ChristianHesse

Literatur und Kunst 20. Jahrhundert | Hesse-Auktionen
Literatur und Kunst 20. Jahrhundert

874  Hommage à Hans Arp.

€ 1800

St. Gallen, Galerie im Erker 1966. Mit 14 signierten Originalgraphiken, diese lose in Originalhalbleinenmappe, mit der illustrierten Originalbroschur im Schuber.

Erschienen zur Ausstellung »Hans Arp«, die vom 5. November 1966 bis 31. Januar 1967, also wenige Monate nach dem Tod des Künstlers, in der Erker-Galerie gezeigt wurde. – Eins von 100 Exemplaren der Sonderausgabe mit den signierten Graphiken, meist Farblithographien, von 14 »Freunden des Künstlers«, nämlich Max Bill (Stanzung), Camille Bryen (Radierung), Piero Dorazio, Hans Hartung, Bernhard Heiliger, Marcel Janco, Asger Jorn, Alberto Magnelli, Robert Motherwell, Giuseppe Santomaso, Michel Seuphor (Linolschnitt), Antoni Tàpies, Fritz Wotruba und Ossip Zadkine. – Makelloses Exemplar mit der selten vollständigen, da häufig »vereinzelten« Suite.

22,8 : 17,5 cm (Katalog und ebenso die Graphiken).

  875    Georges Badin – Serge Mestre. Naissance d’un paysage.

€ 300

Interventions originales de Georges Badin. [Béthune], Collection Ecbolade [um 1978]. Mit zwei Originalgouachen. Lose Bogen in Originalumschlag.

Collection Ecbolade 16. – Eins von 80 Exemplaren (Gesamtauflage 95) mit den beiden Gouachen von Badin, beide mit Collage. – In Schwarz und Blau gedruckt. – Der französische Schriftsteller Georges Badin (1927–2014) hatte sich in den 1970er Jahren der Malerei zugewandt. Er lebte und arbeitete in seiner Heimatstadt Ceret. Serge Mestre, geboren 1952, war seit Anfang der 1970er Jahre literarisch tätig.

33,5 : 23,7 cm. [9] Doppelblätter. – Umschlag mit kleinen Druckstellen.

876  Aubrey Beardsley – Aristophanes. Lysistrata.

€ 600

In deutscher Übertragung. Mit den acht Illustrationen des Aubrey Beardsley. Privatdruck [Wiener Verlag Fritz Freund] 1905. Mit acht Tafeln nach den Zeichnungen von Aubrey Beardsley. Schwarzer Samteinband der Zeit.

Eins von 400 Exemplaren. – Die Tafeln auf Japan und auf graue Kartonblätter montiert, der Text auf Pannekoek-Bütten. – »Originalausgabe in 4° von bekannter Seltenheit! […] Von d[ies]er echten Wiener Lysistrata-Ausgabe sind Exemplare kaum aufzutreiben« (Stern-Szana). – Hayn/Gotendorf bemerkt zu dieser ersten im deutschen Sprachraum erschienenen Ausgabe: »Die starke Erotik der Abbildungen übertrifft noch die Komödie an zügelloser Derbheit.« – Makellos schönes Exemplar in einem vornehm-rätselhaften Handeinband: Schwarzer Samt mit aufgestickten weiß-roten Kreisen, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, schwarze Wildseidenvorsätze.

30,4 : 24,0 cm. [64] Seiten, die letzten beiden leer, 8 Tafeln (H./G. und Stern-Szana verwechseln Seiten und Blätter).

Hayn/Gotendorf IX, 23. – Stern-Szana 236. – Lasner 107 A

877  Ulrich Becher. Männer machen Fehler.

€ 200

Berlin, Rowohlt 1932. Illustrierter Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe von Bechers Erstling. – Titelbaltt mit eigenhändiger Widmung »für die Aufspürung seines 1933 verbrannten Erstlings kopfherzlich dankend«. – Die Umschlagillustration »mit bissigem George-Grosz-Stil« (Jügen Holstein) stammt von Verfasser. Ulrich Becher (1910–1990) wurde nach seinem Abitur Meisterschüler von George Grosz. Mit seinem Erstling stand er als jüngster Autor auf der »Liste auszusondernder Literatur«. – Fünf Beigaben, u. a. Bechers Grosz-Rede zur Ausstellungseröffnung in der Akademie der Künster Berlin 1962 mit Widmung, dem entsprechenden Katalog und »Die Ballade von Franz Patenkindt« (Universitas 1979).

19,1 : 11,5 cm. 247, [5] Seiten. – Hinterdeckel leicht fleckig, Rücken minimal gebräunt.

Holstein, Blickfang 440

  878    Marcus Behmer – Homer. Ilias.

€ 250

Deutsch von J[ohann] H[einrich] Voss. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Askanischer Verlag 1923. Mit Titelholzschnitt und 46 Textholzschnitten. Originalschweinslederband mit Rückenvergoldung und -blindprägung. Deckelvignetten und Kopfschnitt vergoldet.

Fünftes Buch der »Behmer-Drucke« bei Otto von Holten. – Eins von 100 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren, bei denen der Druckvermerk von Marcus Behmer, der Titelholzschnitt vom Künstler signiert wurde. – Auf starkem Zanders-Bütten. – In den Jahren 1920–1924 wurden bei Otto von Holten sechs Bücher unter Verwendung der von Marcus Behmer gezeichneten und bei Klingspor geschnittenen Antiqua gedruckt. Die Vignette auf dem Hinterdeckel mit einer für Behmer typischen »Anagramm-Vignette« der Initialen »LvH«, »AV«, »MB« und »OvH«. – Innen sehr gut erhalten.

30,5 : 24,0 cm. 420, [8] Seiten. – Deckel stockfleckig, Rücken aufgehellt und unten mit kleinem Einriss. – Vorsätze etwas fleckig.

Schauer II, 43. – Rodenberg 244, 5

879  Gottfried Benn. Morgue

€ 2500

und andere Gedichte. Berlin, A. R. Meyer [1912]. Fadengeheftete Originalbroschur.

Erste Ausgabe der literarischen Erstveröffentlichung des Dichters. – Lyrische Flugblätter 21. – Eins von 500 Exemplaren auf Hadernbütten (Gesamtauflage 505). – Der Verleger der »Lyrischen Flugblätter«, Alfred Richard Meyer, erinnerte sich: »Wohl nie in Deutschland hat die Presse in so expressiver, explodierender Weise auf Lyrik reagiert wie damals bei Benn. Sogleich katalogisierte ihn Richard M. Meyer in seiner Literaturgeschichte als den ›Höllenbreughel‹. Die Hamburger Abendzeitung zeterte los: ›Pfui Teufel! Welch eine zügellose, von jeglicher Herrschaft geistiger Sauberkeit bare Phantasie entblößt sich da, welche abstoßende Lust am abgründig Häßlichen […]‹ […] Wie zog sich die Berliner ›Post‹ aus der stotternden Verlegenheit? ›Endlich hat sich der Poet gefunden, der unsere Zukunft heraushebt aus der Nichtigkeit und uns wieder hohe Ziele weist. Goethe muß nun seinen Platz verlassen auf dem Olymp; ein anderer wird ihn einnehmen, und dieser andere heißt Gottfried Benn […]‹« (aus: Die Maer von der Musa Expressionistica, Düsseldorf 1948, S. 15).

18,4 : 14,2 cm. [16] Seiten, einschließlich des »Titelumschlags«. – Rückenfalz fachmännisch und unauffällig restauriert, Vorderdeckel mit winzigem Eckverlust oben am Falz.

Lohner/Zenner 1.1. – Raabe/Hannich-Bode 24.2. – Raabe, Zeitschriften 144.21. – Josch D 4.1

880  Gottfried Benn. Der Ptolemäer.

€ 450

Typoskriptdurchschlag mit eigenhändiger Ergänzung. [Berlin, ca. Oktober 1948]. Eine A4-Seite.

Maschinenschriftlicher Titelblattentwurf zu dem im Februar 1949 erschienenen Buch. – Den unterstrichenen Haupttitel ergänzte Gottfried Benn eigenhändig um den Untertitel »Berliner Novelle 1947«. – Die geplanten Untertitel »Lotosland«, »Der Glasbläser« und auch »Der Ptolemäer« wurden gestrichen, das Buch enthielt schlussendlich »Weinhaus Wolf«, »Roman des Phänotyp« und »Der Ptolemäer«. Auf der unteren Blatthälfte handschriftliche Anweisungen zum Satz, wohl von dem Verleger Max Niedermayer.

Gefaltet, Heftlöcher.

Vgl. Lohner/Zenner 2.85

881  Gottfried Benn. Roman des Phänotyp. Landsberger Fragment, 1944. Inhalt.

€ 600

Typoskriptdurchschlag mit eigenhändigen Korrekturen, Paraphe »G.B.« und Stempel. Berlin [ca. Oktober 1948]. Eine A4-Seite.

Der maschinengeschriebene Entwurf des Inhaltsverzeichnisses. Gottfried Benn korrigierte drei Tippfehler und nummerierte die Inhaltsangabe von 1 bis 18. – Alle Korrekturen bestätigte er durch seine Paraphe und versah das Blatt unten rechts mit seinem Berliner Stempel »Dr. G. Benn | Arzt | Berlin-Schöneberg | Bozener Straße 20«. – Das Buch »Der Ptolemäer«, das »Roman des Phänotyp« enthielt, erschien im Februar 1949 im Limes Verlag.

Mit Faltspuren und Heftlöchern.

882  Gottfried Benn. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 750

Berlin, 15. VI. 1952. Zwei Seiten.

An Helmut Wiemken, Göttingen. – Gottfried Benn bedankt sich für eine Aufführung von »Die Stimme hinter dem Vorhang«. Er habe in seiner Stammkneipe in einer Zeitung »die grosse gute Besprechnung Ihrer Aufführung« gelesen. »Ich war entzückt u. ich spreche Ihnen hiermit meinen Dank und meine Bewunderung aus, dies so fragwürdige Stück aufgeführt zu haben. Es muss ja äusserst interessant gewesen sein zu sehen, was Ihre Regie daraus gemacht hat.« – Aus dem beiliegenden Schreiben Wiemkens an den Benn-Verleger Niedermayer geht hervor, dass es sich um eine Uraufführung der szenischen Fassung im »Göttinger Studio« am 2. Juni 1952 handelte. – Der Brief auf einer Briefkarte (11 : 9 cm) mit gedrucktem Briefkopf Benns. Mit eigenhändige adressiertem Umschlag.

883  Gottfried Benn. Eigenhändiger Neujahrsgruß mit Unterschrift.

€ 500

[Berlin], Dezember 1955.

Angesichts der schlimmen Schmerzen, die Gottfried Benn in den letzten Monaten seines Lebens erleiden musste – er starb am 7. Juli 1956 an Knochenkrebs – rührt sein Gruß »Gesundheit Ihnen beiden und unveränderte Lebensfreude!« den Leser besonders an. Die ungenannten Empfänger grüßte Benn auf einer gedruckten Klappkarte auch im Namen seiner zweiten Ehefrau Ilse. – Dazu: Drei Erstausgaben, alle im Limes Verlag Wiesbaden, alle in Originalbroschur: I. Fragmente. Neue Gedichte. 1951. – II. Probleme der Lyrik. Vortrag. 1951. – III. Aprèslude. 1955. – Der Verleger Max Niedermayer, der den Limes Verlag 1945 gegründet hatte, verlegte die ersten Nachkriegsausgaben Gottfried Benns in Deutschland.

Die Broschurumschläge mit leichten Alterungsspuren.

Lohner/Zenner 1.98, 2.110 und 1.129. – Raabe/Hannich-Bode 24.33, 34 und 41

884  Gottfried Benn – Ilse Benn, dritte Ehefrau Gottfried Benns. Drei eigenhändige Briefe und fünf eigenhändige Brief- und Ansichtskarten, alle mit Unterschrift.

€ 600

Berlin, 18. VI. 1957, Wolfschlugen, 24. I. 1978 und 30. I. 1985 sowie verschiedene Orte.

Ilse Benn (1913–1995) war Zahnärztin und seit 1946 die dritte Ehefrau des Schriftstellers. – Alle an Marguerite Schlüter, Lektorin und spätere Inhaberin des Limes-Verlags, der nach Kriegsende zum Hausverlag Gottfried Benns wurde. – »Marguerite Schlüter war wahrlich das, was man eine ›femme des lettres‹ nennt – nicht nur eine hervorragende Lektorin Benns, sondern auch ein literarisches ›Trüffelschwein‹ […], eine streitbare Kämpferin für die Wahrung von Urheberrechten, und eine vielsprachige, hervorragende Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen« (Carsten Pfeiffer, buchmarkt.de, 20. Mai 2018). – Alle Briefe behandeln die Werk- und Brief-Editionen von Gottfried Benn. »Danke für die letzten Umbruch-Seiten, die heute kamen. […] Sagen Sie bloß Niedermayer noch einmal, dass er sich im Urlaub Ruhe u. Muße gönnen soll. Gut für sein Manager-Herz. […]«. – 1978 schreibt Ilse Benn über die Aufführungen von Benn/Hindemiths Oratorium »Das Unaufhörliche«, 1985 über die Herausgabe des Briefwechsels zwischen Gottfried Benn und Tilly Wedekind »Bin allmählich gespannt auf diesen Band.« – Die Ansichtskarten meist in Berlin abgeschickt, mit kurzen Grüßen und Nachrichten, z. B. »der Raddatz-Artikel Arno Schmidt – Jan Reemtsma. Das ist ein Jahrhundert-Ereignis in der Literatur«. – Beilage: Typoskriptdurchschlag »Gottfried Benn – Bibliographie«. Ca. 1958. Vier Seiten mit eigenhändigen Ergänzungen von Ilse Benn.

  885    Gottfried Benn – Alexander Lernet-Holenia. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 180

Wien, 6. Januar 1957.

An den Limes Verlag in Wiesbaden. – Der Dichter teilt auf Anfrage des Verlegers Max Niedermayer (im Hinblick auf die Gottfried Benn-Briefausgabe) mit, dass er »trotz sorgfältigen Suchens, keinen Brief von Gottfried Benn mehr finden konnte. Er hat mir nicht viele Briefe geschrieben; nur Gott weiß, wohin die wenigen Stücke, infolge von all den Besetzungen, Eroberungen, Verlagerungen an anderem dergleichen von uns erlebten Unsinn mehr, geraten sein mögen«. – Im Literaturarchiv Marbach finden sich die Briefe Lernet-Holenias an Gottfried Benn, nicht aber die schon 1957 vermissten Briefe von Benn an ihn. – Dazu: Monologische Kunst – ? Ein Briefwechsel zwischen Alexander Lernet-Holenia und Gottfried Benn. Im Anhang: Nietzsche nach 50 Jahren. Wiesbaden, Limes 1953. Originalbroschur. Erste Buchausgabe. Aus dem Besitz des Barlach-Bibliographen Friedrich Schult.

Heftlöcher.

Lohner/Zenner 2.130. – Raabe/Hannich-Bode 24.39

  886    Gottfried Benn – Briefe von drei engen Freuden des Dichters, fünf eigenhändig, alle mit Unterschrift.

€ 600

1956–1958 und 1983. Zusammen zwölf Seiten.

I. Frank Maraun (1903–1981, Literatur- und Filmkritiker). Vier maschinengeschriebene Briefe mit Unterschrift. Stuttgart-Zuffenhausen, 9. XII. 1956 bis 20. VII. 1958. – Alle an den Limes-Verleger Max Niedermayer, bezüglich einer Auswahl aus Gottfried Benns Briefen. Meint, »… daß der Brief vom 11. Mai 1936 an mich wegen seiner Dramatik, seiner streithaften Polemik und seiner Sorge um das deutsche Geisteserbe in dieser Sammlung gute Figur machen würde«. Erteilt Auskünfte und erinnert daran, dass er im Bombenkrieg alle Korrespondenzen verloren habe, die »ich nicht zufällig im Keller hatte«. – II. Erich Pfeiffer-Belli (1901–1989, Schriftsteller und Journalist). Vier eigenhändige Briefe. München, 4. I bis 9. V. 1957. Fünf Seiten. – Alle an Max Niedermayer zu dessen Briefedition: »Ich habe einen sehr eigenartigen Brief Benns aus dem Jahre 1936 […] darüber hinaus Briefe und Karten aus den 40er Jahren«. – Mit Niedermayers Gegenbriefen (Typoskriptdurchschläge). – III. Carl Werckshagen (1903–2001, Dramaturg, Schriftsteller und Kritiker, bedeutender Freund und Sammler Benns). Eigenhändiger Brief. Bothel/Rothenburg, 15. VI. 1983. An die Lektorin Marguerite Schlüter, mit Abschrift einer »handschriftlichen Gedichtaufzeichnung« und einer Fotokopie eines Briefes von Ilse Benn an ihn. Berichtet, dass ein privater Sammler für seine Benn-Sammlung, die er dem DLA Marbach anvertraute, 20.000 DM geboten habe. »Ein bekanntes Berliner Auktionshaus hat mir sogar einen noch höheren Versteigerungserlös in Aussicht gestellt […]«. Werckshagen und Benn hatten sich bereits 1924 kennengelernt, nachdem Werckshagen einen Artikel über Benns »Gesammelte Werke« in der Vossischen Zeitung veröffentlicht hatte.

  887    Gottfried Benn – 31 Briefe verschiedener Absender an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

€ 450

Meist 1956–1957..

Nach der Briefausgabe 1957 hatte der Limes Verlag zur Einsendung von weiteren Briefen für eine Neuausgabe gebeten. Fast alle Schreiben beziehen sich auf Briefveröffentlichungen, das Schicksal der Originalbriefe, Verhinderungsgründe und Vorbehalte. – Inhalt: Kadidja Wedekind (1911–1994, Schriftstellerin, Tochter von Frank und Tilly Wedekind). Drei eigenhändige Briefe 1985–1993. Zur Bekanntschaft zwischen Gottfried Benn und ihren Eltern. – Oskar Jancke (Schriftsteller, 1898–1957). Brief mit Unterschrift. – Clemens von Podewils (Schriftsteller, 1905–1978). Drei Briefe mit Unterschrift, einer mit eigenhändigem Zusatz. Der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sieht »aber die Schwierigkeit, die einer Veröffentlichungen im Wege steht«, da die Briefe vertrauliche Fragen berühren. – Gertrud Hindemith (Ehefrau und Nachlassverwalterin von Paul Hindemith, 1900–1967). Beschwert sich über die Veröffentlichung eines Briefes, der sie ausdrücklich widersprochen habe. – Ewald Wasmuth (Philosoph, 1890–1963). Drei Briefe mit Unterschrift. Über sehr persönliche Briefe, einer zum Selbstmord von Benns Freundin Lilli scheine verloren gegangen. – Jürgen Eggebrecht (1898–1982, Schriftsteller). Zwei Postkarten und ein eigenhändiger Brief. – Weitere Briefe von Wolfgang Wilhelm, Frieda, Ulrich Riemerschmid, Bruno Erich Werner (seit 1952 Kulturattaché in Washington): »zum Teil recht ins Prinzipielle gehende Handschreiben sind mir leider durch Krieg + Nachkrieg in Berlin verloren gegangen«, Karl von Finckenstein (enger Freund der Familie), Lutz Weltmann, Werner Damköhler, Maria Proelss, Friedrich Siems, Sven Kluwe, Hilde Körber und Thomas Harlan-Körber (Ehefrau und Sohn des Regisseurs Veit Harlan).

  888    Gottfried Benn – 28 Briefe an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

€ 450

Meist 1956–1957. Meist maschinengeschrieben, alle mit Unterschrift.

Alle Briefe ähnlichen Inhalts, teils mit Gegenbriefen als Entwurf. – Egon Vietta (Schriftsteller, 1903–1959). Eigenhändiger Brief und zwei Postkarten. Über die Positionierung Benns »gegen die Nazis … Wichtig für die alten Angriffe gegen Benn ] […] Positive Reaktionen auf meine Einwendungen gegen den Biologismus und Rassenlehre Hitlers«. – Armin Mohler (Ernst Jüngers Sekretär, 1920–2003). Sechs Schreiben zum Verhältnis zwischen Jünger und Benn. – Pamela Wedekind (Schauspielerin, 1906–1986). Stimmt einer Sichtung der Familienbriefe zu. – Walter Höllerer (Literaturwissenschaftler, 1922–2003). Habe von Ernst Jünger erfahren, dass eine Neuausgabe geplant sei. – Heinz Ullstein (Verleger, 1893–1973). – Karl Schwedhelm (Journalist). Übersendet Abschriften von Benn-Briefen. – Weitere Briefschreiber: Frank Benseler, Wigbert Holle, Johannes Weil, Wilhelm Adams, Hans-Jürgen Blenskens, Hannah Peter-Reeck, Richard Gabel, Richard Gabel, Wilhelm Allgayer, Fritz Martini, Ilse Curtius. – Beigaben: Porträtfotografie.– Magnettonband. Karton beschriftet: »Gottfried Benn liest Gedichte. Mono 38 cm. || Ein Wort, ein Satz | Was bedeuten diese Zwänge […].

  889    Max Peiffer Watenpuhl. Vier eigenhändige Briefe, zwei mit Unterschrift, zwei mit Paraphe »M. P. W.«

€ 400

Salzburg, 7. IX. 1968, und Rom, Februar 1971. Zusammen sieben Seiten.

Alle an die Benn-Lektorin Marguerite Schlüter, zunächst zum Tod von Max Niedermayer, dessen Limes-Verlag sie dann weiterführte: »Betrübt hat mich nur, dass Sie nicht über den Verlust von M. N. hinauskommen. Denken Sie immer, dass er bei Ihnen ist, auch wenn er abwesend ist.« – Der Künstler berichtet von seiner Arbeit an den Venedig-Mappen für Gotthard de Beauclair (»Es ist viel, aber schöne Arbeit«) und ein Aquarell, das für sie reserviert sei. – Aus Rom schreibt er über verlorene Post, seine Erkrankung (»Maschine kann ich nicht mehr schreiben, sehr miserabel mit der Hand«), dankt für eine nun angekommene Sendung und berichtet über eine Künstlerfreundschaft: »Mit Schwitters war ich sehr befreundet. Er war ein Original, sehr komisch und zog immer mit einem Rucksack voller Bilder herum. Dann zitierte er Anna Blume – Du tropfes Tier, ick liebe Dir […]«. – Zwei adressierte Kuverts. – Beilage: Entwurf eines Antwortbriefes von Marguerite Schlüter an Peiffer Watenpuhl.

