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Bauhaus, Design, Typographie | Hesse-Auktionen
Bauhaus, Design, Typographie

757  Prä-Bauhaus – Faschings-Zeitung für das Indische Fest Weimar.

€ 600

Herausgegeben von den Schülern der Grossherzogl. S. Hochschule für Bildende Kunst. Weimar 1913. Mit zahlreichen Illustrationen. Originalbroschur mit Deckelillustration.

Mit Illustrationen von Rudolf Riege (später Bauhaus-Schüler), K. Leitholf und Heinrich Stegemann sowie Texten von Börries von Münchhausen, W. Leitholf und Franz Kaibel. – Das von der Indien-Begeisterung der Jahrhundertwende inspiriertes Fest der Schüler an Van de Veldes Bauhaus-Vorgänger, mit exotischen Kostümen und einer realistisch wirkenden lebensgroßen Elefantenskulptur, fand am 4. Februar 1913 statt. Bemerkenswert und recht unbekannt ist, dass die erste große Ausstellung von Bauhaus-Arbeiten in Indien stattfand (Kalkutta 1922), initiiert durch die Kunsthistorikerin Stella Kramrisch, die Johannes Itten in Wien kennengelernt hatte. »Das Bauhaus in seinen spirituellen und künstlerischen Experimenten war von Anfang an von der Idee Indiens inspiriert. Im Kontext einer Kunstschule stellte die Aufmachung als Inder(in) – oder als kulturell Andere(r) – allerdings auch eine Möglichkeit dar, um die Ablehnung der europäischen Vergangenheit erkennen zu lassen.« (Elisabeth Otto. Das Bauhaus und Indien. OnlineFassung unter artsandculture.google.com). – Seltenes Ephemera.

33,5 : 21,0 cm. [8] Seiten. – Umschlag lose und mit Randläsuren, Unterrand mit Filmoplast überklebt.

758  Programm des Staatlichen Bauhauses in Weimar. – Lyonel Feininger. Kathedrale.

€ 2000

Holzschnitt. 1919. 30,4 : 18,9 cm (32,0 : 19,7 cm).

Das berühmte vierseitige Flugblatt vom April 1919 mit dem von Walter Gropius verfassten Manifest (»Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! […]« und dem Programm des Bauhauses (Gründung, Ziele, Grundsätze, Lehre, Aufnahme). – Prasse kennt Abzüge auf grauem, hellrotem, gelbem und – wie hier – grünem Papier. – Die erste offizielle Verlautbarung des Bauhauses. Es entstand – unter Leitung von Gropius – im Frühjahr 1919 aus der Vereinigung der Großherzoglichen Hochschule für bildende Kunst und Henry van de Veldes Kunstgewerbeschule. Lyonel Feininger (1871–1956) wurde durch Gropius unmittelbar nach der Gründung des Bauhauses dorthin berufen. Als Konsequenz nach Angriffen der rechtsnationalen Landesregierung in Thüringen, die sich sowohl verleumderisch gegen die Person Gropius’ als auch die Institution selbst richteten, erfolgte der Umzug der Schule nach Dessau. – Das Exemplar aus dem Besitz von Otto Dorfner (1885–1955), dem Buchbinder des Weimarer Bauhauses.

Faltspuren. – Kleine Knitter und Einrisse in den Rändern, zwei Falzeinrisse am Unterrand restauriert.

Wingler 562, A 1. – Prasse, Feininger W 144. – Abbildungen: Wingler Seiten 38–41. – Fleischmann S. 38. – Bauhaus Utopien S. 10

759  Bauhaus – Gerhard Marcks. Das Wielandslied

€ 2500

der älteren Edda in der Übersetzung von R. Simrock. Holzschnitte von Gerhard Marcks. München-Weimar, Bauhaus-Verlag 1923. Zehn Holzschnitte, zwei monogrammiert und datiert, einer betitelt. Mit dem Titelblatt mit Holzschnitt-Signet lose in Originalhalbpergamentmappe (Otto Dorfner).

