16,0 cm. [36] Seiten. – Vereinzelte Blätter im Falz minimal stockfleckig.

Rodenberg 441, I.2

640  Dante Alighieri. Die gœttliche Komœdie.

€ 200

Uebersetzt von Karl Witte. Mit einer Einleitung von Max von Boehn. Berlin, Askanischer Verlag 1921. Mit zahlreichen, teils montierten Abbildungen. Originallederband mit reicher ornamentaler Blindprägung und rot-goldenem Rückenschild, Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Die Einleitung des Kulturhistorikers Max von Boehn erläutert reich bebildert Dante-Illustrationen aus sechs Jahrhunderten. – Der Erstdruck der Übersetzung von Karl Witte entstand bei Otto von Holten, Berlin, gesetzt aus der George-Type. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung des Herausgebers.

26,3 : 20,0 cm. 573, [1] Seiten. – Rücken stark, Kanten leicht berieben.

641  Dante Alighieri. Die Hölle.

€ 1000

Mit Radierungen von Willy Jaeckel. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1923. Mit 35 Radierungen, davon zehn blattgroß. Schwarzer Originalschweinslederband mit goldgeprägten Titeln.

Eins von 80 Exemplaren der Vorzugsausgabe B mit den signierten Radierungen und in Schweinsleder gebunden (Gesamtauflage 200). – Auf Drysted-Bütten. – Nach der Übersetzung von Karl Streckfuß neu bearbeitet von Richard Hirsch. Den Text druckte Jakob Hegner, Dresden-Hellerau, die Radierungen die Ensrud-Presse, Berlin. – »Jaeckels Expressionismus ist ein sehr persönlicher. Sein ›Hang zum Metaphysischen, zum visionär Versponnenen und zugleich Ekstatischen […]‹ ist besonders in seinen großen graphischen Zyklen zu erkennen.« (Adolf Sennewald). – Die Radierungen Jaeckels zu Dantes Göttlicher Komödie – es waren zunächst Illustrationen zu allen drei Teilen geplant, die aber nicht realisiert wurden – gelten als »seine bedeutendsten Buchillustrationen. […] Während vielfach die Schilderungen der jeweiligen Höllenorte die Künstlerphantasien mindestens ebenso anregten wie die des Geschehens – man denke an Gustav Doré – reduziert Jaeckel diese auf das Wesentliche, woraus um so klarer die jeweilige Situation um Dante und Vergil hervortritt. […] Unter den großartigen Bilderfindungen Jaeckels begeistert diejenige des Drachens Geryon besonders« (Stilijanov-Nedo, Regensburg 1987, mit Abbildung der Geryon-Graphik auf dem Umschlag). Ludwig Volkmann stellte Jaeckels graphische Ausdruckskraft im Dante ebenbürtig neben die Schöpfungen William Blakes.

43 : 30 cm. 96, [4] Seiten. – Rücken oben und unten leicht berieben. – Einige Blattränder leicht fingerfleckig.

Stilijanov-Nedo 95, Seite 29f. – Lang, Expressionismus 138. – Sennewald 23, 2

642  Dante Alighieri. Die Hölle.

€ 300

Mit Radierungen von Willy Jaeckel. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1923. Mit 35 Radierungen, davon zehn blattgroß. Halbleinenband.

Unnummeriertes Exemplar, wie die 100 der Ausgabe C im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Drysted-Bütten.

42,5 : 30,2 cm. 96, [4] Seiten. – Rücken erneuert, Deckel berieben. – Die Blätter mit beim Druck entstandenen Quetschfalten. Vereinzelt leicht fleckig.

Stilijanov-Nedo 95, Seite 29f. – Lang, Expressionismus 138. – Sennewald 23, 2

643  Dante Alighieri. La Divina Comedia

€ 1200

coi disegni di Sandro Botticelli. Berlin, Officina Serpentis 1925. Mit 86 Holzschnitten nach Botticellis Vorlagen und 107 in Rot gedruckten Initialen und Zwischentiteln nach H. Th. Hoyer. Violetter Ecrasélederband mit üppiger Vergoldung (signiert: Holzhey & Sohn). Im Schuber mit vergoldeten Lederkanten.

Eins von 200 Exemplaren mit den rot gedruckten Holzschnitt-Initialen (Gesamtauflage 265). – Auf Hahnemühle-Bütten. – Jeder der drei Gesänge wird durch ein typographisches und ein ornamentiertes Zwischentitelblatt eingeleitet, auch diese in Rot gedruckt. Bruno Rollitz schnitt sowohl diese prächtigen Hoyer-Entwürfe, als auch dessen zahlreiche Initialen und die fotografisch auf Holz übertragenen Handzeichnungen Botticellis. – Bereits 1921 hatte Tieffenbach den zweiten Gesang drucken lassen, 1925 erfolgte zusammen mit Teil 1 und 3 ein Neudruck, da ihn die Druck- und Papierqualität der früheren Ausgabe nicht zufriedenstellte. – »Dantes ›Divina Comedia‹ […] reizte Tieffenbach in dessen Urgestalt, will sagen, jenem 1481 bei Nicolaus Laurenti in Breslau, mit Kupferstichen nach Zeichnungen von Botticelli illustriertem Inkunabeldruck. Tieffenbachs 1925 vollendete Neuausgabe […] feierte die Wiedergeburt eines der klassischen Illustrationswerke der Frühdruckzeit.« (Jürgen Eyssen). – Wenn auch kein Exemplar der Vorzugsausgabe ist das vorliegende überaus prächtig gebunden, die Deckelkanten mit breiten Bordüren und Fleurons, Kopfschnittvergoldung, die Spiegel und Vorsatzblätter aus Marmorpapier. – Aus der Bibliothek Salman Schocken, versteigert 1976 in Hamburg (Dr. Ernst Hauswedell, Auktion 211, KatNr. 910).

39,8 : 28,8 cm. [84, 76, 76, 4] Seiten. – Bünde und Ecken minimal berieben, minimal fleckig. – 2 Seiten mit kleinem Tintenfleck am Rand.

Rodenberg 516. – Backe/Köppen 110. – Eyssen S. 92

644  Dante Alighieri – Ebba Holm. Dante Alighieri. La Divina Comedia.

€ 3000

107 Holz- und Linolschnitte. Um 1923–1928. Ca. 25 : 20 cm (44,8 : 27,8 cm). Signiert und bezeichnet, einige datiert.

Die vollständige Folge enthält: Dante-Porträt (koloriert), Hauptitel sowie, jeweils durch einen ornamentalen Zwischentitel eingeleitet, die drei Teile »Inferno« (35 Linolschnitte), »Purgatorio« (33) und »Paradiso« (34). – Auf Zanders-Bütten. – Auf die unsignierten Zwischentitel wurde jeweils der in Tusche geschriebene italienische Titel aufgezogen. – Ebba Holm (1889–1967) studierte zunächst in Berlin, später auch in Paris. Von entscheidender Bedeutung für ihr künstlerisches Schaffen waren die wiederholten Italienaufenthalte. Sie gewann dort Einblicke in die Kunst der Renaissance und teilte die damals dort neu aufkommende Begeisterung für den Holzschnitt. Sie wurde Mitarbeiterin der italienischen Zeitschrift »Xilografia« und ab 1923 entstand der vorliegende Zyklus, der nie veröffentlicht, in Teilen aber ausgestellt wurde. – Das Exemplar aus dem Nachlass der Künstlerin, mit ihrem Exlibris auf dem Innendeckel und einem eigenhändigen (?) Inhaltsverzeichnis in italienischer Sprache samt der Bleistiftanmerkung »Traesnit samt enkelte linoliumssnit | Eneste eksisterende mappe«.

Mappe etwas lädiert. – Der letzte Linolschnitt rückseitig gebräunt.

Vollmer II, 474

645  Dante Alighieri. Die göttliche Komödie

€ 300

und andere Werke. 15 Übersetzungen ins Deutsche. 1767–1943. Originaleinbände.

Meist erste Ausgabe der jeweiligen Nachdichtung, teils italienisch-deutscher Paralleltext. – I. L. Bachenschwanz. Hölle/Paradies (Fegefeuer fehlt). Leipzig 1767 und 1769. – II. Karl Ludwig Kannegießer Lyrische Gedichte. Leipzig 1827. – III. J. B. Hörwarter und K. v. Enk. Innsbruck 1830. – IV. Philalethes (Johann, König von Sachsen). 4. Abdruck. Leipzig 1891. – V. Friedrich Notter. Stuttgart 1871–72. – VI. Otto Gildemeister. 3. Auflage. Berlin 1900. – VII.Richard Zoozmann. Poetische Werke. Freiburg 1908. – VIII. Stefan George. Berlin 1912. – IX. Paul Pochhammer. 3. Auflage. Leipzig 1913. – X. Axel Lübbe. Leipzig 1920. – XI. Konrad Falke. Zürich 1921. – XII. Karl Federn. Das neue Leben. Berlin 1921. – XIII. Karl Vossler. 2. Auflage. Heidelberg 1925. – XIV. Rudolf Borchardt. München, Bremer Presse 1930. – XV. Benno Geiger. Dantes Hölle. Padua 1943. – Alle gut erhalten.

646  Dante Alighieri. Illustrationen zur Göttlichen Komödie.

€ 450

Vier Ausgaben des 19. und eine Faksimileausgabe des 20. Jahrhunderts. 1861–1921.

I. Galleria Dantesca. Riproduzione di 27 grandi quadri dipinti a Finto Arazzo […]. Rom 1861. Montierte Bildtafel mit viersprachigen Textzitaten. – II. Federico Faruffini: Commedia di Dante Alighieri con ragionamenti e note di Niccolo Tommaséo. Drei Bände. Mailand, Pagnoni 1865. Mit 55 Kupfertafeln, die Tommaséo laut Notiz des Vorbesitzers als »fein gestochene Geschmacklosigkeit, die seinen Text verunstaltet hat«, bezeichnete. – III. Buonaventura Genelli. Umrisse zu Dante’s Göttlicher Komödie. Unter Aufsicht des Künstlers gestochen von H. Schütz. Neue Ausgabe mit Erläuterungen in deutscher, italienischer und französischer Sprache. Herausgegeben von M. Jordan. Leipzig, Alphons Dürr 1867. – IV. Bernhard Schuler. Dante’s Göttliche Komödie in 125 Bildern nebst erläuterndem Texte. München, Eigenverlag 1892. – V. Sandro Botticelli. Die Zeichnungen zu Dante Alighieri »Die Göttliche Komödie«. Einleitung von Emil Schaeffer. Berlin, Julius Bard 1921. Faksimile. Eins von 300 (400) Exemplaren. – II-IV großformatig, III mit deutlichen Alterungsspuren.

647  Dante Alighieri. Die göttliche Komödie

€ 350

und andere Werke. Zwölf illustrierte und bibliophile Ausgaben. 1905–1938.

I. Ein Dantekranz aus hundert Blättern. Berlin 1905. Illustrationen von Franz Stassen. – II. Boccaccio. Das Leben Dantes. Leipzig, Insel 1909. Buchschmuck von F. H. Ehmcke. Originalhalbpergament. – III. La vita nova. Illustrata Gabriele Rossetti. Turin 1911. – IV. Opera omnia. Leipzig, Insel 1921. Dünndruck, zwei flexible Originalkalblederbände, Schutzumschlag, Schuber, tadellos. – V. Jubiläumsausgabe zum 600. Todestag. Leipzig, Hesse & Becker 1921. Eins von 260 Exemplaren auf van Gelder-Bütten, Handeinband. – VI. Dasgleiche, anderer Handeinband. – VII. Übersetzung von Karl Witte. Bildern von B. Genelli. Berlin, Askanischer Verlag 1921. – VIII. Sonetti, Ballate, Sestine. Kalligraphie Anna Simons. München 1921. – IX. Übetragungen von Stefan George. 4. erweiterte Auflage. Berlin, Bondi 1925. Blauer Originalkalblederband. – X. L’enfer. Illustrations de Edy Legrand. Paris 1930. –XI. Die Handschriften des Briefes Dantes an Can Grande della Scala. Faksimile. Zwickau 1933. – XII. Erinnerungsausgabe. Übersetzung von Karl Witte. Einleitung von Max von Boehn. Berlin, Askanischer Verlag 1938.

648  Kelmscott Press – Thomas More. Utopia.

€ 2500

Hammersmith, Kelmscott Press 1893. Mit Holzschnittbordüren und zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Flexibler Originalpergamentband mit Schließbändern, Rückentitel vergoldet.

Eins von 300 Exemplaren. – Druck in Rot und schwarz auf kräftigem breitrandigen Bütten. – Mit einem Vorwort und Buchschmuck von William Morris. – Herausgegeben von F. S. Ellis und vertrieben durch Reeves & Turner. – Im England des 16. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Renaissance, der Reformation und der Glaubenskriege, in dem ständig Kunde von neu entdeckten Weltgegenden nach Europa drang, trieb den englischen Juristen Thomas More (1478–1535) die Frage um: Kann es ein gerechtes Staatswesen geben, das alle Menschen glücklich und wohlversorgt leben lässt? Vor diesem Hintergrund entstand »Utopia«, der angeblich wahre Reisebericht eines Seefahrers, der ein ideales Staatswesen auf einer Insel jenseits des Äquators erlebt haben will. More diskutiert über Privateigentum und soziale Gleichheit. Das Leben der Utopier ist geprägt vom Streben nach Bildung, Gleichheit und Fleiß, aller Besitz ist gemeinschaftlich, Juristen braucht das Land nicht. Im Gegensatz zur vorherrschenden Auffassung eines jedem Menschen vorbestimmten und unentrinnbaren Schicksals, glaubte der Humanist Thomas Morus an Vernunft und Handlungsfreiheit, die jedem Menschen von Gott gegeben sei. – Mit »Utopia« entstand ein neues Kapitel der Literaturgeschichte, der utopische Roman. – Innen tadellos.

21,0 : 15,0 cm. [6], XIV, 282, [6] Seiten. – Pergament leicht angestaubt.

Sparling 16. – Tomkinson 16

649  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust. Eine Tragoedie.

€ 2500 ( R7 )

Zweiter Theil. Doves Press, Hammersmith 1910. Karminroter Originalecrasélederband mit Rücken-, Deckel-, Stehkanten-, Innenkanten- und Schnittvergoldung. Buchschnitt vergoldet. Im gefütterten Originalschuber mit roten Lederkanten (signiert: Frieda Thiersch).

Eins von 250 Exemplaren auf Batchelor-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse (Gesamtauflage 272). – Handpressendruck der Doves Press von Cobden-Sanderson und Emery Walker mit der Doves Press Type in Rot und Schwarz. – Die Titelschriften und die großen Initialen wurden von Edward Johnston gezeichnet und von Eric Gill in Holz geschnitten. – Der umfangreichste von sechs deutschsprachige Goethe-Drucke Cobden-Sandersons. – Marianne Tidcombe bezeichnet den »Faust« als »one of the most beautiful books produced at the Doves Press«. – Die junge Buchbinderin Frieda Thiersch war nach ersten Studien an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München nach London gegangen, um bei Cobden Sanderson und Charles McLeish das Buchbinderhandwerk zu erlernen. Entgegen der gängigen Signatur »The Doves Bindery C – S« signierte die gerade einmal 19jährige Frieda Thiersch souverän mit eigenem Namen. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss mit dessen Monogrammstempel auf dem fliegenden Vorsatz. – Tadelloses Exemplar.

23,5 : 16,5 cm. 260, [2]; 373, [3] Seiten. – Kleines Nummernschildchen auf dem Vorsatzblatt.

Tidcombe DP 20. – Tomkinson 56, 20

650  Doves Press – Goethe. Auserlesene Lieder, Gedichte und Balladen. Ein Strauss.

€ 1200 ( R7 )

Ein Strauss. Hammersmith 1916. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 175 Exemplaren auf Bütten, daneben erschienen zehn Exemplare auf Pergament. – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Zwischen- und Kolumnentitel sowie die Initialen wurden in Rot gedruckt. – Beiliegend die Originalrechnung der Doves Press, Hammersmith für J. R. MacDonald Esq. M. P. (1866–1937, Mitbegründer der Labour Party und deren erster Premierminister), mit handschriftlichem Zusatz und Steuermarke und eigenhändiger Quittierung: »1 copy Goethe Gedichte £ 3·3·0 Rec d with thanks Oct 12th 1916 The Doves Press p.p. A. M.« – Thomas James Cobden-Sanderson gilt neben William Morris als der maßgebliche Erneuerer der englischen und darauf folgend der europäischen Buchkunst um 1900. Durch die Weimarer Goethe-Ausgabe angeregt und auf deren Textfassung basierend, edierte er im Laufe der Jahre sechs deutschsprachige Goethe-Drucke: 1906 und 1910 die beiden Teile des »Faust«, 1911 »Die Leiden des jungen Werther«, 1912 »Iphigenie auf Tauris«, 1913 »Torquato Tasso« und schließlich als einen der letzten Drucke der Presse 1916 die vorliegende Auswahl. – Schönes Exemplar, das Pergament etwas dunkler gefärbt als üblich.

23,8 : 17,0 cm. [8], 226, [12] Seiten.

Tidcombe DP 39. – Tomkinson 58, 48

651  Avalun-Drucke – Bibliomanen [I und II].

€ 750

Drei Erzählungen von Nodier, Flaubert, Asselineau. – Zwei Erzählungen von Paul Lacroix (P. L. Jacob) und Charles Newil. Wien/Leipzig 1921 und 1923. Mit elf signierten Radierungen von Hugo Steiner-Prag bzw. zwölf signierten Radierungen, davon eine als Titel- und eine als Schlussvignette, von Walter Tiemann. Braune marmorierte Originalkalblederbände mit Rücken- und Deckelvergoldung sowie grün-goldenem Rückenschildchen (Leipziger Buchbinderei AG, vorm. Gustav Fritzsche bzw. E. A. Enders, Leipzig).

Avalun-Drucke 11 und 27. – Eins von 200 bzw. 250 Exemplaren der Vorzugsausgaben mit den signierten Radierungen und in Ganzleder (Gesamtauflagen 400 bzw. 450). – »Die Bibliomanenfratze ist die Selbsterkenntnis des Bibliophilen, den die bedeutenden Ereignisse in seinem Leben, die für ihn Bücher sind, nicht zu überwältigen vermögen. Er versteht den Bibliomanen und verzeiht ihm […] Jeder Bibliophile hat seinen Bibliomanen in sich, die absonderliche Art der Büchernarren ist Menschenwesen.« (G. A. E. Bogeng im Vorwort).

19 : 13 cm. 114 Seiten, 11 Radierungen. – Ränder minimal berieben, Gelenke von I etwas stärker. Deckel mit wenigen winzigen Kratzspuren.

Rodenberg 332, 11 und 336, 27. – Sennewald 21,3 (Steiner-Prag)

652  Bremer Presse – Immanuel Kant. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

€ 600 ( R7 )

Herausgegeben von Erich Becher. München 1925. Originalpergamentband mit Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Bremer Binderei. F. Th.). Im Schuber mit Pergamentkanten.

Eins von 285 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Erstmals wurde hier die 11pt Antiqua der Bremer Presse verwendet. – Titel und Initialen von Anna Simons. – Sehr schönes Exemplar.

28,0 : 19,2 cm. [4], 122, [8] Seiten. – Vorsätze leicht stockfleckig.

Lehnacker 19. – Rodenberg 485, 19. – Schauer II, 68

653  Bremer Presse – Aischylos. Prometheus desmontes

€ 600

(griechisch: Der gefesselte Prometheus). München 1926. Mit 18 Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Blauer Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägten Fileten auf Deckel-, Steh- und Innenkanten, sowie Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 250 Exemplaren. – Handpressendruck auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben von Albert Rehm. – Gesetzt aus der Griechisch Type der Presse.

27,0 : 19,2 cm. [80] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. Vordergelenk unten angeplatzt. – Exlibris.

Lehnacker 20 (mit Abbildungen). – Rodenberg 485, 20. – Schauer II, 68

654  Bremer Presse – Walther von der Vogelweide. Gedichte.

€ 900 ( R7 )

Herausgegeben von Carl von Kraus. München 1931. Originalpergament mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt (signiert: Bremer Presse F. Th.). Im Originalschuber mit Pergamentkanten.

Siebter Sonderdruck für die Vereinigung von Freunden der Bremer Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Gesetzt aus der 14pt Deutschen Schrift (Fraktur), gedruckt auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Titel und eine Initiale zeichnete Anna Simons. – Dieser Ausgabe ist im Wesentlichen der Text der achten Lachmannschen Ausgabe von 1923 zugrunde gelegt. – Druckfrisches Exemplar.

28,5 : 19,4 cm. [6], 158, [8] Seiten.

Lehnacker 35. – Schauer II, 69

655  Bremer Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Hermann und Dorothea.

€ 700 ( R7 )

Herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus. München 1922. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelkantenfileten (signiert: Bremer Binderei, F. Th.).

Eins von 500 Exemplaren. – Handpressendruck für den Verlag der Bremer Presse. – Gesetzt aus der 1922 neu geschnittenen 12p Antiqua. – Den Titel und die neun Initialen zeichnete Anna Simons. – Seit dem Sommer 1922 erschienen in dem Verlag der Bremer Presse Drucke, »die aus eigenen Schriften […] gesetzt und auf einer Handpresse gedruckt werden« (Verlagswerbung, zitiert nach Rodenberg). – Schönes Exemplar in einem der klassischen Pergamentbände der Hausbinderei.

28,2 : 20,8 cm. [6], 62, [8] Seiten. – Vorsätze stockfleckig, die drei ersten Blätter mit zwei winzigen Braunfleckchen.

Lehnacker 41. – Rodenberg 59, 3

656  Bremer Presse – Anna Simons. Titel und Initialen für die Bremer Presse.

€ 1500

München 1926. 23 lose Blätter in Originalhalbleinenmappe mit Titelschild.

Eins von 220 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Enthält drei Blätter mit Titel, Vorwort und Inhaltsverzeichnis sowie 20 Tafeln mit den Titelschriften zu 35 Werken der Bremer Presse und (lt. Lehnacker) 615 Initialen. – Anna Simons (1871–1951) studierte in England unter anderem bei Edward Johnston und brachte dessen Auffassungen von Typographie und Kalligraphie mit nach Deutschland. Sie lehrte in Vertretung Johnstons gemeinsam mit Peter Behrens und Fritz Helmuth Ehmcke an der neu eingerichteten Kunstgewerbeschule Düsseldorf, später auch an anderen Kunsthochschulen. In München lernte sie Willy Weigand kennen und arbeitete lange Jahre für dessen Bremer Presse. »Da die 1911 gegründete Bremer Presse, bei der ich seit 1913 tätig bin, bis vor wenigen Jahren nur über eine, nach den Zeichnungen von Dr. Willy Wiegand geschnittene Schrift in einem einzigen Schriftgrade verfügte, hing die Kenntlichmachung des Charakters der einzelnen Bücher in fast allen Fällen […] von der Gestaltung des Titels und der Initialen ab, die bei dem rein typographischen Gepräge der Presse eine ziemlich enge Begrenzung hatte« (Anna Simons im Vorwort). – Die legendäre Mappe, vollständig und sehr gut erhalten. Wir konnten seit 1989 kein Exemplar auf einer deutschen Auktion nachweisen.

46,5 : 36,5 cm. 23 Blätter. – Zwei der sechs Schließbänder abgerissen. – Nur ganz vereinzelte kleine Stockflecken, am Unterrand des Titels etwas stärker. – Beilage: Doppelblatt (S. 229–232) aus Augustinus’ »De civitate Dei« (1925).

Lehnacker 51 und sieben ganzseitige Abbildungen

657  Henry van de Velde – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

€ 3000

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit üppigem Buchschmuck in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde. – Schönes Exemplar.

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Äußerste Ränder ganz vereinzelt mit wenigen winzigen Stockflecken. – Hinteres Gelenk geplatzt.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

658  Kunstschulfest 1910. Götter und Halbgötter.

€ 250

Zweifarbige Lithographie von »Peres«. 11,3 : 17,3 cm (13,0 : 20,6 cm).

Eintrittskarte zum Schulfest am 5. März 1910 im Russischen Hof Weimar, ausgestellt für Ilse Meyn. – 1910 wurden in Weimar Henry van de Veldes Kunstgewerbeschule und die dortige Kunstschule zur Hochschule für Kunst zusammengeschlossen, Fritz Mackensen wurde deren neuer Direktor. 1919 ging aus dieser Institution das Staatliche Bauhaus hervor. – Emma Mathilda Ilse Meyn (Lebensdaten unbekannt) war 1909/10, 1917 und 1920/21 als Schülerin eingeschrieben. – Tadellos. – Dazu: Die Lustigen von Weimar und Jena. Kurzweilige Beschreibung und Folge von Belustigungen der Thüringer Werkbundgruppe am 7. Juni 1913. Mit farbigen Bildern von Erich Gruner. Originalbroschur. Origineller Tagesplan mit neun kolorierten Abbildungen. Einige Korrekturen und Anmerkungen mit Bleistift, z. B. »von dort mit dem Leiterwagen durch die Stadt usw. zum Festplatz«. Nach Ulf Diederichs Bibliographie erschien das Werk als Privatdruck im Eugen Diederichs Verlag.

659  Cranach Presse – Harry Graf Kessler. The Children’s Hell in Berlin.

€ 300

Translated from ›Die Deutsche Nation‹. Berlin 1920. Mit acht ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

Erste und einzige englische Ausgabe von »Die Kinderhölle Berlin«. – Hier begegnet uns einmal mehr der politisch engagierte Harry Graf Kessler. Seine erschütternde Bestandsaufnahme versteht sich gleichsam als Erläuterung der Fotografien. – Gesetzt von Walter Tanz aus der Caslon-Antiqua, gedruckt von Max Kopp. – »Mit diesem Druck stellte Kessler seine Presse für eine sozialpolitische Aufklärungsschrift bereit [… Die deutsche Ausgabe war] die erste in einer Reihe von Akzidenzdrucken, also nicht bibliophil gestalteter Werke, die nach dem Ersten Weltkrieg auf der Cranach-Presse erschienen.« »Wahrscheinlich setzte Kessler auf den gemäßigten und vermittelnden Einfluss der britischen Diplomatie, denn nach dem Friedensschluss von Versailles war die Stimmung der französischen Besatzer noch wenig aufgeschlossen für humanistische Apelle.« (Katalog 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, S. 102 und 106). – Sehr gut erhalten.

23,0 : 15,2 cm. 7, [9] Seiten (einschließlich Umschlag). – Ränder minimal gebräunt. Links oben schwacher diagonaler Knick.

100 Jahre Cranach-Presse 30. – Nicht bei Müller-Krumbach, Brinks und Mück

660  Cranach Presse – Sanctum Jesu Christi

€ 2000

Evangelium secundum Matthaeum: Caput V cum commentario Sancti Eusebii Hieronymi. Weimar 1928. Mit zwei orange-roten ornamentierten Initialen von Aristide Maillol und Eric Gill. Ungefaltetes Doppelblatt.

Eins von 15 nummerierten Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten, weitere fünf (A–E) wurden auf Pergament gedruckt, ein weiteres Dutzend ohne Nummerierung. – Das legendäre »Vater Unser« der Cranach Presse, gedruckt unter Kesslers Aufsicht für die internationale Buchausstellung »Pressa« 1928 in Köln. – Die beiden Versalien »A« und »P« von Eric Gill wurden von Aristide Maillol ornamentiert. Diese Zusammenarbeit hatte sich schon wiederholt in den Drucken der Presse manifestiert. Die Verwendung der neuen Fraktur von Edward Johnston, die bald »Hamlet-Fraktur« genannt werden sollte, verwies bereits auf den nächsten Höhepunkt der Cranach-Presse. – Gesetzt von Walter Tanz und gedruckt von Harry Gage-Cole. – Recto die Passage aus dem Matthäus-Evangelium (Schluss Kapitel 5 und Anfang Kapitel 6) in der Vulgata-Fassung und der Kommentartext des Eusebius Hieronymus, verso der in Orange-Rot gedruckte Editionsvermerk. Kessler suggerierte mit dem Auszug einen größeren Bibeldruck. – Sehr schön und sehr selten.

35,5 : 47,8 cm. – Die Bleistiftanmerkungen am Unterrand stammen wohl von Kessler selbst.

Brinks 68. – Müller-Krumbach 44. – Gill/Corey/Mackenzie 392a

661  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Ophelia Sane.

€ 200

Holzschnitt auf Pergament. 1930. 14,0 : 6,5 cm (35,5 : 23,5 cm).

Der schöne Holzschnitt illustriert die 3. Szene des ersten Akts. – Nur den jeweils acht auf Pergament gedruckten Exemplare der deutschen und englischen Ausgabe wurden Extrasuiten der Holzschnitte auf Pergament beigelegt.

Ränder etwas geknickt, oben stärker, und fleckig. Schwacher vertikaler Knick durch die Blattmitte.

662  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Zwei Holzschnitte zu »Hamlet«,

€ 200

davon einer monogrammiert. Weimar um 1926/1930.

I. Court Scene. Act 1, Scene 2. – II. Fortinbras with Army (monogrammiert). Act 4, Scene 4. – Auf gelbem Japan. – Der Druck der Holzschnitte erfolgte teils mit mehreren »Zurichtungen«, um die feinen Farbnuancen in einem Druckvorgang zu erzielen. Fachleute bewunderten diese Leistung: »Poeschel sagte mir privatim, der ›Hamlet‹ habe ihm eine schlaflose Nacht bereitet, so habe er sich über ihn aufgeregt. Er begreife nicht, wie wir die Zweifarbendrucke von einem einzigen Holzstock gemacht hätten«.

Ca. 36 : 24 cm (Blattformate).

663  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Vier Holzschnitte zu »Hamlet«,

€ 400

davon einer monogrammiert. Weimar um 1926/1930.

I. Hamlet on Cushions. Frontispiz. – II. Rosencrantz and Guildenstern (monogrammiert). Act 2, Scene 2. – III. Hamlet with Sword. Act 2, Scene 4. – IV. Ophelia Mad. Act 4, Scene 4. – Auf gelbem Japanpapier. – Die ausdrucksstarken figürlichen Holzschnitte Craigs waren, neben der von Harry Graf Kessler gestalteten Typographie, das entscheidende Moment für die Entstehung eines der bedeutendsten Bücher des 20. Jahrhunderts. – Die insgesamt 50 Vorzugsexemplare der deutschen und englischen Ausgabe auf Pergament bzw. Japan enthielten Extrasuiten der Holzschnitte.

Ca. 36 : 24 cm (Blattformate).

664  Cranach-Presse – Marcus Behmer. Giton am Feldweg. – Eumolp dichtet. – Enkolp am Meeresstrande.

€ 450

Drei Holzschnitte zum »Satyricon« von Titus Petronius. 1930/31. 8,5 : 7,0 cm (auf einem Blatt 25,5 : 35,0 cm).

Probedrucke auf einem Blatt. – Drei der dreizehn Holzschnitte, die Behmer für den berühmten Roman »Satyricon« des römischen Senators Titus Petronius Arbiter noch ausführte. – Als eines der großen Buchprojekte der Cranach-Presse vorgesehen, konzipierte Harry Graf Kessler ab Frühjahr 1927 Umfang und Typographie. Von Behmer erwartete er »sämtliche Illustrationen und Initialen« (lt. Brinks waren 46 Holzschnitte vorgesehen). – Die Arbeiten verzögerten sich, Behmer blieb unbezahlt (»ich werde nun versuchen, Druck zu machen […] von Kessler nichts!!«. Neben einer Fortsetzung des Vergil, Daniel Defoes »Robinson« und den Straparola-Novellen mit Illustrationen von Richard Doelker, wurde auch dieses großartige Projekt der Cranach-Presse nicht mehr realisiert. – Nur wenige Probedrucke sind erhalten.

Ränder etwas geknickt und leicht fleckig.

Œuvre gravée 395, 403 und 393. – Vgl. Brinks 96

665  Deutsche Musterdrucke – William Shakespeare. Hamlet

€ 200 ( R7 )

Prinz von Dänemark. Düsseldorf, Ernst Ohle [1912]. Mit fünf kolorierten Initialen. Flexibler Originalpergamentband mit Rückenschild, vergoldeter und blindgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jr, Leipzig).

Deutscher Musterdruck 1. – Eins von 180 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 200). – Gedruckt in der Reichsdruckerei in einer eigens hierfür gegossenen Fraktur. – Ausstattung und Druckanordnung von Karl Köster. Der Schüler von Peter Behrens übernahm die Typographie der Deutschen Musterdrucke, »wie auch andere bibliophile Erscheinungen des Verlages typographische Meisterwerke« (Julius Rodenberg).

27,9 : 19,0 cm. 145, [5] Seiten. – Eine Vorderdeckelecke etwas gestaucht. – Vorderes Innengelenk angerissen.

Rodenberg 344, 1

666  Drugulin-Drucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Torquato Tasso.

€ 400 ( R7 )

Ein Schauspiel. Leipzig, Ernst Rowohlt 1910. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Erster Drugulin-Druck. – Druck in Rot und Schwarz. – Die Drugulin-Drucke bilden den bibliophilen Auftakt für eine der erfolgreichsten und wechselhaftesten Verlagsgeschichten des 20. Jahrhunderts. Ernst Rowohlt hatte als Autoren bereits Paul Scheerbart, Max Dauthendey und Herbert Eulenberg gewonnen. Im Sommer 1910 wurde der Verlag ins Handelsregister eingetragen und Kurt Wolff stiller Teilhaber. Die Geschäftsräume befanden sich im Vorderhaus der Offizin Drugulin, ab Herbst erschienen die ersten sechs Drugulin-Drucke.

25,7 : 18,0 cm. [12], 123, [9] Seiten. – Vorderes Innengelenk oben angeplatzt.

Rodenberg 379, 1. – Göbel 16

667  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Hermann und Dorothea.

€ 750

Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Titel und neun ornamentierten un kolorierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband; Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Zweites Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 180 Exemplaren auf Bütten, aber wie die 20 Vorzugsexemplaren in helles Kalbleder gebunden und die blattvergoldeten Initialen mit grün koloriertem Ornamentschmuck. Die Vergoldung der Deckelvignette wie bei den Einbänden der Normalausgabe. – Das Titelblatt, eines der berühmtesten der deutschen Buchkultur des 20. Jahrhunderts, wurde in Schwarz gedruckt und blattvergoldet. – Gesetzt aus der Cicero Römische Antiqua.

28,2 : 19,3 cm. [4], 57, [3] Seiten. – Einband, da ohne die schützende Kassette und etwas nachlässig aufbewahrt, fleckig und beschabt, am Rücken mit Kratzspuren.

Stürz 2. – Sarkowski 587. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Kleukens-Archiv ELP 3 u. I, Seite 96 (Notiz von Kleukens zur Handkolorierung der Initialen)

668  Ernst Ludwig-Presse – Das Hohe Lied von Salomo.

€ 300 ( R7 )

Leipzig, Insel 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und acht ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt.

Fünftes Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 300 Exemplaren, alle auf Japan. Sarkowski nennt 40 Exemplaren in violettem Saffianleder und 260 in Kalbleder. – Breitrandiger Handpressendruck in Schwarz und Gold, erstmals wurde die von F. W. Kleukens entworfene Cicero Kleukens Antiqua verwendet. Kleukens entwarf auch den Doppeltitel, die ornamentierten Initialen und die Einbandschrift. – Textbearbeitung von Rudolf Alexander Schröder nach der Übertragung von Emil Kautzsch.

25,2 : 16,3 cm. XXI, [3] Seiten. – Einband berieben und stark angestaubt. – Vorderer Vorsatz mit Kleberesten und Spuren eines entfernten Exlibris.

Stürz 5. – Sarkowski 1392. – Rodenberg 74, 5

669  Ernst Ludwig-Presse – Longus. Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe.

€ 400 ( R7 )

Leipzig, Insel 1910. Pergamentband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: K. Ebert, München).

Zehntes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf starkem Japan und mit den vergoldeten Initialen (Gesamtauflage 300). – Friedrich Wilhelm Kleukens entwarf den Titel mit schmückender Bordüre, die vier großen Initialen, die gesamte Typographie und der Einbandentwurf. – Der deutsche Text dieser Ausgabe stammt von Ludwig Wolde.

26,8 : 18,0 cm. 167, [7] Seiten. – Papier etwas gebräunt.

Stürz 10. – ELP 13 (10). – Rodenberg 75, 10. – Sarkowski 1039

670  Ernst Ludwig-Presse – Joseph von Eichendorff. Die Glücksritter.

€ 250 ( R7 )

Eine Novelle. Leipzig, Insel 1911. Originalpergamentband mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung sowie Seidenschließbändern.

13. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 150 Exemplaren auf Old Stratford-Bütten (Gesamtauflage 200). – Die Einbandgestaltung und Buchausstattung stammt von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Druck des Titels und der Initialen in Braun. – Innen sehr gut erhalten.

24,2 : 16,5 cm. 75, [5] Seiten. – Einband etwas berieben und fleckig. Ein Schließband abgerissen. – Vorsätze schwach.

Stürz 13. – Sarkowski 341. – Rodenberg 75, 13

671  Ernst Ludwig-Presse – Klaus Groth. Quickborn.

€ 250

Volksleben in plattdeutschen Gedichten dithmarscher Mundart. Leipzig, Insel 1912. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

16. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse und in Ganzpergament gebunden(Gesamtauflage 500). – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Korpus Kleukens Fraktur, die von Friedrich Wilhelm Kleukens gezeichnet und in diesem Buch zum ersten Mal verwendet wurde.

24,1 : 16,5 cm. 318, [10] Seiten. – Einband etwas fleckig, Ränder schwach berieben. – Vorsätze und äußerste Ränder leicht stockfleckig.

Stürz 16. – Sarkowski 637. – Rodenberg 75,16

672  Ernst Ludwig-Presse – Ernst Elias Niebergall. Datterich.

€ 500

Lokalposse in sechs Bildern in der Mundart der Darmstädter. Leipzig, Insel 1913. Mit sieben Lithographien von Emil Preetorius. Farbig illustrierter Originalpergamentband. Im Schuber.

18. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 75 Exemplaren der selten angebotenen Vorzugsausgabe auf Japanbütten und im illustrierten Pergamentband (Gesamtauflage 400). – Die Schrift des Titels und der Zwischentitel entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Gesetzt aus der Kleukens-Fraktur. – Niebergalls »Datterich« nimmt zusammen mit dem »Reineke Fuchs« von Kleukens eine Ausnahmestellung innerhalb der typographisch ausgerichteten Ernst Ludwig Presse ein. Gegen den Widerstand der Brüder Kleukens verlangte Kippenberg, die Illustrationen an Emil Preetorius zu übertragen.

23,7 : 20,3 cm. 104, [4] Seiten. – Vorderdeckel etwas fleckig. – Hintere Vorsatzpapiere und äußerste Ränder schwach stockfleckig.

Stürz 18. – Sarkowski 1192. – Rodenberg 76, 18. – Schauer II, 63 (mit Abbildung). – Ohr 14

673  Ernst Ludwig-Presse – Christian Kleukens. Reinke Voß

€ 400

eene ole Geschichte, upt Nee vertellt von Christian Kleukens mit bunte Biller von F. W. Kleukens. Leipzig, Insel 1913. Mit zahlreichen farbig lithographierten Textillustrationen. Originalhalbpergamentband mit farbig illustrierten Deckeln und Rückentitel. Im Schuber.

20. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Erste Ausgabe dieser Textfassung und mit diesen Illustrationen. – Eins von 350 Exemplaren im illustrierten Halbpergamentband (Gesamtauflage 400). – Auf Bütten mit Wasserzeichen »EL«. – Die frühere der beiden von Friedrich Wilhelm Kleukens illustrierten Reineke-Ausgaben. Noch war man in der Presse bestrebt, der »Typographie Raum und Freiheit vom Dekorativen« zu verschaffen – es erschienen nur zwei illustrierte Drucke. Erst in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich des Reineke Fuchs von 1929, waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert« (vgl. Schauer I, 66).

28,3 : 19,0 cm. 115, [5] Seiten. – Deckel etwas gebräunt und fleckig.

Stürz 20. – Sarkowski 934. – Rodenberg 76, 20. – Schauer I, 65f. und II, 66

674  Ernst Ludwig-Presse – Georg Britting. Der verlachte Hiob.

€ 300 ( R7 )

Darmstadt-Traisa, Arkaden 1921. Originalpergamentband mit Vergoldung (signiert: Kleukens-Binderei).

Erste Ausgabe von Brittings erster Buchveröffentlichung. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1000). – Gedruckt auf der Ernst Ludwig-Presse, gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua, den Titel zeichnete Hans Schreiber. – Der bayerische Dichter Georg Britting (1891–1964) veröffentliche damals in mehreren Zeitschriften, besonders seine Gedichte und Erzählungen fanden Anerkennung. Der Verleger des Buches war Ludwig Coellen, der in seinem Arcaden Verlag auch mehrere eigene kunstwissenschaftliche Werke veröffentlichte.

22,7 : 15,8 cm. [2], 49, [7] Seiten.

Stürz 46. – Kleukens-Archiv ELP 77. – Rodenberg 80

675  Ernst Ludwig-Presse – Friedrich Rückert. Fünf Märlein.

€ 150

Zum Christfest 1813 für sein Schwesterlein geschrieben. Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli 1921. Originalhalbpergamentband mit Titelschild und Kopfgoldschnitt.

Eins von 1000 Exemplaren der Buchhandelsausgabe, gedruckt in Rot und Schwarz auf der Ernst Ludwig-Presse. – Auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Erstmals zu Weihnachten 1920 in nur drei Exemplaren für die Kinder von Kleukens, Schreiner und Uzielli gedruckt.

25,3 : 19,4 cm. 25, [3] Seiten. – Einband etwas lichtrandig.

Stürz 48. – Kleukens-Archiv ELP 74

676  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 300

– Der Tragödie erster Teil. – Der Tragödie zweiter Teil. – Der Tragödie ursprüngliche Gestalt (Urfaust). [Drei Teile in einem Band]. Darmstadt 1922–1924. Pergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung.

Druck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt für die Kleukens Presse zu Frankfurt am Main. – Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1.000). – Gesetzt aus der Kleukens Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz. – Das Papier für diese Ausgabe wurde von den beiden Frankfurter Bürgern Moritz von Bethmann und Hans Passavant gestiftet, die Hälfte der Verkaufserlöse konnte dadurch dem dortigen Goethehaus gestiftet werden.

27,6 : 19,3 cm. 214, [6]; 323, [5]; 147, [5] Seiten.

Stürz 51. – Kleukens-Archiv ELP 82. – Rodenberg 81. – Schauer II, 65

677  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 300

Der Tragödie erster Teil. Darmstadt 1922. Pergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung.

Druck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt. Unternommen von der Kleukens Presse zu Frankfurt am Main. – Das Papier wurde von Moritz von Bethmann und Hans Passavant gestiftet. – Gesetzt aus der Antiqua von Christian Heinrich Kleukens. – Es erschienen noch der zweite Teil und der Urfaust.

27,6 : 19,3 cm. 214, [6] Seiten. – Einband leicht angestaubt. – Vorsätze etwas stockfleckig.

Stürz 51. – Rodenberg 81. – Schauer II, 65

678  Ernst Ludwig-Presse – Ein Trostbüchlein für Vormänner.

€ 300

Darmstadt 1941. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Holzschnittdeckelvignette.

Eins von sieben Exemplaren, hergestellt »für Freunde des Verfassers, Mainz Weihnachten 1941«. – Am Textende vom Verfasser signiert. – Die erste Auflage des »Trostbüchleins« erschien 1937. Laut Stürz hat Ch. H. Kleukens die Fabelsammlung 1938, 1940, 1941, 1943 und 1944 jeweils um einige Fabeln vermehrt und stets in wenigen, nicht für den Handel bestimmten, Exemplaren wieder gedruckt. – Nahezu verlagsfrisch. – Beilagen: Von Kleukens signierter Probedruck der Seite 65 (»Zurechtweisung«) mit eigenhändiger Satzkorrektur. – Fotografie Ch. H. Kleukens am Schreibtisch, 1941/42.

16,5 : 11,5 cm. 63, [7] Seiten.

Vgl. Stürz 111. – Kleukens-Archiv ELP 166

679  Kleukens-Presse – Gotthold Ephraim Lessing. Fabeln.

€ 1500

Drey Bücher. 1759, 1777 und Anhang. Holzschnitte von Kay H. Nebel. [Frankfurt am Main] 1920. Mit kolorierten Holzschnitten, davon 19 im Text, und drei Initialen. Roter Originalmaroquinband. Rückentitel blindgeprägt, Kopfschnitt vergoldet. Mit Schutzumschlag und Schuber.

Sechster Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 25 Luxusexemplaren auf Pergament (Gesamtauflage 250). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Die Presse will ›bewußt dem spielerischen, wahllosen, snobistischen, merkantilen, abgegriffenen Gebaren der vielen schaustellenden Sonderdarbietungen entgegentreten, die den Interessen und der Anteilnahme des wahren Bücherfreundes stracks zuwiderlaufen‹.« (Julius Rodenberg). – Kay Nebel (1888–1953) wurde 1920 Professor an der Staatlichen Werk-Akademie in Kassel (Thieme/Becker XXV, 371).

20,0 : 12,5 cm. [2], 71, [11] Seiten.

Rodenberg 104, 6

680  Kleukens-Presse – Honoré de Balzac. Une passion dans le desert.

€ 150

Frankfurt am Main, Kleukens-Presse 1922. Originalpergamentband mit reicher geometrischer Deckel- und Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt (signiert Kleukens-Binderei Ernst Rehbein).

Zehnter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 250).

19,0 : 13,0 cm. 26, [3] Seiten. – Ränder etwas gebräunt.

Rodenberg 104, 10

681  Mainzer Presse – Ch[ristian] H[einrich] Kleukens. Uli Kleukens zum 18. Juni 1933.

€ 200

Mainz 1938. Originalkartonumschlag mit Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren auf Japan, gedruckt am 7. März 1938. – Druck der Mainzer Presse auf der Presse des Gutenberg-Museums Mainz. – Kleukens schrieb den Text zum 15. Geburtstag seiner Tochter Ulrike und druckte ihn lt. Kleukens-Archiv, in abweichender Typographie, 1933 und 1934 auf der Ernst Ludwig-Presse sowie im August 1938 auf der Mainzer Presse. Die vorliegende Ausgabe blieb dem Archiv unbekannt.

27,5 : 17,0 cm. [8] Seiten.

Vgl. Kleukens Archiv ELP 137 und 139 sowie MP V, 86

682  Mainzer Presse – Hermann Burte. Deutsche Sendung des Wortes und der Letter.

€ 200

Mainz 1942. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 200 Exemplaren. – Vortrag zur Eröffnung der Gutenberg-Festwoche 1942. Hermann Burte wurde spätestens 1933 bekennender Nationalsozialist und Antisemit. – Gesetzt aus der Burte-Fraktur, die Kleukens bereits 1928 entworfen hatte und für mehrere Drucke der Mainzer Presse verwendete. Das Kleukens Archiv dokumentiert z. B. zum Gutenbergjahr 1940 entstandene Probedrucke einer bibliophilen Monumentalausgabe von Hitlers »Mein Kampf«. – Beiliegend maschinengeschriebener Neujahrsgruß auf Visitenkarte »Alles Gute für das so dunkle Jahr 1943!« – Dazu: Die Kunst Gutenbergs. Der Deutschen Jugend erzählt von Christian Heinrich Kleukens. Mainz, Joh. Falk & Söhne 1940. Originalbroschur.

24,8 : 16,8 cm. 52, [4] Seiten. – Vorsätze mit kleinen Stockflecken und mit Abklatsch des Umschlagpapiers. – Beigabe: Umschlag leicht angestaubt.

Nicht im Kleukens-Archiv nachweisbar

683  Alfred Gelbhaar. Die alte Markgrafenstadt Meißen

€ 500

wie sie sich präsentieret im Jahre 1921. Meißen, Truhe 1921. Sieben signierte kolorierte Kupferstiche auf Pergament, lose in Originalpergamentkassette mit vergoldeten Bordüren und montiertem Porzellan-Wappen auf dem Vorderdeckel.

Eins von 38 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe A (Gesamtauflage 213). – Die Mappe enthält ein gestochenes Titelblatt mit heraldischer Verzierung und sechs Landschafts-Miniaturen (Ansichten der Stadt, der Albrechtsburg, Marktplatz, Burgplatz u. a.), jede mit üppiger allegorischer Umrahmung, gedruckt auf Pergament »und fein säuberlich mit der Hand illuminiert« (Titel). – Das bei den Vorzugsexemplaren montierte Wappen aus unglasiertem Porzellan wurde extra für diese Ausgabe in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen angefertigt und mit Gold und Platin verziert. Die Kassetten fertigte »mit besonderer Sorgfalt und Liebe« Hans Koehler, Dresden. – Die Pergamentblätter auf Unterlagekartons montiert. – Biographisch konnten wir den Künstler Alfred Gelbhaar nicht nachweisen. – In Leinenkassette.

29,5 : 24,5 cm. 7, Kupferstiche. – Kassettendeckel etwas verzogen. – Unterlagekarton leicht wellig, die Blätter tadellos sauber.

684  Fritz Gurlitt Verlag – Zwei Titel der Reihe »Der Venuswagen«.

€ 300

Berlin, Fritz Gurlitt 1919. Jeweils mit Lithographien und Buchschmuck. Originalhalbpergamentbände mit rosa Seidenbezügen und Pergamentschließen; Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt. Jeweils in der Originalkassette.