  890    Heinrich Böll. Das Vermächtnis.

€ 250

Kurzroman. Mit einer Porträt-Lithographie von Celestino Piatti und einem Nachwort von Heinz Friedrich. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1981. Mit einer signierten Lithographie in eingebundenem Passepartoutblatt. Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Der bis dahin unveröffentlichte Kurzroman von Böll erschien anlässlich des 20. Jubiläums der Reihe »dtv-Taschenbücher« in bibliophiler Ausstattung und Großformat.

42,7 : 33,2 cm. 55, [5] Seiten, 1 Lithographie.

891  Hermann von Boetticher. »Tomasio!«

€ 500

Novelle. Mit fünfzehn Zeichnungen von Otto Schoff. Berlin, S. Fischer 1926. Ohne Illustrationen. Privater Lederband, Blockbuch mit Durchstichheftung.

Aufgebundene Korrekturbögen, der zweite und dritte Bogen mit Datumsstempel »22. März 1926«. Entgegen der Angabe auf dem Titelblatt noch ohne Illustrationen. Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Unikum, geplant war lt. Druckvermerk eine Startauflage von 3000 Exemplaren, jedoch dürften nur wenige Korrekturabzüge gedruckt worden sein. Kein Exemplar in KVK, im Verlagsarchiv oder im Boetticher-Nachlass der USB Göttingen. – Dazu: Hermann von Boetticher. Das Bild. Novelle. Berlin, S. Fischer 1924. Halbleinenband. Erste Ausgabe. – Noch im Dezember 1924 hatte sich Klabund begeistert über den Vorabdruck »Tomasio« in »Der Neue Merkur« geäußert. Diese von Fischer geplante Fortsetzung des ersten Novellenbandes »Das Bild«, Boettichers letzter Buchpublikation, ist nicht mehr erschienen. 1925 wurde der Verfasser erstmals wegen Schizophrenie behandelt. 1930 erkrankte Boetticher erneut und wurde für Jahre in eine Heilanstalt in Hildesheim aufgenommen. 1934 erzielte Gustav Gründgens mit der Inszenierung »Der König« nach Boettichers Theaterstück »Friedrich der Große« beachtliche Erfolge. Der Dichter jedoch wurde ein Opfer der nationalsozialistischen »Rassenhygiene«. Nach jahrelanger Verwahrung in einer geschlossenen Anstalt wurde er 1941 vermutlich in der NS-»Tötungsanstalt« Pirna-Sonnenstein ermordet.

21,2 : 13,5 cm. 59, [5] Seiten. – 22,6 : 14,8 cm. 84, [4] Seiten.

892  Wolfgang Borchert. Die Hundeblume.

€ 450

Erzählungen aus unseren Tagen. Hamburg, Hamburgische Bücherei 1947. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe der ersten Prosaveröffentlichung Borcherts. – Auf dem Vortitel signiert und datiert »August 1947«. – Wolfgang Borchert (1921–1947) traf wenige Tage nach Kriegsende in seiner Heimatstadt Hamburg ein. Von den Strapazen des Krieges und der Flucht – Borchert hatte 600 km zu Fuß zurückgelegt – gesundheitlich stark angegriffen, schrieb er 1946 die vorliegenden Prosastücke sowie wenige Gedichte und das Drama »Draußen vor der Tür«. Im September 1947 reiste Borchert nach Basel und erhoffte dort bessere medizinische Behandlung, verstarb jedoch am 20. November. – Eines der ganz seltenen von Borchert signierten Bücher.

17,8 : 11,2 cm. 132 Seiten. – Der Broschurumschlag minimal geknittert.

Burgess 4

893  Rolf Dieter Brinkmann. Standphotos.

€ 1200

Vier zweiteilige Farbätzungen von Karolus Lodenkämper. Duisburg, Guido Hildebrandt 1969. Mit vier signierten, jeweils zweiteiligen Farbätzungen. Originalbroschur mit weißem Folienumschlag, im Originalschuber.

Hundertdruck VI. – Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert und nummeriert, jede der vier, jeweils in zwei Farbstellungen gedruckten, Farbätzungen wurde vom Künstler signiert. – »Vollends ästhetizistisch geriet ›Standphotos‹, großformatig und gefertigt aus transparenter PVC-Folie. Die Texte verschwimmen mit den Radierungen von Karolus Lodenkämper abgestuft ineinander. Dermaßen geschmackvoll verpackt wird Lyrik wieder zu einer esoterischen Angelegenheit. Um so überraschender, daß einige der hier enthaltenen Gedichte zu den freundlichsten und entspanntesten gehören« (Otto F. Riewoldt in KLG). – Die acht Farbätzungen und die 13 Textseiten wurden auf transparente Folien gedruckt. – Eine der seltensten Brinkmann-Editionen und einer der gesuchtesten Hundertdrucke.

40 : 27 cm. 13 Textfolien, 8 mit Radierungen. – Der Schuber etwas lädiert, sonst tadellos.

Seinsoth 16. – Geduldig/Wehebrink 128. – Spindler 157.6

894  Paul Celan. Der Sand aus den Urnen.

€ 6000

Gedichte mit 2 Originallithographien von Edgar Jené. Wien, A. Sexl 1948. Mit zwei Lithographien. Halbleinenband mit Papierbezügen, Vorderdeckel mit rotgeprägtem Titel.

Erste Ausgabe von Celans erster Buchveröffentlichung, eins von nur wenigen Exemplaren. – Drei Seiten mit kleinen Bleistiftkorrekturen, eventuell vom Dichter selbst. – Enthält die drei Zyklen »An den Toren«, »Mohn und Gedächtnis« und »Todesfuge«. – Laut Druckvermerk erschienen 500 nummerierte Exemplare. »Wegen der zahlreichen Satzfehler, auch wegen des Einbandes und der beiden Lithographien Edgar Jenés fühlte sich Celan sofort nach Erhalt genötigt, das Buch telegraphisch aus dem Handel nehmen zu lassen. Die im Nachlaß erhaltene […] Schlußrechnung […] weist insgesamt neun in den Handel gelangte Bände nach« (Andreas Lohr). – Das vorliegende Exemplar ist unnummeriert und befand sich ursprünglich im Besitz des österreichischen Surrealisten Max Hölzer (1915–1984), der 1950 zusammen mit Edgar Jené die »Surrealistischen Publikationen« herausgab, u. a. mit Gedichten von Paul Celan. Aus dem Nachlass Hölzers erworben von dem Germanisten und Celan-Biographen Theo Buck (1930–2019).

22,0 : 14,7 cm. 61, [3] Seiten. 2 Lithographien. – Deckelkanten etwas, die Deckel selbst nur leicht berieben. – Seitenschnitt und vier Seitenränder mit kleinen Flecken.

Heuline 1-1. – Glenn B 1. – Vgl. Werkausgabe Bd. II/III, 2. Abteilung, S. 48

  895    Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

€ 2000

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Kapitale und Ecken minimal berieben. – Auf dem vorderen Vorsatzblatt Schabspur von getilgtem Sammlerstempel.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

  896    Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

€ 1200

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbig, und einer doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Ecken und Kapitale leicht, das untere stärker bestoßen, dort die Gelenke angeplatzt. – Vortitel mit Besitzvermerk, hinterer Innendeckel mit Widmung der Vorbesitzerin. – Ränder leicht verfärbt bzw. angestaubt.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

  897    Marc Chagall – Julien Cain, Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithographe.

€ 2000

Band I [bis] VI. Monte-Carlo, André Sauret 1960–1986. Mit insgesamt 28, meist farbigen Lithographien, davon vier auf den Umschlägen, und zahllosen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Das vollständige Werkverzeichnis der Lithographien, in deutscher Sprache. – Der Katalog wurde maßgeblich von Chagalls Drucker Mourlot erarbeitet und in den originalgraphischen Teilen von diesem gedruckt. – Mit Vorworten von Marc Chagall (Band I), Fernand Mourlot (II), Julien Cain (III), Charles Sorlier (IV), Robert Marteau (V) und Roger Passeron (VI). – Die ersten beiden Bände mit je elf Lithographien im Buch, die nächsten beiden mit je einer Lithographie als Frontispiz, alle vier mit originallithographischen Umschlägen. – Unverzichtbares Œuvreverzeichnis in üppiger Ausstattung und tadelloser Erhaltung, nahezu druckfrisch.

33,0 : 25,0 cm.

Cramer 43, 56, 77 und 94

898  Walter Cyliax – Friedrich Hölderlin. An die Natur.

€ 300

Leipzig 1922. Mit einem Holzstichporträt. Durchstichgehefteter Originalseidenband in Kassette.

Eins von nur 25 Exemplaren. – Gesetzt und gedruckt von Walter Cyliax (1899–1945), damals Student an der Staatlichen Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. Wahrscheinlich stammen auch das kleine Hölderlin-Porträt und die Druckermarke »W C« von ihm. Beide wurden, wie auch die Initialen und zwei kleine Zierstücke, in Rötel gedruckt. – Auf Chinapapier, als Blockbuch gebunden. – Ab 1924 arbeitete Walter Cyliax in Zürich und wurde künstlerischer Leiter und Prokurist der Druckerei der Gebrüder Fretz. Durch seinen Lehrer Jan Tschichold kam er unter anderem in Kontakt zu Schwitters »ring neue werbegestalter«. – Sehr selten, das Buch tadellos erhalten.

17,5 15,7 cm. [18] Seiten. – Kassette berieben. – Innendeckel mit dem Monogrammstempel des Kalligraphen MK Neudold.

899  Jürgen Czaschka – Gottfried Benn. Statische Gedichte.

€ 300

Jürgen Czaschka. Kupferstiche. Berlin, Handpresse Gutsch 1987. Zehn signierte Kupferstiche und lose Doppelblätter in blauer Originalleinenkassette mit montierter Kupferstichvignette.

Eins von 20 Exemplaren in der Leinenkassette (Gesamtauflage 25 und drei Künstlerexemplare). – Jürgen Czaschka (1943–2018) eröffnete 1983 die Galerie »Il burino« mit einer Ausstellung des Leipziger Graphikers Baldwin Zettl, der Czaschkas graphisches Werk deutlich beeinflusste. – Die Kupferstiche (20 : 15 cm) mit Tonplatte auf schwerem Zerkall-Bütten, jeder eingelegt in ein Doppelblatt mit dem in Blau gedruckten Text. – Alle Kupferstiche betitelt und nummeriert. – Mit einem Nachwort von Curt Grützmacher. – Exlibris. – Beilage: Ausstellungskatalog zu einer Präsentation des Mappenwerks durch den Schering Kunstverein 1987.

41,8 : 30,7 cm. 15 lose Doppelblätter, 10 Kupferstiche.

Spindler 103.18

  900    Gertrude Degenhardt. Fiddle & Pint.

€ 200

Pinselzeichnungen · Tempera auf Holz · Radierungen. Mainz, Edition GD 2000. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Im Schuber.

Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe C mit der Radierung »Encore«, zusätzlich mit einer Bleistiftzeichnung der Künstlerin auf dem vorderen Vorsatz. – Katalog der Ausstellung »Fiddle & Pint« in der Kenny Gallery, Galway, September 1999.

23,0 : 21,3 cm. [8], XI, [5], 69, [1] Seiten, 1 Radierung.

901  Charles Despiau – Charles Baudelaire. Poèmes.

€ 1200

Illustration de Charles Despiau. Paris, Éditions Gonin Freres 1933. Mit 50 Illustrationen, teils blattgroß, davon 43 Lithographien von und sieben Holzstiche nach Despiau. Kobaltblauer Saffianlederband mit reicher ornamentaler Filetenvergoldung, roten Lederspiegeln mit goldgeprägter Illustration und roten Seidenvorsätzen. In Halblederchemise und Schuber mit Lederkanten (signiert: W. Ewert). – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von fünf römisch nummerierten Künstlerexemplaren auf holländischem Bütten (Gesamtauflage 99 und 15 Künstlerexemplare, je auf drei unterschiedlichen Papieren). – Im Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Das Frontispiz mit eigenhändiger Widmung für den Berliner Verleger Erich Steinthal (1890-1963) »en toute sympathie«. – Charles Despiau (1874–1946) zählt neben Auguste Rodin, Aristide Maillol und Antoine Bourdelle zu den wichtigsten französischen Bildhauern des frühen 20. Jahrhunderts. In den feinlinigen Aktzeichnungen, die hier Baudelaires Dichtungen illustrieren, wird besonders seine Nähe zu Maillol sichtbar. – Prächtiger Handeinband.

31,5 : 26,0 cm. [4], 105, [7] Seiten. – Seitenkante des Vorderdeckels mit kleiner Druckstelle, oberes Kapital mit kleinem Einriss.

Monod 1158. – Skira 92. – Rauch 175. – Garvey 83 »carefully balanced pages« (mit ganzseitiger Abbildung). – Strachan 330

  902    Jim Dine. Gedichte und Zeichnungen.

€ 250

Aus dem Amerikanischen von Heiner Bastian. Frankfurt am Main, März 1971. Mit einem farbigen Titelbild und zehn blattgroßen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Auf dem Titelblatt die Widmungen vom Übersetzer, dem späteren Kunstsammler und -händler, und dem Künstler höchstselbst »25 Years later in Berlin || Jime Dine 1995«. – Die Texte in Englisch und Deutsch. Das Motiv »Heart«, das hier zwölfmal viariiert wird, war damals ein zentrales in Dines Œuvre. – Heiner Bastian wurde in den 1960er Jahren als Übersetzer amerikanischer Underground-Lyriker bekannt.

26,5 : 19,2 cm. 96 Seiten, 1 Tafel. – Das Titelbild etwas gelockert.

903  Otto Dix. Das Evangelium nach Matthäus.

€ 600

Luther-Übersetzung revidiert 1956. Originallithographien. Berlin, Käthe Vogt 1960. Mit 33 Lithographien, davon 25 blattgroß. Orginalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel. Im Schuber.

Eins von 300 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, gebunden in Halbpergament und, wie die ersten 100, auf dem Titelblatt von Otto Dix signiert (Gesamtauflage 2.000). – »Dix hielt sich in diesem letzten Zyklus von sklavischer Texttreue wie von illustrativer Gefälligkeit frei. Was ihn interessierte, war der szenische Reichtum des Stoffes, die Fülle an Ereignissen, an merkwürdigen und tragischen Situationen.« (Hans Kinkel, zitiert nach Karsch). – Tadellos schönes Exemplar.

29,5 : 23,5 cm. 104, [4] Seiten. – Innendeckel und Schuber mit kleinem Monogrammstempel.

Karsch 235–271. – Tiessen II, 1

904  DDR-Literatur – Bernd Jentzsch. Drei Erstausgaben, alle mit Widmungen.

€ 250

1961–1978.

I. Alphabet des Morgens. Halle/Saale, Mitteldeutscher Verlag 1961. Mit acht Illustrationen nach Holzschnitten von Peter Meyer. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Erste Ausgabe des Erstlingswerkes. – II. Jungfer im Grünen und andere Geschichten. Rostock, Hinstorff 1973. Illustrierte Originalpappband. – III. Quartiermachen. Gedichte. München und Wien, Carl Hanser 1978. Originalbroschur. – Alle Titelblätter mit eigenhändiger Widmung des Verfassers für einen Berliner Sammler, entstanden 1986 und Anfang der 1990er. – Bernd Jentzsch (geboren 1940) ist sowohl als Lyriker und Erzähler als auch als Herausgeber tätig. Legendär ist die von ihm in Ostberlin herausgegebene Lyrikreihe »Poesiealbum« (siehe KatNr. 905). 1976 protestierte er gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Da man ihm in der DDR Strafverfolgung androhte, kehrte er 1976 von einem Studienaufenthalt in der Schweiz nicht in seine Heimat zurück.

Oberrand des Schutzumschlags mit winzigen Läsuren.

905  Poesiealbum.

€ 1200

Nummern 1–275 [alles Erschienene], 15 Sonderhefte und das »abschließende« Heft 276. Berlin, Verlag Neues Leben 1967–1990, und Assenheim, Brennglas 1991. Mit je einer doppelseitigen Illustration nach Zeichnungen und Graphiken. 294 farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Reihe mit allen Sonderheften, dazu zwei veränderte Nachauflagen der Hefte 1 (Bert Brecht) und 32 (Karl Marx) und das abschließende Heft 276 (Bernd Jentzsch, Begründer und langjähriger Herausgeber der Reihe, von ihm signiert). – Die Reihe vereint deutsche Klassiker, Autoren der Weltliteratur und viele DDR-Autoren, teils mit Erstveröffentlichungen. Jedes Heft enthält bio-bibliographische Anmerkungen zum Autor. Die Illustration und der Umschlag jedes Hefts stammt von bekannten Graphikern und Buchillustratoren der DDR. Die ersten 121 Hefte wurden von Bernd Jentzsch herausgegeben, wobei dessen Name schon seit 1977 (Heft 112) nicht mehr genannt wurde, nachdem er sich gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann solidarisiert hatte. – Herbert Kästner schrieb einmal, »dass das ›Poesiealbum‹ in späteren Jahrzehnten den Rang erhält, den wir heute etwa der Reihe ›Der jüngste Tag‹ zusprechen« (Marginalien, zitiert nach Kollegenkatalog). – Die Liste der Autoren ist so umfangreich und vielfältig, dass jedwede Auswahlauflistung vermessen wäre. Wir nennen dafür die Sonderhefte: Gedichte für Vietnam. – Mikis Theodorakis. – Alle 13 Ausgaben zu »Poetenseminar« 1971, 1972 und 1979–1989. – Das seltene Bukowski-Heft 225 hier mit Widmung und Monogramm des Illustrators Volker Pfüller. – Durchgehend sehr gut erhalten.

21,6 : 12,4 cm.

906  Sarah Kirsch. Landaufenthalt. – Zaubersprüche. – Rückenwind.

€ 300

Berlin und Weimar, Aufbau 1967, 1973 und 1976. Originalleinenband und zwei Originalpappbände, alle mit Schutzumschlag. – Widmungsexemplare.

Erste Ausgaben. – Alle mit eigenhändiger Widmung, »Rückenwind« zudem mit eigenhändigem Gedichtzitat, für einen Berliner Leser und Sammler, entstanden bei Lesungen nach 1980. – Dazu vier weitere Erstausgaben, alle mit Widmungen: Drachensteigen. Ebenhausen, Langewiesche-Brandt 1979. – La Pagerie. Stuttgart, DVA 1980. – Erdreich. 1982. – Irrstern. 1986. – Die Widmungen teils mit Zitaten und kleiner Zeichnung. – Interessantes Konvolut mit dem Erstling Sarah Kirschs, ihrem letzten vor ihrer Ausreise in die BRD erschienenen Gedichtband und der ersten Publikation in Westdeutschland nach ihrer Übersiedlung. – 1976 gehörte Sarah Kirsch zu den Mitunterzeichnern der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Seitdem von der Staatssicherheit überwacht, entschloss sie sich 1977 zur Ausreise in die BRD. – »Sarah Kirsch ist von uns fortgegangen, weil sich hier keine Zeile mehr fügen wollte, und keine Zeitung, kein Rundfunkkommentar, keine Aktuelle Kamera hat (oder irre ich mich doch?) es für nötig befunden, diese Tatsache unserem Publikum mitzuteilen« (Franz Fühmann 1977 in einem erst 1990 veröffentlichten »Offenen Brief« an den Leiter der Abteilung Buchhandel im Ministerium für Kultur der DDR, Klaus Höpcke). – Dazu: Zaubersprüche. 2., erweiterte Ausgabe. 1976. Widmungsexemplar. – Alle gut und sehr gut erhalten.

Die drei Schutzumschläge der Aufbau-Ausgaben mit winzigen Randeinrissen.

907  DDR-Literaten – Uwe Kolbe. Drei Erstausgaben und eine »zensierte« Neuausgabe, alle mit Widmung.

€ 250

Berlin und Weimar, Aufbau 1980–1986. Originalpappbände mit illustrierten Schutzumschlägen.

I. Hineingeboren. Gedichte 1975–1979. 1980. Umschlag mit Titelbild von Trakia Wendisch. Mit der Widmung »Wir leben mit Rissen in den Wänden, ist es dir aufgefallen?«, datiert 1994. – II. Abschiede und andere Liebesgedichte. 1981. Mit zehn ganzseitigen Illustrationen von Trakia Wendisch. – III. Abschiede. 2. Auflage. 1985. Mit ausführlicher Widmung von 1985 »Erinnerung tritt dämmrig auf, verweist ins Leuchten der Kindheit«. In dieser Nachauflage durfte der Brief Kolbes an Lothar Walsdorf nicht mehr abgedruckt werden. – IV. Bornholm II. Gedichte. 1986. Umschlagillustration von Sabine Grzimek. – »Hineingeboren«, Kolbes Erstlingswerk, enthält das Nachwort von Franz Fühmann »Was soll ich noch sagen? Ecce poeta – siehe, da ist ein Dichter!« Fühmann setzte sich in der DDR für unangepasste junge Lyriker wie Uwe Kolbe, Wolfgang Hilbig und Lothar Walsdorf ein. »In der Akademie der Künste plädierte er außerdem dafür, Nachwuchstalente als Meisterschüler erfahrener Kollegen aufzunehmen und ein Gremium einzurichten, das regelmäßig vielversprechende Begabungen vorstellen sollte. Fühmann selbst bot Uwe Kolbe an, ihn als Meisterschüler aufzunehmen, doch scheiterte die Einführung des Mentorenmodells letztlich an Widerständen unter den verantwortlichen AdK-Mitgliedern« (Katharina Deloglu, Diss. Berlin 2015). – Uwe Kolbe, Jahrgang 1957, hielt 1984 die Trauerrede ans Fühmanns Grab.