Erstes Mappenwerk von Gerhard Marcks. – Die vollständige Folge, acht Holzschnitte auf gelblichem Japan-, zwei auf geripptem Büttenpapier. – Der erste Holzschnitt monogrammiert, datiert und betitelt »Die Walküren«, der neunte monogrammiert, datiert und mit »IX« bezeichnet. – Anstelle des vierseitigen Textblatts liegt hier ein vom Künstler eigenhändig so bezeichneter »Musterbogen für den Satz« mit einigen Anmerkungen vor. Die Korrekturangabe »groß groß« beim Titel wurde für die endgültige Fassung berücksichtigt (vgl. Abbildung Lammek S. 77). – Alle Holzschnitte auf Büttenkartons (34 : 25 cm) montiert, das Titelblatt 32 : 25 cm. – Die Mappe mit Spritzdekorpapier bezogen und mit Schwarz gedrucktem Titel wie bei Lammek abgebildet, eine Variante wurde von Anny Wottitz typographisch gestaltet. Innendeckel und Mappenflügel mit dunkelblauem Stempeldruckpapier. – »Das schönste Dokument der Begegnung dieses Künstlers mit dem Expressionismus ist die von Otto Dorfner gebundene Mappe mit den zehn Holzschnitten zum Wielandslied der älteren Edda […], die in 110 Abzügen auf der Handpresse im Staatlichen Bauhaus zu Weimar gedruckt worden sind. Ihr Stil erinnert an die naiven Illustrationen alter Märchen« (Lang, Expressionistische Buchillustration, S. 26). – »Nicht nur wegen der hohen Auflage, sondern auch wegen ihres in den Auseinandersetzungen am Bauhaus nahezu programmatischen Charakters, besitzt die Graphikfolge ›Das Wielandslied‹ […] ein besonderes Gewicht im Frühwerk.« (Lammek, S. 24). – Unikates Exemplar in einer frühen Fassung.

35,8 : 29,8 cm. 10 Holzschnitte, 1 Blatt. – Titelblatt und einige Kartonblätter, teils auch die Holzschnitte, mit wenigen kleinen Stockflecken. Titelblatt mit schwachen Knickspuren.

Lammek H 77.1–11. – Katalog Lindenau-Museum 3014-3023. – Vgl. A und O des Bauhauses, Kat. 137, Abb. 23

760  Bauhaus – Walter Gropius. Idee und Aufbau des Staatlichen Bauhauses Weimar.

€ 600

München, Bauhausverlag [1923]. Mit zwei schematischen Abbildungen. Originalbroschur.

Sehr seltener Separatdruck aus dem im gleichen Jahr erschienenen Band »Staatliches Bauhaus Weimar 1919–23«, dort als Seiten 7–18, hier mit eigener Paginierung. – Gropius’ wichtige Programmschrift des Bauhauses beschreibt neben der grundsätzlichen Idee die Gliederung der Ausbildung in Vor-, Werk-, Form- und Baulehre sowie Bauhaus-Bühne, -Küche und -Siedlung. – Provenienz: Ehemals Dr. Lothar Frede (Jurist, später Kultur- und Kunsthistoriker, 1889–1970), mit Namensstempel. – Gut erhalten.

25,0 : 24,7 cm. 12 Seiten, 2 Abbildungen. – Seitenränder etwas geknittert und mit kleinen Einrissen, Hinterumschlag mit hinterlegtem kurzem Randeinriss.