VI. Heinrich Lautensack. Erotische Votivtafeln. Mit sieben Lithographien von Willy Jaeckel. – IX. J.-K. Huysmans. Gilles de Rais. Mit 16 Lithographien von Willi Geiger. – Erschienen als Privatdrucke des Gurlitt-Verlages. – Jeweils eins von 700 Exemplaren. – Beide im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Alle Lithographien wurden auf der Gurlitt-Presse gedruckt.

30,5 : 24,5 cm. I. 32, [2] Seiten, 7 Lithographien. Einige Seiten stockfleckig. – II. 39, [3] Seiten, 16 Lithographien. – Beide Kassetten etwas angestaubt, mit Lichtrand, Kanten beschädigt. Vordere Ränder der Einbände etwas berieben, winzige Fehlstellen im Seidenbezug.

Hayn/Gotendorf IX, 600. – I: Stilijanov-Nedo 86. II: Lang, Expressionismus 70

685  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zehn Lieder.

€ 300 ( R7 )

Berlin 1916. Originalpergamentumschlag mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Erster Daphnis-Druck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Druck in Blau, Grün und Schwarz auf Kaiserlich Japan. – Satz aus einer Type von Schoeffer von Gernsheim. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Alfred Hoennickes (1878–1955) schuf »Pressendrucke im besten Sinne dieser Bezeichnung […] weitgehend unter Verzicht auf industrielle Techniken, meistens auf der Handpresse gedruckt […]« (Arnulf Backe). Verwunderlicherweise und von unserem verehrten Kollegen Heribert Tenschert bereits in seinem Katalog XI (1982) bemängelt, widmet Georg K. Schauer dem Buchinitiator Hoennicke gerade einen knappen Satz. Ein Drittel aller seiner Publikationen verwendet Texte des Weimarer Dichterfürsten.

20,2 : 15,4 cm. [2], 14, [4] Seiten.

Backe 1. – Rodenberg 322, NF 1 (der die Drucke der ersten und der Neuen Folge vertauscht auflistet)

686  Hundertdrucke – Hans Sachs. Zwölf Fastnachtspiele.

€ 250

Mit Urholzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1922. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Hellbrauner Schweinslederband im Schuber mit Lederkanten (signiert: Albert Günther, Wien).

33. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher, gedruckt bei Dietsch & Bruckner, Weimar. – Der rustikale Einband ergänzt die kongeniale Ausstattung der Volksstücke von Hans Sachs mit den derb-drolligen Holzschnitten seines Landsmanns Bruno Goldschmitt. – Unbeschnittenes, innen tadelloses Exemplar.

20,3 : 14,5 cm. 226, [6] Seiten. – Rücken durch laienhafte Lederpflege mit ungewollt starker Patina.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61. – Sennewald 22,2

687  Hyperiondrucke – Dante Alighieri. Göttliche Comödie.

€ 200

Übertragen von Philalethes. Die Hölle. – Das Fegefeuer. – Das Paradies. München, Hans von Weber 1914–1916. Drei blaue Maroquinbände mit rotem Rückenschild.

Fünfter Hyperiondruck. – Eins von 500 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (zusätzlich 100 römisch nummerierte für die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert«). – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), der seinem Bruder Friedrich August II. 1854 auf den sächsischen Thron folgte. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit – daher auch sein Beiname »Der Wahrhaftige«) übersetzte er Dantes Komödie.

27,5 : 19,4 cm. [6], 189, [3]; [6], 191, [1]; [6], 196 Seiten. – Einbände an den Rändern leicht fleckig. Rücken schwach verfärbt. – Schnitt gebräunt.

Rodenberg 414, 5. – Schauer II, 62

688  Janus-Presse – Adelbert von Chamisso. Peter Schlemiels Schicksale.

€ 200 ( R7 )

Leipzig, Insel 1922. Originalhalbmaroquinband mit Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Fünfter und offiziell letzter Druck der Janus-Presse. – Eins von 315 Exemplaren, weitere 20 nicht für den Handel. – Erste Veröffentlichung der Urschrift. – Titelzeichnung, Initialen und Einband entwarf Walter Tiemann.

26,8 : 19,4 cm. [6], 84, [6] Seiten.

Rodenberg 95, 5. – Sarkowski 304

689  Janus-Presse – Goethes Meister-Prosa.

€ 200

Auswahl des Wortlauts [und Nachwort] von A[nton] K[ippenberg] und G[eorg] W[itkowski]. Leipzig 1926. Originalbroschur mit farbig marmoriertem Umschlag.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Das schmale Quartheft vereint kleinere Prosaschriften Goethes, darunter einige Eingaben in seiner Funktion als Rechtsanwalt, Rezensionen, Briefe und Auszüge aus einer Bibliotheksverordnung. – Für die Teilnehmer des Leipziger Bibliophilen-Abends am 11. Februar 1926 »hinter dem fünfzigjährigen Rücken Walter Tiemanns von Carl Ernst Poeschel mit gleichfalls ermattenden Kräften hergestellt« (Druckvermerk). – Der tatsächlich letzte Druck der Janus-Presse, der 1907 begründeten ersten deutschen Privatpresse, die bereits im Frühjahr 1923 mit dem »Schlemihl« ihre Tätigkeit eingestellt hatte. »Ihre Seele, die Schrift, war versenkt, nicht wie Cobden Sanderson’s Doveslettern in die Themse, sondern in ein Paket mit grauem Packpapier« im Archiv des Insel-Verlages. Für den seltenen Privatdruck wurde sie noch ein letztes Mal verwendet.

24,9 : 17,8 cm. 30, [2] Seiten. – Umschlagpapier mit Falzeinrissen und zwei kleinen Fehlstellen. – Das Originaldeckelschild liegt bei.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 83

690  Insel Verlag – Gabriele d’Annunzio. In memoriam Friedrich Nietzsche.

€ 400

Dichtung. Leipzig, Insel 1906. Flexibler Originalpergamentband mit goldgeprägtem Titel.

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament, weitere 375 Exemplare wurden auf Velin gedruckt. – Schöner, breitrandiger Druck in Rot und Schwarz. – Übertragung ins Deutsche von Otto Freiherr von Taube. – D’Annunzio war glühender Wagner- und Nietzsche-Verehrer, nach Aussagen von Nietzsche-Kenner Masini jedoch ohne jedwede Nietzsche-Kenntnis: »einer jener lästigen Nachfolger, denen schon Zarathustra mit dem Knüppel drohte.« (Bruno Hillebrand, Nietzsche, Göttingen 2000).

25,9 : 17,6 cm. [30] Seiten. – Das Pergament materialbedingt sehr unterschiedlich gefärbt und etwas gewellt.

Sarkowski 31

691  Insel Verlag – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

€ 350

Deutsche Übertragung von Ernst Hardt. Zeichnungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1904. Mit zehn Tafeln und Buchschmuck nach Zeichnungen. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (A. Köllner Buchbinderei Leipzig). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten, die Illustrationen als Zinkographien auf Japanpapier. – Behmer entwarf auch die große Deckelvignette und die braun-gold gedruckten Vorsatzpapiere. – Nach Oscar Wildes »Salome« die zweite umfangreiche und selbständige buchillustratorische Arbeit des damals gerade 25jährigen Künstlers.

21,9 : 18,0 cm. [14], 91, [5] Seiten. 10 Tafeln. – Einband leicht berieben und, besonders an den Rändern, gebräunt.

Haucke 5. – Sarkowski 86. – Schauer II, 45. – Fromm 1533

692  Insel Verlag – Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron.

€ 250 ( R7 )

[Leipzig], Insel 1912. Mit zahlreichen Abbildungen im Text. Schwarzer Originalecrasélederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung (signiert: A. Köllner, Leipzig).

Eins von 825 Exemplaren, eines der seltenen Exemplare in Ganzleder. – Großformatige Jubiläumsausgabe zum 600. Geburtstag des Dichters. – Übersetzung von Albert Wesselski. – Illustriert nach den Holzschnitten der Venezianischen Ausgabe von 1492 und Initialen der Zeit. – Auf Bütten. – Der Einbandentwurf stammt von Emil Rudolf Weiß.

31,6 : 22,4 cm. [10], 415, [7] Seiten. – Bünde, Gelenle und Kanten etwas berieben.

Sarkowski 186 D. – Hayn/Gotendorf IX, 71

693  Insel Verlag – Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron.

€ 300

Leipzig, Insel 1912. Mit zahlreichen Abbildungen im Text. Dunkelbrauner Originalecrasélederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung.

Eins von 825 Exemplaren, nur wenige Exemplare dieser Auflage wurden in Ganzleder gebunden. – Übersetzung von Albert Wesselski. – Die Jubiläumsausgabe zum 600. Geburtstag des Dichters wurde mit den Holzschnitten der Venezianischen Ausgabe von 1492 und Initialen der Zeit illustriert und auf Bütten gedruckt. – Der Einbandentwurf stammt von Emil Rudolf Weiß.

31,6 : 22,4 cm. [10], 415, [7] Seiten. – Ränder berieben, Rücken stärker.

Sarkowski 186 D. – Hayn/Gotendorf IX, 71

694  Insel Verlag – Gottfried August Bürger. Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande.

€ 250

Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen […]. Mit den Holzschnitten von Gustave Doré. Leipzig, Insel 1918. Mit 154 Holzschnitten, davon 32 blattgroß. Originalhalblederband mit reicher Rückenvergoldung und goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder, 100 weitere wurden in Ganzleder gebunden. – Breitrandiger Druck auf handgeschöpftem Bütten. – Die Holzschnitte wurden von den wieder aufgefundenen Originalstöcken der ersten französischen Ausgabe gedruckt. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß.

32,3 : 23,5 cm. 185, [7] Seiten. – Ränder des Einbandes und der seitliche Buchschnitt etwas fleckig.

Sarkowski 259 VA

695  Insel Verlag – Die Geschichte von Kagsagsuk.

€ 200

Leipzig, Insel 1914. Mit Zeichnungen, Vignetten und Initialen im Text von Charlotte Veit. Illustrierte Originalhalbleinenbroschur mit Kordelheftung. Im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren. – Kalligraphie, Illustrationen und Vignetten stammen von Charlotte Veit, einer Schülerin an der von Henry van de Velde geleiteten Kunstgewerbeschule in Weimar, die an der Schule 1911–1913 für ihre Buchillustrationen mehrfach ausgezeichnet wurde. – Die für den Insel-Verlag ungewöhnlich ausgestattete Edition wurde als Blockbuch gedruckt und gebunden.

30,5 : 17,4 cm. [56] Seiten. – Deckelränder mit winzigen Einrissen.

Sarkowski 520

696  Insel Verlag – [Johann Wolfgang von] Goethe. Italienische Reise.

€ 250

Mit den Zeichnungen Goethes, seiner Freunde und Kunstgenossen. Mit Unterstützung des Goethe-National-Museums herausgegeben von Georg von Graevenitz. Leipzig, Insel 1912. Mit 122 Tafeln. Dunkelbrauner Originalecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Erste Auflage. – Auf Bütten, die Bildtafeln in Lichtdruck. – Anton Kippenbergs Schaffen ist mit dem Werk Goethes über Jahrzehnte aufs Engste verbunden, 1919 wurde er Vorstandsmitglied der Goethe-Gesellschaft, 1938 bis 1950 war er deren Präsident. – Nach mehreren Anläufen brach Goethe im Spätsommer 1786 endlich nach Italien auf. Er reiste über Karlsbad, Eger, Regensburg und Innsbruck und erreichte am 8. September 1786 den Brenner: »Von Innsbruck herauf wird es immer schöner, da hilft kein Beschreiben«. Das Werk erschien, stark überarbeitet, jedoch immer noch in Tagebuchform, erstmals zwischen 1813 und 1817. Neben »Dichtung und Wahrheit« bildet die »Italienische Reise« den wichtigsten autobiographischen Text von Goethes Hand. Sein künstlerisches Bemühen spiegelt sich in unzähligen Zeichnungen und Skizzen, die in der vorliegenden Ausgabe um Schöpfungen von Angelika Kauffmann, Philipp Hackert, Tischbein, Kniep, Joh. G. Schütz (Römisches Carneval) und anderen erweitert wurden.

35,4 : 23,8 cm. [6], 356, [4] Seiten, 122 Tafeln. – Rücken und Ränder berieben, Deckel mit einigen kleinen Kratzern.

Sarkowski 591

697  Insel Verlag – Kinder- und Hausmärchen.

€ 180

Gesammelt durch die Brüder Grimm. Kleine Ausgabe. Mit sieben Kupfern. [Leipzig, Insel 1911]. Mit sieben Illustrationen von Ludwig Grimm. Illustrierter Originalpappband.

Eins von 500 Exemplaren. – »Buchstabengetreuer« Nachdruck der bei G. Reimer, Berlin, erschienenen Ausgabe von 1825. – Die Tafeln wurden in Lichtdruck wiedergegeben. – Titelblatt rückseitig mit Exlbrisstempel Dr. Gottfried Doehler (1863–1943, deutscher Germanist und Schriftsteller, unter anderem dramaturgischer Beirat am Hoftheater München). – Schönes Exemplar.

13,4 : 11,2 cm. 316, [4] Seiten. – Ränder minimal berieben.

Sarkowski 625

698  Insel Verlag – [Jacob Hersleb. Stammbuch.]

€ 150

[Leipzig], Insel [1913]. Mit 77 Abbildungen auf Tafeln. Bordeauxroter Originalmaroquinband mit breiten vergoldeten floralen Deckelbordüren, Rücken- und Schnittvergoldung.

Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 275). – Die Einbände wurden unter Verwendung alter Stempel hergestellt. – Lichtdruck-Faksimile eines Stammbuchs des Norwegers Jacob Hersleb nach dem Original aus der Sammlung Kippenberg. Es enthält Einträge von Klopstock, Moses Mendelssohn, Chodowiecki, Casanova, Geyser, Goethe, Wieland, Schleiermacher, Tischbein u. v. a. – Dazu: Various Designs. Collected by Le Baron d’Offenberg … Is presented by his much obliged humble servant George Frederick Herbst. Leipzig, Insel 1919. Mit zahlreichen Lichtdrucktafeln. Originalpappband mit reicher Vergoldung. Eins von 254 Exemplaren. – Das eindrucksvolle Stammbuch mit Zeichnungen und Eintragungen von Kant, Chodowiecki, Lavater, Salomon Geßner, Pestalozzi u. v. a. entstand in den Jahren 1773 bis 1788. Das Original befand sich im Museum der lettischen Stadt Jelgava (ehemals Mitau). – Beide Faksimiles sehr gut erhalten.

11,8 : 18,5 cm. [6], 77 Tafeln, [12] Seiten.

Sarkowski 721 und 1209

699  Insel Verlag – Hans Holbein. Bilder des Todes.

€ 400

Leipzig, Insel [1913]. Mit 41 ganzseitigen Abbildungen nach Holzstichen. Brauner Originalsaffianlederband mit reicher Vergoldung, u. a. ein Holbein-Porträt von Walter Tiemann als Deckelvignette (E. A. Enders, Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 800). – »Generationen hatten an dem Thema des ›Totentanzes‹ geistig und künstlerisch gearbeitet, bis Hans Holbein in seinem Volksbuch von den ›Bildern des Todes‹ die endgültige, klassische Formulierung fand.« (Emil Waldmann). – Gedruckt wurde die vorliegende Ausgabe nach den Probedrucken zur ersten Ausgabe, die sich im Berliner Kupferstichkabinett befanden. – Sehr schönes Exemplar.

18,3 : 13,3 cm. [100] Seiten. –.

Sarkowski 780 VA

700  Insel Verlag – Gotthold Ephraim Lessing. Minna von Barnhelm

€ 200

oder das Soldatenglück. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel 1920. Originallederband (P. A. Demeter) mit Rückenvergoldung.

Nachdruck der Ausgabe von 1767, mit Nachbildungen der Kupferstiche im Genealogischen Kalender auf das Jahr 1770 von Daniel Chodowiecki. – Dazu: Nathan der Weise. Ein Dramatisches Gedicht, in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel 1910. Nachdruck der ersten Ausgabe von 1779. Eins von 400 Exemplaren. Beiliegend das Faksimile der Subskriptionseinladung von 1778.

I. 16,5 : 11,0 cm. [10], 189, [5] Seiten. Rücken etwas verblasst. – II. 16,5 : 10,2 cm. [6], 276, [6] Seiten, 1 Doppelblatt.

Sarkowski 1023 und 1024

701  Insel Verlag – Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise.

€ 300

Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel [1910]. Zwei Originallederbände mit vergoldeten floralen Bordüren (P. A. Demeter, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, hier vollständig mit allen vier »Teilen«: Faksimile des Erstdrucks von 1779 (Auflage 400), Faksimile der einzig erhaltenen Subskriptionseinladung (1 loses Doppelblatt), Faksimile der Handschrift (Ledereinband) und Transkription der Handschrift (Beilageheft). – So vollständig äußerst selten.

18,4 : 10,4 cm. [6], 276, [6] Seiten; 1 Doppelblatt. – 22,1 : 17,3 cm. [40], [2] Seiten; [40] Seiten. – Ränder leicht berieben, Deckel mit winzigen Kratzern.

Sarkowski 1024 VA

702  Insel Verlag – [Friedrich] Schiller. Musen-Almanach für das Jahr 1797.

€ 200

Leipzig, Insel 1907. Mit Frontispiz und acht gefalteten Notenblättern. Bordeauxroter Originallederband mit vergoldeten Deckelbordüren und Kopfschnittvergoldung und Originalbroschur. Zusammen im Schuber.

Faksimile und Kommentarheft. – Eins von 250 Exemplaren im Ledereinband (Gesamtauflage 300), der faksimilierte Broschurumschlag eingebunden. – Kommentarheft mit einem Begleitwort zur neuen Ausgabe von Hanns Holzschuher. – »Es sind Bücher und Bände über diesen Almanach geschrieben worden – über dies merkwürdige, seltene und kostbare Buch der Weltliteratur. Kostbar, weil es als Sammelstätte Dichtungen und Werke unserer größten Dichter birgt« (Begleitwort). – Sehr schönes Exemplar.

16,8 : 10,6 cm. [22], 302, [10] Seiten, 8 gefaltete Tafeln. – Rücken minimal verblasst.

Sarkowski 1176

703  Insel Verlag – Navigare necesse est.

€ 300

Eine Festgabe für Anton Kippenberg zum zweiundzwanzigsten Mai MCMXXIV. Leipzig, Insel 1924. Mit sechs Originalgraphiken, drei Faksimiles, zwei Tafeln nach Zeichnungen und einer Musiknotenbeilage. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 500 Exemplaren. – Die Festschrift zum 50. Geburtstag des Insel Verlagsleiters wurde von dessen Ehefrau Katharina herausgegeben. – Mit Radierungen von Marcus Behmer (im Œuvreverzeichnis »Die Insel« betitet) und Georg A. Mathey, Holzschnitten von Walter Tiemann, Frans Masereel und Ludwig von Hofmann sowie einer Lithographie von Emil Rudolf Weiss (Exlibris Anton Kippenberg). – Mit Textbeiträgen von Rudolf Alexander Schröder (Aus den Kinderjahren der Insel), Harry Graf Kessler, Peter Jessen, Henry van de Velde u. a. – Einbandentwurf von Walter Tiemann.

29,0 : 19,5 cm. 275, [1] Seiten, 6 Graphiken, 6, teils gefaltete Tafeln. – Ränder minimal verblasst.

Sarkowski 1186. – Söhn HDOG 271. – Bibliogr. Kippenberg 112. – Sammlung Kippenberg 1785 a. – Rodenberg 291

704  Insel Verlag – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

€ 2000

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit Buchschmuck (ornamentaler Doppeltitel, Titelvignetten, vier Zwischentitel, zahlreiche Kopfleisten und Schlussstücke) in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde. – Harry Graf Kessler hatte sich schon 1897 mit der Herstellung eines Luxusdruckes von Nietzsches »Zarathustra« beschäftigt und recht bald Henry van de Velde, den er im November 1897 kennenlernte, mit einem Entwurf und Georges Lemmen mit der Schriftentwicklung beauftragt. – »Im feierlichen Prunk kam ›Also sprach Zarathustra‹ (1908) daher, für den Insel-Verlag in den drei Farben Schwarz, Purpur und Gold gedruckt, monumental im Format des Foliobandes, monumental in der typographischen Gebärde […] Der dekorative Doppeltitel unterstreicht […] van de Veldes Absicht, auch dem Gegenstand ›Buch‹ eine künstlerische Form aufzuprägen, die diesem Leben gab. […] Der Rückgriff auf die Texte Nietzsches hing übrigens eng mit der Berufung van de Veldes nach Weimar zusammen. Hier war ja das Nietzsche-Archiv […] beheimatet. Hier residierte aber auch mit Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach ein kunstsinniger Landesfürst […]« (Jürgen Eyssen S. 17).

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Einband etwas fleckig. – Äußerste Ränder leicht stockfleckig.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

705  Insel Verlag – Pauline Fürstin zur Lippe. Zur Frauenzimmer-Moral.

€ 120

Leipzig, Insel 1903. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erste Buchausgabe der beiden Aufsätze der Prinzessin von Anhalt-Bernburg und späteren Fürstin zur Lippe, die 1788 in dem Hannoveraner »Jahrbuch für die Menschheit« erschienen waren. Von ihrem Vater für die damalige Zeit umfassend ausgebildet, errang Pauline als regierende Fürstin später Anerkennung wegen ihrer Reformbestrebungen im Bildungs- und Sozialwesen. – Das Nachwort stammt von Hans Schulz (1870–1939), Direktor der Bibliothek des Reichsgerichts und Leipziger Bibliophiler, der das Vorsatzblatt mit einem langem Opitz-Zitat zierte. – Exlibris der Dichterin Helene Voigt-Diederichs, der Ehefrau des Verlegers Eugen Diederichs.

17,3 : 11,3 cm. 48 Seiten. – Einband, einige Seiten und äußerste Ränder gering stockfleckig.

Sarkowski 1226

706  Insel Verlag – Alexander Pope. Der Lockenraub.

€ 200

Ein komisches Heldengedicht. Mit neun Zeichnungen von A[ubrey] Beardsley. Leipzig, Insel 1908. Mit neun meist blattgroßen Illustrationen. Schwarzer Originalpappband, Deckelillustration, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Gedruckt auf starkem Holländisch Bütten. – Die Übersetzung stammt von Rudolf Alexander Schröder. – Schönes Exemplar dieser berühmten Beardsley-Ausgabe.

29,0 : 22,5 cm. [10], 43, [7] Seiten. – Vordere Ecken schwach gestaucht, Ränder minimal berieben.

Lasner 105 c. – Sarkowski 1258

707  Insel Verlag – Jan van Ruisbroek. Die Zierde der geistlichen Hochzeit.

€ 200

Leipzig, Insel [1919]. Originalpergamentband mit Rückenschild und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Unnummeriertes Dedikationsexemplar, wie die 50 Vorzugsexemplare in Ganzpergament gebunden und gedruckt in Rot und Schwarz auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 500). – Die Luxusausgabe enthält das Hauptwerk des flämischen Mystikers Jan van Ruisbroeck (1293–1381) in einer Übertragung des expressionistischen Dichters Friedrich Markus Huebner. – Laut Sarkowski wurde erschien die Ausgabe kriegsbedingt erst 1919.

28,2 : 21,7 cm. 162, [2] Seiten. – Deckel mit schwachem Lichtrand und etwas fleckig. – Erste und letzte Seiten an den Rändern schwach stockfleckig.

Sarkowski 1378 VA

708  Insel Verlag – Rudolf Alexander Schröder. Elysium.

€ 1200

Ein Buch Gedichte. Leipzig, Insel-Verlag 1906. Flexibler Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 25 Exemplaren der sehr seltenen Vorzugsausgabe auf Pergament (Gesamtauflage 300). – Die Gestaltung übernahm Alfred Walter Heymel, Druck in Rot und Schwarz. – Alfred Walter Heymel gründete zusammen mit dem Redakteur Otto Julius Bierbaum die Zeitschrift »Die Insel«, aus der bald der Insel-Verlag erwachsen sollte. 1901 schied Schroeder aus der Insel-Redaktion aus. »Die frühe Lyrik Schroeders stand im Zeichen eines Skeptizismus und romantisierenden Ästhetizismus; dabei bediente er sich vor allem klassischer Formen wie Oden und Sonetten.« (www-rudolf-alexander-schroeder-stiftung.de).

24,5 : 16,5 cm. [40] Seiten. – Einband etwas fleckig.

Sarkowski 1535. – Adolph 7

709  Insel Verlag – Tausend und ein Tag.

€ 900

Orientalische Erzählungen. Band 1 [bis] 4. Leipzig, Insel 1909/1910. Mit je einem illustrierten Doppeltitel in Grün, Schwarz und Gold von Marcus Behmer. Originalpergamentbände mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Vignette auf den Vorderdeckeln und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe auf Insel-Bütten von Van Gelder. – Marcus Behmer entwarf auch für die prächtige Vorzugsausgabe Doppeltitel, üppige Rückenvergoldung und Deckelvignetten. Die Doppeltitel verzierte er mit dem Porträt des Königs Schahryar und der Erzählerin Schahrazad. Die Innendeckel der Vorzugsexemplare wurden mit goldener Wildseide bezogen. – Felix Paul Greves und Paul Hansmanns Übersetzungen nach englischen Vorlagen sind hier erstmals veröffentlicht. – Sehr selten, in identischer Ausstattung mit der Vorzugsausgabe der Erzählungen aus »Tausendundein Nächten«.

18,6 : 12,0 cm. – Einbände stellenweise etwas fleckig und schwach berieben.

Sarkowski 1725 VA

710  Insel Bücherei – Sophokles. Antigone.

€ 250

Eine Tragödie. Übertragen von August Böckh. Leipzig, Insel [1912]. Ockerfarbener Originalziegenlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Insel-Bücherei 27 [1A]. – Erste Ausgabe innerhalb der Insel-Bücherei.

18,5 : 12,4 cm. 61, [1] Seiten. – Kanten schwach berieben und minimal verfärbt.

711  Insel Bücherei – Ruth.

€ 200

Leipzig, Insel [1914]. Originalhalbpergaminband mit vergoldetem Rückentitel und Buntpapierbezügen.

Insel-Bücherei 152 [1]. – In der Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der Deutschen Bibel 1545. – »Ein Unikum der Buchgeschichte« nennt der Marbacher Katalog »Die Insel« diesen Druck der Darmstädter Ernst Ludwig Presse: Sagenhafte 10.000 Exemplare wurden für die Insel-Bücherei auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse gedruckt. – Titel, Pressensignet und die vier Initialen in Rot gedruckt. – Als Titelvignette wurde ein alter Holzschnitt reprouziert.

19,2 : 13,5 cm. 21, [3] Seiten. – Deckelränder schwach gebräunt.

Kästner 152 [1]. – Stürz 43b

712  Insel-Bücherei – Rainer Maria Rilke. Der ausgewählten Gedichte erster [und] anderer Teil.

€ 400

Berlin, Insel 2016/2017. Illustrierte Originaleinbände.

IB 400 [1B] und 480 [1C]. – Je eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt waren. – Beide mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich, beide Bände zudem mit einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

713  Insel Bücherei – Ernest Hemingway. Die Sturmfluten des Frühlings.

€ 200

Ein romantischer Roman zu Ehren des Verschwindens einer Großen Rasse. Zweite Auflage. Leipzig, Insel 1980. Mit 13 Abbildunge nach Holzstichen von Hans-Joachim Walch. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Insel-Bücherei 902 [1B]. – Nur diese zweite Auflage erschien mit Illustrationen. – Unikates Exemplar mit einer Suite aller 13 Holzstiche, Handabdrucke von den Originalstöcken auf China, und mit eigenhändiger Widmung des Künstlers für den Vorbesitzer. – Die Holzstiche in Passepartouts montiert und zusammen mit dem Buch in Kartonmappe.

18,3 : 12,2 cm. 139, [1] Seiten, 13 Holzstiche.

714  Insel-Bücherei – Goethes schönste Gedichte.

€ 300

Herausgegeben von Jochen Schmidt. Berlin, Insel 2018. Illustrierter Originaleinband.

IB 1013. – Exemplar 1 von gerade einmal zehn der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt war. – Mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich sowie einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

715  Insel-Bücherei – Friedrich Schiller. Die seligen Augenblicke.

€ 300

Gedichte. Auswahl und Nachwort von Sigrid Damm. 6.–7. Tausend. Frankfurt und Leipzig, Insel 2005. Illustrierter Originaleinband.

IB 1263. – Eins von 25 Exemplaren der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt war. – Mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich sowie einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

716  Insel Verlag – Heinz Sarkowski. Der Insel Verlag.

€ 120

Eine Bibliographie. Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage. Leipzig, Insel 1999. Zwei [!] Originalleinenbände.

Durchschossenes Exemplar, nicht für den Handel bestimmt, so nur in einigen Exemplaren für den Verlag und für Antiquare hergestellt. – Nach Auskunft des kenntnisreichen Vorbesitzers wurden die Offsetfilme der Erstauflage in Leipzig in Handarbeit zerschnitten und die Ergänzungen für die zweite Auflage eingeklebt.

21,4 : 13,4 cm. Zusammen 451, [1]; Seiten.

717  Leipziger Bibliophilen-Abend – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zwölf Gedichte.

€ 200

Leipzig 1932. Orangefarbener Originalsaffianlederband, Rücken, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 99 stets namentlich bezeichneten Exemplaren für die Leipziger Bibliophilenvereinigung, das vorliegende für Julius Rodenberg – je ein weiteres wurde für die Deutsche Bücherei und den Verleger Hans von Weber gedruckt. – Auf Japanbütten. – Druck des Haupttitels und der Gedichttitel in Blau. – Sehr schönes Exemplar des Drucks im Goethe-Jahr 1932.

29 : 21 cm. [36] Seiten.

718  Maximilian-Gesellschaft – Johann Wolfgang von Goethe. Gedichte.

€ 900 ( R7 )

Herausgegeben von Hans Gerhard Gräf. Erster [bis] Vierter Band. Berlin, Maximilian-Gesellschaft 1924–1925. Blaue Maroquinbände; Rückentitel, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet (signiert: Maria Lühr).

Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus der Tiemann-Antiqua. – Druck unter Leitung von Fritz Homeyer und Hans Loubier bei Otto von Holten, Berlin. – Auf Bütten von JW Zanders mit dem Wasserzeichen der Maximilian-Gesellschaft. – Neben »Effi Briest« mit den Lithographien von Max Liebermann bilden die Goethe-Gedichte den wohl opulenteste Druck für die Mitglieder der Gesellschaft. Je nach Vorliebe des jeweiligen Mitglieds wurden verschiedene Buchbinder mit den Einbänden beauftragt, die vorliegende Reihe stammt von Maria Lühr (1874–1969). Nach ihrer Ausbildung in den traditionsreichen Buchbindereien Collin, Berlin, und Cobden-Sanderson in England wurde sie die erste deutsche Buchbindermeisterin. Von 1913–1957 betrieb sie ihre eigene Werkstatt in Berlin selbständig und war Ehrenmitglied des Bundes »Meister der Einbandkunst« (vgl. Moessner/Kriechel S. 73).

28,7 : 20,5 cm. Zusammen etwa 1500 Seiten. – Rücken etwas verfärbt und leicht berieben, Band I am Rücken etwas fleckig, Band III unten bestoßen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 120. – Nicht mehr bei Rodenberg

719  Georg Müller Verlag – Die Bücher der Abtei Thelem.

€ 1000

Herausgegeben von Otto Julius Bierbaum. 21 Werke in 34 Bänden (alles erschienene). München und Leipzig, Georg Müller 1910–1923. Originalhalblederbände mit reicher Vergoldung und Buntpapierbezug.

Der Herausgeber, der Mitbegründer des Insel Verlages Otto Julius Bierbaums, benannte die Reihe nach der Abtei Thelem, die Rabelais in seinem »Gargantua« beschrieben hatte. In diesem Kloster waren alle Lustbarkeiten und Freizügigkeit Pflicht und es galt der Kodex: »Tu was du willst!« – Mit Neuausgaben folgender geistreicher und teils freizügiger Romane der Weltliteratur, viele in Übersetzungen von W. Mylius, einem der wichtigsten Übersetzer des 19. Jahrhunderts: I.–III. Laurence Sterne. Tristram Schandis Leben und Meynungen. 1910. – IV. Laurence Sterne. Yoricks empfindsame Reise. 1910. – V. Johann Gottwerth Müller. Siegfried von Lindenberg. Eine komische Geschichte. 1918. – VI./VII. Denis Diderot. Jakob und sein Herr. 1911. – VIII./IX. Lord Chesterfield. Briefe an seinen Sohn. 1912. – X. Voltaire. Kandide. 1912. – XI. Gräfin La Fayette. Die Prinzessin von Cleve. 1918. – XII. Erasmus. Lob der Narrheit. 1918. – XIII./XIV. Tobias George Smollet. Roderich Random. 1914. – XV./XVI. Tobias George Smollet. Peregrine Pickle. – XVII./XVIII. Dulaurens. Gevatter Matthies oder die Ausschweifungen des menschlichen Geistes. 1918. – XIX.–XXI. Henry Fielding. Geschichte des Thomas Jones eines Findelkindes. Roman. 1918. – XXII.–XXIV. Moritz August von Thümmel. Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich. 1918. – XXV. Moritz August von Thümmel. Wilhelmine. – XXVI./XXVII. Johann Gottfried Schnabel. Der im Irrgarten der Liebe herumtaumelnde Kavalier. 1920. – XVIII. Denis Diderot. die geschwätzigen Kleinode oder Die Verräter. 1921. – XIX./XXX. Laurence Sterne. Yoricks Predigten. 1921. – XXXI. H. R. Mencken. Verteidigung der Frau. 1923. – XXXII. Machard. Titine. 1923. – XXXIII. Ch. M. Wieland. Die Geschichte des Prinzen Biribinker. 1923. – XXXIV. Johann Gottlieb Schummel. Spitzbart eine komi-tragische Geschichte. 1920. – Die Halbledereinbände sind gestaltet nach Entwürfen von Paul Renner, fünf Bände erschienen in größerem Format, einige mit variierender Rückenvergoldung. – Dazu die manchmal als Band XXXV gezählte einbändige Neuausgabe von Diderots »Jakob und sein Herr« (1921, mit dem Reihentitel und in reihentypischer Ausstattung, ohne Bandnummerierung). – Insgesamt sehr schön erhalten und so vollständig selten angeboten.

Einige Ränder minimal berieben. Exlibris in IV.

Hayn/Gotendorf IX, 582

720  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

€ 350

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe, die Exemplarnummer hier geschwärzt. – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, auf unbeschnittenem Zerkall-Einhorn-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – »Die prächtigen Schriften aus dem reichen Typenvorrat von Enschedé en Zonen in Haarlem stehen auf handgeschöpftem Bütten und behaupten sich bravourös neben den Illustrationen von Bayros, der sich hier, eine Entdeckung Bierbaums, erstmals auf dem deutschen Buchmarkt vorstellte und einen glücklichen Tag gehabt haben muß, da er einmal ohne die sonstige süßliche Parfümierung seiner Zeichenfeder ausgekommen war« (Eyssen, S. 65). – Bierbaum gehörte zu den Hauptautoren der ersten Verlagsjahre von Georg Müller. »Er war es, der die lange Reihe schöner Drucke […] eröffnete, und zwar mit den Ausgaben seines erst rein typographisch, schließlich dann illustriert erscheinenden Buches ›Das schöne Mädchen von Pao‹ (1910)«. (Georg K. Schauer).

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten, 7 Tafeln. – Rücken verfärbt. Ränder leicht berieben, Deckel mit schwachen Schabspuren. – Äußerste Ränder leicht gebräunt.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

721  Georg Müller Verlag – Karl Philipp Moritz. Anton Reiser.

€ 120

Ein psychologischer Roman. Neu herausgegeben und eingeleitet von Dr. Fred B. Hardt. Mit den vier Titelvignetten der Original-Ausgabe und zwei Porträtkupfern. Erster [und] Zweiter Band. München und Leipzig, Georg Müller 1911. Originalecrasélederbände mit Rückenschild und reicher Vergoldung.

Reprint der vierteiligen Erstausgabe (Berlin, Maurer 1785–1790). – »Ein komplexes, gefährliches Buch, weil es einen hineinzieht in seine bodenlose Trauer, gegen die man sich wehren will und sich doch nicht wehren kann. Ein Buch, das Angst macht vor den eigenen Verletzungen, die man hinieinphantasiert« (Peter Laemmle, Die Zeit, 47/1979). – Noch mehr als Kippenbergs Insel Verlag widmete sich Georg Müller der Neuausgabe von Werken des 18. und 19. Jahrhunderts. – Sehr dekorativ gebunden und schön erhalten.

15,7 : 10,5 cm. LXXII, [8], 191, [3] Seiten, 1 Tafel; [4], 203, [3] Seiten, 1 Tafel. – Rücken und äußerster Oberrand von II minimal verblasst.

722  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Plutarch. Vermischte Schriften. – Lebensbeschreibungen.

€ 600 ( R7 )

– Mit Anmerkungen nach der Übersetzung von Kaltwasser bearbeitet von Hanns Floerke. München und Leipzig, Georg Müller 1911 und 1913. Neun rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – Reihe I, Bände 1–3 und Reihe II, Bände 1–6.

22,4 : 14,3 cm. – Einige Rücken etwas verblasst.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95 und 96

723  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Vier Editionen der Reihe in Vorzugsausgaben.

€ 500 ( R7 )

München und Leipzig, Georg Müller 1911–1918. Neun rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – I. Horaz. Satiren und Episteln. Mit Anmerkungen. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland bearbeitete und ergänzt von Heinrich Conrad. Reihe I, Bände 5 und 6. – II. Sueton. Die zwölf Cäsaren. Nach der Übersetzung von Adolf Stahr. Reihe II, Band 13. – III. Xenophon. Schriften über Sokrates. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland neu herausgegeben. Reihe I, Band 16. – IV. Platon. Ausgewählte Werke. Deutsch von Schleiermacher. – Reihe I, Bände 23 bis 27.

22,3 : 14,2 cm. – Einige Rücken leicht verblasst, die von IV etwas beschabt.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95

724  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Drei Editionen der Reihe in Vorzugsausgaben.

€ 500 ( R7 )

München und Leipzig, Georg Müller 1912–1918. Acht rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – I. Thukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges. Deutsch von Heilmann. Erstes bis Achtes Buch. Reihe I, Bände 14 und 15. – II. Cicero. Briefe. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland. Reihe I, Bände 17–20. – III. Tacitus. Historien und Annalen. Nach der Übersetzung von Karl Friedrich Bahrdt neu herausgegeben. Reihe II, Bände 21 und 22.

22,3 : 14,2 cm. – Rücken minimal verblasst, zwei an den Bünden verfärbt. Ein Kapital von III mit Fehlstelle.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95

725  Officina Serpentis – Wolfram von Eschenbach. Parzival.

€ 300

München, Georg Verlag 1921. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Karl Ebert, München).

Erster Druck der Legenden vom Gral. – Eins von 100 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf schwerem Zanders-Bütten (Gesamtauflage 313). – Handpressendruck von E. H. und E. W. Tieffenbach in der Officina Serpentis. – Die in Grün gedruckten Titelzeilen und Initialen entwarf Ansgar Schoppmeyer.

35,0 : 20,0 cm. 661 Spalten. – Einband etwas fleckig und berieben. – Durchgehend leicht stockfleckig, Vorsätze und Schnitt stärker.

Backe/Köppen 51

726  Officina Serpentis – Tres Epistolae Platonis.

€ 400

Berlin 1926. Mit sechs in Rot ornamentierten Initialen von Hanns Thaddäus Hoyer. Pergamentband der Zeit, Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

Handpressendruck für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Eins von 340 Exemplaren auf Zerkall-Bütten (Gesamtauflage 347). – Gesetzt aus der Griechischen Tischendorf-Type, die hier erstmals für einen fortlaufenden Text verwendet wurde, und der Elzevir-Cursiv von Gentzsch & Heyse. – Hanns Thaddäus Hoyer, Lehrer an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbe-Museums entwarf auch den Titel dieser Platon-Ausgabe. – »Alle Kritiker vollends zum Verstummen bringen sollte die Ausgabe der ›Tres Epistolae Platonis‹ (1926). Angesichts der Harmonie dieser Seiten im sorgfältig ausgependelten Gleichgewicht der Satzblöcke […] und den beiden beschwingten, ›geschrieben‹ wirkenden Initialen, ist es wohl erlaubt, von einer typographischen Höchstleistung zu sprechen.« (Jürgen Eyssen). – Tadellos erhalten. – Beilage: Brief von Paul Rauert, der wie der Empfänger von Buch und Brief, Robert Johannes Meyer, Jurist, Kunstsammler und Mäzen in Hamburg war und zu den Stiftern der opulenten Gabe gehörte.

38,6 : 27,5 cm. 43, [5] Seiten.

Backe/Köppen 114. – Rodenberg II, 517. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 130. – Eyssen Seite 90ff. mit doppelblattgroßer Abbildung

727  Oltner Bücherfreunde – Oltner Liebhaber Drucke.

€ 1800

[Alle 22 erschienenen Ausgaben]. Olten 1963–1970. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezug und Kopfschnittvergoldung (Hugo Peller, Solothurn).

Vollständige Folge aller 22 Oltner Liebhaberdrucke. – Je eins von etwa 100 Exemplaren der Halbleder-Vorzugsausgaben, die (außer Nr. 8) von den Autoren signiert wurden. – 1936 gründete der Schweizer William Matheson in Olten/Schweiz einen bibliophilen Kleinverlag. Die »Vereinigung Oltner Bücherfreunde« edierte etwa 100 Titel, ferner Sonderausgaben und jährlich erscheinende Stiftungsdrucke zu den »Goethe-Feiern« der VOB. In den späten Jahren erschienen die 22 »Liebhaberdrucke«. – 1. Ernst Jünger. Sturm. 1963. – 2. Hans Leip. Pentamen. 1963. – 3. Max Mumenthaler. Die Liebe von der Katze stammt. 1964. – 4. Wolfram von den Steinen. Kaiserin Elisabeth. 1964. – 5. Edgar Schumacher. Der Eroberer Mensch. – 6. Ernst Jünger. Grenzgänge. 1965. – 7. Hermann Claudius. Meister Bertram. 1965. – 8. Hermann Hesse. Erwin. 1965. – 9. Carl Burckhard t. Ein Brief. 1966. – 10. Hanno Helbling. Umgang mit Italien. 1966. – 11. Arnold Kübler. Cognac. 1966. – 12. Ernst Jünger. Im Granit. 1967. – 13. Rudolf Adolph. Umgang mit Dichtern. 1967. – 14. Konrad Kahl. Adalbert Stifter in seinen Briefen. 1967. – 15. Gerhard Jung. Wurzle un Blatt. 1968. – 16. Ernst Jünger. Zwei Inseln. 1968. – 17. Willi Schuh. Der Rosenkavalier. 1968. – 18. Fritz Usinger. Das unwahrscheinliche Glück. 1969. – 19. Karl Schmid. Mitmenschlichkeit des Dichters. 1969. – 20. Richard Zürcher. Meisterwerke abendländischer Baukunst. 1969. – 21. Ernst Jünger. Lettern und Ideogramme. 1970. – 22. William Matheson. Dank und Erinnerung. 1970. – Die Erzählung Hermann Hesses »Erwin« (Nr. 8) entstand schon um 1907/08 und wurde hier erstmals aus dem Nachlass veröffentlicht.

20,0 : 12,7 cm. – Einige Rücken ganz leicht verblasst, insgesamt aber sehr schön.

Jünger: de Coudres/Mühleisen B 47.a, B 52, B 58, B 60 und B 63. – Hesse: Mileck II/147

728  Phantasus-Druck – Honoré de Balzac. Paz

€ 500

oder Freundschaft um Liebe. Mit Illustrationen von Max Neumann. München, Phantasus 1923. Mit 22 ganzseitigen Zinkographien. Dunkelroter Originalmaroquinband auf fünf Bünden mit Rückenschild, Rücken- und Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Neunter Phantasus-Druck. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren im prächtig vergoldeten Ganzledereinband von Friede Thiersch (Gesamtauflage 450). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung von »La Fausse Maitresse« von Carl von Stetten und Max Michael Oswald.

18,5 : 12,3 cm. [6], 135, [7] Seiten. – Ränder etwas verfärbt, vereinzelt leicht berieben.

Fromm I, 1505. – Rodenberg 459, 9

729  Pan-Presse – Heinrich Heine. Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky.

€ 1500

Mit lithographischen Zeichnungen von Julius Pascin. Berlin, Cassirer 1910. Mit 35 Lithographien, davon acht blatt- und eine doppelblattgroß, sechs koloriert und neun signiert. Originalpergamentband mit kolorierter Deckellithographie und Kopfgoldschnitt.

Vierter Druck der Pan-Presse. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Alt Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 310). – Der Druckvermerk von Pascin signiert und nummeriert. – 1919 und 1920 erschienen Volksausgaben in verkleinertem Format mit Reproduktionen der Lithographien. – »Es war, wenn ich mich recht erinnere, das erste kostbare Buch der ›Pan-Presse‹, die wir gegründet hatten. Seine Bilder illustrierten Heine nicht nur, sondern schufen auch eine ganz neue Welt voll von übermütigem Witz, Grazie, Kühnheit und zartesten Linien. Ich war glücklich, mit ihm [Julius Pascin] zusammen die Herstellung des Druckes und die Ausstattung besorgen zu können.« (Wilhelm Herzog, zitiert nach Feilchenfeldt/Brandis). – Das Buch war Paul Cassirers Diskussionsbeitrag zu der aus antisemitischen Gründen umstrittenen Errichtung eines Heine-Denkmals in Düsseldorf. – Sehr selten.

31,5 : 24,0 cm. [2], 83, [7] Seiten. – Die oben angeplatzten Gelenke fachmännisch restauriert.

Rodenberg 452, 4. – Feilchenfeldt/Brandis 96.0.A

730  Rudolfinische Drucke – Fritz Reuter. Hanne Nüte

€ 400

und de lütte Pudel. ´ne Vagel- un Minschengeschicht. Offenbach am Main 1911. Originalhalbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel.

Erster Rudolfinischer Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus der von Rudolf Koch entworfenen Deutschen Schrift. – Druck von Rudolf Koch und Rudolf Gerstung bei Wilhelm Gerstung, Offenbach. – »Die Rudolfinischen Drucke […] gehören unstreitig mit zu den hervorragendsten Schöpfungen der neuen deutschen Buchkunst« und beweisen »was bei einer innigen Zusammenarbeit von Künstler und Drucker geleistet werden kann«. (Rodenberg, S. 123). – Die Titelzeilen und Kapitelnummern wurden von Koch in Holz geschnitten und in Rot eingedruckt, das Kolophon in Blau, das Bezugspapier in Wasserfarbendruck, alle Rückentitel wurden von Koch selbst kalligraphiert. – Sehr schönes Exemplar. – Dazu drei weitere Rudolfinische Drucke: I. 8. Druck: [Martin Luther.] Das Gesicht des Jesaja. [1919]. Originalhalbpergamentband. 22 Holzschnitte von Rudolf Koch, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – II. 12. Druck: Jesaja. [1920]. Doppelblatt von Wilhelm Gerstung in Holz geschnitten, auf einen Büttenbogen gedruckt und handkoloriert. Eins von 200 Exemplaren. – III. 16. Druck: Die Zehn Gebote. [1922]. Doppelholzschnitt von Rudolf Koch, auf handgefärbtem Büttenbogen gedruckt. Eins von 200 Exemplaren.

16 : 12 cm. [8], 296, [36] Seiten.

Rodenberg 124ff., 1, 8, 12 und 16

731  Einbände – Hermann von Boetticher. Sonette des Zurückgebliebenen.

€ 250

Mit Originallithographien von Max Thalmann. Weimar, Bruno Wollbrück 1919. Mit neun Lithographien, eine davon als Titelvignette, acht ganzseitig. Schwarzer Originalkalblederband mit Titel-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (Otto Dorfner, Weimar).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Den Druck des Textes und der Lithographien besorgten Dietsch & Brückner. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

27,6 : 20,4 cm. [24] Seiten. – Deckelränder etwas verfärbt, Rücken stärker.

732  Einbände – Grüner Maroquinband von Otto Dorfner

€ 400

(signiert) mit ornamentaler Vergoldung und Wappensupralibros. – Inhalt: August Reitz. Von des Neckars Quelle. Ein Heimatbuch von Schwenningen. Zweite Auflage. Schwenningen, Selbstverlag des Verfassers [1925]. Mit 34 Bildern auf Tafeln und einem Anhang mit Musiknoten.

Der Handeinband des Weimarer Meisterbinders mit vergoldeten Bordüren, die beide Deckel gliedern. Breite Innenkanten mit doppelter vergoldeter Filete, Vorsätze aus grün marmoriertem Papier. – Der Vorderdeckel mit dem geprägten und vergoldeten Stadtwappen von Schwenningen.

21,5 : 14,2 cm. 279, [1], 32 Seiten. – Rücken etwas verblasst. – Vorsatzpapier an den Innengelenken brüchig.

733  Einbände – Ziegelroter Maroquinband von Otto Dorfner

€ 250

(signiert) mit Gold- und Blindprägung sowie Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Herbert Kühnert. Urkundenbuch zur Thüringischen Glashüttengeschichte. Jena, Fromannsche Buchhandlung Walter Biedermann 1934. Mit einigen Abbildungen auf Tafeln und einem gefalteten Faksimile.