Umschlagränder teils leicht gebräunt, zwei unten mit kleinem Wasserfleck.

  908    Dietz Edzard – Nikolai Vasilewic Gogol. Wij.

€ 450

Eine Volkslegende. Mit sechs Radierungen von Dietz Edzard. München, Pflüger 1924. Mit sechs signierten Radierungen. Originalbroschur und sechs Passepartouts lose in Originalhalbpergamentmappe.

Eins von 100 Exemplaren, weitere fünf kamen nicht in den Handel. – Text und Radierungen wurden auf Büttenpapier gedruckt, die Radierungen auf chamoisfarbenes und in Passepartouts eingelegt. – »In ›Wij‹ erreicht die aus folkloristischen Quellen schöpfende Phantastik Gogols […] ihren Höhepunkt und gleichzeitig ihren Abschluß« (KNLL VI, 561). – Ins Deutsche übertragen von Karl Nötzel.

42,3 : 30,3 cm (Mappe). [10], 32, [6] Seiten. – Die Mappe etwas berieben und verzogen, Textheft und vier Radierungen stockfleckig, eine stärker.

Katalog Lindenau-Museum 482-487. – Sennewald 24,2. – Lang E 44. – Jentsch, Expressionismus 144

  909    T. S. Eliot. Triumphal March.

€ 600

Drawings by E. McKnight Kauffer. London, Faber & Faber 1931. Mit einem Frontispiz und einer blattgroßen farbigen Illustration. Originalpappband mit goldgeprägtem Titel.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe (»large-paper edition, printed on English hand.made paper«), vom Verfasser unter dem Editionsvermerk signiert. –Erschienen als No. 35 der Reihe »The Ariel Poems«. – Sehr schönes Exemplar.

22,0 : 14,3 cm. [12] Seiten. – Vorderdeckel mit winzigen Flecken.

910  Max Ernst – René Char. Dente prompte.

€ 900

Poème. Paris, Galerie Lucie Weill 1969. Mit elf farbigen Lithographien nach Collagen von Max Ernst, davon eine auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 240 Exemplaren (Gesamtauflage 290). – Von Autor und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Gedichte von René Char erschienen erstmals 1938 in »Dehors la nuit est gouvernée« unter dem Titel »Versions«.

49,0 : 41,0 cm. [58] Seiten. – Kassette mit Gebrauchsspuren, Ränder berieben. Umschlaglithographie gebräunt.

Spies/Leppien A 19c

911  Max Ernst – Werner Heisenberg. Die Bedeutung des Schönen in der exakten Naturwissenschaft. The meaning of beauty in exact natural science.

€ 900 ( R5 )

Mit drei Original-Farblithographien von Max Ernst. Stuttgart, Belser 1971. Mit drei Farblithographien. Originalleinenband mit rot-goldenem Lederrückenschild. Im Originalleinenschuber mit blau-goldenem Büttendeckelschild.

Siebter Druck der Belser-Presse. – Eins von 185 Exemplaren, weitere 20 Exemplare waren nicht für den Handel bestimmt. – Der Druckvermerk von Max Ernst, das Titelblatt von Werner Heisenberg signiert. – Festvortrag zur öffentlichen Jahresversammlung der Bayerischen Akademie der Künste, München, am 9. Juli 1970. Die Übertragung ins Englische besorgte Enrico Cantore, New York. – Die Farblithographien schuf Max Ernst im Frühjahr 1971, gedruckt wurden sie von Pierre Chave in Vence. – Auf festem Velin, gedruckt in der 18p Univers, Druck und Handbindearbeiten von Christian Belser, Stuttgart. – Sehr gutes Exemplar.

39,0 : 29,0 cm. 79, [5] Seiten, 3 Lithographien.

Spies/Leppien 198 I–III D (von D). – Spindler 64.7

  912    Anatole France. Les poèmes dorès.

€ 200 ( R5 )

Paris, Edouard-Joseph 1920. Hellbrauner Ecrasélederband mit reicher Fileten-, Rückentitel- und Kopfschnittvergoldung (signiert: L. Bernard). Gold-marmorierte Vorsatzpapier und Spiegel. Der vollständige Originalumschlag eingebunden.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1100). – Schöner breitrandiger Druck in Gold und Schwarz auf chamoisfarbenem Bütten. – Auch der elegante Handeinband von L. Bernard widmet sich der titelgebenden ersten Abteilung. – Enthält auch »Idylles et légendes«, »Leuconoé« und weitere Dichtungen. – Exlibris Stig Wilton.

19,8 : 15,8 cm. 183, [9] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Vorderdeckel mit leichten Wasserflecken. – Unbeschnitten.

Talvart/Place VI, 134, 3 B. – Mahé II, 127

913  Bruno Frank. Sechzehntausend Francs.

€ 300

Los Angeles, Pazifische Presse 1943. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Eins von 150 Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 250), in Halbleder gebunden und vom Verfasser signiert. – Privatdruck der Pazifischen Presse, die 1942 von Felix Guggenheim und Ernst Gottlieb gegründet worden war. Die Auswahl beruhte hauptsächlich auf persönlichen Beziehungen zu den Autoren. Insgesamt erschienen elf Werke. Beide Verleger sahen voraus, dass die Pazifische Presse mit Kriegsende ihre historische Bedeutung verlieren würde; die Arbeit in dieser Zeit legte den Grundstein für den weiteren Berufsweg der beiden Verleger – Ernst Gottlieb wurde Antiquar, Felix Guggenheim Literaturagent. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers: Unter dem Gedicht »Ein Dichter sagt: Der Torweg bin ich nur […]« folgt der Gruß »Für Ernst Gottlieb, in dankbarer Freude über die ›Pazifische Presse‹«, datiert 11. März 1943.

24,8 : 17,0 cm. [8], 53, [3] Seiten. – Rücken berieben, oben mit Filmoplaststreifen fixiert.

Exilarchiv 1552b

914  Bruno Frank. Eigenhändige Postkarte und drei eigenhändige Briefe, alle mit Unterschrift.

€ 500

Dresden, Aigen/Salzburg und Beverly Hills 1930–1944.

I. Karte, Dresden 5. IX. 1930: An Manuel Gasser in Arles-en-Provence. Dankt für einen Brief und bittet um Geduld hinsichtlich der Antwort »Wie Sie sehen, befinde ich mich auf Reisen«. Die Ansichtskarte mit der Fassade des Deutschen Hygiene-Museums Dresden. – II. Brief, Aigen, 25. XII. 1935: An einen Herrn Frey. Dankt für ein Geschenk. »Ich finde beide Blätter ganz großartig, wunderbar gemacht, hochwitzig und von einem ganz originellen Zauber.« – III. Brief, Beverly Hills 27. VIII. 1942: Saschalein, was wir wünschen, ist ja so klar: Gesundheit, begeisterte Patienten […]«. – Brief, Beverly Hills 28. XII. 1944: An Herrn Gottlieb, wohl den Herausgeber der Pazifischen Presse: »wenn’s Ihnen nicht zu viel Mühe macht – würden Sie mir von meinem Lieblingsportrait 10 oder 12 Abzüge auf Glanzpapier machen und zwar im Postkartenformat? Man braucht doch hie und da so etwas, […]« – Dazu: Zwei Porträtfotografien, rückseitig mit Paraphe »G«, und ein Beilageblatt »Herzlich dankend und grüssend Ihr B.F.« – Beigabe: Danksagung der Witwe Elisabeth (»Liesl«) Frank. Maschinengeschrieben und signiert, auf der Rückseite des gedruckten Gedichts »In jedem Hause«, »das bei der Beisetzung gesprochen wurde«.

915  Bruno Frank. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 400

Aigen bei Salzburg, 12. August 1936. Zwei Seiten.

An den Filmproduzenten Paul Kohner (1902–1988) in Hollywood. » […] Frau Dagmar Wolfski fordert mich auf, Ihnen das Stück ›Zwölftausend‹ zu schicken, an dessen Filmmöglichkeiten sie glaubt. Auch mir scheint, dass gerade unter amerikanischen Gesichtspunkten da eine Aussicht sein sollte. Sie werden, wenn Sie das Stück durchsehen, sofort erkennen, wo der Accent liegen müsste: auf dem Unabhängigkeitskrieg und der Erklärung der Menschenrechte […] in der richtigen Hand könnte geradewegs ein amerikanischer National-Film zu Stande kommen.« – Dazu: Zwölftausend. Schauspiel in drei Akten. 5.–6. Tausend. Berlin, Ernst Rowohlt um 1928. Originalpappband. Der Hinweis auf die Bühnenrechte des Drei Masken Verlages wurde von Bruno Frank gestrichen und durch den eigenhändigen Zusatz »All rights repurchased by the Author, Dr. Bruno Frank. Aigen bei Salzburg, Austria« korrigiert. – Eine Verfilmung des Stücks entstand erst 1950 in England, 1956 folgte eine deutsche Fassung.

  916    Bartley Freedman – Barnett Freedman. Eight Proof Lithographs for »Oliver Twist«.

€ 300

Acht Farblithographien. 1939. 17,7 : 11,3 cm (ca 25 : 16 cm). Im Stein signiert und datiert.

Probedrucke der Illustrationen zur Buchausgabe der Heritage Press im Limited Edition Club. – Der englische Graphiker Barnett Freedman (1901–1955) illustrierte eine Vielzahl von Büchern. Die vorliegende Folge der Hauptcharaktere des Romans enthält alle acht Illustrationen der 1939 erschienenen Buchausgabe. – Die losen Blätter in einem vom Künstler eigenhändig betitelten Umschlag mit Widmung »For Jack Beddington« und mit einem eigenhändigen Brief an diesen Empfänger »I hope you will have these rough proofs of a job I did just before ›war‹ broke out.« Jack Beddington (1893–1959) war in den 1930er Jahren Manager von »Shell-Mex and BP«. – Dazu: Eine zweite Folge, am Unterrand typographisch bezeichnet »Printed in Great Britain«, eine Lithographie mit eigenhändiger Widmung des Künstlers, datiert 1943. Diese Folge mit leichten Knickfalten.

917  Willi Geiger – Johann Wolfgang von Goethe. Römische Elegien 1788.

€ 400

14 Steinzeichnungen von Willi Geiger. München [und Feldwies bei Übersee 1943]. Mit 14 signierten Lithograhien, davon zehn ganzseitig. Hellbrauner Schweinslederband mit montiertem Pergamentdeckelschild mit kalligraphiertem Titel.

Eins von 100 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Breitrandiger Pressendruck auf unbeschnittenem Bütten. – Herausgegeben von Herbert Kluger, der nach Kriegsende u. a. die umstrittene Buchausgabe von Jakob Littners und Wolfgang Koeppens »Aufzeichnungen aus einem Erdloch« verlegte. – Gedruckt bei C. Wolf & Sohn, jeweils München. – Die Illustrationen entstanden bereits während der Lehrtätigkeit Geigers an der Staatlichen Akademie der Künste und Buchgewerbe in Leipzig (1928–1933), erschienen aber erst zehn Jahre später im Eigenverlag. – Mit der gedruckten Widmung »Für meinen Freund Walter Gagg«.

32,2 : 23,8 cm. [4], 56, [4] Seiten.

  918    Wolfgang Gerner – Lao-Tse. Tao te king.

€ 400 ( R5 )

Aus dem Chinesischen ins Deutsche übertragen von Victor von Strauss, mit Aquarellen von Wolfgang Gerner. Denklingen, Fuchstaler Presse 1989. Mit zwei signierten Aquarellen, betitelt »Sinn« und »Leben«. Weißer Originalhalblederband, Deckelbezüge aus weißem Japan-Faser-Papier. In der Originalhalbleinenmappe.

23. Druck der Fuchstaler Presse. – Eins von 15 Exemplaren, »für jedes entstanden eigene Arbeiten, sodaß jedes Buch als Unikat gelten kann« (Druckvermerk). – Wolfgang Gerner, geboren 1942, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und ist seit 1974 freischaffender Maler und Graphiker. – Der Text, jedes der 81 Kapitel auf einer eigenen Seite, wurde aus der Koch Antiqua gesetzt und auf blütenweißes Van Gelder-Zonen-Bütten gedruckt. – Makellos und sehr selten.

46,5 : 33,8 cm. 90, [6] Seiten, 2 Aquarelle.

  919    Erich Glas. Phaedrus Augusti libertus. Aesopische Fabeln.

€ 250

Sechs Holzschnitte. 1920. 11,5 : 9,5 cm (21,0 : 16,5 cm). Signiert, datiert, mit »Handdruck« bezeichnet und auf dem Passepartout betitelt. Lose in Originalhalbpergamentflügelmappe mit vergoldetem Rückentitel und marmorierten Japanpapierbezügen.

Künstler- oder Belegexemplar aus dem Nachlass von Otto Dorfner, Weimar, der die Mappen der Suite fertigte. – Die Mappe erschien laut Sennewald als Vorzugsausgabe zu der Buchausgabe (Berlin, Amsler & Ruthardt 1920), die acht Holzschnitte enthielt. – Alle sechs Holzschnitte und der Holzschnitttitel auf Japan, die Holzschnitte mit der Nummer des Abzugs und »Handdruck« bezeichnet. Alle in Passepartout und auf diesem mit einem Zitat aus der jeweiligen Fabel betitelt. – Erich Glas (1897–1973) studierte zunächst an der Kunsthochschule in München bei F. H. Ehmcke, bevor er 1919 ans Bauhaus nach Weimar kam, dort im Vorkurs von Johannes Itten studierte und in die von Walter Klemm geleitete Druckereiwerkstatt übernommen wurde. 1921 wurde er Mitglied in der Künstlergruppe »Das junge Rheinland«.

28,5 : 22,0 cm (Mappe).

Sennewald 20 b

  920    Günter Grass. Der Schatten. Skyggen.

€ 750 ( R16 )

Zehn Lithographien zu Märchen von Hans Christian Andersen. 2005. 53,5 : 39,5 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 120 Exemplaren. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Christian Müller, Leipzig, jede Lithographie mit dessen Trockenstempel. – Das Mappenwerk entstand in Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin aus Anlass des 200. Geburtstags von Hans Christian Andersen. – Ediert vom Kunsthaus Lübeck, der Stuttgarter Manus Presse und der Galerie M Bogense. – Die Lithographien illustrieren die Märchen »Der Schatten«, »Däumelinchen«, »Der fliegende Koffer«, »Das Feuerzeug«, »Der Halskragen«, »Die kleine Meerjungfrau«, »Des Kaisers neue Kleider«, »Der standhafte Zinnsoldat«, „Die Nachtigall« und »Die wilden Schwäne«. – Mit einem lithographiertem Titelblatt und dem Inhaltsverzeichnis lose in der Originalleinenmappe. – Makellos.

921  George Grosz. Ecce homo.

€ 900

Berlin, Malik 1923. Mit 100 Tafeln, davon 16 farbig. Illustrierte Originalbroschur.

Exemplar der Ausgabe C mit allen 100 Tafeln, in Büttenkartonbroschur. – Bei den Tafeln handelt es sich um Offsetdrucke, farbige nach Aquarellen und einfarbige nach Zeichnungen. – »Ecce Homo« ist das erste große Sammelwerk des Künstlers, fertiggestellt wohl Ende 1922 und um den Jahreswechsel ausgeliefert. – 1923 wurden Grosz und die Verleger Gumperz und Herzfelde vom Generalstaatsanwalt beim Berliner Landgericht angeklagt, »unzüchtige Abbildungen und Darstellungen feilgehalten […] zu haben«, 23 Blätter wurden konfisziert.

36,5 : 26,5 cm. 2 Blätter (Titel und Inhalt), 100 Tafeln. – Der Broschurumschlag wie meist mit einigen Alterungsspuren, Gelenke unten etwas eingerissen. – Es fehlt das letzte Blatt mit dem Auflagen- und Druckvermerk. – Das leere Vorblatt mit Einrissen an der Klammerheftung, insgesamt vier kleine Randeinrisse.

Dückers S I C. – Hermann 155. – Lang E 38

  922    Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

€ 300 ( R5 )

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Der Umschlag – entgegen einem Vergleichsexemplar – mit der Fotografie einer Zeichnung von 1934 (!). Titel mit Besitzvermerk »Franz Oertel«, zwei Tafeln mit dessen kenntnisreichen handschriftlichen Ergänzungen der Titel (Namensnennung von zwei Geraer Persönlichkeiten). – 1925 war Kurt Günther nach seiner Dresdner Dadazeit und drei kurzen Ehejahren in Bad Reichenhall wieder in seine Heimatstadt Gera zurückgekehrt. Er folgte dabei Otto Dix, mit dem er seit den Dresdner Jahren befreundet war. Nach Machtantritt der Nationalsozialisten erhielt Günther Malverbot. Ab 1934 entstanden deshalb vorrangig Porträtzeichnungen seiner Tochter (eine solche hier auf dem Umschlag).

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Kleine Läsuren an den Ecken, etwas fleckig. – Das leere Vorblatt stark stockfleckig, der Titel leicht.

923  Hamburger Sezession – Katalog der ersten Ausstellung der Hamburgischen Sezession. – Katalog der zweiten Ausstellung der Hamburgischen Secession.

€ 500

Hamburg 1919 und 1921. Beide mit Holzschnitt auf dem Vorderumschlag, Heft 2 mit 16 Originalgraphiken. Originalbroschuren.

1919, und damit vergleichsweise spät, gründete sich die Hamburger Sezession – kriegsernüchert, ohne feste Programmatik, aber auch offen für Beiträge(r) außerhalb der bildenden Kunst. – Die beiden ersten Ausstellungen fanden noch im Altbau der Hamburger Kunsthalle statt. 1933 wurde die Sezession aufgelöst. – I. Katalog: Umschlagholzschnitt von Emil Maetzel. Aus dem Besitz des Hamburger Architekten Georg Opfermann (Stempel und Besitzvermerk auf dem Innendeckel), möglicherweise verwandt mit dem Sezessionsmitglied Karl Opfermann. – II. Katalog: Umschlagholzschnitt und Titelschrift von Dorothea Maetzel-Johannsen (im Stil und Format des berühmten Hamburger Brücke-Katalogs von 1912). 16 Seiten Text, 16 Graphiken von Friedrich Wield, Dorothea Maetzel-Johannsen, Paul Hamann, Gretchen Wohlwill, Emil Maetzel, Carl Blohm, Martin Ernst Friedrich Schwemer, Erich Hartmann, Anita Rée, Friedrich Ahlers-Hestermann, Karl Opfermann, Alma del Banco, Franz Breest, Paul Schwemer, Richard Kuöhl und Johannes Wüsten. – Nach dem innerhalb der Gruppe umstrittenen neuen Konzept wurden auch Arbeiten befreundeter Künstler (Marc Chagall, André Derain, Alexej Jawlensky, Paul Klee, Franz Marc, Pablo Picasso, Maurice Vlaminck u. a.) gezeigt. – Beigaben.

I: 18,5 : 14 cm. [28] Seiten, 12 Tafeln, 6 Anzeigenseiten. Vorderdeckel lose und etwas lädiert, vereinzelte Textblätter mit kleinen Randeinrissen. – II: 27,5 : 22,5 cm. [16] Seiten, 16 Graphiken, 6 Anzeigenseiten. – Umschlag minimal lichtrandig und unbedeutend geknittert.

Söhn HDOG 618 und 619

  924    Rainer Maria Rilke. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke.

€ 400

Beek, In de Roozetak Johan Souverin 1994. Mit vier signierten Aquatintaradierungen, davon drei farbig, von Eva Haskova. Originalhalblederband mit goldgeprägten Titeln.

Eins von zwölf Vorzugsexemplaren in Halbleder und mit einer signierten Extrasuite der Radierungen. – Die erste einfarbig gedruckte Radierung mit einem Rilke-Porträt bildet die Titelvignette. – Eva Haskova (geboren 1946) zählt zu den anerkanntesten tschechischen Graphikerinnen. – Die opulent gesetzte und auf Zerkall-Bütten gedruckte Ausgabe von Rilkes bekannter Dichtung erschien als siebter Druck der Edition »In de Roozetak«. – Makellos erhalten.

32,3 : 24,4 cm. [48] Seiten, 4 lose Radierungen.

925  Ernest Hemingway – Ken.

€ 400

The Insider’s World. Volume I [–] III, 26 Hefte (alles Erschienene). Chicago, April 1938 – März 1939. Mit zahllosen Illustrationen. Drei schwarze Leinenbände mit goldgeprägten Titeln.

Vollständige Folge der kurzlebigen politischen Zeitschrift, die die Situation in Europa zwischen dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs analysierte und kommentierte. – Zu den Mitarbeitern gehörte kontinuierlich Ernest Hemingway, von dem 13 Artikel und eine Erzählung (»The Old Man at the Bridge«) enthalten sind. Die ersten Hefte nennen auch George Grosz als Mitarbeiter. – Viele politische Karikaturen, aber auch Fotos und Fotomontagen illustrieren die Textbeiträge. – Alle Hefte mit den farbigen Originalumschlägen. – Es erschienen halbmonatlich die Hefte I/1–7, II/1–13 und III/1–6, im letzten Heft wurde der Wechsel zu wöchentlichem Erscheinungsrhythmus angekündigt. Sehr gut erhalten und als vollständige Folge sehr selten.

34,5 : 27,0 cm. – Umschlag von Heft I/1 rückseitig mit Filmoplast geklebt.

926  Hermann Hesse. Gedichttyposkript mit Aquarell.

€ 900

Doppelblatt, 14,3 : 10,5 cm.