Fleischmann S. 86. – Dokumentations-Bibliothek II, 29

761  Bauhaus – Arno Müller. Das Staatliche Bauhaus Weimar und sein Leiter.

€ 900

Weimar, April 1924. Gelbe Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Die berüchtigte »Gelbe Broschüre«. Die »Hetzschrift aus der deutschnationalen Ecke mit einer umfangreichen Sammlung entsprechender Zeitungskritiken zur Bauhaus-Ausstellung 1923« (Fleischmann) enthielt auch persönlich diffamierende Angriffe gegen Walter Gropius. – Arno Müller, Obermeister der Weimarer Schlosser-Innung, gab lediglich seinen Namen für dieses Anti-Bauhaus-Pamphlet, der eigentliche »Informant« über die Interna der Hochschule war jedoch Hans Beyer, der jüngst zuvor entlassene Jurist des Bauhauses. Die Wirkung der Schrift in der konservativen Weimarer Öffentlichkeit war erheblich, nur wenige Monate später schloss Gropius die Weimarer Schule und eröffnete das Bauhaus in Dessau neu. – Gedruckt wurde das Heft in der Hof-Buchdruckerei Weimar. – Tadellos erhalten, aus dem Nachlass des Bauhaus-Buchbinders Otto Dorfner.

22,5 : 14,7 cm. 46, [2] Seiten.

Fleischmann 95. – Vgl. Wingler 99 und 139

762  Bauhaus – Kundgebungen für das Staatliche Bauhaus Weimar.

€ 1000

Weimar, Panses 1924. Originalbroschur.

Der abschließende dritte Teil der Erwiderungen des Bauhauses auf die Vorwürfe und Angriffe der neu gewählten rechten thüringischen Landesregierung und Gegner des Bauhauses verzeichnet 32 in- und ausländische Kundgebungen und Protestschreiben. – Die typographische Gestaltung aller drei Teile stammt von Laszlo Moholy-Nagy. Die Paginierung schließt an die »Pressestimmen« und deren »Nachtrag« an. – »Gropius sorgte für eine gedruckte Dokumentation positiver Urteile über das Bauhaus, die er systematisch seit der großen Ausstellung von 1923 anforderte und sammelte, um sie im Kampf um die Existenz des Weimarer Bauhauses einsetzen zu können.« (Ute Brüning, in »Das A und O des Bauhauses, S. 86). – Sehr selten. – Provenienz: Ehemals Dr. Lothar Frede (Jurist, später Kultur- und Kunsthistoriker, 1889–1970), mit Namensstempel. – Sehr gut erhalten.

23,0 : 14,6 cm. Seiten 105–[144]. – Vorderumschlag mit Einschnitt (ca. 4 cm) und einer Ritzspur.

Fleischmann S. 100. – A und O des Bauhauses, KatNr. 129/3

763  Bauhaus – Die Arbeit des Staatlichen Bauhauses.

€ 400

Sonderbeilage der »Thüringer Allgemeinen Zeitung«. Erfurt, Sonntag, 19. Oktober 1924. Mit 13 Abbildungen. Einblattdruck, gefaltet.

Sehr seltenes Originaldokument, das auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen um das Bauhaus erschien. – Enthält die beiden Texte »Ziele und Bestrebungen« von Georg Muche, damals Leiter der Bauhaus-Weberei, und »Die Arbeit der Bauhaus-Werkstätten« von Laszlo Moholy-Nagy. – Die Abbildungen präsentieren die ganze Bandbreite des Bauhauses: Architektur (Versuchshaus am Horn), Mobiliar (Schreibtisch, Stuhl, Küchenschrank) sowie Lampe, Teekanne, Kinderspielzeug u. a. m. – Dazu: Zwei Originalzeitungsbogen aus dieser Zeit: »Allgemeine Thüringische Landeszeitung« vom 30. XII. 1924 mit dem Artikel »Thüringische Staatsregierung und Staatliches Bauhaus« und »Das Volk« vom 3. I. 1925 mit dem Artikel »Die Erdrosselung des Bauhauses« von Max Greil (SPD-Abgeordneter im thüringischen Landtag (1922–1932). Beide Doppelblätter gefaltet und mit leichten Alterungsspuren. – Alle drei ehemals Sammlung Dr. Lothar Frede (Jurist, später Kultur- und Kunsthistoriker, 1889–1970), mit Namensstempel.

48,1 : 31,8 cm.