Beiträge zur Thüringischen Geschichte, Band 2. – Gewidmet dem Begründer des Jenaer Glaswerks Schott und Genossen zum 50jährigen Bestehen. – Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

23,7 : 16,2 cm. XVII, [1], 352 Seiten, 8 Tafeln, 1 Faksimile. – Deckelkantenfilete mit geringfügigen Verlusten der Vergoldung.

734  Einbände – Ziegelfarbener Saffianlederband von Otto Dorfner

€ 600

(signiert) mit reicher Filetenverzierung in Gold- und Blindprägung. Rückentitel, Deckelkalligraphie und Kopfschnitt vergoldet. – Vicke Schorler. Warhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberumten alten See- und Hensestadt Rostock, Heubtstadt im Lande zu Meckelnburg 1578–1586. Rostock, Carl Hinstorff 1939. Mit einem 16-seitigen farbigen Leporello und zahlreichen Abbildungen im Text.

Ausführlich kommentierte Faksimileausgabe der berühmten Stadtansicht, die der Rostocker Chronist Vicke Schorler 1578–1586 zeichnete. Das 18 Meter lange Original befindet sich im Stadtarchiv Rostock. Die farbige Wiedergabe im Faksimile erfolgt auf einem 16seitigen Leporello mit einer Gesamtlänge von 6,7 Metern. Herausgegeben vom Rostocker Oberbürgermeister. – Vorderdeckel mit der goldgeprägten Signatur Vicke Schorlers, Innendeckel mit Pergamentspiegeln. Das Leporello, hier mit Lederfalzen, mit einer auf dem hinteren Innendeckel fixierten Pergamentbanderole. – Mit Schutzpapierumschlag und im Originalpappschuber. – Das erste Exemplar der Faksimileausgabe, gedruckt auf Pergament, erhielt Adolf Hitler als Geschenk. Für wen dieses Exemplar im prächtigen Dorfner-Einband bestimmt war, bleibt unklar.

31,0 : 44,0 cm. 53, [3] Seiten, 1 Leporello.

735  Einbände – Orangefarbener Saffianlederband mit vergoldeten Filten und Titeln, teils mit Lederintarsien

€ 900

(Thilo Schoder oder Otto Dorfner ?). – Inhalt: Rainer Maria Rilke. Das Buch der Bilder. Leipzig, Insel 1922. 20.–22. Tausend.

Auf feines weißes Velin gedruckt und in einem meisterhaften, leider unsignierten Einband. – Außer der schwungvollen Deckelvignette mit farbig abgesetztem Namen des Dichters zieren vergoldete Deckel- und Innenkantenfileten sowie Stehkantenbordüren und Kopfschnitt den Einband. Der Rücken ist durch vier echte Bünde (und einen ausgelassenen) asymetrisch gegliedert, der Rückentitel in einer verschränkten Grotesk-Type geprägt. – Die souveräne Gestaltung und Ausführung des Einbandes, besonders des Vorderdeckels, lassen vermuten, dass es sich um einen Einband aus der Dorfner-Werkstatt oder von Thilo Schoder handelt. Schoder war von 1912 bis 1914 Assistent von Henry van de Velde in Weimar. »Einbände Thilo Schoders und deren Entwicklung weisen einige Verwandschaft zu Dorfners Arbeiten auf. […] Neben seinen expressiven Schriftentwürfen, die sich in eine vom Art Deco beeinflußte Gestaltung einfügen, hat Schoder Titelschriften entworfen, die der Bauhausästhetik nahestehen. So sind Buchstaben des Titels […] ineinandergestellt wie dies von Feiningers und Wottitz’ Schriftentwürfen bekannt ist.« (Nina Wiedemeyer, in: Zwischen van de Velde und Bauhaus, 1999, S. 123 mit mehreren Abbildungen). – Mit dem radierten Exlibris von Wilhelm Kesten. – Tadellos erhalten.

22,8 : 15,2 cm. [4], 188, [4] Seiten.

Mises

736  Einbände – Christoph Martin Wieland. Musarion

€ 400

oder Die Philosophie der Grazien. Ein Gedicht in drey Büchern. Radierungen von Hans Gött. München, Drei Masken 1924. Mit zwölf radierten signierten Vignetten, davon eine Titel- und eine Schlussvignette. Blauer Originalmaroquinband mit Rückenschild, ornamentale Deckelbordüren und Innenkantenfileten, Rücken und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber.

Neunter Obelisk-Druck. – Eins von 70 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen entstanden 1923 und wurden unter Aufsicht des Künstlers gedruckt.

29,5 : 20,0 cm. 72, [6] Seiten. – Ecken und Kapitale berieben. Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 448, 9

737  Einbände – Dunkelblauer Maroquinband von Maria Lühr, Berlin, mit Fileten-, Rücken- und gepunzter Kopfschnittvergoldung.

€ 600

– Inhalt: Macbeth, ein Schauspiel in fünf Aufzügen nach Shakespeare von Gottfried August Bürger. Mit den zwölf Kupfern von Daniel Chodowiecki. Berlin, Trowitzsch & Sohn 1923. Mit zwölf auf Tafeln montierten Abbildungen nach Chodowiecki.

Eins von 20 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und in Maroquin gebunden (Gesamtauflage 500). – Bürgers Macbeth-Nachdichtung erschien erstmals 1783 in Göttingen, die zwölf Kupfer von Chodowiecki dann in der zweiten Auflage 1784 und zugleich im »Taschenbuch zum Nutzen und Vergnügen fürs Jahr 1785«. – Beilage: Subskribenten-Verzeichnis mit dem genauen Auflagenvermerk. – Maria Lühr (1874–1969) wurde nach ihrer Ausbildung in den traditionsreichen Buchbindereien Collin, Berlin, und Cobden-Sanderson in England die erste deutsche Buchbindermeisterin. Von 1913–1957 betrieb sie ihre eigene Werkstatt in Berlin und war Ehrenmitglied des Bundes »Meister der Einbandkunst« (vgl. Moessner/Kriechel S. 73). – Tadellos erhalten.

16,9 : 10,8 cm. 132 Seiten.

Vgl. Engelmann 514, Rümann 1074 und Goedeke IV/1, 1008, 37

738  Einbände – Grüner Maroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung und goldgeprägtem Rückentitel.

€ 600

(signiert Elisabeth Michahelles). – [Johann Gottlieb] Fichte. Reden an die Deutsche Nation. München, Bremer Presse 1922.

Walter Passarge dokumentierte in »Deutsche Werkkunst der Gegenwart« (1938) Spitzenwerkstätten der Vorkriegszeit und stellte die Hamburger Buchbinderin Elisabeth Michahelles in eine Reihe neben die Meister Otto Dorfner, Frida Schoy, Franz Weiße und Ignaz Wiemeler. – Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Herausgegeben von Carl Georg Maassen. – Einer der besonders geschätzten großformatigen Drucke der Presse.

32,2 : 22,4 cm. [8], 318, [10] Seiten. – Rücken verblasst.

Lehnacker 11. – Rodenberg 58, 11

739  Einbände – Anthrazitfarbener langnarbiger Saffianlederband (signiert: A. Wedel)

€ 450

mit vielfarbigen Lederapplikationen auf dem Vorderdeckel – Inhalt: Francis Carco. Nuits de Paris. Avec vingt-six compositions gravées a l’eau-forte par Dignimont. Paris, Au Sans Pareil 1927. Mit 26 Radierungen, davon 13 blattgroß, die erste als Frontispiz koloriert.

Eins 360 Exemplaren auf Vélin Montgolfier d’Annonay (Gesamtauflage 430). – Grande Collection, Livre 4. – Jedes der zwölf Kapitel entführt den Leser in eine Szenerie des Pariser Nachlebens. Der erfolgreiche Autor Francis Carcopino-Tusoli (1886–1956) wurde durch seine Schilderungen der französischen Metropole berühmt. Als sein Pendant im graphischen Bereich kann sicher André Dignimont (1891–1965) gelten, so dass hier ein kongenial illustriertes Werk entstand. Zu Titel und Einleitung sowie zu den zwölf Kapiteln entstanden je eine ganzseitige und eine den Text umrahmende Radierung. – Der Einband, wohl um 1970 entstanden, ist auf dem Vorderdeckel mit etwa 50 kleinen Lederapplikationen verziert, Rückentitel und Kopfschnitt sind versilbert, die Spiegel und Vorsatzblätter mit violetter Wildseide bezogen. – Der Namen des Buchbinders auf dem hinteren Vorsatzblatt in Gold, am Unterrand des hinteren Innendeckels in Blindprägung. – Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

28,7 : 22,5 cm. [4], XIII, [3], 139, [11] Seiten. – Rücken minimal verfärbt. – Vortitel leicht gebräunt, die letzten Blätter mit kaum sichtbaren Stockflecken.

Monod 2262. – Carteret IV, 90 (»Édition originale et premier tirage recherché et coté«)

740  Einbände – Blauer Saffianlederband mit vergoldeter Deckelillustration und -verzierung.

€ 450

– Inhalt: Max Barthel. Das Spiel mit der Puppe. Roman. Leipzig, Büchergilde Gutenberg 1925. Mit 18 großen Zwischentitelinitialen von C. H. Meyer.

Erste Ausgabe. – Eins der ersten Bücher der Büchergilde, die 1925 mit einem Band von Mark Twain ihr Programm eröffnete. – Ob es sich bei dem unsignierten, aber recht überzeugend gestalteten Einband um eine private Auftragsarbeit oder einen der seltenen »Vorzugseinbände« der Büchergilde handelt, konnten wir nicht eruieren. – Jedes Kapitel wird mit einer bildhaften Holzschnittinitiale des Zwischentitels eingeleitet. – Auf blütenweißem Maschinenbütten. – Tadellos. – Max Barthel (1893–1975) zählt zu den bekanntestem Arbeiterdichtern der Weimarer Republik. 1923 sagte er sich vom Kommunismus los und trat aus der KPD aus (weshalb Brigitte Melzwigs Bibliographie der deutschen sozialistischen Literatur seine Werke nach 1922 mit Missachtung straft).

24,3 : 17,5 cm. 262, [2] Seiten.

741  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

€ 2500

Traduction d’Aymot. Revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit 46 Holzschnitten im Text, davon einer auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von nur 25 römisch nummerierten nicht für den Handel bestimmten Vorzugsexemplaren »H.C. japon ancien«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Mit einer Suite von 42 Holzschnitten, 40 in Rot gedruckt, zwei Zustandsdrucke in Schwarz. – Unikales Exemplar: Grüner Ecrasélederband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet, dunkelgrüne Velourlederspiegel und -vorsätze. – Vorderdeckel mit einer Illustration aus eingelassenem Golddraht und über den Rücken bis auf den Hinterdeckel verlaufenden vergoldeten Fileten. – Die Suite im Originalumschlag und in Halbmaroquinmappe. – Zusammen mit dem Buch in grüner Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel. Die Kassette mit grünem Velourleder gefüttert und, wie die Suitenmappe mit grünem Leinen bezogen. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […] is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan). – Tadellos erhaltenes Exemplar aus der sehr seltenen Japanauflage und mit einer umfangreichen Extrasuite (die Anzahl der dort beigegebenen Holzschnitte variiert bei Vergleichsexemplaren).

22,0 : 13,5 cm. [8], 217, [7] Seiten, 42 Holzschnitte.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174. – Vgl. Guérin 76–127

742  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

€ 4500

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tome prémier [et] séconde [et] Suites de bois originaux. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit drei Folgen der 122 Holzschnitten, davon ein in den Büchern. Originalumschläge der beiden Bücher eingebunden, die der Suiten eingelegt.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren mit den beiden Suiten der 122 Holzschnitte, eine in Schwarz, eine in Rot gedruckt. – Alle Holzschnitte der Suiten und die beiden Umschläge nummeriert und mit Maillols Monogrammstempel. – Auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Unikales Exemplar: Dunkelbraune Maroquinbände, Rückentitel sowie Deckel- und Stehkantenfileten vergoldet, rostrote Büttenvorsätze. – Alle Deckel mit rechteckigem Mittelfeld, mit Dornenmuster in Blindprägung und von doppelter vergoldeter Filete umrahmt. Kopfschnittvergoldung mit floraler Punzenverzierung. – Je eine Suite lose in Halbledermappe und zusammen mit einem der beiden Bände in Halblederkassette, Rücken aus dem braunen Maroquin der Einbände, Deckel und Innenseiten wie die der Suitenmappen mit rotem Leinen bezogen. – Eines der schönsten Bücher Maillols, die Fortsetzung der »Eclogen« Vergils, die ebenfalls mit seinen Holzschnitten 1926 in der Cranach-Presse erschienen. Die vorliegende, von Kessler geplante, Fortsetzung wurde nach Schließung der Cranach-Presse und Kesslers Tod erst in Paris vollendet.

32,8 : 24,5 cm. [12], 174, [12] Seiten; [12], 154, [10] Seiten; 244 lose Holzschnitte.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

743  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Marc Chagall. Bible.

€ 3500

Paris, Verve 1956. Mit 30 Lithographien, von den 18 farbigen eine als Titel und eine auf dem eingebundenen Bezugspapier des Originaleinbands.

Die erste »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 33/34 der Reihe »Verve« kurz nach der von Tériade edierten Bibel mit 105 Radierungen Chagalls. Im Doppelheft seiner Zeitschrift »Verve« wurden diese als Lichtdrucke reproduziert und um dreißig Lithographien erweitert, die Chagall zeitgleich geschaffen hatte. Mit einer Einleitung von Meyer Schapiro und einer Bildlegende zu den Radierungen. – Unikales Exemplar: Dunkelbrauner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Stehkantenfileten sowie der gepunzte Kopfschnitt vergoldet. – Vorderdeckel mit »Illustration« in mehrfarbiger Lederintarsie und, wie der Hinterdeckel, mit vergoldeten Streicheisenfileten. – Halblederkassette mit Leinenbezug, gefüttert mit grünem Velourleder. – Innen und außen tadellos erhaltenes Gesamtkunstwerk.

36,2 : 26,7 cm. [24] Seiten, 105 Tafeln, 29 Lithographien. – Ränder minimal berieben.

Cramer 25. – Mourlot 117–146

744  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

€ 3500

Paris, Verve 1960. Mit 96 Tafeln und 48 Lithographien, von den 25 farbigen eine auf dem eingebundenen Bezugspapier des Originaleinbands.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«, enthält die Reproduktionen von Chagalls 1958/59 entstandenen neuen Zeichnungen zur Bibel und 24 Farblithographien, jede rückseitig mit einer einfarbig lithographierten Vignette. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den Zeichnungen. – Unikales Exemplar: Dunkelblauer geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie der gepunzte Kopfschnitt vergoldet. – Vorderdeckel mit »Illustration« in mehrfarbiger Lederintarsie und, wie der Hinterdeckel, mit vergoldeten Streicheisenfileten. – Halblederkassette mit Leinenbezug, gefüttert mit blauem Velourleder. – Das fast zwingend zu erwerbende Pendant zur vorherigen Katalognummer.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Kassettenrücken minimal verblasst.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

745  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Antonin Artaud. Galapagos.

€ 6000

Les iles du bout du monde. Eaux-fortes originales de Max Ernst. Paris, Louis Broder 1955. Mit zehn, meist farbigen und teils blattgroßen Radierungen, zwei Tafeln sowie einer elften Radierung auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 95 Exemplaren (Gesamtauflage des Buches 135). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Vélin de Rives. – Eins der schönsten Max Ernst-Bücher der 1950er Jahre mit den Farbradierungen, die an sein »Schnabelpaar« und die »Paramythen« erinnern. – Unikaler Einband: Blaues Saffianleder, Rückentitel und der gravierte Kopfschnitt vergoldet. – Das blaue Leder wird von einer hauchdünnen weißen Lederapplikation überzogen. Beide Deckel mit schwungvollen ellipsenförmigen vergoldeten Fileten, mt denen Roland Meuter einmal mehr die Graphiken des Buches zitiert. – »An extreme refinement of design and technique, the result of many years’ experimentation, characterizes the recent graphic work of Ernst.« (Eleanor Garvey). – Tadellos.

21,2 : 15,5 cm. 42, [6] Seiten, 2 Tafeln.

Spies/Leppien 59 I–XI G. – Garvey 101. – Lang, Surrealismus 39. – Monod 541

746  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Léna Leclercq · Alberto Giacometti. Pomme endormie.

€ 2500

Décines Isère, Marc Barbezat 1961. Mit acht ganzseitigen Lithographien von Alberto Giacometti. Titel nach Giacomettis Handschrift lithographiert auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 100 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 131). – Im Druckvermerk von Künstler und Dichterin signiert. – Handsatz der Gedichte aus der Elzévier ancien, gedruckt bei Imprimerie Union, Paris. – Unikales Exemplar: Graubrauner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Stehkantenfileten und der gepunzte Kopfschnitt versilbert. – Beide Deckel »illustriert« mit amorphen Figuren in Blindprägung und Lederätzung, eine mit eingelegten Silberdrähten. – Spiegel und Vorsätze mit rotem Velourleder bezogen, Spiegel mit Silberauflage umfasst. – In Halblederkassette mit silbergeprägtem Rückentitel, Leinenbezug und mit rotem Velourleder gefüttert.

31,5 : 25,3 cm. 62, [10] Seiten.

Lust 128–135. – Monod 6994

747  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Erik Satie. Léger comme un œuf.

€ 1800

Paris, Louis Broder 1957. Mit einer Farbradierung von Georges Braque. Der Originaljapanpapierumschlag eingebunden.

Eins von 100 Exemplaren, weitere 20 waren nicht für den Handel bestimmt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf »Japon ancien«. – Unikaler Einband: Orangefarbener Ecrasélederband. – Rückentitel, Stehkanten- und Kapitalfileten vergoldet. – Beide Deckel zitieren Braques Musiknoten-Radierung mit einer Deckelvignette aus weißen Lederintarsien und vergoldeter stilisierter Notenzeile. – Innendeckel mit weißem goldgepunztem Kalbleder bezogen, fliegende Vorsätze aus roséfarbenem Wildleder. – In passender Halblederkassette, wildledergefüttert und mit vergoldetem Rückentitel. – Das kleinformatige Buch erschien als erster Band der Reihe »Miroir du poète«.

16,7 : 13,5 cm. 26, [6] Seiten, 1 Radierung.

Vallier 113. – Hatje livres XXI. – Monod 10174

748  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Rainer Maria Rilke. Les Roses.

€ 1800

Vingt-cinq eaux-fortes de Imre Reiner. Paris, Alexandre Loewy 1959. Mit 25 blattgroßen Radierungen, davon eine auf dem eingebunden Originalumschlag.

Eins von 15 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit einer Extrasuite der Radierungen, gedruckt in Rot auf Hosho Papier (Gesamtauflage 150). – Auf Auvergne-Bütten von Richard-de-Bas. – Jeder Radierung wurde ein Textblatt vorgebunden. – Unikales Exemplar: Dunkelgrüner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkanten sowie Kopfschnitt vergoldet, beide Deckel mit stilisierter »Rosen-Illustration« in Gold- und Blindprägung, beigelegt eine lavierte Tuschfederzeichnung von Imre Reiner (25 : 20 cm, signiert, betitelt, in Passepartout). – Spiegel, Vorsatzblätter und die Innendeckel der dunkelgrünen Halbmaroquinkassette mit gelbem Wildleder bezogen. – Die Kassette mit vergoldetem Rückentitel und, wie die eingelegte Suitenmappe, mit dunkelgrünem Wildseidenbezug.

32,4 : 26,0 cm. [108] Seite, 25 Radierungen, 1 Zeichnung.

Monod 9734. – Reiner-Bibliographie III, 19. – Tiessen II, 19

749  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Rainer Maria Rilke. Les roses.

€ 2500

Gravures originales de [Gerard de] Palézieux. Lausanne, André et Pierre Gonin 1989. Mit 13 Radierungen. Originalumschlag eingebunden.

Eins von 13 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf Pergament (Gesamtauflage 160) mit folgenden Beilagen: monogrammierte Suite der Radierungen auf »Duchêne«-Bütten, eine der 13 Kupferplatten und eine lavierte Tuschzeichnung (21,5 : 15,0 cm, monogrammiert, in Passepartout). – Die Radierungen wurden auf getöntes Chinapapier gedruckt und auf die Pergamentblätter mit Plattenrandprägung aufgewalzt. – Gedruckt bei Kundig, Genf. – Unikales Exemplar: Hellroter geglätteter Maroquinband; Rückentitel, Fileten und Fleurons vergoldet. – Beide Deckel mit weißer Ledervignette, darauf die stilisierte Rosenillustration in vergoldeten Streich- und Bogeneisenfileten. – Weißer Wildlederspiegel und -vorsätze. – Suite und Beigaben in Halbmaroquinmappe, Buch und Mappe in roter Halbmaroquinkassette mit Leinenbezug und mit weißem Wildleder gefüttert. – Gérard de Palézieux (1919–2012) »produziert ein diskretes Werk, das vor allem Landschaften und Stillleben umfasst. Er gehört eindeutig zu den ›Peintres du silences‹.« (Armelle Droval, zitiert nach der Webseite des Künstlers). Mit »Les roses« zitierte er die Arbeiten Imre Reiners, der wie er im Tessin lebte.

25,7 : 17,7 cm. [40] Blätter.

750  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Mark Twain. Journal d’Ève et d’Adam.

€ 200

Nouvelle traduction de Berthe Vulliemin. Illustrations de Charles Clément. Montreux, La Tramontane 1946. Mit sechs Gravuren nach lavierten Tuschfederzeichnungen. Illustrierter Originalbroschurumschlag in Pappband mit Tupfpapierbezug, goldgeprägter Rückentitel auf Lederapplikation, Kopfschnitt braungefärbt.

Eins von 1500 Exemplaren. – Mark Twains Originaltexte waren nach Vorabdrucken in Zeitschriften 1904 und 1906 erstmals in Buchform erschienen. Adam schildert die Einweisung von Eva (»this new creature with the long hair«) in den »paradiesischen Alltag«. Das Tagebuch und Cléments Zeichnungen beschreiben die Ereignisse nach dem Sündenfall. – Die eigenhändige Widmung »Meiner lieben Eva von Adam | Weihnachten 1948« datiert, folgt man James Usshers Berechnungen, leider 5952 Jahre zu spät.

19,0 : 14,2 cm. 106, [6] Seiten, 6 Tafeln.

751  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Pierre Dudan. La peur gigantesque de Monsieur Médiocre.

€ 250

(Histoire folle). Illustrations de Dubout. Monte-Carlo, Éditions du Livre 1947. Mit einem Titelbild und zahlreichen Illustrationen, der farbig illustrierte Originalumschlag eingebunden.

Eins von 1000 Exemplaren auf Velin »BFK Rives«. – Gedruckt bei André Sauret in Monaco. – Unikaler Einband: Leuchtend gelber Halblederband, Rückentitel goldgepägt, Kopfschnitt blau eingefärbt, die Kapitale mit Silberfaden handumstochen, die gelben Bezugspapiere mehrfarbig aquarelliert. – Im Pappschuber. – Albert Dubout (1905–1976) wurde durch Philippe Soupault, dem literarischen Direktor der Pariser Edition Kra, 1929 mit ersten Buchillustrationen beauftragt. Nachdem seine Zeichnungen begeistert angenommen wurden, »bevölkerten« seine skurrilen Typen bald hunderte Bücher. Dubout scheute dabei auch nicht vor den Klassikern der französischen Literatur zurück: Beaumarchais, Mérimée, Rabelais, Villon, Cervantes, Balzac, Racine, Voltaire u. v. a.

24,3 : 15,8 cm. 174, [10] Seiten (einschließlich Umschlag). – Rücken minimal fleckig.

Monod 3992

752  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Molière. La malade imaginaire.

€ 600

Comédie meslée de musique et de danses. Illustration originale gravée sur cuivre a l’eau-forte par Maurice Leroy. Paris, Aux Dépends d’un Amateur · Paul Durupt 1943. Mit 24 großen Farbradierungen im Text, eine als Frontispiz. Eingebundener Originalumschlag.

Eins von 25 Exemplaren »hors commerce«, monogrammiert vom Verleger, wie weitere 100 Vorzugsexemplare mit einer einfarbigen Suite der Radierungen mit Remarquen (Gesamtauflage 375). – Auf »Velin d’Arches«. – Unikaler Einband: Grüner Halbmaroquinband, Rückentitel und gepunzter und bemalter Kopfschnitt vergoldet, graue Büttenvorsätze, Deckel mit aquarelliertem Büttenpapier bezogen. Die Suite in einer Seidenmappe. – Buch und Suite in Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Der in der ersten Jahrhunderthälfte recht produktive Maurice Leroy (Lebensdaten unbekannt) illustrierte Molières bekannte Komödie in karikierender Art, die damals in der französischen Bibliophilie sehr verbreitet war.

27,8 : 23,0 cm. 129, [5] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Monod 8272 (mit vielen Fragezeichen). – Carteret IV, 285

753  Einbände – Roland Meuter, Ascona – [Henri] Alain-Fournier. Le Grand Meaulnes.

€ 350

Vingt eaux-fortes originales de Palézieux. Lausanne, Henri Kaeser 1947. Mit 20 Radierungen und einer Illustration auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf festem Velin »Marais«. – Unikaler Einband: Rehbrauner Halblederband mit Oleaographiepapier-Deckelbezügen, Kopfschnitt vergoldet und mit Gravur. – Rückentitel und -filetenmuster in Blindprägung, Rücken mit zweifarbiger Lederapplikation. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Von Alain-Fourniers Roman (deutsch: Der große Kamerad) erschienen seit 1913 unzählige Ausgaben, Monod zählt allein 27 illustrierte auf, ohne die vorliegende zu kennen.

18,8 ; 14,0 cm. 314, [12] Seiten.

Vgl. Monod 75

754  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Bernardin de Saint-Pierre. Paul et Virginie.

€ 400

Illustrations de E. Othon Friesz. Gravée sur bois en couleurs par Gérard Angiolini. Paris, Éditions de la Maison Française 1947. Mit 17 Farbholzstichen nach Aquarellen, von den drei blattgroßen einer als Titel. Eingebundener Originalumschlag.

Eins von 300 römisch nummerierten Exemplaren, die für die USA und andere Länder bestimmt waren (Gesamtauflage 800). – Auf »Pur Chiffon Corvol L’Orgueilleux«. – Das zweite Buch der Collection »Le Florilège des Chefs-d’œuvre Français«. – Unikaler Einband: Rotbrauner Halbmaroquinband, Rückentitel und gepunzter Kopfschnitt vergoldet, rotbraune Büttenvorsätze, die Deckel mit Oleographiepapier bezogen. – In Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Einer der berühmtesten französischen Romane, verfasst von dem Rousseau-Verehrer Saint-Pierre (1737–1810) nach seiner Mauritius-Reise. In der langen programmatischen Einleitung schreibt der Verfasser »Ich wünschte, mit der Schönheit der Tropennatur die moralische Schönheit einer kleinen Gesellschaft zu verbinden. Dabei beabsichtigte ich den Beweis von mehreren großen Wahrheiten herzustellen, z. B. von der, dass unser Glück einzig und allein auf einem natur- und tugendgemäßen Wandel beruht«. – Othon Friesz (1879–1949) war in den Pariser Künstlerkreisen bestens vernetzt. Am meisten beeinflusste ihn das Werk von Camille Pissarro.

28,0 : 22,8 cm. [8], [LIV], [2], 146, [4] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Monod 1450

755  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Gustave Flaubert. Trois contes.

€ 400

Illustration de André-E. Marty, gravées sur bois en couleurs par Gérard Angiolini. Paris, Éditions de la Maison Française 1948. Mit 28 Farbholzstichen nach Aquarellen, davon vier blattgroße als Frontispiz und Zwischentitel. Eingebundener Originalumschlag.

Eins von 300 römisch nummerierten Exemplaren, die für die USA und andere Länder bestimmt waren (Gesamtauflage 800). – Auf »Pur Chiffon Corvol L’Orgueilleux«. – Das vierte Buch der Collection »Le Florilège des Chefs-d’œuvre Français«. – Unikaler Einband: Olivgrüner Halbmaroquinband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet und mit kleinen floralen Punzen verziert, hellgraue Büttenvorsätze, Deckel mit Oleographiepapier bezogen. – In Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Die drei Märchen von Flaubert, »Un cœuer simple«, »La légende de Saint Julien l’hospitalier« und »Herodias«, illustrierte André Édouard Marty (1882–1974) mit farbenfrohen Art Déco-Aquarellen, die von Gérard Angiolini in Holz gestochen und gekonnt in den opulent gesetzten Text eingefügt wurden.

28,2 : 23,0 cm. Seiten [5]–244, [6] (so komplett). – Rücken minimal verfärbt.

Monod 4722

756  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Auguste Detœuf. Propose de O. L. Barenton »Confiseur«.

€ 300

Ancien élève de l’École Polytechnique. Paris, Éditions du Tambourinaire 1965. Mit einem Porträt nach Zeichnung von Roger Wild. Originalbroschur in hellbraunem Halblederband mit Oleographiepapierbezügen, Rückentitel vergoldet, Kopfschnitt rot gefärbt (signiert: R. Meuter, Ascona).

In Rot und Schwarz gedruckte und mit vielen holzschnittartigen Vignetten verzierte bibliophile Neuausgabe der Sammlung von kleinen Aufsätzen, Maximen und Aphorismen Detœufs. Auf humorvolle Weise behandelte der Wirtschaftsessayist (1883–1947) in dem erstmals 1937 erschienenen Buch die menschliche Natur, Wirtschaft, Unternehmenführung u. v. m. – Tadellos erhalten.

23,3 : 18,8 cm. 230, [6] Seiten.

757  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Hermann Hesse. Wanderung.

€ 600

Aufzeichnungen. Mit farbigen Bildern vom Verfasser. Berlin, S. Fischer 1920. Mit 14 farbigen Illustrationen, davon 13 blattgroß und eine auf dem Titel.

Erste Ausgabe. – Vorblatt mit eingeklebtem Blatt mit dem signierten Typoskript »Märzsonne«, datiert »im März 1948«. – Schwarzer Halblederband mit aquarellierten Bezugspapieren. – Rückentitel und eine kleine Punze auf dem Vorderdeckel vergoldet, Kopfschnitt mit Graphit gefärbt. – Im Pappschuber.

22,5 : 18,1 cm. Seiten [5–]117, [1] Seiten. – Vereinzelte kleine Stockflecken, der Einband tadellos.

Mileck II, 40 und V-D, 509

758  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Hermann Hesse. Knulp.

€ 600

Drei Geschichten aus dem Leben Knulps. Steinzeichnungen von Karl Walser. Berlin, S. Fischer 1922. Mit 16 Lithographien, davon 13 ganzseitig.

Eins von 350 für den Verkauf bestimmten Exemplaren (Gesamtauflage 360). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Auf Bütten. – Die Lithographien wurden auf der Handpresse von M. W. Lassally, Berlin, gedruckt. – Rotbrauner Halbmaroquinband mit Oleographiepapierbezügen, Kopfschnitt vergoldet und mit kleinen floralen Stempeln gepunzt. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – »Die […] Luxusausgabe des Knulp war eine der schönsten bibliophilen Schöpfungen des Verlages und ist seit langem eine große Rarität« (Peter de Mendelssohn, 1970, zitiert nach Badorrek-Hoguth). – Zeitgenössische Kritiker waren ganz anderer Meinung und äußerten sich negativ über den Missklang zwischen Schrift und Bildern.

27,6 : 19,4 cm. [2], 131, [5] Seiten.

Badorrek-Hoguth A 14.1. – Mileck II, 23 A

759  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Hermann Hesse. Orgelspiel.

€ 1500

Hamburg, Hans Dulk [1940]. Originalbroschurumschlag eingebunden.

Der Text war bereits zu Hermann Hesses 60. Geburtstag 1937 als »Erasmusdruck« erschienen. 1940 verzeichnet Mileck zwei bei Hans Dulk verlegte Ausgaben, die erste (hier vorliegende) wurde bei Ellermann gedruckt. – Unikales Exemplar: Zitronengelber Maroquinband. – Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, beide Deckel mit blindgeprägten Notenlinien und vergoldeten geprägten Notenzeichen. – Mit Aquarell von Hermann Hesse (über Tuschfeder, Tessiner Häuser, 6 : 6,4 cm, signiert) auf dem Vorblatt. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

19,0 : 11,8 cm. [2], 11, [3] Seiten.

Mileck III, 72 (falsche Kollation)

760  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Gunter Böhmer. Zeichnungen zu Hans Carossa’s Gedicht »Der alte Brunnen«.

€ 200

St. Gallen, Tschudy [1950]. Mit acht montierten Abbildungen nach Zeichnungen, einem Gedichtfaksimile und einer Vignette auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 300 Exemplaren. – Auf Velin. – Die Zeichnungen zu Carossas Gedicht entstanden bereits 1940, die Titelvignette für diese Ausgabe zeichnete Böhmer 1949. – Unikaler Einband: Schwarzer Halbmaroquinband mit Oleographiepapier als Bezug, Rückentitel vergoldet, der Kopfschnitt mit Graphit gefärbt. – Die bibliophile Ausgabe enthält neben den Illustrationen Böhmers das Gedicht in Carossas Handschrift und Transkription.

38,3 : 27,3 cm. [8] Seiten, 8 Tafeln.

Rysavy 68

761  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Pedro de Alarcón. Der Dreispitz.

€ 1800

Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer. Winterthur 1965. Mit zwölf ganzseitigen Illustrationen nach Tuschpinselzeichnungen.

Zwölfter Neujahrsdruck der Buchdruckerei Winterthur. – Eins von 700 Exemplaren. – Auf unbeschnittenem Velin. – Unikales Exemplar mit einer zweifarbigen Tuschzeichnung von Gunter Böhmer (20 : 13 cm, signiert): Schwarzer geglätterer Maroquinband. – Rückentitel, Stehkanten- und Kapitalfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Mit einen Netz doppelter vergoldeter Fileten über den gesamten Einband, Vorderdeckel mit großem Mittelfeld aus Teakholz. – Innendeckel mit anthrazitfarbenem Büttenbezug, schwarze Velourledervorsätze. – In schwarzer Halblederkassette, mit schwarzem Velourleder gefüttert und mit vergoldetem Rückentitel.

21,5 : 15,2 cm. 144, [8] Seiten.

Rysawi 135

762  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Hermann Hesse. Ausgewählte Werke.

€ 2500

Erster [bis] Sechster Band. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1994.

Dünndruckausgabe, die neben der Prosa (Bände I–IV) auch autobiographische Schriften (V) und ausgewählte Gedichte, Betrachtungen und Briefe an junge Menschen (VI) enthält. – Unikales Exemplar: Gelbe Halbmaroquinbände, Deckelbezüge aus farbigem Tunkpapier, zweifarbig handumstochene Kapitalbändchen. – Alle sieben Bände mit seitlicher farbiger Unterschnittbemalung und jeder mit einer aquarellierten Porträtminiatur von F. Fouche als Vorblatt. – Rückentitel und die über alle sieben Rücken reichende Verzierung vergoldet und mit schwarzer Lederintarsie. – Buchschnitt vergoldet, dabei Kopf- und Fußschnitt gepunzt. – In einer Acrylglaskassette.

18,3 : 11,2 cm. – Rücken leicht und gleichmäßig verblasst, Band VI unten mit kleinem Fleck im schwarzen Leder.

763  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Friedrich Dürrenmatt. Gesammelte Werke

€ 2500

in sieben Bänden. Herausgegeben von Franz Joseph Görtz. Zürich, Diogenes 1988.

Eins von 333 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Autor signiert. – Gliederung: I/II: Stücke. – III: Stücke und Hörspiele. – IV: Roman. – V: Erzählungen. – VI: Stoffe I–III, Zusammenhänge, Essays und Gedichte. – VII: Essays und Gedichte. – Mit dem Beiheft. – Unikales Exemplar: Weinrote Halbmaroquinbände, Deckelbezüge aus rot-schwarzem Oleographiepapier, dreifarbig handumstochene Kapitalbändchen. – Alle sieben Bände mit seitlicher Unterschnittbemalung von P. Diana: Siebenteiliger farbiger Bilderzyklus mit den Symbolen Tod, Eule und Buch. – Rückentitel und die über alle sieben Rücken reichende Verzierung vergoldet und blindgeprägt, Buchschnitt vergoldet, dabei Kopf- und Fußschnitt gepunzt. – In einer Acrylglaskassette.

18,4 : 11,5 cm. – Rücken etwas verblasst, drei kleine Flecken, ein Band am Kapital mit kleinem Einriss.

764  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Friedrich Dürrenmatt. Der Besuch der alten Dame.

€ 3500

Eine tragische Komödie. Originallithographien von Hans Falk. Lausanne, André et Pierre Gonin 1964. Mit 20 meist mehrfarbig übermalten Lithographien, davon acht doppelblattgroß. Lithographierter Originalumschlag eingebunden.

Eins von 149 Exemplaren auf Velin »de Rives« (Gesamtauflage 204). – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Verleger signiert. – Gesetzt aus der Bodoni, Handsatz und Druck bei André Kundig, Genf. – Mit gedruckter Dedikation »Dieses Exemplar wurde eigens gedruckt für Alfred La Roche«. – Unikales Exemplar: Roter Maroquinband, Spiegel mit petrolfarbenen, Vorsätze mit rotbraunen Velourlederbezügen, Rückentitel, Stehkantenfileten und Kopfschnitt in Silber. – Beide Deckel »illustriert« mit verschiedenen, teils gefärbten Lederapplikationen und silbergeprägten Fileten und Kreisstempeln. – Halblederkassette mit silbergeprägtem Rückentitel und Leinenbezug, gefüttert mit rotbraunem Velourleder. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung Dürrenmatts. – Der Schweizer Maler und Graphiker Hans Falk (1918–2002) überarbeitete fast jede der insgesamt 4000 Lithographien in seiner Werkstatt mit Temperafarben, Aquarell und teils collagierten Materialien. Das Dürrenmatt-Buch wurde zu Recht zu einem seiner größten Erfolge.

34,8 : 25,5 cm. Seiten [5]–134, [4] (so komplett). – Kassettenrücken ausgeblichen.

765  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Friedrich Dürrenmatt. Die Physiker.

€ 3500

Originalradierungen von Hans Erni. Lausanne, André und Pierre Gonin [1970]. Mit zwölf blattgroßen Radierungen und einem Prägedruck auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 95 Exemplaren auf Auvergne-Bütten von Richard de Bas (Gesamtauflage 135). – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Verleger signiert. – Gesetzt aus der Plantin, gedruckt bei André Kundig, Genf. – Unikales Exemplar: Marmorierter Pergamenteinband, Rückentitel schwarz geprägt, graue Büttenvorsätze. – Drei Tuschfederzeichnungen von Hans Erni, je eine auf den Deckeln und eine lavierte am Anfang des Buches eingebunden, zwei signiert, eine datiert »92«. – Halbpergamentkassette mit Leinenbezug, gefüttert mit schwarzem Velourleder. – Dieses großartige Buch vereint zwei geniale Schweizer Künstler. Dürrenmatts Text illustrierte Hans Erni mit Zeichnungen, die – wie die Protagonisten des Stückes – zwischen Realität und Traumwelten schweben.

37,8 : 24,8 cm. 112, [4] Seiten.

Tiessen III, 69. – Monod 4137 (die in gleicher Ausstattung und Auflage erschienene französische Ausgabe)

766  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

€ 5000

Ein Trauerspiel. Mit zehn Kaltnadel-Radierungen von Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main, Edition de Beauclair 1970. Mit zehn signierten Radierungen, eine als Titelvignette wiederholt.

Edition de Beauclair 14. – Eins von 100 Exemplaren auf Auvergne-Bütten von Richard-de-Bas (Gesamtauflage 150). Das Wasserzeichen verbindet das Signet der Edition de Beauclairs mit dem Monogramm des Künstlers. – Die Radierungen, die hier zwischen die Textblätter gebunden sind, entstanden 1969 und wurden von Hermann Steidle in der Folkwang-Offizin Essen gedruckt. – Der Text, nach der durchgesehenen Erstausgabe von 1808, wurde aus der Janson-Antiqua gesetzt und in den Werkstätten der Trajanus-Presse gedruckt. – Unikales Exemplar: Schwarz-roter geglätteter Maroquinband, Rückentitel und Filetenmuster auf dem Vorderdeckel in Blindprägung, eine Filetenreihe, die Stehkantenfileten und der Kopfschnitt wurden vergoldet. Die handumstochenen Kapitale in Schwarz-Weiß-Rot. – Innenspiegel und Vorsätze, wie auch die Innenseiten der Halblederkassette mit schwarzem Wildleder bezogen. – Kokoschkas Radierungen beschreiben »ganz in Übereinstimmung mit Kleist das Drama als Personifizierung des Antiklassischen […] Günter Busch bezeichnete das Werk als ›die kühnste und wahrste Anverwandlung von Antike in ein Gegenwärtiges.‹« (Markus Müller, in Slg. Classen). – Tadellos erhaltene Ausgabe in einem imposanten Einband des Schweizers Roland Meuter, auf dem wir den Wandel der deutschen Nationalfarben wiederfinden.

48,0 : 36,5 cm. [2], 123, [3] Seiten, 10 Radierungen.

Wingler/Welz 454–463. – Spindler 40.49. – Tiessen IV, 25. – Slg. Classen 40

767  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

€ 2500

Einleitung: Wolfgang Koeppen. Die Beschwörung der Liebe. Nachwort: Terence James Reed. Dichternöte – ein Spiel mit Leben und Tod. Textvarianten aus der früheren Fassung. Unterreit bei Wasserburg 1993. Mit acht signierten Radierungen von Kurt Steinel.

Vierter Druck der Antinous Presse. – Eins der zehn Rohbogenexemplare (Gesamtauflage 115). – Im Druckvermerk vom Künstler sowie Wolfgang Koeppen und Terence James Reed, den Verfassern von Vor- und Nachwort, signiert. – Auf Hahnemühle Kupferdruck-Bütten. – Unikales Exemplar: Pergamentband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, Kapitale mit schwarzem Leder umfasst, graue Roma-Bütten-Vorsätze. – Vorderdeckel mit Tuschfederzeichnung, Vorblatt mit Bleistiftzeichnung, beide von Kurt Steinel, formatfüllend und signiert. – Mit blau eingedruckten Absatzzeichen (Venezianischer Löwe). Satz aus der Bibeltype der Centaur bei SchumacherGebler, gedruckt in der Offizin Haag-Drugulin auf Hahnemühle-Bütten. – Der Text folgt dem Erstdruck in der »Neuen Deutschen Rundschau« von 1912, die Varianten zum Hundertdruck und den nachfolgenden Editionen (siehe KatNrn. 534f.) werden ausführlich kommentiert. – Tadellos, in Holzfurnierschuber mit Pergamentkanten.

38,4 : 31 cm. 95, [5] Seiten, 1 Zeichnung.

Slg. Classen 93. – Arnold, Wolfenbüttel 2004 1960

768  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Das Hohe Lied.

€ 1500

Das schönste der Lieder Salomos. Zürich und Stuttgart, Flamberg 1964. Mit 22 Farbholzschnitten von Felix Hoffmann, davon neun ganzseitig.

Eins von 400 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die Typographie gestaltete Max Caflisch. Handsatz und Druck auf Zerkall-Kupferdruck-Bütten in der Buchdruckerei Aargauer Tagblatt, Aarau. Der Text folgt der Übersetzung der Zürcher Bibel. – Unikaler Einband: Dunkelblauer Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet, zweifarbig handumstochenes Kapital. – Beide Deckel mit farbigen Lederintarsien und vergoldeten Filetenzeichnungen. – Spiegel mit rotem Büttenbezug, Vorsätze mit grünem Wildleder. – In Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel, die Innenseiten mit grünem Wildleder bezogen. – Felix Hoffmann war für Jahrzehnte einer der bekanntesten und produktivsten Buchillustratoren der Schweiz.

33,5 : 22,0 cm. [48] Seiten.

Tiessen II, 50

769  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Jorinde und Joringel.

€ 200

Ein Märchen der Brüder Grimm. Mit sieben Farbholzschnitten von Felix Hoffmann. Basel, Birkhäuser 1969. Mit sieben blattgroßen Farbholzschnitten. Roter Halblederband mit aquarelliertem Bezugspapier, Rückentitel vergoldet, Kopfschnitt rot gefärbt.

Eins von 600 römisch nummerierten Exemplaren für »Freunde des Birkhäuser Verlages« (Gesamtauflage 1800) – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Tadellos.

28,5 : 18,5 cm. [24] Seiten.

Tiessen III, 58

770  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Die Bergpredigt nach Matthäus.

€ 3000

Schrift und Buchmalerei von Klaus-Peter Schäffel. Basel 1997. Handschrift auf Pergament, mit einer halbseitengroßen Miniatur und 19 ornamentierten Initialen, alle in Farbe und mit Gold gehöht, sowie Randzeichnungen und Zierwerk.

Unikales Exemplar: Schwarzbrauner Ecrasélederband, Rückentitel, Deckelornamente und Fileten vergoldet. – Braune Wildseidenspiegel und -vorsätze. – In olivgrüner Halbleder-Seiden-Kassette, Rückentitel vergoldet, Innnendeckel mit brauner Wildseide gefüttert. – Der Basler Kalligraph und Typograph Klaus-Peter Schäffel (geboren 1966) schrieb und illuminierte seit den 1990er Jahren mehrere alte Textvorlagen in Anlehnung an die großartigen Vorbilder des Mittelalters. Beachtenswert sind, neben der präzisen Kalligraphie und den Marginalien in Perlschrift, seine humorvollen Randzeichnungen, hier z. B. zum Gleichnis vom Splitter im fremden Auge und dem Balken im eigenen. – Als Textvorlage diente die Kölner Bibel von 1618.

22,8 : 14,0 cm. [28] Seiten, 2 leere Blätter. – Deckel leicht bombiert.

771  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Ludwig Tieck. Des Lebens Überfluss.

€ 400

Eine Novelle. Bern, Alain Berlincourt 1961. Mit sechs Originalzeichnungen und eingemaltem Buchschmuck von Angela Colombo. Dunkelblauer Wildseidenband mit Lederrückenschild und gepunzter Kopfschnittvergoldung.

Eins von 290 Exemplaren auf Zerkall-Bütten. – Im Druckvermerk vom Verleger monogrammiert und nummeriert. – Unikales Exemplar: Das ursprünglich nicht illustrierte Buch schmückte die Mailänder Künstlerin Angela Colombo (geboren 1942) mit einigen seitenfüllenden zart kolorierten Tuschfederzeichnungen und kleinen pastellfarbenen Farbstiftvignetten auf allen Textseiten. Die Künstlerin, die viele Jahre an der Brera Academy of Fine Arts in Mailand Ornamentzeichnen unterrichtete, schuf eine Reihe von Unikatbüchern. – Roland Meuters Einband, einer der seltenen in Seide gebundenen, ziert eine kleine Tuschzeichnung, die er vignettenartig in den Vorderdeckel einließ. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

15,8 : 9,5 cm. 116, [8] Seiten.

Zur Künstlerin: www.caldarelli.it/angelacolombo/bio.htm

772  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Joseph von Eichendorff. Mondnacht.

€ 750

Bayreuth, The Bear Press 2000. Mit 17 ganzseitigen Farbholzschnitten von Hanns Studer.

26. Druck der Bear Press Wolfram Benda. – Eins von 113 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf VL-Bütten. – Unikaler Einband: Nachtblauer Halbmaroquinband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. – Deckelbezüge aus blau aquarelliertem Bütten, Vorderdeckel in Gold und Schwarz illustriert. – In Holzfurnierschuber mit Lederkanten. – Hans Studer, laut Horst Hussel »Ikone der Schweizer Buchkultur«, gründete 1953 in Zürich die XYLON-Vereinigung internationaler Holzschnittkünstler. – Tadellos erhalten.

28,4 : 19,5 cm. [6], 103, [11] Seiten.

773  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Von dem Fischer un syner Fru.

€ 1500

Märchen der Gebrüder Grimm. Köln, Donkey-Press 1981. Mit acht signierten Farblinolschnitten von Eduard Prüssen und drei vielfach wiederholten Linolschnittvignetten.

Zwölfter Handpressendruck der Donkey-Press. – Eins von 45 Exemplaren. – In der plattdeutschen Originalfassung von Philipp Otto Runge. – »Fleißig von Anfang bis Ende handgemacht«. – Auf Bütten gedruckt und als Blockbuch gebunden. – Unikales Exemplar: Grüner Ecrasélederband, Rückentitel goldgeprägt, Kopfschnitt versilbert, Kapitalbändchen mit rotem Leder umfasst. – Deckelillustrationen nach Entwurf des Künstlers mit farbigen Lederapplikationen. Mit einer eingebundenen Gouache von Eduard Prüssen (Von dem Fischer un syner Fru, 25 : 18 cm, signiert und datiert »98«, betitelt). – In grüner Halblederkassette. – Eduard Prüssen (geboren 1930) gründete die Donkey Press 1962, seit 1967 erschienen seine Handpressendrucke, stets mit eigenen Originalgraphiken.

31,2 : 22,0 cm. [20] einseitig bedruckte Doppelblätter. – Kassettenrücken etwas verfärbt.

Spindler 160.12

774  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Edgar Allan Poe. The Raven. Le Corbeau.