Das Typoskript auf der Innenseite beginnt mit der vierzeiligen Einleitung »Antwort an Freunde, die mir ein besonders schwieriges Gedicht im neuen Stil gesandt hatten […]«, gefolgt von Hesses Persiflage auf die moderne Lyrik: »Manchem mag, Doch jedem nicht, Gott gegeben Gelblicher Verse Dunkeles Violett zu verstehen. || Zwölf sind der Töne. Mancher versteht Mit oder ohne Adorno Zwölfergesang, Nicht aber, Gelähmt durch Erstaunen, Unterzeichneter. || H.H.« – Außenseite mit aquarellierter Bleistiftzeichnung. – Kleiner Farbfleck im Falz, minimale Abdrucke von Büroklammern. – Dazu: Zwei Porträtfotografien, abgezogen auf Postkartenkarton: Gret Widmann. Hermann Hesse aus der Zeit des »Steppenwolf« 1927. – Heiner Hesse. H. Hesse mit seinem jüngsten Enkel 1956. Diese mit eigenhändiger Widmung »Von Herzen dankt und grüsst Ihr H Hesse«.

927  Hermann Hesse. Siddhartha.

€ 1500

Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer 1922. Originalhalbpergamentband, Batikpapierdeckelbezüge, Rücken- und Deckeltitel goldgeprägt.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren, die für Hermann Hesse abgezogen wurden und »nur vom Dichter selbst (Montagnola, Schweiz) mit seiner Unterschrift zu beziehen sind« (Druckvermerk), dort nummeriert und signiert. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung Hesses. – Sehr schönes Exemplar dieses wichtigen Buchs, das Jahrzehnte später eine ganze Generation beeinflussen sollte. – Innen tadellos.

22,5 : 14,8 cm. 146, [6] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt, der vordere auch minimal stockfleckig.

Mileck II, 43

928  Hermann Hesse. Das Haus der Träume.

€ 500

Eine unvollendete Dichtung. Olten 1936. Marmorierter Pappband mit Deckelschild. – Widmungsexemplar.

Erste Buchausgabe der bereits 1914 verfassten Erzählung. – Erste Veröffentlichung der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. – Eins von 40 unnummerierten Autorenexemplaren (Gesamtauflage 150, davon 100 nummeriert und signiert für die Vereinigung Oltner Bücherfreunde). – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »Frau Clara Erichson der bewunderten Schreibkünstlerin von ihrem Kollegen«. Mileck erwähnt für die Sammlung Clara Erichson »many letters with small water colours«. Möglicherweise stammte Clara Erichson aus der Familie des langjährigen Inhabers des Rostocker Hinstorff Verlages Peter E. Erichson. – 1936 gründete William Matheson (1895–1978) zusammen mit sieben bibliophilen Freunden die »Vereinigung der Oltner Bücherfreunde« und publizierte in 35 Jahren insgesamt 100 Bücher, 22 Liebhaberdrucke, unzählige Privat- und Sonderdrucke sowie Jahresgaben.

19,3 : 12,0 cm. 85, [7] Seiten (einschließlich der Vorsätze). – Ränder leicht gebräunt. Bezugspapier über den Gelenken mit Fehlstellen.

Mileck II, 67

929  Hermann Hesse. Zwei jugendliche Erzählungen. – Freunde.

€ 300

Olten 1956 und 1957. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel. Im Schuber.

70. und 75. Publikation der Vereinigung der Oltner Bücherfreunde. Eins von 135 bzw. 150 Vorzugsexemplaren, von Hermann Hesse auf dem Vortitel signiert, in Halbleder. – Beide für Peter Lukas Bertolf, Basel. – I. Inhalt: Hans Amstein. 1903. Sor Acqua. 1904. Nachwort (»Die beiden Erzählungen […] stammen aus der Zeit meiner literarischen Anfänge. Sie sind in Buchform nie erschienen.«) – II. Entstanden 1907/08, 1909 in »Velhagen&Klasings Monatsheften« abgedruckt. Mit einer Titelzeichnung von Gunter Böhmer. – Sehr gut erhalten.

20,2 : 12,8 cm. [4], 56, [4] bzw. [4], 106, [4] Seiten.

Mileck II, 121 und 123

930  Hermann Hesse. Bericht an die Freunde. Letzte Gedichte.

€ 1200

Olten 1960. Brauner Originalecrasélederband, beide Deckel und der Rücken mit vergoldetem und schwarzgeprägtem Filetenmuster, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

85. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe dieser Zusammenstellung. – Eins von 60 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einem eigenhändigen und signierten Textzitat des Dichters auf dem Vorblatt: »Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind […]« (Gesamtauflage 785). – Auf Zerkall-Bütten. – In der Vorzugsausgabe sehr selten, hier zudem in einer Einbandvariante mit dem Filetenmuster auf dem gesamten Einband.

20,3 : 12,8 cm. [2], 49, [5] Seiten.

Mileck II, 132

931  Hermann Hesse. Erwin.

€ 900

Olten 1965. Blauer Originalmaroquinband, beide Deckel und der Rücken mit vergoldetem und schwarzgeprägtem Filetenmuster, Rückentitel, Stehkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

Achter Oltner Liebhaberdruck. – Erste Ausgabe. – Eins von 55 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe im Ganzledereinband (Gesamtauflage 765, zusätzlich vierzig nicht für den Handel bestimmte). – Auf starkem Zerkall-Bütten. – Unbeschnitten. – Die Erzählung »Erwin« entstand schon um 1907/08 und wurde hier erstmals aus dem Nachlass veröffentlicht. – Makellos schönes Exemplar der sehr seltenen Vorzugsausgabe.

20,5 : 13,0 cm. [6], 51, [11] Seiten.

Mileck II, 147

932  Otto Hettner – Longus. Daphnis und Chloé.

€ 450

Mit Steinzeichnungen von Otto Hettner. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit 93 teils blattgroßen Lithographien. Pergamentband, Lederückenschild, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Achter Phantasus-Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten bei Jakob Hegner in Hellerau. – Der Text folgt einer Übertragung von Friedrich Jacobs aus dem Jahr 1832, die mit dem griechischen Text verglichen und frei bearbeitet wurde. – »In dem 8. Phantasusdruck ›Daphnis und Chloe‹ kontrastiert die Fleischmann-Antiqua sehr kühn gegen die flaumigen […] Steinzeichnungen Otto Hettners.« (Schauer). – Sehr schönes Exemplar. – Dazu: Otto Hettner. Die Galatea des Don Miguel de Cervantes. 65 signierte Lithographien. 1922. Lose Abzüge auf Japan, vier in Rötel gedruckt. Jeweils in Passepartout und in Originalhalbpergamentmappe. Die Suite, gedruckt auf der Handpresse der Dresdner Akademie, erschien zu 25 Vorzugsexemplaren der Buchausgabe (21. Avalun-Druck, 1922). Sie enthält auch acht nicht im Buch enthaltene Lithographien. – Otto Hettner (1875–1931) lehrte seit 1917 an der Dresdner Kunstakademie Aktzeichnen und erhielt 1919 dort eine Professur. »In Dresden gelangen Hettner einige bemerkenswerte Beiträge zur Kunst der Illustration. […] Theodor Däubler, mit dem Hettner befreundet war, attestierte dem Maler ›hellenistisches Schauen‹ und meditierte über bisweilen ›traumverlorene Figuren‹. […] Die spannungsvolle Längung der Figuren wird zu einer Besonderheit der lyrischen Sensibilität der Hettnerschen Kunstwelt.« (Lothar Lang).

29,0 : 20,3 cm. 197, [3] Seiten. – 65 Lithographien.

Rodenberg 459, 8. – Schauer I, 239 und II, 99. – Lang I 91 und 90

  933    Friedrich Heubner – Daniel Defoe. Robinson Crusoe.

€ 300

Mit 20 Originalradierungen von F. Heubner. München, Der Bücherwinkel 1922. Mit 21 signierten Radierungen, davon eine auf dem Titel, ein Initial und eine Schlussvignette,. Blauer Halblederband mit marmorierten Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg).

Erstes Werk der »Drucke des Bücherwinkels«. – Eins von 100 Exemplaren, »gedruckt für L. Friederichsen & Co., Hamburg« (Verlagsbuchhandlung). – Gesetzt aus der Breitkopf-Fraktur. – Friedrich Heubner (1886–1974) war unter anderem Mitarbeiter der Münchner Zeitschriften »Simplicissimus« und »Jugend«. – Seine Robinson-Radierungen erschienen anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums der Erstausgabe, ein Anlass, der nicht nur in Deutschland eine ganze Reihe von illustrierten und bibliophilen Robinson-Ausgaben »hervorbrachte«.

31,9 : 26,0 cm. [6], 239, [7] Seiten. Leicht berieben, die Ecken etwas bestoßen. – Exlibris und Prägestempel. Ränder der Radierungen teils stockfleckig.

Rodenberg 350, 1. – Sennewald 22,1

934  Ludwig von Hofmann. Acht eigenhändige Briefe und eine eigenhändige Ansichtskarte, alle mit Unterschrift.

€ 750

Weimar 1907–1909, Oberstdorf 1917 und Dresden 1919 und 1931

I. Brief, Weimar 13. II. 1907: Wohl an Karl Robert Langenwiesche, den Herausgeber der Zeitschrift »Die Freude«: »Nachdem ich die 5 Bände der ›Freude‹ durchgesehen habe, will es mir scheien, als ob es sehr schwer sein müsste, aus meinen Arbeoten solche auszusuchen, die in den Rahmen und den Geist des Unternehmens hineinpassen. Der ganze Gefühlston, das vorwiegend ›Gemütvolle‹, ist mir im Lauf der Jahre mehr und mehr fremd geworden.« – Alle übrigen an den Dresdener Rechtsanwalt und Justizrat Dr. Felix Bondi, als Teilhaber der Bank Bondi & Maron wohlhabender Kunstsammler und Mäzen: Brief 29. VII. 1907: Übernimmt den Auftrag, ein Bild für die Nische über dem Kamin zu malen. Erbittet Geduld und ein Foto der Kaminwand »Prof. Van de Velde empfiehlt den Photographen Max Fischer«. – Brief 18. VIII. 1908: »Das Bild ist gerstern per Fracht an Ihre Adresse abgegangen. Ich hoffe, dass es seinen Platz gut ausfüllen wird.« – 8. X. 1908: Bedauert, aus Zeitgründen einen gemeinsamen Besuch mit Henry van de Velde in Dresden absagen zu müssen. Van de Velde würde »in der nächsten Zeit auf der Rückreise aus Chemnitz, wo er zu thun hat, nach Dresden kommen. […] er hat eine sehr große Erfahrung und Sicherheit in diesen Dingen, und wird ohne mein Zuthun sicher das Richtige finden«. – 6. XI. 1908: Dankt für eine Einladung. – 6. I. 1909: »… es freut mich, dass das Bild nun seine definitive Umrahmung hat«. Henry van de Velde war wegen des Rahmens konsultiert worden. – 28. X: 1919, Hofmanns leben mittlerweile auch in Dresden, lädt der Künstler den Justizrat Bondi und dessen Frau zum Essen ein. – 27. VIII. 1931: Danksagung für Glückwünsche zum 70. Geburtstag (Brief und gedruckte Danksagung) »Dasselbe freundschaftliche Wohlwollen, das Sie und Ihre Frau Gemahlin schon vor unserer Übersiedelung nach Dresden meiner Frau und mir erwiesen haben, ist uns in den 15 Jahren unseres Hierseins immer wieder freudig zum Bewusstsein gekommen […] Und sagen Sie bitte Ihrer Frau Tochter, die ich bekanntlich anbete, daß die Fußballattrappe ausgezeichnet geschmeckt hat, fast wie Melone!« – Alle mit eigenhändig adressierten Umschlag.

935  Ludwig von Hofmann – Homer. Odyssee.

€ 250

Deutsch von J. H. Voss. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Askanischer Verlag 1924. Mit Titelholzschnitt und zahlreichen Holzschnitten im Text. Originalpergamentband mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Sechstes Buch der »Behmer-Drucke« bei Otto von Holten. – Eins von 100 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren, bei denen der Druckvermerk von Marcus Behmer, der Titelholzschnitt vom Künstler signiert wurden. – Auf starkem Zanders-Bütten.

30,4 : 25,4 cm. 337, [7] Seiten. – Vorderdeckel etwas angestaubt.

Schauer II, 43. – Rodenberg 244

  936    Ludwig von Hofmann – Homer. Odyssee.

€ 200

Deutsch von J. H. Voss. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Askanischer Verlag 1924. Mit Titelholzschnittund zahlreichen Holzschnitten im Text. Originalpergamentband mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Sechstes Buch der »Behmer-Drucke« bei Otto von Holten. – Auf starkem Zanders-Bütten. – Eins von 1000 unsignierten Exemplaren.

30,4 : 25,4 cm. 337, [7] Seiten.

Schauer II, 43. – Rodenberg 244

  937    Hugo von Hofmannsthal – Eranos.

€ 300

Hugo von Hofmannsthal zum 1. Februar 1924. München, Verlag der Bremer Presse 1924. Mit drei Originalgraphiken. Pergamentband mit vergoldetem Rücken, goldgeprägten Fileten und Bordüren sowie Kopfgoldschnitt. Im gefütterten Schuber.

Eins von 1050 Exemplaren. – Festschrift zu Hofmannsthals 50. Geburtstag. – Mit einer Radierung von Ludwig von Hofmann und je einer Lithographie von Max Liebermann (»Der Fischer und das Weib«. Achenbach 80, aus: Goethe, Gedichte) und Emil Orlik. – Mit Textbeiträgen u. a. von Rudolf Borchardt, Rudolf Kassner, Thomas Mann und Rudolf Alexander Schröder. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Schönes Exemplar in einem, den Arbeiten von Frieda Thiersch sehr nahen, Pergamentband.

28,8 : 20,5 cm. [8], XXXVI, 159, [7] Seiten, 3 Graphiken. – Einband und Buchschnitt minimal stockfleckig. – Exlibris.

Houghton Library Catalogue 264. – Lehnacker 58. – Rodenberg 60

938  Horst Hussel – Fritz Rudolf Fries. Don Quixote

€ 250

flieht die Frauen oder Die apokryphen Abenteuer des Ritters von der traurigen Gestalt. Mit vier Radierungen von Horst Hussel. [Berlin], Dronte [1994]. Mit vier blattgroßen Farbradierungen und einer fünften, lose beiliegenden, alle signiert. Originalpappband mit Fabrianobüttenbezug und vergoldeten Titeln (Klaus Adam, Glauchau).

Erster Druck der Dronte Presse. – Eins von 110 Exemplaren. Der Druckvermerk nennt eine Auflage von 250, diese wurde nach einer eigenhändigen Anmerkung des Künstlers nicht ausgedruckt. – Handsatz aus der Didot, gedruckt in der Offizin Haag-Drugulin, Leipzig, auf Hahnemühle-Bütten. – Die Dronte Presse wurde von den beiden Graphikern und Buchgestaltern Lothar Reher und Horst Hussel 1994 gegründet. – Tadellos erhalten. – Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers.

36,0 : 24,3 cm. [2], 43, [3] Seiten.

939  Horst Hussel. Ein Album für Gerhard Lampersberg in Maria Saal.

€ 400

Berlin, Dronte Presse [1995]. 16 Radierungen, davon eine beiliegend, 15 signiert. Originalpappband mit Fabrianobüttenbezug.

Eins von 43 Exemplaren auf Roma-Handbütten (Gesamtauflage 55). – Der Druckvermerk vom Künstler nummeriert und mit kleiner Widmungszeichnung. – Gerhard Lampersberger (1928–2002) lebte als Komponist und Mäzen der österreichischen literarischen Avantgarde auf dem »Tonhof« in Kärnten. Besonders seine Auseinandersetzungen mit Thomas Bernhard (um dessen Buch »Holzfällen«) sorgten Anfang der 1980er Jahre für Aufmerksamkeit. – Jedem Exemplar wurde eine kolorierte Radierung beigelegt, ein Notenblatt »Für Stimme und Maultrommel« mit dem ersten Vers von Justinus Kernes »Du herrlich Glas, nun stehst du leer« in Lampersbergs Vertonung.

39,0 : 28,8 cm.

940  Richard Janthur – Das Blumenboot der Nacht.

€ 750

Chinesische Liebesgedichte. Berlin, Fritz Gurlitt 1921. Mit elf blattgroßen signierten Lithographien von Richard Janthur. Gelbe Originalbroschur und silberfarbene Originalschuber, beide mit Deckellithographie.

Das geschriebene Buch, Band 6. – Nach der Nummerierung eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe, die Lithographien aber nicht koloriert und das Buch nicht in Seide gebunden. – Im Druckvermerk von den beiden Nachdichtern Alfred Richard Meyer und Ernst Ulitzsch signiert, ebenso von Hans Steiner, der die »Gedichte in einer selbstentworfenen Type auf den Stein schrieb«. – Vollständig von Lithosteinen auf der Gurlitt-Presse (Rogall) auf Bütten gedruckt und als Blockbuch gebunden. – Bemerkenswert schönes Exemplar. – Dazu: Rabindranath Tagore. Vierzehn Gedichte. Mit Steinradierungen von Richard Janthur. Berlin, Karl Schnabel 1920. Mit zwölf Radierungen und 29 radierten Bordüren. Originalhalblederband mit Java-Buntpapierbezug. Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Druckvermerk vom Künstler monogrammiert.

29,5 : 25 cm. [48] Seiten. – 29 : 21,5 cm. [36] Seiten, 12 Lithographien. – I: Rücken minimal angestaubt.

Lang E 156 und 146

  941    James Joyce. Ulysses.

€ 300 ( R5 )

Vom Verfasser geprüfte deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [bis] Dritter Band. Basel, Rhein-Verlag 1927. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Rückenschildern und Kopfgoldschnitt.

Erste deutsche Ausgabe des Jahrhundertromans. – Eins von 1000 Exemplaren auf Bütten, weitere 100 Presse-Exemplare wurden auf Dünndruckpapier gedruckt. – Privatdruck durch Vermittlung des Pariser Büros des Rhein-Verlags in Basel.

20,6 : 14,8 cm.

Slocum/Cahoon D 45.2

942  Ernst Jünger. Ein Vormittag in Antibes.

€ 1000

Olten 1960. Dunkelbrauner Originalmaroquinband. Rückentitel, Kopfschnitt und Deckelverzierungen vergoldet, Deckel zudem mit blindgeprägten Fileten (signiert: H. Peller). Im Schuber mit Lederkanten.

86. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Erschienen anlässlich des 65. Geburtstages von Ernst Jünger. – Eins von 33 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe (Gesamtauflage 653) in Ganzledereinband und mit einem ganzseitigen eigenhändigen Text (»Schmetterling auf Lavendelblüten …«) auf einem Vorblatt. – Uns fiel noch folgende Passage auf: »In der Nähe des Strandes tauchen in Bikinis gekleidete Gestalten auf, Gazellen, die in kleinen Rudeln zum Meere ziehen. Es scheint ein Wettbewerb zu herrschen, der auf den geringsten Stoffaufwand zielt. […]«. Es folgen – man liest Ernst Jünger – Überlegungen zur Kulturgeschichte (»Schon die Venus von Milo deutet ihn mit ihrer Gestik an«), Etymologie (»die dreifache Zuspitzung im I«) und Assoziationskraft des Wortes (»Man sieht […] zugleich den verheerenden Blitzstrahl«). – Tadellos und aufgrund der kleinen Auflage der Luxusausgabe sehr selten. – Das Exemplar für Heinrich Lustig, Inhaber der gleichnamigen Offizin in Gelterkinden, in der einige VOB-Publikationen gedruckt wurden.

20,0 : 12,5 cm. 52, [4] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 40

943  Ernst Jünger. Neun Erstausgaben,

€ 1500

erschienen als Publikationen bzw. Lieberhaberdrucke der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. Olten 1951–1970. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel. Alle im Schuber.

Alle in der Vorzugsausgabe, von der jeweils etwa 100 Exemplare erschienen. Diese wurden in Halbleder gebunden und von Ernst Jünger auf dem Vortitel signiert. – I. Das Haus der Briefe. 1951. VOB 51. – II. Sonnentau. 1955. VOB 65. – III. San Pietro. 1957. VOB 73. – IV. Das spanische Mondhorn. 1962. VOB 95. – V. Sturm. 1963. VOB L 1. – VI. Grenzgänge. 1965. VOB L 6. – VII. Im Granit. 1967. VOB L 12. – VIII. Zwei Inseln. Formosa / Ceylon. 1968. VOB L 16. – IX. Lettern und Ideogramme. 1970. VOB L 21. – Alle Exemplare für das Mitglied der Oltner Bücherfreunde, den Basler Sammler Peter Lukas Bertolf. – Es erschienen in Olten noch zwei weitere Erstausgaben von Ernst Jünger (Geburtstagsbrief für Walter Matheson. Privatdruck. 1955) und »Ein Vormittag in Antibes« (1960, siehe KatNr. 942).

20,2 : 12,8 cm. – Alle sehr gut erhalten.

Des Coudres/Mühleisen B 22, 30, 35, 43, 47a, 52, 58, 60 und 63

944  Ernst Jünger. Im Granit.

€ 250

Olten 1967. Olivgrüner Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – Zwölfter Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 110 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 630). – Sehr schönes Exemplar des Tagebuchs der Korsikareise des Verfassers im Frühjahr 1966. – Dazu: Ernst Jünger. Zeitsprünge. Träume. Stuttgart, Klett-Cotta 1990. Originalhalblederband im -schuber. Erste Ausgabe. Eins von 500 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe.

20,0 : 12,5 cm. 63, [5] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 58

945  Ernst Jünger. Die Zwille.

€ 300

Stuttgart, Klett 1973. Hellbrauner Maroquinband mit blindgeprägten Fileten und Vignetten sowie farbigen Lederapplikationen. Im gefütterten Schuber mit Lederkanten. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung » ›… das Schöne gehört uns allen; an ihm gibt es kein Eigentum.‹ (p 329) | für Alfred Ott, den Liebhaber der Bücher, den Freund der Texte: Ernst Jünger | W., 17. IX. 1973«. – Alfred Ott band die sieben als Xerokopien gedruckten Exemplare von »Carabus Rutilans« (siehe C./M. B 61). Möglicherweise stammt auch der vorliegende unikale Einband von ihm.