764  Bauhaus – Joost Schmidt. Feier des 5. Bauhausjahres.

€ 1500

Eintrittskarte. Farbige Lithographie nach Entwurf von Joost Schmidt. 1924. 15 : 12 cm.

Sehr seltenes Dokument einer der letzten Veranstaltungen des Weimarer Bauhauses. – Nachdem sich die Angriffe auf das Bauhaus im Sommer 1924 von Seiten der neuen bürgerlichen Landesregierung verschärft hatten, am 1. September allen Bauhaus-Meistern per April 1925 gekündigt worden war und im November der Etat um zwei Drittel gekürzt wurde, mutet die Ausrichtung des Jubiläumsfestes am 28./29. November als ein trotziges »Nun gerade« an. – Programmpunkte des Abends im Ilmschlösschen waren die Farbenspiele von Hirschfeld-Mack, eine Premiere der Bauhausbühne und ab 10.38 (!) Kaffee-Tafel, Tanz, Tombola u. a. – Gestaltet wurde die Eintrittskarte (und die sehr ähnliche Einladung – siehe unsere Auktion 20, Lot 270) vom damals wichtigsten Typographen des Bauhauses, Joost Schmidt. Mit dem Signet von Joost Schmidt. – Provenienz: Otto Dorfner, Weimar. – Tadellos erhalten.

Vgl. Fleischmann, S. 101 (nur die Einladung). – Nicht in »Das A und O des Bauhauses«, nicht bei Wingler

765  Bauhaus – Die „WAG“-Lampe. Beleuchtungskörper Staatl. Bauhaus Weimar.

€ 750

Einblattdruck. 29,7 : 21,0 cm. Weimar, um 1924.

Seltenes Werbemittel für die frühen Fassungen der Wagenfeld-Lampen, hier mit der flacheren Schirmform. – Mit Werbetexten zu beiden Typen. Die Lampe wurde mit Glasfuß und -stab gebaut, für den Schirm wurde Seide (Type S) oder Glas (Type G) verwendet. – Die sogenannte »Bauhaus-Lampe« wurde von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker unter Verwendung von Bauteilen Gyula Paps in der Weimarer Metallwerkstatt entworfen. Walter Gropius hatte gegen die Auffassungen von Johannes Itten durchgesetzt, dass die Werkstätten mehr massenproduzierbare Produkte entwerfen sollten. Bei der berühmten Lampe, als Designklassiker des 20. Jahrhunderts in der Sammlung des MoMA verewigt, scheiterte man, da die Einzelteile in der Werkstatt des Bauhauses in Handarbeit entstanden. – Ehemals Sammlung Dr. Lothar Frede (Jurist, später Kultur- und Kunsthistoriker, 1889–1970), mit Namensstempel. – Auf Anfrage teilte uns das Wilhelm Wagenfeld-Archiv mit, dass dieser Einblattdruck dort bisher unbekannt war.

Quer gefaltet, links kurzer Falz-, rechts kleiner Randeinriss.

766  Bauhaus – Staatliche Bauhochschule Weimar. Metallwerkstatt.

€ 500 ( R5 )

[Weimar, um 1926]. Mit 15 Abbildungen. Originalbroschur mit Deckelillustration.

Der kleinformatige Katalog stellt Tisch-, Decken- und Wandleuchten von Wilhelm Wagenfeld (9) und Richard Winkelmayer (6) vor, jeweils mit Abbildungen und technischen Angaben. – Die Staatliche Bauhochschule Weimar gilt auch wegen der personellen Kontinuität als Nachfolgeinstitution des Bauhauses. Viele ehemalige Bauhäusler, die nicht nach Dessau wechseln wollten oder konnten, traten 1926 in die von Otto Bartning geleitete Bauakademie ein. Zu ihnen zählten neben Wilhelm Wagenfeld und Richard Winkelmayer, Otto Lindig, Erich Dieckmann, Ewald Dülberg und die Weberin Hedwig Heckemann. Bereits 1930 wurde auch diese Institution ein Opfer der nationalsozialistischen Kulturpolitik und Otto Bartning durch den NS-Ideologen Paul Schultze-Naumburg abgelöst. – Auf dem Umschlag die M29-Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld.