€ 1800

Traduit par Charles Baudelaire. With Linocuts by Eduard Prüssen. Köln, Donkey-Press 2000. Mit Linolschnittporträt und 18 blattgroßen zweifarbigen Linolschnitten. Blauer Originalecrasélederband, Vorderdeckel mit intarsiertem schwarzem Leder, Rückentitel und Kopfschnitt versilbert. Im blauen Leinenschuber mit Lederkanten.

38. Edition der Donkey-Press. – Eins von fünf römisch nummerierten Exemplaren der »special edition« (Gesamtauflage 55). – »In the special leather-bound edition there are further original illustrations«, hier vier signierte Tuschfederzeichnungen, lose in blauer Leinenmappe, diese zusammen mit dem Buch in blauem Leinenschuber mit Lederkanten. – Eduard Prüssen wagte sich hier an einen der bedeutendsten Texte des Symbolismus, der mit den Illustrationen von Édouard Manet (1875) am Beginn des modernen Künstlerbuches stand. – Text und Linolschnitte in Blau und Schwarz auf Zerkall-Bütten gedruckt, als Blockbuch gebunden. – Die große Vorderdeckelillustration entwarf Prüssen selbst, Roland Meuter prägte dessen Monogramm »EP« daneben. Jeder der fünf Einbände ist ein Unikat.

33,0 : 20,0 cm. [44] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

775  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Jean de La Fontaine. Sämtliche Fabeln.

€ 600

Illustriert von Grandville. München, Artemis & Winkler 1992. Mit zahlreichen Illustrationen.

Dritte Auflage dieser zweisprachigen Ausgabe mit der deutschen Übersetzung von Ernst Dohm und Gustav Fabricius. – Anmerkungen von Hermann Lindner. – Dünndruckausgabe. – Unikales Exemplar: Halblederband mit OIeographiepapierbezügen. – Rückentitel, Kapitalfileten und Buchschnitt vergoldet, Kopf- und Fußschnitt gepunzt. – Seitliche Unterschnittbemalung von A. Colombo zu »Der Rabe und der Fuchs«. – Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

19,3 : 11,8 cm. 1131, [1] Seiten. – Rücken etwas ausgeblichen und minimal fleckig.

776  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Henry Jaeger. Der Sieger

€ 1200

oder Weit ist der Weg nach Marathon. Mit sechs Lithographien von Alban Welti. Ascona 1993. Mit sechs Farblithographien.

Eins von zehn Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einer signierten und nummerierten Suite der Lithographien, jeweils auf ein gefalztes Doppelblatt gedruckt, und einer Originalzeichnung (Aquarell über Bleistift, 29 : 19 cm, signiert und datiert). – Die gesamte Auflage (65 Exemplare) wurde auf Velin d’Arches gedruckt. – Handsatz aus der Monotype-Garamond, Druck vom Bleisatz auf einer Andruckpresse. – Unikaler Einband: Leuchtend roter Saffianlederband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, dreifarbig handumstochene Kapitale. – Vorderdeckel mit Punzenmuster in Blind- und Goldprägung und mit einem eingelassenen Acrylglasobjekt, das einen Durchblick auf die roten Wildledervorsätze gewährt. – Suite und Zeichnung in Leinenmappe, diese mit dem Buch in roter Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel und mit rotem Wildleder gefüttert. – Die Ascona-Presse wurde 1985 von den beiden Buchbindern Josef Weiß und Roland Meuter gegründet. »Angeregt durch die Vereinigung der Oltner Bücherfreunde und insbesondere durch Gunter Böhmer, der ursprünglich den 1. Druck der Presse illustrieren wollte, aber 1986 verstarb« (Albert Spindler).

30,0 : 20,3 cm. [32] Seiten, 6 Lithographien.

777  Einbände – Dunkelblauer genarbter Ganzlederband von Rudolf Schmid

€ 300

(monogrammiert »R 1989 S«) mit montierten farbigen Fäden. – Inhalt: Robert Descharnes. Die Eroberung des Irrationalen. Dali –Sein Werk, sein Leben. Köln, DuMont 1984. Mit ca. 900 meist farbigen Abbildungen sowie 230 dokumentarischen Fotos.

Auf dem Vorderdeckel bilden die intarsierten Fäden ein Spinnennetz, in dessen Mitte erkennt man das bei Dali immer wiederkehrende Motiv eines Zifferblatts als vergoldete Vignette. Den Rücken ziert der Schriftzug »Dali«, den hinteren Deckel ein bewölkter Horizont. Der Schnitt ist in Regenbogenfarben mit Buntstift bemalt. Mehrere farbige Vorsatzpapiere deuten einen Broschurumschlag an, vorn mit einem Dali-Porträt, hinten mit dessen nachempfundener Signatur geschmückt. Im Spiegelpapier monogrammiert. – Die große Dali-Monographie anlässlich des 80. Geburtstag des Künstlers hier in einem unikalen Einband des Münchner Buchbinders Rudolf Schmid.

36,0 : 26,5 cm. [2], 455, [1] Seiten.

778  Einbände – Blauer Lederband von Jan Perutka, mit Lederapplikationen.

€ 200

– Inhalt: Wolfgang Koeppen. Romanisches Café. Mit einer Originalradierung von Eberhard Lorenz. Garching, Antinous-Presse 1990.

Außergewöhnlich, aber für Jan Perutka typisch gestalteter Handeinband des tschechischen Kunstbuchbinders: Der Vorderdeckel mit einer formatfüllenden mehrschichtigen Collage verschiedenfarbiger, teils handgefärbter Lederzuschnitte. – Rückentitel in Silber auf Blau geprägt. – Vorsätze und Schuber mit blauen Oleographiepapieren bezogen. – Im Schuber mit Lederkanten. – Koeppens Text erschien hier als erster Druck der Prosa-Blätter der Antinous-Presse von Matthias Loidl. – Eins von 120 ursprünglich in Oleographiepapier gebundenen Exemplaren (Gesamtauflage 125). – Im Druckvermerk von Dichter und Künstler sowie hier zusätzlich vom Buchbinder signiert. – Auf Hahnemühle-Bütten.

32,0 : 22,3 cm. [12] Seiten.

Andere Arbeiten von Jan Perutka unter https://www.bibliofilie-edice33.cz/home/

779  Einbände – Straelener Manuskripte 1–10.

€ 250

Erstveröffentlichungen zeitgenössischer Poesie des Auslands 1984–1990. Straelen 1991. Zehn Hefte und eine Einleitung in Pergamentdurchstichheftung (Mechthild Lobisch).

Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe, von Dichtern und Übersetzern signiert und im Handeinband von Mechthild Lobisch. – Seit 1984 erschienen in unregelmäßigen Abständen die großformatigem Hefte der Lyrikreihe. 1990 wurde Mechthild Lobisch, damals Dozentin an der Akademie für Gestaltung und Design der Handwerkskammer München, auf die Reihe aufmerksam und regte die Sammelausgabe mit allen zehn Heften an. – Enthält Dichtungen und Nachdichtungen von Judith Herzber, Sándor Csoóri, Hone Tuwhare, Frantisek Andrascik, Steefan van den Bremt u. a. in Übersetzungen von Maria Csollany, Irmela Brender, Jörn Ebeling, Jochen Lanksch u. a. – Für den außergewöhnlichen Einband wurden die zehn Ausgaben auf geschlitzte gelbe Pergamentstreifen geheftet, die durch die anthrazitfarbenen Pappdeckel gezogen und verankert wurden. Ohne Leimung und ohne Abdeckung am Rücken lässt der Sammelband die ursprünglichen Hefte noch sichtbar. – Mechthild Lobisch wurde 1995 an die Kunsthochschule Burg Giebichenstein berufen, wo sie 1997 das Otto-Dorfner-Institut gründete und bis 2006 leitete. – Tadellos.

42,0 : 30,0 cm. [132] Seiten, heftweise paginiert.

780  Berliner Handpresse – Felicitas Hoppe. Drei Kapitäne.

€ 180

Berlin, Berliner Handpresse 1988. Mit sieben Farblinolschnitten von Ingrid Jörg. Farbig illustrierter Originalpappband.

101. Druck der Berliner Handpresse. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert und nummeriert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

34,5 : 33,4 cm. 21, [1] Seiten.

781  Edition Augenweide – Des Kaisers Bart.

€ 180

Halle/Bernburg 1990. Mit Originalgraphik. Illustrierter Originalpappband in -pappmappe.

Eins von 30 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 150). – Mit farbigen Zinkographien von Frieder Heinze (vier), Ulrich Tarlatt (zwei + Titelblatt) und Klaus Süß (drei + Einbandillustration), alle signiert. – Typographie von Thomas Glöß. – Mit Textbeiträgen von Hans-Ulrich Prautzsch, Peter Huckauf, Jörg Kowalski, Thomas Böhme, Florian Felix Weyh und Wilhelm Bartsch.

36,8 : 30,0 cm.

782  Eremiten-Presse – Günter Bruno Fuchs. Spiel- & Polterbuch.

€ 800

Holzschnitte nebst Goldener Worte für den Tag. [Stierstadt im Taunus] 1965. Mit 16 signierten Holzschnitten, davon drei farbigen, einer auf dem Titel, einer auf dem Vorderdeckel. Originalwellpappbroschur im Originalversandkarton.

Erste Ausgabe. – Eins von 99 Exemplaren. – Alle Holzschnitte und der Druckvermerk vom Künstler signiert. – Wohl eines der schönsten und originellsten Materialbücher des Verlages, das noch heute, nach einem halben Jahrhundert, von unverminderter Modernität zu sein scheint. – Sehr selten geworden.

35,0 : 27,5 cm. 17 Blätter.

Spindler 1.239. – Reske 207 (mit Abbildung)

783  Edition Graphischer Zirkel – 18 x 12.

€ 1200

Alle 58 Bände der Reihe. Wien 1993–2009. Jeder Band mit zahlreichen Graphiken, größtenteils handkoloriert. Originalpappbände mit Buntpapierbezug und Deckelschild.

58 Bände der Reihe, alles bisher Erschienene. – Alle in kleiner Auflage erschienen, signiert und nummeriert. – Sechs Bände in Vorzugsexemplaren (78, 85, 99, 105, 118 und 127) mit mindestens einer zusätzlichen Graphik, ein Autorenexemplar (77). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Reihe »18 x 12« bildet eine in sich geschlossene Folge von gleich gestalteten Bänden, die in dem titelgebenden Format, ihrem Musterpapier und dem aufgeklebten Titelschild an die berühmte Insel-Bücherei erinnern. Erich Fitzbauer gründete 1957 in Wien die Internationale Stefan Zweig-Gesellschaft, deren Präsident er bis 1964 war. Seit 1973 betreibt er die Edition Graphischer Zirkel, in der fast ausschließlich Erstdrucke in Bild und Text, viele von ihm selbst geschrieben und illustriert, erscheinen. Die Bandzählung der »18×12«-Reihe erfolgte innerhalb aller Ausgaben der Edition Graphischer Zirkel. – So geschlossen wurde die Reihe bisher nur sehr selten angeboten.

784  John Gerard – A. R. Penck. Papier · Rapier · Kapier · Klavier.

€ 300

Rheinbach-Hilberath 1994. Zwei Papiergüsse und vier Typendrucke. Drei fadengeheftete Doppelblätter in gelbem Originalbüttenumschlag.

Eins von 30 Exemplaren. – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Das Künstlerbuch entstand in Zusammenarbeit mit dem Papierkünstler John Gerard. Penck selbst oder Gerard nach dessen Vorlagen goss schwarze Farbe in die noch flüssige Papiermasse auf dem Schöpfsieb. – Das Gedicht wurde in leuchtendem Gelb, der Farbe der chinesischen Kaiser, gedruckt.

785  John Gerard – Trans.

€ 300

A series of 7 tableaux by Fritz Best made in collaboration with John Gerard. Berlin 1998. Farbige Siebdrucke und Graphiken auf gefärbtem Papier. Leporello mit schwarzen Originalleinendeckeln.

Eins von nur 20 Exemplaren. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Das starke Büttenpapier wurde von John Gerard noch während des Schöpfvorgangs eingefärbt und mit Collagen und Bildabklatschen »illustriert«. – Die Textpassagen wurden von Radierungen eingedruckt. – Fritz Best, geboren 1964 in London, lebt und arbeitet seit 1985 mit Unterbrechungen in Deutschland.

37,7 : 31,8 cm. [7] Doppelseiten.

786  John Gerard. A Definition of a Square.

€ 300

Fünf farbige Papiergüsse. 1999. 40,0 : 40,0 cm. Signiert und datiert.

Nach Angaben des Vorbesitzers nur in einer Auflage von fünf Exemplaren erschienen. – John Gerard, geboren 1955 in Michigan/USA, lebt und arbeitet seit 1984 in Deutschland. »Kreativer und experimenteller Umgang mit diesem Medium [Papier] bedeutet für John Gerard nicht nur künstlerischen Eingriff in den Schöpfungsvorgang oder Verarbeitung bereits vorhandener Papiere durch Reißen, Collagieren und andere Techniken. Seine Auseinandersetzung mit dem Material beginnt auf elementarster Ebene – bei der Papierfaser selbst« (www.gerard-paperworks.com). – In fünf quadratische Büttenblätter goss Gerard noch während des Schöpfvorgangs verschiedene Bronzefarben. – Lose in Originalleinenmappe mit blindgeprägtem Deckeltitel.

787  Dieter Grauer – Odysseas Elytis. Das Monogramm.

€ 200

Übertragen von Barbara Vierneisel-Schlörb und Antigone Kasolea. Rom und Florenz 1990. Mit zwei signierten Farblithographien des Verfassers. Weinroter Originalkalblederband mit Deckelvignetten in Negativ-Blindprägung nach Zeichnung des Verfassers und vergoldetem Rückentitel (P. Bruscoli, Florenz).

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Bütten. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Der Text entstand 1972 und wurde 1984 erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. 1979 erhielt Elytis (1911–1996) den Literaturnobelpreis.

29,5 : 20,5 cm. [28] Seiten, 2 Lithographien. – Zwei winzige Kratzspuren auf dem Vorderdeckel.

788  Wolfgang Henne. Öligwestbaden Westbadbörse.

€ 200

Leipzig 2000. Mit einer kolorierten Serigraphie, zwei Foliendrucken, 13 Illustrationen, eine signiert, und acht Textblättern, teils mit Collagen. Illustrierte Originalbroschur mit Durchstichheftung.

Exemplar 12/50, laut handschriftlichem Zusatz »1 von 2 Exemplaren in einem Metallkoffer« mit einem beigelegten Objekt (Badehose). – Erschienen als Band 58 (75) der »Neuen deutschen Bodensatzbibliothek«. – Tadellos. – Wolfgang Henne (geboren 1949) studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Bereits 1987 begann er mit der Edition der »Bodensatzbücher«, 1992 folgte die »Neue deutsche Bodensatzbibliothek«, in der bis 2013 177 Bände ediert wurden.

20,7 : 32,5 cm (Buch). – 33,5 : 24,0 : 4,5 cm (Koffer).

789  Wolfgang Henne – Neue deutsche Bodensatzbibliothek.

€ 500

Fünf Ausgaben. Leipzig 1997–2005. Durchgehend farbig illustriert und serigraphiert, teils koloriert und einige Blätter signiert, teils mit montierten Fotografien. Illustrierte Originalbroschuren mit Durchstichheftung.

Band 36 (53): Säulenheilige. 1997. – Band 60 (77): Begleitbuch zur Ausstellung »Winterspalten« mit Michael Kunert in Coburg, mit zwei Zeichnungen von Michael Kunert. 2001. – Band 64 (81): Spieleköpfe im Pollenflug. Begleitbuch zur Ausstellung im Museum Schloss Burgk. 2001. – Band 86 (103): Ohne Titel. 2004. – Band 101 (118). Ohne erkennbaren Titel. 2005. – Je eins von 50 nummerierten Exemplaren.

21,0 : 34,0 cm. Je ca. 50 Blätter. – Tadellos erhalten.

790  Ronald King & Roy Fischer. Anansi Company.

€ 2500

A collection of thirteen hand-made wire and card rod-puppets animated in colour and verse. London, Circle Press 1992. Mit 13 beweglichen Bildassemblagen aus Messingdraht, Kunststoff und Papier, durchgehend mit farbig serigraphierten Texten und Illustrationen. Lose Bogen in Originalumschlag und der mehrfarbigen Originalleinenkassette.

Eins von 120 Exemplaren, zehn weitere erschienen als Belegexemplare. – Auf Vélin d’Arches. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert und zudem mit eigenhändiger Widmung für den Vorbesitzer, datiert »Mainz 2006«. – Diese siebte Gemeinschaftsarbeit der beiden Künstler basiert auf Material von Walter Jekyll’s »Jamaican Song and Story« von 1907. Diese bekannten Erzählungen über die karibische Kultur und die dortigen Mythen von Anansi, dem Spinnenmensch, wurden von Roy Fischer in moderne Verse übertragen. – Die beweglichen Puppen von Ronald King können Ziehbildern gleich im Buch, aber auch außerhalb wie in einem Puppentheater bewegt werden. – Das Buch besteht aus dreizehn doppelgefalteten (»french-folded«) Bogen sowie einigen Doppelblättern mit Titel, Druckvermerk und Einleitung. – Makellos erhalten.

40 : 29 cm. [60] Seiten, Kassette: 45 : 34 : 11 cm.

791  Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst – Die verbrannte Taube.

€ 180

Zwölf jiddische Gedichte. Leipzig 1968. Mit 15 ein- und mehrfarbigen Radierungen, zwei nur als Prägedruck, von Rainer Herold. Originalpergamentband mit schwarzgeprägtem Rückentitel. Im Originalhalbleinenschuber.

Eins von ursprünglich 50 Exemplaren. Der Großteil dieser ohnehin kleinen Auflage wurde zudem durch einen Brand vernichtet. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf unterschiedlichen Büttenpapieren als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Auswahl jiddischer Lyrik, nachgedichtet von Werner Günzerodt, wurde dem 25. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto gewidmet. – Rainer Herold (geboren 1940) studierte an der Leipziger Hochschule bei Bernhard Heisig und war später in Berlin Meisterschüler von Werner Klemke. – Die Gesamtgestaltung und die Einbandarbeiten übernahm Kurt Stein, den Satz Dieter Weise.

27,4 : 18,9 cm. [46] Seiten. – Vorderdeckel mit auffälliger, materialbedingter Verfärbung im Pergament.

Seyfert/Weise S. 184 (zählt nur 12 Radierungen)

792  Leipziger Bibliophilen-Abend – Karl Mickel. Das Marmorbild.

€ 100

Leipzig 2000. Mit zwei signierten Farbradierungen von Thomas Ranft. Fadengeheftete Originalbroschur.

24 x 34 Blätter zu Literatur und Grafik, Heft 30, das letzte Heft der 1985 (noch zu DDR-Zeiten) gegründeten Reihe. – Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und der Buchgestalterin signiert. – Der Text ist ein Auszug aus Mickels »Lachmunds Freunde«. – Montierte Faksimiles des Typoskripts und eines Begleitbriefes des im Jahr 2000 verstorbenen Verfassers.

34,0 : 24,0 cm. [8] Seiten, 2 Radierungen.

793  Leipziger Drucke – Bertolt Brecht. Freiheit und Democracy

€ 400

oder Der anachronistische Zug. Mit sechs Kupferstichen von Baldwin Zettl. Leipzig, Leipziger Bibliophilen-Abend 2006. Sechs signierte Kupferstiche in losen Doppelblättern. In Originalkassette.

16. Leipziger Druck. – Eins von gerade einmal zehn Vorzugsexemplaren mit einem zusätzlichen Rötel-Druck des ersten Kupferstichs, vom Künstler signiert, nummeriert, datiert und betitelt (Gesamtauflage 180). – Die Texte wurden in Rot und Schwarz auf transparentes Papier gedruckt, die Kupferstiche auf Bütten. – Gesamtgestaltung von Gert Wunderlich, von ihm im Druckvermerk signiert. – Mit einer CD »Der anachronistische Zug. Ballade für Gesang, Klavier und Schlagzeug«, mit einer Aufnahme von 1957, auf der Paul Dessau seine Vertonung des Brecht-Gedichts vorträgt. – Tadellos erhalten.

30,4 : 43,3 cm. [28] Seite, 7 Kupferstiche.

794  Leipziger Bibliophilen-Abend e. V. Zehn Jahre. – Das zweite Jahrzehnt.

€ 400

– Herausgegeben von Herbert Kästner. Leipzig 2001 und 2011. Mit zusammen 27 signierten Originalgraphiken. Originalpappbände im -schuber.

Je eins von 300 Exemplaren. – Festschriften, jeweils mit Mitglieder- und Veranstaltungsverzeichnis sowie Bibliographie der Publikationen. – Mit 14 bzw. 13 signierten Originalgraphiken von Baldwin Zettl, Karl-Georg Hirsch, Walter Schiller, Gert Wunderlich, Hans Ticha, Horst Hussel, Klaus Süss, Volker Stelzmann, Sabine Golde und anderen. – Tadellos erhalten.

795  The Limited Editions Club – Arthur Miller. Death of a Salesman.

€ 500

Certain private Conversations in two Acts and a Reqiuem. With five Etchings by Leonard Baskin. New York 1984. Mit fünf Radierungen. Rostbrauner Originalziegenlederband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Der Text wurde auf der Wild Carrot Letterpress auf Magnani-Bütten gedruckt, die Radierungen von Bruce Chandler auf der Heron Press.

27,5 : 21,0 cm. [8], 164 Seiten, 5 Radierungen.

796  The Limited Editions Club – Günter Grass. The Flounder.

€ 200

Written and illustrated by Günter Grass. Translated by Ralph Manheim. Volume I [to] III. New York 1985. Mit zahlreichen zweifarbigen Illustrationen nach Radierungen. Originalhalblederbände mit montiertem Deckelschild, zusammen im Leinenschuber mit Rückenschild.

Eins von 1000 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Autor/Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf der Wild Carrot Letterpress.

26,5 : 28,5 cm.

797  The Limited Editions Club – Samuel Beckett. Nohow on.

€ 1500

With Etchings by Robert Ryman. New York 1989. Mit sechs Aquatintaradierungen. Schwarzer Originalziegenlederband mit vergoldeten Titeln. In gefütterter Originalleinenkassette mit Lederrückenschild (signiert: Carol Joyce).

Eins von 550 Exemplaren – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt auf der Shagbark Press auf Magnani-Papier, die Radierungen auf Velin d’Arches. – Die Aquatintaradierungen von Robert Ryman (geboren 1930), der als Vertreter der Analytischen Malerei gilt und sich in seiner Arbeit als Künstler vielfältig mit der Farbe Weiß auseinandergesetzt hat, sind typisch für seine Besessenheit von Licht und räumlichen Beziehungen und ihre körnigen, milchweißen Oberflächen sind eine perfekte Visualisierung von Becketts illusionistischen und paradoxen Kurzgeschichten. Die kurzen Texte »Company«, »Ill see, Ill said« und »Worstward Ho« erschienen erstmals Anfang der 1980er Jahre und hier vereint unter dem Titel »Nohow«. »Die von Ryman bevorzugte äußerste Sparsamkeit der künstlerischen Mittel zeigt Verwandtschaft mit der späten Sprache des Dichters Beckett, der sie fast bis zur Grenze des Schweigens löscht. Endlose, subtilste Unterscheidungen werden im Text sowie im Bild wahrnehmbar« (Papiergesänge).

27,5 : 19,0 cm. [8], 128, [14] Seiten, 6 Radierungen.

Papiergesänge 161. – Castleman 201

798  The Limited Editions Club – Friedrich Dürrenmatt. Oedipus.

€ 150

Photogravures by Marie Cosindas. Translated by Leila Vennewitz. Foreword by the Author. New York 1989. Mit zwei Heliogravüren. Originalhalblederband in -leinenschuber.

Erste englische Ausgabe von Dürrenmatts Oedipus-Version. – Eins von 650 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser und der Fotografin signiert. – Gedruckt auf Magnani-Bütten, die beiden Heliogravüren auf Velin d’Arches. – Die Fotografin Marie Cosindas (1925–2017) zählte zu den wichtigsten Fotokünstlern der USA. Als eine der ersten Fotografinnen widmete das MoMA ihr eine Einzelausstellung. – Mit dem Beileger zum Buch.

37,2 : 27,2 cm. XV, [1], 41, [7] Seiten, 2 Heliogravüren. – Rücken leicht verblasst, sonst tadellos.

799  The Limited Editions Club – Ernest Hemingway. The Old Man and the Sea.

€ 350

Photogravures by Alfred Eisenstaedt. Introduced by Charles Scribner. New York 1990. Mit fünf Fotogravuren. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel. In gefütterter Originalleinenkassette.

Eins von 600 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Der Text wurde auf Magnani-Papier gedruckt, die Fotogravuren nach den Originalfotos von 1952 auf Arches-Bütten. – Die Fotos entstanden für die im »Life«-Magazin veröffentlichte Novelle. Seit früher Jugend war Alfred Eisenstaedt (1989–1995) leidenschaftlicher Fotograf. Zunächst freier Mitarbeiter des »Berliner Tageblatts«, avancierte er Ende der 1920er Jahre zum Fotojournalisten. 1935 emigrierte er in die USA und wurde schnell einer der Starreporter von »Associated Press«. Er fotografierte für »Harper’s Bazaar«, »Vogue« und »Life«. Allein für »Life« lieferte er 92 Titelfotos und zahlreiche Bildreportagen sowie oftmals prämierte Kriegsberichte. 1950 wurde er »Photographer of the Year«.

26,2 : 38,8 cm. VIII, [2], 81, [5] Seiten, 5 Fotogravuren.

800  The Limited Editions Club – Walt Whitman. Song of Open Road.

€ 450

With Photogravures by Aaron Siskind. New York 1990. Mit sechs Heliogravüren. Schwarzer Originalhalblederband mit dunkelgrünen Leinendeckelbezügen, im Leinenschuber.

Eins von 550 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin von Magnani, die Fotogravüren druckte auf Velin »Richard des Bas«. – Aaron Siskind (1903–1991) zählt mit seiner abstrakt-expressionistischen Fotografie zu den wichtigsten US-amerikanischen Künstlern der Nachkriegszeit. »[…] in den 1940er-Jahren wendet sich Siskind endgültig ab von der erzählerischen Fotografie und interessiert sich fortan nurmehr für die formalen Bezüge zwischen Licht, Struktur und Materialität« (Bruce Silverstein, zitiert nach Koetzle, S. 370). – Nahezu tadelloses Exemplar dieses Spätwerks.

44,3 : 27,5 cm. [24] Seiten, 6 Heliogravüren.

801  Christoph Meyer – Hermann Melville. Bartleby.

€ 1500

Berlin, CHM 2009. Mit einer farbigen Zeichnung und fünf in Orange gedruckten Radierungen. Originalhalblederband mit orangefarbenem Deckeltitel.

Frühes Unikatbuch des Berliner Künstlers. – Neben der Zeichnung signiert, datiert und als »Unikat« bezeichnet. – Christoph Meyer zitiert in dem Künstlerbuch den berühmten Satz »I would prefer not to« (Ich möchte lieber nicht), den der Kanzleischreiber Bartleby in Hermann Melvilles Erzählung »Bartleby, the Scrivener« immer und immer wieder von sich gibt und damit bald jegliche Bürotätigkeit einstellt. – Die Radierungen jeweils signiert, datiert und mit enigmatischer Betitelung. – Die letzte Seite mit einer großen mehrschichtigen Zeichnung mit farbigen Faserstiften. – Diese Zeichnung setzt einen Kontrapunkt zur sonst dominierenden Farbe Orange, in der die Radierungen und der Text gedruckt wurden. Auch für Vorsatzpapiere, Lederrücken, Deckeltitel und das Acrylglas des Schubers wählte Christoph Meyer diese Farbe.

29 : 37,7 cm. [13] Blätter.

802  Christoph Meyer – Toyotama Tsuno. Flaumfeder.

€ 750

Berlin, CHM und Schwarzdruck 2018. Mit drei farbigen Zeichnungen, eine doppelblattgroß. Silberfarbener Originalbroschurumschlag.

Edition mote 14. – Unnummeriertes Künstlerexemplar, neben der Auflage von nur 15 Exemplaren. – Auf Bütten, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Nachdichtung aus dem Japanischen stammt von Manfred Hausmann.

23,7 : 19 cm. [8] Seiten.

803  Christoph Meyer – Louis Begley. Maciek.

€ 1200

Berlin, CHM und Edition Schwarzdruck 2018. Mit vier blattgroßen farbigen Zeichnungen von Christoph Meyer. Schwarzer Lederband mit goldgeprägtem Titel.

Edition mote 15. – Auf Bütten. – Unikates Exemplar, im Lederhandeinband, eine Zeichnung mit Tuschfeder doppelblattgroß erweitert. – Der Druckvermerk wurde vom Buchkünstler korrigiert und ergänzt. – Der Text stammt aus Louis Begleys Roman »Lügen in Zeiten des Krieges«. Der Berliner Buchkünstler verwendete den letzten Absatz, der über das Schicksal des Roman-Protagonisten Auskunft gibt. – Als Blockbuch gedruckt.

23,8 : 20 cm. [14] Seiten.

804  Officina Ludi – Die 100 Wörter des Jahrhunderts.

€ 300

Großhansdorf 1999. 99 Blätter mit farbigem Buch- und Typendruck. Lose in der Originalkassette.

Unnummeriertes Verlegerexemplar neben der Auflage von 120. – »Wort/Unwort des Jahres« – mit solch temporären Bewertungen hielt sich Claus Lorenzen, der Pressendrucker in Großhansdorf, nicht auf: »Eine prominent besetzte Jury wählte die hundert Wörter aus, die das 20. Jahrhundert prägten, von Atombombe und Bikini bis zu Weltkrieg und Wolkenkratzer. Die Officina Ludi gestaltete (in Gemeinschaftsarbeit mit [sechs] anderen namhaften Handpressen und dem Hamburger Museum der Arbeit) jedes einzelne dieser Wörter unter bewußtem Verzicht auf graphische Mittel ausschließlich mit den Mitteln des Buchdrucks und der Typographie.« (Webseite der Presse). – Die Folge ist vollständig mit 96 »Wort«-Blättern (teils mehrere Worte auf einem Blatt) sowie Titel, Impressum und Gästeliste. – Hier das Ausstellungsstück des Verlegers, welches in der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst gezeigt wurde. Mit sechs zusätzlichen Blättern (Dubletten bzw. Varianten) in einer offenen Holzkassette.

28,0 : 32,0 cm (Blätter)

805  Rixdorfer – Kerstin Hensel. Sachsen Spiegelungen.

€ 150

Leipzig 2006. Fünf Leporellos mit Holzschnitten von Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt. Zusammen in Originalkarton mit Deckelschild.

Rixdorfer Leipziger Bilderbogen Nr. 19. – Eins von 20 Künstlerexemplaren »e. a.« (Gesamtauflage 120). – Erschienen aus Anlass der Ausstellung der Werkstatt Rixdorfer Drucke im November 2006 im Leipziger »Haus des Buches«. – Vier Gedichte von Kerstin Hensel auf vier gefalteten Kartonblättern (Größe entfaltet: 34,5 : 98,0 cm) mit Holzschnitten von je einem der vier Künstler, davon drei signiert, ein rein typographisch gestaltetes fünftes wurde von der Dichterin signiert.

35 : 25 cm (Karton).

806  Otto Rohse Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Briefe aus Venedig.

€ 500

Kupferstiche von Otto Rohse. Hamburg 1963–1964. Mit 28 blattgroßen Kupferstichen. Flexibler Originalpergamentband mit Rückenvergoldung (Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber mit gestochenem Signet der Presse (Entwurf: Hermann Bunz).

Erster Druck der Otto Rohse Presse. – Exemplar 140 von 300, von denen wohl nur die ersten 200 nummeriert und gebunden wurden. Daneben erschienen 50 Mappenausgaben. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Garamond der Stempel AG. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Der 1925 in Insterburg geborene Künstler studierte an der Landeskunstschule Hamburg bei Richard von Sichowsky und übernahm 1961 ein Lehramt an der Werkkunstschule Offenbach. 1962 gründete er seine eigene Presse in Hamburg.

27,3 : 23,4 cm. [56] Seiten.

Spindler 44.6. – Hack/Schwarz 1.01. – Tiessen II, 14

807  Sisyphos-Presse – Wolfgang Kohlhaase. Erfindung einer Sprache.

€ 300

Mit fünf Originallithographien und vier Federzeichnungen von Bernhard Heisig. Leipzig, Faber & Faber 2005. Mit fünf signierten Lithographien und vier Illustrationen auf den Textblättern. Lose in Originalleinenkassette.

15. Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 112). – Herausgegeben von Elmar Faber. – Die Lithographien wurden auf der Taborpresse, Berlin, gedruckt. – In der Kassette liegt eine zweite Suite der signierten Lithographien.

49,0 : 37,5 cm. 7, [1] Seiten, 10 Lithographien. Textblätter im Unterrand leicht geknickt.

808  Svato Zapletal – Klabund. Der Seiltänzer.

€ 300

Herausgegeben von Jürgen Köchel und Svato Zapletal. Hamburg, Svato 1989. Mit neun signierten blattgroßen und teils farbigen Radierungen von Svato Zapletal. Dunkelroter Originalmaroquinband mit Silber- und Schwarzprägung (Kurt Willscher, Hamburg).

Eins von zehn Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer weiteren, lose beigelegten und signierten Radierung (Gesamtauflage 80). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Nachwort von Jürgen Köchel.

26,5 : 19,0 cm. 53, [7] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

809  Svato Verlag – Wie das Hippo ins Wasser kam.

€ 200

Eine botswanische Erzählung. Aufgeschrieben und aus dem Englischen übersetzt von Susanne Wogart. Hamburg 2005. Mit 16 Farblinolschnitten von Svato Zapletal, davon 13 blatt- und doppelblattgroß und zwei gefaltet. Illustrierter Originalleinenband.

42. Buch des Svato Verlages. – Eins von 70 Exemplaren der Ausgabe C auf Execuditkarton (Gesamtauflage 90). – Im Impressum vom Künstler signiert. – Der handgesetzte Text und die Linolschnitte wurden auf einer Andruckpresse gedruckt. – Anmerkung des Verlegers: »Da der Autor nicht mehr zu ermitteln ist, werden 10% des Reinerlöses an die botswanische Feuerwehr in Maun überwiesen«.

26 : 24 cm. [44] Seiten.

810  Ottfried Zielke. K. Malewitsch. 150 Lubok.

€ 1200

145 Originalgouachen und fünf weitere auf der bemalten Originalbox. 2005. Ca. 11 : 16 cm, alle rückseitig monogrammiert.

Unikates Objekt, eine Hommage des Künstlers an die russischen »Lubki«, die in Russland vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert populären sozialkritischen und satirischen Bilderbogen. Die russischen Futuristen wie Gontscharowa, Larionow und Malewitsch ließen sich von den einfachen Darstellungen inspirieren. – Ottfried Zielke (1936–2016) bemalte 145 postkartengroße Blätter und Pappen in leuchtenden Farben und betitelt fast jede Darstellung mehr oder weniger ausführlich: Ich fahre einen T34 von Maybach. – Kohlenklau. – Blut + Ehre, Kampf dem Vergessen. – Gestern war’s da aß ich Ente. – Mücke fliegt Hund in den Mund und sticht ins Dada-Herz. – Manifest: Sei Lokomotive unter Volldampf. – Streichholz + 2 Nasenhaare. – Die BRD hat es NIE gegeben. – Skandal Faules Ei. Deutschland führte 1930 639 Millionen Eier ein. – Dr. J. G. Seine Kinder nannte er Helga Hilde Helmut Hedda Holde Heide. – Rückseitig durchgehend nummeriert 1–145, die übrigen fünf Gouachen zieren die Seiten und den Deckel der leinenkaschierten Holzbox (20 : 15 : 13 cm).

811  100 x Buchdruckkunst.

€ 400

Eine Kassette mit achtundzwanzig originalen Glückwünschen zur hundertsten Präsentation von Bartkowiaks ›forum book art‹ anno 2000.

Exemplar 9/42. – Mit 28 signierten Originalarbeiten in unterschiedlichsten graphischen Techniken (Radierung, Lithographie, Serigraphie, Buch- und Prägedruck) von Wilfried Bohne, J. M. Jurkowski, Christian Thanhäuser, Axel Hertenstein, Caroline Saltzwedel, Nora Brenneke, Claus Lorenzen, Reinhard Scheuble & Gisela Mott-Dreizler, Emilio und Doris Sdun, Peter Zitzmann, Svato Zapletal u. a. – Mit einem Textdoppelblatt lose in der Originalleinenkassette (Buchmacherey Helserdeich), deren Einklappdeckel mit Büttenpapier von Gangolf Ulbrich bezogen und mit einem Nagelobjekt fixiert wurde. – Die Mappe erschien als Hommage an Heinz Bartkowiak (1939–2015) und seine Familie: »Diese Mappe ist ein Geschenk der beteiligten Künstler an die Familie Bartkowiak aus Anlaß der einhundertsten Präsentation von Pressendrucken, Künstlerbüchern, Malerbüchern und Buchobjekten. ›forum-book-art‹ Präsentationen fanden in den Jahren 1989 bis 2000 in vielen Städten Deutschlands und in anderen Ländern Europas statt. […] Viele Buchkünstler aus aller Welt beteiligten sich […] an diesen Ausstellungen, bei denen die Werke den Besuchern offen präsentiert wurden, […] in die Hand genommen und in Muße betrachtet werden [… sowie ] direkt bei den Händlern bestellt werden können.« (forum book art 19, S. 253). – Sehr selten, da nur zehn Exemplare für den Verkauf bestimmt waren. Wir konnten kein Exemplar im Handel nachweisen.

52,5 : 43,5 cm (Kassette). – Vorderdeckel der Mappe mit leichter Kratzspur und kaum sichtbaren Flecken, innen makellos.

forum book art 19, 2001/2002, S. 250ff

812  Max Klinger. Intermezzi. Opus IV.

€ 1000 ( R19 )

Zwölf Radierungen. 1879/1881. 62,5 : 54,0 cm. In der Platte nummeriert.

Die vollständige, 1881 bei Stroefer in Nürnberg erschienene, Folge enthält fünf Radierungen und sieben Aquatintablätter: Bär und Elfe. – Am Meer. – Verfolgter Centaur. – Mondnacht. – Kämpfende Centauren. – Bergsturz. – Simplici Schreibstunde. – Simplicius am Grabe des Einsiedlers. – Simplicius unter den Soldaten. – Simplicius in der Wald-Einöde. – Gefallene Reiter. – Amor, Tod und Jenseits. – Die Radierungen wurden auf französisches Chinapapier abgezogen und dann auf Velinblätter aufgewalzt. – Jede Radierung im Unterrand der Platte mit dem Namen des Künstlers und der Blattnummer. – »Die Blätter entwickeln keinen Gedankengang. Der Titel deutet an, daß es Arbeiten sind, die von Klinger zwischen und neben der Beschäftigung mit seinen geschlossenen Folgen, gefertigt wurden« (Hans Singer). – Lose in der Originalhalbleinenmappe mit Titelaufdruck: »Componirt, radirt und Herrn Kupferstecher und Kunsthändler Hermann Sagert dankbarst zugeeignet«.

Mappenränder gebräunt. – Ränder vereinzelt mit kleinen Knicken, Einrissen und schwachen Stockflecken, bei Blatt 1 etwas stärker.

Singer 52–63 III

813  Max Klinger – Amor und Psyche.

€ 900

Ein Märchen des Apulejus. Aus dem Lateinischen von Reinhold Jachmann. Illustriert in 46 Original-Radirungen und ornamentiert von Max Klinger. (E.-F. Opus 5). München, Theo. Stroefer 1881. Mit 15 Radierungen auf Tafeln und 31 im Text sowie Holzschnitt-Zierleisten. Roter Originalkalikoband mit großer Vorderdeckelillustration in Gold-, Silber- und Schwarzprägung sowie Rücken- und Schnittvergoldung.

Erste Ausgabe des großartigen Illustrationswerkes, Johannes Brahms gewidmet. – »Die entzückenden Illustrationen zu Amor und Psyche sind das einzige radierte Werk Klingers, das die Schrift eines Dichters recht eigentlich illustriert« (Hans Wolfgang Singer). – Die 15 großen Radierungen wurden von R. Felsing, München, auf getöntes, festes Japan gedruckt und auf Leinenfälzen eingebunden, die 31 großen Textvignetten auf China gedruckt und auf die Textseiten aus weißem Japan aufgewalzt. – Jede Seite mit Holzschnitt-Bordüren umrahmt. – Singer nennt als Erscheinungsjahr der einzigen Ausgabe 1880, »bei Bedarf wurden neue Exemplare gedruckt.«. – Einer der Höhepunkte in Klingers Schaffen, im frühen Jugendstil und in der deutschen Buchillustration. – Seltene Variante im roten Einband.

36,0 : 26,5 cm. [8], LXVIII Seiten, 15 Radierungen. – Vorderes Gelenk in der Mitte angeplatzt. Hinterer Deckel am Unterrand mit kleiner Feuchtigkeits-Spur. – Es fehlen die Seiden-Zwischenblätter. Vereinzelt einige wenige Stockflecke.

Singer 64–109. – Langer, Jugendstil, Seite 65. – Schauer II, 3 (mit Abbildung)

814  Richard Strauss in einem »bunten« Fächer – 14 Künstlersignaturen auf einem Holzfächer.

€ 700

1893–1931.

Innerhalb von etwa zwei Jahrzehnten trug die damalige Besitzerin Autogramme bekannter österreichischer und bayerischer Dichter und Musiker zusammen, darunter: Charlotte Wolter (Mezzosopranistin, 1834–1897, datiert Meisenburg 1893), Rudolf Fitzner (Geiger, 1868–1934, Gmunden 1911), Ferdinand Löwe (Dirigent, 1865–1925, München 1911), Alfred Grünfeld (Komponist, 1852–1924, Marburg 1911), Ludwig Albert Ganghofer (Schriftsteller, 1855–1920, Marburg 1912), Pablo Casals (spanischer Cellist, 1876–1973, 1913), Richard Strauss (Komponist, 1864–1949, Graz 1916) sowie 1931 als »Nachzügler« Wilhelm Kienzl (Komponist, 1857–1941 in Wien).

815  Gästebuch des Schwenninger Hotel »Rössle«.

€ 500

1953–1956.

In dem nur zu etwa einem Viertel genutzten Gästebuch finden sich etwa 30 Eintragungen, Fotos, Autogrammkarten und Zeichnungen folgender Schauspieler*innen und Schlagersänger*innen: Cornelia Froboess und deren Vater (mit eingeklebter Porträtfotografie der damals Neunjährigen), Dorothea Wieck, Bruce Low, Renée Franke, Günter Schnittjer, Theo Lingen, Grock (mit großer Porträtzeichnung), Marianne Hoppe, Werner Krauß, Leopoldine Konstantin, Claus Biederstaedt, Franz Schafheitlin, Harald Juhnke, Eva Crüwell, Charles Regnier, O. E. Hasse, Hilde Krahl, Maria Andergast und Hans Lang, Peter Frankenfeldt und Lonny Kellner u. a. sowie einiger Sportler*innen, darunter Maxi Herber (verheiratete Baier, mit kleiner Zeichnung des Eislaufpaars) und Fritz Walter (»Zur frdl. Erinnerung an die unvergeßlichen Tage der ›Fußball-Weltmneisterschaft 1954‹« mit eingeklebtem Mannschaftsfoto). – Roter Leinenband mit Strukturprägung. – Beilage: Vier lose Autogrammkarten.

23,5 : 19,0 cm. – Am Rücken etwas berieben. Innen sehr gut erhalten.

816  E[milie] Dobbert. Der Kinder Zaubergarten.

€ 900

Verse. Nürnberg, Theo. Stroefer [1895]. Mit acht chromolithographierten Ziehbildern und zahlreichen Illustrationen im Text. Originalhalbleinenband mit chromolithographierter Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Stroefer Verlag Nr. 752. – Sehr seltenes Kinderbuch im Stil der damals sehr erfolgreichen beweglichen Bilderbücher von Lothar Meggendorfer. – Die meist unsignierten Illustrationen stammen nach Ries und Wegehaupt von William Foster, einem englischen Illustrator, der vor allem für seine Tier- und speziell Vogeldarstellungen bekannt wurde und dessen Bilder für mehrere Kinderbücher des Nürnberger Verlegers Stroefer verwendet wurden. – Emilie Dobbert (1861–1925) ließ sich zur Lehrerin ausbilden. Patakys »Lexikon deutscher Frauen der Feder« verzeichnet 13 Kinderbücher und bescheinigt ihr: »Ein Hang zum Träumen und Dichten, der durch ihre ganze Familie geht, gab ihr Veranlassung, sich hin und wieder mit poetischen Arbeiten an verschiedenen Blättern zu beteiligen, doch wandte sie sich vom Jahre 1890 ab ganz der Jugendschriftstellerei zu, für die sie die meiste Begabung empfand.«.

32,5 : 25,3 cm. [20] Seiten. – Einband etwas berieben. – Innen mit Gebrauchsspuren: Einige Randeinrisse überklebt, im Falz neu gefasst. Leicht fleckig.

Patacke I, 159f. – Ries 527, Foster 1. – Wegehaupt IV, 462. – Hauswedell 357

817  Die Nibelungen.

€ 500

Dem deutschen Volke wiedererzählt von Franz Keim. Bilder und Ausstattung von C. O. Czeschka. Wien und Leipzig, Gerlach u. Wiedling [1908/09]. Mit 16 farbigen und teils mit Goldbronze gedruckten blattgroßen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Vignette und Rückentitel in Schwarzdruck.

Gerlachs Jugendbücherei, Band 22. – Erste Ausgabe dieser Nacherzählung. – Einer der schönsten Bände der Reihe. – Besonders die in Schwarz, Blau und Gold gedruckten Doppeltafeln zählen zu den Höhepunkten der Kinder- und Jugendbuch-Illustration und gelten als »Glanzstück der Buchillustration aus dem Jahrhundertbeginn« (Ulrich von Kritter). – Carl Otto Czeschka (1878–1960) gehörte zu den wichtigsten Künstlern der Wiener Werkstätte. 1907 kam er nach Hamburg und lehrte an der dortigen Staatlichen Kunstgewerbeschule Lerchenfeld. – Gedruckt auf leicht chamoisfarbenem samtigen Papier. »Die Leuchtkraft des Goldes kam durch Bronzieren zustande: Nach dem Vordruck einer gelben oder roten Farbe wurde Bronzepulver aufgestäubt« (Friedrich C. Heller).

15,0 : 14,0 cm. 67, [1] Seiten. – Rücken und Deckelkanten minimal gebräunt, innen tadellos.

Heller 158, 22 (in Schiefertafel IV/3). – Seebaß I, 726 und II, 621. – Stuck-Villa 356. – Hofstätter S. 244f. – Kritter 60

818a  Konrad Ferdinand von Freyhold. Bilderbücher. Band Sport und Spiel.

€ 800

3. bis 4. Tausend. Köln, H. & F. Schaffstein [1929]. Mit zwölf kolorierten Bildtafeln. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Das zweite »Bilderbuch« in reizendem Schablonenkolorit. – Abgebildet sind Kinder beim Reiten, Schwimmen, Segeln, Rad- und Schlittenfahren, Stelzenlauf und Schaukeln.

25,5 : 30,4 cm. [28] Seiten. – Deckel minimal fleckig, Ränder leicht gebräunt. – Klammerheftung gelockert.

Stark, Schaffstein 187. – Kat. Köln 516 (mit weiteren Angaben)

818  Kinderbücher – Konrad Ferdinand von Freyhold. Bilderbücher. Band Tiere.

€ 800

3. bis 5. Tausend. Köln, H. & F. Schaffstein [1929]. Mit zwölf schablonenkolorierten Bildtafeln. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband mit Originalschutzumschlag.

1905 hatte der Verlag die Reihe mit diesem Titel eröffnet, die großen Erwartungen blieben aber unerfüllt: »Die Bücher waren trotz ihrer außergewöhnlichen künstlerischen Gestaltung überhaupt kein Erfolg« (Roland Stark, Schaffstein Verlag, Seite 66). So erschienen nur kleinste Auflagen und erst nach 25 Jahren ein Nachdruck in lediglich 500 Exemplaren. – Freyholds Bilder, »in ihrer unsäglich rührenden Unberührtheit und Kindlichkeit« (E. R. Weiß 1902 an Richard Dehmel) führen uns Tiere der ländlichen Umgebung (Kühe, Schafe, Schweine, Tauben) vor, die letzte Tafel mit Papageien versetzt den Betrachter in exotische Fernen. – »Freyholds Bilderbücher sind Marksteine in der frühen Entwicklung des Bilderbuches des 20. Jhdts.« (Klaus Doderer).

25,5 : 30,5 cm. [28] Seiten. – Schutzumschlag an den Rändern etwas eingerissen. Deckelränder schwach gebräunt.

Stark, Schaffstein 186. – Vgl. Kat. Köln 516 Anmerkung

819  Tom Seidmann-Freud. Das Zauberboot.

€ 600

Ein Bilderbuch zum Drehen, Bewegen und Verwandeln. (Das neue Wunderhaus). Berlin, Herbert Stuffer 1930. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen, zwei Tafeln mit Zieh-, eine mit Drehmechanismus, und einer Schablone. Farbig Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Originelles Spiel- und Experimentierbuch. – Tom (eigentlich Martha-Gertrud) Seidmann-Freud (1892–1930), eine Nichte von Sigmund Freud, war eine der innovativsten Bilderbuch-Künstlerinnen der 20er Jahre in Deutschland. Mit »Fischreise«, »Wunderhaus« und »Zauberboot« hat Seidmann-Freud traditionelle Stoffe in Büchern zum Drehen, Bewegen und Verwandeln experimentell aufgearbeitet. Mit ihrem »Buch der erfüllten Wünsche« hatte 1929 erstmals psychoanalytisches Gedankengut Eingang in die Kinderliteratur gefunden. Die Künstlerin beging 1930 Selbstmord. – Innen sehr gut erhalten, alle Dreh- und Ziehmechanismen intakt. – Selten.