22,00 : 13,8 cm. 329, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 70a

  946    Ernst Jünger. Die Zwille. – Aladins Problem. – Autor und Autorschaft.

€ 350

Stuttgart, Klett-Cotta 1973, 1983 und 1984. Originalleinenbände mit -schutzumschlägen. – Widmungsexemplare.

Erste Ausgaben. – I. »Für Alfred Ott mit herzlichem Dank für das prächtige Gewand des Manuscripts«. Alfred Ott hatte 1968 die sieben Xerokopie-Exemplare von »Carabus Rutilans« (vgl. C/M. B 61) gebunden. – II. »Karl Korn zum 75. Geburtstag mit herzlichen Wünschen in alter Verbundenheit.« – III. »Fritz Lindemann, nach langer Abwesenheit und in Erinnerung an gemeinsam erlebte Tage […]«. Mit eingeklebter Porträtpostkarte, rückseitig von Jünger datiert »Wilflingen 65«. – Dazu: Die Schere. 3. Auflage. 1990. Signiertes Exemplar.

21,8 : 13,5 cm. 329, [5], 121, [3] bzw. 277, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 70a, 82 und 85

947  Ernst Jünger. Zwei Mal Halley.

€ 300

Vierte Auflage. Stuttgart, Klett-Cotta 1988. Originalleinenband mit illustriertem Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Titelblatt mit eigenhändiger Widmung »Dem ›Halley-Genossen‹ Theodor Baader mit guten Wünschen zum 88sten Geburtstag von […] und Ernst Jünger | 10. VII. 1993«. – Bei dem Widmungsempfänger handelte es sich um den Sohn des Oberdada Johannes Baader, der wie der zehn Jahre ältere Jünger, zwei Begegnungen mit dem berühmten Kometen erlebte. – Die Widmung wurde von Peter Baader (1936–2020), einem großen Jünger-Verehrer, für den Vater initiiert.

21,8 : 13,5 cm. 100, [4] Seiten.

  948    Ernst Jünger. Die Schere.

€ 200

Stuttgart, Klett-Cotta 1990. Roter Originalmaroquinband, Rückentitel vergoldet, Deckelvignette blindgeprägt. Mit Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Vorzugsexemplaren, in Leder gebunden und vom Verfasser signiert. – Tadellos.

21,8 : 13,5 cm. 186, [2] Seiten.

949  Ernst Jünger. Subtile Jagden.

€ 400

Mit 10 Farbstiftzeichnungen von Walter Linsenmaier. Stuttgart, Klett-Cotta 1995. Originalhalblederband mit zwei Deckelvignetten und vergoldetem Rückentitel.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder. – Druckvermerk vom Verfasser und vom Künstler signiert. – Das Tafelverzeichnis zählt neun entomologische Tafeln, davon eine Doppeltafel und die beiden Zeichnungen auf den Deckelvignetten. – Aus Anlass des 100. Geburtstages von Ernst Jünger erschienen. – Tadelloses Exemplar. – Beigabe: Rudolf Triebel. Porträtmedaillon Ernst Jünger. Bronzeguss, brüniert. 1970. Durchmesser: 8,6 cm. Recto: Porträt des 75jährigen, dessen Signatur und die Paraphe des Künstlers. Verso: Skarabäus und die Jahreszahl MCMLXX. – Drei signierte Radierungen von Susanne Theumer ((Exlibris Ernst Jünger Sammlung Wolfgang Wissing, zwei Radierungen mit Ernst Jünger-Zitaten). – Mit dem Buch in privater Halbleinenkassette.

31,2 : 22,5 cm. 228, [6] Seiten, 9 Tafeln.

  950    Ernst Jünger. Der Baum.

€ 300

Essay. – In: Bäume. Photographien schöner und merkwürdiger Beispiele aus deutschen Landen. Ingelheim am Rhein, C. H. Boehringer Sohn 1962. Mit 65 Tafeln. Originalleinenband mit graphischen Beigaben in eleganter Halbleinenkassette.

Erste Ausgabe des Essays, der als Geleitwort zur Bildfolge von Alfred Renger-Patzsch entstand. – Dazu: Radierungen von Susanne Theumer (Exlibris Ernst Jünger Sammlung Wolfgang Wissing, zwei Radierungen mit Ernst Jünger-Zitaten) und Claudia Berg (fünf Radierungen zum Thema »Bäume«).

35,5 : 27,0 cm. [2], 17, [1] Seiten, 65 Tafeln.

Des Coudres/Mühleisen C 27 a

951  Ernst Jünger. Zwei Porträtpostkarten, eine mit Widmung und zwei eigenhändige Briefkarten mit Unterschrift.

€ 400

1936–1945.

I. Porträtfotografie. 1920. Abzug auf Agfa Lupex. Mit der gedruckten Signatur Jüngers und der eigenhändigen Widmung seiner Frau Gretha »Dem Freund des Hauses, Fritz Lindemann.« Rückseitig dessen (?) Notiz: Abschiedsgeschenk anlässlich des Umzugs nach Überlingen im Dez. 1936«. – II. Porträtpostkarte nach der Zeichnung von Rudolf Stumpf. Mit eigenhändiger Widmung »Mit bestem Gruss Ernst Jünger«, rückseitig von Jünger adressiert »Herrn Hans Ludwig Beese, Neubrandenburg, Bahnhof 4«, Poststempel 1937. – III. Briefkarte an Kurt Fried, Verleger und Kunstsammler in Ulm. Überlingen, 10. XI. 1938. »Am 1. April ziehe ich […] nach Norddeutschland um, bis dahin treffen Sie mich – nach vorheriger Anmeldung – an. […]«. Ab 1939 lebte Jünger in Kirchhorst nahe Hannover. – IV. Briefkarte an Gustav Schenk, wohl den Schriftsteller, der 1943 unter anderem »Feldpostbriefe an die Geliebte und Frau« veröffentlicht hatte.

952  Ernst Jünger. Zwölf eigenhändige Briefe, sieben eigenhändige Post- und Briefkarten und sechs maschinengeschriebene Briefe, alle mit Unterschrift.

€ 2000

Ravensburg, Wilflingen und Antibes 1950–1953.

Alle an Fräulein Mimi Schwarz in Freiburg, wohl Inhaberin oder Geschäftsführerin des dortigen Novalis-Verlages. – Meist über Buchprojekte, Rezensionen und einige persönliche Dinge. Bei einer Karte wurde die Adress-Seite abgerissen, bei einer die Briefmarke. – Dazu: Fünf eigenhändige Briefe von Greta Jünger an Mimi Schwarz.

953  Ernst Jünger. Fünf eigenhändige Karten sowie ein Brief und eine Karte, beide maschinengeschrieben, alle sieben mit Unterschrift.

€ 300

Meist Wilflingen, 1951–1969 und 1994.

An verschiedene Empfänger. – Schreibt zu persönlichen Anlässen, über verschiedene Publikationen und 1969 zur Parteinahme eines Schriftstellers: »Gewiss hat der Autor, der eine Partei propagiert, die eine Hälfte seiner Leser für sich, während er die andere verstimmt. […] Ergreift er Partei, so kann das seinen Einfluß mehren, obwohl er sich als Halber, sei es als Rechter oder Linker, decouvriert. […] Aus diesem Grunde steht auch Priestern, Königen und sogar Präsidenten Parteinahme schlecht an. Heut freilich ist das anders, da jeder sich möglichst schnell als Dummkopf vorzustellen liebt.« – Etwa 15 Beigaben (Danksagungskarten, teils signiert, u. a.).

954  Ernst Jünger – Oskar Kreibich. Ernst Jünger.

€ 300

Tusche. 1960. 64 : 50 cm. Signiert und datiert, von Ernst Jünger signiert.

Der aus Nordböhmen stammende Maler Oskar Kreibich (1916–1984) hatte sich nach Kriegsende in Backnang niedergelassen. Er porträtierte zahlreiche Künstler, Dichter und Politiker. – Eine veränderte Fassung wurde 2019 in einer Pforzheimer Auktion versteigert. – Auch die vorliegende wurde nicht nur vom Künstler sondern auch vom Porträtierten signiert.

Ecken und Ränder mit kleinen Knickfalten, ein senkrechter Kratzer neben der Zeichnung. – Rückseitig umlaufend Montagereste.

955  Franz Kafka. Gesammelte Schriften.

€ 750

Band I [bis ] VI. Berlin, Schocken 1935, und Prag, Heinrich Mercy 1936. – Max Brod. Franz Kafka. Eine Biographie. (Erinnerungen und Dokumente). Prag, Heinrich Mercy 1937. Mit einigen Tafeln. – Sieben Originalleinenbände mit Vergoldung.

Erste Werkausgabe mit der ergänzenden Biographie des Kafka-Vertrauten. – Herausgegeben von Max Brod und Heinz Politzer. – I. Erzählungen und kleine Prosa. 1935. – II. Amerika. Roman. 1935. – III. Der Prozess. Roman. 1935. – IV. Das Schloss. Roman. 1935. – V. Beschreibung eines Kampfes. Novellen, Skizzen, Aphorismen aus dem Nachlass. 1936. – VI. Tagebücher und Briefe. 1937. – 1934 stimmte Kafkas Mutter dem Vertrag zu, mit dem der Berliner Schocken Verlag Max Brod die Herausgabe der Werke Kafkas übertrug. Brod hatte sich bereit erklärt, die gesamte Arbeit ohne Entgelt zu leisten. In jüdischen Buchhandlungen durften Kafkas Bücher nur an Leser ausgehändigt werden, die sich als Juden auswiesen. Vier von geplanten sechs Bänden lagen vor, als der Schocken-Verlag nach New York übersiedeln musste, Band V und VI sowie seine Kafka-Biographie gab Max Brod 1936/37 im Prager Exil heraus.

19,3 : 12,5 cm. – Band VI an der Seitenkante und dem Buchschnitt mit leichter Druckstelle, Rücken der Biographie leicht verblasst. – Vorsatzblatt von Band III und IV mit Anmerkungen.

Raabe/Hannich-Bode 146.13 und 45.51

  956    Rockwell Kent – Beowulf.

€ 250

Verse translation by William Ellery Leonard. New York, Random House 1932. Mit acht Lithographien von Rockwell Kent, davon sechs ganzseitig, eine als Titel- und eine als Schlussvignette. Schwarz-weiß melierter Originalleinenband mit weißgeprägter Deckelillustration und dem Originalschutzumschlag.

Eins von 950 nummerierten Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler mit dessen Daumenabdruck signiert. – Gesetzt aus der Hammer Unziale und gedruckt in Rot und Schwarz, die verzierten Initialen in Blau. – Auf chamoisfarbenem Bütten. – Rockwell Kents (1882–1971) Bilder vermengen historisierende Elemente mit surrealistischen Details. Einige seiner Bildschöpfungen erinnern an William Blake. – Die »Unciale« des österreichischen Typographen und Graphikers Victor Hammer (1882–1967) zählt zu den markantesten Druckschriften des 20. Jahrhunderts. 1923 hatte er sie für die Gießerei Klingspor entworfen, nach seiner Emigration in die USA entwickelte er 1943 die »Neue« oder auch »Amerikanische« Version.

34,5 : 27,1 cm. [4], 145, [3] Seiten. – Schutzumschlag mit kleinen Ein- und Ausrissen. – Blattränder minimal gebräunt. Exlibris und Prägestempel.

957  Richard Dehmel. Der Buntscheck.

€ 700 ( R5 )

Ein Sammelbuch herzhafter Kunst für Ohr und Auge deutscher Kinder. Herausgegeben von Richard Dehmel. Köln, H & F Schaffstein 1905. Zweite Ausgabe. Mit Illustrationen von K. F. von Freyhold, Karl Hofer, Ernst Kreidolf und E. R. Weiß. Farbig illustrierter Originalpappband.

»Vielleicht das bedeutendste Buch der neuen Kinderbuch-Malerei« (Doderer-Müller, S. 251). – Das wegen seiner Illustrationen berühmte Kinderbuch vereint Texte von Oskar Wiener, Paul Scheerbart, Gustav Rühl, Paula und Richard Dehmel, Peter Hille und vielen anderen. – Gegenüber der ersten Auflage von 1904 wurde das von den Rezensenten heftig kritisierte »Märchen vom Kinderkriegen« in »Singinens Geschichten« weggelassen. – Die Vereinigung von Beiträgen »erster Dichter deutscher Sprache« und den für ihre Zeit avantgardistischen, vor allem von Hofers Auffassungen geprägten Illustrationen ließ einen, wenn nicht den Höhepunkt des deutschen Kinderbuchs im 20. Jhdt.« entstehen (Stark, Schaffstein, S. 45).

31,4 : 23,5 cm. 55, [1] Seiten.

Vgl. Bilderwelt 514, Stuck-Villa II, 237, Pressler 203 (alle die EA 1904). – Hess-Wachter, Kreidolf C41

958  Ernst Kreidolf – Alte Kinderreime

€ 400 ( R5 )

mit Bildern von Ernst Kreidolf. Köln, Hermann & Friedrich Schaffstein [1905]. Mit 17 farbigen Bildern, davon 15 blattgroß, eins als Titel und eins als Schlussvignette. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vorsatz verso mit eigenhändiger Widmung für den Schweizer Schriftsteller und Kritiker William Ritter, signiert »Ernst Kreidolf 1905«. – »Dieses Bilderbuch Kreidolfs unterscheidet sich von seinen Bildermärchen, in denen die Natur meist phantasievoll belebt ist, durch die vorgegebenen Texte, die oft eine wirklichkeitsbezogene Illustration verlangen« (Brüggemann). Doch Kreidolf wäre nicht Kreidolf, fänden sich nicht doch solch phantastische Motive wie ein Flamingoreigen, der von Müllersburschen getragen wird, Käferbalett zu Rattenmusik, Zwerge, Hexen u. v. m. – Sehr schönes Exemplar.

30,0 : 23,8 cm. [32] Seiten. – Gelenke leicht berieben. – Kleines Buchhändlerschildchen Gunnar Kaldewey.

Stark, Schaffstein 186. – Hess/Wachter B 20. – Stuck-Villa II, 229. – Bilderwelt 489. – Brüggemann I, 457. – Lex. KJL II, 256

  959    Kinderbücher – Kling-Klang Gloria.

€ 180

Deutsche Volks- und Kinderlieder. Ausgewählt und in Musik gesetzt von W. Labler. Illustriert von H. Lefler und J. Urban. Wien und Leipzig, F. Tempsky und G. Freytag 1907. Mit 16 ganzseitigen farbigen Illustrationen und Buchschmuck. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – »Dieses bekannteste der Bücher, die aus der Kooperation von Heinrich Lefler und seinem Schwager Joseph Urban hervorkam, kann als hervorragendes Beispiel für die Verschmelzung dekorativer Stilisierung (die wahrscheinlich von Urban stammt) und erzählender Illustrationsgraphik (Leflers Anteil) gelten« (Bilderwelt). – Die beiden Wiener Sezessions-Künstler Joseph Urban und Heinrich Lefler arbeiteten oft zusammen, Urban lieferte dabei stets die dekorative Umrahmung zu Leflers Illustrationen. Beide zählen zu den wichtigsten Künstlern des europäischen Jugendstils.

25,5 : 32,0 cm. 64, [2] Seiten. – Deckelkanten etwas berieben, insgesamt sehr schön.

Bilderwelt 545. – Seebaß I 1089 und II, 1040. – Stuck-Villa I, 421

960  Elisabeth Weidenreich – Gebrüder Grimm. Der Froschkönig

€ 200

oder der eiserne Heinrich, ein Märchen. Sechs Holzschnitte von Elisabeth Weidenreich. Berlin 1927. Mit sechs ganzseitigen Holzschnitten und einer Titelvignette. Originalpappband mit Deckelvignette.

Eins von 30 Exemplaren. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert und nummeriert. – Gesetzt und gedruckt in der Buchdruckwerkstatt der Vereinigten Staatsschulen, Charlottenburg, die 1924 gegründet worden war. – Ein Jahr zuvor hatte die Studentin an der Kunstgewerbeschule München sieben Gedichte von Hugo von Hofmannsthal mit Linolschnitten gedruckt. – Nicht im KVK.

12,6 : 15,3 cm. [18!] Seiten. – Einband leicht fleckig.

  961    Kinderbücher – Hans Leip. Das Zauberschiff. The Magic Ship.

€ 150 ( R5 )

Ein Bilderbuch nicht nur für Kinder. A Picture Book not only for Children. Hamburg, Hammerich & Lesser 1946/1947. Mit 13 blattgroßen Illustrationen. Neuerer Pappband.

Erste Ausgabe. – Der Originalbroschurumschlag wurde eingebunden. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Seit zwanzig Jahren geplant, entstanden im Galtenberghaus zu Alpach bei Brixlegg in Tirol, Mai/Juni 1946« und noch im gleichen Jahr veröffentlicht. – »Das ursprünglich nur seinen vier Töchtern zugedachte Bilderbuch enthält zu dreizehn von ihm selbst entworfenen klarfarbigen expressionistischen Kompositionen kleine Texte als Erlebnisfolge eines Kindes, in deutscher und englischer Sprache.« (M. Dierks, zit. nach Lex. KJL). – »Für Halbey ›[…] ein Hauptwerk des deutschen Expressionismus‹, das bewußt dort anschließt, wo durch den Nationalsozialismus die freie Entwicklung der Kunst in Deutschland unterbrochen war.« (Hoffmann/Thiele, Künstler illustrieren Kinderbüchern 206).

28 : 26 cm. [32] Seiten.

Lex. KJL II, 333. – Stuck-Villa II, 248. – Bilderwelt 785

962  Erich Kästner. Pünktchen und Anton.

€ 250

Ein Roman für Kinder. Illustriert von Walter Trier. Berlin, William & Co. 1932 [1931]. Mit 13 Illustrationen nach Federzeichnungen, davon neun ganzseitig, und einer Farbtafel. Originalhalbleinenband mit farbigem Deckelbild. Mit einem Fragment des Schutzumschlags.

Erste Ausgabe, sehr selten (Hatry: »nahezu verschollen«). – Im Druckvermerk datiert »1932«, das Buch wurde aber bereits im Herbst 1931 ausgeliefert. Nach dem großen Erfolg erschien noch vor Weihnachten 1932 eine zweite Auflage (7.–12. Tausend). Offenbar gab es innerhalb der ersten Ausgabe Bindequoten, hier in der von allen anderen Kästner/Trier-Büchern gewohnten Halbleinen-Ausstattung, was die These von Thomas Hatry widerlegt, es hätte die Erstausgabe nur als Pappband und ohne Schutzumschlag gegeben. – Edith Jacobsohn, die Witwe des Weltbühne-Gründers, hatte 1929 Erich Kästner und Walter Trier miteinander bekannt gemacht und sich für ihren William-Verlag ein gemeinsames Kinderbuch gewünscht. Als erster von vielen Titeln des kongenialen Duos erschien 1929 »Emil und die Detektive«, gefolgt von »Das verhexte Telefon« und »Arthur mit dem langen Arm«. – Beilage: Fragment des Originalschutzumschlags mit dem Personenverzeichnis und Angaben zu Ort (»Berlin«) und Zeit der Handlung »das Jahr 1931«.

20,0 : 15,7 cm. Seiten [3]–223, [3] (so korrekt), 1 Farbtafel. – Leicht bestoßen, Hinterdeckel etwas fleckig, hinteres Gelenk gerissen. – Bindung gelockert.

Vgl. Hatry 191 (EA, aber nur Pappband) und 194 sowie Kat. Brüggemann III, 466 (nur 2. Auflage)

963  Erich Kästner. Der 35. Mai

€ 250

oder Konrad reitet in die Südsee. Illustriert von Walter Trier. Berlin, Williams & Co. 1933 [1932]. Mit 21 Illustrationen nach Federzeichnungen, davon 14 ganzseitig. Originalhalbleinenband mit farbigem Deckelbild und illustriertem Schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Trotz der hohen Startauflage, die sicher in dem Erfolg von »Emil und die Detektive« begründet war, ist diese erste Ausgabe ungemein selten und um ihr tatsächliches Erscheinungsdatum rankt sich manche Ungereimtheit. Es scheint aber sicher, dass sich der Verlag auch hier das Weihnachtsgeschäft nicht entgehen lassen wollte und das Buch mit Imprint 1933 bereits im Herbst 1932 ausgeliefert wurde. Mit Bleistift auf dem hinteren Innendeckel ein Kauf- oder Lesedatum »22.X.32«. – Mit einem schönen Verlagsprospekt »Wir wollen auch Williams Bücher lesen 1932/33« als Beilage. Auf 16 Seiten werden viele Bestseller des Verlages vorgestellt und mit Pressestimmen beworben, darunter fünf Kästner/Trier-Titel sowie Dr. Dolittle und Dr. Überall. In guter Typographie zweifarbig in Orange und Grün gedruckt (18,0 : 12,2 cm).

20,5 : 15,7 cm. 131, [1] Seiten. – Eine Ecke minimal bestoßen. – Der Schutzumschlag mit einigen Einrissen, mit Japan hinterlegt. – Einige Ränder mit leichten, sehr kleinen Stockflecken.

Vgl. Kat. Brüggemann I, 426, Hatry 205 und Bilderwelt 697 – alle nur die 2. Auflage (11.-30. Tausend)

  964    Walter Klemm – H. J. Christoffel von Grimmelshausen. Ausführliche und wunderseltsame Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage.

€ 200

Mit 10 ganzseitigen Radierungen von Walter Klemm. Weimar, Weimarschau 1923. Mit zehn signierten Radierungen. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel und marmorierten Deckelbezügen.

Drittes Werk des Weimarschau-Verlages. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Die Radierungen wurden in der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst in Weimar gedruckt. – Im Weimarschau-Verlag erschienen 1923 drei von Klemm illustrierte Bücher. Walther Klemm (1883–1957) war bereits seit 1913 Leiter der Graphikabteilung der Weimarer Großherzoglich Sächsischen Hochschule, aus der 1919 das Bauhaus hervorging. Er zählte von Anfang an zu dessen Meistern. »Große Verdienste erwarb er sich als Illustrator von Werken der Weltliteratur. Seine Bildbeigaben […] sind Meisterwerke der Buchillustrationskunst […]« (Tesch/Völkel, Kleines Lexikon Bauhaus).