20,7 : 14,8 cm. [15] Blätter. – Es fehlt der wohl unbedruckte Hinterumschlag.

767  Bauhaus – Ernst Kállai. Neue Malerei in Ungarn.

€ 300 ( R5 )

Leipzig, Klinkhardt & Biermann 1925. Mit 83 Abbildungen auf 80 Tafeln. Originalhalbleinenband mit dem rot-schwarzen Originalschutzumschlag (Entwurf: Laszlo Moholy-Nagy).

Erste Ausgabe. – Band II der gestalterisch an den Bauhausbüchern orientierten Reihe »Die junge Kunst in Europa«, die von Georg Biermann herausgegeben wurde. – Umschlag, Einband und Innentitel entwarf Laszlo Moholy-Nagy. – Der ungarische Kunsthistoriker und Publizist Ernst Kállai (1890–1954) hatte bereits in Lajos Kassaks Zeitschrift »MA« publiziert. Von 1920 bis 1935 lebte er in Deutschland, wurde 1928 Schriftleiter der Zeitschrift »Bauhaus« und 1929 Herausgeber der Zeitschrift »Kunstnarr«, von der allerdings nur eine einzige Ausgabe erschien.

22,5 : 16,3 cm. 124 Seiten, 80 Tafeln. – Oberrand des Schutzumschlags mit zwei kleinen hinterlegten Randeinrissen, sonst tadellos.

Dokumentations-Bibliothek VI, 549 (»Ausgezeichnete Monographie«). – Vgl. Das A und O des Bauhauses, KatNr. 292 und 293, Abb. 199/200 (mehrfarbige Entwürfe)

768  Joost Schmidt – Offset.

€ 900

Buch- und Werbekunst. Das Blatt für Drucker, Werbefachleute und Verleger. Jahrgang 1926, Heft 7. Bauhaus-Heft. Leipzig 1926. Mit 18 teils farbigen Tafeln und zahlreichen Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Das legendäre Bauhaus-Heft der Leipziger Zeitschrift »Offset«. – Der von Joost Schmidt entworfene Umschlag wurde bei C. Dünnhaupt, Dessau, mit neun (!) Farben gedruckt. Er zierte 2010 den MoMA-Katalog »Bauhaus – Workshop for Modernity«. – Den Bauhaus-Teil des Hefts konzipierte Moholy-Nagy. Buchschmuck und Typographie des zweiten Teils stammen von Otto Horn. – Das Heft enthält Beiträge von Walter Gropius, Marcel Breuer, Moholy-Nagy, Josef Albers, Herbert Bayer, Gunta Stölzl und Oskar Schlemmer, auf 13 Tafeln und vielen Abbildungen werden Arbeiten des Bauhauses vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf Typographie und Design liegt (u. a. Joost Schmidt »Ÿko«, Moholy-Nagy »Bauhaus-Bücher«, Herbert Bayer »Reklame«), ergänzt um architektonische und kunsthandwerkliche Projekte sowie Malerei und Graphik. – Der zweite Teil enthält Texte und Bilder zum Druckgewerbe.

30,7 : 23,3 cm. [4], 353–428, [20] Seiten. 18 Tafeln. – Umschlagränder etwas unfrisch, Rücken mit restaurierten Fehlstellen. – Ränder innen teils leicht fingerfleckig.

A und O des Bauhauses 131, Abb. 266/267. – Wingler S. 426. – Fleischmann S. 313. – Lang K S. 53

769  Herbert Bayer – Ausstellung Europäisches Kunstgewerbe 1927 […] im Grassimuseum.

€ 1200 ( R5 )

Neue Auflage. Leipzig 1927. Mit 44 Abbildungen auf Tafeln und einem gefalteten Stadtplan. Dreifarbig lithographierte Originalbroschur (Entwurf: Herbert Bayer).