24,1 : 20,7 cm. [10] Seiten. – Deckel minimal fleckig, einer mit kleinem Kratzer. Kanten schwach berieben.

Murken 9. – Vgl. Bilderwelt 660 und Lex. KJL III, 373

820  Sigmund Freud. Die Traumdeutung.

€ 7500

Leipzig und Wien, Franz Deuticke 1900. Halbleinenband der Zeit, Rückentitel und zwei ornamentale Bordüren an den Kapitalen vergoldet, Deckel mit Marmorpapierbezug.

Erste Ausgabe des Jahrhundertwerks. – Der Verleger ließ 600 Exemplare drucken und datierte das Titelblatt selbstbewusst und geschäftstüchtig ins 20. Jahrhundert, obwohl das Buch bereits im November 1899 erschien. Nicht minder kategorisch stellt Freud sein Werk unter Vergils Motto: »Flectere si nequeo, acheronta movebo« (Wenn mich der Himmel nicht erhört, dann ruf’ ich die Hölle zur Hilfe). – Die »Traumdeutung« steht am Beginn der Psychoanalyse, die Freud berühmt und Berühmtheiten zu seinen Patienten werden lies. Freud sammelte eigene und fremde Träume und begann diese zu analysieren. Seiner Annahme nach äußern sich in unseren Träumen geheime, im Bewussten tabuisierte Wünsche. Seine Lehre gewann einen ungeheuren Einfluss auf Philosophie, Kunst und Literatur. – Diese Erstausgabe gilt vielfach als die letzte zuerst in Buchform publizierte wissenschaftliche Revolution, alle späteren Entdeckungen vergleichbarer Qualität erschienen zuerst in Zeitschriften oder anderen Medien. – Hervorragend gut erhaltenes Exemplar.

22,5 : 15,5 cm. [4], 371, [5] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt. – Die letzten beiden Blätter mit kleinem Einriss im Unterrand. – Ganz vereinzelte leichte Bleistiftanstreichungen und knappe Stenographieanmerkungen.

Garrison/Morton 4980. – Printing and the Mind of Man 389. – Grolier/Medicine 87

821  Wiener Buchkunst – Kabarett Fledermaus.

€ 7500

[Erstes und] 2. Heft. Wien 1907. Mit vier Farblithographien, je eine von Oskar Kokoschka und Bernhard Löffler, zwei von Fritz Zeymer (in Heft 1), neun Lithographien von Maria Jung (in Heft 2) und Buchschmuck von Carl O. Czeschka. Illustrierte Originalbroschuren.

Die beiden ersten, ungemein seltenen Programmhefte des 1907 von der Wiener Werkstätte gegründeten und ausgestatteten Theaters »Cabaret Fledermaus«. – »Im Cabaret Fledermaus wurde das Streben nach dem Gesamtkunstwerk am frühesten und auch am reinsten verwirklicht; von keinen Beschränkungen gehindert […] konnte Hoffmann das ihm vorschwebende Ideal verwirklichen.« (Schweiger, S. 140). – Beide Programmhefte dokumentieren die direkte Beteiligung der namhaftesten Künstler der Wiener Werkstätte: Kostüme und Ausstattungen sowie die Inszenierungen stammen von Fritz Zeymer, Josef Hoffmann, Carl Hollitzer, Bernhard Löffler, Carl Otto Czeschka u. a. – Als Dichter werden u. a. Peter Altenberg, Richard Dehmel und Hans Heinz Evers genannt. – Die breiten ornamentalen Bordüren auf allen Textseiten beider Hefte und den farbigen Umschlag von Heft 1 entwarf C. O. Czeschka. – Kokoschkas Farblithographie »Hirsch, Fuchs und Zauberer« (Wingler/Welz 20: »eine der frühesten genau datierbaren Arbeiten«) illustriert sein mechanisches Märchenspiel »Das getupfte Ei«, welches er zum Eröffnungsprogramm beitrug. Die Aufführung war Kokoschkas erster öffentlicher Auftritt. Wenige Wochen später las er im »Cabaret Fledermaus« »Die träumenden Knaben«.

24,2 : 23,0 cm. [22] Seiten bzw 24,7 : 23,5 cm. [20] Seiten. – Heft 1: Umschlag minimal stockfleckig, das Heft mit geglätteter senkrechter Mittelfalte. – Heft 2: Hinterumschlag etwas fleckig, Umschlag und ein Doppelblatt unten im Falz mit winziger restaurierter Fehlstelle. Heftklammern entfernt, Fadenheftung. Einige Anstreichungen mit Rotstift.

822  Minka Podhajská – Quido M. Vyskocil. Rytířové, panoši a krásné pastýřky.

€ 900

Kniha pohádek. Illustrovala Minka Podhajská. Olmütz, R. Prombergra 1908. Mit farbig illustriertem Titelblatt, elf farbigen ganzseitigen Illustrationen und einigen Vignetten. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Die Designerin und Illustratorin Minka Podhajská (1881–1963) studierte an der Kunstgewerbeschule Wien. Frühe Arbeiten wurden in den Jahren 1902 bis 1904 in Zeitschriften wie »Ver Sacrum«, »Hohe Warte« und »Die Fläche« veröffentlicht. Sie entwarf Spielzeuge für die Wiener Werkstätte und schuf zahlreiche graphische Arbeiten. Minka Podhajska wurde die am meisten gefeierte Schülerin von Adolf Böhm, einem Gründungsmitglied der Wiener Secession, und später der Wiener Frauenakademie. Sie gehörte der »Klimt-Gruppe« an, die 1905 aus der Secession ausgetretene Kunstgewerbler verband. 1919 ging sie nach Prag und war Gründungsmitglied des tschechischen Künstlerkonsortiums. Die tschechische Künstlerin lehnte das Übersättigte des Fin de Siècle ab und nutzte zwei Hauptquellen als Inspiration: Kinderzeichnungen und traditionelles Bauernspielzeug aus Holz (insbesondere das im Grödnertal, in Südtirol und im Erzgebirge hergestellte). – Das vorliegende kleine Märchenbuch »Ritter, Knappen und schöne Hirten« ist das extrem seltene Zeugnis einer vergessenen Künstlerin einer ungemein schöpferischen Zeit.

15,1 : 14,5 cm. 78,[2] Seiten. – Rücken etwas gebräunt.

Fanelli/Godoni II, S. 119

823  Alastair – Frank Wedekind. Erdgeist.

€ 750

Tragödie in vier Aufzügen. – Die Büchse der Pandora. Tragödie in drei Aufzügen. München, Georg Müller 1920. Mit jeweils zwölf zweifarbigen Tafeln und ebensolchen Vorsatzpapieren von Alastair. Originalpappbände mit Buntpapierdeckelbezügen und vergoldetem Rückentitel. Zusammen in Originalkassette mit Deckelschild.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 550). – Beide Bände in den Orignal-Interims-Umschlägen und zusammen in der sehr seltenen Originalkassette. – Bei Erscheinen von »Erdgeist« 1895 wurde das Buch beschlagnahmt, 1896 erschien eine zweite Ausgabe. Beide Stücke blieben skandalträchtig und verfolgt. – Alastair »teilte mit Beardsley die Neigung zum Ornamentalen und Japonismus, mit Bakst die Vorliebe für das Kostüm. […] Seine minutiös ausgeführten Blätter entsprechen mit artistischem Raffinement den Formauffassungen und intellektuellen Besonderheiten des Jugendstil. A. bevorzugte die Rot-Schwarze Graphik dieser Epoche (am vollkommensten in seinen Ill. zu Wedekinds Büchse der Pandora und Erdgeist)« (AKL II, 7). – Beilage: Gefaltetes Doppelblatt, Verlagsankündigung »Carmen. Mit zwölf farbigen Illustrationen von Alastair«.

29,3 : 22,4 cm. 152, [4] und 108, [4] Seiten. Mit zusammen 24 Tafeln. – Ecken minimal berieben. Gelenke der Kassette geplatzt.

824  Hans Arp. Mondsand.

€ 1200 ( R7 )

Gedichte Pfullingen, Günther Neske 1959. Mit sieben Radierungen. Originalleinenband mit Vorderdeckelillustration. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 im Druckvermerk signierten Exemplaren (Gesamtauflage 333). – Die Radierungen wurden bei Fequet & Baudier, Paris, von den unverstählten Platten auf Bütten gedruckt, der Text einseitig auf weißes Velin bei Ensslin & Laiblin, Reutlingen. – Ein Jahr später erschienen die Gedichte Arps nochmals ohne seine Radierungen. – Tadellos schönes Exemplar.

27,5 : 21,5 cm. [32] Blätter, 7 Radierungen.

Arp-Hagenbach 364

825  Rudolf Augstein. Die Zeit ist nahe …

€ 1800

Ein szenisches Gleichnis. Typoskript (Durchschlagkopie). [1947].

Korrigierte Abschrift einer früheren, im Spiegel-Archiv verwahrten Fassung. Die dort von Augstein vorgenommenen Änderungen und Korrekturen wurden ausgeführt, aber auch die neue Fassung ist von ihm nochmals durchgesehen und handschriftlich korrigiert. – Originaldokument des einmaligen dramatischen Versuchs von Rudolf Augstein (1923–2002). Das Theaterstück des 24-jährigen SPIEGEL-Chefredakteurs und -Herausgebers wurde im November 1947 in Hannover uraufgeführt. Kurz nach Kriegsende wollte Augstein ein zeitloses Gleichnis zur Tragödie der Nazizeit schaffen. Während eines Pestjahres verstricken sich die Protagonisten im Palazzo eines Kardinals in Schuld, Angst und Hass. – Das Stück fiel beim Publikum durch, von der Kritik wurde es gnadenlos verrissen. Selbst »Der Spiegel« schonte seinen Chef nicht (»Herr Augstein droht mit einem zweiten Stück«). Das Stück erlebte keine weiteren Aufführungen. – Augstein verschenkte den hier vorliegenden Typoskriptdurchschlag an den damaligen Leiter des Berliner »Spiegel«-Büros, seinen Freund Reinhard Hoffmeister (1923–2016). Dieser bot 1975, wohl aus Verärgerung über Augstein, das Typoskript in einem Privatinserat der FAZ zum Verkauf an. Nach seiner Aussage lag das Höchstgebot damals bei 50.000 DM, dem erfolgreichen Bieter teilte Hoffmeister aber mit, dass er eigentlich gar nicht daran denke, das Manuskript zu verkaufen. – Das Originaldokument verblieb in Familienbesitz. – Wir danken Hauke Janssen, dem Leiter des Spiegel-Archivs, für seine freundlichen Auskünfte.

[2], 65 A4-Blätter in Leitz-Ordner. – Blatt 1 etwas gebräunt. Vereinzelte Blätter mit winzigen, geklebten Randeinrissen.

826  Hannes M. Avenarius. – Gerhart Hauptmann. Sonette.

€ 200

Radiert von H. M. Avenarius. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1921. Acht ganzseitige Radierungen, einschließlich Titelblatt und Druckvermerk. Originalhalbpergamentband mit Seidenbezug und Deckelvergoldung.

Erstes Buch der deutschen Kleinmeister. – Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Bütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Hannes M. Avenarius schuf je eine Radierung zu den, hier ebenfalls radierten, Sonetten »Dumpfe Bode«, »Befreite Erde« und »Gott und Götter«. – Druck von Alfred Ruckenbrod.

31,4 : 27,0 cm. [16] Seiten. – Einband etwas angestaubt. Seidenbezug des Hinterdeckels an der unteren Ecke eingerissen und gelöst.

827  Heinrich F. S. Bachmair. Otto Julius Bierbaum.

€ 120

Ein Kapitel neuer deutscher Buchkunst. München 1927. Mit 23 Abbildungen, meist auf Tafeln. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Bütten. – Der Text erschien bereits 1925 in »Monatshefte für Bücherfreunde und Graphiksammler« und wurde für die vorliegende, der Gesellschaft der Münchner Bücherfreunde von Georg Müller gestifteten, Ausgabe textlich und mit weiteren Abbildungen aus »Pan« sowie Insel und Georg Müller Verlag erweitert. Bierbaum war neben Heymel und Schröder Mitbegründer des Insel Verlags und leistete nicht nur dort einen wichtigen Beitrag zur modernen deutschen Buchkunst. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers für Irm(in)gard von Freyberg, die Graphikerin und Scherenschneiderin, die Ende der 1920er Jahre u. a. bei Emil Preetorius in München studiert hatte.

26,5 : 18.8 cm. 18, [46] Seiten. – Rücken leicht angeplatzt.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 197

828  Eduard Bargheer – Albert Camus. Der Gast.

€ 600

Mit acht Originalradierungen von Eduard Bargheer. Frankfurt am Main 1965. Mit acht Kaltnadelradierungen, davon sieben blattgroß. Lose Doppelblätter in illustriertem Originalumschlag und -leinenkassette mit Deckelillustration (Helmuth Halbach, Königstein).

Exemplar 30/300 (Gesamtauflage 310). – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Druck des Textes auf Velin d’Arches in der Werkstatt der Trajanus-Presse unter Aufsicht von Arthur Wetzig, die Radierungen druckte Hermann Steidle, Essen. – Die Umschlag- und Vorderdeckelillustration wurde nach einem Aquarell Bargheers gedruckt. – Die Übersetzung von Camus’ »L’Hôte« stammt von Guido G. Meister.

44,7 : 32,3 cm. 43, [5] Seiten. – Kassettengelenke etwas verschlissen.

Rosenbach 199–206. – Spindler 40.30. – Isphording II, 38

829  Eduard Bargheer – Sophokles. Antigone.

€ 500

In der Übersetzung von Karl Reinhardt. Mit zehn Radierungen von Eduard Bargheer. Frankfurt am Main, Ars librorum 1967. Mit neun blattgroßen Radierungen, davon vier in Rötel gedruckt. Originalleinenband mit einer Radierung auf dem Vorderdeckel. In Originalleinenkassette (Helmuth Halbach, Niederhöchstadt).

16. Ars librorum Druck. – Eins von 175 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Druck des Textes von Johannes Weisbecker, Frankfurt a.M., die Radierungen druckte Arnd Maibaum, Berlin. – In Bargheers Œuvre spielt die mediterrane Landschaft, sei sie nun tatsächlich erlebt oder mystisch vorgestellt, besonders auch als Handlungsort der antiken Dramen, eine zentrale Rolle. Nach Jürgen Eyssen bannte Bargheer »die tragische Ausweglosigkeit der antiken Schicksalstragödie in grandiose Masken«. – Tadellos.

44,3 : 31,5 cm. 81, [3] Seiten.

Rosenbach 242–251. – Spindler 40.36. – Tiessen III, 3

830  Georg Baselitz – 1001 Nacht. Die Geschichte des Lastträgers und der drei Damen.

€ 1000

Münster, Kleinheinrich 1995. Mit vier zweifarbigen Radierungen von Georg Baselitz. Originalbroschur im -schuber.

Eins von 180 Exemplaren. – Im Druckvermerk signiert, datiert und nummeriert. – Die formatfüllenden Radierungen in Grün und Schwarz, gedruckt in Kopenhagen auf schweres und blütenweißes Velin »BFK Rives«, alle Blätter einseitig bedruckt. – »Das Geheimnis der Ornamente und die Gesten der Körper stehen in einem andauernden Wechsel von Sich-Zeigen und Verschwinden« (Nachwort). – Die Broschurbindung entstand bei Thomas Zwang, Hamburg. – Der Text wurde aus der Littmannschen Übersetzung des Insel Verlags entnommen, das Nachwort schrieb Siegfried Gohr, der Herausgeber der Buchreihe »Bilder-Worte · Worte-Bilder«, als deren Band 2 Baselitz’ Interpretationen der orientalischen Märchen erschienen. – Tadellos schönes Exemplar.

42,4 : 30,2 cm. 28 Blätter, 4 Radierungen.

831  Thomas Bayrle und Bernhard Jäger. Gesichter.

€ 400 ( R7 )

10 Original-Lithographien. Stierstadt, Eremiten-Presse 1962. Mit je fünf blattgroßen Lithographien der beiden Künstler, davon sechs farbig. Originalbroschur mit farbig wiederholter Lithographie.

Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Mit einem einleitenden Text von Werner Schreib. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Steine der Lithographien wurden nach Ausdruck der Auflage abgeschliffen, zuvor wurde der Stein der zehnten Lithographie zweigeteilt und zweifarbig auf dem Umschlag abgedruckt. – Das seltene Erstlingswerk von Thomas Bayrle (geboren 1937) entstand als Gemeinschaftsarbeit mit dem zwei Jahre älteren Bernhard Jäger. Beide hatten bis 1961 an der Werkkunstschule Offenbach studiert und noch im gleichen Jahr die Gulliver-Presse gegründet, in der mehrere gemeinsam illustrierte Werke erschienen.

28,0 : 17,0 cm. [28] Seiten. – Umschlagränder leicht gebräunt, Rücken etwas brüchig und mit winziger Fehlstelle.

Spindler 1.174. – Reske 170

832  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser,

€ 600

worein gewebt ist eine genaue Beschreibung der Sitten am Hofstaate der Frau Venus […] woran die Abenteuer Tannhäusers daselbst […] geschlossen sind. Eine romantische Novelle. München, Hans von Weber [1909]. Flexibler Originalpergamentband mit grün-goldener Lederintarsie und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jun., Leipzig).

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 246 Exemplaren »für einen privaten Kreis von Subskribenten« (Druckvermerk). – Satz aus der Hyperion-Antiqua. – Gedruckt in Braun, Rot und Grau auf Bütten »Original Handlinen P & H«. – »In entzückender Ausstattung hergestellt. Die Auflage ist bereits vergriffen und die im Handel vorkommenden Exemplare werden über den Publikationspreis bezahlt und steigen sicher wesentlich noch im Preise« (Hayn/Gotendorf). – Die Originalausgabe von Beardsleys unvollendeter einziger Prosaarbeit erschien 1907 in ebenso kleiner Auflage als Privatdruck in London. – Aus der Bibliothek Carl Georg von Maassen, mit dessen Exlibris. Maassen (1880–1940) gründete zusammen mit Franz Blei, Ernst Schulte-Strathaus und Hans von Weber die Gesellschaft der Münchner Bibliophilen. Ihr gehörten u. a. Karl Wolfskehl und die Verleger Georg Müller und Ernst Rowohlt an. In den Jahren 1920–23 gab er die Zeitschrift »Der Grundgescheute Antiquarius« heraus, deren Beiträge fast ausschließlich aus seiner Feder stammen. Von Haus aus wohlhabend, begann er schon als Gymnasiast, eine Bibliothek aufzubauen, die die Schriften E. T. A. Hoffmanns, seiner Zeitgenossen, Lehrmeister und Nachfolger vereinigen sollte. – Beiliegend: Eigenhändiger Brief des Künstlers Otto zu Gutenegg an Georg von Maassen.

24,4 : 18,5 cm. [16], 64, [4] Seiten. – Deckel leicht verzogen. – Äußerste Ränder minimal gebräunt.

Hayn/Gotendorf VII, 527 f. – Lasner 151 A

833  Marcus Behmer – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

€ 250

Deutsche Übertragung von Ernst Hardt. Zeichnungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1904. Mit zehn Illustrationen und Buchschmuck nach Zeichnungen. Originalpergamentband mit braun-goldenen Buntpapiervorsätzen. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (signiert: A. Köllner, Leipzig).

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten, die Illustrationen als Zinkographien auf Japan. – Nach Oscar Wildes »Salome« war dies die zweite umfangreiche und selbständige buchillustratorische Arbeit des damals gerade 25jährigen Behmer. Er entwarf auch die große Deckelvignette und die braun-gold gedruckten Vorsatzpapiere.

22,0 : 18,0 cm. [16], 91, [5] Seiten. 10 Tafeln. – Einband verfärbt und fleckig. Ecken leicht bestoßen. – Äußerste Ränder gebräunt. Eine Seite mit kleinem Einriss.

Haucke 5. – Sarkowski 86. – Schauer II, 45. – Fromm 1533

834  Marcus Behmer. Salome.

€ 900

Elf Zinkätzungen. 1904. 17,4 : 12,4 cm (34,5 : 27,5 cm). Zehn monogrammiert, alle bezeichnet.

Unten links bezeichnet bzw. signiert »No 20 Marcus Behmer«. – Auf Japan. – Die vollständige Folge der zehn Salome-Illustrationen, hier zusätzlich ein elftes Blatt mit der großen Dornenbordüre des Doppeltitels. – Die Tuschzeichnungen zu dem Text von Oscar Wilde stellten Behmers erste umfangreiche Illustrationsarbeit dar. »Behmer hatte sich schon Anfang des Jahres 1901, noch in Frankreich lebend, bei Bierbaum um die Illustrationen zur Wilde-Ausgabe des Inselverlages beworben. 1903 […] stellte er die 11 Zeichnungen in der Berliner und Wiener Sezession aus.« (Marcus Haucke). Die zehn Jahre zuvor erschienenen Zeichnungen Beardsleys, die dieser zu seiner französischen Übersetzung des Textes publiziert hatte, lehnte Wilde ab: »Sie sind zu japanisch, während mein Stück byzantinisch ist«. – Die Titelbordüre bezeichnet mit »Am 16. Maerz 1904 Weimar | Marcus Behmer«, alle Blätter in einem etwas knapp gewählten Büttenumschlag, der mit »Elf Zeichnungen zu Oskar Wilde’s Salome fuer Rudolf Stumpf | Weimar am 16. Maerz 1904 | Marcus Behmer« bezeichnet ist. Beide Widmungen stammen wohl nicht von Behmer selbst, sondern eher vom Empfänger, der sie als Schenkungsvermerk notiert haben mag. – Wie hoch die Auflage dieser großformatigen Suitenausgabe war, die vom Insel Verlag ediert wurde, ist nicht belegt.

Ecken oben rechts leicht geknickt, sonst makellos.

Haucke 90. – Vgl. Sarkowski 1913

835  Walter Benjamin. Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik.

€ 2200 ( R7 )

Bern, A. Francke 1920. Neuer Leinenband mit Titelschild.

Erste Ausgabe der Dissertation von Walter Benjamin, die er 1919 verteidigt hatte und in der bereits viele Motive seines späteren Denkens angelegt waren. – Erschien als Heft 5 der Neuen Berner Abhandlungen zur Philosophie und ihrer Geschichte. – »Walter Benjamin, für eine ganze Studenten- und auch Professorengeneration der ›doctor subtilis‹ eines undogmatischen Marxismus, geradezu ein dialektischer Messias, scheint nicht eben zu den Großmeistern des Witzes zu zählen. Immerhin hat er es aber während seines Studiums an der Universität Bern von 1917 bis 1919 zusammen mit seinem Freund Gershom Scholem zur Gründung einer Phantasieuniversität Muri mit einer gestandenen ›dämonologischen‹ Fakultät, ihm selber als ›Rector mirabilis‹ und Scholem als Pedell des religionsphilosophischen Seminars gebracht. Dort parodierte er, während er an seiner in der Tat äußerst subtilen Dissertation […] arbeitete, den nicht ganz so subtilen Geist gereimter wie ungereimter Wissenschaft« (Ludger Lütkehaus. Die schwersten Aufgaben warten noch. Februar 2009. Literaturkritik.de). – »Der Doktorand erlangte mit seiner Schrift einen akademischen Achtungserfolg und noch sechzig Jahre später galt diese Arbeit als ein Grundpfeiler in der Romantikforschung.« (Die Berliner Literaturkritik, 26.09.08). – Innen tadellos frisch.

21,3 : 14,2 cm. 111, [1] Seiten.

Leinweber 10

836  Thomas Bernhard. Auf der Erde und in der Hölle.

€ 750 ( R7 )

Gedichte. Salzburg, Otto Müller 1957. Schwarzer Originalkunststoffumschlag mit Titeln in Gelb und Rot.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung. – Auf Vélin. – Tadellos erhalten. – Sehr selten.

19,2 : 11,0 cm. 125, [2] Seiten.

Dittmar 8

837  Thomas Bernhard. In hora mortis.

€ 450 ( R7 )

Salzburg, Otto Müller 1958. Schwarze Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Nach »Auf der Erde und in der Hölle« der zweite Gedichtband Bernhards. – Sehr selten. – Dazu: Thomas Bernhard. Ave Vergil. Gedicht. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1981. Erste Ausgabe. – Beide tadellos erhalten.

21,3 : 12,3 cm. 30, [2] Seiten.

Dittmar 9 und 89

838  Thomas Bernhard. Frost.

€ 450 ( R7 )

Frankfurt am Main, Insel 1963. Originalleinenband mit Rückenschild und Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Die Veröffentlichung seines ersten Romans »Frost« im Jahr 1963 bedeutete für Bernhard den literarischen Durchbruch, 1965 erhielt er dafür den Bremer Literaturpreis. – »Ich halte das Buch für eine der stärksten Talentproben, für eines der aufwühlendsten und eindringlichsten Prosawerke, die seit Peter Weiss von einem Autor der jüngeren Generation vorgelegt worden sind« (Carl Zuckmayer, Die Zeit, 1963, zitiert nach Dittmar).

19,5 : 12,5 cm. 357, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst. Schutzumschlag mit kleinen Randläsuren, hinten mit kleinen Kratzern.

Dittmar 21

839  Thomas Bernhard. Frost.

€ 350 ( R7 )

Frankfurt am Main, Insel [1983]. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Faksimile der Erstausgabe, verlegt anlässlich des 20. Erscheinungsjahres. – Eins von 1000 vom Autor signierten und nummerierten Exemplaren. – »Ich halte das Buch für eine der stärksten Talentproben, für eines der aufwühlendsten und eindringlichsten Prosawerke, die seit Peter Weiss von einem Autor der jüngeren Generation vorgelegt worden sind.« (Carl Zuckmaier, »Die Zeit« 1963, zitiert nach Dittmar, S. 52).

19,6 : 12,5 cm. 357, [3] Seiten. – Schutzumschlag am Oberrand mit winziger Läsur.

Dittmar 21

840  Thomas Bernhard. Vier Erstausgaben.

€ 500 ( R7 )

1964–1981. Originaleinbände, drei mit -schutzumschlag.

I. Amras. Frankfurt am Main, Insel 1964. Originalpappband, ohne den Schutzumschlag. – II. Verstörung. Roman. Frankfurt am Main, Insel 1967. – III. An der Baumgrenze. Erzählungen. Salzburg, Residenz 1969. – IV. Ave Vergil. Gedicht. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1981.

Gelenke von I leicht angeplatzt.

Dittmar 26, 37, 44 und 89

841  Joseph Beuys. Multiples + Grafik.

€ 250

Ausstellung Februar/März 1971, Galerie Schellmann München, Barer Straße 34. München, Schellmann und Klüser 1971. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalringbuchordner.

Eins von 600 Exemplaren. – Früher Ausstellungskatalog, der zugleich die Vorstufe für alle späteren Oeuvreverzeichnisse der Multiples bildete. – Dazu: Multiples. Oeuvreverzeichnis sämtlicher multiplizierten Arbeiten: Objekte, Grafik, Postkarten, Schallplatten, Filme. Herausgegeben von Jörg Schellmann und Bernd Klüser. 3. erweiterte Auflage. Zwei Bände. München, Schellmann 1974. Zwei Originalringbuchordner. Enthält zahlreiche Interviews der Herausgeber mit Joseph Beuys.

25,0 : 24,0 cm.

842  Joseph Beuys – Axel Hinrich Murken. Joseph Beuys und die Medizin.

€ 250

Münster, F. Coppenrath 1979. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen. Brauner Originalfilzeinband mit Rot-Kreuz-Deckelvignette und Tragegriff.

Erste Ausgabe. – Die Einbandgestaltung entstand unter Mitwirkung des Künstlers und vereint Materialien und Symbole aus Beuys Œuvre. – Der Verfasser ist Arzt sowie Medizin- und Kunsthistoriker.

24,0 : 21,0 cm. 160 Seiten.

843  John Bock. Lütte mit Rucola.

€ 400 ( R7 )

Köln, Walther König 2011. Durchgehend farbig illustrierter Originalpappband, mit einem gehäkelten Herz als Beilage.

Exemplar der im Buch nicht bezifferten Vorzugsausgabe mit einer monogrammierten Tintenstiftzeichnung auf dem Innendeckel. – Das Buch entstand nach dem blutrünstigen Film des Aktionskünstlers John Bock, der skurrile Folterfantasien verbildlicht. – Ein ganz und gar nicht für Kinder gedachtes Bilderbuch, jedoch mit dicken Pappseiten im Stil eines unzerreißbaren Kinderbuchs gestaltet. – Jedes Blatt mit einer Ausstanzung, die entstehende Kammer birgt das liebevoll gehäkelte Herz. – Tadellos.

32,7 : 26,5 cm. [64] Seiten.

844  Gunter Böhmer. Ein Sommer in Paris.

€ 450

75 Zeichnungen und Aquarelle mit einem Nachwort des Malers. Zürich und Stuttgart, Aldus Manutius 1959. Mit zahlreichen blattgroßen Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschur. Im Originalschuber.

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer bisher unveröffentlichten signierten, datierten und betitelten Zeichnung. – Gesamtgestaltung von Gunter Böhmer. – »Die vorliegenden Blätter wurden aus meinen Pariser Tagebüchern und Mappen ausgewählt und verkleinert reproduziert. Sie entstanden im Sommer 1953, in den ersten Wochen unseres Pariser Aufenthaltes, des wievielten? […] Mein Motto: ›je ne travaille pas, je m’amuse (en travaillant!)‹« (Nachwort).

24,4 : 17,9 cm. [86] Seiten.

Rysawi 112

845  Gunter Böhmer. Thomas Mann und Felix Krull.

€ 300

Radierung. Um 1980. 53,5 : 40,5 cm (80,0 : 58,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 27/100. – Auf Velin. – Böhmer kombinierte in der großformatigen Radierung mehrere Porträts des Dichters und dessen Romanfigur, verbunden mit Kalligraphie und Signeten. – Wohl in zeitlichem Zusammenhang mit der Felix Krull-Ausgabe der Büchergilde Gutenberg (1981) entstanden. Seit 1955 erschienen vier Werke Thomas Mann mit Illustrationen von Gunter Böhmer. – Mit dem Trockenstempel »Atelier Sammet«.

Am linken Rand minimal gebräunt. – Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

846  Bertolt Brecht. Svendborger Gedichte.

€ 1000

London, Malik 1939. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe, vom Verfasser signiert. – Enthält »Deutsche Kriegsfibel«, »Chroniken« und »Deutsche Satiren (für den deutschen Freiheitssender)«, dort u. a. »Die Bücherverbrennung«, Brechts Loblied auf Oskar Maria Grafs Brief mit der Aufforderung »Verbrennt mich!«. – Die im Buch angekündigten Bände III und IV der Gesammelten Werke sind nicht mehr erschienen. »Svendborger Gedichte« war das letzte Buch im Londoner Exil des Malik-Verlags. – Herausgegeben unter dem Patronat der Diderot-Gesellschaft und der American Guild for German Cultural Freedom. Gedruckt in Kopenhagen. – Unbeschnitten.

22,0 : 15,8 cm. 87, [1] Seiten. – Der Umschlag gebräunt und mit einigen Läsuren. – Auf S. 62 einige englischsprachige Bleistiftanmerkungen.

Hermann, Malik 22. – Vgl. Nubel A 112, Melzwig 155.1, Raabe/Hannich-Bode 41.16, Sternfeld/Tiedemann 74 und Gittig, Malik 305 – die alle diese Vorzugsausgabe nicht erwähnen

847  Bernard von Brentano. Fünf Erstausgaben, zwei mit Widmung.

€ 200

1934–1962. Originalleinenbände, eine -broschur, vier mit Schutzumschlag.

Der Schriftsteller und Journalist Bernard von Brentano (1901–1964) arbeitete, bevor er 1933 in die Schweiz emigrierte, beim Feuilleton der »Frankfurter Zeitung« und wurde dort Nachfolger seines Freundes Joseph Roth. – I. Berliner Novellen. Zürich, Oprecht & Helbing 1934. Mit zehn Linolschnitten von Clément Moreau, acht im Buch, zwei auf dem Schutzumschlag. Der proletarische Künstler Carl Meffert lebte unter dem Pseudonym Moreau in der Schweiz. – II. Theodor Chindler. Roman einer deutschen Familie. Zürich, Oprecht 1936. Ohne Umschlag. – III. Tagebuch mit Büchern. Zürich, Atlantis 1943. Mit Schutzumschlag. – IV. Das unerforschliche Gefecht. Eine Erzählung in Versen. Zürich, Werner Classen 1946. Broschur. Auf dem Vortitel die Widmung für den Limes-Verleger »Für Max und Lilo Niedermayer zur Erinnerung an meinen ersten Wiesbadener Aufenthalt diese erste Fassung | Brentano Mai 1948«. – V. Schöne Literatur und öffentliche Meinung. Literarische Essays. Wiesbaden, Limes 1962. Auf dem Vortitel: »Auch die Freiheit ist eine geistige Situation (S.30). Meinem lieben Peter von dem Verfasser BvB | Oktober 1962«. – Beigabe: Max Niedermayer. Pariser Hof. Wiesbaden, Limes 1965. Mit Tafeln. Originalbroschur. Erinnerungen des Limes-Verlegers 20 Jahre nach Verlagsgründung.

Exil-Archiv 710, 718, 717 und 720 (I–IV). – I: Friedrich/Meffert B 9

848  Rolf Dieter Brinkmann. Ihr nennt es Sprache.

€ 300 ( R7 )

Achtzehn Gedichte. Leverkusen, Klaus Willbrand 1962. Rote Originalbroschur.

Erste Ausgabe der ersten selbständigen Veröffentlichung Brinkmanns. – Texte, Heft 1. – Eins der wenigen im Druckvermerk von Brinkmann signierten und nummerierten Exemplare. Laut Druckvermerk sollten 500 Exemplare nummeriert und signiert werden, Brinkmann tat dies aus Verärgerung über die zahlreichen Druckfehler nur bei einem kleinen Teil der Auflage und verhinderte die Auslieferung zu Lebzeiten.

21 : 20 cm. 29, [3] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Geduldig/Wehebrink 1. – Seinsoth 1

849  Günter Brus. Geschichte aus dem Sommerhaus.

€ 1200 ( R7 )

Berlin, Hohengebraching 1975. 32 Abbildungen, montiert auf klammergeheftete Packpapierseiten.

Eins von 50 Exemplaren. – Sehr seltene Edition, das Originalmanuskript mit 32 Matrizendrucken auf Papier, handabgezogen auf einer Rena »Renaplan«-Spiritdruckmaschine (Druckvermerk). – Druckvermerk vom Künstler signiert.

16 Blätter. 13,5 : 21,0 cm. – Ränder minimal geknickt.

850  James Lee Byars. The Golden Tower.

€ 900 ( R19 )

Serigraphie in Gold auf schwarzem Papier. 1974. 134,5 : 29,5 cm (192,7 : 49,8 cm).

Origineller Katalog zur Ausstellung in der Berliner Galerie Springer und zugleich Einladung zur Eröffnung. – Entwurf des Kataloges durch den Künstler, »Dieser Katalog hat seine exakte Körpergrösse«. – Auf zwei Blätter gedruckt, hier noch nicht zusammengesetzt. – Im Werk des US-amerikanischen Künstlers James Lee Byars (1932–1997) war die Farbe Gold seit Ende der 1960er Jahre ein immer wiederkehrendes Gestaltungsmotiv.

Ein winziger Randeinriss (2 mm), minimal gewellt.

851  Joachim Sartorius und James Lee Byars. The Golden Tower.

€ 180

Köln, Walter König und Berlin, DAAD 1992. Schwarzer Originalseidenband mit schwarzem, unbedruckten Originalumschlag. In schwarzem Originalpappschuber.

Eins von 333 Exemplaren; die auf dem Schuber angekündigte Vorzugsausgabe von XIII Exemplaren ist nie erschienen. – 100 Blatt schwarzer Karton, davon 32 mit je einer Textzeile in Perforationsschrift. – Die Texte teils in Englisch, Deutsch und reiner Phantasiesprache.

22,7 : 14,2 cm. [100] Blätter.

852  Jean Cocteau. Les enfants terribles.

€ 300

Roman. Paris, Bernard Grasset 1929. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Unnummeriertes Autorenexemplar. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vortitelblatt: »au docteur Friedmann cet hommage de Jean Cocteau«. – Jean Cocteau (1889–1963) veröffentliche schon im Alter von 17 Jahren erste Gedichte, 1919 erschien sein Debütroman »Le Potomak«. Der Universalkünstler arbeitete als Schriftsteller, Maler, Regisseur und Schauspieler. – »Les enfants terribles« schrieb Cocteau während eines Opiumentzugs. Die tragische Geschichte basiert auf der engen und ungewöhnlichen Beziehung der Geschwister Jeanne und Jean Bourgoint, mit denen Cocteau befreundet war. Zeitweilig war er der Liebhaber des Bruders, 1929 beging Jeanne Selbstmord. Überwältigt von den Geschehnissen schloss Cocteau den Roman in nur drei Wochen ab.

18,7 : 12,0 cm. [6], 228, [2] Seiten. – Rücken beschädigt. Vorderer Umschlag ca. zur Hälfte gelöst. Kanten mit kleinen Knicken und Einrissen.

853  Jean Cocteau. Poèmes écrit en Allemand.

€ 400

[Den Haag], Le Lapin et le Chat 1944. Originalbroschur. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Eins von 200 Exemplaren. – Erste Buchausgabe, erschienen in dem von Huib van Krimpen gegründeten Untergrundverlag. Die sechs Gedichte hatte Cocteau 1934 in deutscher Sprache für Klaus Manns Exilzeitschrift »Die Sammlung« geschrieben. – Auf dem Titelblatt eine große Kugelschreiberzeichnung von Cocteau mit dem deutschsprachigen Zusatz »sonst geht es fort«, gewidmet 1962 für Hein(z) Kohn (1907–1979), der als Jude 1933 aus Deutschland nach Holland geflohen war und 1934 dort den Buchclub »Boekenvrienden Solidariteit« gegründet hatte. Er verlegte u. a. Werke von in Deutschland verfolgten Autoren, bis er nach der Besetzung der Niederlande selbst im Widerstand arbeitete und untertauchen musste. Nach Verhaftung und Flucht überlebte er bis zum Ende des Krieges im Untergrund. – Jean Cocteau (1889–1963) war seit den 1920er Jahren mit dem deutschen Bildhauer Arno Breker befreundet gewesen und bekannte sich auch während der deutschen Besatzungszeit seiner Heimat zu dieser Freundschaft, was ihm seitens dem Widerstand nahestehender Freunde und Kollegen angelastet wurde.

24,7 : 16,2 cm. [12] Seiten. – Leichte Knitterfalten. Titelblatt mit kleinen Braunflecken.

854  Paul Celan. Mohn und Gedächtnis.

€ 800

3. Auflage. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt 1958. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und dem Folienumschlag. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »Für Wolfgang Carl / Paul Celan / Paris, September 1958«. – Der zweite Gedichtband Celans erschien erstmals 1952.

19,1 : 11,8 cm. 75, [5] Seiten. – Der Folienumschlag oben abgerissen. Rücken etwas verblasst.

Glenn B 02

855  Paul Celan. Gedichte 1938–1944. – Schneepart.

€ 180

– Faksimileausgaben der Handschriften. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1985 und 1976. Schwarzer Originallederband und -pappband im Schuber bzw. weißer Originalkalblederband mit Goldprägung im Schuber.

I. Eins von 1000 Exemplaren. – Mit dem Band »Transkription« mit einem Vorwort von Ruth Kraft, in der sie die frühe Begegnung mit dem Dichter beschreibt. Das kleine Lederbändchen mit Celans frühesten Dichtungen legte sie 1945 Alfred Margul-Sperber vor, der sofort die Meisterschaft des jungen Dichters erkannte. Sperbers Ehefrau suggerierte damals das Anagramm von Celans rumänischen Familiennamen »Ancel«. – II. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder (Gesamtauflage 1000). Celan schloss das Manuskript im September 1969 ab. Aus dem Nachlass zeitgleich mit der Druckausgabe veröffentlicht. – Eine Beigabe.

Glenn B 29 und B 19a

856  Hanne Darboven. Urzeit / Uhrzeit.

€ 300 ( R7 )

New York, Rizzoli 1990. Mit einigen montierten farbigen Abbildungen nach Fotografien und zahlreichen nach Collagen und Zeichnungen. Originalleinenband im Schuber.

Eins von 250 Exemplaren, weitere 50 kamen nicht in den Handel. – Von der Künstlerin auf dem Vortitel monogrammiert, im Druckvermerk nummeriert. – Gedruckt in der von Hans Mardersteig gegründeten Stamperia Valdonega. – Das opulente Künstlerbuch der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven (1941–2009) zeigt eine Auswahl des zwischen 1978 und 1988 entstandenen Werkes »Urzeit/Uhrzeit«, das aus 26 Einzelbänden besteht. Das vorliegende Künstlerbuch beschränkt sich auf 148 Blätter. Jeweils vier Blätter daraus werden auf je einer Seite präsentiert. »Darboven hatte sich in ihren Werken bereits mehrfach mit der Evolutionsgeschichte des Menschen beschäftigt. Ihre Bildsprache, die das Sichtbarmachen von Zeiträumen ausdrückt, verbindet codierte Berechnungen und Assoziationsketten mit Zitaten und Fotografien, die die Künstlerin nach bestimmten Kriterien anordnet. Dieses Opus Magnum – herausgegeben von der Ehefrau Claes Oldenburgs, Coosje van Bruggen – hat niemals die Aufmerksamkeit erhalten, die es verdient hätte.« (Verlagsankündigung). – Tadellos.

42,5 : 30,0 cm. 246, [4] Seiten.

857  Josef Eberz. Nächtlicher Circus.

€ 300

Sechs Holzschnitte. München, Goltz 1920. Sechs lose Blätter in Originalumschlag mit Titelholzschnitt.

Eins von 170 Exemplaren, im Druckvermerk signiert (Gesamtauflage 200). – Auf Bütten. – Opus I der Reihe »Graphische Capriccios«, einer »Reihe von Mappenwerken der Künstler der Galerie Neue Kunst Hans Goltz in München«. Weitere Mappen, u. a. von George Grosz und Paul Klee, waren geplant. – Josef Eberz studierte zunächst bei Franz Stuck an der Kunstakademie München, als Meisterschüler Adolf Hölzels schloss er sein Studium in Stuttgart ab. Eberz war Mitglied der »Neuen Münchner Secession«. Er profilierte sich als Kirchenmaler und Gestalter von Mosaiken und Glasfenstern und unterrichtete als Professor an den Münchner Lehrwerkstätten.

26,8 : 24,6 cm. 6 Blätter. – Mappe im Falz mit Filmoplast hinterlegt, Ränder mit kleinen Knicken und Verlusten. – 1 Blatt mit kleinem Eckverlust, 1 mit winzigen Läsuren am Unterrand.

Sennewald 20,1

858  [Kasimir] Edschmid. Bilder / Lyrische Projektionen.

€ 600

Begleitet durch sechs Holzschnitte von Hermann Georgi. Darmstadt, H. Hohmann 1913. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Originalbroschur mit illustriertem Pergamentumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 21 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und in Pergamentumschlag geheftet (Gesamtauflage 210). – Im Druckvermerk von Dichter und Künstler signiert. – Die zweite Veröffentlichung des Dichters, noch unter seinem eigentlichen Namen Ed Schmid. 1915 erschien seine erste Publikation, der Novellenband »Die sechs Mündungen bei Kurt Wolff in Leipzig. »Ganz allein der Zufälligkeit eines dahin gerichteten Gestaltungsdranges verdankt dieser Cyklus seine Entstehung in dem wachsenden Willen: den dekorativen, seelischen oder pigmentären Gehalt der Bilder auszuschöpfen und in die neue Form zu fassen. […] Dass für die Auswahl von Maler und Sujets grundsätzlich und allein nur die Laune des Autors massgebend gewesen ist, sei hinzugefügt…« (Vorrrede). – Hermann Georgi war wie Edschmid Mitglied der Darmstädter Sezession und Mitarbeiter der »Dachstube« und des »Tribunal«.

23,7 : 23,7 cm. [60] Seiten. – Umschlag angestaubt und etwas fleckig, Heftband gerissen. – Innen papierbedingt gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 60.2. – Lang, Expressionismus 80. – Jentsch, Expressionismus 13

859  Dietz Edzard – Nicolai Vasilewic Gogol. Wij.

€ 450

Eine Volkslegende. Mit sechs Radierungen von Dietz Edzard. München, Pflüger 1924. Mit sechs signierten Radierungen. Originalumschlag und sechs Passepartouts lose in Originalhalbpergamentmappe.

Eins von fünf nicht für den Handel bestimmten Exemplaren, hier bezeichnet als Exemplar »A«. Darüber hinaus erschienen 100 nummerierte Exemplare. – Ins Deutsche übertragen von Karl Nötzel. – Der Text auf Bedenk-Bütten, die signierten und mit »A« bezeichneten Radierungen, in Passepartouts beigelegt, auf chamoisfarbenem Bütten.

42,3 : 30,3 cm (Mappe). [10], 32, [6] Seiten. – Textheft und einige der Radierungen stockfleckig.

Katalog Lindenau-Museum 482-487. – Sennewald 24,2. – Lang, Expressionismus 44. – Jentsch, Expressionismus 144

860  T. S. Eliot. Geoffrey Faber.

€ 400

1889 – 1961. London, Faber & Faber 1961. Originalpappband mit goldgeprägten Titeln. Im Originalschuber.

Privatdruck anlässlich der Gedenkfeier für Sir Geoffrey Faber in St. Giles-in-the-Fields, Holborn, 10. Mai 1961. – Eins von 100 Exemplaren auf Japan. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Geoffrey Faber (1889–1961) gründete 1925 zusammen mit Sir Maurice und Lady Gwyer den Verlag Faber & Gwyer, nach Gwyers Ausscheiden 1929 wurde der Verlag in Faber & Faber umbenannt. T. S. Eliot, der seine Gedichte aus den 1920er Jahren hier veröffentlichte, fungierte als Berater des Hauses und arbeitete in der Verlagsleitung mit. Seit 1963 wird Geoffrey Faber zu Ehren der gleichnamige britische Literaturpreis verliehen.

20,3 : 11,7 cm. 19, [5] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

861  Lucio Fontana – Manifiesto Blanco.

€ 350 ( R7 )

Mailand, Gallerie Apolliniare 1966. Mit zahlreichen meist blattgroßen und farbigen Abbildungen. Originalhalbleinenband.

Documenti e personaggi, 1. – Mit schwungvoller eigenhändiger Widmung von Lucio Fontana neben seinem Portätfoto. – 1946 erschien in Buenos Aires das berühmte von Lucio Fontana inspirierte viersprachige Manifest, das die »Movimento spaziale« begründete. – Zwei Jahrzehnte später folgte dieses Faksimile der spanischen Fassung mit den Übersetzungen ins Italienische, Französische und Englische sowie zusätzlich ins Deutsche. Der großformatige Band enthält einige weitere Fontana gewidmete Texte.

48,0 : 33,0 cm. [80] Seiten. – Deckelkanten minimal berieben, Schuber beschädigt. – Das erste Porträt lose.

862  Franz Fühmann – Der Wahrheit nachsinnen – Viel Schmerz.

€ 120

Band 1: Georg Trakl. Gedichte · Dramenfragmente · Briefe. Herausgegeben von Franz Fühmann. – Band 2: Franz Fühmann. Gedanken zu Georg Trakls Gedicht. Leipzig, Philipp Reclam 1981. Mit 16 Farbtafeln nach Aquarellen und Zeichnungen von Egon Schiele. Zwei Originalpappbände und eine Originalbroschur, zusammen im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 115 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem beigelegten Autograph Fühmanns, einer Abschrift des Trakl-Gedichts »Im Schnee« (gefaltetes Büttenblatt) und im Druckvermerk von Band 2 von Fühmann signiert. – Fühmanns Trakl-Essay, als Vorwort konzipiert und dann auf den dreifachen Umfang der Trakl-Auswahl angewachsen, erschien hier gekürzt und bearbeitet. Fühmanns Text, ein Jahr später unter dem Titel »Vor Feuerschlünden« (in der BRD »Der Sturz des Engels«) vollständig erschienen, ist einer der bewegendsten Essays (nicht nur) der DDR-Literaturgeschichte. Fühmanns erste Begegnung mit dem Werk des Frühverstorbenen Salzburger Dichters datiert in den letzten Kriegstagen. Neben Leben und Werk Trakls erläutert Fühmann seine wechselvollen, aber bis zur Selbstzerstörung authentischen, Wandlungen vom Hitlerjungen zum Stalinverehrer und zum an den Erstarrungen des Realsozialismus Verzweifelnden. – Sehr selten und tadellos erhalten. – Dazu: Drei Erstausgaben Fühmanns (Saiäns-Fiktschen, 1981; Essays, Gespräche, Aufsätze 1964–1981, 1983; Das Ohr des Dionysios, 1985).