29,3 : 23,0 cm. 83, [5] Seiten, 10 Radierungen.

Sennewald 23,5

965  Oskar Kresse. Die Überwinder des Todes.

€ 300

Mit Zeichnungen von Carl Reimann. Berlin, John Schwerin 1911. Mit 16 zweifarbigen Tafeln und zwei, auf allen Doppelseiten wiederholten, Bordüren. Graubrauner Maroquinband, Deckelillustration und Titel schwarzgeprägt.

Erste illustrierte Ausgabe. – Der phantastische Roman von Oskar Kresse erschien wohl erstmals 1908, ohne Nennung des Verfassers. – Biographische Daten beider am Buch Beteiligten sind rar: Oskar Kresse verfasste mehrere Wörterbücher, u. a. 1915 eines zur »Verdeutschung entbehrlicher Fremdwörter«, Karl (Carl) Reimann veröffentlichte lt. Ries (»biographische Daten unbekannt«) zwischen 1903 und 1911 Zeichnungen in der Zeitschrift »Jugendblätter«. – Der Einband entstand sicher als Vorzugsausgabe des Verlages, da das Titelbild absolut identisch mit dem der normalen Halbleinenausgabe ist.

26,0 : 19,0 cm. [2], 232 Seiten, 16 Tafeln. – Deckelränder und Rücken etwas gebräunt. Vorsätze mit Roma-Bütten erneuert.

  966    Alfred Kubin. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift.

€ 250

Wernstein, 8. I. 1930. Zwei Seiten.

An den Berliner Bibliophilen und Lektor Emil Tuchmann. – Kubin stellt detaillierte Fragen zu zwei Büchern, die aus Anlass des 25. Jubiläums des Berliner Bibliophilenabends erschienen (Otto Stoessl »Der bedenkliche Kauf« und »Der Dichter und das Buch«, herausgegeben von Emil Tuchmann und Karl Schönberg). »[…] soll es ein Umschlag, Einbandzeichnung oder ein Innentitel, Frontispice werden – soll 4. in die betreffende Zeichnung Schrift […] 5. Zum Abzeichnen der Lithographien würde ich die Firma O. Felsing (Charlottenburg) oder H. Birkholz (Berlin W 35) empfehlen. Ich habe bei Qualität und Preis die besten Erfahrungen besonders auch mit Felsing. […] – Mit Absenderstempel. – Die Herausgeber folgten Kubins Empfehlung, die Lithographie wurde bei Felsing gedruckt.

Vgl. Marks A 121 und A 124 und Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seiten 104 und 106

967  Melchior Lechter – Maurice Maeterlinck. Der Schatz der Armen.

€ 300

In die deutsche Sprache übertragen durch Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Florenz und Leipzig, Eugen Diederichs 1898. Mit Holzschnitten von Melchior Lechter, darunter Titel, 13 Initialen und Buchschmuck. Halbleinenband, der illustrierte Originalbroschurumschlag eingebunden.

Erste deutsche Ausgabe. – Das erste von Melchior Lechter gänzlich gestaltete und illustrierte Buch. Neben dem großen Titelholzschnitt schnitt er zahlreiche ornamentierte Initialen und Zierstücke, die Paginierung sowie alle Haupt- und Zwischentitelzeilen, die in Rostrot gedruckt wurden. – Auf bräunlichem Bütten. – »Mit diesem Buch beginnt die deutsche Buchkunst unseres Jahrhunderts« (Jürgen Eyssen). – Nachgebunden ein Doppelblatt mit Anmerkungen des Übersetzers und bibliographischen Notizen. In der Typographie des Buches und auf dem selben Bütten gedruckt. – Aus der Bibliothek des Kalligraphen MK Neudold mit dessen Exlibris.

20,3 : 17,5 cm. 105, [3; 4] Seiten. – Ränder etwas gebräunt.

Raub A 20. – Landmann 108. – Eyssen, Seite 11. – Schauer I, 53 und II, 12 (mit Abbildung)

968  Melchior Lechter – Stéphane Mallarmé. Herodias.

€ 10000

Umdichtung von Stefan George. Berlin, Blätter für die Kunst 1905. Cremefarbener Originalperkalineinband mit Goldprägung.

Erste Ausgabe der Umdichtung. – Eins von sieben Exemplaren auf Japanpapier, weitere zwei entstanden auf Pergament. – Gedruckt unter Aufsicht von Melchior Lechter bei Otto von Holten, Berlin, in Gold und Blau, komplett aus Versalien gesetzt. Melchior Lechters Urnen-Signet wird auf dem Vorderdeckel und dem Titel verwendet. – »1905 gestalteten George und Lechter […] eines der edelsten Bücher, die je von Ihnen produziert wurden; ein geplantes Rarissimum: ganz in Blau und Gold gehalten, […] nur durch Schrift und Farbe wirkend, ein Zwitter von Druck und Handschrift, erschien in nur sieben Exemplaren Georges Übertragung von Mallarmés ›Herodias‹ […]. Dieses Rarum war in einem gewissen Sinne ein Geschenk Georges an Melchior Lechter, dessen Wünschen es ganz und gar entsprach« (Ute Oelmann, Die Schrift- und Buchkunst Stefan Georges. Stuttgart 2009. S. 18). – »Stefan Georges Herodias-Übersetzung ist das seltenste und kostbarste Buch von George und ein Rarissimum der neueren deutschen Literatur.« (Katalog Marbach, Stefan George 209). – Provenienz: Deutsche Privatsammlung. – Das Exemplar aus der Sammlung Castrum Peregrini, Amsterdam, 2010 bei Hauswedell & Nolte (Auktion 422, Lot 41) erworben. Es war seit 80 Jahren das erste Exemplar im deutschen Handel. »1929 erzielte ein Exemplar der ›Herodias‹ bei Graupe den für damalige Verhältnisse exorbitanten Preis von 2500 Reichsmark«.

35,8 : 27,2 cm. [12] Seiten. – Einband minimal angestaubt, die Ecken und Kapitale leicht bestoßen. – Vereinzelt leichte Radierspuren, zwei Seiten im Falz mit Abklatsch des Lesebändchens, das lose beiliegt.

Landmann 240. – Raub A 54 A (nennt irrtümlich auch für die Japanexemplare Handmalereien Lechters)

969  Aristide Maillol – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

€ 750

Version d’Aymot revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit 48 Textholzschnitten und sieben Holzschnitt-Initialen. Pergamentband mit Durchstichheftung und vergoldetem Rückentitel. Zusammen mit Originalumschlag zur Suite in Halbpergamentkassette.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 500 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten mit Maillols Wasserzeichen. – Mit einer in Rot auf Bütten gedruckten Suite aller 46 Holzschnitte – zwei Vignetten wurden im Buch wiederholt verwendet – und 15 ornamentierten Initialen auf einem Blatt. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […] is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan). – Schönes Exemplar, das Buch elegant gebunden, die Suite lose im Originalumschlag.

22,0 : 14,0 cm. [12], 217, [15] Seiten, 47 Holzschnitte.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174. – Guérin I, 76–127

970  Longus. Daphnis et Chloe. – Drei illustrierte französische Ausgaben.

€ 450

1919–1946.

I. Avec les figures dessinées et gravées sur bois par Carlègle. Paris, Pichon 1919. Mit 27 Textholzschnitten. Lederband der Zeit mit reicher Vergoldung. Eins von 50 Exemplaren der dritten Vorzugsausgabe, gedruckt auf China und mit einer Suite der Holzschnitte, ebenfalls auf China (Gesamtauflage 395). Carteret IV, 242 »Belle publication cotée, surtout en grand papier«. Leicht stockfleckig. – II. Illustrations de Louis Touchagues. Paris, Éditions du Bélier 1945. Mit zahlreichen, teils farbigen Illustrationen. Lose Bogen in illustrierten Originalumschlägen, -chemisen und -schuber. Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 805). – III. Compositions lithographiques originales de Suzanne Ballivet. Monte-Carlo 1946. Mit zahlreichen Lithographien im Text, davon 17 blattgroß. neuer grüner Lederband mit Schuber. Eins von 890 Exemplaren auf Grand Vélin Renage (Gesamtauflage 994).

  971    [René] Magritte.

€ 450

[La boîte bleue. Die blaue Schachtel. The Blue Box]. Paris und Gent/Amsterdam, Ludion 2003. Katalogbuch mit zahlreichen, meist farbigen, Illustrationen und drei »Portfolios« in blauer Originalhalblederkassette mit Objektdeckel und Titel in Silberprägung.

Eins von 950 Exemplaren der Vorzugsedition zum Ausstellungskatalog, herausgegeben von Daniel Abadie und Ronny van de Velde. – Der Katalog erschien zur Ausstellung in der Galerie nationale du Jeu de Paume, Paris, im Frühjahr 2003. – Die aufwendige und originelle Luxusedition enthält drei Umschlagmappen. I: Drei Originalradierungen auf Velin, stempelsigniert und nummeriert. – II: Fünf Ausschnitte aus dem Gemälde »L`Evidence éternelle«, reproduziert in Originalgröße auf Leinwand. – III: Farbdrucke von zwei Gouachen, je acht Stück auf Klebefolie. – Im Vorderdeckel der Kassette ein farbig reproduziertes trompe-l`œil unter Plexiglas. – Makellos.

36,5 : 32,0 : 8 cm (Kassette).

972  Vladimir Majakovskij. Groznyi smekh.

€ 750

(russisch: Das schreckliche Gelächter). Moskau/Leningrad, GIChL 1932. Mit 37 Bildseiten nach Rosta-Fenstern, einem Porträt und illustrierten Vorsätzen. Originalpappband mit Typographik auf dem Schutzumschlag.

Eins von 3000 Exemplaren. – Die den Rosta-Plakaten gewidmeten Texte erschienen zwei Jahre nach Majakowskis Tod. Das Buch besticht durch seine außergewöhnliche Gestaltung von Warwara Stepanova: Die Textseiten, nach den Regeln der modernen Typographie unter Verwendung verschieden starker Balken gesetzt, werden ergänzt durch die am Außenrand halbseitengroß abgebildeten legendären Plakate der russischen Telegrafen-Agentur ROSTA, die seit 1919 besonders in Zusammenarbeit mit Majakowski entstanden. Jedes zweite Textblatt blieb unillustriert und wurde in schmalem Hochformat eingebunden, so dass die Abbildungen stets unverdeckt bleiben. – Mit der berühmten Fotomontage von Boris Ignatowitsch in Rot und Schwarz auf den Vorsätzen. – Warwara Stepanowa (1894–1958) war auf der Ersten Russischen Kunstausstellung in Berlin (1922) vertreten. Die Textildesignerin arbeitete unter anderem zusammen Majakowski für die Zeitschrift LEF. Sie »schuf mit ihrer Gestaltung des Buches ein wegweisendes, modernes Werk« (Bowlt/Hernad).

24 : 21 cm. 79, [1] Seiten. Schutzumschlag folienkaschiert. Rückenbezug des Pappbands brüchig und restauriert. – Alle Blätter mittig mit leichten senkrecht verlaufenden Quetschfalten.

Rowell/Wye 1006. – Bowlt/Hernad 104

973  Thomas Mann. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift und Adresse.

€ 600

München, 10. IV. 1929.

An Paul Stolterfoht, Hamburg. – Dankt für »die gütigen Worte der Teilnahme, die Sie anläßlich des Todes meiner Mutter an mich richteten«. – Paul Stolterfoht (1847–1931), der wohlhabende Kaufmann aus Riga, war die erste große Liebe von Julia da Silva Bruns, der späteren Mutter Thomas Manns. Nur durch das Verbot von Julias Vater kam eine Ehe nicht zustande. Pauls Bruder, Nikolaus Heinrich Stolterfoht, heiratete 1867 Julias Schwester Maria und wurde 1875 Thomas Manns Taufpate. 1921 – zu Julia Manns 70. Geburtstag – sah man sich wieder. (vgl. Dagmar von Gersdorffs Julia Mann-Biographie, Insel 2018). – Mit dem Münchner Adressstempel »Dr. Thomas Mann«.

974  Thomas Mann. Zweimaliger Abschied. – Siehst du, Kind, ich liebe dich. – Monolog.

€ 300

[Drei Gedichte]. – In: Die Gesellschaft. Monat- (bzw. Halbmonat)schrift für Litteratur, Kunst und Sozialpolitik. Herausgegeben von M[ichael] G[eorg] Conrad (und L. Jacobowski). Leipzig, Wilhelm Friedrich 1893 und 1895, und Minden, Bruns 1899. Zwei grüne Originalleinenbände, ein Halbleinenband der Zeit.

Drei der sieben Gedichte Thomas Manns im Erstdruck. – Nach Potempa wurde »Zweimaliger Abschied« als erste literarische Veröffentlichung des damals gerade 18jährigen zuvor in dem unauffindbaren Heft 1 der Schülerzeitschrift »Der Frühlingssturm« abgedruckt. – Hier in den Heften IX/10, Heft XI/1 und XV/2/3. – In der Zeitschrift wurden auch zwei frühe Novellen von Thomas Mann erstveröffentlicht (siehe die nächste Katalognummer).

24,5 : 16,0 cm. – Mit je drei Porträttafeln. – Dezenter Besitzerstempel rückseitig auf dem Titelblatt von Band 1 und 2. – Kleiner Randeinriss.

Potempa F 1.2, 4.1 und 6.1. – Dietzel/Hügel 1162. – Schlawe I, 19ff

975  Thomas Mann. Gefallen.

€ 300

Novelle. – Luischen. – In: Die Gesellschaft. Monat- (bzw. Halbmonat)schrift für Litteratur, Kunst und Sozialpolitik. Herausgegeben von M[ichael] G[eorg] Conrad (und L. Jacobowski). Leipzig, Wilhelm Friedrich 1894 und Dresden, E. Pierson 1900. Grüner bzw. roter Originalleinenband.

Erstdrucke der beiden frühen Novellen, die im Sommer 1894 bzw. 1897 entstanden. – I. Jahrgang 10, Heft 11, Seiten 1453–1458. – II. Jahrgang XVI, Band 1, Heft 1, Seiten 35–50. – In der wichtigen Zeitschrift des deutschen Naturalismus, die von 1895 bis 1902 erschien, wurden auch mehrere Gedichte von Thomas Mann erstveröffentlicht (siehe die vorige Katalognummer). – Dazu weitere Bände der Zeitschrift (Jahrgänge 1893–1900) als Beigabe.

24,5 : 16,0 cm. – Band 1 mit drei Porträttafeln. – Dezenter Besitzerstempel rückseitig auf dem Titelblatt von Band 1, Besitzvermerke auf dem Vorsatzblatt von Band II.

Potempa E 2.1 und E 8.1. – Dietzel/Hügel 1162. – Schlawe I, 19ff

976  Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

€ 3000 ( R5 )

Novelle. Berlin, S. Fischer 1913. Marmorierter Originalpappband in -schuber, beide mit Rückenschild.

Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten, davon 50 für den Verkauf. – Im Auflagenvermerk vom Verfasser signiert. – Die erste öffentliche Ausgabe erschien in Thomas Manns Hausverlag. – Gedruckt bei W. Drugulin, Leipzig. – Als hätte Fischer von Hans von Weber »gelernt«, wurde das Büchlein in einem locker gebundenen und mit hübschem Marmorpapier bezogenen Interimspappband ausgeliefert. Noch seltener als der Hundertdruck (KatNr. 132), aber vielleicht nicht ganz so spektakulär.

19,3 : 12,6 cm. 144, [4] Seiten. – Rücken verblasst.

Potempa E 26.3

977  Thomas Mann. Rede und Antwort.

€ 250 ( R5 )

Gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze. Berlin, S. Fischer 1922. Hellbraune Originalbroschur, unbeschnitten. Einbandgestaltung und -typographie von Kurt Erich Mende.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Der erste, tatsächlich bereits Ende 1921 ausgelieferte, Band der ersten Werkausgabe (»Gesammelte Werke in Einzelausgaben«). Hier in der seltenen broschierten Ausgabe (die Potempa nicht verzeichnet). Nur für die Broschur dieses ersten Bandes wurde eine frühe Variante des »Bogen und Leier«-Signets verwendet. Der Graphiker Kurt Erich Mende verkleinerte seinen Entwurf für alle weiteren Ausgaben. – Beilage: Faltprospekt des S. Fischer Verlags mit Ankündigung dieses Buches und der Werkausgabe (»Mit diesem neuen Essaybuch […] beginnen wir den Aufbau der gesammelten Werke Thomas Manns«) sowie Werbung für weitere lieferbare Titel von Thomas Mann.

19,5 : 12,7 cm. XII, 402, [2] Seiten. – Broschur angerändert und Rücken etwas brüchig.

Vgl. Potempa B 64. – Kiwitt (in Vorbereitung) A 1.1.2 und alpha.1921.1

978  Thomas Mann. Novellen.

€ 500 ( R5 )

Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1922. Tiefblaue Originalkalblederbände mit rotem Rückenschild, vergoldeter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Aus der Vorzugsausgabe der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«. – Eins von 150 Subskribtionsexemplaren auf Hadern-Velin-Papier. – Im Druckvermerk vom Autor signiert.

19 : 12 cm. [4], 373, [7]; [4], 451, [5] Seiten. – Einband von Band I etwas verblasst, der Rücken verfärbt.

Potempa B 6

979  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 300 ( R5 )

Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1924. Graue Maroquinbände mit Rückenschild, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: Buchb. Meink, Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«, hier in schönen Handeinbänden. – Die originalen Broschurumschläge wurden eingebunden. – 1912 verbrachte Katja Mann mehrere Monate in einem Davoser Lungensanatorium. Die dortigen Eindrücke bewogen den Autor mit »Der Tod in Venedig« zunächst zu einer »Art humoristischem Gegenstück«. »Der Zauberberg«, der dritte große Roman Thomas Manns, entstand dann in den Jahren von 1913 bis 1924. Der Erste Weltkrieg zwang Thomas Mann zur Schreibpause, erst 1919 setzte er seine Arbeit fort. Der Roman weitete sich zum Zeitroman aus, zur Kritik an spätbürgerlichen Lebens- und Denkformen der Vorkriegszeit, deren Repräsentanten auf dem »Zauberberg« versammelt sind.

18,8 : 12,8 cm. 578, [2]; 629, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Besitzermonogramm auf Vorblatt.

Potempa D 3.1

980  Thomas Mann. Die Begegnung.

€ 750

Olten 1953. Originalhalblederband mit Modeldruckpapierbezügen. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (Max Grollimund, Basel). Im Schuber.

Erste Einzelausgabe dieses Auszugs aus »Felix Krull«, die Einleitung im Erstdruck. – 58. Publikation der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. – Eins von 125 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 765). – Makellos.

20,2 : 13,2 cm. 73, [3] Seiten.

Potempa D 12.3.29

981  Thomas Mann. Gesammelte Werke

€ 450 ( R5 )

in zwölf Bänden. Frankfurt am Main, S. Fischer 1960. Hellbraune Originalmaroquinbände. Rückentitel und Deckelvignette (TM-Signatur) sowie der Kopfschnitt vergoldet. In Schubern mit Lederkanten.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder. – Herausgegeben von Hans Bürgin. – Enthält die Romane (I–VII), Erzählungen (VIII) und Reden und Aufsätze (IX–XII).

20,0 : 12,8 cm. – Rücken gleichmäßig und ganz schwach verfärbt.

Potempa A 6

  982    Henri Matisse – Marguerite Duthuit-Matisse und Claude Duthuit. Henri Matisse. Catalogue raisonné de l’œuvre gravé […]

€ 750

Tomes I et II. – Catalogue raisonné des ouvrages illustrés […] établi avec la collaboration de Françoise Garnaud. Preface de Jean Guichard-Meili. Paris 1983 und 1988. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenbände, einer mit Schutzumschlag.

Die bis heute maßgeblichen und unverzichtbaren Werkkataloge zur Graphik (Band 1: Radierungen, Band 2: Lithographien u. a.) und illustrierten Büchern.

»L’œuvre gravé« mit Folienumschlag, mit Filmoplast auf den Innendeckeln fixiert. – Stempel auf Vorsatzblättern. – »Ouvrages illustrés« mit Schutzumschlag. Bindung etwas gelockert.

  983    André Maurois. Introduction a la méthode de Paul Valéry.

€ 250 ( R5 )

Paris, Éditions des Cahiers Libres 1933. Halblederband mit Marmorpapierbezug. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von zehn römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe auf festem »Japon nacré«, weitere 35 wurden auf Bütten gedruckt (Gesamtauflage 1045). – »Ce texte est celui d’une conférence prononcée à l’Université des Annales, le 13 Décembre 1932«. – Die Texte der seit 1907 von Yvonne Sarcey unter dem Namen »Université des Annales« initiierten Konferenzen wurden in einer gleichnamigen Zeitschrift veröffentlicht. Einige Einzelausgaben erschienen in Buchform. – Maurois’ Titel zitiert den von Valérys berühmter Abhandlung »Introduction à la mèthode de Leonardo da Vinci«. – Selten, sehr schön auf dem edlen Japanpapier.

17,5 : 11,5 cm. [6], 109, [7] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt und mit winzigen Bereibungen. Die oberen Ecken leicht bestoßen.

Talvart/Place XIV, 25, 58

  984    Joan Miró – Jacques Dupin. Miró Radierungen. – Miró Engraver.

€ 500

I [–] IV. Genf und Paris, Weber Lelong 1984–2001. Mit zwölf Holzschnitten, davon acht farbig, einer auf allen vier Umschlägen variiert wiederholt, und zahllosen Abbildungen. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

Bände I–III in deutscher Ausgabe (1500 Exemplare), der spät erschienene Band IV (Miró Engraver 1976-1983, in Zusammenarbeit mit Ariana Lelong-Mainaud) in englischer Sprache. – Maßgebliches Verzeichnis der Radierungen, hier mit dem oft fehlenden Schlussband. – Tadellos erhalten.

32,8 : 25,5 cm.