»Diese neue Auflage des Katalogs enthält Ergänzungen in mehreren Gruppen der Ausstellung«. – Die Ausstellung fand im Neubau des Grassimuseums statt. Dieser entstand auf Anregung des Museumsdirektors Richard Graul von 1925 bis 1929. An der von Graul geleiteten Ausstellung waren Künstler und Firmen aus zehn Ländern beteiligt. – Mit Beilagekarte: »Überreicht von der Direktion des Kunstgewerbemuseums«. – Der Vorderumschlag und das identische Ausstellungsplakat wurden nach Entwurf von Herbert Bayer, dem führenden Bauhaus-Typographen und -Graphiker, gedruckt.

20,8 : 14,0 cm. 66, [2, 40, 22] Seiten, 1 Faltplan. – Vordergelenk minimal berieben.

Bayer 1982, 155. – Vgl. Cohen S. 213, Fleischmann 275 (Plakat), Bayer 1982, 156 und A und O des Bauhauses 281 (alle nur das Plakat)

770  George Kobbe – Victor Wittner. Sprung auf die Straße.

€ 500

Gedichte. Berlin, Die Schmiede 1924. Originalpappband mit farbiger Deckelillustration von George Kobbe.

Erste Ausgabe, äußerst selten. – George G. Kobbe (1902–1934) war an der Dada-Messe Berlin 1920 beteiligt (mit der Entwurfszeichnung zum Umschlag von Walter Petrys »Die dadaistische Korruption«), veröffentlichte u. a. in »Schall und Rauch« und zählte neben Georg Salter zu den wichtigsten Graphikern des jungen Verlages »Die Schmiede«. Später arbeitete er für Magazine wie »Uhu« und »Die Dame«. – Victor Wittner (1896–1949) hatte erste Gedichte bereits 1914 in dem schmalen Band »Klüfte, Klagen, Klärungen« veröffentlicht. Die vorliegende Sammlung enthält größtenteils Gedichte aus den Jahren 1914/15 und 1919/20.

23,4 : 18,3 cm. 70, [2] Seiten. – Deckel, besonders der hintere, etwas angestaubt. Rücken oben leicht bestoßen und dort eventuell auch unauffällig fixiert.

Holstein, Blickfang 476. – Hermann/Schmitz 185

  771    Bernhard Kellermann. Der Tunnel.

€ 250

Roman. 1.–25. Tausend der ungekürzten Sonderausgabe. Berlin, S. Fischer 1931. Orangefarbener Originalleinenband mit farbig illustriertem Schutzumschlag nach Entwurf von Georg Salter.

Der Druckvermerk nennt bereits für diese erste Auflage der Sonderausgabe »Einband- und Schutzumschlag-Entwurf von Georg Salter«. Dies steht in irritierendem Widerspruch zu den Anmerkungen Jürgen Hosteins, der diesen Umschlag erst für die Folgeauflage (26.–50. Tausend) nennt. Zudem wird bei dem vorliegenden Exemplar auf der vorderen Umschlagklappe die Gesamtauflage des Romans mit 308.000 beziffert, was ebendieser zweiten Auflage entspricht. – Kellermanns berühmter Roman vom Bau eines transatlantischen Tunnels war bereits 1913 erschienen. Nahezu 20 Jahre zierte die Umschlagillustration von Hans Baluschek den Einband. 1931 wurde diese etwas »altbackene« Stadtansicht durch Salters atemberaubend dynamische Zeichnung, die bildhaft über den gesamten Umschlag reicht, ersetzt. – Das Buch sehr gut, der Umschlag gut erhalten.

18,8 : 13,2 cm. [3]–402 Seiten (so korrekt). – Schutzumschlag am Rücken oben mit kleinen, sorgsam restaurierten Fehlstellen.

Holstein 73, Abbildung S. 85. – Holstein, Blickfang 325. – Pfäfflin 133