22,0 : 12,8 cm. 250, [2] ; 98, [2] Seiten, 16 Tafeln, 1 Autographenblatt. – Rückenschild von Band 1 mit leichten Leimspuren.

863  Felix Martin Furtwängler. Totentanz.

€ 3000

Text + Holzschnitt. Berlin, Tyslander Press 1988. Zwölf signierte Farbholzschnitte mit zwölf Seiten Holzschnitttext. Lose Doppelbogen in bemalter Originalhalblederkassette.

Eins von zwei Künstlerexemplaren, neben weiteren sechs des vierten Zustands. Insgesamt erschienen 30 nummerierte Exemplare in fünf verschiedenen Zuständen. – Der erste Holzschnitt signiert und mit »e/a 1/2« bezeichnet, auch der Druckvermerk vom Künstler signiert. – Eindrucksvoll und großformatig kommen die zwölf Blätter daher: Seinen Totentanz druckte Felix Martin Furtwängler (geboren 1954) auf zwölf schwere unbeschnittene Velin-Doppelblätter. Jedem Bild ist eine Textseite gegenübergestellt, dem ersten der Titel, dem letzten der Druckvermerk. Alle Texte schnitt Furtwängler, inspiriert von mittelalterlichen Unizialschriften, in Holzplatten. – »Furtwänglers Tod setzt sich der namenlosen Angst aus, die den Tod selbst befallen hat. Auf diesen Blättern vernehmen wir kein Wort des Trostes. Trümmer, Fragmente, Fetzen wirbeln chaotisch durcheinander […]. Nicht der Kreislauf des Werdens und Vergehens, diese wundervolle Hoffnung, sondern der endgültige Tod, das endgültige Aus sprechen aus diesen Blättern« (J. Kruse, in Katalog »Totentänze« der HAB Wolfenbüttel, S. 253). – Die Kassetten aus schwarzem Leinen und Leder wurden individuell bemalt. – 70 Jahre zuvor hatte Julius Rodenberg seine Idealvorstellung einer Einheit von Wort und Bild in einem gemeinsamen Druckverfahren postuliert, Furtwängler realisierte sie in diesem großartigen Zyklus. – Makellos.

Holzschnitte: 42,5 : 40,0 cm, Papier: 49 : 92 cm (Doppelseiten).

Katalog »Totentänze« der HAB Wolfenbüttel 86. – Soltek 46

864  Felix Martin Furtwängler. Simsalabin.

€ 1800

Gedicht & Neue Graphik, herausgegeben von Harald Weller. Berlin, Privat Presse 2014. Mit 17 signierten ganzseitigen Tiefdrucken, davon elf mehrfarbig. Originalhalblederband mit Farbschnitten als Deckelbezug und Vorsatzpapier. Im schwarz-blau serigraphierten Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 18 Exemplaren, die erste Radierung nummeriert, auch im Druckvermerk vom Künstler signiert und dort mit »fecit felix« bezeichnet. – Auf schwerem BFK Rives – Der Band vereint Gedichte des Künstlers mit Tiefdrucken, die in einem Verfahren entstanden, zu dem der Künstler uns schrieb: »Ich hoffe, dass dies meine Erfindung ist, aber wahrscheinlich wieder mal nicht …«: Mit Kunststoff beschichtete Aluminiumplatten wurden mit Tusche, Stiften etc. bearbeitet, belichtet und dann mit der Hand nur kurz ausgewaschen. Die farbigen Partien wurden mit transparenten Farben im Buchdruck über die schwarzen Partien gedruckt. – Die Texte wurden aus der Linotype Schreibmaschine gesetzt und stehen jeweils einer Graphik gegenüber auf Doppelseiten. – Die Graphiken druckte Dieter Béla in Berlin, der schöne Handeinband entstand in der Werkstatt Ludwig Vater, Jena. – Makellos.

39,7 : 27,5 cm. [40] Seiten.

865  Felix Martin Furtwängler – B. K. Tragelehn. Über B[recht] und B[enjamin].

€ 1200

Für E. W. Berlin, Privatpresse 2018. Mit 21 Farbholzschnitten, davon sechs blattgroße signiert. Originalhalbleinenband mit Packpapierdeckelbezug und Deckelbild. Im Schuber.

Eins von 14 Exemplaren, von denen nur fünf für den Verkauf bestimmt waren. – Privatdruck für Erdmut Wizisla, den Leiter des Bertolt-Brecht-Archivs an der Akademie der Künste, anlässlich seines 60. Geburtstages. – Neben der Schlussvignette von B.K. und Christa Tragelehn sowie Jubilar und Künstler signiert. – Auf strahlend weißem Velin. – Der Band vereint Erstdrucke verschiedener Gedichte und Texte des Theaterregisseurs und Schriftstellers B. K. Tragelehn zu Bertolt Brecht, Walter Benjamin und Ulrike Meinhof aus mehr als fünf Jahrzehnten, darunter auch das Musikstück »Jüngste Erscheinung des Engels der Geschichte in memoriam Ulrike Meinhof«. Tragelehn, Jahrgang 1936 und Meisterschüler von Brecht, wurde 1961, nachdem seine Heiner Müller-Inszenierung » Die Umsiedlerin« als konterrevolutionär eingestuft wurde, aus der SED ausgeschlossen. Zahlreiche bedeutsame Inszenierungen folgten, 1976 gehörte er zu den Unterzeichnern der Biermann-Petition und verließ 1979 die DDR. – Die farbigen Graphiken Furtwänglers sind Handdrucke des Künstlers, die blattgroßen meist signiert. – Tadellos erhalten.

30,5 : 21,3 cm. 41, [7] Seiten.

866  Rainer M[aria] Gerhardt. Der Tod des Hamlet.

€ 350

Freiburg, Gruppe Fragmente 1950. Fadengeheftete Originalbroschur mit Umschlag aus japanischem Faserpapier, Monogrammstempel auf dem Vorderdeckel..

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 600). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Rainer Maria Gerhardt (1927−1954) gründete mit seiner Frau Renate und Claus Bremer den »fragmente-Verlag« und publizierte Werke u. a. von Artaud, Miller, Creeley, Olson und Pound. Anerkennung oder ein nennenswertes Echo auf Gerhardts literarisches Programm, an das später andere erfolgreich anknüpften, blieben aus. »Der Dichter und Verleger Rainer Maria Gerhardt, der 1954 im Alter von siebenundzwanzig Jahren aus dem Leben schied, war tatsächlich so etwas wie ein Heiliger der Literatur. Um ihr zu dienen und um seine Zeitschrift ›fragmente‹ zu finanzieren, führte er ein Leben in Armut und voller Verzicht. Er hatte eine Vision und scheiterte erbarmungswürdig« (»Heiliger im Dienst der Poesie«, faz.net, 25.5.77). – Mit 27 Jahren beging Gerhardt, finanziell ruiniert und literarisch isoliert, Selbstmord.

23,0 : 15,5 cm. 21, [3] Seiten.

867  Bert Gerresheim – Walter Aue. Memorandum.

€ 180

Gedichte von Berlin. Sieben Holzschnitte von Bert Gerresheim. Duisburg, Guido Hildebrandt 1966. Mit sieben signierten Holzschnitten, fünf blatt-, einer doppelblattgroß. Fadengeheftete Doppelblätter in Originalleinwandmappe mit Rückenschild.

Hundertdruck III. – Eins von 100 Exemplaren. – Gestaltung, Typographie, Handsatz und -druck von Klaus Ulrich Düsselberg. – Vom Autor im Druckvermerk signiert.

39,0 : 27,5 cm. [26] Seiten.

Spindler 157.3

868  Philip Glass. – Laurie Anderson.

€ 250 ( R7 )

Dokumente zum künstlerischen Schaffen.

Sammlung von diversen Originaldokumenten, Programmheften, Büchern, Schallplatten und Zeitungsartikeln zum Schaffen der beiden berühmten Musiker. – Philip Glass (geboren 1937): Pressematerial zu »The Making of the Representative for Planet 8« nach dem Libretto von Doris Lessing, dazu 2 Fotografien von Philip Glass und Doris Lessing. – Porträtfoto von Koos Breukel. – »Breaking in the Kitchen«, New York, 1987. – »Einstein on the Beach« mit Lucinda Childs, New York, 1984; Fotografie von Tom Caravaglia. – »Jean Cocteau. La belle et la bête.« Een opera voor ensemble en film, Amsterdam, 1994, signiert. – »Symphony No.5« Choral, Salzburg, 1999. – »Music by Philip Glass«, New York, 1987, Buch mit eigenhändiger Widmung. – Laurie Anderson (geboren 1947): Porträtfotografie von Frans Schelekens, Silbergelatine. Signiert von Laurie Anderson. – »0 Superman«, EP 1981. – »Empty Places«, Programmheft zur Weltpremiere, Umschlaggestaltung von Sol LeWitt. – Pressefoto Warner Bros., 1994. – »Germano Celant, Laurie Anderson Dal Vivo«, Buch, Mailand 1998. – In zwei Sammelordnern, genaue Auflistung auf Anfrage.

869  Florian und Christl Maria Göthner. Welcome.

€ 300

Leipzig 1997. Mit zahlreichen Pop-ups, Collagen, Fotografien, farbigen Serigraphien und Offsetdrucken sowie einigen Multiples (Puzzleteile, Plastikgabel, Minituschkasten, Würfel etc.) in Folienumschlag. Ringheftete Originalbroschur.

Eins von 50 Exemplaren. – Entstanden nach einer New York-Reise der Künstlerin mit ihrem 15-jährigen Sohn Florian. – Das Buch zitiert mit Sinnbildern der amerikanischen Alltagskultur (Coca Cola, Dollarnoten, Stars and Stripes) und besonders durch mehrere Pop-ups (Luftballon, Blasebalg) die Größen der amerikanischen Pop-Art wie Jasper Johns, Andy Warhol und andere. – Christl Maria Göthner (geboren 1957) studierte bei Bernhard Heisig an der Leipziger Hochschule und war später seine und Joachim Johns Meisterschülerin an der Akademie der Künste in Berlin. – Sehr selten, ob die Auflage bei dem beträchtlichen Herstellungsaufwand überhaupt erreicht wurde, darf bezweifelt werden.

30,0 : 19,5 cm. Ca. 80 Blätter.

870  Charles Grieger – Nie wieder.

€ 180

Nach Papierschnitten von Charles Grieger. Mit einem Vorwort von Peter Barras. Hamburg, Kristeller Kunsthandlung [1949]. Acht Blätter mit Abbildungen und zwei Doppelblätter lose in illustrierter Originalkartonmappe.

Als Privatdruck für die Freunde der Kristeller Kunsthandlung Hamburg hergestellt. – Eins von 1000 Exemplaren. – Die eindeutig antifaschistischen Papierschnitte (»Schlachtvieh«, »Die Grußmaschine«, »Kanonenfutter«, »Sie Schwein«, »KV«, »Führer wir danken dir«, »Der letzte Brief«, »Das Massengrab«) entstanden 1945. – Charles Grieger (1903–1952) war ein Hamburger Illustrator und Verleger. In seinem Verlag erschienen wenige Jahre später (unter erwartbar schwierigen Bedingungen) verschiedene von ihm selbst illustrierte homosexuelle Zeitschriften. – Seltenes Zeugnis dieses kämpferischen Widerständlers in dunklen Zeiten.

30,0 : 21,7 cm. [8] Seiten, 8 Blätter. – Mappenränder gebräunt, Falz eingerissen. – Blattränder papierbedingt gebräunt. Titelblatt mit Zueignung.

871  HAP Grieshaber. Osterritt.

€ 1000 ( R7 )

Text von Riccarda Gregor-Grieshaber. Köln, Galerie Der Spiegel 1964. Mit 39 Holzschnitten, teils mehrfarbig und doppelblattgroß, davon einer auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -kassette mit gelbem Büttenbezug.

Erste Ausgabe. – Eins von 350 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Holzschnitte wurden teils mehrfarbig auf weißes Hahnemühle-Bütten, teils in Gold, Silber und Weiß auf schwarzes und rotes Papier gedruckt. – Neben dem nur kurze Zeit später entstandenen »Totentanz« eine der umfangreichsten Bildfolgen Grieshabers und zugleich eine seiner schönsten und fröhlichsten. – Umschlag und Blätter tadellos.

33,5 : 28,5 cm. 42 Doppelblätter. – Ecken der Kassette mit kleinen Eirissen im Bezugspapier.

Fuerst 64/52–90. – Fichtner/Bartelke 34. – Spindler 153.27

872  HAP Grieshaber – Pablo Neruda. Die Höhen von Macchu Picchu.

€ 400

Übertragung aus dem Spanischen von Rudolf Hagelstange. Mehrfarbige Original-Holzschnitte von HAP Grieshaber. Hamburg, Hofmann und Campe 1965. Mit zehn Farbholzschnitten, davon zwei doppelblattgroße lose beigelegt, die übrigen meist blattgroß im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Zusammen mit dem Beiheft in der Originalleinenmappe mit Holzschnittdeckelvignette.

Eins von 190 römisch nummerierten Exemplaren der im Druckvermerk von Künstler und Dichter signierten Vorzugsausgabe auf Pescia-Bütten (Gesamtauflage 1.000 Exemplare). – Das Beiheft enthält die spanische Originalfassung sowie einen Text von Ernst Kreuder und einen Kommentar von Jürgen von Stackelberg. – Tadellos erhalten.

43,7 : 33,0 cm (Mappenformat). 34, [2] Seiten, 2 lose Holzschnitte. Beiheft: 26, [2] Seiten.

Fuerst 65/100–110 a. – Fichtner/Bartelke 180. – Spindler 119.32

873  HAP Grieshaber. Totentanz von Basel

€ 300 ( R7 )

mit den Dialogen des mittelalterlichen Wandbildes. Dresden, Verlag der Kunst 1966. Mit 40 Farbholzschnitten. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe der großartigen Holzschnittfolge. – Druck der Leipziger Presse in den Werkstätten der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. – Texte in deutscher, französischer und englischer Sprache, Nachworte von Wilhelm Boeck und Rudolf Mayer. – Grieshaber dienten Matthias Merians Kupferstiche nach den monumentalen Fresken an der Friedhofsmauer des Baseler Dominikanerklosters als Vorlage. Die Originale wurden 1805 abgerissen, weil die mittelalterlichen Malereien den Stadtvätern als »Kinderschreck« und »Leutescheuche« galten. – Die Übersetzungen der alten deutschen Reime entstanden im frühen 19. Jahrhundert, Albert Kapr, der Leipziger Schriftkünstler, entwarf die Schrifttafeln und schnitt sie mit seinen Studenten in Holz. – Schönes Exemplar, der empfindliche Schutzumschlag nicht ganz frisch.

46 : 35 cm. [130] Blätter. – Titelblatt mit schwachem vertikalen Knick.

Fuerst 66/1–40 c. – Fichtner/Bartelke 55. – Isphording II, 584. – Spindler 65.4

874  HAP Grieshaber. Die rauhe Alb.

€ 500 ( R7 )

Stuttgart, Manus Presse 1968. Mit zwölf, teils mehrfarbigen, Holzschnitten und 20 Lithographien sowie 14 Faksimiles nach älteren Holzschnitten und einem Porträt. Originalleinenband mit farbigen Deckelillustrationen nach einem Holzschnitt. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Unnummeriertes Künstlerexemplar (Gesamtauflage 550). – Mit eigenhändiger Widmung für den Bauhausdesigner Wilhelm Wagenfeld: »aus der Wirklichkeit (die rauhe alb) vielleicht geformt (?) dein Grieshaber«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Grieshabers opulente Liebeserklärung an seine schwäbische Heimat umfasst Beispiele aus seinem gesamten graphischen Œuvre, bemerkenswert sind neben den frühen Holzschnitten aus den 1930er Jahren die 20 Lithographien, eine von ihm eher selten angewandte Technik. – Mit einem Text von Margarete Hannsmann.

40,7 : 50,7 cm. 22 Seiten, 12 Holzschnitte, 20 Lithographien, [2] Seiten.

Fuerst 68/63–94 b. – Fichtner/Bartelke 68. – Spindler 161.10

875  HAP Grieshaber. Jossef,

€ 120

übertragen von Martin Buber. Stuttgart, Hatje 1972. Mit zwei doppelblattgroßen farbigen Holzschnitten, einer auf dem Schutzumschlag, und zahlreichen Farbtafeln. Originalleinenband.

Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit dem signierten Holzschnitt als Frontispiz. – Grieshabers Jossef-Zyklus, 36 großformatige mit Pastellkreide kolorierte Linolschnitte, entstand 1970 als Wandschmuck für die Stuttgarter St. Germanus-Kirche. – Die nur im Werkverzeichnis (72/119) für die Vorzugsausgabe erwähnte großformatige Lithographie ist hier nicht beigelegt. – Dazu: Carl Orff und HAP Grieshaber. Carmina Burana. Stuttgart, Hatje 1975. Originalleinenband.

29,0 : 35,8 cm. [2], 82 Seiten, 1 Holzschnitt. – Schutzumschlagränder unfrisch.

Fuerst 72/120 a und b. – Fichtner/Bartelke 92

876  George Grosz – Heinrich Mann. Kobes.

€ 250 ( R7 )

Mit zehn Lithographien von George Grosz. Berlin, Propyläen 1925. Mit zehn blattgroßen Illustrationen nach Zeichnungen. Roter Originalleinenband mit schwarzgeprägten Titeln.

Erste Ausgabe. – »Heinrich Manns Novelle vom Intrigenspiel in der Zentrale eines Großkonzerns, dem Kobes vorsteht, spielt auf die Machtstellung des rheinischen Industriellen Hugo Stinnes an, dessen bärtige Physiognomie in einigen Darstellungen deutlich zu identifizieren ist.« (Dückers). – Tadelloses Exemplar.

28,0 : 22,8 cm. [4], 71, [1] Seiten.

Dückers B III. – Lang, Grosz 45. – Zenker 44

877  George Grosz. Interregnum.

€ 150

Frankfurt am Main, Berlin, Wien, Propyläen 1976. Mit farbigem Frontispiz und 64 Tafeln. Roter Originalhalbleinenband mit Holzfurnierimitationbezügen.

Eins von 400 Exemplaren. – Faksimileausgabe des 1936 bei »The Black Sun Press« in New York edierten Mappenwerks, von dem kaum mehr als 40 Exemplare erschienen. – Diese erste in Deutschland erschienene Ausgabe verzichtete auf die englischsprachige Einführung von John Dos Passos, erhielt aber eine deutsche Fassung der Bildtitel.

41,0 : 30,0 cm. [4], 65, [3] Blätter. – Ecken minimal bestoßen, Rücken kaum merklich verblasst.

Vgl. Dückers S II Anmerkung

878  Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

€ 250

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Franz Roh hatte die Ausstellung des zu den Dresdner Dadaisten gehörenden Kurt Günther (1893–1955), der sich später vorwiegend Porträts verschrieb, angeregt.

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Umschlag fleckig, Heftklammern rostig.

879  Jakob Haringer. Der Reisende oder Die Träne.

€ 100

Ebenau bei Salzburg, Grigat 1932. Originalbroschur.

Erste Ausgabe des letzten Werkes vor seiner Emigration, als Privatdruck erschienen. – Unbeschnitten. – Die Band- und Reihenangaben (»Der Werke X. Band« und »Die Denkmäler 48/51«) sind wie meist bei Haringer fingiert und irreführend. Die angekündigte Werkausgabe in zehn Bänden ist nie erschienen, ebenso wenig eine gar dreißigbändige Ausgabe. – Jakob Haringer führte in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen ein unstetes Vagabundenleben und war, ohne festen Wohnsitz, stets auf die Unterstützung von Freunden und Förderern angewiesen. – Zwei Beigaben.

24,5 : 16,0 cm. 67, [1] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 104.13

880  Stephan Hermlin – Gesang auf dem Wege.

€ 120

Gedichte. Affoltern, Aehren Verlag [1945]. Originalbroschur.

Sehr seltene Originalausgabe. – Erschien innerhalb der Schriftenreihe »Über die Grenzen«. – Mit Gedichten von Jo Mihaly, Ilse Krämer, Else Lasker-Schüler, Jakob Haringer und anderen, darunter wohl zwei sehr frühe Veröffentlichungen des jungen Stephan Hermlin (»Ballade vom Gefährten Ikarus« und »Ballade vom Stabsfeldwebel Fischer«), der wie die anderen hier Vertretenen in der Schweiz Exil gefunden hatte. – 1987 erschien ein Reprint des Heftes.

22,8 : 15,3 cm. [2], 27, [3] Seiten. – Deckelränder leicht, Blattränder etwas stärker gebräunt, insgesamt aber sehr gut.

Rost/Geist, Hermlin 61. – Nicht bei Melzwig und nicht bei Sternfeld/Tiedemann

881  Hermann Hesse. Klingsors letzter Sommer.

€ 900

Erzählungen. Berlin, S. Fischer 1920. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der vom Dichter signierten Vorzugsausgabe auf holzfreiem Papier, die »nur vom Dichter selbst (Wohnsitz: Montagnola, Schweiz) zu beziehen sind« (Druckvermerk). – Enthält die Erzählungen »Kinderseele«, »Klein und Wagner« und »Klingsors letzter Sommer«. – »Die Geschichte des Malers Klingsor ist eine Erinnerung an den Sommer 1919. Klingsor, am 2. Juli geboren, zweiundvierzig Jahre alt und allein, Maler, Dichter, Philosoph und Hypochonder, vom Tod beunruhigt, besessen von einer Leidenschaft für das Leben und die Kunst und zu Ausgelassenheit und Depressionen neigend, ist offensichtlich Hesse selber; Klingsors Freundeskreis war der Hesses; und der Schauplatz ist deutlich das Tessin.« (hhesse.de). – Sehr selten.

18,7 : 12,0 cm. 215, [1] Seiten.

Mileck II, 39

882  Hermann Hesse. Siddharta.

€ 500

Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer 1922. Originalhalbpergamentband.

Erste Ausgabe. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß. – Exemplar aus dem Besitz von Dr. Gottfried Bermann, mit dessen von Gunter Böhmer entworfenem Exlibris, farbig lithographiert und goldgehöht. – 1932 hatte der gelernte Chirurg Dr. Gottfried Bermann-Fischer von seinem Schwiegervater Samuel Fischer die Leitung des Verlages übernommen, der nach Hitlers Machtergreifung bedroht war. 1935 konnte er nach Wien übersiedeln; 1938, Österreich wurde »angeschlossen«, verlor er bei der Flucht Verlag und Eigentum. In Österreich, Stockholm, Amsterdam und New York gründete er neue Verlagsunternehmen.

18,9 : 11,5 cm. 174, [2] Seiten. – Einband lichtrandig. Beide Deckel und Vorsatzblätter mit größerem Fleck.

Mileck II, 43

883  Hermann Hesse. Zehn Gedichte.

€ 200

Bern, Stämpfli [1939]. Originalbüttenbroschur, eingebunden in Pappband mit Oleographiepapierbezug und vergoldetem Rückentitel (signiert: R. Meuter, Ascona).

Erste Ausgabe dieser Sammlung, »Dieser nicht käufliche Privatdruck enthält die seit dem Erscheinen der ›Neuen Gedichte‹ [1937] entstandenen Verse« (Editionsvermerk). – Auf dem Titel eigenhändiger »Gruß von H. H.«.

21,7 : 15,5 cm. 14, [2] Seiten. – Einige Blätter unten mit kleinem Eckknick.

Mileck III, 70

884  Hermann Hesse. Kleine Betrachtungen.

€ 400

Sechs Aufsätze. Zürich, Büchergilde Gutenberg [1942]. Mit Illustrationen von Heiner und Isi Hesse. Grüner Halblederband mit farbigen Oleographiepapierbezügen, Rückentitel und -fileten vergoldet, Kopfschnitt mit Graphit gefärbt (signiert: R. Meuter, Ascona).

Eins von 8000 nummerierten (!) Exemplaren. – Mit einem faksimilierten Brief Hesses zu dieser Edition. – Damals nicht käufliche Werbegabe der Büchergilde Gutenberg. – Die fünf Texte aus den Jahren 1928–1933 und ein sechster aus dem Frühjahr 1940 waren, noch ohne die Illustrationen von Hesses Sohn Heiner und dessen Ehefrau Isa, 1941 als Privatdruck erschienen. – Ansprechend gebunden.

21,8 : 15,5 cm. 45, [3] Seiten.

Mileck II, 75 (vgl. III, 74)

885  Hermann Hesse. Das Glasperlenspiel.

€ 750

Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. [Zwei Bände]. Zürich, Fretz und Wasmuth 1943. Hellblaue Originalleinenbände mit schwarzem Rückenschild, Rückenvergoldung und vergoldeter Deckelvignette, beide mit Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe des großen Spätwerks. – In einer von mörderischem Krieg umtosten Schweiz schrieb Hesse seine Zukunftsvision einer elitären, universal gebildeten Gesellschaft. – So schöne Exemplare inzwischen auch selten. – Vorsatzblatt von Band 1 mit einem von Hesse signierten Dedikationsaufkleber des Schweizerischen Schriftstellervereins. – Beiliegend eine Hesse-Fotografie.

19,0 : 12,0 cm. 451, [1]; 441, [1] Seiten. – Rücken der Schutzumschläge gebräunt.

Mileck II, 76

886  Hermann Hesse. Freunde.

€ 300

Erzählung. Olten 1957. Mit einer Titelzeichnung von Gunter Böhmer. Originalhalbsaffianlederband mit Batik-Modeldruck-Bezugspapier (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

75. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe in Halbleder (Gesamtauflage 850). – Druck auf Zerkall-Bütten.

20,4 : 13,0 cm. [2], 106, [4] Seiten. – Rücken verblasst und minimal fleckig.

Mileck II, 123. – Rysawy 99

887  Hermann Hesse. Demian.

€ 450

The Story of a Youth. With a Foreword by Thomas Mann. New York, Henry Holt 1948. Originalleinenband mit illustriertem Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Auf dem fliegenden Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung von Hermann Hesse: »Gruss vom Autor«. – Die Einleitung Thomas Manns basiert in weiten Teilen auf seinem Artikel »Hermann Hesse zum siebzigsten Geburtstag« in der NZZ (Juni 1947). Die erweiterte Fassung erschien im Sommer 1947 in »Die Neue Rundschau«, 1948 dann in englischer Sprache in »The Saturday Review« und als Einleitung zu »Demian«.

20,8 : 14,2 cm. 207, [1] Seiten.

Mileck IX, 56 a. – Potempa G 979.2

888  Stefan Heym. Nazis in U.S.A.

€ 300

An Expose of Hitler’s Aims and Agents in the U.S.A. New York, American Committee for Anti-Nazi Literature 1938. Rote Originalbroschur.

Erste Ausgabe, ihrer Herkunft und Verbreitungswege sowie des ephemeren Charakters selten. – Stefan Heym (1913–2001) zählte zu den politisch einflussreichsten deutschsprachigen Schriftstellern der Nachkriegszeit. Unter dem Namen Helmut Flieg im sächsischen Chemnitz geboren, wurde er 1931 wegen der Veröffentlichung eines Gedichts der Schule verwiesen. Er beendete die Schulzeit in Berlin, emigrierte 1933 nach Prag und lebte fortan unter dem Pseudonym Stefan Heym. 1935 wanderte er in die USA aus, arbeitete dort als Journalist und Schriftsteller und kam als Nachrichtenoffizier der US Army wieder nach Deutschland. Seit 1953 lebte er in der DDR, zunächst als Verfechter der sozialistischen Idee, später als resignierter Kritiker des Systems. 1979 wurde Heym aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. – Schönes Exemplar.

17,0 : 12,7 cm. 45, [3] Seiten. – Rückenfalz lichtrandig. – Exlibris.

Wilpert/Gühring 1. – Sternfeld/Tiedemann 216. – Nicht in Deutsches Exilarchiv

889  Patricia Highsmith. Brief mit Unterschrift »Pat« und eigenhändigem Nachsatz.

€ 450 ( R19 )

Rom, 28. August 1979. Zwei Seiten. 23 : 15 cm.

Patricia Highsmith (eigentlich Mary Patricia Plangman, 1921–1995) schrieb den Brief auf Briefpapier des Hotel Hassler in Rom an zwei Freundinnen (Bar and Bar), u. a. wohl Barbara Borthfeld, die Highsmiths ersten »Ripley«-Roman »The Talented Mr. Ripley« 1961 ins Deutsche übersetzt hatte. – Im Brief erwähnt die Autorin den vierten Roman der Serie, »The Boy Who Followed Ripley«, dessen Erscheinen unmittelbar bevorstehe. Sie erläutert ihre Pläne, eine Wohnung im Tessin zu kaufen, erklärt die steuerlichen Aspekte einer solchen Investition und beschreibt die Geschäftsgebaren verschiedener Verleger und Vertreter (»I must say the Mafia network is loyal to one another«). – Am Anfang des Briefes: »I was really shocked by Mountbatten’s death. I do detest those crazy, hald-drunk Irish. These terrorists don’t even represent their country.« Der 1st Earl Mountbatten of Burma wurde 1979 Opfer eines IRA-Bombenanschlags. – Am Schluss berichtet Patricia Highsmith von ihren nächsten Reiseplänen und fügt unter ihrem Kurznamen »Pat« hinzu »+ if such a mord exists!«.

890  Hockney.

€ 1800

A Bigger Book. Köln u. a., Taschen 2016. Mit unzähligen farbigen Abbildungen. Originalleinenband und Originalpappband. Zusammen mit dem verchromten Buchständer in Originallieferkarton.

Eins von 9000 Exemplaren der Collector’s Edition. – Herausgegeben von Hans Werner Holzwarth. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Mit einem exklusiven Buchständer von Marc Newson und einem Begleitband mit einer detaillierten, 680-seitigen illustrierten Chronologie. – »A Bigger Book« entstand »in engster Zusammenarbeit mit David Hockney und zeichnet seine gesamte, mittlerweile sechs Jahrzehnte umspannende Karriere nach. … Der Band ist gleichermaßen eine persönliche Rückschau wie die Bestandsaufnahme eines rahmensprengenden Werks, das immer wieder neue Wege beschritten hat.«.

70,0 : 50,0 cm. 498 Seiten; 680 Seiten.

891  Hugo von Hofmannsthal. Florindo.

€ 350

Wien und Hellerau, Avalun 1923. Mit 25 Lithographien von Otto Hettner, davon 24 blattgroß und eine als Titelvignette. Originalhalblederband mit reicher Vergoldung (P. A. Demeter, Hellerau) im Originalschuber mit vergoldeter Deckelvignette.

25. Avalun-Druck. – Erste Ausgabe der endgültigen Fassung des Dramas, das bereits 1910 in zwei Versionen als »Cristinas Heimreise« bei S. Fischer erschienen war. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 350). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert.

25,0 : 16,5 cm. 125, [3] Seiten. – Rücken verblasst, Kanten etwas berieben.

Houghton Library Catalogue 287. – Rodenberg 335, 25. – Lang, Impressionismus 92. – Sennewald 23,1

892  Ödön von Horváth. Zwei Erstausgaben.

€ 400 ( R7 )

1930 und 1938. Zwei Originalleinenbände mit illustriertem -schutzumschlag.

I. Der ewige Spießer. Erbaulicher Roman in drei Teilen. Berlin, Propyläen 1930. Umschlagillustration von Olaf Gulbransson. – II. Jugend ohne Gott. Roman. Amsterdam, Allert de Lange 1938. – Ödön von Horváth (1901–1938) war seinen Zeitgenossen in erster Linie als Bühnenautor bekannt. »Der ewige Spießer« ist seine erste längere Erzählung. Mit erstaunlicher Hellsichtigkeit erkennt Horváth, dass das politische Bewusstsein des Kleinbürgers nach rechts tendiert und der »neue Typ des Spießers« der zukünftige Mitläufer oder überzeugte Nationalsozialist ist. – »Jugend ohne Gott« schildert die Tragödie einer Jugend, die in Verachtung all dessen aufwächst, was früheren Generationen heilig war.

I. 19,7 : 14,1 cm. 207, [5] Seiten. – II. 18,8 : 12,3 cm. 219, [1] Seiten. – Schutzumschläge mit Randläsuren und Ausrissen. – Schnitt, erste und letzte Seiten stärker stockfleckig.

893  Peter Huchel. Gedichte.

€ 900 ( R7 )

Dieter Haack. Collagen. Staufen/Breisgau 1976. Sechs handgeschriebene Gedichte und drei Originalcollagen. Originalleinenband im -schuber.

Eins von 23 Exemplaren. – Privatdruck mit den sechs in Bleistift geschriebenen Gedichten »Wintersee«, »Abschied von den Hirten«, »Schnee«, »Ophelia«, »Gehölz, habichtgrau …« und »Die Gaukler sind fort …«. – Nachdem bereits in den 1950er Jahren seine Arbeit als Chefredakteur bei der Ostberliner Zeitschrift »Sinn und Form« behindert wurde und er 1962 erzwungener Maßen von diesem Posten zurückgetreten war, folgten Publikations- und Reiseverbot. 1971 durfte Huchel nach Intervention von Heinrich Böll endlich die DDR verlassen. Auf Initiative Erhart Kästners ließ er sich in Staufen nieder, unterstützt von dem Mäzen Franz Armin Morat. – Auf Velin.

43,2 : 30,5 cm. [12] Blätter. – Einband mit wenigen schwachen Stockflecken.

894  [Friedensreich] Hundertwasser. Verschimmelungs-manifest gegen den rationalismus in der architektur.

€ 250 ( R7 )

Herausgegeben von Eberhard Fiebig und Reinhard Kaufman. Wiesbaden 1958. Rosafarbene Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Unnummeriert, aber wie weitere 300 Exemplare vom Autor mit Aquarellfarbe signiert. – Erschienen im Eigenverlag des Mitherausgebers Reinhard Kaufman innerhalb der Schriften der Galerie Renate Boukes, Wiesbaden. – Das Manifest wurde zuerst am 4. Juli 1958 auf einer von Monsignore Otto Mauer (siehe KatNr. LAGER 857) in der Abtei Seckau organisierten Kunst- und Architekturveranstaltung verlesen. Danach folgten Lesungen in den Galerien Van de Loo, München, und Parnass, Wuppertal.

20,6 : 14,7 cm. [2], 19, [3] Seiten. – Umschlag leicht fleckig und mit Besitzvermerk.

Fürst ARCH 6

895  Hundertwasser is painting. Hundertwasser malt. Hundertwasser peint.

€ 450

[Ausstellungskatalog]. Glarus, Gruener Janura 1979/80. Mit 35 Farbabbildungen. Originalhalbleinenband mit je einem Metallfolie-Prägedruck auf Vorder- und Hinterdeckel.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Innendeckel vom Künstler mit weißer Farbe signiert und nummeriert (Gesamtauflage 5.000). – Der Künstler gestaltete dieses Katalogbuch anlässlich einer Ausstellungstournee seiner neuen Bilder in New York, Tokyo, Hamburg, Oslo, Paris, London und Wien in den Jahren 1979–1981. – Die Abbildungen wurden in neun Farben auf schwarze Kartonblätter gedruckt und die Gemälde dabei im Verhältnis ihrer tatsächlichen Größen reproduziert. »Die Breite der Seiten verjüngt sich fächerartig, so daß sich beim Blättern durch Überschneidungen jeweils unterschiedliche Ansichten der Doppelseiten ergeben« (Werkverzeichnis). – Mit einem Essay des Künstlers und bio-bibliographischen Anmerkungen.

28,0 : 24,0 cm. [22] Seiten. – Minimal berieben.

Werkverzeichnis APA 192 (Œuvre 824E)

896  Horst Hussel. Schmähzeichnungen.

€ 200

München, Klaus Renner 1994. Mit 35 blattgroßen Illustrationen. Originalpappband mit Fabrianobüttenbezug.

Eins von zehn römisch nummerierten Künstlerexemplaren. – Wie die 35 Vorzugsexemplare mit einer beigelegten signierten Radierung (»Wasserwerker«). – Mit einem Nachwort von Joachim von Westphalen: »Die Schmähzeichnungen […] Hussels kommen gerade recht, um an die frisch verdrängten Obszönitäten der Wiedervereinigung zu erinnern. […] ist es allerhöchste Zeit sich vor Augen zu führen, daß die Deutschen nach wie vor und mehr denn je ein blödes und häßliches Volk von Rüsselschweinen sind.«.

28,5 : 17,5 cm. [80] Seiten, 1 Radierung.

897  Richard Janthur – Pantschatantra.

€ 300

Fabeln aus dem indischen Liebesleben. Lithographien von Richard Janthur. Berlin, Fritz Gurlitt 1919. Mit zehn farbigen Lithographien und Buchschmuck. Originalhalbpergamentband mit rosa Seidenbezügen und Pergamentschließen; Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt. In der Originalkassette.

Der Venuswagen. Erste Folge, Band III. – Eins von 700 Exemplaren, Privatdruck der Gurlitt-Presse. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Außer den schönen in Schwarz und je zwei aquarellartigen Farben gedruckten Lithographien zeichnete der Expressionist Richard Janthur zur Einleitung und jedem der zehn Texte eine Kopfvignette und eine Initiale. Auch der Doppeltitel wurde wohl nach seiner Kalligraphie lithographiert. – Die neunbändige von Alfred Richard Meyer herausgegebene Reihe »erotischer Privatdrucke mit Originalgraphik« besprach ein zeitgenössischer Kritiker 1920 so: »Der Venuswagen hat kräftige Gewürze, saftige Kräuter aus Abendland und Morgenland geladen, Künstler mit Namen geben die Zukost, Herr Alfred Richard Meyer führt die Zügel. Erotik zieht – Erotik zieht besser denn je. Heia, – wird das eine Fahrt werden! […] Ein Teil der Bilder ist ›massiv‹, ganz im Sinne des Pornobibliophilen […] gepfefferte Kost […]« (Die Bücherstube, Band I, Heft 2, Seite 71f.).

30,5 : 24,5 cm. [4], 47, [5] Seiten, 10 Lithographien. – Kassette etwas angestaubt und mit Lichtrand. Vordere Ränder etwas berieben, an den Schließen winzige Fehlstellen im Seidenbezug.

Hayn/Gotendorf IX, 600. – Josch C 5. – Lang, Expressionismus 144

898  Richard Janthur – Prosper Mérimée. Tamango.

€ 500

Illustrationen von R. Janthur. Berlin, Franz Schneider 1922. Mit sieben signierten Lithographien. Originalecrasélederband; Rückentitel und Deckelillustration bzw. -vignette goldgeprägt (H. Sperling, Leipzig).

Luxusgraphik Schneider, Band 1. – Eins von 200 Exemplaren. – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf handgeschöpftem, unbeschnittenen Zandersbütten. – Auch den Einbandentwurf und die Initiale (und wohl auch den kalligraphischen Titel) zeichnete Richard Janthur. – Die Signaturen teils in Bleistift, teils in blauem Kopierstift. – Schönes Exemplar.

29,2 : 19,8 cm. 27, [1] Seiten. – Rücken etwas verblasst, wie auch die Ecken leicht berieben. Deckel mit schwachen Kratzspuren.

Lang, Expressionismus 153. – Sennewald 22,4

899  G. Jeanniot – [Pierre-Ambroise-François] Choderlos de Laclos. Les liaisons dangereuses.

€ 400

Eaux-fortes originales de G. Jeanniot. Tome premier [et] second. Paris, L. Carteret 1914. Mit 34 farbig gestochen Radierungen, davon 24 im Text. Originalbroschuren.

Eins von 200 Exemplaren auf Vélin du Marais. – Alle Radierungen in zwei Zuständen, farbig und schwarz-weiß, letztere mit Remarque und ohne Text. – Die Radierungen im Text bilden große Kopfvignetten mit Initiale, Schluss- und Titelvignetten. – Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos (1741–1803), Offizier im königlichen Militärdienst und später auf Seiten der Jakobiner unter anderem als Redenschreiber Robespierres tätig, verdankt seinen Ruhm diesem einzigen Buch. 1780/81 schrieb er den als Attacke gegen den Hoch- und Hofadel gedachten Briefroman, der die Verderbtheit der »besseren« Gesellschaft vor der Französischen Revolution schildert. Choderlos de Laclos’ gesellschaftskritisches Sittengemälde, das meisterhaft die Mechanismen der Verstellung, kühlen Berechnung und wahren Gefühle analysiert, wählten die Académie Goncourt 1999 auf Platz 1 von insgesamt zwölf Büchern, die die wesentlichsten Werke der französischen Literatur repräsentieren.

28,7 : 21,5 cm. [4], 298, [6] Seiten; [6], 293,[1] Seiten; zusammen 34 Radierungen.

Monod 2768. – Carteret IV, 104

900  Franz Kafka – Hyperion.

€ 500

Eine Zweimonatsschrift. Herausgegeben von Franz Blei und Carl Sternheim. Erstes [bis] Elftes/Zwölftes Heft. München, Hans von Weber 1908–1910. Mit sieben Originalgraphiken und 106, teils farbigen Tafeln. Drei fliederfarbene Originalleinenbände mit Deckel- und Rückenvergoldung (signiert: Wiener Werkstätte), vier Originalbroschuren.

Vollständige Folge der beiden erschienenen Folgen. – Eins von 1000 Exemplaren auf englischem Velin (Gesamtauflage 1050). – »Sie stand in geradliniger Nachfolge der ›Insel‹ nahe […] In der Persönlichkeit des jungen Walter Tiemann und in der frühen Fassung seiner Mediaeval lag die Gewähr für eine heitere Stattlichkeit des Zeitschriftenbildes. Das Material war so kostbar wie bei den frühen Insel-Heften, die Typographie ruhig, elegant und durchdacht. Für die Anbringung von dekorativen Zutaten fehlten Anlaß und Notwendigkeit. Anders als in den Jahren des Jugendstils waren jetzt die Schrift und der Schrifttitel aussagekräftig genug.« (Schauer I, 102). – Die Zeitschrift enthält zahlreiche Erstdrucke, darunter in Heft 1 die erste Veröffentlichung des jungen Franz Kafka (acht Stücke aus »Betrachtung«). Kafka war damals noch so unbekannt, dass man hinter seinem Namen ein Pseudonym vermutete. – Weitere Textbeiträge stammen von Brod, Borchardt, Dauthendey, Dehmel, Carl Einstein, Heinrich Mann, Alfred Richard Meyer, Musil, Rilke, Sternheim, Schickele und vielen anderen. – Für die Auswahl der abgebildeten Kunstwerke, u. a. von Nolde, Heckel, Liebermann, Toulouse-Lautrec, Pascin (kolorierte Strichätzung) und Th. Th. Heine war übrigens Alfred Walter Heymel zuständig; die Originalgraphiken stammen von Laboureur, Vrieslander, Edward Gordon Craig und anderen. – Mit den Inhaltsverzeichnissen der beiden Folgen, Musiknoten und Verlagsanzeigen. Die Originalvorderumschläge der Hefte 1–6 wurden eingebunden, ein Heft mit Besitz- oder Zustellvermerk »Graf Harry Kessler«.

28,5 : 23,0 cm (Jg. II: 27,8 : 21,3 cm). – Rücken der Leinenbände verblasst, Umschläge der Broschuren fleckig (9/10 und 11/12), gebräunt und mit kleinen Randläsuren. – Vorsätze und einige Seiten der ersten Folge etwas stockfleckig.

Diesch 2802. – Söhn HDO 124. – Siehe auch Dietz, Kafka 1

901  Franz Kafka. Die Verwandlung.

€ 150

[2. Auflage]. Leipzig, Kurt Wolff [1918]. Schwarze Originalbroschur mit blauem Deckelschild.

Der jüngste Tag, Band 22/23. – Mit dem Leipziger Zensurstempel auf dem Titelblatt. – Schönes Exemplar.

21,7 : 13,0 cm. 74, [6] Seiten. – Kapital oben und unten mit winzigem Einriss.

Dietz 47. – Raabe/Hannich-Bode 146.3 Anmerkung. – Smolen/Stammerjohann 22/23.2.A. – Göbel 212 Anmerkung

902  Franz Kafka. Due frammenti.

€ 200

Tradotti da Lorenzo Montano. Florenz 1938. Originalbroschur.

Erste italienische Übersetzung der beiden Skizzen »Abweisung« und »Die Truppenaushebung«. – Sonderdruck aus der Zeitschrift »Letteratura«, 1938, Heft 1. – »Abweisung« zählt zu den frühesten Arbeiten Kafkas und erschien unter diesem deutschen Titel nur 1908 in der Hyperion-Auswahl »Betrachtung«, »Truppenaushebung« wurde erst 1937 im Band VI »Tagebücher und Briefe« der Werkausgabe abgedruckt. – Sehr selten.

24,0 : 16,8 cm. [12] Seiten, einschließlich Umschlag. – Ränder gebräunt.

903  Axel Kallas. Nervenvibrierungen im Tintengewande.

€ 750 ( R7 )

Futuro-kubistisches. Zeichnungen von Gori. [Pärnu, Graphische Gesellschaft »Kiri« 1920. Mit 30 Illustrationen und farbigen Initialen. Pappband der Zeit mit eingebundenem Originalumschlag mit Deckelbild.

Erste Ausgabe. – »Diese Sammlung trägt einerseits dadaistische Züge, enthält andererseits aber auch Spottgedichte auf die modernen Strömungen […]« (Cornelius Hasselblatt, Geschichte der estnischen Literatur, Berlin 2006). – Axel Kallas (1890-1922) hatte 1911 die erste estnische Gedichtanthologie auf Deutsch herausgegeben. Im Alter von 31 Jahren starb er in Berlin. – Der Hinweis auf den Urheber der Illustrationen wurde auf dem Titel überklebt. Möglicherweise stammten die Zeichnungen gar nicht von dem berühmten estnischen Karikaturisten Gori (1894–1944, bis 1935 Georg Tõnisson). – Ehemals Sammlung Günter Rossipaul.

21,3 : 16,5 cm. 56 Seiten. – Ränder gebräunt.

904  Ernst Ludwig Kirchner – Jakob Boßhart. Neben der Heerstraße.

€ 650

Mit Holzschnitten von E. L. Kirchner. Zürich und Leipzig, Grethlein & Co. 1923. Mit 23 Holzschnitten im Text. Illustrierter roter Originalhalbleinenband. Originalschutzumschlag mit Holzschnitt.

Erste Ausgabe. – Neben Georg Heyms »Umbra Vitae« und fast gleichzeitig entstanden, sind Boßharts Erzählungen das zweite große illustratorische Werk Kirchners. – Umschlag und Einband in der endgültigen Fassung. – Schönes Exemplar mit dem meist verlorenen Schutzumschlag.

20,0 : 13,5 cm. 434, [6] Seiten. – Umschlag mit winzigen Fehlstellen am oberen Kapital. – Ränder, wie meist, papierbedingt gebräunt.

Dube 808 IV/3, 809–831. – Jentsch 143. – Lang, Expressionismus 174

905  Grafik E L Kirchner.

€ 900

Ausstellung von graphischen Arbeiten von E. L. Kirchner. Frankfurt am Main 1920. Mit drei Holzschnitten, davon einer auf dem Vorderumschlag, und 30 Abbildungen. Blaue Originalbroschur.

Ausstellungskatalog der Galerie Schames. – Mit dem schönen Titelholzschnitt auf blauem Papier und zwei frühen Abdrucken der Holzschnitte »K. Th. Bluth Hymnus« und »Der Garten der Irren«. Ersterer wurde später ohne das Monogramm und die Schrift in Band II von Schieflers Kirchner-Werkverzeichnis abgedruckt, der zweite findet sich 1924 auf Seite 12 von Kirchner/Heyms »Umbra vitae«. – Der Katalog enthält die Dichtung »Ernst Ludwig Kirchner« von Karl Theodor Bluth und einen Beitrag von Eduard Griesebach über das graphische Werk Kirchners.

28,2 : 22,5 cm. 45, [1] Seiten. – Beide Umschlagdeckel und nahezu alle Seiten lose. Vorderumschlag mit winzigen und 2 längeren hinterlegten Einrissen. – Ränder etwas angestaubt. Es fehlt das letzte, wohl leere Blatt.

Dube 737, 748 I und 768. – Rifkind Collection 1473.1–3

906  Ernst Ludwig Kirchner – Schweizer Arbeit.

€ 1500

Ausstellung von neuen Gemälden und Grafik von E. L. Kirchner 1916–1921. Frankfurt am Main 1922. Mit vier Holzschnitten, davon einer blattgroß und einer doppelblattgroß auf dem Umschlag, und elf Abbildungen im Text. Originalbroschur.

Ausstellungskatalog der Galerie Schames. – Der ziegelfarbene Umschlag mit dem doppelblattgroßen Titelholzschnitt, im Heft die Holzschnitte »Selbstbildnis mit Blume in der Hand«, »Kopf vor Landschaft mit Figuren« und »Wiese«. – Mit einem Text von L. de Marsalle über die Schweizer Arbeiten Kirchners. Gezeigt wurden 37 Gemälde sowie zahlreiche Zeichnungen, Holzschnitte Lithographien und Radierungen von Ernst Ludwig Kirchner. – Tadellos erhalten und extrem selten.

20,3 : 13,9 cm. [16] Seiten.

Dube 738 II, 428 II, 739 II und 757 B. – Rifkind Collection 1475.1–4

907  Ernst Ludwig Kirchner – W[ill] Grohmann. Kirchner-Zeichnungen.

€ 3000

100 Tafeln und zahlreiche Holzschnitte im Text. Dresden, Ernst Arnold 1925. Mit einem signierten Holzschnitt, einem zweifarbigen Titelholzschnitt sowie 15 Holzschnitten im Text sowie zwei Abbildungen und 100, teils farbigen Tafeln. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägten Titeln, Kopfgoldschnitt und dem Holzschnitt-Rückentitel in Gold.