Cramer 255 (nur noch Band I)

  985    Fernand Mourlot. Kunst im Plakat der Pariser Schule.

€ 300

Paris, André Sauret, und Genf, Weber 1959. Mit 102 Farbtafeln. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Kenntnisreicher Katalog mit blattgroßen Farbtafeln nach Originalplakaten von Braque (12), Chagall (14), Dufy (4), Léger (7), Matisse (10), Miró (8) und Picasso (42) sowie fünf Nachträge. – Mit Beschreibungen der Plakate. – Die deutsche Übersetzung stammt von Karl Georg Hemmerich.

32,5 : 24,5 cm. 247, [5] Seiten (einschließlich der 102 Tafeln). – Schutzumschlag oben leicht bestoßen.

  986    Robert Motherwell. L’humanisme de l’abstraction.

€ 250

Traduction de Joël Dupont. Caen, Le Échoppe 1991. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – Eins von 50 von Motherwell signierten Vorzugsexemplaren auf Velin (Gesamtauflage 1000). – Der von Motherwell selbst sehr hoch geschätzte Essay »On the Humanism of Abstraction« gilt als eine der verständlichsten und überzeugendsten Aussagen über die Abstraktion in der Malerei. Diese offenbar einzige Übersetzung des Textes erschien kurz vor Motherwells Tod (1915–1991). – Tadellos erhalten.

15,2 : 11,2 cm. [32] Seiten. – Unaufgeschnitten.

987  Erich Mühsam. Brief mit Unterschrift.

€ 400

Berlin, 26. November 1927. Eine Seite.

An M. Fiedler, [Dresden]-Oberloschwitz. – Auf dem Briefpapier der von Mühsam seit 1926 herausgegebenen Zeitschrift »Fanal« und mit Mühsams Adress-Stempel. – »Ihre Absicht, dem armen Senna Hoy ein Denkmal in Form einer Biographie zu setzen, ist sehr erfreulich. Leider besitze ich außer dem Nachruf, den ich selbst ihm geschrieben habe, keinerlei Material mehr.« – Mühsam schildert, wie er seine Wohnung vorfand, als er nach fünf Jahren 1924 aus der Haft entlassen wurde: »die Stätte einer wüsten Plünderungs- und Vernichtungsorgie der Weißgardisten […] Wenn noch jemand ein Bild und vielleicht sonst noch wertvolle Dokumente haben sollte, so vermutlich höchstens Else Lasker-Schüler.« Er rät dem Empfänger, sich an die Dichterin zu wenden, gibt aber zu bedenken, dass »sie im Augenblick durch die wohl hoffnungslose Lungenkrankheit ihres Sohnes in einem seelischen Zustand ist«, in dem man sie nicht bedrängen solle. – Der verstorbene Senna Hoy (1882–1914, eigentlich Johannes Holzmann,das Pseudonym entstand durch die Umkehrung seines Vornamens), stand Else Lasker-Schüler sehr nahe. Aufgrund mancher Andeutungen im Werk der Dichterin wird vermutet, dass er der uneheliche Vater ihres Sohnes Paul war. Holzmann gab seit 1904 in Berlin die Zeitschrift »Kampf« heraus. Wegen revolutionärer Aktionen floh er nach Zürich, später nach Paris und Russland. 1908 wurde er verhaftet und starb 1912 in der Nervenklinik eines russischen Gefängnisses. Im November 1913 hatte ihn Else Lasker-Schüler dort ein letztes Mal gesehen. – Der erwähnte Nachruf Mühsams erschien wohl in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift »Kain«, die vom Briefempfänger geplante Biographie ist nicht nachweisbar. – Erich Mühsam wurde nach dem Reichstagsbrand 1933 verhaftet und 1934 im KZ Oranienburg ermordet. Durch Polizeiaktionen nach Niederschlagung der Münchner Räterepublik, Verfolgung durch die Nationalsozialisten, Verlust von Originalen bei der Emigration der Briefempfänger und andere Umstände ist die Mehrzahl der Briefe Mühsams verloren gegangen.

  988    Rolf Münzner – Miguel de Cervantes [Saavedra]. Don Quixote.

€ 300

Fünf Lithographien von Rolf Münzner. Zehn Text-Auszüge und eine Nachbemerkung von Peter Gosse. Leipzig 1997. Mit fünf blattgroßen Lithographien. Originalhalbleinenband mit blindgeprägtem Deckeltitel (Bettina Wija-Stein). Im Originalschuber.

Eins von 70 Exemplaren, weitere 30 kamen nicht in den Handel. – Typographie von Günter Jacobi. – Impressum von Künstler und Typograph signiert. – Die Lithographien wurden vorrangig in Asphaltschabmanier gefertigt und von Klaus Göbel, Chemnitz, vom Stein gedruckt. – Als Text wurde die Übersetzung von Ludwig Tieck gewählt, als Einleitung Auszüge aus Heinrich Heines »Einleitung zum Don Quixote« von 1837.

42,5 : 30,5 cm. 50, [4] Seiten. – Schuber mit leichter Farbspur, sonst tadellos.

989  Hermann Naumann. Acht Radierungen zu Kafka.

€ 600

Mit der Erzählung »Ein Hungerkünstler‹ von Franz Kafka. Herausgegeben von Lothar Lang und Hans Marquardt. Leipzig, Philipp Reclam jun. 1985. Acht signierte, datierte und nummerierte Radierungen. Mit einem Text-Doppelblatt lose in Originalumschlag und -schuber.

Eins von 105 Exemplaren, weitere 20 als Verlegerexemplare. Die Exemplare 71–100 erschienen in der Frankfurter Büchergilde Gutenberg. – In den Platten monogrammiert und datiert. Die Radierungen entstanden bereits in den 1950er Jahren und wurden vom Künstler auch 1985 beim Signieren entsprechend datiert. Drei Blätter betitelt »Das Urteil«, »Vor dem Gesetz« und »Bericht für eine Akademie«. – »Wer die graphischen Arbeiten dieser Mappe aufmerksam betrachtet, wird feststellen, daß Naumann Stil, Naivität, Volkssprache (im Sinne alter Bilderbogen) und Karikatur geleichermaßen impliziert […]« (Vorbemerkung der Herausgeber). – Auf starkem Bütten.

51 : 40 cm (Mappe).

990  Reiher-Verlag – Stille Musik.

€ 300

26 Original-Holzschnitte von Alexander Olbricht mit Versen deutscher Dichter. Weimar, Reiher 1922. Mit 13 ganzseitigen und 13 Holzschnitten im Text, fünf ganzseitige koloriert. Ohne Einband.

Unnummeriertes Exemplar. – Auf Bütten. – Einen Teil der Holzschnitte, die auf der Reiher-Presse gedruckt wurden, kolorierte der Künstler. – Gehefteter Buchblock auf fünf Bünden, unaufgeschnitten. – Makellos, zum Binden bereit.

22 : 18 cm. [48] Seiten.

  991    Emil Orlik – Tilla Durieux. Spielen und Träumen.

€ 450

Mit fünf Radierungen und einer Lithographie von Emil Orlik. [Düsseldorf], Galerie Flechtheim 1922. Mit sechs signierten Originalgraphiken. Halblederband, Originalseidendeckelbezug mit goldgeprägten Vignetten.

20. Druck der Ausgaben der Galerie Flechtheim. – Eins von 25 Vorzugsexemplaren mit den signierten Graphiken. Der Druckvermerk wurde von Tilla Durieux und dem Künstler signiert. – Druck der Radierungen auf der Pan-Presse. – Tilla Durieux (1880–1971), ebenso erfolgreiche wie politisch engagierte Schauspielerin, war seit 1910 in zweiter Ehe mit dem Verleger Paul Cassirer verheiratet. – Emil Orlik porträtierte die Schauspielerin mehrfach, seine Radierungen hier mit schönen Aquatintapartien, die fünfte Radierung mit einer nächtlichen Spielszene.

32,0 : 24,5 cm. [16] Seiten. 6 Graphiken. – Rücken und Deckel erneuert, Seide neu aufgezogen.

Rodenberg 355, 20. – Schauer II, 118

  992    Jürgen Partenheimer – Cees Nooteboom. De slapende goden. Les dieux dormants. Jürgen Partenheimer. Sueños y otras mentiras.

€ 800

Gent, Ergo Press 2005. Mit zwei farbigen blattgroßen Lithographien und Illustrationen von Jürgen Partenheimer. Farbig illustrierte Originalbroschur im Acrylglasschuber.

Eins von 24 Exemplaren der niederländisch-französischen Ausgabe, weitere 24 erschienen mit deutschem Paralleltext. – Mit einer signierten Suite der beiden Lithographien. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Gedruckt auf Velin »Saunders Waterford«. – Ein Künstlerbuch, »in which the minimalism of Partenheimer is juxtaposed to Nooteboom’s ›poetry of place‹« (Webseite der Ergo Press). – Tadellos erhalten.

28,5 : 38,7 cm. [52] Seiten.

  993    Boris Pasternak. Devjatsot pjatij god.

€ 450

(russisch: Das Jahr 1905). Moskau und Leningrad, Gosidat 1927. Originalbroschur, zweifarbige Umschlagillustration nach Entwurf von W. O. Roskin.

Erste Ausgabe. – Enthält auch die dreiteilige Dichtung »Leutnant Schmidt«. – Im Jahr 1905 begannen die heftigen Proteste gegen Zar Nikolaus II., die 1917 in die Februar- und Oktoberrevolution mündeten. Deren Ereignisse und Eskalationen bewegten Boris Pasternak nach dem Zweiten Weltkrieg zu seinem wohl berühmtesten Buch. »Doktor Schiwago«, sein einziger Roman, durfte in der Sowjetunion erst 1988 erscheinen.

17,0 : 13,1 cm. 100 Seiten. – Beschabt und bestoßen, Rücken erneuert. – Titel mit Schabstelle und Stempel.

994  Evelyn Paul – Dante Alighieri. The New Life.

€ 300

Translated by Dante Gabriel Rossetti. Pictured by Evelyn Paul. With Music by Alfred Mercer. [London,] George G. Harrap [1915/16?]. Mit 16 Chromolithographien, zehn als Tafeln, sechs montierte im Text, und üppigem Buchschmuck, teils in Farben und Gold gedruckt. Originalpergamentband mit farbigen und vergoldeten Ornamentalverzierungen.

Eins von 150 Exemplaren, von der Künstlerin nummeriert und signiert. – Gedruckt auf der Cheylesmore Press in Coventry. – Evelyn Maude Blanche Paul (1883–1963) war vor allem für ihre von mittelalterlichen Handschriften beeinflussten Buchillustrationen bekannt. Sie verband gotische Stilelemente mit denen des Jugendstils und handelte damit ganz im Sinne der Arts and Crafts-Bewegung. Großen Einfluss hatte der Präraphaelit Dante Gabriel Rossetti auf sie. – Schönes Exemplar der seltenen Ausgabe.

24,8 : 19,2 cm. 163, [5] Seiten, Tafeln mitpaginiert.

995  Francis Picabia. Unique eunuque.

€ 600

Avec un portrait de l’auteur par lui-meme. Préface par Tristan Tzara. Paris, Au sans pareil Collection Dada 1920. Mit einer ganzseitigen Illustration. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren auf Vergé Bouffant (Gesamtauflage 1025). – Auf dem Vortitel Picabias eigenhändige Widmung »Très sympathiquement à M. Tapié«, datiert »4 decembre 1947«. Zusammen mit Michel Tapié gab Francis Picabia 1949 eine einzige Ausgabe der Zeitschrift »491« heraus, eine Reminiszenz an seine legendäre Dada-Zeitschrift »391«, die von 1919 bis 1924 erschien. – Mit dem berühmten Selbstporträt des Protagonisten von Dada Paris und der Einleitung von Tristan Tzara. – Unbeschnitten.

18,4 : 13,2 cm. 38, [2] Seiten. – Blattränder papierbedingt gebräunt. – Mit KatNr. 996 in einer attraktiven Leinenkassette mit Titelschildern.

Dada global 210. – Dokumentations-Bibliothek II, 60. – Motherwell/Karpel 323

996  Francis Picabia. Jésus-Christ rastaquouère.

€ 600

Dessins par Ribemont-Dessaignes. [Paris,] Collection Dada [1920]. Mit drei blattgroßen Illustrationen. Originalbroschur mit Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Wegen des blasphemischen Titels gelang es Picabia erst mit Hilfe Bretons, einen Verleger zu finden und das Buch unzensiert zu veröffentlichen. – Unbeschnitten.

23,2 : 16,4 cm. 66, [6] Seiten. – Rücken stärker, Deckelränder leicht verblasst. – Mit KatNr. 995 in einer attraktiven Leinenkassette mit Titelschildern.

Dada global 211. – Dokumentations-Bibliothek II, 59. – Motherwell/Karpel 317

  997    Pablo Picasso – Jaime Sabartés. »A los toros« mit Picasso.

€ 900

Monte-Carlo, André Sauret 1961. Mit vier Lithographien, davon eine farbig, und 103 ganzseitigen, teils farbigen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Deckelillustration im roten Originalpappschuber.

Exemplar der deutschen Ausgabe, übertragen von U. M. Hemmerich nach der französischen Ausgabe. – Die auf mehr als hundert Tafeln reproduzierten Tuschzeichnungen beschäftigen sich mit zwei zentralen Themen Picassos: Stierkampf und Frauen. – Auf Wunsch des Verlegers schuf Picasso für dieses Werk vier Lithographien und kolorierte dann »Le Picador« mit allen 24 Farben eines Wachsstiftkastens.

25,5 : 32,5 cm. 153, [3] Seiten.

Bloch 1014–1017. – Goeppert/Cramer 113

  998    Pablo Picasso – Fernand Mourlot. Picasso Lithographe.

€ 1800

I [–] IV. Monte-Carlo, Sauret 1949–1964. Mit acht Lithographien, davon eine farbig, auf den vier Umschlägen und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen. Originalbroschuren, drei mit Schuber.

Maßgebliches Werkverzeichnis der Lithographien bis 1963. – Die Lithographien für Umschläge und Frontispize wurden von Picasso eigens für diese Edition geschaffen. – Mit einem Vorwort von Jaime Sabartes. – Alle Bände mit den Originalpergaminumschlägen und sehr gut erhalten.

32 : 25 cm. – Bei III Frontispiz im Falz etwas gelockert.

Goeppert/Cramer 55, 60, 77 und 125

  999    Karl Rössing – Nikolai Gogol. Taras Bulba.

€ 300

Mit 30 Holzschnitten von Karl Rössing. Wien, Leipzig und München, Rikola 1922. Mit 30 Holzschnitten im Text, davon acht ganzseitig und zwölf als figürliche Initialen, und Holzschnittvorsatzpapieren. Grüner Saffianlederband mit ornamentaler Schwarzprägung, Schnittvergoldung und Marmorpapiervorsätzen (signiert: O. Herfurth). Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Eins von 150 der Vorzugsausgabe auf »besserem Papier«, entgegen dem Druckvermerk ohne Signatur Rössings im Druckvermerk, dafür in einem schönen Handeinband des Leipziger Buchbinders. – Gesetzt aus der Ehmcke-Schwabacher und gedruckt unter Aufsicht von F. H. Ehmcke, Rössings Lehrer an der Königlichen Kunstgewerbeschule München, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. – Karl Rössing (1897–1987) gilt als Wiedererwecker der Technik des Holzstichs, »einer Technik, die […] im 19. Jahrhundert zur rein mechanischen Wiedergabe von Reproduktionskunst verflacht war.« (Roswitha Mair) – Sehr schönes Exemplar dieser frühen Illustrationsfolge, in der Vorzugsausgabe selten.

23,8 : 18,2 cm. [2], 148, [6] Seiten. – Rücken aufgehellt.

Eichhorn/Mair 1.10.1

1000  Armin Sandig. Roman.

€ 750

Ein Bilderbuch in 21 Lithographien. Text von Helmut Heissenbüttel. Vorwort von Will Grohmann. Hannover, Dieter Brusberg 1962. 21 signierte Farblithographien, zusammen mit vier Textblättern lose in lithographiertem Originalumschlag und -halbleinenschuber.

Eins von 30 Exemplaren, weitere fünf kamen nicht in den Handel. – Die Lithographien rückseitig signiert, datiert und nummeriert. – Gedruckt bei Desjobert, Paris, auf Velin »BFK Rives«. – Nur ein Jahr nach der Radierfolge »Deklination der Aquatinten« erschien als zweite Edition des Hannoveraner Galeristen Brusberg diese frühe graphische Folge des Wahl-Hamburgers Armin Sandig (1929–2015). – »Ein ›Roman‹, aber natürlich kein ›Roman‹, ein Bilderbuch zu einem Text oder ein Text zu einem Bilderbuch, eine aktuelle Miniaturhandschrift, bei der sich Dichter und Maler schon sehr nahe kommen.« (Vorwort). – Sehr selten.

34,0 : 26,0 cm. 25 Blätter. – Umschlag am Rückenfalz mit kleinen Einrissen, der Schuber am Rücken etwas aufgeplatzt.

Spindler 162.2

1001  Richard Schaukal. Herbst.

€ 250 ( R5 )

Gedichte 1912/1914. München, Georg Müller 1914. Weinroter Originalmaroquinband mit Vergoldung.

Erste Ausgabe. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf kaiserlich Japan (Gesamtauflage 350). – Vom Autor im Druckvermerk signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Nahezu druckfrisches Exemplar.

21,3 : 15,5 cm. 61, [3] Seiten.

1002  Eremiten-Presse – Ali Schindehütte. Hampelmännleins Koerperschule.

€ 300

Stierstadt [1962]. Mit 13 Linolschnitten und einem weiteren auf dem Umschlag. Originalwellpappeinband.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf Packpapier gedruckt und adäquat gebunden. – Eine der frühesten eigenständigen Veröffentlichungen Schindehüttes. – Die Eremiten-Presse, 1949 von Victor Otto Stomps gegründet, verlegte im Laufe der Jahre zunehmend Bücher mit Graphiken bildender Künstler wie Günther Uecker, Otmar Alt, HAP Grieshaber, Ulrich Erben u. a. 2010 stellte der Verlag seine Tätigkeit ein. Albert Schindehütte (geboren 1939) war ab 1962 Mitglied der berühmten »Werkstatt Rixdorfer Drucke«. – Tadellos. – Dazu: Albert Schindehütte. Sammelalbum. Werkverzeichnis der Druckgraphik. Dortmund 1979. Mit etwa 200 Abbildungen. Originalbroschur. Die bibliophilen Taschenbücher 129. Mit einer signierten Radierung als Beilage.

29,3 : 16,8 cm. [32] Seiten.

Spindler 1.175. – Reske 176

1003  Johannes Schlaf. Gedichte.

€ 600

Eigenhändige Abschrift. Weimar 1924.

Schlussbemerkung: »Von diesen bisher noch nicht in Buchform veröffentlichten zehn Gedichten wurden drei Exemplare von Johannes Schlaf eigenhändig geschrieben und von Otto Dorfner in Weimar gebunden. Dies Exemplar trägt die Nr. 2«. Darunter von Dorfner eigenhändig datiert. – Schöne Reinschrift auf sieben Doppelblättern Büttenpapier. – Das Vergleichsexemplar Nr. 3 (2007 im Handel) war ebenfalls nicht gebunden. Offenbar wurde das Projekt, das mit dem Ende von Dorfners verlegerischen Aktivitäten zusammenfiel, nicht realisiert. – Johannes Schlaf (1862–1941) hatte nach seinem Studium jahrelang mit dem Dichter Arno Holz zusammengearbeitet. Nachdem er sich vom Naturalismus und in Folge auch von Arno Holz abgewandt hatte, entstanden neben eigenen Dichtungen zunehmend auch Übersetzungen. Schlafs Nachdichtungen von Werken Walt Whitmans sorgten für dessen ungeheure Verehrung im deutschen Sprachraum. Auch Texte von Emile Zola, Honoré de Balzac, Emile Verhaeren, Paul Verlaine und Voltaire übertrug er ins Deutsche. Von 1904 bis Mitte der 1930er Jahre lebte Johannes Schlaf in Weimar.

33 : 25 cm. 11, [3] Blätter. – Blatt 1–3 mit kleinem Braunfleck.

1004  Kurt Merz Schwitters. Auguste Bolte.

€ 1000

Tran Nr. 30 (ein Lebertran). Berlin, Verlag Der Sturm 1923. Mit einer Titelvignette, auf dem Umschlag wiederholt. Hellrote Originalbroschur.

Erste Ausgabe, die Angabe »5. Auflage« auf dem Titel war ein Verwirrspiel des Verfassers. – Schwitters’ Roman war seine zweite Publikation in Waldens »Sturm«. »In der Einleitung ein Zitat von philosophischer Tragweite von Ernst Lehmann ›Was man kaut wird Brei‹. Wer würde da nicht zustimmen? Bei Ernst Lehmann handelt es sich um Schwitters’ damals vierjährigen Sohn Ernst Schwitters. Als Verkleinerungsform seines Namens ›Ernst‹ wurde daraus ›Ernstlmann‹ und schließlich ›Ernst Lehmann‹. Jedenfalls scheinen die Aussprüche des Vierjährigen in ihren Merzqualitäten so sublim zu sein, dass Vater Schwitters sie direkt ›merzwürdig‹ befindet und aufnimmt in das Universum MERZ« (Thomas Derda, Schwitters-Katalog 2019, S. 138). – Sehr schönes Exemplar.

22,5 : 15,3 cm. 46, [2] Seiten. – Umschlag mit winzigen Läsuren an den Seitenrändern. – Ränder minimal gebräunt.

Schmalenbach/Bolliger 8. – Raabe 273.6

1005  Anna Seghers. Das siebte Kreuz.

€ 800

Roman aus Hitlerdeutschland. Mexiko, El Libro Libre 1942. Originalbroschur mit farbig illustriertem Originalumschlag.