Arnolds Graphische Bücher. Zweite Folge. Band 6. – Eins von 200 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit dem mit Rotstift signierten Holzschnitt »Weiblicher Akt vor einem Schrank« von 1916 (Gesamtauflage 2225). Diese Vorzugsexemplare wurden in Halbpergament gebunden, die Holzschnitte für Vorder- und Hinterdeckel der Normalausgabe (Dube 832 und 834) fanden deshalb hier keine Verwendung. Der Text und die Auswahl der Abbildungen entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Grohmann und Kirchner, der großen Wert darauf legte, nicht zusammen mit anderen Künstlern der »Brücke« publiziert zu werden und überhaupt Grohmann eindringlich seine Beratung anbot. – Ehemals Sammlung Robert Johannes Meyer, Hamburg.

27,5 : 21,6 cm. 37, [11] Seiten, 100 Tafeln, 1 Holzschnitt. – Pergament leicht angestaubt und der Rücken leicht nachgedunkelt. Oberkante des Hinterdeckels mit kleinem Fleck. – Oberränder, besonders bei den ersten und letzten Blättern mit leichten Feuchtigkeitsspuren, der Holzschnitt nicht betroffen.

Dube 287 II, 355, 833 und 835–849. – Jentsch 153. – Rifkind Collection 1481. – Schauer II,120

908  Ernst Ludwig Kirchner – Will Grohmann. Das Werk Ernst Ludwig Kirchners.

€ 600

München, Kurt Wolff 1926. Mit fünf Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner, gedruckt in Blau und Schwarz, vier blattgroß im Textband und einer lose als Titel des Tafelteils, 100 Tafeln und zahlreichen Abbildungen im Text. Originalbroschur und Tafeln, davon vier farbig, in rot-blauer Originalleinenkassette.

Eins von 800 Exemplaren (Gesamtauflage 850). – Titelholzschnitt in Blau und Schwarz, die vier Holzschnitt-Zwischentitel nur in Blau gedruckt. – Die buchtechnische Gestaltung und Ausstattung dieses seltenen Künstlerbuchs hatte Kirchner selbst übernommen. – Die zweite Kirchner gewidmete Veröffentlichung von Grohmann, dessen Künstlermonographien und Œuvrekataloge »Meilensteine in der Kunstpublizistik des 20. Jahrhunderts« darstellen (Ralph Jentsch).

28,5 : 27,0 cm (Kassette). 58, [2] Seiten, 1 Holzschnitt, 100 Tafeln. – Kassettenränder ausgeblichen, Rücken verschlissen, Stege restauriert und mit einigen Gebrauchsspuren. – Eine Tafel an der Unterkante geknickt, eine Ecke mit winzigen Einrissen.

Dube 852-53 und 855-57. – Göbel 662. – Jentsch 160. – Schauer II, 120

909  Walter Klemm – Wilhelm Klemm. Gloria!

€ 120

Kriegsgedichte aus dem Feld. Holzschnitte von Professor Walther Klemm. München, Albert Langen 1915. Mit 18 blattgroßen Holzschnitten. Originalpappband mit Deckelvignette und Kopfgoldschnitt (E. A. Enders, Leipzig). Mit Originalbuntpapierumschlag und im Schuber mit Titelschildern.

Erstausgabe der ersten selbständigen literarischen Veröffentlichung von Wilhelm Klemm, einige der hier versammelten Antikriegsgedichte waren zuvor in Pfemferts »Aktion« erschienen.

22,4 : 17,0 cm. 84, [4] Seiten. – Vorsätze mit Abklatsch des umschlagpapiers. Erste und letzte Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Raabe/Hannich-Bode 159.2. – Sennewald 15,2

910  Oskar Kokoschka – Albert Ehrenstein. Tubutsch.

€ 200

Mit 12 Zeichnungen von O. Kokoschka. Wien und Leipzig, Jahoda & Siegel [1911]. Mit zwölf blattgroßen Illustrationen. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe des literarischen Erstlings von Albert Ehrenstein (1886–1950), der in Wien mit Oskar Kokoschka Freundschaft schloss. – Unaufgeschnittenes, sehr schönes Exemplar.

21 : 15 cm. 64, [4] Seiten. – Kleiner Besitzvermerk auf dem vorderen fliegenden Vorsatz.

Raabe/Hannich-Bode 62.2. – Lang, Expressionismus 188

911  Alois Kolb – Wirtschaft und Idealismus.

€ 150

Herrn Dr. Alfred Giesecke, dem Mitinhaber der Verlagsbuchhandlung B. G. Teubner zum 60. Geburtstag gewidmet. Leipzig 1928. Mit radierter Titelvignette und einer signierten farbigen Radierung von Alois Kolb. Originalpergamentband mit vergoldetem Titel. In Halbleinenkassette mit vergoldetem Titel.

Wohl nur in kleiner Auflage erschienener Privatdruck. – Mit Beiträgen von damals namhaften Universitätsprofessoren, Theologen und Politikern zu im Verlagsprogramm vertretenen Themen. – Die Radierung von Alois Kolb, dem etablierten Buchillustrator, mit einem Porträt des Geehrten.

23,4 : 17,7 cm. [8], 155, [1] Seiten, 1 Radierung. – Kassette fleckig.

Sennewald 28

912  Käthe Kollwitz – Gerhart Hauptmann. Die Weber.

€ 600

Schauspiel aus den Vierziger Jahren. Frankfurt am Main, Erich Steinthal 1917. Mit vier Heliogravüren und zwei Kupfertiefdrucken nach Käthe Kollwitz. Brauner Maroquinband mit ornamentaler Blindprägung und Goldschnitt (signiert: A. Fritz).

Eins von 175 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 230). – Die Heliogravüren und Vignetten druckte O. Felsing nach den Radierungen und Lithographien des Zyklus »Ein Weberaufstand«, der zwischen 1893 und 1897 entstanden war. Als Schlussvignette wurde das verworfenen Schlussblatt »Aus vielen Wunden blutest du, o Volk« verwendet, für die Titelvignette diente die frühe Radierung »Mann mit niedrigem Hut« als Vorlage. – Innen sehr schön.

31,0 : 23,5 cm. [6], 127, [7] Seiten, 6 Tafeln. – Einband minimal fleckig, Hinterdeckel etwas verfärbt, ein Gelenk angeplatzt.

Vgl. Knesebeck 5 und 32–38

913  Alfred Kubin – Charles de Coster. Smetse, der Schmied.

€ 250

Eine flämische Legende. Mit Bildern von Alfred Kubin. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit Titelvignette, zweifarbiger Initiale und 24 Illustrationen, alles Holzschnitte nach Federzeichnungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (E. A. Enders, Leipzig). Mit Schutzpapierumschlag und Schuber.

Zehnter Phantasusdruck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders Einhornbütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 1430). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Federzeichnungen schnitt Albert Fallscheer faksimilegetreu in Holz. – Beilage: Briefkarte des Verlegers Siegfried Buchenau an den damaligen Besitzer, Robert Johannes Meyer (1882–1967), der 1931 Präsident des Landgerichts Hamburg war und bereits 1933 wegen seiner Weigerung, die jüdischen Richter aus dem Dienst zu entlassen, zwangspensioniert wurde. Buchenau übersandte das Buch als Geburtstagsgeschenk und betont: »Es gibt von Kubin nur dieses eine Buch, wo die Federzeichnungen des Künstlers in Holz […] nachgeschnitten wurden.« – Tadellos.

48,5 : 19,5 cm. 102, [2] Seiten.

Raabe 224. – Marks A 71. – Schauer II, 99

914  Markus Lüpertz – Friedrich Hölderlin. Das nächste Beste.

€ 1000

Amsterdam, Picaron 1990. Mit vier signierten Farbholzschnitten von Markus Lüpertz. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -holzschuber.

Eins von zehn Künstlerexemplaren (»artist’s proofs«) (Gesamtauflage 46), hier bezeichnet mit »p.p.« (printer’s proof), aus dem Besitz des Typographen und Druckers Rob Cox, Amsterdam. – Auf starkem Velin. – Die zweifarbigen Holzschnitte illustrieren den Titel und die drei Fassungen von Hölderlins Gedicht. – Tadellos erhalten und sehr selten. Nach Aussage des Vorbesitzers wurden nicht alle Exemplare der Ausgabe durchgehend signiert.

38,5 : 27,0 cm. [20] Seiten.

915  Markus Lüpertz. Ich Orpheus.

€ 600 ( R7 )

Karlsruhe, in-house music [1995]. Mit 21 farbigen Abbildungen. Farbig illustrierter Originalleinenband mit eingelassener CD. In Originalleinenkassette.

Exemplar einer nicht bezifferten kleinen Vorzugsausgabe mit der beigelegten aquarellierten und monogrammierten Radierung. – Von der allgemeinen Auflage mit der reproduzierten Radierung sollten zunächst 1000 Exemplare erscheinen, dies wurde auf 200 korrigiert. – Die CD enthält die Aufnahmen von 1995. Unter musikalischer Leitung und mit Kompositionen von Freddy Scholl und anderen. Markus Lüpertz und andere Künstler singen, lesen und spielen verschiedene Instrumente. – Selten.

30,0 : 30,0 cm. 89, [1] Seiten, 1 Radierung, 1 CD.

916  Frans Masereel – Carl Sternheim. Fairfax.

€ 500 ( R7 )

Geschmückt mit 10 Lithographien von Frans Masereel. Berlin, Düsseldorf und Frankfurt am Main, Galerie Flechtheim 1922. Mit zehn signierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit Deckelillustration.

XVII. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins von 140 Exemplaren auf rauhem altgetönten Bütten (Gesamtauflage 200 ). Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Carl Sternheims Erzählung »Fairfax« war bereits 1921 in einer unbebilderten Ausgabe bei Ernst Rowohlt in Berlin erschienen […] In der Zeitschrift »Der Querschnitt« äußerte sich Sternheim enthusiastisch über die Illustrationen Masereels: ›Über den Schwarzweißkünstler Masereel steht das europäische Urteil fest: ein Phänomen! … Ich preise mich glücklich, daß Masereel sich entschlossen hat, Fairfax zu illustrieren…Masereels himmlische Bilder zum Fairfax aber haben mir wieder bewiesen: manchmal ist Leben doch feine Sache!« (zitiert Jentsch).

31,3 : 24,6 cm. 35, [5] Seiten. 10 Lithographien. – Einband leicht fleckig, an den Rändern gebräunt.

Ritter C a 24. – Jentsch, Expressionismus 120. – Raabe/Hannich-Bode 291.37

917  Wassili Masjutin – A[lexander] S[ergejewitsch] Puschkin. Ruslan und Ludmilla.

€ 600

Ein phantastisches Märchen. Aus dem Russischen von Johannes von Guenther. Titelzeichnung und Illustrationen von Wassili Masjutin. München, Orchis 1922. Mit neun pochoirkolorierten Illustrationen und Buchschmuck. Halblederband mit farbigen Oleographiepapierbezügen (signiert: R. Meuter, Ascona).

Erster Band der Reihe »Poesie und Prosa seit Puschkin«. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Haderndruck. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Gedruckt und koloriert nach Holzschnitten des Künstlers. – Die Textseiten sind von breiten roten Bordüren umrahmt. – Wassili Nikolajewitsch Masjutin (1884–1955) studierte an der Schule für Malerei, Bildhauerei und Baukunst in Moskau, zeitweise gemeinsam mit Majakowski und Burljuk. Nach der Revolution emigrierte er über Riga 1922 nach Berlin.

34,0 : 24,8 cm. 67, [1] Seiten, 9 Tafeln. – Rücken etwas verblasst. – Ränder schwach gebräunt.

Oestmann 17 a

918  Georg Alexander Mathéy – Klingspor-Karten.

€ 300

Vaterländische Worte. – Deutsche Sprache. – Hölderlin. Anordnung von Georg Alexander Mathéy. München, J. F. Lehmanns 1916. Drei Folgen von je zehn Briefkarten auf Bütten bzw. Japan, mit Texten und Buchschmuck. Jeweils im illustrierten Originalumschlag.

Von den Klingspor-Karten erschienen in den Kriegsjahren mehr als 70 Serien. – Neben Mathéy übernahmen auch Rudolf Koch, Walter Tiemann und Otto Hupp die Gestaltung.– Dazu: Klingspor-Kalender für 1925, 1926, 1927, 1930, 1932 und 1939. Mit zahlreichen Illustrationen. Illustrierte Originalpappbände. Drei Dubletten. Sowohl in der Vielfalt der verwendeten Schriften von W. Tiemann und R. Koch als auch durch die verschiedenartigen Illustrationen und graphischen Gestaltungen reizvoll. – Neun Drucke für die im Feld stehenden Betriebsangehörigen: Originalbroschuren. Gedichte von Hölderlin, Mörike, Schiller, Morgenstern u. a. – Drei Übungsarbeiten im Hause Klingspor. Handgebundene Halblederbände. – Sieben Beigaben. – Die von den Brüdern Karl und Wilhelm Klingspor geleitete Firma in Offenbach zählte zu den bedeutendsten deutschen Schriftgießereien des 20. Jahrhunderts. Das Unternehmen gehörte 1907 zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Werkbundes.

919  Thomas Mann. Gesammelte Werke

€ 7500

[in Einzelausgaben]. Elf Bände. Berlin, S. Fischer 1922–1930. Blaue Originalkalblederbände mit rotem Rückenschild, Rücken-, Deckel und Kopfschnittvergoldung.

Erste Werkausgabe, die noch bis 1936 fortgesetzt wurde, allerdings erschienen nur elf Bände in der hier vollständig vorliegenden Luxusvariante. – Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Alle vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Gedruckt auf Hadern-Velin-Papier. – Die Bände wurden nur in Subskription auf das Gesamtwerk abgegeben. – I/II. Buddenbrooks. Verfall einer Familie. 1922. – III. Königliche Hoheit. Roman. 1922. – IV. Betrachtungen eines Unpolitischen. 1922. – V. Rede und Antwort. Gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze. 1922. VI/VII. Novellen. 1922. – VIII/IX. Der Zauberberg. Roman. 1924. – X. Bemühungen. Neue Folge der Gesammelten Abhandlungen und kleinen Aufsätze. 1925. – XI. Die Forderung des Tages. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1925–1929. 1930. – Die sehr empfindlichen dunkelblauen Kalblederbände der Vorzugsausgabe, die vollständig nur selten angeboten wird, hier farbfrisch und von nachstehend detailliert beschriebenen Mängeln gut erhalten.

19,0 : 12,5 cm. – Rücken teils minimal verfärbt, einige Ränder und Ecken minimal berieben. Einige Gelenke minimal brüchig und unauffällig nachgefärbt, bei einem berieben, bei einem angeplatzt und mit leicht fleckigem Deckel. – Einige mit Exlibris. Unterschiedliche Exemplarnummern.

Potempa A 1 IV

920  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 750

Verfall einer Familie. 100. Auflage. Berlin, S. Fischer [1919]. Zwei Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 200 zum Verkauf bestimmten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten (Gesamtauflage 210). – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Die Einbände und die schönen Doppeltitel der Jubiläumsausgabe entwarf Emil Preetorius.

20,2 : 13,5 cm. 499, [1]; 477, [3] Seiten. – Rücken stärker berieben. Deckel leicht fleckig.

Potempa D 1.5

921  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 300

Berlin, S. Fischer 1951. Hellbraune Originalkalblederbände mit schwarz-rotem Rückenschild und vergoldeten Titeln, teils Kopfschnittvergoldung.

Das 1171. – 1180. Tausend erschien als Jubiläumsausgabe zum 50. Jahr des Erscheinens. – Aus der Stockholmer Gesamtausgabe in einer bibliographisch nicht nachweisbaren Einbandvariante, identisch gestaltet erschien 1955 eine Vorzugsausgabe von »Felix Krull«. Das Vorhaben einer vollständigen Vorzugsedition der Werkausgabe wurde offenbar nie realisiert, eine zwölfbändige Auswahl in identischen Ledereinbänden stiftete der S. Fischer Verlag dem Thomas-Mann-Archiv, eine zehnbändige Zusammenstellung versteigerten wir in unserer Herbstauktion 2018 (Auktion 18, Lot 762).

18,4 : 12,2 cm. 787, [1] Seiten. – Rücken schwach aufgehellt.

Vgl. Potempa A 4

922  Thomas Mann. Tristan.

€ 1500

Sechs Novellen. Berlin, S. Fischer 1903. Hellbrauner Originalkalikoband mit schwarz geprägten Jugendstilornamenten, goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und Kopfgoldschnitt. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vortitelblatt: »seinem lieben Carl Ehrenberg. Siehe auch Seite 19«. – Enthält neben dem Erstdruck der Titelnovelle die Novellen »Der Weg zum Friedhof«, »Der Kleiderschrank«, »Luischen«, »Gladius Dei« und »Tonio Kröger«. Jeder der sechs Novellen stellte Thomas Mann eine gedruckte Widmung voran, u. a. für Arthur Holitscher, Richard Schaukal, Carl Ehrenberg, Kurt Martens und seine Schwester Carla. – Über die Idee zum hier erstmals abgedruckten »Tristan« berichtet Thomas seinem Bruder Heinrich schon 1901. – Einbandentwurf von A. Schäffer. – Die Brüder Paul (Maler, 1876-1949) und Carl Ehrenberg (Komponist und Dirgent, 1878-1962) zählten zu den engsten Freunde des Junggesellen Thomas Manns. In der Figur des Geigers Rudi Schwerdtfeger, der in »Doktor Faustus« (1947) eine entscheidende Rolle spielt, setzte Thomas Mann den beiden und ihrer Freundschaft ein literarisches Denkmal. Mit Carl wurde im Haus der Senatorswitwe Julia Mann gelegentlich musiziert: »…der Abend begann meist mit Musik, dann lasen wir, das heißt, Tommy las aus Tolstoi, Knut Hamsun oder aus eigenen Werken vor.« (Dagmar von Gersdorff, Julia Mann: Eine Biographie). – Carl Ehrenberg selbst erinnert sich:, »So wurde oft bis tief in die Nacht hinein musiziert, dazwischen las uns wohl ›Thomy‹ aus einem neuen im Entstehen begriffenen Werke und meist mußte ich zum Abschluß auf seinen Wunsch noch irgend etwas von R. Wagner spielen, für dessen Musik er besonders empfänglich war. (Zur Erinnerung hieran widmete er mir später seine Novelle ›Tristan‹)«.

18,8 : 13,0 cm. [8], 264, [8] Seiten. – Einband fleckig, Kanten etwas berieben. – Äußerer Rand im hinteren Drittel mit Feuchtigkeitsfleck.

Potempa B 2. – Zum Einbandkünstler vgl. Roland Stark in »Einbandforschung« (Berlin Heft 42/2018)

923  Thomas Mann – Königliche Hoheit.

€ 450

Verlagsprospekt. Berlin, S. Fischer Herbst 1909. Zwei klammergeheftete Doppelblätter.

Der erste Gesamtprospekt für alle vier bis dahin erschienenen Werke Thomas Manns, gestaltet von ihm selbst und mit der vereinfachten Umschlaggraphik von Karl Walser. – »Auf den nächsten Roman nach den ›Buddenbrooks‹ durfte man gewiß sehr gespannt sein. […] So wie wir das Patrizierhaus der Buddenbrooks kennen lernten, so lernen wir auch das Schloß der Königlichen Hoheit kennen, bis in die letzten dunklen und unheimlichen Gänge hin, bis in die Heimlichkeiten der Diener und die Resignation der Herren. Wir haben in unserer Literatur nichts Ähnliches von Exaktheit in der Schilderung solcher Verhältnisse, und nicht oft wird es Kunst geben, die ebendiese Exaktheit zum Instrument der Ironie zu machen weiß« (Anzeigentext).

17,2 : 11,7 cm. [8] Seiten. – Vorder- und Rückseite mit Buchhandlungsstempel.

Marbach Katalog S. Fischer. Von der Gründung bis zur Rückkehr aus dem Exil, S. 137f

924  Thomas Mann. Zwei Novellen.

€ 600

Nicht im Buchhandel. Liebesgabe für deutsche Kriegsgefangene. Bern, Verlag der Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene [1918]. Klammergehefteter Originalhalbleinenband.

Bücherei für deutsche Kriegsgefangene Band 20. – Herausgegeben von Hermann Hesse und Richard Woltereck. – Eins von 2500 Exemplaren. – Enthält die beiden Novellen »Das Eisenbahnunglück« und »Tonio Kröger«. – Gedruckt in der Deutschen Internierten-Druckerei Bern. – 1912 ging Hermann Hesse nach Bern, bei Kriegsausbruch wurde er bei für kriegsuntauglich befunden und der Deutschen Gesandtschaft zugeteilt, wo er im Dienst der Deutschen Kriegsgefangenen-Fürsorge Kriegsgefangene in Frankreich, England, Russland und Italien mit Lektüre versorgte, Gefangenenzeitschriften herausgab und redigierte sowie einen eigenen Verlag für Kriegsgefangene aufbaute. – Sehr selten.

17,8 : 12,2 cm. 88 Seiten. – Äußere und innere Ränder etwas gebräunt. Vorderes Innengelenk brüchig.

Potempa B 15

925  Thomas Mann. Herr und Hund. Gesang vom Kindchen.

€ 300

Zwei Idyllen. Berlin, S. Fischer 1919. Originalpappband mit Einbandillustration von Emil Preetorius.

Erste Buchausgabe von »Gesang vom Kindchen«, »Herr und Hund« war kurz zuvor als Einzelausgabe erschienen. – Mit eigenhändiger Widmung von Katia Mann »Für Reinhold Wimmers nach einer gemütlichen Teestunde. Mit allen guten Wünschen, Kilchberg, Oktober 1970«. – Nach dem Tod Thomas Manns lebte Katia noch bis 1980 im Kilchberger Haus.

18,0 : 12,0 cm. 190, [2] Seiten. – Einband gebräunt.

Potempa B 5 (und E 28.2)

926  Thomas Mann. Tristan.

€ 900

Radierungen von Edwin Scharff. München, Drei Masken 1922. Mit zwölf Radierungen im Text. Originalpergamentband mit Deckelillustration, Rückenschild und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Obelisk-Druck. – Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Römisch nummeriertes Exemplar, wie die Vorzugsausgabe in Halbpergament, hier jedoch die Radierungen nicht monogrammiert (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Zanders-Bütten. – Die Novelle zählt zu den Frühwerken Thomas Manns und erschien erstmals 1903. – Die Radierungen entstanden in der wohl produktivsten Schaffensphase Scharffs, kurz vor seinem Weggang aus München an die Berliner Hochschule für Bildende Künste. – Sehr schönes Exemplar.

26,0 : 17,5 cm. 69, [3] Seiten.

Potempa E 13.3. – Rodenberg 448, 5. – Sennewald 22,3. – Lang, Expressionismus 298

927  Thomas Mann. Okkulte Erlebnisse.

€ 2500

Berlin, Alf Häger [1924]. Mit einer signierten Radierung von Karl Dannemann. Blauer Originalecrasélederband mit vergoldeten Fileten, Rücken- und Schnittvergoldung und grün-goldenen Vorsatzpapieren (Holzhey & Sohn, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Porträt-Radierung Thomas Manns und in Ganzleder (Gesamtauflage 300). – Thomas Mann signierte wie üblich den Druckvermerk, ließ es sich aber auch nicht nehmen, seinen Namenszug auch noch auf die Radierung Dannemanns zu setzen. – Titel in Blau und Schwarz. – Breitrandiger Pressendruck von Poeschel & Trepte in Leipzig auf Zanders-Hadernpapier. – Der Einbandentwurf stammt von Hermann Holzhey. – Karl Dannemann (1896–1945), Schauspieler und Maler, war als Student Meisterschüler von Max Slevogt.

24,4 : 16,0 cm. 64, [4] Seiten, 1 Radierung. – Rücken und Ränder etwas verfärbt. Vorderes Gelenk am Oberrand fachmännisch restauriert. – Vorderer Vorsatz mit Verfärbung an einer Ecke.

Potempa G 186

928  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 400

Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1924. Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«, hier in der seltenen Halbledervariante. – 1912 verbrachte Katja Mann mehrere Monate in einem Davoser Lungensanatorium. Die dortigen Eindrücke bewogen den Autor mit »Der Tod in Venedig« (1912) zunächst zu einer »Art humoristischem Gegenstück«. »Der Zauberberg«, der dritte große Roman Thomas Manns entstand dann in den Jahren von 1913 bis 1924. Der Erste Weltkrieg zwang Thomas Mann zur Schreibpause, erst 1919 setzte er seine Arbeit fort. Der Roman weitete sich zum Zeitroman aus, zur Kritik an spätbürgerlichen Lebens- und Denkformen der Vorkriegszeit, deren Repräsentanten auf dem »Zauberberg« versammelt sind.

18,8 : 12,8 cm. 578, [2]; 629, [3] Seiten. – Gelenke minimal berieben.

Potempa D 3.1

929  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 3000

100. Auflage. Berlin, S. Fischer 1928. Mit einem Thomas Mann-Porträt nach einer Zeichnung von Olaf Gulbransson. Originalmaroquinbände mit vergoldetem Deckelsignet, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren innerhalb der Jubiläumsausgabe (Gesamtauflage 1000). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Mit einem Geleitwort von Hans Reisiger. – Einbandentwurf von E. R. Weiß.

18,7 : 12,4 cm. 578 Seiten, 1 Tafel; 629, [3] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Potempa D 3.3

930  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 1200

100. Auflage. Berlin, S. Fischer 1928. Mit einem Thomas Mann-Porträt nach einer Zeichnung von Olaf Gulbransson. Originalhalbpergamentbände mit vergoldetem Deckelsignet, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 900 nummerierten Exemplaren der im Druckvermerk von Thomas Mann signierten Jubiläumsausgabe. – Mit einem Geleitwort von Hans Reisiger. – Einbandentwurf von E. R. Weiß.

18,7 : 12,4 cm. XXXVII, [1], 578, [2] Seiten, 1 Tafel; 629, [3] Seiten. – Rücken von Band I am Unterrand mit Braunfleck.

Potempa D 3.3

931  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 450

100. Auflage. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1928. Originalleinenbände mit vergoldetem Deckelsignet, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

In Leinen gebunden wie die »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«, Potempa ist diese Variante nicht bekannt. Vermutlich wurden aber nicht 900 Exemplare der Jubiläumsausgabe in Halbpergament gebunden und signiert, sondern nur ein kleinerer Teil und die restlichen wie vorliegend.

18,7 : 12,4 cm. XXXVII, [1], 578, [2]; 629, [3] Seiten. – Rücken und Ränder etwas gebräunt.

Vgl. Potempa D 3.1

932  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 450

Roman. I [und] II. Verbilligter Sonderdruck für deutsche Kriegsgefangene. Stockholm, Bermann-Fischer 1945. Gelbe Originalbroschuren.

Erschienen in der Bücherreihe »Neue Welt« als Bände 14 und 15. – Mit dem Zensur-Stempel des Kriegsgefangenenlagers Fort Jackson (South Carolina) auf dem Titel des ersten und Camp Blanding (Florida) des zweiten Bands. – Das Vorwort »Einführung in den Zauberberg für Studenten der Universität Princeton« stammt von Thomas Mann selbst. – Nun wurden auch Thomas Manns Romane wieder für Leser aus Deutschland gedruckt, auch wenn es für die hier gemeinte Zielgruppe meist noch dauern sollte, bis der heimische Lesesessel wieder verfügbar war. – Die gelben Umschläge gestaltete Brigitte Bermann-Fischer, Ehefrau des damaligen und Tochter des ersten Thomas Mann-Verlegers. – Trotz sicher hoher Auflage durch Art der Verwendung und Zeitläufe selten geworden.

16,3 : 10,8 cm. Seiten [V]–XXVI, 521, [1]; [4], 572 Seiten. – Buchblöcke verzogen, ein Vorderumschlag geknittert. – Teils gebräunt.

Potempa D 3.12

933  Thomas Mann. Unordnung und frühes Leid.

€ 1000

Novelle. Berlin, S. Fischer 1926. Mit Titelradierung von Karl Walser. Flexibler Originalkalblederband mit Deckelvignette, farbig illustrierten Vorsätzen und Originalschuber.

Erste Buchausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, vom Verfasser signiert, mit der radierten Titelvignette, auf getöntem Bütten und in Kalbleder gebunden. Der im Druckvermerk angekündigte Pergamentband ließ sich aus technischen Gründen nicht ausführen, worüber ein beigelegter Anmerkungszettel informiert. – Außer der hübschen Titelvignette schuf Walser auch die Illustrationen auf Vorderdeckel, Vorsätzen und Schuber. – »Bezaubernd ausgestattet […] wohl das graziöseste Büchlein, das Fischer je herausgebracht hat« (Peter de Mendelssohn, zitiert nach Badorrek-Hoguth).

16,5 : 12,5 cm. 126, [6] Seiten. – Bezugspapier an einem Gelenk etwas angeplatzt.

Potempa E 29.2. – Badorrek-Hoguth B 60.1. – Pfäfflin 140

934  Thomas Mann. Joseph in Ägypten.

€ 1200

Der dritte Roman. Wien, Bermann-Fischer 1936. Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Erste Auflage. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vorsatzblatt, »Lavinia Mazzucchetti freundschaftlich zugeeignet Küsnacht – Zürich 27. XII. 36. ›Versinke denn! Ich könnt’ auch sagen: steige! ’s ist einerlei.‹ (Faust)«. – Mit der italienischen Germanistin Lavinia Mazzucchetti (1889–1965) verband Thomas Mann eine konstante geistige Freundschaft, Bindeglied war ihrer beider Verehrung für Goethe. Mazzucchettis Goethe-Biographie diente auch als Vorlage für »Lotte in Weimar«. »Mit Mazzucchetti bahnt sich der Leitfaden an, der die Verbindung zu gleichgesinnten italienischen Intellektuellen gekennzeichnet hat, und zwar als eine Achse der Kultur, die sich dem sogenannten Kulturabkommen entgegengestellt hat, das im November 1938 von Hitler und Mussolini abgeschlossen wurde und im ›Doktor Faustus‹ als ›Herrschaft des Abschaums‹ definiert wird. […] Nachdem sie [Mazzucchetti] erfahren hatte, Thomas Mann sei nach seiner Ausbürgerung im Dezember 1936 ›kein Deutscher nach den Papieren mehr‹, drückte sie ihm seine Bedeutung für die italienischen Intellektuellen mit folgenden Worten aus: ›Haben Sie Dank auch dafür, dass wir an Ihnen weiter ›unser Deutschland‹ lieben dürfen.« (Düsseldorfer Beiträge zur Thomas Mann-Forschung: Bd. 2, S 110). – Tagebuchnotiz vom 27.12.1936: »J. i. Ä. an die Mazzucchetti und an Dr. Osborne.«.

19,0 : 12,0 cm. 752, [4] Seiten. – Einband leicht fleckig und an den Rändern etwas gebräunt.

Potempa D 6.1

935  Thomas Mann. Achtung, Europa!

€ 600

Aufsätze zur Zeit. New York und Toronto, Longmans, Green & Co. 1938. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe, nach Potempa ist die häufig als solche angebotene Stockholmer Ausgabe der zweite Druck. – »Dieser Band enthält die wichtigen Aufsätze und Vorträge Thomas Manns seit dem Jahre 1930. Sie sind ein Bekenntnis zur Humanität, ein Protest gegen die Verfolgung und Entrechtung der Menschen und ein Ausblick auf den Sieg der Gerechtigkeit.« – Sehr selten, mit dem Schutzumschlag kaum auffindbar.

18,9 : 12,4 cm. 191, [1] Seiten. – Schutzumschlag am Oberrand mit kleinem Einriss und leicht geknickt, Rückseite mit Lichtrand. – Vorsatzblätter gebräunt.

Potempa B 69.1

936  Thomas Mann – Read at a luncheon.

€ 150

Given by Fannie Hurst, Anne O’Hare McCormack and H. L. Mencken to Blanche W. Knopf on December 8, 1940. [New York], Knopf 1941. Originalbroschur.

Eins von 500 Exemplaren. – Die kleine Festschrift zum Verlagsjubiläum und zu Ehren von Blanche Knopf, die 1915 zusammen mit ihrem Mann Alfred einen der erfolgreichsten US-amerikanischen Verlage gegründet hatte, enthält den Erstdruck des Beitrags von Thomas Mann und ein Gedicht von Robert Nathan. – Gedruckt auf Worthy-Bütten bei der Plimpton Press, die Buchgestaltung übernahm W. A. Dwiggins. – Beilage: Brief eines Knopf-Mitarbeiters auf dem Briefpapier des Verlages (» maybe you’d like this new Dwiggins thing?«). – Tadellos und selten.

20,3 : 13,8 cm. [20] Seiten.

Potempa 754.1

937  Thomas Mann. Joseph, der Ernährer.

€ 1500

Roman. Stockholm, Bermann-Fischer 1943. Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe des vierten Joseph-Romans, eins von nur wenigen Exemplaren mit dem amerikanischen Druckvermerk. – Mit eigenhändiger Widmung von Thomas Mann auf dem Vorsatzblatt: »Alfred Neumann und seiner Kitty von ihrem Freunde | Pacif. Palisades 26. Aug. 44«. Drei Seiten mit kleinen Korrekturen von Thomans Mann, wie die Widmung in blauer Tinte, eine Seite mit Bleistift Anmerkung (von Neumann?). – Der Schriftsteller und Übersetzer Alfred Neumann (1895–1952) erhielt 1926 für seinen Roman »Der Teufel« den renommierten Kleist-Preis. 1933 weigerte er sich, die Formulare der Reichsschrifttumskammer auszufüllen, und verließ Deutschland in Richtung Italien, sein Besitz wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Der Schriftsteller jüdische Herkunft konnte, anders als etliche andere Emigranten, auf seinen internationalen Reputationen und verlegerischen Kontakten aufbauen. 1938 musste er Italien verlassen, in Frankreich wurde er als »unerwünschte Person« im berüchtigten Lager »Le Vernet« interniert. Durch Vermittlung amerikanischer Hilfsorganisationen erhielt er ein Visum für die USA, 1941 erreichte er New York und arbeitete in den Folgejahren als Drehbuchautor in Hollywood. Thomas Mann kannte er noch aus Münchner Zeiten, im Exil pflegten sie engen Kontakt. »Wie anormal die Situation für die aus dem deutschen Bildungsbürgertum stammenden und äußerlich gutgestellten Emigranten dennoch war, verrät ein Brief Thomas Manns aus Pacific Palisades: ›Wir leben zwischen unseren Palmen und lemon trees so den längst gewohnten Wartesaal-Tag, in geselligem Reihum mit Franks, Werfels, Dieterle, Neumanns, immer dieselben Gesichter‹.« (kulturportal-west-ost.eu). – Schönes Exemplar.

20,2 : 13,5 cm. 642 Seiten. – Korrekturen auf S. 509, 565 und 639.

Potempa D 8.2

938  Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

€ 1000

Der Memoiren erster Teil. Berlin und Frankfurt a. M., S. Fischer 1954. Originalkalblederband mit goldgeprägter Signatur auf dem Vorderdeckel, Rückenvergoldung und zwei Rückenschildern. In gefüttertem Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe der endgültigen Fassung, erschienen innerhalb der Stockholmer Gesamtausgabe. – Eins von 500 signierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, die anlässlich des 80. Geburtstages Thomas Manns erschien. Dieser notierte am 21.II.1955 in sein Tagebuch: »Ruhigeres Wetter. 1/2 8 auf. Viel Post. Ganzleder-Ausgabe des Krull in 450 Exemplaren zu signieren!«. – Die erste Anregung zu seinem Buch erhielt er bereits 1905 durch die Erinnerungen des rumänischen Hochstaplers und Betrügers Manolescu.

19,0 : 11,5 cm. 441, [3] Seiten.

Potempa D 12.3.2

939  Konrad Balder Schäuffelen. Thomas Mann. Gladius dei.

€ 1500

Novelle. 1975. Ca. 250 gerollte Blätter (»Textlose«) in bedruckter Originalholzbox.

Erste und einzige Einzelausgabe. – Schäuffelens Lotterie Romane 2. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem Titelschild im Kassettendeckel vom Künstler Konrad Balder Schäuffelen monogrammiert. – Die Erzählung war 1902 in der Wiener Wochenschrift »Die Zeit« erschienen, ein Jahr später dann in »Tristan«. Das originelle Buchobjekt erschien anlässlich des 100. Geburtstags von Thomas Mann. – Sehr selten.

15,0 : 11,0 : 5,5 cm.

Nicht bei Potempa, vgl. E 14 1–7

940  Thomas Mann. Beim Propheten.

€ 450

Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer und einem Nachwort von Klaus Gerth. Hannover, Erich W. Hartmann 1982. Mit Abbildungen nach Zeichnungen. Originalbroschur mit illustriertem Umschlag.

Erste Einzelausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der vom Künstler signierten Vorzugsausgabe. – Erschienen anlässlich des 25jährigen Bestehens der Buchhandlung Erich W. Hartmann, Hannover. – Die Novelle, 1904 geschrieben, wurde erstmals in »Neue Freie Presse« vom 22. Mai 1904 abgedruckt, 1914 erschien sie dann in »Das Wunderkind«. – In der Vorzugsausgabe sehr selten.

21,2 : 18,3 cm. 41, [3] Seiten.

Potempa E 19.2. – Rysavy 156

941  Thomas Mann – Christian Mischke. Unordnung und frühes Leid.

€ 750

13 Radierungen zur Erzählung von Thomas Mann. 2007/2008. 26 : 23 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Schöne Folge des Münchner Graphikers, der die Erzählung von Thomas Mann in traumartige Bildsequenzen umsetzte. Die Platten wurden von Bild zu Bild erweitert oder reduziert. – Die Originalradierungen zur Buchausgabe, die 2008 als zehnter Leipziger Liebhaberdruck erschien. Der 300er Auflage des Buches lag eine Originalradierung bei (hier als 18. Probedruck), die übrigen wurden im Buch nur reproduziert. – Vorhanden hier laut rückseitiger Bezeichnung die Blätter 1–5 und 8–12 sowie »Epilog« und ein »Extradruck für den Verleger«, nach Vergleich mit der Buchausgabe fehlt das Doppelblatt 6/7. – Nach der Nummerierung war eine kleine Suitenauflage geplant, drei Blätter noch als Probedruck bezeichnet. – Dazu: 12 Dubletten (ohne Einleitungsblatt und Blatt 1, dafür drei Abzüge von »Epilog«. – In betiteltem und dem Verleger gewidmetem Umschlagblatt.

942  Thomas Mann – Laudationes et salutationes Klaus W. Jonas’.

€ 450

München 2000. Mit 13 montierten Abbildungen und einigen Faksimiles. Roter Originalkalikoeinband mit goldgeprägtem Deckeltitel.

Originalexemplar der Festschrift, die Joachim Waterstradt zum 80. Geburtstag des Thomas Mann-Forschers, -Sammlers und -Bibliographen Klaus W. Jonas angefertigt hatte. Sie vereint Widmungen und Briefe Thomas Manns an Jonas. – Auf Büttenpapier. – Nach einer Anmerkung im Innendeckel handelt es sich hier um eins von zwei Exemplaren der originalen Festschrift. – Mit Widmung des Jubilars für den Herausgeber, der offensichtlich ein Exemplar zurückgeschenkt bekam. Klaus W. Jonas ließ im Jahre 2000 einige wenige Faksimiles anfertigen, die er an Bibliotheken und Sammlerfreunde verschenkte. – Dazu: Klaus W. Jonas. Der Kronprinz Wilhelm. Frankfurt 1962. Privates Faksimile der Originalausgabe, mit Widmung des Verfassers: »So viel Ehre hat noch niemand diesem Buch und seinem Verfasser angetan: Ich bin sehr gerührt und dankbar.« – 30 Briefe von Klaus W. Jonas, seiner Ehefrau Ilsedore B. Jonas und der Familie seines Bruders an den Herausgeber der Festschrift.

30,5 : 21,5 cm.

943  Die Rappen.

€ 1800

Jahrbuch 1937. Wien, Bermann-Fischer 1937. Illustrierter Originalpergamentband.

Erster und einziger Almanach des Verlags. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ganzpergamenteinband (Gesamtauflage 3000). – Buchschmuck von Fritz Neugebauer. – Enthalten sind Beiträge, Vorabdrucke und Nachdrucke von Thomas Mann, Alfred Döblin, Hugo von Hofmannsthal, Harry Graf Kessler, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Carl Zuckmayer, Paul Valery, Bernhard Shaw, Annette Kolb u.v.a. – »Ein Jahr nach seiner Gründung legt der Bermann-Fischer Verlag seinen ersten Almanach vor, mit dem er durch Mannigfaltigkeit und Eigenart des Gebotenen dem Leser Freude zu bereiten hofft, darüber hinaus aber die Absicht verfolgt, ein Gesamtbild der dichterischen Kräfte zu geben, die er vertritt und die Gesamtheit des Publikums, an das er sich wendet, fester um das Wirken dieser Kräfte zusammenzuschließen. Jedermann weiß von den außerordentlichen Schwierigkeiten, die in der heutigen hochpolitisierten Welt der Führung eines Verlagsunternehmens entgegenstehen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Sache der Kunst, der Sache des Geistes zu dienen« (Vorwort).

19,5 : 13,0 cm. 133, [3] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen. Deckel und Ränder schwach angestaubt.

Katalog Marbach S. Fischer S. 484f

944  Christoph Meckel – Christa Reinig. Die Ballade vom blutigen Bomme.

€ 180 ( R7 )

Original-Linol- und Holzschnitte von Christoph Meckel. Düsseldorf 1972. Mit acht doppelblattgroßen signierten Originalgraphiken. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Eins von 180 Exemplaren. – Das originell gestaltete Künstlerbuch ist sicher eines der schönsten der Düsseldorfer Jahre der Eremiten-Presse. Die großen Linol- und Holzschnitte, jeder von Meckel signiert, wurden auf starkes Velin von Fabriano gedruckt, asymmetrisch gefalzt und auf der Außenseite mit den Textpassagen bedruckt. – Beilage: Zwei Briefe des Verlages, einer eigenhändig von Friedolin Reske.

33,5 : 24,5 cm. [8] Seiten, 8 gefaltete Graphiken.

Spindler 90.19. – Reske 299

945  Robert Motherwell. L’humanisme de l’abstraction.

€ 300

Traduction de Joël Dupont. Caen, Le Échoppe 1991. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – Eins von 50 von Motherwell signierten Vorzugsexemplaren auf Velin (Gesamtauflage 1000). – Der von Motherwell selbst sehr hoch geschätzte Essay »On the Humanism of Abstraction« gilt als eine der verständlichsten und überzeugendsten Aussagen über die Abstraktion in der Malerei. Diese offenbar einzige Übersetzung des Textes erschien kurz vor Motherwells Tod (1915–1991). – Tadellos erhalten.

15,2 : 11,2 cm. [32] Seiten. – Unaufgeschnitten.

946  Hans Alexander Müller – Johann Hermann Detmold. Die schwierige Aufgabe.

€ 150

Radierungen von Hans Alexander Müller. Leipzig 1919. Mit radierter Titelvignette und fünf Radierungen. Blauer Originalpappband mit Vergoldung (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Eins von 99 Exemplaren für die Mitglieder des Leipziger Bibliophilen-Abends, hier Nr. 56 für M. Plaut. – Zentrales Motiv der Müllerschen Radierungen ist eine Venusstatue, die von drei Herren »begutachtet« wird. – Im Originalschutzumschlag und -schuber, tadellos schön.

17,4 : 10,7 cm. [10], 77, [5] Seiten, 5 Radierungen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 66. – Eichhorn/Salter 1.10

947  Max Linde. Edvard Munch.

€ 500

Neue Ausgabe. Berlin, Friedrich Gottheiner 1905. Mit einem dreifarbigen Klischeedruck sowie zwölf Abbildungen, teils auf Tafeln. Originalbroschur mit montiertem Deckelbild.

Frühe Ausgabe einer der ersten Monographien über Edvard Munch (1863–1944). – Das Heft enthält u. a. einen dreifarbigen Klischeedruck auf Bütten nach dem Farbholzschnitt »Begegnung im Weltall«, der zeitgleich entstandene Farbholzschnitt »Das Herz« ist auf der ersten Tafel reprouziert. – Der Lübecker Kunstsammler und Mäzen Max Linde hatte engen Kontakt zu dem norwegischen Künstler, der ab 1902 oft Gast in der »Lindeschen Villa« war und dort für längere Zeit lebte und arbeitete. Eines der Hauptwerke Munchs ist das Gemälde »Die Söhne des Dr. Linde«.

27,5 : 22,0 cm. 14, [2] Seiten, 6 Tafeln. – Umschlagränder gebräunt.

Vgl. Schiefler 134/135

948  Robert Musil. Vereinigungen.

€ 300

Zwei Erzählungen. München und Leipzig, Georg Müller 1911. Originalkleisterpapierpappband mit Titelschildern.

Erste Ausgabe. – Die beiden Erzählungen können als »Vorstufe« zum Roman »Der Mann ohne Eigenschaften« betrachtet werden. »Rückblickend sah der Autor selbst in ihnen das ›Glied einer Entwicklung‹ […] Seinem Vorsatz zum Trotz, diese Geschichte in acht bis zehn Tagen zu schreiben, investiert er in dieses Vorhaben ›ein 2 1/2jähriges verzweifeltes Arbeiten, während dessen ich mir zu nichts anderem Zeit gönnte.‹« (KNLL XII, 116.) – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung des Publizisten Willy Haas für seiner Ehefrau Jarmila, datiert 1921. – Tadellos schönes Exemplar.

17,8 : 11,8 cm. [4], 174, [2] Seiten.

949  Robert Musil. Der Mann ohne Eigenschaften.

€ 450

Roman. Band I und II (von drei). Berlin, Ernst Rowohlt 1930 und 1932. Originalleinenbände mit -schutzumschlägen.

Erste Ausgaben. – Die Entstehungsgeschichte dieses Haupt- und Lebenswerkes reicht bis in die Zeit um die Jahrhundertwende zurück. – Einer der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts. Der zweite Band wurde sofort nach Erscheinen verboten, den dritten – hier fehlenden – gab die Witwe Musils aus dem Nachlass heraus. – Einbandentwürfe von E. R. Weiß. – Die Leinenbände ungewöhnlich frisch, die Schutzumschläge ohne Randeinrisse.

19,5 : 12,5 cm. 1074, [2]; 605, [3] Seiten. – Rücken des Umschlags gebräunt (I) und mit größerem Feuchtigkeitsfleck (II).

Roth 257. – Deutsches Exilarchiv 4218. – Sternfeld/Tiedemann 362

950  Wladimir Nabokoff Sirin. Sie kommt – kommt sie?

€ 800

Roman. Übersetzt von J[akob] M[argot] Schubert und G[regor] Jarcho. Berlin, Ullstein 1928. Gelbe, illustrierte Originalbroschur.

Erste deutsche Ausgabe des ersten Romans von Vladimir Nabokov. – Die gelben Ullstein Bücher, Band 46. – Sein frühes Meisterwerk »Maschenka« (Originaltitel), das bereits viele Motive des Spätwerks enthält, spielt wie die meisten Romane der frühen Schaffensperiode in der russischen Emigrantenszene im Berlin der 1920er Jahre. – Am 21. III. 1928 unterzeichnete Nabokov den Vertrag mit dem Ullstein Verlag, Berlin, der diesem die Rechte für eine Buchpublikation und für eine Serie in der »Vossischen Zeitung« sicherte. Gerade die zugleich populäre wie banale und preiswerte Erscheinungsweise innerhalb der »Gelben Ullstein Bücher« und der damit einhergehende Verschleiß vieler Exemplare macht diese deutsche Erstausgabe heute fast unauffindbar. Wir konnten kein Exemplar in der Berg Collection, New York, der vollständigsten Sammlung in den USA, keines auf den beiden maßgeblichen Ausstellungen in der New York Public Library und bei Glenn Horowitz, New York, von 1999 und keines in der British Library nachweisen. – Die russischsprachige Erstausgabe erschien 1926 beim Verlag Sovo, Berlin.

253 Seiten, 1 Blatt (Anzeigen). – Band etwas fleckig und berieben, Ecken geknickt, untere vorn mit winzigem Ausriss. – Ränder der ersten und letzten Blätter teils etwas fleckig, die Heftung wurde möglicherweise später erneuert.

Friesel, V. Nabokov. Verzeichnis der ins Deutsche übertragenen Werke, 74. – Zimmer 11

951  Pablo Neruda. Las piedras de Chile.

€ 750 ( R7 )

Poesias. Antonio Quintana. Fotografias. Buenos Aires, Losada 1960. Mit zahlreichen, teils blattgroßen und zweifarbig getönten Abbildungen nach Fotografien. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Vortitelblatt mit eigenhändiger Widmung des chilenischen Dichters und kommunistischen Politikers. – Mit eingeklebter eigenhändiger Notiz.

24,5 : 19,8 cm. 132, [2] Seiten. – Deckelränder angestaubt, der Schutzumschlag mit winzigen Einrissen.

952  Olaf Nicolai. Zeichenbuch.

€ 700

[Leipzig] 1989. Mit zwölf Farbserigraphien, davon drei doppelblattbreit und eingefaltet, und drei Transparentblätter mit serigraphiertem Titel und Text. Originalhalbleinenband mit Deckelvignette. – Mit beigelegter Zeichnung.

Eins von 50 Exemplaren (Gesamtauflage 65). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Beigelegt eine Originalarbeit des Künstlers: Flucht und Vorhang. Tempera und schwarze Fettkreide. 1990. 18,8 : 20,5 cm. Rückseitig signiert, datiert und betitelt. – Die in dem Begleitbuch zur Ausstellung der Galerie »Eigen + Art Leipzig« »enthaltenen Blätter beruhen auf den drei 1987 entstandenen Zeichenbüchern. Ich habe darin versucht, die Zeichnung wie eine Sprache zu behandeln […] Man kann die Elemente auf dem beigehefteten Blatt selbst – also nach einer eigenen Syntax – anordnen; somit selbst neue Zeichen kombinieren.« (aus dem Vorwort).

20,3 : 36,7 cm. 15 Blätter. – 3 Serigraphien aus der Durchstichheftung gelöst.

Henkel/Russ B 109

953  Emil Nolde – Gustav Schiefler. Das graphische Werk Emil Noldes bis 1910.

€ 1200

Berlin, Julius Bard 1911. Mit einem Titel- und 25 Textholzschnitten sowie einer Lithographie. Originalpappband mit Holzschnitt-Deckelvignette.

Erste Ausgabe des bereits im sechsten Jahr des künstlerischen Schaffens erschienenen Verzeichnisses. – Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 435). – Mit dem Holzschnitt »Ägypterin I« und der Lithographie »Der Pflüger«, 25 (Druckvermerk irrig: 26) Textholzschnitten und einer Holzschnittvignette auf dem Vorderdeckel. – Druck der Holzschnitte von den Originalstöcken, die Lithographie wurde bei W. Genthe, Hamburg, gedruckt. – Der Hamburger Richter Gustav Schiefler (1857–1935) war ausgewiesener und engagierter Kunstsammler und Mäzen. Sein Kunstverständnis wurde vor allem von dem damaligen Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, geprägt. Besonders engen Kontakt pflegte er zu den Brücke-Künstlern. 1906 lernte er Nolde kennen. Mit dem frühen Verzeichnis der Graphik Emil Noldes wollte er »Zeugnis ablegen, wie ich seine Kunst schätze, und gleichzeitig versuchen, den Kreis derjenigen zu erweitern, welche an seinen Werken Anteil nehmen und sie sammeln.« (Vorwort). Es erschienen von ihm akribisch ediert (Jentsch: »von den Bearbeitern der Ergänzungsbände auch nicht annähernd erreicht«) auch Verzeichnisse der Graphik von Liebermann, Munch, Laage, Kirchner und Illies.

25,0 : 19,7 cm. [2], 139, [1] Seiten, 1 Holzschnitt, 1 Lithographie. – Einband gebräunt und fleckig. Ecken und Kapitale leicht bestoßen.

Schiefler/Mosel H 41–48, 50, 53–58, 60–62, 66–70, 72, 76, 86 III und 96 sowie L 35. – Jentsch, Expressionismus 3

954  Alfons Paquet. Der Rhein, eine Reise.

€ 150

Frankfurt, Verlag der Societäts Druckerei 1923. Roter Originalmaroquinband mit grün-goldenem Rückenschild und reicher Vergoldung.

Erste Ausgabe. – Unnummeriertes Exemplar in der Ausstattung der 30 Vorzugsexemplare, auf breitrandigem Velin und in prächtigem Ledereinband. – Auf einem Widmungsblatt »Sonderdruck für einen Kreis Hamburger Freunde« vom Verfasser signiert. – Alfons Paquet erläuterte in zwei »Rhein-Büchern« (1920 und 1923) seine Auffassungen von der vermittelnden Rolle Deutschlands in einem »rheinländischen Europa«. – Mit Besitzvermerk des Schriftstellers und Journalisten Hans Bütow (1900–1991), der 1954 unter Kurt Sieveking Regierungssprecher der Hansestadt Hamburg wurde.

22,2 : 14,5 cm. 193, [3] Seiten. – Bünde mit winzigen Schabstellen.

955  August Ohm – Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (Novalis). Die Lehrlinge zu Sais.

€ 200

Mit Bildern von August Ohm. Oberwiederstedt, Novalis-Museum 1998. Mit 22 Abbildungen nach Gemälden. Originalpappband mit -schutzumschlag.

Mit formatfüllender Farbstiftzeichnung von August Ohm, signiert und datiert (15.11.98) auf dem Vortitelblatt. – August Ohm (geboren 1943) studierte an der Werkkunstschule Hamburg. Er lebt und arbeitet in Hamburg, Berlin und Florenz. In seinen Arbeiten setzt er sich immer wieder mit den historischen Vorbildern der abendländischen Malerei auseinander, 1998 zeigte das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe seine »Bilder zur Antike« in einer umfangreichen Einzelausstellung. »In einer Balance von Einfühlung und Verwandlung gelingen ihm ganz neue Interpretationen von anscheinend Bekanntem« (stiftung-ohm.de).

30,5 : 23,5 cm. 71, [1] Seiten.

956  Jürgen Partenheimer – Cees Nooteboom. De slapende goden. Les dieux dormants. Jürgen Partenheimer. Sueños y otras mentiras.

€ 1000

Gent, Ergo Press 2005. Mit zwei farbigen blattgroßen Lithographien und Illustrationen von Jürgen Partenheimer. Farbig illustrierte Originalbroschur im Acrylglasschuber.

Eins von 24 Exemplaren der niederländisch-französischen Ausgabe, weitere 24 erschienen mit deutschem Paralleltext. – Mit einer signierten Suite der beiden Lithographien. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Gedruckt auf Velin »Saunders Waterford«. – Ein Künstlerbuch, »in which the minimalism of Partenheimer is juxtaposed to Nooteboom’s ›poetry of place‹« (Webseite der Ergo Press). – Tadellos erhalten.

28,5 : 38,7 cm. [52] Seiten.

957  Julius Pascin – Heinrich Heine. Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky.

€ 1800

Mit lithographischen Zeichnungen von Julius Pascin. Berlin, Paul Cassirer 1910. Mit 35 Lithographien, davon acht blatt- und eine doppelblattgroß, sechs koloriert und neun signiert, eine als Titel. Originalpergamentband mit kolorierter Deckellithographie und Kopfgoldschnitt.

Vierter Druck der Pan-Presse. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Alt Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 310). – Der Druckvermerk von Pascin signiert und nummeriert. – »Es war, wenn ich mich recht erinnere, das erste kostbare Buch der ›Pan-Presse‹, die wir gegründet hatten. Seine Bilder illustrierten Heine nicht nur, sondern schufen auch eine ganz neue Welt voll von übermütigem Witz, Grazie, Kühnheit und zartesten Linien« (Wilhelm Herzog, zitiert nach Feilchenfeldt/Brandis). – »Hier passen einmal Bild und Textsatz harmonisch zusammen, auch trifft die Illustration restlos den Heineschen Stil« (Hans Loubier, Buchkunst, S. 107). – Julius Pascin, geboren 1885 in Bulgarien als Julius Pincas, studierte in Wien und München, wo er bald Illustrator beim »Simplicissimus« wurde. Heines »Schnabelewopsky«, Pascins erstem und einzigem illustrierten Buch, bescheinigt Eleanor M. Garvey: »The deceptive simplicity of his drawing, recalling German illustration of a hundred years earlier, gives the plates a mock innocence.« – Der Künstler lebte einige Jahre in den USA, ging 1920 nach Paris und beging dort 1930 Selbstmord. Die Teilnahme am Trauerzug soll überwältigend gewesen sein: »Am Tag der Beerdigung des ›Prinzen von Montparnasse‹ blieben alle Pariser Galerien geschlossen […]« (Ann-Katrin Hahn, in: Slg. Classen). – Makellos, mit Schutzpapierumschlag in Holzfurnierschuber mit Pergamentkanten.

31,5 : 24,0 cm. [2], 83, [7] Seiten.

Garvey 219. – Slg. Classen 60. – Feilchenfeldt/Brandis 96.0.A. – Rodenberg 452, 4

958  Emil Pirchan. Weinwunder.

€ 300

Ein Spiel in Sinntänzen. Berlin, Die Wende 1918. Mit sieben blattgroßen kolorierten Lithographien des Verfassers. Originalbroschur mit farbig lithographiertem Umschlag, in ebensolchem Originalschuber, beide mit montierter Deckelvignette und Rückenschild.

Erster EOS-Druck. – Eins von 215 Exemplaren, laut Druckvermerk wurden nur die ersten 40 Exemplare von Pirchan koloriert. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Druck in Silber und Schwarz in der Mandruck GmbH in der Kronen-Mediaeval. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Mit der beiliegenden signierten Farblithographie »Die Geburt des Weines« sowie einem nummerierten Deckelschild. – Die gesamte Buchausstattung, stark an den Stil der Wiener Werkstätte angelehnt, stammt von Emil Pirchan (Architekt und Bühnenbildner, 1884–1957), der 1918 zusammen mit Paul Baumann die bibliophile Dreimonatsschrift »EOS« gründete.

17,3 : 14,4 cm. 44 Seiten. – Schuber Umschlagpapier am Rücken mit kleinem Einriss. Ränder schwach berieben.

Rodenberg 384, 1

959  Sylvia Plath. Lyonnesse.

€ 200 ( R7 )

Poems. London, Rainbow Press 1971. Originalkalblederband mit goldgeprägten Titeln und Fileten sowie Kopfgoldschnitt (Zaehnsdorf). Im Schuber.

Eins von 90 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzledereinband (Gesamtauflage 400). – Gedruckt auf Hodgkinson hand-made paper von der Rampant Lions Pree, Cambridge. – Vorsatzpapier mit Faksimiles von zwei Plath-Gedichten. – Das dritte von Rainbow Press herausgegebene Buch ist eine Sammlung bis dahin unveröffentlichter Gedichte von Sylvia Plath (1932–1963). Die Dichterin beging 1963 Selbstmord, ihr Ehemann Ted Hughes veröffentlichte viele ihrer Werke erst posthum aus dem Nachlass.

29,5 : 19,5 cm. 31, [7] Seiten.

960  Hanns Wolfgang Rath. Pierrots sonderbare Ehe und Absterben.

€ 200

Ein tragigrotesk pikanter Roman. Frankfurt a. M., Carl Fr. Schulz 1912. Mit einer signierten Farbradierung von Willi Geiger. Flexibler Originalseideneinband.

Erste Ausgabe, im Eigenverlag erschienen. – Eins von 40 Exemplaren der Luxusausgabe auf Handjapan (Gesamtauflage 240). – Impressum vom Autor signiert und mit eigenhändigem Gedicht und Zueignung: »Hütet, Männer, euch vor Frauen. Unersättlich sind sie alle; wenn es gilt Flacons zu haschen | äugt man auch nach – Puderquasten. | 11.1. 16. H.W.R. für Herrn M. Liebhold als Gruß aus der pierrotischen Perspektive«. – Hinter dem Pseudonym Wolfgang Rath verbarg sich der Frankfurter Schriftsteller Carl-Friedrich Schulz-Euler (1880–1934). Weit mehr als durch eigene Dichtungen wurde er durch seine Publikationen zu Hölderlin, den schwäbischen Dichterkreis und besonders zu Eduard Mörike bekannt.

24,5 : 15,0 cm. 57 Blätter, 1 Radierung. – Rücken und hintere Ränder etwas verblasst.

Hayn/Gotendorf VI, 364

961  Hans Reimann. Die sächsische Volksseele in ihren Wallungen.

€ 250

10 Originalradierungen mit Begleittext. München, Ottmar Kern [1922]. Lose in Originalhalbleinenmappe mit zwei Deckelschildern.

Eins von 200 Exemplaren. – Alle Radierungen signiert, jede mit vorgelegtem Textblatt. Dort findet sich neben dem jeweiligen Titel der Radierung ein kurzer Text in der Reimann eigenen sächsischen Lautschrift (Anmerkung: »j« sprich »sch«), z. Bsp. Blatt 1 »Die Bestie in Sachsen | ›Das saachj dr, mei Guhdsdr, biss Du bloß no ä eenzjes mal widdr so gemeene zu mir, da sorgj drfier, daßde de Radiesjn von unden wachsen siehsd!‹« oder das hier abgebildete Blatt 4: »Zwischen Quatsch und Philosophie | ›Wemmr ä Bahr Laadschn hadd, unn dähr eene is wek, da nudzn een alle beede nischd«. – Mit eigenhändiger Widmung des Verlegerehepaars »Zur Erinnerung an die schönen Tage in Dresden im August 1930 | ›Auf, daß die sächsische Volksseele walle!‹« – Mit dem Titelblatt.

31,5 : 27,0 cm. 10 Radierungen, 11 Blätter. – Mappendeckel (fast) lose, ein Umschlagflügel beschädigt, einer fehlt.

Raabe/Hannich-Bode 242.21

962  Christa Reinig. Skorpion.

€ 200 ( R7 )

Einblattdruck mit vier Holzschnitten von Cäcilia von Schoultz. 28 : 38 cm.

Exemplar 5/36. – Auf »Vélin d’Arches 88«. – Bibliographisch nicht nachweisbarer Privatdruck der Parabel vom Bücher-Skorpion, die erstmals 1968 in Christa Reinigs »Orion trat aus dem Haus. Neue Sternbilder.« in der Stierstädter Eremiten-Presse erschien. – Die Künstlerin Cäcilia von Schoultz (1931–2015) hat das gefaltete Blatt signiert und nummeriert. – Die kurze Schilderung eines Bücherkaufs endet für den Buchhändler tödlich: Der Skorpion »preßte das Buch mit beiden Händen fest an sein Herz, und, da er nichts mehr frei hatte, reichte er dem Buchhändler zum Abschied seinen Stachel. Der Buchhändler drückte den Stachel und fiel tot um.«.

963  Rainer Maria Rilke. Die Sonette an Orpheus.

€ 1200

Geschrieben als ein Grab-Mal für Wera Ouckama Knoop. Leipzig, Insel 1923. Dunkelgrüner Originalkalblederband. Deckelvignette, Fileten und Kopfschnitt vergoldet, schwarz-goldenes Rückenschild (signiert: H. Sperling, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Druck bei Offizin W. Drugulin, Leipzig. – Ebenfalls 1923 erschienen die »Duineser Elegien« von denen auch eine Vorzugs- und eine öffentliche Ausgabe gedruckt wurde. – Hier in der grünen Einbandvariante, die die Nähe zu den »Duineser Elegien« noch mehr verdeutlicht. – Exlibris Wilhelm Kesten (1875–1958), Bergwersdirektor und Vorstand der Zeche Dahlbusch. – Sehr selten und gesucht, zumal so tadellos erhalten.

21,8 : 14,2 cm. [2], 63, [7] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Sarkowski 1357 VA. – Mises 99

964  Dieter Roth. Poeterei.

€ 1800

Doppelnummer 3/4 der Halbjahresschrift für Poesie und Poetrie. Herausgegeben von Dieter Roth und Rudolf Rieser. Stuttgart, Hansjörg Mayer 1968[–72]. Mit einer Collage, einer Zeichnung, beide signiert, und einem beigelegten »Original-Hammel«. Originallederbroschur.

Eins von 230 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Dieter Roth signiert und datiert »68«. – Nummer 3 mit einem »Originalrhein« (Collage aus einer Bildpostkarte, die durch Ausschnitte auf den Rheinwasserspiegel reduziert wurde, monogrammiert und datiert »D. R. 68«). – Nummer 4 mit einer blattgroßen Originalzeichnung, betitelt »Hammel« und signiert »Dieter Roth 72« sowie einem eingelegten Käsestück. – Mit dieser Doppelnummer wurde die Zeitschrift abgeschlossen, die 1969 erschienene Nummer 5 enthielt nur Auszüge aus 1 und 2 und erschien als Band 15 der »Gesammelten Werke«. – Nummer 3 auf starkem Karton, Nummer 4 als Blockbuch gedruckt. – Der Hinweis im Druckvermerk auf den Einband aus »Zickel-Embryohaut« vom Künstler gestrichen. – Sehr schönes Exemplar.

24,8 : 14,2 cm. [24], [44] Seiten. – Das Leder minimal abgegriffen.

Dobke, Bücher F 5. – Spindler 28.53

965  Antoine de Saint-Exupéry. Le Petite Prince.

€ 1200

Avec dessins par l’auteur. New York, Reynal & Hitchcock 1943. Mit zahlreichen, meist farbigen Illustrationen, davon zwölf ganzseitig. Hellroter Originalleinenband, Rückentitel und Vorderdeckelillustration in Rotdruck. Mit farbig illustriertem Originalschutzumschlag. In Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

Erster Druck der ersten Ausgabe. – Eins der bekanntsten, meistübersetzten und nachgedruckten Bücher des 20. Jahrhunderts. – »Die gedankentiefe und zartempfundene Geschichte vom kleinen Prinzen, die Saint-Exupéry selbst illustriert hat, ist die von unmittelbarer Lebenserfahrung geprägte, dichterische Darstellung einer moralischen Erkenntnis. Die einfache Diktion dient der Absicht des Autors, die Sprache und Sichtweise des Kindes wiederzugeben, das mit dem Herzen das Innere der Dinge ergreift, ohne sich von der äußeren Erscheinung beirren zu lassen, und ist nicht zuletzt aus Saint-Exupérys Achtung vor der Wahrheit und dem Ernst des Wortes zu verstehen.« (KLL). – Die Erstausgabe erschien in den USA zeitgleich im französischen Original und in englischer Übersetzung. Der Autor hielt sich damals in den USA auf, kehrte aber noch im gleichen Jahr nach Algerien zurück und wurde nochmals als Luftwaffenpilot eingesetzt. Von seinem letzten Aufklärungsflug, am 31. Juli 1944 von Korsika aus Richtung Grenoble, kehrte er nicht mehr zurück. In Frankreich erschien das Buch erst nach seinem Tod, bald erfuhren Text und Illustrationen leichte Veränderungen, die in alle späteren Ausgaben übernommen wurden.

23,0 : 18,3 cm. 91, [3] Seiten. – Schutzumschlag mit Preisangabe »$2.00« und der Verlegeranschrift »386 Fourth Avenue«. – Schutzumschlag am Rücken leicht gebräunt und mit winzigem Einriss, Oberrand des vorderen Umschlags berieben. – Das Buch tadellos. – Kleines Monogrammexlibris auf Vorsatzblatt.

KLL 7414

966  Paul Scheerbart. Jenseits-Galerie.

€ 750

Berlin, Oesterheld 1907. Zehn Strichätzungen nach Zeichnungen. Mit einem Doppelblatt lose in roter Originalleinenmappe mit grüngeprägtem Titel.

Erste Ausgabe. – Auf dem Titelblatt von Scheerbart in roter Tinte nummeriert »No. 113« und signiert. – Aus Scheerbarts »wissenschaftlicher« Einleitung: »Die zehn vorliegenden Zeichnungen sind Nachbildungen von dem, was wir jenseits der Neptunsbahn entdeckt haben.« Scheerbart bezeichnete diese Zeichnungen von »Asteroïdenbewohnern mit vielen neuen Organen und bisher noch nie gezeigten Gliedmaßen« 1904 als seine bis dato gelungenste Produktion. In der »Jenseits-Galerie« »gibt er seinen Wortträumen in seltsamen surrealen Phantasiewesen, die an Redon erinnern, optischen Ausdruck« (Hans Bolliger). – Die Lithographien nach Zeichnungen von Paul Scheerbart auf Japan, der Vorderdeckel der Mappe wurde nach seinem Entwurf gedruckt. – Sehr schönes Exemplar.

29,3 : 19,5 cm. [4] Seiten, 10 Tafeln. – Mappe minimal lichtrandig. – Titelblatt unten mit kleinem Eckknick. Titelblatt und Innendeckel mit rot kalligraphiertem Vorbesitzer-Monogramm.

Kohnle S. 37. – Raabe/Hannich-Bode 260.19. – Dokumentations-Bibliothek II, 363

967  Lothar Romain und Rolf Wedewer. Bernard Schultze.

€ 300

München, Hirmer 1991. Mit mehr als 300 meist blattgroßen Farbabbildungen. Originalleinenband mit Schutzumschlag. – Widmungsexemplar der Vorzugsausgabe mit Zeichnung und Originalradierungen.

Die erste umfangreiche Monographie zu Leben und Werk Bernard Schultzes (1915–2005). – Exemplar einer im Buch nicht ausgewiesenen Vorzugsausgabe mit drei beigelegten Farbradierungen (Labyrinth-Figur 1-3, jede signiert, datiert und nummeriert). Die Radierungen in grünem Kartonumschlag und zusammen mit dem Buch in lilafarbener Originalleinenkassette. – Vortitel mit formatfüllender Bleistiftzeichnung, gewidmet »für Horst und Vivien von Bernard Dez. 91«. – Tadellos erhalten.

32,5 : 27,5 cm. 128 Seiten, zahlreiche Tafeln.

969  Renée Sintenis – Sappho. Carmina

€ 1000

(griechisch). München, Piper 1921. Mit zwölf Radierungen von Renée Sintenis sowie radiertem Titel und 24 radierten Textseiten. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). Im Originalhalbpergamentschuber.

31. Druck der Marées-Gesellschaft. – Unnummeriertes Verlegerexemplar, gedruckt für den Verleger Reinhard Piper, dies im Impressum handschriftlich vermerkt. Wie die 65 römisch nummerierten Exemplare der Vorzugsausgabe auf englischem Velin und in Ganzpergament (Gesamtauflage 250). – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Renée Sintenis (1888–1965) und Emil Rudolf Weiß (1875–1942) schufen mit diesem Druck der Marées-Gesellschaft eines der elegantesten Bücher des 20. Jahrhunderts: Weiß radierte die griechischen Texte nach Vorbild einer alten Minuskelhandschrift, seine Ehefrau steuerte zwölf blattgroße Radierungen bei, anmutige, »hauchzarte Umrisse ihrer Figurinen, die in ihrer zerbrechlichen Schönheit den Text mit graziöser Anmut begleiten.« (Jürgen Eyssen).

26,5 : 20,5 cm. [44] Seiten.

Rodenberg 371, 31. – Schauer I, 218. – Eyssen S. 58

970  Max Slevogt – Klabund. Mohammed.

€ 200

Der Roman eines Propheten. Berlin, Erich Reiß 1917. Mit lithographiertem Titel von Max Slevogt und einer Radierung von Hans Meid, beide signiert. Originalbrokateinband mit Rückenschild und versilbertem Rückentitel (Fikentscher, Leipzig). Im Schuber.

Zweiter Prospero-Druck. – Eins von 70 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Bütten, im Seideneinband und mit den signierten Graphiken (Gesamtauflage 600). – Unbeschnitten.

25,7 : 19,7 cm. 115, [5] Seiten, 1 Lithographie, 1 Radierung. – Brokatbezug an Rücken und Rändern verschlissen. – Vorsatz minimal fleckig.

Raabe/Hannich-Bode 158, 11. – Slevogt: Söhn 36 und Rümann 53. – Meid: Badorrek-Hoguth 3.12 und Jentsch 261

971  Max Slevogt. Aquarelle zu Mozarts Zauberflöte.

€ 300

Einführung von Fritz Wichert. Herausgegeben von J. Meier-Graefe. München, R. Piper 1920. 14 farbige Reproduktionen nach Aquarellen, alle unter Passepartout. Zusammen mit Titelblatt und kordelgeheftetem Textheft lose in Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild.

25. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 265 Exemplaren auf Hadern-Papier (Gesamtauflage 300). – Die Faksimiles wurden nach den Originalen von der Anstalt Ganymed in Berlin als ihr erster Druck hergestellt. – Dazu: Lorenzo da Ponte. Don Juan. Mit zwanzig Zeichnungen von Max Slevogt in Holz geschnitten von Reinhold Hoberg. Berlin, Fritz Gurlitt 1921. Roter Originalhalblederband. Neue Bilderbücher, Reihe IV. Eins von 250 Exemplaren mit einem von Slevogt signierten Holzstich (Gesamtauflage 320). Auf Bütten. – »Don Juan und Zauberflöte werden Lieblingsopern des Künstlers. Da ihre Stoffe ihm im Innersten entsprechen, erscheint es ihm ganz natürlich, daß er seine Liebe zu Mozart gerade an ihnen Ausdruck geben konnte. […] Es ist das Wesen des wahren Graphikers, hinter einem Nichts die Weltfülle spürbar zu machen. Slevogt löst die Aufgabe, und was wir finden, ist Kindhaftigkeit, Lebensreichtum, Güte« (Einführung zur Zauberflöten-Mappe).

37,8 : 28,7 cm (Mappenformat). – Mappe mit Gebrauchsspuren, Gelenke der Beigabe etwas berieben.

Söhn 381–400 (Beigabe). – Rümann 66 b und 71 d. – Rodenberg 369, 25 und 394, 4.2. – Lang, Impressionismus 206 und 211

972  Max Slevogt. Die goldene Kugel.

€ 450

17 Lithographien. 1920. 28 : 20 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 35 römisch nummerierten Exemplaren der Suitenausgabe ohne Text. – Das Buch »Die goldene Kugel« mit Fritz Wicherts »märchenhafter Geschichte« erschien 1920 im Münchner Bruckmann Verlag und enthielt neben dem gezeichneten Titelblatt die 16 entzückenden Lithographien Slevogts als Textvignetten. – Auf Japanpapier, jeweils in Passepartout eingelegt und diese lose in Originalhalbpergamentmappe.

40 : 31 cm (Mappe). – Mappe etwas fleckig und berieben. – Das Passepartout gebräunt, sonst tadellos.

Söhn 277–293, alle c. – Rümann 108 a. – Lang, Impressionismus 204

973  Max Slevogt. Alte Märchen

€ 250

mit der Feder erzählt, in Worte gefasst von Joachim Zimmermann. Berlin, Propyläen 1920. Mit einer signierten Lithographie und 20 Tafeln nach Federzeichnungen. Mit 23 Textblättern lose in Originalpergamentmappe mit der goldgeprägten Künstlersignatur als Deckelvignette.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Lithographie »Schneewittchen bei der Morgentoilette«. – Neben der Titelzeichnung enthält die Folge 19 detaillreiche Zeichnungen von Slevogt zu Märchen der Brüder Grimm, Perrault u. a. Sammlungen. Jede Tafel in Passepartout eingelegt, dazu jeweils ein Blatt mit der Kurzfassung des Märchens. – In Slevogts buchkünstlerischem Œuvre spielen die Märchenillustrationen eine zentrale Rolle, Rümann nennt allein zwölf illustrierte Grimm-Ausgaben. Viele Zeichnungen zu »Alte Märchen« gewinnen besonderen Reiz durch die comicartigen, auf einer Zeichnung vereinigten Bildsequenzen.

31 : 38 cm (Mappe). – Pergament etwas stockfleckig, Deckel leicht verzogen. – Passepartout der Litho mit Abklatsch der Mappenflügel, die Litho nicht betroffen.

Rümann 63 a. – Söhn 329 b

974  Max Slevogt – Lorenzo da Ponte. Don Juan.

€ 180

Heiteres Drama in zwei Akten. Mit zwanzig Zeichnungen von Max Slevogt in Holz geschnitten von Reinhold Hoberg. Berlin, Fritz Gurlitt 1921. Mit 16 blattgroßen, davon einer signiert, und vier Vignetten-Holzschnitten. Roter Halblederband mit rot-goldenem Rückenschild und marmorierten Deckelbezügen.

Neue Bilderbücher, Reihe IV. – Eins von 250 Exemplaren der Ausgabe B (Gesamtauflage 300 und 20 Mappenausgaben). – Auf getöntem deutschen Bütten. – »Zu den ohne Zweifel wichtigsten Arbeiten Slevogts sind die Illustrationen für ›Don Juan‹ zu zählen. Slevogt war natürlich von der Musik Mozarts enthusiasmiert. In den Illustrationen […] folgt er dem Text des heiteren Dramas von Lorenzo da Ponte mit rasanten Bewegungen, zumal in dem Getümmel der Kampfszenen. […] Hoberg erreichte mit ihnen den Gipfel seiner Faksimile-Holzschnittkunst.« (Lothar Lang, Seite 100). – Tadellos.

33,3 : 25,5 cm. [10], 130, [12] Seiten.

Söhn 381–400. – Rümann 71 d. – Rodenberg 394, 4.2. – Lang, Impressionismus 211

975  Max Slevogt – [Johann Wolfgang von] Goethe. Das Maerchen.

€ 250

Wien und Hellerau, Avalun 1922. Mit einer signierten Lithographie von Max Slevogt. Roter Originalmaroquinband mit Vergoldung (P. A. Demeter).

18. Avalun-Druck. – Eins von 135 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 260). – Auf Bütten. – Den Text druckte Jakob Hegner, Hellerau, Slevogts Lithographie M. W. Lassally, Berlin.

22,7 : 17,7 cm. 105, [7] Seiten. – Ränder minimal fleckig, Kanten minimal berieben, eine Ecke stärker. – Filetenvergoldung an einigen Stellen gelöst.

Söhn 548. – Rümann 26 a

976  Max Slevogt. Das singende, springende Löweneckerchen.

€ 400

Zwölf Zeichnungen zu dem Märchen der Brüder Grimm, in Holz geschnitten von Oskar Bangemann. 1923. Signiert.

Eins von 50 Exemplaren der Suitenausgabe ohne den Text – In der Reichsdruckerei mit der Handpresse auf China gedruckt und in Passepartouts. – Die Mappenausgabe erschien wie die Buchausgabe 1923 bei Bruno Cassirer, Berlin. – Mit Doppelblatt (Titel und Auflagenvermerk) lose in der Originalhalbpergamentkassette.

39,5 : 29,5 cm (Kassette). 12 Holzschnitte. – Kassettendeckel fleckig und berieben. – Textblatt stockfleckig.

Söhn 622–633. – Rümann 38 b

977  Max Slevogt. Der gelernte Jäger.

€ 500

13 Federlithographien zu dem Märchen der Brüder Grimm. 1924. Signiert.

Eins von 100 Exemplaren der Suitenausgabe ohne Text. – Die Lithographien wurden mit der Handpresse auf feines Chinapapier gedruckt und in Passepartouts montiert. – Die Mappenausgabe erschien wie die Buchausgabe 1924 bei Bruno Cassirer, Berlin. – In der Originalhalbpergamentkassette mit Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel. – Ohne das Doppelblatt mit Titel und Auflagenvermerk.

39,5 : 29,5 cm (Kassette). – Kassettenränder berieben. – Vereinzelt schwach stockfleckig, Titellithographie stärker.

Söhn 725–737 (datiert irrtümlich auf 1933/34). – Rümann 30 b

978  Max Slevogt – Vier Märchenbücher.

€ 400

Berlin, Bruno Cassirer 1920–1924. Mit Illustrationen nach Federzeichnungen und Federlithographien. Drei Originalhalbpergamentbände, ein Originalhalblederband.

I. Alte Märchen mit der Feder erzählt, in Worte gefaßt von Joachim Zimmermann. 1920. 20 Tafeln. – II. Zeichnungen zu Kinderliedern, Tierfabeln und Märchen. 1920. 42 Illustrationen. Auflage 600. – III. Das singende, springende Löweneckerchen. 1923. 12 Illustrationen. Auflage 360. – IV. Das blaue Licht. 1924. 15 Federlithographien. Auflage 400. – Alle im Druckvermerk vom Künstler signiert.

Einbände angestaubt (II und III), Deckel lichtrandig (II).

Rümann 63b, 52a, 38a und 37b. – Söhn 329 b, 294–328 a, 621-633, 671-685 b

979  Tschechiche Buchkunst – Saint-John Perse. Kronika.

€ 300

Prag, Lyra 1982. Mit sechs signierten Farbradierungen von Jan Souček. Olivgrüner Kalblederband mit Blind- und Goldprägung.

Eins der 200 Vorzugsexemplare im Ledereinband von Jiriho Faltuse. – Jan Souček (1941–2008) zählte zu den wichtigsten Vertretern des tschechischen Neo-Surrealismus. Zu Leben und Werk vgl. Heinz Brüggemanns Essay auf der Webseite der Galerie Grewenig in Heidelberg. – Auf Bütten.

29,8 : 21,5 cm. 36, [4] Seiten, Broschurumschlag eingebunden. – Rücken leicht aufgehellt.

980  Ottomar Starke – F[jodor] M[ichailovic] Dostojewski. Der Spieler.

€ 1200 ( R7 )

Roman. Illustriert von Ottomar Starke. München, Phantasus 1922. Mit zahlreichen, teils blattgroßen Holzschnitten nach Federzeichnungen von Ottomar Starke. Roter Originalmaroquinband mit marmorierten Buntpapiervorsätzen. Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (Spamersche Buchbinderei, Leipzig).

Eins von 30 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe im Maroquinhandeinband. Zudem erschienen 400 arabisch nummerierte Exemplare in Halbleder- und Pappbänden. – Gesetzt aus der Tiemann-Fraktur. – Die Federzeichnungen von Ottomar Starke wurden von den Münchner Xylographen Albert Fallscheer und Hans Tempel »faksimilegetreu« in Holz geschnitten. – Ottomar Starke (1886–1962) zählte vor dem ersten Weltkrieg zu den wichtigsten expressionistischen Buchillustratoren, für Kurt Wolff illustrierte er mehrere Hefte der Reihe »Der jüngste Tag«, unter anderem Kafkas »Verwandlung«. – Tadellos schönes Exemplar der äußerst seltenen Vorzugsausgabe.

28,5 : 20,7 cm. [2], 257, [5] Seiten.

Rodenberg 458, 6. – Sennewald 23,1. – Schauer II, 95 (Abbildung)

981  Hugo Steiner-Prag – E. T. A. Hoffmann. Das Majorat.

€ 250

Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Propyläen [1922]. Mit zwölf blattgroßen signierten Radierungen. Originalhalblederband mit Vergoldung.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 100 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen, aber ohne Remarquen (Gesamtauflage 300). – Auf Bütten.

21,5 : 15,0 cm. 159, [5] Seiten. – Rücken leicht fleckig und verblasst, Oberrand des Vorderdeckels leicht aufgehellt.

Sennewald 22,4

982  Hugo Steiner-Prag – Arthur Graf Gobineau. Die Liebenden von Kandahar.

€ 750

Deutsch von Franz Werner Schmidt. Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Franz Schneider [1923]. Mit sechs signierten Radierungen und drei radierten Vignetten. Roter Kalblederband mit reicher Rückenvergoldung. Deckelvignette und Stehkanten vergoldet (signiert: Handeinband Fritzsche AG). Im Originalschuber.

Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Alle Radierungen signiert und mit Remarquen. – Auf handgeschöpftem Bütten. – Außer den stimmungsvollen, besonders durch ihr Spiel von Licht und Schatten eindrücklichen Bildern radierte Steiner-Prag die Titel- und Schlussvignette sowie eine figürliche Initiale. – Der elegante Einband, mit Schutzpapierumschlag und Schuber, tadellos erhalten.

27,2 : 19,0 cm. 56, [4] Seiten, 6 Radierungen. – Schnitt minimal gebräunt.

Sennewald 23,2

983  Hans Ticha. Persönliches Meinungsbild.

€ 400

Ohne Ort 1995–1999. Mit zwölf signierten Originalholzschnitten, zehn davon farbig. Originalhalbleinenband mit Holzdeckeln mit farbigem Deckelrelief. Im Schuber.

Eins von 25 unikalen Exemplaren, wohl im Eigenverlag erschienen. – Im Impressum vom Künstler signiert. – Die Holzschnitte wurden von Hand abgezogen, signiert und als Blockbuch gebunden. – Die Bildtitel wurden in Einzellettern in jedes Buch gestempelt. – Den Einband, weiße Holzdeckel mit Relief aus verschieden farbigen Holzteilen, fertigte Hans Ticha selbst.

29,0 : 23,2 cm. [28] Seiten.

984  Hans Ticha – Ernst Jandl. 13 Gedichte.

€ 250

6 Farbholzschnitte Hans Ticha. Ohne Ort [1998]. Mit sechs signierten ganzseitigen Farbholzschnitten von. Illustrierter Originalleinenband mit Rückenschild.

Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert und nummeriert. – Schönes Künstlerbuch des vor allem in der DDR als Buchillustrator (aber auch durch Arbeiten für die Büchergilde in Westdeutschland) bekannt gewordenen Hans Ticha. Eine der letzten zu Lebzeiten Jandls erschienenen Publikationen. – Tadellos.

29,6 : 22,4 cm. [32] Seiten.

985  Jean Tinguely – K. G. Pontus Hultén. Jean Tinguely »Méta«.

€ 300

Berlin, Propyläen 1972. Mit einer signierten Méta-matic-Zeichnung, einer Schallplatte und zahlreichen Abbildungen. Original-Objekteinband.

Deutsche Ausgabe, zeitgleich mit der Stockholmer Ausgabe erschienen. – Katalogobjekt in Form eines Koffers mit Tragegriff. – Die von Tinguelys Zeichenmaschine »geschaffene« Zeichnung vom Künstler signiert. – Tadellos erhalten.

30 : 22 cm. 363, [1] Seiten, davon einige gefaltet, 1 Zeichnung, 1 Schallplatte.

Slg. Schnepel T2-02

986  Walter Trier. Zwei eigenhändige Postkarten mit Unterschrift.

€ 200

– Von Walter Trier farbig illustrierte Werbekarten der Leipziger Krausswerke-Metallwarenfabrik.

Beide an eine Familie Robert David in Berlin-Dahlem. – 22. Dezember 1926: Frohes Fest ! u. Prost Neujahr! und falls Sie sich weiter so rar machen fröhliche Ostern!« und »Wir haben Ihnen heute eins der von mir gezeichneten 3 Fridolin-Bücher gesandt und hoffen, daß es Ihren Kindern Spaß machen wird.« – Undatiert: »Anbei mit schönsten Grüßen die 2 Künstlerkarten und 1 Freikarte. Wir haben Tisch 49 und sind schon um 9 Uhr zum Essen da.« – Walter Trier entwarf in dieser Zeit Werbeartikel für die Leipziger Firma, die durch ihre »Volksbadewanne« und die Waschmaschine »Turna-Krauss« bekannt wurde.

10,5 : 14,8 cm. – Minimale Knickspuren.

987  Walter Trier. Dr. Alfred Fürstenberg und Frau Lotte Fürstenberg-Cassirer ziehen um nach Hohenzollernstr. 6.

€ 300

Kolorierte Lithographie. 15 : 23 cm. Im Stein signiert.

Typisch humorvolle Umzugsanzeige für das Ehepaar Fürstenberg-Cassirer. – Die Ehefrau und die Söhne sind mit Bildern und Graphikmappen belastet, der Ehemannn und Vater mit chirurgischen Instrumenten. – 1927 hatte die verwitwete Charlotte Cassirer, die Mutter des Kunsthändlers Reinhold Cassirer, wieder geheiratet. Die Ehe mit dem jüdischen Arzt Alfred Fürstenberg sollte allerdings nur wenige Jahre bestehen können: 1933 beging der Mediziner Selbstmord. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy) (Berlin 1892–1969 Beverly Hills, California), rückseitig dessen signierte Hinweis »Original«.

988  Rosemarie Trockel – Gabriel García Márquez. Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt.

€ 300

Roman. Mit Arbeiten von Rosemarie Trockel. Köln, Kiepenheuer & Witsch 1998. Mit zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen. Farbig illustrierte Originalbroschur mit dem bedruckten Folienumschlag.

Eins von 21 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit einer signierten Lithographie von Rosemarie Trockel (Zwei Hühneköpfe, 45 : 34 cm, gerahmt). – Auch im Druckvermerk von der Künstlerin signiert und nummeriert. Die deutsche Erstausgabe mit der hier neu aufgelegten Übersetzung von Curt Meyer-Clason erschien erstmals 1976. – Tadellos.

24,0 : 18,8 cm. 101, [3] Seiten.

989  Tomi Ungerer. Weltschmerz.

€ 600

Eine Bilanz der traurigen Errungenschaften des Fortschritts. Mit einem Empfehlungsschreiben von Art Buchwald. – The Party. Klub der Bibliomanen, Band 15. Zürich, Diogenes 1961 und 1966. Mit zahlreichen, teils farbigen Bildtafeln nach Zeichnungen. Originalleinenbände mit illustriertem Schutzumschlag. – Widmungsexemplare.

Erste Ausgaben. – Beide Bücher mit einer eigenhändigen Bleistiftkarikatur Ungerers auf dem Vorsatzblatt. Beide Widmungen richten sich an Hein Kohn (1907–1979, niederländischer Literaturagent und Verleger). – Der Kosmopolit Tomi Ungerer (1931–2019) ließ sich 1957 in New York nieder, wo seine Karriere erst richtig begann. Insgesamt illustrierte er mehr als 140 Bücher und schuf etwa 40.000 Zeichnungen, über 300 Plakate, Dutzende Ölbilder, Lithographien und Skulpturen. – In einem Interview mit der Weltwoche beschrieb er einmal seinen künstlerischen Antrieb: »Wollen Sie mit Ihrem Buch nur Gesellschaftskritik üben oder auch einen Beitrag zu Veränderung dieser Gesellschaft leisten? ›Wenn überhaupt eine Gesellschaftsveränderung möglich wäre, hätte ich dieses Buch dafür gezeichnet. Ich zeichne, um mir selbst im klaren zu bleiben, um Ärgernisse loszuwerden‹.« Der ZEIT sagte er: »Meine Streiche sind irgendwie kindisch, aber ich schäme mich nicht dafür.« – Tomi Ungerer starb vor wenigen Wochen, im Februar 2019 in Irland.

30,5 : 23,5 cm. [108] Seiten; [128] Seiten.

990  Hans-Joachim Walch – Johann Wolfgang von Goethe. Myrons Kuh.

€ 200

Gesetzt, gedruckt und mit Holzschnitten versehen von Hans-Joachim Walch. [Leipzig] 1953. Mit 14 Holzschnitt-Vignetten. Orignalpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Hergestellt in wohl nur einer Handvoll Exemplare in den Werkstätten der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst während seines externen Studiums. – Hans–Joachim Walch (1927–1991) wurde 1952 Herstellungsleiter und künstlerischer Gestalter beim Leipziger Insel Verlag. Als 1977 aus den ostdeutschen Niederlassungen der Verlage Insel, Kiepenheuer, Dieterich und Paul List ein Kombinat gebildet wurde, verließ er den Verlag und arbeitete fortan freischaffend als Buchgestalter, Illustrator und Graphiker für zahlreiche Verlage. Sein künstlerischer Nachlass befindet sich im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig.

21,3 : 13,3 cm. 20, [4] Seiten. – Mittig am Rücken kaum sichtbar geknickt.

991  William Carlos Williams. The Tempers.

€ 1200 ( R7 )

London, Elkin Mathews 1913. Originalpappband mit vergoldeten Titeln.

Erste Ausgabe der ersten Gedichtsammlung. – Auf dem Vorsatzblatt vom Dichter signiert. – William Carlos Williams (1883–1963), amerikanischer Arzt und Lyriker, gilt neben Ezra Pound und T.S. Eliot als der bedeutendste amerikanische Lyriker der Moderne. Seine frühen Gedichte sind noch stark vom europäischen Dadaismus und Surrealismus geprägt, mit Pound und Eliot schloss er sich um 1912 den Imagisten an, einer anglo-amerikanischen literarischen Bewegung. Während einer Europareise besuchter er den Salon von Gertrude Stein.

13,0 : 10,0 cm. 31, [1] Seiten. – Einband leicht angestaubt.

992  Kurt Wolff Verlag – Sieben Almanache des Verlages.

€ 400

Leipzig und München 1913–1926. Originalpappbände und -broschuren.

I. Das bunte Buch. Leipzig 1914 [1913]. Rote Broschur. Der erste Verlagsalmanach mit einem vollständigen Verlagsverzeichnis 1910–1913. Mit Illustrationen von Karl Walser, Thylmann, Kokoschka, Seewald, Lichnowsky, Tiemann u. a. Mit Textbeiträgen von Kafka, Werfel, Trakl, Heym, Robert Walser u. v. a. – II. Vom jüngsten Tag. Ein Almanach neuer Dichtung. 1916. Mit Bildtafeln. Illustrierter Pappband. – III–V. Der neue Roman. – Die neue Dichtung. – Das neue Geschichtenbuch. Ein Almanach. 1917 bzw. 1918. Mit Bildtafeln nach Kokoschka, Oppenheimer u. a. und Illustrationen von Ludwig Meidner. Drei farbige Broschuren. – VI-VII. 1925 [bzw.] 1927. Ein Almanach für Kunst und Dichtung aus dem Kurt Wolff Verlag. [München 1924 bzw. 1926]. Mit Tafeln und Illustrationen. Pappbände mit Deckelillustration von Frans Masereel. – Die Almanache I, II und IV enthalten folgende Erstdrucke von Franz Kafka: »Zum Nachdenken für Herrenreiter« (Dietz 22), »Vor dem Gesetz« (D. 28), »Ein Landarzt« (D. 48) und »Der Mord« (D. 49). – Dazu: Bücher und Graphik des Kurt Wolff Verlages. München u. a. 1925. Broschur. – Eine Beigabe.

I: Rücken verblasst und brüchig, Deckel etwas fleckig. – II: Fleckig. – V: Rücken mit Fehlstelle.

Göbel 152, 345, 361, 367, 636

993  Kurt Wolff Verlag – Der jüngste Tag.

€ 450

57 (von 86) Nummern in 47 (von 73) Heften. Leipzig und München, Kurt Wolff 1913–1921. Meist Originalbroschuren, vereinzelt illustriert.

Umfangreiches Konvolut der wichtigsten deutschsprachigen Buchreihe des Expressionismus. – Meist in ersten Ausgaben, viele aber auch in Nachauflagen (darunter besonders die frühen Hefte, Kafkas »Heizer« in 3. Auflage). – »›Der jüngste Tag‹ soll mehr als ein Buch sein und weniger als eine Bücherei: er ist die Reihenfolge von Schöpfungen der jüngsten Dichter, hervorgebracht durch das gemeinsame Erlebnis unserer Zeit« (Verlagsankündigung, zitiert nach Smolen/Stammerjohann). – Es fehlen die Nummern 6, 18, 22/23, 25, 34, 42, 44/45, 49, 55 und 60, danach sind nur folgende vorhanden 66, 67/68, 75, 76/77, 78 und 84. – Erwähnenswert sind die seltene Einbandvariante von Nr. 17 (Georg Kölwel »Gesänge gegen den Tod«, so Smolen unbekannt) und die Erstausgabe von Gottfried Benns »Gehirne« (Nr. 35). – Dazu: Vom jüngsten Tag. Ein Almanach neuer Dichtung. Zweite veränderte Ausgabe. Leipzig, Kurt Wolff 1917. Mit Bildtafeln. Originalbroschur.

Teils stärkere Gebrauchs- und Alterungsspuren, Exlibris und Besitzvermerke. – Kein Rückgaberecht.

Raabe, Zeitschriften 145

994  Stefan Zweig. Das Haus am Meer.

€ 1500

Ein Schauspiel in zwei Teilen (drei Aufzügen). Leipzig, Insel 1912. Originalecrasélederband mit vergoldetem Deckelsignet, Rückentitel und Kopfschnitt.

Erste Ausgabe. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf holländischem Bütten und in weinrotes Ganzleder gebunden. – Unbeschnitten. – Das Theaterstück »Das Haus am Meer« wurde am 26. Oktober 1912 am Wiener Burgtheater uraufgeführt. »Der Abend war ein ausgesprochener Erfolg für den Dichter«, berichtete Friderike von Winternitz für das »Hamburger Abendblatt« (Stefan Zweig/Friderike Zweig, Briefwechsel 1912-1942, Frankfurt a. M., S. Fischer 2006). – Sehr selten, in der Vorzugsausgabe kaum auffindbar.

20,0 : 14,0 cm. 170, [6] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Klawiter E7

995  Stefan Zweig. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 250

Salzburg, 20. Februar 1930.

An Fritz Adolf Hünich (1885–1964), damals Lektor beim Insel Verlag. – Zweig teilt mit, dass er erst im März kommen wird. »Am 15. ist die Premiere gleichzeitig in Hannover, Breslau, Lübeck, dann folgt gleich Frankfurt, Bremen, Wien. Aber die Sache macht mir durch das Abspringen von W. Krauss schon keine Freude mehr«. – 1930 wurde Zweigs Theaterstück »Das Lamm des Armen« in Breslau – und nicht wie geplant in Wien (in einem Brief an Kippenberg: »da uns Werner Krauss im Burgtheater im Stiche liess«) – uraufgeführt. Zweig plante anlässlich der Aufführungen eine Neuauflage des 1929 im Insel Verlag erschienenen Buches. – Postkarte mit kleiner Ansicht von Hallstatt bei Salzburg und Stefan Zweigs eingedruckter Salzburger Anschrift.

Etwas gebräunt, Tinte leicht verblasst. Ganz leichte Knickfalte.

Vgl. Stefan-Zweig-Handbuch 2.10

996  Stefan Zweig. Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam.

€ 450

Wien, Reichner 1934. Mit neun ganzseitigen Abbildungen nach alten Holzschnitten sowie einigen Vignetten, Zierleisten und Initialen. Originalhalblederband mit Deckelvignette, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Albert Günther, Wien).

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Vorzugsexemplaren, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 700). – Unbeschnitten.

25,6 : 16,8 cm. 227, [13] Seiten. – Einband etwas fleckig. – Vorsatz mit Besitzvermerk, Titel und hinterer Vorsatz mit Nummerierung. Zwei Seiten mit größerem Feuchtigkeitsfleck.

Klawiter G 886