Erste Ausgabe eines der bedeutendsten Romane der deutschsprachigen Exilliteratur. – Anna Seghers begann 1938 im Exil in Südfrankreich mit der Arbeit an diesem Roman. Bereits 1939 erschien das erste Kapitel in der Moskauer Zeitschrift »Internationale Literatur« und ebenfalls 1942 die vollständige englische Ausgabe in den USA. – Im Signet des Exilverlages zertrümmert ein Buch das Hakenkreuz. – Schönes Exemplar mit dem seltenen, von Leopoldo Méndez illustrierten, Schutzumschlag.

19,3 : 14,5 cm. 468, [4] Seiten. – Der Umschlagrücken gebräunt und mit einigen restaurierten Randfehlstellen. Umschlagfalze mit Japan verstärkt.

Exilarchiv 5396. – Sternfeld/Tiedemann S. 461. – Melzwig 657.1

1006  Renée Sintenis – Hans Siemsen. Das Tigerschiff.

€ 900

Jungensgeschichten. Zehn Radierungen von Renée Sintenis. Frankfurt am Main, Querschnitt-Verlag 1923. Mit zehn signierten Radierungen. Dunkelblauer Originalhalblederband mit rot-goldenem Rückenschild und Kopfgoldschnitt (signiert: Handband Enders Leipzig). Im Originalschuber mit Kleisterpapierbezug und Lederkanten.

26. Flechtheim Druck. – Eins von 250 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstlerin und Verfasser signiert. – Auf Bütten. – Der Journalist Hans Siemsen (1891–1969) war Mitarbeiter der progressiven und satirischen Zeitschriften »Aktion«, »Uhu« und »Weltbühne«, 1934 emigrierte er nach Frankreich. Viele Schriften Siemsens, besonders die vorliegende Sammlung und sein im Exil erschienener Roman »Die Geschichte des Hitlerjungen Adolf Goers«, waren von seiner homosexuellen Orientierung geprägt. Lange Jahre stand er Joachim Ringelnatz nahe, dessen Nachlass er von Amerika aus edierte.

30,2 : 21,8 cm. 33, [1] Seiten, 10 Radierungen. – Etwas berieben. – Vorsätze und vereinzelte Ränder schwach stockfleckig.

Rodenberg 356, 26. – Schauer II, 113. – Lang E 333. – Imprimatur NF V, Seite 112 (Flechtheim)

1007  Renée Sintenis – Longus. Daphnis und Chloe.

€ 400

Mit 31 Holzstichen von Renée Sintenis. Hamburg, Ernst Hauswedell 1935. Mit 31 Holzstichen im Text. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 230). – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Übertragen und mit Nachwort von Ludwig Wolde. – Harry Graf Kessler plante 1930 eine Buchausgabe von Longus’ »Daphnis und Chloe« mit Illustrationen von Renée Sintenis und ließ 1930/31 Probedrucke anfertigen. »Nach Auflösung der Cranach-Presse fanden die überaus liebenswürdigen und anmutigen Holzstiche […] bald einen neuen Verleger, sie erschienen 1935 bei Hauswedell in Hamburg. Auch in diesem Druck wurden die Illustrationen mit einer Kursiv-Schrift kombiniert, wie es in der Cranach-Presse geplant war« (Renate Müller-Krumbach). – Aus dem Besitz des Journalisten Hans Bütow (1900–1991), mit dessen Besitzvermerk und einigen Zeitschriftenausschnitten, u. a. seine Rezension.

26,0 : 17,0 cm. 131, [1] Seiten. – Hinterer Vorsatz durch die Beilagen teils leicht gebräunt.

Müller-Krumbach 63. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 57. – Schauer II, 113

  1008    Max Slevogt – C[arl] Witt. Die tapferen 10000.

€ 350

Mit Federzeichnungen von M. Slevogt. [Berlin], Bruno Cassirer [1921]. Mit 34 Federlithographien, davon eine als Titel und eine weitere ganzseitig. Senffarbener Originalkalblederband mit lithographierter Deckelvignette.

Eins von 400 Vorzugsexemplaren. – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der Philologe Karl Witt (1815–1891) wurde wegen seiner liberalen Ansichten nach einer Denunziation suspendiert und verdingte sich als Privatlehrer in Königsberg. In der Einleitung rühmt E. Hoffmann seine Erzählkunst »[…] und wer ihn nicht gehört hat, möchte man sagen, hat nie einen Erzähler gehört.«.

30,6 : 23,5 cm. [8], 157, [3] Seiten.

Söhn 347–380. – Rümann 109 b

  1009    Max Slevogt. Fünfzehn Federlithographien zu dem Märchen »Das blaue Licht«.

€ 400 ( R5 )

15 Federlithographien. 1924. Signiert.

Exemplar 40/100. – Die seltene und schöne Mappenausgabe, ediert vom Verlag Bruno Cassirer, zeitgleich erschien auch die Buchausgabe mit Text. – Handpressendruck von M. W. Lassally, Berlin. – Alle Lithographien auf dünnem Japan und signiert, jede im Originalpassepartout. – Mit dem Text-Doppelblatt (Titel und Druckvermerk) lose in der Originalhalbpergamentkassette mit lithographierter Deckelvignette. – Innen tadellos.

39,2 : 29,0 cm (Kassette). – Die Kassette etwas beschädigt.

Rümann 37b. – Söhn 671-685. – Lang I 223

  1010    John Steinbeck. The Short Reign of Pippin IV.

€ 600

A Fabrication. New York, The Viking Press 1957. Mit sechs Illustrationen von William Pène du Bois. Zweifarbiger Originalleinenband mit Blindprägung und dem farbig illustrierten Originalschutzumschlag. – Signiertes Exemplar.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vortitel vom Verfasser signiert. – Mit dem Schutzumschlag, der ebenfalls von William Pène du Bois gestaltet wurde.

21,0 : 14,0 cm. 188, [4] Seiten. – Schutzumschlag mit Knickfalte und kleinen Fehlstellen, teils hinterlegt. – Kapitale leicht bestoßen. – Umschlagklappe mit Eindruck »Book-of-the-Month-Club Selection«.

Goldstone/Payne A36a

1011  Hans Ticha – E. T. A. Hoffmann. Klein Zaches genannt Zinnober.

€ 500

Ein Märchen. Berlin, Aufbau 1976. Mit 38 farbigen Illustrationen, davon 21 ganzseitig. Ziegelroter Originalkalblederband mit Deckelvignette und Rückenschild in Blau und Gold. Im farbig illustrierten Schuber.

Exemplar der nicht gezählten und seltenen Vorzugsausgabe in schönem Ganzledereinband. – Hans Ticha illustrierte Hoffmanns Märchen in gewohnt skurriler Art, seine Bilderfindungen und Geschöpfe erzählen fast eine eigene Geschichte. – Sehr schönes Exemplar.

20,3 : 14,5 cm. 156, [4] Seiten. – Schuberkanten minimal berieben.

Frank, Ticha (in Marginalien 119) 16

1012  Hans Ticha – Ernst Jandl. Aus dem wirklichen Leben.

€ 400

Gedichte und Prosa. Mit 66 Grafiken von Hans Ticha. Frankfurt am Main, Büchergilde Gutenberg 2000. Mit 66 Farboffsetlithographien. Originalleinenband und -mappe im -schuber.

Eins von 100 Exemplaren der besten Vorzugsausgabe D mit drei signierten Farboffsetlithographien, die in einer Mappe beigelegt wurden. Weitere 150 Exemplare enthielten je eine der drei Graphiken. – Auf dem Vortitel von Ticha signiert. – Die Normalausgabe erschien 1999 bei Luchterhand. – Dazu: Erich Kästner. Gedichte. Hans Ticha. Bilder. Frankfurt am Main, Büchergilde Gutenberg 2003. Mit Illustrationen nach farbigen Zeichnungen von Hans Ticha. Originalleinenband mit -mappe und -schuber. Eins von 99 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit einer beigelegten aquarellierten Tuschzeichnung (Tretmühle. 20 : 13 cm. Signiert und betitelt). Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Bertolt Brecht. Flüchtlingsgespräche. Mit 12 Holzschnitten von Hans Ticha. Leipzig 1997. Originalbroschur im -schuber. Siebenter Leipziger Druck. Eins von 30 römisch nummerierten Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 190). Im Druckvermerk vom Künstler und dem Buchgestalter Gert Wunderlich signiert. Vom Bleisatz als Blockbuch gedruckt und gebunden, die zwölf Holzschnitte auf gelbem Popset-Papier. – Alle tadellos erhalten.

Ca. 22 : 14 cm.

  1013    Kurt Tucholsky. Rheinsberg.

€ 400

Ein Bilderbuch für Verliebte. Mit einer Vorrede zum fünfzigsten Tausend. Mit Kupfern von Kurt Szafranski. Berlin, Axel Juncker [1921]. Mit sechs blattgroßen Radierungen und zwei radierten Vignetten. Farbig illustrierter Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 750 Exemplaren der Jubiläumsausgabe auf Velin (Gesamtauflage 1.000). – Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – »Tucholskys erstes und unbeschwertestes Buch [EA 1912], das […] einer seiner größten Erfolge wurde, hat die Freude am Da-Sein, am Jung-Sein und an der Liebe zum Thema, der sich jedoch die wehmütige Einsicht hinzugesellt, daß dem Liebenden auch in der intensivsten Begegnung die letzte Erfüllung versagt bleibt.« (KLL X, 8157).

21,3 : 15,5 cm. 101, [3] Seiten. – Rücken etwas verblasst, Deckel teils gebräunt und etwas stockfleckig. – Auch innen teils etwas stockfleckig.

Bonitz/Wirtz C 1.3

  1014    Ver Sacrum.

€ 600 ( R5 )

Neue Hefte für Kunst und Literatur. Herausgegeben von Hilde Spiel, Otto Breicha und Georg Eisler. [Fünf Bände, alles Erschienene]. Wien und München, Jugend und Volk 1969–1974. Mit 45 Originalgraphiken und zahlreichen farbigen Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren, jeweils in Originalschutzumschlag.

Vollständige Serie dieses mehr oder weniger erfolgreichen Versuchs, eine bibliophil ausgestattete Bestandsaufnahme der österreichischen Nachkriegskunst und -literatur zu etablieren. In Format und Ausstattung der berühmten gleichnamigen Vorgängerin verpflichtet, erschienen allerdings nur fünf Ausgaben (1973 nicht, 1974 dafür in deutlich größerem Umfang). – Jeweils eins von 500–1500 Exemplaren der Ausgabe mit den unsignierten Graphiken von Georg Eisler, Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka, Bernhard Jäger, Maria Lassnig, Rudolf Schönwald, K. R. H. Sonderborg, Hinz Stangl und Fritz Wotruba (teils mehrfach vertreten). – Zu den namhaften Autoren zählten Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Wolf Biermann, Heimito von Doderer, Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Albert Paris-Gütersloh, Gerhard Rühm u. a.

30,5 : 28,0 cm. – Exlibris. Einige Seiten aus der Bindung gelöst (II).

  1015    Max Vonessamieh. Menschen.

€ 150 ( R5 )

48 Bleistiftzeichnungen. Herausgegeben und mit einem Kommentar und zeitkritischen Texten versehen von Jürgen Seuss. Assenheim, BrennGlas 1998. Mit 48 Tafeln und Textblättern. Lose in Originalpappkassette.

Das erste von zwölf Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit einer beigelegten monogrammierten Original-Bleistiftzeichnung, im Druckvermerk von Künstler und Herausgeber signiert. – Nanna Max Vonessamieh, 1970 in Lübeck geboren, studierte von 1991 bis 1997 Buchgestaltung und Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. – Die teils skurrilen Porträts, jeweils auf einem Büttenkartonblatt reproduziert, ergänzte der Herausgeber durch Zitate von Hölderlin, Nietzsche, Adorno, Bloch, Sloterdijk und vielen anderen Philosophen. Die Texte jeweils auf rotes Transparentpapier gedruckt und mit dem Bild in einem Büttenumschlagblatt.

32,8 : 23,5 cm (Kassette).

1016  Karl Walser – Hugo von Hofmannsthal. Lucidor.

€ 450

Figuren zu einer ungeschriebenen Komödie. Mit Originalradierungen von Karl Walser. Berlin, Erich Reiss 1919. Mit sechs signierten Radierungen. Halblederband mit Originalseidendeckelbezügen. Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Fünfter Prospero-Druck. – Eins von 52 Exemplaren der seidengebundenen Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 240). – Auf Zanders-Bütten. – Die Radierungen wurden unter Aufsicht des Künstlers gedruckt. – »Vollends impressionistisch wird er in den Radierungen zu Hofmannsthals Lucidor« (Hans Loubier, zitiert nach Badorrek-Hoguth). – Exlibris Feuerbacher Heide, Sammlung Hans Merkle.

30,8 : 24,7 cm. [36] Seiten, 6 Radierungen. – Rücken stark verblasst, Deckelkanten etwas berieben und fleckig. – Vorblätter etwas gebräunt, sonst innen sehr schön.

Badorrek-Hoguth A 15. – Houghton Library Catalogue 448. – Rodenberg 461. – Halbey 19.10

1017  A. Paul Weber. Kritischer Kalender 1960–1981.

€ 300

Frankfurt, Bärmeier und Nikel [1959 und 1960], Hamburg, Clan Presse [1961–1970] und München, Bruckmann [1971–1980]. Mit insgesamt 564 ganzseitigen Abbildungen nach Lithographien. Illustrierte Originalpappbände.

Vollständige Folge, 14 Bände vom Künstler signiert, sechs mit je einer beigelegten signierten Lithographie, zwei Bände mit einer Widmungszeichnung Webers für den Vorbesitzer. – »[…] die rätselhafte Erregung, die von den Blättern A. Paul Webers ausgeht, läßt uns nicht los, diese Signale von gleichbleibender Aktualität […] gehen uns an; dieser Mann, der sich nicht abfinden kann mit Unmenschlichkeit, Intoleranz, Selbstgefälligkeit, Despotie und der unsterblichen Dummheit, bezwingt uns mit seiner Kunst auf eine magische Weise« (Fritz-Thomas Gottesberg 1970).

23 : 20 cm (der erste Jahrgang etwas abweichend). – Die letzten fünf Jahrgänge mit Feuchtigkeitsspuren am Unterrand, in Jahrgang 1961 sind die ausfaltbaren Kalendarien abgetrennt. – Einige hintere Innendeckel mit Besitzerstempel.

1018  Elfriede Weidenhaus. Ludus amabilis.

€ 300

Ein lieblich Liebesspiel in 16 Bildern dargestellt. 18 Radierungen. 1970. 10 : 7 cm (26,7 : 19,5 cm). Alle signiert, datiert und nummeriert. 18 signierte Radierungen, davon.

Exemplar 16/30, die ersten zehn enthielten eine Druckplatte. – Auf Velin. – Eine Radierung als Titel, eine mit Text. – Erschienen in der Edition für bibliophile Drucke Urs Bukhardt. – Lose in orangefarbener Pappmappe. – Reizvolle erotische Bildfolge. – Die Max Schwimmer-Schülerin Elfriede Weidenhaus (geboren 1931) eröffnete 1990 die 1959 von Klaus Burkhardt und Edwin Krumsdorf gegründete Zikadenpresse neu. – Innendeckel mit signierter Tuschzeichnung der Künstlerin: »Exlibris Peter Baader«, datiert »21.10.2018«. – Beilage: Signierte und nummerierte Exlibrisradierung der Künstlerin für den Sammler.

Spindler 121.72 (nennt 60 Exemplare, bei einigen Radierungen auch so korrigiert)

1019  Elfriede Weidenhaus – Manfred Hausmann. Der golddurchwirkte Schleier.

€ 300

Gedichte um Aphrodite mit Zeichnungen von Elfriede Weidenhaus. Stuttgart, Ernst Engel Presse 1978. Mit 24 Illustrationen im Text. Originalpappband.

Die erweiterte und erstmals illustrierte Sammlung der Gedichte erschien anlässlich des 80. Geburtstags des Dichters. – Zehnter Druck der Ernst Engel Presse von Walter Stähle. – Auf Dosabiki Masa-shi Japanpapier. – Druckvermerk vom Verfasser, der Künstlerin und dem Drucker signiert. – Vortitel mit signierter Tuschzeichnung der Künstlerin: »Exlibris Peter Baader«, datiert »21.10.2018«. – Beilage: Signierte und nummerierte Exlibrisradierung der Künstlerin für den Sammler.

28,0 : 21,6 cm. 43, [11] Seiten.

Spindler 33.10

1020  Elfriede Weidenhaus – Richard Dehmel. Lieder der Bilitis.

€ 300

Freie Nachdichtung nach Pierre Louys mit Radierungen von Elfriede Weidenhaus. Denklingen, Fuchstaler Presse 1984. Mit elf signierten Radierungen. Originalhandeinband (Norbert Soyka, Velbert-Neviges), im Samtschuber.

Siebter Druck der Fuchstaler Presse. – Eins von 60 Exemplaren, weitere sechs als Künstlerexemplare. – Handsatz aus der mageren Koch-Antiqua, gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Der Einband mit Wildseidenrücken und Deckelbezügen aus hauchdünnem japanischen Bijutsu-Shi mit eingeschlossenen Schmetterlingen und Blättern im Stil der französischen »papier à fleur«. – Die Max Schwimmer-Schülerin Elfriede Weidenhaus (geboren 1931) nahm 1990 die Drucktätigkeit der 1959 von Klaus Burkhardt gegründeten Zikadenpresse wieder auf. – Vorblatt mit signierter Tuschzeichnung der Künstlerin: »Exlibris Peter Baader«, datiert »21.10.2018«. – Beilage: Signierte und nummerierte Exlibrisradierung der Künstlerin für den Sammler.

27,7 : 19,0 cm. [40] Seiten, 11 Radierungen. – Tadellos.

Spindler 76.7

1021  Elfriede Weidenhaus – Orpheus und Eurydike.

€ 300

Nachdichtung: Wolfgang Stockmeier. Radierungen und Zeichnungen: Elfriede Weidenhaus. Erkenbrechtsweiler 1999. Mit einer aquarellierten und signierten Tuschzeichnung, sechs signierten Radierungen und 23 Illustrationen nach Zeichnungen, davon 20 ganzseitig. Ockerfarbener flexibler Originalmaroquinband, Deckelvignette und Rückentitel in Blindprägung (Josef Weiss, Mendrisio).

Achter Druck der Zikadenpresse. – Erste Ausgabe dieser Fassung. – Eins von 15 Vorzugsexemplaren mit der sechsten Radierung, einer aquarellierten Zeichnung und im Ledereinband (Gesamtauflage 135). – Weidenhaus’ Zeichnungen und Radierungen – hier alle ganz klassisch, feinlinig und ganz ungewohnt (von der Originalzeichnung abgesehen) ohne Farbigkeit. – Tadelloses Exemplar. – Mit zwei weiteren Tuschzeichnungen der Künstlerin »Exlibris Gerhard Kassner« (aquarelliert) und »Exlibris Peter Baader« (signiert und datiert). – Beilage: Signierte und nummerierte Exlibrisradierung der Künstlerin für den Sammler.

28,2 : 19,7 cm. [4], 44, [4] Seiten, 1 Zeichnung, 6 Radierungen.

1022  ZERO.

€ 750 ( R5 )

Vol. 1, 2 [und] 3 [alles Erschienene]. Redaktion: Otto Piene und Heinz Mack. Düsseldorf [1958–1961]. Mit vier Tafeln in Heft 2 sowie vier (von ursprünglich fünf) Originalarbeiten und zahlreichen teils blattgroßen Abbildungen nach Fotografien in Heft 3. Drei Originalbroschuren.

Die vollständige Reihe der bedeutenden Zeitschrift. – Mit Beiträgen von und über Arman, Max Bense, Lucio Fontana, Yves Klein, Heinz Mack, Otto Piene, Hans Platschek, Arnulf Rainer, Daniel Spoerri, Jean Tinguely, Günther Uecker u. v. a. – Die beiden ersten Hefte erschienen zu den Abendausstellungen »Das rote Bild« (1958) bzw. »Vibration« (1959). Nach der 4. Ausstellung, die 1957 im Atelierhaus von Heinz Mack und Otto Piene stattgefunden hatte, wurde der Name »Zero« als Synonym für einen künstlerischen Neustart vom Nullpunkt »geboren«. – Das umfangreiche und durchgehend illustrierte Heft 3 enthält Originalarbeiten von Yves Klein (halbverbranntes Blatt und Blattfragment), Jean Tinguely und Otto Piene (weißes Blatt mit gestanztem Loch) und Daniel Spoerri (eingeklebtes Streichholz mit pyromanischer Gebrauchsanleitung). Der eingeklebte Sonnenblumenkern zur Pflanzanleitung von Jean Tinguely fehlt. – Für die Beteiligten »bedeutete ›Zero‹ den Abschied von einer als ›trüb‹ erlebten Nachkriegszeit. […] Alle Künstler wurden futurisierend als ›Dynamo‹ vorgestellt, und Uecker prophezeite: ›Projektionen von heute sind Verhältnisse von morgen‹« (Thomas Kellein, in Archiv Sohm, S. 65).

20,0 : 21,0 cm. 23, [1]; 35, [1] und [296] Seiten. – Umschlag 2 leicht fleckig, Kanten von Umschlag 3 leicht berieben. – Mit Besitzvermerk auf Titel von Heft 1 und Vorderdeckel von Heft 2.

Archiv Sohm S. 65 und Abb. 90

  1023    Klaus Zylla – Ernst Jünger. Weiße Nächte.

€ 350

Vorwort Heino Schwilk. Grafik und Schrift Klaus Zylla. Berlin, Galerie auf Zeit 1997. Mit elf blattgroßen Serigraphien, teils zweifarbig gedruckt, und 13 Seiten mit serigraphiertem Text. Weißer Originalleinenband mit Serigraphie auf dem Vorderdeckel. Im Originalschuber mit serigraphiertem Titel.

Eins von 103 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Der Text wurde nach der Handschrift des Künstlers serigraphiert. – Die Texte sind den Kapiteln »Weiße Nächte« und »Opium« aus Ernst Jüngers Buch »Annäherungen. Drogen und Rausch« entnommen.

46,0 : 34,4 cm. [28] Seiten. – Tadelloses Exemplar.

Katalog Würth 2003, Seite 120ff